From analle at no-racism.net Sat May 17 16:22:11 2008 From: analle at no-racism.net (=?iso-8859-1?q?MUND=3A_medienunabh=E4ngiger_Nachrichtendienst?=) Date: Sat, 17 May 2008 16:22:11 +0200 Subject: Szene bleibt! Message-ID: Liebe Leute! Mir ist zu Ohren gekommen, dass der Kampagne http://www.szenebleibt.at/ ihre ersten 1.200 Unterschriften abhanden gekommen sind, weil sie entweder gehackt wurden oder ??? Jedenfalls ersuchen die BetreiberInnen auf diesem Wege alle UnterzeichnerInnen von vor dem Datenbankverlust, die Kampagne nochmals zu unterzeichnen. Mir ist außerdem zu Ohren gekommen, dass die BetreiberInnen auf der homepage ihre Befürchtungen nicht in voller epischer Breite darlegen, weil sie nicht mit Klagen eingedeckt werden wollen. Daher bleibt es den mailinglisten und Foren überlassen, über die Hintergründe des Protest noch etwas fundierter aufzuklären. Den meisten Leuten dürfte jedoch für eine Unterschrift gegen die Übernahme der Szene durch Josef Sopper (Planet Music) der Umstand reichen, dass im Planet Music von Figuren wie Sizzla und "Die Hinichen" homophobe und sexistische Töne gespuckt werden dürfen (siehe unten). Das soll in der Szene nicht auch noch zur Gewohnheit werden. cheers Andreas >Von: Barbara Klein >Gesendet: Donnerstag, 15. Mai 2008 15:56 >An: 'andi.mailath at gku.magwien.gv.at' >Betreff: Null Toleranz für Sexismus! > >Sehr geehrter Herr Stadtrat Dr. Mailath-Pokorny, > >wir möchten Ihnen zur Kenntnis bringen, dass am >23. Mai 2008 in dem von der Stadt Wien >subventionierten Musiklokal "Planet Music" die >Musikgruppe "Die Hinichen" auftreten wird. Die >laut Veranstalter "geniale" Gruppe sondert dort >Texte ab wie z.B. folgenden: > > >" Wir mischen auf im Frauenhaus, >jippi, jippi, jeah, >wir peitschen die Emanzen aus, >jippi, jippi, jeah, >wir treiben die Lesben vor uns her, >jippi, jippi, jeah, >des fällt uns Kerdls gar net schwer, >jippi, jippi, jeah. > >Die Fotzen - ja die ghörn verdroschen, >jippi, jippi, jeah, >zuerst auf's Aug' und dann in 'd goschn, >jippi, jippi, jeah, >i sog' ihr hobts es ja so gwollt, >jippi, jippi, jeah, >drum müssma euch den orsch versohln, >jippi, jippi, jeah." > >Auf der Homepage dieser Gruppe werden >"Klassiker" (Planet Music)auf gleichem Niveau in >Bild und Text fortgesetzt. > >Die Veranstaltung wird auf folgendermaßen beworben: > >DIE HINICHEN - PLANET MUSIC ABSCHIEDSKONZERT! >Mittlerweile sollte es sich herum gesprochen >haben, dass das Planet Music in den Gasometer >zieht. Bevor es aber soweit (Sommer) ist, wird >natürlich noch ordentlich im "alten" Planet Gas >gegeben. Und da versteht es sich von selbst, >dass auch DIE HINICHN noch einmal auf unsere >altgediente Bühne gebeten werden. Um auf dieser >noch ein letztes mal ihr geniales >Prolo-Rock-Theater zum Besten zu geben. Da darf >dann kein "Klassiker" fehlen, da bleibt kein >Auge (und keine Kehle) trocken, da gibts noch >einmal DIE HINICHN in Planet-Bestform. Und wer >das versäumt, ist wirklich selbst schuld. > > >Der Veranstalter und Leiter des Planet Music >Josef Sopper verabschiedet sich von besagtem >Musiklokal allerdings nicht etwa, weil ihm die >Stadt Wien aufgrund seiner desaströsen >Einladungspolitik die Subvention entzieht, >sondern dem Szenemulti (V.Ö.M., Planet Music, >Donauinsel, Gasometer und Kultur-Plakat-GmbH) >auch noch überfallsartig die bis dato von Gina >Salis-Soglio hervorragend geführte Szene Wien >anvertraut. > >Abermals wird damit eine ausgezeichnete und >bewährte weibliche Führungskraft aus einem von >der Stadt geförderten Kulturbetrieb grundlos >entfernt! > >Wir protestieren auf das Schärfste und sagen >nein zur Finanzierung von frauenfeindlichen, >homophoben oder rassistischen Inhalten! > >Wir fordern 50 % der Führungspositionen und >Subventionen für Künstlerinnen und >Kulturarbeiterinnen! > > >Mit freundlichen Grüßen >Maga Barbara Klein >Intendantin >KosmosTheater >Siebensterngasse 42 >A-1070 Wien >tel 01-5231226 >fax 01-5231226-16 >www.kosmostheater.at >barbara.klein at kosmostheater.at > From analle at no-racism.net Thu May 22 10:34:47 2008 From: analle at no-racism.net (=?iso-8859-1?q?MUND=3A_medienunabh=E4ngiger_Nachrichtendienst?=) Date: Thu, 22 May 2008 10:34:47 +0200 Subject: Hausdurchsuchungen und Verhaftungen gg TierrechtsaktivistInnen Message-ID: Presseaussendung der Rechtshilfe zur Verhaftungs- und Hausdurchsuchungswelle Am 21. Mai 2008 stürmten WEGA-Beamte gegen ca. 7:00 Uhr mindestens 24 Wohnungen in Wien und anderen Orten. Einige der teilweise noch schlafenden BewohnerInnen wurden mit gezogenen Waffen in ihren Betten geweckt. Betroffen von den Hausdurchsuchungen waren mindestens achtzehn Menschen in Österreich. Die meisten leben in Wien und Graz, auch in Tirol wurde eine Wohnung durchsucht. Bei mehreren Wohnungen wurden die Türen von Beamten der WEGA eingetreten. Wie in schlechten Hollywood Filmen stürmten die Beamten die Wohnungen. Erst nachdem die BewohnerInnen eingeschüchtert, "gesichert" an die Wand gestellt bzw mit Handschellen versehen wurden, machten sich Beamte der Kriminalpolizei an die Durchsuchungen. Begründung für die Hausdurchsuchungen ist der Vorwurf der Bildung einer kriminellen Organisation gemäß §278a StGB. Gegen zwölf Personen, bei denen Hausdurchsuchungen stattgefunden haben, liegen Haftbefehle vor. Begründet werden diese mit Verdunkelungsgefahr, da die Betroffenen zb mit verschlüsselten Mails kommuniziert haben sowie Tatbegehungsgefahr, weil die Betroffenen seit langem in der Tierrechtsszene aktiv sind. Beide Argumentationsstränge stehen in eklatantem Widerspruch zur Unschuldsvermutung. Vollkommen willkürlich wird eine kriminelle Organisation konstruiert, die für sämtliche unaufgeklärte Straftaten der letzten Jahre verantwortlich gemacht wird. Die Vorwürfe werden mit keinerlei Beweisen bekräftigt, im Gegenteil: die Exekutive erhofft sich scheinbar durch die Hausdurchsuchungen Hinweise auf Bestätigung ihres Tatverdachts. Dieser, dh die Bildung einer kriminellen Organisation, kann bislang weder mit Indizien noch sonstigen vagen Vermutungen untermauert werden. Die Betroffenen wurden aus ihrer Wohnungen direkt in das Polizeianhaltezentrum Rossauer Lände überstellt und werden in den nächsten 48 Stunden der Haftrichterin vorgeführt. Bei den Hausdurchsuchungen wurde dem Großteil der Betroffenen der Anruf bei einer Vertrauensperson oder einer RechtsvertreterIn verwehrt. Auch FreundInnen, die nach dem Rechten sehen wollten, wurde ein Gespräch mit den Betroffenen verweigert. Die Inhaftierten haben sich für Tierrechte eingesetzt. Sie organisierten Demonstrationen und Infostände in Fußgängerzonen. Diese völlig legalen Aktivitäten werden ihnen ebenfalls als Betätigung im Rahmen der "kriminellen Vereinigung" angelastet. Das muss als ein Versuch der Aushöhlung von Meinungs- und Versammlungsfreiheit gewertet werden. Die Verhältnismässigkeit der Amtshandlung war nicht gegeben. Das frühmorgendliche Erstürmen von Wohnungen durch vermummte WEGA-Beamte mit gezogener Waffe muss als vollkommen überzogen bezeichnet werden. Gesucht wurde nach allen Gegenständen, die dazu dienlich sein können, strafrechtlich relevante Delikte zu begehen. Neben Computern, Handys, Uniskripten oder Fotoalben wurden auch Kleidungsstücke beschlagnahmt. Gleichzeitig bleibt offen, was der konkrete Anlass für diese Einsätze sein soll. Es gilt anzunehmen, dass Zeitpunkt und Umsetzung dieser Einsätze politische Hintergründe hat. Auf jeden Fall wird missliebiger politischer Aktionismus kriminalisiert und verunmöglicht. Was der oder die einzelne von Tierschutz und Tierrechten hält: Darum geht es hier recht wenig. Sollte nämlich diese offensichtlich von oben verordnete Repressionswelle nicht auf breite öffentliche Ablehnung stossen, besteht die Gefahr, daß jederzeit auch andere Bereiche einer kritischen Zivilgesellschaft mundtod gemacht werden. Durch den Polizeistiefel. Pressekontakt: 0650 / 592 67 91 oder antirep2008 at gmx.at Am Montag, 26. Mai 2008 um 10 Uhr wird eine Pressekonferenz der Rechtshilfe im Grünen Parlamentsclub (Wien I, Löwelstraße 12, 2. Stock) stattfinden.