widerst at nd! - MUND: Samstag, 24.3.2007

MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst analle at no-racism.net
Fr Mär 23 23:52:33 CET 2007


widerst at nd MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst
    www.no-racism.net/mund

MedieninhaberInnen seid Ihr!

Samstag, 24.03.2007

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A) INHALT
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AKTIONEN UND ANKÜNDIGUNGEN
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01 24.3.: Newroz-Feiern in Wien!
WADI Austria <wadi.wien at gmx.at>
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02 Anti-Eurofighter-Kundgebung, Sa 24.03.,  Wien
Werkstatt Frieden & Solidarität  <office at werkstatt.or.at>
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03 GPA-DJP/work at migration/Vortrag/Binationale  Ehen/28.03.07
Nicholas Hauser <nicholas.hauser at gpa-djp.at>
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04 13.4.: Punkkonzert in Wels
infoladen wels <info at infoladen-wels.at>
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MELDUNGEN UND KOMMENTARE
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05 SOS Meinungsfreiheit: Weitere internationale Unterstützung für HOSI Wien
Homosexuelle Initiative (HOSI) Wien <office at hosiwien.at>
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SOLIDARITÄT WELTWEIT
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06 Mosambik-Info 47, 23.3.2007
"Peter Pils" <peter-pils at chello.at>
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07 [Gipfelsoli Newsletter] Heiligendamm -- Gleneagles --  Berlin
Öffentlicher Verteiler der Gipfelsoli-Infogruppe  <gipfelsoli-l at lists.nadir.org>
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08 EU / Afrikapolitik: Kritische Bilanz der  EU-Afrikapolitik
"GFBV Hans Bogenreiter" <hans.bogenreiter at gfbv.at>
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LINKS / VERWEISE / HINWEISE
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09 B I T T E um Aktualisierung EURER Webseiten
"ARI_DOKUMENTATION_in_NewYorck59" <ari-berlin-dok at gmx.de>
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B) TEXTE
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AKTIONEN UND ANKÜNDIGUNGEN
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01 24.3.: Newroz-Feiern in Wien!
WADI Austria <wadi.wien at gmx.at>
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Sa, 24.03.2007 ab 14 Uhr, Newroz-Fest von FEYKOM mit Nizamettin Aric, 
Rojda und vielen anderen Musikern
Ort: Gasometer, BA-CA Halle, Guglgasse 8, 1110 Wien  
http://www.feykom.at/newroz_wien.html

Sa, 31.03.2007, 18 Uhr, Newroz-Fest der Kurdischen FÖDERATION mit 
Muhemed Taha Akrey, Ismail Cuma, Ala Salahiyan, Koma Qamishlo und vielen 
anderen Musikern
Ort: Haus der Begegnung Kagran, Bernoullistrasse 1, 1220 Wien

-- 
WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische
       Entwicklungszusammenarbeit

WADI-Austria

e-mail: wadi.wien at gmx.at
website: www.wadinet.at
Tel.: 0699-11365509

Postfach 105
A-1181 Wien

Neues Spendenkonto in Österreich:
Knt. Nr.: 6.955.355
BLZ: 32.000 Raiffeisen Landesbank NÖ

IBAN  AT4432 0000 0006 955355 
BIC (SWIFT)  RLNWATWW

Im Februar 2007 erschien die dritte Print-Ausgabe von: WADI-News, 
Schwerpunkt: Weibliche Genitalverstümmelung 
Wird kostenlos per Post zugeschickt, schicken Sie uns Ihre Adresse!
Online zu lesen unter: http://www.wadinet.at/Media/wadinews.php


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02 Anti-Eurofighter-Kundgebung, Sa 24.03.,  Wien
Werkstatt Frieden & Solidarität  <office at werkstatt.or.at>
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Werkstatt Frieden & Solidarität
Waltherstr. 15, 4020 Linz
Tel. 0732/771094
Fax 0732/797391
Mail: office at werkstatt.or.at
Web: www.werkstatt.or.at

Eurofighter-Ausstieg SOFORT!
Kundgebung gegen Eurofighter und Sozialabbau

Samstag, 24. März 2007
13 Uhr
Vor dem Parlament in Wien

"Mit mir als Bundeskanzler gibt es keine Eurofighter", tönte
SPÖ-Chef Gusenbauer selbstbewusst im vergangenen Wahlkampf
(Kurier, 26.8.2006). Am 30. Oktober 2006 hat der österreichische
Nationalrat u. a. mit den Stimmen der SPÖ neben einem klaren
Auftrag zum Eurofighter-Ausstieg eine klare Aufforderung, die
Eurofighter-Beschaffung sofort zu unterbrechen, beschlossen. Aber
was die Nationalrats-Abgeordneten Gusenbauer und Darabos
beschlossen haben, spielt für sie als Bundeskanzler und
Verteidigungsminister keine Rolle mehr - der Beschaffungsvorgang
wird unvermindert fortgesetzt: Im Jänner 2007 wurden die ersten
zwei Raten in der Höhe von 218 Mio. Euro an den Eurofighter-
Produzenten EADS überwiesen, die dritte Rate in der Höhe von 109
Mio. Euro ist Ende März 2007 fällig. Bereits jetzt startet die
praktische Ausbildung des ersten österreichischen Piloten am
Eurofighter in Deutschland. Verteidigungsminister Darabos brüstet
sich damit, dass das Militärbudget in diesem Jahr um 33 % von 1,8
auf 2,4 Mrd. Euro erhöht wird - die Gründe: der Ankauf der 18
Eurofighter und die zunehmenden Auslandseinsätze des
österreichischen Bundesheeres (ORF-Mittagsjournal, 2.3.2007).

Es ist eine der größten Lügen, dass das mit Gesamtkosten in der
Höhe von 6 Mrd. Euro teuerste Rüstungsprojekt in der Geschichte
der Zweiten Republik der Verteidigung der Neutralität diene. So
geht aus einem Akt des Verteidigungsministeriums vom 15. April
2000 hervor, dass es nie um den Ankauf von
"Luftraumüberwachungsflugzeugen", sondern immer schon um
offensive Kampfbomber mit der Fähigkeit zu Flächenbombardements
ging, um für die Auslandseinsätze im Rahmen der EU gerüstet zu
sein. Gründe, wegen "Sittenwidrigkeit" aus dem Eurofighter-
Vertrag auszusteigen, ohne einen Cent zu bezahlen, gibt es genug
(siehe dazu auch im Internet unter www.werkstatt.or.at).

Lassen wir nicht zu, dass der Bruch von Wahlversprechen ein
"Kavaliersdelikt" ist, dass in Österreich Nationalrats-Beschlüsse
einfach ignoriert werden und dass Unsummen für teures Kriegsgerät
anstatt für Investitionen in Soziales, Bildung, Gesundheit, etc.
ausgegeben werden!

Treffen wir uns bei der Kundgebung "Eurofighter-Ausstieg SOFORT!"
am 24. März 2007 um 13 Uhr vor dem Parlament in Wien!

Neue Infozeitung "Eurofighter-Ausstieg SOFORT!" (8 Seiten, á 10
Cent, ab 300 Expl. á 5 Cent) kann jetzt bestellt werden!
Bestellung: office at werkstatt.or.at

Die Unterschriftenaktion "Eurofighter-Ausstieg SOFORT!" kann auch
online unterstützt werden auf www.werkstatt.or.at

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JETZT UNTERSCHREIBEN!
Neutralität und aktive Friedenspolitik statt Kumpanei bei der
Kriegsvorbereitung gegen den Iran Aktiv werden gegen den Krieg,
bevor er beginnt: Das Säbelgerassel gegen den Iran aufgrund
seines Atomprogramms wird immer lauter. Jedem nüchternen
Beobachter ist klar, dass eine weitere Eskalation des Konflikts
mit der Perspektive eines Militärschlags eine Katastrophe für die
Menschen im Iran, im gesamten Nahen und Mittleren Osten
einschließlich Israels, aber auch für uns in Europa
heraufbeschwören kann. Unterstützen Sie deshalb den Aufruf
"Neutralität und aktive Friedenspolitik statt Kumpanei bei der
Kriegsvorbereitung gegen den Iran".
http://www.friwe.at/StopptDenKrieg/KeinKriegGegenIran.htm




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03 GPA-DJP/work at migration/Vortrag/Binationale  Ehen/28.03.07
Nicholas Hauser <nicholas.hauser at gpa-djp.at>
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Liebe Kollegin! Lieber Kollege!

Wir möchten Dich noch einaml herzlichst zum Informationsabend der IG
work at migration zum Thema:

Binationale Ehen

- Erlangung eines Aufenthaltstitels (von Antragstellung bis Erteilung)
- was bedeutet "Freizügigkeitsberechtigung" im österreichschen Fremdenrecht
- wann ist Zugang zum Arbeitsmarkt gegeben?
- Ist diese ganze Konstruktion verfassungskonform?

Der Vortrag wird gehalten von:

Johannes Peyrl
AK Wien - Abteilung Arbeitsmarkt

Migrationsrechtsexperte
ua Mit-Autor des Ratgebers Fremdenrecht (erschienen im ÖGB Verlag)

Ort: GPA-DJP

Alfred-Dallinger-Platz 1/3. Stock/ Raum: 3K3

(U3-Station Schlachthausgasse)

Zeit: 18 Uhr bis 20.00 Uhr

Wir freuen uns auf Dein Kommen

Mit gewerkschaftlichen Grüßen

Nicholas Hauser

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04 13.4.: Punkkonzert in Wels
infoladen wels <info at infoladen-wels.at>
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Guten Tag/Hallo! Bitte um Ankündigung folgender Veranstaltung:

Freitag, 13. April 2007, 20 Uhr: Konzert mit Los Fastidios, Silver City,
Skalzone

im Alten Schlachthof, Dragonerstraße 22, 4600 Wels

LOS FASTIDOS sind eine italienische Streetpunkband. Im Jahre 1991
wurde die Band in Verona (Italien) gegründet. Die "Hooligans"
spielen kraftvollen, melodischer Streetpunk, der sich aus
klassischem, britischen Oi Punk und aus allerlei Bereichen des
Rock 'n' Roll, Ska, Hardcore und Punkrock zusammensetzt. Die
Texte sind in meist italienischer Sprache und befassen sich meist
mit sozialkritischen und politischen Themen.

SKALZONE: Ska-Punk aus Österreich,

SILVER CITY: schneller und harter Streetpunk aus Linz

Vorverkauf: Infoladen Wels (Spitalhof 3), Irishpub Wels (Altstadt)
Preis: VVK: 10,-/ AK: 12,-

Veranstaltet von: Kulturverein Infoladen Wels, Spitalhof 3, 4600 Wels

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Vielen Dank im voraus! MFG Infoladen Wels

PS: Die Band auf dem Foto im Anhang ist "Los Fastidios".



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MELDUNGEN UND KOMMENTARE
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05 SOS Meinungsfreiheit: Weitere internationale Unterstützung für HOSI Wien
Homosexuelle Initiative (HOSI) Wien <office at hosiwien.at>
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Medienaussendung der Homosexuellen Initiative (HOSI) Wien vom 23.
März 2007

SOS Meinungsfreiheit: Weitere internationale Unterstützung für
HOSI Wien

Nun hat auch die in London ansässige internationale
nichtstaatliche Organisation "ARTICLE 19 - Global Campaign for
Free Expression" Kritik an der Verurteilung der HOSI Wien in
jenem Ehrenbeleidigungsverfahren geäußert, das Ex-ÖVP-
Abgeordneter Walter Tancsits vor zwei Jahren angestrengt hat. In
seiner Vorab-Stellungnahme zum vierten periodischen Bericht
Österreichs an den UNO-Ausschuss für Menschenrechte zählt ARTICLE
19 diese Verurteilung unter seinen wesentlichen Bedenken
hinsichtlich der Lage der Meinungsfreiheit in Österreich auf. Der
Name der Organisation bezieht sich auf den entsprechenden Artikel
19 in der UNO-Menschenrechtskonvention, der das Recht auf freie
Meinungsäußerung garantiert.

Systematisches Versagen der Justiz

Die europarekordverdächtige Zahl der Verurteilungen Österreichs
durch den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in
den letzten Jahren "lässt auf ein systematisches Versagen des
österreichischen Justizsystems in diesem Bereich schließen", hieß
es gestern in einer Presseaussendung von ARTICLE 19. "Diesem
Befund können wir uns nur anschließen", erklärt HOSI-Wien-
Generalsekretär Kurt Krickler, der die existenzbedrohenden
Auswirkungen solcher Verfahren gegen die Meinungsfreiheit am
eigenen Leib verspüren musste, da er von Tancsits ebenfalls
geklagt und in erster Instanz verurteilt wurde.

"Unsere Berufung gegen diese Verurteilung liegt derzeit beim
Oberlandesgericht für Strafsachen in Wien. Wir rechnen, dass wir
dort wieder verlieren, denn nach dem ursprünglichen Freispruch in
erster Instanz hat das Oberlandesgericht aufgrund von Tancsits'
Berufung diesen Freispruch aufgehoben und die Sache an die erste
Instanz zurückverwiesen", schildert Krickler diese Saga durch das
Justizsystem. "Sollte unserer Berufung nicht stattgegeben werden,
werden wir gegen die Verurteilung dann Beschwerde beim
Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg
einlegen."

Bananenrepublik Österreich

"Wir sind froh, dass dank des EGMR in Straßburg jetzt langsam
wieder die üblichen Menschenrechtsstandards einkehren, nachdem
die schwarz-blau-orange Politik Österreich in den letzten sieben
Jahren in Sachen Meinungsfreiheit zu einer Bananenrepublik
gemacht hat", zeigt sich Krickler optimistisch. "Die
unerträgliche Knebelung der Meinungsfreiheit durch die blau-
orange-schwarze Klagsflut gegen unliebsame KritikerInnen und
JournalistInnen gehört hoffentlich bald der Vergangenheit an.
Jetzt müssen bloß noch jene willigen Vollstrecker aus der Justiz
entfernt werden, die sich zu Handlangern dieserEinschüchterungs- 
versuche von FPÖ, BZÖ und ÖVP gemacht haben."

Die HOSI Wien hat ebenfalls besagte Verurteilung in ihrem im
Vormonat dem UNO-Ausschuss für Menschenrechte übermittelten
Schattenbericht als Menschenrechtsverletzung angeführt (vgl.
Aussendung vom 21. Februar 2007, OTS0105). ARTICLE 19 ist
übrigens nicht die einzige internationale Menschenrechts-
organisation, die diese Verurteilung kritisiert. Im Mai 2006 hat
dies bereits die Internationale Helsinki-Föderation für
Menschenrechte in einer Stellungnahme getan.

HINWEISE: Die beiden Stellungnahmen finden sich zum Download auf:
www.hosiwien.at/?p=614 - alle Schattenberichte an den UNO-
Ausschuss auch auf dessen Website:
www.ohchr.org/english/bodies/hrc/hrcs89.htm

Rückfragehinweis:
Ute Stutzig, Obfrau: Tel. 0650-9080188
Christian Högl, Obmann: Tel. 0699-11811038
Kurt Krickler, Generalsekretär: Tel. (01) 5451310 oder 0664-5767466
office at hosiwien.at, www.hosiwien.at
ZVR-Nr.: 524 534 408


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SOLIDARITÄT WELTWEIT
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06 Mosambik-Info 47, 23.3.2007
"Peter Pils" <peter-pils at chello.at>
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Mosambik-Info 47, 23.03.2007

Inhalt: 1.  Springfluten
          2. Explosionen im Munitionsdepot

1. Springfluten

Außergewöhnliche Springfluten haben im laufe der letzten Woche in
Maputo,  Beira und Pemba viele Menschen in den meernahen
Stadtvierteln gezwungen,  ihre Häuser zu verlassen. Im Stadtteil
Pescadores in Maputo waren 150  Familien betroffen. Springfluten
entstehen durch die Konjunktion oder  Opposition von Sonne und
Mond, die durch gemeinsame Gezeitenwirkung bzw.  Zentrifugalkraft
für eine höher als normal auflaufende Flut sorgen. Die  bisher
ungekannte Stärke der Springflut weist auf Auswirkungen des
Klimawandels hin. Die Vereinten Nationen hatten in einem Bericht
vom  November 2006 auf die Gefahr verstärkter Fluten und die
Effekte ansteigender  Meeresspiegel für Städte des Südlichen
Afrika, darunter auch Maputo,  hingewiesen.

2. Explosionen im Munitionsdepot

Die Katastrophenmeldungen aus Maputo reissen nicht ab. Gestern
nachmittag  erschütterten schwere Explosionen im größten
Munitionsdepot des Landes die Hauptstadt Maputo. Die
stundenlangen Explosionen lösten Panik unter der  Bevölkerung
ausgelöst und trieben tausende Menschen auf die Straßen.
Explodierende Bomben, Minen und Raketen lösten mehr als drei
Stunden lang  Chaos aus. Zahlreiche Geschosse landeten in
Wohngebieten und richteten  schwere Schäden an. Die
Erschütterungen waren noch in einer Entfernung von  zehn
Kilometern zu spüren.Die Zahl der Toten ist inzwischen auf
mindestens  74 gestiegen. Mindestens 300 Menschen sind schwer
verletzt worden. Es wird davon ausgegangen, dass die Zahl im
Laufe des Tages weiter steigt.  Viele Opfer haben schwere
Verletzungen.

KoordinierungsKreis Mosambik e.V. (KKM)
Comité Coordenador Mocambique-Alemanha
August-Bebel-Str. 16-18
33602 Bielefeld
Tel.: 0521-12 47 42
Fax: 0521-6 79 45
Mail: kkm at kkmosambik
Web: www.kkmosambik.de 


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07 [Gipfelsoli Newsletter] Heiligendamm -- Gleneagles --  Berlin
Öffentlicher Verteiler der Gipfelsoli-Infogruppe  <gipfelsoli-l at lists.nadir.org>
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Gipfelinfo - Meldungen über globalisierte Solidarität
   und die Proteste gegen unsolidarische Globalisierung
------------------------------------------------------ www.gipfelsoli.org --

- Convergence Center Hamburg
- Camp-AG übt scharfe Kritik an Staatskanzleichef Meyer
- US-Kriegsschiffe bewachen Heiligendamm
- Acht neue Plätze für Gipfelgegner im Kreis Bad Doberan gefunden
- Medizinische Hilfe bei den Aktionen gegen den G8-Gipfel
- Sehr geehrte Damen und Herrn,
- 1. Mai in Erfurt: G8 Auftakt in Thüringen und Antifaschistische Aktionen
- Treffen mit ATTAC im Vorfeld des G8-Gipfels - Einladung zum Pressestatement
- Polizei übte schon mal möglichen G8-Einsatz
- Platz schaffen für G8-Gegner
- Anti-EU-Demo: grosse Teile der Route verboten
- Planungschef von Gleneagles zu Gast in der BAO Kavala

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Convergence Center Hamburg

Liebe Leute,

Im Rahmen der Mobilisierung zum Protest gegen den G8 vom 6. Juni bis 8. Juni
2007 in Heiligendamm sollen neben den verschiedenen Camps vor Ort auch
Convergence Center ("Orte des Zusammenkommens") in Rostock, Berlin und Hamburg
als feste Anlaufstellen für Aktivistinnen aus allen Städten und Ländern zur
Verfügung stehen und von ihnen mitgestaltet werden, so dass eine belebte
Plattform entsteht.

Warum also ein Convergence Center in Hamburg in der Zeit vom 25. Mai bis 10.
Juni 2007? Seit dem Weltbanktreffen in Prag 2000 sind Convergence Center immer
von den lokalen Strukturen aufgebaut worden und haben die Proteste gegen diese
Events der symbolischen Machtkonzentration begleitet. Mit der Gewissheit des
Treffens der "Großen 8" in unserer Nähe entwickelte sich in den letzten Jahren
(vor allem nach dem G8 2005 in Schottland) eine lokale Anti-G8-Struktur, die
nach dem Campinski im Sommer 2006 zu der Idee eines Hamburger Convergence
Center in der Roten Flora führte. In Anlehnung an das Konzept dezentraler
Aktionen, wie den bundesweiten Anspruch lokale politische Kämpfe im Protest
gegen die G8 in globalen Kontext zu stellen, kann auch das Convergence Center
Hamburg (CCH) ein Schritt hin zu einer lokalen politischen Kontinuität sein,
die über den Gipfel 2007 hinaus Strukturen in Hamburg und die Vernetzung mit
Menschen von außerhalb fördert. Aktivistinnen sollen in der Woche vorm Gipfel
ankommen, sich organisieren und für die konkreten Gipfeltage nach Heiligendamm
mobilisiert werden. Durch das neue Mecklenburger Polizeigesetz kann das
Anwenden der Methode der Gebietsverweise nicht ausgeschlossen werden, was viele
Aktivistinnen zurück nach Hamburg oder Berlin zwingen würde. Deswegen schließt
das CCH nicht schon mit dem Ende des Gipfels, was auch eine Nachbereitung der
Protesttage ermöglichen kann. Wir hoffen, dass die Convergence Center generell
Platz bieten um solidarisch auf Repression zu reagieren. Ein entscheidender
Faktor zur Wahl des Zeitraums ist außerdem das Treffen der europäischen
Außenminister mit Amtskollegen aus 16 asiatischen Ländern, das auf Grund des
EU-Ratspräsidentschafts-Vorsitzes Deutschlands am 28. und 29. Mai 2007 in
Hamburg stattfinden wird. Dieses Ministertreffen ist wie auch andere EU-Treffen
unmittelbar mit dem G8-Gipfel verbunden, was sich unter anderem inhaltlich an
den Themen dieser Treffen zeigt: Privatisierung, Ausbau der Festung Europa,
Vorbereitung von Kriegen, Datenschutzabbau, Patente und
Atomenergie-Rennaissance. Es reiht sich also in den Kontext von lokalen Kämpfen
und G8 Protest ein, weshalb die geplanten Hamburger Aktionstage und eine
Großdemonstration während dieser Zeit auch als Warm Up verstanden werden
können.

Als Teil der Anti-G8-Gesamtmobilisierung werden zum Beispiel auch die
verschiedenen Karawanen in Hamburg Halt machen. Die Fahrradkarawane wird
bereits am 23./24. Mai 2007 im Convergence Center Hamburg ankommen. Wie wird es
hier dann genau aussehen? Ein, mit Rostock und Berlin vernetzter, Infopunkt soll
mensch über Aktionen, Camps, Demos etc. auf den neuesten Stand bringen. In der
Pennplatzbörse werden Übernachtungsmöglichkeiten in Hamburg und darüber hinaus
vermittelt, in der Vokü gibt es die nötige Stärkung und ein Ruheraum und Erste
Hilfe bieten Unterstützung. Außerdem soll es eine Reihe von Workhops geben, von
denen bislang die Themen "Sanis" und "Rechtshilfe" stehen. Indymedia sorgt für
Technik, von der aus unsere Nachrichten verbreitet und übersetzt werden können.
Dollmetscherinnen möglichst vieler Sprachen sollen Infos und Plena für alle
zugänglich machen. Für all diese Punkt brauchen wir Eure Ratschläge, Kontakte,
Ideen und Hilfe schon jetzt. Es ist klar geworden, dass die Vorbereitungen viel
Arbeit und Energie erfordern und das auch eine Kriminalisierung nicht
ausgeschlossen werden kann. Um so wichtiger erscheint uns, dass sich möglichst
viele politische Gruppen und Einzelpersonen diesem Projekt anschließen.

Den Convergence Centers fällt innerhalb der Koordinierung der Proteste eine
wichtige Aufgabe zu. Sie sind nicht nur ein solidarischer Beitrag, vor allem
den vielen internationalen Aktivistinnen gegenüber, sondern selbst Orte an
denen Protest und eine andere Art des Zusammenlebens erlebbar sein werden. Der
legitime Widerstand gegen die Politik der G8 hat ein globales Anliegen und ist
durch lokale Repression nicht zu stoppen. Selbstorganisiert und hierarchiefrei
gibt das Convergence Center den nötigen Raum für die Diskussion von Chancen und
Problem der Protestbewegung, Motivation und direkten Austausch mit Menschen, die
wir nicht jeden Tag treffen können.

Wir brauchen momentan vor allem:

* Vokü-Gruppen
* Dolmetscherinnen (Übersetzungen Internet und während Gipfel)
* Pennplätze
* Materialspenden (Stoffe, Stifte, Farben, Regenschirme, Geschirr, Fahrräder
etc.)
* Transportmittel für Shuttle nach Mecklenburg Vorpommern
* Leute zum Plakatieren und Flyern
* Workshops für die Zeit des CCH
* Geldspenden auf das Spendenkonto: Netzwerk Selbsthilfe e.V. Konto 740 388 7000
BLZ 100 900 00 Berliner Volksbank Convergence Center
International: IBAN: DE 13 10090000 7403 8870 00 BIC/SWIFT: BEVODEBB

Meldet Euch:
* www.hamburg.dissentnetzwerk.org
* Email: convergence-hh[AT]nadir.org
* Oder einfach Nachrichten in den CCH-Kasten in der Roten Flora

Am 2. Sonntag im Monat findet außerdem das Anti-G8 Info-Café in der Hafenvokü
statt. Dort werden verschiedene, den G8 betreffende, Themen und Protestformen
vorgestellt, es gibt eine Infowand des CCH und Raum zum Austausch bei Kaffee
und Kuchen.

Also bringt Euch ein, helft bei den Vorbereitungen, fragt nach, seid
solidarisch und kommt zusammen.

Gute Nacht G8...

[www.hamburg.dissentnetzwerk.org]

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Camp-AG übt scharfe Kritik an Staatskanzleichef Meyer

Pressemitteilung Verhandlungsgruppe der CampAG

Die gestrige Äußerung des Chefs der Schweriner Staatskanzlei Meyer, nachdem
angeblich 13 Camp-Flächen für G8-Proteste zu Verfügung gestellt worden seien,
hat scharfe Kritik bei den CampOrganisatoren ausgelöst.

"Die bezeichneten Flächen wurden uns nicht angeboten sondern sind Teil einer 35
Flächen umfassenden Liste, die der Polizei vertraulich zur Prüfung gegeben
wurde. Angesichts immer größerer Sicherheitszonen wollten wir nicht mit
Eigentümern über Plätze sprechen, die dann von der Polizei sowieso abgelehnt
werden" so Adolf Rieckenberg von der Camp-Gruppe.

"Ungeachtet der Eigentümerfrage und möglicher Lage im Trinkwasserschutzgebiet
blieben davon nur 8 von der Kavala zugestandene Orte. Auch diese 8 Flächen
wurden uns nicht angeboten sondern lediglich von der Lage her als unbedenklich
bezeichnet. Nach Prüfung durch die Camp-AG, Gespräche mit Eigentümern und dem
Erörtern von Vorbehalten wg. Lage in Naturschutz- oder
Trinkwasserschutzgebieten, sowie der zu großen Entfernung nach Rostock, blieb
lediglich ein Gelände in Reddelich" so Rieckenberg weiter. Wie kann die
Staatskanzlei Plätze zu Verfügung stellen, ohne ein einziges Gespräch mit
Eigentümern, Pächtern und Anwohnern geführt zu haben? So werden ganze Gemeinden
in Aufruhr versetzt, ohne das es reale und durchführbare Pläne für
Übernachtungsmöglichkeiten dort gibt.

"Angesichts von mehreren zehntausend erwarteten DemonstrantInnen und tausenden
TeilnehmerInnen des Alternativgipfels, kommen wir um Flächen östlich von Bad
Doberan und in Rostock nicht herum" erläuterte Dieter Rahmann. "Die 3 Flächen
im Stadtgebiet von Rostock sind mit ca. 3,5ha für vielleicht 1500 - 2000
Menschen gut, aber auch das ist natürlich viel zu wenig. Dies ist allen bei den
Zahlen, die von uns seit Monaten genannt werden, deutlich zu wenig. Wir rechnen
weiterhin damit bis zu 20.000 GlobalisierungskritikerInnen zwischen Bad Doberan
und Rostock unterbringen zu müssen.

Anstatt vollmundig angeblich vorhandene Campflächen anzukündigen, wäre eine
Initiative der Landesregierung im politischen Raum sinnvoll, Landwirte zu
unterstützen, die uns Brachflächen zur Verfügung stellen wollen. Bislang gibt
es das Problem, dass die Landwirte Strafgebühren zahlen müssen, wenn sie
Flächen, die als Stillegungsfläche in Brüssel angemeldet wurden als Campfläche
zur Vefügung stellen. Diese Strafgebühren müssen vermieden werden, forderte
Rahmann die Landesregierung zu konkreten politischen Schritten auf. Dieses
würde wirklich weitere Campflächen möglich werden lassen.

Kontakt:
Dieter Rahmann 0381-3758070 oder 0179-6268785
Adolf Riekenberg 0175-4254928

Pressegruppe CampInski
Karl Kemper
0179-3764812
http://press.dissentnetwork.org

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US-Kriegsschiffe bewachen Heiligendamm

Ein Zerstörer und ein Kreuzer aus den USA werden zum G8-Gipfel in der Ostsee vor
Heiligendamm liegen.
Rostock/Berlin (OZ) Kriegsschiffe der U.S. Navy werden zum G8-Gipfel im Juni in
der Ostsee kreuzen und Heiligendamm bewachen. Die Protection Teams
(Schutz-Teams) des US-Präsidenten, so verlautet aus deutschen
Sicherheitskreisen, legen großen Wert auf eine schiffsgestützte Luftabwehr.
"Es wird eine seeseitige Absicherung geben, in die die Amerikaner eingebunden
sind", sagt ein Fregattenkapitän des Wehrbereichskommandos Nord in Kiel. Bis
Juni werden zwei US-Kriegsschiffe in die Ostsee verlegt. In Offizierskreisen
ist die Rede von einem Kreuzer der "Ticonderoga-Klasse", der 2006 zur
Bush-Visite in deutschen Hoheitsgewässern kreuzte, und einem Zerstörer der
"Arleigh-Burke-Klasse". Beide Schiffe nehmen nach Angaben der Deutschen Marine
am internationalen Manöver "Baltops" teil, das nahezu zeitgleich mit dem Gipfel
in der Ostsee stattfindet.
Mit dem AEGIS-Lenkwaffen-Kreuzer "Ticonderoga" verfügt die U. S. Marine über das
derzeit modernste Waffensystem der Welt. Diese Schiffe können gleichzeitig
mehrere Luftziele, Über- und Unterwasserziele erfassen, überwachen und
bekämpfen.
Beide Schiffstypen sind mit 170 bzw. 197 Metern (Ticonderoga) Länge und je knapp
370 Mann Besatzung größer als deutsche Fregatten (140 Meter). Sie sind zur
Flugabwehr und Seeraumüberwachung ausgerüstet. Dazu gehört das hochmoderne
Warn- und Feuerleitsystem Aegis (Airborne Early Warning Ground Environment
Integration Segment). Es erledigt sämtliche Aufgaben von der Auffassung bis zur
Bekämpfung eines Ziels. Das Radar kann 100 Ziele zeitgleich übernehmen. Es hat
eine Reichweite von 200 Seemeilen (ca. 370 km). Zur Ausrüstung der Schiffe
gehören zudem Flugkörper, Lenkwaffen, Sikorsky-Seahawk Helikopter, Sonar und
Systeme zur elektronischen Kampfführung mit Störsendern.
Für den absoluten Notfall - ein Unfall des Präsidenten - steht ein hochmodernes
Lazarett an Bord beider Kriegsschiffe bereit.
Bestätigen will die Planungen der U. S. Navy niemand. Axel Falkenberg, Sprecher
der Besonderen Aufbauorganisation Kavala der Polizei in Waldeck, für die
Sicherheit beim Gipfel zuständig, sagt: "Wir äußern uns generell nicht zum
Sicherheitskonzept."
Als unwahrscheinlich gilt, dass Russland, Großbritannien, Frankreich, Kanada,
Italien oder Japan Marinekräfte entsenden. Ein Fregattenkapitän des
Wehrbereichskommandos in Schwerin meint: "Das gibt die Sicherheitslage nicht
her." Sinn des Gipfels sei es ja nicht, dass jedes Land hier mit dicken
Marinepötten rumprotze.
Vorige Woche war Lorenz Caffier (CDU), Innenminister von MV, zum Gespräch bei
Vizeadmiral Hans-Joachim Stricker, dem Befehlshaber der Marine in Glücksburg.
Dort ging es um die Beteiligung der Marine bei G8. Offiziell heißt es aus
Schwerin: Details des Gesprächs seien geheim.
Diese Linie wird eisern durchgehalten - bis hin zur Bundesregierung. Bekannt
ist, dass Taucher der U. S. Navy die Küste vor Heiligendamm sichern sollen. Ein
Sprecher der Streitkräftebasis im Verteidigungsministerium, der nicht genannt
werden möchte, sagt: "Die Bundeswehr wird keine polizeilichen Aufgaben, sondern
nur Hilfe im Sanitätsbereich und in der Logistik leisten." Das hieße, deutsche
Marineschiffe bleiben außen vor. An anderer Stelle in der Bundeswehr - die
ebenfalls anonym bleiben möchte - heißt es, zur Zeit werde geprüft, in welchen
Bereichen die Truppe ihre Fähigkeiten einbringen könne. Also auch Taucher und
andere Spezialisten.
Der Sprecher im Verteidigungsministerium bestätigt, dass die Bundeswehr
Unterkünfte für ausländische Einsatzkräfte zur Verfügung stellen wird. Zum
Beispiel im Rostocker Marinestützpunkt Hohe Düne.

[http://www.ostsee-zeitung.de/archiv/index.phtml?Param=DB-Artikel&ID=2639163]

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Acht neue Plätze für Gipfelgegner im Kreis Bad Doberan gefunden

Bad Doberan (OZ) Die Landesregierung in Schwerin gab gestern bekannt, dass
weitere acht Camps für Gegner des G8-Gipfels gefunden seien. Polizei,
Feuerwehr, Land und Kommunen hätten den Globalisierungsgnern gestern acht
Flächen zwischen Kühlungsborn und Reddelich angeboten, sagte Reinhard Meyer,
Chef der Schweriner Staatskanzlei. Die Plätze liegen in den fünf Ortschaften
Bastorf, Jennewitz, Diedrichshagen, Hohen Niendorf und Wichmannsdorf (Kreis Bad
Doberan).
In den Camps könnten tausende Gegner unterkommen, heißt es. Damit würden die
Kreise Bad Doberan, Güstrow und die Stadt Rostock 14 Flächen für Camps sowie
die ehemalige Ehm-Welk-Schule im Rostocker Stadtteil Evershagen, die als Büro
der Gegner-Organisation "Attac" dienen soll, ausweisen.
Bisher sei Platz geschaffen worden für 30 000 Demonstranten, sagte Meyer. 15 000
in Bützow im Kreis Güstrow, 5000 in Lambrechtshagen und 3000 in Reddelich im
Kreis Bad Doberan. Rostock bietet auf drei Plätzen in den Stadtteilen Dierkow,
Marienehe und Toitenwinkel Unterkunft für 6000 Menschen an.
Die Camps wurden von Polizei und Feuerwehr aus einer Liste mit 35 Vorschlägen
ausgewählt, die die Organisation "Attac" vorgelegt hatte. Noch aber seien sie
nicht von den Gegnern des Gipfels akzeptiert worden. Meyer sieht nun die
Gipfelgegner in der Pflicht: "Die haben uns unter Druck gesetzt. Wir haben
unsere Hausaufgaben gemacht. Jetzt ist es an der Zeit, klare Aussagen zu
kriegen." Die Gipfelgegner müssten langsam sagen, mit wie vielen Leuten sie
rechnen. Bis nächste Woche erwartet die Staatskanzlei Antwort. Schätzungen
zufolge werden zum Treffen der Staats- und Regierungschefs der sieben führenden
Industrienationen und Russlands vom 6. bis 8. Juni 100 000 Globalisierungsgegner
erwartet.
Aus Kreisen der Gegner wurden mehrere Camps abgelehnt. Unter anderem das in
Bützow. Das sei zu weit weg und "zu kommerziell".

[http://www.ostsee-zeitung.de/archiv/index.phtml?Param=DB-Artikel&ID=2638911]

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Medizinische Hilfe bei den Aktionen gegen den G8-Gipfel

Soweit wir hier Angaben machen, stammen diese aus öffentlich zugänglichen
Quellen einschließlich ungeschützter Mailinglisten. Verschont uns also bitte
von dem Vorwurf, Interna auszuplaudern... das ist nämlich Quatsch.

zur Übersichtskarte der selbstorgansierten Sanitätsstationen und Infopunkte:
http://www.demosanitaeter.de/g8karte.html

Die nachfolgend aufgeführten Strukturen arbeiten nur im absolut notwendigen Maß
mit öffentlichen Stellen zusammen, teilen die gemeinsamen Ziele des Protests
gegen den G8-Gipfel und sehen sich als Teil des Widerstands. Die Behandlung
durch Demosanitäterinnen und Demosanitäter ist selbstverständlich kostenlos und
bedarf keiner Krankenversicherung.

selbstorganisierte Sanitätsstationen
Da die meisten Camps im Bereich Heiligendamm / Bad Doberan hinsichtlich ihres
Stattfindens zur Zeit noch als unsicher angesehen werden müssen, ist auch noch
keine endgültige Übersicht über die in den einzelnen Camps verfügbaren
Medizinstrukturen möglich.

Zur Zeit sind ständig besetzte Stationen an folgenden Orten geplant:
* Infopunkt Bad Doberan (Sanitätsgruppe Südwest, Rescue Team Dresden,
Einzelpersonen)
* Camp Reddelich ("Autonome Demosanität")

Naturheilkundliche Hilfe
Anlaufpunkt ist die jeweilige Sanitätsstation. Die angebotenen
naturheilkundlichen Methoden hängen von den jeweils anwesenden HelferInnen ab
und variieren daher je nach Zeit und Ort.
* Infopunkt Bad Doberan (Sanitätsgruppe Südwest, Einzelpersonen)
* Camp Reddelich ("Autonome Demosanität")

Stressbearbeitung
* Camp Reddelich (Gruppe "Out of Action")

Demosanitäterinnen und Demosanitäter (mobile Teams)
Leider ist es einigen Personen gelungen, eine gemeinsame Koordination aller
Demosanitäterinnen und Demosanitäter im Bereich Heiligendamm nachhaltig zu
verhindern. Es wurden auch gezielte Falschmeldungen verbreitet, die unter
anderem besagten, nur bei ungekennzeichneten Personen könne es sich um
Demosanitäterinnen und Demosanitäter handeln. Dies ist selbstverständlich
falsch.

Wenn Du - sei es als Patientin, Patient, Helferin oder Helfer - ausserhalb der
Camps medizinische Unterstützung benötigst, sieh Dich zunächst nach
gekennzeichneten Demosanitäterinnen und Demosanitätern um. Um sie
herbeizuholen, rufe mehrfach laut "Sanitäter !". Vielleicht musst Du auch
jemanden zu ihnen schicken, wenn sie Deine Rufe im allgemeinen Lärm nicht hören
können. Rufe aber auch dann, und zwar um intensiver, wenn Du keine
Sanitäterinnen oder Sanitäter sehen kannst - es sind auch gering oder gar nicht
gekennzeichnete Genossinnen und Genossen als Demosanis unterwegs.

Führt dies nicht zum Erfolg, kannst Du Dich an die zentrale Rufnummer der
Sanitätsgruppe Südwest wenden:
0171 / 1 560 580

In besonders ernsten Fällen, insbesondere bei Bewusstlosigkeit, starker Atemnot,
starken Schmerzen oder schweren Verletzungen empfehlen wir, unverzüglich auch
den öffentlichen Rettungsdienst hinzuzuziehen. Wenn eine intensivmedizinische
Therapie erforderlich ist, können Demosanitäterinnen oder Demosanitäter den
Rettungsdienst je nach Ausbildung und Ausrüstung nicht oder zumindest nicht
dauerhaft ersetzen.

Die bedauerliche Tatsache, dass der öffentliche Rettungsdienst gelegentlich in
illegaler Weise Daten mit der Polizei austauscht, wird oft als Argument gegen
eine Alarmierung genannt. Es ist durchaus Sache aller Aktivistinnen und
Aktivisten und vor allem auch der Demosanitäterinnen und Demosanitäter,
tatsächlich unnötigen Kontakt zu öffentlichen Stellen durch angemessene
Maßnahmen der Ersten Hilfe zu vermeiden. In Notfallsituationen wie den oben
genannten müssen derartige Erwägungen aber hinter der Erfordernis, den
Patientinnen und Patienten bestmögliche medizinsiche Hilfe schnellstmöglich
zukommen zu lassen, zurückstehen.

Die kostenlose Notrufnummer des öffentlichen Rettungsdienstes ist im Landkreis
Bad Doberan: 112

[http://www.demosanitaeter.de/reload.html?/g8infoseite.html]

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Sehr geehrte Damen und Herrn,
liebe MitstreiterInnen,

der MMKW (Mobilisierende Musik Kampf Wagen)
http://www.mmkw.de/
fährt nach Heiligendamm.

Wir können mit unserem LKW-Hänger zu jedem Ort fahren und stellen für Gruppen
und Bands die dort auftreten möchten unsere Technik zur Verfügung.

Einzelheiten erfahren Sie/Ihr unter:
http://www.mmkw.de/was.htm

Dort finde(t)/n Ihr/Sie auch unsere Anschrift und Telefonnummer.

Bei Interesse bitte melden.

Wir wären Euch/Ihnen sehr verbunden, wenn diese eMail auch über
weitere G8-eMail-Adressen und Verteiler versendet werden könnte.

Bitte verwendet nur diese eMail-Adresse:
G8- at mmkw.de

Vielen Dank und wir sehen und in Heiligendamm.

[http://www.mmkw.de/]

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1. Mai in Erfurt: G8 Auftakt in Thüringen und Antifaschistische Aktionen

Hallo Genoss_innen, Freund_innen, Leute und alle anderen,

Unter dem Motto "Wir wollen kein größeres Stück vom Kuchen - wir wollen die
ganze beschissene Bäckerei" ruft das anti-G8 Plenum Thüringen -
BergsteigerInnen - zu einem Block auf der 1. Mai Demonstration in Erfurt auf.
Für einen radikalen anti-G8 Auftakt in Thüringen. Zur Abgrenzung zur rechten
"antikap" Kampagne gegen Globalisierung der Nazis (Aufruf weiter unten).
Wir bitten euch darum uns bei unserem Vorhaben zu unterstützen, am 1. Mai nach
Erfurt zu kommen und uns bei der Mobilisierung zu helfen. Ihr könnt diese
e-mail weiterleiten, eines unserer Web-Banner auf eurer Website schalten und
Aufrufe, Flyer und Plakate verteilen. Bestellen könnt ihr dies über eine mail
an bergsteigerinnen at riseup.net.

Weiter Informationen dazu gibt es unter www.bergsteigen.net.tc

Nazis der NPD und Freien Kameradschaften haben ihre sonst in Leipzig
stattfindende 1. Mai Demonstration dieses Jahr nach Erfurt verlegt. Die
BergsteigerInnen rufen mit dem linken Bündnis AKE (Antifaschistische
Koordinierung Erfurt) im anschluß an die 1. Mai Demo zu einer
Antifaschistischen Demonstration gegen den geplanten Naziaufmarsch auf.

Weitere Informationen dazu auf der Website von AKE:
www.gutestun-nazis-stoppen.tk

Bitte unterstütz uns bei unserem Vorhaben am 1. Mai in Erfurt eigene Akzente zu
setzen und den Nazis eine Abreibung zu verpassen.

solidarische Grüße,
BergsteigerInnen

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Aufruf zum "Wir wollen kein größeres Stück vom Kuchen - wir wollen die ganze,
beschissene Bäckerei!" Block auf der 1. Mai Demonstration in Erfurt

Der 1. Mai ist seit mehr als 100 Jahren der internationale Tag der
Arbeiterklasse, auch wenn dieser Name seit dem Faschismus in Deutschland mehr
und mehr in Vergessenheit gerät. Mit dem Konzept von Vollzeitarbeit können wir
nicht viel anfangen und die Vorstellung von "lebenslänglich in einem Betrieb"
ruft bei uns eher Grausen hervor. Trotzdem sehen wir Parallelen dazu. Letztlich
gehören auch wir zu jenen, auch uns zeichnet der elementarste Baustein von
Arbeitenden aus: Wir haben nichts, mit dem sich in dieser Gesellschaft
überleben ließe, außer unserer Arbeitskraft. Die Idee, dass die
Arbeitsfähigkeit das einzige ist, was Menschen einen Wert gibt, finden wir
abscheulich.

Weltweit 2007

Und selbst diese Arbeit reicht nur dafür aus, billig produzierte Waren zu
kaufen: Waren, die unter noch schlechteren Bedingungen produziert wurden, als
unter denen wir arbeiten müssen. Im Jahr 2007 arbeiten Kinder unter
lebensgefährlichen Bedingungen, sind Giften ausgesetzt, Lärm und nicht zuletzt
Verletzungen durch billige Maschinen und fehlende Sicherheitseinrichtungen, um
das Leben in den Metropolen bezahlbar zu halten. Tschibo, H&M, C&A, Kaufhof und
all die Anderen könnten ohne die zu Hungerlöhnen Arbeitenden im Trikont ihren
Umsatz nicht halten. Der Gedanke, dass wir unser Leben nur zu diesem Preis
bestreiten können, ist abscheulich.

Krieg 2007

Die Bundeswehr und ihre Waffen zusammen mit ihren Nato-Verbündeten schützen die
neue "Islamische Republik Afghanistan" und ihre Regierung: Eine Koalition aus
fundamentalistischen religiösen Fanatikern, Drogenbaronen, feudalen Warlords
und ehemaligen Beratern von westlichen Ölfirmen. Die Bevölkerung dort ist jetzt
dem mittelalterliche Diktat der Sharia, des islamischen Rechts, unterworfen. Es
mag sein, dass für die Herrschenden in Deutschland so etwas ihrer Vorstellung
von Befreiung und Demokratie entspricht; aber die Bundeswehr in Kriegen wie
etwa in Afghanistan zu wissen, unterstützt von EADS-entwickelten Tornados, ist
abscheulich.

Erfurt 2007

Am 1. Mai will die NPD unter dem Motto "Arbeit für Millionen statt Profite für
Millionäre" durch Erfurt ziehen. Das soll eine Demonstration werden, die nach
Wünschen der Veranstalter vieles vereint: den Auftakt zur Anti-G8
Mobilisierung, ein Auftritt der faschistischen Antikapitalismuskampagne, eine
öffentliche Provokation in der so genannten Frontstadt. Was es eindeutig nicht
wird: eine Erklärung gegen Ausbeutung, gegen Krieg, gegen Hunger weltweit. Denn
Faschismus bedeutete immer und bedeutet heute: Terror, Mord, Krieg. Und das
finden wir abscheulich.

Wir glauben nicht an ernsthafte Verbesserungen ohne grundlegende Veränderung.
Die Welt zu einem weniger schlimmen Ort zu machen, bedarf es oft nicht viel. Es
hilft, wenn Menschen den Arztbesuch nicht bezahlen müssen. Es hilft auch,
AlgII-Bezüge zu verdoppeln, Löhne anzuheben. Aber all das führt nicht zum Ziel
von Freiheit. Denn hinter unseren Forderungen steht das Ziel, irgendwann einmal
nicht mehr täglich kämpfen zu müssen, nicht Tarifrunde um Tarifrunde um ein
kleines Stück vom Kuchen zu kämpfen. Wir wollen uns ehrlich darüber freuen
können, wenn immer weniger Arbeit nötig ist, um die Gesellschaft versorgen zu
können, wenn Rüstungsbetriebe Stellen streichen und schließlich ganz
geschlossen werden. Diese Freude darf nicht durch die Sorge um das tägliche
Auskommen gestört werden. Wir wollen selbst bestimmen, wofür wir Kraft und
Mühen aufwenden, was produziert wird und wofür. Das wird so lange Utopie
bleiben, wie der direkte Zugriff auf die Produktion wenigen vorbehalten bleibt
und das Ziel der Produktion nur der Gewinn ist - der Gewinn von wenigen.

Dem Versuch der Nazis, die Unzufriedenheit mit ihren rassistischen und
antisemitischen Inhalten aufzuladen, gilt es, klar unsere Positionen
entgegenzusetzen: Gegen Ausbeutung, gegen Krieg - Dem Kapitalismus den Kampf
ansagen.

Darum muß es auch in einer linken Anti-G8-Mobilisierung gehen: Wenn in
Heiligendamm 2007 von Freiheit, Frieden, Gerechtigkeit und der
Investitionsfreiheit der Wirtschaft die Rede sein wird als unabdingbare
Voraussetzung von Glück und Wohlstand für alle, so wächst doch zeitgleich das
weltweite Heer der Überflüssigen. Damit wächst die Notwendigkeit, militärisch
Profite und Standorte zu sichern. Wo Menschenrechte im Namen der Menschenrechte
außer Kraft gesetzt werden, steht Folter wieder auf der Tagesordnung, wird Krieg
im Sinne einer Weltinnenpolitik zur legitimen Form der Aufstandsbekämpfung. Dem
Symbol dieser Weltordnung gilt es, ein klares Nein entgegenzuhalten: Gegen
Ausbeutung, gegen Krieg - Dem Kapitalismus den Kampf ansagen.

Darum am 1. Mai 2007 in Erfurt, im Juni in Heiligendamm und an jedem verfluchten
Arbeitstag

Den Faschisten keinen Raum, keine Straße, keinen Kopf.
Für ein gutes Leben für alle - weltweit.
Wir wollen kein größeres Stück vom Kuchen
wir wollen die ganze beschissene Bäckerei!

[bergsteigerinnen at riseup.net]

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Treffen mit ATTAC im Vorfeld des G8-Gipfels - Einladung zum Pressestatement

Pressemitteilung

Nr.: 76/2007
22.03.2007

Ministerpräsident Dr. Harald Ringstorff hat den Bundessprecher von ATTAC, Peter
Wahl, im Vorfeld des G8-Gipfels zu einem Gespräch eingeladen. Das Gespräch
findet am

Montag, 26. März 2007, 14.00 Uhr in der Staatskanzlei

statt. Daran teil nehmen auch Martin Scriba für die Evangelische Kirche und den
Evangelischen Entwicklungsdienst und Sibylle Gundert-Hock vom Eine-Welt-Forum
MV in Rostock.

Im Anschluss an das Gespräch geben der Ministerpräsident und Peter Wahl ca.
gegen

15.00 Uhr im Teppichzimmer

der Staatskanzlei ein Statement ab.

An diesem Termin interessierte Journalisten sind herzlich eingeladen und werden
gebeten, sich in der Pressestelle der Staatskanzlei bis Freitag, 23.3.2007,
16.00 Uhr anzumelden.

Mit freundlichen Grüßen
Marion Zinke

Regierungssprecherin

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Polizei übte schon mal möglichen G8-Einsatz

Pütnitz 106 Polizeibeamte von Rügen, aus Stralsund und Nordvorpommern probten
gestern auf dem Pütnitzer Flugplatzgelände den Ernstfall.

Schwerpunkt der bereits zum dritten Mal stattfindenden Polizeiübung war das
richtige Verhalten bei Demonstrationen, Fußballspielen oder anderen
Großveranstaltungen. "Wir verstehen diese Einsatzausbildung als Auffrischung",
so Hundertschaftsführer Maik Schroeder, der gestern das Zepter in der Hand
hatte. 2006 wurde die Ausrufeeinheit der Polizeidirektion Stralsund dreimal zu
Großeinsätzen gerufen. "Nicht genug, um Routine zu bekommen", findet Schroeder.
Deshalb auch die gestrige Übung.

Gerade für den bevorstehenden G8-Gipfel Anfang Juni in Heiligendamm wolle man
gerüstet sein, falls man zum Einsatz gerufen werde. "Doch das entscheidet sich
kurzfristig", sagte Schroeder.

Punkt acht Uhr ging es los. Dick eingepackt bei kühlen drei Grad Celsius
bestritten die Polizeibeamten zunächst die Zugausbildung. Insgesamt waren drei
Züge - sieben Großraumfahrzeuge und 30 Beamte - beteiligt. Einen Zug führte
Dirk Mattner an, gab seinen Männern und Frauen die Kommandos. Vor allem Befehle
wie "Kette marsch" oder "Alle nach rechts ausrichten" hörten die Einsatzkräfte
zum wiederholten Male. "Auch wenn es für Außenstehende banal klingen mag, für
uns sind die ständigen Wiederholungen wichtig für einen reibungslosen Ablauf im
realen Einsatz", begründet Maik Schroeder das Vorgehen. Neben Befehlstechniken
wurde auch das Abstellen und das Absitzen von Fahrzeugen sowie das schnelle
Anlegen der Schutzkleidung geprobt.

Am Nachmittag stand der Höhepunkt der Übung an: Die Ausbildung in der
Hundertschaft. "Hier zeigt sich, wie die Zusammenarbeit der Kollegen und das
Abstimmen aufeinander funktionieren", sagte Schroeder.
Auffällig: Polizisten über 40 Jahre sind nicht in der Hundertschaft vertreten.
Den Grund hierfür nennt Siegfried Bruß, Leiter der Polizeidirektion Stralsund:
"Ab einem gewissen Alter sinkt die Leistungsstärke." Sollte es zum Ernstfall
kommen, sind Ausdauer und Fitness gefragt.

[http://www.ostsee-zeitung.de/archiv/index.phtml?Param=DB-Artikel&ID=2639977]

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Platz schaffen für G8-Gegner

Justizministerin will auch in Bützower JVA Einzelzellen durchsetzen
In der Bützower Justizvollzugsanstalt (JVA) wird Platz für potenzielle
Untersuchungshäftlinge rund um den G8-Gipfel im Juni geschaffen. Rund 50 Plätze
werden landesweit eingeplant, sagt Justizministerin Uta-Marie Kuder (CDU). Sie
verkündete in Bützow auch Pläne für den Vollzug im Lande. Fast ein halbes Jahr
hat es gedauert, bis die neue Justizministerin Uta-Marie Kuder (49) dem größten
Knast im Land ihren Antrittsbesuch abstattete, die letzte JVA in der Reihe. Sie
blieb über fünf Stunden, länger als Amtsvorgänger Erwin Sellering (SPD) einst,
quittierten JVA-Mitarbeiter wohlwollend. In jedes Hafthaus ging die Ministerin,
schnupperte in Abteilungen hinein, war "hochgradig beindruckt" von den Anlagen,
die teils noch aus dem 19. Jahrhundert stammen, lobte u.a. die Sauberkeit.
Viele Hoffnungen hatten JVA-Mitarbeiter vor dem Besuch. Vor allem die Sanierung
sollte vorangehen. Die Ministerin enttäuschte nicht: Bis Sommer werde ein neues
Konzept zum Justizvollzug im Land erarbeitet. Es sei ihr Ziel, dass möglichst
viele Häftlinge Einzelzellen erhalten. "Ich möchte Einzel-Unterbringung soweit
wie möglich", so Kuder. Derzeit sieht die Situation in Bützow noch anders aus.
Kritisch bewertet die Ministerin auch, dass viele Häftlinge seit Jahren in
Baracken, eigentlich als Provisorium gedacht, untergebracht werden. Vor Jahren
hatte es dort bei Hitze eine Revolte gegeben.
Im Zuge einer Umstrukturierung könnte sich einiges in der Haftanstalt ändern.
Bis 2020 werde ein Rückgang der Häftlingszahlen (aktuell: 1650 landesweit) um
200 erwartet. Informationen, wonach die JVA Ückermünde geschlossen, Bützow
dafür aufgestockt werden könnte, bestätigte die Ministerin gestern nicht.
Für besonders wichtig erachte sie die Arbeit des Diagnostikzentrums in Bützow.
Hier betreuen Psychologen alle Insassen mit Strafen von vier und mehr Jahren -
auch Sexualstraftäter -, erstellen Therapiepläne; später erfolgt eine erneute
Beurteilung. Hier seien "gute Leute" gefragt, so Kuder. Die Sicherheit der
Bevölkerung stehe im Vordergrund.
Ein aktuelles Thema für die Justiz ist der G8-Gipfel im Juni. Etwa 50 Plätze für
mögliche Untersuchungshäftlinge, Straftäter rund um den Gipfel, werden in den
JVA Bützow und Waldeck geschaffen. Dafür sollen Strafgefangene von hier nach
Stralsund und Neubrandenburg verlegt werden.

[http://www.svz.de/newsmv/lr/bue/23.03.07/23-16480498/23-16480498.html]

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Anti-EU-Demo: grosse Teile der Route verboten

Am 24 und 25.März treffen sich in Berlin die Regierungchefs der Europäischen
Union um das 50 Jährige bestehen der sog "Römischen Verträge" zu feiern. Ein
groses Protesbündnis aus verschiedenen Linken Strömungen mobilisiert seit
Monaten dagegen. Der Berliner Polizei ist der Protest ein Dorn im Auge und
plant deshalb den Demozug nicht bis zum Pariser Platz ziehen zu lassen, sondern
auf der Friedrichstrasse höhe Friedrichstadtpalast(!!) aufzulösen. So sollen die
Protestierenden auf der anderen Seite der Spree bleiben und nicht in die Nähe
der Feierlichkeiten gelangen. Alle Spree-Brücken werden warscheinlich dicht
gemacht werden.
Während die Sprecher der Polizei und der Innenbehörde in den Tagen zuvor auf
Presseanfragen hin angeblich von keinen Einschränkungen der Demoroute wussten,
hatte das Bündnis gegen den EU-Gipfel bereits darauf hingewiesen, dass
Sicherheitskreise die Verbannung der EU-Kritiker ausser Sicht- und Hörweite
planen. Mit dem letzten Auflagenbescheid ist die Befürchtung Realtität: die
Polizei will die Teilstrecke südlich der Spree verbieten. Die Strasse Unter den
Linden und der Teil der Friedrichstrasse südlich der Weidendammbrücke (siehe
Karte) sollen den DemonstrationsteilnehmerInnen verwehrt bleiben. Das Bündnis
kündigte rechtliche Schritte an.

Als begründung für das Teilverbot der Demo-Strecke wird unter anderem die
gespannte Sicherheitslage genannt. So werden nach Polizeiangaben
Fahrzeugkolonnen mit Gästen der Sicherheitsstufe 1 öfters Unter den Linden
langfahren müssen, weshalb dort ein Demonstrationszug mit möglicherweise über
10 000 TeilnehmerInnen ein zu grosses Sicherheitsrisko sei. Das Teilverbot wird
aber auch mit der angeblichen Gefährdung der in der Friedrichstrasse ansässigen
Firma Dussman, die an der rassistischen Diskriminierung von Flüchtlingen
profitiert, durch einen "antikolonialen und antikapitalistischen Block"
begründet, zu dem unter anderem die "aus der gewaltbereiten AAB hervorgegangene
ALB (Auflagenbescheid)" aufruft. Dies stellt ein weiteren Versuch von Polizei
und Staat dar, den Widerstand zu kriminalisieren und in "friedliche gute" und
"gewaltätige - extremistische" Teile aufzuspalten.

Das Bündnis hat in einer Presserklärung angeküdigt rechtlich gegen dieses
Teilverbot vorzgehen:
( http://www.anti-eu.info/presseerklaerung070320_home.php)

Neben dem Teilverbot der Demostrecke wurden gegen die Demo sehr harte Auflagen
erlassen, wie sie zwar bei linksradikalen Mobilisierungen, nicht aber bei
solchen grossen Bündnissdemonstrationen üblich sind. So sind Seitentransparente
die länger als 150 Cm sind verboten, das mitführen von Glasflaschen (!!) und das
Tragen von Stahlkappenschuhen. Mit massiven Vorkontrollen ist zu rechnen. Es
werden insgesamt 5000 Polizeibeamte eingesetzt werden.

Bereitet euch dementsprechend auf die Demo vor. Reist in Gruppen an. Kein Alk &
keine Drogen. Der Ermittlungsauschuss wird am Sonntag geschaltet sein und ist
unter der Nummer 030 - 6922222 zu erreichen.

andere Beiträge zur Demo am 25.März auf Indymedia:

22.03.2007, Indymedia: EU-Gipfel: Pressekonf. zu anti-EU-Demo Berlin (mit
Video):
http://de.indymedia.org/2007/03/171544.shtml

09.03.2007, Indymedia: EU-Gipfel 25.März | Protest wächst
http://de.indymedia.org/2007/03/170375.shtml

26.02.2007, Indymedia: EU-Gipfel: Polizei schürt Angst vor Krawall
http://de.indymedia.org/2007/02/169261.shtml

RBB-Abendschau zur EU-Feier:
http://www.rbb-online.de/_/abendschau/beitrag_jsp/key=rbb_beitrag_mini_5628370.html

Mehr infos: http://www.anti-eu.info/

[http://de.indymedia.org/2007/03/171630.shtml]

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Planungschef von Gleneagles zu Gast in der BAO Kavala
Pressemitteilung Nr. 032

Auf Einladung des Polizeiführers Knut Abramowski besuchte vom 18. bis 20. März
2007 der Planungschef des Einsatzes G8- Gipfel 2005 in Gleneagles/ Schottland,
Brian Powrie die BAO Kavala.

In mehreren Arbeitsgesprächen und Beratungen wurden die BAO Kavala vorgestellt,
die Vorbereitungen zum Polizeieinsatz anlässlich des G8- Gipfels in
Heiligendamm präsentiert und der Einsatzraum besichtigt. Brian Powrie machte
seinerseits Ausführungen zum Einsatz der Polizei in Gleneagles und schilderte
seine Erfahrungen.

"Ich freue mich, dass Mister Powrie der Einladung gefolgt ist und uns mit seiner
Erfahrung bei der Vorbereitung unseres Einsatzes unterstützt hat", so Abramowski
gestern.
Powrie sah viele Ähnlichkeiten zum damaligen Einsatz in Schottland und machte
deutlich, dass die bisherigen Vorbereitungen der Landespolizei auf einem guten
Stand sind.

Seit einem Jahr ist Brian Powrie pensioniert und arbeitet in Italien für UNICRI,
einem Forschungsinstitut der Vereinten Nationen für Kriminalitätsbekämpfung, das
den Polizeibehörden beratend zur Seite steht.

[BAO Kravala]

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Ausführlicher Pressespiegel rund um den G8 unter
http://www.jpberlin.de/badespasz/presse/wp

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gipfelsoli infogruppe

Newsletter mit Nachrichten über Mobilisierungen, Debatten und Repression 
im Zusammenhang mit Gipfelprotesten.

Die AutorInnen der Beiträge sind mit eckigen Klammern versehen. 
Wir können leider keine Verantwortung für die Richtigkeit der Beiträge
übernehmen. Auch geben sie nicht zwangsläufig unsere Meinung wieder.

Mehr Infos und Texte sowie ein Archiv des Newsletters unter
www.gipfelsoli.org.

Kontakt, Kritik, Beiträge: gipfelsoli at nadir.org

gipfelsoli mailinglist subscribe - unsubscribe: 
https://lists.nadir.org/mailman/listinfo.cgi/gipfelsoli-l

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08 EU / Afrikapolitik: Kritische Bilanz der  EU-Afrikapolitik
"GFBV Hans Bogenreiter" <hans.bogenreiter at gfbv.at>
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GESELLSCHAFT FÜR BEDROHTE VÖLKER
PRESSEMITTEILUNG   Göttingen/Berlin, den 23.03.2007

Europa-Fest / 50. Jahrestag der Unterzeichnung der Römischen Verträge
Kritische Bilanz: "Europas Afrikapolitik unter deutscher  EU-
Präsidentschaft ist ein Desaster"

Zur Halbzeit der deutschen EU-Ratspräsidentschaft hat die
Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Freitag eine kritische
Bilanz der Afrikapolitik der EU gezogen. "Deutschland hat die
Chance bislang nicht genutzt, der EU außenpolitisch die Stimme zu
geben, die ihrem Einfluss in Afrika entspricht", sagte der GfbV-
Afrikareferent Ulrich Delius. "Die EU- Afrikapolitik ist ein
Desaster und bleibt weit hinter den Erwartungen  zurück, die
Bundeskanzlerin Angela Merkel vor Übernahme der
Ratspräsidentschaft geweckt hat." Europa versage nicht nur in der
Darfur- Frage. Auch in Somalia, im Tschad und in der
Zentralafrikanischen Republik eskaliere die Gewalt. Doch der EU
gelinge es nicht, mit einer Stimme zu sprechen und
Friedensbemühungen wirksam zu unterstützen. In Uganda schaue
Europa tatenlos zu, wie der Friedensprozess scheitere.

Besonders enttäuschend sei die Tatenlosigkeit Berlins angesichts
der anhaltenden Verbrechen und des drohenden Zusammenbruchs der
humanitären Hilfe in Darfur, da Deutschland noch in den Jahren
2004/2005 eine Führungsrolle bei der Bekämpfung der
Straflosigkeit im Westen des Sudan eingenommen habe. Seit Beginn
des Völkermords im Februar 2003 habe der Europäische Rat in 19
Erklärungen seine "Betroffenheit" über die Lage in Darfur
ausgedrückt. Konkrete Initiativen, dem Morden Einhalt zu
gebieten, seien jedoch nicht ergriffen worden. "Unter deutschem
EU-Vorsitz sind weitere nichts sagende Betroffenheitsadressen
verabschiedet worden, obwohl das Europaparlament in Resolutionen
am 28. September 2006 und am 15. Februar 2007 gezielte Sanktionen
gegen die Verantwortlichen der schweren Menschenrechts-
verletzungen im Sudan gefordert hat", kritisierte Delius. Mit
leeren Versprechungen und Worten, denen keine Taten folgen, lasse
sich der Völkermord in Darfur nicht beenden.

Ein Übergreifen des Darfur Konfliktes auf den Tschad und die
Zentralafrikanische Republik habe die EU trotz des großen politischen
Einflusses europäischer Staaten in diesen beiden Länder nicht verhindern
können. Dort werde die humanitäre Versorgung der Darfur-Flüchtlinge und
der Binnenflüchtlinge immer schwieriger.

Auch in Somalia sei die EU mit ihren Friedensbemühungen kläglich
gescheitert. Zu spät habe man sich gegen die militärische
Intervention Äthiopiens engagiert, die den Krieg im Nachbarland
geschürt habe. Somalia versinke nun immer mehr in Chaos und
Anarchie, denn die EU habe die somalische Übergangsregierung
nicht zur Bildung einer repräsentativen Regierung veranlassen
können, die alle ethnischen Gemeinschaften einschließe. Zu wenig
nutze die EU auch ihren Einfluss in Norduganda, um den
Konfliktparteien Europas Interesse an einem Ende des seit 20
Jahren andauernden Krieges deutlich zu machen.

Ulrich Delius ist auch erreichbar unter Tel. 0160 95 67 14 03.
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Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV)
Inse Geismar, Pressereferentin
Postfach 2024, D-37010 Goettingen
Tel.+49/551/49906-25, Fax:++49/551/58028
E-Mail: presse at gfbv.de, Homepage:http://www.gfbv.de
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09 B I T T E um Aktualisierung EURER Webseiten
"ARI_DOKUMENTATION_in_NewYorck59" <ari-berlin-dok at gmx.de>
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Liebe Leute.
Wir möchten Euch noch einmal auf die aktuelle Auflage unserer
Dokumentation aufmerksam machen. Da Ihr ältere Versionen der
Dokumentation auf Euren Web-Seiten entweder verlinkt oder zitiert
habt, bitten wir Euch, entweder die Beschreibungen der Links oder
die Links selber zu aktualisieren.

Es ist jetzt die 14. Auflage und umfaßt die Jahre 1993-2006.
Die allgemeine Adresse zur Dokumentation wäre: 
http://www.ari-berlin.org/doku/titel.htm

Die Pressemitteilung incl. der aktuellen Zahlen hat die Adressen:
deutsch: http://www.ari-berlin.org/doku/PE_ARI_DOK_14.pdf
englisch: http://www.ari-berlin.org/doku/PE_english_14.pdf

Dafür herzlichen Dank
und Grüße aus Berlin.

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ANTIRASSISTISCHE  INITIATIVE  e.V.
> Dokumentationsstelle <<
Mariannenplatz 2 - Haus Bethanien - Südflügel - 10997 Berlin
Fon   030 617 40 440 - Funk   0177 37 55 924 - Fax   030 627 05 905
ari-berlin-dok at gmx.de - www.ari-berlin.org/doku/titel.htm

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Neu  erschienen!
14. aktualisierte Auflage der Dokumentation

"Bundesdeutsche Flüchtlingspolitik und ihre tödlichen Folgen "
(1993  bis  2006)
Zum Ausdruck ist die pdf-Datei mitgeschickt

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Die Zahl der Flüchtlinge, die in der BRD Asyl beantragten, war
2006 mit 21.000 die niedrigste seit 1983. Zugleich wurden bei
30.756 Ent­scheidungen des Bundesamtes nur 251 Personen als
Asylberechtigte anerkannt (0,8 %). 1.097 (3,6 %) Menschen
erhielten einen Abschiebe­schutz nach § 60 Abs.1 des
Aufenthaltsgesetzes.

Aber für 100 % der Flüchtlinge bedeutet der Aufenthalt in der BRD
- egal, wie er endet - einen jahrelangen Kampf gegen den
erklärten Grenz­abschottungs- und Abschiebewillen des Staates.
Ein Marathon, der aufgrund seiner zeitlichen Länge mittlerweile
die Kinder und Kindeskinder der ursprünglich eingereisten
Menschen betrifft. Ca. 300.000 Menschen leben in der BRD mit
sogenannten Ketten-Duldungen oder Grenz­übertrittsbescheinigungen
in der ständigen Angst vor Abschiebung - z.T. seit eineinhalb
Jahrzehnten oder länger.

Mit der Wahl des Begriffes "Freiwillige Ausreise" zum aktuellen
UNWORT des Jahres 2006 wird der zynische Sprachgebrauch der
Politike­rInnen und Behörden hervorgehoben. Ein verharmlosender
Sprachgebrauch angesichts der eigentlichen Gewalt, der die
Flüchtlinge staatlicher­seits ausgesetzt sind. Eine Gewalt, die
auf allen Ebenen das Ziel verfolgt, den Flüchtlingen die
Unerreichbarkeit eines Bleiberechts deutlich zu machen, um sie so
zur "freiwillen Ausreise" zu zwingen. Wenn die "Rechnung" nicht
aufgeht, dann wird der Aufenthalt mit massivem Polizei­einsatz -
oft unter Beteiligung sogenannter Abschiebeärzte - beendet.

Abgesehen von den überraschenden nächtlichen Abholungen aus den
Wohnungen mit großem Aufgebot und deutlichen körperlichen
Gewalt­maßnahmen, werden Menschen auch direkt bei
Behördenterminen verhaftet oder aus ihren Betten in
psychiatrischen Kliniken zur Abschiebung weggeschleppt. Einige
Flüchtlinge werden zur Einnahme von Beruhigungsmitteln genötigt
oder vor Injektionen gar nicht gefragt. Minderjäh­rige Kinder
werden durch die Abschiebung von Mutter oder Vater getrennt.
Angesichts der drohenden Abschiebung und deren vorhersehbaren
Folgen gehen viele Menschen in die Illegalität. Vordergründig
haben sie sich dadurch zunächst dem Zugriff der Abschiebebehörden
entzogen - die Festnahme der jetzt per Haftbefehl Gesuchten ist
dann aber nur noch eine Frage der Zeit.

Und selbst die wenigen anerkannten Flüchtlinge sind sich ihres
Lebens nicht sicher. Aufgrund von Auslieferungsersuchen -
speziell der Türkei - wurden Menschen aus ihren Wohnungen geholt
und in Untersuchungs- bzw. Auslieferungshaft genommen. Das sind
Menschen, die aufgrund ihrer nachgewiesenen Folter- und
Verfolgungserlebnisse nach Artikel 16a des Grundgesetzes Asyl
bekamen und plötzlich durch die Festnahme in die akute Gefahr
geraten, in den Verfolgerstaat ausgeliefert zu werden.

Die vorliegende Dokumentation beschreibt in fast 5000
Einzelgeschehnissen die Auswirkungen des staatlichen und
gesellschaftlichen Rassis­mus auf die Betroffenen. Auf
Flüchtlinge, die gehofft hatten, in diesem Land Schutz und
Sicherheit zu finden, und letztlich an diesem System zugrunde
gingen oder zu Schaden kamen. Die jährlichen Zahlen der
Dokumentation sind im Vergleich  n i c h t   sinkend, sondern
bleiben konstant. Auszugehen ist von einer wesentlich höheren
Dunkelziffer.

Die Dokumentation umfaßt den Zeitraum vom 1.1.1993 bis 31.12.2006.

170   Flüchtlinge starben auf dem Wege in die Bundesrepublik
Deutschland oder an den Grenzen, davon allein 127 an den
deutschen Ost-Grenzen*,
470   Flüchtlinge erlitten beim Grenzübertritt Verletzungen,
davon 290 an den deutschen Ost-Grenzen*,
138   Flüchtlinge töteten sich angesichts ihrer drohenden
Abschiebung oder starben bei dem Versuch, vor der Abschiebung zu
fliehen, davon 50 Menschen in Abschiebehaft,
669   Flüchtlinge haben sich aus Angst vor der Abschiebung oder
aus Protest gegen die drohende Abschiebung (Risiko-Hungerstreiks)
selbst verletzt oder versuchten, sich umzubringen, davon befanden
sich 399 Menschen in Abschiebehaft,
5       Flüchtlinge starben während der Abschiebung und
327   Flüchtlinge wurden durch Zwangsmaßnahmen oder Mißhandlungen
während der Abschiebung verletzt,
25     Flüchtlinge kamen nach der Abschiebung in ihrem
Herkunftsland zu Tode, und mindestens
411   Flüchtlinge wurden im Herkunftsland von Polizei oder
Militär mißhandelt und gefoltert oder kamen aufgrund ihrer
schweren Erkrankungen in Notsituationen,
67     Flüchtlinge verschwanden nach der Abschiebung spurlos,
13     Flüchtlinge starben bei abschiebe-unabhängigen
Polizeimaßnahmen,
390   wurden durch Polizei oder Bewachungspersonal verletzt,
davon 129 Flüchtlinge in Haft.

67     Menschen starben bei Bränden oder Anschlägen auf
Flüchtlingsunterkünfte,
744 Flüchtlinge wurden z.T. erheblich verletzt,
13     Menschen starben durch rassistische Angriffe auf der
Straße.

Ein Fazit:
Durch staatliche Maßnahmen der BRD kamen 351 Flüchtlinge ums
Leben - durch rassistische Übergriffe oder bei Bränden in
Unterkünften starben 80 Flüchtlinge.

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*   die Angaben für 2006 werden sich noch erhöhen, weil die
offiziellen Zahlen des Bundesinnenministeriums noch nicht
vorliegen

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Die Dokumentation umfaßt zwei Hefte. Beide Hefte zusammen kosten
15  plus 3,20  Porto & Verpackung.
HEFT 1 (1993 - 1999) 6  für 174 S.  -  HEFT 2 (2000 - 2006) 10 
für 230 S.-  plus je 1,60  Porto & Verpackung.
Im Netz (zur Zeit noch die 13. Auflage) unter der Adresse:   www
.ari-berlin.org/doku/titel.htm

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Auszüge aus der Dokumentation:
"Bundesdeutsche Flüchtlingspolitik und ihre tödlichen Folgen "
1993  bis  2006  - 14. aktualisierte Auflage

13. Februar 06
Abschiebegefängnis Berlin-Köpenick. Nachdem die Angestellten des
Gefängnisses einem 63 Jahre alten Mazedonier die
Aufenthaltskosten im Gefängnis (62 Euro pro Tag) präsentierten
und ihm auch noch in Aussicht stellten, für die bevorstehende
Abschiebung die Kosten tragen zu müssen, versucht sich der unter
schweren Depressionen leidende Gefangene mit einem gerollten
Bettlaken am Türgitter eines Toilettenraumes zu erhängen.
Bedienstete finden ihn um 14.40 Uhr, heben ihn hoch und befreien
ihn aus der Schlinge. Er wird notärztlich versorgt und kommt zur
stationären Behandlung seiner Verletzungen ins Krankenhaus. Das
Krankenzimmer wird von der Polizei bewacht. Bereits bei seiner
Festnahme war ihm alles Geld abgenommen worden. Seine
Rückführung über Tschechien steht unmittelbar bevor.
Aus Protest und Empörung beginnen noch am gleichen Tag 14
Gefangene der zweiten Etage des Hauses 3 einen Hungerstreik - ab
0.30 Uhr tragen sie Matratzen auf die Flure, setzen sie in Brand
und verbarrikadieren die Etage. Mehr als 100 Gefangene müssen
wegen der gefährlichen Rauchgasentwicklung verlegt werden.
TS 14.2.06; BM 14.2.06; Welt 15.2.06; PNN 15.2.06; BM 16.2.06;
BM 17.2.06; jW 20.2.06; JWB 22.2.06

24. Februar 06

Berlin-Wedding in der Bellermannstraße. Als zwei Zivilbeamte
morgens um 7.15 Uhr an der Wohnung der Familie Barbul klingeln,
um Herrn Zarko Barbul zur Abschiebung abzuholen, klettert der
32-Jährige in Panik aus dem Fenster der im dritten Stock
gelegenen Wohnung. Er steht auf der äußeren Fensterbank und hält
sich an einem Kabel einer Satelitenschüssel fest, als die
Polizisten ihn laut rufend auffordern, in die Wohnung
zurückzukehren. Dann bricht ein Stück Fensterbank herunter und
Herr Badul stürzt 15 Meter in die Tiefe. Mit schweren
Knochenbrüchen an beiden Beinen und am rechten Arm bleibt er im
Hof liegen. Er kommt zur stationären Behandlung ins Virchow-
Krankenhaus. Der Rom Zarko Bardul war vor sieben Jahren mit
seiner Frau und dem damals einjährigen Sohn in die BRD geflohen,
weil er sich nicht an dem Krieg der serbischen Armee gegen das
Kosovo beteiligen wollte. Ein Jahr später wurde ein zweiter Sohn
geboren.
Herr Bardul ist Teilnehmer an dem sogenannten Equal-Projekt für
Roma-Flüchtlinge "Novi Videi - Neue Perspektiven", einer vom
Bundesministerium für Arbeit und der Europäischen Union
geförderten Qualifikationsmaßnahme. Die Weisung der
Innenverwaltung, daß die TeilnehmerInnen dieser Maßnahme bis zur
Beendigung vor Abschiebung geschützt sein sollten, wurde vom
Sachbearbeiter der Berliner Ausländerbehörde jedoch nicht
angewandt.
südost Europa Kultur; Polizei Berlin 24.2.06; ND 27.2.06; TS 23.3.06

23. März 06

Bundesland Brandenburg. Als der Kenianer Joseph M. einer
Vorladung bei der Ausländerbehörde Frankfurt (Oder) nachkommt,
wird ihm mitgeteilt, daß er - aufgrund seines abgelehnten
Asylantrages - sofort abgeschoben wird. Nach einer kurzen
Unterredung mit seiner Verlobten geht er auf die Toilette, läuft
los und springt dort durch das geschlossene Fenster. Der
30-Jährige stürzt eine Etage hinab, und durch den Aufprall auf
den betonierten Boden zieht er sich so schwere Verletzungen zu,
daß er umgehend ins Klinikum Markendorf eingeliefert werden muß.
Joseph M., der im Jahre 1999 in die BRD geflohen war und hier
Asyl beantragt hatte, versuchte seit längerer Zeit, seine
Verlobte zu heiraten, und hätte, wenn nicht immer wieder
"bürokratische Hürden" aufgebaut worden wären, schon aufgrund der
Heirat mit einer deutschen Staatsangehörigen einen sicheren
Aufenthalt.

Zuletzt fehlte für das Standesamt eine schriftliche Bestätigung
der Gültigkeit des Reisepasses, obwohl die Ausländerbehörde
diesen bereits als gültig anerkannt hatte. Jetzt bezahlt der
30-Jährige die Flucht vor der Abschiebung nach Kenia mit einer
Querschnittslähmung. Erst nach diesem Drama erklärt der
Oberbürgermeister von Frankfurt, Martin Patzelt (CDU): "Ich werde
ihm aus humanitären Gründen ein Bleiberecht in Frankfurt
gewähren." Dann weist er darauf hin, daß die letzte rechtliche
Prüfung noch nicht abgeschlossen ist und daß eine
Aufenthaltserlaubnis ausländerrechtlich begründet sein muß.
WB 24.3.06; BM 25.3.06; taz 25.3.06; Ausländerbeirat FFO 30.3.06;
BeZ 31.3.06; UK 31.3.06; Robin Kendon - Bündnis90/Die Grünen 6.5.06

4. Mai 06

Bundesland Hessen. Der kurdische Flüchtling und abgelehnte
Asylbewerber M. Ö. wird zusammen mit seiner schwangeren Frau und
zehn Kindern in die Türkei abgeschoben. Fünf deu­sche
Polizeibeamte in Zivil begleiten sie auf dem Flug nach Istanbul.
Nach der Ankunft am frühen Nachmittag wird die Familie der
türkischen Flughafenpolizei übergeben. Ein Verhör der Eltern -
getrennt voneinander - schließt sich an. Der Inhalt der Fragen
konzentriert sich auf den Grund ihres Aufenthaltes und ihre
politischen Aktivitäten in Deutschland. Nach der Freilassung
gehen alle in Richtung Busbahnhof, um von dort in ihren
Heimatdorf zu fahren. Ein PKW hält an, und zwei Männer in Zivil
steigen aus. Mit den Worten: "Wir sind mit Dir noch nicht fertig"
packen sie ihn, schleppen ihn in ihren Wagen und fahren fort.
Seither ist Herr Ö. ver­schwunden. Auch im Februar 2007 gibt es
keinerlei Lebenszeichen von ihm. Die Eheleute Ö. waren im Jahre
1992 in die BRD geflohen, weil sie ins Visier der türkischen
Verfolgungsorgane geraten waren. Drei Monate nach ihrer Ankunft
in Deutschland wurde ihr erstes Kind geboren.
Antirassistische Initiative Berlin

8. Mai 06

Im Neusser Johanna-Etienne-Krankenhaus erliegt in den
Morgenstunden eine 57 Jahre alte Chinesin ihren Verletzungen.
Sie hatte sich einen Tag zuvor in den Nachmittagsstun­den in der
Abschiebehaftanstalt Neuss erhängt und war dann von einem Notarzt
reanimiert worden. Hilfe für Menschen in Abschiebehaft Büren
10.6.06

1. August 06

Bundesland Brandenburg. Um 23.30 Uhr kommt ein vollbesetzter 3er
BMW mit 180 Stundenkilometern in einer Linkskurve kurz vor
Dannenreich von der Straße ab und rast in drei Bäume hinein. Der
Wagen wird durch den Aufprall zerrissen und fängt Feuer. Direkt
am Unfallort sterben vier Flüchtlinge. Es sind die Frauen Thi N.
(23), Thi N. (39) und die Männer Duc N. (24) und Van N. (29).
Zudem kommt der 48 Jahre alte vietnamesische Fahrer, Herr Van N.,
zu Tode. Im Krankenhaus erliegt ein 31 Jahre alter Mitfahrer aus
Tschechien seinen Verletzungen.

Die 36 Jahre alte Vietnamesin Thi H. überlebt mit schwersten
Verletzungen, die durch die immense Erschütterung ihres Körpers
infolge des Aufpralls entstanden sind. Sie hatte sich zum
Zeitpunkt des Aufpralls hockend im Fußraum des Wagens befunden.
Sie kommt auf die Intensiv-Station des Cottbusser Krankenhauses.
Ihr Mitfahrer Xuang C. - ebenfalls schwerstverletzt - wird ins
Krankenhaus von Bad Saarow transportiert. Herr C. hat diverse
Verletzungen der inneren Organe und muß mehrmals operiert werden.

Es stellt sich schnell heraus, daß es sich bei dem Unfall um das
Ende einer polizeilichen Verfolgungsjagd handelt, einer
Maßnahme, die unter der Führung der Bundespolizei innerhalb
eines Ermittlungsverfahrens der Staatsanwaltschaft Leipzig gegen
einen 48 Jahre alten Vietnamesen aus Leipzig durchgeführt wird.
Die Ermittlungen gegen diesen Mann, der auch bei dem Unfall ums
Leben kommt, werden wegen des Verdachtes auf Fluchthilfe seit
zwei Monaten geführt.

Die Bundespolizei hatte einen Transporter mit vietnamesischen
Flüchtlingen bereits ab der tschechischen Grenze beobachtet und
zunächst über die Autobahn A13 verfolgt. Bei der Abfahrt Ragow in
Brandenburg stiegen mindestens sechs Personen in einen BMW, der
dann in Richtung Berlin weiterfuhr. Als die Bundespolizei
versuchte, den mit insgesamt acht Personen völlig überladenen BMW
zu stoppen, konnte der Fahrer ausweichen und durch zunehmende
Geschwindigkeit zunächst flüchten, wurde aber weiter verfolgt.
Zwölf Minuten später kam es kurz vor der Ortschaft Dannenreich zu
dem folgenschweren Unfall.

Nach sechs und sieben Wochen Krankenhaus-Aufenthalt können die
beiden Überlebenden des Unfalles die Krankenhäuser verlassen.
Durch Intervention ihrer Rechtsanwältinnen kann ihnen ein
längerer Aufenthalt in der Zentralen Anlaufstelle für
Asylbewerber des Landes Brandenburg in Eisenhüttenstadt (ZAST)
erspart bleiben, und sie kommen gemeinsam in einem Heim in der
Nähe von Berlin unter.
FRat Brbg; Antirassistische Initiative Berlin

11. August 06
Flughafen Frankfurt am Main. Es ist der dritte Abschiebeversuch
für den 20 Jahre alten Kurden Serif Akbulut. Er ist mit
Klettbändern so stark gefesselt, daß seine Hände schmerzen und
blau angelaufen sind. Wie bei den vorherigen
Abschiebungsversuchen wehrt er sich, indem er um Hilfe ruft und
laut protestiert. Der Pilot der Lufthansa-Maschine sagt ihm, daß
er ihn trotz des Protestes ausfliegen wird. Áls Serif Akbulut
sich weigert, sich zu setzen, wird er von Beamten der
Bundespolizei geschlagen und schließlich wieder aus dem Flugzeug
herausgebracht. Mit Hämatomen am Hals und an den Fingern kommt er
zurück in die JVA Wiesbaden.

Wegen Verfolgung und Folter waren seine Eltern mit ihrem damals
12-jährigen Sohn Serif aus der Türkei geflohen und hatten in der
BRD Asylanträge gestellt. Fatma Akbulut ist schwer traumatisiert
- ihr Mann leidet unter schwerem Asthma. Beide sind
arbeitsunfähig; ihr Sohn Serif hat sich seit seinem 15.
Lebensjahr intensiv um sie gekümmert und sämtliche Belange der
Familie geregelt.

Am 7. Juli morgens um 6.30 Uhr war Serif Akbulut Zuhause in
Schlüchtern abgeholt worden und befand sich um 11.45 Uhr bereits
in einer Maschine der Turkish Airlines. Er wehrte sich, woraufhin
sich der Pilot weigerte, ihn mitzunehmen. Serif Akbulut kam in
die JVA Preungesheim in Abschiebehaft.

Am 15. Juli brach seine Mutter aufgrund der Inhaftierung ihres
Sohnes und aufgrund der Abschiebedrohung gegen sie selbst
mehrmals zusammen und kam in eine Klinik. Als sie zwei Tage
später Polizisten auf den Gängen sah, bekam sie weitere
Panikattacken und floh aus der Klinik.

Auch bei dem zweiten Abschiebeversuch am 8. August war es Serif
Akbulut gelungen, den Piloten der slowenischen Adria Air zu
überzeugen, daß er nicht mitfliegen will. Er kam zurück in Haft -
diesmal in die JVA Wiesbaden.

Die Unterstützung für die Familie Akbulut war groß. Mit
Demonstrationen, Petitionen und Offenen Briefen verschiedener
gesellschaftlicher Gruppen und vieler Einzelpersonen wurde mit
zunehmender Intensität ein Bleiberecht für die Familie gefordert.
Dies blieb erfolglos.

Daß der vierte Anlauf, Serif Akbulut abzuschieben, den Behörden
gelingt, liegt an dem unumstößlichen Abschiebewillen der
Verantwortlichen, die weder Geld noch Mühen scheuen. Am 5.
September wird Serif Akbulut zum Flughafen Leipzig/Halle
geschafft und dort in ein Kleinflugzeug der FSH
Luftfahrtunternehmen GmbH in Schkeuditz gebracht. Der 20-Jährige
ist mit einer Spezialfesselung verschnürt und wird von zwei
mitfliegenden Bundespolizisten und einem Arzt bewacht. Um 11.30
Uhr startet die Maschine in Richtung Türkei.
Bündnis für Bleiberecht Hanau;
KiN 8.7.06; NRhZ 12.7.06 FR 13.7.06; KiN 15.7.06; NRhZ 18.7.06; FR 19.7.06; KiN 19.7.06; KiN 22.7.06; KiN 27.7.06; FR 28.7.06; FR 2.8.06;
KiN 3.8.06; KiN 10.8.06; KiN 11.8.06; KiN 12.8.06; KiN 15.8.06; KiN 24.8.06; KiN 26.8.06; KiN 30.8.06; jW 30.8.06; FRat Hessen 5.9.06;
HR-online 5.9.06; FR 5.9.06; KiN 5.9.06; indymedia 5.9.06; hr-online 5.9.06; FR 6.9.06; Main-Echo 6.9.06; KiN 6.9.06

13. August 06

In der Abschiebezelle des Flughafens München rammt der 36-jährige
Chinese Xiang Zhong Chen mit voller Wucht seinen Kopf gegen die
Wand, um sich umzubringen. Er zieht sich dadurch schwere
Kopfverletzungen zu.

Der inzwischen endgültig abgelehnte Asylbewerber war vor 12
Jahren in die BRD gekommen und hatte die letzten Jahre in Hof
gelebt. Seine Lebensgefährtin ist im sechsten Monat schwanger.
Am 27. September lehnt auch der Petitionsausschuß des
Bayerischen Landtages einen Aufenthalt ab. Seine Freundin, die
ihn in Abschiebehaft besuchte, sagt: "Er ist weiter bereit, sich
lieber umzubringen als nach China zurückzugehen."
Hamburger Initiativenzeitung 17.8.06; FrP 28.9.06; JWB 4.10.06

23. August 06

Frankfurt am Main. Der 36 Jahre alte Yusuf Karaca wird nach einem
90-tägigen Hungerstreik aus der Haft entlassen. Er kommt umgehend
in das Universitätsklinikum zur lebensrettenden Behandlung.
Einen Tag zuvor hatte sich das Oberlandesgericht Frankfurt gegen
eine Auslieferung des Mannes ausgesprochen.

Yusuf Karaca ist anerkannter politischer Flüchtling aus der
Türkei. Er wurde aufgrund eines Auslieferungsbegehrens der Türkei
am 2. Mai in deutsche Auslieferungshaft genommen.

Am 23. Mai bestätigt das Oberlandesgericht die weitere Haft mit
der Fluchtgefahr des Gefangenen. Bemerkenswert ist die Begründung
des Gerichts, denn gerade die von Yusuf Karaca angeführte Angst
vor Folter, die er tatsächlich jahrelang erleiden mußte und
aufgrund derer er als Asylberechtigter anerkannt wurde, sei der
"Anreiz" für ihn, sich einer Auslieferung durch Flucht zu
entziehen. Das Gericht fordert zudem die Zusicherung des
türkischen Staates, daß Herr Karaca seine Reststrafe in der
Türkei (20 Jahre) in einem Gefängnis des Typs F fortsetzt und daß
die Deutsche Botschaft Gelegenheit erhält, den Inhaftierten
aufzusuchen und sich über die konkreten Haftbedingungen zu
informieren.

Yusuf Karaca beginnt jetzt einen unbefristeten Hungerstreik mit
der Forderung nach seiner sofortigen Freilassung. Mitte Juli wird
er vom Gefängnis Weiterstadt in die Krankenabteilung der JVA
Kassel gebracht. Der Gefangene hat über 25 kg Körpergewicht
verloren, die Gefängnisärzte halten ihn jedoch weiterhin für
haftfähig, weil er gesüßte Flüssigkeit zu sich nehme.

Aufgrund eines durch Folter erpreßten Geständnisses war Yusuf
Karaca in der Türkei wegen Mitgliedschaft in einer Terror-
Organisation zu 30 Jahren Gefängnis verurteilt worden. In Haft
war er unzählige Male mit Elektroschocks an den
Geschlechtsorganen, der Zunge und den Ohren gequält worden.

Mehrmals wurde er am "Palästinensischen Haken" aufgehängt,
mehrere Tage mußte er ohne Schlaf und nackt an kalten Stellen
verbringen, ihm wurde der Kopf unter Wasser gehalten, nachdem ihm
die Folterer die Nasenlöcher zugestopft hatten. Er wurde zu
einsamen Orten gebracht und mit dem Tode bedroht. Ihm wurde
angedroht, daß auch seine Familienangehörigen festgenommen und
gefoltert werden würden. Er befand sich während seiner Haft auch
in einem Gefängnis des Typs F. Als er am sogenannten Todesfasten
teilnahm und seine Haft für medizinische Maßnahmen unterbrochen
wurde (Wenicke-Karsakow-Syndrom), gelang ihm nach 10 Jahren
Gefangenschaft die Flucht aus der Türkei in die BRD. Am 28.
September 2005 war er als politischer Flüchtling anerkannt
wor­den.

Als Herr Karaca Ende August das Krankenhaus verläßt, ist seine
"amtliche" Existenz in der BRD bereits gelöscht: seine Wohnung in
Hanau ist gekündigt, und krankenversichert ist er auch nicht
mehr. Das Krankenhaus, das ihn nach dem 90-tägigen Hungerstreik
medizinisch versorgte, fordert die Kosten von ihm. Herr Karaca,
ohnehin durch die letzten Monate psychisch schwer angeschlagen,
kommt in eine schwere depressive Krise. "Diese Situation kostet
mehr Kraft, als 90 Tage Hungerstreik", sagt er.

Pro Asyl 6.6.06; FR 8.6.06; FR 9.6.06; taz 10.6.06; FR 1.8.06;
FR 4.8.06; HNA 9.8.06; Bericht eines Freundes

13. September 06

Bundesland Nordrhein-Westfalen. Im Flüchtlingsheim in der Kölner
Vorgebirgstraße erscheinen Polizeibeamte und durchsuchen die
Wohnung der Roma-Familie S. Als sie dabei den Reisepaß von Herrn
S. finden, erklären sie ihm, daß er jetzt abgeschoben wird. Herr
S. gerät in Panik, weil er denkt, daß er sofort in Abschiebehaft
kommt und von seiner Frau und seinen acht Kindern (1½ bis 17
Jahre alt) getrennt wird. Einer der Polizisten höhnt: "So, jetzt
geht's ab nach Jugoslawien" und holt die Handschellen heraus. In
Panik springt Herr S. aus dem Fenster der im zweiten Stock
gelegenen Wohnung. Bei dem Sturz aus vier Metern Höhe fällt er
auf die Betoneinfassung eines Gitterfensters zum Keller an der
Stirnseite des Hauses. Er bricht sich beide Schienbeine und
verletzt sich an der Schulter. Obwohl aus seiner Hose zwei
gesplitterte Knochen herausragen und er offensichtlich
bewegungsunfähig ist, traktieren ihn die heruntergeeilten
Polizisten zunächst mit Pfefferspray und treten mindestens einmal
auf ihn ein. Der Schwerverletzte brüllt vor Schmerzen.

Herr S. kommt ins Universitätskrankenhaus und wird umgehend
operiert. Nach vierwöchiger Behandlung erfolgt seine Verlegung
ins Gefängniskrankenhaus Fröndenberg.

Am 18. Januar 2007 soll er -  noch im Rollstuhl sitzend - ohne
seine Familie nach Montenegro abgeschoben werden. Die Abschiebung
an diesem Tag kann dadurch verhindert werden, daß die Familie
einen "Teilerfolg" aushandelt. Sie erklärt sich bereit,
"freiwillig" auszureisen, wenn sie erstens zusammenbleiben kann
und zweitens Herr S. weitgehend gesund geworden ist. In
Montenegro hätte Herr S. als Rom keine Chance auf eine
medizinische Versorgung, und die schulische Ausbildung der Kinder
würde abrupt unterbrochen. Die Abschiebung wird um einige Monate
verschoben. Rundbrief des Rom e.V. Nr.2 (September 2006);
Rom e.V. 18.1.07

19. September 06

Die togoische Familie Kpakou aus dem Marburger Vorort Cölbe in
Mittelhessen soll nach 13-jährigem Deutschland-Aufenthalt
abgeschoben werden. Bei dieser Maßnahme wird die Familie von der
Behörde gewaltsam und beabsichtigt getrennt.

Der Vater, Christopher Kpakou, wird mit vier volljährigen und
zwei minderjährigen Kindern nach Hamburg gebracht, wo eine
Sammelabschiebung von Flüchtlingen aus verschiedenen
europäischen Ländern nach Westafrika vorbereitet wird. Die
Mutter mit dem jüngsten, 6-jährigen Sohn Panajotis, einer
22-jährigen Tochter und deren 2-jährigem Kleinkind Naomi werden
zu einem Linienflug nach Frankfurt transportiert.

Während ein Arzt die Abschiebung des unter akutem Bluthochdruck
leidenden Vaters in Hamburg aus gesundheitlichen Gründen stoppt,
erfolgt die Abschiebung der Kinder nach Togo ungebremst. Sie sind
damit endgültig von ihren beiden Eltern getrennt.

Der Widerstand, den Frau Kpakou und ihre erwachsene Tochter am
Flughafen Frankfurt den Bundespolizisten entgegensetzen,
veranlaßt den Piloten der Linienmaschine, ihre Mitnahme zu
verweigern. Die Frauen kommen in Abschiebehaft, die Kinder
zunächst in ein Kinderheim - später in eine Pflegefamilie.

Die abgeschobenen Kinder berichten, daß sie bei einem Freund
ihres Vaters, einem 73-jährigen Mann in einem 15 qm großen Zimmer
untergekommen sind, wo sie mit fünf Erwachsenen leben. Herr
Kpakou unternimmt in seiner Verzweiflung am 26. September einen
Selbsttötungsversuch, bei dem er sich an Kopf und Bauch
Verletzungen zufügt. Er kommt daraufhin in stationäre Behandlung
der Psychiatrie der Universitätsklinik Marburg. 

Am 2. Oktober um 5.30 Uhr werden der 6-ährige Sohn von Frau
Kpakou und die 2-jährige Enkelin von drei Beamten aus der
Pflegefamilie abgeholt und zum Frankfurter Flughafen gebracht.
Hier begegnen sie ihren Müttern wieder, die - beide in
Handschellen - direkt aus der Abschiebehaft kommen. Um 8.00 Uhr
hebt eine offenbar ausschließlich für die vier Personen
gecharterte Maschine vom Rhein-Main-Flughafen in Richtung Lomé
ab. In Deutschland bleibt einzig der Vater, der nach seinem
Suizidversuch nicht reisefähig ist.

OP 19.9.06; OP 20.9.06; OP 21.9.06; OP 22.9.06;
OP 25.9.06; MNZ 25.9.06; Pro Asyl 27.9.06;
ngo-online 27.9.06; MNZ 28.9.06; OP 28,9,06; OP 4.10.06; GA 4.10.06

14. Dezember 06

Der 31 Jahre alte Kurde A. A. wird festgenommen und in einem
beschleunigten Verfahren zu einem Jahr Freiheitsstrafe ohne
Bewährung verurteilt. Die Haft im Gießener Gefängnis wird
wahrscheinlich durch eine Abschiebung in drei Monaten beendet
werden. Damit ist es Herrn A. wieder einmal nicht gelungen, mit
seiner Frau und den vier Kindern zusammenzuleben.

Die Eheleute M. (damals 16 Jahre alt) und A. A. (damals 18 Jahre
alt) gehören der Gruppe der Zaza-Kurden an und waren 1993 mit
ihrer damals einjährigen Tochter F. in die BRD eingereist. Da
sie nur nach religiösem Ritus geheiratet hatten, wurden die
Asylanträge gesondert behandelt. Nach der Ablehnung seines
Asylantrages wurde Herr A. dann im Jahre 1997 ohne seine Familie
in die Türkei abge­schoben. Dort erfolgte umgehend seine
Festnahme, und nach einer dreitägigen polizeilichen Überprüfung
in Haft wurde er frei gelassen. Er war dann gezwungen, seinen
zweijährigen Militärdienst abzuleisten. 1999 gelang ihm erneut
die Flucht in die BRD - er wurde dann allerdings am 16. Februar
2001 wieder in die Türkei abgeschoben, während seine Frau und die
Kinder inzwischen eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung
erwirkt hatten.

Viele Versuche von Herrn A., im Rahmen der
Familienzusammenführung offiziell in die BRD reisen zu können,
scheiterten an den immer wieder ablehnenden und unterschiedlich
begründeten Bescheiden der Deutschen Botschaft in Ankara.

Der vorerst letzte Versuch, mit seiner Frau und der
vierzehnjährigen Tochter F., dem neunjährigen Sohn F. und den
sechsjährigen Zwillingen S. und F. zusammenleben zu können,
endet heute mit seiner Verhaftung. Vor einer Woche war er erneut
in die BRD eingereist. Im Januar 2007 befindet er sich immer noch
in Untersuchungshaft in der JVA Limburg.

Jugendnetz Wetzlar

20. Dezember 06

Bad Pyrmont im Bundesland Niedersachsen. Morgens um 4.00 Uhr
werden der Kurde Herr Seyyar und seine sechs Kinder im Alter von
zehn bis zwanzig Jahren aus dem Schlaf geweckt. Alle, bis auf den
ältesten Sohn Hidir, sollen abgeschoben werden. Zeitgleich holen
Polizisten Frau Seyyar aus dem Landeskrankenhaus Hildesheim ab,
nachdem sie vor die Entscheidung gestellt wurde, entweder vorerst
im Krankenhaus zu bleiben und damit von ihrer Familie getrennt
zu sein oder "freiwillig" auszureisen.

Der Transport der Familie zum Flughafen Düsseldorf verläuft nach
Aussagen des Sohnes Hidir "unglaublich brutal": trotz Erbrechens
von Mutter und Kindern und hygienischer Bedürfnisse sei die
fünfstündige Fahrt nicht unterbrochen worden. Die Mutter sei mit
Handschellen gefesselt worden, um sie ins Flugzeug zu bringen.

Frau Seyyar hatte sich im Landeskrankenhaus in stationärer
Behandlung befunden, weil sie zum wiederholten Male versucht
hatte, sich zu töten. Sie hatte Tabletten geschluckt, weil sie
den Druck der seit langem angedrohten Abschiebung nicht ertragen
konnte. Der von Nachbarn gerufene Notarzt hatte daraufhin
zunächst die Einlieferung der nicht ansprechbaren Frau ins St.-
Georg-Krankenhaus Pyrmont veranlaßt, von wo aus sie dann ins
Landeskrankenhaus gekommen war.

Die kurdische Familie war seit elf Jahren in der BRD; die
Asylanträge wurden alle abgelehnt. Der Landkreis kann die
öffentliche Kritik an der Abschiebung der Familie Seyyar nicht
nachvollziehen: "Der Familie war seit Juli bekannt, daß sie
Deutschland verlassen muß .... Dieser Aufforderung ist sie nicht
nachgekommen", so eine Sprecher auf Anfrage. "Anders als ihr
ältester Sohn Hidir hat die Familie die elf Jahre ihres
Aufenthaltes in Deutschland nicht genutzt, um sich hier
wirtschaftlich und sozial zu integrieren." Dieser Polemik stehen
die Aussagen vom Leiter des Schulzentrums und einer
Mitarbeiterin des Kinderschutzbundes, die die Kinder und Eltern
seit Jahren kennen, diametral gegenüber.

PyN 28.12.2006; FRat NieSa




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* Wo: Villa Morgenrot, Grüner Anger 42, 2001 Wendendorf *
* Kommentar: Anreise per Anhalter. Maskenzwang. Ende nie.
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