widerst at and mund - Donnerstag, 1. März 2007
MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst
analle at no-racism.net
Fr Mär 2 05:25:38 CET 2007
MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst
www.no-racism.net/mund
Donnerstag, 1. März 2007
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A) INHALT
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01 Internationaler FrauenKampftag 2oo7
Von: LesbenFrauenNachrichten at gmx.at
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02 Mein erstes Mal... mit EMMA.
Von: Radio Stimme
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AKTIONEN UND ANKÜNDIGUNGEN
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03 Pressekonferenz "Ja zum Standesamt, Nein zum Notariatsakt"
Von: Rechtskomitee LAMBDA
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04 das que[e]r im Maerz
Von: Rosa Antifa Wien
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05 Verband Freier Radios Österreich: Einladung
zur PK am 07. März
Von: Veronika Leiner
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06 10.3.07: Preview "Die Frau, die Arbeit, die Kunst und das Geld"
Von: Martin Mair <mm at mediaweb.at>
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07 12.4. Premiere WIENER WAHN / Richard Weihs
Von: GAMUEKL <office at gamuekl.org>
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MELDUNGEN UND MEINUNGEN
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08 HOSI Wien begrüßt EU-Grundrechtsagentur
Von: Homosexuelle Initiative Wien <office at hosiwien.at>
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09 "Die Zeit" über "Halbmond & Hakenkreuz"
Von: Café Critique <cafe.critique at gmx.net>
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10 Scheit über Friedländers "Jahre der Vernichtung"
Von: Café Critique <cafe.critique at gmx.net>
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11 KPÖ/EU/Sozialbericht/Umverteilung
Von: KPÖ-Information <info at kpoe.at>
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12 lautsprecherbus / megaphon
Von: Konstantin Jakabb <k.jakabb at rock.co.at>
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INTERNATIONALE SOLIDARITÄT
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13 Die Ehre der Männer. Vergewaltigungen im Irak
Von: WADI Austria <wadi.wien at gmx.at>
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14 "Bundesdeutsche Flüchtlingspolitik und ihre tödlichen Folgen"
Von: ARI_DOKUMENTATION_in_NewYorck59
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15 KPÖ/Temelin/Atompolitik/EU/EURATOM
Von: KPÖ-Information <info at kpoe.at>
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16 Friedensprozess in Uganda bricht zusammen
Von: GFBV Hans Bogenreiter
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17 [Gipfelsoli Newsletter] Heiligendamm
Von: Öffentlicher Verteiler der Gipfelsoli-Infogruppe
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18 Klimawandel und Rohstoffabbau in der Arktis:
Ureinwohner sind akut bedroht!
Von: GFBV Hans Bogenreiter
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B) TEXTE
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01 Internationaler FrauenKampftag 2oo7
Von: LesbenFrauenNachrichten at gmx.at
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und Freundinnen, Kolleginnen, Gefährtinnen erzählen
und gemeinsam auf die Demo kommen und zu der einen oder anderen Veranstaltung gehen.
Mit der Kraft aus der Verbundenheit mit anderen Frauen alltäglich Sexismus widersprechen und gemeinsam kämpfen.
feministische Grüße.
Liebe Frauen
Am 8. März - Internationaler FrauenKampfTag auf zur Frauendemo
Treffpunkt 16 h Schwedenplatz, Auftaktkundgebung mit Infotische, Musik, Redebeiträgen, Performances,.....
Frauendemo ab 17.30 h durch die Innenstadt, Abschluß Uni/Schottentor.
Um den 8. März gibt es zahlreiche Veranstaltungen (siehe auch Anhang)
Frauenkampftag. Aktionswoche 5. -10 März 2007, im Tüwi, Peter Jordanstr.76, 1190, Männer zahlen 1/3 mehr, Frauen 1/3 weniger, um aufzuzeigen wo Ungerechtigkeit passiert und zu Diskussion anregen!, 5. 3. Poetry Slam zum Frauentag (gemischt), 8.3. Bäuerinnentag& Fest (gemischt), 10.3. Frauenfest&Konzert (für Frauen, Lesben, Transgender), Workshop Feministische Ökonomie. Ökonomie aus feministischer Sicht. Wir wollen mit Euch neoliberalen oder sozialdemokratischen Mythen der Ökonomie mit vorher diskutiertem Begriffswerkzeug aus dem ökonomischen Fundus auf die Spur kommen. Workshop Feminismus. Feminismus für EinsteigerInnen. Kurze Einführung in Feministische Theorie, was sie will und wie Frauenpolitik funktionieren kann. Davon was das Patriarchat ist, warum wir es abschaffen sollten und wie wir das am besten machen. Wie wir selbst Geschlechterrollen re-produzieren und wie wir das ändern können. Workshops siehe www.tuewi.action.at. Filme immer um 20 h, 5.3. Die Ritteri
nnen, 6.3. But IŽm a Chearleader, 7.3. Dreamworlds2, 8.3. Serial Mum, 9.3. Freeway, 10.3. Julie Johnson
„SexarbeiterInnen haben Lust auf ... ihre Rechte!“ Bundesweiten Kampagne von LEFÖ in Kooperation mit MAIZ (Linz) und THEKLA (Graz). Pressekonferenz und Präsentation,, 7. März 2007, 11.00 Uhr, Ort: noch offen, Infos: www.lustaufrechte.at
FrauenLesbenMädchenDemonstration zum 8. März - Internationaler Frauenkampftag, 8. März 2007, Auftaktkundgebung ab 16 h, am Schwedenplatz mit Infoständen, Musik, Redebeiträgen, Performance, ab 17.30 h Frauendemo durch die Stadt, Abschlusskundgebung vor der Uni am Schottentor
FrauenLesbenFest zum 8. März
8. März 2007, im FZ, in der FZ-Bar, Währingerstr. 59, Eingang Prechtlgasse, mit live Musk, DJ
Open House im Büro der Bundesministerin für Frauen und Gleichstellung
8. März 2007, 16.30 Uhr: Vorstellung des Teams, 17.00 Uhr: Talk der Ministerinnen und Staatssekretärinnen
bis 21 h Kulturprogramm, Ort: Büro der Bundesministerin für Frauen und Gleichstellung, Minoritenplatz 3, 1014
.wollen welche denen die Meinung sagen ?.....
Ausstellung "Hinter den Fassaden" zum Thema Gewalt gegen Frauen, 8. März 2007, 9-16 h, Ballhausplatz 2, 1014 Wien
Erinnern, fordern Feiern. Der Internationale Frauentag 2007
8. März 07, 13 - 15.30 h "Speakers corner" - Gesprächsmöglichkeiten mit den weiblichen Abgeordneten aller Fraktionen, ab 16 h Podiumsdiskussion mit Frauen im Spitzenpositionen, im Parlament
nur mit amtlichen Lichbildausweis! Protest gegen den Ausschluss von Frauen ohne Papiere werden überlegt
Open Rathaus
50 Beratungseinrichtungen, Schwerpunkt "Chancengleichheit", 8. März 2007, 15 - 19 h, im Festsaal Wiener Rathaus, 1082 Wien
FrauenFilmTage 07 "Frauenwelten"
Beginn 8. März 2007 bis 15.3.07, über mit und von Frauen, rund um den Internationalen Frauentag, im Filmcasino Margaretenstr. 78, 1050, Spielfilme vieler Preisträgerinnen Erstlingswerke junger Filmemacherinnen und arrivierter Regisseurinnen, Dokumentarfilme mit Themen aus Nicaragua, Iran und Österreich und Kurzfilme als Themenabende oder Vorfilme. www.proFRAU.at
Wie man wird, was man ist, von Lina Loos in Kooperation mit Verein Impuls. 8. - 17. März 2007, 20. 30 h (außer So/Mo), im KosmosTheater, Siebensterng. 42, 1070. Lina Loos (1882-1950) war Schauspielerin, Feuilletonistin und Schriftstellerin. Sie heiratete den Architekten Adolf Loos. Sie verarbeitet Jahre später die männlichen Zurichtungsversuche in "Wie man wird, was man ist".
Im Foyer: Wir-hier, Frauenkunst unter Strafe. Dokumentation der vierjährigen Theaterarbeit der geschlossenen Frauenabteilung der Justizanstalt Favoriten.
Ausstellung: cyber feminism past forward, Eröffnung: 8. März 2007, 19.00 bis 31. 3 2007, Öffnungszeiten: Di-Sa 15.00-19.00 (und nach Vereinbarung),
Ort: Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreichs, Maysedergasse 2, 1010 Wien , www.vbkoe.org
AMSand-Frauen Infoveranstaltung und Rechtsberatung für Frauen
10. März 2007, im Amerlinghaus, Stiftgasse 8, 1070
Podiumsdiskussion „Sexarbeiterinnen-Rechte sind Frauen-Rechte“ + Film „Princesas“. Ein Abend in Kooperation mit den FrauenFilmTagen 2007 – im Rahmen der bundesweiten Kampagne „SexarbeiterInnen haben Lust ... auf ihre Rechte!“, 15. März 2007, 18.00 Uhr. Am Podium: Maria Cristina Boidi, LEFÖ, Stephanie Klee, highLights, Heide Schmidt, Institut für eine offene Gesellschaft, Birgit Sauer, Institut für Politikwissenschaft / Uni Wien, Moderation: Vlatka Frketic , Organisatorin: LEFÖ, Ort: Filmcasino, Margaretenstraße 78, 1050, Infos: www.lustaufrechte.at
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02 Mein erstes Mal... mit EMMA.
Von: Radio Stimme
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RADIO STIMME - DIE SENDUNG DER INITIATIVE MINDERHEITEN
Donnerstag, 1. März 2007
13.00 Uhr, Orange 94.0 / Wien
Mein erstes Mal... mit EMMA.
Eine feministische Zeitschrift wird 30.
Die erste EMMA erscheint am 26. Januar 1977 und gilt seit der ersten
Ausgabe als eine der bekanntesten feministischen Zeitschriften im
deutschsprachigen Raum. Aufgrund ihrer polarisierenden Positionen ist EMMA
auch heute in der öffentlichen Meinung noch vielfach umstritten.
Welche Themen aber finden sich in der ersten Ausgabe? Was hat 1977
interessiert, aufgeregt und provoziert? Anlässlich des Jubiläums fragt
Radio Stimme Feministinnen nach ihren Assoziationen und ersten
Erinnerungen an EMMA.
Weitere Sendungsthemen:
- "Frauen kämpfen - scheint die Sonne!" – ein Gespräch zum 8. März
Diese Sendung wird weiters ausgestrahlt auf:
FREIRAD (Innsbruck) Do, 8. März, 12.00 Uhr
Radio AGORA (Kärnten) Do, 8. März, 19.00 Uhr
Radio HELSINKI (Graz) Sa, 10. März, 19.00 Uhr
Radio FRO (Linz) So, 11. März, 11.00 Uhr
******
-> Sendung verpasst? Das Internet-Archiv.
Diese und alle anderen Ausgaben von Radio Stimme sind in unserem digitalen
Sendungsarchiv jederzeit als Download und Stream abrufbar:
http://www.initiative.minderheiten.at/Radio
******
-> Sendung über's Internet hören.
Die Sendungen sind über den Internet-Livestream der Radiosender zur jeweils
angegebenen Sendezeit auch über das Internet zu hören.
Orange 94.0: http://streamintern.orange.or.at/live3.m3u
FREIRAD: http://www.freirad.at/live.m3u
Radio AGORA: http://www.cartwall.at/agora_mp3.m3u
Radio FRO: http://www.fro.at/livestream.php
HELSINKI: http://www.helsinki.at/live-stream.php
--
Radio Stimme – Die Sendung der Initiative Minderheiten
Das politische Magazin zu den Themen Minderheiten - Mehrheiten -
Machtverhältnisse
on air:
Wien - Do, 13.00 Uhr - Orange 94.0 - http://www.orange.or.at
Innsbruck - Do, 12.00 Uhr - FREIRAD - http://www.freirad.at
Kaernten - Do, 19.00 Uhr - Radio AGORA - http://www.agora.at
Linz - So, 11.00 Uhr - Radio FRO - http://www.fro.at
Graz - Mo, 08.00 Uhr - Radio Helsinki - http://www.helsinki.at
on line:
weltweit - jederzeit - http://www.initiative.minderheiten.at
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AKTIONEN UND ANKÜNDIGUNGEN
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03 Pressekonferenz "Ja zum Standesamt, Nein zum Notariatsakt"
Von: Rechtskomitee LAMBDA <office at RKLambda.at>
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Pressekonferenz von
Ulrike Lunacek, NR-Abgeordnete der Grünen
Helmut Graupner, Präsident des Rechtskomitees Lambda
Ute Stutzig, Sprecherin der HOSI Wien
Thema: "Ja zum Standesamt, Nein zum Notariatsakt" - Forderungen zur Gleichstellung von gleichgeschlechtlichen Paaren
Zeit: Freitag, 2. März 2007 - 10.00 Uhr
Ort: Presseraum der Grünen, Löwelstr 12/2. Stock, 1010
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04 das que[e]r im Maerz
Von: Rosa Antifa Wien <raw at raw.at>
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Hallo liebe Leute!
Der Maerz ist da! Zumindest in Hinblick auf das que[e]r-Programm ;-)
Dies mal gibt es wieder einen guten Mix - vom Krieg und seinen
KritikerInnen bis zur feministischen Annaeherung an Technologie. Es gilt
also wie immer: Nicht versaeumen!
Viel Spass und bis bald
eure que[e]rlis
+++
Gilt fuer alle Veranstaltungen:
Ort: que[e]r. Wipplingerstrasse 23, 1010 Wien (vor dem Haus die Treppe
hinunter)
Veranstaltungsbeginn: 20 Uhr, geoeffnet von 18:30-24:00 Uhr
Der Eintritt ist immer kostenlos!!!
+++
Mittwoch 07. Maerz:
Der Krieg und die KritikerInnen
"Der Krieg und die Kritiker" (Bernhard Schmid) handelt von den
Reaktionen innerhalb von Teilen des - im weiteren Sinne -
gesellschaftskritischen Spektrums auf den Krieg im Libanon, der im
Hochsommer 2006 rund 1.200 zivile Tote kostete.
Die "Kritiker" sind dabei sowohl jene, die diesen Krieg (mit zum Teil
falschen Argumenten und ohne Bewusstsein fuer die Problematik
antisemitischer Argumentationsmuster) kritisiert haben - als auch jene,
die sich fuer besonders radikale GesellschaftskritikerInnen halten, aber
mit fliegenden Fahnen fuer die Unterstuetzung dieses Krieges
mobilisierten.
Aktuelle Stellungnahmen aus diesen unterschiedlichen Spektren werden
kritisch beleuchtet. Aber auch die Wirkungsmaechtigkeit von historischen
Bildern, Konstellationen und Zusammenhaengen in den Konfliktparteien
selbst wird nicht ausgespart.
Buchpraesentation und Gespraech des Autors Bernhard Schmid mit Stefan
Novotny. Moderation Kaethe Knittler
http://www.unrast-verlag.de
Eine gemeinsame Veranstaltung von grundrisse.zeitschrift fuer linke
theorie & debatte, que[e]r und revolté
+++
Mittwoch 14. Maerz:
Haett Maria abgetrieben...
Neben den Angriffen der ueblichen klerikalen und rechts-konservativen
Kreise auf das Recht auf Abtreibung, stecken hinter den meisten
Aktivitaeten der radikalen AbtreibungsgegnerInnen in Oesterreich die
Organisationen Human Life International (HLI) und Youth For Life.
Nachdem HLI Anfang Dezember 2004 in den Raeumlichkeiten der ehemaligen
Lucina-Klinik eine "Baby-Holocaust-Gedenkstaette" eingerichtet hat,
schiessen sich die KerzerlfresserInnen nun auf das neue
Sexualmedizinische Beratungscenter "VenusMed" in der Lugner City ein.
Die Veranstaltung wird einen Ueberblick ueber die juengsten Umtriebe von
HLI und Youth for Life und deren Kontakte zum rechten Klerus in
Oesterreich bieten.
+++
Mittwoch 21. Maerz:
Flughafensozialdienst praesentiert:
Lesung ausgewaehlter Texte aus dem Fremdenrechts-Alltag
Der systematische Fremdenhass des europaeischen weissen
Mehrheitsbuergers gepaart mit der rassistischen Ausbeutungspraxis
schlaegt sich in den Institutionen, in ihren Gesetzesbuechern, in ihrem
Schriftverkehr und ihren juristischen Schriftstuecken, in den Aussagen
und Aussendungen ihrer Funktionstraeger, ihren Handlungen, wie der
Abschiebe- und Schubhaftpraxis, nieder in Form von rassistischen
Stereotypen, euphemistischen Rechtfertigungsmustern und zynischen
Diskursstrategien.
Aus einer Ansammlung solcher bitterer Wahrheiten, die uns im Laufe
unserer Beratungstaetigkeit tagtaeglich unterkommen, werden wir an
diesem Abend ausgewaehlte Texte lesen.
+++
Mittwoch 28. Maerz:
Technologie, Geschlecht und Gesellschaft
Eine feministische Annaeherung.
Gender Mainstreaming ist in aller Munde. Es gilt,
Geschlechterperspektiven in alle Bereiche, d.h. in den Mainstream
hineinzubringen. In Bezug auf Informatik und IT wird dies meist so
verstanden, dass unterschiedliche Zugaenge von Frauen und Maennern
beruecksichtigt werden sollen. Geschlechterdifferenzen werden eher
betont als abgebaut; Defizite der technischen Kompetenz bei den Frauen
gesehen.
Demgegenueber moechte ich den Blick auf die Technologien selbst richten
und die in sie eingeschriebenen "Politik" diskutieren: Wie werden
Geschlecht und andere Ungleichheitsstrukturen in technische Produkte
eingeschrieben? Welche Alternativen zu den vorherrschenden Praktiken
liessen sich vorstellen? Und was koennen Strategien sein, um Software
und IT in einem gesellschaftskritischen und feministischen Sinne zu
konstruieren?
Vortrag und Diskussion mit Corinna Bath
Eine gemeinsame Veranstaltung von que[e]r und tech:babbel
--
############ RAW #############
Rosa Antifa Wien
c/o Rosa Lila Tip
Linke Wienzeile 102
A-1060 Wien
AUSTRIA
-------------------------
E-Mail: raw at raw.at
Web: http://www.raw.at
Board: http://www.n3tw0rk.org
-------------------------
PGP-Key available here:
http://www.raw.at/sub/kontakt/raw.asc
############ RAW #############
Widerstand mailing list
Widerstand at no-racism.net
http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/widerstand
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05 Verband Freier Radios Österreich: Einladung zur PK am 07. März
Von: Veronika Leiner <veronika.leiner at freie-radios.at>
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EINLADUNG zum PRESSEGESPRÄCH am 07. März 2007
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||||| VERBAND FREIER RADIOS ÖSTERREICH (VFRÖ)
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Sehr geehrte Damen und Herren,
der Verband Freier Radios Österreich lädt zum Pressegespräch:
Erstmals seit 2000 Bundesförderung für Freie Radios!
Verband Freier Radios Österreich begrüßt Akutförderung und fordert rasche Umsetzung des Freie Radios-Fonds.
Über die Akutförderung für Freie Radios 2007 und die Fortsetzung der Kampagne zur Sicherung einer pluralistischen Rundfunklandschaft in Österreich
informieren:
Helmut Peissl (Vorsitzender des Verbandes Freier Radios Österreich)
Mag. Otto Tremetzberger (Geschäftsführer Freies Radio Freistadt 107.1)
Dr.in Helga Schwarzwald (geschäftsführende Koordinatorin ORANGE 94.0, Wien)
am
Mittwoch, 7. März 2007, 10.30 Uhr
im
Depot, Breite Gasse 3, 1070 Wien, Tel: +43 1 522 76 13
Rückfragen:
Helmut Peissl
Mobil: ++43 - (0)650 - 4948773
Mail: helmut.peissl at freie-radios.at
oder
Veronika Leiner
Mobil: ++43 - (0)676 - 538 0 539
Mail: veronika.leiner at freie-radios.at
Web: www.freie-radios.at
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06 10.3.07: Preview "Die Frau, die Arbeit, die Kunst und das Geld"
Von: Martin Mair <mm at mediaweb.at>
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Einladung zur Preview im Rahmen des Filmfestivals "Frauenwelten":
"Die Frau, die Arbeit, die Kunst und das Geld"
Dokumentarfilm
von Elisabeth M. Klocker
10.3.2007, 21.30
Filmcasino, Margaretenstraße 78, 1050 Wien
Kartenreservierung unter Filmcasino: 587-90-62
email: kasse at filmcasino.at
oder online unter http://www.filmcasino.at
Der Film portraitiert Frauen, die in kreativen,
künstlerischen Berufen tätig sind.
Wie gehen KünstlerInnen mit Arbeit, Kunst und
Geld um? Im Film werden die spezifischen
Lebenssituationen von Künstlerinnen untersucht.
Mehrfachbelastung, unsichere und unregelmäßige
Arbeits- und Erwerbsbedingungen, Existenzängste
etc. prägen ihren Alltag.
Mit:
Petra Ganglbauer, Maria Hofstätter, Ilse Kilic,
Mara Mattuschka, Sterica Rein, Annie Sprinkle,
Beth Stephens, Gabriele Szekatsch, Hans Scheirl,
Sabine Schulze-Berge, u.v.a.
Sie alle erzählen vom Underground Kampf kreativ schaffender Frauen.
Ich freue mich sehr auf Dein/Ihr/Euer Kommen...
Si.Si. Klocker
http://www.kaiserinsisi.at
--
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Martin Mair - Publizist virtuell & traditionell
Krottenbachstrasse 40/9/6, A-1190 Wien
Tel. + Fax: +43 1 3677487,
Mobil: + 43 676 3548310
Email: mm at mediaweb.at
http://www.mediaaustria.at - Webhosting & Webdesign
http://www.bannertausch.info
http://www.arbeitslosennetz.org
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07 12.4. Premiere WIENER WAHN / Richard Weihs
Von: GAMUEKL <office at gamuekl.org>
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Sehr geehrte Damen und Herren,
werte Redaktion,
Ein Meister tiefschwarzen Wiener Humors bittet zur Premiere:
WIENER WAHN
Eine irrwitzige Vorstellung in mehreren Anfällen
von und mit
RICHARD WEIHS
PREMIERE: 12. April 2007
Weitere Vorstellungen:
13. – 28. April 2007 (Do. – Sa., jeweils 20 Uhr)
im WEINHAUS SITTL / Pelikanstüberl
1160 Wien; Lerchenfelder Gürtel 51
(U6 Josefstädter Strasse, J, 5, 33)
Kartenreservierung: Tel. 01/586 33 95
Eintritt: € 12,-- / € 9,--
Der gelernte Wiener weiß natürlich, dass Wien an und für sich schon ein
absoluter Wahnsinn ist. Umso wahnwitziger müssen also jene städtischen
Gestalten sein, die sogar in diesem Ambiente kraft ihrer herausragenden
Eigenheiten hervorstechen. Aber sogar diese bizarren Individuen verblassen
gegenüber manchen Projekten, die Stadtplanung und Kommunalpolitik auf die
leidgeprüften Wienerinnen und Wiener loslassen
Besichtigen Sie ein pittoreskes Panorama wienerischer Wahnbilder:
? Historische Wahnsysteme: Narrenkotter, Gugelhupf und Steinhof
? Heller Wahnsinn: Poesiezwang als bittere Ernte der Schlaflosigkeit
? Religiöser Wahn: Die Braut des Erzengel Gabriels hält ihm die Treue
? Wahnplan: Oszillierende Assoziationen zwischen Basilisk und Obelisk
? Größenwahn: Läppische Provinzposse posiert als großes Welttheater
? Wohnwahn: Fulminante Phänomene im bunten Biotop Gemeindebau
? Verfolgungswahn: Paranoia im Paradies der paralysierten Parasiten
? ? ?
Dazu ertönt irre tolle Musik: Vom schleppenden „Wappler-Walzer“ über den
depperten „Bleampl-Blues“ bis hin zum scheppernden „Keppl-Rap“
Der Stadtpsychopathologe Richard Weihs ist Spezialist für Wiener Weh und
Wahn. So ist er u. a. Autor des Schimpfwörterbuches „Wiener Wut“
und des Schmähführers „Wiener Witz“ (UHUDLA edition).
Weiters hat er mehrere CDs mit Liedern im Wiener Dialekt veröffentlicht,
wie „Scheab’n auf!“ (Extraplatte) und „Böses LiedGut“ (Hoanzl).
Als Kabarett-Therapeut praktizierte er am Riesenrad, unterm Stephansdom,
am Donaukanal, im Wurstelprater, am Steinhof und im Narrenturm.
ZUM SPIELORT:
Das Extrazimmer „Pelikanstüberl“ des altehrwürdigen Weinhauses Sittl („Zum
goldenen Pelikan“) am Lerchenfelder Gürtel hat sich schon in den letzten
dreizehn Jahren bei insgesamt sechzehn Produktionen von Richard Weihs
bestens bewährt.
Das denkmalgeschützte Haus wurde 1740 erstmals urkundlich erwähnt und ist
somit das älteste (und das letzte erhaltene) von über hundert
Wirtshäusern, die es Mitte des 19. Jahrhunderts in Neulerchenfeld gab. Der
Ort lag damals noch vor dem Linienwall und war ein beliebtes Ausflugsziel
für die „kleinen Leute“. Und für diese spielten und sangen am Wochenende
Komödianten, Harfenisten und Volkssänger auf den Straßen und in den
Wirtshäusern - in der viel besungenen „seligen Backhendlzeit“.
Bei der ersten Produktion im „Goldenen Pelikan“ im Jahr 1993
(„Ausg'steckt“ - Ein schauriger Heuriger) stand das Sittl als
Veranstaltungsort noch allein auf weiter Flur. Mittlerweile haben in den
gegenüberliegenden Stadtbahnbögen mehrere Musiklokale ihre Pforten
geöffnet, in denen moderne Elektronik- und Rockmusik gespielt wird. Als
historisches Gegenstück dazu bietet das alte Gürtellokal mit seiner urigen
Beislatmosphäre einen idealen Rahmen für das Programm „Wiener Wahn“.
Das Weinhaus Sittl am Gürtel ist ein Gasthaus der allerältesten Schule.
Ein Ambiente, in dem niemand auf die Idee käme, den Grind als „Patina“
schönzureden: Echter kann Wien nicht sein.
(Thomas Rottenberg, DER STANDARD)
Selten passt Theater so gut zum Ambiente wie hier.
(Christopher Wurmdobler, FALTER)
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MELDUNGEN UND MEINUNGEN
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08 HOSI Wien begrüßt EU-Grundrechtsagentur
Von: Homosexuelle Initiative Wien <office at hosiwien.at>
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Medienaussendung der Homosexuellen Initiative (HOSI) Wien vom 1. März 2007
HOSI Wien begrüßt EU-Grundrechtsagentur
"Wir freuen uns, dass die Agentur der Europäischen Union für Grundrechte heute in Wien offiziell ihre Tätigkeit aufgenommen hat", erklärt Kurt Krickler, Generalsekretär der HOSI Wien. "Wir setzen große Hoffnungen in diese neue Agentur, denn in den meisten EU-Mitgliedsstaaten genießen auch Lesben und Schwule immer noch keine vollen Menschenrechte. Wir erhoffen uns daher von der Agentur starke Impulse."
"So stoßen Lesben und Schwule in manchen Ländern sogar noch auf große Schwierigkeiten, wenn sie ihr Grundrecht auf Versammlungsfreiheit ausüben wollen, etwa in Polen oder Lettland, wo die Behörden die Durchführung von Gay-Pride-Paraden be- und verhindern. Auch im Bereich des Rechts auf Familien- und Privatleben gibt es in vielen Ländern noch große Probleme", berichtet Krickler weiter, der heute für den europäischen Lesben- und Schwulenverbands ILGA-Europa als dessen Ehrenvizepräsident an der Eröffnungsveranstaltung im Palais Niederösterreich teilnahm.
Das Phänomen Homophobie erforschen
"Wie schon ihre Vorgängerin, die Europäische Stelle zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit (EUMC), wird auch die neue Agentur u. a. Daten erheben sowie Studien und Forschungen durchführen. Aufgrund der Ausweitung des Mandats kann die Agentur in Zukunft auch Phänomene wie etwa Homophobie beobachten und untersuchen, wie EUMC-Direktorin Beate Winkler auf Anfrage der HOSI Wien beim österreichischen Runden Tisch bestätigte, der am 26. Jänner 2007 zur Präsentation der Agentur im Bundeskanzleramt stattfand", so Krickler weiter.
"Ein wichtiges Element in der Arbeit der Agentur stellt die Kooperation mit der Zivilgesellschaft dar. Sowohl die ILGA-Europa als auch ihre Mitgliedsorganisationen in den EU-Ländern werden die Möglichkeit der Zusammenarbeit nützen und die Tätigkeit der Agentur unterstützen."
HINWEIS: Die EU-Verordnung Nr. 168/2007 vom 15. Februar 2007, mit der die Europäische Grundrechtsagentur errichtet wird (Amtsblatt vom 22.2.2007), steht zum Download bereit unter: www.hosiwien.at/?p=626
Rückfragehinweis:
Kurt Krickler, Generalsekretär: Tel. (01) 5451310 oder 0664-5767466
office at hosiwien.at
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09 "Die Zeit" über "Halbmond & Hakenkreuz"
Von: Café Critique <cafe.critique at gmx.net>
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DIE ZEIT, 31.08.2006, Nr. 36
Im Judenhass vereint
Im Frühjahr dieses Jahres veröffentlichten die Historiker Klaus-Michael Mallmann und Martin Cüppers, beide tätig an der Forschungsstelle Ludwigsburg an der Universität Stuttgart, einen aufsehenerregenden Quellenfund: Sie wiesen nach, dass sich im Sommer 1942 bei der Panzerarmee Afrika ein Einsatzkommando der Sicherheitspolizei und des SD konstituiert hatte. In Erwartung eines siegreichen Vormarsches von Rommels Afrika-Korps nach Ägypten und Palästina wurde das Einsatzkommando ermächtigt, »in eigener Verantwortung gegenüber der Zivilbevölkerung Exekutivmaßnahmen zu treffen«. Im Klartext hieß das: den Holocaust auf den Nahen Osten auszudehnen und die dortige jüdische Bevölkerung zu ermorden. Die Leitung des Einsatzkommandos übernahm SS-Obersturmbannführer Walther Rauff, der zuvor im Reichssicherheitshauptamt für die »technische Ausrüstung« der Einsatzgruppen in Osteuropa und den Betrieb mobiler »Gaswagen« zuständig gewesen war.
Besonders brisant war die Tatsache, dass Rauffs mobile Todesschwadron die »jüdische Heimstätte in Palästina« ohne willige Helfershelfer unter den Arabern Palästinas nicht hätte »beseitigen« können, wie es in der offiziellen Sprachregelung hieß. Es besteht jedoch kein Zweifel daran, dass arabische Mordkomplizen dank enger Kooperation zwischen Nationalsozialisten und arabischen Nationalisten in großer Zahl bereitgestanden hätten, wenn nicht solchen Plänen durch die Niederlage Rommels bei El-Alamein im Herbst 1942 die Grundlage entzogen worden wäre. In ihrem neuen Buch gehen Mallmann/Cüppers dieser Komplizenschaft zwischen Nationalsozialisten und arabischen Nationalisten nun intensiv und systematisch nach.
Den Prototyp des arabischen Kollaborateurs repräsentierte vor allem der Mufti von Jerusalem, Amin al-Husseini, der im November 1941 von Hitler persönlich empfangen worden war. Die Autoren weisen jedoch darauf hin, dass dem Nationalsozialismus über die Person des sattsam bekannten Mufti hinaus breite Sympathien in der arabischen Welt entgegenschlugen. Seit den dreißiger Jahren habe sich – nicht nur in Palästina – ein Amalgam aus arabischem Nationalismus, Antisemitismus und Islamismus verbreitet, das gegenüber dem Nationalsozialismus ideologisch anschlussfähig gewesen sei. Wie die Autoren anhand zahlreicher Beispiele illustrieren, fungierte vor allem der gemeinsame Judenhass als ideologische Brücke, wobei der mörderische Charakter des nationalsozialistischen Antisemitismus viele arabische Nationalisten keineswegs abgestoßen, sondern sogar angezogen habe. Nicht ideologische Differenzen hätten arabische Nationalisten und Nationalsozialisten getrennt, sondern allenfalls außenpolitische Grundsatzentscheidungen Hitlers, die dem arabischen Raum anfänglich keine Priorität beimaßen.
Mit dieser These wenden sich die Autoren prononciert gegen die Auffassung von der »ideologischen Inkompatibilität« (Francis Nicosia) zwischen arabischem Nationalismus und Nationalsozialismus. Besonders kritisch gehen sie mit einzelnen arabischen Autoren und deutschen Islamwissenschaftlern ins Gericht, die die arabische Kollaboration herunterspielen oder auf bloßen »Opportunismus« zurückführen.
Fazit: Mit diesem Buch liegt ein quellengesättigtes, in mancherlei Hinsicht provokatives Grundlagenwerk zur arabisch-nationalsozialistischen Kollaboration vor. Man kann es auch als Plädoyer dafür lesen, das oft zu hörende Diktum von der »traditionellen deutsch-arabischen Freundschaft« auf seine Grundlagen zu prüfen. Frank Bajohr
© DIE ZEIT, 31.08.2006, Nr. 36
Klaus-Michael Mallmann/Martin Cüppers: Halbmond und Hakenkreuz
Das Dritte Reich, die Araber und Palästina; Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2006; 288 S., 49,90 €
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Halbmond Hakenkreuz – Das „Dritte Reich“, die Araber und Palästina
Vortrag und Buchpräsentation mit Martin Cüppers (NS-Forschungsstelle Ludwigsburg an der Universität Stuttgart)
Moderation: Stephan Grigat
16. März 2007, 20.00 Uhr (pünktlich)
Neues Institutsgebäude, Hörsaal II, Universitätsstraße 7, 1010 Wien
http://www.cafecritique.priv.at
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10 Scheit über Friedländers "Jahre der Vernichtung"
Von: Café Critique <cafe.critique at gmx.net>
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»Leben oder Tod, bring es rasch«
Saul Friedländers Buch über die Jahre der Vernichtung verbindet die Historiografie mit dem Erschrecken der Opfer. von gerhard scheit
http://jungle-world.com/seiten/2007/09/9468.php
In einer Denkschrift des Berliner Auswärtigen Amts vom 3.?Juli 1940 heißt es, die Juden, soweit man sie nach Madagaskar deportiert, sollen »als Faustpfand in deutscher Hand« bleiben: »für ein zukünftiges Wohlverhalten ihrer Rassegenossen in Amerika«. – Am 28.?Juli erklärt Hitler in Salzburg dem slowakischen Präsidenten Jozef Tiso, Deutschland sei fest entschlossen, einen Wirtschaftsblock aufzubauen, der »unabhängig von dem als internationaler Judenschwindel zu bezeichnenden Gold« sein würde. – Walter Benjamin schreibt am 2.?August aus Marseille an Adorno in den USA: »Ich bin verurteilt, jede Zeitung (sie erscheinen hier nur noch auf einem Blatt) wie eine an mich ergangne Zustellung zu lesen und aus jeder Radiosendung die Stimme des Unglücksboten herauszuhören.« – Unter den Zustellungen, zu denen Millionen Juden in Europa verurteilt sind, firmieren auch die Kulturnachrichten: Im September präsentiert Veit Harlan auf dem Filmfestival in Venedig unter großem Beifall seinen Film »Jud Süß«.
Die Allgegenwart der Vernichtung kann doch einzig in solchen Fakten und Zitaten zum Ausdruck kommen. Unzählige davon hat Saul Friedländer gesammelt – aus den verschiedensten Bereichen der Gesellschaft, die keine mehr war; Monat für Monat dieser »Jahre der Vernichtung« wird durch ihre Zusammenstellung nicht positivistisch dokumentiert, sondern im Eingedenken bezeugt. Wer sein Buch liest, weiß in jedem Moment, dass ebenso gut unzählige weitere hinzugefügt werden könnten.
Ihre Montage ist keineswegs beliebig: Sie folgt dem Prinzip, die Erfahrungen und die Hoffnung der Opfer kontinuierlich den Handlungen und dem Bewusstsein der Täter entgegenzusetzen. Im Sommer 1941 schreibt Wehrmachtssoldat »Franzl« aus Tarnopol seinen Eltern nach Wien: »Bis jetzt haben wir zirka 1?000 Juden ins Jenseits befördert, aber das ist viel zu wenig für das, was die gemacht haben.« Zu Silvester begrüßt Eliszewa im Ghetto in Stanislawów das kommende Jahr: »Vielleicht wirst du glückbringender sein für unser altes, elendes Volk, dessen Schicksal in den Händen des Ungerechten liegt. Und noch eines. Was immer du mir bringst, ob Leben oder Tod, bring es rasch.«
Eine Konsequenz der Darstellung liegt darin, dass die diversen Totalitarismus- und Faschismustheorien durchaus sabotiert werden. Was diese Theorien subsumieren, ist in Wahrheit durch Lage und Bestimmung von Tätern und Opfern geschieden: »Während in der Sowjetunion die Elite terrorisiert war und die Bevölkerung in einer Atmosphäre lebte, in der sich Furcht und Bewunderung für den würdigen Jünger von Marx und Lenin mischten, war Hitler von der hysterischen Verehrung und dem blinden Vertrauen so vieler Menschen über so lange Zeit hinweg umgeben, dass auch noch weit nach Stalingrad zahllose Deutsche seinen Siegesversprechen Glauben schenkten. Nichts Derartiges galt je für Mussolini?
«
Die Hauptfrage, die Friedländer gegen Ende stellt, lautet, warum Millionen und Abermillionen von Deutschen Hitler bis zum Ende blind nachfolgten, warum viele am Ende immer noch an ihn glaubten, wodurch also der Führer den Geführten »Gemeinschaftsgefühl und Zielbewusstsein« einflößen konnte. Dabei hat er die Antwort mit seinem ganzen Buch schon gegeben: Anfang 1943, heißt es darin einmal, waren die Informationen über die massenhafte Vernichtung im Reich so weit verbreitet, dass sie die Mehrheit der Bevölkerung erreicht hatten.
Wie um zuletzt noch zu vergegenwärtigen, von welchem Ort aus die Darstellung geschrieben ist, schließt sie mit der Situation, in der die Überlebenden sich befinden: »Immer wieder zog die Vergangenheit sie zurück in überwältigendes Entsetzen, und durchgängig weckte sie auch nach all den Jahren die unzerstörbare Erinnerung an die Toten.« Auf dem Cover sind Kinder aus Theresienstadt abgebildet. Saul Friedländer ist selbst Überlebender: 1932 als Kind deutschsprachiger Juden in Prag geboren, flohen seine Eltern mit ihm 1939 nach Frankreich, er überlebte versteckt in einem katholischen Internat. Sein Vater und seine Mutter wurden – nach einem gescheiterten Fluchtversuch in die Schweiz – deportiert und ermordet.
Das Entsetzen in der Erinnerung nicht preiszugeben, formuliert schon das Vorwort als Programm und wendet sich damit gegen die geläufige Historisierung, gegen »das Ziel des historischen Wissens«, »die Fassungslosigkeit zu domestizieren, sie wegzuerklären«.
Das Buch versucht, Geschichte zu schreiben, wie Claude Lanzmann seine Filme macht: geleitet von Erfahrung, mit der aber nicht Unmittelbarkeit vorgegaukelt wird, die vielmehr fortwährend reflektiert. So hätte Friedländer das »Gemeinschaftsgefühl und Zielbewusstsein« der Deutschen, damit die Einheit des NS-Staats, gewiss nicht so scharf ins Auge fassen können, wäre er nicht durch den postnazistischen »Widerschein des Nazismus« hindurch auf dieses Gefühl und dieses Bewusstsein erst gestoßen. Nachdem er 1948 im israelischen Unabhängigkeitskrieg gekämpft, in Tel Aviv, Paris und Genf studiert hatte, sah er sich damals, als Professor zwischen Tel Aviv und Genf pendelnd, mit einer bizarren Nostalgiewelle in der Kultur des westlichen Europa konfrontiert. Sein großer Essay »Kitsch und Tod« von 1982 erkannte im Kitsch aktueller Filmproduktionen perfide Reklame für den Tod – jene Sehnsucht nach dem eigenen Untergang, die nur die andere, ichbezogene Seite des Vernichtungswahns ist, der sich gegen die Juden richtet.
Der Tod, so schrieb er damals, sei das zentrale Thema und die Moral all dieser Geschichten von Fassbinder, Syberberg, Visconti, Liliana Cavani (Der Nachtportier), Michel Tournier (Der Erlkönig) u.a. Durch die Wirkung solcher, im emphatischen Sinn postnazistischen Filme und Bücher wurde Friedländer »auf den generellen Ursprung zurückgeführt, dem die Wirkung des Nationalsozialismus selbst entspringt?
?Der Nazismus und der Widerschein des Nazismus entsprechen einander.«
Ein deutscher Historiker wie Hans Mommsen fühlt sich hingegen immer nur veranlasst, »tiefe Erschütterung« zur Schau zu stellen, er habe das Buch Friedländers »als Deutscher zugleich mit einem Gefühl der Beschämung« gelesen, schreibt er in der Frankfurter Rundschau. Versucht er, der Erschütterung dann auf den Grund zu gehen, kommt ihm lediglich die Verflochtenheit der »beteiligten Politikfelder« in den Sinn. Allerdings sei, so Mommsen, durch die »narrative Darstellungsform« Friedländers, in deren bewusstem Verzicht auf »wissenschaftliche Distanz«, die Funktion von Tätern und beteiligten bürokratischen Institutionen marginalisiert worden. Erschütterung und Beschämung sind eben oft kompensatorische Funktion davon, dass man eigentlich die Schuld der Täter durch die Funktion der beteiligten bürokratischen Institutionen marginalisiert zu sehen wünscht.
Gerade dort, wo Friedländer selbst von den Institutionen ausgeht und das NS-System an sich und isoliert von den Erfahrungen der Opfer analysieren möchte, kommt er zu falschen Schlüssen. Er spricht etwa im Vorwort, wie um den so genannten Funktionalisten unter den Historikern Rechnung zu tragen, von der »kollektiven Mobilisierungsfunktion ›des Juden‹«: »Für ein Regime, das auf fortwährende Mobilisierung angewiesen war, diente der Jude gleichsam als treibende Kraft.« Hier, wo die Kritik politischer Begriffe vonnöten wäre, hätte vielleicht die Auseinandersetzung mit theoretischen oder philosophischen Versuchen wie denen Adornos, Moishe Postones oder Emil L. Fackenheims Klarheit schaffen und dem falschen, weil selber totalitären Begriff von Funktion auch eine begriffliche Absage erteilen können.
Sobald Friedländer allerdings mit dem Material konfrontiert ist und in dessen Analyse sein Denken entfaltet, muss er sich auch schon selbst widersprechen und hält – so im Fall der finnischen Juden – fest, dass es nicht nur »keinen wirtschaftlichen Nutzen für die Volksgemeinschaft« gab, sondern auch nicht »irgendeinen anderen politischen oder ökonomischen Vorteil, wie man ihn sooft herangezogen hat, um den Feldzug der Nazis gegen die Juden zu erklären – es war nichts als pure ideologische Wut.« Daran ändert sich auch nichts, wenn dieser Wut reelle politische Vorteile für die Wütenden entspringen.
So eröffnete »annihilation for the sake of annihilation« (Fackenheim) den Deutschen nicht zuletzt eine europäische Perspektive, konnten doch die Nationalsozialisten mit jener Vernichtungswut nicht nur bei der Bevölkerung in Deutschland, sondern – wenn auch in unterschiedlicher Dichte und Intensität und mit bestimmten nationalen Ausnahmen (Dänemark, Bulgarien) – in ganz Europa rechnen. Ohne es ausdrücklich hervorzuheben, macht Friedländers Buch wie kaum ein anderes deutlich, dass der Massenmord an den europäischen Juden und der Versuch, Europa unterm Nationalsozialismus zu einen, voneinander nicht zu trennen sind. Mittel und Zweck werden vordergründig geradezu austauschbar, so sehr sind Vernichtung und Vereinigung eins, und es erscheint mitunter der Antisemitismus als Mittel zur europäischen Vereinigung. »Der Jude muss aus Europa heraus. Wir kriegen sonst keine europäische Verständigung«, sagte Hitler Anfang 1942 zu seinen Getreuen.
Friedländer, der mit dem Mai 1945 endet, wirft unwillkürlich die ideologischen Grundlagen der heutigen europäischen Verständigung auf – einer Verständigung, die des inneren Feinds entbehrt. Die Frage findet sich nicht einmal zwischen den Zeilen des Buchs und kann sich doch bei der Lektüre stellen: Welche Rolle spielt eigentlich der Hass auf Israel und auf dessen Schutzmacht, der in der Bevölkerung Europas mehr denn je um sich greift, bei dieser Verständigung, für die man keine Verfassung findet?
»Jud Süß« erhielt damals auf dem Filmfestival in Venedig natürlich viele überschwengliche Kritiken. Michelangelo Antonioni, nachmals ein führender Vertreter europäischer Filmkunst, schrieb eine davon, und sie lobt den Film, als wäre dessen Ästhetik zugleich die von ihr geförderte Vernichtungspolitik: »Dies ist ein überzeugender, prägnanter, außerordentlich wirkungsvoller Film?
?Es gibt nicht einen einzigen Augenblick, in dem das Tempo des Films nachlässt, auch nicht eine Episode, die sich nicht harmonisch in alle anderen einfügt: Es ist ein Film, der durch völlige Einheit und Ausgeglichenheit charakterisiert ist?
?«
Saul Friedländer: Die Jahre der Vernichtung. Das Dritte Reich und die Juden 1939 – 1945. Beck, München 2006, 864 S., 34,90 Euro
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Halbmond Hakenkreuz – Das „Dritte Reich“, die Araber und Palästina
Vortrag und Buchpräsentation mit Martin Cüppers (NS-Forschungsstelle Ludwigsburg an der Universität Stuttgart)
Moderation: Stephan Grigat
16. März 2007, 20.00 Uhr (pünktlich)
Neues Institutsgebäude, Hörsaal II, Universitätsstraße 7, 1010 Wien
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11 KPÖ/EU/Sozialbericht/Umverteilung
Von: KPÖ-Information <info at kpoe.at>
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KPÖ-Pressedienst – Drechslergasse 42, 1140 Wien – Telefon +43 (1) 50 36 580 - 0 – Fax +43 (1) 50 36 580 - 499 - Mail info at kpoe.at –
Web www.kpoe.at - News www.kpoe.at/lpd - Ausgabe vom 1. März 2007
Gesellschaftliche Umverteilung wird immer dringlicher
KPÖ sieht sich durch Sozialbericht der EU in ihrer kritischen Position bestätigt
„Nicht nur in Österreich sondern europaweit stellt sich immer dringender die Notwendigkeit einer radikalen Umverteilung des
gesellschaftlichen Reichtums“ stellt KPÖ-Bundessprecherin Melina Klaus zum jüngsten Sozialbericht der EU fest.
Diesem Bericht zufolge sind 72 Millionen Menschen in den 27 EU-Ländern armutsgefährdet weil sie mit weniger als 60 Prozent des so
genannten medianen Äquivalenzeinkommens auskommen müssen. Besonders betroffen sind junge Familien, AlleinerzieherInnen sowie Kinder
und Jugendliche: 18 der 94 Millionen Menschen unter 18 Jahren sind armutsgefährdet und verschärfend dazu besonders vom
Strukturwandel des neoliberalen Kapitalismus betroffen.
Stress, Übergewicht, Drogenkonsum, psychische Erkrankungen, Verbrechen und die Verdoppelung der Scheidungsrate seit 1960 werden als
Symptome dieser Entwicklung ebenso registriert wie die Tendenz, dass Armut von einer Generation zur nächsten quasi vererbt wird. Das
Auseinanderklaffen von arm und reich wird etwa daran deutlich, dass ein britischer Unternehmer vor 30 Jahren das 30fache, heute aber
das hundertfache eines seiner Angestellten verdient.
Als völlig ungeeignet sieht Melina Klaus allerdings die „Rezepte“ der EU-Finanzminister gegen diese Entwicklung, wenn sie
ausdrücklich vor Lohnerhöhungen warnen um die Wettbewerbsfähigkeit nicht zu gefährden und statt dessen auf dubiose
Mitarbeiterbeteiligungen am „Wohlstandsgewinn“ setzen wie etwa Vizekanzler Wilhelm Molterer (ÖVP).
„Das bedeutet letztlich nichts anderes als die Lohnabhängigen in Geiselhaft für Unternehmerrisiken zu nehmen und sie gezielt
gegeneinander auszuspielen“, so Klaus. Als Negativbeispiel nennt sie dazu die Konflikte um die Mitarbeiterbeteiligung bei der AMAG
Ranshofen. Erfreulicherweise hat jetzt auch der leitende ÖGB-Sekretär Richard Leutner ein Umdenken signalisiert und festgestellt,
dass „Mitarbeiterbeteiligung kein Ersatz für aktive Lohnpolitik“ sein kann.
In Österreich ist die Lohnquote, also der Anteil der Einkommen der Unselbständigen am gesamten Volkseinkommen, seit Ende der 70er
Jahre von 72 auf 58 Prozent gesunkenen. Im Umkehrschluss ist also der Anteil der Einkommen aus Besitz und Finanzvermögen im selben
Zeitraum von 28 auf 42 Prozent gestiegen. Es ist bezeichnend, wenn sogar EU-Währungskommissar Joaquin Almunia warnt, dass die
Lohnquote einen historischen Tiefststand erreicht hat, weil damit nicht nur die notwendige Inlandsnachfrage fehlt sondern auch der
bisher breite Mittelstand sich der Armutsgrenze nähert.
Die Pläne der Regierung zur Armutsbekämpfung mit einer Mindestsicherung von 726 Euro – für welche die Betroffenen zuerst nach dem
Muster von Hartz IV in Deutschland arm gemacht werden – und einem Mindestlohn per Generalkollektivvertrag von tausend Euro brutto
(das sind 820 Euro netto) sind völlig unzureichend. Der oberösterreichische Soziallandesrat Josef Ackerl (SPÖ) bestätigt mit seiner
Aussage „Über tausend Euro Mindestlohn zu reden ist lächerlich, da ist keine Teilhabe der Familien am gesellschaftlichen Leben
möglich“ („Österreich“, 18. 2.2007) indirekt die Forderung der KPÖ nach einem gesetzlichen Mindestlohn von 1.300 Euro bzw. acht Euro
pro Stunde.
Die vom deutschen Finanzminister Peer Steinbrück beschworene „Legimitationskrise des Modells der sozialen Marktwirtschaft“ ist in
einem zur „sozialen Kälte“ gewandelten Kapitalismus längst Realität, wie etwa der steigende Anteil der NichtwählerInnen als „Früchte
des Zorns“ über die Verweigerung der „Früchte des Wachstums“ verdeutlicht.
Neben einer aktiven Lohnpolitik, die nicht nur die Inflation, sondern auch die gestiegene Produktivität abdeckt ist eine
steuerpolitische Umverteilung zur Finanzierung sozialer Absicherungen dringend notwendig. Konkret fordert die KPÖ die
Wiedereinführung der vom damaligen SPÖ-Finanzminister Lacina abgeschafften Vermögenssteuer, die Anhebung des Spitzensteuersatzes,
höhere Steuern auf die enormen Profite des Kapitals und die Abschaffung der steuerschonenden Privatstiftungen.
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12 lautsprecherbus / megaphon
Von: Konstantin Jakabb <k.jakabb at rock.co.at>
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hallo
ich habe zufällig gehört, das sihr eienen lautsprecherbus besitzt ???
stimmt das und könnte man den auch mieten !?
liebe grüße
Konstantin Jakabb
Eventmanager
Rock + Partner
Rock Comp. Gesellschaft m.b.H.
Schönbrunner Straße 213-215, Loft 1
1120 Wien
Tel. +43 1 877 74 92 33
Mob. +43 664 500 46 96
Fax +43 1 877 74 92 9
ISDN +43 1 877 74 96
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INTERNATIONALE SOLIDARITÄT
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13 Die Ehre der Männer. Vergewaltigungen im Irak
Von: WADI Austria <wadi.wien at gmx.at>
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Quelle: Jungle World Nummer 09 vom 28. Februar 2007
Die Ehre der Männer
Vergewaltigungen im Irak
von thomas schmidinger
Wenn Männer im Irak über sexuelle Gewalt reden, geht es meist um die»Ehre«. Eine vergewaltigte Frau gilt nicht als Opfer männlicher Gewalt,sondern als Schande für ihre Familie. Nicht selten stellen Angehörigedie »Ehre« wieder her, indem sie die Frau aus der Familie verstoßenoder sogar ermorden. Irakische Vergewaltigungsopfer sprechen selbst alsFlüchtlinge in Europa oft nicht über ihren eigentlichen Fluchtgrund,sie brauchen in den wenigen Frauenhäusern in den meisten Fällen sehrlange, bis sie sich einer Sozialarbeiterin anvertrauen.
Deshalb wurden im Irak nur sehr wenige Fälle von Vergewaltigungbekannt. In der vergangenen Woche verurteilte ein Militärgericht inKentucky den US-Soldaten Paul Cortez zu 100 Jahren Haft, mit derMöglichkeit, nach zehn Jahren auf Bewährung entlassen zu werden. Cortezhatte seine Beteiligung an der Ermordung einer Famile und derVergewaltigung einer 14jährigen gestanden.
In der irakischen Öffentlichkeit wurde sexualisierte Gewalt nun zumThema, weil erstmals zwei Frauen öffentlich über ihre Vergewaltigungdurch irakische Sicherheitskräfte sprachen und damit das Tabu brachen.Eine 20jährige verheiratete Irakerin aus Bagdad und eine Frau aus TalAfar im Nordirak, ebenfalls verheiratet und Mutter von elf Kindern,erzählten Reportern des arabischen Fernsehsenders al-Jazeera vorlaufender Kamera, sie seien von irakischen Sicherheitskräftenvergewaltigt worden.
Symptomatisch für die Verhältnisse im Irak war die sofortigePolitisierung der Fälle. Nicht ganz zu Unrecht werfen viele Irakeral-Jazeera gewisse Sympathien für arabisch-sunnitische Terrorgruppenvor. Dass al-Jazeera über die Fälle berichtete, wurde von schiitischenPolitikern sofort als Beleg dafür gewertet, dass die Vorwürfe erfundenseien. Bevor die Fälle untersucht werden konnten, verkündetePremierminister Nuri al-Maliki bereits, der Fall der 20jährigen»Sunnitin« sei konstruiert. Sunnitische Terrorgruppen hätten die Fraulediglich vorgeschickt, um einen Vorwand für Racheakte gegen dieSchiiten zu haben.
Aber auch die Gegenseite nutzte den Fall sofort für ihre Zwecke. »AmTag der Abrechnung werdet ihr nach der Ehre der irakischen Frauengefragt werden«, mahnte Sheikh Ali al-Mashhadani, der Imam einerMoschee in Bagdad, die Regierung. Für Ahmed Abdul Ghafar, denVorsitzenden der sunnitischen Stiftungen, ist die Vergewaltigung »einBeweis dafür, dass der neue Sicherheitsplan gescheitert ist«. Promptwurde er von Maliki entlassen. Abu Hamsa al-Muhajir, der mutmaßlicheFührer der al-Qaida im Irak, hat im Internet Rache für dieVergewaltigung angekündigt. Mehr als 300 Kämpfer hätten sich bereitsals Selbstmordattentäter gemeldet.
Umstandslos wird der Begriff der »Ehre« von der Familie auf diekonfessionelle Gruppe übertragen. Die Vergewaltigung einer Sunnitingilt als »Schande« für alle Sunniten, die mit Gewalt gerächt werdenmuss, obwohl nicht einmal sicher ist, dass die Täter tatsächlichSchiiten waren. Schiitische Politiker argumentieren ähnlich blöd: Dader Vorwurf die Integrität der schiitisch dominierten Regierung inFrage stellt, muss es sich um eine falsche Beschuldigung handeln.
Eine neutrale Untersuchung ist derzeit im Irak kaum möglich. Angesichtsder Gefahr, der sich die Frauen aussetzen, ist es jedoch extremunwahrscheinlich, dass sie falsche Aussagen gemacht haben. Dass zweiFrauen es wagten, sich an die Öffentlichkeit zu wenden, führt nicht zueiner Debatte über sexualisierte Gewalt. Vielmehr wurden ihre Aussagenumgehend den ideologischen Konflikten untergeordnet.
--
WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische
Entwicklungszusammenarbeit
WADI-Austria
e-mail: wadi.wien at gmx.atwebsite: www.wadinet.atTel.: 0699-11365509
Postfach 105
A-1181 Wien
Neues Spendenkonto in Österreich:
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IBAN AT4432 0000 0006 955355
BIC (SWIFT) RLNWATWW
Im Februar 2007 erschien die dritte Print-Ausgabe von: WADI-News,
Schwerpunkt: Weibliche Genitalverstümmelung
Wird kostenlos per Post zugeschickt, schicken Sie uns Ihre Adresse!
Online zu lesen unter: http://www.wadinet.at/Media/wadinews.php
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14 "Bundesdeutsche Flüchtlingspolitik und ihre tödlichen Folgen"
Von: ARI_DOKUMENTATION_in_NewYorck59
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ANTIRASSISTISCHE INITIATIVE e.V.
>> Dokumentationsstelle <<
Mariannenplatz 2 – Haus Bethanien – Südflügel – 10997 Berlin
Fon 030 617 40 440 – Funk 0177 37 55 924 – Fax 030 627 05 905
ari-berlin-dok at gmx.de – www.ari-berlin.org/doku/titel.htm
Neu erschienen!
14. aktualisierte Auflage der Dokumentation
"Bundesdeutsche Flüchtlingspolitik und ihre tödlichen Folgen"
(1993 bis 2006)
Zum Ausdruck ist die pdf-Datei mitgeschickt
Die Zahl der Flüchtlinge, die in der BRD Asyl beantragten, war 2006 mit 21.000 die niedrigste seit 1983. Zugleich wurden bei 30.756 Entscheidungen des Bundesamtes nur 251 Personen als Asylberechtigte anerkannt (0,8 %). 1.097 (3,6 %) Menschen erhielten einen Abschiebeschutz nach § 60 Abs.1 des Aufenthaltsgesetzes.
Aber für 100 % der Flüchtlinge bedeutet der Aufenthalt in der BRD – egal, wie er endet – einen jahrelangen Kampf gegen den erklärten Grenzabschottungs- und Abschiebewillen des Staates. Ein Marathon, der aufgrund seiner zeitlichen Länge mittlerweile die Kinder und Kindeskinder der ursprünglich eingereisten Menschen betrifft. Ca. 300.000 Menschen leben in der BRD mit sogenannten Ketten-Duldungen oder Grenzübertrittsbescheinigungen in der ständigen Angst vor Abschiebung – z.T. seit eineinhalb Jahrzehnten oder länger.
Mit der Wahl des Begriffes "Freiwillige Ausreise" zum aktuellen UNWORT des Jahres 2006 wird der zynische Sprachgebrauch der PolitikerInnen und Behörden hervorgehoben. Ein verharmlosender Sprachgebrauch angesichts der eigentlichen Gewalt, der die Flüchtlinge staatlicherseits ausgesetzt sind. Eine Gewalt, die auf allen Ebenen das Ziel verfolgt, den Flüchtlingen die Unerreichbarkeit eines Bleiberechts deutlich zu machen, um sie so zur "freiwillen Ausreise" zu zwingen. Wenn die "Rechnung" nicht aufgeht, dann wird der Aufenthalt mit massivem Polizeieinsatz – oft unter Beteiligung sogenannter Abschiebeärzte – beendet.
Abgesehen von den überraschenden nächtlichen Abholungen aus den Wohnungen mit großem Aufgebot und deutlichen körperlichen Gewaltmaßnahmen, werden Menschen auch direkt bei Behördenterminen verhaftet oder aus ihren Betten in psychiatrischen Kliniken zur Abschiebung weggeschleppt. Einige Flüchtlinge werden zur Einnahme von Beruhigungsmitteln genötigt oder vor Injektionen gar nicht gefragt. Minderjährige Kinder werden durch die Abschiebung von Mutter oder Vater getrennt. Angesichts der drohenden Abschiebung und deren vorhersehbaren Folgen gehen viele Menschen in die Illegalität. Vordergründig haben sie sich dadurch zunächst dem Zugriff der Abschiebebehörden entzogen – die Festnahme der jetzt per Haftbefehl Gesuchten ist dann aber nur noch eine Frage der Zeit.
Und selbst die wenigen anerkannten Flüchtlinge sind sich ihres Lebens nicht sicher. Aufgrund von Auslieferungsersuchen – speziell der Türkei – wurden Menschen aus ihren Wohnungen geholt und in Untersuchungs- bzw. Auslieferungshaft genommen. Das sind Menschen, die aufgrund ihrer nachgewiesenen Folter- und Verfolgungserlebnisse nach Artikel 16a des Grundgesetzes Asyl bekamen und plötzlich durch die Festnahme in die akute Gefahr geraten, in den Verfolgerstaat ausgeliefert zu werden.
Die vorliegende Dokumentation beschreibt in fast 5000 Einzelgeschehnissen die Auswirkungen des staatlichen und gesellschaftlichen Rassismus auf die Betroffenen. Auf Flüchtlinge, die gehofft hatten, in diesem Land Schutz und Sicherheit zu finden, und letztlich an diesem System zugrunde gingen oder zu Schaden kamen. Die jährlichen Zahlen der Dokumentation sind im Vergleich n i c h t sinkend, sondern bleiben konstant. Auszugehen ist von einer wesentlich höheren Dunkelziffer.
Die Dokumentation umfaßt den Zeitraum vom 1.1.1993 bis 31.12.2006.
170 Flüchtlinge starben auf dem Wege in die Bundesrepublik Deutschland oder an den Grenzen,
davon allein 127 an den deutschen Ost-Grenzen*,
470 Flüchtlinge erlitten beim Grenzübertritt Verletzungen, davon 290 an den deutschen Ost-Grenzen*,
138 Flüchtlinge töteten sich angesichts ihrer drohenden Abschiebung oder starben bei dem Versuch,
vor der Abschiebung zu fliehen, davon 50 Menschen in Abschiebehaft,
669 Flüchtlinge haben sich aus Angst vor der Abschiebung oder aus Protest gegen die drohende
Abschiebung (Risiko-Hungerstreiks) selbst verletzt oder versuchten, sich umzubringen, davon
befanden sich 399 Menschen in Abschiebehaft,
5 Flüchtlinge starben während der Abschiebung und
327 Flüchtlinge wurden durch Zwangsmaßnahmen oder Mißhandlungen während der Abschiebung verletzt,
25 Flüchtlinge kamen nach der Abschiebung in ihrem Herkunftsland zu Tode, und mindestens
411 Flüchtlinge wurden im Herkunftsland von Polizei oder Militär mißhandelt und gefoltert
oder kamen aufgrund ihrer schweren Erkrankungen in Notsituationen,
67 Flüchtlinge verschwanden nach der Abschiebung spurlos,
13 Flüchtlinge starben bei abschiebe-unabhängigen Polizeimaßnahmen,
390 wurden durch Polizei oder Bewachungspersonal verletzt, davon 129 Flüchtlinge in Haft.
67 Menschen starben bei Bränden oder Anschlägen auf Flüchtlingsunterkünfte,
744 Flüchtlinge wurden z.T. erheblich verletzt,
13 Menschen starben durch rassistische Angriffe auf der Straße.
Ein Fazit:
Durch staatliche Maßnahmen der BRD kamen 351 Flüchtlinge ums Leben –
durch rassistische Übergriffe oder bei Bränden in Unterkünften starben 80 Flüchtlinge.
* die Angaben für 2006 werden sich noch erhöhen, weil die offiziellen Zahlen des Bundesinnenministeriums noch nicht vorliegen
Die Dokumentation umfaßt zwei Hefte. Beide Hefte zusammen kosten 15 € plus 3,20 € Porto Verpackung.
HEFT 1 (1993 1999) 6 € für 174 S. HEFT 2 (2000 2006) 10 € für 230 S.- plus je 1,60 € Porto Verpackung.
Im Netz (zur Zeit noch die 13. Auflage) unter der Adresse: www.ari-berlin.org/doku/titel.htm
Auszüge aus der Dokumentation:
"Bundesdeutsche Flüchtlingspolitik und ihre tödlichen Folgen "
1993 bis 2006 - 14. aktualisierte Auflage
13. Februar 06
Abschiebegefängnis Berlin-Köpenick. Nachdem die Angestellten des Gefängnisses einem 63 Jahre alten Mazedonier die Aufenthaltskosten im Gefängnis (62 Euro pro Tag) präsentierten und ihm auch noch in Aussicht stellten, für die bevorstehende Abschiebung die Kosten tragen zu müssen, versucht sich der unter schweren Depressionen leidende Gefangene mit einem gerollten Bettlaken am Türgitter eines Toilettenraumes zu erhängen. Bedienstete finden ihn um 14.40 Uhr, heben ihn hoch und befreien ihn aus der Schlinge. Er wird notärztlich versorgt und kommt zur stationären Behandlung seiner Verletzungen ins Krankenhaus. Das Krankenzimmer wird von der Polizei bewacht.
Bereits bei seiner Festnahme war ihm alles Geld abgenommen worden. Seine Rückführung über Tschechien steht unmittelbar bevor.
Aus Protest und Empörung beginnen noch am gleichen Tag 14 Gefangene der zweiten Etage des Hauses 3 einen Hungerstreik – ab 0.30 Uhr tragen sie Matratzen auf die Flure, setzen sie in Brand und verbarrikadieren die Etage. Mehr als 100 Gefangene müssen wegen der gefährlichen Rauchgasentwicklung verlegt werden.
TS 14.2.06; BM 14.2.06; Welt 15.2.06; PNN 15.2.06; BM 16.2.06;
BM 17.2.06; jW 20.2.06; JWB 22.2.06
24. Februar 06
Berlin-Wedding in der Bellermannstraße. Als zwei Zivilbeamte morgens um 7.15 Uhr an der Wohnung der Familie Barbul klingeln, um Herrn Zarko Barbul zur Abschiebung abzuholen, klettert der 32-Jährige in Panik aus dem Fenster der im dritten Stock gelegenen Wohnung. Er steht auf der äußeren Fensterbank und hält sich an einem Kabel einer Satelitenschüssel fest, als die Polizisten ihn laut rufend auffordern, in die Wohnung zurückzukehren. Dann bricht ein Stück Fensterbank herunter und Herr Badul stürzt 15 Meter in die Tiefe. Mit schweren Knochenbrüchen an beiden Beinen und am rechten Arm bleibt er im Hof liegen. Er kommt zur stationären Behandlung ins Virchow-Krankenhaus.
Der Rom Zarko Bardul war vor sieben Jahren mit seiner Frau und dem damals einjährigen Sohn in die BRD geflohen, weil er sich nicht an dem Krieg der serbischen Armee gegen das Kosovo beteiligen wollte. Ein Jahr später wurde ein zweiter Sohn geboren.
Herr Bardul ist Teilnehmer an dem sogenannten Equal-Projekt für Roma-Flüchtlinge "Novi Videi – Neue Perspektiven", einer vom Bundesministerium für Arbeit und der Europäischen Union geförderten Qualifikationsmaßnahme. Die Weisung der Innenverwaltung, daß die TeilnehmerInnen dieser Maßnahme bis zur
Beendigung vor Abschiebung geschützt sein sollten, wurde vom Sachbearbeiter der Berliner Ausländerbehörde jedoch nicht angewandt.
südost Europa Kultur; Polizei Berlin 24.2.06; ND 27.2.06; TS 23.3.06
23. März 06
Bundesland Brandenburg. Als der Kenianer Joseph M. einer Vorladung bei der Ausländerbehörde Frankfurt (Oder) nachkommt, wird ihm mitgeteilt, daß er – aufgrund seines abgelehnten Asylantrages – sofort abgeschoben wird. Nach einer kurzen Unterredung mit seiner Verlobten geht er auf die Toilette, läuft los und springt dort durch das geschlossene Fenster. Der 30-Jährige stürzt eine Etage hinab, und durch den Aufprall auf den betonierten Boden zieht er sich so schwere Verletzungen zu, daß er umgehend ins Klinikum Markendorf eingeliefert werden muß.
Joseph M., der im Jahre 1999 in die BRD geflohen war und hier Asyl beantragt hatte, versuchte seit längerer Zeit, seine Verlobte zu heiraten, und hätte, wenn nicht immer wieder "bürokratische
Hürden" aufgebaut worden wären, schon aufgrund der Heirat mit einer deutschen Staatsangehörigen einen sicheren Aufenthalt. Zuletzt fehlte für das Standesamt eine schriftliche Bestätigung der Gültigkeit des Reisepasses, obwohl die Ausländerbehörde diesen bereits als gültig anerkannt hatte.
Jetzt bezahlt der 30-Jährige die Flucht vor der Abschiebung nach Kenia mit einer Querschnittslähmung. Erst nach diesem Drama erklärt der Oberbürgermeister von Frankfurt, Martin Patzelt (CDU): "Ich werde ihm aus humanitären Gründen ein Bleiberecht in Frankfurt gewähren." Dann weist er darauf hin, daß die letzte rechtliche Prüfung noch nicht abgeschlossen ist und daß eine Aufenthaltserlaubnis ausländerrechtlich begründet sein muß.
WB 24.3.06; BM 25.3.06; taz 25.3.06; Ausländerbeirat FFO 30.3.06;
BeZ 31.3.06; UK 31.3.06; Robin Kendon – Bündnis90/Die Grünen 6.5.06
4. Mai 06
Bundesland Hessen. Der kurdische Flüchtling und abgelehnte Asylbewerber M. Ö. wird zusammen mit seiner schwangeren Frau und zehn Kindern in die Türkei abgeschoben. Fünf deutsche Polizeibeamte in Zivil begleiten sie auf dem Flug nach Istanbul.
Nach der Ankunft am frühen Nachmittag wird die Familie der türkischen Flughafenpolizei übergeben. Ein Verhör der Eltern – getrennt voneinander – schließt sich an. Der Inhalt der Fragen konzentriert sich auf den Grund ihres Aufenthaltes und ihre politischen Aktivitäten in Deutschland.
Nach der Freilassung gehen alle in Richtung Busbahnhof, um von dort in ihren Heimatdorf zu fahren. Ein PKW hält an, und zwei Männer in Zivil steigen aus. Mit den Worten: "Wir sind mit Dir noch nicht fertig" packen sie ihn, schleppen ihn in ihren Wagen und fahren fort. Seither ist Herr Ö. verschwunden. Auch im Februar 2007 gibt es keinerlei Lebenszeichen von ihm.
Die Eheleute Ö. waren im Jahre 1992 in die BRD geflohen, weil sie ins Visier der türkischen Verfolgungsorgane geraten waren. Drei Monate nach ihrer Ankunft in Deutschland wurde ihr erstes Kind geboren.
Antirassistische Initiative Berlin
8. Mai 06
Im Neusser Johanna-Etienne-Krankenhaus erliegt in den Morgenstunden eine 57 Jahre alte Chinesin ihren Verletzungen. Sie hatte sich einen Tag zuvor in den Nachmittagsstunden in der Abschiebehaftanstalt Neuss erhängt und war dann von einem Notarzt reanimiert worden.
Hilfe für Menschen in Abschiebehaft Büren 10.6.06
1. August 06
Bundesland Brandenburg. Um 23.30 Uhr kommt ein vollbesetzter 3er BMW mit 180 Stundenkilometern in einer Linkskurve kurz vor Dannenreich von der Straße ab und rast in drei Bäume hinein. Der Wagen wird durch den Aufprall zerrissen und fängt Feuer. Direkt am Unfallort sterben vier Flüchtlinge. Es sind die Frauen Thi N. (23), Thi N. (39) und die Männer Duc N. (24) und Van N. (29). Zudem kommt der 48 Jahre alte vietnamesische Fahrer, Herr Van N., zu Tode. Im Krankenhaus erliegt ein 31 Jahre alter Mitfahrer aus Tschechien seinen Verletzungen.
Die 36 Jahre alte Vietnamesin Thi H. überlebt mit schwersten Verletzungen, die durch die immense Erschütterung ihres Körpers infolge des Aufpralls entstanden sind. Sie hatte sich zum Zeitpunkt des Aufpralls hockend im Fußraum des Wagens befunden. Sie kommt auf die Intensiv-Station des Cottbusser Krankenhauses. Ihr Mitfahrer Xuang C. - ebenfalls schwerstverletzt – wird ins Krankenhaus von Bad Saarow transportiert. Herr C. hat diverse Verletzungen der inneren Organe und muß mehrmals operiert werden.
Es stellt sich schnell heraus, daß es sich bei dem Unfall um das Ende einer polizeilichen Verfolgungsjagd handelt, einer Maßnahme, die unter der Führung der Bundespolizei innerhalb eines Ermittlungsverfahrens der Staatsanwaltschaft Leipzig gegen einen 48 Jahre alten Vietnamesen aus Leipzig durchgeführt wird. Die Ermittlungen gegen diesen Mann, der auch bei dem Unfall ums Leben kommt, werden wegen des Verdachtes auf Fluchthilfe seit zwei Monaten geführt.
Die Bundespolizei hatte einen Transporter mit vietnamesischen Flüchtlingen bereits ab der tschechischen Grenze beobachtet und zunächst über die Autobahn A13 verfolgt. Bei der Abfahrt Ragow in Brandenburg stiegen mindestens sechs Personen in einen BMW, der dann in Richtung Berlin weiterfuhr. Als die Bundespolizei versuchte, den mit insgesamt acht Personen völlig überladenen BMW zu stoppen, konnte der Fahrer ausweichen und durch zunehmende Geschwindigkeit zunächst flüchten, wurde aber weiter verfolgt. Zwölf Minuten später kam es kurz vor der Ortschaft Dannenreich zu dem folgenschweren Unfall.
Nach sechs und sieben Wochen Krankenhaus-Aufenthalt können die beiden Überlebenden des Unfalles die Krankenhäuser verlassen. Durch Intervention ihrer Rechtsanwältinnen kann ihnen ein längerer Aufenthalt in der Zentralen Anlaufstelle für Asylbewerber des Landes Brandenburg in Eisenhüttenstadt (ZAST) erspart bleiben, und sie kommen gemeinsam in einem Heim in der Nähe von Berlin unter.
FRat Brbg; Antirassistische Initiative Berlin
11. August 06
Flughafen Frankfurt am Main. Es ist der dritte Abschiebeversuch für den 20 Jahre alten Kurden Serif Akbulut. Er ist mit Klettbändern so stark gefesselt, daß seine Hände schmerzen und blau angelaufen sind. Wie bei den vorherigen Abschiebungsversuchen wehrt er sich, indem er um Hilfe ruft und laut protestiert. Der Pilot der Lufthansa-Maschine sagt ihm, daß er ihn trotz des Protestes ausfliegen wird. Áls Serif Akbulut sich weigert, sich zu setzen, wird er von Beamten der Bundespolizei geschlagen und schließlich wieder aus dem Flugzeug herausgebracht. Mit Hämatomen am Hals und an den Fingern kommt er zurück in die JVA Wiesbaden.
Wegen Verfolgung und Folter waren seine Eltern mit ihrem damals 12-jährigen Sohn Serif aus der Türkei geflohen und hatten in der BRD Asylanträge gestellt. Fatma Akbulut ist schwer traumatisiert - ihr Mann leidet unter schwerem Asthma. Beide sind arbeitsunfähig; ihr Sohn Serif hat sich seit seinem 15. Lebensjahr intensiv um sie gekümmert und sämtliche Belange der Familie geregelt.
Am 7. Juli morgens um 6.30 Uhr war Serif Akbulut Zuhause in Schlüchtern abgeholt worden und befand sich um 11.45 Uhr bereits in einer Maschine der Turkish Airlines. Er wehrte sich, woraufhin sich der Pilot weigerte, ihn mitzunehmen. Serif Akbulut kam in die JVA Preungesheim in Abschiebehaft.
Am 15. Juli brach seine Mutter aufgrund der Inhaftierung ihres Sohnes und aufgrund der Abschiebedrohung gegen sie selbst mehrmals zusammen und kam in eine Klinik. Als sie zwei Tage später Polizisten auf den Gängen sah, bekam sie weitere Panikattacken und floh aus der Klinik.
Auch bei dem zweiten Abschiebeversuch am 8. August war es Serif Akbulut gelungen, den Piloten der slowenischen Adria Air zu überzeugen, daß er nicht mitfliegen will. Er kam zurück in Haft – diesmal in die JVA Wiesbaden.
Die Unterstützung für die Familie Akbulut war groß. Mit Demonstrationen, Petitionen und Offenen Briefen verschiedener gesellschaftlicher Gruppen und vieler Einzelpersonen wurde mit zunehmender Intensität ein Bleiberecht für die Familie gefordert. Dies blieb erfolglos.
Daß der vierte Anlauf, Serif Akbulut abzuschieben, den Behörden gelingt, liegt an dem unumstößlichen Abschiebewillen der Verantwortlichen, die weder Geld noch Mühen scheuen. Am 5. September wird Serif Akbulut zum Flughafen Leipzig/Halle geschafft und dort in ein Kleinflugzeug der FSH Luftfahrtunternehmen GmbH in Schkeuditz gebracht. Der 20-Jährige ist mit einer Spezialfesselung verschnürt und wird von zwei mitfliegenden Bundespolizisten und einem Arzt bewacht. Um 11.30 Uhr startet die Maschine in Richtung Türkei.
Bündnis für Bleiberecht Hanau;
KiN 8.7.06; NRhZ 12.7.06 FR 13.7.06; KiN 15.7.06; NRhZ 18.7.06; FR 19.7.06; KiN 19.7.06; KiN 22.7.06; KiN 27.7.06; FR 28.7.06; FR 2.8.06;
KiN 3.8.06; KiN 10.8.06; KiN 11.8.06; KiN 12.8.06; KiN 15.8.06; KiN 24.8.06; KiN 26.8.06; KiN 30.8.06; jW 30.8.06; FRat Hessen 5.9.06;
HR-online 5.9.06; FR 5.9.06; KiN 5.9.06; indymedia 5.9.06; hr-online 5.9.06; FR 6.9.06; Main-Echo 6.9.06; KiN 6.9.06
13. August 06
In der Abschiebezelle des Flughafens München rammt der 36-jährige Chinese Xiang Zhong Chen mit voller Wucht seinen Kopf gegen die Wand, um sich umzubringen. Er zieht sich dadurch schwere Kopfverletzungen zu.
Der inzwischen endgültig abgelehnte Asylbewerber war vor 12 Jahren in die BRD gekommen und hatte die letzten Jahre in Hof gelebt. Seine Lebensgefährtin ist im sechsten Monat schwanger.
Am 27. September lehnt auch der Petitionsausschuß des Bayerischen Landtages einen Aufenthalt ab. Seine Freundin, die ihn in Abschiebehaft besuchte, sagt: "Er ist weiter bereit, sich lieber umzubringen als nach China zurückzugehen."
Hamburger Initiativenzeitung 17.8.06; FrP 28.9.06; JWB 4.10.06
23. August 06
Frankfurt am Main. Der 36 Jahre alte Yusuf Karaca wird nach einem 90-tägigen Hungerstreik aus der Haft entlassen. Er kommt umgehend in das Universitätsklinikum zur lebensrettenden Behandlung. Einen Tag zuvor hatte sich das Oberlandesgericht Frankfurt gegen eine Auslieferung des Mannes ausgesprochen.
Yusuf Karaca ist anerkannter politischer Flüchtling aus der Türkei. Er wurde aufgrund eines Auslieferungsbegehrens der Türkei am 2. Mai in deutsche Auslieferungshaft genommen.
Am 23. Mai bestätigt das Oberlandesgericht die weitere Haft mit der Fluchtgefahr des Gefangenen. Bemerkenswert ist die Begründung des Gerichts, denn gerade die von Yusuf Karaca angeführte Angst vor Folter, die er tatsächlich jahrelang erleiden mußte und aufgrund derer er als Asylberechtigter anerkannt wurde, sei der "Anreiz" für ihn, sich einer Auslieferung durch Flucht zu entziehen. Das Gericht fordert zudem die Zusicherung des türkischen Staates, daß Herr Karaca seine Reststrafe in der Türkei (20 Jahre) in einem Gefängnis des Typs F fortsetzt und daß die Deutsche Botschaft Gelegenheit erhält, den Inhaftierten aufzusuchen und sich über die konkreten Haftbedingungen zu informieren.
Yusuf Karaca beginnt jetzt einen unbefristeten Hungerstreik mit der Forderung nach seiner sofortigen Freilassung. Mitte Juli wird er vom Gefängnis Weiterstadt in die Krankenabteilung der JVA Kassel gebracht. Der Gefangene hat über 25 kg Körpergewicht verloren, die Gefängnisärzte halten ihn jedoch weiterhin für haftfähig, weil er gesüßte Flüssigkeit zu sich nehme.
Aufgrund eines durch Folter erpreßten Geständnisses war Yusuf Karaca in der Türkei wegen Mitgliedschaft in einer Terror-Organisation zu 30 Jahren Gefängnis verurteilt worden. In Haft war er unzählige Male mit Elektroschocks an den Geschlechtsorganen, der Zunge und den Ohren gequält worden. Mehrmals wurde er am "Palästinensischen Haken" aufgehängt, mehrere Tage mußte er ohne Schlaf und nackt an kalten Stellen verbringen, ihm wurde der Kopf unter Wasser gehalten, nachdem ihm die Folterer die Nasenlöcher zugestopft hatten. Er wurde zu einsamen Orten gebracht und mit dem Tode bedroht. Ihm wurde angedroht, daß auch seine Familienangehörigen festgenommen und gefoltert werden würden. Er befand sich während seiner Haft auch in einem Gefängnis des Typs F. Als er am sogenannten Todesfasten teilnahm und seine Haft für medizinische Maßnahmen unterbrochen wurde (Wenicke-Karsakow-Syndrom), gelang ihm nach 10 Jahren Gefangenschaft die Flucht aus der Türkei in die BRD. Am 28. September 2005 war er als politischer Flüchtling anerkannt worden.
Als Herr Karaca Ende August das Krankenhaus verläßt, ist seine "amtliche" Existenz in der BRD bereits gelöscht: seine Wohnung in Hanau ist gekündigt, und krankenversichert ist er auch nicht mehr. Das Krankenhaus, das ihn nach dem 90-tägigen Hungerstreik medizinisch versorgte, fordert die Kosten von ihm. Herr Karaca, ohnehin durch die letzten Monate psychisch schwer angeschlagen, kommt in eine schwere depressive Krise. "Diese Situation kostet mehr Kraft, als 90 Tage Hungerstreik", sagt er.
Pro Asyl 6.6.06; FR 8.6.06; FR 9.6.06; taz 10.6.06; FR 1.8.06;
FR 4.8.06; HNA 9.8.06; Bericht eines Freundes
13. September 06
Bundesland Nordrhein-Westfalen. Im Flüchtlingsheim in der Kölner Vorgebirgstraße erscheinen Polizeibeamte und durchsuchen die Wohnung der Roma-Familie S. Als sie dabei den Reisepaß von Herrn S. finden, erklären sie ihm, daß er jetzt abgeschoben wird. Herr S. gerät in Panik, weil er denkt, daß er sofort in Abschiebehaft kommt und von seiner Frau und seinen acht Kindern (1œ bis 17 Jahre alt) getrennt wird. Einer der Polizisten höhnt: "So, jetzt geht's ab nach Jugoslawien" und holt die Handschellen heraus. In Panik springt Herr S. aus dem Fenster der im zweiten Stock gelegenen Wohnung. Bei dem Sturz aus vier Metern Höhe fällt er auf die Betoneinfassung eines Gitterfensters zum Keller an der Stirnseite des Hauses. Er bricht sich beide Schienbeine und verletzt sich an der Schulter. Obwohl aus seiner Hose zwei gesplitterte Knochen herausragen und er offensichtlich bewegungsunfähig ist, traktieren ihn die heruntergeeilten Polizisten zunächst mit Pfefferspray und treten mindestens einmal auf ihn ein. Der Schwerverletzte brüllt vor Schmerzen.
Herr S. kommt ins Universitätskrankenhaus und wird umgehend operiert. Nach vierwöchiger Behandlung erfolgt seine Verlegung ins Gefängniskrankenhaus Fröndenberg.
Am 18. Januar 2007 soll er – noch im Rollstuhl sitzend – ohne seine Familie nach Montenegro abgeschoben werden. Die Abschiebung an diesem Tag kann dadurch verhindert werden, daß die Familie einen "Teilerfolg" aushandelt. Sie erklärt sich bereit, "freiwillig" auszureisen, wenn sie erstens zusammenbleiben kann und zweitens Herr S. weitgehend gesund geworden ist. In Montenegro hätte Herr S. als Rom keine Chance auf eine medizinische Versorgung, und die schulische Ausbildung der Kinder würde abrupt unterbrochen. Die Abschiebung wird um einige Monate verschoben.
Rundbrief des Rom e.V. Nr.2 (September 2006);
Rom e.V. 18.1.07
19. September 06
Die togoische Familie Kpakou aus dem Marburger Vorort Cölbe in Mittelhessen soll nach 13-jährigem Deutschland-Aufenthalt abgeschoben werden. Bei dieser Maßnahme wird die Familie von der Behörde gewaltsam und beabsichtigt getrennt.
Der Vater, Christopher Kpakou, wird mit vier volljährigen und zwei minderjährigen Kindern nach Hamburg gebracht, wo eine Sammelabschiebung von Flüchtlingen aus verschiedenen europäischen Ländern nach Westafrika vorbereitet wird. Die Mutter mit dem jüngsten, 6-jährigen Sohn Panajotis, einer 22-jährigen Tochter und deren 2-jährigem Kleinkind Naomi werden zu einem Linienflug nach Frankfurt transportiert.
Während ein Arzt die Abschiebung des unter akutem Bluthochdruck leidenden Vaters in Hamburg aus gesundheitlichen Gründen stoppt, erfolgt die Abschiebung der Kinder nach Togo ungebremst. Sie sind damit endgültig von ihren beiden Eltern getrennt.
Der Widerstand, den Frau Kpakou und ihre erwachsene Tochter am Flughafen Frankfurt den Bundespolizisten entgegensetzen, veranlaßt den Piloten der Linienmaschine, ihre Mitnahme zu verweigern. Die Frauen kommen in Abschiebehaft, die Kinder zunächst in ein Kinderheim – später in eine Pflegefamilie.
Die abgeschobenen Kinder berichten, daß sie bei einem Freund ihres Vaters, einem 73-jährigen Mann in einem 15 qm großen Zimmer untergekommen sind, wo sie mit fünf Erwachsenen leben.
Herr Kpakou unternimmt in seiner Verzweiflung am
26. September einen Selbsttötungsversuch, bei dem er sich an Kopf und Bauch Verletzungen zufügt. Er kommt daraufhin in stationäre Behandlung der Psychiatrie der Universitätsklinik Marburg.
Am 2. Oktober um 5.30 Uhr werden der 6-jährige Sohn von Frau Kpakou und die 2-jährige Enkelin von drei Beamten aus der Pflegefamilie abgeholt und zum Frankfurter Flughafen gebracht. Hier begegnen sie ihren Müttern wieder, die - beide in Handschellen – direkt aus der Abschiebehaft kommen. Um 8.00 Uhr hebt eine offenbar ausschließlich für die vier Personen gecharterte Maschine vom Rhein-Main-Flughafen in Richtung Lomé ab. In Deutschland bleibt einzig der Vater, der nach seinem Suizidversuch nicht reisefähig ist.
OP 19.9.06; OP 20.9.06; OP 21.9.06; OP 22.9.06;
OP 25.9.06; MNZ 25.9.06; Pro Asyl 27.9.06;
ngo-online 27.9.06; MNZ 28.9.06; OP 28,9,06; OP 4.10.06; GA 4.10.06
14. Dezember 06
Der 31 Jahre alte Kurde A. A. wird festgenommen und in einem beschleunigten Verfahren zu einem Jahr Freiheitsstrafe ohne Bewährung verurteilt. Die Haft im Gießener Gefängnis wird wahrscheinlich durch eine Abschiebung in drei Monaten beendet werden. Damit ist es Herrn A. wieder einmal nicht gelungen, mit seiner Frau und den vier Kindern zusammenzuleben.
Die Eheleute M. (damals 16 Jahre alt) und A. A. (damals 18 Jahre alt) gehören der Gruppe der Zaza-Kurden an und waren 1993 mit ihrer damals einjährigen Tochter F. in die BRD eingereist. Da sie nur nach religiösem Ritus geheiratet hatten, wurden die Asylanträge gesondert behandelt.
Nach der Ablehnung seines Asylantrages wurde Herr A. dann im Jahre 1997 ohne seine Familie in die Türkei abgeschoben. Dort erfolgte umgehend seine Festnahme, und nach einer dreitägigen polizeilichen Überprüfung in Haft wurde er frei gelassen. Er war dann gezwungen, seinen zweijährigen Militärdienst abzuleisten. 1999 gelang ihm erneut die Flucht in die BRD – er wurde dann allerdings am 16. Februar 2001 wieder in die Türkei abgeschoben, während seine Frau und die Kinder inzwischen eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung erwirkt hatten.
Viele Versuche von Herrn A., im Rahmen der Familienzusammenführung offiziell in die BRD reisen zu können, scheiterten an den immer wieder ablehnenden und unterschiedlich begründeten Bescheiden der Deutschen Botschaft in Ankara.
Der vorerst letzte Versuch, mit seiner Frau und der vierzehnjährigen Tochter F., dem neunjährigen Sohn F. und den sechsjährigen Zwillingen S. und F. zusammenleben zu können, endet heute mit seiner Verhaftung. Vor einer Woche war er erneut in die BRD eingereist. Im Januar 2007 befindet er sich immer noch in Untersuchungshaft in der JVA Limburg.
Jugendnetz Wetzlar
20. Dezember 06
Bad Pyrmont im Bundesland Niedersachsen. Morgens um 4.00 Uhr werden der Kurde Herr Seyyar und seine sechs Kinder im Alter von zehn bis zwanzig Jahren aus dem Schlaf geweckt. Alle, bis auf den ältesten Sohn Hidir, sollen abgeschoben werden. Zeitgleich holen Polizisten Frau Seyyar aus dem Landeskrankenhaus Hildesheim ab, nachdem sie vor die Entscheidung gestellt wurde, entweder vorerst im Krankenhaus zu bleiben und damit von ihrer Familie getrennt zu sein oder "freiwillig" auszureisen.
Der Transport der Familie zum Flughafen Düsseldorf verläuft nach Aussagen des Sohnes Hidir "unglaublich brutal": trotz Erbrechens von Mutter und Kindern und hygienischer Bedürfnisse sei die fünfstündige Fahrt nicht unterbrochen worden. Die Mutter sei mit Handschellen gefesselt worden, um sie ins Flugzeug zu bringen.
Frau Seyyar hatte sich im Landeskrankenhaus in stationärer Behandlung befunden, weil sie zum wiederholten Male versucht hatte, sich zu töten. Sie hatte Tabletten geschluckt, weil sie den Druck der seit langem angedrohten Abschiebung nicht ertragen konnte. Der von Nachbarn gerufene Notarzt hatte daraufhin zunächst die Einlieferung der nicht ansprechbaren Frau ins St.-Georg-Krankenhaus Pyrmont veranlaßt, von wo aus sie dann ins Landeskrankenhaus gekommen war.
Die kurdische Familie war seit elf Jahren in der BRD; die Asylanträge wurden alle abgelehnt. Der Landkreis kann die öffentliche Kritik an der Abschiebung der Familie Seyyar nicht nachvollziehen: "Der Familie war seit Juli bekannt, daß sie Deutschland verlassen muß .... Dieser Aufforderung ist sie nicht nachgekommen", so eine Sprecher auf Anfrage. "Anders als ihr ältester Sohn Hidir hat die Familie die elf Jahre ihres Aufenthaltes in Deutschland nicht genutzt, um sich hier wirtschaftlich und sozial zu integrieren." Dieser Polemik stehen die Aussagen vom Leiter des Schulzentrums und einer Mitarbeiterin des Kinderschutzbundes, die die Kinder und Eltern seit Jahren kennen, diametral gegenüber.
PyN 28.12.2006; FRat NieSa
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15 KPÖ/Temelin/Atompolitik/EU/EURATOM
Von: KPÖ-Information <info at kpoe.at>
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KPÖ-Pressedienst – Drechslergasse 42, 1140 Wien – Telefon +43 (1) 50 36 580 - 0 – Fax +43 (1) 50 36 580 - 499 - Mail info at kpoe.at –
Web www.kpoe.at - News www.kpoe.at/lpd - Ausgabe vom 28. Februar 2007
Temelin-Konflikt nicht losgelöst von EU-Atompolitik sehen
Österreich finanziert europäische Atomindustrie via EURATOM mit
„Zum Scheitern verurteilt ist eine Politik gegen grenznahe Atomkraftwerke wie jenes von Temelin, wenn sie in erster Linie als
antitschechischer Reflex betrieben werden und nicht im Zusammenhang mit der Atompolitik der EU gesehen werden“ stellt
KPÖ-Bundessprecher Mirko Messner zur aktuellen Temelin-Debatte fest. Der Schlagabtausch über die Untätigkeit der Bundesregierung bei
der Erfüllung des „Melker Abkommens“ in punkto Sicherheit beim tschechischen Atomkraftwerk Temelin verbunden mit der Androhung einer
Völkerrechtsklage geht somit gezielt an der Kernfrage vorbei.
„Während das offizielle Österreich lautstark gegen Atomkraftwerke im nördlichen Nachbarland polemisiert setzt die EU weiter voll auf
den Ausbau der riskanten Atomenergie und Österreich finanziert dies über EURATOM auch noch mit“, so Messner. Laufend auftretende
Störfälle – wie zuletzt in Schweden – machen jedoch die generellen Risiken der Atomkraft egal in welchem Land deutlich.
Bezeichnenderweise haben die Parteien in trauter EU-Eintracht im Nationalrat und Bundesrat die EU-Verfassung beschlossen und damit
auch einen Persilschein für die EU-Atomindustrie ausgestellt. In einem Anhang zur EU-Verfassung wird nämlich der EURATOM-Vertrag
bekräftigt: „Die Bestimmungen des Vertrags zur Gründung der Europäischen Atomgemeinschaft müssen weiterhin volle rechtliche Wirkung
entfalten“.
Ziel des EURATOM-Vertrages ist, die Atomenergie zur fördern, um „die Voraussetzungen für die Entwicklung einer mächtigen
Kernindustrie zu schaffen“ . Das „Anti-AKW-Land“ Österreich zahlt jährlich rund 40 Millionen Euro für EURATOM. Die Renaissance der
Atomenergie in der EU steht in engem Zusammenhang mit den Plänen zur Herausbildung einer EU-Atomwaffenmacht.
„Nicht Prag, sondern Brüssel ist daher die richtige Adresse für den berechtigten österreichischen Protest gegen den Betrieb und
Ausbau der riskanten Atomenergie“, so Messner. Solange Österreich nicht auf EU-Ebene eine wirklich konsequente Anti-Atomlinie
deutlich macht ist der Sturmlauf gegen Temelin ein Kampf gegen Windmühlen.
Nach Meinung der KPÖ ist der weltweite Ausstieg aus der Atomkraft spätestens seit der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl 1986
notwendig. Österreich, das als Ergebnis der Volksabstimmung über Zwentendorf 1978 kein AKW betreibt, könnte dabei eine wichtige
Rolle spielen, wenn ein rascher und allgemeiner Ausstieg aus der Atomkraft in der EU und darüber hinaus aktiv thematisiert würde.
Vor allem müsste Österreich aus dem EURATOM-Vertrag und allen anderen internationalen Vereinbarungen über die Atomkraft aussteigen
und jegliche Finanzierung dafür einstellen.
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16 Friedensprozess in Uganda bricht zusammen
Von: GFBV Hans Bogenreiter
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> GESELLSCHAFT FÜR BEDROHTE VÖLKER
> PRESSEMITTEILUNG Göttingen, den 28.02.2007
>
> Friedensprozess in Uganda bricht zusammen
> Schwere Vorwürfe gegen die EU: "Europa hat eine historische Chance
> vertan"
>
> Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat der Europäischen Union
> (EU) am Mittwoch vorgeworfen, für den Zusammenbruch des
> Friedensprozesses in Norduganda mitverantwortlich zu sein. "Trotz
> unzähliger Appelle ugandischer und internationaler
> Menschenrechtsorganisationen sowie von Kirchen hat die EU weder ihr
> besonderes Interesse gezeigt, dass die Terrorisierung Zehntausender
> Kinder in Norduganda beendet wird, noch hat sie den Friedensprozess
> nennenswert gefördert", kritisierte der GfbV-Afrikareferent Ulrich Delius.
> "Das heutige Ende des Waffenstillstands ist ein schwarzer Tag für die
> europäische Afrika-Politik und Konfliktprävention. Europa hat eine
> historische Chance vertan."
>
> Kein EU-Außenminister sei nach Uganda gereist, um den Friedensprozess
> zu unterstützen und die EU habe mehrere Monate gebraucht, um ihn
> schließlich im Herbst 2006 in einer nur fünf Sätze umfassenden Erklärung
> zu würdigen, sagte Delius. Erst Anfang Februar 2007 sei schließlich eine
> dürftige Unterstützungserklärung der Geberländer Ugandas auf
> Botschafter-Ebene veröffentlicht worden, obwohl die Lage der Kinder in
> keinem Krisengebiet der Welt so schlimm sei wie in Norduganda. Darauf
> hätten das Kinderhilfswerk UNICEF und führende UN-Mitarbeiter mehrfach
> hingewiesen. Mindestens 20.000 Kinder wurden von der LRA verschleppt
> und als Kindersoldaten missbraucht.
>
> An diesem Mittwoch läuft der im August 2006 zwischen der Regierung
> Ugandas und der Rebellengruppe LordŽs Resistance Army (LRA)
> vereinbarte Waffenstillstand aus. Die LRA will die Vereinbarung nicht
> verlängern. Der Zusammenbruch des Waffenstillstandes sein nicht nur für
> Uganda eine Katastrophe, sagte Delius, er werde auch die ohnehin
> instabile Lage im Südsudan und in der Zentralafrikanischen Republik, in
> die
> sich LRA in den vergangenen Tagen zurückgezogen hat, noch weiter
> destabilisieren. Rund zwei Millionen Binnenflüchtlinge und Vertriebene in
> Norduganda hätten große Hoffnung in den Friedensprozess gesetzt.
> 300.000 Vertriebene seien in ihre zerstörten Dörfer zurückgekehrt und
> fühlten sich nun vom Ausland verraten. Denn niemals hätten die Chancen
> für ein Ende des seit 20 Jahren andauernden Krieges so gut gestanden wie
> in den letzten Monaten.
>
> Ulrich Delius ist erreichbar unter Tel. 0160 95 67 14 03.
> ======================================================
> Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV)
> Inse Geismar, Pressereferentin
> Postfach 2024, D-37010 Goettingen
> Tel.+49/551/49906-25, Fax:++49/551/58028
> E-Mail: presse at gfbv.de, Homepage:http://www.gfbv.de
> ======================================================
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17 [Gipfelsoli Newsletter] Heiligendamm
Von: Öffentlicher Verteiler der Gipfelsoli-Infogruppe
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Gipfelinfo - Meldungen über globalisierte Solidarität
und die Proteste gegen unsolidarische Globalisierung
------------------------------------------------------ www.gipfelsoli.org --
- Move against G8
- Die Globalisierung im Ohr - Ein Jugendradioprojekt vor und um den G8-Gipfel
2007 in Heiligendamm
- Bespitzelung - Einschüchterung - Polizeigewalt! Was tun gegen Repression?
- Mark: Vorbereitungen für G8-Konferenzen
- Treffen der Block G8-Kampagne in Bremen
- Cecilienhof für zwei Tage Sicherheitszone
- Grönemeyer: Rockmusik muss nerven
- Regierung sieht Proteste von G 8-Gegnern gelassen
- McPlanet.com 2007- Klima der Gerechtigkeit
- G8-Gegner wollen "Bombodrom" besetzen
- Bürger müssen mit Belastungen leben
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Move against G8
Konzert 23.3.
Hafenklang-Exil, Gr. Bergstr., Hamburg 6 Euro
Live:
Bernadette la Hengst
Iskra
King Fehler: Message Dancefloor
Party:
Marcus Carp vs. Tomassive (elektro/breakbeats)
www.move-against-g8.de www.avanti-projekt.de
21.4. Sillywalks Movement and guests
Rote Flora 23 Uhr
Texte G8-Veranstaltungsreihe HH
Alle Veranstaltungen finden in der Werkstatt 3 (Nernstweg 32-24) in
Hamburg-Altona Donnerstags um 19.30 Uhr statt.
Migration und G8 (22.3. 19.30 Uhr Werkstatt 3, Nernstweg 32-24, Hamburg-Altona)
Der Kampf gegen die kapitalistische Globalisierung ist ein Kampf für globale
Rechte, für das Recht jedes Menschen, seinen Aufenthaltsort und seine
Lebensumstände selbst zu bestimmen. Das Thema Migration spielt daher in den
Protesten gegen den G8-Gipfel eine wichtige Rolle. Wir betrachten Konzepte der
antirassistischen Bewegung und die Ereignisse der letzten Jahre, diskutieren
die Entwicklung staatlicher Politik und versuchen, Antirassismus im Kontext der
Linken einzuordnen.
Eine Veranstaltung von Avanti- Projekt undogmatische Linke
Nazis & G8 (29.3. 19.30 Uhr Werkstatt 3, Nernstweg 32-24, Hamburg-Altona)
Die Mobilisierung gegen den G8-Gipfel in Heiligendamm Anfang Juni 2007 läuft auf
vollen Touren. Jetzt haben sich auch die NPD und andere Neonazis zu Wort
gemeldet und ankündigt, dass sie politisch gegen den G8-Gipfel und die
Globalisierung aktiv werden wollen. Gerade nach dem Einzug in den Landtag von
Mecklenburg-Vorpommern im Herbst 2006 sehen die Neonazis gute Möglichkeiten, im
Zusammenhang mit dem G8-Gipfel ihren völkischen Nationalismus und rassistische
Hetze öffentlichkeitswirksam zu verbreiten.
Dem werden wir nicht tatenlos zusehen. Was verbirgt sich hinter der
Globalisierungskritik der Neonazis, die häufig mit radikalen Gesten in Wort und
Tat daherkommt?
Wie können wir praktisch verhindern, dass die Neonazis sich an den Protesten
beteiligen?
Darüber wollen wir mit Euch sprechen.
Eine Veranstaltung von Avanti- Projekt undogmatische Linke
Privatisierung, Patent, Protest (5.4. 19.30 Uhr Werkstatt 3, Nernstweg 32-24,
Hamburg-Altona)
Gesundheitspolitik und G8
Seit einigen Jahren wird sich in Deutschland um eine Reform des
Gesundheitswesens
gestritten. Kostenreduzierung und Konkurrenz sind die Schlagworte der Debatte.
Parallel dazu werden Kliniken privatisiert. Auf dem G8-Gipfel in Heiligendamm
soll der Schutz von geistigem Eigentum verbessert werden. Die Profitinteressen
der Pharmaindustrie stehen gegen die bezahlbare Abgabe von Medikamenten.
Privatisierung und Patentschutz stellen Rentabilität vor das Recht auf
Gesundheit.
Eine Veranstaltung von Avanti- Projekt undogmatische Linke
Block G8! (12.4. 19.30 Uhr Werkstatt 3, Nernstweg 32-24, Hamburg-Altona)
Massenhafte und andauernde Blockaden. Die Kampagne Block G8 organisiert
Blockaden als Aktionen Zivilen Ungehorsams, an denen sich tausende Menschen
unterschiedlicher politischer, sozialer und kultureller Hintergründe gemeinsam
beteiligen. Ziel ist die praktische Delegitimierung und Blockade des G8-Gipfels
in Heiligendamm. Wir stellen das Konzept vor und stellen es zur Diskussion.
[Avanti- Projekt undogmatische Linke]
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Die Globalisierung im Ohr - Ein Jugendradioprojekt vor und um den G8-Gipfel 2007
in Heiligendamm
20.-22. April
11.-13. Mai
1.-3. Juni 2007
Drei Wochenenden mit folgenden Schwerpunkten:
Globalisierung? Was ist denn das?
Global Lokal: Auswirkungen von Globalisierungsprozessen auf die Region
Mecklenburg-Vorpommern
Radio selbst gemacht: Recherche,
Interviews, Radiobeiträge erstellen
Die Idee
Im Juni 2007 findet in Heiligendamm der G8-Gipfel statt. Aus diesem Anlass
treffen sich nicht nur Regierungschefs, um auf streng gesichertem Terrain und
hinter verschlossenen Türen wirtschaftspolitische wie militärische Absprachen
zu treffen, sondern voraussichtlich tausende von Menschen, die gegen diese
herrschende Weltordnung und ihre Auswirkungen ihre Stimmen erheben wollen. Das
Projekt "Globalisierung im Ohr" will mit Jugendlichen eine radiophone
journalistische Begleitung des G8-Gipfels und der Gegenveranstaltungen
ermöglichen. Dabei liegt der Schwerpunkt nicht auf Demo-Berichterstattung,
sondern auf einer inhaltlichen Annäherung an globalisierungsrelevante Themen,
die bereits im Vorfeld des Gipfels recherchiert und auch gesendet werden
können.
Wir wollen vor allem die lokalen Auswirkungen der Globalisierung aus erster Hand
erfahren und in Form von Radio-Reportagen vermitteln. Die Region Mecklenburg
Vorpommern bietet hier einige interessante Ansatzpunkte.
Themen
Die Themen der Reportagen und Berichte sollen zusammen mit den TeilnehmerInnen
erarbeitet werden. Hier aber schon mal einige Vorschläge, wohin die Reise gehen
könnte:
1. Globalisierte Fischerei und weltweite Warenströme im Hafen Wismar oder
Rostock:
Rostock und Wismar sind alte Hansestädte und auch heute noch große Häfen,
wenngleich sie deutlich an Bedeutung eingebüßt haben. Hier bieten sich
vielfältige Ansatzpunkte für Berichte und Reportagen. Die Überfischung der
Meere und die Konsequenzen für die lokalen Fischer; Frischer Fisch aus Fischers
schwimmender Fischfabrik - Globalisierung und Fischfang.
2. Auswirkungen auf die Landwirtschaft und die Möglichkeiten kollektiver
Organisierung am Beispiel Ulenkrug: Der kollektiv betriebene Hof "Ulenkrug",
der im Longo-Mai-Netzwerk organisiert ist, versucht kapitalistischer
Verwertungs- und Leistungslogik ein grenzüberschreitendes Konzept kollektiver
Landwirtschaft entgegen zu setzen. Wie sieht dieser Gegenentwurf aus? Wie das
Leben und Wirtschaften in der konventionell betrieben Landwirtschaft?
3. Vereinnahmung von Globalisierungskritik durch Rechte: Rechte Ideologen
propagieren die Rückkehr zum "ethnisch reinen" Nationalstaat als Gegenkonzept
zur Globalisierung. Wie wirkt sich rechte Hegemonie zusammen mit staatlicher
Ausgrenzung auf hier lebende Flüchtlinge und MigrantInnen aus. Welche
Erfahrungen werden gemacht und was sind Gegenstrategien?
Ziele
Mit dem Projekt "Die Globalisierung im Ohr" wollen wir die bestehende linke
Jugendkultur vor Ort stärken. Den Teilnehmenden soll die Möglichkeit gegeben
werden, sich kritische Perspektiven auf Globalisierungsprozesse zu erarbeiten.
Auch um rechten Vereinnahmungsversuchen in dem Bereich zu widerstehen. Davon
ausgehend können sich die Jugendlichen aufmachen, Alternativen und
Widerstandsmöglichkeiten kennen zu lernen, zu entwickeln und zu erproben.
Der zweite Schwerpunkt liegt in der Vermittlung von Medienkompetenz. Mit Medien
kritisch umgehen und diese selbst zu gestalten sind das, worauf es uns in der
Hinsicht ankommt. Dazu bietet das Medium Radio kreative und vielfältige
Möglichkeiten: Erarbeitung von Themen, die Recherche, das Erlernen der
Interview-Führung (Wie erfahre ich, was ich wissen will?), digitale
Schnitttechnik und damit die Möglichkeiten und Gefahren der Manipulation kennen
zu lernen.
Umsetzung
Das Projekt findet an 3 Wochenenden in Rostock und Umgebung statt.
1. Wochenende: 20.-22. April 2007
Am ersten Wochenende wollen wir uns gemeinsam mit Hilfe von Handbüchern, Texten
und Filmen einen kritischen Begriff der Globalisierung erarbeiten. Erste Themen
werden fokussiert. Daneben geht es vor allem auch um die technische Einführung
in die journalistische Arbeit und speziell die Arbeit im Radio.
2. Wochenende: 11.-13. Mai 2007
Am zweiten Wochenende wird sich vertieft mit den Themenschwerpunkten
beschäftigt. Die Recherche geht weiter, potentielle InterviewpartnerInnen
werden gefunden. In kleineren Teams wird das Material für Beiträge gesammelt
und dann bearbeitet und geschnitten. Die fertigen Beiträge werden über freie
Radiosender (Radio
LOHRO) oder im Internet (Indymedia) gesendet
3. Wochenende: 1.-3. Juni 2007
Das dritte Wochenende findet zum Auftakt der Gipfelproteste statt. Wir können
das Ankommen und den Aufbau des Protestcamps mit Berichten und Interviews mit
AktivistInnen begleiten. Was für verschiedene Protestströmungen gibt es? Was
ist an Aktionen in den nächsten Tagen geplant?
Teilnahme
Die Teilnahme an allen drei Wochenenden wird gewünscht, da sie aufeinander
aufbauen. An dem Projekt "Die Globalisierung im Ohr" können Jugendliche im
Alter zwischen 15 und 23 Jahren teilnehmen. Maximal 14 TeilnehmerInnen. Zur
besseren Planung bitten wir um Anmeldung per Mail unter g8 at radiokonkret.de oder
telefonisch unter 030-26325006
Kosten
Für die Teilnahme an allen 3 Wochenenden erheben wir eine Verpflegungspauschale
von 30 Euro. Ansonsten fallen keine weiteren Kosten an. Für Unterkunft und
Fahrtkosten ist gesorgt. Wir bitten, die 30 Euro bis zum 31.März auf folgendes
Konto zu überweisen: Fibb e.V., Berliner Postbank, Kto.-Nr. 648071108, BLZ
10010010, (Kennwort: "G8")
Durchführende
Tim Zülch (35) und Jetti Hahn (30) werden gemeinsam dieses Projekt anleiten. Wir
verstehen uns vor allem als Begleitung und Unterstützung. Seit mehreren Jahren
sind wir selbst in der antirassistischen politischen Arbeit als auch in der
Bildungsarbeit tätig. Tim Zülch ist zudem freier Radiojournalist.
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Roter Abend der internationalen KommunistInnen: Move against G8!
Bespitzelung - Einschüchterung - Polizeigewalt! Was tun gegen Repression?
Mittwoch, 7. März um 20 Uhr im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73,
Berlin-Friedrichshain
Die GegnerInnen des G8-Gipfels, der im Juni in Heiligendamm stattfinden soll,
stehen zunehmend im Visier der Sicherheitsbehörden. Die Warnungen vor Störungen
durch linke GipfelgegnerInnen wird über die Medien lanciert. Das sind oft
Vorbereitungen für Repressalien der unterschiedlichen Art.
Am Roten Abend berichtet ein/e VertreterIn der Soligruppe Frankfurt/Oder über
den Versuch des Verfassungsschutzes einen Informanten zu werben, der auch linke
GipfelgegnerInnen ausspionieren sollte. Die [gipfelsoli infogruppe] aus Berlin
wird dann über konkrete Polizeimaßnahmen zum G8-Gipfel berichten.
Ein anderes Beispiel ist die systematische Ausforschung des
strömungsübergreifenden Berliner Sozialforums. Darüber spricht der ehemalige
DDR-Oppositionelle und heutige Sozialforums-Mitarbeiter Reinhard Schult. Doch
staatliche Repression sollte nicht zur Passivität verleiten.
Deshalb sollen grundlegende Verhaltensstandards gegenüber der Polizei vermittelt
werden. Ein weiterer Schwerpunkt der Veranstaltung wird der Umgang mit
Traumaerfahrungen nach Polizeirepressalien sein. Nach dem G8-Gipfel in Genua
2001 hatte sich gezeigt, dass innerhalb der linken Bewegung dazu großer
Informationsbedarf besteht.
Die Veranstaltung ist Teil der Mobilisierung zum Internationalen Kampftag für
die Freilassung aller politischen Gefangenen am 18.März und der Bewegung gegen
den G8-Gipfel von Heiligendamm Anfang Juni.
[Internationale KommunistInnen]
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Mark: Vorbereitungen für G8-Konferenzen
Das Land Brandenburg will sich bei den etwa 30 Ministertreffen und
Veranstaltungen im Rahmen der deutschen G8- und EU-Präsidentschaft in diesem
Frühjahr in Potsdam als Gastgeber hochrangiger Veranstaltungen profilieren. Die
Vorbereitungen liefen auf Hochtouren, sagte Europa-Staatssekretär Gerd Harms am
Dienstag.
Unter anderem finden in Brandenburg mehrere EU-Fachkonferenzen sowie drei
G8-Ministertreffen statt. Höhepunkt ist dabei am 30. Mai das
G8-Außenministertreffen im geschichtsträchtigen Konferenzsaal des Potsdamer
Abkommens. Damit ist Potsdam zum ersten Mal wieder Gastgeber der Siegermächte
von 1945, USA, Sowjetunion und Großbritannien, wie Harms erklärte.
Harms betonte, Brandenburg beteilige sich inhaltlich maßgeblich an der
Positionierung der Regionen zur Bewältigung des demografischen Wandels in
Europa. Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) hatte am 17. Oktober 2006 in
Brüssel das Positionspapier der "Allianz der vom demografischen Wandel
betroffenen europäischen Regionen" unterzeichnet. Auf Einladung Brandenburgs
findet schließlich am 22. Juni in Potsdam ein Treffen der Europäischen Union zu
diesem Thema statt.
[http://www.rbb-online.de/_/nachrichten/politik/beitrag_jsp/key=news5534060.html]
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Treffen der Block G8-Kampagne in Bremen
***Am vergangenen Wochenende, den 24. und 25. Februar hat das offene Treffen der
Kampagne "Block G8" stattgefunden*** Mehr als 60 Leute aus den verschiedensten
Spektren und Zusammenhängen haben teilgenommen*** Die Planung zur massenhaften
Blockade des G8-Gipfels in Heiligendamm vom 6. bis 8. Juni diesen Jahres gehen
mit großen Schritten voran***
Die Kampagne "Block G8" besteht aus vielen, recht unterschiedlichen Gruppen von
Avanti- Projekt undogmatische Linke, X-tausendmal quer über die
Antifaschistische Linke Berlin sowie Einzelpersonen aus attac, der Werkstatt
für gewaltfreie Aktionen und vielen weiteren mehr. Ziel der Kampagne ist, dass
sich Tausende von Menschen während der Gipfeltage an den Blockaden beteiligen.
Die Blockade soll nicht nur symbolisch sein, sondern die Infrastruktur
tatsächlich stören. Dabei sollen sich Menschen mit unterschiedlich hohen
Aktionserfahrungsgrad beteiligen: von organisierten Linken bis hin zu Personen,
die das erste Mal zivilen Ungehorsam leisten. Mit den Massenblockaden soll
letztlich ein unmissverständliches "NEIN!" gegenüber den G8 ausgedrückt werden.
Gemeinsam wird dadurch die Delegitimierung des Gipfels verdeutlicht sowie die
Ablehnung des neoliberal globalisierten Kapitalismus.
Am Samstag, den 24. und Sonntag, den 25. Februar hat das offene Treffen der
Kampagne unter dem Motto "Move. Block. Stay." in Bremen stattgefunden und über
60 Personen aus dem gesamten Bundesgebiet sind zusammengekommen, um sich zu
informieren und in verschiedenen AGs die weiteren Schritte zu planen. Es gab zu
Beginn eine umfassende Präsentation und Diskussion der Aktionskonzeptes.
Besonders interessant war der Austausch zwischen den bestehenden lokalen
Anti-G8-Bündnissen und deren konkrete Arbeit. In mehreren Städten gibt es
bereits Bündnisse, die Interesse an den kommenden Aktionstrainings haben, um
die praktische Blockade zu üben. Die Aktionstrainings werden angeboten, damit
die Zufahrtsstrassen nach Heiligendamm auch tatsächlich so effektiv und
umfangreich wie möglich blockiert werden. Es wurde sich im Rahmen des Treffens
gegenseitig über die vielfältigen Aktionen und Bündnisse, welche die
G8-Proteste organisieren, auf den aktuellen Stand gebracht. Schon am Samstag
hat sich abgezeichnet, dass die Tage des Widerstandes Anfang Juni offensiv und
ausdauernd werden.
In den AGs wurde sich u.a. Gedanken gemacht, wie die bereits jetzt schon
unzähligen Anfragen zu Info- und Mobilisierungsveranstaltungen in diversen
Städten abgedeckt und koordiniert werden können. Außerdem wurde geplant, welche
Gruppen sich um das Mobilisierungsmaterial kümmern. Die Verschickung der Flyer
und Plakate hat bereits begonnen (die Sachen können übrigens online unter
www.block-g8.org bestellt werden). Auch wurde festgestellt, dass sich die
UnterzeichnerInnen des Aufrufs immer stärker anhäufen, so sind bereits jetzt
die IG Metall Jugend Dessau, der BUKO (Bundeskoordination Internationalismus),
BASTA! Linke Jugend aus Lübeck, die BUNDjugend, AKU Wiesbaden, die Redaktion
Fantômas, die IG Metall Jugend Halle, die Antifa-KOK aus Düsseldorf, das
Institut für Theologie und Politik aus Münster, der Grüne Jugend
Bundesvorstand, die Radikale Linke aus Nürnberg, die Interventionistische
Linke, Pax Christi (Kommission Weltwirtschaft, Ökologie und Soziale
Gerechtigkeit) und viele weiter mehr mit dabei.
Ein Teilnehmer brachte die Stimmung am Rande des Treffens auf den Punkt: "Wir
werden schon dafür sorgen, dass der Gipfel nicht so ablaufen wird, wie sich das
die Herrschenden erhoffen!"
Das nächste Treffen der Kampagne wir im März direkt am Ort des Geschehens,
nämlich in Rostock, stattfinden. WATCH OUT FOR MORE!
Für mehr Infos zur Kampagne: www.block-g8.org
[http://de.indymedia.org/2007/02/169347.shtml]
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Cecilienhof für zwei Tage Sicherheitszone
Mit den Ministerkonferenzen der G8-Staaten in diesem Frühjahr will sich Potsdam
als Gastgeber weiterer hochrangiger Veranstaltungen profilieren. Das sagte
gestern Gerd Harms, der Bevollmächtigte des Landes beim Bund und für
Europaangelegenheiten. Im März treffen sich in der Stadt die Umweltminister der
sieben führenden Industrienationen und Russlands, im Mai die Finanz- und
Außenminister. Laut Harms liegt noch keine Berechnung vor, wie viel die
Konferenzen das Land kosten. "Alle Kosten der Treffen werden vom Veranstalter,
also der Bundesregierung, übernommen", sagte Harms. Das Land müsse jedoch den
Polizeieinsatz bezahlen. Gegen die Ministertreffen hat sich ein Bündnis
gegründet, dem die globalisierungskritische Organisation Attac und die Deutsche
Kommunistische Partei angehören. Geplant ist eine Demonstration unter dem
satirischen Titel "Gemeinsam die Welt zerstören". "Es wird sicherlich keine
Hochsicherheitsanlagen geben", bemerkte Harms im Vergleich zu dem Treffen der
G8-Staats- chefs im Juni, bei dem das Seebad Heiligendamm
(Mecklenburg-Vorpommern) weiträumig abgeriegelt wird. Harms sagte, Schloss
Cecilienhof werde Ende Mai möglicherweise nur für zwei Tage für Touristen
geschlossen bleiben müssen. Dort treffen sich die G8-Außenminister. Auch die
EU-Staaten entsenden im Frühjahr Minister nach Potsdam.
[http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/10879963/60709/]
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Grönemeyer: Rockmusik muss nerven
Herbert Grönemeyer, zusammen mit dem Verband Entwicklungspolitik (VENRO) Träger
der Aktion "Deine Stimme gegen Armut" hat sich in einem vierseitigen Interview
in der aktuellen Ausgabe des SPIEGEL zur Rolle von Popmusik und Politik
geäußert. Er würde sich nie mit Politikern treffen: "Ich glaube, dass Rockmusik
nerven, einen Freigeist-, einen Apo-Charakter haben muss. Ich finde, Politiker
und Popmusik passen nicht zusammen. Popmusik kann trommeln. Wir können Druck
ausüben und Dinge ins Bewusstsein bringen. Wir haben Afrika zurück auf die
Tagesordnung gebracht."
Mit Blick auf den G8-Gipfel im Juni in Heiligendamm sagte der Sänger, er wolle
nicht zu Gewalt aufrufen: "Aber jede gewaltlose Form des Protests finde ich in
Ordnung. Ich verstehe schon, wenn die Leute ungeduldig werden."
[http://www.deine-stimme-gegen-armut.de/blog/]
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Regierung sieht Proteste von G 8-Gegnern gelassen
Die Bundesregierung reagiert gelassen auf den Aufruf von Globalisierungsgegnern,
im Juni gegen den G-8-Gipfel in Heiligendamm zu protestieren. Der
Verantwortliche für die Gipfelvorbereitungen, Staatssekretär Pfaffenbach,
warnte bei MDR INFO davor, die Ankündigung überzubewerten. Er stehe in einem
sehr intensiven Dialog mit den Nicht-Regierungs-Organisationen. Dort treffe er
auf gute Zuhörer, die für die Argumente der Regierung aufnahmefähig seien.
Pfaffenbach verwies zugleich darauf, dass auf der Tagesordnung des Gipfels auch
Themen wie die Armut in Afrika und der Klinmaschutz stehen. Er sehe deshalb
keine Angriffsfläche für Proteste. Globalisierungskritiker hatten gestern eine
große Gegendemonstration zum G-8-Treffen angekündigt. Sie soll wenige Tage
vorher in Rostock stattfinden.
[http://www.mdr.de/nachrichten/meldungen/4177477.html]
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McPlanet.com 2007- Klima der Gerechtigkeit
04.- 06. Mai 2007 in Berlin, Technische Universität
***Jetzt Anmeldestart für den großen Umwelt- und Globalisierungskongress, einen
Monat vor dem G8 Gipfel in Heiligendamm!***
*** Bis zum 09.04.2007 Frühbucherrabatt nutzen***
McPlanet.com 2007, der gemeinsame Kongress von attac, BUND, Evangelischem
Entwicklungsdienst (EED), Greenpeace und Heinrich-Böll-Stiftung, in Kooperation
mit dem Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie.
Alle reden vom Wetter, wir auch - aber anders:
McPlanet.com 2007 bringt - einen Monat vor dem G8-Gipfel - Fragen zum "Klima der
Gerechtigkeit" auf die politische Tagesordnung und spannt damit den Bogen
zwischen Klimachaos, globaler Gerechtigkeit und Globalisierung.
Über 1000 TeilnehmerInnen vernetzen sich und diskutieren. Was bedeutet globale
Gerechtigkeit unter den Bedingungen des Klimachaos? Wie gehen Gerechtigkeit,
Entwicklung und Klimaschutz zusammen? Wie und warum blockieren Politik und
Konzerne in Deutschland, der EU und auf den G8-Gipfeln einen effektiven
Klimaschutz? Was gehört wirklich zum guten Leben?
Reclaim the Climate!
McPlanet.com 2007 stellt unbequeme Fragen, sucht Antworten und bringt in über
100 Veranstaltungen Aktive aus Umwelt- und globalisierungskritischer Bewegung,
Politik, Kirche und Wirtschaft zusammen, um über Klimaschutz, Globalisierung
und Umwelt zu diskutieren und zu informieren.
Akteure kennenlernen!
Zu McPlanet.com 2007 werden Gäste aus der ganzen Welt erwartet, wie z.B.
Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu, Meena Raman, Klaus Töpfer, Jürgen
Trittin, Kate Hampton, Marcelo Furtado, der Bestseller Autor Frank Schätzing.
Sie diskutieren mit Euch und mit prominenten KlimaforscherInnen wie Stefan
Rahmstorf, UmweltschützerInnen und AktivistInnen aus aller Welt - wie z.B.
Ailun Yang (China) Karin Nansen (Uruguay) oder Erasmus Aborley (Ghana) und
vielen anderen Prominenten aus Politik, Kirche, Kultur und Wirtschaft.
Und der G8?
Vom 6.-8. Juni 2007 findet der G8-Gipfel in Heiligendamm bei Rostock statt.
McPlanet.com 2007 ist der Kongress zur globalen Klimagerechtigkeit im Vorfeld
des G8-Gipfels und setzt Akzente: Vor dem Gipfeltreffen der G8 im Juni 2007 in
Heiligendamm und zur deutschen EU-Ratspräsidentschaft. McPlanet.com
2007aktiviert und inspiriert! Nutzt den Kongress als Koordinationstreffpunkt
oder informiert euch, was Klima und G8 überhaupt miteinander zu tun haben!
Global und lokal!
Wir laden Sie und Euch herzlich ein und freuen uns auf einen gemeinsamen
McPlanet.com 2007!
Reclaim the climate!
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G8-Gegner wollen "Bombodrom" besetzen
Brandenburg will sich als Gastgeber für weitere Konferenzen empfehlen
POTSDAM/BERLIN In die Proteste gegen den G8-Gipfel in Heiligendamm
(Mecklenburg-Vorpommern) soll auch das "Bombodrom" in der Kyritz-Ruppiner Heide
bei Wittstock (Ostprignitz-Ruppin) einbezogen werden. Globalisierungsgegner
riefen gestern in Berlin zur Besetzung des ehemaligen sowjetischen
Bombenabwurfplatzes am 1. Juni auf. Unter dem Motto "Jedes Ziel ist ein
Zuhause" solle dabei das Gelände mit pyramidenartigen Holzhütten besiedelt
werden, teilte das Bündnis "No War - No G8" in Berlin mit. Der Aufruf wurde von
39 Friedensinitiativen und antimilitaristischen Gruppen unterzeichnet.
Auf dem von der Bundeswehr geplanten Luft-Boden-Schießplatz solle die Verbindung
zwischen Globalisierung, Militär, Sozialabbau und Verarmung deutlich gemacht
werden, hieß es. "G8 und Krieg gehören zusammen", so Bündnissprecherin Sonja
Schubert.
Die Besetzung des "Bombodroms" wird voraussichtlich ohne Einbindung der
örtlichen Bevölkerung erfolgen. Die in Nordbrandenburg entstandene
Bürgerinitiative "Freie Heide" will sich daran nicht beteiligen. Es sei lange
darüber diskutiert worden, die "Freie Heide" wolle aber bei ihren eigenen
Protestformen bleiben, sagte der Sprecher der Initiative, Benedikt Schirge. Die
Bundeswehr plant auf dem 144 Quadratkilometer großen Areal jährlich bis zu 1700
Kampfübungen mit rund 8500 Tiefflügen.
Dagegen betrachtet das Land Brandenburg die im Frühjahr stattfindenen
Ministerkonferenzen der G8-Staaten in Potsdam als Gelegenheit, sich als
Gastgeber weiterer hochrangiger Veranstaltungen zu profilieren. "Die Treffen
sind eine Chance, Brandenburg als einen Ort für solche Tagungen zu
präsentieren", sagte der Bevollmächtigte des Landes Brandenburg beim Bund und
für Europaangelegenheiten, Gerd Harms. Die Frage nach den Kosten für das Land
sei dabei von untergeordneter Bedeutung. Im März treffen sich in Potsdam die
Umweltminister der sieben führenden Industrienationen und Russlands, im Mai die
Finanz- und Außenminister.
Laut Harms liegt noch keine Berechnung darüber vor, wie viel die Konferenzen das
Land kosten. "Alle Kosten der Treffen werden vom Veranstalter, also der
Bundesregierung, übernommen", sagte Harms. Das Land müsse jedoch für die
Sicherheit Sorge tragen und damit den Polizeieinsatz bezahlen. "Es wird
sicherlich keine Hochsicherheitsanlagen geben", bemerkte Harms im Vergleich zu
dem Treffen der G8-Staats- und Regierungschefs im Juni in Heiligendamm. Der
Tagungsort in dem Seebad wird weiträumig abgeriegelt. Gegner des Gipfels
rechnen mit bis zu 100 000 Demonstranten. Harms sagte, Schloss Cecilienhof
werde Ende Mai möglicherweise nur für zwei Tage für Touristen geschlossen
bleiben müssen. Dort treffen sich die Außenminister der G8.
[http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/10881303/62249/]
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Bürger müssen mit Belastungen leben
Die Besondere Aufbauorganisation Kavala informierte gestern Einwohner Bad
Doberans über G8. Ab 30. Mai ist Heiligendamm dicht.
Bad Doberan Ab 30. Mai ist Heiligendamm dicht, wurde einer Bürgerin gesagt. Sie
wollte das wissen, da sie Schwimmgruppen in der Median-Klink leitet. Ab 10.
Juni könnte der Ort wieder betreten werden, so die Antwort von Knut Abramowski,
Polizeiführer des Planungsstabes für den G 8-Gipfel, auf eine andere Frage
gestern Abend. Die Polizeidirektion hatte in Vorbereitung des Gipfels zu zwei
Informationsveranstaltungen in die Mehrzweckhalle eingeladen. Der Zugverkehr
Rostock-Wismar würde aus heutiger Sicht nicht beeinträchtigt, so eine andere
Antwort. "Wir müssen mit terroristischen Anschlägen rechnen. Wie werden Schulen
geschützt?" So die Frage einer besorgten Mutter. Abramowski sieht durch die
Polizeipräsenz in dieser Zeit die Gefahr nicht größer als in anderen Regionen.
"Wir wollen gute Gastgeber sein. Dann müssen wir den Gipfelgegnern auch eine
Chance geben zu nächtigen, nicht dass sie in Vorgärten liegen", war eine
Bürgermeinung. Man werde wilde und geordnete Camps im Auge behalten, so der
Polizei-Chef. Auch einem besorgten Doberaner, ob denn auch Schleichwege, wie
der durch den Bollhäger Bruch, nach Heiligendamm kontrolliert werden, wurde Mut
gemacht. Klare Antwort auf die Frage: Warum ist das Bürgertelefon keine
kostenfreie Nummer? Gunnar Mächler von der Besonderen Aufbauorgansiation Kavala
nannte finanzielle und technische Gründe. Trotz mehrfachen Ortswechsels der
Sonderorganisation konnte so die Rufnummer stets bleiben.
Mächler machte klar, dass sich die polizeiliche Lage täglich ändern könnte. Und
Abramowski machte kein Hehl daraus, dass die Bürger mit Einschränkungen und
Belastungen in der Zeit um den Gipfel leben müssten. Auch terroristische
Anschläge seien nicht auszuschließen.
Die Polizei wird sich um zahlreiche Veranstaltungen kümmern müssen. Vom 2. bis
9. Juni ist eine Demonstration mit Protestcamp in Heiligendamm angemeldet. Zu
gleicher Zeit wird es eine Dauerversammlung auf Doberans Kamp geben. Am 7. Juni
ist ein Sternmarsch nach Heiligendamm mit bis zu 30 000 Teilnehmern angemeldet.
Von Blockaden rings um Heiligendamm weiß Kavala bereits ebenso. Das Stadtgebiet
Bad Doberan werde uneingeschränkt zu betreten sein.
[http://www.ostsee-zeitung.de/archiv.phtml?Param=DB-Artikel&ID=2617308]
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Ausführlicher Pressespiegel rund um den G8 unter http://www.jpberlin.de/badespasz/presse/wp
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gipfelsoli infogruppe
Newsletter mit Nachrichten über Mobilisierungen, Debatten und Repression im Zusammenhang mit Gipfelprotesten.
Die AutorInnen der Beiträge, so sie nicht von uns verfasst sind, sind mit eckigen Klammern versehen.
Wir können leider keine Verantwortung für die Richtigkeit der Beiträge übernehmen. Auch geben sie nicht zwangsläufig unsere Meinung wieder.
Mehr Infos und Texte sowie ein Archiv des Newsletters unter www.gipfelsoli.org.
Kontakt, Kritik, Beiträge: gipfelsoli at nadir.org
gipfelsoli mailinglist subscribe - unsubscribe: https://lists.nadir.org/mailman/listinfo.cgi/gipfelsoli-l
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18 Klimawandel und Rohstoffabbau in der Arktis:
Ureinwohner sind akut bedroht!
Von: GFBV Hans Bogenreiter <hans.bogenreiter at gfbv.at>
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GESELLSCHAFT FÜR BEDROHTE VÖLKER
Einladung zur Menschenrechtsaktion Berlin/Göttingen, 27.02.2007
>
Eröffnung des Internationalen Polarjahres (01.03.)
Klimawandel und Rohstoffabbau in der Arktis: Ureinwohner sind akut
bedroht!
>
Während der Eröffnung des Internationalen Polarjahrs 2007/2008 in Berlin
am kommenden Donnerstag wird die Gesellschaft für bedrohte Völker
(GfbV) gemeinsam mit drei Inuit aus Grönland auf die akute Bedrohung der
arktischen Völker durch den Klimawandel aufmerksam machen.
Dabei soll auch darauf hingewiesen werden, dass die indigene Bevölkerung
in den Polarregionen schon seit vielen Jahren gravierende
Klimaveränderungen beobachtet. Nach Auffassung der GfbV sollte dieser
reiche Schatz lokalen Wissens über die Umwelt in die wissenschaftliche
Forschung mit einbezogen werden.
>
Das Internationalen Polarjahres 2007/2008, in dem Wissenschaftler die
Rolle der Arktis und Antarktis für das Klima und die Ökosysteme der Erde
intensiv untersuchen wollen, wird getragen durch den International Council
for Science (ICSU) und die World Meteorological Organisation (WMO).
Groß angelegte Messkampagnen und Feldarbeiten von Wissenschaftlern
aus vielen Ländern sollen helfen, die Erde und ihr Klima besser zu
verstehen. In der Vergangenheit gab es bereits zwei Internationale
Polarjahre 1882/83, 1932/33 sowie das Internationale Geophysikalische
Jahr 1957/58 zur wissenschaftlichen Erforschung der Polarregionen.
>
In der Arktis sind die indigenen Völker von den Folgen des Klimawandels
besonders früh und stark betroffen, obwohl sie selbst kaum etwas dazu
beigetragen haben. "Doch statt die rund 400.000 Angehörigen dieser
Gemeinschaften bei der Bewältigung der Klimaschäden zu unterstützen,
nutzen Regierungen und Konzerne das Schmelzen des arktischen Eises,
um bisher unberührte Ressourcen zu plündern", kritisiert Kerstin Veigt,
Mitarbeiterin im Referat Indigene Völker der GfbV. Während es in der
Antarktis untersagt sei, Rohstoffabbau zu betreiben, fehlen den
Ureinwohnergemeinschaften der Arktis die Rechtsstandards zum Schutz
ihrer Umwelt. Auch deshalb stünden sie buchstäblich vor dem Aus.
>
Wir laden Sie herzlich ein zu unserer Mahnwache während und nach der
Eröffnungsveranstaltung des Internationalen Polarjahres
>
am Donnerstag, den 01. März 2007,
zwischen 9.30 Uhr und 13.00 Uhr
vor dem Langenbeck-Virchow-Haus, Luisenstraße 58/59
in Berlin.
>
Die drei Inuit-Delegierten Gerth Poulsen Olsen, Naja Holm und Lajla Lange
stehen dort für Nachfragen und Interviews gern zur Verfügung.
>
Kerstin Veigt ist in Berlin erreichbar unter Tel. 0174 60 39 641.
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Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV)
Inse Geismar, Pressereferentin
Postfach 2024, D-37010 Goettingen
Tel.+49/551/49906-25, Fax:++49/551/58028
E-Mail: presse at gfbv.de, Homepage:http://www.gfbv.de
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D) EDITORIAL
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Für den Inhalt verantwortlich und somit MedieninhaberInnen: Ihr.
E-Mail-Adresse für Beiträge: widerstand at no-racism.net geschickt.
widerst at nd MUND und alle Termine täglich aktualisiert im Web:
http://www.no-racism.net/MUND
Ziel von MUND (medienunabhängiger Nachrichtendienst) ist die
unzensurierte und möglichst rasche Information über gesellschafts-
politisch relevante Termine, Hinweise und Diskussionsbeiträge zu
Widerstand und Antirassismus sowie verwandte Themen.
sollen einen Titel, Namen und Emailadresse der/des AutorIn
enthalten und möglichst kurz und prägnant gehalten sein, ev. mit
Hinweis, wo weitere Informationen eingeholt werden können.
Bitte keine Attachments!
Die inhaltliche und sachliche Verantwortung liegt bei der/dem
jeweiligen AutorIn bzw. jenen, die uns die Beiträge schicken.
Der MUND wird von einzelnen TagesredakteurInnen zusammengestellt.
Da Fehler nicht ausgeschlossen sind, bitten wir, nicht veröffentlichte
Beiträge nochmals an widerstand at no-racism.net