widerst at nd mund: Freitag, 16. Februar 2007
MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst
analle at no-racism.net
Fr Feb 16 09:30:01 CET 2007
widerst at nd MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst
Freitag, 16. Februar 2007
Medieninhaberinnen & Medieninhaber seid Ihr
<http://www.no-racism.net/mund>
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A) INHALT
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AKTIONEN, ANKÜNDIGUNGEN UND VERANSTALTUNGEN
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01 SONNTAGS/HOERBAR ABSTRAKT: HELMUT SCHAEFER & KARLJENSAC (a) live
von Kim-pop.org <info at kim-pop.org>
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02 Halbmond & Hakenkreuz: Buchpräsentation in Wien
von Café Critique <cafe.critique at gmx.net>
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03 15.2.07.00_starsky_ at _rosenball
von juja
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04 Einladung TUPEC Konferenz
von survey at tupec.org <survey at tupec.org>
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MELDUNGEN UND MEINUNGEN
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04 The Women's Museum in Denmark Grants Asylum toPregnant Teenager
von Jens Galschiøt <aidoh at aidoh.dk>
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05 GLB/Ladenöffnungszeiten/Arbeitsplätze/Kaufkraft
von Gewerkschaftlicher Linksblock <office at glb.at>
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06 NR Hannes Bauer
von Dietmar Köhler <ibd.koehler at utanet.at>
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07 GLB/Pflege/Selbständigenmodelle/Finanzierung
von Gewerkschaftlicher Linksblock <office at glb.at>
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08 besetzung asfinag
von NGO Resistance for Peace <office at resistanceforpeace.org>
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09 Café Critique <cafe.critique at gmx.net>
von David Goldner abermals von bayrischer Justiz verurteilt
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B) TEXTE
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AKTIONEN, ANKÜNDIGUNGEN UND VERANSTALTUNGEN
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01 SONNTAGS/HOERBAR ABSTRAKT: HELMUT SCHAEFER & KARLJENSAC (a) live
von Kim-pop.org <mailto:info at kim-pop.org>
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SONNTAGS/HÖRBAR ABSTRAKT
so 18.02.2007 SONNTAGS ABSTRAKT
live: HELMUT SCHÄFER & KARL JENSAC (a)
20:30
postgarage, dreihackengasse 42, 8020 graz
eintritt frei!!!
alle cocktails um 4 *!
fr 16.02.2007 HÖRBAR ABSTRAKT
Die Frühvollendeten: Wai Cheng/ Krzysztof Komeda
20:30 - 22:30
auf der frequenz von radio helsinki - 92,6 MHz; moderiert von dr. nachtstrom
wiederholungen der sendung am mittwoch, 00:00 -
02:00 uhr, ebenfalls auf radio helsinki
Seit juni 2006 ist das hören unserer sendung noch
viel komfortabler: alle sendungen sind sowohl als
stream wie auch als podcast auf einer eigenen
homepage verfügbar, unabhängig von der
ausstrahlung auf radio helsinki; außerdem gibt es
ein anhörbares archiv sämtlicher bisheriger
sendungen mit beschreibungen!
<http://www.hoerbar.abstrakt.at/>www.hoerbar.abstrakt.at
_________________________________________________________
SONNTAGS ABSTRAKT: HELMUT SCHÄFER & KARL JENSAC (a)
Das Stück "Hotel Peking" eine Premiere für Graz:
Als klangliche Basis wird der akustische
Spannungsbogen zwischen Tradition und rasanter
Modernisierung der Millionenmetropole Peking
herangezogen. Ein Stück als abstrakte Reflexion
des persönlichen Erlebens dieses Schmelzofens der
kommunistisch kapitalistischen Neuordnung.
Gesänge der fahrenden Müllkollektierer gepaart
mit den Rufen mächtiger Baukräne, Fragmentierung
der akustischen Realität als musikalische Sprache.
Als Gast wird Karl Jensac unter Benutzung von
Lärm eine Auslotung menschlicher Gefühlsebenen
vornehmen.
HOERBAR ABSTRAKT: Die Frühvollendeten: Wai Cheng/ Krzysztof Komeda
In der zweiten Ausgabe unserer Hör- Bar verneigen
wir uns vor zwei Genies, die trotz ihres
tragischen frühen Todes einen unveränderlichen
Eindruck in der musikalischen Landschaft abseits
des Mainstreams hinterlassen haben: Zum einen ist
das der Amerikaner Wai Cheng, der unter dem Namen
"Optic" seit den 90er- Jahren bahnbrechende
elektronische Musik produzierte; sein Label
"Isolate Records" war einer der wichtigsten
Impulsgeber innerhalb der Broken Beats- Szene.
Wai Cheng verstarb vor kurzem im Alter von 33
Jahren unter bis heute ungeklärten Umständen
während eines Europaaufenthalts- wir haben von
dem Wiener Künstler (und Isolate- Artist) Tomoroh
Hidari eine Auswahl von Tracks aus den
wichtigsten Isolate Records - Releases zur
Verfügung gestellt bekommen, die wir euch in der
ersten Stunde gerne vorspielen werden.
Danach zollen wir musikalisches Tribut an den
polnischen Musiker und Komponisten Krzysztof
Komeda, der im Jahr 1969 in Los Angeles im Alter
von 38 Jahren durch einen Autounfall ums Leben
kam. Neben seiner Karriere als Jazzpianist
schrieb er die Musik zu insgesamt 65 Filmen;
seine Scores zeichnen sich durch Phantasie und
unorthodoxe musikalische Einfälle aus. Seine
schönsten Arbeiten hat er wohl für seinen Freund,
den Regisseur Roman Polanski und dessen
Meisterwerke "Tanz der Vampire" und "Rosemary`s
Baby" abgeliefert. Aus diesen zwei Soundtracks
haben wir euch in der zweiten Stunde der Hör- Bar
ein Potpourri zusammengestellt.
powered by fetznetz!
<http://www.fetznetz.it/>www.fetznetz.it
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02 Halbmond & Hakenkreuz: Buchpräsentation in Wien
von Café Critique <cafe.critique at gmx.net>
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16. März 2007
Wien, 19.30
Halbmond & Hakenkreuz. Das "Dritte Reich", die Araber und Palästina
Vortrag und Buchpräsentation mit Martin Cüppers (Forschungsstelle Ludwigsburg)
Neues Institutsgebäude, Hörsaal II, Universitätsstraße 7
Eine Veranstaltung von Café Critique und der
Studienvertretung Politikwissenschaft der
Universität Wien
Klaus-Michael Mallmann/Martin Cüppers: Halbmond
und Hakenkreuz. Das Dritte Reich, die Araber und
Palästina.
<http://www.wbg-darmstadt.de/>Wissenschaftliche
Buchgesellschaft: Darmstadt) 2006
(Veröffentlichungen der Forschungsstelle
Ludwigsburg der Universität Stuttgart, Band
8) 287 Seiten. ISBN 3-534-19729-1. 49,90 EUR
<http://www.cafecritique.priv.at/>
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03 15.2.07.00_starsky_ at _rosenball
von juja
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zwar wiedamal unerwähnt und nicht angekündigt, ; )
fährt sie dennoch ein umso fetteres set : aus
ca. 23 großbild, kleinbild und
videoprojektoren....
high end - wild tech - mix aus dem archiv mit den
neuesten produktionen aus starskys virtueller
werkstatt
starsky_ at _rosenball_15.2.07_ab00uhr_palais auersperg_wintergarten_
raum ! bewegung ! sinn lich t ! ! ! !
feed our belly, feed our soul !
feinster kommerz vom art prolo
gruß
ju
niemand wird angekündigt, niemand kümmert sich
drum, niemand tobt sich aus..... sehen sie
selbst !
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04 Einladung TUPEC Konferenz
von survey at tupec.org <survey at tupec.org>
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Sehr geehrte Damen und Herren!
Liebe Interessierte!
Vor einiger Zeit haben wir Ihnen im Rahmen des Projektes "TUPEC- time use
patterns in european countries" den Online-Fragebogen gemailt. Die
Ergebnisse der Untersuchung zu Zeitverwendungsmustern in europäischen
Ländern liegen nun vor und werden in einer Abschlusskonferenz am 21. Februar
2007 von 10 bis 16 Uhr in Graz, Hotel Bokan präsentiert.
Dazu laden wir Sie herzlichst ein!
Anmeldung, nähere Tagungsinformationen und ab Ende Februar 07 den
Tagungsbericht, erhalten Sie unter
<http://www.projectoffice.at/> oder
<http://www.tupec.org/>.
Im Namen des gesamten Teams bedanken wir uns für die rege Teilnahme und die
vielen Rückmeldungen!
Mit freundlichen Grüßen
Das Projektteam
EU-Projekt: Time Use Patterns in European Countries
<http://www.tupec.org/>
<mailto:office at tupec.org>
Projektbüro für innovative Sozialpolitik
Roseggerkai 5
A 8010 Graz
tel:+43/316/890483 fax:dw 15
<mailto:office at projectoffice.at>
<http://www.projectoffice.at/>
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MELDUNGEN UND MEINUNGEN
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05 The Women's Museum in Denmark Grants Asylum toPregnant Teenager
von Jens Galschiøt <aidoh at aidoh.dk>
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Press release, 14 February 2007
This Press release as Word file:
<http://www.aidoh.dk/new-struct/Happenings-and-Projects/2007/Aarhus/GB-Aarhus.doc>
**The Women's Museum in Denmark Grants Asylum to Pregnant Teenager**
The Women's Museum in Denmark harbours Danish sculptor Jens Galschiot's artwork
'In the Name of God'. The 7 metre high sculpture depicts a crucified pregnant
teenager. The crucifix was put up on Wednesday 14
February at the Women's Museum,
neighbouring the Cathedral of Aarhus.
At the inauguration there were speeches by Mr
Bjarne Oerum, chairman of the parish
council, curator of the museum Ms Merete Ipsen and the sculptor Jens Galschiot.
Mr Oerum stressed the role of art for the renewal
of the churches. Ms Ipsen emphasized
the role of Mathilde Fibiger, born 1830, who had given name to the square of
the exhibition. She was a pioneer for the Danish women's emancipation. Ms Ipsen
stressed the affinity between the pioneers and the cause of the sculpture.
*From cathedral to cathedral*
The controversial sculpture has been exhibited for a couple of months in front
of the Cathedral of Copenhagen, where it was put up in co-operation with the
Dean and Parish Council. The exhibition in Aarhus has also a connection to the
Cathedral, although the sculpture is displayed
under the auspices of the Women's
Museum.
Jens Galschiot's new art manifestation In the
Name of God is launched to highlight
Christian fundamentalists' attempt to the world's
policy on contraception, alleging
that the use of condoms is a kind of abortion and therefore contrary to God's
will. About this policy the artist declares: The
consequences for the proliferation
of AIDS are disastrous and the advances of the women's movement are being set
back to the Victorian era."
*From woman to woman
The artist has recently been to Nairobi where he
displayed his crucifixion sculpture.
The reactions of the 66,000 participants of the
World Social Forum were generally
benevolent. Especially the women in the
demonstrations in the streets of Nairobi
and at the venue of the WSF adopted the sculpture and saw it as a symbol of the
oppression women that usually follows in the wake
of the fundamentalists' campaign,
Jens Galschiot declares and continues: So I'm
delighted that exactly the Women's
Museum is the driving force for launching the sculpture here in Aarhus.
**For more info and photos of the event, see
<http://www.aidoh.dk/Aarhus>www.aidoh.dk/Aarhus
**The artist: Jens Galschiot
Banevaenget 22 - DK-5270 Odense N
Tel.: +45 6618 4058 - Fax: +45 6618 4158
E-mail: <mailto:aidoh at aidoh.dk>aidoh at aidoh.dk -
Internet: <http://www.aidoh.dk/>www.aidoh.dk
**The Women's Museum in Denmark
Curator Ms Merete Ipsen
Domkirkepladsen 5 DK-8000 Aarhus C - Tel.: +45 86 1864 84
E-mail: <mailto:mi at womensmuseum.dk>mi at womensmuseum.dk
Internet: <http://www.womensmuseum.dk/>www.womensmuseum.dk
**Chairman of the parish council - Mr Bjarne Oerum
Skt. Olufs Gade 1, 1. - DK-8000 Aarhus C - Tel.: +45 8612 5497
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06 GLB/Ladenöffnungszeiten/Arbeitsplätze/Kaufkraft
von Gewerkschaftlicher Linksblock <office at glb.at>
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Pressedienst des Gewerkschaftlichen Linksblocks
(GLB), Hugogasse 8, A-1110 Wien - Telefon +43 664
61 45 012 oder +43 1 53 444-308 -
Mail <mailto:office at glb.at> - Web
<http://www.glb.at/> - Ausgabe vom 15. Februar
2007
GLB entschieden gegen Erweiterung der Öffnungszeiten
Ein makabres Geschenk zum Internationalen Frauentag?
Während dem Handelsverband, dem die großen
Konzerne wie IKEA angehören, die
Geschäftsöffnungszeiten nicht lang genug sein
können und
er in einer Petition sogar 96 Stunden
Öffnungszeit pro Woche fordert, lehnt die
Fraktion Gewerkschaftlicher Linksblock im ÖGB
(GLB)
jede Erweiterung der Öffnungszeiten entschieden ab.
"Das Argument, es würden mehr Arbeitsplätze
geschaffen, stimmt einfach nicht", so Oliver
Jonischkeit, GLB-Bundessekretär im ÖGB:
"Gerade im Handel haben wir das Problem, dass es
immer mehr Teilzeitarbeit und geringfügig
Beschäftigte gibt - zudem können die
KonsumentInnen, nicht zuletzt bedingt durch
stagnierende Einkommen infolge niedriger
Lohnabschlüsse und gleichzeitig massiv
steigende Tarife und Gebühren nicht mehr ausgeben."
Betroffen von der per Gesetz geplanten
Verlängerung der Öffnungszeiten sind die im
Handel vorwiegend beschäftigten Frauen: "Offenbar
plant die neue Bundesregierung, diesen zum
Internationalen Frauentag am 8. März ein
besonders makabres Geschenk zu machen", so
Jonischkeit. Der Gewerkschaftliche Linksblock hat
eine Petition an den Nationalrat gestartet - mit
dem Ziel, jede Ausweitung der
Öffnungszeiten zu verhindern.
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07 NR Hannes Bauer
von Dietmar Köhler <ibd.koehler at utanet.at>
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From: <mailto:ibd.koehler at utanet.at>Dietmar Köhler
To: <mailto:alfred.gusenbauer at bka.gv.at>BK Gusenbauer Dr Alfred
Sent: Thursday, February 15, 2007 10:44 AM
Subject: NR Hannes Bauer
Sehr geehrter Herr Parteivorsitzender,
werter Herr Bundeskanzler!
Am 13.2. trat anlässlich einer Veranstaltung im
Österreichischen Gesellschafts- und
Wirtschaftsmuseum auch der SPÖ-NR Hannes Bauer
auf.
Er "glänzte" mit der Behauptung, die
Mindestsicherung von 726,- Euro brutto entspräche
der Armutsschwelle.
Hannes Bauer wurde von mehreren Personen des
Auditoriums informiert, dass der genannte Betrag
UNTER der Armutsschwelle liege.
Das focht allerdings den Redner nicht an, der
steif und fest bei seiner Behauptung blieb.
Das wiederum löste verschiedene Reaktionen im Auditorium aus.
Personen, die eher der SPÖ nahestanden, waren
entsetzt über die Unwissenheit von Hannes Bauer.
Andere wiederum amüsierten sich über den Umstand,
dass es sich offensichtlich um einen Abgeordneten
handelt, der gerne über Angelegenheiten spricht,
von denen er wenig bis keine Ahnung hat.
Und das noch dazu als Vorsitzender des
"Zukunftsforum Österreich"! Die DAZU abgegebenen
Kommentare erspare ich Ihnen.
Es ist mir gleichgültig, ob sich Hannes Bauer in
der Öffentlichkeit derart blamiert.
Was aber werden Sie unternehmen, damit in Zukunft
die Blamage eines SPÖ-Abgeordneten nicht mit
einer Blamage der SPÖ gleichgesetzt wird?
Was werden Sie unternehmen, damit Auftritte von
SPÖ-Funktionären nicht wieder zu einem Desaster
führen?
Was werden Sie unternehmen, damit ALLE
SPÖ-Funktionäre die bestehenden Fakten (EU-SILC,
Statistik Austria, etc.) endlich zur Kenntnis
nehmen?
In Erwartung Ihrer Stellungnahme verbleibe ich
mit freundlichen Grüssen
Dietmar Köhler
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08 GLB/Pflege/Selbständigenmodelle/Finanzierung
von Gewerkschaftlicher Linksblock <office at glb.at>
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Pressedienst des Gewerkschaftlichen Linksblocks
(GLB), Hugogasse 8, A-1110 Wien - Telefon +43 664
61 45 012 oder +43 1 53 444-308 -
Mail <mailto:office at glb.at>office at glb.at - Web
<http://www.glb.at/>www.glb.at - Ausgabe vom 15.
Februar 2007
Frontalangriff auf elementare arbeits- und
sozialrechtliche Regelungen verhindern
GLB gegen dubiose Selbständigen-Modelle für Pflegebereich
Auf ein massives Lohn- und Sozialdumping
verbunden mit einem Frontalangriff auf akzeptable
Arbeitszeitregelungen zielen die Pläne
der Regierung im Bereich der häuslichen Pflege,
kritisiert die Fraktion Gewerkschaftlicher
Linksblock im ÖGB (GLB).
Nach dem Modell von Arbeitsminister Martin
Bartenstein (ÖVP) sollen Pflegekräfte eine
Betreuung rund um die Uhr um 3.000 Euro im
Monat leisten und dabei zwei volle Wochen
durcharbeiten. WKÖ-Mann Reinhold Mitterlehner
legte die Latte mit 2.200 Euro monatlich
sogar noch wesentlich billiger. Laut einem Papier
der von der ehemaligen steirischen
Landeshauptfrau Waltraud Klasnic geleiteten
Arbeitsgruppe Pflege werden Kosten sogar nur mehr
mit 1.500 bis 1.800 Euro angeführt.
Mit der Forcierung von selbständigen PflegerInnen
durch ÖVP-Seniorenbundpräsident Andreas Khol und
WKÖ-Chef Christoph Leitl soll die
derzeit in der privaten Pflege dominante illegale
Beschäftigung durch höchst prekäre Modelle in
Form eines freien Gewerbes ohne
Befähigungsnachweis für eine Pflege und Betreuung
rund um die Uhr abgelöst werden: "Die Pflege und
Betreuung soll offenbar nach dem
Muster von Aushilfskräften zum Schneeschaufeln
und Rasenmähen organisiert werden, die Festlegung
auf eine gesetzliche Regelung ab 1.
Juli 2007 wird dabei als Druckmittel verwendet",
kritisiert GLB-Bundesvorsitzende Karin Antlanger.
Der GLB begrüßt die Ablehnung dieser aus
Gewerkschaftssicht katastrophalen Orientierung
durch den Vida-Sektionsvorsitzenden
Willibald Steinkellner: "Gleichzeitig fordern wir
die GewerkschafterInnen im Parlament zu einem
strikten Nein zu einem Gesetz auf,
das elementare arbeits- und sozialrechtliche
Aspekte mit Füßen tritt", so Antlanger.
Es muss in aller Deutlichkeit betont werden, dass
bei einer Durchschnittspension von 1270 Euro für
Männer und 750 Euro für Frauen
und der höchsten Pflegestufe mit 1562 Euro eine
häusliche Pflege rund um die Uhr legal und bei
Einhaltung elementarer
arbeitsrechtlicher Bestimmungen und
Arbeitszeitregelungen nicht finanzierbar ist.
Ebenso muss klar sein, dass die finanziell ohnehin
ausgehungerten Gemeinden keinesfalls zu einer
Finanzierung herangezogen werden können, wie dies
SPÖ-Sozialminister Erwin Buchinger
ventilierte.
Die Koalition will offensichtlich die politische
Verantwortung und damit auch die Finanzierung der
Pflege von der öffentlichen Hand
auf die private Verantwortung abladen. Die im
Regierungsübereinkommen vorgesehene
Volksabstimmung über die Pflege soll offenbar zur
Legitimierung einer allgemeinen Pflegeversicherung dienen.
Der GLB sieht hingegen die Pflege als öffentliche
Aufgabe die vorrangig in entsprechenden
professionell geführten
Pflegeeinrichtungen der öffentlichen Hand
erfolgen muss. Ebenso wie zur Finanzierung von
Pensionen und des Gesundheitswesens muss
auch für die Pflege die enorme Wertschöpfung
herangezogen werden. Der GLB begrüßt daher auch
das Plädoyer von Vida-Steinkellner für
"wertschöpfungsbezogene Komponenten bei den
Sozialabgaben" zur Finanzierung der Pflege.
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09 besetzung asfinag
von NGO Resistance for Peace <mailto:office at resistanceforpeace.org>
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Resistance for Peace
Menschenrechts-Tierrechts-Umweltschutzorganisation
Nobilegasse 26/22
1150 Wien
Tel. 0664-505 18 61
<http://www.resistanceforpeace.org/>
Presseinformation Wien, 15.2.2007
- NGO "Resistance for Peace" besetzt Asfinag-Haus
- Sofortiger Stopp der Bohrungen in der Lobau gefordert, da Tunnel
nicht gebaut wird (?)
Heute, Donnerstag, 15.2.2007 besetzen 8 Aktivisten der NGO "Resistance
for Peace" seit ca. 13:30 das Asfinag-Haus im 23. Bezirk,
Klingerstr.10. Sie sind auf die 1. Dachebene geklettert und zeigen ein
Banner, auf dem zu lesen ist: "Stopp Lobau-Bohrungen. Stopp A5."
Je ein Informant aus der Asfinag und dem Infrastruktur-Ministerium
haben Resistance for Peace mitgeteilt, daß der Lobautunnel zur S1 nicht
gebaut wird. Gründe sind die unerwartet ungünstige Bodenbeschaffenheit,
was die Kosten des 8,5 km langen Tunnels auf über 3 Mrd. Euro erhöhen
würde und politische Divergenzen innerhalb der Regierung. So hat z.B.
Kanzler Gusenbauer den Spatenstich zur A5 schon mehrmals verschoben.
Die A5 würde im Norden an die S1 anschließen, nach der jetzigen Lage
jedoch in die Südosttangente in den Wiener Stadtverkehr einmünden.
Resistance for Peace fordert den sofortigen Stopp der Bohrungen in der
Lobau, da andernfalls ca. 350.000 Euro verschwendet werden würden
(Gesamtvolumen des Bohrauftrags ist lt. Asfinag 500.000 Euro).
"Die Asfinag und die Stadt Wien haben schon bisher einige Millionen
Euro vergeudet, indem sie bei Informations-veranstaltungen und in
Massenmedien falsche Tatsachen und Desinformation verbreitet haben.
Zudem hat die Asfinag private Grundstückseigentümer mittels Androhung
von Zwangsenteignungen zum Verkauf genötigt." sagt Peter Rosenauer,
Sprecher von Resistance for Peace.
Es ist an der Zeit, daß die Politik endlich eine vernünftige
Verkehrpolitik macht. So fährt z.B.
die Rollende Landstraße mit geringer Auslastung und Öffentliche
Verkehrsmittel sind oft unattraktiv gestaltet. Das Grundrecht auf die
gesundheitliche Unversehrtheit muß höher bewertet werden als der freie
Warenverkehr, da durch den Straßenverkehr und dessen Emissionen
zigtausende Menschen sterben.
Mehr Information bei Peter Rosenauer, Tel. 0664-505 18 61
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10 Café Critique <cafe.critique at gmx.net>
von David Goldner abermals von bayrischer Justiz verurteilt
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Die bayrische Justiz scheint Antifaschisten wie
David Goldner wahrlich nicht zu mögen. Nach
seiner Verurteilung wegen der Bewerbung des
Buches "Feindaufklärung & Reeducation. Kritische
Theorie gegen Postnazismus und Islamismus" wurde
er nun wegen "Widerstand gegen die Staatsgewalt"
im Rahmen einer Protestveranstaltung gegen die
NPD verurteilt. Wie im Falle des
"Feindaufklärung"-Prozesses hat Goldner auch
dieses mal Berufung gegen das Urteil eingelegt.
Nachstehend ein Bericht von Lizas Welt.
Fiat iustitia!
<http://lizaswelt.blogspot.com/2007/02/fiat-iustitia.html>
Solidarität ist eine Waffe, lautet ein schon
etwas älterer Slogan der Linken – doch er kann
auch jenseits dieser politischen Herkunft
gehaltvoll und richtig sein: Es gibt hierzulande
zwar nur wenige Aktivitäten für Israel, aber
deren Gewicht wird dadurch nicht geringer, im
Gegenteil. Denn wer an ihnen teilnimmt, wird von
nicht wenigen seiner Mitmenschen günstigstenfalls
mitleidig belächelt und sieht sich ansonsten
nicht selten heftig-ablehnenden Reaktionen
ausgesetzt. Besonders aggressiv reagieren Gegner
und selbst ernannte Kritiker des jüdischen
Staates dabei auf das öffentliche Zeigen der
israelischen Fahne; in Saarbrücken beispielsweise
<http://lizaswelt.blogspot.com/2006/11/blau-weie-delinquenz.html>stürzten
sich im vergangenen Sommer knapp fünfzig Personen
unter Rufen wie „Israel – Kindermörder“, „Juden
raus!“ und „Judenhuren“ auf drei einsame Leute,
die ihren Protest gegen eine
„Friedensdemonstration“ durch das Zeigen des
nämlichen Symbols zum Ausdruck gebracht hatten.
Die Polizei schritt nicht ein und ließ die
Angreifer unbehelligt; dafür erhielt einer der
Attackierten Mitte September 2006 eine Vorladung
des Landeskriminalamtes wegen eines angeblichen
Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz; Ende
Oktober wurden dann sogar seine Wohnung
durchsucht und mehrere Computer beschlagnahmt.
Die schriftliche Erlaubnis des Amtsgerichts
Saarbrücken, das Privateste des Angeklagten
mittels einer Razzia nachhaltig durchkämmen zu
dürfen, erging dabei auf Antrag der
Staatsanwaltschaft mit der folgenden,
<http://saar.antifa.net/archiv/beschluss.jpg>wirklich
bemerkenswerten Begründung:
„D[er] Beschuldigte ist [...] verdächtig, mit
weiteren Personen [...] während einer genehmigten
Demonstration des Vereins ‚Albatoul’ durch
Hochheben israelischer Flaggen und Rufen ‚hoch
lebe Israel’ bei einem Teil der, wie ihm bekannt,
antiisraelisch eingestellten Demonstranten
emotionsgeladene Wutausbrüche und infolge dessen
von diesen ausgehende Handgreiflichkeiten und
volksverhetzende Äußerungen wie ‚Tod den Juden’
verursacht zu haben, wobei er beabsichtigte, dass
infolge der durch seine Provokation ausgelösten
und von ihm durch seine Aktion allein bezweckten
Tumulte und Straftaten die Demonstration
gesprengt und die weitere Durchführung vereitelt
wurde.“
Noch einmal zum Mitschreiben: Wer sich einer
Zusammenrottung von Judenhassern entgegenstellt
und dabei eine israelische Fahne präsentiert,
kann keine lauteren Motive, sondern nur eins im
Sinn haben: Randale. Denn er nötigt den Mob
vorsätzlich zu antisemitischen Hassausbrüchen und
körperlicher Gewalt – darauf muss man erst einmal
kommen. Ende November
<http://saar.antifa.net/archiv/israelsoli.htm>kassierte
das Landgericht Saarbrücken zwar den
Durchsuchungsbeschluss und veranlasste die
Rückgabe des entwendeten Eigentums an seinen
Besitzer. Eingestellt ist das
Ermittlungsverfahren jedoch immer noch nicht.
Einstweilen gilt deshalb weiterhin die nur noch
absurd zu nennende Rechtsauffassung von Polizei
und Justiz, die das eingangs zitierte Motto
augenscheinlich besonders eigenwillig
interpretierten – indem sie nämlich ein Stück
Tuch in blau und weiß zu einer Waffe erklärten,
mit der sich eine Versammlung sprengen lässt.
Doch man kann mit diesem offenbar
mordsgefährlichen Utensil noch mehr anstellen:
Gefangene befreien beispielsweise, gefährliche
Körperverletzung begehen und Widerstand gegen die
Staatsgewalt leisten. Das behaupten zumindest
zwei Beamte einer Einheit des
Unterstützungskommandos der Polizei (USK), die am
25. April letzten Jahres in der bayerischen
Landeshauptstadt eingesetzt waren. An diesem Tag
<http://aida.open-lab.org/index.php?option=com_content&task=blogcategory&id=101&Itemid=218>inszenierten
dort nämlich rund 20 Neonazis der NPD München und
Oberbayern eine so genannte Mahnwache zum
„Gedenken an den Ostfrontkämpfer Reinhold
Elstner“, der sich 1995 an der Feldherrnhalle
selbst verbrannt hatte, „um ein Fanal gegen die
Verleumdung und Verteufelung des deutschen
Volkes“ zu setzen. Gegen diese ungeheuerliche
Manifestation (Foto) – die auch noch an Yom
haShoah stattfand, dem Holocaust-Gedenktag also –
demonstrierten knapp einhundert Menschen; einer
von ihnen war der Politologe David Goldner (28),
der seine Beweggründe so schilderte:*
„In Israel läuteten um 10 Uhr morgens zum
Gedenken an sechs Millionen von den
Nationalsozialisten ermordeten Juden landesweit
die Sirenen. Menschen stiegen sogar aus ihren
Autos und verharrten in stiller Erinnerung. Die
traditionellen Gedenkveranstaltungen begannen
direkt im Anschluss daran. Im israelischen
Parlament wurden die Namen jüdischer Opfer
verlesen. Neben Gedenkveranstaltungen in Israel
fand an jenem Tag unter anderem auch der Marsch
der Lebenden ins ehemalige Vernichtungslager
Auschwitz-Birkenau statt. 8.000 Menschen gingen
den drei Kilometer langen Todesweg vom einstigen
Konzentrationslager Auschwitz bis zum
Vernichtungslager Birkenau. An genau diesem 25.
April 2006 veranstalte die neofaschistische NPD
eine so genannte ‚Mahnwache’ [...] – sanktioniert
von deutschen Behörden, geschützt durch die
deutsche Polizei. Um meinem Protest gegen diesen
Affront Ausdruck zu verleihen, trug ich die Fahne
des Staates Israel mit mir.“
Das wiederum gefiel den eingesetzten
Polizeibeamten offenbar gar nicht: Es kam zu
körperlichen Auseinandersetzungen und Festnahmen.
Goldner beschreibt, was ihm widerfuhr:
„Während einer dieser [...] Rangeleien wurde
stürzte sich [...] mindestens ein USK-Beamter von
hinten auf mich und würgte mich. [...] Mir wurde
schwindelig, ich ging zu Boden, wurde ohnmächtig
und verlor Fahne und Fahnenstange aus den Händen.
[...] Mir wurde [...] Gefangenenbefreiung
vorgeworfen. Da ich nicht freiwillig aufstand
bzw. nicht aufstehen konnte, trugen mich die
USK-Beamten nach etwa drei bis vier Minuten in
eine Seitenstraße weg, um meine Personalien
aufzunehmen. Während dieser Zeit [...] drohten
sie mir Gewalt an: ‚Steh auf, sonst tut’s weh!’,
rief einer mehrmals. [...] Während der Aufnahme
meiner Personalien, [...] die knapp zwei Stunden
dauerte, [...] bekam ich trotz wiederholter
Bitten und meinem Hinweis, dass ich bei der
Festnahme ohnmächtig geworden sei, nichts zu
trinken. Nachdem ich noch mehr als 36 Stunden
nach diesem Vorfall starke Schmerzen an meinem
Hals und an meinem Rücken verspürte, begab ich
mich in die ärztliche Notaufnahme, [...] um mich
untersuchen zu lassen. Es wurden unter anderem
Strangulation, HWS-Distorsion und
Spannungskopfschmerzen festgestellt.“
All dies berichtete er gestern in der Verhandlung
vor dem Amtsgericht München, in der er die gegen
ihn gerichteten Anschuldigungen als „unverschämte
Lüge und Verleumdung“ zurückwies und betonte:
„Ich habe an besagtem Tag niemanden mit der
Fahnenstange geschlagen oder gestoßen, weder
absichtlich noch unabsichtlich, und ich bin gerne
bereit, dies unter Eid auszusagen. [...] Ich
leistete während meiner Festnahme keinen
Widerstand und wäre dazu auch gar nicht in der
Lage gewesen. Während meiner Festnahme lag meine
Israel-Fahne längst am Boden, und Beamte des USK
hatten offensichtlich kein Problem, auf ihr
herumzutrampeln.“ Doch es half nichts, genauso
wenig wie das Gutachten des Krankenhauses, in dem
sich Goldner nach den polizeilichen Maßnahmen
behandeln ließ: Zwar wurden die Vorwürfe der
Gefangenenbefreiung und gefährlichen
Körperverletzung gegen Vollstreckungsbeamte
aufgrund widersprüchlicher respektive ungenauer
Angaben der beiden USK-Beamten fallen gelassen;
dennoch glaubte die Richterin den Darstellungen
der beiden Polizisten, nach denen Goldner sich
generell des Widerstands gegen die Staatsgewalt
schuldig gemacht habe, und verurteilte den
Münchner zu 60 Tagessätzen à 30 Euro. Das war
zwar weniger als die 90 Tagessätze, die der
ursprüngliche Strafbefehl vorgesehen hatte, aber
immer noch erklecklich und zudem ein Vielfaches
dessen, was dem derzeit arbeitslosen Angeklagten
monatlich an Einkommen zur Verfügung steht. Doch
das focht den Staatsanwalt Goldner zufolge nicht
an; vielmehr ließ er lakonisch verlautbaren, der
Verurteilte könne doch mit seinem abgeschlossenen
Hochschulstudium „einmal etwas Anständiges tun“
und sicher „auch viel verdienen“, anstatt „ein
Praktikum nach dem anderen“ zu absolvieren.
Deshalb sei die hohe Geldstrafe angemessen.
Und David Goldner, der Berufung gegen den
Urteilsspruch eingelegt hat, war nicht der
einzige, der wegen seines Protests gegen die
NPD-Kundgebung vor Gericht erscheinen musste:
Zuvor war unter anderem bereits die 29-jährige
Julia R. mit 80 Tagessätzen zu je 40 Euro bedacht
worden, weil sie es beim angeblichen Versuch,
einen Festgenommenen zu befreien, mit gleich zehn
Polizisten gleichzeitig aufgenommen und einige
von ihnen verletzt haben soll. Die Frau, die
ebenfalls in die Berufung geht, bestreitet die
Vorwürfe energisch, wie die Süddeutsche Zeitung
berichtete:**
„Sie habe sich damals nur nach der [israelischen]
Fahne gebückt, die in den Schmutz gefallen sei
und auf der alle herumgetrampelt seien. ‚Das fand
ich unsittlich.’ Die Staatsanwaltschaft hat drei
Zeugen aufgeboten, alle Polizisten. Der erste
kann sich an nichts mehr erinnern, obwohl er
(nach Aussagen seines Kollegen) direkt daneben
stand. Der zweite hat dagegen eine sehr gute
Erinnerung, er will genau gesehen haben, wie
Julia R. ‚den Herrn durch massive Gewaltanwendung
aus der Mitte herauszuziehen’ versuchte. Der
dritte schließlich ist nur der Sachbearbeiter. Er
hat einen Videofilm des Tumults ausgewertet, doch
auf dem ist nach seinen Angaben nichts zu sehen.“
Es war in der jüngeren Vergangenheit nicht das
erste Mal, dass die Ordnungsmacht in der
Bayernmetropole mit solcher Vehemenz gegen
Nazigegner und Freunde Israels vorging. Bereits
im September 2003 etwa verurteilte das
Amtsgericht
<http://www.sueddeutsche.de/muenchen/artikel/93/100992/>den
heute 82-jährigen Martin Löwenberg zu einer
Strafe von 20 Tagessätzen, weil dieser im
November 2002 dazu aufgerufen hatte, sich in der
<http://de.wikipedia.org/wiki/Weltstadt_mit_Herz>Weltstadt
mit Herz einem Neonazi-Aufmarsch in den Weg zu
stellen. Löwenberg – der in Breslau als Sohn
eines jüdischen Vaters geboren wurde, miterleben
musste, wie fünfzehn seiner Angehörigen
deportiert wurden, selbst zur Zwangsarbeit nach
Lothringen verschleppt wurde, dort tote jüdische
Zwangsarbeiter aus den Stollen herausholen musste
und zu den wenigen überlebenden Breslauer Juden
gehört – begründete vor Gericht, warum er in
seiner Rede eine Blockade der nazistischen
Demonstration gefordert hatte: „Es ist legitim,
ja, es ist legal, sich den Totengräbern der
Demokratie entgegenzustellen.“ Das sahen die
Verfolgungsbehörden jedoch völlig anders;
besonders beachtlich war dabei das
Einsatzprotokoll der Polizei, das „voller
peinlicher Fehler“ steckte,
<http://www.sueddeutsche.de/muenchen/artikel/93/100992/>wie
die Süddeutsche Zeitung schrieb: „Da wird aus dem
NS-Propagandachef Goebbels ein Herr ‚Göppel’, und
die Abschrift der Rede eines anderen Nazi-Opfers
wird eingeleitet mit diesem Satz: ‚Es folgt die
Rede eines in die Kluft eines Insassen
Kfz-Häftlings bekleideter Mann.’“
Ein ähnlich profundes historisches Bewusstsein
offenbarte auch der Münchner Oberstaatsanwalt
August Stern, als er mit einer Kundgebung von
Neonazis am 9. November 2005
<http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/357448>partout
kein Problem haben mochte: Der gescheiterte
Hitlerputsch – dessen die Ultrarechten in der
früheren Hauptstadt der Bewegung „gedenken“
wollten, noch dazu an einem Tag, an dem sich auch
die Reichspogromnacht jährte – habe bereits 1923
stattgefunden; eine Erinnerung an ihn sei deshalb
keine Verharmlosung der nationalsozialistischen
Terrorherrschaft, denn die habe schließlich erst
zehn Jahre später begonnen. Stern sorgte sich gar
um „das geistige und politische Klima“, wenn man
das Strafrecht zu strikt anwende – und stellte
folgerichtig im vergangenen Sommer
<http://lizaswelt.blogspot.com/2007/01/garmischer-tragikomdie.html>auch
das Verfahren gegen Ottmar Mühlhauser ein.
Mühlhauser hatte 1943 ein Massaker-Kommando
zusammengestellt und die Erschießung von 4.000
kriegsgefangenen italienischen Soldaten und
Offizieren auf Kephallonia befehligt.
Oberstaatsanwalt Stern fand jedoch, dieses
Wehrmachtsverbrechen stehe „nach sittlicher
Wertung nicht notwendig auf tiefster Stufe“, denn
es sei ohne „politische Beweggründe“ erfolgt: „Es
ging vielmehr um militärische Belange, die zur
Erschießung führten“; zudem könnten die Täter
„menschliche Schwäche“ in Anspruch nehmen,
weshalb sie des Mordes unverdächtig seien.
Und wenn es dann doch mal einer ein bisschen
übertrieben hat, kann er im Zweifelsfall darauf
zählen, dass seine Taten nicht mehr geahndet
werden. So verweigerte kürzlich das
Oberlandesgericht (OLG) in der bayerischen
Kapitale die Auslieferung
<http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,464212,00.html>des
in Kempten lebenden SS-Angehörigen Søren Kam
(Foto) an Dänemark, wo dieser wegen Mordes
gesucht wird, begangen 1943 an einem Journalisten
in Lyngby bei Kopenhagen. Zur Begründung für die
Nichtauslieferung hieß es von Seiten des
Gerichts, der Angeklagte habe sich nicht des
Mordes, sondern nur des Totschlags schuldig
gemacht, und der sei verjährt.
<http://www.n24.de/politik/zeitgeschichte/article.php?articleId=96639>Efraim
Zuroff, Direktor des Wiesenthal-Centers in
Jerusalem, sprach daraufhin von „einem weiterer
Fall von unangebrachtem Wohlwollen der deutschen
Justiz für einen verachtenswerten
Nazi-Kollaborateur“; die deutsche Justiz habe
„alles in ihrer Macht stehende unternommen, ihn
seiner gerechten Strafe zu entziehen“.
Man darf nun gespannt sein, wie just dieses
Münchner OLG in einem seiner nächsten Fälle
entscheiden wird – dem Berufungsprozess
ausgerechnet gegen David Goldner nach dessen
erstinstanzlicher Verurteilung
<http://lizaswelt.blogspot.com/2007/01/garmischer-tragikomdie.html>im
Zuge der Tragikomödie von Garmisch-Partenkirchen.
Dort war er vom Richter wegen des Verwendens von
Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen
zur Zahlung einer Geldstrafe verpflichtet worden,
weil er Flugblätter im Gepäck hatte, mit denen
für eine Buchvorstellung gegen Nazismus und
Islamismus geworben werden sollte und deren
Vorderseite ein Foto mit arabischen Islamisten
zeigte, die den Hitlergruß entbieten. Eine
bayerische Provinzposse, sollte man eigentlich
meinen – doch wie es scheint, sind auch Polizei
und Justiz in der Landeshauptstadt kein bisschen
klüger. Das ist allerdings erst recht ein Grund,
den von ihnen in die Mangel Genommenen
Solidarität zu erweisen – auch wenn man bisweilen
den Eindruck haben kann, als bräuchte es dafür
einen Waffenschein.
* Verteidigungsrede von David Goldner in seinem
Gerichtsprozess am 14. Februar 2007
** Süddeutsche Zeitung vom 30. November 2006
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