widerst at nd! - MUND: Sonntag, 26.8.2007
MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst
analle at no-racism.net
So Aug 26 13:49:29 CEST 2007
widerst at nd MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst
www.no-racism.net/mund
MedieninhaberInnen seid Ihr!
Sonntag, 26.08.2007
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A) INHALT
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AKTIONEN UND ANKÜNDIGUNGEN
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01 11.10. Premiere NACHTSCHATTENGESÄNGE / Richard Weihs
GAMUEKL <office at gamuekl.org>
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02 14.-16.9.: Aufruf zu den Protesten gegen das Ulrichsbergtreffen
"kontakt at u-berg" <kontakt at u-berg.at>
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03 Der Unterschied wird nicht verschieden - Eine Haltlosigkeit
Fritzpunkt / Stadt Theater Wien <buero at fritzpunkt.at>
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04 ASt-Veranstaltung 31.8.: Die Talfahrt an den Börsen und ihre Hintergründe
ASt-LFI <ast-lfi at gmx.net>
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05 unkenruf: ausstellungseröffnung lilium am 31.8. um 19:00 f ü r Frauen!
frauenhetz <office at frauenhetz.at>
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06 Die Grauen wehren sich - DER STANDARD v. 18.8.07
Dietmar Köhler <ibd.koehler at utanet.at>
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MELDUNGEN UND KOMMENTARE
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07 KPÖ/Schubhaftzentrum/Leoben/Asylpolitik
KPÖ <kpoe at gmx.at>
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08 GLB/Lehrstellenmangel/Berufsausbildung
"GLB" <glb at gmx.org>
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09 KPÖ/ATX-Unternehmen/Umverteilung/Lohnpolitik/Steuerreform
KPÖ <kpoe at gmx.at>
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10 "Presseinformation/Fotos"
delphinus x <delphinusmaster at yahoo.de>
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11 B/S/A ganz Mittelalterlich
"q/depesche" <depesche at quintessenz.org>
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12 GLB/Post/Personalabbau/Kampfmaßnahmen
"GLB" <glb at gmx.org>
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DISKUSSION
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13 Massive Kritik an Darabos wegen US-Kritik - und Einschüchterung gegen
jene, die ihm die Mauer machen
Alexandra Bader <alexandra at ceiberweiber.at>
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SOLIDARITÄT WELTWEIT
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14 Hängen im Namen Gottes
Café Critique <cafe.critique at gmx.net>
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15 ASt - Bahn-Streik in Deutschland: Nein zur Vermittlung durch
Geissler/Biedenkopf!
ASt-LFI <ast-lfi at gmx.net>
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16 Home Office UK Asylum Statistics: 2nd Quarter April/May/June 2007
John O <ncadc at ncadc.org.uk>
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17 Volksstimmefest-Wien/G8-Gipfel/Hinweis
RSO - Revolutionär Sozialistische Organisation <rso at sozialismus.net>
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18 Heiligendamm -- Hokkaido
Öffentlicher Verteiler der Gipfelsoli-Infogruppe
<gipfelsoli-l at lists.nadir.org>
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19 Schweden: Nordlicht für Irak-Flüchtlinge
WADI Austria <wadi.wien at gmx.at>
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LINKS / VERWEISE / HINWEISE
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20 kanalB.at video: Tallbike Jousting
webmaster at kanalB.org
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21 screening im september
Flo <flo at kanalB.org>
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22 Kampagne "Europe for peace"
"Rupert Kroesen" <rupkroesen at gmx.at>
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23 Neues von der Arbeiterfotografie
Arbeiterfotografie <arbeiterfotografie at t-online.de>
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24 In eigener Sache: akin-Website offline, Notfall-Mirror installiert
"akin" <akin.buero at gmx.at>
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25 RKL-Stellungnahme an Regierungsarbeitsgruppe
"Gleichgeschlechtliche Partnerschaften"
Rechtskomitee Lambda <office at rklambda.at> (RKL)
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B) TEXTE
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AKTIONEN UND ANKÜNDIGUNGEN
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01 11.10. Premiere NACHTSCHATTENGESÄNGE / Richard Weihs
GAMUEKL <office at gamuekl.org>
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Sehr geehrte Damen und Herren,
werte Redaktion,
Am 11.10. 07 (20h) bittet der Wiener Autor, Musiker und
Kabarettist Richard Weihs in gewohnt urigem Ambiente zur Premiere
eines dunkelbunten Liederabend:
NACHTSCHATTENGESE"
PREMIERE: 11. Oktober 2007
Weitere Vorstellungen:
12. 27. Oktober 2007
(Do. - Sa., jeweils 20 Uhr)
m WEINHAUS SITTL /Pelikanstüberl
1160 Wien; Lerchenfelder Gürtel 51
(U6 Josefstädter Strasse, J, 5, 33)
Kartenreservierung: Tel. 01/586 33 95
Eintritt: 12,-- / 9,--
ZUM PROGRAMM:
Genießen Sie die dunkelsten und buntesten Früchte langjährigen
Liedschaffens, kulinarisch serviert mit Gitarre, Dobro, Mund- und
Knöpferlharmonika, Maultrommel, Räptil und Quietschratte. Im urigen
Sittl-Ambiente erleben Sie
- die heilenden Energieflüsse des "Nia wana Mantra"
- den herben Charme des "Rammelschnoiza Woiza"
- den strengen Drive des "Harte Herta Rock"
- das morbide Flair des "Krematorium Blues"
- die abortige Duftnote der "Häusl Elegie"
- die ruralen Rap-Sodien des "Jaga-T"
Es werden Lieder der verschiedensten musikalischen Genres
vorgetragen: Alpine Volksmusik, anglo-amerikanischer Folk und
Blues, Rockn Roll, Boogie Woogie, Rap, Jodler, G'stanzln, Chants,
Kirchenlieder, Walzer und nicht zuletzt auch Wienerlieder.
Die Vielfalt der Begleitinstrumente und Musikstile entspricht
auch den sehr unterschiedlichen Themen der einzelnen Lieder:
Liebe, Lust und Leid kommen ebenso zur Sprache wie Erfahrungen in
der Wiener Kommunalpolitik. Es geht ums Fremdsein und ums
Dummbleiben, man hört von sehr spezialisierten Wiener Aktionisten
und von sexuellen Verirrungen, von überkommenen kirchlichen
Moralvorstellungen und von zukunftsweisender Gentechnologie, von
Wiedergeburt, Seelenwanderung und natürlich auch vom Tod.
Die Lieder sind eingebettet in ein Rahmenprogramm aus Berichten
von jenen zeitgeschichtlichen Ereignissen, die zur Entstehung
einzelner Songs geführt haben. Es werden Anekdoten von
persönlichen Erlebnissen des Vortragenden erzählt, aus deren
Kontext sich wiederum Ideen für andere Lieder entwickelt haben.
Die verschraubten Gedankengänge philosophischer Überlegungen
werden erläutert, verblasstes Lokalkolorit wird aufgefrischt
und auch der Unterschied zwischen Haltung und Unterhaltung wird
anschaulich verdeutlicht.
Und wenn alles gut geht, dann hat das Publikum am Ende des
Liederabends erlebt, dass starke Lieder gar keiner aufwendigen
technischen Hilfsmittel bedürfen, um Herz und Hirn der Zuhörer
in Bewegung zu setzen.
KURZBIOGRAFIE RICHARD WEIHS:
Geboren am 6.10.1956 in Wels, OÖ, seit 1964 in Wien wohnhaft.
Seit 1976 als Autor, Musiker und Schauspieler in der freien
Theaterszene tätig.
Preise (Auswahl): Luitpold Stern-Förderungspreis, Alfred Gesswein
- Literaturpreis, Buchprämie des BKA, zahlreiche Kleinbühnen -
Prämien von Stadt und Staat.
CDs:
"Da ärgste Ruaß", "Schnabelschau","Scheabn auf!", "Böses LiedGut"
(mit Klaus Trabitsch, Otto Lechner, Adula Ibn Quadr, Vincenz Wizlsperger,
Hans Tschiritsch, Doris Windhager, Christina Zurbrügg u.v.a.)
BÜCHER:
"Der Fersenfresser" - Perverse Verse & diverse Lieder
"Wiener Wut" - Das Schimpfwörterbuch
"Wiener Witz" Der Schmührer
"Der Blues-Gustl" - Eine Wiener Legende
Richard Weihs zählt als Musiker, Autor, Schauspieler und
Kabarettist seit 20 Jahren zu den interessantesten Wiener
Künstlern. Textlich geht es z.B. ums "dreckiche Wien", ums
Sterben, ums Leben. Musikalisch ist vom Blues bis zum
Wienerlied alles dabei, der Hang zur Parodie wird genüsslich
ausgelebt.
(Guido Tartarotti, KURIER)
ZUM SPIELORT:
Das Extrazimmer "Pelikanstüberl" des altehrwürdigen Weinhauses
Sittl ("Zum goldenen Pelikan") am Lerchenfelder Gürtel hat sich
schon in den letzten dreizehn Jahren bei insgesamt siebzehn
Produktionen von Richard Weihs bestens bewährt.
Das denkmalgeschützte Haus wurde 1740 erstmals urkundlich erwähnt
und ist somit das älteste (und das letzte erhaltene) von über
hundert Wirtshäusern, die es Mitte des 19. Jahrhunderts in
Neulerchenfeld gab. Der Ort lag damals noch vor dem Linienwall
und war ein beliebtes Ausflugsziel für die "kleinen Leute". Und
für diese spielten und sangen am Wochenende Komödianten,
Harfenisten und Volkssänger auf den Straßen und in den
Wirtshäusern - in der viel besungenen "seligen Backhendlzeit".
Bei der ersten Produktion im "Goldenen Pelikan" im Jahr 1993
("Ausg'steckt" - Ein schauriger Heuriger) stand das Sittl als
Veranstaltungsort noch allein auf weiter Flur. Mittlerweile haben
in den gegenüberliegenden Stadtbahnbögen mehrere Musiklokale
ihre Pforten geöffnet, in denen moderne Elektronik- und
Rockmusik gespielt wird. Als historisches Gegenstück dazu
bietet das alte Gürtellokal mit seiner urigen Beislatmosphäre
einen idealen Rahmen für das Programm Nachtschattengesänge".
Das Weinhaus Sittl am Gürtel ist ein Gasthaus der allerältesten
Schule. Ein Ambiente, in dem niemand auf die Idee käme, den Grind
als "Patina" schönzureden: Echter kann Wien nicht sein.
(Thomas Rottenberg, DER STANDARD)
Selten passt Theater so gut zum Ambiente wie hier.
(Christopher Wurmdobler, FALTER)
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02 14.-16.9.: Aufruf zu den Protesten gegen das Ulrichsbergtreffen
"kontakt at u-berg" <kontakt at u-berg.at>
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Hallo,
der AK gegen den kärtner Konsens ruft auch heuer wieder zu
antifaschistischen Aktionstagen gegen das Ulrichsbergtreffen auf.
Von 14. bis 16. September 2007 werden wieder verschiedene
Aktionen und Demonstrationen in Klagenfurt/Celovec und Umgebung
stattfinden.
Wir schicken euch jetzt mal den Aufruf. Mehr Infos könnt ihr auf
unserer Website http://www.u-berg.at finden. Dort gibt es auch
den Aufruf als pdf zum download:
http://www.u-berg.at/materialien
Außerdem gibt es eine Seite mit aktuellen Termintipps, wo ihr
auch alle Infoveranstaltungen finden könnt.
http://www.u-berg.at/termine.htm
liebe Grüße
AK gegen den kärnter Konsens
deutschprachiger aufruf als pdf:
http://u-berg.lnxnt.org/materialien/aufruf_de.pdf
slowenischer aufruf als pdf:
http://u-berg.lnxnt.org/materialien/aufruf_slo.pdf
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Ulrichsberg sprengen - PartisanInnendenkmäler errichten!
...weil wir nicht warten werden, bis die Kameradenverbände
aussterben! Beim Ulrichsbergtreffen in Koroska/Kärnten
manifestiert sich bei den Gedenkfeierlichkeiten für Wehrmachts-
und SS-Verbände jedes Jahr aufs Neue der Glaube an die kollektive
Unschuld aller ÖsterreicherInnen am Nationalsozialismus.
"Diese Generation, die Österreich aus Schutt und Asche wieder
aufbauen musste, bestand nicht aus Kriegsverbrechern. Sie hat
diesen Krieg nicht gewollt, nie angestrebt, nie angeordnet und
somit auch nicht zu verantworten." meint der Obmann der
Ulrichsberggemeinschaft, Peter Steinkellner, 2006 am Berg.
Dieses Zitat des Obmanns der Ulrichberggemeinschaft ist nur ein
Beispiel für den Grundkonsens, der seit 1958 am Berg vorherrscht.
Die Verantwortung und Mitschuld am verbrecherischen
Vernichtungsfeldzug von Wehrmacht und SS, der in ihren Augen
weder verbrecherisch noch vernichtend war, sondern notwendige
Abwehr gegen die "rote Gefahr aus dem Osten" darstellte, soll
nicht bei der allgemeinen Bevölkerung gesucht werden, sondern auf
eine kleine Riege von hochrangigen Nazis abgeschoben werden.
Zur gegenseitigen Unschuldsabsicherung und Ohnmachtsausflucht
existiert das Bild des denunzierenden Blockwarts von nebenan, der
in der Erinnerung die Funktion der Disziplinierung und In-
Pflichtnahme erfüllt. Die eigene (Familien-)Geschichte wird
dadurch zur Nazi-freien-Zone. Ergebnis: "Pflichterfüller"
bekunden sich gegenseitig ihre Unschuld und bekräftigen ihre
Ablehnung von Deserteuren und PartisanInnen.
Dabei wird während der Feier an der "Heimkehrer- und
Europagedenkstätte" der scheinbar unabwendbare Dienst in der NS-
Armee durch den "notwendigen Abwehrkampf" gegen die
"bolschewistischen Horden" legitimiert. Das Selbstbild der
Kameraden und ihr "Opfertod im Feld" wird mit direkt übernommener
NS-Propaganda und Revisionismus gefüllt und heroisiert.
Und all
diejenigen, welche nicht dabei gewesen sind, sollen gefälligst
die Gosch'n halten! - oder es sich am Ulrichberg von den Tätern
erklären lassen.
Die Ulrichsberggemeinschaft
Organisiert und ausgerichtet werden die alljährlichen
Feierlichkeiten vom "Verein für die Heimkehrergedenkstätte
'Ulrichsberg'" (Ulrichsberggemeinschaft), dessen Aktivitäten sich
bis in die unmittelbare Nachkriegszeit zurückverfolgen lassen.
Die Ulrichsberggemeinschaft stellt einen Zusammenschluss u.a. vom
"Österreichischen Kameradschaftsbund", dem "Kärntner Abwehr-
kämpferbund", dem "Kärntner Heimatdienst", der "Kameradschaft
ehemaliger Gebirgsjäger", dem "Heimkehrerverband Kärnten", dem
"Orden der Ritterkreuzträger" und der "Volksdeutschen Lands-
mannschaft" dar.
Gedacht wird der gefallenen Kameraden und ihrer "anständigen
Pflichterfüllung" als Soldaten. Dabei wird der Mythos vom
"Kampfes- und Opfertod" für die "Freiheit des Vaterlandes" in
beiden Weltkriegen, wie auch im "Kärntner Abwehrkampf" genährt.
Im Gegensatz dazu werden die Opfer von SS und des
verbrecherischen Krieges der Wehrmacht beim Gedenken am
Ulrichsberg bis heute schlicht ausgeblendet - wenn die Kameraden
am Berg von Opfern sprechen, dann meinen sie sich damit stets
selbst.
In den letzten Jahren gibt es zudem das Bestreben, das
Ulrichsbergtreffen als "Friedens- und Europafeier" zu
präsentieren. Der Europabegriff, welcher am Ulrichsberg
glorifiziert wird, bezieht sich allerdings auf die SS als
Vorbild, deren Freiwillige aus allen Ecken Europas kamen.
Ein "Europa der Völker" wird gefordert, welches im Gegensatz zu
den "Vereingten Staaten von Europa" keine "Vermischung aller
Völker" zum Ziel hat, sondern strikte ehtnisch-kulturelle Grenzen
aufrecht erhalten soll. Entsprechend ist für Minderheiten oder
MigrantInnen in solch einem "ethnisch reinen" Konzept kein Platz.
SS und Wehrmacht am Berg...
Nicht die leiseste und zurückhaltenste Kritik am Selbstbild ist
am Ulrichsberg zulässig: Der Kärntner ÖVP-Landesvorsitzende
Martinz beging bei den Gedenkfeierlichkeiten 2005 den Fauxpas
Verbrechen der Waffen-SS in einem Nebensatz zu erwähnen,
woraufhin ein großer Teil der ZuhörerInnen unter Pfiffen und
Buhrufen den Veranstaltungsort verließ und der Präsident der
Ulrichsberggemeinschaft, Rudolf Gallob klarstellte, dass
Angehörige der Waffen-SS am Ulrichsberg selbstverständlich
willkommen sind.
...und zusammen mit Neonazis in Krumpendorf am Wörthersee
Zentral für das Ulrichberg-Wochenende ist das Treffen der
Kameradschaft IV (K IV), die aus Veteranen der Waffen-SS besteht.
Sie hat es sich zum Ziel gesetzt die Waffen-SS als vierten
Wehrmachtsteil darzustellen. Damit versucht sie die Urteile der
Nürnberger Prozesse, in denen die Waffen-SS klar als "Teil einer
verbrecherischen Organisation" benannt wird, auszublenden.
Das "Krumpendorf-Treffen" findet traditionell am Vorabend zum
Ulrichsbergtreffen im kleinen Kaff Krumpendorf am Wörthersee
statt. Hier wird laut Eigenwerbung "Hardcore" geboten, anreisende
Neo-Nazis können sich von unterschiedlichen Stars der Szene wie
der Himmler-Tochter Gudrun Burwitz oder dem NS-Mörder SS-
Obersturmbannführer Soeren Kam Autogramme geben lassen.
Internationale Neonazi-Gruppen und Einzelpersonen werden beim
Krumpendorftreffen aber auch selbst aktiv, 2006 sprach ein
Vertreter der rechtsextremen und revisionistischen Militaristen-
Vereinigung "Sharkhunters" aus den USA beim Kameradschaftsabend.
Gerade deutsche Rechtsextreme reisen gerne nach Koroska/Kärnten
an, ist im Umfeld des Ulrichsbergtreffens doch ein Auftreten
möglich, das an anderen Orten vom Staatsschutz unterbunden werden
würde. So wird in einem Artikel der "Deutschen Stimme" (dem
Parteiorgan der NPD) im Herbst 2006 der kameradschaftliche Geist
beim Ulrichsbergtreffen gepriesen und zu einer Anreise nach
Koroska/Kärnten 2007 aufgerufen.
Der Kärntner Konsens
Im zweisprachigem Gebiet (slowenisch und deutsch) von
Koroska/Kärnten, an der Grenze zu Jugoslawien, fand im Zweiten
Weltkrieg der einzige umfassendere bewaffnete Kampf gegen das
Nazi-Regime im damaligen Reichsgebiet statt.
Den PartisanInnen wurde das nicht gedankt, im Gegenteil - die
gesamte slowenischsprachige Bevölkerung wurde zum Sündenbock
stilisiert: Koroska/Kärnten war und ist deutschnationale
Hochburg, der Widerstand der PartisanInnen wird in einer
zweifelhaften Kontinuität von Nationalsozialismus bis in die
2.Republik als "Bandenunwesen" diffamiert.
Im Staatsvertrag von 1955, im berühmten Artikel 7, wurden
grundlegende Rechte der slowenischsprachigen "Minderheiten" in
Koroska/Kärnten und der Steiermark geregelt. Bis zum heutigen Tag
werden diese Grundrechte missachtet und die Aufstellung
zweisprachiger Ortstafel verhindert.
Im Feindbild "des Slowenischen" verbindet sich ein Alltags-
rassismus gegen die als "slawisch" ausgegrenzten
Bevölkerungsanteile Koroska/Kärntens und dem "Abwehrkampf" gegen
den Bolschewismus mit dem Hass auf die "kommunistischen Tito-
PartisanInnen", deren massgeblicher Beitrag zur Befreiung
Koroska/Kärntens vom Nationalsozialismus ausgeblendet wird.
Täterschutz und Täterhilfe
Während die Mörder von einst strafrechtlich nicht verfolgt wurden
und sich ihre "Dienstjahre" für die Pension anrechnen können,
wird die Entschädigung von NS-Opfern, Deserteuren und
PartisanInnen in Österreich bis heute verzögert. Opfer von
Wehrmachtsverbrechen haben bis heute gar keine Chance
Entschädigungen zu bekommen, da z.B. Massaker an der
Zivilbevölkerung nach Europäischem Gerichtshof für Menschenrechte
"Ausdruck staatlicher Souveränität" darstellen.
Ins offizielle Geschichtsbild von Soldaten, die der "Kamerad-
schaft" sowie zu "Ehre und Treue" dem Vaterland gegenüber
verpflichtet sind, passt die Tatsache nicht, dass die Opfer des
NS-Vernichtungskriegs definitiv nicht "ungeplant" sondern Teil
der bewussten antisemitischen und rassistischen Kriegslogik
waren. Weil die Länder der TäterInnen - Österreich und
Deutschland - nach wie vor nicht bereit sind für die Verbrechen
der Wehrmacht Verantwortung zu übernehmen, werden in naher
Zukunft Entschädigung aller Opfer der SS und Wehrmacht kaum
realisiert werden. Bis es schlicht zu spät ist.
Akzeptieren und Gosch'n halten ? Mitnichten: Kein Vergeben, kein
Vergessen!
Wir rufen daher alle AntifaschistInnen und AntimilitaristInnen
zur Teilnahme an den geplanten Protestveranstaltungen gegen die
Traditionspflege der "Heimkehrer" am 14.-16. September 2007 auf.
Auch heuer wollen wir dazu beitragen, dass dieses Soldatentreffen
gebührend gewürdigt wird!
Gegen revisionistische Opfer-Mythen! / Proti revizionisticnim
mitom o zrtvah! Für die Auflösung des Ulrichsbergtreffens! / Za
razpustitev srecanja na Ulrichsbergu! Für die Bestrafung der
letzten lebenden Kriegsverbrecher! / Za kaznovanje zadnjih zivih
vojnih zlocincev! Für die Errichtung von Deserteurs- und
PartisanInnendenkmäler!/Za postavitev partizanskih in
dezerterskih spomenikov Für die sofortige Entschädigung aller NS-
Opfer! / Za takojsnjo odskodnino vsem NS-zrtvam!
www.u-berg.at
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03 Der Unterschied wird nicht verschieden - Eine Haltlosigkeit
Fritzpunkt / Stadt Theater Wien <buero at fritzpunkt.at>
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Fritzpunkt
http://www.fritzpunkt.at
Büro für theatralische Sofortmaßnahmen
Das Büro für theatralische Sofortmaßnahmen
lädt ein:
Der Unterschied wird nicht verschieden.
Eine Haltlosigkeit
1. 2. 8. 9. 15. 16. 22. 23. 29. und 30. September 2007
jeweils Samstag und Sonntag
Busabfahrt zum Rendezvousberg an den Spieltagen jeweils um 13 Uhr
beim Universitätshauptgebäude Ecke Rathausplatz / Dr.-Karl-
Lueger-Ring, 1010 Wien
Seit 2002 bearbeitet das Projekt Fritzpunkt des Stadt Theater
Wien das Werk der österreichischen Autorin Marianne Fritz. In
seinem sechsten Jahr lädt der Fritzpunkt zu einer Haltlosigkeit
an den äußersten Rand Wiens ein:
Am Rendezvousberg im Nordosten der Stadt, in den letzten
Kubikmetern Wiener Luft, nutzt das Theaterprojekt Der Unterschied
wird nicht verschieden eine Kunstlandschaft aus roten, grauen und
braunen Hügeln als Aktionsraum. In dieser bizarren Landschaft
unter hohem Himmel verfolgt das Publikum eine komplizierte
Liebesgeschichte aus dem Roman Naturgemäß I von Marianne Fritz
per Funkgerät. Das Verhalten des Publikums bestimmt bei jeder
Vorstellung entscheidend mit, wie und wo das Stück im Textgelände
zu sehen und zu hören sein wird.
Läuterungsversuche für das p.t. Publikum in Sachen Entweder-Oder
und hilfreiche Handreichungen zur Funkgerätepraxis werden von
Herrn Mag. Reinhard W. Bachmaier während der Busreise zum
Rendezvousberg unakademisch vorangetrieben. Die
Publikumsverschleppung Der Unterschied wird nicht verschieden
endet naturgemäß in höchster Harmonie beim Ausgangspunkt der
Reise in der Wiener Innenstadt (oder haltlos beim Heurigen in
Stammersdorf).
Festes Schuhwerk und dem Wetter entsprechende Kleidung empfohlen
Eintritt frei, Spenden werden nicht zurückgewiesen
Limitierte Platzanzahl, Reservierung erforderlich:
+43 0681 105 229 30 und
+43 1 877 25 17
buero at fritzpunkt.at
http://www.fritzpunkt.at
Fritzpunkt
Büro für theatralische Sofortmaßnahmen
Ein Konzept des Stadt Theater Wien
Fred Büchel, Susanne Hahnl, Anne Mertin, Arne Vogelgesang
Produziert von Artdeluxe GmbH Wien
Zusätzliche Förderung Unruhe Privatstiftung
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04 ASt-Veranstaltung 31.8.: Die Talfahrt an den Börsen und ihre Hintergründe
ASt-LFI <ast-lfi at gmx.net>
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Veranstaltung des ArbeiterInnenstandpunkt:
Steht die Weltwirtschaft vor einer schweren Krise? Die Talfahrt an den
Börsen und ihre Hintergründe
Zeit: Freitag, 31. August 18.30
Ort: Amerlinghaus, Stiftg. 8, 1070 Wien
Nähere Informationen unter: 0650/406 83 14 oder ast-lfi at gmx.net
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05 unkenruf: ausstellungser ö ffnung lilium am 31.8. um 19:00 f ü r Frauen!
frauenhetz <office at frauenhetz.at>
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Liebe Frauen,
schon am 31.8. beginnt unser zweites Semesterprogramm zum Thema
Geld und Geschlechterverhältnisse "Liebes Geld und schnöder
Mammon". Zum Auftakt und Einstieg gibt es eine Vernissage mit
Anwesenheit der Künstlerinnen und kleinem Umtrunk, zu der wir
hiermit herzlich einladen!
Die Ausstellung von Maresa Jung und Ellen Sinzig (Lilium, BRD)
ist bis 19.10. 07 in der Frauenhetz zu sehen und ensteht in
Zusammenarbeit mit dem Frauenmuseum Bonn.
Frauenhetz. Feministische Bildung, Kultur und Politik
Untere Weißgerberstraße 41, 1030 Wien
für Frauen!
Die Frauenhetz ist mit Rollstuhl befahrbar.
meine vermehrung
maresa jung photografie
photo-zyklus mit fragen zur intensiveren aktivierung weiblicher
geldver(m)ehrung nachsinnen über das ausmaß der notwendigen
begierde zur erfolgreichen geldbeschaffung und zweifeln über
deren sinn und sinnlichkeit und vielleicht auch antworten auf
frauengeldfragen an den kleinen photografischen Stationen zur
huldigung von geld und vermögen
die sterntalerin
ellen sinzig kalligrafie
transparente, bewegliche fahnen hängen von der decke darauf
abgebildetes Geld und Gold, erweitert mit kalligrafischer
symbolik aus weiblicher sicht : geld mit durchblick, transparenz,
leichtigkeit im umgang und zugang, durchscheinend und frei im
raum schwebend - deshalb von allen seiten sichtbar und erreichbar
und als möglicher segen von oben - reichtum für die sterntalerin
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06 Die Grauen wehren sich - DER STANDARD v. 18.8.07
Dietmar Köhler <ibd.koehler at utanet.at>
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".. - eine Teilhabe am Wohlstandszuwachs ist für die Pensionisten
ohnehin nicht drin. Sie tragen ja zum aktuellen
Wirtschaftswachstum nichts mehr bei."
So schreibt Conrad Seidl in Unkenntnis wirtschaftlicher
Zusammenhänge. Stellt sich die Frage: Was trägt der Journalist
Conrad Seidl - unter Berücksichtigung der Presseförderung - zum
Wirtschaftswachstum bei?
Dietmar Köhler
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MELDUNGEN UND KOMMENTARE
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07 KPÖ/Schubhaftzentrum/Leoben/Asylpolitik
KPÖ <kpoe at gmx.at>
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KPÖ-Pressedienst - Drechslergasse 42, 1140 Wien -
Telefon +43 (1) 50 36 580 - 0 - Fax +43 (1) 50 36 580 - 499 -
Mail info at kpoe.at - Web www.kpoe.at -
Ausgabe vom 20. August 2007
KPÖ gegen geplantes Schubhaftzentrum in Leoben
Schubhaft abschaffen statt neue Gefängnisse bauen
Der berechtigten Kritik von SOS Mitmensch an der geplanten
Errichtung eines Schubhaftzentrums in Leoben schließt sich die
KPÖ an: "Flucht ist kein Verbrechen, trotzdem werden viele
Asylsuchende, darunter auch Traumatisierte und Jugendliche in
Schubhaft genommen. Mittlerweile ist die Schubhaft in Österreich
nicht mehr die Ausnahme, sondern bereits zur Norm geworden",
kritisiert KPÖ-Bundessprecherin Melina Klaus.
Der offensichtlich von FPÖ und BZÖ getriebene und sich mit dem
Schielen auf rechte Wählerstimmen als Hardliner in der
Asylpolitik profilierende Innenminister Günter Platter (ÖVP)
plant den Neubau eines Schubhaftzentrums für 250 Personen in der
obersteirischen Bezirksstadt. Seitens des Ministeriums heißt es
dazu zynisch, dass dort AsylwerberInnen in einem "modernen
offenen Vollzug auf den Ausgang ihres Verfahrens warten" sollen.
So wie auch SOS Mitmensch sieht die KPÖ das Problem
grundsätzlich, weil nämlich die Schubhaft in Österreich exzessiv
verhängt wird und sich die Zahl der Schubhäftlinge 2006 innerhalb
weniger Jahre bereits auf 2.700 verfünffacht hat. Seit dem
Inkrafttreten des von ÖVP, SPÖ und BZÖ 2005 beschlossenen
Fremdenrechtspakets werden AsylwerberInnen unter Berufung auf die
"Dublin-Vermutungshaft" bereits in Schubhaft genommen, wenn die
Behörde vermutet, dass ein anderes Land für das Asylverfahren
zuständig sein könnte.
"Statt Millionen Steuergelder für ein neues Gefängnis zu
verschleudern muss die Schubhaft abgeschafft werden, weil es
inakzeptabel ist, dass Menschen ohne eine Straftat begangen zu
haben eingesperrt werden", fordert Klaus. Als unverständlich
bezeichnet die KPÖ daher auch die Haltung von Caritas-Präsident
Franz Küberl, der "verhaltene Zustimmung" zu dem Projekt äußert,
weil damit die "Haftbedingungen für die Schubhäftlinge verbessert
würden".
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08 GLB/Lehrstellenmangel/Berufsausbildung
"GLB" <glb at gmx.org>
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Pressedienst des Gewerkschaftlichen Linksblocks (GLB),
Hugogasse 8, A-1110 Wien - Telefon +43 664 61 45 012
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Ausgabe vom 22. August 2007
GLB urgiert dringende Maßnahmen für mehr Lehrstellen
Unternehmen müssen in die Pflicht genommen werden
Dringenden Handlungsbedarf bei der Berufsausbildung sieht die
Fraktion Gewerkschaftlicher Linksblock im ÖGB (GLB) in Hinblick
auf über 10.000 fehlende Lehrstellen für SchulabgängerInnen:
"Rasche Maßnahmen und eine gründliche Reform der Berufsausbildung
sind vor allem auch im Zusammenhang mit dem von der Wirtschaft
ständig beklagten FacharbeiterInnenmangel zu sehen", meint GLB-
Bundesvorsitzende Karin Antlanger.
Laut AK-Niederösterreich suchen beispielsweise bundesweit 2.339
Jugendliche eine Lehrstelle im Bereich der Metall- und
Elektroberufe, die Unternehmen bieten aber nur 648 Lehrstellen
an. Mit der Forderung nach ausländischen FacharbeiterInnen will
sich die Wirtschaft offensichtlich aus ihrer Verantwortung für
die Berufsausbildung entziehen und gleichzeitig auf das Lohn- und
Sozialniveau drücken.
Gegen die Jugendarbeitslosigkeit und Ausbildungsmisere sieht der
GLB als Sofortmaßnahme eine Ausbildungsverpflichtung, derzufolge
alle Unternehmen in einem bestimmten Prozentsatz der
Beschäftigten Lehrlinge ausbilden müssen. Weiters verlangt der
GLB eine Berufsausbildungsabgabe gemessen an der Wertschöpfung.
Betriebe die sich von ihrer Verpflichtung zur Ausbildung drücken
müssen über eine solche Abgabe wenigstens zur Finanzierung von
Maßnahmen der betrieblichen oder überbetrieblichen
Berufsausbildung wie etwa Lehrwerkstätten beitragen. Darüber
hinaus ist eine grundlegende Reform der Berufsausbildung durch
Eingliederung in das öffentliche Bildungswesen erforderlich.
Die Defizite bei der Berufsausbildung sind auch ein Ergebnis der
Zerschlagung und Privatisierung der Verstaatlichten. Bis Ende der
80er Jahre bildeten die großen Lehrwerkstätten dieser Betriebe
weit über ihren eigenen Bedarf hinaus qualifizierte Fachkräfte
aus und hatten eine Vorbildfunktion auch für die
Privatwirtschaft. Wenn nach Börsegängen oder Verkauf von früher
im öffentlichen Eigentum stehenden Unternehmen die Dividende für
die AktionärInnen das Maß aller Dinge ist, bleiben Aufgaben wie
die Berufsausbildung zwangsläufig auf der Strecke.
Seit 1980 ist die Zahl der Lehrlinge von 200.000 auf 126.000
gesunken. Nach wie vor konzentriert sich die Berufsausbildung auf
einige wenige Berufsbilder, bislang ist es nur unzureichend
gelungen, dass Frauen so genannte "typische Männerberufe"
erlernen. Die derzeit nach dem Gießkannenprinzip erfolgende
Lehrstellenförderung mit dem "Blum-Bonus" muss daher rasch auf
eine zielgerichtete Förderung, etwa für Frauen in Männerberufen,
umorientiert werden: "Es kann und darf nicht akzeptiert werden,
dass für tausende SchulabgängerInnen statt einer Lehre nur die
Leere kommt und ihnen die Zukunft geraubt wird", so Antlanger
abschließend.
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09 KPÖ/ATX-Unternehmen/Umverteilung/Lohnpolitik/Steuerreform
KPÖ <kpoe at gmx.at>
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Ausgabe vom 22. August 2007
ATX-Bilanz ist Anlass für kräftige Lohnerhöhungen und höhere
Besteuerung
Graber: "Krasser Ausdruck der Umverteilung zugunsten des
Kapitals"
"Grund sowohl für eine kräftige Lohnerhöhung bei der anstehenden
Herbstlohnrunde zur Stärkung der Inlandsnachfrage und Stärkung
der Kaufkraft als auch für eine rasche Steuerreform mit
Entlastung der kleinen und mittleren Einkommen und höherer
Besteuerung von Kapital und Vermögen sind die explodierenden
Gewinne der ATX-Unternehmen", meint KPÖ-Wirtschaftssprecher
Michael Graber.
Laut einer Statistik der Arbeiterkammer sind die Gewinne der ATX-
Unternehmen im ersten Halbjahr 2007 um 33 Prozent, die Dividenden
um 43 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, wobei bereits
2005 und 2006 Rekordsteigerungen verzeichnet wurden. Die Bezüge
der Vorstände stiegen um 14 Prozent: "Mehr denn je werden die
Bosse der großen Unternehmen durch Millionengagen fürstlich dafür
entlohnt, dass sie immer mehr aus der Arbeitskraft der
Beschäftigten herausholen, Arbeitsplätze wegrationalisieren und
Löhne bzw. Sozialleistungen drücken", kritisiert Graber.
Der Personalstand wuchs zwar um elf Prozent, allerdings
hauptsächlich durch Zukäufe im Ausland. Hingegen sank der
Personalaufwand pro Beschäftigten gegenüber dem Vorjahr um ein
Prozent und der durchschnittliche Steuersatz ging um zwei Prozent
auf 21,18 Prozent zurück und liegt damit bedingt durch
umfangreiche Gestaltungsmöglichkeiten und die Gruppenbesteuerung
deutlich unter dem Körperschaftssteuersatz von offiziell 25
Prozent.
"Die Entwicklung der an der Wiener Börse notierten ATX-
Unternehmen ist ein krasser Ausdruck einer zunehmenden
Umverteilung zugunsten von Profit und Vermögen", so Graber. Die
KPÖ weist im Zusammenhang mit dieser ATX-Bilanz einmal mehr auf
die Notwendigkeit einer offensiven Lohnpolitik hin, bei der nicht
nur die Inflation, sondern auch er Produktivitätszuwachs
abgegolten werden. Die sozialpartnerschaftliche Unterordnung der
Gewerkschaften unter die Standortargumente der Unternehmen ging
auf Kosten der Beschäftigten, wie stagnierende Realeinkommen in
den letzten zehn Jahren beweisen.
Weiters zeigt die ATX-Bilanz die Notwendigkeit die
Körperschaftssteuer auf die Gewinne der Kapitalgesellschaften
anzuheben und steuerschonende Ausnahmen wie die
Gruppenbesteuerung abzuschaffen: "Für die Lohnabhängigen ist es
unakzeptabel, dass zunehmend nur mehr sie Steuern zahlen müssen,
während die Steuerflucht von Kapital und Vermögen fortgesetzt
wird", so Graber abschließend.
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10 "Presseinformation/Fotos"
delphinus x <delphinusmaster at yahoo.de>
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Ttl:Protest bei Ländermatch Österr.-Tschechien
Uttl:Ehrengast Vaclav Klaus sieht Aktion von "Resistance for Peace"
Am MI den 22.8.2007 zeigten Aktivisten der NGO "Resistance for
Peace"aus Wien während des Fussballländermatch Österreich-
Tschechien im Happelstadion 2 Banner auf denen zu lesen war:"Stop
Temelin" und Stop Nuclear Energy".
Der Ehrengast aus Tschechien Vaclav Klaus saß gegenüber was
offenbar ziemlich Aufsehen erzeugte.
Die Stadionsecurity reagierte nach ca.10 Minuten und riss die
Banner runter. Aktivisten wurden von der Security unsanft aus dem
Stadion befördert und von denen beschimpft und bedroht.
Ausserhalb des Stadions wurde von der Polizei über die Aktivisten
ein "Betretungsverbot" verhängt.Sie mussten einen grossräumigen
Bereich um das Stadion verlassen.
Mehr Informationen bei Peter Rosenauer Tel: 0664-505 18 61
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11 B/S/A ganz Mittelalterlich
"q/depesche" <depesche at quintessenz.org>
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Fq/depesche 2007-08-23T16:52:15
B/S/A ganz Mittelalterlich
Die Business Software Alliance (BSA) hat heute die Medien zur
öffentlichen Vernichtung von illegalen Datenträgern vorm LG Wien
eingeladen. Öffentliche Strafvollstreckungen und
Denunziationsaktionen (zb stoppt-schnorrer.at) hofften die
Meisten, schon im Mittelalter zurückgelassen zu haben.
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Dabei kämpft die BSA wohl eher um Ihre eigene Legitimation, als
gegen Raubkopien: Eine von der BSA in Auftrag gegebene IDC Studie
[1] aus 2006 attestiert Österreich eine der höchsten
Lizenzierungsquoten weltweit. 26 Prozent, so IDC, der
eingesetzten Software in Österreich ist nicht lizenziert,
gegenüber 35 Prozent im weseuropäischen Durchschnitt, oder gar 69
Prozent in Osteuropa.
Den Bedrohungslevel und die Verwirrung hoch zu halten, ist eines
der wichtigsten Ziele solcher Aktionen. Gilt es doch, sich in
eine gute Position rund um die Zugriffsrechte bei der
Vorratsdatenspeicherung zu bringen. Dabei werden all zu gerne
gewerbsmäßige Fälscher und Betrüger mit privaten
Gelegenheitskopieren vermischt.
Seit über zwanzig Jahren prägt die Industrie den Begriff
"Raubkopie" und "Softwarepiraterie". Das täuscht und manipuliert
die Öffentlichkeit. Raub ist das Entwenden von Eigentum unter
Anwendung oder Drohung von Gewalt gegen Leib und Leben. Piraten
sind organisierte Plünderungsbanden in der Schifffahrt. Eine
Analogie zu Kopien im Privat- und SOHO Bereich würde sich mit
kritischen Medien, die diese Terminologie hinterfragen, nicht
bilden lassen.
[1] http://www.idc.com/getdoc.jsp?containerId=prUS20178406
- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.-
relayed by Mac Gyver
- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.-
Online Version: http://quintessenz.at/d/000100003914
quintessenz is powered by http://www.onstage.at
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comments to depesche at quintessenz.org
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12 GLB/Post/Personalabbau/Kampfmaßnahmen
"GLB" <glb at gmx.org>
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Pressedienst des Gewerkschaftlichen Linksblocks (GLB), Hugogasse
8, A-1110 Wien - Telefon +43 664 61 45 012 oder +43 1 53 444-308
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2007
Post: Nur entschlossene Kampfmaßnahmen zeigen Wirkung
GLB urgiert Unterstützung des ÖGB für Postbedienstete
Nur entschlossene Kampfmaßnahmen können die angemessene Antwort
auf die Arbeitsplatzvernichtungspläne des Vorstandes meint die
Fraktion Gewerkschaftlicher Linksblock im ÖGB (GLB) zur aktuellen
Situation bei der Post AG.
"Allerdings müssen solche Kampfmaßnahmen auch wirklich ernst
gemeint sein und nicht eine leere Drohung wie das in der
Vergangenheit leider schon so oft zum Dampfablassen erfolgte", so
GLB-Postsprecher Robert Hobek (VPA-Vorsitzender im Postamt 1230
Wien). Wie aus Gewerkschaftskreisen verlautet, war die FSG-
Mehrheit in Gewerkschaft und Personalvertretung nämlich bereit
das Maßnahmenpaket des Vorstandes zu akzeptieren, zerkrachte sich
dann aber an einem Manöver der FCG.
Der GLB fordert auch die Unterstützung des ÖGB für die
Postbediensteten ein, da die Vorgänge bei der Post exemplarisch
für die Zerstörung eines wichtigen Unternehmens im öffentlichen
Besitz im Zuge der von Regierung und Parlament voll mitgetragenen
EU-konformen Liberalisierung und Privatisierung sind. Scharf
kritisiert der GLB die Haltung der Bundesregierung, wenn
Infrastrukturminister Werner Faymann (SPÖ) auf die Kompetenz von
Finanzminister Wilhelm Molterer (ÖVP) verweist und dieser
wiederum auf die Zuständigkeit des Vorstand, obwohl immerhin noch
51 Prozent der Post AG im Staatsbesitz sind. Damit wird deutlich,
dass bereits eine Teilprivatisierung die Preisgabe jeder
politischen Verantwortung bedeutet.
Nach den Plänen des Vorstandes sollen bis Ende 2009 rund 1.500
der 12.000 BriefträgerInnen abgebaut werden. Dadurch steigt der
Leistungsdruck auf die ZustellerInnen weiter, deren Rayone
bereits in den letzten Jahren deutlich vergrößert wurden. Hinter
der systematischen Arbeitsplatzvernichtung steht das Bestreben
nach dem Börsegang der Post AG die Dividende für die
AktionärInnen zu sichern. Diese Gewinnmaximierung geht auf Kosten
des Personals und der Infrastruktur.
"Es ist geradezu pervers, wenn in Österreich tausend Postämter
zugesperrt und tausende Arbeitsplätze vernichtet werden um Mittel
für fragwürdige Auslandsabenteuer der Post AG freizuschaufeln und
die Dividenden zu bedienen", kritisiert GLB-Bundesvorsitzende
Karin Antlanger. Von 2001 bis 2005 sank die Zahl der Postämter
von 2.350 auf 1.333, der Personalstand von 30.126 auf 24.910,
hingegen stieg der Gewinn von 23 auf 88 Millionen Euro. Mit der
Schaffung einer Billiglohnkonkurrenz in Form der Post-
Tochterfirma Feibra werden bisher übliche Standards systematisch
ausgehöhlt.
Aufgabe der Post muss es sein die flächendeckende Versorgung mit
Postdienstleistungen sicherzustellen, dies kann ein Unternehmen
im öffentlichen Eigentum am besten leisten. Daher hat der GLB die
Liberalisierung und Privatisierung der Post, beginnend mit der
Ausgliederung aus dem Bundesbudget im Jahre 1996 bis zum
Börsegang 2006 schon immer grundsätzlich abgelehnt und dies auch
mit einer 2005 an den Nationalrat gerichteten Petition
bekräftigt.
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DISKUSSION
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13 Massive Kritik an Darabos wegen US-Kritik - und Einschüchterung
gegen jene, die ihm die Mauer machen
Alexandra Bader <alexandra at ceiberweiber.at>
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(im Web sind einige Links aktiviert, also bitte Details dann dort
nachsehen.)
Alexandra Bader
http://www.ceiberweiber.at/index.php?type=review&area=1&p=articles&id=619
Was steckt hinter der Kampagne gegen den Minister? "Prag:
Pazifismus von Darabos ist 'sonderbar' " schreibt die "Presse" am
24.8.2007: "Der Aufbau eines US-Raketenabwehrschirms in Osteuropa
sei seiner persönlichen Meinung nach eine 'Provokation'", hatte
Österreichs Verteidigungsminister Norbert Darabos am Donnerstag
im Interview mit der "Presse" gemeint.
Das rief nun Tschechiens Außenminister Karl Schwarzenberg auf den
Plan. 'Herr Darabos ist ein Mensch mit ausgesprochen
pazifistischer Ausrichtung, was bestimmt lobenswert, allerdings
bei einem Verteidigungsminister sonderbar ist', sagte
Schwarzenberg im tschechischen Rundfunk. Als neutrales, von Nato-
Staaten umgebenes Land sei es für Österreich 'einfacher, darüber
zu reden', meinte der tschechische Außenminister. Zudem habe
Österreich 'große Wirtschaftsinteressen in Russland'."
Und? Ist das verboten? Heisst es österreichische Bundesregierung,
Bundeskanzleramt, 1010 Wien oder österreichische Bundesregierung
c/o US-Embassy, 1090 Wien?
Das Interview am 22.8.2007 wird so eingeleitet:
"Verteidigungsminister Darabos lehnt die Einführung eines
Berufsheers ab, widerspricht SP-Klubobmann Cap in der Kosovo-
Frage - und hält iranische Raketen für nicht so gefährlich." Nach
differenzierten Worten von Darabos zu Darfur, zum Tschad und zum
Kosovo gehts ans Eingemachte:
Presse: Die USA wollen einen Raketenschutzschirm über Europa
spannen, Russland tobt. Was haben Sie für eine Haltung dazu?
Darabos: Ich persönlich halte den Weg, den die USA hier
einschlagen, für falsch. Es hat keinen Sinn, ein Raketenabwehr-
system in Europa aufzubauen. Dadurch werden nur unnötig alte
Debatten des Kalten Krieges wieder angefacht.
Presse: Aber es handelt sich doch um ein Abwehrsystem, das sich
nicht gegen Russland richtet, sondern gegen iranische Lang-
streckenraketen.
Darabos: Diese Gefahr sehe ich nicht. Da werden alte Geister
heraufbeschworen, die wir eigentlich schon vertrieben hatten.
Presse: Aber die Iraner entwickeln ja Langstreckenraketen.
Darabos: Da muss es andere Möglichkeiten geben. Mit Nordkorea
haben die USA ja auch einen Kompromiss erzielt. Dass die USA
jetzt im ehemaligen Osteuropa Verteidigungsschirme aufbauen,
halte ich für eine Provokation.
Was die ICBM (Inter Continental Ballistic Missiles) betrifft,
hilft ein Blick in den Blog des deutschen Professors Gerhard
Mangott: "Die Drohungen des Generalstabs der russländischen
Streitkräfte und des Verteidigungsministeriums, den 1987
abgeschlossenen Vertrag über die völlige Vernichtung von Kurz-
und Mittelstreckenraketen (IRBMs) - den INF-Vertrag - zu
kündigen, hat innerhalb der NATO zu heftigen Vorwürfen an
Russland geführt, ein neues Wettrüsten auszulösen. Die Drohungen
der russländischen militärischen Führungseliten sind eine
Reaktion auf die Pläne der Vereinigten Staaten - also nicht der
NATO - in Polen und Tschechien Komponenten der Ballistic Missile
Defence (BMD) zu installieren.Die offizielle Begründung der USA
für dieses Stationierungsvorhaben - die Bedrohung durch iranische
oder nordkoreanische Langstreckenraketen -, ist allerdings völlig
unglaubwürdig."
Am 22.8. kommt auch Thomas Schmidinger von WADI (siehe Infos am
Ende des Textes), zu Wort, der ansonsten einen Gastkommentar nach
dem anderen in der "Presse" schreibt, der heftige Reaktionen
österreichischer Muslime auslöst: "Das jetzige Nein Österreichs
zu einem Einsatz in Darfur sei symptomatisch, meint der
österreichische Politikwissenschaftler Thomas Schmidinger. "In
Europa interessiert sich niemand wirklich für Darfur.' "
Dafür umso mehr in den USA, da es auch in Afrika um Ressourcen
geht - und warum ein UN-Einsatz fehlplatziert ist, erklärt
Stephen Gowan: "Many Western activists have rallied around calls
for sanctions on Sudan and UN intervention in Darfur. But a
review of recent Western interventions in the world's trouble
spots suggests their faith is misplaced. While the US and its
allies, and the UN Security Council, point to lofty goals as the
basis for their interventions, the true goals are invariably
shaped by the economic interests of the corporations and
investment banks that dominate policy making in Western
countries. Worse, intervention has typically led to the
deterioration of humanitarian crises, not their amelioration."
"The United States and other imperialist powers look for
conflicts, or provoke conflicts, in countries they do not
dominate politically. They use these conflicts as pretexts to
intervene in other countries in multiple ways: militarily,
through proxies (which may include the UN), by funding an
internal opposition, or by some combination of these means.
The goal is to exploit these countries economically. Political
control, through a strongman or puppet government, allows great
nations to protect and enlarge the investments of their
corporations and banks and to open doors to their exports. That
is, the United States and other imperialist powers are engaged in
a relentless pursuit of political domination of countries they do
not currently dominate, in order to exploit their resources,
assets and markets, by creating or looking for conflicts that
provide pretexts for intervention." Gowan bringt Beispiele für
diese Stratetegie.
Am 23.8. zitierte die "Presse" Kritik von Ulrike Lunacek (Grüne)
an Darabos' Haltung zu einem Darfur-Einsatz. Lunacek ist auch
umtriebig als Russland-Gegnerin (Aktion zu Putin-Besuch usw.) und
fällt schon mal auf offensichtliche Desinformationen rein, wie
ich im Jahr 2000 anhand angeblich massenhaft im Irak enthaupteter
Frauen darstellte.
Sowohl sie als auch ihre "Frauensolidarität" schlossen sich
Apellen einer Vertreterin der "Arbeiterkommunistischen Partei"
des Iran im Exil an, die so tat, als schildere sie persönliche
Irak-Erlebnisse, während beim genaueren Zuhören klar wurde, dass
sie aus dem Iran stammt. Michael Operskalski von "Geheim"
(deutsches Magazin, dessen "Naming Names" von CIA-Agenten heuer
u.a. welche in der US-Botschaft in Wien betraf) erwähnte damals
in einem Interview in der "Jungen Welt" die u.a. vom Mossad
unterstützte "Workers Communist Party" von Exiliranern, und ich
wollte von ihm Näheres wissen, nachdem ich in der Sache
"Enthauptungen?" schon George Galloways Hilfsorganisation Mariam
Appeal befragte:
"Haben wir da nicht die iranische Arbeiterpartei gefunden, deren
Vertreterin in Sachen Enthauptungen Propaganda machte? Ich frage
Opperskalski, der meint, wahrscheinlich schon, denn eine
kommunistische Arbeiterpartei des Iran tritt vor allem in
Deutschland auf. Sie versteckt sich auch, nicht nur bei unseren
Nachbarn, hinter Flüchtlingsorganisationen,die sie zur
Rekrutierung und für Propagandazwecke nutzt.Und sie hat die
Gründung einer ebenfalls von CIA und Mossad unterstützten
kommunistischen Arbeiterpartei des Irak initiiert. Im irakischen
Kurdengebiet hat sie mehrere Basen... "
Lunaceks Rolle schilderte ich auch im MUND vom 23.11.2000: "Liebe
Leute, bitte verbreitet nicht alles weiter: die von Edwin
gepostete Afghanistan-Sache ist ein Virus und was die "180
enthaupteten Frauen im Irak" betrifft, so habe ich versucht,
dieser Behauptung nachzugehen: zuerst bekam ich am 17. eine Mail
eben von der Frauensolidarität, wo noch von 30 Frauen die Rede
war.
Auf meine Reply, welche Quelle das hat, mit dem Hinweis auf das
"National Endowment for Democracy", einem US-Programm, wo via
Menschenrechtsschiene Gründe für militärische Interventionen
gesucht werden, kam dann nichts mehr. Zufällig habe ich am 20.
entdeckt, dass die Quelle der Frauensoli-Behauptung offenbar
Ulrike Lunacek ist, denn diese machte am 20. eine Aussendung mit
eben dem Inhalt der 30 Enthauptungen von Prostituierten. Und dass
sie das auch in New York im Büro von Mary Robinson angesprochen
habe und erwarte, dass das Ölembargo gegen den Irak nicht
gelockert werde. Und von Österreich fordert sie, dass nicht wie
geplant Anfang 2001 ein Handelsdelegierter in den Irak entsandt
wird."
Lunacek bezog sich auf eine Desinformation im britischen Guardian
am 3.11.2000, nahm jedoch deren Entlarvung am 4.11.2000 nicht
mehr zur Kenntnis. Zufall oder Absicht? Wenn wir ihre
außenpolitischen Positionen auch seither ansehen, wohl eher
Letzteres.
"Das geht nicht lange gut" wird ein Kommentar von Andreas Schwarz
im "Kurier" vom 24.8.2007 über/gegen Darabos betitelt: "Leicht
hat er´s nicht, der Verteidigungsminister. Erst musste er den Job
übernehmen, weil sein Kanzler dort einen treuen Adlatus im Kampf
gegen die Abfangjäger sehen wollte. ...Drei Jets weniger waren´s
dann, nur den Erfolg der Einsparung wollte ihm niemand glauben:
Regierungspartner und Opposition sowieso nicht, aber auch die
Bevölkerung nicht - in Umfragen zum Regierungsteam stürzte
Darabos endgültig ab, ans Ende zu Alfred Gusenbauer. Und jetzt
bläst dem solcherart 'gestärkten" Zivildiener als
Verteidigungsminister, der von Kritik schon 'die Nase voll' hat,
immer kräftiger der Protestwind aus dem Heer entgegen: Dass er
die Einsparungen aus dem Eurofighter-Deal 'nicht fürs Heer
braucht', wie er dem Finanzminister sagte, stößt sauer auf, weil
der Truppe fehlt vorne und hinten das Geld."
Wird eigentlich einmal Wissenschaftsminister Hahn als
Nichtprofessor betitelt oder Bildungsministerin Schmied als
Nichtlehrerin (bzw. Nichtkünstlerin)? Frage ich mich als
Journalistin ohne Publizistikstudium (was auf jene ebenso
zutrifft, die sich medial auf Darabos einschissen). "Minister in
Deckung", ein Artikel von Wilhelm Theuretsbacher gegenüber dem
Kommentar von Andreas Schwarz, zeigt eine Fotomontage von Darabos
als Soldat im Tarnanzug. Im Text wird bejammert, dass ebenso wie
überall sonst bei Reformen auch im Heer Personalabbau
stattfindet, was jedoch neoliberale Medien ansonsten wenig stört.
Und, welch ein Frevel, für Darabos ist die Verteidigungsdoktrin
zu NATO-lastig. Auch Peter Pilz darf nicht fehlen, der "hofft,
dass Darabos nicht lange Verteidigungsminister bleibt" und die
Grünern (sich selbst?) als Personalreserve für die SPÖ anbietet.
"Washington rügt Darabos" tönen am 24.8. "Standard" und "Presse",
und die Kommentare der UserInnen zeigen teils, dass das Spiel
durchschaut wird (eventuelle Kritik an Darabos wird davon
getrennt, dass keine fremde Macht bestimmen darf, wer hier
regiert), aber auch einige munter mitmachen.
Da macht man sich lustig über den Zivildiener als
Verteidigungsminiuster, den Hans Rauscher im "Standard" kürzlich
als "etwas schüchternen Brillenträger" bezeichnet hat, stellt ihn
als Versager hin oder sieht ihn unverhohlen als eine Art Diener
Moskaus (das ist eine Spezialität der "Presse"-Klientel).
Es gibt auch Dialoge wie jenen, wo einer vermutet, die Aktionen
gegen Darabos kämen von der CIA und ein anderer meint, es sähe
schon danach aus, aber Darabos müsse trotzdem weg.
Wo kämen wir da denn hin, Leute? Selbst wenn es Anlass zu Kritik
an einem Minister gibt, ist das immer noch unsere Sache und nicht
die einer fremden Macht. Artikel 1 der Bundesverfassung lautet:
Österreich ist eine demokratische Republik. Ihr Recht geht vom
Volk aus.
Und nicht von der amerikanischen Botschaft, die zugleich CIA-
Liaison ist (und wo in der Person des stellvertretenden
Botschafters Scott F. Kilner auch beides vereint wird). Man kann
staatliche Souveränität kaum stärker verletzen als mit der
Einflussnahme darauf, wer einer Regierung angehört.
Ärger als die Auswahl eines einzelnen Mitgliedes ist dann nur
noch der Putsch - sei er offen und ungeniert mit willigen
Helfern, die das eigene Land verraten, oder verdeckt, indem durch
Einfluss auf Medien und Politik nur jene gewinnen und regieren,
mit denen man einverstanden ist (entweder weil sie der fremden
Macht willig gegenüberstehen oder weil sie, im Gegensatz zu durch
Kampagnen ausgeschaltete andere Personen, zu schwach für
Widerstand sind).
Darabos ist, ob die CIA die Hand im Spiel hat oder nicht (derlei
lässt sich mit wenigen Medienberichten nicht sicher abschätzen),
unbequem: er findet die Verteidigungsdoktrin zu NATO-lastig, will
ein zu NATO-orientiertes Heer umkrempeln (was sagt beispielsweise
das Heeresnachrichtenamt dazu?), er lehnt den US-Raketenschild ab
und er tendiert dazu, sich nicht durch (Kriegs) Propaganda eine
Haltung aufzwingen zu lassen. Bei der Frage des Iran ebenso wenig
wie beim Abschuss voin Passagiermaschinen als wiederholtes 9/11
Szenario:
Die aussschließliche Fokussierung auf den Abschuss oder nicht
Abschuss einer besetzten Passagiermaschine findet keineswegs
meine Zustimmung (allein schon deshalb, als andere Szenarien
weitaus mehr Realitätsgehalt haben; auch hier ist das jeweilige
Vorgehen selbstverständlich im Rahmen der Gesetzgebung klar
geregelt) - und in diesem Punkt sind wir vermutlich einer
Meinung.
So endete ein Darabos-Zitat in einem Artikel in Sachen
Eurofighter & Abschuss von Passagiermaschinen, den ich am 13.8.
ins Netz stellte. Am Feiertag, dem 15.8. las ich dann im Kurier
(wieder mal Theuretsbacher) bezogen auf ein "Alpha-Handy" des
Ministers: Dieses ist "jenes Mobilfunkgerät, mittels dessen der
Verteidigungsminister binnen Sekunden über Leben und Tod
entscheiden muss. Etwa wenn ein Passagier-Jet mit einer Horde
Islamisten an Bord den Stephansdom im Visier hat. Dann gilt es am
Alpha-Handy zu entscheiden: Abschuss oder nicht.".
Darabos ist nicht nur nicht von solchen Sorgen geplagt, er ist
auch schlicht nicht zuständig, wenn das Bundesheer einen
sicherheitspolizeilichen Assistenzeinsatz leistet, wie wir
ebenfalls im O-Ton zitierten.
Pikanterie am Rande: der "Kurier" hat die Nummer des "Alpha-
Handys" auf dem jemand (wer?) Darabos kürzlich nachts anrief und
wo sich dann herausstellte, dass es die Nummer eines Ex-
Bundesheerlers in Pension war, die dem "Alpha-Handy" gegeben
wurde (Näheres im Blog am 15.8.).
Man stellt Darabos offenbar die Rute ins Fenster, niemals
vergessend, dass er ebenso wie etwa Frauenministerin Bures (bei
der schon mal fast niemand über Pressekonferenzen berichtet) zum
engen Umfeld von Kanzler Gusenbauer gehört....
Alexandra Bader (etwas schüchterne Kontaktinsenträgerin)
PS: "Heute" zeigt am 23.8. in einem Bericht, warum ein
"Zivilist", der den Korpsgeist nicht um jeden Preis wahren muss,
ganz gut ist fürs Heer: ein Unteroffizier, der beim Kosovo-
Einsatz Untergegebene misshandelt hat, kommt vor Gericht und
erhält heeresintern ein Disziplinarverfahren.
PPS: Zur Person von Peter Pilz kommt heute noch was im Blog,
schliesslich sind die Grünen abends im ORF-Sommergespräch...
Auch der ORF berichtet über die Schelte Schwarzenbergs für
Darabos. Und der Standard schreibt: Die US-Regierung hat die
Kritik von Verteidigungsminister Norbert Darabos an der geplanten
US-Raketenabwehr in Mitteleuropa zurückgewiesen. "Solche
Kommentare sind nicht hilfreich. Wir haben mit einem neuen
strategischen Umfeld zu tun, das ein Denken jenseits des Kalten
Krieges erfordert", sagte ein Sprecher des US-Außenministeriums,
Gonzalo Gallegos, am Donnerstag in Washington bei einer
Pressekonferenz. "Wir waren mit unseren EU- und NATO-Alliierten
in dieser Hinsicht offen und transparent, und werden das auch
weiterhin bleiben. Wir besprechen den Schutz vor Raketen mit den
Russen", sagte Gallegos weiter.
No comment - eine Presseaussendung der ÖVP vom 24.8., wo jemand
noch nicht ganz geschnallt hat, dass er Abgeordneter des freien,
souveränen Österreich ist:
"Als "unüberlegt und kurzsichtig" stuft ÖVP-Wehrsprecher Abg.
Walter Murauer den Versuch von Verteidigungsminister Darabos ein,
"sich über Außenpolitik zu äußern - vor allem einseitig, zumal zu
einer Zeit, in der Russland den KSE-Vertrag einseitig ausgesetzt
hat und es weltpolitisch rumort." Damit reagiert Murauer heute,
Freitag, auf ein Presseinterview Darabos´, dessen Aussagen sogar
eine kritische Reaktion aus dem USA-Außenministerium zur Folge
haben. "Wie man sieht, ist es kontraproduktiv, wenn sich der
Verteidigungsminister eines Staates über die Außenpolitik äußert,
insbesondere wenn dabei peinliche Mängel im außenpolitischen
Wissen dieses Ministers augenscheinlich werden. Darabos sollte
mit diesem gefährlichen Dilettieren über Außenpolitik und
Vergangenheit aufhören.
Der Kalte Krieg ist vorbei, das sollte in der Zwischenzeit auch
bis zum Verteidigungsminister vorgedrungen sein. Es geht um die
Herausforderungen für die Zukunft", kritisiert Murauer.
"Bemerkenswert" ist für Murauer die Tatsache, dass sich der
Verteidigungsminister eines neutralen Landes über NATO-
Angelegenheiten auslässt und der NATO Ratschläge erteilt. "Man
kann dem rundum glücklosen Minister nur einen Ratschlag geben:
sich herauszuhalten, sich um das eigene Ressort zu kümmern und zu
versuchen, zumindest dort die Angelegenheiten unter Kontrolle zu
bringen und zu halten. Damit hat Darabos angesichts der Situation
in seinem Ministerium schon genug zu tun." "Herr Verteidigungs-
minister, nehmen sie Ihre Augenklappen ab. Mit beiden Augen sieht
man die eigenen Probleme besser und braucht sich nicht um Dinge
zu kümmern, von denen man keine Ahnung hat", schloss Murauer.
Hingegen meint Caspar Einem für die SPÖ:
"In der Vergangenheit beruhte die Sicherheit Europas auf
balancierten Abrüstungsschritten der USA und der damaligen
Sowjetunion bzw. auf Rüstungsbegrenzungen und vereinbarten
Truppenentflechtungen", so Einem. Seit der Kündigung des ABM-
Vertrages durch die USA und das Streben der USA nach einseitiger
Unangreifbarkeit durch strategische Raketen sei dieses
Gleichgewicht gestört worden.
"Und durch die jetzt beginnende Installierung des immer noch
nicht perfekten Systems in Großbritannien, Dänemark (Grönland),
Polen und der Tschechischen Republik wird dieses unilaterale
Abwehrsystem nun ernst." Das sei der Hintergrund für die
Ankündigung Russlands, den KSE-Vertrag, der vor allem Russland
verpflichtet, seine konventionellen Truppen weit ins Innere des
Landes zurückzuziehen, aufzukündigen, stellte Einem fest.
"Nicht hilfreich ist es vielmehr, wenn eine Großmacht einseitig
die andere herausfordert und dabei ein Dritter droht zu Schaden
zu kommen. Das ist nämlich die Situation, in die das
amerikanische Aufrüstungsprogramm Europa bringt. Und dass dabei
auch noch die Gemeinsamkeit der europäischen Sicherheits- und
Verteidigungspolitik als Farce vorgeführt wird, ist der Beitrag
der vier Partnerländer der USA innerhalb der EU", erklärte Einem.
Er weist deshalb auch die Kritik vom tschechischen Außenminister
an Darabos zurück; denn die Sorgen um Österreichs und Europas
Sicherheit, die der Verteidigungsminister äußert, seien
berechtigt. "Kleine Länder müssen in Fragen der Sicherheit auf
die Herrschaft des Rechts bauen, nur die Großen können auch auf
überlegene Macht setzen. Und die europäischen Länder sind nicht
nur allesamt vergleichsweise klein, sondern auch in Gefahr,
zwischen die Großen zu geraten. Dem gilt es durch vereinbarte und
eingehaltene Regelungen vorzubeugen", schloss Einem.
...und nun wendet sich Ulrike Lunacek (Grüne) gegen den ÖVP-
Abgeordneten Murauer:
Mehr als eigenartig" sei die Kritik des ÖVP-Wehrsprechers Murauer
an der Aussage von Verteidigungsminister Darabos, der geplante
US-Raketenschild sei eine Provokation und nicht sinnvoll, betont
Ulrike Lunacek, außenpolitische Sprecherin der Grünen. "Der
sowohl in den Vereinigten Staaten als auch in der NATO und EU
sehr umstrittene US-Raketenschild ist kein Beitrag zur
europäischen Sicherheit, sondern ein im 21. Jahrhundert unnötiges
Aufrüstungsprojekt", erklärt Lunacek.
"Laut Experten würde ein in Polen und Tschechien angelegtes
Raketenabwehrsystem zwar möglicherweise die Vereinigten Staaten,
aber keinesfalls die europäischen Staaten vor (derzeit ja noch
nicht existierenden) iranischen Raketen schützen", so die
Abgeordnete der Grünen. Murauers Sprechverbot für Darabos in
außenpolitischen Anliegen sei umso eigenartiger als
Außenministerin Ursula Plassnik derzeit dazu schweigt. Überdies
habe sich Plassnik in der Vergangenheit im Parlament alles andere
als enthusiastisch zum US-Raketenschild geäußert und sei daher
wohl eher auf der Linie von Darabos, so Lunacek.
Weitere Infos @ WADI, Antislamismus (sind alles Weblinks!):
* WADI (international) bekommt Geld vom US-Außenministerium:
"Ebenso wenig die zeitgleiche Euphorie über die unaufhaltsamen
demokratischen Revolutionen auf der Homepage (www.wadinet.de) des
Wadi e.v. unter Thomas von der Osten-Sacken und Thomas Uwer: Nach
eigenen Angaben (ebenda) erhält dieser Verein für seine Projekte
in der Region Geld von US AID, einer entwicklungspolitischen
Agentur des US-Außenministeriums. Wie so oft entpuppt sich diese
"Nichtregierungsorganisation" als Handlanger einer Regierung,
wenngleich nicht der "eigenen", sondern eher der US-
Administration.
* Von der Webseite WADInet:
"To assist Iraq´s women emerging from a position of lacking most
rights to one of individual dignity is a crucial aim of WADI.
These days, their crew is extremely happy over the success of a
pilot project, an independent radio station run by young men and
women in the region of Shara Sur, Halabja and Hauraman. Initial
funding was granted by USAID.
* WADI und die "Antideutschen" (Tarafa Baghajati):
"Auch seine Organisation Wadi und sein Chef Thomas von der Osten-
Sacken, seine Vorstandskollegin Mary Kreutzer und sein Kollege in
Deutschland Thomas Uwer sind klare Träger einer antideutschen
Gesinnung. Von der Osten-Sacken tritt sehr oft mit den
Antideutschen zusammen auf, ja auch mit der als rassistisch
geltenden Organisation Bahamas in Deutschland."
* Schmidinger, Cafe Critique, Stefan Grigat und die Antideutschen
(Omar Al Rawi)
* Infos zur Politik von WADI und anderen
* Antideutsche bei Wikipedia (sie egagierten sich auch gegen 9/11
Skeptiker, unterstellen ihnen Antisemitismus)
* WADI vom anti-islamischen, proamerikanischen Blog Politically
Incorrect zitiert
* "Best" of"Politically Incorrect (samt Manipulation von Internetumfragen)
* Parodie "Politically Impotent"
* Watchblog Islamophobie (Henryk Broder lässt Ulfkotte, der die
"Islamisierung Europas" stoppen will, nicht im Stich)
* Ulfkotte, PI und die "Junge Freiheit"
* WADI und die antideutsche Ideologie
* Blog von WADI
* Antideutsche in Österreich
* Antideutsche und die Zeitschrift Context XXI
* "Zu Verschwörungstheorien von Thomas Schmidinger: Wölfe im
Schafspelz?" KOMMENTAR VON OMAR AL-RAWI
(SPÖ-Landtagsabgeordneter, MUND, 18.1.2007, Punkt 6):
Die zuletzt präsentierte Studie der Europäischen
Beobachtungsstelle gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit über
die Islamophobie in Europa zeigt solche Aspekte genau auf. Thomas
Schmidinger tappt prompt in diese Falle, wenn er integre und
durch ihre langjährige Arbeit anerkannte Personen mit
ungeheuerlichen Aussagen und nicht nachweisbaren Unterstellungen
zu diffamieren sucht.
Er versucht mit einem Konstrukt angeblichen "Networkings
islamistischer Muslimbrüder" eine Weltverschwörungstheorie von
bedrohlicher muslimischer Unterwanderung in Österreich zu
verbreiten. Belege für diese Behauptung bleibt der laut eigener
Definition "Philozionist" und bekannte "Antideutsche" dabei
schuldig, seine Argumentation beschränkt sich auf subjektive
Bewertungen. Fakt ist aber, dass drei der von ihm auf diese Weise
zur Zielscheibe erkorenen Personen syrischer Herkunft sind, was
sie und ihre Familienangehörigen dort in Gefahr bringen kann.
Denn in Syrien steht auf die Mitgliedschaft zur
Moslembrüderschaft die Todesstrafe und werden Verwandte solcher
Personen zum Teil systematisch schikaniert.
Brief von Thomas Schmidinger, der sich selbst disqualifiziert,
inderm er meinen Ruf mit verleumderischen Behauptungen gegenüber
Dritten schädigt, denen er die Mail auch sandte
Sehr geehrte Frau Bader,
ich habe kein Interesse mit jemandem, der offensichtlich unter
Wahnvorstellungen leidet (wofür etwa auch die halluzinierte
Unterstützung des israelischen Geheimdienstes Mossad für die
irakischen ArbeiterkommunistInnen spricht) und auch Sympathien
für neonazistische Verschwörungstheoretiker wie Gerhoch Reisegger
hegt (und dafür auch vom Dokumentationsarchiv des
Österreichischen Widerstands kritisiert wurde), politische
Debatten zu führen.
Ob ihnen meine Kommentare gefallen oder nicht ist nicht mein,
sondern ihr Problem. Wenn Sie jedoch weiterhin wahrheitswidrig
behaupten, dass der Verein WADI Österreich, dessen Obmann ich
bin, Gelder des US-Außenministeriums erhält, könnte dies
juristische Konsequenzen nach sich ziehen, deren Einleitung im
Vorstand unserer NGO zu beraten sein wird.
mit freundlichen Grüßen
Thomas Schmidinger
PS: ich belege alles, was ich schreibe, und bin immer
Antifaschistin gewesen - und seit 11.9.2001 an der Wahrheit über
9/11 interessiert. Dazu brauche ich sicher keine Neonazis,
sondern Verstand und Recherche - die Neonazikeule wird gegern
gegen das 9/11 Truth Movement angewandt, wie auch meine deutschen
(linken) Kollegen leidvoll wissen.
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SOLIDARITÄT WELTWEIT
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14 Hängen im Namen Gottes
Café Critique <cafe.critique at gmx.net>
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Hängen im Namen Gottes
Das iranische Regime hat die Repression weiter verschärft. Proteste
dagegen regen sich hierzulande nur sehr verhalten. von udo wolter
Jungle World, Nr. 33, 2007
http://jungle-world.com/seiten/2007/33/10431.php
»Die Durchsetzung des Gesetzes bedeutet eine Erhöhung der Sicherheit«
stand Anfang Juli auf einem hoch gespannten Transparent in der Stadt
Maschad zu lesen. Darunter baumelten fünf Erhängte am Galgen, umringt
von einer »Allahu akbar« rufenden Menge Schaulustiger.
Ähnliche Szenen spielten sich in den vergangenen Wochen in
zahlreichen Städten des Iran ab. In Teheran wurden bei den ersten
öffentlich vollzogenen Hinrichtungen seit Jahren zwei angebliche
Mörder an Baukränen aufgehängt, eine besonders grausame, weil
langwierige Art der Hinrichtung. Auch eine Steinigung wurde Anfang
Juli im Norden des Landes vollstreckt. Weitere Exekutionen sind trotz
mittlerweile laut gewordener internationaler Proteste angesetzt. Nach
Angaben von Amnesty international wurden in diesem Jahr bereits 154
Menschen hingerichtet. Im vergangenen Jahr waren es 177, womit der
Iran gleich nach China der Staat mit den meisten vollstreckten
Todesurteilen ist.
»Jedes unabhängige Land geht gegen Kriminelle in Übereinstimmung mit
seinen eigenen Gesetzen vor, und jede Einmischung aus dem Ausland ist
de facto eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten des
betreffenden Staates«, wies der Außenamtssprecher Mohammad Ali
Hosseini moderat vorgetragene EU-Proteste gegen die zahlreichen
Hinrichtungen zurück. Dass es sich bei den Exekutierten, wie
behauptet, vor allem um Mörder, Vergewaltiger, Drogenhändler und
andere Kriminelle handelt, ist zu bezweifeln.
Diversen Berichten zufolge befinden sich unter den Exekutierten viele
Menschen, die bei den Kampagnen der »Sittenwächter« des Regimes
verhaftet wurden. Neben »schlecht verschleierten« Frauen trafen diese
»zu westlich« gekleidete oder frisierte Männer und Homosexuelle. Der
in Teheran lebende Journalist Martin Ebbing bestätigte vorige Woche
in einem Interview des Deutschlandradios, unter den Hingerichteten
befänden sich viele, die »als soziale Missetäter oder Schädlinge
gebrandmarkt werden« und »am Rande mitverhaftet wurden«. In selbst
nach der Sharia fragwürdigen Prozessen seien viele verurteilt und
anschließend hingerichtet worden. Die Gefängnisse sind wegen der
laufenden Verhaftungen derart überfüllt, dass kürzlich der Leiter der
nationalen Gefängnisdienste, Ali-Akbar Yassaqi, ein »Moratorium«
forderte.
Von der Repression sind Studenten, Gewerkschafter,
Frauenrechtlerinnen, Journalisten, Blogger und selbst oppositionelle
Mullahs betroffen. Auch Minderheiten wie die Bahai und die Kurden
werden verstärkt verfolgt. Allein seit April sind 30 Zeitungen
verboten worden. Zuletzt traf es die Zeitung Sharq, die ein Interview
mit der in Kanada lebenden Dichterin Saghi Ghahreman veröffentlicht
hatte. Diese sei »ein konterrevolutionäres Individuum und eine
lesbische Aktivistin«, lautete die Begründung. Parlamentspräsident
Adel Haddad warf gleich noch allen reformorientierten Kräften
öffentliche »Förderung von Homosexualität« vor.
Die enge Verzahnung von politischer und sozialer Repression
manifestiert sich auch in der Person Said Mortasawis. Er ist ein
Protegé des religiösen Führers Ali Khamenei, der ebenso für die
derzeitigen Hinrichtungen steht, wie er als Chefankläger in
politischen Prozessen berüchtigt ist. Die Repressionskampagne soll
abschrecken. Denn die trotz der Rekordeinkünfte aus dem Ölgeschäft
miserable soziale und wirtschaftliche Lage des Großteils der
Bevölkerung hat den Unmut verstärkt.
Ungeachtet des brutalen Vorgehens des Regimes war es in den
vergangenen Monaten zu Dutzenden von Streiks und Demonstrationen
gekommen, auf die mit Massenentlassungen von Gewerkschaftern und
Verhaftungen reagiert wurde. Auch der gerade erst vor einem Jahr aus
der Haft entlassene Vorsitzende der Teheraner Busfahrergewerkschaft,
Mansour Ossanlou (Jungle World 6/06), wurde im Juli von Unbekannten
»entführt« und befindet sich nun erneut im berüchtigten Evin-Gefängnis.
Für die schlechte Situation der meisten iranischen Beschäftigten und
die wachsende Armut wird nicht zuletzt die Wirtschaftspolitik
Präsident Mahmoud Ahmadinejads verantwortlich gemacht. Die Gewinne
aus dem Ölgeschäft werden nicht in Entwicklungsprojekte investiert.
Der Präsident versucht vielmehr, vor allem mittels gezielter
Spendenpolitik zugunsten von Revolutionsgarden, Bassiji-Milizen und
anderen repressiven Kräften, seine Hausmacht zu festigen.
Amir Taheri, Exiliraner und Publizist, bezeichnet die
Repressionskampagne als die schlimmste seit 1984, als auf Befehl
Khomeinis Tausende Regimegegner umgebracht wurden. So gesehen ist die
derzeitige Unterdrückung nur die Erfüllung eines Wahlversprechens
Ahmadinejads, des Versprechens der »Rückkehr zu den ursprünglichen
Werten der islamischen Revolution«.
Seitens der Bundesregierung ist wenig Protest gegen die Repression zu
vernehmen. Als kürzlich der Unterstaatssekretär im US-
Finanzministerium, Stuart Levey, bei Gesprächen mit
Regierungsvertretern in Berlin forderte, das Engagement zu reduzieren
und Hermes-Bürgschaften für Geschäfte mit dem Iran zu streichen,
wurde dies mit dem Argument zurückgewiesen, an den Iran-Exporten im
Wert von jährlich vier Milliarden Euro hingen Tausende deutscher
Jobs. Dass die US-Regierung auch Einfluss auf deutsche Banken nimmt,
um so zu erreichen, dass diese ihre Geschäfte mit dem Iran
reduzieren, empfinden die Banken dem Spiegel zufolge als »regelrechte
Erpressung«.
Zwar äußerte die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth zaghafte Kritik am
iranischen Regime, und immerhin beteiligten sich einige
Gewerkschafter und die Linkspartei in Frankfurt/Main an einem
internationalen Protesttag für verfolgte Gewerkschafter. Doch sonst
herrscht auf der Linken Schweigen, wird doch der Iran als Opfer einer
»imperialistischen Aggression« wahrgenommen.
_______________
Kundgebung
Keine Geschäfte mit den iranischen Mullahs!
Gegen das Atomprogramm des Iran und seine österreichischen und
europäischen Förderer!
Es geht um Israel - und um den Restbestand politischer Vernunft!
Sonntag, 30. September 2007 18 Uhr Stephansplatz in Wien
Veranstaltet von Café Critique und der Israelitischen Kultusgemeinde
____________
Die islamische Republik Iran - Analyse einer Diktatur
Symposium
29./30. September 2007
Campus der Universität Wien, Altes AKH
Samstag: Hörsaal D, Hof 10,13
Sonntag: Hörsaal C1, Hof 2
(Alserstraße/Spitalgasse, Straßenbahn 5, 33, 43, 44)
Veranstaltet von Café Critique und Scholars for Peace in the Middle
East/Austria
(Bitte planen Sie Zeit für eventuelle Einlasskontrollen ein.)
http://www.cafecritique.priv.at
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15 ASt - Bahn-Streik in Deutschland: Nein zur Vermittlung durch Geissler/Biedenkopf!
ASt-LFI <ast-lfi at gmx.net>
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Bahn-Streik in Deutschland: Nein zur Vermittlung durch
Geissler/Biedenkopf!
(aus: Red Newsletter 286, Informationsdienst des
ArbeiterInnenstandpunkt, 20. August 2007,
www.arbeiterInnenstandpunkt.net)
GDL-Vorsitzender Schell feierte den Vergleich vor dem
Arbeitsgericht sowie die Einsetzung der Vermittler Geißler und
Biedenkopf als Teilsieg auf dem Weg zum Spartentarifvertrag der
GDL.
Zu Unrecht! Die Forderung nach einem Spartentarifvertrag ist in
der konkreten Situation angesichts der massiven Lohnverluste der
Lokführer und Zugbegleiter unter Tarifführerschaft von Transnet
und GDBA sicher berechtigt. Vorsicht ist bei der GDL-Führung
allerdings auch geboten, deutete Schell doch schon im
Mittagsmagazin am 10. August an, dass man über Kompromisse bei
Lohnforderungen und Arbeitszeit schon reden könne, sofern man
sich auf den eigenen Tarifvertrag einige. Für die GDL geht es im
Grunde um die weitere Existenz als Gewerkschaft, die sichtbar
besser als Transnet abschließen muss.
Für die Bahn AG wäre ein Spartentarif kein prinzipielles Problem,
und würde er per se auch nicht zu einer längerfristigen
Verteidigung der Einkommen führen. Wohl aber würde eine solche
Lösung ihren willfährigen Privatisierungspartner Transnet vor
enorme Probleme stellen, da er fürchtet, seine tarifpolitische
Vormachtstellung zu verlieren, sollte der GDL ein eigener Tarif
zugestanden werden.
Die Bahn AG fürchtet, dass Transnet in einer solchen Situation
die sozialpartnerschaftliche, staats- und SPD nahe Politik nicht
mehr in der bisherigen Form weiterführt und radikaler auftreten
müsste, um Mitgliederverluste an die GDL zu verhindern.
In den bisherigen Gesprächen wurden, so heißt es, erste
Sondierungen vorgenommen. Geißler und Biedenkopf haben in den
verschiedenen Interviews auch auf den Punkt gebracht, was die
Voraussetzung erfolgreicher "Vermittlung" ist: Stillschweigen.
Auch wenn sonst nichts vereinbart wurde, so immerhin, dass der
Inhalt der Gespräche geheim bleibt. Im Klartext: Die GDL-Basis
erfährt in den nächsten Wochen nichts über den Stand der
Verhandlungen, etwaige Angebote usw.
Mit der Ernennung der Vermittler und der Aussetzung des Streiks
auch durch die GDL haben Bahn AG und Staat - unabhängig vom
Ausgang weiterer Gerichtsverfahren - ein wichtiges Teilziel
erreicht. Sie haben den Streik vorerst abgewendet und die
GDL-Führung an den Verhandlungstisch gebracht, wo zu befürchten
ist, dass sie für einige Zugeständnisse abschließt und so die
Bahnprivatisierung weiter voranschreiten kann. Die Anrufung der
"Moderation" ist ein schwerer politischer Fehler, der zeigt, dass
auch die GDL-Führung letztlich dem Kampf ausweichen will.
Die vom GDL-Vorsitzenden Schell vertretene Aussetzung des Streiks
für die Dauer von Verhandlungen ist weder zwingend noch
schlüssig. Wenn Schlichtung und Bahn AG finden, dass ein
Arbeitskampf die Gespräche "belastet", so zeigt das nur, dass sie
wissen, dass ein Streik das stärkste Argument der Lokführer ist
und genau das wollen sie nicht hören.
Die Anrufung der Vermittler und die Aussetzung des Streiks
erfolgen, obwohl die Kampfkraft der Lokführer noch lange nicht
erschöpft ist. Die aufgebaute Kampfbereitschaft droht so, wieder
abzusacken. Dabei war es gerade ein lange anhaltender Streik der
Lokführer, den Bahn AG, Regierung, Unternehmerverbände und div.
bürgerliche Wirtschaftsexperten am meisten fürchteten. Ein
solcher Streik hätte über die rein ökonomischen Forderungen
hinausgehend auch zu einem politischen Streik gegen die
Bahnprivatisierung werden können, zu einer Kraftprobe mit der
Regierung.
Das wollen aber nicht nur die Bahn AG oder Transnet verhindern.
Das will auch die GDL-Führung nicht. Das ist neben der realen
Drohung durch die Arbeitsgerichte, bürgerliche Hetze usw. der
zentrale Grund, warum die GDL-Spitze nicht auf Ausweitung des
Kampfes und dessen Politisierung setzt. Von Hansen (Transnet)
unterscheidet sich von Schell (GDL) im Endeffekt nur momentan.
Die Drohung der Arbeitsgerichte
Der Kampf bei der Bahn und das Verbot von Streiks durch
Arbeitsgerichte, das ja keineswegs auf Dauer vom Tisch ist, zeigt
jedoch, zu welchen Mitteln Staat, Regierung und
Unternehmerverbände in Zukunft greifen werden, sollten sie auf
mehr Widerstand stoßen.
Sicherlich würden die LokomotivführerInnen in ihrem Kampf gegen
die politischen Angriffe der Bourgeoisie nur schwer standhalten
können - zumal es sich bei der GDL um alles andere als eine
bruchlos klassenkämpferische Truppe handelt. Allein die Tatsache,
dass sie strategische Teile der Wirtschaft lahm legen können;
allein die Tatsache, dass sie sich trotz ihrer konservativen
Führung (Schell ist nicht zufällig langjähriger CDU-
Bundestagsabgeordneter) in der Urabstimmung mit über 90 Prozent
ganz klar für Streiks ausgesprochen hat, zeigt, dass die GDL
nicht auf den Kampf verzichten darf.
Schon deshalb brauchen die EisenbahnerInnen der GDL die
Solidarität und Unterstützung aller Lohnabhängigen. Allein werden
sie nur schwer standhalten können, egal wie der Kampf weitergeht.
Aber ein landesweíter, harter Arbeitskampf würde auch Viele
ermutigen, selbst für ihre Interessen durch Streiks einzutreten.
Ein Streik der GDL hätte zu einer enormen Politisierung der
Arbeiterklasse führen können - und kann das im Falle des
Scheiterns der Vermittlung und der Wideraufnahme des Kampfes noch
immer.
Der Kampf der Lokführer war und ist aber auch unser Kampf, weil
sie ihre Forderungen dem Renditediktat der Bahn AG und den
Privatisierungsplänen der Regierung nicht einfach unterordneten.
Es ist unser Kampf, weil er Teil einer ganzen Reihe von Angriffen
ist zum Abbau der demokratischen Rechte, um die Kosten der
kapitalistischen Krise auf uns abzuwälzen.
Der Angriff auf das Streikrecht wurde - richtigerweise - auch von
den DGB-Gewerkschaften verurteilt. Dabei darf es aber nicht
bleiben! Die Hoffnung auf den "Rechtsstaat" oder Gerichte ist
fehl am Platz.
Gegen die Angriffe auf das ohnehin eingeschränkte Streikrecht
müssten Solidaritätsaktionen, Betriebsversammlungen, praktische
Arbeitsniederlegungen, ein politischer Streik, und politische
Massendemonstrationen organisiert werden!
Das Streikverbot trifft uns alle, deshalb lasst uns in allen
Städten große Demos organisieren. Lassen wir jetzt die
Lokomotivführer nicht allein! Mit dem Vergleich von Bahn AG und
GDL ist dieser Angriff auf das Streikrecht noch nicht vom Tisch!
Bildet Solidaritätskomitees zur Unterstützung zukünftiger
Streikaktivitäten!
Nein zur Aussetzung der Streiks! Nieder mit dem Streikverbot!
Keine Geheimverhandlungen hinter dem Rücken der GDL-
Mitgliedschaft! Keine Aussetzung des Streiks bei Gesprächen oder
Verhandlungen! Nein zur Vermittlung durch Geißler/Biedenkopf!
Kein Abschluss ohne vorherige Diskussion und Beschlussfassung an
der Basis!
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16 Home Office UK Asylum Statistics: 2nd Quarter April/May/June 2007
John O <ncadc at ncadc.org.uk>
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NCADC News Service
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Home Office UK Asylum Statistics: 2nd Quarter April/May/June
2007 (Published 21/08/07)
+++++++++++++++++++++++++
Detention - including dependants
2,115 [87% of capacity] Persons were recorded as being in
detention in the United Kingdom solely under Immigration Act
powers as at 30 June 2007, of these 1,435 were detainees who had
claimed asylum at some stage
* As at 30 June 2007, 1,435 persons who had sought asylum at some
stage were being detained in the UK solely under Immigration Act
powers. This accounted for 68% of all detainees. This excludes
persons detained in police cells and prison establishments.
* 1,395 were held at Immigration Service Removal Centres, and 40
at Immigration Short Term Holding Facilities.
* The nationalities accounting for the highest number of asylum
detainees were Nigerian (110), Chinese (105) and Sri Lankan (90).
84% of asylum detainees as at 30 June 2007 were male.
* As at 30 June 2007, 35 people detained solely under Immigration
Act powers were recorded as being less than 18 years old. 25 of
these had been in detention for less than one month, 10 for
between one and two months and the remainder for between three
months and a year (see Background Note 8).
Top 10 asylum detained nationalities as at 30 June 2007
Nigeria 110
China 105
Sri Lanka 90
Jamaica 85
Pakistan 80
Turkey 70
Afghanistan 70
Iran 65
Algeria 60
India 55
Other nationalities 645
Total 1,435
Asylum detainees recorded as being removed from the UK upon
leaving detention in Q1 2007: 1,685 detainees who had claimed
asylum at some stage
* A total of 3,580 people were recorded as being removed from the
UK upon leaving detention in Q1 2007. 1,685 (47% of the total)
were asylum detainees.
* 200 children were recorded as being removed from the UK upon
leaving detention in Q1 2007.
* Of the 3,580 people recorded as being removed from the UK upon
leaving detention in Q1 2007, 2,485 (69% of the total) left from
Immigration Service Removal Centres and 1,095 (31% of the total)
left from Immigration Short Term Holding Facilities.
++++++++++++++++++++
Removal of Asylum Seekers
* Principal applicants removed 5 in Q2: 2,980; 3,280 including
dependants
* In Q2, there were 2,980 principal applicants removed from the
UK, 7% lower than in Q1 (3,190), and 36% less than in Q2 2006
(4,665).
* Including dependants, 3,280 asylum seekers were removed in Q2,
6% lower than in Q1 (3,500), and 38% less than in Q2 2006
(5,260).
* The five nationalities accounting for the highest number of
removals in Q2 (principal applicants) were Afghan, Turkish,
Serbian, Iranian and Iraqi.
* 990 asylum seekers were removed under Assisted Voluntary Return
schemes (845 principal applicants and 140 dependants), 30% of the
3,280 total.
Top 10 asylum removal nationalities (principal applicants)
Q2 2007
Afghanistan 345 [171 by 'Charter flight']
Turkey 245
Serbia 175
Iran 170
Iraq 160
Pakistan 155
Sri Lanka 140
India 135
Nigeria 125
Albania 95
Other nationalities 1,230
Total 2,980
+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
Applications
* Applications in Q2: 4,950, 13% lower than previous quarter
* The number of applications for asylum in the UK, excluding
dependants, was 13% lower in Q2 (4,950) compared with Q1 (5,680),
and was 10% less than Q2 2006 (5,495).
* Including dependants, the number of applications to the UK
decreased by 12% in Q2 (5,920) from Q1 (6,750).
* Including dependants, the estimated number of applications to
the rest of the EU15* decreased by 10% in Q2 (31,780) from Q1
(35,475)
Top 10 applicant nationalities Q2 2007
Afghanistan 565
China 505
Iran 405
Somalia 400
Zimbabwe 375
Eritrea 275
Iraq 265
Sri Lanka 240
Pakistan 230
Nigeria 160
Other Nationalities 1,530
Total 4,950
End of Bulletin:
Source for this Message:
Home Office
--
============
National Coalition of Anti-Deportation Campaigns (NCADC)
110 Hamstead Road Birmingham B20 2QS
============
==================================================
17 Volksstimmefest-Wien/G8-Gipfel/Hinweis
RSO - Revolutionär Sozialistische Organisation <rso at sozialismus.net>
==================================================
RSO-Newsletter Nr. 9
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
1. Die RSO am Volksstimmefest in Wien
2. Bilanz der Proteste gegen den G8-Gipfel
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
1.
Die RSO am Volksstimmefest in Wien
Am 1. und 2. September 2007 findet auf der Jesuitenwiese im
Wiener Prater das traditionelle Volksstimmefest - Wiens größstes
linkes Fest - statt. Die RSO ist dort auf der Initiativenstraße
mit einem Stand vertreten (Stand Nr 182). An unserem Infotisch
gibt es neue und alte Bücher und Broschüren aus der Marxismus-
Reihe, weitere Publikationen, Buttons, T-Shirts und zweifellos
viele nette Gespräche. Wir freuen uns über Deinen Besuch!
Wie komm ich dort hin?
Mit der Straßenbahnlinie N vom Schwedenplatz aus bis zur Station
"Wittelsbachstraße" (eine vor Endstation)
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
2.
Bilanz der Proteste gegen den G8-Gipfel
Die Anti-Globalisierungsbewegung nach Heiligendamm
Anfang Juni fand im beschaulichen Ostsee-Strandbad Heiligendamm
der jährliche Gipfel der G8 statt. Die Oberhäupter der führenden
sieben imperialistischen Staaten (USA, Großbritannien,
Frankreich, Deutschland, Italien, Japan und Kanada) und Russlands
trafen sich, um die politischen und wirtschaftlichen Ziele der
einzelnen Imperialismen zu koordinieren und miteinander
abzustimmen. Nebenbei sollte dabei auch noch der Öffentlichkeit
ein Bild von nur um das Wohle der Bevölkerung bemühten
StaatenlenkerInnen geliefert werden. Auf der anderen Seite des
12,5 Mio. Euro schweren "Sicherheitszauns" kamen zehntausende
Menschen zusammen, um gegen die Veranstaltung zu protestieren.
Eine Bilanz der Bewegung.
Von Stefan Neumayer (RSO Berlin)
Allein die Existenz des G8-Gipfels zeigt auf, dass den
imperialistischen Staaten immer weniger auch nur an der formalen
Einbindung der abhängigen Länder gelegen ist - wie dies etwa noch
bei der UNO der Fall ist, die zwar auch ein klares
Koordinationsgremium des Imperialismus ist, wo aber zumindest
noch der Eindruck zu vermitteln versucht wird, dass es sich um
eine Art "demokratisches Weltparlament" handelt (Mehr dazu siehe:
"UNO - Geschichte einer kriminellen Vereinigung" in Marxismus-
Sondernummer 13). Mit den G8 (genauso wie etwa dem WEF) setzen
die imperialistischen Staaten ein klares Zeichen, dass sie
alleine die zentralen politischen und ökonomischen Fragen zu
entscheiden haben.
Wie bei ähnlichen Veranstaltungen seit den Protesten gegen den
WTO-Gipfel in Seattle, mobilisierte wiederum ein buntes Bündnis
von "GlobalisierungskritikerInnen" gegen dieses Treffen. Die
mobilisierenden Organisationen waren ebenso heterogen wie die
angesprochenen Themen - wobei im Mittelpunkt einerseits die Frage
von imperialistischen Kriegen wie Irak und Afghanistan stand, und
andererseits die der Klimaveränderung. Die politische
Stossrichtung reichte von einer Appellpolitik an die G8 über
diffuse Reformkonzepte im Rahmen des Kapitalismus bis zu
Perspektiven einer Überwindung des kapitalistischen Systems. So
appellierte etwa Greenpeace mit einem Transparent, auf einem am
Rostocker Hafen liegenden Segelschiff, an die G8 mit der Parole
"G8 - Act now!" an die Staats- und Regierungschefs, doch endlich
Maßnahmen gegen die Erderwärmung zu setzen, ATTAC trat mit den
üblichen Forderungen zur Rettung des Kapitalismus - der Tobin-
Steuer auf Finanztransaktionen und einem Verbot von Hedgefonds -
auf den Plan und christliche Gruppierungen riefen gar zu einem
"heiligen Damm des Gebets" auf.
Die zentrale Mobilisierung der Proteste war die Großdemonstration
in Rostock am Wochenende vor dem Gipfel, an der über 40.000
Menschen teilnahmen. Während der Woche folgten, von zwei Camps
aus organisiert, verschiedene thematische Demonstrationen,
Blockadeversuche und der Versuch, auf das durch den riesigen
"Schutzzaun" und diverse Einheiten des Staatsapparates
abgeriegelte Gelände des Treffens vorzustoßen.
Die bürgerlichen Medien fokussierten bei ihrer Berichterstattung
auf einige gewalttätige Auseinandersetzungen, die sich zwischen
DemonstrantInnen und PolizstInnen am Rande der Rostocker Demo
ereigneten ("Ihr Chaoten, wollt ihr Tote" titelte etwa die BILD).
Die zentrale Aufgabe dieser Berichterstattung war es, die
Proteste zu delegitimieren und die DemonstrantInnen als
GewalttäterInnen darzustellen beziehungsweise die Bewegung zu
spalten.
Ein guter Teil der autonomen Linken bezog sich hingegen positiv
auf die kleinen Scharmützel - mehr war es in Wirklichkeit nicht -
und feierte die Wiedergeburt der linken Militanz. Jedenfalls
gelang die Spaltung der Bewegung zu einem Teil. So distanzierten
sich etwa der PDS-nahe Mitorganisator Monty Schädel oder Peter
Wahl von ATTAC von "gewalttätigen Demonstranten", kündigten an,
sie in Zukunft von Demos auszuschließen und propagierten die
Zusammenarbeit mit dem Staatsapparat gegen die "Gewalttäter".
Als revolutionäre MarxistInnen lehnen wir Gewalt nicht
prinzipiell ab (siehe dazu den Artikel auf Seite 7 in der ersten
Ausgabe unsere neuen Zeitung "die rote"). Es muss klar sein, dass
die Gewalt von den imperialistischen Regierungen ausgeht, die
nicht nur etwa im Irak und Afghanistan zigtausende Menschen
massakrieren, sondern auch bei der Demonstration höchst
provokativ vorgingen, in die Demo hineinprügelten und
willkürliche Festnahmen durchführten. Die individuelle
Gewaltstrategie, die manche Autonome einschlugen, ist nicht nur
politisch falsch, objektiv gefährdete sie auch andere
DemonstrantInnen. Aber dies ist Inhalt einer innerlinken
Strategiedebatte. Gegenüber dem bürgerlichen Staat muss klar
sein, dass wir bedingungslos solidarisch mit diesen AktivistInnen
sind, unabhängig davon, wie wir zu den von ihnen gewählten
Aktionsformen stehen.
Bilanz der Proteste
Wie sind nun die Proteste einzuschätzen? Auf den ersten Blick
wirken gut 40.000 DemonstrantInnen von Rostock wenig gegenüber
den 200.000-300.000 von Genua. Aber das zeigt in erster Linie
auf, dass die "Anti-Globalisierungsbewegung" bei weitem nicht so
global und universell ist, wie viele TeilnehmerInnen und auch die
bürgerlichen Medien Glauben machen wollen. Die Stärke und
Ausrichtung der Proteste ist immer stark von den spezifischen
Situationen in den Ländern, wo die Proteste stattfinden, geprägt.
Dies betrifft einerseits die all-gemeinpolitische Situation im
Land - so waren die Proteste gegen den letztjährigen G8-Gipfel in
St. Petersburg ziemlich klein, was stark mit der repressiven
Politik Russlands unter Putin zusammenhängt - und andererseits
spiegeln sie vor allem die Stärke und politische Ausrichtung der
jeweiligen Linken wider. War der Mobilisierungserfolg von Genua
2001 zu einem Gutteil der Stärke der Basis italienischer
Gewerkschaften zu verdanken, so war die Mobilisierung gegen den
Gipfel in Gleneagles 2005 zwar numerisch stark, aber völlig
systemkonform (Weißer Marsch für die Entschuldung Afrikas).
Bei der Demonstration in Rostock war klar zu erkennen, dass der
überwältigende Teil der TeilnehmerInnen aus Deutschland kam.
Gewerkschaften waren fast überhaupt nicht vertreten (und der
deutsche Gewerkschaftsbund DGB hatte auch nicht zu den Protesten
aufgerufen, sondern wollte lieber hinter den Kulissen mit Merkel
paktieren). Neben Unorganisierten wurde der Hauptteil der
TeilnehmerInnen von NGOs, der Linkspartei PDS, Autonomen und
verschiedenen trotzkistischen sowie (mao-)stalinistischen Gruppen
gestellt.
Wobei zur Linkspartei zu sagen ist, dass sie es wiederum (wie
üblich) schaffte, gleichzeitig auf allen Seiten der Front zu
sein. Stellte sie einerseits einen Demonstrationsblock mit über
1.000 TeilnehmerInnen, wo sich auch Teile der Parteispitze um
Lafontaine sonnten, war es die SPD-PDS Regierungskoalition
Mecklenburg Vorpommerns, die nicht nur alles für die Vorbereitung
des Gipfels unternahm, sondern auch das Landes-Sicherheitsgesetz
in Hinblick auf die Proteste drastisch verschärfte.
Linker Mix
Die "Antiglobalisierungsbewegung" ist äußerst heterogen. Dies
betrifft nicht nur die Widersprüche zwischen Basis und Führung,
die sich mittlerweile zu einer regelrechten Bewegungsbürokratie
gemausert hat. Die Spitze von ATTAC und prominente
Aushängeschilder wie Susan George, Naomi Klein und Walden Bello
haben es geschafft, der gesamten Bewegung maßgeblich ihren
Stempel aufzudrücken. Gerade die europäischen und Weltsozialforen
sind mittlerweile zu Treffpunkten von (meist aus
imperialistischen Ländern kommenden) "Reisekadern" verkommen, wo
sich die AktivistInnen vor Ort nicht mehr Eintritt und Essen
leisten können. Sie prägen zu einem Gutteil die mediale
Wahrnehmung, wenn es darum geht, nicht "böse Chaoten" zu
dämonisieren, sondern "verantwortungsvolle KritikerInnen" zu
hypen, die zeigen, wie ein besserer Kapitalismus nun möglich wäre
und somit den Protesten, die eine anti-kapitalistische
Stoßrichtung haben, das Wasser abzugraben.
Aber es wäre zu einfach, den Widerspruch nur zwischen einer bösen
bürokratischen Führung und den guten revolutionären
BasisaktivistInnen zu sehen. Auch die politische Ausrichtung der
"ganz normalen TeilnehmerInnen" ist widersprüchlich. Ist auch nur
ein kleiner Teil ausgesprochen prokapitalistisch und sieht in der
Reform des Kapitalismus das Ziel an sich, so träumt die Mehrheit
zwar schon diffus von einer sozialistischen Gesellschaft ohne
Ausbeutung, sieht aber als zentrales aktuelles Ziel die
Verbesserung der Lage durch keynesianistische (und teilweise auch
nationalstaatlich protektionistische) Reformmaßnahmen. Die
bewussten AntikapitalistInnen (geschweige denn
RevolutionärInnen), die im Sozialismus nicht eine schöne Utopie,
sondern die einzige Möglichkeit eines Endes der kapitalistischen
Barbarei sehen, sind eine nicht unbedeutende, aber dennoch klare
Minderheit der Protestierenden.
Diese Heterogenität der Bewegung ist natürlich kein Grund für
RevolutionärInnen, ihr fern zu bleiben. Aber im aktuellen Zustand
der Bewegung wäre es Selbstüberschätzung, um die Führung der
Bewegung zu kämpfen und ihr eine anti-kapitalistische und
revolutionäre Stoßrichtung geben zu wollen. Zentraler Punkt einer
revolutionären Intervention muss es sein, die antikapitalistische
Minderheit anzusprechen und Teile von ihr für eine klare
revolutionäre Perspektive zu gewinnen. Das heißt ganz klar zu
sagen, dass zur Überwindung der kapitalistischen Misere die
Zerschlagung des kapitalistischen Staates nötig ist und dies nur
durch die Kämpfe der ArbeiterInnenklasse, möglich ist. In der
aktuellen Situation bedeutet dies, die bewusstesten Teile der
antikapitalistischen Minderheit anzusprechen und sie für den
Aufbau einer revolutionär-sozialistischen Organisation zu
gewinnen
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Revolutionär Sozialistische Organisation (RSO)
mail: rso at sozialismus.net
web: www.sozialismus.net
post: RSO, Postfach 62, A-1152 Wien
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18 Heiligendamm -- Hokkaido
Öffentlicher Verteiler der Gipfelsoli-Infogruppe <gipfelsoli-l at lists.nadir.org>
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Gipfelinfo - Meldungen über globalisierte Solidarität
und die Proteste gegen unsolidarische Globalisierung
------------------------------------------------------ www.gipfelsoli.org --
- Bonn: Hausdurchsuchung wg G8-Blockadeaufruf
- Hintergrundinfo Hausdurchsuchung Bonn, 16. August 2007
- Guantánamo in Deutschland: Unmenschlicher Umgang mit Beschuldigten
- IL: Wenn der Staub sich legt oder: Der richtige Zeitpunkt ist entscheidend
- Saskia Sassen/ Richard Sennett: Das Verbrechen der Soziologie
- Japan, German police discuss security for G-8 summit in Hokkaido
- Japan, German police cooperate on security for G-8 summit in Hokkaido
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Bonn: Hausdurchsuchung wg G8-Blockadeaufruf
Am Morgen des 16.8.2007 fand eine Hausdurchsuchung bei einem
Bonner Atomkraftgegner statt, der Inhaber und technischer
Administrator der Internetadresse www.antiatombonn.de ist.
Hierbei wurde als zusätzliche Schikane der Computer des
Betroffenen beschlagnahmt, anstatt sich mit dem technisch
problemlos möglichen Kopieren der fraglichen Daten zu begnügen.
Die Seite antiatombonn.de gehört der AntiAtom-Gruppe Bonn, die
mit zu den Massenblockaden des G8-Gipfels 2007 in Heiligendamm
mobilisiert hat. Absurder Vorwurf: Aufforderung zu Straftaten
wegen der Dokumentation des Aktionskonzeots von Block G8.
Auf Anordnung der Richterin Vera von Schnakenburg (Amtsgericht
Bonn), führte die Abteilung Staatsschutz der Bonner
Kriminalpolizei am 16. August 2007 zwischen 06.50 Uhr und 07.50
Uhr eine Hausdurchsuchung bei einem Bonner Atomkraftgegner durch,
der technischer Administrator der Internetadresse
www.antiatombonn.de ist.
Die Beamten durchsuchten seine Wohnung, um die Urheberschaft des
auf die Internetseite www.antiatombonn.de eingestellten Artikels
"Bonn goes G8: Bewegen, blockieren, bleiben" zu ermitteln. Vor
Ort wurden Unterlagen des Betroffenen gesichtet und - obwohl der
Tatvorwurf dabei nicht belegt werden konnte - schließlich seine
komplette EDV-Ausstattung beschlagnahmt.
Bei dem zitierten Artikel handelt es sich um eine inzwischen
veraltete Ankündigung der Anti-Atom-Gruppe Bonn, an den
gewaltfreien Blockaden des bundesweiten Bündnisses "Block G8"
teilzunehmen. Die Anti-Atom-Gruppe Bonn hatte im Mai 2007 unter
anderem mit einem öffentlichen Training in gewaltfreier Aktion im
Bonner Hofgarten gegen den G8-Gipfel mobilisiert.
Inzwischen hat der Betroffenen über seinen Rechtsanwalt
Beschwerde gegen den Durchsuchsbeschluss eingelegt und beantragt,
die Maßnahme für rechtswidrig zu erklären. Mit einigen Tagen
Verzögerung läuft nun auch die bundesweite Solidarisierung an.
Der Republikanischer Anwältinnen- und Anwälteverein (RAV) hat
gemeinsam mit attac eine Pressemitteilung herausgegeben. Ebenso
ein lokales Bonner Bündnis (AntiAtom-Gruppe, attac Bonn, Netzwerk
Friedenskooperative) sowie die Kampagne Block G8.
In dem Artikel, auf den sich der Durchsuchungsbeschluss bezieht,
wird das Aktionskonzept von Block G8 dokumentiert. Darin heißt es
unter anderem: "Unser Ziel ist zu blockieren, d.h. wir werden
Polizeiabsperrungen überwinden, sie wegdrücken, sie umgehen oder
geschickt durch sie hindurchfließen. Wir lassen uns nicht
stoppen, bleiben nicht stehen und steigen nicht auf mögliche
Eskalationstrategien der Polizei ein." Hieraus konstruiert die
Bonner Staatsanwaltschaft nun einen "Aufruf zu Straftaten",
nämlich zum "Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte etwa durch
gewaltsames Wegdrücken".
Anfang Juni hatten über 12.000 Menschen die Straßen zum
Tagungsort der G8 während der Gipfeltage durchgängig blockiert.
Mit der Fünf-Finger-Taktik haben sie die Polizei geschickt
ausmanövriert und das weiträumige Demonstrationsverbot ad
absurdum geführt. Bilder eines vielfältigen Zivilen Ungehorsams
gingen um die Welt und setzten der Machtsymbolik der G8 ein
Zeichen des Widerstands gegen die herrschende Weltordnung
entgegen.
Die Gewalt ging dabei ausschließlich von der Polizei aus. Sie hat
durch rücksichtslosen Wasserwerfer- und Reizgaseinsatz viele
Menschen teilweise erheblich verletzt. Dagegen sind die
Blockierenden, wie zuvor in hunderten von Aktionstrainings geübt,
auf die Eskalation durch die Polizei nicht eingestiegen.
Vor dem Hintergrund der realen Ereignisse von Heiligendamm ist
der Vorwurf gegen die Bonner AntiAtom-Gruppe haltlos und absurd.
Staat, Polizei und Justiz zeigen sich einmal mehr als schlechter
Verlierer, die auf widerständige Bewegungen nur eine Antwort
kennen: Ausforschung und Einschüchterung - und seien die
juristischen Gründe hierfür auch noch so an den Haaren
herbeigezogen.
Die Bonner Durchsuchung ist dabei im Zusammenhang mit zahlreichen
weiteren Hausdurchsuchungen und Terrorismusvorwürfen gegen
GipfelgegnerInnen zu sehen. Alle, die von staatlicher Repression
betroffen sind - ob im Rahmen der aktuellen § 129a-Verfahren oder
durch die Hausdurchsuchung in Bonn - haben einen Anspruch auf
unsere Solidarität. Die kampagne Block G8 fordert die Einstellung
aller Verfahren, die sofortige Freilassung der vier in
Brandenburg bzw. Berlin Festgenommenen und die Abschaffung des
Gesinnungsparagrafen 129a.
Die Rechtshilfekosten und die Kosten für die Wiederherstellung
der Arbeitsfähigkeit der Bonner Gruppe werden gemeinsam getragen.
Niemand wird mit den rechtlichen und finanziellen Folgen allein
gelassen, erklärte Block G8. Spenden mit dem Vermerk "Solidarität
Bonn" auf das Konto von Block G8, Konto 400 8700 801, GLS
Gemeinschaftsbank, BLZ 430 609 67 werden an die Bonner
Betroffenen weitergeleitet.
Weitere Infos:
* http://www.antiatombonn.de
* http://block-g8.org
[blockade at g8-2007.de]
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Hintergrundinfo Hausdurchsuchung Bonn, 16. August 2007
(Stand: 21. August 2007)
Was ist passiert?
Am Donnerstag, 16.08.2007 von 6:50 bis 7:50 wurde in Bonn die
Wohnung des Domainverantwortlichen fuer die Webseite
http://www.antiatombonn.de im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens
durchsucht, um den/die AutorIn Artikels "Bonn goes G8: Bewegen,
blockieren, bleiben" zu ermitteln.
Die Richterin hat am 17.07.2007 diese Durchsuchung angeordnet,
weil in dem Artikel zu "offenen aktiven Widerstandshandlungen
gegen Vollstreckungsbeamte durch gewaltsames Wegdruecken
aufgerufen wird" (Begruendung Durchsuchungsbeschluss). Das
Ermittlungserfahren geht um "Verdacht zur Aufforderung von
Straftaten".
Bei der Durchsuchung wurden Papiere und Computerdateien in den
Raeumen des Domainverantwortlichen gesichtet - und dann der
Computer mit den Hinweis, dass er wohl erst naechstes Jahr
zurueckgegeben wird, mitgenommen. Auf diesem Computer sind auch
Teile der in den letzten Monaten ueber die Bonner Antiatom- und
G8-Vorbereitungslisten gegangenen Emails unverschluesselt
abgelegt.
Zum Homepageartikel
Der Artikel ist zu finden unter http://www.antiatombonn.de
Der Artikel besteht aus einer Einleitung und fuenf Teilen.
Der fuenfte Teil heisst "5) Dokumentation Massenblockadekonzept
Block G8". In diesem Teil wird ein Text von Block-G8 zitiert, was
auch durch Anfuehrungsstreichen und Quellenlink am Ende
gekennzeichnet ist. In diesem Teil kommen zweimal ein Bezug zum
"Druecken" vor. Folgend die Zitate
"Unser Ziel ist zu blockieren, d.h. wir werden
Polizeiabsperrungen ueberwinden, sie wegdruecken, sie umgehen
oder geschickt durch sie hindurchflieszen. Wir lassen uns nicht
stoppen, bleiben nicht stehen und steigen nicht auf moegliche
Eskalationstrategien der Polizei ein. Unser Ziel ist die
Blockadepunkte zu erreichen."
"Es gibt zudem viele Menschen, die in Ketten stehen bleiben, sich
ebenfalls fest unterhaken und festhalten und auch
koerperschuetzende Materialien wie Polster oder Ballons
verwenden. Einige werden auch durch Gegendruecken und Schieben
eine Raeumung erschweren."
Reaktionen und Stand der Dinge
Bundesweit haben sich zahlreiche Organisationen, Gruppen und
Verbände empört gezeigt über die Bonner Hausdurchsuchung. Wir
fordern gemeinsam die sofortige Einstellung des
Ermittlungsverfahrens. Attac Deutschland veröffentlicht zu dem
Fall am Mittwoch, 22. August, zusammen mit dem Republikanischen
Anwaltsverein (RAV) eine Presseerklärung. Auch das Bündnis "Block
G8" wird sich über seinen Presseverteiler und über Mailinglisten
an die Öffentlichkeit wenden.
Die zahlreichen Organisationen von Gewerkschaftsjugend bis Junge
Grüne, die den Aufruf "Block G8" unterstützt haben, sollen
aufgerufen werden, über ihre Kanäle auf diesen
Kriminalisierungsversuch aufmerksam zu machen und die Einstellung
des Verfahrens zu fordern.
Es wird in ersten Einschätzungen als völlig überzogen und
unverhältnismäßig beurteilt. Ob der Vorwurf eines angeblichen
Aufrufs zu Straftaten haltbar ist, dürfte mehr als fraglich sein.
Die Bonner Hausdurchsuchung wegen des G8-Blockadekonzepts ist ein
bundesweit einmaliger und bisher beispielloser Fall. Daher gilt
es, jetzt auch umgehend und massiv gegen die Vorwürfe vorzugehen
- wir lassen uns nicht einschüchtern.
Lokal bereiten Bonner Gruppen und Organisationen ebenfalls eine
Pressemitteilung vor. Unterstützend wollen Bündnis '90/Die Grünen
Bonn u.a. protestieren und sich solidarisch erklären. Bonner
Aktive treffen sich täglich um 19.00 Uhr im Oscar-Romero-Haus,
Heerstr. 205, zur weiteren Begleitung des Falls.
Kontakt und weitere Infos über kontakt at antiatombonn.de.
[http://www.antiatombonn.de]
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Guantánamo in Deutschland: Unmenschlicher Umgang mit
Beschuldigten
Bündnis für die Einstellung des § 129a-Verfahrens
Pressemitteilung, 21. August 2007
Beschuldigte im § 129a-Verfahren wurden bei ihrer Festnahme
krankenhausreif geprügelt und wie Guantánamo-Häftlinge behandelt.
Sonderhaftbedingungen in der JVA Moabit erinnern an
Isolationshaft.
Am 31.07.2007 verhaftete das BKA Oliver R., Axel H. und Florian
L., nachdem sie versucht haben sollen, drei Lastkraftwagen der
Bundeswehr in Brand zu setzen. Wie erst jetzt bekannt wurde, kam
es in diesem Zusammenhang zu schweren Übergriffen bei der
Verhaftung durch das BKA. Weiterhin unterliegen die Beschuldigten
extremen Haftbedingungen.
Mit dem Sack über dem Kopf auf der Straße
Wie über die Anwälte bekannt wurde, erfolgte die Verhaftung der
Drei nach dem Vorbild schlechtester B-Movie-Action. Einem
blitzartigen Überfall gleich wurde die Straße blockiert und das
Fahrzeug abrupt zum Stehen gebracht. Dann wurden die Scheiben
eingeschlagen und die Insassen durch die herausgebrochenen
Fensterscheiben nach draußen gezerrt.
Dabei kam es zu Schnittverletzungen an verschiedenen
Körperstellen. Durch seinen Anwalt wurde bekannt, dass Florian L.
angeschnallt sitzend schwer verprügelt wurde und Prellungen und
Schwellungen im Gesicht und an den Rippen erlitt, die später
ambulant behandelt werden mussten.
Den Verhafteten wurden Säcke über die Köpfe gezogen, alle drei
wurden in dünne, weiße Plastik-Overalls gesteckt und sie mussten
gefesselt über einen langen Zeitraum auf der Straße liegen. Am
nächsten Tag wurden die drei und der später festgenommene
Sozialwissenschaftler Dr. Andrej H. mit großer medialer
Inszenierung im Helikopter nach Karlsruhe geflogen. Oliver R. und
Axel H. wurden in den zwischenzeitlich zerrissenen Anzügen dem
Haftrichter in Karlsruhe vorgeführt und erst nach Beschwerden der
Anwälte bekamen sie normale Kleidung.
Isolationshaftbedingungen
Obwohl keiner der Beschuldigten vorbestraft ist und alle in
stabilen sozialen Verhältnissen leben, verhängte der Richter am
Bundesgerichtshof Untersuchungshaft mit Sonderhaftbedingungen.
Die Gefangenen sind einzeln und von anderen Gefangenen isoliert
23 Stunden alleine in einer 6-8 m2 großen Zelle nebst Toilette
und Waschbecken mit kaltem Wasser untergebracht, deren
hygienischer Zustand deutlich zu wünschen übrig lässt. Mindestens
einem der Gefangenen wurde außerdem während der gesamten ersten
Woche der Zugang zu den Duschen verwehrt, da die Anstaltsleitung
der JVA angeblich seine Isolierung in den Waschräumen nicht hätte
gewährleisten können. Zu den Isolierungsmaßnahmen gehört
weiterhin, dass selbst die Anwälte nur durch eine Trennscheibe
mit ihren Mandanten reden können.
Letzten Donnerstag wurde Axel H. erstmalig Familienbesuch im
Beisein von drei BKA-Beamten genehmigt. Das dortige Szenario als
Besuch zu titulieren ist blanker Hohn und hat dem Recht des
siebenjährigen Sohnes seinen Vater zu besuchen in keinerlei Art
und Weise Rechnung getragen. Der Junge und die Mutter des Kindes
saßen an einem breiten Tisch und eine ca. 30 cm hohe Glasscheibe
unterband jegliche Möglichkeit für eine herzliche Begrüßung.
Neben Axel H. saß auf jeder Seite ein BKA-Beamter, ein weiterer
platzierte sich direkt neben seinem Sohn. Dem Sohn wurde nicht
gestattet, seinen Vater zu umarmen oder zu berühren. Von dieser
Situation derart eingeschüchtert hat der Siebenjährige keinen Ton
herausgebracht.
Wir fordern die sofortige Entlassung der Gefangenen aus der
Untersuchungshaft, die Einstellung des Verfahrens nach § 129a und
die Abschaffung der §§ 129, 129a und 129b.
Bündnis für die Einstellung des § 129a-Verfahrens
Termin:
Kundgebung: 22. August um 18 Uhr vor der JVA Moabit, Alt-Moabit
12a, Nähe
Hauptbahnhof
Bündnis für die Einstellung des § 129a-Verfahrens
c/o Haus der Demokratie und Menschenrechte e.V.
Greifswalder Straße 4
D-10405 Berlin
Deutschland
einstellung [at] so36.net
Weitere Informationen bekommen Sie unter
http://einstellung.so36.net/
oder unter der Telefonnummer:
01577-4300652
oder über die Rechtsanwälte:
Christina Clemm
Tel. Nr.: 030-25293336
Thomas Herzog
Tel. Nr.:030 - 6942622
Wolfgang Kaleck
Tel. Nr.: 030-44679218
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IL: Wenn der Staub sich legt oder: Der richtige Zeitpunkt ist
entscheidend
Die Interventionistische Linke zu einigen Aspekten der
Anti-G8-Mobilisierung
Auch wenn die Vielfalt sozialer Kämpfe prinzipiell keine
bestimmbare Grenze hat, verdichten sich Revolten und Alternativen
stets in besonderen Auseinandersetzungen. Für die
Interventionistische Linke (IL) war die Beteiligung an den
Protesten gegen den G8-Gipfel von Heiligendamm das erste große
und gemeinsame Projekt. Mit allen anderen Spektren der Bewegung
haben wir den Kadern der herrschenden Klasse kräftig in die
Propagandasuppe gespuckt. Der Gipfel von Heiligendamm wird in
Deutschland sicherlich der letzte dieser Form gewesen sein: noch
einmal 100 Mio. Euros, nur um über das Wetter zu reden?
Vielen ist heute deutlicher, dass das G8-Projekt welthistorisch
nichts mehr reißen wird, dass der vom Sozialkrempel aus Zeiten
der Systemkonkurrenz befreite Kapitalismus jetzt einfach macht,
was er am besten kann: die von ihm beherrschten Gesellschaften
immer wieder ordentlich durchrütteln, Kriege führen und ganze
Kontinente verwüsten - das volle Programm. So hat Heiligendamm
seinen Teil zum wachsenden Hegemoniedefizit der Großen Koalition
und ihres Oppositionspendants beigetragen: fast 50 Prozent der
Leute halten sich diffus für "links", nur noch 10 Prozent meinen,
die SPD sorge sich "um Gleichheit in der Gesellschaft". Das ist
erfreulich, auch wenn wir nicht vergessen, dass 80 Prozent schon
"mit der Arbeit von Bundespräsident Köhler zufrieden" sind, wenn
der ab und an den eigenen Politikbetrieb anblafft.
Wer mit wem und wie
Im Folgenden reden wir von uns und unseren eigenen Erfahrungen.
Wir tun dies zur Selbstverständigung und weil wir von allen
Seiten dazu aufgefordert werden. Von denen, denen wir nicht
"friedlich" genug waren und für die wir "ordnungspolitisch"
versagt haben. Von denen, die uns umgekehrt für "Abwiegler"
halten. Von denen nicht zuletzt, mit denen wir in der
zweijährigen Mobilisierung und vor Ort erfolgreich und
solidarisch zusammengearbeitet haben.
Auch wenn andere sich längst gemeldet haben, kommt unsere
Einschätzung der Protesttage nicht zu spät. Tatsächlich sind wir
mit unserer Diskussion längst nicht am Ende, haben damit erst
begonnen. Das ist nicht relativierend gemeint, sondern
unterstreicht den fragmentarischen Charakter unserer Äußerungen:
die Anti-G8-Mobilisierung war schließlich der erste Praxistext
unseres Projekts einer interventionistischen Linken.
Der für uns entscheidende Maßstab der Kritik ist die Orientierung
auf eine Politik, die von links her auf gesellschaftlich
relevante Interventionen in (die Doppelung ist gewollt)
gesellschaftlich relevante Auseinandersetzungen zielt. Dazu
bedarf es einerseits offener und breiter Bündniskonstellationen
und andererseits einer Zuspitzung gesellschaftlicher Konflikte in
antagonistischer Perspektive.
Der Anti-G8-Protest war die seit Jahren die größte Mobilisierung
der radikalen Linken in Deutschland. Gemeinsam mit moderaten
Linken und mit GenossInnen und AktivistInnen aus anderen Ländern
haben wir den Gipfel effektiv blockiert und mit der
Demonstration, in den Camps und während der Aktionstage eine
rebellische Welt lebendig werden lassen: Globalisierungskritik
wurde Massenpraxis.
Staatstragende Meinungsmache und gezielte Repression wollten das
schon im Vorfeld verhindern. Eingetreten ist das Gegenteil: die
bundesweiten Hausdurchsuchungen nach § 129a ("Gründung einer
terroristischen Vereinigung zur Verhinderung des G8-Gipfels")
stärkten die kämpferische Ausrichtung der Bewegung.
Dabei blieben die Polizeiübergriffe kein Privileg der Rostocker
Samstagsdemonstration. Trotz des medialen Versuchs, die
"Friedfertigkeit" der Blockaden gegen die Demonstration
auszuspielen, kam es zu den meisten Schwerverletzten nicht am
Samstag, sondern am Donnerstag, als die Polizei die AktivistInnen
am Westtor des Sicherheitszaunes mit Knüppeln, CS-Gas und
Wasserwerfern angriff.
Hunderte saßen tagelang in den Hundezwingern der Staatsgewalt,
auch nach Rostock kam es zu Hausdurchsuchungen. Nicht zu
vergessen schließlich der tendenziell übergeschnappte
Polizeichef, der zur militärischen Luftaufklärung mal eben
Bundeswehr-Tornados über das Camp in Reddelich schickte.
Der 2. Juni
Unbemerkt blieb beinahe, dass die Rostocker Demonstration am 40.
Jahrestag der Erschießung Benno Ohnesorgs statt fand -
symbolisches Datum für den Aufbruch einer emanzipatorischen
Linken, materieller Beleg aber für die Bereitschaft der Polizei,
gegen "Staatsfeinde" mit allen Mitteln vorzugehen. Wie werden wir
(und nicht nur wir) den 2. Juni 2007 erinnern, der schon deshalb
zum Erfolg wurde, weil an der Demonstration 80.000 Menschen
teilnahmen?
Umstritten sind die als solche längst bekannten Geschehnisse am
Stadthafen: ein zerstörtes Polizeiauto, Steinwürfe, die auch
eigene Leute trafen, Bullenangriffe, die zurückgeschlagen wurden,
DemonstrantInnen, die genervt oder verängstigt weg gingen.
Gedeutet wird all' das in einer Vielzahl von Geschichten.
Geschichten von Desorientierung und Übermut, Ohnmacht und
Kollektivität, Freude und Angst. Für die einen sind es die
"Krawalle von Rostock", für die anderen der Tag, an dem die
Bullen mal wieder rennen mussten und die Staatsmacht für einen
Moment die Kontrolle verlor. Für die einen hat der "Schwarze
Block" die Polizei angegriffen, für andere die Polizei
provozierend angefangen und die passende Antwort bekommen. Und
für wieder andere sind klirrende Schaufester bei einem solchen
"Großereignis" eine notwendige Bildstörung, ob man das nun
schätzt oder nicht. Sichtweisen und Geschichten, die weit
auseinander klaffen und sich zu einem guten Teil auch
widersprechen.
Die Diskussion durchzieht und polarisiert auch die
IL. Um es zugespitzt und provozierend zu sagen: Wir sind
"Krawallanten" und "Abwiegler" in einem, sind der Schwarze Block
und die Deeskalationscombo. Unsere teils widersprüchlichen
Aussagen und unsere Fehleinschätzungen müssen auch vor diesem
Hintergrund gelesen werden.
Wir waren eine gewichtige Stimme in der Demoleitung und wollten
mit dem offenen Make capitalism history-Block die Vielfalt
unseres Zusammenhangs präsentieren, als gemeinsame Initiative für
eine linksradikale, weil antagonistische Strömung im breiten
Bündnis des Anti-G8-Protestes.
Keine Frage, dass wir die gemeinsame Absprache
des Vorbereitungskreises trugen und unterstützten, nach der
Auseinandersetzungen auf der Demonstration vermieden werden und
von uns deswegen auch keine Angriffe ausgehen sollten. Die
unmissverständliche Zustimmung zum Bündniskonsens schloss ein,
dass wir immer gesagt haben, im Fall von Angriffen der Polizei
auf militante Gegenwehr nicht zu verzichten.
Keine Zusage trafen wir über Kleiderregeln. Obwohl es keinen
Beschluss gab, uns zu vermummen, haben das viele von uns getan:
eine Abstimmung mit den Tüchern, die, das müssen wir auch
feststellen, anziehend und ausgrenzend zugleich wirkte, auch für
einige von uns. Keine Frage nun aber auch, dass sich GenossInnen
aus dem Block Make capitalism history bewusst für Steine
entschieden haben. Wir sind nun allerdings nicht der
Generalvertreter aller Linksradikalen, auch wenn das viele im
Bündnis meinten.
Das eigentliche Problem am Rostocker 2. Juni bestand für uns
dabei nicht darin, dass es überhaupt Auseinandersetzungen mit der
Polizei gab, dass Scheiben klirrten und Steine flogen.
Problematisch war, dass jedenfalls für eine bestimmte Zeit keiner
der Akteure "das Ganze" im Blick behielt: die Reihen geschlossen
zu halten und die Demonstration auch gegen die Staatsgewalt zu
Ende zu bringen.
An einer Stelle fand ein nettes Konzert statt und an anderer
Stelle flogen die Fetzen. Statt die Reihen zu schließen, wurde
der KAVALA und ihren Hundertschaften immer wieder die Gelegenheit
gegeben, brutal in die Demo reinzugehen, während sich andere
schon zu dieser Zeit mit wohlfeiler Distanzierung und
Verharmlosung der Polizeigewalt in Szene setzten.
Besonders bitter für uns, dass auch einige von uns öffentlich
(und andere in weniger öffentlichen Diskussionen) bruchlos in die
Distanzierung einstimmten. Im Ergebnis fehlte uns in der einen
Situation die Wachsamkeit und in der anderen der kühle Kopf. So
ist eine Demo eben erst nach der Abschlusskundgebung zu Ende.
Doch lösten sich, als unser Block am Stadthafen ankam und dem
entgegenkommenden zweiten Zug begegnete, die Demospitze und auch
ein Großteil unserer Reihen auf, obwohl eine polizeiliche
Reaktion auf den demolierten Einsatzwagen nicht ausgeschlossen
war. Danach brauchten wir viel zu lange, um unsere kollektive
Handlungsfähigkeit wieder herzustellen und der Verantwortung für
unseren Block und die ganze Demonstration gerecht zu werden.
Trotz dieser Selbstkritik bleibt festzuhalten, dass es uns mit
vielen anderen zuletzt gelang, zum Schutz der Demonstration
Ketten um den Versammlungsplatz zu bilden und damit Fortsetzung
und Abschluss von Konzert und Kundgebung zu ermöglichen.
A-Anti-Anticapitalista!
In den Tagen nach der Großdemonstration setzte sich die
vertrauensvolle Zusammenarbeit der letzten Jahre gegen die
Abgrenzungsreflexe durch. Dabei waren viele Leute auch aus den
IL-Gruppen, aus den Reihen der verschiedenen Bündnispartner und
in den Camps zunächst in doppelter Hinsicht verunsichert. Zum
einen über die Grundlage, auf der wir uns über Gemeinsames und
Trennendes verständigen und Absprachen eingehen, um weiter
offensiv handeln zu können. Verunsichert zum anderen über das
Verhalten eines Polizeiapparats, der für massive Gewalt gegen
DemonstrantInnen weitgehend öffentliche Rückendeckung zu haben
schien.
Die gemeinsamen Diskussionen waren mitentscheidend, sich
nicht entmutigen zu lassen. Dafür war es notwendig und richtig,
nicht nur intern, sondern auch öffentlich zu sagen, dass wir die
Zuspitzung am Samstag in dieser Form nicht geplant hatten (ein
Großteil der Demonstration war noch gar nicht angekommen). Es ist
uns jedoch nicht gelungen, deutlich zu machen, dass wir damit
eine konkrete Situation kritisierten, ohne uns generell von einer
Aktionsform oder gar einem Teil der DemonstrantInnen zu
distanzieren.
Zwei Beispiele nur. Es war idiotisch, sich nach dem
Samstag öffentlich von "den Autonomen" zu distanzieren, schon
deshalb, weil wir auch die Autonomen sind. Ebenso idiotisch war,
ausgerechnet gegenüber der Springer-Presse kleinbürgerliche
Ressentiments zu bedienen und von "einer wilden Mischung aus
Hooligans, Jugendlichen aus der Gegend und Leuten aus dem
Ausland" zu quatschen.
Im Sinne der alten Weisheit des Vorsitzenden Mao, nach der einE
jedeR vor der eigenen Haustür kehren und sich zuerst an die
eigene Nase fassen soll, waren wir da offenbar selbst von
Repräsentationsproblemen getrieben. Im Ergebnis ergab das den
scheinbaren Gleichklang eines Distanzierungschors, in dem Tenöre