From analle at no-racism.net Thu Aug 2 21:42:07 2007 From: analle at no-racism.net (=?iso-8859-1?q?MUND=3A_medienunabh=E4ngiger_Nachrichtendienst?=) Date: Thu, 2 Aug 2007 21:42:07 +0200 Subject: widerst@nd MUND: Freitag, 03.08.2007 Message-ID: <00ba01c7d53d$37cd47f0$737b8d5b@laptop> widerst at nd MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst Freitag, 03.August 2007 Medieninhaberinnen & Medieninhaber seid Ihr www.no-racism.net/mund ================================================ A) INHALT ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN, ANKÜNDIGUNGEN UND VERANSTALTUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ============================================== 01 GAJ Sommercamp +++ GAJ Infotour von GAJ Wien ============================================== 02 Symphonie für die Bombe von Café Critique ============================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN UND MEINUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ============================================== 03 GLB/Überstunden/Arbeitszeitverkürzung von GLB ============================================== 04 ASt - Eine Linke links von Rifundazione in Italien. Interview mit COBAS von ASt-LFI ============================================== 05 Schubhaft war rechtswidrig von office at asyl-in-not.org 06 Gastkommentar von Riem Mahdi: Mitverantwortung statt Großzügigkeit von WADI Austria ============================================== 07 ASt - Britannien: Überflutungen enthüllen Labours Gleichgültigkeit in der Klimafrage von ASt-LFI ============================================== 08 Kunstbericht 2006: Einmalpreise statt Kontinuität von IG Kultur Österreich ============================================== 09 Wir Leni Riefenstahls - Was sich seit vier Jahren im Westen des Sudan abspielt, ist nichts anderes als ein Genozid auf Raten von WADI Austria ============================================== 10 SPÖ erhebt Forderung nach Straffreiheit von Musikdownloads von "q/depesche" ============================================== 11 Öffentliche Hinrichtung in Teheran von WADI Austria ============================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< G8/GIPFELSOLI & INTERNATIONALE SOLIDARITÄT ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ============================================== 12 + 13 [Gipfelsoli Newsletter] Heiligendamm von Öffentlicher Verteiler der Gipfelsoli-Infogruppe ============================================== ================================================ B) TEXTE ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN, ANKÜNDIGUNGEN UND VERANSTALTUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ============================================== 01 GAJ Sommercamp +++ GAJ Infotour von GAJ Wien ============================================== wir wollen euch auf die folgenden aktivitäten der plattform gaj aufmerksam machen. grünalternative jugend - sommercamp 16. - 19. august, kramsach/tirol, reintaler see lust auf ein wochenende mit spannenden workshops und netten menschen? die grünalternative jugend lädt zum gaj-sommercamp vom 16. - 19. august 2007 in kramsach (tirol) am reintaler see. geboten werden ein reichhaltiges workshopangebot (zu antisemitismus, feminismus, kapitalismuskritik, homophobie, ...), filmabende, diskussionsrunden und vieles mehr. hier gehts zu den detailierten infos: http://www.gajwien.at/aktuell/2007/august/sommercamp.htm das sommercamp ist teil des plattform gaj seminarprogramms über das ihr hier mehr informationen findet: http://www.gajwien.at/aktuell/2007/april/seminare.htm grünalternative jugend - infotour 03. - 16. august, orte siehe unten von 03. - 16. august geht die plattform grünalternativer jugendorganisationen auf infotour durch städte in ganz österreich. dabei wird über die projekte und politischen grundhaltungen der gaj informiert. hier die termine der infotour im einzelnen: 3. 8. wien 4. 8. mödling 8. 8. salzburg 9. 8. graz 10. 8. klagenfurt/celovec 11. 8. linz 12. 8. steyr 13. 8. feldkirch 14. 8. bregenz 15. 8. innsbruck. 16. 8. kramsach +++ sommercamp liebe grüße, die grünalternative jugend wien. ============================================== 02 Symphonie für die Bombe von Café Critique ============================================== Neu auf Instant Coffee, dem Blog von Café Critique: Symphonie für die Bombe by Florian Markl August 2nd, 2007 In einem Radiointerview für einen amerikanischen Sender äußerte sich der israelische Präsident Shimon Peres über das iranische Atomwaffenprogramm. Er könne sich des Eindrucks nicht erwehren, so Peres, dass in den Augen des iranischen Präsidenten Ahmadinejad die Atombombe höher stünde als Gott. "He' s worshipping the bomb more than he's worshipping the God in heaven." Auch wenn die iranische Führung diese Aussage mit Sicherheit als Gotteslästerung betrachtet, entbehrt sie nicht eines gewissen Wahrheitsgehaltes: In der Tat ist es zumindest so, dass das iranische Atomprogramm in einer Art und Weise verehrt wird, die nicht anders als "kultisch" zu bezeichnen ist. Erinnert sei nur an die gespenstische Feier, die im April letzten Jahr inszeniert wurde, als den iranischen Nuklearforschern zum ersten Mal die Anreicherung von Uran gelungen war: In traditionelle Gewänder gekleidete Tänzer reckten Kapseln gen Himmel, in denen sich angeblich Uran-Hexafluorid befand (MEMRI TV, Clip 1126). Der 9. April 2007 wurde von der Führung zum "nationalen Tag der Nukleartechnologie" erklärt, mit Massenaufmärschen, "Tod den USA"- sowie "Tod für Israel"-Sprechchören und allem, was sonst noch zu einem Jubeltag einfach dazu gehört (MEMRI TV, Clip 1427). Wenig bekannt ist allerdings, dass das iranische Nuklearprogramm nicht nur Gegenstand etlicher Folklore- und Propagandaveranstaltungen ist, sondern auch die hohe Kultur beflügelt. Wie einem interessanten Buch zu entnehmen ist, beauftragte Präsident Ahmadinejad am 16. Dezember 2005 das iranische Kulturministerium damit, die Komposition einer Symphonie in Auftrag zu geben, die den im Nuklearprogramm verkörperten nationalen Stolz würdigen sollte. Das von Behzad Abdi komponierte Meisterwerk weist folgende Struktur auf: Der erste Satz trägt den Titel "Großartigkeit" bzw. "Pracht" und greift damit einen Begriff auf, der in Ahmadinejads feurigen Reden oftmals mit dem "Talent der iranischen Jugend", der angeblich treibenden Kraft hinter dem iranischen Atomprogramm, in Verbindung gebracht wird. Im zweiten Satz wird die Sonne geehrt, das vorbildhafte Symbol für Energieerzeugung. Der dritte Satz ist schlicht "Frieden" benannt; Großartigkeit, Sonne und Frieden stehen für den absolut friedlichen Charakter der iranischen Atomwaffen. Der vierte und letzte Satz deutet allerdings darauf hin, dass es doch um mehr gehen könnte, als bloß um Friede, Freude und Eierkuchen - er trägt den Titel "Sieg ". _________________ Symposium Die Islamische Republik Iran - Analyse einer Diktatur 29. und 30. September 2007 Campus der Universität Wien, Altes AKH Samstag: 19 Uhr, Hörsaal D, Hof 10, 13 Sonntag: 10 Uhr, Hörsaal C1, Hof 2 mit Tjark Kunstreich, Simone Dinah Hartmann, Stephan Grigat, Wahied Wahdat-Hagh, Gerhard Scheit, Alex Gruber, Fathiyeh Naghibzadeh, Andreas Benl, Matthias Küntzel u. a. Weitere Informationen unter www.cafecritique.priv.at Kundgebung Keine Geschäfte mit den iranischen Mullahs! Gegen das Atomprogramm des Iran und seine österreichischen und europäischen Förderer! Sonntag, 30. September 2007 18 Uhr Stephansplatz in Wien mit Beiträgen von Café Critique Beate Klarsfeld (Söhne und Töchter der jüdischen Deportierten Frankreichs) Matthias Küntzel (Scholars for Peace in the Middle East) Kazem Moussavi (Green Party of Iran) Ariel Muzicant (Israelitische Kultusgemeinde) Wahied Wahdat-Hagh (European Foundation for Democracy) u. a. veranstaltet von Café Critique und der Israelitischen Kultusgemeinde bisherige Unterstützer (weitere melden sich bitte unter cafe.critique at gmx.net): Sharon Adler (AVIVA-Berlin) Anti-Defamation Forum Arbeitskreis Antisemitismus München Bund sozialdemokratischer Juden - Avoda Cordula Behrens, Oldenburg Daniela Ebner Friends of Israel Linz Gudrun Flügge, Oberursel Heimo Gruber (Österreichisch-Israelische Gesellschaft) Philipp Heimberger (Diskussionsforum Liberal in Österreich) Gerhard Oberschlick Prozionistische Linke Frankfurt Scholars for Peace in the Middle East - Austria Studienvertretung Politikwissenschaft / Universität Wien Klaus Thörner, Oldenburg Weblog Lizas Welt Zionistische Föderation in Österreich (ZFÖ) Zwi Perez Chajes Loge der B'nai B'rith Weitere Informationen unter www.cafecritique.priv.at ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN UND MEINUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ============================================== 03 GLB/Überstunden/Arbeitszeitverkürzung von GLB ============================================== Pressedienst des Gewerkschaftlichen Linksblocks (GLB), Hugogasse 8, A-1110 Wien - Telefon +43 664 61 45 012 oder +43 1 53 444-308 - Mail office at glb.at - Web www.glb.at - Ausgabe vom 30. Juli 2007 Arbeitszeitverkürzung als Antwort auf wachsende Überstundenleistung Österreich ist Europameister bei längsten realen Wochenarbeitszeiten Die Dringlichkeit einer Arbeitszeitverkürzung wird nicht nur im Zusammenhang mit der enorm steigenden Produktivität, sondern auch durch eine wachsenden Überstundenleistung deutlich, stellt die Fraktion Gewerkschaftlicher Linksblock im ÖGB (GLB) fest. Laut Statistik Austria leisteten im Vorjahr 763.900 Beschäftigte regelmäßig Überstünden, bei durchschnittlich neun Überstunden pro Woche in Summe 340 Millionen Stunden im Jahre 2006. Alarmierend ist dabei das Wachstum der Beschäftigten die regelmäßig Überstunden leisten: 2004 waren es 648.000, 2005 bereits 757.000 und 2006 schon 763.900. Überstunden sind offenbar Männersache: 530.600 Männern stehen nur 233.300 Frauen gegenüber die regelmäßig Überstunden leisten, was offensichtlich mit der hohen Teilzeitquote und der Dominanz atypischer Beschäftigungsverhältnisse bei Frauen zusammenhängt. Umgerechnet auf eine 40-Stundenwoche bedeuten diese Überstunden ein Arbeitskräftepotential von 170.000 Beschäftigten: "Leider hat die ÖGB-Spitze die Forderung nach einer Arbeitszeitverkürzung zugunsten einer fragwürdigen Flexibilisierung und zuletzt sogar Verlängerung der Arbeitszeit geopfert", kritisiert GLB-Bundesvorsitzende Karin Antlanger. Trotz seit 1987 regelmäßiger Beschlüsse der ÖGB-Kongresse für eine 35-Stundenwoche ist die Arbeitszeitverkürzung zu einem Tabu-Thema in den Gewerkschaften geworden. Die enorme Überstundenleistung ist auch vor dem Hintergrund zu sehen, dass Österreich laut Eurostat (Stand Frühjahr 2005) mit 44,1 Wochenstunden ein Europameister bei der längsten realen Wochenarbeitszeit ist: "Aus dem Volumen geleisteter Überstunden lässt sich unschwer ausrechnen, welche positiven Effekte eine allgemeine Arbeitszeitverkürzung zur Reduzierung der anhaltend hohen Zahl von Erwerbsarbeitlosen und prekär Beschäftigten hätte", so Antlanger. "Im Zusammenhang mit einer Reduzierung der Überstunden ist eine allgemeine Arbeitszeitverkürzung eine Schlüsselfrage", so Antlanger. Dadurch kann Druck auf die Schaffung neuer Arbeitsplätze entstehen um der Arbeitslosigkeit und Prekarisierung gegenzusteuern. Hingegen hält die Behauptung, durch eine weitere Flexibilisierung oder Abschaffung der Überstundenzuschläge würden Arbeitsplätze geschaffen keiner seriösen Prüfung stand. Der ÖGB und vor allem die ArbeiterInnen und Angestellten sind schlecht beraten, wenn sie weiterhin der Erpressung der Unternehmer mit verstärkter Flexibilisierung nachgeben. ============================================== 04 ASt - Eine Linke links von Rifundazione in Italien. Interview mit COBAS von ASt-LFI ============================================== Italien: Eine Linke links von RC Interview mit Elettra Anghelinas (COBAS) (aus: Red Newsletter 282, Newsletter des ArbeiterInnenstandpunkt vom 30.7.2007, www.arbeiterInnenstandpunkt.net) Vor gut einem Jahr wurde die Regierung Berlusconi abgewählt. Unter dem langjährigen EU-Kommissions-Präsidenten Prodi wurde eine Mitte-Links-Regierung gebildet, der auch Rifondazione Comunista (RC) angehört, eine Schwesterpartei der hiesigen Linkspartei. Zu den Auswirkungen, die diese Regierungsbeteiligung auf die Gewerkschaften, die Antikriegsbewegung und die Linke allgemein hat, haben wir Elettra Anghelinas befragt, Mitglied der Basisgewerkschaft COBAS, die nicht nur in den sozialen Kämpfen, sondern auch in der Antikriegsbewegung sehr aktiv ist. Auch wenn wir politische Differenzen zu COBAS haben, so spielt sie im Moment zweifellos eine wichtige progressive Rolle. Das Interview fand Anfang Juni in Rostock statt. Seither hat sich in Italien viel ereignet. Die angesprochene Demo am 9. Juni wurde für COBAS und alle anderen Organisatoren zu einem großen Erfolg. 150.000 folgen dem Aufruf gegen Bush und seinen globalen Krieg, aber auch gegen den Militarismus der Prodi-Regierung, gegen Afghanistan- und Irakeinsatz. Eine zweite Demo, organisiert von der regierungstreuen "Friedensbewegung," von RC, CGIL und anderen, die nur gegen Bush demonstrierte, brachte gerade 1.500 zusammen. Die Generalsekretäre der Organisationen blieben unter sich, diejenigen ihrer Mitglieder, die demonstrieren wollten, stimmten mit den Füßen ab. NI: Am 17. November letzten Jahres gab es beeindruckende Massenmobilisierungen von Jugendlichen und Arbeitern gegen die neue Regierung, die erst ein halbes Jahr im Amt war. A: Wir haben einen Generalstreik vorgeschlagen und es gab Demonstrationen in ganz Italien, die größten in Rom, Mailand, Neapel und Turin. Auf der Straße waren ArbeiterInnen mit Studierenden, prekär Beschäftigten und MigrantInnen - mehr als eine halbe Million. Aber unser Widerstand gegen die Haushaltspolitik von Prodi hatte bereits am 4. November mit einer Demo gegen Prekarisierung begonnen. Auch die FIOM (Metall-Gewerkschaft), Rifondazione Comunista, attac und andere haben sich beteiligt. Wir gingen mit einer klaren Position gegen den Haushalt und den Arbeitsminister Damiano auf die Straße. Unser Transparent "Damiano, Knecht der Unternehmer" drückte sehr gut die Wut der jungen Leute und der prekär Beschäftigten gegen die italienische Gesetzgebung aus, die auf Flexibilisierung des Arbeitsmarktes und Lockerung der Rechte setzt. Die jetzige Regierung will diese Gesetze behalten. Unser Transparent wurde aber von der CGIL (dem größten Gewerkschaftsbund, der mit den Regierungsparteien DS und RC verbunden ist) sehr kritisiert. Der Generalstreik vom 17. November bestätigte diesen Widerstand gegen den Haushalt, der die Ausgaben für Bildung und Soziales kürzt und der jungen Leuten die Chance auf Arbeit nimmt - es werden gerade mal 8.000 von 350.000 Befristeten im Öffentlichen Dienst übernommen. Aber es zeigte auch den massenhaften Widerstand gegen die prokapitalistische und kriegstreiberische Politik. Die ArbeiterInnen hatten schon das Gefühl, dass die Prodi-Regierung die Fortsetzung von Berlusconi ist. NI: Wohin wird sich der Widerstand in den nächsten Monaten entwickeln? Besteht die Chance, die CGIL allgemein und speziell die MetallerInnen der FIOM für den Kampf gegen den neoliberalen und imperialistischen Kurs Prodis zu gewinnen? A: Am 17. November zeigte sich auch die Schwäche des Gewerkschaftsbundes im Kampf gegen Prekarisierung und Sozialabbau. Viele Mitglieder der CGIL haben mit uns gestreikt, während der Generalsekretär der CGIL den Mitgliedern verboten hat, mit der COBAS zu streiken und zu demonstrieren. Was die FIOM betrifft, so hat die eine gewisse Unabhängigkeit von der CGIL und wir arbeiten öfter zusammen, wie bei den erwähnten Protesten und in anderen Dingen. Die CGIL aber ist wie auch andere Gewerkschaftsverbände, die CISL und UIL "loyal" gegenüber der Regierung. Anstatt sich der Regierung zu widersetzen, stellen sie sich gegen ihre eigenen Mitglieder. NI: Wir erinnern uns gut, dass Fausto Bertinotti im November 2002 auf dem Europäischen Sozialforum in Florenz Selbstkritik geübt hat an der Unterstützung von RC für die "Olivenbaum"-Koalition von Prodi von 1996 bis 1998. Das stieß damals auf große Begeisterung, auch unter den Mitgliedern von RC. Gibt es heute Widerstand in der Partei gegenüber Bertinottis 180-Grad-Wende zur Unterstützung einer "sozial-liberalen" Regierung? A: Die Schwierigkeiten in der jetzigen Periode in Italien liegen darin begründet, dass linke Parteien wie Rifondazione in die Regierung gehen und Bereiche, die sich zuvor im Widerstand gegen Berlusconi befanden, jetzt in die Regierungspolitik integriert sind. Das hat zur Folge, dass Menschen und Organisationen, die in der Vergangenheit bereit waren, gegen den Kapitalismus zu kämpfen, jetzt irgendwie still geworden sind. Natürlich gibt es Widerstand nicht nur in der Gesellschaft, sondern auch innerhalb der Organisationen. Aber die Situation ist kritisch. Die Regionalwahlen im Mai haben den rechten Parteien in Norditalien Gewinne gebracht. Entscheidend war wohl die Wahlenthaltung von linken Wählern. Das zeigt, dass es Schichten gibt, nicht notwendigerweise radikale, sondern möglicherweise auch moderat eingestellte, die sehen, wie negativ das politische Verhalten dieser Regierung ist, sei es in Bezug auf Armut, Beschäftigung, Bildung, Gesundheit, Wohlfahrt, Umwelt oder Krieg. NI: Die antikapitalistische Bewegung in Italien war immer so etwas wie ein Vorbild für die Bewegung im übrigen Europa. Sie entwickelte ein Netzwerk von sozialen Organisationen, (Sozialforen und Sozialzentren), der Gewerkschaftsbasis, Antikriegs-AktivistInnen, aber auch Mitglieder der größeren kommunistischen und ex-kommunistischen Parteien, das gemeinsam gegen Krieg, die Angriffe der Berlusconi-Regierung usw. mobilisierte. Gibt es dieses Netzwerk noch und in welchem Zustand ist es? Stellt es noch eine Basis für den Widerstand gegen Prodi dar? A: Angesichts dieser politischen Situation und mit der Entscheidung vieler Menschen, vielen Gruppen und Bündnissen, die Regierung zu unterstützen - wenn auch "kritische" - hat das von dir beschriebene Netzwerk, das prägend für die Zeit zuvor war, aufgehört zu existieren. Aber das heißt nicht, wie gesagt, dass es keine Opposition gäbe oder gar die Möglichkeit zu gemeinsamem Kampf fehlen würde. Wir können uns lediglich gerade nicht vorstellen, "feste Allianzen" zu haben. Wir versuchen also immer wieder, um bestimmte Punkte herum Bündnisse zu schaffen. Wir haben das um die Frage der Prekarisierung getan, wir tun dies um die Kriegsfrage. Ich denke, das ist derzeit der einzige Weg zu mobilisieren. Die Kriegsfrage ist beispielhaft: Seit Juni 2006 hat COBAS mit Demonstrationen gegen die Kriegseinsätze begonnen, aber Massendemonstrationen waren nicht mehr möglich, nachdem die frühere Antikriegsbewegung mehr oder weniger selbst in der Regierung eingebunden war. Wir haben mit einer neuen Bewegung begonnen, die ihren Ausgangspunkt im Widerstand gegen den Ausbau der US-Basis in Vincenza nahm. 150.000 haben dort protestiert und RC war Teil des Bündnisses. Jetzt planen wir eine Demo für den 9. Juni in Rom, wenn Bush kommt. Wir wissen, dass Rifondazione gespalten ist, viele Mitglieder wollen auf die Straße gegen den Krieg, aber die Partei selbst wird nicht gegen die Kriegseinsätze demonstrieren, denen sie selbst im Parlament zugestimmt hat. NI: Du warst auf allen Europäischen Versammlungen, die mit dem Sozialforum in Verbindung stehen. In Florenz, Paris oder Athen zeigte sich, wie groß die Möglichkeit ist, massenhaft aus ganz Europa bis in den Nahen Osten zu mobilisieren. Dennoch wird unserer Meinung nach das Sozialforum nach wie vor durch diejenigen gelähmt, die darauf bestehen, dass es nur Forum ist, ein "Raum" ohne Koordination und gewählte Führung. Selbst die Versammlung der Sozialen Bewegungen diskutiert so wichtige Themen wie die Prodi-Regierung nicht und berät nicht über Strategie. Welche Perspektiven seht Ihr? A: Es stimmt, dass das ESF derzeit mehr oder weniger paralysiert ist. Selbst das Welt-Sozialforum scheint trotz der Beteiligung "moderaterer" Organisationen, z.B. von NGOs, lebendiger zu sein und mehr Bewegung zu produzieren. Aber das Problem ist nicht nur das Fehlen einer Führung, sondern das Fehlen einer echten Bewegung um das ESF. Es gibt viele Bewegungen in Europa, aber sie haben keine Verbindung mehr zum ESF. Um das Problem zu lösen, hilft es nicht, die Gründung neuer Sozialforen zu proklamieren. Das ist passé. Die Sozialforen haben neue Netzwerke kreiert, haben Leute politisiert und teilweise den Parteien zugeführt. Wir müssen heute mit dem arbeiten, was wir haben: der Anti-Kriegsbewegung beispielsweise oder der Umweltbewegung. In Italien entwickelt sich ein Netzwerk vieler Gruppen, die gegen lokale Umweltprobleme kämpfen. Sie haben keine Verbindung zu den Grünen oder anderen Parteien und kämpfen hart gegen die Regierung, die in ihrer Gegend gefährliche Einrichtungen installieren will. Sie haben Industrie-Gelände besetzt, landesweite Demonstrationen organisiert und die Bewegung wächst weiter. Ich nehme dieses Beispiel, weil es zeigt, wie weit das ESF derzeit von den wirklichen Bedürfnissen der Bewegung entfernt ist. Ein Grund für die Distanz zu den Bewegungen ist auch die interne Situation des ESF. Die Sozialforen in Frankreich und Italien sind gespalten und nicht mehr in der Lage, ihre Führungs- und Vorbildrolle im ESF wahrzunehmen. Wenn es eine Lösung gibt, besteht sie darin, die wirklichen Kämpfe um Arbeit, Prekarisierung und Krieg auf das ESF zu bringen. Was wir noch tun können, ist das ESF als Ort zu nutzen, um zu europaweiten Mobilisierungen aufzurufen - mit dem Ziel, in diesem Prozess alle Netzwerke, Organisationen und Gruppen in Europa einzubeziehen. ============================================== 05 Schubhaft war rechtswidrig von office at asyl-in-not.org ============================================== Willkürakt der BH Neusiedl am See: Beschwerde gewonnen! UVS-Burgenland erklärt Schubhaft für rechtswidrig. Herr D., seine Gattin und die 18jährige Tochter sitzen seit über einem Monat in Eisenstadt in Schubhaft. Obwohl sie legal, mit ihren Reisepässen, nach Österreich gekommen sind und sich der Grenzkontrolle gestellt haben, wurden sie von der Bezirkshauptmannschaft Neusiedl am See eingesperrt. Aus keinem anderen Grund als weil sie Visa für Polen hatten. "Dublin-Bezug", heißt das im Amtsjargon. Vier Wochen lang hatten sie keinen Zugang zu Rechtsmitteln - bis ich zufällig von ihrem Schicksal erfuhr und eine Haftbeschwerde einbrachte (siehe dazu unsere Aussendung vom vorigen Freitag). Dieser Beschwerde hat der Unabhängige Verwaltungssenat Burgenland (Mag. Eder) nun Folge gegeben und die Schubhaft für rechtswidrig erklärt. Aus dem UVS-Erkenntnis: Der Dublin-Bezug "allein reicht, wie sowohl der Verfassungsgerichtshof als auch der Verwaltungsgerichtshof mehrfach ausgeführt haben, nicht zur Schubhaftverhängung. Vielmehr besteht in jedem Einzelfall die Verpflichtung zu beurteilen, ob (...) der Bedarf zur Verfahrenssicherung mittels Anhaltung in Schubhaft überhaupt gegeben und ob die Anhaltung in Schubhaft verhältnismäßig ist. "Dazu hat der Verfassungsgerichtshof ausgesprochen, daß selbst die Asylantragstellung in einem anderen Staat für sich genommen noch nicht ausreichend ist, eine Anhaltung in Schubhaft zu begründen. Die Hinweise der BH Neusiedl, daß die Beschwerdeführer sich zuvor bereits in Polen und der Slowakei aufgehalten hätten, vermochten somit die Schubhaft nicht zu tragen. "Es kam hervor, daß die Beschwerdeführer sich an der Grenzkontrollstelle Kittsee freiwillig der Einreisekontrolle stellten, sich dem Risiko einer (noch vor Asylantragstellung möglichen und zulässigen) Zurückweisung aussetzten und anlässlich der von ihnen herbeigeführten Kontaktaufnahme Asylanträge stellten. Die Beschwerdeführer suchten somit aktiv die Hilfe von Polizeibeamten und trachteten nicht, anlässlich ihrer Einreise solchen zu entgehen." (...) Daher "waren die Schubhaftverhängungen als auch die bisherigen Anhaltungen in Schubhaft antragsgemäß für rechtswidrig zu erklären." Dieses Erkenntnis des UVS ist eine schallende Ohrfeige für die BH Neusiedl am See, deren Wirken uns seit Jahren immer wieder aufgefallen ist. Leider fehlen uns die Mittel, diese Umtriebe flächendeckend zu kontrollieren. Herrn D.'s Mutter war Österreicherin und ist 1938 nach Russland emigriert. Vor dem Bundesasylamt gab Herr D. zu Protokoll: "Es kränkt mich, daß österreichische Landsleute mich nach Polen jagen wollen." Er habe daher den Entschluß gefasst, ungeachtet der Probleme, die ihm dort drohen, in seine Heimat Kaliningrad zurückzukehren. Für Familie D. werden wir über eine Anwaltskanzlei Haftentschädigungen einklagen. 100 Euro pro Tag und Person - eine kleine Genugtuung nur für das ihnen zugefügte Leid. Für die Zukunft wünschen wir unseren KlientInnen alles Gute und viel Glück. Michael Genner Obmann von Asyl in Not Währingerstraße 59 1090 Wien office at asyl-in-not.org www.asyl-in-not.org Tel.: 408 42 10-15; 0676 - 63 64 371 ZVR: 723727354 Spendenkonto: Raiffeisen (Bankleitzahl 32000), Kontonummer 5.943.139 (Asyl in Not) ============================================== 06 Gastkommentar von Riem Mahdi: Mitverantwortung statt Großzügigkeit von WADI Austria ============================================== Quelle: Wiener Zeitung, 1. August 2007 http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=4445&Alias=wzo&cob=295811 Gastkommentar von Riem Mahdi Mitverantwortung statt Großzügigkeit Bei einer internationalen Konferenz über Hilfsprogramme für die geschätzten 2,2 Millionen Flüchtlinge aus dem Irak in der jordanischen Hauptstadt Amman wurde versucht, konkrete Schritte für die Verbesserung der Situation dieser Flüchtlinge zu setzen. Dabei darf freilich angesichts des Flüchtlingsstroms nach Syrien und Jordanien nicht vergessen werden, dass noch einmal so viele intern Vertriebene innerhalb des Irak ein ähnlich schreckliches Schicksal erleben wie jene, die es nach Damaskus oder Amman geschafft haben. Zwei Millionen Iraker konnten nämlich bisher lediglich in ein anderes Gebiet des Irak flüchten. Werden aus Bagdad vertriebene Kurden im vergleichsweise sicheren kurdischen Autonomiegebiet wenigstens noch halbwegs freundlich aufgenommen, so werden etwa Araber aus Bagdad in Sulemaniya oder Arbil vielfach verdächtigt, selbst ein Sicherheitsrisiko darzustellen. Dass dies angesichts des Terrors im Zentral-Irak sogar verständlich ist, ist eine der furchtbaren Logiken der ethnisierten Gewalt, die den Irak derzeit heimsucht. Ist das gesellschaftliche Klima zwischen Volksgruppen und Religionen einmal vergiftet, ist dies nicht so schnell wieder zu verbessern. Unter die Räder dieser ethnisierten Gewalt geraten dabei nicht nur jene Minderheiten, die wie Christen, Mandäer oder Yezidi über keine bewaffneten Milizen mit von ihnen kontrollierten Territorien verfügen, sondern die gesamte Zivilbevölkerung, die nichts als ein Leben in Ruhe und Freiheit wünscht. Genau das interessiert jedoch jene nicht, die den Irak zum Schauplatz ihres globalen Jihad oder anderer machtpolitischer Ziele missbrauchen. Nach 35 Jahren baathistischer Diktatur findet so im Irak erneut ein Blutbad statt, das einmal mehr tausende Menschenleben kostet. Dabei ist die internationale Gemeinschaft an ihre Mitverantwortung für die gegenwärtige Situation zu erinnern. Nicht erst mit dem Sturz des Baath-Regimes 2003 und der Unfähigkeit der Besatzungstruppen, für die Sicherheit der Bevölkerung zu sogen, hat die internationale Gemeinschaft im Irak versagt. Bereits in den 35 Jahren zuvor hatten arabische, westliche und östliche Staaten eine Diktatur unterstützt, die die irakische Gesellschaft zu dem gemacht hat, was sie heute ist. Auch Österreich hat dabei von Waffengeschäften mit Saddam Hussein profitiert. Die "Nimsawi", die österreichische Noricum-Kanone, gehörte zu den gefürchtetsten Waffen, die Saddam Hussein gegen die eigene Bevölkerung einsetzte. Daneben profitierten auch Private, wie die Gesellschaft für Österreichisch-Arabische Beziehungen (GÖAB), von den Zuwendungen Saddam Husseins an seine europäischen Freunde. Daraus ergibt sich auch eine Mitverantwortung Österreichs für die gegenwärtige Situation im Irak, eine Verantwortung, die Österreich mit der großzügigen Aufnahme von Flüchtlingen aus dem Irak wahrnehmen könnte. Riem Mahdi ist Vorsitzende des Österreichisch-Irakischen Freundschaftsvereins Iraquna (www.iraquna.at). -- WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit WADI-Österreich e-mail: wadi.wien at gmx.at website: www.wadinet.at Tel.: 0699-11365509 Postfach 105 A-1181 Wien SPENDENKONTO - jeder Euro hilft! Knt. Nr.: 6.955.355 BLZ: 32.000 Raiffeisen Landesbank NÖ IBAN AT4432 0000 0006 955355 BIC (SWIFT) RLNWATWW Wir bitten um Unterzeichnung des Appells an die Österreichische Regierung bezüglich der Aufnahme irakischer Flüchtlinge in der EU: http://www.wadinet.at/Media/Petition/index.php ============================================== 07 ASt - Britannien: Überflutungen enthüllen Labours Gleichgültigkeit in der Klimafrage von ASt-LFI ============================================== Britannien: Überflutungen enthüllen Labours Gleichgültigkeit in der Klimafrage Stellungnahme von Workers Power (Britische Sektion der Liga der 5. Internationale) zur Hochwasserkatastrophe (aus: Red Newsletter 283, Newsletter des ArbeiterInnenstandpunkt vom 1.8.2007, www.arbeiterInnenstandpunkt.net) Am Freitag, dem 20.7., ergoss sich eine Regenmenge, die sonst in zwei Monaten fällt, innerhalb von nur 24 Stunden über die Midlands und Südengland. Weitere Regenfälle sind vorhergesagt. Gloucestershire und Oxfordshire sind die am schlimmsten betroffenen Gebiete. Mehr als 2.000 Menschen mussten evakuiert werden, 45.000 Wohnungen sind ohne Strom, 35.0000 ohne Trinkwasser. Die Überschwemmungen ereigneten sich gerade einen Monat nach ähnlichen Unwettern, die Doncaster, Sheffield und Hull verheerend trafen. Allein in Hull wurden 20.000 Wohnungen zerstört, und 7.000 Menschen leben noch in Hotels oder in Behelfsunterkünften. Der Verband britischer Versicherer beziffert die Gesamthöhe für Reparatur- und Reinigungsrechnungen für beide Überflutungen auf annähernd 2 Milliarden britische Pfund. Auch Behörden bestätigen, dass die diesjährige Flut schlimmere Ausmaße als jene von 1947 hat. Auf diesen nationalen Notstand hat die Labour-Regierung jedoch völlig unzureichend reagiert. Die Lösungsvorschläge der anderen kapitalistischen Parteien, der Tories (Konservative) und Liberaldemokraten, sind keinen Deut besser. In unheimlicher Weise ahmt die Staatsgewalt die Vorgehensweise der Nationalgarde in den USA nach, deren erste Reaktion auf die Überschwemmung im Gefolge des Orkans Katrina 2005 in New Orleans Schüsse auf angebliche schwarze Plünderer waren. Die West Mercia Polizeiverwaltung gab sofort eine Warnung gegen "Gelegenheitsdiebe., die es auf verlassene Fahrzeuge abgesehen hätten", heraus. Zuerst Schutz des Eigentums - das ist das Glaubensbekenntnis, welches in die Köpfe dieser Hüter des Kapitalismus gehämmert wurde. Fast alle kapitalistischen Politiker erkennen an, dass das Hochwasser teilweise auf den Klimawandel zurückzuführen ist. Das Meer erwärmt sich, mehr Wasser verdunstet und es regnet heftig und in Strömen. Doch zwischen einer solchen Erkenntnis und einer angemessenen Reaktion darauf liegen Welten, denn der Kapitalismus stützt sich auf Privateigentum, nationale Grenzen und Profite. In einem Interview mit der BBC sagte Premierminister Brown: "Wie jedes fortgeschrittene Industrieland stellen wir uns auf einige Fragen ein, die im Umfeld des Klimawandels liegen. Es ist ziemlich klar, dass einige der Strukturen des 19. Jahrhunderts, mit denen wir es zu tun haben - Infrastruktur und wo sie lokalisiert sind -, überprüft werden müssen. Wissenschaftler sagen unmissverständlich aus, dass gehäufte Regenfälle keine Frage des "Umfeldes eines Klimawandels" sind, sondern dessen unmittelbare Folge. Doch unbeeindruckt davon schilderte Brown lässig die Katastrophe, die Hunderttausende in Mitleidenschaft gezogen hat, als einmaliges Ereignis: "Das war, wenn Sie so wollen, eine Verkettung von Zufällen, die alle 150 Jahre einmal sowohl in Yorkshire und Humberside wie auch nun in Gloucestershire und dem Severn-Bezirk vorgekommen sind." Brown will Ausgaben für wirkliche Schutzmaßnahmen und die Modernisierung der Infrastruktur vermeiden. Deswegen versucht er, die Sache herunterzuspielen, indem er sie für außergewöhnlich erklärt. Aber Wissenschaftler des britischen Klimaauswirkungsprogramms haben die steigende Häufung und Intensität von Überschwemmungen schon ein Jahrzehnt zuvor vorhergesagt. Die Abteilung für Umwelt warnte davor, dass die Regierung ungenügend vorbereitet sei auf die Nachwirkungen solcher Hochwasser wie 2004 oder 2005. In seiner berühmten ,Klugheit' geruhte der Eisenkanzler, diesen Rat in den Wind zu schlagen. Baronesse Young, die Vorsitzende der umlagerten Umweltagentur, sagte, dass mittellose Stadtverwaltungen und "deren Wassergesellschaften" (die schon lange privatisiert sind) das Kanal- und Abwassersystem aus der viktorianischen Ära ver- und ausbessern müssten. Hilary Benn kündigte eine "unabhängige Prüfung" an, versprach aber nur das "Gutachten" für Pläne zum Bau von 3 Millionen Wohnungen, viele auf überfluteten Flächen, bis 2020 "zu verschärfen." Die Wohnungsministerin Yvette Cooper erklärte, es sei "unrealistisch", keine Wohnungen in hochwassergefährdeten Gegenden zu bauen. Gordon Brown hat im letzten Jahr persönlich den Rotstift bei dem Planungshaushalt der Umweltagentur um 15 Millionen Pfund angesetzt. Die Regierung hat jetzt vereinbart, den Ausgabenetat bis 2011 für die Agentur von 600 Millionen auf 800 Millionen Pfund aufzustocken. Die völlige Unzulänglichkeit dieser Maßnahme wurde von Baronesse Young enthüllt, als sie der BBC mitteilte, dass die Arbeit an dem Hochwasserschutzsys­tem allein 1 Milliarde im Jahr kosten würde. Notprogramm gegen Überschwemmungen Wir können den Kapitalisten und ihren Politikern, die ihnen dienen, nicht den Schutz der Bevölkerung oder unserer Gemeinwesen vor den Auswirkungen der Erderwärmung anvertrauen, geschweige denn deren Umkehr. Wir rufen darum die Arbeiterbewegung, Umweltschutzkampagnen, Mieter- und Anwohnervereinigungen sowie die antikapitalistische Jugend auf, eine Massenkampagne zu initiieren, die die Regierung zwingen soll: a) ein massives öffentliches Ausgabenprogramm für den Ausbau des Hochwasserschutzes aufzulegen und b) ernsthafte Maßnahmen zur Verringerung der Auswirkungen des Klimawandels zu ergreifen. Die notwendigen Maßnahmen sollten aus einer Besteuerung der Reichen bezahlt werden, um sicher zu gehen, dass die Überflutungskrise nicht als Ausrede herangezogen wird, unsere öffentlichen Dienste wie den NHS (nationale Gesundheitsversorgung) mit Kürzungen zu Leibe zu rücken. Der Staat sollte voll für die Kosten der Evakuierungen, Aufräumarbeiten, Reparaturen und Neubaumaßnahmen, die infolge des Hochwassers nötig wurden, bürgen. Private Versicherer sollen gezwungen werden, den Schaden für Anrainer und Kleinbesitzer voll zu ersetzen. Diejenigen, die sich weigern, die Prämien anzuheben, um Flutopfer auszunehmen oder sich weigern, diese weiter zu versichern, sollen entschädigungslos verstaatlicht werden! Alle Politiker und Klimawandelexperten stimmen darin überein, dass solche Unglücke zukünftig wieder passieren werden. Um uns darauf vorzubereiten, brauchen wir eine staatliche Grundabsicherung, die für Schäden haftet, ohne die Opfer auszubeuten. Die großen Versicherungskonzerne sollen enteignet und in eine staatliche Einheitsversicherung übergeleitet werden, die nicht nach dem Profitprinzip funktioniert. Es darf keine Gemeindesteuererhöhungen geben, um für Deichreparaturen aufzukommen; besteuert die Reichen durch Progressivsteuern auf Betriebsgewinne und große Vermögen! Die örtliche Arbeiterschaft soll das Schadensmaß mithilfe der Gewerkschaften und Experten ihres Vertrauens abschätzen, Vorrangigkeit der Notarbeiten festlegen und Aufräum- und Reparaturoperationen überwachen. Der Klimawechsel kann verlangsamt werden. Doch wiederkehrende Hochwasser wie 2007 bleiben in unmittelbarer Zukunft eine Tatsache. Deshalb müssen Britanniens Hochwasserschutz, Infrastruktur und neue Baupläne, z.B. für Häuser, schwere Fluten einkalkulieren. Der Staat muss alle Vorkehrungen treffen, die Arbeiten müssen unter Arbeiterkontrolle und mittels verstaatlichter Industrien ausgeführt werden (Bauten, gemeinnützige Einrichtungen u.ä.). Die privatisierten Wasserwerke sollen ohne Entschädigungszahlungen an ihre früheren Besitzer verstaatlicht und unter Arbeiterkontrolle betrieben werden. Neue Häuser Es gleicht einer Ironie, dass Wohnungsbauministerin Yvette Cooper just das neue Grünbuch im Unterhaus vorstellte, als die Nachrichten über das Ausmaß des Hochwassers noch spärlich durchsickerten. Die Klassenorientierung der Antwort der Labourregierung auf die Wohnungsverknappung war eindeutig: 3 Millionen Wohnungen bis 2010, von denen kaum 70.000 "erschwinglich" und nur 45.000 für den Mietsektor sein sollen. Kurz: Labour reagiert auf die missliche Lage der Mittelklasse und die Furcht besser verdienender ArbeiterInnen angesichts steigender Immobilienpreise. Millionen leben in überbelegten Heimen unter dem Standard und brauchen billige Mietwohnungen. Doch ihren Bedürfnissen wird nur zu 1,5% der neuen Immobilien Rechnung getragen, während jene, die sich kaum eine Teilhypothek (sog. geteiltes Eigenkapital) leisten können, in den nächsten 3 Jahren sich um erbärmliche 25.000 neue Wohnräume balgen müssen. Sollte es mit den Zinsen bergauf gehen oder die Arbeitslosigkeit in den nächsten 25 Jahren steigen, was im Kapitalismus beinahe sicher ist, werden die Hypothekenverleiher selbst einige davon wieder in Besitz nehmen. Cooper versuchte, Kritik an den Neubauplänen der Regierung in Hochrisikogegenden unter Verweis auf York und London zu zerstreuen: "Sie wissen, [York] wurde von den Römern in einem Überschwemmungsgebiet erbaut. Downing Street 10 liegt in einer Hochwasserebene. Wenn Sie ordentlich geschützt sind und vernünftige Deiche vor Ort haben, sind neue Häuser sicher, müssen Sie wissen." Doch diese Verdrehungskünstlerin sollte niemanden täuschen. York ist eine der am häufigsten und heftigsten unter Wasser stehenden englischen Städte. Gegenwärtig wäre es verbrecherisch, dort noch mehr Häuser hinzusetzen. Downing Street verfügt vergleichsweise über Schutzvorrichtungen. Will Cooper damit sagen, dass die billige Sorte Eigenheime, die sie befürwortet, alle Vorzüge eines Schutzes à la Downing Street genießen werden? Natürlich nicht! Labours Lobgesang auf die Marktwirtschaft wird diktieren, dass exakt die "erschwinglichen" Heime ohne hinreichende Abwehrvorrichtungen in Hochrisi­kogebieten gebaut werden. Es mag nötig sein, einige neue Häuser in Hochwasserregionen zu bauen. Aber sie sollten weder in den Hochrisikogebieten noch ohne notwendige eingebaute Vorrichtungen in Gebäude und Infrastruktur entstehen. Darüber hinaus sollte Wohnen ein Recht für Alle sein, keine auf dem Markt gehandelte Ware, der durch seine wahre Natur dafür sorgt, dass es für die, die sich anständige Wohnungen nicht leisten können, unterdurchschnittliche Varianten an Behausungsmöglichkeiten gibt. Wir fordern, dass die Regierung alle 3 Millionen neue Immobilien errichtet, um den Engpass aufzuheben. Sie sollten gegen billige Mieten im öffentlichen Sektor entstehen, über die neueste Technologie zur Verringerung der Kohlendioxidabgase und des Abfalls verfügen sowie in den sicherst möglichen Regionen liegen. Die Arbeiterklasse soll mit Mietervereinigungen und Wohnviertelkomitees und Gewerkschaften darüber entscheiden, wo und welche Sorte Häuser gebaut werden sollen. Klimaveränderung und Sozialismus Diese Überschwemmungen sollten jedermann deutlich machen, wie unvorbereitet der kapitalistische Staat darauf ist, mit den Auswirkungen der Klimaverschiebung fertig zu werden. "Ökosteuern", dazu ersonnen, Verbraucher anzuspornen, mehr umweltverträgliche Erzeugnisse und Dienstleistungen zu kaufen, Emissionszertifikathandel, wo die riesigen Multis und reichen Nationen die "Verschmutzungsrechte" von anderen Kapitalisten und halbkolonialen Ländern aufkaufen, sowie andere Marktmechanismen sind völlig unangemessen. Mit dem CO2-Handel wird beabsichtigt, massive Erweiterungspläne für Kohlendioxid emittierende Branchen in den entwickelten Nationen zu schüren, indem die weniger entwickelten die Hauptlast des Kampfes gegen den Klimawandel zu tragen gezwungen werden. Der Kapitalismus ist durch den Kampf um Profitmaximierung und Privateigentum gekennzeichnet. Hinzu kommt, dass er ein System von Nationalstaaten ist. All das macht eine rationale und globale Antwort auf die Klimaveränderungen auf dem Bodes dieses Systems unmöglich. Die Krise ist aber als globale bestimmt. Die internationale Arbeiterklasse ist die einzige Kraft, die eine weltumspannende Lösung durchsetzen kann - eine, die den Klimawandel frei von den Zwangsjacken privater Profit und Nationalismus bekämpfen kann. Das ist aber nur unter einer demokratisch geplanten Wirtschaft möglich - im Sozialismus. Weltweit sollte die Arbeiterbewegung als nächste Forderungen u.a. eintreten für: - einen organisierten Ausstieg aus der auf fossilen Brennstoffen und Kohleverbindungen ausstoßenden Techniken beruhenden Energieerzeugung; Weiterbeschäftigung von Werktätigen in aufgegebenen oder heruntergefahrenen Industriezweigen ohne Lohneinbußen und Verschlechterungen sonstiger Arbeitsbedingungen; - Nationalisierung des Bau- und Ausrüstungsgewerbes, der Energieerzeugung und des Verkehrswesens unter Arbeiterkontrolle ohne Entschädigungszahlungen an die vorherigen Eigentümer, damit wir die Zukunftsentwicklung als nachhaltige planen können, gemäß den Bedürfnissen und nicht für Profit, damit wir die Auswirkungen der Entwicklung auf unser Klima in Rechnung stellen können. Das Ringen um den Erhalt der Umwelt und die Umkehrung ihrer Verschlechterung ist Teil des revolutionären Kampfs gegen den Kapitalismus im 21. Jahrhundert, um dem System von Umweltzerstörung, Ausbeutung und Krieg ein Ende zu bereiten. ============================================== 08 Kunstbericht 2006: Einmalpreise statt Kontinuität von IG Kultur Österreich ============================================== ||| ||| PRESSEMITTEILUNG ||| ||| IG Kultur Österreich ||| - --------------- ||| ||| Kulturinitiativen werden ausgezeichnet, aber die Mittel werden immer weniger! ||| Im nun letzten Kunstbericht der Ära Morak-Schüssel werden noch einmal lang geäußerte Kritikpunkte bestätigt. Die Steigerung des Budgets für Großveranstaltungen und Events um 46,3% ist ein weiterer Beweis für die Festivalisierung österreichischer Kulturlandschaft und wurde schon mehrfach von verschiedensten Verbänden kritisiert. Für eine kontinuierliche und oftmals wenig repräsentative Kulturarbeit von Kulturinitiativen gibt es da kaum noch Platz und analysiert man die Zahlen im Detail, werden schwerwiegende Entwicklungen sichtbar, die jedenfalls gestoppt werden müssen: Insgesamt ging das Budget für regionale Kulturinitiativen im Jahr 2006 zum Vergleich des Vorjahres um -4,2% zurück, doch dem nicht genug, wurde das Budget auch innerhalb auf sehr aufschlussreiche Weise neu verteilt. Obwohl immer wieder behauptet wird, dass in Zukunft mehr in KünstlerInnen investiert werden soll und weniger in Strukturen, sank die Personenförderung um -36,7%, die Projekteförderung gar um -60%. Besonderen Niederschlag fand diese Umverteilung im Bereich der Preise und Prämien, die sich im Jahr 2006 um +55% steigerten. Würdigungspreise sind für viele eine Anerkennung ihrer Arbeit, jedoch lässt sich mit einmaligen Ausgelobungen keine kontinuierliche, regionale Kulturarbeit aufrechterhalten. Ein schlagendes Beispiel für den "Wert" von Auszeichnungen ist das Ende der Plattform Lungaukultur, das 2006 mit dem Innovationspreis für regionale Kulturarbeit geadelt, heute vor dem Aus steht. Es wurden insgesamt elf Preise vergeben, acht für innovative Kulturinitiativen und drei anlässlich des "Jahres der Menschen mit Behinderung", wobei sich die Frage aufdrängt, ob für solch wichtige Anerkennungen nicht extra Budget zu kalkulieren wäre. Die IG Kultur Österreich fordert mit Nachdruck ein Bekenntnis zu einer kontinuierlichen Kulturarbeit, die sowohl von Strukturen, wie auch von künstlerischen Projekten lebt. ||| Rückfragen | |--- | IG Kultur Österreich | Gumpendorfer Str. 63b | A-1060 Wien |--- | Tel. +43 (01) 503 71 20 | Fax. +43 (01) 503 71 20 - 15 |--- | http://www.igkultur.at/ - --------------- ||| Erklärung gemäß § 107 TKG Angesichts einer zunehmend erdrückenden Medienkonzentration leistet der nicht-kommerzielle Versand von kulturpolitischen Informationen einen wichtigen Beitrag zur Herstellung diskursiver Öffentlichkeiten. Die neuen Bestimmungen des Telekommunikationsgesetzes (TKG § 107) bedeuten eine diesbezügliche Einschränkung, denn seit 1. März 2006 dürfen e-Mail-Zusendungen ausschließlich mit dem Einverständnis der EmpfängerInnen zugesendet werden. Sollten Sie keine weiteren Informationen der IG Kultur Österreich beziehen wollen, so ersuchen wir Sie um eine kurze Verständigung. ============================================== 09 Wir Leni Riefenstahls - Was sich seit vier Jahren im Westen des Sudan abspielt, ist nichts anderes als ein Genozid auf Raten von WADI Austria ============================================== Wir Leni Riefenstahls GASTKOMMENTAR VON THOMAS SCHMIDINGER (Die Presse) Was sich seit vier Jahren im Westen des Sudan abspielt, ist nichts anderes als ein Genozid auf Raten. Man mag von der US-Regierung halten, was man will. Dass selbst Hollywood über eine kritischere Öffentlichkeit verfügt als die EU, zeigt die jüngste Debatte um Steven Spielbergs Beratertätigkeit für die Olympiade 2008 in Peking. Spielberg wurde von der Hollywood-Schauspielerin Mia Farrow in einem Leitartikel des Wall Street Journal mit dem Titel "Genocide Olympics" beschuldigt, Peking in Bezug auf die Unterstützung des Sudan nicht genug unter Druck gesetzt zu haben. China ist nicht nur einer der engsten Handelspartner des Sudan, sondern liefert auch Waffen an die sudanesische Regierung, die in der genozidalen Verfolgungskampagne in Darfur zum Einsatz kommen. Spielberg, den Mia Farrow in ihrem Artikel fragte, ob er wirklich als die Leni Riefenstahl der Pekinger Spiele in die Geschichte eingehen wolle, gab nun an, sein China-Engagement überdenken zu wollen. Was sich seit vier Jahren im Westen des Sudan abspielt, ist nichts anderes als ein Genozid auf Raten. Die sudanesische Regierung unter Militärdiktator Umar al-Bashir ist weder fähig noch willens, dieses Morden zu beenden, und die Weltöffentlichkeit schaut trotz wiederholter Warnungen von Menschenrechtsorganisationen einfach zu. Diplomatische Vorstöße ohne wirksame Sanktionsmöglichkeiten gegen das sudanesische Regime haben sich dabei in den letzten vier Jahren als völlig wirkungslos erwiesen. Politisch und ökonomisch marginalisiert Der Konflikt in Darfur reicht weit in die sudanesische Geschichte zurück. Die Region, bis 1916 ein unabhängiges multiethnisches Sultanat, wurde als letzter Teil in das anglo-ägyptische Kondominium des Sudan eingegliedert und blieb seither eine ökonomisch und politisch periphere Region des Landes. Verschärft wurde die Marginalisierung Darfurs noch durch klimatische Veränderungen am Südrand der Sahara, die nicht nur hausgemacht sind, sondern auch mit weltweiten Klimaveränderungen zu tun haben. In ökologisch sensiblen Regionen wie dem Sahel wirken sich Klimaveränderungen früher und fataler aus als irgendwo sonst. In einer Situation der zunehmenden Knappheit lebenswichtiger Ressourcen wie Wasser und fruchtbarem Acker- und Weideland verschärften sich Spannungen zwischen Nomaden und Bodenbauern um diese Ressourcen. Wäre der Sudan eine gefestigte Demokratie, hätten diese Konflikte Anlass für Bemühungen um einen Ausgleich zwischen dem relativ wohlhabenderen Zentrum um die Hauptstadt Khartum und der Peripherie führen können. Die Weltöffentlichkeit hätte das Land in die Pflicht genommen und ein Interessensausgleich zwischen nomadischen und bäuerlichen Bevölkerungsgruppen angestrebt werden können. Allerdings kam im Sudan 1989 mit einem Putsch ein von der Ideologie der in Ägypten entstandenen Muslim-Bruderschaft inspiriertes Militärregime an die Macht, das gleichermaßen islamistisch wie arabisch-nationalistisch agiert. Von der vermeintlichen Gleichheit aller Muslime - zu denen in Darfur auch die bäuerliche Bevölkerung der Fur, Masalit oder Daju zählen - war in der Politik des neuen Regimes nichts zu bemerken. Vielmehr ging dieses dazu über, die arabisierten Nomadenstämme der Baggara gezielt politisch, ökonomisch und schließlich auch mit Waffen zu unterstützen. Nach Beginn des Aufstands der SLM (Sudanesische Befreiungsarmee) - und später der überwiegend von den nicht-arabischen Nomaden der Zaghawa getragenen JEM (Bewegung für Gerechtigkeit und Gleichheit) - im Jahr 2003 wurde aus dieser klammheimlichen Unterstützung ein offen militärisches Abenteuer. Die von der Regierung bewaffneten Nomaden der Janjaweed-Milizen kämpfen seither Seite an Seite mit der offiziellen Regierungsarmee gegen jene Bevölkerungsgruppen, die vermeintlich oder tatsächlich die Rebellen unterstützen. Grenzüberschreitende Verfolgungen Seit 2003 wurden in Darfur mindestens zwischen 300.000 und einer halben Million Menschen ermordet. Frauen und Mädchen wurden zu Tausenden systematisch von den Milizen vergewaltigt. Fast drei Millionen Menschen befinden sich auf der Flucht und leben unter erbärmlichen Bedingungen als IDPs (Intern vertriebene Flüchtlinge) im Sudan oder in Flüchtlingscamps im Tschad oder in der Zentralafrikanischen Republik. Dabei sind die Flüchtlinge keineswegs in Sicherheit, wenn sie erst einmal die Grenze zu den Nachbarstaaten überschritten haben. Einerseits geht das Sterben in den Camps aufgrund schlechter hygienischer Bedingungen und Krankheiten weiter, andererseits kam es in den vergangenen Jahren immer wieder zu systematischen grenzüberschreitenden Verfolgungen, bei denen sudanesische Milizen - und teilweise auch offizielles Militär - Flüchtlinge auf tschadischem Territorium verfolgten, wo sie wiederum mit tschadischen Rebellen kooperieren. Es würde den Rahmen eines solchen Kommentars sprengen, die genauen militärischen Ereignisse, Spaltungen und Neugründungen von Guerillagruppen oder die vergeblichen Versuche der internationalen Gemeinschaft, dem Morden ein Ende zu setzen, zu schildern. Das Entscheidende ist, dass keine dieser Bemühungen bislang von realen Erfolgen begleitet war und stattdessen die gesamte Region in die Hände von Warlords gefallen ist. Durch massiven Druck von außen erzwungene Friedensverträge hatten bislang nur die Spaltung einer der beiden wichtigsten Rebellenorganisationen, der SLM, zur Folge. Ein Teil der SLM unter Minni Minnawi zieht seither auf Seiten des Regimes gegen die andere Fraktion der SLM und die anderen Guerillagruppen in den Krieg und erweist sich dabei nicht als weniger grausam als die Janjaweed selbst. An das Morden in Darfur gewöhnt Die internationale Gemeinschaft hat sich an das Morden in Darfur gewöhnt. Arabische Staaten und auch die meisten arabischen Intellektuellen, die sonst bei Menschenrechtsverletzungen durch Israelis oder US-Amerikaner sehr laut protestieren, interessieren sich mit wenigen Ausnahmen nicht für die Menschenrechtsverletzungen, die ihre "arabischen Brüder" an Nicht-Arabern begehen. Lediglich die in Frankreich beheimatete Gruppe der "Manifeste des libertés" initiierte 2006 einen Appell arabischer Intellektueller gegen das Morden in Darfur, mit dem sie auch "gegen das Schweigen der arabischen Welt zu dieser Frage" protestieren. In den USA haben sich zivilgesellschaftliche und auch religiöse Gruppen in einer breiten Koalition unter dem Namen "Save Darfur" zusammengeschlossen, um gegen die Untätigkeit der internationalen Gemeinschaft und der eigenen Regierung zu protestieren. China gehört sowieso zu den Hauptverbündeten des Sudan, und Europa schließt sich dem Schweigen über die genozidalen Verfolgungen an. Außer einigen wenigen Politikern, wie der deutschen Bundestagsabgeordneten Claudia Roth, und einigen NGOs interessiert sich niemand für den Massenmord. Es mag unangenehm sein, sich mit Darfur auseinanderzusetzen. Der Fall ist kompliziert, und angesichts der Probleme, die sich aus schlecht geplanten militärischen Abenteuern wie Afghanistan und dem Irak ergeben, ist es verständlich, dass Europa vor einem militärischen Eingreifen zurückschreckt. Trotzdem ist es eine Tatsache, dass die bisherigen Schritte der internationalen Gemeinschaft nicht ausreichten und dass sich ohne militärisches Drohpotenzial das sudanesische Regime nicht beeindrucken lässt. Ob eine 26.000 Mann starke UN-Friedenstruppe daran etwas ändern wird, muss erst einmal bewiesen werden. Das Morden in Darfur geht weiter, bis die ethnische Säuberung ihr erfolgreiches Ende gefunden hat. Wegsehen der EU ist ein Verbrechen Das politische Gewicht, über das die EU mittlerweile global verfügt, macht es zum Verbrechen, in solchen Fällen einfach wegzusehen und dann - wie vor 13 Jahren in Ruanda - nachträglich zu fragen, warum niemand eingeschritten ist. Wenn die europäischen Regierungen sich diesbezüglich schon nicht berufen fühlen, entschieden, aber auch klug einzuschreiten, dann sollten sich hierzulande wenigstens kritische Intellektuelle, NGOs und Kulturschaffende etwas von der kritischen US-Öffentlichkeit abschauen und entsprechendes Handeln einfordern. (S. 1, 2, 31) Thomas Schmidinger ist Lehrbeauftragter am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien und Obmann der im Nahen Osten tätigen Hilfsorganisation WADI. Die Presse, 2. August 2007 http://www.diepresse.com/home/meinung/gastkommentar/320840/index.do -- WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit WADI-Österreich e-mail: wadi.wien at gmx.at website: www.wadinet.at Tel.: 0699-11365509 Postfach 105 A-1181 Wien SPENDENKONTO - jeder Euro hilft! Knt. Nr.: 6.955.355 BLZ: 32.000 Raiffeisen Landesbank NÖ IBAN AT4432 0000 0006 955355 BIC (SWIFT) RLNWATWW Wir bitten um Unterzeichnung des Appells an die Österreichische Regierung bezüglich der Aufnahme irakischer Flüchtlinge in der EU: http://www.wadinet.at/Media/Petition/index.php ============================================== 10 SPÖ erhebt Forderung nach Straffreiheit von Musikdownloads von "q/depesche" ============================================== q/depesche 2007-08-02T00:28:44 SPÖ erhebt Forderung nach Straffreiheit von Musikdownloads Als Reaktion auf den q/talk der q/uintessenz im Wiener Museumsquartier fordert Siegi Lindenmayer (SPÖ), dass der Musikdownload im Internet straffrei bleiben soll: "Das Downloaden für den Privatgebrauch muss unverändert straffrei bleiben, die Musikindustrie soll ihr Managementversagen der letzten Jahre und das lange Verschlafen moderner Technologien nicht am Rücken ihrer eigenen Konsumenten abreagieren", sagt Siegi Lindenmayr (SPÖ). Wir nehmen diesen Standpunkt wohlwollend zur Kenntnis und erwarten, dass die SPÖ als Regierungspartei dies bei Umsetzung der Gesetze beachtet. -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- SPÖ: "Filesharing ist nach wie vor weder Verbrechen noch Raub" http://derstandard.at/?id=2981581 SP-Lindenmayr: "Musikindustrie will offenbar zurück ins Mittelalter" - Kopieren für den Privatgebrauch ist in Österreich straffrei "Filesharing von Musikdateien über das Internet ist juristisch nach wie vor weder Verbrechen noch Raub, wie es uns fälschlicherweise in drastischen Werbespots vorgemacht wird", erklärt der SPÖ-Gemeinderat Siegi Lindenmayr bezugnehmend auf eine am Dienstag abgehaltenene Veranstaltung zum Thema Musik-Tauschbörsen im Museumsquartier. Schwerpunkt der Veranstaltung des Vereins "quintessenz" war eine Bestandsaufnahme der aktuellen Lage. [ ... ] "Das Downloaden für den Privatgebrauch muss unverändert straffrei bleiben, die Musikindustrie soll ihr Managementversagen der letzten Jahre und das lange Verschlafen moderner Technologien nicht am Rücken ihrer eigenen Konsumenten abreagieren", sagt Siegi Lindenmayr.(red) Siehe auch: http://www.ots.at/presseaussendung.php?schluessel=OTS_20070801_OTS0172 Musikdownloads - SP-Lindenmayr: "Musikindustrie will offenbar zurück ins Mittelalter" Utl.: Kopieren von Musikstücken für den Privatgebrauch ist in Österreich weiterhin straffrei möglich - -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- relayed by Chris - -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- Online Version: http://quintessenz.at/d/000100003902 quintessenz is powered by http://www.onstage.at subscribe/unsubscribe/digest http://www.quintessenz.at/cgi-bin/index?funktion=subscribe comments to depesche at quintessenz.org ============================================== 11 Öffentliche Hinrichtung in Teheran von WADI Austria ============================================== Öffentliche Hinrichtung in Teheran Presseaussendung von WADI, 2. August 2007 www.wadinet.at Erstmals seit fünf Jahren fand heute in der iranischen Hauptstadt Teheran wieder eine öffentliche Hinrichtung statt. Zwei Männer waren zum Tode verteilt worden, weil sie 2005 einen konservativen Richter ermordet haben sollen. Die Hinrichtung fand am zweiten Jahrestag der Tat am Ort des Verbrechens im Zentrum Teherans statt. Der ermordete Richter war für viele politisch motivierte stark kritisierte Urteile verantwortlich. Unter anderem hatte er den prominenten Regierungskritiker Akbar Gandschi zu sechs Jahren Haft verurteilt. Erst am Mittwoch waren in der ostiranischen Stadt Maschad sieben verurteilte Straftäter öffentlich hingerichtet worden. Allein im Juli wurden in Teheran 12 Todesurteile vollstreckt. Menschenrechtsorganisationen, Politiker und NGOs üben nun scharfe Kritik. Die im Nahen Osten tätige Hilfsorganisation WADI kritisierte heute die Hinrichtungen als "barbarischen Akt der durch nichts gerechtfertigt ist". "Mit der derzeitigen Hinrichtungswelle im Iran scheint die derzeitige Regierung die Zeit wieder zurückdrehen zu wollen und spärlichen Liberalisierungsschritte unter Präsident Khatami wieder rückgängig zu machen." kritisierte WADI-Obmann Thomas Schmidinger und forderte zugleich die OMV auf, ihre Geschäftsbeziehungen mit dem Iran zu nutzen um auf die iranische Führung mäßigend einzuwirken: "Der Iran will mit Europa Geschäfte machen. Die OMV hätte mit ihrem Deal mit dem Iran die Möglichkeit hier ihr ökonomisches Gewicht in die Waagschaale zu werfen." Einen ähnlichen Appell hatte vor Kurzem die außenpolitische Sprecherin der Grünen, Ulrike Lunacek, im Zusammenhang mit den beiden Journalisten beiden Journalisten Adnan Hassanpour und Abdolvahed "Hiwa" Botimar an die OMV gerichtet, die alljährlich gemeinsam mit "Reporter ohne Grenzen" den "Press Freedom Award", einen Menschenrechtspreis für engagierte JournalistInnen, vergibt. Die kurdischen Journalisten wurden aus politischen Gründen zum Tode verurteilt und befinden sich derzeit an einem unbekannten Ort wo ihnen Folter und Mißhandlungen drohen. WADI-Obmann Schmidinger, der erst vor Kurzem Iranisch-Kurdistan bereiste: "In den kurdischen Gebieten des Iran ist die staatliche Repression wesentlich präsenter als in anderen Teilen des Landes. Aufgrund der hier sehr stark präsenten Oppositionsgruppen geht das Regime mit besonderer Härte gegen kurdische Intellektuelle vor." Seit der Machtübernahme Mahmud Ahmedinejads als iranischem Präsidenten hat sich die Praxis der Todesstrafe im Iran wieder deutlich verschärft. In diesem Jahr wurden im Iran bereits mindestens 151 Menschen hingerichtet. Vor allem in Provinzstädten werden Todesurteile immer wieder öffentlich vollstreckt. Im Iran können außer Mord unter anderem Vergewaltigung, Ehebruch, Landesverrat, Spionage, homosexuelle Handlungen und Drogenhandel mit der Todesstrafe geahndet werden. Rückfragehinweis: WADI: 069911365509 -- WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit WADI-Österreich e-mail: wadi.wien at gmx.at website: www.wadinet.at Tel.: 0699-11365509 Postfach 105 A-1181 Wien SPENDENKONTO - jeder Euro hilft! Knt. Nr.: 6.955.355 BLZ: 32.000 Raiffeisen Landesbank NÖ IBAN AT4432 0000 0006 955355 BIC (SWIFT) RLNWATWW Wir bitten um Unterzeichnung des Appells an die Österreichische Regierung bezüglich der Aufnahme irakischer Flüchtlinge in der EU: http://www.wadinet.at/Media/Petition/index.php ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< G8/GIPFELSOLI & INTERNATIONALE SOLIDARITÄT ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ============================================== 12 Gipfelsoli Newsletter] Heiligendamm von Öffentlicher Verteiler der Gipfelsoli-Infogruppe ============================================== Gipfelinfo - Meldungen über globalisierte Solidarität und die Proteste gegen unsolidarische Globalisierung ------------------------------------------------------ www.gipfelsoli.org -- Download pdf mit Fußnoten: www.gipfelsoli.org/Media/aufbau_sicherheitsarchitektur.pdf Aufbau der "Sicherheitsarchitektur" zum G8 2007 Maßnahmen gegen den Gipfelprotest - Eine deutsche "Großlage" Die Vorbereitung der "polizeilichen Großlage G8 2007" ist durchzogen vom Zusammenwirken staatlicher Institutionen, informellen Absprachen, Falschinformation und Manipulation. Das meiste lässt sich von außen schwer rekonstruieren. Dieser Text versucht eine Sichtbarmachung der Anstrengungen von "Sicherheitsbehörden", den Protest gegen die Zurschaustellung kapitalistischer Verhältnisse zu spalten, zu vereinnahmen oder mittels Repression zu verhindern. Gipfelereignisse sind ein Labor für neue Technik und Taktik, dazu ein Katalysator für Gesetzesänderungen und internationale Zusammenarbeit [1]. Insofern soll diese Dokumentation die kritische Analyse einer neuen Polizeiarbeit aus linker Perspektive erleichtern. Internationale "Wissensabschöpfung bei vergleichbaren Polizeieinsätzen" Am 23. Dezember 2004 übermittelt die Bundesregierung der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns die Entscheidung, den G8-Gipfel 2007 in Heiligendamm zu veranstalten. Sofort wird im Landesinnenministerium die "Projektgruppe G8" unter Leitung von Polizeioberrat (POR) Koppenhagen eingerichtet. Die Verantwortung liegt beim damals noch von der SPD geführten Innenministerium. Auf Bundesebene wird der Einsatz in der Innenministerkonferenz (IMK) erörtert. Hierfür wird in einer Projektgruppe des "Unterausschusses Führung, Einsatz und Kriminalitätsbekämpfung" (UAFEK) der IMK eine "Rahmenkonzeption" unter Beteiligung der "AG Kripo" zur "Durchführung abgestimmter polizeilicher Maßnahmen der Länder und des Bundes" erarbeitet [2]. Vorsitzender der IMK ist der Berliner Innensenator Ehrhart Körting. Erste Schritte der Projektgruppen der IMK und des Innenministeriums MV sind die "Wissensabschöpfung bei vergleichbaren Polizeieinsätzen in Deutschland" und Besuche anderer Gipfelereignisse wie dem G8 2005 in Gleneagles und der Welthandelsorganisation (WTO)-Konferenz in Hong Kong. Später wird der Leiter der Polizeidirektion Rostock, Knut Abramowski, als "Polizeiführer" des polizeilichen Einsatzes benannt. Besonders aufgebaut: Kavala Seit 1. September 2005 existiert die "Besondere Aufbauorganisation (BAO) Kavala", zunächst mit 4 Mitarbeitern. Aufgabe ist die Vorbereitung der "Großlage G8 2007". Organisatorisch ist die BAO der Polizeidirektion Rostock zugeordnet. Als erste Untergruppen beginnen unter anderem der Einsatzabschnitt Aufklärung (EA 1) und die Einsatzbegleitende Presse- und Öffentlichkeitsarbeit (EA 3) am 1. Dezember mit der Arbeit, nun mit 25 Mitarbeitern. Konkrete Ziele sind laut Innenministerium * "die Sicherheit der Staatsgäste und der besonders gefährdeten sonstigen Teilnehmer des Gipfeltreffens uneingeschränkt zu gewährleisten, * einen störungsfreien Verlauf des Gipfeltreffens sicherzustellen, * anlassbezogene Straftaten und Ordnungswidrigkeiten zu verhindern bzw. beweissicher zu verfolgen, * Störungen frühzeitig zu erkennen, zu verhindern bzw. zu beseitigen und Angriffe abzuwehren, * anlassbezogene Beeinträchtigungen unbeteiligter Dritter zu minimieren". Laut der Webseite von BAO Kavala , die über die allgemeine Webpräsenz der Polizei MV zu erreichen war, besteht die Aufgabe in der "Steuerung von Informationen über Protestteilnehmer, Erfassung gewaltbereiten Konfliktpotenzials, Beurteilung der Gefährdungslage, Abwehr von Angriffen" [3]. Außerdem werden ihr alle anderen Polizeiaufgaben übertragen: Logistik für Unterbringung und Versorgung der Einsatzkräfte, Befehlsstellen für einen Gesamtführungsstab und Führungsstäbe der Einsatzabschnitte schaffen, Aufbau der Kommunikationsinfrastruktur, Errichtung eines temporären digitalen Funknetzes, Aufbau redundanter Systeme (z. B. Richtfunkstrecken und Notstromversorgungen). Zum 1. März 2006 hat der Vorbereitungsstab 45 MitarbeiterInnen [4]. Bis zum 6. November ist Kavala provisorisch im "Siemensgebäude" in Rostock-Schmarl untergebracht. Später wird ein "modernisiertes Dienstgebäude" der ehemaligen Liegenschaft der Bereitschaftspolizei in Waldeck bezogen. Mit dem Umzug beginnt die konkrete Einsatzplanung mit nunmehr 130 Polizeikräften. Weitere 55 MitarbeiterInnen sind mit Unterbringung und Verpflegung sowie technischer und logistischer Ausstattung als "Projektgruppe Weltwirtschaftsgipfel 2007 des Landesamtes für zentrale Aufgaben und Technik der Polizei, Brand- und Katastrophenschutz" beauftragt. Einsatzleiter für den Abschnitt Heiligendamm werden POR Thomas Dabel und Polizeidirektor Alfred Tilch. Tilch ist aus dem Wendland berüchtigt wegen seiner Brutalität. Mehrere Verfahren wegen illegalen Polizeikesseln wurden eingestellt. "Nur 80% des Einsatzes in der Verantwortung des Landes MV" Die "Sicherung" des eigentlichen Gipfeltreffens innerhalb des späteren Zauns obliegt dem Bundesinnenministerium und damit Bundeskriminalamt ("Innenschutz der Tagungs- und Aufenthaltsorte") und Bundespolizei ("unmittelbar angrenzende Geländeabschnitte). Für deren Einsatz wird im Polizeipräsidium Nord in Bad Bramstedt (Schleswig-Holstein) ein Lagezentrum eingerichtet [5]. Leiter des Einsatzes wird dessen Vizepräsident Lison. In Bad Bramstedt befindet sich die "Gemeinsame Flugeinsatzzentrale von Bundeswehr und Polizei". BKA und Bundespolizei entwickeln eigene Sicherheitskonzepte, die "mit allen beteiligten Sicherheitsbehörden in zahlreichen Sitzungen auf verschiedenen Arbeits- und Führungsebenen erörtert und angepasst" und "mit den Veranstaltungskonzepten des Auswärtigen Amtes sowie des Bundespresseamtes abgestimmt" werden [6]. "Verbindungsbeamte" werden in den "Führungsstab Informations- und Koordinierungsaufgaben" von Kavala entsandt. Originäre Aufgaben des BKA sind * "Personenschutz sowie der Schutz der Aufenthaltsräume für Mitglieder der Verfassungsorgane des Bundes sowie deren Gäste aus anderen Staaten gemäß § 5 des Bundeskriminalamtsgesetzes (BKAG), * der Informationsaustausch als "Zentralstelle Großveranstaltung" (national) und "Nationale Kontaktstelle für öffentliche Ordnung und Sicherheit" (international) gemäß §§ 2, 3 BKAG in Verbindung mit den für den G8-Gipfel und vergleichbare Veranstaltungen beschlossenen Konzeptionen, * die Einrichtung einer BAO zur Sicherstellung der Strafverfolgung in Fällen von Straftaten, die sich gegen das Leben oder die Freiheit der Gäste der Verfassungsorgane des Bundes aus anderen Staaten richten". Mindestens 2.000 Beamte der Bundespolizei und 1.200 des BKA sind vorerst eingeplant. Auch bei der Bundespolizei wird eine "Besondere Aufbauorganisation" gegründet, die "BAO Bahn- und Luftsicherheit, Grenzen". Aufgabe ist die "Sicherung aller Veranstaltungen, die im Zusammenhang mit dem deutschen G8-Vorsitz und der deutschen EU-Präsidentschaft stehen". Sie koordiniert mit "Verbindungsbeamten ausländischer Polizeiapparate" Einreisesperren und will "..den anderen den Rücken freihalten". Gemeint sind Kavala und BKA: "Wir telefonieren täglich miteinander" [7]. Neben der Verhinderung der "Einreise insbesondere erkennbar gewaltbereiter Personen sowie potenzieller politisch motivierter Straftäter" soll die Bundespolizei "Ausschreitungen und Gewalttätigkeiten während der An- und Rückreise in Zügen sowie unerlaubte Einwirkungen auf Benutzer, Anlagen und Verkehrsmittel der Eisenbahnen des Bundes" verhindern. Für Reisesperren werden Datensätze früherer Gipfelproteste verwendet: "Ich habe eine entsprechende Gewalttäterzahl vom Gipfeltreffen 2001 in Genua, doch die sage ich nicht", erklärt Vizepräsident Lison, "die Beamten bekommen eine spezielle Broschüre wie im Falle Castor und wurden politisch geschult". Die Bundespolizei verfügt über 6 eigene Küstenboote und 88 Hubschrauber, die "jederzeit abrufbereit" sind. Logistisch eingebunden sind auch mobile Küchen und Sanitätskräfte [8]. Für den Zeitraum vom 4. bis 9. Juni 2007 wird beim BKA die "BAO zur Sicherstellung der Strafverfolgung in Fällen von Straftaten" (innerhalb des Zauns) mit 167 BeamtInnen eingerichtet. Das BKA hilft Kavala mit "verdeckten polizeilichen Maßnahmen". Dafür existiert eine Datei "G8" als "Zentralstelle für die Verarbeitung sowohl eigener BKA- als auch Ländererkenntnisse". Dort sind "Erkenntnisse aus Berichten, Meldungen und sonstigen Informationen im Themenzusammenhang G8 gespeichert, offiziell "insgesamt 235 Personen-, 39 Gruppen- sowie 62 Objektdatensätze". Mit ausländischen Polizeistellen erfolgt "eine phasenweise Verdichtung der Informationen". Ebenfalls im Zuständigkeitsbereich des BKA liegt die "Sicherheitsüberprüfung" von Anträgen auf Akkreditierung von JournalistInnen beim Bundespresseamt [9]. Neben den größeren Behörden sind weitere "Sicherheitsknoten" involviert. Beim Landeskriminalamt wird eine Kommission "M-V Sonderlage G8" eingerichtet. Ebenfalls beteiligt sind die Wasserschutz-Polizeidirektion, das Institut polizeiliche Aus- und Fortbildung Güstrow und die sogenannten "Informations- und Sammelstellen G8" bei anderen Polizeipräsidien/ -direktionen oder LKA. Letztere existieren beim Polizeipräsidium Potsdam und Berlin, der Polizeidirektion Lüneburg (ISA Castor) und den LKA Hannover, Kiel und Bremen. Außerdem wurden "neunzehn ausländische Delegationsführer, die am G8-Gipfel teilgenommen haben, durch eigene, bewaffnete Sicherheitskräfte begleitet. Insgesamt hat das BKA beim Bundesverwaltungsamt 265 Waffentrageerlaubnisse für ausländische Sicherheitskräfte beantragt. Diese Kräfte sind für die Sicherheit ihrer Delegationen verantwortlich. Sie werden in der taktisch-konzeptionellen Ausrichtung des Einsatzes berücksichtigt" [10]. Der Einsatz der "Sicherheitsbehörden" in der Ostsee wird in der neuen Leitstelle in Cuxhaven koordiniert. Die Leitstelle ist Teil des "Maritimen Sicherheitszentrums" von Bund und Ländern. Hello Mr. President! Der Bush-Besuch vom 12. - 14. Juli 2006 in Stralsund ist die Generalprobe für Kavala . Ab 11. Mai wird die BAO mit Planung und Führung des Einsatzes beauftragt: "Erschwerend bei der Einsatzplanung war nicht nur der relativ kurze Vorbereitungszeitraum von zehn Wochen, sondern auch die breite Streuung der Aufenthaltsorte des amerikanischen Präsidenten in Mecklenburg- Vorpommern. Die Unterkunft lag in Heiligendamm, der An- und Abreiseflughafen das südlich von Rostock gelegene Laage, und die beiden Besuchsorte Stralsund und Trinwillershagen lagen über 35 km auseinander". 4.000 PolizistInnen sind im Einsatz. Die Innenstadt wird komplett abgeriegelt, Fahrzeuge mehr als 100 Kilometer vor Stralsund gestoppt. Der Einsatz lässt Rückschlüsse auf die Taktik in Heiligendamm zu. "Polizeiführer" Qualmann: "Durch die gewählte Einsatztaktik konnten gewalttätige Übergriffe einiger Störer auf ein Minimum reduziert werden. Dieser Erfolg ist keine Einzelleistung. Er ist Ergebnis einer exakten Lagebeurteilung durch den Vorbereitungsstab und des Zusammenwirkens aller unterstützenden und eingesetzten Kräfte". Für den Bush-Besuch wird Kavala in 14 Einsatzabschnitte unterteilt [11]. Diese Struktur wird für den G8 weitgehend übernommen. Neu gegründet wird ein Stabsbereich 2 und die "Projektgruppe Weltwirtschaftsgipfel (WWG) G8 des Landesamtes für zentrale Aufgaben und Technik der Polizei, Brand- und Katastrophenschutz Mecklenburg-Vorpommern (LPBK M-V)". Mehrmals werden Einsatzabschnitte umstrukturiert. Mehr Sicherheit für MV Im Juni 2006 erhält Mecklenburg-Vorpommern ein geändertes "Sicherheits- und Ordnungsgesetz": "Mit dem vorliegenden Gesetzentwurf soll die Polizei in erster Linie diejenigen neuen Befugnisse erhalten, auf die sie aufgrund aktueller Entwicklungen im Bereich der Organisierten Kriminalität und des Internationalen Terrorismus, aber auch im Hinblick auf die fortschreitende Entwicklung Europas zu einem Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts zur Aufrechterhaltung der inneren Sicherheit nicht länger verzichten kann" (aus der Begründung des Gesetzentwurfes von SPD/ Linkspartei.PDS). Die Linkspartei.PDS stimmt dem Gesetzentwurf zu, damit im Gegenzug ein von ihr gefordertes "Gesetz zur Informationsfreiheit" verabschiedet wird. Allen Interessierten erschließt sich sofort, dass das "Sicherheits- und Ordnungsgesetz" in Hinblick auf den G8 verabschiedet wird. Die Kompetenzerweiterungen nach der "Novellierung": * Videoüberwachung des öffentlichen Raums * Automatisches Kfz-Kennzeichen-Lesesystem (AKLS) * Präventive Telekommunikationsüberwachung * Ausweitung der "Rasterfahndung" * Zwangsweise Blutabnahme * Videoaufzeichungen in Polizeifahrzeugen zwecks "Eigensicherung" Im August wird in Steinhagen bei Neu-Bukow das G8-Vorbereitungscamp "Campinski" aufgebaut, für die Polizei eine neue Generalprobe. Der Bereich um Heiligendamm wird zur "Sicherheitszone" erklärt, anlaßunabhängige Kontrollen sind die Regel. Kennzeichen an- und abfahrender Fahrzeuge werden notiert [12]. Anfang November 2006 gibt die SPD das Ressort des Innenministeriums in MV ab. Neuer Innerminister wird Lorenz Caffier (CDU). Der aus dem Amt scheidende Timm meint, MV sei "derzeit aus finanzpolitischer und sicherheitspolitischer Sicht nicht in der Lage" den G8-Gipfel auszurichten. Caffier behauptet, der G8 sei "eine große Chance für das Land", er werde "alle eventuell anstehenden Probleme" lösen [13]. Einheiten der Feuerwehr und Sanitäter, Rettungskräfte und Versorgungsbetriebe aus den Landkreisen Bad Doberan, Güstrow und Stadt Rostock konstituieren sich für den G8 als "BAO NIPOG" ("nichtpolizeiliche Gefahrenabwehr"). Sie sollen bei "Schadenslagen, die daraus resultierenden Folgen für Menschen, Sachwerte und die Umwelt, auf ein Minimum reduzieren". Die Polizei kann sich einen Einsatz bei "terroristischen Anschlägen oder Großdemonstrationen" vorstellen. "Im Einsatzraum ergeben sich viele Schnittpunkte zum polizeilichen Aufgabenfeld". Die BAO NIPOG unterhält ein Lagezentrum in Rostock, dort ist auch Kavala präsent. Einsatzbegleitende Polizeipropaganda Kavala ist laut Innenministerium darauf ausgelegt, eine "aktive Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in enger Zusammenarbeit mit den anderen Verantwortungsträgern" zu betreiben. "Ziel ist es, schon weit vor dem eigentlichen Ereignis die Öffentlichkeit über die Auswirkungen der polizeilichen Maßnahmen zu informieren. Neben der Vermittlung eines positiven Sicherheitsgefühls in der Öffentlichkeit gilt es auch, Verständnis für die voraussichtlichen Einschränkungen der Bürgerinnen und Bürger durch die notwendigen polizeilichen Maßnahmen einzuwerben". Leiter des "Einsatzabschnitt 3" wird POR Gunnar Mächler. Sprecher Axel Falkenberg erklärt, die Medien seien "heiß", "die Vorbereitungen sind getroffen, es kann losgehen". Um nicht den "selbsternannten Gipfelkritikern das Podium der Berichterstattung für eigenen Protest" zu überlassen beginnt Kavala mit Gegenpropaganda. Der Gesamteinsatz wird regelmäßig mit dem Presse- und Informationsamt der Bundesregierung abgestimmt. Kavala wird zur Marke und legt sich ein eigenes Logo zu. Für alle am Gesamteinsatz beteiligten PolizistInnen druckt der "EA 3" zwei Ausgaben eines "Kavala-Report". Dort werden sie von Innenminister Caffier an ihre Pflicht erinnert: "Ihre Familien werden wieder einmal wegen eines polizeilichen Anlasses zurückstehen. Das ist nicht immer selbstverständlich und dafür danke ich Ihnen bereits jetzt. Ich wünsche mir, dass die Polizei durch rechtsstaatliches und entschlossenes Handeln, ihren guten Ruf in Europa und der Welt weiter festigen wird". Die Broschüre soll auf den Gipfel-Kurs des Kanzleramts einschwören. Der sieht bekanntermaßen so aus, dass vor denen gewarnt werden muss, die in ihrer Kritik am Kapitalismus nicht an "technischen Sperren" halt machen. Die "Abteilung Aufklärung" erklärt Bereitschaftspolizisten aller Bundesländer das Feindbild "Antiglobalisierungsbewegung", auf die in Göteborg und Genua wegen "Plünderungen, Sprengstoffanschlägen, Ausschreitungen" geschossen werden musste. Zur Rebel Clowns Army: "Mitglieder (sic!) verkleiden sich zu bestimmten Veranstaltungen, Aktionen und Demonstrationen clownartig um Verwirrung zu stiften. Ziel ist es, die Polizei und deren Maßnahmen zu veralbern und dadurch die Polizeibeamten zu provozieren. Dazu gehören u. a. Einreihungen in die Polizeikette, Nachspiel von polizeilichen Eingriffen wie die Auflösung einer Sitzblockade etc." [14]. Im Herbst und Winter 2006 zieht der Einsatzabschnitt 3 mit sogenannten "Bürgerversammlungen" durch die Dörfer rund um Heiligendamm und warnt vor den "Chaoten". Durch die Blume wird in Hinter Bollhagen bereits ein Totalverbot von Demonstrationen angekündigt: "So viele lassen wir hier nicht durch!". Neu ist auch die Vorbereitung eines sogenannten "Infokanals" für die Bereitschaftspolizei der Länder. Mit Musik und Entertainer wird "in lockerer Art und Weise über Einsatzgeschehen, besondere Vorkommnisse und allgemeine Dinge informiert". Die Polizei verbreitet darüber später auch ihre Falschmeldungen. Vom "EA 3" wird auch eine "Präventive Radiospotkampagne" verantwortet. Mit Unterstützung lokaler Radiosender lanciert Kavala kurz vor dem Gipfel Radiospots gegen Gipfelprotest [15]. Eine aggressive Medienstrategie ist europäischen Polizeibehörden für Gipfelproteste im "Sicherheitshandbuch zur Verwendung durch die Polizeibehörden und -dienste bei Tagungen des Europäischen Rates und ähnlicher Veranstaltungen" [16] (ENFOPOL 123) auf Europa-Ebene empfohlen: "Um eine präzise und zeitige Berichterstattung von internationalen Veranstaltungen in den Medien zu gewährleisten, muss eine predeterminierte Medienstrategie bereits im Vorfeld, sowie während und nach der Veranstaltung existieren. Der Presse sollte die höchstmögliche Freiheit gegeben werden, über das Ereignis zu berichten. Die Medienstrategie sollte auf Offenheit und Transparenz ausgerichtet sein. Es wird empfohlen, dass es eine einzige Anlaufstelle für die Presse gibt, damit der Kontakt am besten koordiniert werden kann. Schon lange im Voraus sollte der austragende Mitgliedsstaat eine Medienstrategie haben, die die folgenden Anliegen reguliert: * Anlaufstelle für die Presse, die Pressanfragen an die richtigen AnsprechpartnerInnen weiterleitet, * Kompetenzbereiche für jede PressesprecherIn, * Welche Informationen der Öffentlichkeit mitgeteilt werden im Bezug auf polizeiliche Maßnahmen, die im Falle einer Störung eingeleitet werden". Dunkle Verbindungen: Internationale Zusammenarbeit und "Liaison Officers" Immer wieder wird in Dokumenten von "Schnittstellen" und "Verbindungsbeamten" gesprochen. Unklar bleibt, ob sie lediglich beratend tätig sind oder berechtigt sind Entscheidungen zu treffen. Das "Sicherheitshandbuch zur Verwendung durch die Polizeibehörden und -dienste bei Tagungen des Europäischen Rates und ähnlicher Veranstaltungen" regelt das Profil der "Liaison Officers" auf Europa-Ebene: * "experience in maintaining public law and order at high profile events, * access to all useful information sources in his home State, including on extremism and other relevant groupings from police as well as other relevant sources, * the ability to organise intelligence efforts nationally prior to and during the event and analyse relevant information" Sie sollen weitestmöglich in "operative Informationsstrukturen einbezogen werden", an allen relevanten Treffen teilnehmen, aktiv an Polizei-Einsätzen mitarbeiten und regelmäßige internationale "Szenario-orientierte Trainings" absolvieren um "ihre Erfahrung im eigenen Land einzubringen". "Key Officers" (entscheidende BeamtInnen) sollen an allen relevanten Kursen teilnehmen [17]. Außerdem erstellen sie schematisierte "Gefahrenprognosen" über Gruppen, ihre Aktionsformen, Gewohnheiten, Orte, Kommunikationsstrukturen, "Führungsstruktur", Webseiten, benutzte "Waffen" etc. Ende November 2006 findet in Rostock die "Sicherheitskonferenz" SECON statt. Beteiligt sind alle G8-Staaten sowie EUROPOL. Tagesordnungspunkte sind die Zusammenarbeit zur vergangenen Weltmeisterschaft und die sich daraus ergebende "Sicherheitsarchitektur" für den G8 2007. Der Präsident des Bundeskriminalamtes, Jörg Ziercke, redet von "bisher nicht gekannten Sicherheitsanforderungen" für den G8 und kündigt "Reisesperren für gewaltbereite G8-Gegner" und den "Einsatz szenekundiger Sicherheitsbeamter" an. Fest stehe, dass umfangreiche und vernetzte Vorbereitungen der G-8-Gegner liefen. Er bringt diese Proteste in Zusammenhang mit Terrorismus. Zu erwarten seien "islamistische Angriffe" genauso wie linksextremistische Gewalttaten: "Es gibt eine breite, auch militante Kampagne gegen den Gipfel". Dabei gebe es eine zunehmende Vernetzung zu Extremisten aus dem Ausland. Die Szene stehe jedoch unter Beobachtung, besonders gefährliche Einzeltäter seien bekannt. Sofern islamistische oder andere potenzielle Gewalttäter aus dem Ausland auf dem Weg nach Heiligendamm seien, werde es auch Einreisebeschränkungen geben [18]. Frank Niehörster, Ministerialdirigent des Innenministers, gibt den informellen Charakter des SECON-Treffen später unumwunden zu: "44 nationale und 26 internationale Polizeiexperten hatten hier die Gelegenheit, in einen dreitägigen Erfahrungsaustausch zu einsatztaktischen Fragen bei der Bewältigung von Staatsbesuchen, Gipfeltreffen und Internationalen Sportveranstaltungen zu treten. Ich muss nicht betonen, wie wichtig die zahlreichen bilateralen Gespräche am Rande der Veranstaltung waren, die sich in der Vorbereitung des Gipfeltreffens 2007 jetzt von besonderem Wert erweisen". Er formuliert ein wichtiges Einsatzziel des Ministeriums: "Uns ist durchaus bewusst, dass schon die kleinste Störung im Protokollablauf nicht nur unser Bundesland, sondern die gesamte Bundesrepublik in den Fokus weltweiter Kritik bringen und Störern einen zumindest ideologischen Erfolg bescheren könnte" [19]. Im Februar 2006 findet in Berlin der "Europäische Polizeikongreß" statt, ausgerichtet vom "Handelsblatt". "Sicherheitsbehörden" treffen sich auf dieser Messe mit Vertretern aus Wirtschaft und Politik um zu beraten, wie Überwachung und Kontrolle technisch und organisatorisch optimiert werden kann [20]. Der Leiter der "Abteilung Polizei" im Innenministerium Schwerin, Niehörster, legt in seiner Rede Teile des Sicherheitskonzeptes dar [21]. Eine der Arbeitsgruppen befasst sich mit dem G8 2007. Der stellvertretende US-Botschafter in Deutschland, Koenig und weitere 35 "Polizei- und Sicherheitsexperten" aus MV, den USA, der Bundespolizei sowie des Bundeskriminalamtes treffen sich Anfang März in Schwerin um die "Sicherheitslage" des G8 zu beraten. "Wir sind von den Planungen in dieser Phase beeindruckt", so Koenig. "Amerikanische Vorstellungen würden laufend in das Sicherheitskonzept einfließen", zitiert N24 [22]. Vom 1. bis 9. Juni 2007 wird ein "Internationales Verbindungsbeamtenzentrum" zum "Zweck eines beschleunigten Informationsaustausches" eingerichtet. "Darin waren 17 Verbindungsbeamte aus zwölf Staaten (USA, Frankreich, Großbritannien, Japan, Kanada, Italien, Niederlande, Belgien, Österreich, Schweiz, Schweden und Dänemark) sowie eine Verbindungsbeamtin von EUROPOL und ein Verbindungsbeamter von Interpol vertreten. Neben dem BKA hatte auch die Bundespolizei internationale Verbindungsbeamte in ihren Führungsstäben eingesetzt". Der G8-Protest wird auch im "Gemeinsamen Terrorismusabwehrzentrum" in Berlin-Treptow in Lagesitzungen erörtert. Über die Zusammenarbeit mit ausländischen Geheimdiensten hüllt sich das BKA in Schweigen [23]. Zu "Liaison Officers" beim G8 berichtet der Parlamentarische Staatssekretär Peter Altmaier dem Bundestag: "Auf Anforderungen des Landes Mecklenburg-Vorpommern [sind] das BKA mit sechs und die Bundespolizei mit drei Polizeivollzugsbeamten als Verbindungsbeamten in dem Führungsstab der BAO Kavala des Landes Mecklenburg-Vorpommern vertreten. Diese Verbindungsbeamten haben beim Führungsstab der BAO Kavala auf die Zusammenarbeit mit ihren Stammdienststellen bezogene Informations- und Koordinierungsaufgaben wahrgenommen. Soweit es den Bereich der Bundeswehr betrifft, wurden darüber hinaus Besprechungen durch die verantwortlichen Dienststellen des Landes Mecklenburg-Vorpommern unter ebenengerechter Beteiligung von Vertretern der Bundeswehr durchgeführt. Während des G8-Gipfels war die Bundeswehr bei der BAO Kavala mit Verbindungselementen im Führungsstab sowie in den Einsatzabschnitten 8 - das war Luftsicherheit - und 9 - das war Seesicherheit - vertreten". Über eine "Kleine Anfrage" der Linkspartei.PDS wird bekannt, dass Kavala offensichtlich mit Geheimdiensten kooperiert: "Die BAO arbeitet insbesondere mit dem Bundeskriminalamt und der Bundespolizei, Organisationen und Einrichtungen der Bundeswehr sowie dem Presse- und Informationsamt der Bundesregierung zusammen. Die BAO arbeitet sowohl mit den Staatsanwaltschaften als auch mit den Ordnungsbehörden des Landes Mecklenburg-Vorpommern auf der Grundlage der einschlägigen Gesetze zusammen. Das Prinzip der Trennung von Aufgaben der Polizei und Verfassungsschutz/Nachrichtendiensten wird durch funktionelle, organisatorische, befugnisrechtliche, informationelle und personelle Trennung der Tätigkeiten gewährleistet". Im Frühjahr 2007 trifft sich Kavala mit dem "Planungschef" des G8 in Gleneagles, Powrie [24]: "Vieles ist sehr ähnlich, denn Ihr Polizeiführer hatte sich bei uns in Gleneagles vorher informiert, um zu sehen, wie es bei uns funktioniert. Ich hatte das in Vorbereitung des Gipfels in Schottland ebenso gemacht und war nach Sea Island in Amerika gefahren. [...] Ich glaube, wir haben ein Recht, eine Art polizeiliche Intersprache zu entwickeln. In Japan bin ich bereits für die Vorbereitung des nächsten G8-Gipfels gewesen. und letztes Jahr war ich anlässlich des vergangenen Gipfels in Russland. Sea Island- Gleneagles- St. Petersburg - Ihr Gipfel - Japan. Der Austausch von Erfahrungen der Führungskräfte ist sinnvoll". Die Treffen dienen informellen Absprachen und der Weitergabe des Wissens um die Bekämpfung militanter Gipfelproteste: "Ich wirke an solch einem Programm, genannt IPO, mit. Hierbei geht es um die Entwicklung von speziellen Kompetenzen bezüglich der Planung und Bewältigung von Großlagen im Rahmen einer langfristigen Erarbeitung von Sicherheitskonzeptionen für die jeweiligen Regierungen. [...] Die Rolle der Medien muss besonders beachtet werden. Ein Erfahrungspool ist dringend notwendig. [...] Der damalige Tagungsort, das Gleneagles Hotel, weist räumliche Ähnlichkeiten mit der Tagungsstätte in Heiligendamm, dem Kempinski Grand Hotel, auf. Beide Orte befinden sich nicht in Ballungsräumen haben jedoch in unmittelbarer Nachbarschaft größere Städte. Dies hat natürlich auch Einfluss auf die Protestaktionen der Gipfelkritiker und Gipfelgegner. Wo befanden sich beim G8-Gipfel 2005 die größten Protestaktionen und gab es in der Nähe des Tagungsortes größere Versammlungen oder Veranstaltungen? [...] Ernsthafte Konflikte gab es in einem von örtlichen Organen zugelassenen Camp. Die Aktionen dort waren nicht mehr im Rahmen dessen, was gesetzlich zugelassen ist. Viele ausländische Protestteilnehmer nutzten die Möglichkeit für Randale. [...] Bei KAVALA wird erstklassig gearbeitet. Es wurde ein überzeugendes, klar strukturiertes Planungskonzept entwickelt, wo jeder Mitarbeiter hervorragend an dessen Umsetzung mitwirkt. Die Reputation der deutschen Sicherheitskräfte insgesamt ist weltweit im Spitzenbereich". Inzwischen arbeitet Powrie bei UNICRI, einem Programm der Vereinten Nationen. UNICRI ist ein Consulting-Institut mit 50-60 Mitarbeitern in drei Abteilungen. Eine der Abteilungen befasst sich mit der "permanenten Begleitung von Großereignissen ab der Vorphase". Das Institut berät Polizei und Regierung von Ländern, in denen "polizeiliche Großlagen" stattfinden. "Wenn Sie uns brauchen, sind wir Soldaten für Sie da" [25] Bereits im 21. März 2006 stellt das Innenministerium MV ein "Amtshilfeersuchen" an den Bundesverteidigungsminister, die Zusage folgt am 8. Mai. Angefragt werden ABC-Schutzkräfte, SanitäterInnen, Fernmeldeeinheiten, Transport, Aufklärung. Die Anfrage ist Teil der "Zivil-militärischen Zusammenarbeit" (ZMZ), die von der Bundeswehr in einer "Reform" im In- und Ausland vorangetrieben wird [26]. Die Verwendung der Bundeswehr im Innern ist im Artikel 35 GG für Naturkatastrophen oder Unglücksfälle geregelt. Das "Streitkräfteunterstützungskommando Köln" wird mit der Gesamtkoordinierung beauftragt. Erst auf eine Kleine Anfrage im April 2007 wird deutlich welche Größenordnung der Einsatz haben soll [27]: * 1.100 Soldaten und zivile Mitarbeiter. * voraussichtliche Kosten: 10 Mio. Euro. * Feldjägerkräfte mit Wahrnehmung militärischer Ordnungs- und Sicherheitsaufgaben in militärischen Liegenschaften beauftragt; Recht der Abwehr von Straftaten gegen die Bundeswehr sowie das Recht auf Notwehr; militärischer Verkehrsdienst, Ordnungsdienst, Sicherheitsaufgaben. * 6.500 Unterkunftsplätze in Kasernen für Bundespolizei und Polizeien der Länder [28]. * 9 Boote der Marine (6 Verkehrsboote, 2 Minenjagdboote, ein Minenjagdboot als Plattform für Minentaucher, eine Fregatte als Unterstützung für Luftwaffe zur Erstellung des Luftlagebildes). * Errichtung eines mobiles Krankenhauses. * Verbindungskommandos der Bundeswehr in zivilen Stäben zum reibungslosen Informationsaustausch. Der Parlamentarische Staatssekretär Christian Schmidt spricht in einer späteren Sitzung des Innenausschusses im Bundestag von "Unterbringung und Verpflegung für die Sicherheitskräfte, Personentransport mit Hubschraubern und Booten, medizinische Betreuung und Notfallvorsorge, Aufklärungsradartechnik sowie Aufklärungsmissionen, Absuchen des seeseitigen Sperrgebietes und der Seebrücke Heiligendamm, Nutzung des Flugplatzes Laage, Versorgung mit Betriebsstoff, Bereitstellung von Gerät". 1.000 Soldaten sind zur "Absicherung militärischer Liegenschaften" und ca. 350 zur "Gewährleistung der Sicherheit im Luftraum" eingesetzt. An militärischen Fahrzeugen sind im Rahmen der Amtshilfe bewilligt: "1 Fregatte, 3 Minenjagdboote, 1 Hafenschlepper, 6 Verbindungsboote, 1 Transporthubschrauber, 1 Großraumrettungshubschrauber, 2 Fuchs ABC, 1 Flugfeldfeuerwehrwagen, 4 Faltstraßengeräte, 1 Luftraumüberwachungsradar, 1 mobiles Luftlagezentrum, 10 Spähwagen, 1 Rettungszentrum leicht, 1 Verwundetendekontaminationseinrichtung, 4 Eurofighter, 8 F-4F Phantom, 14 Flüge PA 200 Tornado, 2 C-160 Transall, Bell UH-1D" [29]. Dazu kommen 7 Kilometer Stacheldraht (jeweils 3 Reihen) am Zaun Heiligendamm, Übersetzungsleistungen, 1.000 Flaschen Mückenschutz für die Polizei, Personentransport (Presse, Polizei, Ehefrauen und Ehemänner), das Bereithalten von 30.000 Litern Trinkwasser, die Erstellung eines "Über- und Unterwasserwasserlagebildes". Staatssekretär Schmidt erklärt dem Bundestag: "Die Antragsteller für die Unterstützungsleistungen waren das Auswärtige Amt, Transport der Delegationen von Tegel nach Heiligendamm, das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, z. B. der Transfer von Journalisten, das THW, z. B. Tieflader mit Zugfahrzeug, das Landesamt für Zentrale Polizeiaufgaben, der Brand- und Katastrophenschutz und das Innenministerium des Landes Mecklenburg-Vorpommern, z. B. zur Unterbringung von Einsatzkräften der Polizei, Infrastruktur, Flugplatz Rostock-Laage, Flüge zur Aufklärung der Erdoberfläche und Beschaffenheit". Alle Bundeswehrdienststellen werden angewiesen, "eine frühzeitige Erfassung, Abstimmung und Vorabprüfung von Amtshilfe und -unterstützungsersuchen sicherzustellen". Am 30. April erhält das Wehrbereichskommando 1 Küste den "Befehl Nr. 1 für die Unterstützung durch die Bundeswehr zur Vorbereitung und Durchführung des Weltwirtschaftsgipfels in Heiligendamm". Unklar ist, an welchen Schnittstellen der Marschbefehl der Bundeswehr mit anderen "Sicherheitsbehörden", dem Bundeskanzleramt und Bundespresseamt rückgekoppelt wird. Laut Bundesregierung ist die Bundeswehr in allen anderen Lagezentren vertreten. Alle Erkenntnisse wie Lagebilder etc. werden über Verbindungsbeamte zu Kavala kommuniziert. Im Falle der Seesicherheit liegt die Schnittstelle bei Wasserschutzpolizei und Bundespolizei, die im Flottenkommando anwesend sind [30]. Staatssekretär Schmidt bedauert die intransparente Struktur der Bundeswehr: "Sie sehen, es ist durchaus auch nicht zu übersehen, dass die Bundeswehr nicht über bürokratische Strukturen und verschiedene Stellen verfügt" es werden "Absprachen auf Arbeitsebene" getroffen. Der Suche der Tornado-Jets nach "Erddepots sowie die Erfassung von Manipulationen an wichtigen Straßenzügen im Einsatzraum" geht auf die Erfahrung aus Schottland zurück: "Soweit uns bekannt ist, bekunden sich diese Anträge aus Erfahrungen aus der Durchführung des G8-Gipfels in Gleneagles vor zwei Jahren, im Juli 2005. Es war wohl bei einem Vorbereitungstreffen von Vertretern des Innenministeriums Mecklenburg-Vorpommern in Großbritannien von den britischen Sicherheitsbehörden auf diese Möglichkeit zur Erkennung von Depots und Manipulationen an Straßenzügen hingewiesen worden. Auch in Gleneagles waren Tornadoflugzeuge mit dieser Aufklärungsaufgabe unterwegs gewesen und über die Resultate wurde dann auch Mecklenburg-Vorpommern in Kenntnis gesetzt" [31]. Beteiligt sind Euro-Fighter, Tornado-Jets, Phantom-Abfangjäger und AWACS-Aufklärungsflugzeuge der Militärflughäfen Wittmund (Ostfriesland), Neuburg an der Donau, Jagel (Schleswig Holstein). Ihre Aufgabe ist unter anderem die Überwachung der Flugverbotszone im Radius von 50 Kilometern um Heiligendamm und Laage. Auch über dem Festivalgelände der "Fusion" in Lärz wird "aufgeklärt" [32]. Am 13. März beantragt der Innenminister MV ein Amtshilfeersuchen für 9 "Spähtrupps", also Fennek- Panzerspähwagen mit drei Soldaten Besatzung zur "Geländeaufklärung". Drei "Spähtrupps" werden für den Einsatzabschnitt Heiligendamm, drei im "Einsatzraum Raumschutz" und drei zur Überwachung von Rostock-Laage [33] geordert. Insgesamt hat "der Bundesminister des Inneren 5 Amtshilfeersuchen gestellt, das Auswärtige Amt 3, das Bundespresseamt 5 und das Land Mecklenburg-Vorpommern 20". Unterstützt wird die Bundeswehr durch Fregatten der US-Marine. Diese Spezialschiffe haben moderne Abhörtechnik an Bord. Der lokale Nachrichtensender Mvregio berichtet, der gesamte Telefonverkehr während des Gipfels würde abgehört, die Schiffe seien in der Lage ein Gespräch in einem Wohnzimmer auf 5 Kilometer Entfernung zu belauschen [34]. Die Schiffe nehmen am NATO-Manöver "BALTOPS" teil, das kurz nach dem Gipfel in der Ostsee abgehalten wird. Darüber hinaus bereitet sich die Bundeswehr auf einen Großeinsatz vor: "Wenn ein Schadensfall eintritt und wir angefordert werden, wird die Bundeswehr mit jedem Soldaten, der zur Verfügung steht, helfen", erklärt der Inspekteur der Streitkräftebasis, Vize-Admiral Wolfram Kühn. Er kündigt für März "gemeinsame Notfallübungen der Stäbe" an. Ebenfalls unter Waffen: Das "Command Riot Control" (CRC), eine Sondereinheit der Feldjäger. Ausgerüstet mit Schlagstock, Schild, gepolsterter Uniform, Helm und Nackenschutz werden sie wie reguläre Polizeieinheiten ausgebildet. Das CRC ist z.B. in Rostock-Laage eingesetzt. Soldaten aus Sanitz bei Rostock trainierten das Auflösen von Demonstrationen. In Sanitz ist die Flugabwehrraketengruppe 21 stationiert, die am 30. Juni 2004 als erster "Patriot"-Verband in den neuen Bundesländern aufgestellt wurde. Der Verband aus Sanitz ist mit seinen Raketen auf Luftabwehr spezialisiert. Mit Gewehren bewaffnet wird im Manöver Jagd auf Demonstranten gemacht, die von anderen Soldaten gespielt werden. Auf einem Bild der Ostseezeitung ist zu sehen wie Demonstranten vor Soldaten mit Gasmasken flüchten [35]. Luftabwehrverbände sind Teil der Truppen die für den G8 in Heiligendamm mobilisiert werden. Heiligendamm wird abgeschirmt Im Herbst 2006 gibt Abramowski bekannt dass Heiligendamm auch seeseitig einen Zaun erhält, ebenfalls 12,5 km lang. Ende 2006 bestätigt das Innenministerium die "Einsatzkonzeption Nummer 3" Abramowskis. Im Auftrag von Kavala beginnt die Firma MZS aus Bargeshagen im Januar 2007 mit dem Bau des Sicherheitszauns. Als Grund für die Notwendigkeit des Zauns wird regelmäßig eine Gefahr "islamistischer Terroranschläge" genannt. Deutlicher drückt es Knut Abramowski aus: "Vor dem Hintergrund einer terroristischen Bedrohung und Übergriffen gewaltbereiter militanter Gipfelgegner kommt dem Sperrwerk eine besondere taktische Bedeutung zu". Der Zaun soll der Polizei einen Vorsprung gegenüber DemonstrantInnen verschaffen. Ministerialdirigent Niehörster: "Sperreinrichtungen sollen neben einer deutlichen Verringerung des Kräfteansatzes auch dazu dienen, gewaltbereiten Gruppen oder Einzeltätern das ungehinderte Erreichen des Tagungsortes zu verwehren sowie der Polizei Reaktionszeiten für Kräfteverlagerungen zu den Brennpunkten zu verschaffen". Abramowski rückt auf "Bürgerversammlungen" das Überklettern des Zauns in die Nähe von "Terrorismus". Inzwischen wird von rund 16.000 eingesetzten Polizeikräften, die Kavala unterstehen, gesprochen [36]: Mecklenburg-Vorpommern (1.800), Baden-Württemberg (1.400). Bayern (1.200) Berlin (900), Brandenburg (500) Bremen (300), Hamburg (40), Hessen (1000), Niedersachsen (1300), Nordrhein-Westfalen (1.300), Rheinland-Pfalz (600), Saarland (100), Sachsen (800), Sachsen-Anhalt (400), Schleswig-Holstein (1.000),Thüringen (450), Bundespolizei (1.500). Die deutsche Polizei verfügt länderweit über 16.405 reguläre BereitschaftspolizistInnen. Über 13.000 werden in Heiligendamm eingesetzt [37]. "Aufklärung und Intervention" Der Verfassungsschutz Berlin erstellt im Januar 2007 ein Dossier über "linksextremistische Vorbereitungen" zum G8. Linksruck, das Gegeninformationsbüro, die Antifaschistische Linke Berlin, F.e.l.S, aber auch der alternative Provider so36.net werden neben vielen anderen als gewaltbereit ausgemacht. Spätere Repression wie die Durchsuchungen am 9. Mai 2007 stützt sich auf das Dossier. Der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Fromm, tritt häufiger in Erscheinung und behauptet unter anderem, militante Anschläge würden Personenschäden in Kauf nehmen. Der baden-württembergische Verfassungsschutz glaubt an ein "Wiederaufflackern des Links-Terrorismus". Frühere RAF-Mitglieder könnten zu neuen Ikonen werden, weil sich militante Gruppen auf das Grußwort Christian Klars bei der Rosa-Luxemburg-Konferenz im Januar 2007 berufen. Im Winter und Frühjahr werden mehr und mehr Kontrollen, Razzien und Durchsuchungen durchgeführt. Anfang Januar werden TeilnehmerInnen eines Treffens zu G8 und Migration rassistisch kontrolliert. Besonderen Argwohn erregt die breite Kampagne gegen das Bombodrom in Wittstock, an der neben lokalen auch linksradikale Gruppen beteiligt sind [38]. In Hamburg beschlagnahmt die Polizei Aufkleber in einer linken Buchhandlung. In München und Erlangen gibt es großangelegte Razzien wegen eines Flugblatts zur NATO-Sicherheitskonferenz und G8. Eine vom Staatschutz München beantragter Beschluß zur Beschlagnahme der "G8xtra" wird von der Ermittlungsrichterin allerdings abgelehnt: "Der Aufruf zu Blockaden kann keinesfalls als Androhung oder Aufruf zu Straftaten gewertet werden, da auch straffreie Möglichkeiten der Blockaden, 'z.B. durch die schiere Menge an Gipfelgegnern' denkbar sind". Die Potsdamer Polizei entfernt ein G8-kritisches Transparent am Haus eines Wohnprojekts. In Frankfurt (Oder) wird ein Anwerbeversuch öffentlich. Die "Zielperson" sollte dissent!-Treffen besuchen und darüber berichten [39]. In Berlin wird bekannt dass die neu organisierte Sondereinheit der Berliner Polizei "Aufklärung + Intervention" (vermummte Zivilpolizisten im "szenetypischen Outfit") nach Heiligendamm entsandt wird. Das "Lagezentrum" von Kavala in Waldeck bleibt streng von der Öffentlichkeit abgeschirmt. Im Frühjahr 2007 wird erstmals ein Bericht veröffentlicht. Die Gewerkschaft der Polizei stattet Kavala einen Besuch und ist beeindruckt womit sich dort beschäftigt wird: "Intensiv surfen" [40]. Bundesregierung freut sich über "gute Zuhörer" Während die Repressionsorgane ihre Arbeit wie gewohnt verrichten, setzt das Bundeskanzleramt auf die Einbindung des Protests und die Spaltung der Bewegung. "Sherpa" Bernd Pfaffenbach erklärt, die gewählten Schwerpunkte des G8 böten "keine Angriffsfläche für heftige Proteste". Er stehe in einem "sehr intensiven Dialog mit den Nicht-Regierungs-Organisationen. Dort treffe er auf gute Zuhörer, die für die Argumente der Regierung aufnahmefähig seien" [41]. Es kommt zu mehreren Gesprächen mit Nichtregierungsorganisationen. Der Sänger Bono trifft sich mit dem SPD-Präsidium und Merkel. Am 25. und 26. April veranstalten das Forum Umwelt und Entwicklung und VENRO zusammen mit der Bundesregierung den "G8-Dialog Zivilgesellschaft" in Bonn. Grönemeyers Konzert von "Deine Stimme gegen Armut" wird überall bejubelt, der Kulturmanager André Harder stellt sein (später peinlich gefloptes) Bützow-Camp auf der Internationalen Tourismus-Messe in Berlin vor. Bob Geldof und Bono gehen auf Schmusekurs mit Angela Merkel; Kinder-, Jugend- und StudentInnen-G8-Gipfel und sogar ein "Model-G8-Gipfel" werden simuliert. SAT 1 produziert ein Remake des Fernsehfilms "Das Mädchen im Café", eine Romanze zwischen einem G8-Delegierten und einer ahnungslosen armutskritischen Frau. Die Hauptrolle spielt Deutschlands Liebling Julia Jentsch. Teile der Protestbewegung spielen die Spaltung in "friedlich" und "gewaltbereit" mit. Peter Wahl (attac) behauptet wahrheitswidrig nach der 2. Aktionskonferenz in Rostock an, alle Beteiligten hätten sich "klipp und klar" gegen Gewalt ausgesprochen. Er trifft sich mit dem Ministerpräsidenten Ringstorff und lobt die Gesprächsatmosphäre. Heißes Frühjahr Wiederholt warnt das BKA vor "Terrorgefahr" zum G8-Gipfel. "Globalisierungsgegner" würden ihre militante Begleitkampagne fortsetzen: "Im Bereich Terrorismus steht beim BKA der im Ostseebad Heiligendamm geplante G8-Staatsgipfel ganz oben auf der Liste potenzieller Anschlagsziele". Präsident Ziercke wünscht sich im gleichen Interview dass es "gelingt, Daten online abzugreifen" um etwa an Passwörter zu gelangen. "Wir haben aktuelle Drohungen aus der gefährlichen Szene erhalten, die uns große Sorgen machen", sagt ein Geheimdienstler geheimnisvoll zur Nachrichtenagentur ddp. Mittlerweile spricht die Polizei vom "größten Einsatz aller Zeiten in Deutschland". Das Aufgebot an Polizisten werde alle bisherigen Dimensionen übertreffen und deutlich größer sein als bei der Fußball-WM im vergangenen Jahr, droht der Chef der Landespolizei in Schleswig-Holstein, Wolfgang Pistol. Überwachung total in Hamburg: Nachdem es noch immer keinen Fahndungserfolg in Sachen militante Aktionen zum G8-Gipfel gibt, werden nun Medien aufgefordert nicht mehr darüber zu berichten. Über eine Infohotline wird zur Denunziation aufgerufen. Telefone werden angezapft, elektronische Kommunikation überwacht, Handys und Fahrzeuge geortet. Nach Medienberichten werden 43 Personen observiert. Innensenator Nagel lobt, dass die Gruppen "Profis" seien und wenig "kriminaltechnische Spuren" hinterlassen würden. Ermittlungserfolge würden sich aber bald einstellen, verspricht er. 106 Polizeibeamte aus Rügen, Stralsund und Nordvorpommern proben im März auf dem Pütnitzer Flugplatzgelände den Gipfelprotest [42]. "Wir verstehen diese Einsatzausbildung als Auffrischung", freut sich Hundertschaftsführer Maik Schroeder. Hier trainieren allerdings nicht die Einsatzhundertschaften der Bereitschaftspolizei, sondern die auf Anfrage gestellten Kräfte der Direktionen. PolizistInnen über 40 Jahre sind nicht mehr vertreten. Siegfried Bruß, Leiter der Polizeidirektion Stralsund: "Ab einem gewissen Alter sinkt die Leistungsstärke" [43]. Rettungskräfte und Krankenhäuser erwarten eine "erhöhte Gewaltbereitschaft" beim G8-Gipfel und rechnen mit einem "Massenanfall von Verletzten". Hierfür werden mehr finanzielle Mittel gefordert [44]. Ab 1. April 2007 übernimmt die BAO Kavala alle operativen Maßnahmen im Zusammenhang mit dem G8-Gipfel; zunächst: die Bewachung der "technischen Sperre" um Heiligendamm. Es werden massiv Platzverweise für bis zu 6 Wochen, also bis nach dem Gipfel ausgesprochen [45]. "Kräfte aus nahezu allen Bundesländern bzw. dem Bund" werden in die Führungsstäbe von Kavala integriert, insgesamt 367 Polizisten [46]. In der "Haupteinsatzphase" kommen 573 "Stabsmitarbeiter" hinzu. Darunter sind z.B. die "lautlosen Elf", ein "Ständiger Stab beim Polizeipräsidium in Dortmund": Die "lautlosen Elf" arbeiten "hinter den Kulissen, bereiten minutiös große und schwierige Einsatzlagen vor und helfen dann auch, sie zu bewältigen, von Demonstrationen bis zu Geiselnahmen". Ihr Aufgabenbereich sind "Sonderprogramme", etwa "wenn die Regierungschefs mit Partnern Ausflüge unternehmen". Ständige Stäbe gibt es in NRW angeblich in Bielefeld, Münster, Essen, Düsseldorf, Köln, Münster und Dortmund. Sie können von den Innenministerien der Länder zur Unterstützung angefordert werden. Kavala ist fortan auch für alle angemeldeten Versammlungen mit Bezug zum G8 zuständig. Versammlungsrechtliche Befugnisse sind normalerweise organisatorisch bei den kommunalen Gebietskörperschaften angesiedelt. Im Januar 2007 wird allerdings die "Landesverordnung über die zuständigen Behörden nach dem Versammlungsgesetz" geändert und die Zuständigkeit der Polizeidirektion Rostock übertragen. Hierfür wird Regierungsdirektorin Christiane Röttgers zu Kavala beordert. Röttgers arbeitet in Lüneburg und ist Spezialistin für "Allgemeinverfügungen", also generelle Versammlungsverbote. Damit ist absehbar dass Kavala das Demonstrationsrecht einschränken wird. Das Innenministerium hierzu unverblümt: "Der Vorteil der Anbindung der versammlungsrechtlichen Befugnisse bei der Polizei liegt darin, schnell und flexibel sowie in Kenntnis aller für diese überaus komplexe Lage wesentlichen Fakten auf Veränderungen in der polizeilichen Lage und der Versammlungslage zu reagieren". Am 12. April trifft sich die "Innenministerkonferenz Nord" (MV, Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein, Niedersachsen) in Heiligendamm um über die Sicherheitslage zu beraten. Innenminister Caffier kündigt an, 100 Richter stünden für die G8-Proteste "in Bereitschaft". In Schnellverfahren sollen Gipfelgegner zur Abschreckung zügig abgeurteilt werden. "Bis zu zehn Tage Unterbindungsgewahrsam" wird angedroht, man werde "alle Möglichkeiten ausschöpfen", militante Demonstranten werden "aus dem Verkehr gezogen" damit der G8-Gipfel Anfang Juni in Heiligendamm "friedlich" verläuft. Justizministerin Uta-Maria Kuder (CDU) droht im FOCUS: "Für besonders rabiate Protestler" stehen "50 Plätze in zwei Gefängnissen nahe Rostock zur Verfügung". Ausländische "Gewalttäter" sollen je nach Schwere der Tat eine "Sicherheitsleistung" zwischen 150 und 1200 Euro zahlen [47]. Die Polizei sucht derweil nach leeren Hallen für den Aufbau sogenannter "mobiler Gefängniszellen". Polizeikräfte aus Belgien, Holland und Deutschland führen eine gemeinsame Übung zum Umgang mit Blockaden durch [48]. Beteiligt sind Besatzungen von Wasserwerfern aus allen drei Ländern, die Barrikaden errichten und anzünden. In Form eines "Geländespiels" teilt sich die Polizei in Einsatzkräfte und steinewerfende "Störer". Ein Polizeihubschrauber begleitet die Übung. Von deutscher Seite sind Bundes- und Landespolizei beteiligt [49]. Bis heute hat keine offizielle Stelle zu der Übung Stellung genommen. Auch die GSG 9 bereitet sich auf den G8-Gipfel vor. Das teilt der Staatssekretär im Bundesinnenministerium, August Hanning, bei einer Übung der "Anti-Terror-Einheit" auf ihrem Stationierungsort in Sankt Augustin bei Bonn mit. Sie würden das BKA und die Landespolizei unterstützen. "Aber in welchem Spektrum und mit welchen Aufträgen und Aufgaben das geschehen wird, dazu möchte ich keine Stellung nehmen", erklärt Kommandeur Lindner, "wir werden uns dort im räumlichen Nahbereich aufhalten". Hanning beschwört "Terrorgefahren", die in den letzten Wochen "noch gewachsen" seien. "Das ist nicht nur ein Gefühl" [50]. Schaulustige müssen für "eventuell eintretende Schäden" beim Besuch des Zauns selbst haften, erklärt Knut Abramowski auf der Webseite der Polizei. Welchen Schaden Zaun oder TouristInnen davontragen könnten, lässt er offen. Kavala sucht die BetreiberInnen von Campingplätzen, Hotels und Pensionen auf. Sie werden aufgefordert, "auffällige Buchungen" zu melden. Kavala lehnt indes Kooperationsangebote der Camp-AG und des Anwaltsnotdienstes ab. PolizistInnen verteilen Flugblätter an Geschäftsleute in der Innenstadt: "Sichern Sie Ihre Warenauslagen, Werbetafeln, Möbel und Müllcontainer! Verzichten Sie auf die Präsentation hochwertiger Ware im Schaufenster!" Der Tagesspiegel meldet, "Bürger mit einschlägigen Vorstrafen" müssen Heiligendamm verlassen. Den Vogel der Sensationsmeldung schießt die "BILD"-Zeitung ab: "Wer stört, kriegt was auf die Ohren! Für den im Juni geplanten G8-Gipfel in Heiligendamm ist die Polizei bestens gewappnet. BILD erfuhr: Um Anschläge militanter Gipfel-Gegner zu verhindern oder um Randalierer zurückzudrängen, wird jede Menge Hightech aufgeboten: Der LRADS-Master Blaster. Diese Schall-Kanone sendet hochfrequente, schrille Signale aus. Schalldruck: 150 dB" [51]. Am 9. Mai werden unter Federführung des BKA und der Generalbundesanwaltschaft bundesweit 40 Objekte durchsucht, 900 Polizeikräfte schüchtern Privatpersonen und linke Projekte ein. Der Beschluß richtet sich gegen 20 Personen wegen "Bildung einer terroristischen Vereinigung zur Verhinderung des G8-Gipfels". Ermittlungen nach §129a dienen der Ausforschung von Strukturen und führen in nicht einmal 2% der Fälle zu Verurteilungen. Andreas Christeleit, Sprecher der Bundesanwaltschaft, kommentiert gegenüber dem ZDF-Heute-Journal: "Die heutigen Durchsuchungen sollten Aufschluss erbringen über die Strukturen und die personelle Zusammensetzung von diesen Gruppierungen und dienten nicht in erster Linie zur Verhinderung von konkreten Anschlägen, dafür gab`s keine Anhaltspunkte". Laut Hamburger Innensenator Nagel sollen die Durchsuchungen zeigen, dass "die Sicherheitsbehörden im Kampf gegen Extremisten nicht wehrlos sind", er kündigt "Null Toleranz" an. Polizeipräsident Jantosch: "Heute haben wir richtig durchgeatmet. Für den in Hamburg stattfindenden ASEM-Gipfel (Asia-Europe Meeting) und die nachfolgenden Veranstaltungen ist die Polizei gerüstet". "Wir haben in den Busch geschossen, nun sehen wir weiter, was und wer sich dort bewegt" erklärt ein unbekannter "Ermittler" dem SPIEGEL. Man habe "Flagge zeigen" wollen. Bundesinnenminister Schäuble rechtfertigt die Maßnahmen damit, dass die "militante gruppe", gegen die ermittelt wird, "Knieschüsse" und "Exekutionen von Entscheidungsträgern" erwogen hätte [52]. Er droht "gewaltbereiten Chaoten" mit Unterbindungsgewahrsam. Schäuble ordnet im Windschatten der Razzien einen Tag später vorübergehende Kontrollen auf Grundlage des "Schengener Grenzkodex" an den Schengen-Binnengrenzen Deutschlands an. "Lageabhängig" werden Grenzkontrollen an den Land- und Seegrenzen sowie Flughäfen durchgeführt, um die "Anreise potentieller Straf- und Gewalttäter nach Deutschland" zu verhindern. In der Vergangenheit wurden vor Gipfelprotesten wiederholt AktivistInnen an den Grenzen gestoppt und zurückgewiesen. Hierfür werden Daten "polizeibekannter" DemonstrantInnen ausgetauscht. Das "Sicherheitshandbuch zur Verwendung durch die Polizeibehörden und -dienste bei Tagungen des Europäischen Rates und ähnlicher Veranstaltungen" regelt die Weitergabe von Information über Mobilisierungen und Personen [53]. Kurz vor dem Gipfel werden Polizei und Bundeswehr nervös. Feldjäger reagieren aggressiv auf Fotografieren, Polizeikräfte zeigen sich in der Öffentlichkeit in voller Kampfmontur, zum Teil mit schweren Waffen. Als internationale AktivistInnen vor dem Kempinski-Hotel in Heiligendamm die "Internationale" singen werden sie festgenommen. Weil auch RussInnen darunter sind ist der Kreml verstimmt. Putin rügt die Repression in Deutschland. Am 16. Mai erlässt Kavala Allgemeinverfügungen für Heiligendamm und Laage. Mehrere Kilometer rund um die Ortschaften ist das Versammlungsrecht außer Kraft gesetzt. Als Begründung werden die zahlreichen Falschmeldungen und manipulierten "Gefahrenprognosen" der "Sicherheitsbehörden" herangezogen. Auch "islamistische Anschläge" von "Einzeltätern" werden kalkuliert [54]. In der Verbotsbegründung wird ausführlich dargelegt, in welchen Ländern die G8 Krieg führen und von welchen Spektren daher Widerstand zu erwarten ist . Insbesondere die Blockaden bereiten Kavala Kopfzerbrechen: "Die Protestszene ruft auf ihren Internetseiten intensiv zu Massenblockaden sowohl im Hinblick auf den Tagungsort Heiligendamm als auch den Bereich des Flughafens Rostock-Laage auf. Die Organisation ,Block G8' kündigt unter dem Motto ,bewegen - blockieren - bleiben' Blockaden an". Während Hinweise auf "islamistische Anschläge" fehlen, finden sich in den Schriftsätzen von Kavala zahlreiche Aufrufe linker Gruppen als Beleg für die "Schutzbedürftigkeit der Staatsgäste": "Das gemeinsame Auftreten mehrerer ausländischer Staats- und Regierungschefs sowie der Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland erhöht die Wahrscheinlichkeit extremistischer oder terroristischer Anschläge. Für die genannten Personen bestehen teilweise höchste Gefährdungseinstufungen. Gefährdet sind sowohl das Leben und die Gesundheit der Staats- und Regierungschefs als auch von Anwohnern, Sicherheitskräften, Delegationsmitgliedern und Demonstranten, die im Fall eines Anschlags oder von Ausschreitungen unmittelbar betroffen wären. Gleiches gilt für Sachgüter von erheblichem Wert und das Ansehen der Bundesrepublik, die als Gaststaat für den Schutz der Staatsgäste verantwortlich ist. Das G-8-Gipfeltreffen besitzt auf Grund seiner Funktion als Lenkungsinstrument der Weltwirtschaft und auf Grund der Teilnahme von hochrangigen Politikern einen hohen Symbolcharakter. Das Gipfeltreffen bietet nicht zuletzt durch die begleitende Medienpräsenz eine ideale Plattform zur Artikulierung von Kritik an dem derzeitigen Weltwirtschaftssystem einschließlich politischer und militärischer Gesichtspunkte sowie des Umweltschutzes. Es ist deshalb mit hohen Teilnehmerzahlen bei den zu erwartenden Protestveranstaltungen zu rechnen. Insbesondere die USA und US-Präsident Bush sind zudem "Feindbilder" für zahlreiche Gruppierungen. Hierzu zählen Linksextremisten, Rechtsextremisten, Umweltaktivisten, Globalisierungsgegner, Kriegsgegner sowie Gegner der Todesstrafe. Es ist stets damit zu rechnen, dass radikale Kräfte weltumspannend versuchen, Repräsentanten der US-amerikanischen Politik und hierdurch die USA als solche und deren Politik zu schädigen. Das größte Gefährdungspotenzial hinsichtlich der Anschlagsqualität dürfte grundsätzlich sowie auch im Zusammenhang mit dem G8-Gipfel aus dem Bereich des islamistischen Terrorismus erwachsen" [55]. Im Nachhinein gibt die Bundesregierung zu, dass es zu keiner Zeit Hinweise auf Anschläge gegeben hat: "Aus den Phänomenbereichen der politisch motivierten Kriminalität (PMK) - rechts -, PMK Ausländer sowie dem Bereich des islamistischen Terrorismus ergaben sich keine konkreten Hinweise auf eine tatsächliche terroristische Bedrohung. [...] Im Phänomenbereich PMK - links - musste ausgehend von den im Vorfeld des G8-Gipfels verübten Straftaten sowie Erkenntnissen durch die Auswertung von eingegangenen Selbstbezichtigungsschreiben, Internetveröffentlichungen und Szenepublikationen damit gerechnet werden, dass weitere militante bzw. terroristische Aktionen jederzeit hätten durchgeführt werden können. Konkrete Hinweise auf eine derartige Gefahr lagen den Sicherheitsbehörden nicht vor" [56]. "Die Zeiten werden härter..." Bundesweit sind Versammlungen und Aktionen von Repression betroffen. In Lüdenscheid führen Polizei und Staatschutz sogenannte "Gefährderansprachen" durch. In Schwedt beanstandet die Polizei ein Traktor der Fahrradkarawane und stellt die Weiterfahrt in Frage. Zuvor waren bereits 100 DemonstrantInnen bei einer Aktion der "West-Karawane" in Utrecht/ Niederlande verhaftet worden. In Berlin werden AktivistInnen von attac auf dem Karneval der Kulturen zeitweise festgehalten und überprüft, weil sie ein G8-kritisches Plakat mitführten: "Sie haben hier was mit G8-Bezug dabei". Das Jugendcamp der "Falken" bei Berlin wird durchsucht, eine Demonstration vor dem Kaufhaus "Dussmann" angegriffen. Bei der Solidaritätsdemonstration gegen die Durchsuchungen vom 9. Mai in Karlsruhe kommt es zu "Rangeleien", in Leipzig zu weiteren Übergriffen. Die Polizei ist massiv präsent. In Lübeck ziehen Bürgermeister und Stadtpräsident einen Raum für eine Veranstaltung im Rathaus zurück. In Potsdam werden dem Anti-G8-Bündnis für Demonstrationen während des G8-Außenministertreffens hohe Auflagen erteilt. Wegen befürchteten "Angriffen gegen das Gebäude" eines Pharma-Konzerns wird eine Demonstration in Nürnberg mit Teil-Verbot belegt. Die Bundeswehr sperrt das "Bombodrom" in der Kyritz-Ruppiner Heide wegen der angekündigten "Neu-Besiedelung". Ein Konvoi der "Camp-AG" wird bei der Anreise gestoppt und unter fadenscheiniger Begründung stundenlang kontrolliert. Der Vorwurf: Mitgeführte Fahrräder hätten keine Seriennummer und könnten gestohlen sein. Die "Zangendemo" gegen die G8-Bildungspolitik am 26. Mai in Hamburg bekommt zwar im Vorfeld keinerlei Auflagen, vor Ort werden allerdings welche erlassen. Der Grund: es seien G8-Gegner in der Demo. Ein "Wanderkessel" begleitet die kurzfristig geänderte Route, es kommt zu Festnahmen und Platzverweisen. Auch die Demonstration "Beat Capitalism" wird mit hohen Auflagen und Beschränkungen des Versammlungsrechtes versehen. Kooperative Alternativvorschläge der VeranstalterInnen lehnen die Behörden ab. Die Demonstration am 28. Mai in Hamburg gegen die ASEM-Konferenz wird zum "Testlauf" für die G8-Proteste. "Die Behörden bereiteten sich deshalb auf die Konferenz in Hamburg ähnlich vor wie auf den Gipfel in Heiligendamm" schreibt ddp [57]. Konkret bedeutet dies eine massive Störung der Demonstration durch einen "Wanderkessel". Zuvor war bereits einer der Anmelder wegen einer Vorstrafe nicht akzeptiert worden. Das Bundesverfassungsgericht bestätigt einen Beschluß des Oberverwaltungsgerichts, dass die Demonstration nicht in die Nähe des Gipfeltreffens gelangen darf. "Das Polizeiaufgebot übertrifft beinahe die Zahl der DemonstrantInnen. Die Demo wird mehrmals gestoppt und von Polizeiseite provoziert. Deshalb entscheiden sich die OrganisatorInnen, die Demo zu beenden [...] Wassserwerfer , Pfefferspray und Knüppel wurden eingesetzt. Es gab mindestens 86 Festnahmen" [58]. Rückbau mit Bratwurst Die Haupteinsatzphase von Kavala beginnt am 29. Mai und endet am 9. Juni 2007. Danach beginnt, von der Rechtsverordnung zur Schaffung der "temporären Polizeibehörde" vorgesehen, der "zügige Rückbau". "Pressestelle der BAO Kavala ist bis auf weiteres noch erreichbar!", meldet die Propagandaabteilung Anfang Juli. Innenminister Caffier, Ministerpräsident Ringstorff, "Polizeiführer" Abramowski und FUNDUS-Chef Jagdfeld treffen sich nach dem G8 beim Grillfest in Heiligendamm wieder, wo sie "Bratwürste und Koteletts an die hungrigen Einwohner" austeilen. Jagdfeld lässt wissen, "dass er jetzt sich bemühen werde, die leichte finanzielle Schieflage des Nobelhotels zügig in den Griff zu bekommen. Derzeit erfreue sich das Hotel durch gute Auslastung" [59]. [Gipfelsoli Infogruppe, August 2007] [1] Wen wundert's: die "Sicherheitsarchitektur" wird vorwiegend von Männern zusammengebaut: Die einzigen sichtbaren Frauen sind Landesjustizministerin Kuder, Generalbundesanwältin Harms, die Leiterin der Kavala-Versammlungsbehörde Röttgers sowie Merkel in der Rolle der "Mutter des Gipfels". [2] "Rahmenkonzeption zur Durchführung abgestimmter polizeilicher Maßnahmen der Länder und des Bundes aus Anlass des deutschen G8-Vorsitzes im Jahr 2007 sowie der deutschen EU-Ratspräsidentschaft im ersten Halbjahr 2007", siehe http://dip.bundestag.de/btd/16/060/1606039.pdf:http://dip.bundestag.de/btd/16/060/1606039.pdf [3] Am 1. Januar 2006 untersteht der Polizeidirektion Bad Doberan ein Haus in Heiligendamm. Sie fährt nicht mehr nur täglich Streife in Heiligendamm, stündlich wird der Strand abgelaufen und "auffällige Personen" kontrolliert. [4] "Der Innenminister war auch wegen zweier anderer Termine in Rostock. Bei dem einen ging es um den G8-Gipfel, wo eine versierte Truppe zusammengestellt wird. Noch ist die KKA (Kriminalkommissariat der Außenstelle) Nordwest davon unberührt, wenn es näher rückt, sind alle Bereiche betroffen. (Norddeutsche Neueste Nachrichten) [5] Der parallele Einsatz mit doppeltem Lagezentrum Bundes-/ Länderpolizei führt zu Konkurrenzsituationen, beispielsweise über die Befehlsgewalt beiderseits des Sicherheitszauns. [6] "http://dip.bundestag.de/btd/16/060/1606039.pdf":http://dip.bundestag.de/btd /16/060/1606039.pdf [7] Zuständig im BMI ist Ministerialrat Hammerl, beim BKA Heinz-Werner Aping. Der Gesamteinsatz wird über Staatssekretär Bernd Pfaffenbach ("Sherpa"), Ministerialrat Seeger und Staatsrat Ulrich Benterbusch mit dem Kanzleramt rückgekoppelt. [8] Die Bundesregierung spricht später von 1.250 BeamtInnen des BKA sowie insgesamt etwa 4.500 der Bundespolizei (unterstellt der Bundespolizeidirektion Rostock, dem BKA und Kavala). "Aufgrund der Lageentwicklung in der Einsatzhauptphase" kamen kurzfristig etwa 3.000 Kräfte hinzu. Im Innenausschuß des Bundestag fällt allerdings die Zahl von insgesamt 13.500. Nicht mitgezählt sind 33.000 Angehörige der Bundespolizei an anderen Standorten, die zum G8 "anlassbezogen" Kontrollen an Grenzen, Bahnhöfen und Flughäfen durchführen oder mit anderen "Sicherungsaufgaben" betraut sind. 890.000 Personen werden an Grenzen kontrolliert. Ausführlich: "http://dip.bundestag.de/btd/16/060/1606039.pdf":http://dip.bundestag.de/btd /16/060/1606039.pdf und "http://www.tagesspiegel.de/politik/archiv/20.05.2007/3277925.asp":http://ww w.tagesspiegel.de/politik/archiv/20.05.2007/3277925.asp. [9] In neun Fällen wurde den AntragstellerInnen laut BKA die Akkreditierung versagt. [10] "http://dip.bundestag.de/btd/16/060/1606039.pdf":http://dip.bundestag.de/btd /16/060/1606039.pdf [11] "Einsatzabschnitte": EA 1 Aufklärung, EA 2 Verkehr, EA 3 Öffentlichkeitsarbeit, EA 4 Folgemaßnahmen, EA 5 Heiligendamm, EA 6 Raumschutz, EA 7 Seesicherheit, EA 8 Luftsicherheit, EA 9 Strecke, EA 10 Airport, EA 11 Versammlungen/ Veranstaltungen, EA 12 Hohen Luckow, EA 13 Spezialkräfte, EA 14 Reserve [12] Im Sommer registrieren AktivistInnen der "Infotour-AG" eine Zunahme von Observationen von G8-Veranstaltungen: Die Greifswalder G8-Protestbewegung wird aus einem Zivilfahrzeug mit Kameras überwacht. Im Sommer 2006 wird offenkundig, dass der Berliner Verfassungsschutz Informanten im Berliner Sozialforum platziert hat. Einige waren im G8-Spektrum aktiv, unter anderem in der Antirepressions-AG. [13] "Zum Abschied einen Gipfel-Kracher", taz vom 4.11.2006. [14] Das Magazin der BAO Kavala zum G8-Gipfel 2007 in Heiligendamm, Ausgabe 1: "http://www.gipfelsoli.org/rcms_repos/Tools/krawalla_korpsgeist_1.pdf":http: //www.gipfelsoli.org/rcms_repos/Tools/krawalla_korpsgeist_1.pdf [15] "Sag deine Meinung - aber ohne Gewalt! Wir setzen uns ein! Eine gemeinsame Aktion der Medien in Mecklenburg- Vorpommerns und der Polizei!". [16] "http://www.statewatch.org/news/2007/jan/eu-sec-handbook-int-events.pdf":htt p://www.statewatch.org/news/2007/jan/eu-sec-handbook-int-events.pdf [17] Besonders: Maßnahmen der "Europäischen Polizeiakademie" (EPA/ CEPOL): "Die EPA wurde auf Beschluss der Ministerrats vom 22. Dezember 2000 errichtet. Sie verfolgt als Zweck, durch Optimierung und Stärkung der Zusammenarbeit zwischen den ihr angehörenden nationalen Ausbildungseinrichtungen, an der grenzüberschreitenden Schulung von hochrangigen Führungskräften der Polizeidienste mitzuwirken. Sie unterstützt und entwickelt außerdem einen europäischen Ansatz für die Hauptprobleme, die sich den Mitgliedstaaten im Bereich der Kriminalitätsbekämpfung, der Kriminalprävention und der Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung insbesondere auf grenzüberschreitender Ebene stellen". [18] Bundesinnenminister Schäuble behauptet, nicht nur "islamistischer Terror" sei für den G8 zu berücksichtigen, auch dessen "linksextreme Variante". Dieser würde sich z.B. mit ETA und FARC vernetzen. [19] "http://www.gipfelsoli.org/rcms_repos/Tools/sicherheitskonzept_niehoerster_2 007.pdf":http://www.gipfelsoli.org/rcms_repos/Tools/sicherheitskonzept_nieho erster_2007.pdf [20] "http://www.europaeischer-polizeikongress.de":http://www.europaeischer-poliz eikongress.de [21] Im Gegensatz zur WM 2006 hat die Polizei ihr "Einsatzkonzept" nie veröffentlicht. [22] "http://www.n24.de/politik/article.php?articleId=104984&teaserId=106383":htt p://www.n24.de/politik/article.php?articleId=104984&teaserId=106383 [23] Im Mai 2007 treffen sich die "Polizeipräsidenten der europäischen Hauptstädte" zu ihrer jährlichen Tagung "Kulturen in Europa - Strategieansätze des Polizeimanagements", um über die "Herausforderungen des Terrorismus" zu beraten. Auf dem Abschlussfoto posieren sie mit Staatssekretär Altmaier. [24] "http://www.gipfelsoli.org/Home/Gleneagles_2005/1642.html":http://www.gipfel soli.org/Home/Gleneagles_2005/1642.html [25] Vizeadmiral Wolfram Kühn im Januar 2007 in Rostock, auf "http://www.streitkraeftebasis.de":http://www.streitkraeftebasis.de [26] Erstmals erprobt wird die ZMZ bis 2005 in MV, vorangetrieben durch "Zivilist" Frank Niehöster, Ministerialdirigent des Innenministeriums und Verantwortlicher für den G8: "Insgesamt war die Übung für Mecklenburg - Vorpommern ein voller Erfolg, nicht weil alles funktioniert hat, sondern weil die Schwachstellen erkannt wurden"; mehr unter "http://www.gipfelsoli.org/Home/1011.html":http://www.gipfelsoli.org/Home/10 11.html [27] "http://www.gipfelsoli.org/rcms_repos/Texte/Bundestag/Drs_16_5148.pdf":http: //www.gipfelsoli.org/rcms_repos/Texte/Bundestag/Drs_16_5148.pdf [28] Karow (Damerow-Kaserne), Demen (Warnow-Kaserne), Dabel (Moltke-Kaserne) und Schwerin/Stern-Buchholz (Blücher-Kaserne), Burg Stargard. [29] Ausführliche Details zum Bundeswehreinsatz unter "http://dip.bundestag.de/btd/16/060/1606046.pdf":http://dip.bundestag.de/btd /16/060/1606046.pdf [30] Ein kritischer Kommentar des Einsatzes von der "Informationsstelle Militarisierung": "http://www.imi-online.de/fpdf/index.php?id=1603":http://www.imi-online.de/f pdf/index.php?id=1603 [31] Der Parlamentarische Staatssekretär Christian Schmidt in einer Sitzung des Innenausschusses im Bundestag. [32] Schmidt im Innenausschuss: "Der Auftrag war dezidiert der: Erdbewegungen festzustellen, bei denen dann Depotbildungen bzw. sonstige Dinge im Vorher-/ Nachherabgleich zu erkennen waren. Das hat sich auf 6 Straßenbereiche, die von S 1 bis S 6 bezeichnet worden sind. Ich verzichte jetzt auf die ganze Nennung, Autobahn A20, A19, B105, Landstraße 13 und 9 Bereiche. Bereiche, Regionen. Das war Groß Lüsewitz, Laage, Luckow, Heiligendamm, Kühlungsborn, Reddelich, Steinhagen, Wichmannsdorf und Gelände des Flugplatzes Lärz". [33] Tatsächlich kommt ein "Führungsfahrzeug" hinzu, "das nicht Teil der beantragten Amtshilfe war, sondern koordiniert hat". Zum Einsatz kamen "3 Fennek in Heiligendamm, innerhalb der Sperrzone, zur Überwachung mit Schwerpunkt Eindringversuche. Bis zu 6 Fennek zeitlich begrenzt an den An- und Abflugtagen, zur Überwachung der An- und Abflugrouten. Bis zu 5 Fennek am 05. und 06. Juni zur Überwachung der Fahrstrecken der Delegationen im Schwerpunkt BAB 19 und 2 Fennek zeitlich begrenzt zur Lagefeststellung im Umfeld der landwirtschaftlichen Versuchsanstalt des Landes". [34] "http://www.mvregio.de/mvr/32135.html":http://www.mvregio.de/mvr/32135.html [35] "http://www.gipfelsoli.org/Presse/Eigene_Pressemitteilungen/1976.html":http: //www.gipfelsoli.org/Presse/Eigene_Pressemitteilungen/1976.html 36] Innenminister Caffier obliegt die Aufgabe, den Medien gegenüber die Zahl der eingesetzten Beamtinnen alle 2 Monate nach oben zu korrigieren. [37] Ein Sprecher der BAO Kavala , Franz Blang: "Die Sicherheit der Bevölkerung wegen fehlender Polizisten ist nirgendwo gefährdet". [38] "http://de.indymedia.org/2007/02/168861.shtml":http://de.indymedia.org/2007/ 02/168861.shtml [39] Im April 2007 wird in Lüneburg bekannt, dass Beamte des Landeskriminalamts und des niedersächsischen Verfassungsschutz einige Wochen zuvor einen Jugendlichen kontaktieren. Bei dem Gespräch fragen sie nach Informationen über linke Strukturen und Vorbereitungen zu den Aktionen gegen den G8-Gipfel. [40] "http://www.gdp.de/gdp/gdpcms.nsf/id/g8main":http://www.gdp.de/gdp/gdpcms.ns f/id/g8main [41] "http://www.mdr.de/nachrichten/meldungen/4177477.html":http://www.mdr.de/nac hrichten/meldungen/4177477.html [42] "Die Polizisten knien ab. Keiner will den anfliegenden Steinen der ,Störer' ein leichtes Ziel bieten. Die Flanken sichern Hundeführer, die ihre nervös bellenden Tiere kaum halten können. Die wildgewordenen Barbaren räumen den Platz. Zwei Wasserwerfer schieben sich in der Mitte der Phalanx wie Kriegselefanten im Schritttempo voran. Unaufhaltsam bewegt sich die exakt ausgerichtete Polizeimasse auf den Gegner zu. Es kommt zum Handgemenge, bei dem es nur grüne Sieger gibt. Die wildgewordenen Barbaren mit ihren pludrigen Jogginghosen räumen den Platz", "http://gipfelsoli.org/Repression/1017.html":http://gipfelsoli.org/Repressio n/1017.html [43] "http://www.ostsee-zeitung.de/archiv/index.phtml?Param=DB-Artikel&ID=2639977 ":http://www.ostsee-zeitung.de/archiv/index.phtml?Param=DB-Artikel&ID=263997 7 [44] "http://www.gipfelsoli.org/Repression/931.html":http://www.gipfelsoli.org/Re pression/931.html [45] "Ich war beim Bau der Mauer dabei. Das erinnert mich an damals", bemerkt ein Fotograf von der Ostseezeitung; "http://gipfelsoli.org/Repression/1391.html":http://gipfelsoli.org/Repressio n/1391.html [46] Demonstrationen auf See, verstopfte Straßen bei Polizeieinsätzen, direkte Aktion: Das Lagezentrum von Kavala simuliert im April den Großeinsatz. Geprüft wird technisches Gerät, Computer, Stabilität des LAN-Netzwerks, Prozeßsteuerung, Software, Ausfallsicherheit, Entscheidungsfindung etc. [47] "http://www.jpberlin.de/badespasz/presse/wp/?p=1987#more-1987":http://www.jp berlin.de/badespasz/presse/wp/?p=1987#more-1987 [48] "http://www.rp-online.de/public/article/regional/niederrheinsued/korschenbro ich/nachrichten/korschenbroich/437025":http://www.rp-online.de/public/articl e/regional/niederrheinsued/korschenbroich/nachrichten/korschenbroich/437025 [49] "Polizeiobermeister Alexander Hermann ist für die Koordinierung am Boden zuständig. Die Einsatzleitung im Hubschrauber informiert ihn aus der Luft. Dann plötzlich Unruhe. Reicht das Wasser in den Tanks der Werfer noch? Hermann überlegt mögliche Alternativen, als ein Kollege mit der rettenden Botschaft kommt: sowohl die belgischen als auch die holländischen Einheiten haben noch genug Wasser im Tank. Am Ende drängen die rund 70 Einsatzkräften die 30 Störer erfolgreich zurück". [50] "http://www.gipfelsoli.org/Repression/1365.html":http://www.gipfelsoli.org/R epression/1365.html [51] Die Techik wird z.B. von der israelischen Armee in den palästinensischen Gebieten und dem britischen Militär im Irak-Krieg eingesetzt; "http://www.gipfelsoli.org/Repression/986.html":http://www.gipfelsoli.org/Re pression/986.html [52] "http://www.sueddeutsche.de/deutschland/artikel/828/113715":http://www.suedd eutsche.de/deutschland/artikel/828/113715 [53] "http://www.statewatch.org/news/2003/jul/protests10965.pdf":http://www.state watch.org/news/2003/jul/protests10965.pdf [54] hierzu ausführlich: "http://www.gipfelsoli.org/Home/Heiligendamm_2007/Repression_Protesttage/Ste rnmarsch":http://www.gipfelsoli.org/Home/Heiligendamm_2007/Repression_Protes ttage/Sternmarsch [55] "http://www.gipfelsoli.org/Home/Heiligendamm_2007/1701.html":http://www.gipf elsoli.org/Home/Heiligendamm_2007/1701.html [56] "http://dip.bundestag.de/btd/16/060/1606039.pdf":http://dip.bundestag.de/btd /16/060/1606039.pdf [57] "http://www.ad-hoc-news.de/Politik-News/11756626/rss":http://www.ad-hoc-news .de/Politik-News/11756626/rss [58] "http://de.indymedia.org/2007/05/179208.shtml":http://de.indymedia.org/2007/ 05/179208.shtml [59] "http://www.mvregio.de/nachrichten_region/40986.html":http://www.mvregio.de/ nachrichten_region/40986.html -------------------------------------------------------------------------- Gipfelsoli Infogruppe Newsletter mit Nachrichten über Mobilisierungen, Debatten und Repression im Zusammenhang mit Gipfelprotesten. Die AutorInnen der Beiträge sind mit eckigen Klammern versehen. Wir können leider keine Verantwortung für die Richtigkeit der Beiträge übernehmen. Auch geben sie nicht zwangsläufig unsere Meinung wieder. Mehr Infos und Texte sowie ein Archiv des Newsletters unter www.gipfelsoli.org. Kontakt, Kritik, Beiträge: gipfelsoli at nadir.org =============================================== 13 Gipfelsoli Newsletter] Heiligendamm von Öffentlicher Verteiler der Gipfelsoli-Infogruppe =============================================== Gipfelinfo - Meldungen über globalisierte Solidarität und die Proteste gegen unsolidarische Globalisierung ------------------------------------------------------ www.gipfelsoli.org -- - jW: Schlag gegen Militante Gruppe - Gefährderansprache in der Ortenau - Militarisierung bis zum Mückenschutz - Amtshilfe um Heiligendamm - Jean Grossholtz: Once Again Into The Fray... - Heiligendamm - G8-Sicherheitszaun so gut wie abgebaut - Im Bundestag notiert: G8-Gipfel - Istanbul: Police kidnapped an anarchist and threw from the moving police car ---------------------------------------------------------------------------- --- jW: Schlag gegen Militante Gruppe Dem Bundeskriminalamt ist es offenbar gelungen [woher weiß das die jW so genau? Unseriös formuliert! Gipfelsoli Infogruppe], Personen aus dem Spektrum der linksradikalen Militanten Gruppe (mg) festzunehmen. Gegen sieben Beschuldigte laufen Verfahren, gegen vier Berliner wurden Haftbefehle beantragt. Der Gruppe werden seit 2001 vor allem Brandanschläge auf Polizeifahrzeuge in Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt zur Last gelegt. Kurz vor Ladenschluß bekam das Rote Antiquariat in der Berliner Rungestraße am Dienstag ungebetenen Besuch. Mehrere Beamte durchsuchten das Geschäft und spiegelten Computerfestplatten. Mitarbeiter des Berliner Landeskriminalamtes leisteten dabei Amtshilfe. Der vorgelegte Durchsuchungsbeschluß stützt sich auf den weit auslegbaren Paragraphen 129a (Verdacht auf Bildung einer terroristischen Vereinigung). Die Suche galt Hinweisen auf nebenberufliche Aktivitäten des Antiquariatsmitarbeiters Oliver P., der in der Nacht zuvor in Brandenburg/Havel festgenommen worden war. Ihm wird vorgeworfen, an einem versuchten Brandanschlag auf drei Bundeswehrfahrzeuge auf dem dortigen MAN-Firmengelände beteiligt gewesen zu sein. Dem Zugriff war laut Polizei eine Observation vorausgegangen, die auch Oliver P. im Visier hatte. Die Anwälte des Beschuldigten wollen sich frühestens am Donnerstag öffentlich äußern. Vier Beschuldigte wurden per Hubschrauber nach Karlruhe verbracht und im Laufe des Mittwochs dem zuständigen Ermittlungsrichter vorgeführt. Im Zusammenhang mit der Fahndung wurden auch mindestens sechs Privatwohnungen durchsucht, eine in Leipzig, der Rest in Berlin. Das Bundeskriminalamt hatte in den letzten Monaten die Ermittlungen gegen die mg intensiviert. Die Gruppe ist ihrem Selbstverständnis nach antiimperialistisch, sozialrevolutionär und kommunistisch. Zuletzt wurde ihr vom BKA ein Brandanschlag auf zwei Einsatzfahrzeuge der Berliner Polizei in der Nacht zum 18. Mai 2007 zugerechnet. Diverse Anschläge auf Polizeifahrzeuge und Nobelkarossen dienten den Behörden als Anlaß für umfangreiche Razzien gegen linke Projekte und Globalisierungskritiker vor dem G-8-Gipfel in Heiligendamm 2007. Die Ermittlungen liefen damals ins Leere. Der Pressesprecher des Generalbundesanwalts beim Bundesgerichtshof, Oberstaatsanwalt Frank Wallenta, bestätigte am Mittwoch auf jW-Nachfragen die Verhaftungen. [http://www.jungewelt.de/2007/08-02/051.php] ---------------------------------------------------------------------------- --- Gefährderansprache in der Ortenau Auch in der Ortenau kam es im Vorfeld des diesjährigen G8 Gipfels in Heiligendamm zu Repression gegen politisch aktive Menschen. So versuchten Beamte der Abteilung Staatsschutz der Kriminalpolizei Offenburg wenige Tage vor Beginn des Gipfels mehrfach Kontakt mit einer Person, die in linksradikalen Zusammenhängen aktiv ist, aufzunehmen. Bei der Mutter des Betroffenen meldete sich ein Herr Bellemann telefonisch und wollte wissen, ob ihr Sohn vorhabe nach Heiligendamm zu fahren. Er erwähnte auch, dass ihr Sohn in der Limo Kartei registriert sei und dass er mit einem Kollegen am Vorabend schon versucht habe diesen persönlich anzutreffen. Am gleichen Tag bekam die Wohngemeinschaft des Betroffenen Besuch von 2 Beamten die Informationen über desen Aufenthaltsort haben wollten. Ebenfalls am selben Tag bekam der Arbeitsgeber des Betroffenen einen Anruf von einem Mann der sich als ehemaliger Mitschüler des Betroffenen ausgab und ebenfalls wissen wollte, wo dieser zu erreichen sei. Unklar ist, ob die Vorfälle im Zusammenhang mit den bundesweit durchgeführten sog. Gefährderansprachen der Polizei im Vorfeld des G8 Gipfels stehen oder ob es dem Staatsschutz einfach darum ging Informationen zu bekommen. Unabhängig davon ist es ein klarer Einschüchterungsversuch gegenüber einem politisch aktiven Menschen und Teil der massiven Repressionswelle gegen den G8-Widerstand, die mit den großangelegten Razzien im Vorfeld begann und bis heute nicht abgeschlossen ist. Der Beamte Bellemann ist in der linksradikalen Szene der Ortenau kein Unbekannter. Bei fast allen Aktionen der regionalen Polizei gegen linksradikale Aktivitäten spielte er eine Rolle. So tauchte sein Name bereits mehrfach im Zusamenhang von Hausdurchsuchungen und Anquatschversuchen auf. Auch bei der Beobachtung diverser Demonstrationen in der Region wurden er und andere Beamten der Abteilung Staatsschutz schon identifiziert. Da Repression durch politische Polizei nur die logische Konsequenz einer Politik gegen Staat und Kapitalismus ist, ist es das Wichtigste, sich dadurch keinenfalls einschüchtern zu lassen. Die staatlichen Repressionsorgane können sehr mächtig wirken, deshalb sollte mensch auf Repression gemeinsam reagieren, sonst können Einzelne sich schnell ohnmächtig fühlen und resignieren. Falls ihr von Staatsschutz, Verfassungsschutz oder anderen staatlichen Organisationen angesprochen oder eingeschüchtert werdet, sagt erst mal GAR NIX!!!! Informiert danach so bald wie möglich Antirepressionsgruppen wie die Rote Hilfe oder andere politisch aktive Gruppen! Macht die Vorfälle öffentlich, denn nichts fürchten die Schnüffler mehr, als ihre Anonymität zu verlieren... Polizei und Geheimdienste abschaffen! Nieder mit Staat und Kapitalismus! Antirepressionsgruppe Ortenau [http://de.indymedia.org/2007/08/189671.shtml] ---------------------------------------------------------------------------- --- Militarisierung bis zum Mückenschutz - Amtshilfe um Heiligendamm Eine Analyse der Antwort der Bundesregierung auf die kleine Anfrage zum Einsatz der Bundeswehr anlässlich des G8-Gipfels Download Antwort der Bundesregierung: http://dip.bundestag.de/btd/16/060/1606046.pdf Zur Absicherung des G8 Gipfels 2007 wurden insgesamt 33 Amtshilfeersuchen an die Bundeswehr gestellt, von denen gerade eines - hier ging es um die Bereitstellung von Krankenwägen in Schwerin - abgelehnt wurde. Nach Aussage der Bundeswehr wurden alle Anträge vom Bundesverteidigungsministerium auf ihre rechtliche Zulässigkeit geprüft. Ob sie notwendig waren und also dem Prinzip der Subsidiarität entsprachen, dass, wenn möglich, zunächst zivile Behörden oder private Dienstleister zum Einsatz kommen sollen, wurde jedoch nicht geprüft sondern sei "Sache des Landes Mecklenburg-Vorpommern im Rahmen der polizeilichen Gefahrenprognose". Dies bedeutet praktisch, wenn eine Behörde Unterstützung durch die Bundeswehr anfordert, so ist diese auch nötig und deshalb rechtens. Die Amtshilfeanträge wurden von Behörden auf Bundes- und Landesebene sowie durch die "Besondere Aufbauorganisation Kavala" (BAO), für deren Handeln die Bundesregierung jedoch keine Verantwortung übernimmt, obwohl ihr Beamte auf Bundesebene angehörten, gestellt. Die BAO selbst richtete vier Ersuchen an die Bundeswehr, zwölf erfolgten über das Innenministerium Mecklenburg-Vorpommerns. Das Auswärtige Amt stellte drei Anträge, die vor allem den Transport von Delegierten aus Berlin zum Tagungsort betrafen, die Bundespresseagentur gewährleistete mit vier Anfragen den Transport von JournalistInnen durch die Armee zum Tagungsort und auf die nahe gelegene Burg Schlitz sowie einen Sanitätsdienst im Pressezentrum. Das Bundeskriminalamt sowie die Bundespolizei haben sich mit je zwei Anträgen Liegenschaften, Hubschrauberlandeplätze und flugbetrieblichen Brandschutz gesichert sowie den Einsatz von Pioniereinheiten zur temporären Befestigung von Straßen und Geländeabschnitten erwirkt. Weitere Ersuchen erfolgten durch die polizeiliche Katastrophenschutzbehörde des Landes (LPBK M-V) sowie das THW. Vorbereitung der Infrastruktur Bereits im Vorfeld des Gipfels war die Bundeswehr mit der Vorbereitung der Infrastruktur beschäftigt. So wurden Schnellbaustraßen bei Kühlungsborn verlegt, um einen Ausweichweg "Quellental" zu schaffen, vier Faltstrassengeräte kamen zum Einsatz, 1800 Rollen Stacheldraht wurden transportiert und dieser innerhalb von vier Tagen auf insgesamt 7km außerhalb des abgesperrten Bereichs um Heiligendamm verlegt. Außerdem wurden Hubschrauberlandeplätze hergerichtet und Betonplatten als Untergrund für Küchencontainer verlegt. Neben dem Krankenhaus Bad Doberan wurde ein mobiles Sanitätszentrum aufgebaut und in Hohenfelde eine Notdekontaminations-Einheit für Verletzte stationiert. Im Marinestützpunkt Hohe Düne wurde eine gemeinsame Flugeinsatzzentrale eingerichtet. Zwar wurden vom Innenministerium Mecklenburg-Vorpommerns insgesamt nur zwei Aufklärungsflüge angefordert um Veränderungen der Erdoberflächenbeschaffenheit zu registrieren, insgesamt fanden aber bereits im Mai fünf Missionen mit bis zu drei Tornados statt, bei denen ein umfassendes Lagebild erhoben und der BAO zur Verfügung gestellt wurde. Logistische Unterstützung während des Gipfels Die Bundeswehr unterhielt in den Pressezentren in Rostock und Heiligendamm sowie im Krankenhaus Bad Doberan Sanitätspersonal zur Verfügung, das auch Delegierte begleitete. Neben der genannten Notdekontaminations-Einheit standen außerdem zwei ABC-Abwehrpanzer und Rettungshubschrauber bereit, drei LKW mit je 10.000l Trinkwasser wurden in Malchow stationiert. Ein Großraumrettungshubschrauber der Bundeswehr kam am 6. Juni zum Einsatz, um sechs leicht verletzte Polizisten nach Bad Doberan zu fliegen. Die BAO hatte zudem um die Bereitstellung von C-160 Hubschraubern zur schnellen Verlegung von Einsatzkräften der Polizei gebeten. Beamte der Bundespolizei und des BKA wurden während des Gipfels mit insgesamt sieben Hubschraubereinsätzen innerhalb der Region Rostock und 1020 JournalistInnen mit 82 Fahrten der Marine transportiert. Doch selbst die banalsten Dienstleistungen wurden von der Bundeswehr übernommen: 6.336 Polizeibeamte wurden in Liegenschaften der Bundeswehr untergebracht, ein Übersetzer, 218 Nachtsichtbrillen, 98 Ferngläser, 12 Zelte und je 1000 Decken und Isomatten von der Bundeswehr angefordert. Am absurdesten scheint die "Versorgung der Einsatzkräfte mit 1000 Flaschen Mückenschutzmittel" durch die Bundeswehrapotheke Warnemünde. Die Militarisierung des Krankenhauses Bad Doberan Basierend auf der Annahme, das Kreiskrankenhaus Bad Doberan verfüge nicht über die nötigen Kapazitäten, wurden in dessen Umfeld Container mit Sanitätseinrichtungen der Bundeswehr aufgestellt, zu denen allerdings laut Bundesregierung nur Bundeswehrangehörige Zutritt hatten. Durch Vereinbarung mit dem privaten Träger des Krankenhauses wurde der Bundeswehr in Teilen der Liegenschaft das Hausrecht übertragen, jedoch nicht nur um die außerhalb gelegenen Container herum, sondern auch in einzelnen Bereichen des Gebäudes selbst und zwar aufgrund so genannter "Beobachtungspunkte", welche die Feldjäger dort eingerichtet hatten. Das Sanitätspersonal wurde nicht, wie sonst, in Kasernen untergebracht, sondern auf einem 800 Meter entfernt gelegenen Sportplatz, der hierfür in ein Feldlager umgewandelt und mit Stacheldraht gesichert wurde. Vermeintlich um mögliche Straftaten oder Störungen gegen das Bundeswehrpersonal zu verhindern, wurden im Krankenhaus und dessen Umgebung 83 Feldjäger eingesetzt. Diese befragten zivile Besucher des Krankenhauses nach dem Zweck ihres Aufenthaltes, fotografierten und eskortierten sie vereinzelt auf dem Weg in die Krankenzimmer. Nach Angabe der Bundesregierung haben sie dabei lediglich von ihrem partiellen Hausrecht Gebrauch gemacht, es sei jedoch kein militärischer Sicherheitsbereich eingerichtet worden. Die Hausrechtsbereiche der Bundeswehr wurden jedoch nicht näher bezeichnet und deshalb scheint sie de facto jedenfalls ein sporadisches Hausrecht im ganzen Krankenhaus ausgeübt zu haben. Bei den Fotos handle es sich nach Ansicht der Bundesregierung um "typische ´Feldlagerszenen´" und "Schnappschussbilder", über deren Weitergabe an zivile Stellen sei nichts bekannt, im Übrigen würde vom Einverständnis der abgelichteten Personen ausgegangen. Lediglich durch Soldaten aufgenommene Bilder von verletzten Polizisten seien der Polizei übergeben worden. Aufklärung Aus den zwei Aufklärungsmissionen durch Tornados, welche vom Verteidigungsministerium zur Entdeckung möglicher Straßenmanipulationen oder Erddepots genehmigt worden waren, wurden bekanntlich sieben mit insgesamt 14 Flügen. Die erste zusätzliche Mission erfolgte bereits am 3. Mai auf Betreiben der Bundeswehr - angeblich zu Demonstrationszwecken. Zielobjekte waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht festgelegt worden und es wurden der Polizei auch keine Bilder übergeben, das Rohmaterial sei vernichtet worden. Das bei den übrigen Flügen gewonnene Material wurde jeweils nach dem Einsatz mit einer Vertreterin der BAO gesichtet und insgesamt 82 vorausgewertete Bilder per Mail an die Polizei weitergegeben. Die anfängliche Argumentation, die zusätzlichen Flüge wären Wiederholungsflüge aufgrund schlechten Wetters gewesen, ist nicht haltbar, denn Strecken und Zielvorgaben wurden zwischenzeitlich geändert. Die zusätzlichen Flüge kamen auf Anforderung der BAO unter Zustimmung des Jagdgeschwaders Immelmann zu Stande, wurden also direkt zwischen einer Polizeibehörde und militärischen Stellen unter Umgehung aller politischen Verantwortlichen verabredet. Vorrangiges Ziel der letzten Flüge war offensichtlich die Ausspähung der Camps Wichmannsdorf und Reddelich. Die Überflüge vor Beginn des Gipfels fanden in einer Höhe von 1000-1500 Fuß statt, dies ist auch die übliche Mindestflughöhe. Es gibt nur ein begrenztes Kontingent für Übungsflüge bis auf 500 Fuß, dieses wurde genutzt für die letzten Flüge, als die Camps schon bewohnt waren. Ausgerechnet über dem Camp Reddelich sei es dann aufgrund des Wetters nötig gewesen, auch diese Flughöhe zu unterschreiten. Dies ist hochgradig unglaubwürdig. Es ging aller Wahrscheinlichkeit nach um die militärische Einschüchterung der Camp-Bewohner. Ob und durch wen diese angeordnet wurde, ist noch unklar. Eine ähnlich enge Kooperation zwischen Polizei und Militär ergab sich beim Einsatz der Fennek-Spähpanzer. Neun waren durch das Innenministerium des Landes angefordert, drei für den Einsatz unmittelbar um Heiligendamm, drei weitere um den Flughafen Rostock-Laage und drei zur allgemeinen Raumüberwachung. Ungefragt lieferte die Bundeswehr einen zehnten Spähpanzer zur technischen Koordination des Aufklärungseinsatzes. Vorgesehen waren die Fenneks vor allem für die wichtigsten Autobahnen um Rostock, hierfür wurden sie auf Autobahnbrücken positioniert, bedient von Soldaten aber bewacht von Polizisten. Auch den Fenneks wurde auf kurzem Dienstweg eine weitere Aufgabe zugeteilt, nämlich die Überwachung der landwirtschaftlichen Versuchsanstalt des Landes Mecklenburg-Vorpommern, wo auch genmanipulierte Pflanzen angebaut werden, die Ziel von Protesten hätten werden können. Nach Ansicht der Bundesregierung sei es den Soldaten untersagt worden, eigenständig auf Wahrnehmungen zu reagieren. Dies ist schlicht unmöglich, denn der Fennek kann keine Bilder aufzeichnen und die konkrete Aufgabenstellung der Soldaten bestand darin, verdächtige Beobachtungen an die Polizei vor Ort oder per Funk weiterzugeben. Zusammenarbeit zwischen Militär und Polizei Die Bereitstellung militärischer Liegenschaften - u.a. auf dem Flughafen Rostock-Laage - ermöglichte einen engen Austausch zwischen Militär und Polizei, Beamte und Soldaten lernten sich kennen - nicht nur auf der Ebene der höheren Dienstgrade - und erhielten Einblick in Ausrüstung, Möglichkeiten und Organisationslogik der je anderen Behörde. Die Polizisten wurden mit Bundeswehrfahrzeugen transportiert und in Kasernen untergebracht, es gab direkten Funkkontakt. Dies war keineswegs ein zufällige Entwicklung. Zunächst einmal forciert die Bundeswehr gegenwärtig im Rahmen der "territorialen Neuordnung" den Aufbau eines flächendeckenden Netzes der zivil-militärischen Zusammenarbeit durch Verbindungsbeamte, die nun allen zivilen Verwaltungsebenen beigestellt werden und somit die Bundeswehr von Anfang an in die Planung des Katastrophenschutzes einbinden. Auch der BAO Kavala wurde ein Spezialist der Bundeswehr für die ABC-Abwehr sowie zwei Stabsoffiziere der Luftwaffe beigestellt. Die Luftwaffe stellte der Polizei ein "identifiziertes Lagebild" zur Verfügung. Während des Gipfels wurde auch das militärische Lagebild der Marine an die Polizeikräfte übermittelt. Auf den Schiffen der Bundeswehr befanden sich darüber hinaus Verbindungsbeamte der Wasserschutzpolizei, im Flottenkommando hingegen einer der Bundespolizei. Es gab regelmäßige Besprechungen zwischen dem Flottenkommando und dem Lagezentrum der Wasserschutzpolizei, bei dem ebenfalls ein Angehöriger der Marine eingesetzt wurde. Die Bundesregierung sieht durch solche Kooperationen den Grundsatz der Trennung von Polizei und Militär jedoch nicht verletzt, da alles Genannte sich im Rahmen der verfassungsrechtlich zulässigen technischen Amtshilfe zugetragen hätte. Kriegerische Amtshilfe Neben den Einsätzen, bei denen das Militär zur Unterstützung der Polizei, als Ersatz für private Dienstleister oder fehlende zivile Kapazitäten für den Bevölkerungsschutz auftrat agierte sie im Rahmen des G8-Gipfels jedoch auch mit originär kriegerischen Mitteln, wenn auch weniger sichtbar auf dem Wasser und in der Luft. Neben den Tornados, Späh- und Abwehrpanzern waren auch vier Eurofighter und acht Kampfflugzeuge vom Typ F-4F Phantom, ein militärischer Transall-Transporter, eine Fregatte, drei Minenjagdboote, Minentaucher und ein Luftraumüberwachungsgerät im Einsatz. Die Abfangjäger flogen in so genannten Kernzeiten, insgesamt sechs Stunden und 15 Minuten, um gegebenenfalls Angriffe aus der Luft abwehren oder nicht zugelassene Flugzeuge aus dem Luftraum über Heiligendamm abdrängen zu können. Auch bei Minenjagdbooten ist offensichtlich, dass es um die Abwehr kriegerischer Angriffe und damit auch selbst um einen kriegerischen Einsatz ging. Dieser Punkt spielt in der Debatte über den Einsatz der Bundeswehr im Rahmen des G8-Gipfels kaum eine Rolle. Schließlich erscheint es sinnvoll oder gar logisch, dass man die Delegierten Krieg-führender Staaten bei solch einem Treffen vor quasi-militärischen Angriffen schützen muss und also auch einen quasi-Verteidigungsfall ausruft. Es gibt diesbezüglich auch klare Bedingungen etwa für das Erscheinen des US-Präsidenten. Der Einsatz der Minenjagdboote sowie der Verbindungsboote der Marine geschah noch auf Amtshilfeersuchen durch das Innenministerium des Landes. Bezüglich der Abfangjäger bestand ein solches Ersuchen jedoch nicht. Die Grundlage des Einsatzes wird von der Bundesregierung nicht genannt, offensichtlich wurde hier Schäubles quasi-Verteidigungsfall bereits umgesetzt. Eine kurze Bewertung Auch wenn fast alle Amtshilfeersuchen auf Betreiben der BAO Kavala zurückgehen, wurden sie von unterschiedlichen zivilen Stellen und in unterschiedlichen Verfahren gestellt. Dies befördert den Eindruck, dass es hier zugleich um die Herstellung einer behördlichen Routine der zivil-militärischen Zusammenarbeit ging. Das Verteidigungsministerium hat nach eigenen Angaben alle Ersuchen geprüft und für rechtmäßig befunden, jedoch keine Überprüfung unternommen, ob sie notwendig waren, insofern signalisierte die Bundesregierung, dass sie das Prinzip der Subsidiarität für obsolet hält. Eine düstere Prognose ergibt sich aus Heiligendamm für den zivilen Bevölkerungs- bzw. Katastrophenschutz. Er droht schlicht überflüssig zu werden. Wenn keine zivilen Gerätschaften gegen ABC-Gefahren bestehen und selbst für die Trinkwasserversorgung die Bundeswehr vom THW angefragt wird, so wird sich der Einsatz des Militärs im Inneren normalisieren. Die Militarisierung der Katastrophenhilfe wird auch im Ausland fatale Effekte haben, erfolgt parallel zur Militarisierung der Entwicklungshilfe und wird dazu führen, dass Hilfsmaßnahmen im Ausland mittelfristig nur noch unter militärischer Kontrolle ablaufen können. Die Bundesregierung beziffert die Gesamtkosten für den Bundeswehreinsatz auf unglaubwürdige 10 Mio. Euro, die sie den Antragsstellern nicht in Rechnung stellen wird. Sie dient sich, ihr Material und ihre Soldaten somit als Billiganbieter in Konkurrenz zu zivilen privaten oder staatlichen Dienstleistern an. Auch dies wird dazu führen, dass Amtshilfeersuchen künftig auch da zunehmen werden, wo zivile Alternativen bestehen oder bestanden. Bleibt die Frage der Verfassungsmäßigkeit, die gegenwärtig heftig diskutiert wird. Das Trennungsgebot von Polizei und Militär und eine strikte Begrenzung der Einsatzfähigkeit von Militär im Inneren sind nicht mehr gängige Rechtsauffassung. Die Formulierungen im Grundgesetz lassen hier die nötige Eindeutigkeit vermissen und mit der zunehmenden Relativierung des Faschismus in der deutschen Geschichte unterliegen sie gegenwärtig einer Neuinterpretation. Die technische Amtshilfe ist quasi nicht definiert, während andere Voraussetzungen für den Einsatz der Streitkräfte im Inneren sehr strikt und restriktiv formuliert sind. Noch im Februar 2007 schrieb der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages, dass technische Amtshilfe auf Grund des Art. 87 a Abs. 2 auf "verteidigungsfremde Hilfeleistungen" beschränkt sei.(1) Die Bundesregierung hält den Einsatz von Tornados, Spähpanzern und Feldjägern für "verteidigungsfremde Hilfeleistungen", während Teile der Opposition der Auffassung sind, nur Mittel, die auch der Polizei zur Verfügung stünden, könnten im Rahmen der Amtshilfe von der Bundeswehr angefordert werden. Eine Anrufung des Verfassungsgerichts würde vermutlich tatsächlich dazu führen, dass ein Teil der genannten Maßnahmen für verfassungswidrig erklärt, andererseits aber der Rest legalisiert würde, was gegenwärtig nicht der Fall ist. Das jüngste schockierende Urteil des Verfassungsgerichts zur NATO-Strategie und dem Einsatz in Afghanistan, welches der Bundesregierung quasi freie Hand für ihre Militärpolitik lässt, deutet darauf hin, dass diese Verschiebung der Legalitätsgrenze weit über das hinaus ginge, was bislang von der Bevölkerung als legitimer Armeeeinsatz im Inneren angesehen wurde und was angesichts der deutschen Geschichte legitim ist. Vom Ziel ausgehend, Demokratie und Menschenrechte zu verteidigen, sollte also weniger die Frage der Legalität als die der Legitimität im Vordergrund stehen. Denn nicht alle staatlichen Maßnahmen, die sich die Regierung in den letzten Jahren legalisiert haben sind damit auch legitim - im Gegenteil. Anmerkungen: Als Quelle dient die Bundestag-Drucksache 16/6046 http://dip.bundestag.de/btd/16/060/1606046.pdf (1) Deutscher Bundestag/ Wissenschaftliche Dienste: Aktueller Begriff: Der Einsatz der Bundeswehr im Inneren, http://www.bundestag.de/bic/analysen/2007/Der_Einsatz_der_Bundeswehr_im_Inneren.pdf Christoph Marischka ---------------------------------------------------------------------------- --- Jean Grossholtz: Once Again Into The Fray... (Jean attends her lebenty hundredth demonstration against the fenced-in decision making of wealthy northern governments acting out the dreams of corporate capital) It is the first week in June 2007. The G8 meets in Heiligendamm, Germany a fancy spa on the Baltic Sea north of Rostock. The heads of state of the most developed, richest, countries of the world meet to decide the fate of us all. And of course, those of us in opposition rally to confront them and to say: No you can't, no you cannot hide away in 10 star resorts. No! We will be there; we will make sure the world knows of your scheming! (In my life "I" has become "We". A lifetime of activism and commitment to people's actions for justice has united me with thousands of wonderful comrades around the world. ) We call out our own Alternative Summit and we select three themes which we think are at the center of the world's problems. We prepare to confront the Gang of 8 in our discussions and in non-violent direct action. The three themes were migration, agriculture and militarism. The alternative summit took place before the heads of state met and included workshops, a daylong demonstration and a major march on each of these themes. In addition an opening march and demonstration and a mass blockade was planned. We would surround the G8 site overriding their wall of police and fencing with a wall of our bodies denying their right to make decisions hidden from public view and from those in whose name they claim to act. The basic philosophy of the events was a commitment to de-legitimizing the G8, that is, to refuse to assume that they could or had the right to do anything about anything. Not to ask them to adopt policies or commit to actions but rather to confront them with a clear people's agenda. We knew from our earlier experience that their commitments and manifestos meant nothing. For example their earlier commitment to helping Africa and providing development aid had only materialized in minute numbers and some countries ignored it altogether. The G8 opposition was committed to confrontation and to non-violent civil disobedience. In the Internet discussions and post demo evaluations there was much talk of the Myth of Seattle. Those of us who were there did not consider it a myth but rather an open recognition of the linking of variety of issues and a broadening of the understanding of the costs of the World Trade Organization and its so called Free Trade Policies. It was the first time the world had a look at the polyglot collection of those in opposition and it built long-term connections between many of us. It also allowed the countries of the South a more realistic view of the United States not as a monolithic untouchable empire but a government faced by popular resistance to its policies. The policies we were opposing then are, in fact, the causes of the crisis in migration and agriculture. At that time it appeared we could reverse the corporate machine. But now the costs have been levied, much of the world turned over to private capital and the regulations so sorely won and put in place to save our health, our labor, our planet, overturned. We talked across ideologies, genders, languages, ages. Unlike North Americas who seem forever stuck in a fear of class conflict, Europeans in the movement seemed to have accepted a theme of precariousness. The precariousness of people cau ght in the mess of this world economy. This stands in opposition to the U.S. movement's emphasis on the poor downtrodden victims and our need to Help Them. Thus ignoring that all of us are victims of this system and all of us suffer. And therefore, of course, ignoring the need to change the structure of power, structures that hold in place the very means of creating "downtrodden victims". The opposition began on Saturday June 2 with a massive march and rally of between 25,000 (the police) and 80,000 (the demonstrators) One steam of the march emerged from an ecumenical celebration in a church organized by Jubilee South the group working to cancel the debts of countries of the global south. They had huge red balloons with that message on them that filled the church and delineated the procession. Another stream started at the campsites of the demonstrators. A cheerful, peaceful march with many banners and colorful puppets, with clowns and musicians met and rallied at the Harbor where a stage had been set up and many bands were ready to play for the spirited throng. It was a scene of joy in our coming together, a celebration of our commitment. But now a police helicopter hovered over the rally point blocking out the speakers and raising the anger of the crowd. Meanwhile the police concentrated on those they thought would cause trouble and they believed to be violent. Anyone covering his or her face or wearing black was open game. Over the next days people were accosted and searched, arrested for carrying pocketknives, or having a kerchief around their neck. In time the police presence and their actions broke out into a scuffle between police and demonstrators, which got reported in the press as "Over 400 Police Hurt " In fact this was a lie and a much overblown report. The hospital reported a handful of police with bruises and several demonstrators seriously hurt. The G8's response to our actions, like the response to our actions against the World Trade Organization 4:34 PM or the World Bank, has been the escalation of the police presence. At Rostock this was overwhelming. Police and Swat teams had been shipped in from all over Germany. The Police had built an enormous fence miles away from the meeting site and costing some enormous amount of money. They had closed off the airport and throughout much of the ensuing days they closed down the local transport system. The reasons for this were never clear to those of us participating and watching the actions. There were constant parades of police car, groups of police in full riot gear marching around watching and hovering over black clad demonstrators, searching people in black clothes. It was a bit ironic to know the German delegation was committed to getting G8 agreement on action to reduce carbon emissions while outside they were expanding their own carbon footprint. When the summit started, demonstrators marched to the fence and again actions at the fence were provoked and expanded by police presence. The end result another aborted confrontation-- demonstrators wishing to tell the G8 what they thought, police hired to keep them away. The fight is clearly because in this world there are those who would take down the fence, say to the Heads of State it is not reasonable for you to squirrel yourselves away from the people who put you in power in the pretense you are acting in our name. The governments of the world do not wish to hear this, are frightened of mass protest. Returning from protesting the G8 meeting in Germany and a Europe which has all but given up on the United States, to a country enmeshed in a silly procession of presidential candidates talking past one another and their questioners, a Vice President who says he has no public accountability and can keep any and all of his actions secret, and a President daily more isolated from Reality and >from his own political constituency. What a mess! True the Europeans are themselves confused by what is happening in their own politics. In a café in the south of France some young Frenchmen told me they hold Bush responsible for bringing Sarkozy to power. No one is happy about his or her own government. Everyone I met was disaffected and most were confused as to what to do about it. Many anarchists were convinced they could bring off a rebellion in the streets that could force a change but others are not so sure either that there was popular support for such a move or that it would bring about anything more than a regime change of no long-term importance. But most of those at Rostock trying to de-legitimize the G8 were sure of one thing capitalism is the problem. We cannot live a humane democratic egalitarian life under a regime dominated by a lopsided distribution of wealth and structured by a market system. Where one goes from there, and more important, how we get there, is a matter of great dispute. The three issues of the Alternative Summit at Rostock detailed a horrendous view of the world we live in. Discussions of "flight and migration" centered on the forces that pushed people out of their homes and families, the forces that drew them northward and what they found there. The evidence was presented by African groups and the information we brought to these meetings were a clear condemnation of neo-liberal economics and particularly the so called "Free Trade" agreements of the World Trade Organization. It was generally presumed that for the north the focus was labor, the commitments of capitalist to cheap labor at any cost to their communities. A labor force willing to work for low wages and disciplined by their illegal presence serves the needs of international commerce. But the dangerous migration of such a labor force meant they risked their lives. Once they arrived fear of discovery and deportation, the livelihood of their underpaid families and the meaning of labor itself were all on the table. The migration issue here and abroad is tied directly to the increasing labor shortages caused by low birth rates and poor education systems. The racist fears being raised in the north obscures the reality on all sides of the question. Strategizing cross border labor organizing and a general commitment to human needs like health care and education is not only possible but would improve life for all of us, rich and poor, north and south. Agriculture, the second big issue, is the rock upon which the WTO has collapsed. The unwillingness of the European Union and the United States to remove the tariffs, import duties and outright subsidies that protect their agricultural giants from competition has roused a bitter anger in the south who now stand firmly refusing to open their markets any further. The shot heard round the world on this issue was I believe the discussion of Cotton at the WTO Ministerial meeting in Cancun in September 2003, when a handful of the poorest countries in Africa presented a proposal to reduce the North's subsidies to their cotton farmers and were told by the US trade representative contemptuously, "diversity your production." These countries had pointed out that they could not sell their cotton on the world market that the biggest source of their foreign exchange was denied them and that the foreign aid they received (with conditions), was less than their cotton would bring if the world market price represented the real cost of production. It is a sick reflection of our times to know that the World's concern for Africa is a Bono concert. (In some circles a new verb 'bonoed" has come to mean a misled and mystical initiative from the global north. ) The hundreds of thousands of people from the global south seeking entry into the northern industrial states is in large part the result of the destruction of small farmers and local food production. Meanwhile in the United States, those who argue that government should get out of business that regulations curb progress, that welfare and public health care are unearned and unwarranted entitlements, are the very people who support politicians who pontificate on the need to support American farms while watching the total destruction of small farms and local agriculture. The US agriculture bill now before Congress is more of the same. It provides huge subsidies most payments to large farms that can then sell their produce below the world market price and drive unsubsidized farmers here and abroad out of business. The monopolization of the American food business by 5 or 6 huge corporations like Cargill, ADM and ConAgra, has all but eliminated local food production and hold us all hostage to whatever these corporations find the most profitable The third issue, war in Iraq of course is an everyday reality for the world. It is everywhere seen for what it is the failing U.S. empire's last-ditch effort to control oil and the crossroads of the Middle East. Many in Europe are hard put to explain why despite all the evidence of the gross failure of this policy the Bush administration persists. But so are we Americans. And we live here. Discussion in the streets and the forums and the press generally suggest that what we are seeing is the last imperialist gasp of a failed state. This should make the neo-liberals cringe but it apparently is lost on them. But beneath all this rhetoric and the police vs. demonstrator confrontations, there is a growing sense that serious change is coming, that our years in the street were not wasted that we are coming to understand the linking of our issues and our futures, that political parties and the elections they organize and the leaders they choose, will not raise the real issues or illuminate new directions. Another world is possible but it demands of us a major change in the way we do things. Economic decision-making by responsible community centered bodies not corporations. A genuine, structured commitment to fairness and equal opportunity and a living wage, health care and education for all and a commitment to food security and the careful use of water for all. I heard this talk in the streets and the cafes of Europe just as I heard it in Hong Kong and Cancun. We are coming together. We understand what we have lost but we also are beginning to see what we have won. The generation gap on the Seattle demonstrations is amazing. The young refer to it as the Myth of Seattle. For me it was not a myth but a reality. The reality of a wide variety of interests coming together and sharing a common purpose understanding each other, holding out the hope of a common purpose. And at the same time giving the countries of the global South some reason to say NO to the powerful north, which was determining their future. The United States was no a monolith it could be swayed and defied and was as fractional as their own countries. There were soul mates across the divide not just do-gooders seeing the South as the indigent poor victims but people with common interests from which one could build a movement. That it did not materialize then or still is a product of the power of the north to dictate the reality, to dictate what political action could mean: elections, candidates parties... not street demonstrations and masses of people coming together across their differences. Gradually the movement in the north has seen this, has begun to learn some lessons from the south as to how to get change, how to move strongly, powerfully and non-violently to a different alignment of power. In the United States when we talk of political development movement people no longer see it as a tutoring of the folks in the south but as a questioning of our own political rites and beliefs. We have after all seen a disavowed president elected twice. We have been lied to and our Constitution and values destroyed. And clinging to a party system of selection we have seen the opposition party returned to power with no real change taking place. We need a clear policy on a national government run single payer health care plan. And we need to vote only for those who will do battle with the insurance companies and fight them for our health care. We need a foreign policy, which is based on creating broad agreements on nuclear weapons and the use of diplomacy and the abjuring of violence and a commitment to a peaceful world, and we need to vote only for those who agree to our proposal. And the list goes on. We create community-based proposals, we push them forward, we tell our representatives what we will support, and we let our votes reflect that. We try to put an end to these meaningless TV extravaganzas. At Rostock the key words were "de-legitimize" and "precariousness". Do not give the G8 legitimacy. Do not ask them; do not expect of them anything. They have no rights. Just as the present government of the United States has lost its legitimacy and has no right to rule. Do not recognize their right to meet and talk, do not recognize or accept their closed doors and high fences. The idea of precarity can help us move in a different direction. We are accustomed to talk of the disadvantaged, the less developed, etc. We talk of class but we do not say 'class'. Precarious means the vulnerability of all of us to these forces that are loose in the world Look to the precariousness of the community we live in, the causes we support. It is not just the poor and disadvantaged that are suffering... it is all of us. A citizenry that allows its government to hunt down, imprison, and deport migrant workers is not a safe place for anyone. A government that can forcibly kidnap people and put them in a concentration camp without recourse to trial for years is not safe for anyone. A government that can spy on its own citizens and read their mail at will is not safe for anyone. A government that lies, that ignores the law when it suits them is not a safe place for any one. It is a very precarious place. The Europeans I talked with said the same things about their electorates as I hear said about the U.S. electorate, they are ignorant and uninformed and do not understand they accept Merkl or Sarkozy or Putin or Blair because they don't know any better. But it is agreed that we are at a very dangerous place now. At same time as we are witnessing the defeat of the WTO, as it was conceived and pushed by the G8 countries, we are seeing the attempts to replace it with even more devastating control mechanisms of regional groups. Economic Partnership Agreements worked out between countries of the European Union or the United States and Canada with a country in the global south makes that economically weak state hard put to stand up to the demands of the northern economy. Their economy has come to depend almost entirely on the wishes of the north. The attempt to extend NAFTA to other south and Central American areas is another attempt to bring about the same events with less effort. The fight has grown more desperate, more complicated. But I see evidence that we can move forward into what I hope and believe is a creation of left based, community created proposals for resolving the deep crises of our world. Or maybe "Hope springs eternal.... Jean Grossholtz Professor Emeritus, Mount Holyoke College South Hadley, MA ---------------------------------------------------------------------------- --- Heiligendamm - G8-Sicherheitszaun so gut wie abgebaut Heiligendamm/MVregio In Heiligendamm und Umgebung erinnert so gut wie nichts mehr an den G8-Gipfel Anfang Juni. Bis zum Freitag (03-08-07) soll auch der letzte Pfosten des zwölf Kilometer langen Sicherheitszaunes um den Ort verschwunden sein, sagte ein Mitarbeiter der Zaunbaufirma MZS aus Bargeshagen (Kreis Bad Doberan) am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur dpa. Die Zaunfelder sind bereits abtransportiert. Der Zaun geht an mehrere Abnehmer: 1,2 Kilometer erhält die Sächsische Rosenwelt in Borsdorf, das Tierheim in Schlage bei Rostock nimmt 40 Meter für ein neues Katzengehege. Jeweils mehrere hundert Meter gehen an Veranstaltungsfirmen im Nordosten. [http://www.mvregio.de/nachrichten_region/49129.html] ---------------------------------------------------------------------------- --- Im Bundestag notiert: G8-Gipfel Berlin: (hib/VOM) Wie viel der G8-Gipfel im Juni in Heiligendamm gekostet hat, kann die Bundesregierung derzeit noch nicht sagen. Dies teilt sie in ihrer Antwort (16/6090) auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion (16/5841) mit. Die Kosten für den Einsatz der Bundeswehr in Heiligendamm beziffert die Regierung nach einer "ersten groben Kostenschätzung" auf rund 10 Millionen Euro. Nach einer Verwaltungsvereinbarung zwischen dem Bund und dem Land Mecklenburg-Vorpommern unterstütze der Bund das Land, indem er auf die Erstattung der Kosten der Bundesbehörden sowie auf verschiedene Sachkosten verzichte. Auch würden sämtliche von der Bundeswehr erbrachten Leistungen aus dem Verteidigungsetat finanziert. [http://www.bundestag.de/aktuell/hib/2007/2007_203/09.html] ---------------------------------------------------------------------------- --- Istanbul: Police kidnapped an anarchist, beat him, and threw from the moving police car POLICE KIDNAPPED OUR COMRADE, BEAT HIM AND THREW FROM THE MOVING POLICE CAR Sinan Tekpetek, legally responsible of biweekly anarchist newspaper "Ozgur Hayat" and the youth movement %52's magazine "%52 Ofke", was attacked by police on July 26th. That's how the incident happened: On that evening at 11:30 pm., in Taksim, one of Istanbul's central districts, Sinan was stopped by police and asked his ID Card. Police checked his records on police's database, afterwards gave back him his ID Card, and quite politely let him go. Sinan went on walking, but after 5 minutes a police car approached him and three policemen took Sinan into the car violently. In the car they consistently hit Sinan, used pepper gas on his face repeatedly. Sinan couldn't raise his head and so he couldn't see where he was taken. After almost 15 minutes, the car stopped in a place where Sinan could only see the historical 'city wall's. Here the violence went on, and two more police cars came, 10 or 11 policemen in total hit Sinan repeatedly with fists and batons, kicked, sweared him, used pepper gas on him, and threatened him ("we'll kill you") with their guns. This violence went on about one and a half hour. Then they took him again in one car and drove. While the car was moving (with a speed like 40 km/h) they threw Sinan from the car without stopping. The time was approximately 01:30 am. Sinan stayed lying there for some time, and after he recovered a bit, went to a hospital. Sinan's two ribs are broken, his body is full of severe bruises (his face, especially his left ear, and his back is full of baton traces). When he was thrown from the car, he fell on his back, so it's only a chance that he was not injured worse, even dead! It seems the attack was planned, as when Sinan's ID was taken, there were surveillance cameras which can view the police car, but where he was taken by force, there were no cameras or nobody around. Also, police did not take any records, so it was not custody in its legal sense. Police kidnapped Sinan in the heart of Istanbul, tortured, and attempted to kill him! In recent weeks, with the pretext of "security against terror" the government made changes in the police law, which henceforth extends police authority. After this change, police repression increased. Only in Taksim-Beyoglu district at least similar 22 incidents occurred in recent months these are only the ones that Human Rights Association recorded; HRA and we are sure that there are more incidents in which the aggrieved are scared and so stayed silent. This "perfect murder" attempt is a part of systematic attack of the police. Not only the social strugglers, many people have been attacked, beaten, tortured in similar ways. We are not silent, it won't be that easy for the state to attack people! The campaign is going on. So far we made the attackl heard by many people, the incident was published in many newspapers and on many websites. We see that police longs for the days in the 1990's, in which they kidnapped, "punished", and killed many people. Today we and many people, who advocate freedom and humanity, raise voice against this systematic attack and support Sinan. And as the support and solidarity rises, the state repression on us is also increasing. We want all anarchists and anti-authoritarians know what's happening in Istanbul nowadays. Evidently, the state repression will increase, but we'll confront. And we want you to be sure that our rising struggle for freedom will prevent the state's attack on people! In solidarity, Ozgur Hayat [ www.ozgurhayat.org ] & 52 [ www.yuzde52.org ] p.s.: You can see the photos of Sinan on these websites, and also watch the developments. Websites are in Turkish, we'll try to make declarations in English also. -------------------------------------------------------------------------- Gipfelsoli Infogruppe Newsletter mit Nachrichten über Mobilisierungen, Debatten und Repression im Zusammenhang mit Gipfelprotesten. Die AutorInnen der Beiträge sind mit eckigen Klammern versehen. Wir können leider keine Verantwortung für die Richtigkeit der Beiträge übernehmen. Auch geben sie nicht zwangsläufig unsere Meinung wieder. Mehr Infos und Texte sowie ein Archiv des Newsletters unter www.gipfelsoli.org. Kontakt, Kritik, Beiträge: gipfelsoli at nadir.org ================================================ C) EDITORIAL ================================================ Für den Inhalt verantwortlich: Ihr. Medieninhaberinnen & Medieninhaber seid Ihr E-Mail-Adresse für Beiträge: widerstand at no-racism.net geschickt. widerst at nd MUND und alle Termine täglich aktualisiert im Web: http://www.no-racism.net/MUND Ziel von MUND (medienunabhängiger Nachrichtendienst) ist die unzensurierte und möglichst rasche Information über gesellschafts- politisch relevante Themen. Termine, Hinweise und Diskussionsbeiträge zu Widerstand und Antirassismus sowie verwandte Themen sollen einen Titel, Namen und Emailadresse der/des AutorIn enthalten und möglichst kurz und prägnant gehalten sein, ev. mit Hinweis, wo weitere Informationen eingeholt werden können. Bitte keine Attachments! Die inhaltliche und sachliche Verantwortung liegt bei der/dem jeweiligen AutorIn bzw. jenen, die uns die Beiträge schicken. Der MUND wird von einzelnen TagesredakteurInnen zusammengestellt. Da Fehler nicht ausgeschlossen sind, bitten wir, nicht veröffentlichte Beiträge nochmals an widerstand at no-racism.net zu senden. 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(Weitere Gründe einen Beitrag nicht aufzunehmen sind z.B.: Attachments, kein erkennbarer Bezug zu den breit gestreuten Themen des MUND, Werbesendungen, sinnlose Kettenbriefe.) Die AbsenderInnen der betroffenen Beiträge werden hiervon informiert. Im Sinne einer "gläsernen Zensur" könnt ihr Euch die Beiträge gerne extra schicken lassen: Ein kurzes Mail an widerstand at no-racism.net genügt. ================================================ E) VERTEILERLISTE ================================================ Zur Eintragung in diesen Verteiler bitte direkt subskribieren unter http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/analle oder von der einzutragenden Adresse aus ein mail schicken an: admin at no-racism.net mit folgendem Text: subscribe no-racism Bitte wegen Automatisierung diesen Wortlaut verwenden! Zur Austragung aus dieser Liste bitte an zusammengestellt. Bitte keine Attachments! (werden nicht berücksichtigt) Redaktionsschluss für diese Ausgabe: Do 21.30 Uhr Nicht enthalten: 1 nicht WR, 2 veraltet III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III ü, ö, ä, ß, Ü, Ö, Ä III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III widerst at nd-MUND is powered by http://alt.strg.at/ ================================================ From analle at no-racism.net Mon Aug 6 10:09:30 2007 From: analle at no-racism.net (=?iso-8859-1?q?MUND=3A_medienunabh=E4ngiger_Nachrichtendienst?=) Date: Mon, 6 Aug 2007 10:09:30 +0200 Subject: mund: montag, 6. august 2007 Message-ID: widerst at nd MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst www.no-racism.net/mund MedieninhaberInnen seid Ihr! Montag, 2007 ================================================ A) INHALT ================================================ <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN UND ANKÜNDIGUNGEN <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 01 - Hiroshima Gedenken verin.stadtteilz.simmering at chello.at ================================================ <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN UND KOMMENTARE <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 02 - [SOSMM - Info] Hier ist der Tschusch der Chef - Moment#8 office at sosmitmensch.at ================================================ 03 - Die mysteriösen Umfragen der NYT cafe.critique at gmx.net ================================================ 04 - [SLP-Pressemeldung] Naziübergriff auf antifaschistische Organisation slp at slp.at ================================================ 05 - Leitl rüttelt am Wahlrecht ibd.koehler at utanet.at ================================================ <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< VERANSTALTUNGEN <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 06 - GAJ Sommercamp +++ GAJ Infotour newsletter at gajwien.at ================================================ ================================================ B) TEXTE ================================================ <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN UND ANKÜNDIGUNGEN <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 01 - Hiroshima Gedenken verin.stadtteilz.simmering at chello.at ================================================ Sehr geehrte Damen und Herren! Liebe Friedensfreundinnen und Friedensfreunde! Wir laden Sie / dich / euch herzlich zu den Hiroshima-Aktionen ein. Alle Infos findet man / frau auf www.hiroshima.at , wo ab Montag auch alle Grußadressen zur Unterstützung der Wiener Aktion und unseres Anliegens einer Welt ohne Krieg und ohne Atomwaffen zu finden sind. Hiroshima im Radio: Radio Orange macht eine Sendung mit der Hiroshima-Gruppe, Samstag, 4. August 2007 von 20.00 Uhr bis 21.00 Uhr. Radio Orange 94.0 - Verein freies Radio Wien (nur in Wien zu empfangen) Religion Aktuell am 6. August (für jene, die nicht zur Aktion kommen können) um 18.55 Uhr auf Ö1 Mit den besten Wünschen für ein schönes Wochenende und mit solidarischen Friedensgrüßen! Andreas Pecha und Alois Reisenbichler Gedenken an die Opfer der Atombombenabwürfe in Hiroshima und Nagasaki Aktionen für eine Welt ohne Atomwaffen Am 6. August 1945 wurde die erste Atombombe auf Hiroshima, am 9. August die zweite auf Nagasaki abgeworfen. In Österreich finden zum Gedenken an die Opfer der Atomwaffen und mit der Forderung, alle Atomwaffen abzuschaffen, Veranstaltungen statt: 4. August: Melk und Linz 6. August: Hiroshima-Aktion ab 17.00 Uhr am Wiener Stephansplatz, 20.30 Uhr Laternenmarsch 6. August: Kerzen für Hiroshima in Bad Tatzmannsdorf (Burgenland) 9. August: Gedenkfeier ab 19.00 Uhr bei der Wiener Friedenspagode Informationen und ab 6. August alle Grußadressen zur Unterstützung der Hiroshima-Aktion in Wien und für die Forderung einer Welt ohne Krieg und ohne Atomwaffen auf www.hiroshima.at HIROSHIMA-AKTION IN WIEN Die Hiroshima-Veranstaltung beginnt am Hiroshima-Tag (Jahrestag des Atombombenabwurfes auf Hiroshima), Montag, 6. August 2007 um 17.00 Uhr auf dem Wiener Stephansplatz und wird um ca. 20.30 Uhr mit einem Laternenmarsch vom Stephansplatz zum Teich vor der Karlskirche abgeschlossen. Im Rahmen der Aktion werden wieder Grußbotschaften von prominenten Persönlichkeiten veröffentlicht. VertreterInnen von Friedensgruppen und Mag. Peter Grubits (Generalsekretär der Katholischen Aktion Österreich) sprechen zum Thema Atomwaffen, Ernst Toman (Friedensinitiative Donaustadt) singt Friedenslieder. Bei Schlechtwetter findet die Hiroshima-Veranstaltung im Pfarr-Cafe der Dompfarre St. Stephan, 1010 Stephansplatz 3, statt. GEDENKEN am 9. AUGUST in WIEN Am Donnerstag, 9. August 2007, wird um ca. 19.00 Uhr mit einer traditionellen Buddhistischen Lichterzeremonie bei der Wiener Friedenspagode der Opfer von Hiroshima und Nagasaki gedacht (Wien 2, Hafenzufahrtsstraße, Endstation Straßenbahn 21 dann Fußweg; oder Bus 80B). Yuko Gulda (elektrische Piano und Komposition), Kazuku Kurosaki (LABfactory, Tanz) und Hans Echnaton Schano (ehemaliges Mitglied des Living Theatre, Texte) gestalten ein Kulturprogramm am Beginn. HIROSHIMA-AKTION IN MELK Am Samstag, 4. August 2007 von 10.00 bis 13.00 Uhr Gedenkaktion zu Hiroshima und Nagasaki in der FußgängerInnenzone (vor dem Rathaus). HIROSHIMA-AKTION IN LINZ Am Samstag, 4. August 2007 von 10.00 Uhr bis 12.00 Uhr Verteilaktion der Werkstatt Frieden und Solidarität am Taubenmarkt anlässlich des Hiroshimatages. Informationen: www.werkstatt.or.at HIROSHIMAAKTION IN BAD TATZMANNSDORF: Montag, 6. August 2007: Kerzen für Hiroshima ab 16.00 Uhr Infostände im Kurpark 19.00 Uhr: Friedensgottesdienst in der katholischen Kirche 20.00 Uhr Kerzenaktion beim Storchenbrunnen am Josef Haydn Platz. Schwimmende Kerzen im Brunnen sollen an jene Menschen erinnern, die nach der atomaren Explosion Abkühlung im Meer gesucht haben. Lesung von Katharina Tiwald, Schriftstellerin; Horn-Improvisationen: Cyprian Leiner Pax Christi Burgenland, Am Kalvarienberg 4, 7423 Pinkafeld. Kontakt: paxchristibgld at utanet.at <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN UND KOMMENTARE <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 02 - [SOSMM - Info] Hier ist der Tschusch der Chef - Moment#8 office at sosmitmensch.at ================================================ *** Moment#8 *** Neues Schubhaftgefängnis in Leoben *** Was blieb vom Bombenterror des Franz Fuchs? *** Weitere Inhalte *** MOMENT#8 - HIER IST DER TSCHUSCH DER CHEF Morgen, Samstag, erscheint Moment#8 mit einem Schwerpunkt zum Thema "Migrantischer Ökonomien". Hinter diesem Begriff verbirgt sich die merkwürdige Karriere der ZuwandererInnen vom "Tschuschen" zum Hoffnungsträger der Wiener Wirtschaft. Eine Studie der Stadt Wien und der Wiener Wirtschaftskammer hält MigrantInnen für besonders unternehmerisch, global denkend und innovativ. Ein Drittel aller Wiener Einzelunternehmen werden bereits von MigrantInnen geführt. Was aber sind die Gründe für diesen Trend? Erfahren die ZuwanderInnen die lange vorenthaltene Anerkennung, oder entsteht ein neues Anforderungsprofil für Zugewanderte? Ein Teil der Auflage von Moment#8 liegt der Tageszeitung "Die Presse" in den Verkaufstaschen im Wiener Raum bei. Moment wird von den KolporteurInnen der Bunten Zeitung vertrieben und kann als PDF bezogen werden. >> http://moment.sosmitmensch.at *** SCHUBHAFTZENTRUM IN LEOBEN GEPLANT Statt den exzessiven Einsatz der Schubhaft einzudämmen, baut Innenminister Günther Platter lieber neue Gefängnisse. Geplant ist ein neues Zentrum im steirischen Leoben. Diese Informationen wurden "Moment" zugespielt. SOS Mitmensch fordert Haftreduzierung statt neuer Gefängnisse. Das Problem sei nicht mangelnder Haftraum, sondern die überschießende Verhängung der Schubhaft. Auch der Menschenrechtsbeirat hat festgestellt, dass zu lange und zu oft eingesperrt werde. Mit dem neuen Fremdenrechtspaket hat sich die Zahl er AsylwerberInnen in Schubhaft fast verfünffacht. >> http://moment.sosmitmensch.at *** WAS BLIEB VOM BOMBENTERROR DES FRANZ FUCHS? Am 1. Oktober jährt sich die Verhaftung von Franz Fuchs zum zehnten Mal. Was denken Helmut Zilk, Maria Loley und andere Opfer heute über die Bombenjahre 1993 -1996? Was blieb vom Terror der Bajuwarischen Befreiungsarmee? Und warum steht fest, dass Fuchs kein politischer Täter gewesen sei? >> http://moment.sosmitmensch.at *** WEITERE INHALTE Drogenmarkt fest in Hand von Weißeuropäern: Wer den Suchtmittelbericht des Innenministeriums liest, kommt zu erstaunlich anderen als den behaupteten Ergebnissen; Raiffeisen-Boss Herbert Stepic zu den NGOs: Seid berechenbar!; Migration on strike: Was, wenn alle MigrantInnen streiken würden? Droht Österreich der Kollaps?; Interview: Kriminalsoziologin Veronika Hofinger über das Ansteigen ausländischer Häftlingszahlen; >> http://moment.sosmitmensch.at *** Ende ================================================ 03 - Die mysteriösen Umfragen der NYT cafe.critique at gmx.net ================================================ Neu auf Instant Coffee, dem Blog von Café Critique: Die mysteriösen Umfragen der New York Times by Florian Markl August 3rd, 2007 Die klassische déformation professionelle von Journalisten besteht darin, immer so tun zu müssen, als wüssten sie über den Gegenstand der jeweiligen Berichterstattung bestens bescheid. Wer auf dem umkämpften Medienmarkt reüssieren will, kann sich zumindest nach außen hin Zweifel nicht leisten. Deshalb sind die seltenen Momente so amüsant, in denen die souveräne Fassade zu bröckeln droht, in denen die Realität sich einfach nicht nach den eigenen Einschätzungen richten will. Unterhaltsam ist dies dazumal, wenn Zeitungen davon betroffen sind, die allgemein als Aushängeschilder seriösen Journalismus' gelten. Die New York Times bietet gerade ein solches Schauspiel. Der Hintergrund der Geschichte ist auf den ersten Blick nicht sonderlich aufregend. Die NYT führte in Zusammenarbeit mit CBS News Mitte Juli eine Meinungsumfrage durch, deren Thema eigentlich Hillary Clintons mögliche Präsidentschaftskandidatur war. Eher beiläufig wurden auch einige Fragen über die Präsidentschaft George Bushs sowie den Krieg im Irak gestellt. Auf die Frage, ob die USA rückblickend das Richtige getan hatten, als sie im Irak einmarschierten, antworteten 42 Prozent der Befragten mit “ja", während 54 Prozent zum Ausdruck brachten, die USA hätten sich nicht auf den Krieg gegen Saddam einlassen sollen. So weit, so unspektakulär. Interessant wurde die Sache erst, als die NYT-Journalisten diese Zahlen mit dem Ergebnis einer ähnlichen Befragung verglichen, die im vergangenen Mai durchgeführt worden war. Denn plötzlich zeigte sich, dass in den letzten zwei Monaten die Zustimmung der Bevölkerung zum Kriegseinsatz der USA nicht etwa gesunken, sondern - ganz im Gegenteil - um 7 Prozent (von 35 auf 42) gestiegen ist, während umgekehrt die Zahl derjenigen, die den Krieg für einen Fehler halten, um 7 Prozent gesunken ist (von 61 im Mai auf 54 Prozent im Juli). Dieses Resultat hat die Journalisten der NYT auf dem völlig falschen Fuß erwischt. Seit Jahren legt sich das Blatt ins Zeug, um George Bushs Politik, insbesondere natürlich den Irakkrieg, zu diskreditieren. Bezieht man sein Wissen über die Entwicklungen im Irak nur aus der Times, so muss man zwangsläufig das gesamte Unternehmen als grandioses Fiasko bewerten, wurde doch in einem fort nur von Tod und Verderben berichtet, was zwar nicht völlig falsch ist, aber eben nur einen Teil der Realität abbildet. Der ganze journalistische Aufwand im Kampf gegen George W. Bush und den Irakkrieg soll also vergebens gewesen sein? So schnell gab sich die NYT nicht geschlagen. “That's why when we had a poll finding about the war that we could not explain, we went back and did another poll on the very same subject." Doch die erneut durchgeführte Umfrage führte wieder nicht zum gewünschten Ergebnis. Auch diesmal war das Resultat “counterintuitive". Allen Bemühungen zum Trotz - “none of us wanted to give up a picture perfect summer weekend to do this, but we all knew we had to" -, wieder waren 42 Prozent der Meinung, die USA haben mit dem Krieg im Irak das Richtige getan; mit 51 Prozent fiel der Anteil der gegenteiligen Meinungen diesmal sogar noch geringer aus. Nicht nur das: Waren im Mai noch 76 Prozent der Ansicht, der Krieg im Irak laufe für die USA sehr schlecht, so waren es jetzt nur mehr 66 Prozent. Mit derart "mysteriösen" Umfrageergebnissen weis die NYT nichts anzufangen, also stellt sich große Ratlosigkeit ein: “Same Old Question, Different Answer. Hmmm" lautet der Titel, unter dem das Mysterium der Leserschaft schließlich präsentiert wurde. Der naheliegende Gedanke, dass ein großer Teil der Amerikaner, im Unterscheid zur Belegschaft der Times, der Forderung nach einem möglichst schnellen Rückzug der amerikanischen Truppen aus dem Irak nichts abgewinnen kann und darin eher ein Rezept für ein absehbares Desaster sieht, wird in den Redaktionsräumen in New York vermutlich längere Zeit nicht Einzug halten. Ebenso wenig die Erkenntnis, dass die Bevölkerung ihre Informationen über die Entwicklungen möglicherweise aus anderen, weniger voreingenommenen Quellen als der NYT bezieht und neueste (vorsichtig als positiv zu bewertende) Entwicklungen im Irak die Stimmungslage in den USA beeinflussen können. “Once in a while there is a poll finding that doesn't make sense." Hauptsache die Blattlinie stimmt; wenn die Leute außerhalb der Redaktionsstube sich irren, ist das deren Problem. _________________ Symposium Die Islamische Republik Iran - Analyse einer Diktatur 29. und 30. September 2007 Campus der Universität Wien, Altes AKH Samstag: 19 Uhr, Hörsaal D, Hof 10, 13 Sonntag: 10 Uhr, Hörsaal C1, Hof 2 mit Tjark Kunstreich, Simone Dinah Hartmann, Stephan Grigat, Wahied Wahdat-Hagh, Gerhard Scheit, Alex Gruber, Fathiyeh Naghibzadeh, Andreas Benl und Matthias Küntzel Weitere Informationen unter www.cafecritique.priv.at Kundgebung Keine Geschäfte mit den iranischen Mullahs! Gegen das Atomprogramm des Iran und seine österreichischen und europäischen Förderer! Sonntag, 30. September 2007 18 Uhr Stephansplatz in Wien mit Beiträgen von Café Critique Beate Klarsfeld (Söhne und Töchter der jüdischen Deportierten Frankreichs) Matthias Küntzel (Scholars for Peace in the Middle East) Kazem Moussavi (Green Party of Iran) Ariel Muzicant (Israelitische Kultusgemeinde) Wahied Wahdat-Hagh (European Foundation for Democracy) u. a. veranstaltet von Café Critique und der Israelitischen Kultusgemeinde bisherige Unterstützer (weitere melden sich bitte unter cafe.critique at gmx.net): Sharon Adler (AVIVA-Berlin) Anti-Defamation Forum Arbeitskreis Antisemitismus München Bund sozialdemokratischer Juden - Avoda Cordula Behrens, Oldenburg Daniela Ebner Friends of Israel Linz Gudrun Flügge, Oberursel Heimo Gruber (Österreichisch-Israelische Gesellschaft) Philipp Heimberger (Diskussionsforum Liberal in Österreich) Gerhard Oberschlick Prozionistische Linke Frankfurt Scholars for Peace in the Middle East - Austria Studienvertretung Politikwissenschaft / Universität Wien Klaus Thörner, Oldenburg Weblog Lizas Welt Zionistische Föderation in Österreich (ZFÖ) Zwi Perez Chajes Loge der B'nai B'rith Weitere Informationen unter www.cafecritique.priv.at ================================================ 04 - [SLP-Pressemeldung] Naziübergriff auf antifaschistische Organisation slp at slp.at ================================================ Eine Information der Sozialistischen LinksPartei (SLP) Aktivisten des rechtsextremen BFJ haben neuerlich einen Angriff auf das Büro der antifaschistischen SLP verübt. Die SLP ist seit längerem gegen den aus Oberösterreich kommenden BFJ aktiv. Zur Zeit sind drei Aktivisten des BFJ wegen des Verdachts auf nationalsozialistische Widerbetätigung in Haft. Seit einiger Zeit wird von der SLP auch eine Kampagne gegen den Wiener Treffpunkt des BFJ, das "Fritz-Stüber-Heim" in der Koppstrasse (Wien 15) durchgeführt. Das "Outen" ihres Treffpunktes und die zunehmende Ablehnung durch die lokale Bevölkerung ist den Aktivisten von BFJ und ihrer Mutterorganisation, der AFP, sichtlich unangenehm. Wie schon im Winter 2006/07 gab es nun einen neuerlichen Übergriff auf das Büro der SLP. Dies reiht sich in die Drohanrufe und zunehmenden Übergriffe von rechter Seite ein und zeigt das Gefahrenpotential auf, das von dieser Seite ausgeht. "Die SLP lässt sich von den neuerlichen feigen Angriffe des BFJ sicher nicht einschüchtern. Unsere Kampagne ist ihnen offensichtlich unangenehm. Und das ist gut so. Wir werden weitermachen" sagt Sonja Grusch, Bundessprecherin der SLP. Informationen unter 0650-4246310 ================================================ 05 - Leitl rüttelt am Wahlrecht ibd.koehler at utanet.at ================================================ Wortmeldungen einer Reihe von Befürwortern des Mehrheitswahlrechtes zeigen, dass Grundsätze demokratischer Regeln in Österreich wenig bis gar nicht verankert sind. Denn grundsätzlich gilt, dass in einer Demokratie Mehrheitsbeschlüsse gültig sind, also eine Herrschaft der Minderheit über die Mehrheit unzulässig ist. Das ist bei einem Mehrheitswahlrecht - wie auch das im Artikel angeführte Rechenbeispiel zeigt - NICHT gewährleistet. Wem also nützt das undemokratische Mehrheitswahlrecht? Natürlich der Wirtschaft, die weniger in “lobbying" investieren müsste, also mit weniger Ressourcen noch mehr Einfluss bekäme. Ziel: “Wirtschaft kommt vor Politik" (WKÖ-Präsident Leitl; 25.7.03) und “Europe must start to put the economy first and politics second" (WKÖ- Präsident Leitl; Juni.05 in Brüssel). Dabei ist niemals gewährleistet, dass es “nach der Wahl keine Ausrede" mehr gäbe (Heinz Mayer). Denn das übliche Gejammer über den von der Vorgängerregierung hinterlassenen Schuldenberg und die damit zusammenhängende Ausrede, Wahlversprechen nicht einhalten zu können, wird durch ein Mehrheitswahlrecht nicht beseitigt. Das Versprechen “nach dem Wahltag wäre Schluss: kein Lavieren, kein Taktieren" (ÖVP-NR Karl Heinz Kopf) kann angesichts der Vorgänge in Ländern mit Mehrheitswahlrecht nur zu Kopfschütteln führen. Der Zick-Zack-Kurs in der Bildungspolitik bei Regierungswechseln und die damit verbundenen Kosten sollen hier nur angedeutet sein. Sicher ist nur: Bei der Einführung des Mehrheitswahlrechtes bliebe der Souverän (die Stimmberechtigten) und damit Art. 1 der Bundesverfassung wieder einmal auf der Strecke. Aber vielleicht ist gerade das der Zweck der (undemokratischen) Übung. Ein Blick über den Tellerrand - in andere Länder - wäre informativ und heilsam. Dietmar Köhler 1230 Wien <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< VERANSTALTUNGEN <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 06 - GAJ Sommercamp +++ GAJ Infotour newsletter at gajwien.at ================================================ liebe/r newsletterabonnent/in! wir wollen euch auf die folgenden aktivitäten der plattform gaj aufmerksam machen. grünalternative jugend - sommercamp 16. - 19. august, kramsach/tirol, reintaler see lust auf ein wochenende mit spannenden workshops und netten menschen? die grünalternative jugend lädt zum gaj-sommercamp vom 16. - 19. august 2007 in kramsach (tirol) am reintaler see. geboten werden ein reichhaltiges workshopangebot (zu antisemitismus, feminismus, kapitalismuskritik, homophobie, ...), filmabende, diskussionsrunden und vieles mehr. hier gehts zu den detailierten infos: http://www.gajwien.at/aktuell/2007/august/sommercamp.htm das sommercamp ist teil des plattform gaj seminarprogramms über das ihr hier mehr informationen findet: http://www.gajwien.at/aktuell/ 2007/april/seminare.htm grünalternative jugend - infotour 03. - 16. august, orte siehe unten von 03. - 16. august geht die plattform grünalternativer jugendorganisationen auf infotour durch städte in ganz österreich. dabei wird über die projekte und politischen grundhaltungen der gaj informiert. hier die termine der infotour im einzelnen: 3. 8. wien 4. 8. mödling 8. 8. salzburg 9. 8. graz 10. 8. klagenfurt/celovec 11. 8. linz 12. 8. steyr 13. 8. feldkirch 14. 8. bregenz 15. 8. innsbruck. 16. 8. kramsach +++ sommercamp liebe grüße, die grünalternative jugend wien. *** impressum medieninhaberin +++ grünalternative jugend wien +++ lindengasse 40 ++ + 1070 wien +++ tel: 01/52125243 +++ mail: info at gajwien.at +++ page: www.gajwien.at +++ geschäftsführerinnen: maria muhar, georg prack +++ grundlegende richtung: informationen über ziele und inhalte der grünalternativen jugend wien. ================================================ C) EDITORIAL ================================================ Für den Inhalt verantwortlich: Ihr. E-Mail-Adresse für Beiträge: widerstand at no-racism.net geschickt. widerst at nd MUND und alle Termine täglich aktualisiert im Web: http://www.no-racism.net/MUND Ziel von MUND (medienunabhängiger Nachrichtendienst) ist die unzensurierte und möglichst rasche Information über gesellschafts- politisch relevante Termine, Hinweise und Diskussionsbeiträge zu Widerstand und Antirassismus sowie verwandte Themen. sollen einen Titel, Namen und Emailadresse der/des AutorIn enthalten und möglichst kurz und prägnant gehalten sein, ev. mit Hinweis, wo weitere Informationen eingeholt werden können. Bitte keine Attachments! Die inhaltliche und sachliche Verantwortung liegt bei der/dem jeweiligen AutorIn bzw. jenen, die uns die Beiträge schicken. Der MUND wird von einzelnen TagesredakteurInnen zusammengestellt. Da Fehler nicht ausgeschlossen sind, bitten wir, nicht veröffentlichte Beiträge nochmals an widerstand at no-racism.net zu senden. Die Weiterleitung (auch auszugsweise) ist erwünscht. Beiträge mit rassistischen oder sexistischen Inhalten werden nicht veröffentlicht. Sehr persönliche Meldungen werden wir an den betreffenden Adressaten weiterleiten, aber nicht im MUND veröffentlichen. Die bisherigen Ausgaben sind unter http://www.no-racism.net/MUND archiviert. Terminankündigungen bitte nach folgender Vorlage: * Wann: Sonntag, 11.11.2001, 11:11 Uhr * * Was: Maskenball: Motto "Schwarzblau ist die Haselnuss" * * Wo: Villa Morgenrot, Grüner Anger 42, 2001 Wendendorf * * Kommentar: Anreise per Anhalter. Maskenzwang. Ende nie. Aber kurz und prägnant.* Die Rubrik "Redaktionelles" am Ende der Ausgabe ist u.a. eine Konsequenz aus der Notwendigkeit, sexistische, antisemitische und rassistische Beiträge nicht zu veröffentlichen, ohne jedoch stillschweigend Zensur zu üben. Hier wird - in anonymisierter Form - auf angehaltene Beiträge hingewiesen und eine kurze Begründung der Tagesredaktion für die Nichtaufnahme geliefert. (Weitere Gründe einen Beitrag nicht aufzunehmen sind z.B.: Attachments, kein erkennbarer Bezug zu den breit gestreuten Themen des MUND, Werbesendungen, sinnlose Kettenbriefe.) Die AbsenderInnen der betroffenen Beiträge werden hiervon informiert. Im Sinne einer "gläsernen Zensur" könnt ihr Euch die Beiträge gerne extra schicken lassen: Ein kurzes Mail an widerstand at no-racism.net genügt. ================================================ D) VERTEILERLISTE ================================================ Zur Eintragung in diesen Verteiler bitte direkt subskribieren unter http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/analle oder von der einzutragenden Adresse aus ein mail schicken an: admin at no-racism.net mit folgendem Text: subscribe no-racism Bitte wegen Automatisierung diesen Wortlaut verwenden! Zur Austragung aus dieser Liste bitte an zusammengestellt. Bitte keine Attachments! (werden nicht angenommen) Für diese Ausgabe nicht aufgenommen: nix Redaktionsschluss für diese Ausgabe: 19:51 Uhr III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III widerst at nd-MUND is powered by http://alt.strg.at/ From analle at no-racism.net Thu Aug 9 14:17:40 2007 From: analle at no-racism.net (=?iso-8859-1?q?MUND=3A_medienunabh=E4ngiger_Nachrichtendienst?=) Date: Thu, 09 Aug 2007 14:17:40 +0200 Subject: widerst@and mund - Donnerstag, 9. August 2007 Message-ID: <20070809121301.MZMV1832.viefep20-int.chello.at@schmafu-ey0jt3y.chello.at> widerst at nd MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst Donnerstag, 9. August 2007 Medieninhaberinnen & Medieninhaber seid Ihr www.no-racism.net/mund ============================================== A) INHALT ============================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN, ANKÜNDIGUNGEN UND VERANSTALTUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ============================================== ROTER OKTOBER im Nestroyhof / wiener wortstaetten von GAMUEKL ============================================== Veranstaltung der RSO Zürich/Veranstaltung der RSO Wien von RSO - Revolutionär Sozialistische Organisation ============================================== Hiroshima-Gedenktag von Werkstatt Frieden & Solidarität ============================================== Protest kurdisch-österreichischer Verbände gegen ILISU von WADI Austria ============================================== 9. August - Gedenken an Atombombenopfer von Stadtteilzentrum Simmering / Alois Reisenbichler ============================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN UND MEINUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ============================================== KPÖ/Mehrheitswahlrecht/Demokratie von KPÖ ============================================== Beitrag f ü r den MUND von Alexandra Bader ============================================== KPÖ/Hiroshima/Rüstung von KPÖ ============================================== HLI at. Aktivitäten u. neuer Webauftritt von "FrauenLesben fuer das Selbstbestimmungsrecht der Frau" ============================================== Die Bildungslücken des H.C. Strache - islamische Erbe der europäischen Kultur von "Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen" ============================================== Die fingierte Demokratie von Dietmar Köhler ============================================== KPÖ/Fremdenrecht/Asylpolitik/Bleiberecht von KPÖ ============================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< INTERNATIONALE SOLIDARITÄT ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ============================================== [Gipfelsoli Newsletter] Heiligendamm von Öffentlicher Verteiler der Gipfelsoli-Infogruppe ============================================== Das lange Warten auf Gerechtigkeit von WADI Austria ============================================== ASt - Europäische Union: Merkels Durchbruch? von ASt-LFI ============================================== Waffengeschäfte mit bösen Folgen von WADI Austria ============================================== Massenhinrichtungen im Iran von Café Critique ============================================== [Gipfelsoli Newsletter] Heiligendamm von Öffentlicher Verteiler der Gipfelsoli-Infogruppe ============================================== Angriff auf Ex-Muslim in Holland von Café Critique ============================================== Internationale Unterschriftensammlung: Freiheit für Arnaldo Otegi "Helmuth Fellner" ============================================== ============================================== B) TEXTE ============================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN, ANKÜNDIGUNGEN UND VERANSTALTUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ============================================== ROTER OKTOBER im Nestroyhof / wiener wortstaetten von GAMUEKL ============================================== wiener wortstaetten“ sind ein einzigartiges, interkulturelles Autorentheaterprojekt, das 2005 von Hans Escher und Bernhard Studlar ins Leben gerufen wurde. Ausgehend von in Wien lebenden, aus Osteuropa stammenden AutorInnen soll sich im Lauf der Jahre ein internationales Netzwerk bilden, um so einen Austausch zwischen den Kulturen herzustellen und ein Zentrum für zeitgenössische europäische Dramatik in Wien zu etablieren. Im Vorjahr haben die „wiener wortstaetten“ mit der Uraufführung von Dimitré Dinevs Stück „Haut und Himmel“ (Dez. 2006/Rabenhof Theater Wien) Erfolge gefeiert. Heuer bitten Sie von 1. ­ 31. 10. 07 zum vielschichtigen Veranstaltungsreigen „ROTER OKTOBER im Nestroyhof“: A-1020 Wien, Nestroyplatz 1 (U1-Station Nestroyplatz) Kartenvorbestellung unter: Tel.: 01/236 38 47 Genaue Detailinfos zu allen Veranstaltungen finden Sie in der hier im Attachment beiliegenden Presseinformation. Hier ein kurzer Programmüberblick: • 1. Oktober 2007 (19.30 Uhr) Premiere / Uraufführung des Theaterstücks „DAS STÜCK“ aus der Feder der jungen bosnischen, in Wien lebenden Autorin Alma Hadzibeganovic (Regie: Hans Escher) mit: Claudia Kottal, Nina Gabriel, Sebastian Wendelin,Michael Smulik, Astrit Alihajdaraj Der Held liebt das Stück, das Stück liebt den Helden. Eine tragikomische Liebesgeschichte zwischen Wettcafé, Puff und Wohnzimmer. Ein Streifzug durch die Wiener Balkan Beverly Hills Meile angetrieben von den Rhythmen des bulgarischen Komponisten Alexander Wladigeroff. Weitere Vorstellungen: 4., 5., 10., 11., 12., 14., 19., 24. und 15. 10. 2007 • 6. Oktober 2007 (20.30 Uhr) BEAST - BE A SAINT! Jazz ­ Poetry ­ Performance von und mit ruth weiss The goddess of the beat generation • 13. + 23. Oktober 2007 (20.00 Uhr) Wiederaufnahme der Festwochen-Produktion: DURCH DIE SCHLUCHTEN DES BALKAN Ein Karl May ­ Destillat von Bernhard Studlar • 20. Oktober 2007 (19.00 Uhr) „wortstattnacht“ Stücke von Rhea Krcmárová, Julya Rabinowich, Michal Hvorecky Ewald Palmetshofer (AutorInnen der Saison 2006/07) • 21. Oktober 2007 (00.00 Uhr) BUCHSTABENSUPPE N°15 Die AutorInnen der Saison 2007/08 kochen auf • 26., 27.,+ 29. Oktober 2007 (19.30 Uhr) ANTRAG OF ASYL ­ Ein Asylverfahren des Theaterkollektivs Sequenz • 31. Oktober 2007 (20.00 Uhr) BULGARISCHE NACHT Lesungen von: Mirela IVANOVA, Vladimir ZAREV und Dejan ENEV Deutsche Übersetzung gelesen von: Dimitré DINEV Musik: Alexander WLADIGEROFF Schnaps vom Feinsten ============================================== Veranstaltung der RSO Zürich/Veranstaltung der RSO Wien von RSO - Revolutionär Sozialistische Organisation ============================================== RSO-Newsletter Nr. 8 ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ 1. Veranstaltung der RSO Zürich 2. Veranstaltung der RSO Wien ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ 1. Veranstaltung der RSO Zürich Sozialistischer und marxistischer Feminismus Eine kritische Auseinandersetzung mit verschiedenen Ansätzen der letzten 30 Jahre Vortrag von Maria Pachinger und anschließende Diskussion Samstag, 11. August 2007, 19.00 Volkhaus Zürich, Sitzungszimmer 24, Stauffacherstrasse 60, 8004 Zürich ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ 2. Veranstaltung der RSO Wien 90 Jahre Russische Revolution - eine Bilanz Vortrag von Manfred Scharinger und anschließende Diskussion Donnerstag, 30. August 2007, 19.00 Piwnica, Jägerstraße 38, 1200 Wien (bei Schönwetter im Garten) ============================================== Hiroshima-Gedenktag von Werkstatt Frieden & Solidarität ============================================== Werkstatt Frieden & Solidarität Waltherstr. 15, 4020 Linz Tel. 0732/771094, Fax 0732/797391 Mail: office at werkstatt.or.at, Web: www.werkstatt.or.at Wer diesen Rundbrief nicht mehr erhalten möchte, ersuchen wir um ein E-Mail unter folgendem Link: mailto:mailfriwe-request at friwe.at?subject=unsubscribe Werkstatt Rundbrief Nr. 15-2007 Erklärung der Werkstatt Frieden & Solidarität anlässlich des 62. Jahrestages der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki Hiroshima mahnt! Für den sofortigen Austritt Österreichs aus EURATOM! Für ein Ende der Unterordnung Österreichs unter die EU-Militarisierung! Am 6. und 9. August jähren sich die Atombomben-Abwürfe auf Hiroshima und Nagasaki zum 62. Mal. Hundertausende Menschen wurden dabei getötet oder schwer verletzt, zwei Städte fast vollständig zerstört und die Gebiete rund um Hiroshima und Nagasaki radioaktiv verseucht. Seit Jahrzehnten leiden die Überlebenden (japanisch: „Hibakusha“) an ihren Verletzungen, an Folgekrankheiten und seelische Nöten. Bis heute erkranken Überlebende der Atombomben-Abwürfe an Krebs und sterben daran. 62 Jahre danach ist die Bedrohung durch Atomwaffen wieder aktueller denn je. Die Sprengkraft der bis heute verbliebenene 28.000 Atomwaffen würde ausreichen, das Leben auf dieser Welt mehrfach auszulöschen. Und die Lage wird immer unübersichtlicher: Neben den bisherigen Atomwaffen-Staaten (USA, Russland, China, Großbritannien, Frankreich, Israel, Indien und Pakistan) greifen immer mehr Staaten und nicht-staatliche Akteure nach dieser Massenvernichtungswaffe. Bei den internationalen Verhandlungen zur Abrüstung und Rüstungskontrolle herrscht Stillstand. Auf dem Weg zur EU-Atombombe Heute geben die USA mehr für nukleare Rüstung aus als zu Zeiten des „Kalten Krieges“. Doch auch in Europa wird die atomare Aufrüstung vorangetrieben. Großbritannien hat im Frühjahr 2007 die Modernisierung seines Atomwaffenarsenals beschlossen. Frankreich investiert schon länger massiv in die Entwicklung neuer atomarer Lang- und Mittelstreckenraketen. Außerdem will Frankreich - ähnlich wie die USA - sogenannte „Mini-Nukes“ bis zum Jahr 2010 einsatzbereit haben. Mit diesen sog. „Mini-Atombomben“ (die immerhin ein Drittel der Sprengkraft der Hiroshima-Bombe haben) soll ein Atomkrieg gegen sog. „Schurkenstaaten“ wieder führbar werden. Die deutschen Machteliten setzen vor allem auf die „Europäisierung“ der Atomwaffen, um selbst Zugriff auf Massenvernichtungswaffen zu erlangen. In einem Papier des Centrums für Angewandte Politikforschung, einem führenden Beratungsinstitut der deutschen Regierung, heißt es über die Zukunft der EU: „Nur im Szenario Supermacht Europa wird das große Europa seinem objektiven Weltmachtpotenzial gerecht. ... Der Aufbau der Vereinten Europäischen Strategischen Streitkräfte, die sich unter einem gemeinsamen europäischen Oberkommando des Atomwaffenpotenzials Frankreichs und Großbritanniens bedienen können, wird die internationale Rolle der EU verändern. ... Die Supermacht Europa verabschiedet sich endgültig von der Idee einer Zivilmacht und bedient sich uneingeschränkt der Mittel internationaler Machtpolitik.“ (Zukunft Europas, Mai 2003, CAP) EURATOM: Österreich zahlt 40 Millionen jährlich für Atomwirtschaft In Österreich ist sowohl die zivile als auch die militärische Nutzung der Atomenergie verfassungsmäßig untersagt (Atomsperrgesetz bzw. seit 1999 „Bundesverfassungs-gesetz für ein atomfreies Österreich“), denn diese sind in der Praxis siamesische Zwillinge. Über die EU-Ebene werden diese Verpflichtungen jedoch ständig ausgehöhlt. Österreich ist Mitglied bei EURATOM, dessen Ziel es ist, „die Voraussetzungen für die Entwicklung einer mächtigen Kernindustrie zu schaffen“. Im 7. Rahmenprogramm für Forschung werden die Mittel für das EURATOM-Programm von 1,2 auf 4,1 Milliarden Euro erhöht. Bereits heute zahlt das „Anti-Atomland“ Österreich jährlich ca. 40 Millionen Euro in die EU-Atomtöpfe - ein Beitrag, der weiter steigen wird. Über die Einbindung Österreichs in die EU-Militarisierung droht auch das Verbot der militärischen Nutzung zunehmend zur Makulatur zu verkommen. Das österreichische Verteidigungsministerium unterstützt offensichtlich die deutsche Linie einer eigenen EU-Atombombe. Im Jahr 2006 forderte einer der (damals) ranghöchsten Beamten im Verteidigungsministerium, Erich Reiter, die „Europäisierung der Atomwaffen“ und stellte fest: „Ja, Europa braucht atomare Abschreckung. Es muss bereit sein, die Atombombe auch einzusetzen“. (News, 06/2006). Es ist dem Druck der österreichischen Friedensbewegung zu verdanken, dass die Regierung den Atomwaffenfan Reiter zurückpfeifen musste. Für Neutralität und Anti-Atompolitik! Österreich muss wieder zu einer entschiedenen Anti-Atom-Politik zurückfinden und seine verfassungsmäßigen Verpflichtungen erfüllen. Das erfordert den sofortigen Austritt aus EURATOM und ein Ende der Unterordnung unter die EU-Militarisierung. Die geplante EU-Verfassung (die jetzt auf „Reformvertrag“ umgetauft wurde) soll die EU-Staaten zur dauerhaften militärischen Aufrüstung verpflichten und dem EU-Ministerrat ein Mandat für weltweite Militäreinsätze bei der sog. „Bekämpfung der Terrorismus“ geben. Die österreichische Regierung will sich an den EU-Schlachtgruppen („battle groups“) beteiligen, die für Kriegseinsätze in den rohstoffreichen Regionen von Zentralafrika bis zum Südkaukasus aufgestellt werden. Das alles ist mit der Neutralität nicht vereinbar, die zur Nicht-Teilnahme an Kriegen verpflichtet. Anlässlich des Hiroshima-Gedenktages fordert die Werkstatt Frieden & Solidarität daher: Statt bei EU-Kriegseinsätzen mitzumarschieren und EURATOM mitzufinanzieren soll Österreich eine glaubwürdige Anti-Atom- und Neutralitätspolitik betreiben, die internationale Initiativen für Abrüstung und die weltweite Vernichtung aller Atomwaffen setzt. Aktionen anlässlich der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki Montag, 6. August 2007, ab 17 Uhr Aktion zum Hiroshima-Gedenktag Die Hiroshima-Veranstaltung beginnt am Hiroshima-Tag (Jahrestag des Atombombenabwurfes auf Hiroshima), Montag, 6. August 2007 um 17.00 Uhr auf dem Wiener Stephansplatz und wird um ca. 20.30 Uhr mit einem Laternenmarsch abgeschlossen. Donnerstag, 9. August 2007, ab 19 Uhr Aktion zum Hiroshima-Gedenktag Buddhistischen Lichterzeremonie bei der Wiener Friedenspagode der Opfer von Hiroshima und Nagasaki gedacht (Wien 2, Hafenzufahrtsstraße, Endstation Straßenbahn 21 dann Fußweg; oder Bus 80B). Heuer wird daran auch wieder Herr Kazuo SODA (Japan) teilnehmen, der den Atombombenabwurf auf Nagasaki überlebt hat und eines der Gründungsmitglieder der Hibakusha-Bewegung (Hibakusha: Überlebende der A-Bomben) ist. ---------------------------------------------------------------------- ------------------------- guernica, die Zeitung der Werkstatt Frieden & Solidarität, beschäftigt sich mit dem Widerstand gegen Aufrüstung, Sozialabbau und Privatisierung und engagiert sich für ein neutrales, solidarisches und weltoffenes Österreich. Ein Probeexemplar schicken wir gerne kostenlos zu. Mailto: office at werkstatt.or.at Ein Jahresabo (10 Ausgaben) kostet EUR 9,-, ein Schupperabo (5 Ausgaben) EUR 5,- ============================================== Protest kurdisch-österreichischer Verbände gegen ILISU von WADI Austria ============================================== Protestankündigung für übermorgen! STOP ILISU! Am Donnerstag, dem 9. August, werden österreichisch-kurdische Verbände einen gemeinsamen Protestbrief an die BA-CA überreichen, in dem sie die Bank auffordern von einer Finanzierung des Ilisu-Staudamms abzusehen. Insgesamt leben bis zu 150.000 KurdInnen in Österreich - es wäre doppelt schlimm, wenn mit ihrem Geld Teile der eigenen Heimat zerstört würden. Zeit und Ort der Kundgebung: Donnerstag, 9. August, 9 - 12 Uhr, BA-CA-Filiale Schwedenplatz (Franz-Josephs-Kai 21). Die Briefübergabe erfolgt um 10 Uhr. Weitere Informationen zur Stop-Ilisu-Kampagne auf www.eca-watch.at Wir rufen alle GegnerInnen des Ilisu-Staudamm-Projekts dazu auf, uns bei diesem Protest mit ihrer Anweseheit zu unterstützen! -- Mag.a Mary Kreutzer, Tel.: 0699-19135484 DI Ulrich Eichelmann, Tel.: 0676-83488279 Mag. Thomas Wenidoppler, Tel.: 0650-8225200 KoordinatorInnen der ECA-Watch und der Stop-Ilisu-Kampagne www.eca-watch.at AGEZ, WWF, FIAN, Verein Kurdischer StudentInnen, Global 2000, Koordinierungsstelle der Österr. Bischofskonferenz, Attac, Gesellschaft für bedrohte Völker und WADI Österreich. Adresse: Global 2000 Neustiftgasse 36 1070 Wien Tel. ++43/(0)1-812 57 30-46 eca-watch-austria at gmx.at www.eca-watch.org www.eca-watch.at SPENDENKONTO für ECA-Watch: Konto lautet auf "GLOBAL 2000 Umweltschutzorganisation" Knt.Nr.: 01010804422 Bankleitzahl BAWAG: 14000 Unbedingt als Verwendungszweck angeben: "ECA-Watch" IBAN: AT 7314 0000 1010 8044 22 BIC: BAWAATWW -- WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit WADI-Österreich e-mail: wadi.wien at gmx.at website: www.wadinet.at Tel.: 0699-11365509 Postfach 105 A-1181 Wien SPENDENKONTO - jeder Euro hilft! Knt. Nr.: 6.955.355 BLZ: 32.000 Raiffeisen Landesbank NÖ IBAN AT4432 0000 0006 955355 BIC (SWIFT) RLNWATWW Wir bitten um Unterzeichnung des Appells an die Österreichische Regierung bezüglich der Aufnahme irakischer Flüchtlinge in der EU: http://www.wadinet.at/Media/Petition/index.php ============================================== 9. August - Gedenken an Atombombenopfer von Stadtteilzentrum Simmering / Alois Reisenbichler ============================================== Hiroshima- und Nagasaki-Gedenken bei der Wiener Friedenspagode Am 9. August 1945 wurde die zweite Atombombe auf Nagasaki abgeworfen. Die Wiener Friedensbewegung und die Hiroshimagruppe Wien veranstalten daher traditionell gemeinsam mit der Wiener Friedenspagode eine Gedenkfeier. Am Donnerstag, 9. August 2007, wird um 19.00 Uhr ein Kulturprogramm von Yuko Gulda (elektrische Piano und Komposition), Kazuku Kurosaki (LABfactory, Tanz) und Hans Echnaton Schano (ehemaliges Mitglied des Living Theatre, Texte) bei der Wiener Friedenspagode gestaltet. Mit einer traditionellen Buddhistischen Lichterzeremonie wird der Opfer von Hiroshima und Nagasaki gedacht. Zum Abschluss gibt es einen kleinen Laternenmarsch, bei dem die Laternen nach japanischem Vorbild auf das Wasser gesetzt werden. Für den Wiener Terminkalender: Donnerstag, 9. August 2007 19.00 Uhr Gedenken an die Opfer von Hiroshima und Nagasaki Kulturprogramm, buddhistische Lichterzeremonie, Laternenmarsch Friedenspagode, 1020 Wien, Hafenzufahrtstraße Endstation Straßenbahn 21 dann Fußweg; oder Bus 80B Wiener Friedensbewegung / Hiroshimagruppe Wien Informationen: Alois Reisenbichler, Tel. 0664 39 51 809 www.hiroshima.at ============================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN UND MEINUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ============================================== KPÖ/Mehrheitswahlrecht/Demokratie von KPÖ ============================================== KPÖ-Pressedienst ­ Drechslergasse 42, 1140 Wien ­ Telefon +43 (1) 50 36 580 - 0 ­ Fax +43 (1) 50 36 580 - 499 - Mail info at kpoe.at ­ Web www.kpoe.at - Ausgabe vom 6. August 2007 KPÖ lehnt Mehrheitswahlrecht entschieden ab Unübersehbarer Drang zum autoritären Staat als Wesenszug des neoliberalen Kapitalismus Nicht als Ausdruck politischer Gegensätze oder grundsätzlicher Unterschiede, sondern vielmehr des krampfhaften Bemühens ihre Austauschbarkeit und Übereinstimmung beim Vollzug neoliberaler Politik zu verschleiern bewertet KPÖ-Bundessprecher Mirko Messner die ständigen Vorstöße von Politikern der SPÖ und ÖVP für ein Mehrheitswahlrecht. „In Mehrheitswahlrecht in welcher Variante auch immer bedeutet, dass eine Minderheit regieren kann und der Grundsatz, dass jede Stimme gleichviel wert sein soll, mit Füßen getreten wird“, so Messner. Mit der Einführung eines Mehrheitswahlrechtes bleiben in jedem Fall die WählerInnen als Souverän und damit der Artikel 1 der Bundesverfassung auf der Strecke. Für ein Mehrheitswahlrecht haben sich jetzt neuerlich der EU-Abgeordnete Jörg Leichtfried, die NR-Abgeordneten Elisabeth Grossmann und Christian Füller, Altkanzler Franz Vranitzky und Norbert Leser seitens der SPÖ und WKÖ-Chef Christoph Leitl und Wirtschaftsbund-Generalsekretär Karl-Heinz Kopf seitens der ÖVP ausgesprochen. Leitl hat dabei aus seinem Herzen keine Mördergrube gemacht, wie seine Aussagen „Wirtschaft kommt vor Politik“ (25.7.03) oder „Europe must start to put the economy first and politics second“ (Juni 2005) bezeugen. Im Kern zielt nämlich die Debatte um ein Mehrheitswahlrecht wie schon die Verlängerung der Legislaturperiode des Nationalrates von vier auf fünf Jahre auf einen zunehmend autoritären Staat, der somit dem Wesenszug des neoliberalen Kapitalismus entspricht, welcher mit wirklicher Demokratie nichts am Hut hat. Faule Argumente wie, dass es „nach der Wahl keine Ausrede“ mehr gäbe (Verfassungsrechtler Heinz Mayer) oder das Versprechen „nach dem Wahltag wäre Schluss: kein Lavieren, kein Taktieren“ (ÖVP-NR-Abgeordneter Karl-Heinz Kopf) werden durch die Erfahrungen aus Ländern mit Mehrheitswahlrecht ad absurdum geführt. Konträr zu den Plänen der Regierungsparteien fordert die KPÖ ein Wahlrecht nach dem Prinzip „Jede Stimme muss gleich viel wert sein“ und damit die Abschaffung der geltenden Grundmandatshürde und der 4-Prozent-Klausel einem Wahlrecht für alle die in Österreich leben, arbeiten sowie Steuern und Abgaben zahlen unabhängig von der Staatsbürgerschaft. Weiters tritt die KPÖ auch für mehr direkte Demokratie ein. Demnach sollen wichtige Themen ­ wie etwa eine Änderung des Wahlrechts oder den EU-Reformvertrag ­ einer Volksabstimmung unterzogen werden, weil damit das Interesse an politischer Auseinandersetzung geweckt wird. ============================================== Beitrag f ü r den MUND von Alexandra Bader ============================================== Kontrastprogramm zum Cafe Critique :-) - die sind natürlich auch herzlich eingeladen, die Fragen zu beantworten :-)))) ******** Kritische Fragen an die US-Botschaft, die nicht beantwortet werden: ********* 60 Fragen an die US-Botschaft Österreich ist frei, seit 1955, ein souveräner Staat, der seine Entscheidungen eigenständig trifft und der seine StaatsbürgerInnen, wie ja auch z.B. in der Europäischen Menschenrechtskonvention verlangt wird, vor den Eingriffen insbesondere auch der geheimen Dienste anderer Länder schützt. ÖsterreicherInnen, die in der Ausübung ihrer Rechte als StaatsbürgerInnen von den geheimen Diensten anderer Länder gehindert werden, weil sie deren Operationen in Österreich hinderlich sind, können sich vertrauensvoll an unsere Sicherheitsorgane wenden. Ja, so sollte es sein. So sollte es überall in Europa sein, wenn wir statt Österreich ein anderes Land einsetzen und diese Sätze nochmal lesen, die eigentlich bloss Selbstverständliches feststellen. Dennoch wissen wir, dass es "rendition flights" gab, bei denen die CIA (mit jenen Maschinen, die Saudis nach 9/11 aus den USA brachten, als Flugverbot herrschte) angebliche Terrorverdächtige entführte und in Geheimgefängnissen folterte. Duldung bis Komplizenschaft europäischer Staaten wurde in einem Bericht des Europarates festgestellt (vom diesem Gremium wurde einst die Menschenrechtskonvention ersonnen), und viele, die sich mit der Materie befassen, bedauern, wie haarscharf der definitive Nachweis von Geheimgefängnissen in neuen EU-Staaten scheiterte, nachdem es sehr konkrete Hinweise gab. Man putzt sich gerne ab, wenn Entführte nur seit vielen Jahren in Europa lebten, aber keine Staatsbürger sind, und überhaupt, sind ja "terrorverdächtige Muslime". Wenn es sich peinlicherweise doch um Staatsangehörige handelt, brauchen sie nach der Tour durch die Hölle allen Mut, um noch aufzustehen und zu sagen, was sie durchgemacht habe wie der Deutsche Khaled al Masri. Er wollte, dass die deutschen Mitwisser zur Verantwortung gezogen werden, stand auch dem Ausschuss des EU-Parlaments zu den Entführungsflügen zur Verfügung - und hielt den psychischen Druck nicht mehr aus, die völlige Erschütterung seiner Welt, die Traumata und legte Feuer. Die Bildzeitung (in alter Tradition, flossen doch CIA-Gelder zu Springer) bläst zum Halali auf einen von seiner Regierung schmählich im Stich gelassenen Menschen "Warum lassen wir uns von so einem terrorisieren?", statt zu fragen, warum "wir" zuließen, dass ein Deutscher mit Billigung seiner Regierung terrorisiert wurde. Auch zwei in Österreich lebende Muslime wurden entführt, praktischerweise keine Staatsbürger, ergo auch kein Grund für die Regierung, sich nach ihrem Befinden zu erkundigen. Dies hatte damals das profil aufgedeckt, dass sich ansonsten nicht extrem für CIA-Machenschaften in heimischen Gefilden interessiert (diese sind generell ein Tabuthema, sodass gerade mal die allerhöchste Spitze des Eisberges irgendwo vorkommt). Wer hierzulande auf CIA-Aktivitäten stößt, ist zuerst meist furchtbar entsetzt, sofern dies aus dem Alltag heraus geschieht, Dinge betrifft, die eine/n persönlich betreffen. Dazu kommt dann das namenlose Entsetzen, dass frau/mann damit aber völlig allein ist, ganz auf sich allein gestellt ist. Wer wirklich seine Rechte auf Schutz und Beistand einfordert, kommt sich vor wie Hermine im neuen Harry Potter Band, in deren Tasche unbegrenzter Inhalt passt. CIA in Österreich ist in Österreich sowas von tabu, dass alle, die eigentlich dagegen auftreten müßten, scheinbar in einer riesigen Tasche in Deckung gehen. Somit ist es auch nicht verwunderlich, dass hier (wie in anderen Staaten auch, aber müssen die Vorbild / Ausrede sein?) weitreichende Entscheidungen auf Basis unbewiesener Behauptungen der US-Regierung getroffen werden, und dass auf EU-Ebene ebenfalls keine eigenständige Bewertung vorgenommen wird. Die "Mutter aller Lügen" ist hier jene Version von 9/11, die uns seit dem 11.9.2001 nachmittags unserer Zeit eingetrichtert wird. Sie hat Veränderungen im Sicherheitsbereich zur Folge, sie ist auch Basis für eine Erlaubnis für Eurofighter-Piloten, nach eigenem Gutdünken und auf eigene Verantwortung Passagiermaschinen abzuschießen. Seit ich "hierzulande auf CIA-Aktivitäten" stiess und das übliche Desinteresse bzw. Dulden erlebte, versuche ich dennoch immer wieder, die Mauern des Schweigens einzureißen (was aber zu 99,99% bedeutet, auf Mails und / oder Fragen keine Antwort zu erhalten). Ich wandte mich nun an die amerikanische Botschaft als diplomatische Vertretung der US-Regierung in Österreich. Dort müßte man ja doch imstande sein, 60 einfache Fragen zu 9/11 zu beantworten (die spontan aus vielen vielen weiteren ausgewählt wurden). Immerhin ist es Grundlage auch für den Umgang der dipiomatischen Vertreter mit der Politik des Gastlandes und nach wie vor die Basis für amerikanische Außenpolitik, die für viele Menschen vor allem Leid, Krieg und Tod bedeutet und weniger die versprochene "Befreiung". Mein Adressat ist der stellvertretende Botschafter, Botschaftsrat Scott F. Kilner, nicht nur weil die Botschafterin Österreich bald verlassen wird. Laut dem deutschen Magazin "Geheim" (www.geheim-magazin.de) ist Kilner nämlich auch CIA-Agent, was ebenso auf Margaret R. Gray, Gregory E. Phillips, James A. Stofko, John J. Beaudry (alle Botschaft) zutrifft. Unter dem Stichwort "US Mission to International Organizations in Vienna" finden wir: George A. Glass, Scott C. Thomson, Matthew Boland, und nochmal Mr. Stofko. "US Mission to the Organization for Economic Cooperation and Development": Sam Laeuchli, David Herbert, John Beaudry. Und hier die Mail, auf die (natürlich) keine Antwort kam - was impliziert, dass niemand sachlichen Grund hat, die 9/11-Version der US-Regierung ungeprüft für bare Münze zu nehmen..... Dear Mr. Deputy Head of Mission Kilner, as 9/11 influences the politics of all Western countries (see the debate on intercepting hijacked planes in Austria) I want to ask you some questions concerning the official version. I frankly admit that I never believed it for a second as I¹m used to judge everything on my own in pursuing journalistic ethics at any time. I was completely alone in Austria after 9/11 with this standpoint and I am still the only journalist here who is not silent (though I suppose that many of my colleagues would not dare to doubt anything even in their mind). As I know also from other researchers in other countries the price you pay for standing up and questioning is very high ­ you can hardly earn you living and you don¹t get the opportunities that suit your capacities in items which have nothing to do with 9/11. This means that there is something hidden as a quite clear 9/11 case would stand all kinds of examinations by journalists, researchers, former intelligence officers, experts in field like flying, air traffic control, construction or demolition. But perhaps you could answer just some of so many questions? I¹ve only written down 60: Why was no proper aircraft accident investigation taking place after 9/11 (collection of unique numbered parts of the planes, publishing of all protocols ­ ATC (Air Traffic Controler) of Boston Center, New York Center, Indianapolis Center and Cleveland Center, CVR, flight data recorder etc. -, report that summarizes all data)? Why were only parts of ATC protocols published and after years of waiting something claimed to be a CVR transcript of UA 93 (a unique piece of CVR transcript as it doesn¹t match usual standards)? Why are neither FBI nor NTSB glad about revelations from independent researchers in contrast to the investigation of all other crimes where contributions from thinking people are welcome? Why were AA 11 and AA 77 not scheduled for any flight on 9/11 according to secured files from BTS data while UA 93 and UA 175 were scheduled in the usual way with tail numbers? Why were N 334AA Serial 22332 (AA 11) and N 644AA Serial 24602 (AA 77) not deregistered until 1/14/2002 and why were N 591UA Serial 28142 (UA 93) and N 612UA Serial 21873 (UA 175) deregistered on 9/28/2005 after inquiries about their still valid registration? Why did none of the alleged pilots and co-pilots on the 9/11 flights have valid licenses? How is it possible that the SSDI (Social Security Death Index) has registered a remarkable few number of passengers and crew as dead on 9/11/2001? (In the case of UA 93 (N591UA) the comparison of the data in the book of Jere Longman with the SSDI gives only 12 of 38 Americans on board while the crew and all of those who made phone calls (except that one person listed dead on 9/11/2001 allegedly made a very short call) are not listed? How could Barbara Olson have made a call via a seat phone when the Boeing 757 (AA 77) had no seat phones? How could cell phone calls be made when the technology needed was not available in the planes of that type until 2004? How could both ATCs and NORAD (ADC, Air Defense Center) fail to follow the standard procedures for emergency (which demands immediate reaction when a planes ceases radio communication or comes off course) and for hijacking (which can be a later verified reason for emergency)? Why did the FDR data (also the raw data) of what was supposed to be AA 77 (Pentagon) provide quite different data of speed, altitude and position of the plane than was always claimed f.e. by the Pentagon? (flight path did not cross the hit lamp poles, last known altitude 273 ft, diving of 240 m/sec not possible with 100 tons etc.) Why did even the military with it¹s more advanced surveillance not identify AA 77 after it reappeared on the primary radar of civilian flight control? How could a 100 tons-airliner that is cut up when hitting a power pole cut several lamp poles without losing balance and pierce through walls of reinforced concrete causing three exit holes in inner rings of the Pentagon? How could so-called terror pilots who didn¹t manage safe flights on a one-engine Cessna (weight: not even 1/00 of a 757 or 767, height 2.59 m compared to 13,56 and 15.85 m; length 7,25 m compared to 47.32 and 48.51 m, wingspan 10.17 m compared to 38.05 and 47,57 m, max. speed 200 m/h compared to 914 km/h given for both Boeings) manage to fly complex maneuvres that even experienced pilots fail to fulfill in the flight simulator? How could these persons with reportedly poor English language knowledge and who never ever saw a 757/676 cockpit from inside master IFR, deal with the artificial horizon, handle the enormous kinetic energy of a 100 tons airliner, make descending turns with curve angles of some hundred meters, match with the G forces and override electronic systems with their warnings and at least hit their targets? Eruption im World Trade Center Which was the role that Vigilant Guardian and other war games played in the unfolding events of 9/11? Which was the role the Able Danger program of the Special Operations Command where Mohammed Atta and other were handled played on 9/11? Why were the CNN camera pictures of the New York Skyline that are recorded permanently never released for the time around 9/11/2001 8:46 am? How could two Boeing 767 whose aluminium parts are damaged when hitting even light buildings or power poles pierce in cartoon like way into a steel framed tower without losing parts? Why does jet fuel burn immediately usually when a plane hits the ground with the wings but burn with a little delay when the wings hit the towers (videos from the South Tower show sometimes a jet fuel blast at the entry site, sometimes just white smoke)? Why is UA 175 shown in quite different angles (ranging from under 45 degree to 45 degree to even 90 degree to the horizon) above being explained to differing camera positions? How could news networks report World Trade Center 7 being collapsed minutes before it actually happened? Why did those who lost someone inside the planes behave so different compared to those who lost somebody in the towers (with the exception of Ellen Mariani)? Why did they seldom appeal to the Victim Compensation Fund, refuse being contacted by journalists, refuse to join the groups of the other relatives and their protests? How could AA 77 be hijacked, given that the alleged pilot was a military veteran and given that the passengers were to a high percentage also from the military or the Navy? How is it possible that none of the four pilots had sent the hijacking code? How could the 47 store building WTC 7 collapse due to fire when not hit by anything? Why does the collapse of WTC 7 only resemble videos of controlled demolition with cutting charges (and not of fire damage in comparable buildings which does never cause a collapse) and is described by demolition experts as ³an art work of controlled demolition²? Why is kerosene comparable to jet fuel used for heating in American homes when it is supposed to be so dangerous that it melts steal? Why could one Boeing 767 bring a steel framed building with massive core columns down when it was designed to withstand the impact of several Boeing 707 (comparable to a Boeing 767, even more maximum speed and probably with more jet fuel on board after just having departed the airport)? Why do the towers not ³implode² like WTC 7 but ³explode² as the erupting clouds of pulverized materials show? Why do the videos of the collapsing towers resemble volcano eruptions (pyroclastic flow)? How do the eruption images match laws of physics? How do the collapses of the towers in near free fall-speed match the laws of physics? How is the pulverized material in the streets below the towers explained while sheets of paper seem undamaged? Why did witnesses feel themselves lifted up by a hot shock wave? Why were cars burnt even in some distance to the Twin Towers? Why were there power outages not solely to be explained by broken cables? How could the basement of the Towers be damaged severely by just a normal collapse? Why was molten metal found, why were hot spots visible in satellite images, why was there still something burning after weeks? How could a normal collapse cause a bone dust cloud like those whose remains were found on the roof of the Deutsche Bank building in 2006? Why did some workers and inhabitants die contaminated after cleaning up on Ground Zero or just continuing to live near the site? Why was steel from Ground Zero shipped abroad instead of being part of the criminal investigation? How was it possible to discover undamaged plastic ID cards of alleged terrorists on Ground Zero? Why were no Arab names on all passenger lists? Some reports on the hijackers and their behavior and whereabouts before 9/11 are so contradicting that the question arises whether they had doppelganger? How could UA 93 just disappear in the ground as verified by those who went immediately at the impact site and saw no plane, no human remains, just some rubbish? How is it possible that usually there are remarkably many remains and plane parts after accidents as it was proven f.e. after the crash of two planes in Germany at 10.000 m (the human remains were intact on the surface so an identification by relatives was taken into consideration) while 9/11 is completely different? How is it possible that true identifications are only given for those who died as persons who were in the Twin Towers or working at the Pentagon that morning but not in the planes? How do eyewitness accounts that saw something flying relatively low and not very loud with a jet trail (AA 77, UA 93) match with claims that it must have been heavy commercial airliners that are extremely loud, blast everything lighter away and leave no jet trail at lower heights? Why did mainstream media in the Western world function as an unified speaker of the US government immediately after 9/11? How much efforts are still made to prevent critical reporting in mainstream media rewarding them for keeping the taboo and stay silent? Why are those who question the official theory silenced and portrayed as drop heads, fanatics, even holocaust deniers (as some holocaust deniers are ­ by chance? - trying to appear as independent 9/11 researchers)? When there is nothing to hide and everything can be explained fact by fact: why is there so much fear of an open debate on an equal level? Is Osama Bin Laden dead since Dec. 2001, did he die in Pakistan near the Afghan border? Could you give me examples for the efforts that you take in my country Austria to keep the unanswered 9/11 questions from political and public debate? How could the monitoring of the financial markets by the Intelligence Agencies miss the 9/11 insider trading? Was Osama Bin Laden in the military hospital of Peshawar the day before 9/11 so the culprit could have been caught easily? Why were the Heads of the Senate and House Intelligence Committee having breakfast with the former head of the ISI, General Ahmad, who wired money to Mohammed Atta? Why were they rewarded with the chair of the first 9/11 investigation, one of them (Porter Goss) even with the DCI (Director of Central Intelligence) later? Why did no independent investigation take place until now? Yours sincerely Alexandra Bader (www.ceiberweiber.at) PS: Da ich dies am Hiroshima-Tag, dem 6. August 2007 online stelle, wäre auch die Frage angebracht "Was Ground Zero called Ground Zero because it was a Ground Zero?" (Es beziehen sich auch ein paar Fragen auf besonders merkwürdige Merkwürdigkeiten bei WTC 1& 2; wer sich hierfür intereressiert siehe wtcdemolition.blogspot.com) PPS: "I frankly admit that I never believed it for a second" (die offizielle Version) bezieht sich darauf, dass ich bei der ersten Nachricht von 9/11, die aus einer zusammengefassten Radiomeldung bestand (nach der ich CNN aufdrehte), an einen Putschversuch dachte. Recherchen etwa des Historikers Webster G. Tarpley ("9/11 Synthetic Terrorism") gehen auch in diese Richtung. URL: http://www.ceiberweiber.at/index.php?type=review&area=1&p=articles&id=596 ============================================== KPÖ/Hiroshima/Rüstung von KPÖ ============================================== KPÖ-Pressedienst ­ Drechslergasse 42, 1140 Wien ­ Telefon +43 (1) 50 36 580 - 0 ­ Fax +43 (1) 50 36 580 - 499 - Mail info at kpoe.at ­ Web www.kpoe.at - Ausgabe vom 6. August 2007 Hiroshima-Jahrestag: KPÖ weist auf weltweite gigantische Rüstungswelle hin „Militärisch-industriell-parlamentarischer Komplex“ führt Menschheit in den Abgrund „Wie bereits 1955 in dem von Albert Einstein und Bertrand Russel initiierten und von sieben Nobelpreisträgern unterzeichnetem Appell festgestellt wurde, sind Atomwaffen eine permanente Bedrohung für die Menschheit. Sie töten bereits im Frieden, weil sie immense Ressourcen der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung entziehen und durch ihre Existenz vielfach notwendige politische Lösungen blockieren“, stellt KPÖ-Bundessprecherin Melina Klaus zum Jahrestag der Atombombenabwürfe auf die japanischen Städte Hiroshima am 6. August 1945 und Nagasaki am 9. August 1945 fest. Die Lehre von Hiroshima und Nagasaki ist und bleibt daher der Kampf für die Vernichtung aller Atomwaffen und davon ausgehend allgemeine Abrüstung: „Die Entwicklung von Atomwaffen durch weitere Staaten zu verhindern und die Abrüstung der vorhandenen atomaren Arsenale durchzusetzen ist daher vorrangig“, so Klaus mit Verweis darauf, dass mehr Geld für die Rüstung weniger Geld für soziale Zwecke bedeutet. Die KPÖ nimmt den Hiroshima-Jahrestag zum Anlass ihre Besorgnis über die weltweite Aufrüstung in einem gigantischen Ausmaß zu äußern. So gab die US-Regierung kürzlich Waffenlieferungen von 60 Milliarden Dollar an Israel, Ägypten, Saudi-Arabien und andere Nahostländer bekannt und will damit mehr Stabilität im konfliktreichen Nahen Osten erreichen: „Das ist, als würde um ein Feuer zu löschen Benzin hineingießen“, kritisiert Klaus. Ähnlich zynisch agiert die französische Regierung, welche die Freilassung bulgarischer StaatsbürgerInnen in Libyen zum Anlass für einen großen Rüstungsdeal nahm. Die KPÖ fordert dazu Aufklärung, welche Rolle bei diesem Deal die österreichische EU-Kommissarin Benita Ferrero-Waldner spielte. Gewinnsteigerungen führender US-Rüstungskonzerne wie Northrop (plus 13 Prozent), General Dynamics (plus 24 Prozent) oder Lockheed Marion (plus 34 Prozent) zeigen, wer die Nutznießer des Geschäftes mit dem Tod sind. Die USA verpulverten bislang für ihre Kriege in Afghanistan und Irak sagenhafte 742 Milliarden Dollar, das Rüstungsbudget hat 2007 mit 533 Milliarden Dollar einen neuen Rekordwert erreicht, rüstungsnahe Ausgaben für Sicherheit und Heimatschutz dazugerechnet werden sogar 987 Milliarden Dollar ausgegeben. Die politische Macht der Rüstungsindustrie hat schon 1961 der damalige US-Präsident Dwight Eisenhower mit dem Begriff „militärisch-industriell-parlamentarischer Komplex“ auf den Punkt gebracht. Das gilt analog auch für die EU, Russland, China, Indien und andere auf Aufrüstungskurs befindliche Länder. Das formal neutrale Österreich müsste angesichts dieser für die Menschheit bedrohlichen Entwicklung nach Meinung der KPÖ daher in der EU, KSZE, UNO und anderen internationalen Zusammenhängen maßgebliche und entschiedene Initiativen für eine allgemeine Abrüstung setzen. Das globale Wettrüstungen erinnert in mancher Hinsicht an die zunehmend explosive Situation vor Beginn des 1. Weltkrieges im Jahre 1914, weil sich die Spannungen in verschiedenen Konfliktregionen der Welt verschärfen und zunehmend auch regionale Militärmächte mitmischen wollen: „Den Rüstungswahnsinn und das Geschäft mit dem Tod zu bremsen muss absolute Priorität für die Politik haben“, so Melina Klaus abschließend. ============================================== HLI at. Aktivitäten u. neuer Webauftritt von "FrauenLesben fuer das Selbstbestimmungsrecht der Frau" ============================================== Liebe Leute! Wir wollen Euch auf die neuesten Web-Aktivitäten von HLI AT aufmerksam machen und gleichzeitig auf http://www.schutzzone.at.tf verweisen - denn irgendwas muss ja schließlich gegen diese Fanatiker unternommen werden! Wieder wird der alte Saftsack Reilly, der Erfinder des Gehsteigterrors gegen Frauen allen Alters, im August in Wien sein, um von da aus seine "Pro-Life-Tour" in die NachbarInnenstaaten anzutreten. Er trainiert die Fanatiker, die sich tagtäglich über Frauen und Mädchen hermachen, die sich in der Nähe von Abtreibungskliniken blicken lassen.... dann geht es weiter nach Salzburg, denn dort gibt es für HLI leider was zu feiern: 5 Jahre "Lebenszentrum" - der Wahnsinn geht in Salzburg nun seit 5 Jahren, in Wien seit 10 - passieren tut diesen Krätzen einfach gar nichts! Und so treiben sie ihr munteres Spielchen auf dem Rücken der Frauen fast völlig ungestört. Ziel ist die Illegalisierung des Schwangerschaftsabbruches, auch wenn dies derzeit nicht per Gesetz, sehr wohl aber mangels Angebot von erschwinglichen Abbrüchen mittels Geschäftsschädigung und Terror gegen die Klientinnen weltweit durchgezogen wird. ____ neuer Webauftritt von Human Life International Austria (HLI) Verfasst am: Mo Aug 06, 2007 21:00 Es existiert seit kurzem eine neue Website von Human Life International - HLI Austria. Drauf gestossen sind wir, weil auf Kath.net (den Verbündeten von HLI und der Jugend für das Leben) eine Werbung geschaltet ist. http://www.hli.at Die alte Stümperseite wurde durch eine durchgestylte Site ersetzt und spricht ausführlich die propagandistische Sprache von militanten Hetzern und Frauenfeinden, gibt aber mehr Infos über deren Aktivitäten und Standorte. Reilly (siehe untige Termine) ist der Kreateur der sogenannten "Gehsteigberatung", die in Österreich vor Gericht bereits als Psycho/Terror ausjudiziert wurde (Klage HLI gegen Claudia Sorger/SLP): Zur Anschauung einige Links: http://www.hli.at/content/view/94/ Europa-Pro-Life-Missionsreise von Mons. Reilly, vom 8. - 20. August 2007: Zitat: Do., 9. August: Ungarn 10. - 13. August: Rumänien 14. - 15. August: Österreich, Salzburg (zur 5-Jahre-Lebenszentrum Feier in Salzburg) Do., 16. August: Deutschland, Passau 17. - 18. August: Tschechei, Wallfahrtsort Tabor So., 19. August: Slowakei, Bratislava Mo., 20. August: Österreich, Wien (Abschluß der Pro-Life-Missionstour, Rückflug USA am 21.8.) Durch diese Pro-Life-Missionstour wird das erfolgreiche Modell bzgl. Lebensschutz in 6 Länder gebracht! HLI Österreich organisiert diese Tour und trägt die Kosten. Daher bitten wir um Spenden-Unterstützung. Deine Spende lebt und bringt Leben! Zitat Ende Der Auftritt Reillys wird in Wien bereits am 8. August in der Dominikanerkirche bei einer Messe von Kardinal Schönborn stattfinden!!!! Zitat: (Wien,03.08.07) Mons. Philip J. Reilly, Gründer der "Helpers of Gods Precious Children" und der weltweiten Pro-Life-Gebetsvigilien, beginnt seine Europatour durch 6 europäische Länder am Mittwoch, 8. August in Wien. Um 16:00 Uhr hält er einen Vortrag im Lebenszentrum, Postgasse 11, 1010 Wien. Danach ist um 17:30 Uhr Heilige Messe in der nahegelegenen Dominikanerkirche. Da an diesem Tag das Dominikanerfest stattfindet, wird Kardinal Schönborn Hauptzelebrant des Gottesdienstes sein. Vollständiges Programm der Europa-Pro-Life-Missionsreise, die auch dieses Jahr wieder von HLI Österreich organisiert wurde: Zitat Ende. In Polen wird heuer der Pro-Life-Gebets-Weltkongress veranstaltet! Aber auch mit dem Exorzismus haben sie's: http://www.hli.at/content/view/93/ zum Exorzismus und Abtreibung als dämonischer Religion. _________________ -- FrauenLesben für das Selbstbestimmungsrecht der Frau mailto: Selbstbestimmungsrechtderfrau at gmx.net ---- detaillierte Informationen zur Abtreibung und den Methoden der radikalen Abtreibungsgegnerschaft auf http://www.die-abtreibung.at.tf ============================================== Die Bildungslücken des H.C. Strache - islamische Erbe der europäischen Kultur von "Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen" ============================================== Kleinen Zeitung. Gast Kommentar von OMAR AL-RAWI 01.08.2007 über das islamische Erbe der europäischen Kultur Die Bildungslücken des H.C. Strache These: Der Westen glaubt, die Menschenrechte nicht nur erfunden, sondern auch gepachtet zu haben. Der FPÖ-Bundesparteichef H.C. Strache hat kürzlich mit seiner Aussage „Der Kulturkampf hat längst begonnen, der Islam ist nicht nur eine Religion, sondern auch ein totalitäres Rechts- und Gesellschaftssystem“ für Aufsehen gesorgt. Der kenianische Sozialanthropologe Ali Masrui meint zu Recht, dass in der modernen Geschichte die Muslime sich zwar selten verdienstvoll in der Entwicklung der Menschenrechte hervortaten, aber man gratuliert ihnen auch selten, dass die schlimmsten Menschenrechtsverletzungen nicht bei und von ihnen begangen worden sind: Es gibt kein muslimisches Äquivalent zu nazistischen Vernichtungslagern, zum Völkermord im Ausmaß von Nord- und Südamerika sowie Australien, noch ein Gegenstück zu stalinistischem Terror, Pol Pots „Killing Fields“ und der Entwurzelung von dutzenden von Millionen im Namen von Fünf-Jahres-Plänen. Auch sind die Moslems weder für Apartheid-Modelle verantwortlich noch für den wilden japanischen Rassismus vor 1945 oder die rassistische Kultur des alten amerikanischen Südens. Es ist interessant und verblüffend, dass man beim Menschenrechtsdialog immer wieder feststellt, dass „westliche“ Dialogpartner glauben, die Menschenrechte nicht nur erfunden, sondern auch gepachtet zu haben. Das islamische Erbe in der Geschichte Europas wird nur noch auf die Arbeitsmigration und Türkenbelagerung reduziert. Dass die hellenistische Philosophie dank der im Bagdad des 9. Jahrhunderts entstandenen Metaphysik der Mu’tazila-Schule an die heutige Zeit weitergegeben worden ist, weiß kaum jemand. Auch die Hochblüte der islamischen Zivilisation ist fast eine Bildungslücke – die Zivilisation des abbasidischen Bagdads und des omayyadischen Cordoba, die dank der Andalusier Ibn Ruschd (Averroes 1126–1198), der als Aristoteles-Kommentator die westliche Philosophieentwicklung maßgeblich beeinflusste und ganz nebenbei auch noch die Sonnenflecken gefunden hat, sowie Ibn Arabi und Ibn Hazm einen wesentlichen Einfluss auf die Scholastik, das Minnesängertum, die gotische Architektur, die Mathematik, das westliche Gesundheitswesen, ja sogar die christliche Mystik gehabt hat. Nicht vergessen sollten wir auch Al-Khwarismi (gest. 846), Vater der Algebra und des Algorithmus-Terminus, Al-Razi/Rhazes (846–935), dessen medizinisches Hauptwerk „Liber Almansoris“ über Jahrhunderte der Ausbildung an europäischen Universitäten diente, Ibn Sina/Avicenna (980–1037), dessen medizinische Enzyklopädie noch im 19. Jahrhundert benutzt wurde, und Ibn Khaldun (1332–1406), Begründer der Soziologie und quellenkritischen Geschichtsschreibung. Daher war mein Aufruf: „Lernen Sie Geschichte, Herr Strache!“ nicht polemisch, sondern ernst gemeint. Dipl.-Ing. Omar Al-Rawi ist Integrationsbeauftragter der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich -- Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen www.islaminitiative.at e-mail:dieinitiative at gmx.at für Rückfragen und Korrespondenz kontaktieren sie bitte: Omar Al Rawi +43-650-3831942 al-rawi at gmx.at Amina & Tarafa Baghajati +43-1-2595449 baghajati at aon.at Mouddar Khouja +43-6991-9685096 referent at derislam.at Andrea Saleh +43-664-4147620 frauen at derislam.at Liebe Brüder und Schwestern, liebe Interessierte! Wir hoffen, dass die so an Euch zugehenden Informationen auf Euer Interesse stoßen. Wir versenden über den Verteiler nicht nur Neuigkeiten, die die eigenen Aktivitäten betreffen, sondern auch Zeitungsartikel, die im weitesten Sinn mit dem Islam und Integration zu tun haben oder ähnliches. Diese spiegeln natürlich nicht unbedingt unsere eigene Meinung wieder, sind aber gut, um das Meinungsspektrum zu sichten. Wir freuen uns über jede Rückmeldung. Selbstverständlich kann auch alles an Freunde,Bekannte usw.weitergemailt werden. Für die Publikation in eigenen Homepages bitten wir jedoch um vorherige Rücksprache. Bitte achten Sie bei Zeitungsartikeln auf das Copyright. Alle Inhalte dienen der persoenlichen Information. Eine Weiterverwendung und Reproduktion ueber den persoenlichen Gebrauch hinaus ist nicht gestattet. Psssst! Schon vom neuen GMX MultiMessenger gehört? Der kanns mit allen: http://www.gmx.net/de/go/multimessenger ============================================== Die fingierte Demokratie von Dietmar Köhler ============================================== In seinem durchaus lesenswerten Beitrag (freies Mandat, Klubzwang, etc.) ist Peter Warta ein gravierender Fehler unterlaufen. Er bezeichnet England und die USA als älteste Demokratien der Welt. Das ist nachweislich unrichtig. In England wurde das Doppelstimmen-Wahlrecht erst 1949 abgeschafft. Die USA wurden von den sogenannten Gründervätern bewusst als Republik und NICHT als Demokratie gestaltet (nachzulesen in: The Federalist Papers). Interessanterweise gibt es allerdings in vielen Einzelstaaten der USA sehr wohl direktdemokratische Instrumente (Volksinitiative, Referendum, Abwahl während der Amtsperiode), die auf Bundesebene völlig fehlen. Die "direkte" Demokratie ist also nicht auf die Schweiz beschränkt. Übrigens ist die Abwahl während der Amtsperiode (recall) sogar in den Verfassungen von Venezuela, Kolumbien, Ecuador und Peru verankert, die Volksinitiative in Kolumbien, Ecuador, Peru und Venezuela. Davon einmal abgesehen: Warum bezeichnet Peter Warta eigentlich nicht die Schweiz als älteste Demokratie der Welt? Generell gilt für eine Demokratie: Die Mehrheit entscheidet. Das ist bei einem Mehrheitswahlrecht NICHT gewährleistet. Die behauptete stärkere Bindung zwischen Mandatar und Souverän für das Mehrheitswahlrecht wird von der Praxis (siehe England) NICHT bestätigt. Auch hier werden die Anordnungen der Parteispitze - abgesehen von Ausnahmefällen - pünktlich befolgt, denn die Nominierung der Mandatare erfolgt auch hier durch die Partei und NICHT durch die Wähler/innen. Dietmar Köhler 1230 Wien (Anm.d.Tagesred: Dies ist ein LeserInnenbrief an den STANDARD) ============================================== KPÖ/Fremdenrecht/Asylpolitik/Bleiberecht von KPÖ ============================================== KPÖ-Pressedienst ­ Drechslergasse 42, 1140 Wien ­ Telefon +43 (1) 50 36 580 - 0 ­ Fax +43 (1) 50 36 580 - 499 - Mail info at kpoe.at ­ Web www.kpoe.at - Ausgabe vom 8. August 2007 Melina Klaus: „Die fremdenfeindliche Spirale durchbrechen“ KPÖ fordert Nationalratsabgeordnete auf für eine Änderung des Fremdenrechts initiativ zu werden Für eine grundsätzliche Lösung durch eine rasche Änderung des Fremdenrechtspakets statt Einzelfallsregelungen für „VorzeigemigrantInnen“ tritt die KPÖ im Zusammenhang mit der nun seit Monaten laufenden Debatte um ein Bleiberecht für integrierte Asylwerberfamilien ein. In zahlreichen Gemeinden haben sich parteiübergreifende Initiativen gebildet, welche gegen die Auseinanderreißung von seit vielen Jahren dort wohnhaften ausländischen Familien durch die Abschiebung einzelner Familienmitglieder entsprechend dem 2005 von ÖVP, BZÖ und SPÖ einträchtig beschlossenen Fremdenrechtspaket protestieren. Betroffen sind bundesweit geschätzte 1.500 solcher Asylwerberfamilien. Wie die Initiative „Ehe ohne Grenzen“ feststellt, werden binationale Ehepaare durch diese Politik diskriminiert und in ihrer Existenz bedroht, weil die Tatsache, mit einem/r ÖsterreicherIn verheiratet zu sein, nicht automatisch zum legalen Aufenthalt in Österreich berechtigt. Statt vereinfachter Schuldzuweisungen an Innenminister Günther Platter (ÖVP), der zweifellos mit seiner harten Haltung politische Signale an das rechte politische Spektrum sendet, sollten Abgeordnete von SPÖ, Grünen und auch ÖVP durch eine parlamentarische Initiative eine rasche Änderung des unmenschlichen Fremdenrechtspakets tätig werden. Es ist nämlich ziemlich billig, wenn GemeindepolitikerInnen von ÖVP oder SPÖ Appelle an die Landeshauptleute richten oder die Grünen eine Gesetzesprüfung überlegen und auf Gnadenakte des Innenministers gewartet wird. Es erinnert an ein Spiel mit verteilten Rollen, wenn aus den Gemeinden Protest gegen diese seit Jahren als inhuman bekannte Asylpraxis ertönt, der Nationalrat als höchstes gesetzgebendes Organ seine Befugnisse der Regierung überlässt und die Abgeordnete untätig dabei zuschauen: „Hier müssen Nägel mit Köpfen gemacht und ein Antrag für eine Gesetzesänderung in die Wege geleitet werden“, fordert KPÖ-Bundessprecherin Melina Klaus die Abgeordneten auf. 37 Prozent der Asylverfahren dauern länger als drei Jahre, manche Verfahren sogar länger als zehn Jahre. Obwohl Flucht kein Verbrechen ist, wurde für immer mehr Asylsuchende die Schubhaft von der Ausnahme zur Norm, perfektioniert durch eine regierungsgenehme Abschiebeberatung. Durch die Verweigerung einer Arbeitserlaubnis wird AsylwerberInnen nicht nur die Möglichkeit entzogen für ihren eigenen Unterhalt zu sorgen, sondern auch ein wichtiges Arbeitskräftepotential nicht genützt. Die österreichische Asylpolitik ist durch einen fremdenfeindlichen Diskurs bestimmt. Angetrieben von FPÖ und BZÖ wetteifern PolitikerInnen von ÖVP wie Generalsekretär Hannes Missethon und Innenminister Platter und SPÖ wie der Salzburger Landeshauptfrau Gabriele Burgstaller um ein rechtes Stimmenpotential, indem sie nicht nur eine Änderung des restriktiven Fremdenrechtspakets ablehnen, sondern sogar noch für dessen Verschärfung eintreten: „AsylwerberInnen dürfen nicht länger als Sündenböcke für parteipolitische Profilierung und zur systematischen Verhetzung missbraucht werden. Es gilt, die fremdenfeindliche Spirale zu durchbrechen“, so Klaus abschließend. ============================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< INTERNATIONALE SOLIDARITÄT ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ============================================== [Gipfelsoli Newsletter] Heiligendamm von Öffentlicher Verteiler der Gipfelsoli-Infogruppe ============================================== Gipfelinfo - Meldungen über globalisierte Solidarität und die Proteste gegen unsolidarische Globalisierung ------------------------------------------------------ www.gipfelsoli.org -- - Prozess-Lawine nach G8-Gipfel - G8/Agent Provokateur - Soligruppe: Solidarität mit den verhafteten Genossen - Kundgebung in Hamburg: Gemeinsam gg. G8 - Gemeinsam gg. Repression - Pressemitteilung AG Soziales Berlin im Berliner Sozialforum: Anwendung politischen Sonderstrafrechtes ist fragwürdig - Wissenschaftlicher Beirat von Attac: Stellungnahme zur Verhaftung des Sozialwissenschaftlers Andrej H. - Howling Coalition: the Anti-globalization Movement Sprouts Freedom and Diversity ------------------------------------------------------------------------------- Prozess-Lawine nach G8-Gipfel Schwerin (ddp). Zwei Monate nach dem G8-Gipfel in Heiligendamm rollt eine Prozess-Lawine auf die Justiz in Mecklenburg-Vorpommern zu. Wie die "Schweriner Volkszeitung" (Wochenendausgabe) berichtete, sind etwa 1100 Strafverfahren bei Polizei und Staatsanwaltschaft in der Bearbeitung. Wie viele der laufenden Verfahren letztlich vor Gericht landen, sei unklar. Um die hohe Zahl der Verfahren bewältigen zu können, arbeiteten inzwischen acht Staatsanwälte in einer G8-Sonderabteilung. In 800 Fällen ermittelt noch die Polizei gegen Gipfelgegner wegen Vorwürfen wie Landfriedensbruch, Körperverletzung, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Sachbeschädigung. In 28 Fällen wird dem Bericht zufolge von der Polizei gegen eigene Kollegen ermittelt. Darunter seien mehrere Anzeigen zu ein und demselben Sachverhalt, sagte Rostocks Oberstaatsanwalt Peter Lückemann. So habe es nach der Attacke eines Polizeibootes gegen ein Greenpeace-Schlauchboot fast ein Dutzend Anzeigen gegeben. Der Republikanische Anwaltsverein, der G8-Gegner während des Treffens in Heiligendamm anwaltlich betreute, rechnet nicht damit, dass die Masse der Verfahren zur Anklage kommt. Ein großer Teil werde wegen Geringfügigkeit oder mangels Beweisen von der Staatsanwaltschaft eingestellt, sagte Anwalt Sönke Hilbrans der Zeitung. ------------------------------------------------------------------------------- G8/Agent Provokateur Das Verfahren gegen den bei Protesten gegen den G8-Gipfel enttarnten Zivilbeamten ist eingestellt worden. Gegen über 1.000 Gipfelgegner wird hingegen weiter ermittelt. Die Staatsanwaltschaft Schwerin hat eine extra-Abteilung eingerichtet, bei der acht zusätzliche Staatsanwälte etwa 1.100 Fälle bearbeiten, die mit dem G8-Gipfel in Zusammenhang stehen. Dabei geht es meist um Vorwürfe wie Landfriedensbruch, Körperverletzung, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Sachbeschädigung. Über 300 Anzeigen entscheidet gegenwärtig die Staatsanwaltschaft, in 800 Fällen wird noch von der Polizei ermittelt, viele Gipfelgegner haben in den letzten Wochen schriftliche Anhörungen von der Schweriner Polizei erhalten unter zum Teil hahnebüchenen Vorwänden. Auf diese Anhörungsbogen muss man nicht reagieren! Ein Großteil der Verfahren wird nach Ansicht des Republikanischen Anwaltsvereins jedoch eingestellt werden. Die wenigen konkreten Vorwürfe, die vermutlich zu einer Verurteilung führen werden steht in einem deutlichen Missverhältnis zur Gesamtzahl der Ingewahrsamnahmen (wieviele?) und Festnahmen während des Gipfels, d.h. ein Großteil der Eingesperrten, wurde ohne Beweise oder auch nur konkreten Tatverdacht seiner Freiheit beraubt Eklatant ist vor diesem Hintergrund die geringe Zahl von Verfahren, die sich gegen Polizeibeamte richten. Von den 28 Verfahren gegen die Polizei wurden alleine zwölf wegen dem lebensgefährlichen Maneuver der Polizei gegenüber den Greenpeace-Booten angestrengt. Bleiben nur 14 weitere Fälle in denen sich Polizisten wegen der exzessiver Gewaltanwendung, Freiheitsberaubungen, Beleidigungen, Folterungen und Anmaßung von Befugnissen vor Strafen fürchten müssen. Allzugroß muss diese Furcht ohnehin nicht sein: Das Verfahren gegen den Agent Provokateur, der bei einer Blockade zur Gewalt gegen die Polizei aufgefordert hat und vor laufenden Kameras enttarnt und der Polizei übergeben wurde, ist bereits aus Mangel an Beweisen eingestellt worden. Ob es überhaupt Ermittlungen gab, ist unklar. (Gibt es etwa Hinweise, dass die Polizei oder Staatsanwaltschaft Zeugen befragt hat?) Bedeutend ist allerdings die Tatsache, dass mit dem Einstellen des Verfahrens eigentlich belegt ist, dass es Agents Provokateurs gegeben hat, eine Tatsache, die von der Presse kaum wahrgenommen wird und die Gewalt in Rostock in ein anderes Licht rückt. Nicht mit einem Verfahren, nicht einmal mit Rücktrittsforderungen, müssen offensichtlich auch die rechnen, die von den Spitzen der Ministerien oder auch auf der Ebene mittlerer Dienstgrade verfassungswidrige Einsätze der Bundeswehr im Inland veranlasst und mit einem Tiefflug über den Camps von Gipfelgegnern tausende von Menschenleben riskiert haben. Verfassungsfeindlichkeit wird hingegen Organisationen vorgeworfen, die sich gegen den Einsatz der Streitkräfte im Inland engagieren (www.imi-online.de). Diese Informationen sind großteils von http://www1.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/prozesslawine2.html abgeschrieben (nicht kopiert!). Leider keine Zeit für weitere Recherchen. [http://de.indymedia.org/2007/08/189904.shtml] ------------------------------------------------------------------------------- Soligruppe: Solidarität mit den verhafteten Genossen Hallo! Wie Ihr sicher aus den Medien erfahren habt, gab es am 30./31. Juli 2007, einen Schlag gegen linke Strukturen. Drei Genossen wurden lt. Polizeiangaben auf frischer Tat bei dem Versuch ertappt, drei Bundeswehr-LKW`s anzuzünden. Hierbei wurden sie verhaftet. Später wurde noch ein weiterer Genosse verhaftet. Daraufhin wurden in Berlin bzw. Leipzig sechs Wohnungen und ein linker Buchladen vom BKA durchsucht. Nun konstruiert das BKA bzw. die BAW ein §129a-Anklage, für welche im Moment noch keine Beweise bekannt sind (siehe Presseveröffentlichung der Anwälte). Die Genossen sitzen im Moment im Knast Berlin Moabit. Es geht ihnen gut! Entgegen anderslautender Gerüchte haben die gefangenen Genossen keine Aussagen gemacht! Dass ein §129a Verfahren eine Menge Geld kostet dürfte Euch allen bekannt sein. Schon jetzt benötigen wir Geld für die Anwälte (Flüge nach Karlsruhe und zurück für vier Anwälte) und für die Genossen im Knast. Spenden an: Rote Hilfe e.V., Konto-Nr. 71 89 59 06 00, BLZ 100 200 00 Verwendungszweck: Repression 31.7.2007 Im Moment bildet sich eine Soligruppe für die vier Inhaftierten Genossen, welche auch mit den Anwälten in Kontakt steht. Diese Soligruppe wird in Kürze auch die Anschriften der Genossen im Knast bekanntgeben. [http://de.indymedia.org/2007/08/189855.shtml] ------------------------------------------------------------------------------- Kundgebung in Hamburg: Gemeinsam gg. G8 - Gemeinsam gg. Repression Solidarität mit dem G8-Widerstand Zusammen gegen staatliche Repression und Kriminalisierung! Der Protest und der Widerstand gegen den G8-Gipfel in Heiligendamm war für die AktivistInnen ein Erfolg, wie er hierzulande lange nicht zu erleben war. Diesen Erfolg auszubauen und zukunftsweisend zu machen ist Aufgabe der gesamten Bewegung! Jetzt geht es nicht nur um das "wie weiter?", sondern auch darum, diejenigen nicht alleine zu lassen, die von staatlicher Repression betroffen sind. Kundgebung am 11. August in Hamburg Jetzt geht es nicht nur um das "wie weiter?", sondern auch darum, diejenigen nicht alleine zu lassen, die von staatlicher Repression betroffen sind: * Angriffe auf die G8-Mobilisierung im Vorfeld durch Hausdurchsuchungen und Einleitung von §129a-Verfahren (Bildung einer terroristischen Vereinigung) * Demonstrationsverbote, unzählige Verletzte durch Polizeiknüppel, Tränengas und Wasserwerfer * Schikanen und Schläge durch die Polizei sowie sexistische Durchsuchungen * die vorübergehende Ingewahrsamnahme von weit über 1000 AktivistInnen * "Käfighaltung" in den Gefangenensammelstellen * Schnellverfahren, bei denen acht AktivistInnen zunächst zu Haftstrafen verurteilt worden sind * der Einsatz der Bundeswehr * gezielte Desinformation der PolizeisprecherInnen * die Be- und Verhinderung der Arbeit von und Angriffe auf RechtsanwältInnen, JournalistInnen und SanitäterInnen. ... all das zu thematisieren, ist eine gemeinsame Aufgabe der gesamten Bewegung gegen den G8-Gipfel von Heiligendamm. Darüber hinaus sind eine zur Zeit noch nicht absehbare Anzahl von Vorladungen, eingeleiteten Strafverfahren und zugestellten Strafbefehlen zu erwarten. Zwei Aktivisten befanden sich Anfang Juli immer noch im Knast. Wir fordern: * ein uneingeschränktes Demonstrationsrecht * die lückenlose Aufklärung der Polizeigewalt * die vollständige Offenlegung des Bundeswehreinsatzes während des G8 * die Rücknahme der Urteile aus den Schnellverfahren! * die Einstellung aller Ermittlungsverfahren gegen GegnerInnen des G8 und die Abschaffung des §129a! Kundgebung in Hamburg Samstag, den 11. August 2007 12 Uhr Gerhard-Hauptmann-Platz Es rufen auf: Antirepressionsgruppe Hamburg; Attac Hamburg; Avanti - Projekt undogmatische Linke, Hamburg; DIE LINKE, Hamburg; Ermittlungsausschuss Hamburg; Flüchtlingsrat Hamburg; Gesellschaft für operative Kunst; Hamburger Forum für Völkerverständigung und weltweite Abrüstung e.V.; Hochschulgruppe REGENBOGEN/Alternative Linke Hamburg; Netzwerk Freiheit für alle politischen Gefangenen, Norddeutschland; NoLager-Gruppe, Hamburg; REGENBOGEN - Für eine neue Linke, Hamburg; Rote Hilfe e.V., OG Greifswald; Rote Hilfe e.V., OG Hamburg; Schanzenbuchladen, Hamburg; Sozialforum Eimsbüttel; Stadtteilkollektiv Rotes Winterhude; Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN-BdA), LV Hamburg Kontakt: Rote Hilfe e.V., Ortsgruppe Hamburg, PF 306302 - 20329 Hamburg, hamburg at rote-hilfe.de ------------------------------------------------------------------------------- Pressemitteilung AG Soziales Berlin im Berliner Sozialforum: Anwendung politischen Sonderstrafrechtes ist fragwürdig Datum: 05.08.07 Die Anwendung des politischen Sonderstrafrechtes ist fragwürdig, kritische Wissenschaft wird kriminalisiert! Die Arbeitsgruppe Soziales Berlin im Berliner Sozialforum kritisiert die Anwendung des politischen Sonderstrafrechtes des Paragraphen 129a in dem Ermittlungsverfahren gegen Florian L., Oliver R. und Axel H.. Die Begründung für die Verhaftung des Stadtsoziologen im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens wegen Mitgliedschaft in einer "terroristischen Vereinigung" sind nicht nur abenteuerlich, sondern sind eine Weiterführung einer Politik der Legitimation von Demokratieabbau und Ausweitung der Repression durch eine inszenierte Terrorismusgefahr. Es gibt gute Gründe, die Anwendung der Verfolgungsinstrumente des "Terrorismus-Paragraphen" 129a genauer zu bestimmen bzw. ihn abzuschaffen. Peter Grottian aus dem Berliner Sozialforum erklärt: "Brandanschläge sind selbst innerhalb der rechtlichen Bestimmungen des Paragraphen 129a nur dann "terroristische Akte", wenn eine erhebliche Gefährdung des Staates nachweisbar ist. Brandanschläge im Rahmen einer sogenannter "militanten Aufklärungskampagnen" erfüllen diesen Tatbestand nicht. Wir stellen erneut fest, dass eine Ermittlungsbehörde Interesse daran hat, Protest gegen die herrschende Politik zu kriminalisieren und mit Terrorismus gleichzusetzen. Eine Generalstaatsanwältin, die bei so einer dürftigen Beweislage eine Ermittlungsverfahren auf der Grundlage des Paragraphen 129a einleitet, die hat in ihrem Amt versagt und lässt sich politisch instrumentalisieren.." Wir nehmen nicht hin, dass unser Mitstreiter Andrej H. sowie Florian L., Oliver R. und Axel H. Opfer bzw. "Kollaboralschaden" einer sogenannten Antiterrorismuspolitik werden, die nichts anderes ist als Politik mit terroristischen Mitteln. Wir fordern Aufklärung, in welchen Maße verdeckte Ermittler tätig sind und waren. Wir fordern die Bundesstaatsanwaltschaft auf, das Ermittlungsverfahren an die zuständige Gerichtsbarkeit des Landes Brandenburg zu übergeben und umgehend das Verfahren gegen Andrej H. einzustellen und die Untersuchungshaft für die anderen Beschuldigten aufzuheben. Die Ermittlungen gegen die "militanten gruppe(n)" wurden bereits im Vorfeld und während des G8-Treffens sehr zielstrebig benutzt, um gegen politische Widerständigkeit vorzu-gehen. Mit der rechtlichen Konstruktion für ein Ermittlungsverfahren gegen Andrej H. Ist eine neue Qualität der politisch motivierten Verfolgungs-Willkür erreicht: Jede wissenschaftliche Gesellschaftskritik kann in die Nähe eines potentiellen Terrorismus gestellt. Rainer Wahls für die AG Soziales Berlin im Berliner Sozialforum, sowie Peter Grottian, Judith Dellheim, Wilhelm Fehse und Corrina Genschel aus dem Berliner Sozialforum. Nachfragen und Informationen: Rainer Wahls: 0162 30 12 100 Peter Grottian 01718313314 ------------------------------------------------------------------------------- Wissenschaftlicher Beirat von Attac: Stellungnahme zur Verhaftung des Sozialwissenschaftlers Andrej H. Pressemitteilung 3. August 2007 * Gegen Kriminalisierung kritischer Wissenschaft Mit dem Vorwurf der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung nach § 129a StGB sind am 30. und 31. Juli vier Personen festgenommen worden. Der Wissenschaftliche Beirat von Attac verurteilt das aktuelle Verfahren und die Begründung der Haftbefehle. Sie verlassen den Boden der Rechtsstaatlichkeit und stehen für eine Ausweitung der Terrorismus-Ausnahmegesetzgebung. Wie die Verteidiger formulieren: Es wird das "versuchte In-Brand-Setzen von drei Auto unter Ausschluss einer Personengefährdung als Terrorismus" bezeichnet. Der Wissenschaftliche Beirat von Attac kritisiert insbesondere, dass die wissenschaftliche Tätigkeit von Andrej. H. als Begründung für den ergangenen Haftbefehl herangezogen wird: - Als Verdachtsmoment wird eine von Andrej H. im Jahr 1998 veröffentliche wissenschaftliche Abhandlung angeführt. Diese enthalte Schlagwörter und Phrasen, die in Texten der "Militanten Gruppe" (mg) gleichfalls verwendet werden. - Als promovierter Politologe und Promotionsstipendiat sei Andrej H. zudem "intellektuell in der Lage, die anspruchsvollen Texte der Militanten Gruppe zu verfassen". - Desweiteren stünden ihm "als Mitarbeiter eines Forschungszentrums Bibliotheken zur Verfügung, die er unauffällig nutzen kann, um die zur Erstellung der Texte der Militanten Gruppe erforderlichen Recherchen durchzuführen". - Für eine Mitgliedschaft in der Militanten Gruppe spreche ferner, dass Andrej H. in einem im Juni 2005 veröffentlichten Artikel über einen fehlgeschlagenen Anschlag der terroristischen Vereinigung "RZ" berichtete und derselbe Anschlag in einem Text der Militanten Gruppe vom Frühjahr 2005 thematisiert wurde. - Zudem verfüge Andrej H. als Promotionsstipendiat "über die intellektuellen und sachlichen Voraussetzungen, die für das Verfassen der vergleichweise anspruchsvollen Texte der Militanten Gruppe erforderlich sind". Dadurch wird kritische Gesellschaftsanalyse nicht nur kriminalisiert, sondern unmittelbar dem Terrorismusverdacht ausgesetzt. Die bekannt gewordenen Begründungen aus dem Haftbefehl sind eine Beleidigung für den gesunden Menschenverstand und würden - wenn sie von der Gesellschaft akzeptiert werden - die Grundlagen jeder kritischen Öffentlichkeit in einer freien Gesellschaft zerstören. Wenn sie als Indizien für die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung gelten, dann wird kritische Wissenschaft unter Generalverdacht gestellt. Der Beirat befürchtet, dass Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble und das Bundeskriminalamt einen Prozess in Gang setzen, der den Rechtsstaat in Deutschland substantiell untergräbt. Dieser Prozess begann mit der Kriminalisierung der Vorbereitung der Proteste gegen den G8-Gipel. Es wurden Büros, Buchläden und Wohnungen - wieder gestützt auf den rechtsstaatlich umstrittenen Paragrafen 129 a StGB - in einem Umfang durchsucht, der seit den 1970er Jahren unbekannt ist. Die Gefahr einer solchen Form der Kriminalisierung und Ausgrenzung könnte darin liegen, dass durch diese staatliche Aktion erst das konstruiert und provoziert wird, was vorgeblich verhindert werden soll: Terrorismus. Der Wissenschaftliche Beirat von Attac fordert von den Verantwortlichen, das Verfahren gegen Andrej H. einzustellen, ihn auf freien Fuß zu setzen und zu einer rechtstaatlichen Arbeitsweise zurückzukehren. ------------------------------------------------------------------------------- Howling Coalition: the Anti-globalization Movement Sprouts Freedom and Diversity by Shiro Yabu (Translation: Yuzo Sakuramoto) The 2007 G8 Summit was held in Rostock, Germany from June 6 to 8, 2007. It was a conference at which top government officials from the U.S., Canada, Britain, France, Germany, Italy, Russia, and Japan all met and confirmed their political cooperation for global domination. To oppose this, many social movements and activists from many places in Europe, Africa, the U.S., and Asia mobilized and developed a huge demonstration. In late May, we, as members of "No! G8 Japan" went to Germany. We first stayed at a squatter house in Berlin, and obtained necessary information and materials. Many anarchists and autonomists from all over the world gathered in Berlin. Small parties were held at the squatter houses, and we militant activists vowed to fight the upcoming struggle, while enjoying drinking and music. An information center for activists was set up inside the city and a map of the Summit site, as well as the latest information about action plans and police weaponry and strategies for cracking down on demonstrators were distributed there. Also shops for militant activists were selling 'black gear' such as sleeping bags, parkas, hats, masks and leather gloves. After making our preparations in Berlin we headed for Rostock. On the eve of the Summit - Riot On June 2, the anti-G8 demonstration and rally took place in the city of Rostock. 80,000 people, who were either critical of or wanted to stop the G8 Summit, mobilized and had a big parade. Led by international participants of NGOs from outside Germany, many different social movements, labor organizations, German leftist groups, and large troops of anarchists and autonomists marched through the town with balloons, gigantic puppets, music bands, trailers equipped with sound systems, and countless numbers of red and black flags and banners...and at the center of the demonstration, a gigantic black block consisting of over 10,000 people emerged. What is Black Bloc? It is a conglomerate of small groups consisting of two to twenty members. It is an open frame which anyone can be a part of, without requiring any qualifications. Black Bloc does not have an organized leadership, instead each group participates by acting according to their own judgment to compose the entire situation. At the meeting place where the demonstration ended, one of the groups in Black Bloc removed paving stones from the street and got ready to throw the stones at riot police. Another group attacked and destroyed police cars, while some other groups dragged trash cans out into the street and set them on fire. All the people in those groups are completely clad in black from head to toe, and they hide their faces with hoods and masks. The 10,000 members all dress in black to retain the anonymity of the main, most active troops. Anonymous small groups executed their own plans. Black Bloc thus created a small-scale insurrection. Stone throwing and water cannons were repeated and in the black smoke rising from the burning cars, heavily armed riot police and militants collided. The mass media shot this battle and the images was distributed globally; the 2007 G8 Summit was reported to the world as a fierce "urban riot." Dense, multi-layered coalition The uprising in Rostock right before the opening of the Summit successfully left the impression that the G8 was an unjust 'dirty conference.' At the same time it also gained good global publicity for the fact that the international people's struggle was bravely confronting the enormous ruling power at the Summit. This achievement was not accomplished solely by the contribution of Black Bloc. It was the contributions of many other social movements surrounding Black Bloc that supported and realized this insurrection. What caught my attention at the forefront of the battle was the presence of broad array of anarchists and Autonomists from various non-violent direct action groups. Around the militants who actually engaged in stone throwing, destruction and setting fires, there were many more militants of non-violent direct action groups who were actively engaged. Those non-violent militants supported the Black Bloc: they blocked the movement of the police by using tactics such as picketing or sit-ins. It was those non-violent direct action groups that confronted the armed police the most, being beaten up or pepper sprayed. Those non-violent activists protected the rioting groups, and furthermore the members of German ATTAC who organized the entirety of the rally persistently negotiated in order to avoid any confrontation with the police. Labor unions and various leftist groups put pressure on the police by influencing public opinion against them. The densely layered collation of various activist groups led our anti-Summit movement to success this time. The Black Bloc acted independently, but they were not isolated. Despite minor discord, there were persistent negotiations and efforts among different activist groups to realize a larger coalition. The Foundation of the Anti-Globalization Movement It is true that some participants of the demonstration were frustrated immediately after the reports of the riot on June 2. We heard that within the German ATTAC, the group that had played a central role in organizing the demonstration, criticism of the Black Bloc came one after another. There was even a strong opinion that the violent black-clad group should be removed from the coalition. German ATTAC ultimately maintained the coalition with Black Bloc, despite making a statement criticizing them. This had great significance. The Black Bloc has been the focus of attention as being a group that is both troublesome and awe-inspiring at the same time. They were always viewed as outsiders, but at the same time they were trusted by many activists because they were the original group who opposed the tyranny of the IMF/World Bank, and stood up against the injustice of the Davos Conference (World Economic Forum) and developed the international protest movement against the neo-liberal globalization. Their achievement is significant in the history of activism. It is not an exaggeration to say that the pioneering practices of those anarchists and Autonomists created the prelude to today's anti-globalization movement. Moreover, their directness, spontaneity and multi-central, rhizomatic organization, as well as their tolerance of diversity and efforts to build comradeship are the basis for today's anti-globalization movement. So how we feel about and evaluate the Black Bloc is indeed the issue of how the anti-globalization movement as a whole should be defined. Are those young people dressed in black the renegades of the movement? Are they situated at the core of the movement? ATTAC in Germany tacitly gave an answer. It was not the NGOs, labor unions or leftist parties, but those anonymous small groups gathered in Black Bloc that embodied and realized the democratic characteristic of today's movement the best. Those uncontrollable, countless numbers of small groups constitute the ontological ground of all the social movements in terms of their unspecified democratic character. The almost unwarrantable directness of the democracy that they request and practice pertains to the potential of all the movements. The power of those uncontrollable people has become the energy of the movement in general, so it is that the organization of the movement must make efforts to strive for supporting the diversity of those groups. What the German organizers persistently pursued and demonstrated was a general rule of what sort of coalition of movement liberates the potential of the people. In other words, instead of persisting on differences, it is a way of pursuing what is shared in common. Variety of Anti-Summit Actions >From June 3 to 5 Rostock was crowded with many international conferences, demonstrations, street parties, and direct actions. Demonstrations against immigrant exclusion, against militarism and a demonstration for the impeachment of the global corporation, Lidl. were organized on an especially large scale. Corresponding to these simultaneous, multiple actions, on June 4 we held a protest action at the hotel where Japanese government officials were staying. We entered the lobby and displayed an anti-Summit banner and read aloud our protest statement and chanted our slogans, voicing our discontent. A report of this protest was distributed through independent media network G8TV within the same day, and was shown on a big TV screen installed at the activist camping site. A mysterious group from Japan became famous overnight. The energetic activities of media activists facilitated mutual understandings of different people and developed our sense of solidarity. Even though we didn't communicate enough through words, trust was fostered through action, which helped build our relationships. Whether international conference, peaceful demonstration, or high-risk direct action, regardless of your approach, everyone was welcomed with mutual respect. This sort of tolerance facilitates spontaneous actions of people and raises their fighting morale. The camping site where the militants stayed gradually began to warm up. Howling Coalition On June 6 in Heiligendamm, "Block G8," an action intent on blocking all the roads leading to the Summit site, took place. In order to block four highways and several mountain roads, ten thousand militants took different various actions. A Scandinavian anarchist troop took off before dawn to barricade the mountain roads with trees they had to chop down in the forest. Guided by German militants, we entered highways from the mountain and formed a picket line. Thousands of militants trekked along an unmarked trail on the mountain in order to elude police security. Twenty labor unions, newly aligned with us since the riot on June 2, joined us to confront the police. In the mountain roads the car carrying Russian officials was surrounded by anarchists and left stranded. A militant group from Berlin blocked the highway with their cars and stalled German Prime Minister Angela Merkel. While confronting armed police at different sites of actions, each of us was concerned about our comrades elsewhere and communicating with other points. This block action did not involve the entire 80,000 people, but gained the support and interest of various activist groups. On the day of the block action, Susan George, who was attending International G8-alternative summit, commented at a panel discussion as follows, "I am so moved by the feeling I have had since the anti-Iraq war simultaneous world demonstration of 2003 that I am crying tears of joy. Since I am old I can't be there in person, but people at the alternative summit are connected with the activists who are blocking Heiligendamm and we are sharing the same feeling." The direct action in Heiligendamm most expressed the power and excitement of the anti-G8 coalition. Different people independently took actions, but they were not isolated. Completely different people transcended mutual differences and discord and we, as a coalition of movements, howled. We were not able to stop the G8 Summit, but our coalition besieged it. If our experience in Germany can be maintained and the diversity of movement fully grows, our howling coalition will eventually succeed in stopping the G8 Summit. The anti-globalization movement has not yet ended. Actually it has just begun. The venue for the next G8 Summit is Japan. Militants from all over the world including Asian countries will mobilize in Lake Toya, Hokkaido. We must accommodate them and make efforts so that they will be able to fight as fully as possible. Let us not judge which form of struggle is right or wrong, but let us try our best to realize all forms of struggles! We call for the coalition of movements. [http://a.sanpal.co.jp/no-g8] -------------------------------------------------------------------------- Gipfelsoli Infogruppe Newsletter mit Nachrichten über Mobilisierungen, Debatten und Repression im Zusammenhang mit Gipfelprotesten. Die AutorInnen der Beiträge sind mit eckigen Klammern versehen. Wir können leider keine Verantwortung für die Richtigkeit der Beiträge übernehmen. Auch geben sie nicht zwangsläufig unsere Meinung wieder. Mehr Infos und Texte sowie ein Archiv des Newsletters unter www.gipfelsoli.org. Kontakt, Kritik, Beiträge: gipfelsoli at nadir.org gipfelsoli mailinglist subscribe - unsubscribe: https://lists.nadir.org/mailman/listinfo.cgi/gipfelsoli-l ============================================== Das lange Warten auf Gerechtigkeit von WADI Austria ============================================== http://www.diepresse.com/home/meinung/gastkommentar/321005/index.do Das lange Warten auf Gerechtigkeit HELEN GHASSEMLOU (Die Presse) Die Mörder meines Mannes bekleiden hohe Ämter im Iran – sind sie deswegen unantastbar? Vor nun etwas mehr als 18 Jahren, am 13. Juli 1989, wurde in Wien ein Attentat auf die Kurdenvertreter Abdul Rahman Ghassemlou, den Generalsekretär der Demokratischen Partei Kurdistan Iran (PDKI), und seinen Auslandsvertreter, Abdollah Ghaderi Azer, verübt. Die iranische Regierung hatte meinen Mann, Abdul Rahman Ghassemlou, nach Wien eingeladen, um angeblich mit ihm über eine friedliche Lösung der Kurdenfrage im Iran zu verhandeln. Doch die mit iranischen Diplomatenpässen nach Wien eingereisten Terroristen ermordeten Ghassemlou und seine Freunde am Verhandlungstisch. Prof. Fadhil Rassoul, der in der Sache vermitteln wollte, wurde bei dem Anschlag ebenfalls erschossen. Bereits Stunden nach dem Terrorattentat stand außer Zweifel, dass die mit iranischen Diplomatenpässen ausgestatteten Verhandlungspartner das Verbrechen begangen haben. Dennoch wurden die Täter freigelassen und sogar von der österreichischen Polizei zum Flughafen für die Rückkehr in den Iran eskortiert. Der Chef des Killerkommandos, Mohammad Jafari Sahraroudi, ist mittlerweile zum Vize-Chef des Obersten Nationalen Sicherheitsrates aufgestiegen! Obwohl in Österreich ein Haftbefehl gegen Jafari existiert, bewegt er sich heute ungestört. Man weiß zumindest von seinen ständigen Aufenthalten im Nordirak und zuletzt als Mitglied einer iranischen Delegation an einer Irak-Konferenz in ägyptischen Badeort Sharm el Sheikh Bescheid. Obwohl das österreichische Nachrichtenmagazin „profil“ darüber berichtete, wurde von Seiten der österreichischen Regierung nichts unternommen. Warten auf Gerechtigkeit Seit dem Mordanschlag in Wien sind mehr als 18 Jahre vergangen. Und auch nach der Urteilsverkündung des Berliner Kammergerichts am 10.April 1997 im Mykonos-Prozess, in der es die iranische Staatsführung auch für die Wiener Morde verantwortlich gemacht und damit den letzten Zweifel an der Täterschaft der Islamischen Republik zerstreut hat, weigert sich die österreichische Justiz heute noch, zur Aufklärung des dreifachen politischen Mordes in Wien die Ermittlungen wieder aufzunehmen. Am 17.September 1992 fiel der Ghassemlou-Nachfolger, Dr. Sadegh Sharafkani, in dem Berliner Mykonos-Restaurant einem Terroranschlag zum Opfer, der ebenfalls von dem iranischen Regime in Auftrag gegeben worden war. Im Gegenteil zur österreichischen Justiz hat die deutsche ihre Unabhängigkeit verteidigt und den Mord aufgeklärt. In dem historischen Mykonos-Urteil wird auch auf die Wiener Kurdenmorde wie folgt Bezug genommen: „Um diese Stimme [die Demokratische Partei Kurdistan Iran, Anm.] zum Schweigen zu bringen, fasste die politische Führung Irans den Beschluss, die Führung der PDKI nicht nur politisch zu bekämpfen, sondern sie zu liquidieren. Die Tötung des damaligen Vorsitzenden der PDKI, Dr. Abdul Rahman Ghassemlou, und zwei seiner Vertrauten am 13. Juli 1989 in Wien sowie die hier abgeurteilte Tat sind Folgen dieses Entschlusses. Der rote Faden, der die Geschehnisse von Wien und Berlin verbindet, ist unübersehbar“. Ich fordere die österreichische Regierung auf, im Namen der Gerechtigkeit und Menschenrechte die Unabhängigkeit der österreichischen Justiz zu respektieren, um die Ermittlungen zur Aufklärung des Wiener-Verbrechens wieder aufzunehmen. Ich hoffe immer noch, dass der Tag kommen wird, an dem die Mörder meines Mannes vor einem österreichischen Gericht abgeurteilt und ihrer Strafe zugeführt werden. Es geht um Gerechtigkeit gegenüber den Opfern, ihren Familien sowie gegenüber dem kurdischen Volk und Österreich. Wie viel Zeit auch vergehen mag, das Verbrechen vom 13. Juli 1989 ist nicht vergessen. Helen Ghassemlou ist die Witwe des 1989 in Wien ermordeten Kurdenführers Abdul Rahman Ghassemlou. Sie lebt in Frankreich. ("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.08.2007) -- WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit WADI-Österreich e-mail: wadi.wien at gmx.at website: www.wadinet.at Tel.: 0699-11365509 Postfach 105 A-1181 Wien SPENDENKONTO - jeder Euro hilft! Knt. Nr.: 6.955.355 BLZ: 32.000 Raiffeisen Landesbank NÖ IBAN AT4432 0000 0006 955355 BIC (SWIFT) RLNWATWW Wir bitten um Unterzeichnung des Appells an die Österreichische Regierung bezüglich der Aufnahme irakischer Flüchtlinge in der EU: http://www.wadinet.at/Media/Petition/index.php ============================================== ASt - Europäische Union: Merkels Durchbruch? von ASt-LFI ============================================== Europäische Union: Merkels Durchbruch? Theo Tiger (aus: Red Newsletter Nr. 284, Informationsdienst des ArbeiterInnenstandpunkt, 6. August 2007, www.arbeiterInnenstandpunkt.net) Nach einem halben Jahr deutscher EU-Ratspräsidentschaft überschlagen sich die bürgerlichen Medien in der Lobpreisung der deutschen Repräsentanten, Kanzlerin Merkel und Außenminister Steinmeier. Diese hätten es geschafft, die Verfassungskrise zu überwinden und den „Stillstand“ der EU zu beenden. Im Jahr 2005 hatten Frankreich und die Niederlande die EU-Verfassung per Referendum abgelehnt, das imperialistische Projekt EU erlitt eine Niederlage. Gerade die Ablehnung im imperialistischen Kernland Frankreich zwang den EU-Rat unter Führung Deutschlands und Frankreichs, den Verfassungsprozess offiziell auszusetzen. Die Kernziele der Verfassung wurden natürlich weiterhin betrieben, wie der Aufbau europäischer Angriffstruppen und die Konzentration der europäischen Rüstungsindustrie. Auch die sozialen Angriffe wurden nicht ausgesetzt, das zuvor abgelehnte Dienstleistungsgesetz, die „Bolkestein-Richtlinie“, sowie „Port Package“, der Angriff auf die Tarife und Arbeiterrechte in den europäischen Häfen, wurden in kaum veränderter Form inzwischen durchgesetzt. Die Abstimmungsniederlage war eine politische Niederlage der europäischen Bourgeoisie bei der Durchsetzung ihrer „Agenda von Lissabon“ - das hieß jedoch nicht, dass der EU-Apparat diese Ziele nicht weiter verfolgen würde. Der neue und alte EU-Außenbeauftragte darf sich zwar weiterhin nicht Minister nennen, jedoch hat Javier Solana jetzt auch amtlich die Befugnisse, die er schon seit einiger Zeit ausübt - nämlich die gemeinsame außenpolitische Vertretung der EU. Gerade nach dem Irak- Krieg und der damals entstandenen Lager innerhalb der EU war die Bündelung der nationalen bourgeoisen Interessen das Hauptziel der vorherrschenden Mächte, Deutschland und Frankreich. Konfliktlinien Aus der Allianz der USA-Unterstützer von 2003 sind mit Italien und Spanien zwei entscheidende Kräfte wieder ins Lager des deutschen und französischen Imperialismus zurückgekehrt. Zwar hat Italien im Gegensatz zu Spanien seine Einheiten noch nicht aus dem Irak zurückgezogen, mit dem neuen Ministerpräsidenten Prodi aber einen ausgewiesenen Technokraten des europäischen Imperialismus an der Spitze. 2003 hatte sich eine Minderheit der EU-Staaten unter der Führung Großbritanniens der politischen „Achse“ Paris-Berlin-Moskau widersetzt. Der britische Imperialismus und seine Unterstützer wollen auch weiterhin die politische Führung des EU-Superstaates durch Deutschland und Frankreich verhindern. Diese wird mit dem „neuen“ Abstimmungsmodus zwar nun erst ab 2014 formell weiter gestärkt - ist aber schon heute in vielen Bereichen Realität in der EU. Auch die kleineren EU-Staaten aus Ost- und Südeuropa und Skandinavien werden bei dem neuen Abstimmungsmodus benachteiligt, die Stimmen aus „Kerneuropa“ garantieren eine Mehrheit. Für solche Begrifflichkeiten ist besonders Juncker aus Luxemburg verantwortlich, dieser ist schon lange am Aufbau einer imperialistischen EU beteiligt, unter dem Motto „Europa der zwei Geschwindigkeiten.“ Die Einführung eines gemeinsamen Binnenmarktes, der Euro-Zone, des Vertrags von Maastricht, der Aufbau von europäischen Angriffstruppen und die Konzentration der Bourgeoisie - dies alles vollzieht sich seit Jahren mit „zwei Geschwindigkeiten“. Es sind die objektiven Notwendigkeiten speziell des deutschen Großkapitals, die diesen Prozess anleiten. Als „Exportweltmeister“ braucht die BRD einen EU-Binnenmarkt, eine gemeinsame Währung und einen stabilen Ausbeutungsrahmen. Dazu gehört auch die gemeinsame Ausrichtung in der Steuer- und Finanzpolitik, die Verpflichtung zu Privatisierung und Sozialabbau. Das Ende der Blockkonfrontation bescherte den deutschen Kapitalisten die Übernahme eines ganzen Staates und der damaligen EG die Ausweitung bis an die Grenzen Russlands. In diesem Wettlauf traten die europäischen Kapitalisten teils als Konkurrenten, teils als gemeinsame Okkupanten auf. Mit dem Jugoslawienkrieg 1999 war die Eroberung erst mal abgeschlossen, auch wenn bis heute die Lage weder stabilisiert, noch der Kampf um die Kontrolle z.B. des Kosovo zwischen BRD/EU und USA vorbei ist. Speziell das deutsche und das französische Großkapital trieben die Konzentration verschiedener Sektionen voran, wie in der Energiebranche oder in der Rüstungsindustrie. Nach 1990 wurde der Ruf nach einer gemeinsamen politischen Formierung, nach Außenministern und möglichen EU-Präsidenten laut, dies ging meist einher mit Forderungen nach einer EU-Armee oder einem ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat. Der deutsch-französische Imperialismus will die EU zum politischen und imperialistischen Superstaat formieren, der ökonomischen Augenhöhe muss auch die militärische und weltpolitische Augenhöhe folgen. Dazu muss die EU unter deutsch-französischer Führung als „Global Player“ auch im Nahen und Mittleren Osten, in Asien, Lateinamerika und Afrika auftreten; dazu gehört neben einer gemeinsamen Handelspolitik der EU, auch die militärische Intervention. Militarisierung Nach dem unter US-Kommando stattfindenden Jugoslawienkrieg betreibt die EU seit Jahren eine strategische Neuordnung ihrer Außen- und Sicherheitspolitik. Ähnlich der NATO nach 1990 wurden neue „Bedrohungsanalysen“ zum Konzept einer aggressiven interventionistischen Militärpolitik. Die EU übernahm erste Protektoratskommandos in Bosnien und „Kerneuropa“ betrieb den Aufbau von gemeinsamen Kontingenten (BRD, FRA, B, NL, LUX), die als Vorlage der heutigen „Battle groups“ dienten. Auch die Formierung des Konzerns EADS unter französisch-deutscher Führung zeigte die „zwei Geschwindigkeiten“ innerhalb der EU. Gerade im Bereich der Spitzentechnologie von Luft-, Raumfahrt- und Rüstungsindustrie muss der europäische Imperialismus konkurrenzfähig sein, muss er die amerikanische Vorherrschaft angreifen können. Dazu gehören europäische Verpflichtungen zur Erhöhung der Militäretats, gemeinsame Projekte wie der „Eurofighter“ und der Airbus 380M. Gleichzeitig schützen die nationalen Regierungen „ihre“ Rüstungsindustrie, z.B. 2004, als US-Konzerne sich in die deutsche U-Boot-Industrie einkaufen wollten, und die Bundesregierung diesen Plan durchkreuzte. Seitdem der amerikanische Imperialismus in Afghanistan und dem Irak der Niederlage ins Auge sieht, werden von der EU neue Protektoratsaufgaben übernommen, der Noch- „Hilfspolizist“ bekommt eigene Reviere wie den Kongo-Einsatz oder den Libanon. Dabei bestimmt besonders Verteidigungsminister Jung die europäische Debatte. Mit ihm hat sich ein Lautsprecher für europäische Einsätze gefunden. Gerade in Afrika will der EU-Imperialismus den zunehmenden Einfluss der USA und auch Chinas eindämmen, dieser europäische „Hinterhof“ muss daher auch militärisch dominiert werden. Zum einen geschieht das durch die, von Europa gesteuerte Politik der Afrikanischen Union unter südafrikanischer Führung, welche sowohl neoliberale Angriffe durchsetzt und eigene Truppen besitzt, wie auch durch die zunehmenden gemeinsamen europäischen Militärinterventionen. Diese gelten der Sicherung von Handelswegen und der Absicherung der ökonomischen Interessen Deutschlands und der EU. Gerade in der Frage der gemeinsamen Militärpolitik zeigt sich der Hauptkonflikt beim europäischen Projekt. Großbritannien ist weiterhin ökonomisch und politisch an die USA gebunden, nur an der Seite des US-Imperialismus kann Großbritannien momentan Weltpolitik betreiben. Die USA und Großbritannien haben eigene Verbündete in der EU, forcieren die militärische Kooperation (Bsp. Polen, Ungarn, Rumänien, Baltikum) und sehen die EU höchstens als regionalen militärischen Akteur, der über die NATO die USA entlastet. Auch diese „zwei Geschwindigkeiten“ in der Militärpolitik zeugen von den ökonomischen Notwendigkeiten der handelnden Akteure. Für das Projekt EU brauchen die BRD und Frankreich eine eigenständige globale Militärstrategie, sie treten in direkte Konkurrenz mit dem angelsächsischen und ostasiatischen Imperialismus. Für die Koordinierung des europäischen Widerstands! Mit dem Ergebnis des Gipfels von Brüssel haben Merkel und Steinmeier die nächste Phase des EU-Imperialismus eingeläutet. Die strategischen Ziele der EU-Verfassung werden umgesetzt, das Abstimmungsverfahren wird nur aufgeschoben und die „zwei Geschwindigkeiten“ werden die Konflikte innerhalb der EU weiter verschärfen, wie auch zum weiteren Aufbau des EU-Imperialismus unter deutsch-französischer Führung beitragen. Neben der militärischen Intervention im Nahen und Mittleren Osten und in Afrika wird auch der Angriff auf die arbeitenden und arbeitslosen Massen in der EU weiter verschärft. Die „Agenda von Lissabon“ oder die deutsche Agenda 2010 sollen in allen Staaten Anwendung finden. Besonders der französischen Arbeiterklasse und der Jugend steht ein massiver Angriff bevor. Der neue Präsident Nicola Sarkozy wird seine Politik nach dem Vorbild Reagans und Thatchers in Frankreich durchführen. Als erstes sollen 20.000 LehrerInnen entlassen werden, dann rücken Renten und Gesundheitsvorsorge ins Visier. Begleitet werden diese neoliberalen Reformen von massiven Angriffen auf die Löhne. Diesem sich formierenden imperialistischen EU-Staat müssen wir internationalen Widerstand der unterdrückten Klassen entgegen stellen. Die Zerschlagung der Sozialsysteme, die massiven Angriffe auf Arbeiter- und Grundrechte, die Ausweitung der kriegerischen Politik und der staatlich verordnete Rassismus gegenüber Muslimen, sowie der Ausbau der „Festung Europa“ gegen afrikanische Armutsflüchtlinge, müssen in ganz Europa auf antiimperialistischen und antikapitalistischen Protest und Widerstand treffen! Wir müssen in Solidarität mit den von EU und USA Angegriffenen und unterdrückten Völkern den Widerstand internationalisieren und zusammen führen. Gemeinsam müssen jene Gruppen und Organisationen, die z.B. im „antiimperialistischen Raum“ des ESF beteiligt sind, ihren Widerstand und ihre Politik gegen die reformistischen und zentristischen Führungen koordinieren. Die jetzigen Führungen der Arbeiterklasse Europas betreiben entweder bereits selbst imperialistische Politik wie Rifondazione Communista in Italien oder bieten sich täglich wie die deutsche Linkspartei dafür an. Diese Parteien wollen nur die Herausbildung des EU-Imperialismus mit sanften Worten wie „Völkerrecht“ oder „Sozialcharta“ der Klasse näher bringen - als Sozialchauvinisten des EU-Imperialismus, während die bürgerliche degenerierte Sozialdemokratie heute sogar eine tragende Rolle beim Aufbau des EU-Imperialismus einnimmt. Perspektive Gegen diese Politik der europäischen Bourgeoisie gab es in den letzten Jahren immer wieder Massenproteste - mehrere Generalstreiks in Italien gegen Sozialabbau, Krieg und Berlusconi, der breite Widerstand von Jugend und Arbeiterklasse in Frankreich gegen das CPE, den andauernden Widerstand in Griechenland von StudentenInnen/SchülerInnen und ArbeiterInnen gegen Sozialabbau, Privatisierung und Krieg. Gegen den Irakkrieg waren im Februar 2003 Millionen auf den Straßen. Die antiimperialistischen und klassenkämpferischen Kräfte in Europa müssen diesen breiten Widerstand unterstützen, mit aufbauen und programmatisch führen. Dazu brauchen wir zunächst eine Koordinierung unserer Kämpfe, Debatten und Analysen - nicht nur in jedem Land, sondern europaweit! ============================================== Waffengeschäfte mit bösen Folgen von WADI Austria ============================================== Quelle: Wiener Zeitung (Print), 7. August 2007 http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=4445&Alias=wzo&cob=296504 Gastkommentar von Thomas Schmidinger Waffengeschäfte mit bösen Folgen Die geplanten Waffendeals mit dem Nahen Osten zeigen entweder die Dummheit oder die Verzweiflung, die sich sowohl in Europa als auch in der US-Administration unter George W. Bush breit macht. Hatten die "Neocons" nach 9/11 noch geplant, den Nahen Osten zu demokratisieren und dabei mit dem Irak zu beginnen, werden nun jene Diktaturen aufgerüstet, deren Demokratisierung damals großspurig verkündet worden war. US-Außenministerin Condoleezza Rice erklärte vor Beginn ihrer jüngsten Nahost-Reise, es handle sich nicht um ein Tauschgeschäft, mit dem sich die US-Regierung die Unterstützung ihrer Verbündeten erkaufe. Diese plant Waffenlieferungen in einem Umfang von voraussichtlich mehr als 20 Milliarden Dollar allein an Saudi-Arabien. Für Ägypten sind Militärhilfen in Höhe von 13 Milliarden Dollar vorgesehen, Israel soll in den kommenden zehn Jahren mit 30 Milliarden Dollar unterstützt werden. Nun mag die US-Regierung noch so oft verkünden, es handle sich bei Saudi-Arabien im Gegensatz zum Iran um einen "gemäßigten islamischen Staat". Die Realität sieht anders aus. Saudi-Arabien ist mit seiner strikt wahhabitischen Staatsideologie einer der weltweit strengsten "islamischen Staaten", in dem nicht nur eine extreme Variante der Sharia (inklusive Auspeitschungen, Amputationsstrafen oder die Todesstrafe auf "Verbrechen" wie die Homosexualität) praktiziert wird und Frauen selbst das Autofahren verboten ist, sondern auch einer der Hauptexporteure dieser Ideologie in die gesamte sunnitisch-islamische Welt. Saudische Erdöleinnahmen finanzieren den Export der wahhabitischen Ideologie nach Nordafrika, Pakistan, Zentralasien, Bosnien oder den Irak. Auch wenn sich das saudische Königshaus mittlerweile selbst gegen die Geister, die es rief, wehren muss, so ist es doch immer noch einer der wichtigsten Akteure in weltweit aktiven Netzwerken des politischen Islams. Nach 9/11 hatten dies auch Vertreter der damals in der US-Regierung starken "Neocons" erkannt. Mit deren Niederlage im Irak-Krieg scheint die Bush-Regierung jedoch wieder auf die alten Methoden zu setzen: Man unterstütze den einen Bösewicht gegen den anderen und hoffe, dass dabei nichts daneben geht. Genau diese Politik war es jedoch, die bereits einmal daneben gegangen ist. Erst die Förderung radikaler Islamisten gegen die Linke konnte diesen in Afghanistan und in den arabischen Staaten jene Basis verschaffen, die ihnen schließlich auch den offenen Angriff auf den Westen ermöglichte. Sowohl Europa, das mit den französischen Waffenlieferungen an Libyen als Geiseln genommene Krankenschwestern freipressen lässt, als auch den USA mit ihrer militärischen Unterstützung jenes Landes, das seit Jahrzehnten seine wahhabitische Ideologie in die gesamte islamische Welt exportiert, wird diese Politik teuer zu stehen kommen. Thomas Schmidinger ist Lehrbeauftragter am Institut für Politikwissenschaft und Obmann der im Irak tätigen Hilfsorganisation WADI. -- WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit WADI-Österreich e-mail: wadi.wien at gmx.at website: www.wadinet.at Tel.: 0699-11365509 Postfach 105 A-1181 Wien ============================================== Massenhinrichtungen im Iran von Café Critique ============================================== Domestic Terror in Iran Iran has just carried out the largest wave of executions since 1984. It is early dawn as seven young men are led to the gallows amid shouts of "Allah Akbar" (Allah is the greatest) from a crowd of bearded men as a handful of women, all in hijab, ululate to a high pitch. A few minutes later, the seven are hanged as a mullah shouts: "Alhamd li-Allah" (Praise be to Allah). The scene was Wednesday in Mashad, Iran's second most populous city, where a crackdown against "anti-Islam hooligans" has been under way for weeks. The Mashad hangings, broadcast live on local television, are among a series of public executions ordered by President Mahmoud Ahmadinejad last month as part of a campaign to terrorize an increasingly restive population. Over the past six weeks, at least 118 people have been executed, including four who were stoned to death. According to Saeed Mortazavi, the chief Islamic prosecutor, at least 150 more people, including five women, are scheduled to be hanged or stoned to death in the coming weeks. The latest wave of executions is the biggest Iran has suffered in the same time span since 1984, when thousands of opposition prisoners were shot on orders from Ayatollah Khomeini. Not all executions take place in public. In the provinces of Kurdistan and Khuzestan, where ethnic Kurdish and Arab minorities are demanding greater rights, several activists have been put to death in secret, their families informed only days after the event. The campaign of terror also includes targeted "disappearances" designed to neutralize trade union leaders, student activists, journalists and even mullahs opposed to the regime. According to the latest tally, more than 30 people have "disappeared" since the start of the new Iranian year on March 21. To intimidate the population, the authorities also have carried out mass arrests on spurious grounds. According to Gen. Ismail Muqaddam, commander of the Islamic Police, a total of 430,000 men and women have been arrested on charges related to drug use since April. A further 4,209 men and women, mostly aged between 15 and 30, have been arrested for "hooliganism" in Tehran alone. The largest number of arrests, totaling almost a million men and women according to Mr. Muqaddam, were related to the enforcement of the new Islamic Dress Code, passed by the Islamic Majlis (parliament) in May 2006. Most of those arrested, he says, spent a few hours, or at most a few days, in custody as "a warning." By last week, 40,000 were still in prison. Of these, 20,363 men and women are held on charges related to violating the Islamic Dress Code. According to the Deputy Chief of Police Gen. Hussein Zulfiqari, an additional 6,204 men and women are in prison on charges of "sexual proximity" without being married. The wave of arrests has increased pressure on the nation's inadequate prison facilities. At a recent press conference in Tehran, the head of the National Prisons Service, Ali-Akbar Yassaqi, appealed for a moratorium on arrests. He said Iran's official prisons could not house more than 50,000 prisoners simultaneously while the actual number of prisoners at any given time was above 150,000. Mr. Yassaqi also revealed that each year on average some 600,000 Iranians spend some time in one of the 130 official prisons. Since Mr. Ahmadinejad ordered the crackdown, work on converting 41 official buildings to prisons has started, with contracts for 33 other prisons already signed. Nevertheless, Mr. Yassaqi believes that, with the annual prison population likely to top the million mark this year, even the new capacities created might prove insufficient. There are, however, an unknown number of unofficial prisons as well, often controlled by the Islamic Revolutionary Guard Corps or militias working for various powerful mullahs. Last week, human rights activists in Iran published details of a new prison in Souleh, northwest of Tehran, staffed by militants from the Lebanese branch of Hezbollah. According to the revelations, the Souleh prison is under the control of the "Supreme Guide" Ali Khamenehi, and used for holding the regime's most "dangerous" political foes. The regime especially fears the growing free trade union movement. In the past four months, free trade unionists have organized 12 major strikes and 47 demonstrations in various parts of the country. They showed their muscle on International Labor Day on May 1 when tens of thousands of workers marched in Tehran and 18 provincial capitals. The regime retaliated by arresting scores of trade unionists and expelling many others. According to Rajab-Ali Shahsavari, leader of the Union of Contractual Workers, 25,795 unionists have been fired since April. He estimates that now over 1,000 workers are losing their jobs each day, as the regime intensifies its crackdown. Worse still, the number of suspicious deaths among workers has risen to an all-time high. According to Deputy Labor Minister Ibrahim Nazari-Jalali, 1,047 workers have died in "work-related accidents" since April. Labor sources, however, point out that none of the accidents have been investigated and, in at least 13 cases, the workers who died may have been killed by goons hired by the regime. The biggest purge of universities since Khomeini launched his "Islamic Cultural Revolution" in 1980 is also under way. Scores of student leaders have been arrested and more than 3,000 others expelled. Labeling the crackdown the "corrective movement," Mr. Ahmadinejad wants university textbooks rewritten to "cleanse them of Infidel trash," and to include "a rebuttal of Zionist-Crusader claims" about the Holocaust. Dozens of lecturers and faculty deans have been fired. The nationwide crackdown is accompanied with efforts to cut Iranians off from sources of information outside the Islamic Republic. More than 4,000 Internet sites have been blocked, and more are added each day. The Ministry of Islamic Orientation has established a new blacklist of authors and book titles twice longer than what it was a year ago. Since April, some 30 newspapers and magazines have been shut and their offices raided. At least 17 journalists are in prison, two already sentenced to death by hanging. The regime is trying to mobilize its shrinking base by claiming that the Islamic Republic is under threat from internal and external foes. It was in that context that the four Iranian-American hostages held in Tehran were forced to make televised "confessions" last month about alleged plots to foment a "velvet revolution." Over 40 people have been arrested on charges of espionage since April, 20 in the southern city of Shiraz. Khomeinist paranoia reached a new peak last week when the authorities announced, through the Islamic Republic News Agency, the capture of four squirrels in the Western city of Kermanshah and claimed that the furry creatures had been fitted with "espionage devices" by the Americans in Iraq and smuggled into the Islamic Republic. Mr. Ahmadinejad likes to pretend that he has no worries except "Infidel plots" related to the Islamic Republic's nuclear ambitions. The truth is that, faced with growing popular discontent, the Khomeinist clique is vulnerable and worried, extremely worried. The outside world would do well to carefully monitor and, whenever possible, support the Iranian people's fight against the fascist regime in Tehran. Iran today is not only about atomic bombs and Iranian-American hostages. It is also about a growing popular movement that may help bring the nation out of the dangerous impasse created by the mullahs. Mr. Taheri is author of "L'Irak: Le Dessous Des Cartes" (Editions Complexe, 2002). ___________________ Kundgebung Keine Geschäfte mit den iranischen Mullahs! Gegen das Atomprogramm des Iran und seine österreichischen und europäischen Förderer! Es geht um Israel - und um den Restbestand politischer Vernunft! Sonntag, 30. September 2007 18 Uhr Stephansplatz in Wien Veranstaltet von Café Critique und der Israelitischen Kultusgemeinde Mit Beiträgen von Café Critique, Raimund Fastenbauer (B'nai B'rith), Beate Klarsfeld (Söhne und Töchter der jüdischen Deportierten Frankreichs), Matthias Küntzel (Scholars for Peace in the Middle East), Kazem Moussavi (Green Party of Iran), Ariel Muzicant (Israelitische Kultusgemeinde), Wahied Wahdat-Hagh (European Foundation for Democracy) u. a. bisherige Unterstützer (Stand 7. 8. 2007): Sharon Adler (AVIVA-Berlin) Anthropoid Innsbruck Anti-Defamation Forum Antifa ON Arbeitskreis Antisemitismus München Cordula Behrens, Oldenburg Bund sozialdemokratischer Juden - Avoda David – Jüdische Kulturzeitschrift Daniela Ebner Friends of Israel Linz Gudrun Flügge, Oberursel Hagalil.com Heimo Gruber (Österreichisch- Israelische Gesellschaft) Philipp Heimberger (Diskussionsforum Liberal in Österreich) Misrachi Gerhard Oberschlick Prozionistische Linke Frankfurt Scholars for Peace in the Middle East - Austria Studienvertretung Politikwissenschaft / Universität Wien Klaus Thörner, Oldenburg Weblog Lizas Welt www.juedische.at Zionistische Föderation in Österreich (ZFÖ) Zwi Perez Chajes Loge der B'nai B'rith ____________________ Die islamische Republik Iran – Analyse einer Diktatur Symposium 29./30. September 2007 Campus der Universität Wien, Altes AKH Samstag: Hörsaal D, Hof 10,13 Sonntag: Hörsaal C1, Hof 2 (Alserstraße/Spitalgasse, Straßenbahn 5, 33, 43, 44) Veranstaltet von Café Critique und Scholars for Peace in the Middle East/Austria (Bitte planen Sie Zeit für eventuelle Einlasskontrollen ein.) http://www.cafecritique.priv.at ============================================== [Gipfelsoli Newsletter] Heiligendamm von Öffentlicher Verteiler der Gipfelsoli-Infogruppe ============================================== Gipfelinfo - Meldungen über globalisierte Solidarität und die Proteste gegen unsolidarische Globalisierung ------------------------------------------------------ www.gipfelsoli.org -- - Hintergründe zu den 129a-Verfahren - Chronologie der zur Last gelegten Anschläge (mg) - G8-Gegner veröffentlichen Aktionskarte - Camp AG: Es geht weiter - Demo 2.6. in Rostock aus autonomer Sicht -------------------------------------------------------------------------------- Hintergründe zu den 129a-Verfahren Repression gegen die linksradikale G8-Mobilisierung Seit Mai 2007 gab es mehrere Razzien wegen insgesamt 4 Ermittlungsverfahren nach §129a in Hamburg, Berlin, Strausberg und Bad Oldesloe: * Am 9. Mai wegen "Bildung einer terroristischen Vereinigung zur Verhinderung des G8-Gipfels" (unter wechselnden Gruppennamen, 18 Personen) sowie "Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung (militante gruppe, 3 Personen, Anschläge seit 2001). * Am 13. Juni/ 19. Juni wegen "Bildung einer terroristischen Vereinigung (unter wechselnden Gruppennamen, z.B. AK Origami). Es geht um vier Brandanschläge auf Fahrzeuge der Bundeswehr und eine Firma, die an Rüstungsprojekten beteiligt ist in Glinde (2002), Bad Oldesloe und Berlin (2004 und 2006). * Am 31. Juli wegen "Bildung einer terroristischen Vereinigung (militante gruppe, 4 Personen). Das Bundeskriminalamt hat in der Presse mehrmals erklärt, die späteren Durchsuchungen stünden nicht im Zusammenhang mit denen des 9. Mai und damit nicht im Kontext des G8. Aus früheren Ermittlungen und Verfahren nach §129a ist allerdings bekannt, dass Durchsuchungsbeschlüsse erwirkt werden, die auf konstruierten "Erkenntnissen" basieren. Damit wird weiteres Material zusammengetragen und die linksradikale Bewegung ausgeforscht. Insofern sind diese "Erkenntnisse" in die Ermittlungen zu anderen Anschlägen, die auch im "Begründungszusammenhang" mit dem G8 stehen, eingeflossen. In lediglich 2% der Fälle führen Ermittlungen wegen §129a zu einer Verurteilung. Allein der Aktenbestand für die Ermittlungen, die zu den Razzien am 9. Mai führten, beläuft sich auf etwa 80.000 Seiten, ca. 200 Ordner. Neben den Durchsuchungen wurden seit Jahren Dutzende von Telefonüberwachungsmaßnahmen angeordnet, Autos und Treffen akustisch abgehört. Einer Zeugin, die nach dem Brandanschlag auf das Auto von Thomas Straubhaar eine "auffällige Person" bemerkt haben will, legte das BKA zur Identifikation 80 Lichtbilder vor. Einigen der Betroffenen wird vorgeworfen, eine "militante Kampagne" gegen den G8 2007 ins Leben gerufen zu haben. Begründet wird das mit Telefonaten, in denen Mitglieder der "AG Globale Landwirtschaft" davon sprechen, die Kampagne müsse "Druck aufbauen". Verdächtig machten sich die Beschuldigten, wenn sie Webseiten kritisierter Unternehmen besuchten oder am Telefon über deren Standorte gesprochen hatten. Eine solche Kampagne würde natürlich "IT-Spezialisten" benötigen, die sich um die notwendige Einrichtung von Mailinglisten, Servern und Webseiten kümmere. Ein beträchtlicher Teil der Akten besteht in der Analyse von "Selbstbezichtigungsschreiben" (im Polizeijargon "SBS"): Seitenlang werden Formulierungen und Interpunktion verglichen, "Genitivschwächen" gesucht, Groß- oder Kleinschrift ausgewertet. Wird das Datum in der rechten oder linken Ecke platziert, mit oder ohne Null geschrieben, ist von "Imperialismus" die Rede oder von "Prekarität", beziehen sich die VerfasserInnen auf lokale Szenen oder andere linke Kampagnen, benutzen sie die Schreibweise "dissent!", "dissent" oder "Dissent" (bzw. G8 oder G-8) etc. In einem Quervergleich wird nach Ähnlichkeiten mit anderen "SBS" gesucht: Wo wird vom "Geld scheffeln" gesprochen, wer bezieht sich auf "IWF" etc. Am Ende jeder Analyse wird ein Profil potentieller VerfasserInnen entworfen: Aus welcher Stadt kommen sie, welcher Szene gehören sie an, welchen Bildungshintergrund haben sie, wie sind sie selbst in der Szene verankert. Einige der Schreiben werden anschließend konkreten Personen zugeordnet. Es wird zusammengetragen wer mit Beschuldigten zusammenwohnt oder telefoniert hat, Telefon- und Internetanschlüsse gemeinsam nutzt, mit ihnen bei Demonstrationen kontrolliert wurde oder an gemeinsamen Projekten arbeitet. Viele der Daten in den Ermittlungsakten dürften nicht unbedingt allein für die Anklageerhebung recherchiert sein. Im Gegenteil scheint eher, dass der Verfassungsschutz vom BKA für ohnehin gesammeltes Material abgefragt wurde. Deutlich wird, dass die Behörden die linksradikale Bewegung gegen den G8-Gipfel von Anfang an massiv durchleuchtet haben. Mindestens für die beiden ersten Treffen des "dissent!"-Netzwerkes in Hamburg und Berlin mit je 250 TeilnehmerInnen wurde die Überwachung der gesamten Funkzelle um den Mehringhof bzw. die Hochschule HWP beantragt. Damit sind die Behörden vermutlich in Kenntnis über jedes Handy was sich dort eingebucht hat. Dass InformantInnen anwesend waren überrascht nicht. Die Ermittlungen zu den Razzien vom 9. Mai basieren auf abenteuerlichen Konstrukten. Es wird versucht, einigen der Beschuldigten auf Biegen und Brechen ein Interesse an militanten Anschlägen nachzuweisen. Allein die Bekanntschaft mit ihnen macht verdächtig. Damit ist wieder bewiesen: wir sind alle 129a! * Soligruppe zu den Razzien 31. Juli: http://soli.blogsport.de * Soligruppen zu den Razzien 13./ 19. Juni: http://soligruppe.blogsport.de und http://soligruppenord.blogsport.de * Alle Verfahren: http://gipfelsoli.org/Repression/129a [Gipfelsoli Infogruppe] -------------------------------------------------------------------------------- Chronologie der zur Last gelegten Anschläge (mg) * Juni 2001: Versendung von Drohbriefen und scharfer Munition an den Regierungsbeauftragten für die Entschädigung der Zwangsarbeiter, Otto Graf Lambsdorff, und an die Repräsentanten der "Stiftungsinitiative der Deutschen Wirtschaft" [1] * 22. Juni 2001: Brandanschlag auf ein Fahrzeug der Daimler-Benz-Niederlassung in Berlin-Marienfelde [1] * 05. Februar 2002: Versuchter Brandanschlag auf das Sozialamt in Berlin-Reinickendorf, sowie Versendung eines Bekennerbriefes, einer scharfen Patrone und eines Messers an den Sozialstadtrat von Reinickendorf, Frank Balzer (CDU), der im Bekennerbrief als "Personifizierung des alltäglichen Sozialamtsterrors" bezeichnet wird * 29. April 2002: Brandanschlag auf Fahrzeuge der Daimler-Chrysler-Niederlassung in Großziethen * 01. Januar 2003: Brandanschlag auf das Finanzamt Berlin-Neukölln * 26. Februar 2003: Brandanschlag auf zwei Bundeswehrfahrzeuge in Petershagen * 18. September 2003: Brandanschlag auf das Oberlandesgericht Naumburg (Saale) und ein Fahrzeug der Außenstelle der Staatsanwaltschaft Halle (Saale) in Naumburg * 01. Januar 2004: Brandanschlag auf den Sitz des Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin * 07. Mai 2004: Brandanschlag auf Fahrzeuge der Deutschen Telekom AG in Berlin-Wedding * 23. September 2004: Brandanschläge auf das Bezirksamt Berlin-Reinickendorf sowie auf das Sozialamt Berlin-Tempelhof-Schöneberg * 10. Januar 2005: Brandanschlag auf einen Neubau des Discounters Lidl in Berlin * 29. April 2005: Brandanschläge auf Fahrzeuge des Ministeriums für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Verbraucherschutz (MLUV) in Potsdam und ein Privatfahrzeug eines Polizeibeamten in Berlin-Reinickendorf * 17. Februar 2006: Brandanschlag auf eine Renault-Niederlassung in Berlin-Reinickendorf * 20. März 2006: Brandanschlag auf den Fuhrpark des Ordnungsamtes Berlin Treptow-Köpenick * 09. April 2006: Brandanschlag auf ein Polizeipräsidium in Berlin * 05. Mai 2006: Brandanschlag auf zwei Dienstfahrzeuge der Berliner Polizei * 24. Mai 2006: Brandanschlag auf ein Sozialgericht in Berlin-Mitte * 20. Juli 2006: Brandanschlag auf ein Autohaus in Berlin-Mitte * 04. September 2006: Brandanschlag auf zwei Dienstfahrzeuge der Bundespolizei in Berlin-Lichtenberg * 11. September 2006: Brandanschlag auf vier Dienstfahrzeuge des Ordnungsamtes Berlin-Reinickendorf * 20. Dezember 2006: Brandanschlag auf Garagen einer Arztpraxis in Dessau und Farbanschlag auf das Haus eines leitenden Polizeibeamten in Wolfen; Hintergrund ist der Tod des Asylbewerbers Oury Jalloh: Der Arzt hatte Oury Jalloh Blut entnommen und sollte sich nach dessen Tod rassistisch geäußert haben. Der Polizeibeamte soll als Dienstgruppenführer den Feueralarm aus Jallohs Zelle ignoriert und zweimal abgeschaltet haben, so dass für diesen jede Hilfe zu spät kam. * 15. Januar 2007: Brandanschlag auf Fahrzeuge der Bundespolizei in Oranienburg. Als Grund gibt die militante gruppe (mg) an, dass die Bundespolizei "das zentral ausführende Verfolgungs- und Abschiebeorgan von MigrantInnen und Flüchtlingen in der BRD" sei. Die Aktion sollte direkt in die "Abschiebemaschinerie" eingreifen und stelle ein Beispiel für militanten Antirassismus dar. Außerdem sei dieser Anschlag der erste Beitrag zur "militanten Kampagne gegen den G8-Gipfel". * 16. März 2007: Brandanschlag auf einen Bürokomplex des Verbandes Türkischer Industrieller und Unternehmer sowie der Italienischen Handelskammer für Deutschland e. V. in Berlin. Im drei Tage später aufgetauchten Bekennerschreiben setzten sich die Autoren mit dem Internationalen Aktionstag für die Freiheit der politischen Gefangenen auseinander. [5] * 18. Mai 2007: Brandanschläge auf zwei Einsatzfahrzeuge der Polizei in Berlin-Spandau. Das vier Tage später aufgetauchte Bekennerschreiben erklärt die Gründe des Anschlags - diese hingen unter anderem mit den Razzien vor dem G8-Gipfel in Heiligendamm 2007 zusammen. [http://de.wikipedia.org/wiki/Militante_gruppe] -------------------------------------------------------------------------------- [Media G8way | Gipfelsoli Inforgroup] Presseerklärung 7. August 2007 * Projekt zur Geschichtsschreibung des G8-Widerstands * G8-Gegner veröffentlichen Aktionskarte Gipfelgegner aus Deutschland und anderen Ländern veröffentlichten diese Woche eine "Aktionskarte" zu den Protesten gegen den G8-Gipfel in Heiligendamm im Juni dieses Jahres. Verschiedene Gruppen haben ihre unterschiedlichen Aktionen gegen die Politik der G8 dort zusammengetragen: "Direkte Aktionen", Demonstrationen, Blockaden, Barrikaden. Die Karte zeigt Symbole, die den Standort der jeweiligen Aktion anzeigen. Sie verweisen auf Texte, Filme oder Bilder bzw. geben beim Scrollen einen Kurzüberblick. Bisher unveröffentlicht sind beispielsweise eine "Direkte Aktion" gegen die Firma "Caterpillar", einige Clowns-Aktionen, manche Blockaden oder eine Straßenbarrikade mit Zement. "Es ist soviel passiert in dieser Woche, vieles davon wurde nirgendwo dokumentiert", erklärt Hanne Jobst von der Gipfelsoli Infogruppe. "Alle Aktionen jener Tage haben erst zum Erfolg der Proteste beigetragen, genau das will die Karte zeigen". Einige der Aktionen werden von Behörden oder betroffenen Firmen beschwiegen. Die Karte ist ein Beitrag für zukünftige Massenproteste und Mobilisierungen gegen Gipfeltreffen, wie z.B. die Vorbereitung auf den G8-Gipfel in Japan 2008 oder Italien 2009. "Aktivisten können rekonstruieren welche Protestformen in Heiligendamm erfolgreich waren. Einige davon sind übertragbar, um den nächsten Gipfel, das nächste WTO-Treffen oder den Castor-Transport zu stören", ergänzt Jo Smith von der internationalen Pressegruppe Media G8way. Link zur Aktionskarte: www.gipfelsoli.org/rcms_repos/maps/action.html -------------------------------------------------------------------------------- Camp AG: Es geht weiter Hallo, die Camp-AG hat auf ihrem letzten Treffen ein wenig nachgedacht, wie das denn nun mit der Protestiererei und dem Widerstand weitergehen kann. Herausgekommen ist dabei ein : Vorschlag für einen spektrenübergreifenden großen Strategiekongress im Herbst/Winter 2007 Die Aktionen im Vorfeld und rund um den Gipfel in Heiligendamm haben und werden wie kein anderes Ereignis seit langem die strategischen Koordinaten unserer Kämpfe für eine andere Gesellschaft durcheinanderwirbeln. Allein für den in Deutschland agierenden Teil dieser Bewegung sind Neubewertungen und Analysen wie denn nachhaltiger Protest ablaufen kann unumgänglich. Der massenhafte erfolgreiche Ansturm zum Zaun, die Umgehung einer hochgerüsteten Polizeiphalanx mit weitgehend unkonventionellen und friedlichen Methoden, sind vorher ebenso skeptisch beurteilt worden, wie die Möglichkeit, Massenmilitanz anzuwenden oder dieses als Drohpotential in die Waagschalen zu werfen. Wir werden kritisch bewerten müssen inwieweit dieser Mix aus unterschiedlichen Protest- und Widerstandsformen - nur singulär bei Gipfelprotesten funktioniert, - ob sie überhaupt nachhaltig wirken, - ob dazu die vergleichsweise starke Internationalisierung der Proteste beigetragen hat, - inwieweit es der spektrenübergreifende Charakter war, der vieles hat möglich werden lassen, - ob aber nicht auch zuviele Kröten für die Installierung dieses Bündnisses in Form des Hannoverkreises geschluckt wurden - und wir werden diskutieren müssen, warum einiges an gewünschten Protestformen, wie Plan B und dezentrale Aktionen nicht in dem gewollten Umfang funktioniert haben. Wir wollen und können als CampAG diese Fragen nicht als Kollektiv beantworten, uns ist bei unserer Arbeit aber ein Aspekt besonders wichtig gewesen: das kategorische Beharren auf einem spektrenübergreifenden Charakter der Camps und mithin der Proteste, der nicht gleichschaltet oder bei dem die jeweiligen anderen Spektren rein strategisch instrumentalisiert werden, sondern eben die Vielfalt zugelassen wird, sowie bei dem dieser Charakter als momentan notwendige Form und als Stärke begriffen wird. Diesen Charakter möchten wir auch zukünftig als Transmissionsriemen verstanden wissen um damit der Verwirklichung einer neuen Entfaltung sozialer Kräfte gegen die bestehenden Verhältnisse voranzutreiben. Eine gemeinsame G8-Protestauswertung und Richtungsentscheidung für die nächsten Kämpfe scheint uns dazu unerlässlich. Derzeit finden in vielen Modulen und in vielen Spektren Diskussionen statt zur Analyse der Ereignisse von Heiligendamm und der daraus folgenden Strategie für die linke und linksradikale Bewegung. Soweit bekannt, treffen sich jetzt Attacies auf deren Sommerakademie, die IL an der Mosel, im September das dissentNetzwerk und vom 18.-21.Oktober findet das Sozialforum in Cottbus statt. An diese und andere zahlreiche lokale und gruppeninterne Treffen haben wir Erwartungen: Wir hoffen, daß bis zum Herbst damit in dem Auswertungsprozeß der einzelnen Spektren erste Vorschläge erarbeitet werden, - welche strategischen Elemente in unserem Kampf z.B. in 2008 und 2009 elementar sein sollen. - Welche Teilkämpfe in der Gesellschaft haben unsere besondere Aufmerksamkeit - oder gibt es Ideen wie wir ein übergeordnetes Ganzes der Proteste schaffen können? - Haben die Gipfelproteste in Japan 2008 und Sardinien 2009 einen besonderen Stellenwert für uns? Wenn denn diesbezügliche oder andere strategische Vorschläge und Analyseergebnisse von den einzelnen Spektren in die Debatte geworfen werden, können wir uns als CampAG sehr gut vorstellen, unseren Teil dazu beizutragen, diese Debatte infrastrukturell zu unterstützen. Sprich, wir schlagen vor, Ende Herbst oder Anfang Winter 2007 ein ganz großes mehrtägiges strömungsübergreifendes Debattier-, Strategie- und Netzwerktreffen zu machen. Erste vorbereitende Gespräche gibt es schon, für diesen Kongress in Berlin Räumlichkeiten zu finden, wenn denn dieser Ort als Kongressort gewünscht wird. Wir wollen uns maßgeblich an der inhaltlichen und organisatorischen Ausrichtung dieses Kongresses beteiligen. Wir haben von vielen TeilnehmerInnen der Camps ein positives feedback erhalten und glauben, uns so auch einiges an Reputation erarbeitet zu haben, um bei der Vorbereitung so eines Treffens den spektrenübergreifenden Charakter gewährleisten zu können. Da die Vorbereitung eines solchen Kongresses einiges an zeitlichem Vorlauf braucht, bitten wir die jeweiligen Spektren um ein frühzeitiges Feedback über den hier gemachten Vorschlag. Ob ein Wochende Zeit genug ist, die Fülle der Fragen zu diskutieren, oder ob wir uns mittels Brückentagen oder überhaupt in den Winterferien mehr Zeit nehmen sollten, sollte bei diesem Feedback berücksichtigt werden. Erwartungsvolle Grüße von der Camp AG -------------------------------------------------------------------------------- Demo 2.6. in Rostock aus autonomer Sicht "I wear the black for the poor and beaten down... (And) for the prisoner who has long since served his time." Johnny Cash Der folgende Text wurde von unterschiedlichen Menschen aus der radikalen Linken erstellt, die wie viele, auch unterschiedliche Meinungen und Ansichten zu den Ereignissen am 2. Juni 2007 haben. Eines haben wir aber alle gemeinsam: den Willen zum Widerstand, der in seiner praktischen Ausführung mit den unterschiedlichen Ausdrucksformen von uns allen respektiert wird. Öffentliche Denunziation und einseitige Schuldzuweisung sind nicht unsere Mittel. Mit dem Text wollen wir lieber positive und negative Kritik üben, an uns selbst, als auch an den Leuten, mit denen wir die letzten 2,5 Jahre an einem Widerstandskonzept gearbeitet haben. Die Großdemonstration am 2. Juni 2007 in Rostock. Die Demo am 2. Juni in Rostock war ein Erfolg. Nicht trotz sondern wegen des schwarzen Blocks und der massiven Gegenwehr aus den unterschiedlichen Blöcken der Demonstration. Die Auseinandersetzungen mit den Bullen und der Angriff auf die Sparkasse etc. erzeugten Bilder, die unmissverständlich eine radikale Kritik an den herrschenden Verhältnissen und eine Ablehnung des offiziellen G8 Treffens zeigten. Hier ging es einer ganzen Menge Menschen nicht darum, mit den Herrschenden "in Dialog zu treten", "gehört zu werden" oder um "konstruktive Kritik" (d.h. mitmachenwollen bei der Organisation der Kapitalverwertung). Die Riots von Rostock waren eines der wenigen nicht integrierbaren oder umdeutbaren Zeichen gegen das Treffen der selbsternannten Herrscher der Welt. Hier wurden Symbole des kapitalistischen Systems angegriffen, ob es nun Banken oder Bullen sind, um "Nein" zu sagen, "Nein" zu einem ungerechten und unterdrückenden Weltwirtschaftssystem. "Den Kapitalismus angreifen" - dieses Motto wurde am 2. Juni 2007 tatkräftig umgesetzt - als unversöhnliches Zeichen, getragen von vielen internationalen, autonomen, linksradikalen und anarchistischen Gruppen und Einzelpersonen. Dabei waren "wir" nicht nur die Menschen aus organisierten kleinen oder größeren Zusammenhängen, am Samstag haben viele Leute wütend zum Stein gegriffen. Der Riot war nicht nur als Ausdruck von Wut gegen die Arroganz der Macht, die vor dem Hintergrund zunehmender staatlicher Repression, wie der Razzien am 9. Mai 2007, massiven Eingriffen in das Demonstrationsrecht vergangener Jahre wie Vermummungsverbot, Videoüberwachung, Polizei-Sonderkommandos zur Festnahme, Seitentransparent-Auflagen, Vorkontrollen, Wanderkessel, usw. zu sehen ist, sondern machte den Widerstand unkalkulierbarer für den Polizei- und Staatsapparat. Dieses Zeichen verfolgte das strategische Ziel, große Zusammenkünfte der Herrschenden (WTO, G8, IWF) zu behindern, effektiv zu blockieren und letztendlich zu verunmöglichen. Als unmittelbares Ergebnis, bzw. auch aufgrund der militanten Auseinandersetzungen bei der WTO-Konferenz in Seattle 1999, der IWF/Weltbank-Tagung in Praha 2000 und dem G8-Gipfel in Genova 2001, entschieden die G8-Staaten unserer Meinung nach die weiteren G8-Gipfel fernab großer Städte und Metropolen abzuhalten, in ländlichen Regionen mit vermeintlich schwächer ausgeprägten Widerstandspotenzialen. Können wir den Widerstand an Massivität und Intensität in den nächsten Jahren aufrechterhalten, werden G8-Treffen vielleicht nur noch im Hochgebirge, in der Antarktis oder virtuell stattfinden können. Viele Militante haben sich dem von der "Interventionistischen Linken" (IL) organisierten "make capitalism history" Block angeschlossen. Dieser Block war als "geschlossener" Schwarzer Block organisiert, für alle autonomen und anarchistischen Gruppen offen. Das Konzept hat im Nachhinein das spätere militante gemeinsame Vorgehen erleichtert bzw. ermöglicht. Zum deutlichen Charakter trugen auch Mobilisierungs-Plakate aus dem IL-Spektrum mit vermummten und behelmten DemonstrantInnen als Plakatmotiv bei. Schon während und vor allem nach den Angriffen auf Polizei und Banken gab es verzweifelte Distanzierungsversuche von Vertretern unterschiedlicher Organisationen, die teils die Großdemonstration mit organisiert haben, teils die Blockaden für die kommenden Tage vorbereitet haben. Zusammen mit der offiziellen Presse strengten sich viele an, die militante Widerstandform zu entpolitisieren. Als Resultat der Distanzierungen berichteten die offiziellen Medien ausschließlich über "Gewalt" und die ist selbstverständlich nur legitim, wenn sie vom Staat ausgeht. Letztendlich ist das ein altbekanntes Spiel und von Spiegel, FAZ und TAZ ist auch nichts anderes zu erwarten. So wurde die inhaltliche Aussage "make capitalism history" in den folgenden Tagen medial völlig verschwiegen. Der Distanzierungswahn von einigen Attac SprecherInnen war für uns nicht weiter verwunderlich. Viel wichtiger für die Debatte ist, dass die Attac Basis den Spaltungs-Versuch von Peter Wahl, Pedram Shahyar und Sabine Leidig vom Attac-Koordinierungskreis am Montag beim Attac-Plenum auf dem Rostock-Camp zurückwies, die eine eigene Attac-Blockade in Abgrenzung zu Block G8 und in völliger Absprache mit der Polizei durchzusetzen versuchten. Diese Spaltung wurde von den BasisaktivistInnen verhindert. Neu für uns waren und sind die heftigen Distanzierungen von Vertretern aus dem linksradikalen Lager. Ein Tiefpunkt war sicherlich Christoph Kleines (IL, Sprecher von Block G8, AVANTI) Analyse der Beteiligten: "Es war eine wilde Mischung aus Hooligans, Jugendlichen aus der Gegend und Leuten aus dem Ausland" (Welt 4.6.07). Noch viel mehr auf Diffamierung ausgerichtet zweifelslos Monty Schädels (Geschäftsführer der DFG-VK und Mitorganisator der G8-Proteste, Anmelder der Großdemo am 2. Juni) Totalitarismustheorie für Anfänger. Er verglich die Bilder mit den Progromen in Rostock Lichtenhagen 1992: "Dass wir jetzt diese Bilder, die wir gerade auch als Rostocker Bündnis vermeiden wollten, die Wiederholung von solchen Bildern die wir 1992 schon in Rostock bei dem Überfall auf das Asylbewerberheim hatten, wieder hier aus Rostock haben, das ist ein großer Misserfolg, das ist das, was wir nicht wollten, was von uns nicht vorbereitet worden ist, was wir auf keinen Fall gutheißen" ( ZDF am 3.6.07, Link bei Indymedia mit Streaming seines Interviews 3.6.07). Auch einer der Sprecher der IL, Tim Laumeyer von der ALB, einer linksradikalen Antifa Gruppe aus Berlin, mühte sich um Distanzierung und rechtfertigender Entschuldigung. "Zum Ende ist die Situation in einem Maße eskaliert, wie wir dies nicht wollten und ausdrücklich verurteilen" (Junge Welt, 5.6.) oder auch "Die Randalierer waren nur eine kleine Minderheit, wir wollen keine Gewalt" (Mopo , 4.6.) und "Eine Eskalation wie in Rostock darf es nicht wieder geben" (Vanity Flair, dpa, 6.6.) Hier wird sich nicht nur politisch distanziert, sondern auch der Sprachduktus herrschender Terminologien unreflektiert übernommen und letztendlich dadurch entpolitisiert, etwa wenn von "Randalierern" die Rede ist. Interessant ist hier zu beobachten, dass sich einzelne Sprecher der IL in Rostock von den militanten Geschehnissen und Auseinandersetzungen mit der Staatsmacht distanziert haben, während sich doch zumindest Teile der IL genüsslich am Riot beteiligten. Inzwischen gab es ja von verschiedener Seite Entschuldigungen und Erklärungen (z.B. ALB, 05. Juni, http://www.antifa.de/cms/content/view/564/32/) für die Distanzierungen. Das ist gut. Ob es als Erklärung jedoch ausreicht, das Fehlverhalten einzelner, die von den Medien "überrollt" wurden, herauszuheben ist zweifelhaft. Vielmehr bleibt zu prüfen, wie man in breiten, bis weit in die bürgerliche Mitte reichenden Bündnissen einer Bündnislogik entgehen kann, die einen zwingt sich von linksradikalen Kämpfen zu distanzieren. Gezeigt hat sich auf jeden Fall, dass das Vermeiden der Militanzdebatte im Orgakreis der Großdemonstration keine geeignete Wahl war. Dies gilt insbesondere auch für uns Autonome. Das Ringen um die Akzeptanz militanten Widerstands ist ein wichtiger Hegemoniekampf in einer antistaatlichen Orientierung. Und der Kampf um die Anerkennung militanten Widerstands ist immer gleichzeitig auch der Kampf um die Anerkennung der brutalen Gewaltförmigkeit der Verhältnisse selbst. Ein sich selbst ernst nehmen im Gerede um das rassistische Grenzregime, die gnadenlose Kapitalverwertungslogik und die Angriffskriege bedeutet eben auch militanten Widerstand. Es geht hier wohlgemerkt immer noch um einen symbolischen Kampf. Steine auf Schaufensterscheiben oder schwer gepanzerte Bullen bedeutet nicht den Kapitalismus zu zerschmettern. Es ist ein unversöhnliches Zeichen an ein menschenverachtendes System. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Besser gemeint, aber letztlich auch distanzierend ist "die Bullen haben angefangen". Wir wissen, dass die Polizei viele Möglichkeiten zur Manipulation besitzt und diese auch einsetzt: Agents Provocateurs, direkte Angriffe wegen Lappalien (schwarzes Basecap, oder schwarzes Tuch) oder konstruierte Vorgänge. Alles so geschehen in Rostock. Dazu kommen noch Medien, die zunächst fast ausnahmslos jede noch so dummdreiste Bullenlüge sofort verbreiten: Auf der Großdemo hätte es 400 verletzte Bullen, davon 30 Schwerverletzte gegeben - später stellte sich heraus: es waren 30, davon 2 Schwerverletzte, angebliche Säureattentate von der Rebel Clowns Army auf einzelne Bullen, in Wahrheit war es Seifenlauge, mit denen Seifenblasen gepustet wurden. Auch dementierte die Polizeileitung den Einsatz von Agents Provocateurs während des Gipfels, Zitat vom Pressesprecher der Polizei "es gibt keine BeamtInnen in Zivil auf Demonstrationen", schon am gleichen Tag tauchten mehrere Videos auf, die einen Bremer Polizeibeamten ganz in Schwarz als Zivilbullen enttarnten. Es gibt noch mehr Beispiele, doch dass die Bullen uns oft angreifen, darf jedoch nicht bei jeder Demo als (alleinige) Begründung für militanten Widerstand herangezogen werden. Wir müssen uns nicht entschuldigen, wenn wir das staatliche Gewaltmonopol in Frage stellen. Wir wollten angreifen und haben es in Rostock auch getan, auch wenn Ort und Zeit so nicht von uns gedacht waren! Schon bereits bei den Protesten gegen die WTO-Tagung 1999 in Seattle, auf die sich ja so viele aus der anti-globalisierungskritischen Bewegung beziehen, hat eine anarchistische Gruppe, das ACME Collective, am 4.12.1999 in einem so genannten "Black Block Communique" unter dem Titel "Peasant Revolt" detailliert begründet, warum es notwendig und legitim war, in Seattle kapitalistische Symbole anzugreifen und Scheiben multinationaler Konzerne wie etwa Bank of America, US Bancorp, GAP, Starbucks, Mc Donalds, Nike Town und Levis etc. einzuschmeißen. Endlich mal konstruktive Kritik Wichtiger als die Distanzierungswelle müssen für uns andere Kritikpunkte sein. Ja, es lief nicht alles gut in Rostock. Schön wäre es zum Beispiel gewesen, wenn sich der "make capitalism history" Block nicht am Ende der Demonstration und noch vor dem Angriff der Berliner Einsatzhunderterschaften aufgelöst hätte, sondern sich geschlossen, und vor allem entschlossen, in Richtung Innenstadt bewegt hätte. Hier hätte es ausreichend Ziele und Angriffspunkte des Kapitalismus gegeben und andererseits wären "Unbeteiligte" weniger gefährdet worden. Aber anscheinend war das nicht geplant oder gewollt. Viel später gab es dann den erneuten Versuch von einigen hundert Vermummten in die Innenstadt zu ziehen, was allerdings nur bis zur ersten Bank geklappt hat, die dann auch gesmasht wurde. Hier fehlte im Nachhinein ein erneuter Treffpunkt, um weiter zu ziehen. Der Angriff auf das einzelne Polizeifahrzeug ( http://www.youtube.com/watch?v=yDqThVpu1AM) ist in dieser Form zu hinterfragen. Viele Militante kritisieren, dass, nachdem die Scheiben des Bullis eingeschlagen wurden, mit Steinen und Stangen die beiden unbehelmten und ungeschützten Polizisten, die vorne im Fahrzeug saßen, angegriffen wurden. Eine auch schwerere Verletzung konnte nicht ausgeschlossen werden. Zumindest ein Teil von uns vertritt die Auffassung, dass hiermit eine Grenze legitimer Militanz überschritten worden ist, weil es nicht unser Ziel sei, Polizeibeamte (schwerer) zu verletzen. Bei den anschließendem Riot im Stadthafen von Rostock wurden viel zu viele GenossInnen und zum Teil auch Unbeteiligte von eigenen Flaschen und Steinen getroffen und verletzt. Es müssen Wege gefunden werden, dass nicht Leute durch Würfe aus den hinteren Reihen verletzt werden. Für Leute, die keinen Bock auf diese Konfrontationen haben, muss ein geordneter Rückzug möglich sein. Zu einer verantwortlichen Militanz gehört aber auch, die Flaschen am Vorabend auszutrinken und nicht erst auf der Demo. Hier sind alle gefordert, sprecht Leute an, die auf Demos saufen! Wir müssen uns eingestehen, dass wir noch nicht weit genug sind bei der Organisierung verantwortlicher Militanz. Dies ist schwer und war in Rostock auch nicht unbedingt zu erwarten, waren wir doch alle überrascht, wie viele wir auf einmal waren. Mangelnde Erfahrung soll aber kein Grund sein, militante Demo´s ganz zu lassen. Vielmehr ist eine neue Demokultur nötig, um Militanz 1. akzeptierter , 2. sicherer für alle und 3. erfolgreicher zu machen. Und dies kann nur geschehen, wenn sich nachher nicht nur gebrüstet wird "ich war dabei und dann hab ich dem Bullen...", sondern es braucht eine Auseinandersetzung über Militanz und die kann zum Beispiel durch solche Texte, Diskussionen auf autonomen Plena, bei der Vorbereitung der nächsten Demo, etc. geschehen. Die Kritik muss ernst genommen werden. Aber sie ist auch ein Aufruf für eine bessere militante Organisierung. Schwerter zu Pflugscharen, Steine zu Botschaften.... Aber nicht nur die Aktionen selber müssen besser organisiert werden, sondern auch deren Vermittlung. Das Dictum von der "Propaganda der Tat" mag stimmen, wenn es gelingt Symbole kapitalistischer Herrschaft anzugreifen. Manchmal, so auch in Rostock, stimmt es nicht. Wir haben es nach Samstag nicht geschafft, die Legitimität von militantem Widerstand gegen die gewalttätigen, staatlichen und kapitalistischen Verhältnissen zu vermitteln. Dies hat mit Sicherheit auch viel mit möglicher Repression zu tun. Es gab zahlreiche Interview - Anfragen, eine/n am Riot Beteiligte/n vor die Kamera zu bekommen. Die Möglichkeit, über die Medien unsere Beweggründe und Inhalte zu vermitteln, hat bestanden, aber es fehlten im allgemeinen die Leute, die sich das entweder getraut oder gar gewollt hätten. Dies gilt auch für die Campinski-Presse-Gruppe, die von Leuten aus dem autonomen Spektrum betrieben wurde. Selbst "unsere" Pressegruppe hat einige Erklärungen ignoriert, so z. B. die Erklärung der "Internationalen Brigaden" ( http://dissentnetzwerk.org/node/3040) die am 06. Juni auf Indymedia veröffentlicht wurde. Ebenso die Black Barrio Erklärung ( https://www.gipfelsoli.org/Newsletter/Militanz/2709.html) aus dem Camp Reddelich vom 06. Juni, als Reaktion auf die Vorwürfe und Distanzierungen der Attac-Führungsspitze. Es hat sich gezeigt, wie wichtig es ist, unsere eigenen Strukturen wie Indymedia, Freie Radios, etc. besser zu nutzen und zu unterstützen. Dies beinhaltet eine breite Diskussion innerhalb unseres linksradikalen Spektrums über den Umgang mit Medien und die Frage über ihre Rolle als "vierte Gewalt im Staat". Letztendlich tauchen nur die alt-bekannten Gesichter in den Medien auf, deren Stellungnahme zwar eine Wohltat nach der Medienhetze war, die allerdings nur allein und ohne einen Gruppenzusammenhang abgegeben wurde. Wir halten es prinzipiell für sinnvoller, kollektiv diskutierte Meinungen von Gruppen und Zusammenhängen zu verbreiten anstatt, dass sich Einzelne, zumeist auch noch Männer, mit ihren eigenen Einschätzungen profilieren. Das ist zumindest unser Ansatz einer antagonistischen Bewegung. Das Ziel ist es gemeinsam die Ereignisse von Rostock auszuwerten und zu veröffentlichen und dies nicht einigen selbsternannten oder auch ernannten Sprechern zu überlassen. Das ist leider sehr durchgängig geschehen. Selbst das linken Szene-Blatt "analyse und kritik" hat meist nur männlichen Einzelpersonen Raum für Statements und Einschätzungen gegeben: über Sven Giegold (ATTAC), Olaf Bernau (no lager), Thomas Seibert (IL), Christoph Kleine (IL), Michael Kronawitter, Tim Laumeyer (ALB), Ulrich Brand (BUKO), Dario Azzelini (FELS) bis hin zu Raul Zelik u. Geronimo. Das ist für uns ein Rückschritt. Ebenso scheint die Tatsache, dass vornehmlich Männer sich äußern durften bzw. wollten, weder Zufall noch ein Ausdruck von reflektierten antipatriarchalen Diskussionen zu sein. Wir wollen das nicht pauschal allen unterstellen, denken jedoch, dass es an der nötigen Sensibilität diesbezüglich, zumindest gemangelt hat. Letztendlich müssen wir uns aber auch an die eigene Nase fassen. Dass es zu Riots kommen würde, haben wir nicht nur gehofft, sondern auch gewollt. Die mediale Reaktion war vorhersehbar. Mit unserem Nichtverhalten haben wir den Sprechern von NGOs, Attac und der IL das Feld überlassen, was zu Distanzierungen geführt hat. Diesem Dilemma müssen wir uns stellen, Diskussionen über Vermittlung von militanter Praxis auf Demonstrationen und den Umgang mit den Medien sind hier dringend notwendig. Dress for the moment Obwohl er es nicht wissen will, seien noch Ulrich Brands Vermutungen "Ich vermute (ich weiß es nicht und will es auch nicht wissen!), dass Menschen im Schwarzen Block mitlaufen und vielleicht sogar agieren, die sich ansonsten in ähnlichen politischen Zusammenhängen bewegen wie viele der anderen Demonstrations-TeilnehmerInnen" bestätigt. Militant sein auf Demos begründet keine Identität - sollte es zumindest nicht - sondern ist eine Aktionsform mit Stärken und Schwächen wie jede andere Aktionsform auch. Manchmal ist sie nützlich, manchmal nicht. In Rostock war sie nützlich, um dem G8 Widerstand eine unversöhnliche Note zu geben. Für einen emanzipatorischen militanten Widerstand "There must be a better world somewhere" (BB King) United Color of Resistance, 01.08.2007 -------------------------------------------------------------------------- Gipfelsoli Infogruppe Newsletter mit Nachrichten über Mobilisierungen, Debatten und Repression im Zusammenhang mit Gipfelprotesten. Die AutorInnen der Beiträge sind mit eckigen Klammern versehen. Wir können leider keine Verantwortung für die Richtigkeit der Beiträge übernehmen. Auch geben sie nicht zwangsläufig unsere Meinung wieder. Mehr Infos und Texte sowie ein Archiv des Newsletters unter www.gipfelsoli.org. Kontakt, Kritik, Beiträge: gipfelsoli at nadir.org gipfelsoli mailinglist subscribe - unsubscribe: https://lists.nadir.org/mailman/listinfo.cgi/gipfelsoli-l ============================================== Angriff auf Ex-Muslim in Holland von Café Critique ============================================== ZdE verurteilt islamistische Gewalttat gegen Ehsan Jami Köln, 08.08.07 Am vergangenen Wochenende wurde Ehsan Jami, der Vorsitzende des Zentralrats der Ex-Muslime in Holland, in Voorburg von drei Islamisten angegriffen und niedergeschlagen. Der Überfall ereignete sich, nachdem Ehsan gerade einen Supermarkt verlassen hatte. Wahrscheinlich hatten die drei Täter ihm dort gezielt aufgelauert. Aufgrund dieser hinterhältigen Attacke haben die niederländischen Sicherheitsbehörden nun den Personenschutz für Ehsan ausgeweitet. Der Vorfall reiht sich ein in eine lange Liste von Einschüchterungen, Drohungen und Gewalttaten von islamistischen Kräften in Europa, die – wie im Fall Theo van Goghs - bis hin zu abscheulichen Ritualmorden reichen. Drohbriefe und Hassmails gehören ja mittlerweile längst zum „streng muslimischen“ Alltagsgeschäft gegenüber engagierten „Ungläubigen“. Zumeist als politisch unbedeutende „Einzelerscheinungen“ verharmlost, werden diese Handlungen zwar kriminaltechnisch behandelt und verfolgt, während aber im gleichen Atemzug die islamische Motivation der Gewaltakteure entweder gänzlich ignoriert oder aber gegenüber der Öffentlichkeit heruntergespielt wird. „Politische Korrektheit“ funktioniert hierbei stets als bevorzugte „Leitkultur“ der Verschleierung. Neben der vielschichtig angelegten Strategie der Islamisierung auf leisen Sohlen setzt der funktionsteilig organisierte Islamismus auch in Europa zunehmend auf eine höhere Gewaltdosierung noch unterhalb der Schwelle spektakulärer Terroraktionen. Zunächst zielt man dabei auf die Protagonisten islamkritischer Kräfte, während der mehrheitliche Rest erstmal nur als „islamophob“ diffamiert wird. Gleichzeitig wird in den parallelgesellschaftlichen no-go-areas eine informelle Sittenpolizei aufgebaut. Angefeuert wird diese islamistische Doppelstrategie von zwei Seiten: Einerseits durch den weltweiten Vormarsch des Radikalislam und andererseits durch die Schützenhilfe proislamischer Kräfte in den westlichen Parteien, Medien und juristischen Institutionen etc., die den Muslimen aufmunternd zurufen: „Du musst nicht verfassungstreu sein“. Der Zentralrat der Ex-Muslime steht fest an der Seite von Ehsan Jami und den Freunden in Holland. Leisetreterei und Zurückweichen bestärkt und ermuntert die islamistischen Kräfte. Kämpfen wir gemeinsam für die Durchsetzung menschenrechtlicher und demokratischer Grundwerte und Prinzipien gegenüber den widerstrebenden Trägern der islamischen Herrschaftskultur. Zentralrat der Ex-Muslime e.v Postfach 250346 50519 Köln www.ex-Muslime.de _______________ Kundgebung Keine Geschäfte mit den iranischen Mullahs! Gegen das Atomprogramm des Iran und seine österreichischen und europäischen Förderer! Es geht um Israel - und um den Restbestand politischer Vernunft! Sonntag, 30. September 2007 18 Uhr Stephansplatz in Wien Veranstaltet von Café Critique und der Israelitischen Kultusgemeinde Mit Beiträgen von Café Critique, Raimund Fastenbauer (B'nai B'rith), Beate Klarsfeld (Söhne und Töchter der jüdischen Deportierten Frankreichs), Matthias Küntzel (Scholars for Peace in the Middle East), Kazem Moussavi (Green Party of Iran), Ariel Muzicant (Israelitische Kultusgemeinde), Wahied Wahdat-Hagh (European Foundation for Democracy) u. a. bisherige Unterstützer (Stand 8. 8. 2007): * Sharon Adler (AVIVA-Berlin) * Aktion gegen den Antisemitismus in Österreich * Anthropoid Innsbruck * Anti-Defamation Forum * Antifa ON * Arbeitskreis Antisemitismus München * Cordula Behrens, Oldenburg * Bund sozialdemokratischer Juden - Avoda * David – Jüdische Kulturzeitschrift * Daniela Ebner * Friends of Israel Linz * Gudrun Flügge, Oberursel * Hagalil.com * Heimo Gruber (Österreichisch- Israelische Gesellschaft) * Philipp Heimberger (Diskussionsforum Liberal in Österreich) * Misrachi * Wolfgang Neugebauer * Gerhard Oberschlick * Prozionistische Linke Frankfurt * Scholars for Peace in the Middle East - Austria * Studienvertretung Politikwissenschaft / Universität Wien * Klaus Thörner, Oldenburg * Weblog Lizas Welt * www.juedische.at * Zionistische Föderation in Österreich (ZFÖ) * Zwi Perez Chajes Loge der B'nai B'rith ____________________ Die islamische Republik Iran – Analyse einer Diktatur Symposium 29./30. September 2007 Campus der Universität Wien, Altes AKH Samstag: Hörsaal D, Hof 10,13 Sonntag: Hörsaal C1, Hof 2 (Alserstraße/Spitalgasse, Straßenbahn 5, 33, 43, 44) Veranstaltet von Café Critique und Scholars for Peace in the Middle East/Austria (Bitte planen Sie Zeit für eventuelle Einlasskontrollen ein.) http://www.cafecritique.priv.at ============================================== Internationale Unterschriftensammlung: Freiheit für Arnaldo Otegi "Helmuth Fellner" ============================================== Internationale Unterschriftensammlung: Freiheit für Arnaldo Otegi Seit dem 8. Juni 2007 sitzt der 49jährige Arnaldo Otegi im Gefängnis. Der Sprecher der baskischen Linkspartei »Batasuna« gilt als Schlüsselfigur für einen politischen Prozeß zur Lösung des baskisch-spanischen Konflikts, wurde von der sozialistischen Regierung in Madrid lange Zeit auch als solche betrachtet und nahm an mehreren Verhandlungsrunden teil. Während seine nordirischen Freunde der Sinn Fein, die er noch im Frühjahr besuchte, inzwischen in Belfast mitregieren, soll der »baskische Gerry Adams« (Der Standard) vorerst 15 Monate in Haft bleiben. Er hätte im Jahre 2003 während einer Hommage für einen 1978 ermordeten Aktivisten der baskischen Untergrundorgansiation ETA für eine »terroristische Vereinigung« geworben, befanden die Madrider Richter höchstrichterlich. Vier weitere Verfahren gegen ihn sind anhängig, darunter eines wegen »Beleidigung des Königs«. Kürzlich nun wurde vom Baskenland aus eine internationale Unterschriftensammlung für eine sofortige Freilassung des bekanntesten politischen Gefangenen im spanischen Staat gestartet. Die Kommunistische Initiative (KI), unterstützt den Aufruf der Initiative »Arnaldo askatu« (Freiheit für Arnaldo) und beteiligt sich an der Unterschriftensammlung. Arnaldo askatu Freiheit für Arnaldo Otegi Die Unterzeichner dieses Aufrufs fordern die sofortige Freilassung Arnaldo Otegis vor allem aus folgenden Gründen: 1. Politische Gespräche sind grundlegendes Instrument für die notwendige und kontinuierliche Kommunikation zwischen Konfliktparteien. Nur durch sie können Alternativen vorgestellt, debattiert und verhandelt werden. Solche Gespräche sind Voraussetzung dafür, daß politische Vereinbarungen zustande kommen, die dem Baskenland (Euskal Herria) die Chance für eine Zukunft in Frieden und Freiheit eröffnet. 2. Einer der Hauptunterhändler der linken Unabhängigkeitsbewegung ist Arnaldo Otegi. Seine Inhaftierung (aus nichtigem Grund) ist eine schwerwiegende Beeinträchtigug dieser Chance, zumal Arnaldo Otegi eine zentrale Rolle in den Gesprächen und bei der Suche nach einer politischen Lösung des langandauernden Konfliktes um die Zukunft des Baskenlandes spielt. 3. Vor allem deshalb erklären wir Unterzeichner öffentlich unsere Ablehnung der Inhaftierung Arnaldo Otegis und verurteilen sie als eine politisch motivierte Maßnahme. Wir verlangen von den Verantwortlichen seine sofortige Freilassung. Unterschriften unter: www.arnaldoaskatu.org/ http://www.kommunisten.at/article.php?story=20070807214042295 ============================================== ============================================== C) EDITORIAL ============================================== Für den Inhalt verantwortlich: Ihr. Medieninhaberinnen & Medieninhaber seid Ihr E-Mail-Adresse für Beiträge: widerstand at no-racism.net geschickt. widerst at nd MUND und alle Termine täglich aktualisiert im Web: http://www.no-racism.net/MUND Ziel von MUND (medienunabhängiger Nachrichtendienst) ist die unzensurierte und möglichst rasche Information über gesellschafts- politisch relevante Themen. Termine, Hinweise und Diskussionsbeiträge zu Widerstand und Antirassismus sowie verwandte Themen sollen einen Titel, Namen und Emailadresse der/des AutorIn enthalten und möglichst kurz und prägnant gehalten sein, ev. mit Hinweis, wo weitere Informationen eingeholt werden können. Bitte keine Attachments! Die inhaltliche und sachliche Verantwortung liegt bei der/dem jeweiligen AutorIn bzw. jenen, die uns die Beiträge schicken. Der MUND wird von einzelnen TagesredakteurInnen zusammengestellt. Da Fehler nicht ausgeschlossen sind, bitten wir, nicht veröffentlichte Beiträge nochmals an widerstand at no-racism.net zu senden. Die Weiterleitung (auch auszugsweise) ist erwünscht. Beiträge mit rassistischen oder sexistischen Inhalten werden nicht veröffentlicht. Sehr persönliche Meldungen werden wir an den betreffenden Adressaten weiterleiten, aber nicht im MUND veröffentlichen. Die bisherigen Ausgaben sind unter http://www.no-racism.net/MUND archiviert. Terminankündigungen bitte nach folgender Vorlage: * Wann: Sonntag, 11.11.2001, 11:11 Uhr * * Was: Maskenball: Motto "Schwarzblau ist die Haselnuss" * * Wo: Villa Morgenrot, Grüner Anger 42, 2001 Wendendorf * * Kommentar: Anreise per Anhalter. Maskenzwang. Ende nie. Aber kurz und prägnant.* Die Rubrik "Redaktionelles" am Ende der Ausgabe ist u.a. eine Konsequenz aus der Notwendigkeit, sexistische, antisemitische und rassistische Beiträge nicht zu veröffentlichen, ohne jedoch stillschweigend Zensur zu üben. Hier wird - in anonymisierter Form - auf angehaltene Beiträge hingewiesen und eine kurze Begründung der Tagesredaktion für die Nichtaufnahme geliefert. (Weitere Gründe einen Beitrag nicht aufzunehmen sind z.B.: Attachments, kein erkennbarer Bezug zu den breit gestreuten Themen des MUND, Werbesendungen, sinnlose Kettenbriefe.) Die AbsenderInnen der betroffenen Beiträge werden hiervon informiert. Im Sinne einer "gläsernen Zensur" könnt ihr Euch die Beiträge gerne extra schicken lassen: Ein kurzes Mail an widerstand at no-racism.net genügt. ================================================ E) VERTEILERLISTE ================================================ Zur Eintragung in diesen Verteiler bitte direkt subskribieren unter http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/analle oder von der einzutragenden Adresse aus ein mail schicken an: admin at no-racism.net mit folgendem Text: subscribe no-racism Bitte wegen Automatisierung diesen Wortlaut verwenden! Zur Austragung aus dieser Liste bitte an aus Einsendungen an zusammengestellt. Bitte keine Attachments! (werden nicht berücksichtigt) Redaktionsschluss für diese Ausgabe: Mi,20.30 Uhr Nicht aufgenommen: Beiträge nicht mehr aktuell, 1 Beitrag nicht WR III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III ü, ö, ä, ß, Ü, Ö, Ä III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III widerst at nd-MUND is powered by http://alt.strg.at/ ================================================ _______________________________________________ Analle mailing list Analle at no-racism.net http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/analle _______________________________________________ Analle mailing list Analle at no-racism.net http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/analle _______________________________________________ Analle mailing list Analle at no-racism.net http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/analle _______________________________________________ Analle mailing list Analle at no-racism.net http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/analle _______________________________________________ Analle mailing list Analle at no-racism.net http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/analle _______________________________________________ Analle mailing list Analle at no-racism.net http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/analle -------------- nächster Teil -------------- Ein Dateianhang mit HTML-Daten wurde abgetrennt... URL: From analle at no-racism.net Fri Aug 10 18:34:15 2007 From: analle at no-racism.net (=?iso-8859-1?q?MUND=3A_medienunabh=E4ngiger_Nachrichtendienst?=) Date: Fri, 10 Aug 2007 18:34:15 +0200 Subject: widerst@nd MUND: Freitag, 10.08.2007 Message-ID: <001801c7db6c$4c4aa620$2b6b8d5b@laptop> widerst at nd MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst Freitag, 10.August 2007 Medieninhaberinnen & Medieninhaber seid Ihr www.no-racism.net/mund ================================================ A) INHALT ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN, ANKÜNDIGUNGEN UND VERANSTALTUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ============================================== 01 ROTER OKTOBER im Nestroyhof / wiener wortstaetten von GAMUEKL ============================================== 02 [rso_news] Veranstaltung der RSO Zürich/Veranstaltung der RSO Wien von RSO - Revolutionär Sozialistische Organisation ============================================== 03 Massenhinrichtungen im Iran / Angriff auf Ex-Muslim in Holland von Café Critique ============================================== 04 Haaretz über Anti-German communists von Café Critique ============================================== 05 [criticalmass] SPRITZTOUR AM 17.8 von CriticalMassVienna ============================================== 06 Wien wirkt weltweit. KommunaleEntwicklungszusammenarbeit im Brennpunkt von WADI Austria wadi.wien at gmx.at ============================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN UND MEINUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ============================================== 07 Das lange Warten auf Gerechtigkeit von WADI Austria ============================================== 08 ASt - Europäische Union: Merkels Durchbruch? von ASt-LFI ============================================== 09 KPÖ/Mehrheitswahlrecht/Demokratie von KPÖ ============================================== 10 Beitrag f ü r den MUND von Alexandra Bader ============================================== 11 KPÖ/Hiroshima/Rüstung von KPÖ ============================================== 12 Vranitzky für Mehrheitswahlrecht von Dietmar Köhler ============================================== 13 HLI at. Aktivitäten u. neuer Webauftritt von FrauenLesben fuer das Selbstbestimmungsrecht der Frau ============================================== 14 Die Bildungslücken des H.C. Strache - islamische Erbe der europäischen Kultur von Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen ============================================== 15 Waffengeschäfte mit bösen Folgen von WADI Austria ============================================== 16 KPÖ/Fremdenrecht/Asylpolitik/Bleiberecht von KPÖ ============================================== 17 Die fingierte Demokratie von Dietmar Köhler ============================================== 18 Internationale Unterschriftensammlung: Freiheit für Arnaldo Otegi von Helmuth Fellner ============================================== 19 Sozial top, Pflege aber flop - DER STANDARD v. 10.8.07 von Dietmar Köhler ============================================== 20 Homosexuelle Initiative (HOSI) Wien über Unterstützung durch Rechtsanwaltskammertag erfreut von Homosexuelle Initiative (HOSI) Wien ============================================== 21 KPÖ/EU/Militarisierung/Interventionspolitik/Neutralität von KPÖ ============================================== 22 Gewonnenes Verfahren von office at asyl-in-not.org ============================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< G8/GIPFELSOLI & INTERNATIONALE SOLIDARITÄT ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ============================================== 23 + 24 [Gipfelsoli Newsletter] Heiligendamm von Öffentlicher Verteiler der Gipfelsoli-Infogruppe ============================================== ================================================ B) TEXTE ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN, ANKÜNDIGUNGEN UND VERANSTALTUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ============================================== 01 ROTER OKTOBER im Nestroyhof / wiener wortstaetten von GAMUEKL ============================================== "wiener wortstaetten" sind ein einzigartiges, interkulturelles Autorentheaterprojekt, das 2005 von Hans Escher und Bernhard Studlar ins Leben gerufen wurde. Ausgehend von in Wien lebenden, aus Osteuropa stammenden AutorInnen soll sich im Lauf der Jahre ein internationales Netzwerk bilden, um so einen Austausch zwischen den Kulturen herzustellen und ein Zentrum für zeitgenössische europäische Dramatik in Wien zu etablieren. Im Vorjahr haben die "wiener wortstaetten" mit der Uraufführung von Dimitré Dinevs Stück "Haut und Himmel" (Dez. 2006/Rabenhof Theater Wien) Erfolge gefeiert. Heuer bitten Sie von 1. - 31. 10. 07 zum vielschichtigen Veranstaltungsreigen "ROTER OKTOBER im Nestroyhof": A-1020 Wien, Nestroyplatz 1 (U1-Station Nestroyplatz) Kartenvorbestellung unter: Tel.: 01/236 38 47 Genaue Detailinfos zu allen Veranstaltungen finden Sie in der hier im Attachment beiliegenden Presseinformation. Hier ein kurzer Programmüberblick: . 1. Oktober 2007 (19.30 Uhr) Premiere / Uraufführung des Theaterstücks "DAS STÜCK" aus der Feder der jungen bosnischen, in Wien lebenden Autorin Alma Hadzibeganovic (Regie: Hans Escher) mit: Claudia Kottal, Nina Gabriel, Sebastian Wendelin,Michael Smulik, Astrit Alihajdaraj Der Held liebt das Stück, das Stück liebt den Helden. Eine tragikomische Liebesgeschichte zwischen Wettcafé, Puff und Wohnzimmer. Ein Streifzug durch die Wiener Balkan Beverly Hills Meile angetrieben von den Rhythmen des bulgarischen Komponisten Alexander Wladigeroff. Weitere Vorstellungen: 4., 5., 10., 11., 12., 14., 19., 24. und 15. 10. 2007 . 6. Oktober 2007 (20.30 Uhr) BEAST - BE A SAINT! Jazz - Poetry - Performance von und mit ruth weiss The goddess of the beat generation . 13. + 23. Oktober 2007 (20.00 Uhr) Wiederaufnahme der Festwochen-Produktion: DURCH DIE SCHLUCHTEN DES BALKAN Ein Karl May - Destillat von Bernhard Studlar . 20. Oktober 2007 (19.00 Uhr) "wortstattnacht" Stücke von Rhea Krcmárová, Julya Rabinowich, Michal Hvorecky Ewald Palmetshofer (AutorInnen der Saison 2006/07) . 21. Oktober 2007 (00.00 Uhr) BUCHSTABENSUPPE N°15 Die AutorInnen der Saison 2007/08 kochen auf . 26., 27.,+ 29. Oktober 2007 (19.30 Uhr) ANTRAG OF ASYL - Ein Asylverfahren des Theaterkollektivs Sequenz . 31. Oktober 2007 (20.00 Uhr) BULGARISCHE NACHT Lesungen von: Mirela IVANOVA, Vladimir ZAREV und Dejan ENEV Deutsche Übersetzung gelesen von: Dimitré DINEV Musik: Alexander WLADIGEROFF Schnaps vom Feinsten ============================================== 02 [rso_news] Veranstaltung der RSO Zürich/Veranstaltung der RSO Wien von RSO - Revolutionär Sozialistische Organisation ============================================== RSO-Newsletter Nr. 8 ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ 1. Veranstaltung der RSO Zürich 2. Veranstaltung der RSO Wien ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ 1. Veranstaltung der RSO Zürich Sozialistischer und marxistischer Feminismus Eine kritische Auseinandersetzung mit verschiedenen Ansätzen der letzten 30 Jahre Vortrag von Maria Pachinger und anschließende Diskussion Samstag, 11. August 2007, 19.00 Volkhaus Zürich, Sitzungszimmer 24, Stauffacherstrasse 60, 8004 Zürich ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ 2. Veranstaltung der RSO Wien 90 Jahre Russische Revolution - eine Bilanz Vortrag von Manfred Scharinger und anschließende Diskussion Donnerstag, 30. August 2007, 19.00 Piwnica, Jägerstraße 38, 1200 Wien (bei Schönwetter im Garten) ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ __._,_.___ Messages in this topic (1) Reply (via web post) | Start a new topic Messages ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Revolutionär Sozialistische Organisation (RSO) mail: rso at sozialismus.net web: www.sozialismus.net post: RSO, Postfach 62, A-1152 Wien ============================================== 03 Massenhinrichtungen im Iran / Angriff auf Ex-Muslim in Holland von Café Critique ============================================== Domestic Terror in Iran Iran has just carried out the largest wave of executions since 1984. It is early dawn as seven young men are led to the gallows amid shouts of "Allah Akbar" (Allah is the greatest) from a crowd of bearded men as a handful of women, all in hijab, ululate to a high pitch. A few minutes later, the seven are hanged as a mullah shouts: "Alhamd li-Allah" (Praise be to Allah). The scene was Wednesday in Mashad, Iran's second most populous city, where a crackdown against "anti-Islam hooligans" has been under way for weeks. The Mashad hangings, broadcast live on local television, are among a series of public executions ordered by President Mahmoud Ahmadinejad last month as part of a campaign to terrorize an increasingly restive population. Over the past six weeks, at least 118 people have been executed, including four who were stoned to death. According to Saeed Mortazavi, the chief Islamic prosecutor, at least 150 more people, including five women, are scheduled to be hanged or stoned to death in the coming weeks. The latest wave of executions is the biggest Iran has suffered in the same time span since 1984, when thousands of opposition prisoners were shot on orders from Ayatollah Khomeini. Not all executions take place in public. In the provinces of Kurdistan and Khuzestan, where ethnic Kurdish and Arab minorities are demanding greater rights, several activists have been put to death in secret, their families informed only days after the event. The campaign of terror also includes targeted "disappearances" designed to neutralize trade union leaders, student activists, journalists and even mullahs opposed to the regime. According to the latest tally, more than 30 people have "disappeared" since the start of the new Iranian year on March 21. To intimidate the population, the authorities also have carried out mass arrests on spurious grounds. According to Gen. Ismail Muqaddam, commander of the Islamic Police, a total of 430,000 men and women have been arrested on charges related to drug use since April. A further 4,209 men and women, mostly aged between 15 and 30, have been arrested for "hooliganism" in Tehran alone. The largest number of arrests, totaling almost a million men and women according to Mr. Muqaddam, were related to the enforcement of the new Islamic Dress Code, passed by the Islamic Majlis (parliament) in May 2006. Most of those arrested, he says, spent a few hours, or at most a few days, in custody as "a warning." By last week, 40,000 were still in prison. Of these, 20,363 men and women are held on charges related to violating the Islamic Dress Code. According to the Deputy Chief of Police Gen. Hussein Zulfiqari, an additional 6,204 men and women are in prison on charges of "sexual proximity" without being married. The wave of arrests has increased pressure on the nation's inadequate prison facilities. At a recent press conference in Tehran, the head of the National Prisons Service, Ali-Akbar Yassaqi, appealed for a moratorium on arrests. He said Iran's official prisons could not house more than 50,000 prisoners simultaneously while the actual number of prisoners at any given time was above 150,000. Mr. Yassaqi also revealed that each year on average some 600,000 Iranians spend some time in one of the 130 official prisons. Since Mr. Ahmadinejad ordered the crackdown, work on converting 41 official buildings to prisons has started, with contracts for 33 other prisons already signed. Nevertheless, Mr. Yassaqi believes that, with the annual prison population likely to top the million mark this year, even the new capacities created might prove insufficient. There are, however, an unknown number of unofficial prisons as well, often controlled by the Islamic Revolutionary Guard Corps or militias working for various powerful mullahs. Last week, human rights activists in Iran published details of a new prison in Souleh, northwest of Tehran, staffed by militants from the Lebanese branch of Hezbollah. According to the revelations, the Souleh prison is under the control of the "Supreme Guide" Ali Khamenehi, and used for holding the regime's most "dangerous" political foes. The regime especially fears the growing free trade union movement. In the past four months, free trade unionists have organized 12 major strikes and 47 demonstrations in various parts of the country. They showed their muscle on International Labor Day on May 1 when tens of thousands of workers marched in Tehran and 18 provincial capitals. The regime retaliated by arresting scores of trade unionists and expelling many others. According to Rajab-Ali Shahsavari, leader of the Union of Contractual Workers, 25,795 unionists have been fired since April. He estimates that now over 1,000 workers are losing their jobs each day, as the regime intensifies its crackdown. Worse still, the number of suspicious deaths among workers has risen to an all-time high. According to Deputy Labor Minister Ibrahim Nazari-Jalali, 1,047 workers have died in "work-related accidents" since April. Labor sources, however, point out that none of the accidents have been investigated and, in at least 13 cases, the workers who died may have been killed by goons hired by the regime. The biggest purge of universities since Khomeini launched his "Islamic Cultural Revolution" in 1980 is also under way. Scores of student leaders have been arrested and more than 3,000 others expelled. Labeling the crackdown the "corrective movement," Mr. Ahmadinejad wants university textbooks rewritten to "cleanse them of Infidel trash," and to include "a rebuttal of Zionist-Crusader claims" about the Holocaust. Dozens of lecturers and faculty deans have been fired. The nationwide crackdown is accompanied with efforts to cut Iranians off from sources of information outside the Islamic Republic. More than 4,000 Internet sites have been blocked, and more are added each day. The Ministry of Islamic Orientation has established a new blacklist of authors and book titles twice longer than what it was a year ago. Since April, some 30 newspapers and magazines have been shut and their offices raided. At least 17 journalists are in prison, two already sentenced to death by hanging. The regime is trying to mobilize its shrinking base by claiming that the Islamic Republic is under threat from internal and external foes. It was in that context that the four Iranian-American hostages held in Tehran were forced to make televised "confessions" last month about alleged plots to foment a "velvet revolution." Over 40 people have been arrested on charges of espionage since April, 20 in the southern city of Shiraz. Khomeinist paranoia reached a new peak last week when the authorities announced, through the Islamic Republic News Agency, the capture of four squirrels in the Western city of Kermanshah and claimed that the furry creatures had been fitted with "espionage devices" by the Americans in Iraq and smuggled into the Islamic Republic. Mr. Ahmadinejad likes to pretend that he has no worries except "Infidel plots" related to the Islamic Republic's nuclear ambitions. The truth is that, faced with growing popular discontent, the Khomeinist clique is vulnerable and worried, extremely worried. The outside world would do well to carefully monitor and, whenever possible, support the Iranian people's fight against the fascist regime in Tehran. Iran today is not only about atomic bombs and Iranian-American hostages. It is also about a growing popular movement that may help bring the nation out of the dangerous impasse created by the mullahs. Mr. Taheri is author of "L'Irak: Le Dessous Des Cartes" (Editions Complexe, 2002). ___________________ ZdE verurteilt islamistische Gewalttat gegen Ehsan Jami Köln, 08.08.07 Am vergangenen Wochenende wurde Ehsan Jami, der Vorsitzende des Zentralrats der Ex-Muslime in Holland, in Voorburg von drei Islamisten angegriffen und niedergeschlagen. Der Überfall ereignete sich, nachdem Ehsan gerade einen Supermarkt verlassen hatte. Wahrscheinlich hatten die drei Täter ihm dort gezielt aufgelauert. Aufgrund dieser hinterhältigen Attacke haben die niederländischen Sicherheitsbehörden nun den Personenschutz für Ehsan ausgeweitet. Der Vorfall reiht sich ein in eine lange Liste von Einschüchterungen, Drohungen und Gewalttaten von islamistischen Kräften in Europa, die - wie im Fall Theo van Goghs - bis hin zu abscheulichen Ritualmorden reichen. Drohbriefe und Hassmails gehören ja mittlerweile längst zum "streng muslimischen" Alltagsgeschäft gegenüber engagierten "Ungläubigen". Zumeist als politisch unbedeutende "Einzelerscheinungen" verharmlost, werden diese Handlungen zwar kriminaltechnisch behandelt und verfolgt, während aber im gleichen Atemzug die islamische Motivation der Gewaltakteure entweder gänzlich ignoriert oder aber gegenüber der Öffentlichkeit heruntergespielt wird. "Politische Korrektheit" funktioniert hierbei stets als bevorzugte "Leitkultur" der Verschleierung. Neben der vielschichtig angelegten Strategie der Islamisierung auf leisen Sohlen setzt der funktionsteilig organisierte Islamismus auch in Europa zunehmend auf eine höhere Gewaltdosierung noch unterhalb der Schwelle spektakulärer Terroraktionen. Zunächst zielt man dabei auf die Protagonisten islamkritischer Kräfte, während der mehrheitliche Rest erstmal nur als "islamophob" diffamiert wird. Gleichzeitig wird in den parallelgesellschaftlichen no-go-areas eine informelle Sittenpolizei aufgebaut. Angefeuert wird diese islamistische Doppelstrategie von zwei Seiten: Einerseits durch den weltweiten Vormarsch des Radikalislam und andererseits durch die Schützenhilfe proislamischer Kräfte in den westlichen Parteien, Medien und juristischen Institutionen etc., die den Muslimen aufmunternd zurufen: "Du musst nicht verfassungstreu sein". Der Zentralrat der Ex-Muslime steht fest an der Seite von Ehsan Jami und den Freunden in Holland. Leisetreterei und Zurückweichen bestärkt und ermuntert die islamistischen Kräfte. Kämpfen wir gemeinsam für die Durchsetzung menschenrechtlicher und demokratischer Grundwerte und Prinzipien gegenüber den widerstrebenden Trägern der islamischen Herrschaftskultur. Zentralrat der Ex-Muslime e.v Postfach 250346 50519 Köln www.ex-Muslime.de _______________ Kundgebung Keine Geschäfte mit den iranischen Mullahs! Gegen das Atomprogramm des Iran und seine österreichischen und europäischen Förderer! Es geht um Israel - und um den Restbestand politischer Vernunft! Sonntag, 30. September 2007 18 Uhr Stephansplatz in Wien Veranstaltet von Café Critique und der Israelitischen Kultusgemeinde Mit Beiträgen von Café Critique, Raimund Fastenbauer (B'nai B'rith), Beate Klarsfeld (Söhne und Töchter der jüdischen Deportierten Frankreichs), Matthias Küntzel (Scholars for Peace in the Middle East), Kazem Moussavi (Green Party of Iran), Ariel Muzicant (Israelitische Kultusgemeinde), Wahied Wahdat-Hagh (European Foundation for Democracy) u. a. bisherige Unterstützer (Stand 8. 8. 2007): Sharon Adler (AVIVA-Berlin) Aktion gegen den Antisemitismus in Österreich Anthropoid Innsbruck Anti-Defamation Forum Antifa ON Arbeitskreis Antisemitismus München Cordula Behrens, Oldenburg Bund sozialdemokratischer Juden - Avoda David - Jüdische Kulturzeitschrift Daniela Ebner Friends of Israel Linz Gudrun Flügge, Oberursel Hagalil.com Heimo Gruber (Österreichisch- Israelische Gesellschaft) Philipp Heimberger (Diskussionsforum Liberal in Österreich) Misrachi Wolfgang Neugebauer Gerhard Oberschlick Prozionistische Linke Frankfurt Scholars for Peace in the Middle East - Austria Studienvertretung Politikwissenschaft / Universität Wien Klaus Thörner, Oldenburg Weblog Lizas Welt www.juedische.at Zionistische Föderation in Österreich (ZFÖ) Zwi Perez Chajes Loge der B'nai B'rith ____________________ Die islamische Republik Iran - Analyse einer Diktatur Symposium 29./30. September 2007 Campus der Universität Wien, Altes AKH Samstag: Hörsaal D, Hof 10,13 Sonntag: Hörsaal C1, Hof 2 (Alserstraße/Spitalgasse, Straßenbahn 5, 33, 43, 44) Veranstaltet von Café Critique und Scholars for Peace in the Middle East/Austria (Bitte planen Sie Zeit für eventuelle Einlasskontrollen ein.) http://www.cafecritique.priv.at ============================================== 04 Haaretz über Anti-German communists von Café Critique ============================================== Neu auf Instant Coffee, der Blog von Caf?ritique: Keine Deals mit dem Iran! by Florian Markl August 9th, 2007 In der Haaretz widmet sich Benjamin Weinthal in einem lesenswerten, weil gut informierten?Artikel den viel gescholtenen Antideutschen in Deutschland und ?terreich. Da gegen Ende des Textes auf die Kundgebung ?Keine Gesch?e mit den iranischen Mullahs!? am 30. September in Wien hingewiesen wird, die Caf?ritique u.a. in Zusammenarbeit mit der Israelitischen Kultusgemeinde organisiert, sei uns an dieser Stelle ein wenig Werbung in eigener Sache erlaubt: Am 29. und 30 September 2007 widmen wir uns im Rahmen eines Symposiums an der Universit?Wien ausf?h dem Regime in Teheran: ?Die islamische Republik Iran. Analyse einer Diktatur?. Ein detailliertes Programm mit allen Referenten und Referentinnen sowie kurzen inhaltlichen Ank?ngen finden Sie auf unserer Homepage: http://www.cafecritique.priv.at/IranSymposium.html. ============================================== 05 [criticalmass] SPRITZTOUR AM 17.8 von CriticalMassVienna ============================================== CRITICAL MASS RIDES AGAIN www.criticalmass.at WANN: nächsten Freitag am 17.8 16:30 WO: wie immer am MARGARETENPLATZ im 5.Bezirk WAS: wir machen eine Spritztour quer durch Wien. Mit allem was nass macht. Spritzpistolen, Spritzgeräte und anschliessend wohl wieder ein Ganzkörpernass in der neuen Donau :) Auch im Sommer fahren wir gemeinsam und zeigen dass die Stadt auch uns gehört. Wie immer mit viel Musik, viel Farbe und viel Spass und Radfahren als Selbstverständlichkeit. Wir lassen uns nicht an den Rand drängen. Bringt Spass mit, FreundInnen, Pfeifen, Fahnen, Trommeln, Blumen und alles was nass macht. Autos machen Lärm. Wir machen Musik. Und falls noch wer Flyer machen will: gerne. Viel verteilen und auch an uns schicken. Im SEPTEMBER UND OKTOBER ist auch ganz viel los. Am 21.9.2007 gibts die nächste CriticalMass. Und gleich am Tag darauf ist weltweiter autofreier Tag. Da werden wir weniger Radfahren sondern das Motto ist RASEN AM RING 14:00 - 18:00 am Ring vor dem Heldenplatz. Picknick auf einem begrünten und begrasten Ring :) Flyer mit mehr infos und zum weiterschicken und verteilen anbei. Und wer weiss: wenn es uns Spass macht, gibts ja vielleicht öfter mal einen autofreien Tag als einmal im Jahr :) RECLAIM THE STREETS. NEUE HOMEPAGE: und seit heute gibts eine neue CriticalMass-Homepage. Endlich !! Adresse ist die gleiche : http://www.criticalmass.at Auch das Forum ist neu und wir habens leider nicht geschafft, die Benutzerdaten zu übernehmen. Wir bitten also die regelmässigen ForumsteilnehmerInnen sich neu anzumelden. sorry. INTERNATIONAL BICYCLEFILMFESTIVAL im Oktober am 5.-7.Oktober findet in Wien im Topkino das international bicyclefilmfestival statt. Viele gute Filme über Fahrradkultur, FahrradfahrerInnen, Fahrradspass inmitten eines grossen Fahrradfestes mit Parties, Ausstellungen, Fahrradshows, Tallbikejousting, Alleycat und vielem mehr. Internationale Infos unter http://www.bicyclefilmfestival.com/ , wienspezifische bald hier auf http://www.criticalmass.at und auf http://www.ig-fahrrad.org Falls sich jemand vorstellen kann, beim Festival mitzuhelfen (Karten abreissen, Coctails verkaufen) freuen wir uns sehr über ein mail :) Der Verkauf der Festivalpässe startet in Kürze. LINZ UND GRAZ haben Sommerpause und werden im September wieder voll durchstarten. Wir sehen uns am Freitag dem 17.8. 16:30 am Margartenplatz. Ganz viele nette Menschen, die gemeinsam entspannt Fahrradfahren. criticalmass vienna info at criticalmass.at ============================================== 06 Wien wirkt weltweit. KommunaleEntwicklungszusammenarbeit im Brennpunkt von WADI Austria ============================================== Wien wirkt weltweit. Kommunale Entwicklungszusammenarbeit im Brennpunkt Zeit: Montag, 1. Oktober 2007, 14:00 - 21:00 Ort: Wiener Rathaus, WappensaalDie Stadt Wien un Südwind Agentur 14:50 "Wiener Projekte": Nicaragua, Bulgarien, Irak Gerhard Oblasser (Partnerschaftskomitee Ottakring Managua), Geshanova Gergana (ADRA), Soma Ahmad (WADI Österreich) Welche Rolle spielen Städte und Gemeinden in der Entwicklungs- und Ostzusammenarbeit? Welche Akteure tragen welche Verantwortung? Und wie sehen gelungene Entwicklungsprojekte ueberhaupt aus? Anhand von Beispielen aus der Entwicklungszusammenarbeit (EZA) und der Humanitaeren Hilfe wird konkret sichtbar, in welcher Form die Stadt Wien Entwicklung unterstützt. Soma Ahmad von WADI Oesterreich wird die von der Stadt Wien und der OEZA mitunterstützten Projekte im Nordirak vorstellen: die Frauenzentren in Halabja und Biyara, das unabhängige Community Radio Dengi Nwe, sowie ein frauengeleitetes mobiles Team. Information und Anmeldung unter: www.eza.wien.at und unter nora.holzmann at suedwind.at, Tel.: 01 405 55 15-327 -- WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit WADI-Österreich e-mail: wadi.wien at gmx.at website: www.wadinet.at Tel.: 0699-11365509 Postfach 105 A-1181 Wien SPENDENKONTO - jeder Euro hilft! Knt. Nr.: 6.955.355 BLZ: 32.000 Raiffeisen Landesbank NÖ IBAN AT4432 0000 0006 955355 BIC (SWIFT) RLNWATWW Wir bitten um Unterzeichnung des Appells an die Österreichische Regierung bezüglich der Aufnahme irakischer Flüchtlinge in der EU: http://www.wadinet.at/Media/Petition/index.php ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN UND MEINUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ============================================== 07 Das lange Warten auf Gerechtigkeit von WADI Austria ============================================== http://www.diepresse.com/home/meinung/gastkommentar/321005/index.do Das lange Warten auf Gerechtigkeit HELEN GHASSEMLOU (Die Presse) Die Mörder meines Mannes bekleiden hohe Ämter im Iran - sind sie deswegen unantastbar? Vor nun etwas mehr als 18 Jahren, am 13. Juli 1989, wurde in Wien ein Attentat auf die Kurdenvertreter Abdul Rahman Ghassemlou, den Generalsekretär der Demokratischen Partei Kurdistan Iran (PDKI), und seinen Auslandsvertreter, Abdollah Ghaderi Azer, verübt. Die iranische Regierung hatte meinen Mann, Abdul Rahman Ghassemlou, nach Wien eingeladen, um angeblich mit ihm über eine friedliche Lösung der Kurdenfrage im Iran zu verhandeln. Doch die mit iranischen Diplomatenpässen nach Wien eingereisten Terroristen ermordeten Ghassemlou und seine Freunde am Verhandlungstisch. Prof. Fadhil Rassoul, der in der Sache vermitteln wollte, wurde bei dem Anschlag ebenfalls erschossen. Bereits Stunden nach dem Terrorattentat stand außer Zweifel, dass die mit iranischen Diplomatenpässen ausgestatteten Verhandlungspartner das Verbrechen begangen haben. Dennoch wurden die Täter freigelassen und sogar von der österreichischen Polizei zum Flughafen für die Rückkehr in den Iran eskortiert. Der Chef des Killerkommandos, Mohammad Jafari Sahraroudi, ist mittlerweile zum Vize-Chef des Obersten Nationalen Sicherheitsrates aufgestiegen! Obwohl in Österreich ein Haftbefehl gegen Jafari existiert, bewegt er sich heute ungestört. Man weiß zumindest von seinen ständigen Aufenthalten im Nordirak und zuletzt als Mitglied einer iranischen Delegation an einer Irak-Konferenz in ägyptischen Badeort Sharm el Sheikh Bescheid. Obwohl das österreichische Nachrichtenmagazin "profil" darüber berichtete, wurde von Seiten der österreichischen Regierung nichts unternommen. Warten auf Gerechtigkeit Seit dem Mordanschlag in Wien sind mehr als 18 Jahre vergangen. Und auch nach der Urteilsverkündung des Berliner Kammergerichts am 10.April 1997 im Mykonos-Prozess, in der es die iranische Staatsführung auch für die Wiener Morde verantwortlich gemacht und damit den letzten Zweifel an der Täterschaft der Islamischen Republik zerstreut hat, weigert sich die österreichische Justiz heute noch, zur Aufklärung des dreifachen politischen Mordes in Wien die Ermittlungen wieder aufzunehmen. Am 17.September 1992 fiel der Ghassemlou-Nachfolger, Dr. Sadegh Sharafkani, in dem Berliner Mykonos-Restaurant einem Terroranschlag zum Opfer, der ebenfalls von dem iranischen Regime in Auftrag gegeben worden war. Im Gegenteil zur österreichischen Justiz hat die deutsche ihre Unabhängigkeit verteidigt und den Mord aufgeklärt. In dem historischen Mykonos-Urteil wird auch auf die Wiener Kurdenmorde wie folgt Bezug genommen: "Um diese Stimme [die Demokratische Partei Kurdistan Iran, Anm.] zum Schweigen zu bringen, fasste die politische Führung Irans den Beschluss, die Führung der PDKI nicht nur politisch zu bekämpfen, sondern sie zu liquidieren. Die Tötung des damaligen Vorsitzenden der PDKI, Dr. Abdul Rahman Ghassemlou, und zwei seiner Vertrauten am 13. Juli 1989 in Wien sowie die hier abgeurteilte Tat sind Folgen dieses Entschlusses. Der rote Faden, der die Geschehnisse von Wien und Berlin verbindet, ist unübersehbar". Ich fordere die österreichische Regierung auf, im Namen der Gerechtigkeit und Menschenrechte die Unabhängigkeit der österreichischen Justiz zu respektieren, um die Ermittlungen zur Aufklärung des Wiener-Verbrechens wieder aufzunehmen. Ich hoffe immer noch, dass der Tag kommen wird, an dem die Mörder meines Mannes vor einem österreichischen Gericht abgeurteilt und ihrer Strafe zugeführt werden. Es geht um Gerechtigkeit gegenüber den Opfern, ihren Familien sowie gegenüber dem kurdischen Volk und Österreich. Wie viel Zeit auch vergehen mag, das Verbrechen vom 13. Juli 1989 ist nicht vergessen. Helen Ghassemlou ist die Witwe des 1989 in Wien ermordeten Kurdenführers Abdul Rahman Ghassemlou. Sie lebt in Frankreich. ("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.08.2007) -- WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit WADI-Österreich e-mail: wadi.wien at gmx.at website: www.wadinet.at Tel.: 0699-11365509 Postfach 105 A-1181 Wien SPENDENKONTO - jeder Euro hilft! Knt. Nr.: 6.955.355 BLZ: 32.000 Raiffeisen Landesbank NÖ IBAN AT4432 0000 0006 955355 BIC (SWIFT) RLNWATWW Wir bitten um Unterzeichnung des Appells an die Österreichische Regierung bezüglich der Aufnahme irakischer Flüchtlinge in der EU: http://www.wadinet.at/Media/Petition/index.php ============================================== 08 ASt - Europäische Union: Merkels Durchbruch? von ASt-LFI ============================================== Europäische Union: Merkels Durchbruch? Theo Tiger (aus: Red Newsletter Nr. 284, Informationsdienst des ArbeiterInnenstandpunkt, 6. August 2007, www.arbeiterInnenstandpunkt.net) Nach einem halben Jahr deutscher EU-Ratspräsidentschaft überschlagen sich die bürgerlichen Medien in der Lobpreisung der deutschen Repräsentanten, Kanzlerin Merkel und Außenminister Steinmeier. Diese hätten es geschafft, die Verfassungskrise zu überwinden und den "Stillstand" der EU zu beenden. Im Jahr 2005 hatten Frankreich und die Niederlande die EU-Verfassung per Referendum abgelehnt, das imperialistische Projekt EU erlitt eine Niederlage. Gerade die Ablehnung im imperialistischen Kernland Frankreich zwang den EU-Rat unter Führung Deutschlands und Frankreichs, den Verfassungsprozess offiziell auszusetzen. Die Kernziele der Verfassung wurden natürlich weiterhin betrieben, wie der Aufbau europäischer Angriffstruppen und die Konzentration der europäischen Rüstungsindustrie. Auch die sozialen Angriffe wurden nicht ausgesetzt, das zuvor abgelehnte Dienstleistungsgesetz, die "Bolkestein-Richtlinie", sowie "Port Package", der Angriff auf die Tarife und Arbeiterrechte in den europäischen Häfen, wurden in kaum veränderter Form inzwischen durchgesetzt. Die Abstimmungsniederlage war eine politische Niederlage der europäischen Bourgeoisie bei der Durchsetzung ihrer "Agenda von Lissabon" - das hieß jedoch nicht, dass der EU-Apparat diese Ziele nicht weiter verfolgen würde. Der neue und alte EU-Außenbeauftragte darf sich zwar weiterhin nicht Minister nennen, jedoch hat Javier Solana jetzt auch amtlich die Befugnisse, die er schon seit einiger Zeit ausübt - nämlich die gemeinsame außenpolitische Vertretung der EU. Gerade nach dem Irak- Krieg und der damals entstandenen Lager innerhalb der EU war die Bündelung der nationalen bourgeoisen Interessen das Hauptziel der vorherrschenden Mächte, Deutschland und Frankreich. Konfliktlinien Aus der Allianz der USA-Unterstützer von 2003 sind mit Italien und Spanien zwei entscheidende Kräfte wieder ins Lager des deutschen und französischen Imperialismus zurückgekehrt. Zwar hat Italien im Gegensatz zu Spanien seine Einheiten noch nicht aus dem Irak zurückgezogen, mit dem neuen Ministerpräsidenten Prodi aber einen ausgewiesenen Technokraten des europäischen Imperialismus an der Spitze. 2003 hatte sich eine Minderheit der EU-Staaten unter der Führung Großbritanniens der politischen "Achse" Paris-Berlin-Moskau widersetzt. Der britische Imperialismus und seine Unterstützer wollen auch weiterhin die politische Führung des EU-Superstaates durch Deutschland und Frankreich verhindern. Diese wird mit dem "neuen" Abstimmungsmodus zwar nun erst ab 2014 formell weiter gestärkt - ist aber schon heute in vielen Bereichen Realität in der EU. Auch die kleineren EU-Staaten aus Ost- und Südeuropa und Skandinavien werden bei dem neuen Abstimmungsmodus benachteiligt, die Stimmen aus "Kerneuropa" garantieren eine Mehrheit. Für solche Begrifflichkeiten ist besonders Juncker aus Luxemburg verantwortlich, dieser ist schon lange am Aufbau einer imperialistischen EU beteiligt, unter dem Motto "Europa der zwei Geschwindigkeiten." Die Einführung eines gemeinsamen Binnenmarktes, der Euro-Zone, des Vertrags von Maastricht, der Aufbau von europäischen Angriffstruppen und die Konzentration der Bourgeoisie - dies alles vollzieht sich seit Jahren mit "zwei Geschwindigkeiten". Es sind die objektiven Notwendigkeiten speziell des deutschen Großkapitals, die diesen Prozess anleiten. Als "Exportweltmeister" braucht die BRD einen EU-Binnenmarkt, eine gemeinsame Währung und einen stabilen Ausbeutungsrahmen. Dazu gehört auch die gemeinsame Ausrichtung in der Steuer- und Finanzpolitik, die Verpflichtung zu Privatisierung und Sozialabbau. Das Ende der Blockkonfrontation bescherte den deutschen Kapitalisten die Übernahme eines ganzen Staates und der damaligen EG die Ausweitung bis an die Grenzen Russlands. In diesem Wettlauf traten die europäischen Kapitalisten teils als Konkurrenten, teils als gemeinsame Okkupanten auf. Mit dem Jugoslawienkrieg 1999 war die Eroberung erst mal abgeschlossen, auch wenn bis heute die Lage weder stabilisiert, noch der Kampf um die Kontrolle z.B. des Kosovo zwischen BRD/EU und USA vorbei ist. Speziell das deutsche und das französische Großkapital trieben die Konzentration verschiedener Sektionen voran, wie in der Energiebranche oder in der Rüstungsindustrie. Nach 1990 wurde der Ruf nach einer gemeinsamen politischen Formierung, nach Außenministern und möglichen EU-Präsidenten laut, dies ging meist einher mit Forderungen nach einer EU-Armee oder einem ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat. Der deutsch-französische Imperialismus will die EU zum politischen und imperialistischen Superstaat formieren, der ökonomischen Augenhöhe muss auch die militärische und weltpolitische Augenhöhe folgen. Dazu muss die EU unter deutsch-französischer Führung als "Global Player" auch im Nahen und Mittleren Osten, in Asien, Lateinamerika und Afrika auftreten; dazu gehört neben einer gemeinsamen Handelspolitik der EU, auch die militärische Intervention. Militarisierung Nach dem unter US-Kommando stattfindenden Jugoslawienkrieg betreibt die EU seit Jahren eine strategische Neuordnung ihrer Außen- und Sicherheitspolitik. Ähnlich der NATO nach 1990 wurden neue "Bedrohungsanalysen" zum Konzept einer aggressiven interventionistischen Militärpolitik. Die EU übernahm erste Protektoratskommandos in Bosnien und "Kerneuropa" betrieb den Aufbau von gemeinsamen Kontingenten (BRD, FRA, B, NL, LUX), die als Vorlage der heutigen "Battle groups" dienten. Auch die Formierung des Konzerns EADS unter französisch-deutscher Führung zeigte die "zwei Geschwindigkeiten" innerhalb der EU. Gerade im Bereich der Spitzentechnologie von Luft-, Raumfahrt- und Rüstungsindustrie muss der europäische Imperialismus konkurrenzfähig sein, muss er die amerikanische Vorherrschaft angreifen können. Dazu gehören europäische Verpflichtungen zur Erhöhung der Militäretats, gemeinsame Projekte wie der "Eurofighter" und der Airbus 380M. Gleichzeitig schützen die nationalen Regierungen "ihre" Rüstungsindustrie, z.B. 2004, als US-Konzerne sich in die deutsche U-Boot-Industrie einkaufen wollten, und die Bundesregierung diesen Plan durchkreuzte. Seitdem der amerikanische Imperialismus in Afghanistan und dem Irak der Niederlage ins Auge sieht, werden von der EU neue Protektoratsaufgaben übernommen, der Noch- "Hilfspolizist" bekommt eigene Reviere wie den Kongo-Einsatz oder den Libanon. Dabei bestimmt besonders Verteidigungsminister Jung die europäische Debatte. Mit ihm hat sich ein Lautsprecher für europäische Einsätze gefunden. Gerade in Afrika will der EU-Imperialismus den zunehmenden Einfluss der USA und auch Chinas eindämmen, dieser europäische "Hinterhof" muss daher auch militärisch dominiert werden. Zum einen geschieht das durch die, von Europa gesteuerte Politik der Afrikanischen Union unter südafrikanischer Führung, welche sowohl neoliberale Angriffe durchsetzt und eigene Truppen besitzt, wie auch durch die zunehmenden gemeinsamen europäischen Militärinterventionen. Diese gelten der Sicherung von Handelswegen und der Absicherung der ökonomischen Interessen Deutschlands und der EU. Gerade in der Frage der gemeinsamen Militärpolitik zeigt sich der Hauptkonflikt beim europäischen Projekt. Großbritannien ist weiterhin ökonomisch und politisch an die USA gebunden, nur an der Seite des US-Imperialismus kann Großbritannien momentan Weltpolitik betreiben. Die USA und Großbritannien haben eigene Verbündete in der EU, forcieren die militärische Kooperation (Bsp. Polen, Ungarn, Rumänien, Baltikum) und sehen die EU höchstens als regionalen militärischen Akteur, der über die NATO die USA entlastet. Auch diese "zwei Geschwindigkeiten" in der Militärpolitik zeugen von den ökonomischen Notwendigkeiten der handelnden Akteure. Für das Projekt EU brauchen die BRD und Frankreich eine eigenständige globale Militärstrategie, sie treten in direkte Konkurrenz mit dem angelsächsischen und ostasiatischen Imperialismus. Für die Koordinierung des europäischen Widerstands! Mit dem Ergebnis des Gipfels von Brüssel haben Merkel und Steinmeier die nächste Phase des EU-Imperialismus eingeläutet. Die strategischen Ziele der EU-Verfassung werden umgesetzt, das Abstimmungsverfahren wird nur aufgeschoben und die "zwei Geschwindigkeiten" werden die Konflikte innerhalb der EU weiter verschärfen, wie auch zum weiteren Aufbau des EU-Imperialismus unter deutsch-französischer Führung beitragen. Neben der militärischen Intervention im Nahen und Mittleren Osten und in Afrika wird auch der Angriff auf die arbeitenden und arbeitslosen Massen in der EU weiter verschärft. Die "Agenda von Lissabon" oder die deutsche Agenda 2010 sollen in allen Staaten Anwendung finden. Besonders der französischen Arbeiterklasse und der Jugend steht ein massiver Angriff bevor. Der neue Präsident Nicola Sarkozy wird seine Politik nach dem Vorbild Reagans und Thatchers in Frankreich durchführen. Als erstes sollen 20.000 LehrerInnen entlassen werden, dann rücken Renten und Gesundheitsvorsorge ins Visier. Begleitet werden diese neoliberalen Reformen von massiven Angriffen auf die Löhne. Diesem sich formierenden imperialistischen EU-Staat müssen wir internationalen Widerstand der unterdrückten Klassen entgegen stellen. Die Zerschlagung der Sozialsysteme, die massiven Angriffe auf Arbeiter- und Grundrechte, die Ausweitung der kriegerischen Politik und der staatlich verordnete Rassismus gegenüber Muslimen, sowie der Ausbau der "Festung Europa" gegen afrikanische Armutsflüchtlinge, müssen in ganz Europa auf antiimperialistischen und antikapitalistischen Protest und Widerstand treffen! Wir müssen in Solidarität mit den von EU und USA Angegriffenen und unterdrückten Völkern den Widerstand internationalisieren und zusammen führen. Gemeinsam müssen jene Gruppen und Organisationen, die z.B. im "antiimperialistischen Raum" des ESF beteiligt sind, ihren Widerstand und ihre Politik gegen die reformistischen und zentristischen Führungen koordinieren. Die jetzigen Führungen der Arbeiterklasse Europas betreiben entweder bereits selbst imperialistische Politik wie Rifondazione Communista in Italien oder bieten sich täglich wie die deutsche Linkspartei dafür an. Diese Parteien wollen nur die Herausbildung des EU-Imperialismus mit sanften Worten wie "Völkerrecht" oder "Sozialcharta" der Klasse näher bringen - als Sozialchauvinisten des EU-Imperialismus, während die bürgerliche degenerierte Sozialdemokratie heute sogar eine tragende Rolle beim Aufbau des EU-Imperialismus einnimmt. Perspektive Gegen diese Politik der europäischen Bourgeoisie gab es in den letzten Jahren immer wieder Massenproteste - mehrere Generalstreiks in Italien gegen Sozialabbau, Krieg und Berlusconi, der breite Widerstand von Jugend und Arbeiterklasse in Frankreich gegen das CPE, den andauernden Widerstand in Griechenland von StudentenInnen/SchülerInnen und ArbeiterInnen gegen Sozialabbau, Privatisierung und Krieg. Gegen den Irakkrieg waren im Februar 2003 Millionen auf den Straßen. Die antiimperialistischen und klassenkämpferischen Kräfte in Europa müssen diesen breiten Widerstand unterstützen, mit aufbauen und programmatisch führen. Dazu brauchen wir zunächst eine Koordinierung unserer Kämpfe, Debatten und Analysen - nicht nur in jedem Land, sondern europaweit! ============================================== 09 KPÖ/Mehrheitswahlrecht/Demokratie von KPÖ ============================================== KPÖ-Pressedienst - Drechslergasse 42, 1140 Wien - Telefon +43 (1) 50 36 580 - 0 - Fax +43 (1) 50 36 580 - 499 - Mail info at kpoe.at - Web www.kpoe.at - Ausgabe vom 6. August 2007 KPÖ lehnt Mehrheitswahlrecht entschieden ab Unübersehbarer Drang zum autoritären Staat als Wesenszug des neoliberalen Kapitalismus Nicht als Ausdruck politischer Gegensätze oder grundsätzlicher Unterschiede, sondern vielmehr des krampfhaften Bemühens ihre Austauschbarkeit und Übereinstimmung beim Vollzug neoliberaler Politik zu verschleiern bewertet KPÖ-Bundessprecher Mirko Messner die ständigen Vorstöße von Politikern der SPÖ und ÖVP für ein Mehrheitswahlrecht. "In Mehrheitswahlrecht in welcher Variante auch immer bedeutet, dass eine Minderheit regieren kann und der Grundsatz, dass jede Stimme gleichviel wert sein soll, mit Füßen getreten wird", so Messner. Mit der Einführung eines Mehrheitswahlrechtes bleiben in jedem Fall die WählerInnen als Souverän und damit der Artikel 1 der Bundesverfassung auf der Strecke. Für ein Mehrheitswahlrecht haben sich jetzt neuerlich der EU-Abgeordnete Jörg Leichtfried, die NR-Abgeordneten Elisabeth Grossmann und Christian Füller, Altkanzler Franz Vranitzky und Norbert Leser seitens der SPÖ und WKÖ-Chef Christoph Leitl und Wirtschaftsbund-Generalsekretär Karl-Heinz Kopf seitens der ÖVP ausgesprochen. Leitl hat dabei aus seinem Herzen keine Mördergrube gemacht, wie seine Aussagen "Wirtschaft kommt vor Politik" (25.7.03) oder "Europe must start to put the economy first and politics second" (Juni 2005) bezeugen. Im Kern zielt nämlich die Debatte um ein Mehrheitswahlrecht wie schon die Verlängerung der Legislaturperiode des Nationalrates von vier auf fünf Jahre auf einen zunehmend autoritären Staat, der somit dem Wesenszug des neoliberalen Kapitalismus entspricht, welcher mit wirklicher Demokratie nichts am Hut hat. Faule Argumente wie, dass es "nach der Wahl keine Ausrede" mehr gäbe (Verfassungsrechtler Heinz Mayer) oder das Versprechen "nach dem Wahltag wäre Schluss: kein Lavieren, kein Taktieren" (ÖVP-NR-Abgeordneter Karl-Heinz Kopf) werden durch die Erfahrungen aus Ländern mit Mehrheitswahlrecht ad absurdum geführt. Konträr zu den Plänen der Regierungsparteien fordert die KPÖ ein Wahlrecht nach dem Prinzip "Jede Stimme muss gleich viel wert sein" und damit die Abschaffung der geltenden Grundmandatshürde und der 4-Prozent-Klausel einem Wahlrecht für alle die in Österreich leben, arbeiten sowie Steuern und Abgaben zahlen unabhängig von der Staatsbürgerschaft. Weiters tritt die KPÖ auch für mehr direkte Demokratie ein. Demnach sollen wichtige Themen - wie etwa eine Änderung des Wahlrechts oder den EU-Reformvertrag - einer Volksabstimmung unterzogen werden, weil damit das Interesse an politischer Auseinandersetzung geweckt wird. ============================================== 10 Beitrag f ü r den MUND von Alexandra Bader ============================================== Kontrastprogramm zum Cafe Critique :-) - die sind natürlich auch herzlich eingeladen, die Fragen zu beantworten :-)))) ******** Kritische Fragen an die US-Botschaft, die nicht beantwortet werden: ********* 60 Fragen an die US-Botschaft Österreich ist frei, seit 1955, ein souveräner Staat, der seine Entscheidungen eigenständig trifft und der seine StaatsbürgerInnen, wie ja auch z.B. in der Europäischen Menschenrechtskonvention verlangt wird, vor den Eingriffen insbesondere auch der geheimen Dienste anderer Länder schützt. ÖsterreicherInnen, die in der Ausübung ihrer Rechte als StaatsbürgerInnen von den geheimen Diensten anderer Länder gehindert werden, weil sie deren Operationen in Österreich hinderlich sind, können sich vertrauensvoll an unsere Sicherheitsorgane wenden. Ja, so sollte es sein. So sollte es überall in Europa sein, wenn wir statt Österreich ein anderes Land einsetzen und diese Sätze nochmal lesen, die eigentlich bloss Selbstverständliches feststellen. Dennoch wissen wir, dass es "rendition flights" gab, bei denen die CIA (mit jenen Maschinen, die Saudis nach 9/11 aus den USA brachten, als Flugverbot herrschte) angebliche Terrorverdächtige entführte und in Geheimgefängnissen folterte. Duldung bis Komplizenschaft europäischer Staaten wurde in einem Bericht des Europarates festgestellt (vom diesem Gremium wurde einst die Menschenrechtskonvention ersonnen), und viele, die sich mit der Materie befassen, bedauern, wie haarscharf der definitive Nachweis von Geheimgefängnissen in neuen EU-Staaten scheiterte, nachdem es sehr konkrete Hinweise gab. Man putzt sich gerne ab, wenn Entführte nur seit vielen Jahren in Europa lebten, aber keine Staatsbürger sind, und überhaupt, sind ja "terrorverdächtige Muslime". Wenn es sich peinlicherweise doch um Staatsangehörige handelt, brauchen sie nach der Tour durch die Hölle allen Mut, um noch aufzustehen und zu sagen, was sie durchgemacht habe wie der Deutsche Khaled al Masri. Er wollte, dass die deutschen Mitwisser zur Verantwortung gezogen werden, stand auch dem Ausschuss des EU-Parlaments zu den Entführungsflügen zur Verfügung - und hielt den psychischen Druck nicht mehr aus, die völlige Erschütterung seiner Welt, die Traumata und legte Feuer. Die Bildzeitung (in alter Tradition, flossen doch CIA-Gelder zu Springer) bläst zum Halali auf einen von seiner Regierung schmählich im Stich gelassenen Menschen "Warum lassen wir uns von so einem terrorisieren?", statt zu fragen, warum "wir" zuließen, dass ein Deutscher mit Billigung seiner Regierung terrorisiert wurde. Auch zwei in Österreich lebende Muslime wurden entführt, praktischerweise keine Staatsbürger, ergo auch kein Grund für die Regierung, sich nach ihrem Befinden zu erkundigen. Dies hatte damals das profil aufgedeckt, dass sich ansonsten nicht extrem für CIA-Machenschaften in heimischen Gefilden interessiert (diese sind generell ein Tabuthema, sodass gerade mal die allerhöchste Spitze des Eisberges irgendwo vorkommt). Wer hierzulande auf CIA-Aktivitäten stößt, ist zuerst meist furchtbar entsetzt, sofern dies aus dem Alltag heraus geschieht, Dinge betrifft, die eine/n persönlich betreffen. Dazu kommt dann das namenlose Entsetzen, dass frau/mann damit aber völlig allein ist, ganz auf sich allein gestellt ist. Wer wirklich seine Rechte auf Schutz und Beistand einfordert, kommt sich vor wie Hermine im neuen Harry Potter Band, in deren Tasche unbegrenzter Inhalt passt. CIA in Österreich ist in Österreich sowas von tabu, dass alle, die eigentlich dagegen auftreten müßten, scheinbar in einer riesigen Tasche in Deckung gehen. Somit ist es auch nicht verwunderlich, dass hier (wie in anderen Staaten auch, aber müssen die Vorbild / Ausrede sein?) weitreichende Entscheidungen auf Basis unbewiesener Behauptungen der US-Regierung getroffen werden, und dass auf EU-Ebene ebenfalls keine eigenständige Bewertung vorgenommen wird. Die "Mutter aller Lügen" ist hier jene Version von 9/11, die uns seit dem 11.9.2001 nachmittags unserer Zeit eingetrichtert wird. Sie hat Veränderungen im Sicherheitsbereich zur Folge, sie ist auch Basis für eine Erlaubnis für Eurofighter-Piloten, nach eigenem Gutdünken und auf eigene Verantwortung Passagiermaschinen abzuschießen. Seit ich "hierzulande auf CIA-Aktivitäten" stiess und das übliche Desinteresse bzw. Dulden erlebte, versuche ich dennoch immer wieder, die Mauern des Schweigens einzureißen (was aber zu 99,99% bedeutet, auf Mails und / oder Fragen keine Antwort zu erhalten). Ich wandte mich nun an die amerikanische Botschaft als diplomatische Vertretung der US-Regierung in Österreich. Dort müßte man ja doch imstande sein, 60 einfache Fragen zu 9/11 zu beantworten (die spontan aus vielen vielen weiteren ausgewählt wurden). Immerhin ist es Grundlage auch für den Umgang der dipiomatischen Vertreter mit der Politik des Gastlandes und nach wie vor die Basis für amerikanische Außenpolitik, die für viele Menschen vor allem Leid, Krieg und Tod bedeutet und weniger die versprochene "Befreiung". Mein Adressat ist der stellvertretende Botschafter, Botschaftsrat Scott F. Kilner, nicht nur weil die Botschafterin Österreich bald verlassen wird. Laut dem deutschen Magazin "Geheim" (www.geheim-magazin.de) ist Kilner nämlich auch CIA-Agent, was ebenso auf Margaret R. Gray, Gregory E. Phillips, James A. Stofko, John J. Beaudry (alle Botschaft) zutrifft. Unter dem Stichwort "US Mission to International Organizations in Vienna" finden wir: George A. Glass, Scott C. Thomson, Matthew Boland, und nochmal Mr. Stofko. "US Mission to the Organization for Economic Cooperation and Development": Sam Laeuchli, David Herbert, John Beaudry. Und hier die Mail, auf die (natürlich) keine Antwort kam - was impliziert, dass niemand sachlichen Grund hat, die 9/11-Version der US-Regierung ungeprüft für bare Münze zu nehmen..... Dear Mr. Deputy Head of Mission Kilner, as 9/11 influences the politics of all Western countries (see the debate on intercepting hijacked planes in Austria) I want to ask you some questions concerning the official version. I frankly admit that I never believed it for a second as I¹m used to judge everything on my own in pursuing journalistic ethics at any time. I was completely alone in Austria after 9/11 with this standpoint and I am still the only journalist here who is not silent (though I suppose that many of my colleagues would not dare to doubt anything even in their mind). As I know also from other researchers in other countries the price you pay for standing up and questioning is very high ­ you can hardly earn you living and you don¹t get the opportunities that suit your capacities in items which have nothing to do with 9/11. This means that there is something hidden as a quite clear 9/11 case would stand all kinds of examinations by journalists, researchers, former intelligence officers, experts in field like flying, air traffic control, construction or demolition. But perhaps you could answer just some of so many questions? I¹ve only written down 60: Why was no proper aircraft accident investigation taking place after 9/11 (collection of unique numbered parts of the planes, publishing of all protocols ­ ATC (Air Traffic Controler) of Boston Center, New York Center, Indianapolis Center and Cleveland Center, CVR, flight data recorder etc. -, report that summarizes all data)? Why were only parts of ATC protocols published and after years of waiting something claimed to be a CVR transcript of UA 93 (a unique piece of CVR transcript as it doesn¹t match usual standards)? Why are neither FBI nor NTSB glad about revelations from independent researchers in contrast to the investigation of all other crimes where contributions from thinking people are welcome? Why were AA 11 and AA 77 not scheduled for any flight on 9/11 according to secured files from BTS data while UA 93 and UA 175 were scheduled in the usual way with tail numbers? Why were N 334AA Serial 22332 (AA 11) and N 644AA Serial 24602 (AA 77) not deregistered until 1/14/2002 and why were N 591UA Serial 28142 (UA 93) and N 612UA Serial 21873 (UA 175) deregistered on 9/28/2005 after inquiries about their still valid registration? Why did none of the alleged pilots and co-pilots on the 9/11 flights have valid licenses? How is it possible that the SSDI (Social Security Death Index) has registered a remarkable few number of passengers and crew as dead on 9/11/2001? (In the case of UA 93 (N591UA) the comparison of the data in the book of Jere Longman with the SSDI gives only 12 of 38 Americans on board while the crew and all of those who made phone calls (except that one person listed dead on 9/11/2001 allegedly made a very short call) are not listed? How could Barbara Olson have made a call via a seat phone when the Boeing 757 (AA 77) had no seat phones? How could cell phone calls be made when the technology needed was not available in the planes of that type until 2004? How could both ATCs and NORAD (ADC, Air Defense Center) fail to follow the standard procedures for emergency (which demands immediate reaction when a planes ceases radio communication or comes off course) and for hijacking (which can be a later verified reason for emergency)? Why did the FDR data (also the raw data) of what was supposed to be AA 77 (Pentagon) provide quite different data of speed, altitude and position of the plane than was always claimed f.e. by the Pentagon? (flight path did not cross the hit lamp poles, last known altitude 273 ft, diving of 240 m/sec not possible with 100 tons etc.) Why did even the military with it¹s more advanced surveillance not identify AA 77 after it reappeared on the primary radar of civilian flight control? How could a 100 tons-airliner that is cut up when hitting a power pole cut several lamp poles without losing balance and pierce through walls of reinforced concrete causing three exit holes in inner rings of the Pentagon? How could so-called terror pilots who didn¹t manage safe flights on a one-engine Cessna (weight: not even 1/00 of a 757 or 767, height 2.59 m compared to 13,56 and 15.85 m; length 7,25 m compared to 47.32 and 48.51 m, wingspan 10.17 m compared to 38.05 and 47,57 m, max. speed 200 m/h compared to 914 km/h given for both Boeings) manage to fly complex maneuvres that even experienced pilots fail to fulfill in the flight simulator? How could these persons with reportedly poor English language knowledge and who never ever saw a 757/676 cockpit from inside master IFR, deal with the artificial horizon, handle the enormous kinetic energy of a 100 tons airliner, make descending turns with curve angles of some hundred meters, match with the G forces and override electronic systems with their warnings and at least hit their targets? Eruption im World Trade Center Which was the role that Vigilant Guardian and other war games played in the unfolding events of 9/11? Which was the role the Able Danger program of the Special Operations Command where Mohammed Atta and other were handled played on 9/11? Why were the CNN camera pictures of the New York Skyline that are recorded permanently never released for the time around 9/11/2001 8:46 am? How could two Boeing 767 whose aluminium parts are damaged when hitting even light buildings or power poles pierce in cartoon like way into a steel framed tower without losing parts? Why does jet fuel burn immediately usually when a plane hits the ground with the wings but burn with a little delay when the wings hit the towers (videos >from the South Tower show sometimes a jet fuel blast at the entry site, sometimes just white smoke)? Why is UA 175 shown in quite different angles (ranging from under 45 degree to 45 degree to even 90 degree to the horizon) above being explained to differing camera positions? How could news networks report World Trade Center 7 being collapsed minutes before it actually happened? Why did those who lost someone inside the planes behave so different compared to those who lost somebody in the towers (with the exception of Ellen Mariani)? Why did they seldom appeal to the Victim Compensation Fund, refuse being contacted by journalists, refuse to join the groups of the other relatives and their protests? How could AA 77 be hijacked, given that the alleged pilot was a military veteran and given that the passengers were to a high percentage also from the military or the Navy? How is it possible that none of the four pilots had sent the hijacking code? How could the 47 store building WTC 7 collapse due to fire when not hit by anything? Why does the collapse of WTC 7 only resemble videos of controlled demolition with cutting charges (and not of fire damage in comparable buildings which does never cause a collapse) and is described by demolition experts as ³an art work of controlled demolition²? Why is kerosene comparable to jet fuel used for heating in American homes when it is supposed to be so dangerous that it melts steal? Why could one Boeing 767 bring a steel framed building with massive core columns down when it was designed to withstand the impact of several Boeing 707 (comparable to a Boeing 767, even more maximum speed and probably with more jet fuel on board after just having departed the airport)? Why do the towers not ³implode² like WTC 7 but ³explode² as the erupting clouds of pulverized materials show? Why do the videos of the collapsing towers resemble volcano eruptions (pyroclastic flow)? How do the eruption images match laws of physics? How do the collapses of the towers in near free fall-speed match the laws of physics? How is the pulverized material in the streets below the towers explained while sheets of paper seem undamaged? Why did witnesses feel themselves lifted up by a hot shock wave? Why were cars burnt even in some distance to the Twin Towers? Why were there power outages not solely to be explained by broken cables? How could the basement of the Towers be damaged severely by just a normal collapse? Why was molten metal found, why were hot spots visible in satellite images, why was there still something burning after weeks? How could a normal collapse cause a bone dust cloud like those whose remains were found on the roof of the Deutsche Bank building in 2006? Why did some workers and inhabitants die contaminated after cleaning up on Ground Zero or just continuing to live near the site? Why was steel from Ground Zero shipped abroad instead of being part of the criminal investigation? How was it possible to discover undamaged plastic ID cards of alleged terrorists on Ground Zero? Why were no Arab names on all passenger lists? Some reports on the hijackers and their behavior and whereabouts before 9/11 are so contradicting that the question arises whether they had doppelganger? How could UA 93 just disappear in the ground as verified by those who went immediately at the impact site and saw no plane, no human remains, just some rubbish? How is it possible that usually there are remarkably many remains and plane parts after accidents as it was proven f.e. after the crash of two planes in Germany at 10.000 m (the human remains were intact on the surface so an identification by relatives was taken into consideration) while 9/11 is completely different? How is it possible that true identifications are only given for those who died as persons who were in the Twin Towers or working at the Pentagon that morning but not in the planes? How do eyewitness accounts that saw something flying relatively low and not very loud with a jet trail (AA 77, UA 93) match with claims that it must have been heavy commercial airliners that are extremely loud, blast everything lighter away and leave no jet trail at lower heights? Why did mainstream media in the Western world function as an unified speaker of the US government immediately after 9/11? How much efforts are still made to prevent critical reporting in mainstream media rewarding them for keeping the taboo and stay silent? Why are those who question the official theory silenced and portrayed as drop heads, fanatics, even holocaust deniers (as some holocaust deniers are ­ by chance? - trying to appear as independent 9/11 researchers)? When there is nothing to hide and everything can be explained fact by fact: why is there so much fear of an open debate on an equal level? Is Osama Bin Laden dead since Dec. 2001, did he die in Pakistan near the Afghan border? Could you give me examples for the efforts that you take in my country Austria to keep the unanswered 9/11 questions from political and public debate? How could the monitoring of the financial markets by the Intelligence Agencies miss the 9/11 insider trading? Was Osama Bin Laden in the military hospital of Peshawar the day before 9/11 so the culprit could have been caught easily? Why were the Heads of the Senate and House Intelligence Committee having breakfast with the former head of the ISI, General Ahmad, who wired money to Mohammed Atta? Why were they rewarded with the chair of the first 9/11 investigation, one of them (Porter Goss) even with the DCI (Director of Central Intelligence) later? Why did no independent investigation take place until now? Yours sincerely Alexandra Bader (www.ceiberweiber.at) PS: Da ich dies am Hiroshima-Tag, dem 6. August 2007 online stelle, wäre auch die Frage angebracht "Was Ground Zero called Ground Zero because it was a Ground Zero?" (Es beziehen sich auch ein paar Fragen auf besonders merkwürdige Merkwürdigkeiten bei WTC 1& 2; wer sich hierfür intereressiert siehe wtcdemolition.blogspot.com) PPS: "I frankly admit that I never believed it for a second" (die offizielle Version) bezieht sich darauf, dass ich bei der ersten Nachricht von 9/11, die aus einer zusammengefassten Radiomeldung bestand (nach der ich CNN aufdrehte), an einen Putschversuch dachte. Recherchen etwa des Historikers Webster G. Tarpley ("9/11 Synthetic Terrorism") gehen auch in diese Richtung. URL: http://www.ceiberweiber.at/index.php?type=review&area=1&p=articles&id=596 ============================================== 11 KPÖ/Hiroshima/Rüstung von KPÖ ============================================== KPÖ-Pressedienst - Drechslergasse 42, 1140 Wien - Telefon +43 (1) 50 36 580 - 0 - Fax +43 (1) 50 36 580 - 499 - Mail info at kpoe.at - Web www.kpoe.at - Ausgabe vom 6. August 2007 Hiroshima-Jahrestag: KPÖ weist auf weltweite gigantische Rüstungswelle hin "Militärisch-industriell-parlamentarischer Komplex" führt Menschheit in den Abgrund "Wie bereits 1955 in dem von Albert Einstein und Bertrand Russel initiierten und von sieben Nobelpreisträgern unterzeichnetem Appell festgestellt wurde, sind Atomwaffen eine permanente Bedrohung für die Menschheit. Sie töten bereits im Frieden, weil sie immense Ressourcen der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung entziehen und durch ihre Existenz vielfach notwendige politische Lösungen blockieren", stellt KPÖ-Bundessprecherin Melina Klaus zum Jahrestag der Atombombenabwürfe auf die japanischen Städte Hiroshima am 6. August 1945 und Nagasaki am 9. August 1945 fest. Die Lehre von Hiroshima und Nagasaki ist und bleibt daher der Kampf für die Vernichtung aller Atomwaffen und davon ausgehend allgemeine Abrüstung: "Die Entwicklung von Atomwaffen durch weitere Staaten zu verhindern und die Abrüstung der vorhandenen atomaren Arsenale durchzusetzen ist daher vorrangig", so Klaus mit Verweis darauf, dass mehr Geld für die Rüstung weniger Geld für soziale Zwecke bedeutet. Die KPÖ nimmt den Hiroshima-Jahrestag zum Anlass ihre Besorgnis über die weltweite Aufrüstung in einem gigantischen Ausmaß zu äußern. So gab die US-Regierung kürzlich Waffenlieferungen von 60 Milliarden Dollar an Israel, Ägypten, Saudi-Arabien und andere Nahostländer bekannt und will damit mehr Stabilität im konfliktreichen Nahen Osten erreichen: "Das ist, als würde um ein Feuer zu löschen Benzin hineingießen", kritisiert Klaus. Ähnlich zynisch agiert die französische Regierung, welche die Freilassung bulgarischer StaatsbürgerInnen in Libyen zum Anlass für einen großen Rüstungsdeal nahm. Die KPÖ fordert dazu Aufklärung, welche Rolle bei diesem Deal die österreichische EU-Kommissarin Benita Ferrero-Waldner spielte. Gewinnsteigerungen führender US-Rüstungskonzerne wie Northrop (plus 13 Prozent), General Dynamics (plus 24 Prozent) oder Lockheed Marion (plus 34 Prozent) zeigen, wer die Nutznießer des Geschäftes mit dem Tod sind. Die USA verpulverten bislang für ihre Kriege in Afghanistan und Irak sagenhafte 742 Milliarden Dollar, das Rüstungsbudget hat 2007 mit 533 Milliarden Dollar einen neuen Rekordwert erreicht, rüstungsnahe Ausgaben für Sicherheit und Heimatschutz dazugerechnet werden sogar 987 Milliarden Dollar ausgegeben. Die politische Macht der Rüstungsindustrie hat schon 1961 der damalige US-Präsident Dwight Eisenhower mit dem Begriff "militärisch-industriell-parlamentarischer Komplex" auf den Punkt gebracht. Das gilt analog auch für die EU, Russland, China, Indien und andere auf Aufrüstungskurs befindliche Länder. Das formal neutrale Österreich müsste angesichts dieser für die Menschheit bedrohlichen Entwicklung nach Meinung der KPÖ daher in der EU, KSZE, UNO und anderen internationalen Zusammenhängen maßgebliche und entschiedene Initiativen für eine allgemeine Abrüstung setzen. Das globale Wettrüstungen erinnert in mancher Hinsicht an die zunehmend explosive Situation vor Beginn des 1. Weltkrieges im Jahre 1914, weil sich die Spannungen in verschiedenen Konfliktregionen der Welt verschärfen und zunehmend auch regionale Militärmächte mitmischen wollen: "Den Rüstungswahnsinn und das Geschäft mit dem Tod zu bremsen muss absolute Priorität für die Politik haben", so Melina Klaus abschließend. ============================================== 12 Vranitzky für Mehrheitswahlrecht von Dietmar Köhler ============================================== So tönt es, wenn ein angeblicher Sozialdemokrat in das Horn des WKÖ-Präsidenten Leitl ("Wirtschaft kommt vor Politik", "Europe must start to put the economy first and politics second") stösst. Denn die Profitmaximierungskontakte müssen - auch ohne Flöttl - aufrecht erhalten werden: Der Kernpunkt sei heute, inwieweit sich "die maßgeblichen politischen Akteure über die nationalistischen und regionalen Widerstände durchsetzen" können. Und: das "langwierige Hinstarren auf parteipolitischen Konsens in wichtigen Fragen" führe im gegenwärtigen Europa zu "nicht zulässigen Verzögerungen". Wobei "die maßgeblichen politischen Akteure" natürlich NICHT der Souverän (Bundesverfassung Art.1) sind. Also: Drüberfahren über den Souverän. Das Vranitzky-Rezept: Die eierlegende Wollmilchsau vulgo "minderheitenfreundliches Mehrheitswahlrecht". Was sich dahinter tatsächlich versteckt, ist bekannt: Das "minderheitenfreundliche Mehrheitswahlrecht" ermöglicht es freundlicherweise, dass eine Minderheit über die Mehrheit herrscht. Übrigens: Bei einem Mehrheitswahlrecht gilt - auch wenn Vranitzky fälschlicherweise das Gegenteil behauptet - IMMER: The Winner Takes it All. Es wäre sonst KEIN Mehrheitswahlrecht. Als besonders arrogant empfinde ich den Vranitzky-Sager: "Wir sitzen am gedeckten Tisch und können in Ruhe und ohne Not Zukunftsthemen aufgreifen." Da hat er die etwa 1,5 Mio Österreicher/innen, die an bzw. unter der Armutsschwelle leben, natürlich NICHT zu Tisch geladen. Irgendwie erinnert mich sein Spruch - ohne Vergleiche anstreben zu wollen - an Teile der Trabrennplatzrede von Dollfuss: " ...der Bauer mit seinen Knechten nach gemeinsamer Arbeit abends am gleichen Tisch, aus der gleichen Schüssel seine Suppe ißt ..." Prost-Mahlzeit! Sozialdemokratie hab ich anders in Erinnerung! Dietmar Köhler ============================================== 13 HLI at. Aktivitäten u. neuer Webauftritt von FrauenLesben fuer das Selbstbestimmungsrecht der Frau ============================================== Liebe Leute! Wir wollen Euch auf die neuesten Web-Aktivitäten von HLI AT aufmerksam machen und gleichzeitig auf http://www.schutzzone.at.tf verweisen - denn irgendwas muss ja schließlich gegen diese Fanatiker unternommen werden! Wieder wird der alte Saftsack Reilly, der Erfinder des Gehsteigterrors gegen Frauen allen Alters, im August in Wien sein, um von da aus seine "Pro-Life-Tour" in die NachbarInnenstaaten anzutreten. Er trainiert die Fanatiker, die sich tagtäglich über Frauen und Mädchen in der Nähe von Abtreibungskliniken blicken lassen.... dann geht es weiter nach Salzburg, denn dort gibt es für HLI leider was zu feiern: 5 Jahre "Lebenszentrum" - der Wahnsinn geht in Salzburg nun seit 5 Jahren, in Wien seit 10 - passieren tut diesen Krätzen einfach gar nichts! Und so treiben sie ihr munteres Spielchen auf dem Rücken der Frauen fast völlig ungestört. Ziel ist die Illegalisierung des Schwangerschaftsabbruches, auch wenn dies derzeit nicht per Gesetz, sehr wohl aber mangels Angebot von erschwinglichen Abbrüchen mittels Geschäftsschädigung und Terror gegen die Klientinnen weltweit durchgezogen wird. ____ neuer Webauftritt von Human Life International Austria (HLI) Verfasst am: Mo Aug 06, 2007 21:00 ---------------------------------------------------------------------------- ---- Es existiert seit kurzem eine neue Website von Human Life International - HLI Austria. Drauf gestossen sind wir, weil auf Kath.net (den Verbündeten von HLI und der Jugend für das Leben) eine Werbung geschaltet ist. http://www.hli.at Die alte Stümperseite wurde durch eine durchgestylte Site ersetzt und spricht ausführlich die propagandistische Sprache von militanten Hetzern und Frauenfeinden, gibt aber mehr Infos über deren Aktivitäten und Standorte. Reilly (siehe untige Termine) ist der Kreateur der sogenannten "Gehsteigberatung", die in Österreich vor Gericht bereits als Psycho/Terror ausjudiziert wurde (Klage HLI gegen Claudia Sorger/SLP): Zur Anschauung einige Links: http://www.hli.at/content/view/94/ Europa-Pro-Life-Missionsreise von Mons. Reilly, vom 8. - 20. August 2007: Zitat: Do., 9. August: Ungarn 10. - 13. August: Rumänien 14. - 15. August: Österreich, Salzburg (zur 5-Jahre-Lebenszentrum Feier in Salzburg) Do., 16. August: Deutschland, Passau 17. - 18. August: Tschechei, Wallfahrtsort Tabor So., 19. August: Slowakei, Bratislava Mo., 20. August: Österreich, Wien (Abschluß der Pro-Life-Missionstour, Rückflug USA am 21.8.) Durch diese Pro-Life-Missionstour wird das erfolgreiche Modell bzgl. Lebensschutz in 6 Länder gebracht! HLI Österreich organisiert diese Tour und trägt die Kosten. Daher bitten wir um Spenden-Unterstützung. Deine Spende lebt und bringt Leben! Zitat Ende Der Auftritt Reillys wird in Wien bereits am 8. August in der Dominikanerkirche bei einer Messe von Kardinal Schönborn stattfinden!!!! Zitat: (Wien,03.08.07) Mons. Philip J. Reilly, Gründer der "Helpers of Gods Precious Children" und der weltweiten Pro-Life-Gebetsvigilien, beginnt seine Europatour durch 6 europäische Länder am Mittwoch, 8. August in Wien. Um 16:00 Uhr hält er einen Vortrag im Lebenszentrum, Postgasse 11, 1010 Wien. Danach ist um 17:30 Uhr Heilige Messe in der nahegelegenen Dominikanerkirche. Da an diesem Tag das Dominikanerfest stattfindet, wird Kardinal Schönborn Hauptzelebrant des Gottesdienstes sein. Vollständiges Programm der Europa-Pro-Life-Missionsreise, die auch dieses Jahr wieder von HLI Österreich organisiert wurde: Zitat Ende. In Polen wird heuer der Pro-Life-Gebets-Weltkongress veranstaltet! Aber auch mit dem Exorzismus haben sie's: http://www.hli.at/content/view/93/ zum Exorzismus und Abtreibung als dämonischer Religion. _________________ -- FrauenLesben für das Selbstbestimmungsrecht der Frau mailto: Selbstbestimmungsrechtderfrau at gmx.net ---- detaillierte Informationen zur Abtreibung und den Methoden der radikalen Abtreibungsgegnerschaft auf http://www.die-abtreibung.at.tf ============================================== 14 Die Bildungslücken des H.C. Strache - islamische Erbe der europäischen Kultur von Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen ============================================== Kleinen Zeitung. Gast Kommentar von OMAR AL-RAWI 01.08.2007 über das islamische Erbe der europäischen Kultur Die Bildungslücken des H.C. Strache These: Der Westen glaubt, die Menschenrechte nicht nur erfunden, sondern auch gepachtet zu haben. Der FPÖ-Bundesparteichef H.C. Strache hat kürzlich mit seiner Aussage "Der Kulturkampf hat längst begonnen, der Islam ist nicht nur eine Religion, sondern auch ein totalitäres Rechts- und Gesellschaftssystem" für Aufsehen gesorgt. Der kenianische Sozialanthropologe Ali Masrui meint zu Recht, dass in der modernen Geschichte die Muslime sich zwar selten verdienstvoll in der Entwicklung der Menschenrechte hervortaten, aber man gratuliert ihnen auch selten, dass die schlimmsten Menschenrechtsverletzungen nicht bei und von ihnen begangen worden sind: Es gibt kein muslimisches Äquivalent zu nazistischen Vernichtungslagern, zum Völkermord im Ausmaß von Nord- und Südamerika sowie Australien, noch ein Gegenstück zu stalinistischem Terror, Pol Pots "Killing Fields" und der Entwurzelung von dutzenden von Millionen im Namen von Fünf-Jahres-Plänen. Auch sind die Moslems weder für Apartheid-Modelle verantwortlich noch für den wilden japanischen Rassismus vor 1945 oder die rassistische Kultur des alten amerikanischen Südens. Es ist interessant und verblüffend, dass man beim Menschenrechtsdialog immer wieder feststellt, dass "westliche" Dialogpartner glauben, die Menschenrechte nicht nur erfunden, sondern auch gepachtet zu haben. Das islamische Erbe in der Geschichte Europas wird nur noch auf die Arbeitsmigration und Türkenbelagerung reduziert. Dass die hellenistische Philosophie dank der im Bagdad des 9. Jahrhunderts entstandenen Metaphysik der Mu'tazila-Schule an die heutige Zeit weitergegeben worden ist, weiß kaum jemand. Auch die Hochblüte der islamischen Zivilisation ist fast eine Bildungslücke - die Zivilisation des abbasidischen Bagdads und des omayyadischen Cordoba, die dank der Andalusier Ibn Ruschd (Averroes 1126-1198), der als Aristoteles-Kommentator die westliche Philosophieentwicklung maßgeblich beeinflusste und ganz nebenbei auch noch die Sonnenflecken gefunden hat, sowie Ibn Arabi und Ibn Hazm einen wesentlichen Einfluss auf die Scholastik, das Minnesängertum, die gotische Architektur, die Mathematik, das westliche Gesundheitswesen, ja sogar die christliche Mystik gehabt hat. Nicht vergessen sollten wir auch Al-Khwarismi (gest. 846), Vater der Algebra und des Algorithmus-Terminus, Al-Razi/Rhazes (846-935), dessen medizinisches Hauptwerk "Liber Almansoris" über Jahrhunderte der Ausbildung an europäischen Universitäten diente, Ibn Sina/Avicenna (980-1037), dessen medizinische Enzyklopädie noch im 19. Jahrhundert benutzt wurde, und Ibn Khaldun (1332-1406), Begründer der Soziologie und quellenkritischen Geschichtsschreibung. Daher war mein Aufruf: "Lernen Sie Geschichte, Herr Strache!" nicht polemisch, sondern ernst gemeint. Dipl.-Ing. Omar Al-Rawi ist Integrationsbeauftragter der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich -- Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen www.islaminitiative.at e-mail:dieinitiative at gmx.at für Rückfragen und Korrespondenz kontaktieren sie bitte: Omar Al Rawi +43-650-3831942 al-rawi at gmx.at Amina & Tarafa Baghajati +43-1-2595449 baghajati at aon.at Mouddar Khouja +43-6991-9685096 referent at derislam.at Andrea Saleh +43-664-4147620 frauen at derislam.at Liebe Brüder und Schwestern, liebe Interessierte! Wir hoffen, dass die so an Euch zugehenden Informationen auf Euer Interesse stoßen. Wir versenden über den Verteiler nicht nur Neuigkeiten, die die eigenen Aktivitäten betreffen, sondern auch Zeitungsartikel, die im weitesten Sinn mit dem Islam und Integration zu tun haben oder ähnliches. Diese spiegeln natürlich nicht unbedingt unsere eigene Meinung wieder, sind aber gut, um das Meinungsspektrum zu sichten. Wir freuen uns über jede Rückmeldung. Selbstverständlich kann auch alles an Freunde,Bekannte usw.weitergemailt werden. Für die Publikation in eigenen Homepages bitten wir jedoch um vorherige Rücksprache. Bitte achten Sie bei Zeitungsartikeln auf das Copyright. Alle Inhalte dienen der persoenlichen Information. Eine Weiterverwendung und Reproduktion ueber den persoenlichen Gebrauch hinaus ist nicht gestattet. ============================================== 15 Waffengeschäfte mit bösen Folgen von WADI Austria ============================================== Quelle: Wiener Zeitung (Print), 7. August 2007 http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=4445&Alias=wzo&cob=296504 Gastkommentar von Thomas Schmidinger Waffengeschäfte mit bösen Folgen Die geplanten Waffendeals mit dem Nahen Osten zeigen entweder die Dummheit oder die Verzweiflung, die sich sowohl in Europa als auch in der US-Administration unter George W. Bush breit macht. Hatten die "Neocons" nach 9/11 noch geplant, den Nahen Osten zu demokratisieren und dabei mit dem Irak zu beginnen, werden nun jene Diktaturen aufgerüstet, deren Demokratisierung damals großspurig verkündet worden war. US-Außenministerin Condoleezza Rice erklärte vor Beginn ihrer jüngsten Nahost-Reise, es handle sich nicht um ein Tauschgeschäft, mit dem sich die US-Regierung die Unterstützung ihrer Verbündeten erkaufe. Diese plant Waffenlieferungen in einem Umfang von voraussichtlich mehr als 20 Milliarden Dollar allein an Saudi-Arabien. Für Ägypten sind Militärhilfen in Höhe von 13 Milliarden Dollar vorgesehen, Israel soll in den kommenden zehn Jahren mit 30 Milliarden Dollar unterstützt werden. Nun mag die US-Regierung noch so oft verkünden, es handle sich bei Saudi-Arabien im Gegensatz zum Iran um einen "gemäßigten islamischen Staat". Die Realität sieht anders aus. Saudi-Arabien ist mit seiner strikt wahhabitischen Staatsideologie einer der weltweit strengsten "islamischen Staaten", in dem nicht nur eine extreme Variante der Sharia (inklusive Auspeitschungen, Amputationsstrafen oder die Todesstrafe auf "Verbrechen" wie die Homosexualität) praktiziert wird und Frauen selbst das Autofahren verboten ist, sondern auch einer der Hauptexporteure dieser Ideologie in die gesamte sunnitisch-islamische Welt. Saudische Erdöleinnahmen finanzieren den Export der wahhabitischen Ideologie nach Nordafrika, Pakistan, Zentralasien, Bosnien oder den Irak. Auch wenn sich das saudische Königshaus mittlerweile selbst gegen die Geister, die es rief, wehren muss, so ist es doch immer noch einer der wichtigsten Akteure in weltweit aktiven Netzwerken des politischen Islams. Nach 9/11 hatten dies auch Vertreter der damals in der US-Regierung starken "Neocons" erkannt. Mit deren Niederlage im Irak-Krieg scheint die Bush-Regierung jedoch wieder auf die alten Methoden zu setzen: Man unterstütze den einen Bösewicht gegen den anderen und hoffe, dass dabei nichts daneben geht. Genau diese Politik war es jedoch, die bereits einmal daneben gegangen ist. Erst die Förderung radikaler Islamisten gegen die Linke konnte diesen in Afghanistan und in den arabischen Staaten jene Basis verschaffen, die ihnen schließlich auch den offenen Angriff auf den Westen ermöglichte. Sowohl Europa, das mit den französischen Waffenlieferungen an Libyen als Geiseln genommene Krankenschwestern freipressen lässt, als auch den USA mit ihrer militärischen Unterstützung jenes Landes, das seit Jahrzehnten seine wahhabitische Ideologie in die gesamte islamische Welt exportiert, wird diese Politik teuer zu stehen kommen. Thomas Schmidinger ist Lehrbeauftragter am Institut für Politikwissenschaft und Obmann der im Irak tätigen Hilfsorganisation WADI. -- WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit WADI-Österreich e-mail: wadi.wien at gmx.at website: www.wadinet.at Tel.: 0699-11365509 Postfach 105 A-1181 Wien SPENDENKONTO - jeder Euro hilft! Knt. Nr.: 6.955.355 BLZ: 32.000 Raiffeisen Landesbank NÖ IBAN AT4432 0000 0006 955355 BIC (SWIFT) RLNWATWW Wir bitten um Unterzeichnung des Appells an die Österreichische Regierung bezüglich der Aufnahme irakischer Flüchtlinge in der EU: http://www.wadinet.at/Media/Petition/index.php ============================================== 16 KPÖ/Fremdenrecht/Asylpolitik/Bleiberecht von KPÖ ============================================== KPÖ-Pressedienst - Drechslergasse 42, 1140 Wien - Telefon +43 (1) 50 36 580 - 0 - Fax +43 (1) 50 36 580 - 499 - Mail info at kpoe.at - Web www.kpoe.at - Ausgabe vom 8. August 2007 Melina Klaus: "Die fremdenfeindliche Spirale durchbrechen" KPÖ fordert Nationalratsabgeordnete auf für eine Änderung des Fremdenrechts initiativ zu werden Für eine grundsätzliche Lösung durch eine rasche Änderung des Fremdenrechtspakets statt Einzelfallsregelungen für "VorzeigemigrantInnen" tritt die KPÖ im Zusammenhang mit der nun seit Monaten laufenden Debatte um ein Bleiberecht für integrierte Asylwerberfamilien ein. In zahlreichen Gemeinden haben sich parteiübergreifende Initiativen gebildet, welche gegen die Auseinanderreißung von seit vielen Jahren dort wohnhaften ausländischen Familien durch die Abschiebung einzelner Familienmitglieder entsprechend dem 2005 von ÖVP, BZÖ und SPÖ einträchtig beschlossenen Fremdenrechtspaket protestieren. Betroffen sind bundesweit geschätzte 1.500 solcher Asylwerberfamilien. Wie die Initiative "Ehe ohne Grenzen" feststellt, werden binationale Ehepaare durch diese Politik diskriminiert und in ihrer Existenz bedroht, weil die Tatsache, mit einem/r ÖsterreicherIn verheiratet zu sein, nicht automatisch zum legalen Aufenthalt in Österreich berechtigt. Statt vereinfachter Schuldzuweisungen an Innenminister Günther Platter (ÖVP), der zweifellos mit seiner harten Haltung politische Signale an das rechte politische Spektrum sendet, sollten Abgeordnete von SPÖ, Grünen und auch ÖVP durch eine parlamentarische Initiative eine rasche Änderung des unmenschlichen Fremdenrechtspakets tätig werden. Es ist nämlich ziemlich billig, wenn GemeindepolitikerInnen von ÖVP oder SPÖ Appelle an die Landeshauptleute richten oder die Grünen eine Gesetzesprüfung überlegen und auf Gnadenakte des Innenministers gewartet wird. Es erinnert an ein Spiel mit verteilten Rollen, wenn aus den Gemeinden Protest gegen diese seit Jahren als inhuman bekannte Asylpraxis ertönt, der Nationalrat als höchstes gesetzgebendes Organ seine Befugnisse der Regierung überlässt und die Abgeordnete untätig dabei zuschauen: "Hier müssen Nägel mit Köpfen gemacht und ein Antrag für eine Gesetzesänderung in die Wege geleitet werden", fordert KPÖ-Bundessprecherin Melina Klaus die Abgeordneten auf. 37 Prozent der Asylverfahren dauern länger als drei Jahre, manche Verfahren sogar länger als zehn Jahre. Obwohl Flucht kein Verbrechen ist, wurde für immer mehr Asylsuchende die Schubhaft von der Ausnahme zur Norm, perfektioniert durch eine regierungsgenehme Abschiebeberatung. Durch die Verweigerung einer Arbeitserlaubnis wird AsylwerberInnen nicht nur die Möglichkeit entzogen für ihren eigenen Unterhalt zu sorgen, sondern auch ein wichtiges Arbeitskräftepotential nicht genützt. Die österreichische Asylpolitik ist durch einen fremdenfeindlichen Diskurs bestimmt. Angetrieben von FPÖ und BZÖ wetteifern PolitikerInnen von ÖVP wie Generalsekretär Hannes Missethon und Innenminister Platter und SPÖ wie der Salzburger Landeshauptfrau Gabriele Burgstaller um ein rechtes Stimmenpotential, indem sie nicht nur eine Änderung des restriktiven Fremdenrechtspakets ablehnen, sondern sogar noch für dessen Verschärfung eintreten: "AsylwerberInnen dürfen nicht länger als Sündenböcke für parteipolitische Profilierung und zur systematischen Verhetzung missbraucht werden. Es gilt, die fremdenfeindliche Spirale zu durchbrechen", so Klaus abschließend. ============================================== 17 Die fingierte Demokratie von Dietmar Köhler ============================================== In seinem durchaus lesenswerten Beitrag (freies Mandat, Klubzwang, etc.) ist Peter Warta ein gravierender Fehler unterlaufen. Er bezeichnet England und die USA als älteste Demokratien der Welt. Das ist nachweislich unrichtig. In England wurde das Doppelstimmen-Wahlrecht erst 1949 abgeschafft. Die USA wurden von den sogenannten Gründervätern bewusst als Republik und NICHT als Demokratie gestaltet (nachzulesen in: The Federalist Papers). Interessanterweise gibt es allerdings in vielen Einzelstaaten der USA sehr wohl direktdemokratische Instrumente (Volksinitiative, Referendum, Abwahl während der Amtsperiode), die auf Bundesebene völlig fehlen. Die "direkte" Demokratie ist also nicht auf die Schweiz beschränkt. Übrigens ist die Abwahl während der Amtsperiode (recall) sogar in den Verfassungen von Venezuela, Kolumbien, Ecuador und Peru verankert, die Volksinitiative in Kolumbien, Ecuador, Peru und Venezuela. Davon einmal abgesehen: Warum bezeichnet Peter Warta eigentlich nicht die Schweiz als älteste Demokratie der Welt? Generell gilt für eine Demokratie: Die Mehrheit entscheidet. Das ist bei einem Mehrheitswahlrecht NICHT gewährleistet. Die behauptete stärkere Bindung zwischen Mandatar und Souverän für das Mehrheitswahlrecht wird von der Praxis (siehe England) NICHT bestätigt. Auch hier werden die Anordnungen der Parteispitze - abgesehen von Ausnahmefällen - pünktlich befolgt, denn die Nominierung der Mandatare erfolgt auch hier durch die Partei und NICHT durch die Wähler/innen. Dietmar Köhler 1230 Wien ============================================== 18 Internationale Unterschriftensammlung: Freiheit für Arnaldo Otegi von Helmuth Fellner ============================================== Internationale Unterschriftensammlung: Freiheit für Arnaldo Otegi Seit dem 8. Juni 2007 sitzt der 49jährige Arnaldo Otegi im Gefängnis. Der Sprecher der baskischen Linkspartei »Batasuna« gilt als Schlüsselfigur für einen politischen Prozeß zur Lösung des baskisch-spanischen Konflikts, wurde von der sozialistischen Regierung in Madrid lange Zeit auch als solche betrachtet und nahm an mehreren Verhandlungsrunden teil. Während seine nordirischen Freunde der Sinn Fein, die er noch im Frühjahr besuchte, inzwischen in Belfast mitregieren, soll der »baskische Gerry Adams« (Der Standard) vorerst 15 Monate in Haft bleiben. Er hätte im Jahre 2003 während einer Hommage für einen 1978 ermordeten Aktivisten der baskischen Untergrundorgansiation ETA für eine »terroristische Vereinigung« geworben, befanden die Madrider Richter höchstrichterlich. Vier weitere Verfahren gegen ihn sind anhängig, darunter eines wegen »Beleidigung des Königs«. Kürzlich nun wurde vom Baskenland aus eine internationale Unterschriftensammlung für eine sofortige Freilassung des bekanntesten politischen Gefangenen im spanischen Staat gestartet. Die Kommunistische Initiative (KI), unterstützt den Aufruf der Initiative »Arnaldo askatu« (Freiheit für Arnaldo) und beteiligt sich an der Unterschriftensammlung. Arnaldo askatu Freiheit für Arnaldo Otegi Die Unterzeichner dieses Aufrufs fordern die sofortige Freilassung Arnaldo Otegis vor allem aus folgenden Gründen: 1. Politische Gespräche sind grundlegendes Instrument für die notwendige und kontinuierliche Kommunikation zwischen Konfliktparteien. Nur durch sie können Alternativen vorgestellt, debattiert und verhandelt werden. Solche Gespräche sind Voraussetzung dafür, daß politische Vereinbarungen zustande kommen, die dem Baskenland (Euskal Herria) die Chance für eine Zukunft in Frieden und Freiheit eröffnet. 2. Einer der Hauptunterhändler der linken Unabhängigkeitsbewegung ist Arnaldo Otegi. Seine Inhaftierung (aus nichtigem Grund) ist eine schwerwiegende Beeinträchtigug dieser Chance, zumal Arnaldo Otegi eine zentrale Rolle in den Gesprächen und bei der Suche nach einer politischen Lösung des langandauernden Konfliktes um die Zukunft des Baskenlandes spielt. 3. Vor allem deshalb erklären wir Unterzeichner öffentlich unsere Ablehnung der Inhaftierung Arnaldo Otegis und verurteilen sie als eine politisch motivierte Maßnahme. Wir verlangen von den Verantwortlichen seine sofortige Freilassung. Unterschriften unter: www.arnaldoaskatu.org/ http://www.kommunisten.at/article.php?story=20070807214042295 ============================================== 19 Sozial top, Pflege aber flop - DER STANDARD v. 10.8.07 von Dietmar Köhler ============================================== Die Information von Sozialminister Buchinger, dass die Armutsquote in Österreich 12% betrage ist, schlicht und ergreifend FALSCH - weil zu niedrig. Das hätte mit minimalem Recherche-Aufwand (EU-SILC, Statistik Austria) festgestellt werden können. Auch die Angabe, auf jeden Österreicher (sic!) entfielen 8.600 Euro jährlich an Sozialleistungen, ist zu hinterfragen. Handelt es sich um budgetwirksame Transferleistungen (wie z.B. Sozialhilfe), oder sind in dieser Zahl auch Versicherungsleistungen inkludiert? Sollte letzteres der Fall sein (was zu vermuten ist): Können wir erwarten, dass der Sozialminister demnächst auch Leistungen aus Lebens- und Haushaltsversicherungen in die Sozialleistungen einrechnet? Ist DER STANDARD in der Lage, die REALISTISCHEN Zahlen zu veröffentlichen? Dietmar Köhler 1230 Wien ============================================== 20 Homosexuelle Initiative (HOSI) Wien über Unterstützung durch Rechtsanwaltskammertag erfreut von Homosexuelle Initiative (HOSI) Wien ============================================== Medienaussendung der Homosexuellen Initiative (HOSI) Wien vom 9. August 2007 Homosexuelle Initiative (HOSI) Wien über Unterstützung durch Rechtsanwaltskammertag erfreut "Wir freuen uns sehr über die positive Stellungnahme des Österreichischen Rechtsanwaltskammertags zur Einführung der Eingetragenen PartnerInnenschaft für gleichgeschlechtliche Paare, und insbesondere über die deutlichen Worte zur Eintragung am Standesamt", erklärt Kurt Krickler, Generalsekretär der Homosexuellen Initiative (HOSI) Wien. "Die Vorstellungen des Rechtsanwaltskammertags stimmen im Wesentlichen mit den Forderungen der HOSI Wien überein. Auch wir lehnen etwa einen Notariatsakt bei der Schließung einer Eingetragenen PartnerInnenschaft (EP) kategorisch ab, und auch wir fordern eine Modernisierung des geltenden Scheidungs- und Unterhaltsrechts." Warten auf ÖVP "Wir hoffen, dass die Diskussion über diese Frage innerhalb der ÖVP jetzt bald beendet wird und die ÖVP sich zu einer umfassenden rechtlichen Gleichstellung von gleich- und verschiedengeschlechtlichen Beziehungen durchringt", so Krickler abschließend. Hinweis: Ausführliche Hintergrundinformationen über die Forderungen der HOSI Wien sowie eine aktuelle Übersicht über die Rechtslage in Europa finden sich auf unserer Website-Abteilung "Wir wollen heiraten!" unter: www.hosiwien.at/?page_id=31 Rückfragehinweis: Kurt Krickler, Generalsekretär: Tel. (01) 5451310 oder 0664-5767466 Ute Stutzig, Obfrau: Tel. 0650-9080188 Christian Högl, Obmann: Tel. 0699-11811038 office at hosiwien.at, www.hosiwien.at ZVR-Nr.: 524 534 408 ============================================== 21 KPÖ/EU/Militarisierung/Interventionspolitik/Neutralität von KPÖ ============================================== KPÖ-Pressedienst - Drechslergasse 42, 1140 Wien - Telefon +43 (1) 50 36 580 - 0 - Fax +43 (1) 50 36 580 - 499 - Mail info at kpoe.at - Web www.kpoe.at - Ausgabe vom 9. August 2007 Swoboda und Busek als Vorreiter für Supermacht EU KPÖ kritisiert neutralitätswidrige Vorstöße für Aufrüstung und Interventionspolitik Zurückgewiesen werden von der KPÖ die Vorstöße österreichischer Politiker für eine verstärkte Militarisierung der EU und deren Entwicklung zu einer Supermacht: "Solche Haltungen stehen nicht nur im krassen Gegensatz zu der 1955 beschlossenen und in den Sonntagsreden der Politiker immer noch beschworenen immerwährenden Neutralität Österreichs, sondern sie ordnen sich auch in einem eskalierenden weltweiten Rüstungswettlauf ein, der die Menschheit nur in ein Fiasko führen kann", kritisiert Waltraud Fritz-Klackl, europapolitische Sprecherin der KPÖ. Konkret macht sich Hannes Swoboda, SPÖ-Fraktionsführer im EU-Parlament, dafür stark, dass die EU die Ukraine, Moldawien, die Türkei, Georgien, Aserbaidschan und weitere zentralasiatische Länder mit einer "Schwarzmeer-Union" als "Ring von Freunden" zur "Sicherung der Energieversorgung" an die Brust nimmt. Swobodas Aussage "Es muss für uns vorrangig sein, diese energiereiche Region an Europa anzubinden" ist ein klassischer kolonialistischer Sager und macht die Zunahme der imperialistischen Spannungen zwischen EU, USA, Russland und China in diesem Raum deutlich. Wenn dabei der Türkei eine Schlüsselrolle für eine solche "Schwarzmeer-Union" zugedacht ist, wird deutlich, was das eigentliche Interesse des "Europa der Konzerne" an einem EU-Beitritt der Türkei ist. Die von Swoboda als Alibi angeführte Einladung Russlands erinnert frappant an die Politik der USA, die im Konflikt um die Errichtung eines Raketenabwehrsystems in Polen und Tschechien alibihalber auch Russland einbinden wollen. Bezeichnenderweise deckt der Radius der im Aufbau begriffenen EU-Interventionstruppen - an denen sich neutralitätswidrig auch Österreich beteiligt - mit 4.000 Kilometer die geplante "Schwarzmeer-Union" und die zentralasiatischen Länder ab. Nichts an Deutlichkeit zu wünschen übrig lässt auch der Vorstoß des ehemaligen ÖVP-Vizekanzlers Erhard Busek, der als Präsident des Europäischen Forum Alpbach fordert, die EU müsse um mehr mitreden zu können auch ihre Rüstungsanstrengungen verstärken. Buseks Begründung "Es hat in der Geschichte der Menschheit noch nie eine Weltmacht gegeben, die nicht zugleich auch Militärmacht ist" ist de facto ein Persilschein für eine massive Militarisierung und erinnert in manchen an die zunehmend kriegerischen Töne die Anfang des 20. Jahrhunderts in den Abgrund des Weltkrieges führten. Einmal mehr wird aus den zweifellos mit der Regierung abgestimmten Äußerungen Swobodas und Buseks deutlich, dass eine Alternative zur jetzigen EU und ihrer Politik wie sie in der gescheiterten EU-Verfassung und im Reformvertrag als Nachfolgeregelung verankert notwendig ist: "Die Festschreibung der Militarisierung mit Aufrüstungszwang, die Verankerung des neoliberalen Wirtschaftsmodells und die Hierarchisierung durch die Vormachtstellung der EU-Großmächte Deutschland, Frankreich und Großbritannien widerspricht allen elementaren Ansprüchen. Notwendig ist vielmehr ein anderes Europa, das sozialen, friedlichen, ökologischen und demokratischen Ansprüchen gerecht wird", so Fritz-Klackl abschließend. ============================================== 22 Gewonnenes Verfahren von office at asyl-in-not.org ============================================== Asyl und Haftentschädigung Schwerst Traumatisierter war 37 Tage in Schubhaft Unser Klient Adlan S. aus Tschetschenien war im Februar und März dieses Jahres in Wien in Schubhaft. 37 Tage lang. Trotz schwerer Traumatisierung (ausgelöst durch Verfolgung und Folter in seinem Heimatland). Und obwohl seine (ebenfalls traumatisierte) Frau im Lager Traiskirchen untergebracht war. Und obwohl sein Bruder als anerkannter Flüchtling in Wien lebt. Adlan war im Hungerstreik, bis er zusammenbrach. Dann hat der Unabhängige Verwaltungssenat Wien meiner Haftbeschwerde stattgegeben. Wir berichteten darüber am 8. und 9. März 2007 (nachzulesen: www.asyl-in-not.org, Archiv 2007, "Schubhäftling seit 3 Wochen im Hungerstreik" und "Schubhaft: Beschwerde gewonnen!"). Mit Bescheid des Bundesasylamts, Außenstelle Traiskirchen, vom 20. Juli 2007 hat Adlan Asyl erhalten; seine Gattin ebenso. Da der UVS die Schubhaft für rechtswidrig erklärte, haben wir Rechtsanwalt Dr. Herbert Pochieser ersucht, eine Haftentschädigung einzufordern. Die Finanzprokuratur hat daraufhin 3700.- Euro bewilligt (wie üblich: 100 Euro pro Tag). Diese Summe deckt aber nur die rechtswidrige Haft, nicht jedoch eine durch die Haft bedingte Retraumatisierung und Verschärfung der psychischen Krankheit, an der Adlan leidet, seit er in seiner Heimat gefoltert worden ist. Adlan war vor kurzem bei mir; es geht ihm ziemlich schlecht. Er besucht einen Deutschkurs, kann sich aber nicht konzentrieren, hat ständig Kopfschmerzen, leidet an Albträumen, vor dem Einschlafen drängen sich ihm Erinnerungen an die Elektroschocks auf. Wir werden nun einen Experten zu Rate ziehen, um das Ausmaß der Retraumatisierung durch die Schubhaft festzustellen, und gegebenenfalls eine Klage einbringen. Adlan ist (wie viele andere) ein Opfer des Prokopgesetzes. Für ihn ist es - dank unserem Druck - rechtlich gut ausgegangen. Aber seine Gesundheit ist vielleicht für immer ruiniert. Dieses Gesetz muß weg. Die Menschenrechte müssen wieder gelten in unserem Land. Michael Genner Obmann von Asyl in Not Währingerstraße 59 1090 Wien office at asyl-in-not.org www.asyl-in-not.org Tel.: 408 42 10-15; 0676 - 63 64 371 ZVR: 723727354 Spendenkonto: Raiffeisen (Bankleitzahl 32000), Kontonummer 5.943.139 (Asyl in Not) ============================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< G8/GIPFELSOLI & INTERNATIONALE SOLIDARITÄT ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ============================================== 23 + 24 Gipfelsoli Newsletter] Heiligendamm von Öffentlicher Verteiler der Gipfelsoli-Infogruppe ============================================== Gipfelinfo - Meldungen über globalisierte Solidarität und die Proteste gegen unsolidarische Globalisierung ------------------------------------------------------ www.gipfelsoli.org -- - Prozess-Lawine nach G8-Gipfel - G8/Agent Provokateur - Soligruppe: Solidarität mit den verhafteten Genossen - Kundgebung in Hamburg: Gemeinsam gg. G8 - Gemeinsam gg. Repression - Pressemitteilung AG Soziales Berlin im Berliner Sozialforum: Anwendung politischen Sonderstrafrechtes ist fragwürdig - Wissenschaftlicher Beirat von Attac: Stellungnahme zur Verhaftung des Sozialwissenschaftlers Andrej H. - Howling Coalition: the Anti-globalization Movement Sprouts Freedom and Diversity ---------------------------------------------------------------------------- --- Prozess-Lawine nach G8-Gipfel Schwerin (ddp). Zwei Monate nach dem G8-Gipfel in Heiligendamm rollt eine Prozess-Lawine auf die Justiz in Mecklenburg-Vorpommern zu. Wie die "Schweriner Volkszeitung" (Wochenendausgabe) berichtete, sind etwa 1100 Strafverfahren bei Polizei und Staatsanwaltschaft in der Bearbeitung. Wie viele der laufenden Verfahren letztlich vor Gericht landen, sei unklar. Um die hohe Zahl der Verfahren bewältigen zu können, arbeiteten inzwischen acht Staatsanwälte in einer G8-Sonderabteilung. In 800 Fällen ermittelt noch die Polizei gegen Gipfelgegner wegen Vorwürfen wie Landfriedensbruch, Körperverletzung, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Sachbeschädigung. In 28 Fällen wird dem Bericht zufolge von der Polizei gegen eigene Kollegen ermittelt. Darunter seien mehrere Anzeigen zu ein und demselben Sachverhalt, sagte Rostocks Oberstaatsanwalt Peter Lückemann. So habe es nach der Attacke eines Polizeibootes gegen ein Greenpeace-Schlauchboot fast ein Dutzend Anzeigen gegeben. Der Republikanische Anwaltsverein, der G8-Gegner während des Treffens in Heiligendamm anwaltlich betreute, rechnet nicht damit, dass die Masse der Verfahren zur Anklage kommt. Ein großer Teil werde wegen Geringfügigkeit oder mangels Beweisen von der Staatsanwaltschaft eingestellt, sagte Anwalt Sönke Hilbrans der Zeitung. ---------------------------------------------------------------------------- --- G8/Agent Provokateur Das Verfahren gegen den bei Protesten gegen den G8-Gipfel enttarnten Zivilbeamten ist eingestellt worden. Gegen über 1.000 Gipfelgegner wird hingegen weiter ermittelt. Die Staatsanwaltschaft Schwerin hat eine extra-Abteilung eingerichtet, bei der acht zusätzliche Staatsanwälte etwa 1.100 Fälle bearbeiten, die mit dem G8-Gipfel in Zusammenhang stehen. Dabei geht es meist um Vorwürfe wie Landfriedensbruch, Körperverletzung, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Sachbeschädigung. Über 300 Anzeigen entscheidet gegenwärtig die Staatsanwaltschaft, in 800 Fällen wird noch von der Polizei ermittelt, viele Gipfelgegner haben in den letzten Wochen schriftliche Anhörungen von der Schweriner Polizei erhalten unter zum Teil hahnebüchenen Vorwänden. Auf diese Anhörungsbogen muss man nicht reagieren! Ein Großteil der Verfahren wird nach Ansicht des Republikanischen Anwaltsvereins jedoch eingestellt werden. Die wenigen konkreten Vorwürfe, die vermutlich zu einer Verurteilung führen werden steht in einem deutlichen Missverhältnis zur Gesamtzahl der Ingewahrsamnahmen (wieviele?) und Festnahmen während des Gipfels, d.h. ein Großteil der Eingesperrten, wurde ohne Beweise oder auch nur konkreten Tatverdacht seiner Freiheit beraubt Eklatant ist vor diesem Hintergrund die geringe Zahl von Verfahren, die sich gegen Polizeibeamte richten. Von den 28 Verfahren gegen die Polizei wurden alleine zwölf wegen dem lebensgefährlichen Maneuver der Polizei gegenüber den Greenpeace-Booten angestrengt. Bleiben nur 14 weitere Fälle in denen sich Polizisten wegen der exzessiver Gewaltanwendung, Freiheitsberaubungen, Beleidigungen, Folterungen und Anmaßung von Befugnissen vor Strafen fürchten müssen. Allzugroß muss diese Furcht ohnehin nicht sein: Das Verfahren gegen den Agent Provokateur, der bei einer Blockade zur Gewalt gegen die Polizei aufgefordert hat und vor laufenden Kameras enttarnt und der Polizei übergeben wurde, ist bereits aus Mangel an Beweisen eingestellt worden. Ob es überhaupt Ermittlungen gab, ist unklar. (Gibt es etwa Hinweise, dass die Polizei oder Staatsanwaltschaft Zeugen befragt hat?) Bedeutend ist allerdings die Tatsache, dass mit dem Einstellen des Verfahrens eigentlich belegt ist, dass es Agents Provokateurs gegeben hat, eine Tatsache, die von der Presse kaum wahrgenommen wird und die Gewalt in Rostock in ein anderes Licht rückt. Nicht mit einem Verfahren, nicht einmal mit Rücktrittsforderungen, müssen offensichtlich auch die rechnen, die von den Spitzen der Ministerien oder auch auf der Ebene mittlerer Dienstgrade verfassungswidrige Einsätze der Bundeswehr im Inland veranlasst und mit einem Tiefflug über den Camps von Gipfelgegnern tausende von Menschenleben riskiert haben. Verfassungsfeindlichkeit wird hingegen Organisationen vorgeworfen, die sich gegen den Einsatz der Streitkräfte im Inland engagieren (www.imi-online.de). Diese Informationen sind großteils von http://www1.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/prozesslawine2.html abgeschrieben (nicht kopiert!). Leider keine Zeit für weitere Recherchen. [http://de.indymedia.org/2007/08/189904.shtml] ---------------------------------------------------------------------------- --- Soligruppe: Solidarität mit den verhafteten Genossen Hallo! Wie Ihr sicher aus den Medien erfahren habt, gab es am 30./31. Juli 2007, einen Schlag gegen linke Strukturen. Drei Genossen wurden lt. Polizeiangaben auf frischer Tat bei dem Versuch ertappt, drei Bundeswehr-LKW`s anzuzünden. Hierbei wurden sie verhaftet. Später wurde noch ein weiterer Genosse verhaftet. Daraufhin wurden in Berlin bzw. Leipzig sechs Wohnungen und ein linker Buchladen vom BKA durchsucht. Nun konstruiert das BKA bzw. die BAW ein §129a-Anklage, für welche im Moment noch keine Beweise bekannt sind (siehe Presseveröffentlichung der Anwälte). Die Genossen sitzen im Moment im Knast Berlin Moabit. Es geht ihnen gut! Entgegen anderslautender Gerüchte haben die gefangenen Genossen keine Aussagen gemacht! Dass ein §129a Verfahren eine Menge Geld kostet dürfte Euch allen bekannt sein. Schon jetzt benötigen wir Geld für die Anwälte (Flüge nach Karlsruhe und zurück für vier Anwälte) und für die Genossen im Knast. Spenden an: Rote Hilfe e.V., Konto-Nr. 71 89 59 06 00, BLZ 100 200 00 Verwendungszweck: Repression 31.7.2007 Im Moment bildet sich eine Soligruppe für die vier Inhaftierten Genossen, welche auch mit den Anwälten in Kontakt steht. Diese Soligruppe wird in Kürze auch die Anschriften der Genossen im Knast bekanntgeben. [http://de.indymedia.org/2007/08/189855.shtml] ---------------------------------------------------------------------------- --- Kundgebung in Hamburg: Gemeinsam gg. G8 - Gemeinsam gg. Repression Solidarität mit dem G8-Widerstand Zusammen gegen staatliche Repression und Kriminalisierung! Der Protest und der Widerstand gegen den G8-Gipfel in Heiligendamm war für die AktivistInnen ein Erfolg, wie er hierzulande lange nicht zu erleben war. Diesen Erfolg auszubauen und zukunftsweisend zu machen ist Aufgabe der gesamten Bewegung! Jetzt geht es nicht nur um das "wie weiter?", sondern auch darum, diejenigen nicht alleine zu lassen, die von staatlicher Repression betroffen sind. Kundgebung am 11. August in Hamburg Jetzt geht es nicht nur um das "wie weiter?", sondern auch darum, diejenigen nicht alleine zu lassen, die von staatlicher Repression betroffen sind: * Angriffe auf die G8-Mobilisierung im Vorfeld durch Hausdurchsuchungen und Einleitung von §129a-Verfahren (Bildung einer terroristischen Vereinigung) * Demonstrationsverbote, unzählige Verletzte durch Polizeiknüppel, Tränengas und Wasserwerfer * Schikanen und Schläge durch die Polizei sowie sexistische Durchsuchungen * die vorübergehende Ingewahrsamnahme von weit über 1000 AktivistInnen * "Käfighaltung" in den Gefangenensammelstellen * Schnellverfahren, bei denen acht AktivistInnen zunächst zu Haftstrafen verurteilt worden sind * der Einsatz der Bundeswehr * gezielte Desinformation der PolizeisprecherInnen * die Be- und Verhinderung der Arbeit von und Angriffe auf RechtsanwältInnen, JournalistInnen und SanitäterInnen. ... all das zu thematisieren, ist eine gemeinsame Aufgabe der gesamten Bewegung gegen den G8-Gipfel von Heiligendamm. Darüber hinaus sind eine zur Zeit noch nicht absehbare Anzahl von Vorladungen, eingeleiteten Strafverfahren und zugestellten Strafbefehlen zu erwarten. Zwei Aktivisten befanden sich Anfang Juli immer noch im Knast. Wir fordern: * ein uneingeschränktes Demonstrationsrecht * die lückenlose Aufklärung der Polizeigewalt * die vollständige Offenlegung des Bundeswehreinsatzes während des G8 * die Rücknahme der Urteile aus den Schnellverfahren! * die Einstellung aller Ermittlungsverfahren gegen GegnerInnen des G8 und die Abschaffung des §129a! Kundgebung in Hamburg Samstag, den 11. August 2007 12 Uhr Gerhard-Hauptmann-Platz Es rufen auf: Antirepressionsgruppe Hamburg; Attac Hamburg; Avanti - Projekt undogmatische Linke, Hamburg; DIE LINKE, Hamburg; Ermittlungsausschuss Hamburg; Flüchtlingsrat Hamburg; Gesellschaft für operative Kunst; Hamburger Forum für Völkerverständigung und weltweite Abrüstung e.V.; Hochschulgruppe REGENBOGEN/Alternative Linke Hamburg; Netzwerk Freiheit für alle politischen Gefangenen, Norddeutschland; NoLager-Gruppe, Hamburg; REGENBOGEN - Für eine neue Linke, Hamburg; Rote Hilfe e.V., OG Greifswald; Rote Hilfe e.V., OG Hamburg; Schanzenbuchladen, Hamburg; Sozialforum Eimsbüttel; Stadtteilkollektiv Rotes Winterhude; Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN-BdA), LV Hamburg Kontakt: Rote Hilfe e.V., Ortsgruppe Hamburg, PF 306302 - 20329 Hamburg, hamburg at rote-hilfe.de ---------------------------------------------------------------------------- --- Pressemitteilung AG Soziales Berlin im Berliner Sozialforum: Anwendung politischen Sonderstrafrechtes ist fragwürdig Datum: 05.08.07 Die Anwendung des politischen Sonderstrafrechtes ist fragwürdig, kritische Wissenschaft wird kriminalisiert! Die Arbeitsgruppe Soziales Berlin im Berliner Sozialforum kritisiert die Anwendung des politischen Sonderstrafrechtes des Paragraphen 129a in dem Ermittlungsverfahren gegen Florian L., Oliver R. und Axel H.. Die Begründung für die Verhaftung des Stadtsoziologen im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens wegen Mitgliedschaft in einer "terroristischen Vereinigung" sind nicht nur abenteuerlich, sondern sind eine Weiterführung einer Politik der Legitimation von Demokratieabbau und Ausweitung der Repression durch eine inszenierte Terrorismusgefahr. Es gibt gute Gründe, die Anwendung der Verfolgungsinstrumente des "Terrorismus-Paragraphen" 129a genauer zu bestimmen bzw. ihn abzuschaffen. Peter Grottian aus dem Berliner Sozialforum erklärt: "Brandanschläge sind selbst innerhalb der rechtlichen Bestimmungen des Paragraphen 129a nur dann "terroristische Akte", wenn eine erhebliche Gefährdung des Staates nachweisbar ist. Brandanschläge im Rahmen einer sogenannter "militanten Aufklärungskampagnen" erfüllen diesen Tatbestand nicht. Wir stellen erneut fest, dass eine Ermittlungsbehörde Interesse daran hat, Protest gegen die herrschende Politik zu kriminalisieren und mit Terrorismus gleichzusetzen. Eine Generalstaatsanwältin, die bei so einer dürftigen Beweislage eine Ermittlungsverfahren auf der Grundlage des Paragraphen 129a einleitet, die hat in ihrem Amt versagt und lässt sich politisch instrumentalisieren.." Wir nehmen nicht hin, dass unser Mitstreiter Andrej H. sowie Florian L., Oliver R. und Axel H. Opfer bzw. "Kollaboralschaden" einer sogenannten Antiterrorismuspolitik werden, die nichts anderes ist als Politik mit terroristischen Mitteln. Wir fordern Aufklärung, in welchen Maße verdeckte Ermittler tätig sind und waren. Wir fordern die Bundesstaatsanwaltschaft auf, das Ermittlungsverfahren an die zuständige Gerichtsbarkeit des Landes Brandenburg zu übergeben und umgehend das Verfahren gegen Andrej H. einzustellen und die Untersuchungshaft für die anderen Beschuldigten aufzuheben. Die Ermittlungen gegen die "militanten gruppe(n)" wurden bereits im Vorfeld und während des G8-Treffens sehr zielstrebig benutzt, um gegen politische Widerständigkeit vorzu-gehen. Mit der rechtlichen Konstruktion für ein Ermittlungsverfahren gegen Andrej H. Ist eine neue Qualität der politisch motivierten Verfolgungs-Willkür erreicht: Jede wissenschaftliche Gesellschaftskritik kann in die Nähe eines potentiellen Terrorismus gestellt. Rainer Wahls für die AG Soziales Berlin im Berliner Sozialforum, sowie Peter Grottian, Judith Dellheim, Wilhelm Fehse und Corrina Genschel aus dem Berliner Sozialforum. Nachfragen und Informationen: Rainer Wahls: 0162 30 12 100 Peter Grottian 01718313314 ---------------------------------------------------------------------------- --- Wissenschaftlicher Beirat von Attac: Stellungnahme zur Verhaftung des Sozialwissenschaftlers Andrej H. Pressemitteilung 3. August 2007 * Gegen Kriminalisierung kritischer Wissenschaft Mit dem Vorwurf der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung nach § 129a StGB sind am 30. und 31. Juli vier Personen festgenommen worden. Der Wissenschaftliche Beirat von Attac verurteilt das aktuelle Verfahren und die Begründung der Haftbefehle. Sie verlassen den Boden der Rechtsstaatlichkeit und stehen für eine Ausweitung der Terrorismus-Ausnahmegesetzgebung. Wie die Verteidiger formulieren: Es wird das "versuchte In-Brand-Setzen von drei Auto unter Ausschluss einer Personengefährdung als Terrorismus" bezeichnet. Der Wissenschaftliche Beirat von Attac kritisiert insbesondere, dass die wissenschaftliche Tätigkeit von Andrej. H. als Begründung für den ergangenen Haftbefehl herangezogen wird: - Als Verdachtsmoment wird eine von Andrej H. im Jahr 1998 veröffentliche wissenschaftliche Abhandlung angeführt. Diese enthalte Schlagwörter und Phrasen, die in Texten der "Militanten Gruppe" (mg) gleichfalls verwendet werden. - Als promovierter Politologe und Promotionsstipendiat sei Andrej H. zudem "intellektuell in der Lage, die anspruchsvollen Texte der Militanten Gruppe zu verfassen". - Desweiteren stünden ihm "als Mitarbeiter eines Forschungszentrums Bibliotheken zur Verfügung, die er unauffällig nutzen kann, um die zur Erstellung der Texte der Militanten Gruppe erforderlichen Recherchen durchzuführen". - Für eine Mitgliedschaft in der Militanten Gruppe spreche ferner, dass Andrej H. in einem im Juni 2005 veröffentlichten Artikel über einen fehlgeschlagenen Anschlag der terroristischen Vereinigung "RZ" berichtete und derselbe Anschlag in einem Text der Militanten Gruppe vom Frühjahr 2005 thematisiert wurde. - Zudem verfüge Andrej H. als Promotionsstipendiat "über die intellektuellen und sachlichen Voraussetzungen, die für das Verfassen der vergleichweise anspruchsvollen Texte der Militanten Gruppe erforderlich sind". Dadurch wird kritische Gesellschaftsanalyse nicht nur kriminalisiert, sondern unmittelbar dem Terrorismusverdacht ausgesetzt. Die bekannt gewordenen Begründungen aus dem Haftbefehl sind eine Beleidigung für den gesunden Menschenverstand und würden - wenn sie von der Gesellschaft akzeptiert werden - die Grundlagen jeder kritischen Öffentlichkeit in einer freien Gesellschaft zerstören. Wenn sie als Indizien für die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung gelten, dann wird kritische Wissenschaft unter Generalverdacht gestellt. Der Beirat befürchtet, dass Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble und das Bundeskriminalamt einen Prozess in Gang setzen, der den Rechtsstaat in Deutschland substantiell untergräbt. Dieser Prozess begann mit der Kriminalisierung der Vorbereitung der Proteste gegen den G8-Gipel. Es wurden Büros, Buchläden und Wohnungen - wieder gestützt auf den rechtsstaatlich umstrittenen Paragrafen 129 a StGB - in einem Umfang durchsucht, der seit den 1970er Jahren unbekannt ist. Die Gefahr einer solchen Form der Kriminalisierung und Ausgrenzung könnte darin liegen, dass durch diese staatliche Aktion erst das konstruiert und provoziert wird, was vorgeblich verhindert werden soll: Terrorismus. Der Wissenschaftliche Beirat von Attac fordert von den Verantwortlichen, das Verfahren gegen Andrej H. einzustellen, ihn auf freien Fuß zu setzen und zu einer rechtstaatlichen Arbeitsweise zurückzukehren. ---------------------------------------------------------------------------- --- Howling Coalition: the Anti-globalization Movement Sprouts Freedom and Diversity by Shiro Yabu (Translation: Yuzo Sakuramoto) The 2007 G8 Summit was held in Rostock, Germany from June 6 to 8, 2007. It was a conference at which top government officials from the U.S., Canada, Britain, France, Germany, Italy, Russia, and Japan all met and confirmed their political cooperation for global domination. To oppose this, many social movements and activists from many places in Europe, Africa, the U.S., and Asia mobilized and developed a huge demonstration. In late May, we, as members of "No! G8 Japan" went to Germany. We first stayed at a squatter house in Berlin, and obtained necessary information and materials. Many anarchists and autonomists from all over the world gathered in Berlin. Small parties were held at the squatter houses, and we militant activists vowed to fight the upcoming struggle, while enjoying drinking and music. An information center for activists was set up inside the city and a map of the Summit site, as well as the latest information about action plans and police weaponry and strategies for cracking down on demonstrators were distributed there. Also shops for militant activists were selling 'black gear' such as sleeping bags, parkas, hats, masks and leather gloves. After making our preparations in Berlin we headed for Rostock. On the eve of the Summit - Riot On June 2, the anti-G8 demonstration and rally took place in the city of Rostock. 80,000 people, who were either critical of or wanted to stop the G8 Summit, mobilized and had a big parade. Led by international participants of NGOs from outside Germany, many different social movements, labor organizations, German leftist groups, and large troops of anarchists and autonomists marched through the town with balloons, gigantic puppets, music bands, trailers equipped with sound systems, and countless numbers of red and black flags and banners...and at the center of the demonstration, a gigantic black block consisting of over 10,000 people emerged. What is Black Bloc? It is a conglomerate of small groups consisting of two to twenty members. It is an open frame which anyone can be a part of, without requiring any qualifications. Black Bloc does not have an organized leadership, instead each group participates by acting according to their own judgment to compose the entire situation. At the meeting place where the demonstration ended, one of the groups in Black Bloc removed paving stones from the street and got ready to throw the stones at riot police. Another group attacked and destroyed police cars, while some other groups dragged trash cans out into the street and set them on fire. All the people in those groups are completely clad in black from head to toe, and they hide their faces with hoods and masks. The 10,000 members all dress in black to retain the anonymity of the main, most active troops. Anonymous small groups executed their own plans. Black Bloc thus created a small-scale insurrection. Stone throwing and water cannons were repeated and in the black smoke rising from the burning cars, heavily armed riot police and militants collided. The mass media shot this battle and the images was distributed globally; the 2007 G8 Summit was reported to the world as a fierce "urban riot." Dense, multi-layered coalition The uprising in Rostock right before the opening of the Summit successfully left the impression that the G8 was an unjust 'dirty conference.' At the same time it also gained good global publicity for the fact that the international people's struggle was bravely confronting the enormous ruling power at the Summit. This achievement was not accomplished solely by the contribution of Black Bloc. It was the contributions of many other social movements surrounding Black Bloc that supported and realized this insurrection. What caught my attention at the forefront of the battle was the presence of broad array of anarchists and Autonomists from various non-violent direct action groups. Around the militants who actually engaged in stone throwing, destruction and setting fires, there were many more militants of non-violent direct action groups who were actively engaged. Those non-violent militants supported the Black Bloc: they blocked the movement of the police by using tactics such as picketing or sit-ins. It was those non-violent direct action groups that confronted the armed police the most, being beaten up or pepper sprayed. Those non-violent activists protected the rioting groups, and furthermore the members of German ATTAC who organized the entirety of the rally persistently negotiated in order to avoid any confrontation with the police. Labor unions and various leftist groups put pressure on the police by influencing public opinion against them. The densely layered collation of various activist groups led our anti-Summit movement to success this time. The Black Bloc acted independently, but they were not isolated. Despite minor discord, there were persistent negotiations and efforts among different activist groups to realize a larger coalition. The Foundation of the Anti-Globalization Movement It is true that some participants of the demonstration were frustrated immediately after the reports of the riot on June 2. We heard that within the German ATTAC, the group that had played a central role in organizing the demonstration, criticism of the Black Bloc came one after another. There was even a strong opinion that the violent black-clad group should be removed from the coalition. German ATTAC ultimately maintained the coalition with Black Bloc, despite making a statement criticizing them. This had great significance. The Black Bloc has been the focus of attention as being a group that is both troublesome and awe-inspiring at the same time. They were always viewed as outsiders, but at the same time they were trusted by many activists because they were the original group who opposed the tyranny of the IMF/World Bank, and stood up against the injustice of the Davos Conference (World Economic Forum) and developed the international protest movement against the neo-liberal globalization. Their achievement is significant in the history of activism. It is not an exaggeration to say that the pioneering practices of those anarchists and Autonomists created the prelude to today's anti-globalization movement. Moreover, their directness, spontaneity and multi-central, rhizomatic organization, as well as their tolerance of diversity and efforts to build comradeship are the basis for today's anti-globalization movement. So how we feel about and evaluate the Black Bloc is indeed the issue of how the anti-globalization movement as a whole should be defined. Are those young people dressed in black the renegades of the movement? Are they situated at the core of the movement? ATTAC in Germany tacitly gave an answer. It was not the NGOs, labor unions or leftist parties, but those anonymous small groups gathered in Black Bloc that embodied and realized the democratic characteristic of today's movement the best. Those uncontrollable, countless numbers of small groups constitute the ontological ground of all the social movements in terms of their unspecified democratic character. The almost unwarrantable directness of the democracy that they request and practice pertains to the potential of all the movements. The power of those uncontrollable people has become the energy of the movement in general, so it is that the organization of the movement must make efforts to strive for supporting the diversity of those groups. What the German organizers persistently pursued and demonstrated was a general rule of what sort of coalition of movement liberates the potential of the people. In other words, instead of persisting on differences, it is a way of pursuing what is shared in common. Variety of Anti-Summit Actions >>From June 3 to 5 Rostock was crowded with many international conferences, demonstrations, street parties, and direct actions. Demonstrations against immigrant exclusion, against militarism and a demonstration for the impeachment of the global corporation, Lidl. were organized on an especially large scale. Corresponding to these simultaneous, multiple actions, on June 4 we held a protest action at the hotel where Japanese government officials were staying. We entered the lobby and displayed an anti-Summit banner and read aloud our protest statement and chanted our slogans, voicing our discontent. A report of this protest was distributed through independent media network G8TV within the same day, and was shown on a big TV screen installed at the activist camping site. A mysterious group from Japan became famous overnight. The energetic activities of media activists facilitated mutual understandings of different people and developed our sense of solidarity. Even though we didn't communicate enough through words, trust was fostered through action, which helped build our relationships. Whether international conference, peaceful demonstration, or high-risk direct action, regardless of your approach, everyone was welcomed with mutual respect. This sort of tolerance facilitates spontaneous actions of people and raises their fighting morale. The camping site where the militants stayed gradually began to warm up. Howling Coalition On June 6 in Heiligendamm, "Block G8," an action intent on blocking all the roads leading to the Summit site, took place. In order to block four highways and several mountain roads, ten thousand militants took different various actions. A Scandinavian anarchist troop took off before dawn to barricade the mountain roads with trees they had to chop down in the forest. Guided by German militants, we entered highways from the mountain and formed a picket line. Thousands of militants trekked along an unmarked trail on the mountain in order to elude police security. Twenty labor unions, newly aligned with us since the riot on June 2, joined us to confront the police. In the mountain roads the car carrying Russian officials was surrounded by anarchists and left stranded. A militant group from Berlin blocked the highway with their cars and stalled German Prime Minister Angela Merkel. While confronting armed police at different sites of actions, each of us was concerned about our comrades elsewhere and communicating with other points. This block action did not involve the entire 80,000 people, but gained the support and interest of various activist groups. On the day of the block action, Susan George, who was attending International G8-alternative summit, commented at a panel discussion as follows, "I am so moved by the feeling I have had since the anti-Iraq war simultaneous world demonstration of 2003 that I am crying tears of joy. Since I am old I can't be there in person, but people at the alternative summit are connected with the activists who are blocking Heiligendamm and we are sharing the same feeling." The direct action in Heiligendamm most expressed the power and excitement of the anti-G8 coalition. Different people independently took actions, but they were not isolated. Completely different people transcended mutual differences and discord and we, as a coalition of movements, howled. We were not able to stop the G8 Summit, but our coalition besieged it. If our experience in Germany can be maintained and the diversity of movement fully grows, our howling coalition will eventually succeed in stopping the G8 Summit. The anti-globalization movement has not yet ended. Actually it has just begun. The venue for the next G8 Summit is Japan. Militants from all over the world including Asian countries will mobilize in Lake Toya, Hokkaido. We must accommodate them and make efforts so that they will be able to fight as fully as possible. Let us not judge which form of struggle is right or wrong, but let us try our best to realize all forms of struggles! We call for the coalition of movements. [http://a.sanpal.co.jp/no-g8] -------------------------------------------------------------------------- Gipfelsoli Infogruppe Newsletter mit Nachrichten über Mobilisierungen, Debatten und Repression im Zusammenhang mit Gipfelprotesten. Die AutorInnen der Beiträge sind mit eckigen Klammern versehen. Wir können leider keine Verantwortung für die Richtigkeit der Beiträge übernehmen. Auch geben sie nicht zwangsläufig unsere Meinung wieder. Mehr Infos und Texte sowie ein Archiv des Newsletters unter www.gipfelsoli.org. Kontakt, Kritik, Beiträge: gipfelsoli at nadir.org gipfelsoli mailinglist subscribe - unsubscribe: https://lists.nadir.org/mailman/listinfo.cgi/gipfelsoli-l 24 ============================================== Gipfelinfo - Meldungen über globalisierte Solidarität und die Proteste gegen unsolidarische Globalisierung ------------------------------------------------------ www.gipfelsoli.org -- - Hintergründe zu den 129a-Verfahren - Chronologie der zur Last gelegten Anschläge (mg) - G8-Gegner veröffentlichen Aktionskarte - Camp AG: Es geht weiter - Demo 2.6. in Rostock aus autonomer Sicht ---------------------------------------------------------------------------- ---- Hintergründe zu den 129a-Verfahren Repression gegen die linksradikale G8-Mobilisierung Seit Mai 2007 gab es mehrere Razzien wegen insgesamt 4 Ermittlungsverfahren nach §129a in Hamburg, Berlin, Strausberg und Bad Oldesloe: * Am 9. Mai wegen "Bildung einer terroristischen Vereinigung zur Verhinderung des G8-Gipfels" (unter wechselnden Gruppennamen, 18 Personen) sowie "Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung (militante gruppe, 3 Personen, Anschläge seit 2001). * Am 13. Juni/ 19. Juni wegen "Bildung einer terroristischen Vereinigung (unter wechselnden Gruppennamen, z.B. AK Origami). Es geht um vier Brandanschläge auf Fahrzeuge der Bundeswehr und eine Firma, die an Rüstungsprojekten beteiligt ist in Glinde (2002), Bad Oldesloe und Berlin (2004 und 2006). * Am 31. Juli wegen "Bildung einer terroristischen Vereinigung (militante gruppe, 4 Personen). Das Bundeskriminalamt hat in der Presse mehrmals erklärt, die späteren Durchsuchungen stünden nicht im Zusammenhang mit denen des 9. Mai und damit nicht im Kontext des G8. Aus früheren Ermittlungen und Verfahren nach §129a ist allerdings bekannt, dass Durchsuchungsbeschlüsse erwirkt werden, die auf konstruierten "Erkenntnissen" basieren. Damit wird weiteres Material zusammengetragen und die linksradikale Bewegung ausgeforscht. Insofern sind diese "Erkenntnisse" in die Ermittlungen zu anderen Anschlägen, die auch im "Begründungszusammenhang" mit dem G8 stehen, eingeflossen. In lediglich 2% d er Fälle führen Ermittlungen wegen §129a zu einer Verurteilung. Allein der Aktenbestand für die Ermittlungen, die zu den Razzien am 9. Mai führten, beläuft sich auf etwa 80.000 Seiten, ca. 200 Ordner. Neben den Durchsuchungen wurden seit Jahren Dutzende von Telefonüberwachungsmaßnahmen angeordnet, Autos und Treffen akustisch abgehört. Einer Zeugin, die nach dem Brandanschlag auf das Auto von Thomas Straubhaar eine "auffällige Person" bemerkt haben will, legte das BKA zur Identifikation 80 Lichtbilder vor. Einigen der Betroffenen wird vorgeworfen, eine "militante Kampagne" gegen den G8 2007 ins Leben gerufen zu haben. Begründet wird das mit Telefonaten, in denen Mitglieder der "AG Globale Landwirtschaft" davon sprechen, die Kampagne müsse "Druck aufbauen". Verdächtig machten sich die Beschuldigten, wenn sie Webseiten kritisierter Unternehmen besuchten oder am Telefon über deren Standorte gesprochen hatten. Eine solche Kampagne würde natürlich "IT-Spezialisten" benötigen, die sich um die notwendige Einrichtung von Mailinglisten, Servern und Webseiten kümmere. Ein beträchtlicher Teil der Akten besteht in der Analyse von "Selbstbezichtigungsschreiben" (im Polizeijargon "SBS"): Seitenlang werden Formulierungen und Interpunktion verglichen, "Genitivschwächen" gesucht, Groß- oder Kleinschrift ausgewertet. Wird das Datum in der rechten oder linken Ecke platziert, mit oder ohne Null geschrieben, ist von "Imperialismus" die Rede oder von "Prekarität", beziehen sich die VerfasserInnen auf lokale Szenen oder andere linke Kampagnen, benutzen sie die Schreibweise "dissent!", "dissent" oder "Dissent" (bzw. G8 oder G-8) etc. In einem Quervergleich wird nach Ähnlichkeiten mit anderen "SBS" gesucht: Wo wird vom "Geld scheffeln" gesprochen, wer bezieht sich auf "IWF" etc. Am Ende jeder Analyse wird ein Profil potentieller VerfasserInnen entworfen: Aus welcher Stadt kommen sie, welcher Szene gehören sie an, welchen Bildungshintergrund haben sie, wie sind sie selbst in der Szene verankert. Einige der Schreiben werden anschließend konkreten Personen zugeordnet. Es wird zusammengetragen wer mit Beschuldigten zusammenwohnt oder telefoniert hat, Telefon- und Internetanschlüsse gemeinsam nutzt, mit ihnen bei Demonstrationen kontrolliert wurde oder an gemeinsamen Projekten arbeitet. Viele der Daten in den Ermittlungsakten dürften nicht unbedingt allein für die Anklageerhebung recherchiert sein. Im Gegenteil scheint eher, dass der Verfassungsschutz vom BKA für ohnehin gesammeltes Material abgefragt wurde. Deutlich wird, dass die Behörden die linksradikale Bewegung gegen den G8-Gipfel von Anfang an massiv durchleuchtet haben. Mindestens für die beiden ersten Treffen des "dissent!"-Netzwerkes in Hamburg und Berlin mit je 250 TeilnehmerInnen wurde die Überwachung der gesamten Funkzelle um den Mehringhof bzw. die Hochschule HWP beantragt. Damit sind die Behörden vermutlich in Kenntnis über jedes Handy was sich dort eingebucht hat. Dass InformantInnen anwesend waren überrascht nicht. Die Ermittlungen zu den Razzien vom 9. Mai basieren auf abenteuerlichen Konstrukten. Es wird versucht, einigen der Beschuldigten auf Biegen und Brechen ein Interesse an militanten Anschlägen nachzuweisen. Allein die Bekanntschaft mit ihnen macht verdächtig. Damit ist wieder bewiesen: wir sind alle 129a! * Soligruppe zu den Razzien 31. Juli: http://soli.blogsport.de * Soligruppen zu den Razzien 13./ 19. Juni: http://soligruppe.blogsport.de und http://soligruppenord.blogsport.de * Alle Verfahren: http://gipfelsoli.org/Repression/129a [Gipfelsoli Infogruppe] ---------------------------------------------------------------------------- ---- Chronologie der zur Last gelegten Anschläge (mg) * Juni 2001: Versendung von Drohbriefen und scharfer Munition an den Regierungsbeauftragten für die Entschädigung der Zwangsarbeiter, Otto Graf Lambsdorff, und an die Repräsentanten der "Stiftungsinitiative der Deutschen Wirtschaft" [1] * 22. Juni 2001: Brandanschlag auf ein Fahrzeug der Daimler-Benz-Niederlassung in Berlin-Marienfelde [1] * 05. Februar 2002: Versuchter Brandanschlag auf das Sozialamt in Berlin-Reinickendorf, sowie Versendung eines Bekennerbriefes, einer scharfen Patrone und eines Messers an den Sozialstadtrat von Reinickendorf, Frank Balzer (CDU), der im Bekennerbrief als "Personifizierung des alltäglichen Sozialamtsterrors" bezeichnet wird * 29. April 2002: Brandanschlag auf Fahrzeuge der Daimler-Chrysler-Niederlassung in Großziethen * 01. Januar 2003: Brandanschlag auf das Finanzamt Berlin-Neukölln * 26. Februar 2003: Brandanschlag auf zwei Bundeswehrfahrzeuge in Petershagen * 18. September 2003: Brandanschlag auf das Oberlandesgericht Naumburg (Saale) und ein Fahrzeug der Außenstelle der Staatsanwaltschaft Halle (Saale) in Naumburg * 01. Januar 2004: Brandanschlag auf den Sitz des Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin * 07. Mai 2004: Brandanschlag auf Fahrzeuge der Deutschen Telekom AG in Berlin-Wedding * 23. September 2004: Brandanschläge auf das Bezirksamt Berlin-Reinickendorf sowie auf das Sozialamt Berlin-Tempelhof-Schöneberg * 10. Januar 2005: Brandanschlag auf einen Neubau des Discounters Lidl in Berlin * 29. April 2005: Brandanschläge auf Fahrzeuge des Ministeriums für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Verbraucherschutz (MLUV) in Potsdam und ein Privatfahrzeug eines Polizeibeamten in Berlin-Reinickendorf * 17. Februar 2006: Brandanschlag auf eine Renault-Niederlassung in Berlin-Reinickendorf * 20. März 2006: Brandanschlag auf den Fuhrpark des Ordnungsamtes Berlin Treptow-Köpenick * 09. April 2006: Brandanschlag auf ein Polizeipräsidium in Berlin * 05. Mai 2006: Brandanschlag auf zwei Dienstfahrzeuge der Berliner Polizei * 24. Mai 2006: Brandanschlag auf ein Sozialgericht in Berlin-Mitte * 20. Juli 2006: Brandanschlag auf ein Autohaus in Berlin-Mitte * 04. September 2006: Brandanschlag auf zwei Dienstfahrzeuge der Bundespolizei in Berlin-Lichtenberg * 11. September 2006: Brandanschlag auf vier Dienstfahrzeuge des Ordnungsamtes Berlin-Reinickendorf * 20. Dezember 2006: Brandanschlag auf Garagen einer Arztpraxis in Dessau und Farbanschlag auf das Haus eines leitenden Polizeibeamten in Wolfen; Hintergrund ist der Tod des Asylbewerbers Oury Jalloh: Der Arzt hatte Oury Jalloh Blut entnommen und sollte sich nach dessen Tod rassistisch geäußert haben. Der Polizeibeamte soll als Dienstgruppenführer den Feueralarm aus Jallohs Zelle ignoriert und zweimal abgeschaltet haben, so dass für diesen jede Hilfe zu spät kam. * 15. Januar 2007: Brandanschlag auf Fahrzeuge der Bundespolizei in Oranienburg. Als Grund gibt die militante gruppe (mg) an, dass die Bundespolizei "das zentral ausführende Verfolgungs- und Abschiebeorgan von MigrantInnen und Flüchtlingen in der BRD" sei. Die Aktion sollte direkt in die "Abschiebemaschinerie" eingreifen und stelle ein Beispiel für militanten Antirassismus dar. Außerdem sei dieser Anschlag der erste Beitrag zur "militanten Kampagne gegen den G8-Gipfel". * 16. März 2007: Brandanschlag auf einen Bürokomplex des Verbandes Türkischer Industrieller und Unternehmer sowie der Italienischen Handelskammer für Deutschland e. V. in Berlin. Im drei Tage später aufgetauchten Bekennerschreiben setzten sich die Autoren mit dem Internationalen Aktionstag für die Freiheit der politischen Gefangenen auseinander. [5] * 18. Mai 2007: Brandanschläge auf zwei Einsatzfahrzeuge der Polizei in Berlin-Spandau. Das vier Tage später aufgetauchte Bekennerschreiben erklärt die Gründe des Anschlags - diese hingen unter anderem mit den Razzien vor dem G8-Gipfel in Heiligendamm 2007 zusammen. [http://de.wikipedia.org/wiki/Militante_gruppe] ---------------------------------------------------------------------------- ---- [Media G8way | Gipfelsoli Inforgroup] Presseerklärung 7. August 2007 * Projekt zur Geschichtsschreibung des G8-Widerstands * G8-Gegner veröffentlichen Aktionskarte Gipfelgegner aus Deutschland und anderen Ländern veröffentlichten diese Woche eine "Aktionskarte" zu den Protesten gegen den G8-Gipfel in Heiligendamm im Juni dieses Jahres. Verschiedene Gruppen haben ihre unterschiedlichen Aktionen gegen die Politik der G8 dort zusammengetragen: "Direkte Aktionen", Demonstrationen, Blockaden, Barrikaden. Die Karte zeigt Symbole, die den Standort der jeweiligen Aktion anzeigen. Sie verweisen auf Texte, Filme oder Bilder bzw. geben beim Scrollen einen Kurzüberblick. Bisher unveröffentlicht sind beispielsweise eine "Direkte Aktion" gegen die Firma "Caterpillar", einige Clowns-Aktionen, manche Blockaden oder eine Straßenbarrikade mit Zement. "Es ist soviel passiert in dieser Woche, vieles davon wurde nirgendwo dokumentiert", erklärt Hanne Jobst von der Gipfelsoli Infogruppe. "Alle Aktionen jener Tage haben erst zum Erfolg der Proteste beigetragen, genau das will die Karte zeigen". Einige der Aktionen werden von Behörden oder betroffenen Firmen beschwiegen. Die Karte ist ein Beitrag für zukünftige Massenproteste und Mobilisierungen gegen Gipfeltreffen, wie z.B. die Vorbereitung auf den G8-Gipfel in Japan 2008 oder Italien 2009. "Aktivisten können rekonstruieren welche Protestformen in Heiligendamm erfolgreich waren. Einige davon sind übertragbar, um den nächsten Gipfel, das nächste WTO-Treffen oder den Castor-Transport zu stören", ergänzt Jo Smith von der internationalen Pressegruppe Media G8way. Link zur Aktionskarte: www.gipfelsoli.org/rcms_repos/maps/action.html ---------------------------------------------------------------------------- ---- Camp AG: Es geht weiter Hallo, die Camp-AG hat auf ihrem letzten Treffen ein wenig nachgedacht, wie das denn nun mit der Protestiererei und dem Widerstand weitergehen kann. Herausgekommen ist dabei ein : Vorschlag für einen spektrenübergreifenden großen Strategiekongress im Herbst/Winter 2007 Die Aktionen im Vorfeld und rund um den Gipfel in Heiligendamm haben und werden wie kein anderes Ereignis seit langem die strategischen Koordinaten unserer Kämpfe für eine andere Gesellschaft durcheinanderwirbeln. Allein für den in Deutschland agierenden Teil dieser Bewegung sind Neubewertungen und Analysen wie denn nachhaltiger Protest ablaufen kann unumgänglich. Der massenhafte erfolgreiche Ansturm zum Zaun, die Umgehung einer hochgerüsteten Polizeiphalanx mit weitgehend unkonventionellen und friedlichen Methoden, sind vorher ebenso skeptisch beurteilt worden, wie die Möglichkeit, Massenmilitanz anzuwenden oder dieses als Drohpotential in die Waagschalen zu werfen. Wir werden kritisch bewerten müssen inwieweit dieser Mix aus unterschiedlichen Protest- und Widerstandsformen - nur singulär bei Gipfelprotesten funktioniert, - ob sie überhaupt nachhaltig wirken, - ob dazu die vergleichsweise starke Internationalisierung der Proteste beigetragen hat, - inwieweit es der spektrenübergreifende Charakter war, der vieles hat möglich werden lassen, - ob aber nicht auch zuviele Kröten für die Installierung dieses Bündnisses in Form des Hannoverkreises geschluckt wurden - und wir werden diskutieren müssen, warum einiges an gewünschten Protestformen, wie Plan B und dezentrale Aktionen nicht in dem gewollten Umfang funktioniert haben. Wir wollen und können als CampAG diese Fragen nicht als Kollektiv beantworten, uns ist bei unserer Arbeit aber ein Aspekt besonders wichtig gewesen: das kategorische Beharren auf einem spektrenübergreifenden Charakter der Camps und mithin der Proteste, der nicht gleichschaltet oder bei dem die jeweiligen anderen Spektren rein strategisch instrumentalisiert werden, sondern eben die Vielfalt zugelassen wird, sowie bei dem dieser Charakter als momentan notwendige Form und als Stärke begriffen wird. Diesen Charakter möchten wir auch zukünftig als Transmissionsriemen verstanden wissen um damit der Verwirklichung einer neuen Entfaltung sozialer Kräfte gegen die bestehenden Verhältnisse voranzutreiben. Eine gemeinsame G8-Protestauswertung und Richtungsentscheidung für die nächsten Kämpfe scheint uns dazu unerlässlich. Derzeit finden in vielen Modulen und in vielen Spektren Diskussionen statt zur Analyse der Ereignisse von Heiligendamm und der daraus folgenden Strategie für die linke und linksradikale Bewegung. Soweit bekannt, treffen sich jetzt Attacies auf deren Sommerakademie, die IL an der Mosel, im September das dissentNetzwerk und vom 18.-21.Oktober findet das Sozialforum in Cottbus statt. An diese und andere zahlreiche lokale und gruppeninterne Treffen haben wir Erwartungen: Wir hoffen, daß bis zum Herbst damit in dem Auswertungsprozeß der einzelnen Spektren erste Vorschläge erarbeitet werden, - welche strategischen Elemente in unserem Kampf z.B. in 2008 und 2009 elementar sein sollen. - Welche Teilkämpfe in der Gesellschaft haben unsere besondere Aufmerksamkeit - oder gibt es Ideen wie wir ein übergeordnetes Ganzes der Proteste schaffen können? - Haben die Gipfelproteste in Japan 2008 und Sardinien 2009 einen besonderen Stellenwert für uns? Wenn denn diesbezügliche oder andere strategische Vorschläge und Analyseergebnisse von den einzelnen Spektren in die Debatte geworfen werden, können wir uns als CampAG sehr gut vorstellen, unseren Teil dazu beizutragen, diese Debatte infrastrukturell zu unterstützen. Sprich, wir schlagen vor, Ende Herbst oder Anfang Winter 2007 ein ganz großes mehrtägiges strömungsübergreifendes Debattier-, Strategie- und Netzwerktreffen zu machen. Erste vorbereitende Gespräche gibt es schon, für diesen Kongress in Berlin Räumlichkeiten zu finden, wenn denn dieser Ort als Kongressort gewünscht wird. Wir wollen uns maßgeblich an der inhaltlichen und organisatorischen Ausrichtung dieses Kongresses beteiligen. Wir haben von vielen TeilnehmerInnen der Camps ein positives feedback erhalten und glauben, uns so auch einiges an Reputation erarbeitet zu haben, um bei der Vorbereitung so eines Treffens den spektrenübergreifenden Charakter gewährleisten zu können. Da die Vorbereitung eines solchen Kongresses einiges an zeitlichem Vorlauf braucht, bitten wir die jeweiligen Spektren um ein frühzeitiges Feedback über den hier gemachten Vorschlag. Ob ein Wochende Zeit genug ist, die Fülle der Fragen zu diskutieren, oder ob wir uns mittels Brückentagen oder überhaupt in den Winterferien mehr Zeit nehmen sollten, sollte bei diesem Feedback berücksichtigt werden. Erwartungsvolle Grüße von der Camp AG ---------------------------------------------------------------------------- ---- Demo 2.6. in Rostock aus autonomer Sicht "I wear the black for the poor and beaten down... (And) for the prisoner who has long since served his time." Johnny Cash Der folgende Text wurde von unterschiedlichen Menschen aus der radikalen Linken erstellt, die wie viele, auch unterschiedliche Meinungen und Ansichten zu den Ereignissen am 2. Juni 2007 haben. Eines haben wir aber alle gemeinsam: den Willen zum Widerstand, der in seiner praktischen Ausführung mit den unterschiedlichen Ausdrucksformen von uns allen respektiert wird. Öffentliche Denunziation und einseitige Schuldzuweisung sind nicht unsere Mittel. Mit dem Text wollen wir lieber positive und negative Kritik üben, an uns selbst, als auch an den Leuten, mit denen wir die letzten 2,5 Jahre an einem Widerstandskonzept gearbeitet haben. Die Großdemonstration am 2. Juni 2007 in Rostock. Die Demo am 2. Juni in Rostock war ein Erfolg. Nicht trotz sondern wegen des schwarzen Blocks und der massiven Gegenwehr aus den unterschiedlichen Blöcken der Demonstration. Die Auseinandersetzungen mit den Bullen und der Angriff auf die Sparkasse etc. erzeugten Bilder, die unmissverständlich eine radikale Kritik an den herrschenden Verhältnissen und eine Ablehnung des offiziellen G8 Treffens zeigten. Hier ging es einer ganzen Menge Menschen nicht darum, mit den Herrschenden "in Dialog zu treten", "gehört zu werden" oder um "konstruktive Kritik" (d.h. mitmachenwollen bei der Organisation der Kapitalverwertung). Die Riots von Rostock waren eines der wenigen nicht integrierbaren oder umdeutbaren Zeichen gegen das Treffen der selbsternannten Herrscher der Welt. Hier wurden Symbole des kapitalistischen Systems angegriffen, ob es nun Banken oder Bullen sind, um "Nein" zu sagen, "Nein" zu einem ungerechten und unterdrückenden Weltwirtschaftssystem. "Den Kapitalismus angreifen" - dieses Motto wurde am 2. Juni 2007 tatkräftig umgesetzt - als unversöhnliches Zeichen, getragen von vielen internationalen, autonomen, linksradikalen und anarchistischen Gruppen und Einzelpersonen. Dabei waren "wir" nicht nur die Menschen aus organisierten kleinen oder größeren Zusammenhängen, am Samstag haben viele Leute wütend zum Stein gegriffen. Der Riot war nicht nur als Ausdruck von Wut gegen die Arroganz der Macht, die vor dem Hintergrund zunehmender staatlicher Repression, wie der Razzien am 9. Mai 2007, massiven Eingriffen in das Demonstrationsrecht vergangener Jahre wie Vermummungsverbot, Videoüberwachung, Polizei-Sonderkommandos zur Festnahme, Seitentransparent-Auflagen, Vorkontrollen, Wanderkessel, usw. zu sehen ist, sondern machte den Widerstand unkalkulierbarer für den Polizei- und Staatsapparat. Dieses Zeichen verfolgte das strategische Ziel, große Zusammenkünfte der Herrschenden (WTO, G8, IWF) zu behindern, effektiv zu blockieren und letztendlich zu verunmöglichen. Als unmittelbares Ergebnis, bzw. auch aufgrund der militanten Auseinandersetzungen bei der WTO-Konferenz in Seattle 1999, der IWF/Weltbank-Tagung in Praha 2000 und dem G8-Gipfel in Genova 2001, entschieden die G8-Staaten unserer Meinung nach die weiteren G8-Gipfel fernab großer Städte und Metropolen abzuhalten, in ländlichen Regionen mit vermeintlich schwächer ausgeprägten Widerstandspotenzialen. Können wir den Widerstand an Massivität und Intensität in den nächsten Jahren aufrechterhalten, werden G8-Treffen vielleicht nur noch im Hochgebirge, in der Antarktis oder virtuell stattfinden können. Viele Militante haben sich dem von der "Interventionistischen Linken" (IL) organisierten "make capitalism history" Block angeschlossen. Dieser Block war als "geschlossener" Schwarzer Block organisiert, für alle autonomen und anarchistischen Gruppen offen. Das Konzept hat im Nachhinein das spätere militante gemeinsame Vorgehen erleichtert bzw. ermöglicht. Zum deutlichen Charakter trugen auch Mobilisierungs-Plakate aus dem IL-Spektrum mit vermummten und behelmten DemonstrantInnen als Plakatmotiv bei. Schon während und vor allem nach den Angriffen auf Polizei und Banken gab es verzweifelte Distanzierungsversuche von Vertretern unterschiedlicher Organisationen, die teils die Großdemonstration mit organisiert haben, teils die Blockaden für die kommenden Tage vorbereitet haben. Zusammen mit der offiziellen Presse strengten sich viele an, die militante Widerstandform zu entpolitisieren. Als Resultat der Distanzierungen berichteten die offiziellen Medien ausschließlich über "Gewalt" und die ist selbstverständlich nur legitim, wenn sie vom Staat ausgeht. Letztendlich ist das ein altbekanntes Spiel und von Spiegel, FAZ und TAZ ist auch nichts anderes zu erwarten. So wurde die inhaltliche Aussage "make capitalism history" in den folgenden Tagen medial völlig verschwiegen. Der Distanzierungswahn von einigen Attac SprecherInnen war für uns nicht weiter verwunderlich. Viel wichtiger für die Debatte ist, dass die Attac Basis den Spaltungs-Versuch von Peter Wahl, Pedram Shahyar und Sabine Leidig vom Attac-Koordinierungskreis am Montag beim Attac-Plenum auf dem Rostock-Camp zurückwies, die eine eigene Attac-Blockade in Abgrenzung zu Block G8 und in völliger Absprache mit der Polizei durchzusetzen versuchten. Diese Spaltung wurde von den BasisaktivistInnen verhindert. Neu für uns waren und sind die heftigen Distanzierungen von Vertretern aus dem linksradikalen Lager. Ein Tiefpunkt war sicherlich Christoph Kleines (IL, Sprecher von Block G8, AVANTI) Analyse der Beteiligten: "Es war eine wilde Mischung aus Hooligans, Jugendlichen aus der Gegend und Leuten aus dem Ausland" (Welt 4.6.07). Noch viel mehr auf Diffamierung ausgerichtet zweifelslos Monty Schädels (Geschäftsführer der DFG-VK und Mitorganisator der G8-Proteste, Anmelder der Großdemo am 2. Juni) Totalitarismustheorie für Anfänger. Er verglich die Bilder mit den Progromen in Rostock Lichtenhagen 1992: "Dass wir jetzt diese Bilder, die wir gerade auch als Rostocker Bündnis vermeiden wollten, die Wiederholung von solchen Bildern die wir 1992 schon in Rostock bei dem Überfall auf das Asylbewerberheim hatten, wieder hier aus Rostock haben, das ist ein großer Misserfolg, das ist das, was wir nicht wollten, was von uns nicht vorbereitet worden ist, was wir auf keinen Fall gutheißen" ( ZDF am 3.6.07, Link bei Indymedia mit Streaming seines Interviews 3.6.07). Auch einer der Sprecher der IL, Tim Laumeyer von der ALB, einer linksradikalen Antifa Gruppe aus Berlin, mühte sich um Distanzierung und rechtfertigender Entschuldigung. "Zum Ende ist die Situation in einem Maße eskaliert, wie wir dies nicht wollten und ausdrücklich verurteilen" (Junge Welt, 5.6.) oder auch "Die Randalierer waren nur eine kleine Minderheit, wir wollen keine Gewalt" (Mopo , 4.6.) und "Eine Eskalation wie in Rostock darf es nicht wieder geben" (Vanity Flair, dpa, 6.6.) Hier wird sich nicht nur politisch distanziert, sondern auch der Sprachduktus herrschender Terminologien unreflektiert übernommen und letztendlich dadurch entpolitisiert, etwa wenn von "Randalierern" die Rede ist. Interessant ist hier zu beobachten, dass sich einzelne Sprecher der IL in Rostock von den militanten Geschehnissen und Auseinandersetzungen mit der Staatsmacht distanziert haben, während sich doch zumindest Teile der IL genüsslich am Riot beteiligten. Inzwischen gab es ja von verschiedener Seite Entschuldigungen und Erklärungen (z.B. ALB, 05. Juni, http://www.antifa.de/cms/content/view/564/32/) für die Distanzierungen. Das ist gut. Ob es als Erklärung jedoch ausreicht, das Fehlverhalten einzelner, die von den Medien "überrollt" wurden, herauszuheben ist zweifelhaft. Vielmehr bleibt zu prüfen, wie man in breiten, bis weit in die bürgerliche Mitte reichenden Bündnissen einer Bündnislogik entgehen kann, die einen zwingt sich von linksradikalen Kämpfen zu distanzieren. Gezeigt hat sich auf jeden Fall, dass das Vermeiden der Militanzdebatte im Orgakreis der Großdemonstration keine geeignete Wahl war. Dies gilt insbesondere auch für uns Autonome. Das Ringen um die Akzeptanz militanten Widerstands ist ein wichtiger Hegemoniekampf in einer antistaatlichen Orientierung. Und der Kampf um die Anerkennung militanten Widerstands ist immer gleichzeitig auch der Kampf um die Anerkennung der brutalen Gewaltförmigkeit der Verhältnisse selbst. Ein sich selbst ernst nehmen im Gerede um das rassistische Grenzregime, die gnadenlose Kapitalverwertungslogik und die Angriffskriege bedeutet eben auch militanten Widerstand. Es geht hier wohlgemerkt immer noch um einen symbolischen Kampf. Steine auf Schaufensterscheiben oder schwer gepanzerte Bullen bedeutet nicht den Kapitalismus zu zerschmettern. Es ist ein unversöhnliches Zeichen an ein menschenverachtendes System. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Besser gemeint, aber letztlich auch distanzierend ist "die Bullen haben angefangen". Wir wissen, dass die Polizei viele Möglichkeiten zur Manipulation besitzt und diese auch einsetzt: Agents Provocateurs, direkte Angriffe wegen Lappalien (schwarzes Basecap, oder schwarzes Tuch) oder konstruierte Vorgänge. Alles so geschehen in Rostock. Dazu kommen noch Medien, die zunächst fast ausnahmslos jede noch so dummdreiste Bullenlüge sofort verbreiten: Auf der Großdemo hätte es 400 verletzte Bullen, davon 30 Schwerverletzte gegeben - später stellte sich heraus: es waren 30, davon 2 Schwerverletzte, angebliche Säureattentate von der Rebel Clowns Army auf einzelne Bullen, in Wahrheit war es Seifenlauge, mit denen Seifenblasen gepustet wurden. Auch dementierte die Polizeileitung den Einsatz von Agents Provocateurs während des Gipfels, Zitat vom Pressesprecher der Polizei "es gibt keine BeamtInnen in Zivil auf Demonstrationen", schon am gleichen Tag tauchten mehrere Videos auf, die einen Bremer Polizeibeamten ganz in Schwarz als Zivilbullen enttarnten. Es gibt noch mehr Beispiele, doch dass die Bullen uns oft angreifen, darf jedoch nicht bei jeder Demo als (alleinige) Begründung für militanten Widerstand herangezogen werden. Wir müssen uns nicht entschuldigen, wenn wir das staatliche Gewaltmonopol in Frage stellen. Wir wollten angreifen und haben es in Rostock auch getan, auch wenn Ort und Zeit so nicht von uns gedacht waren! Schon bereits bei den Protesten gegen die WTO-Tagung 1999 in Seattle, auf die sich ja so viele aus der anti-globalisierungskritischen Bewegung beziehen, hat eine anarchistische Gruppe, das ACME Collective, am 4.12.1999 in einem so genannten "Black Block Communique" unter dem Titel "Peasant Revolt" detailliert begründet, warum es notwendig und legitim war, in Seattle kapitalistische Symbole anzugreifen und Scheiben multinationaler Konzerne wie etwa Bank of America, US Bancorp, GAP, Starbucks, Mc Donalds, Nike Town und Levis etc. einzuschmeißen. Endlich mal konstruktive Kritik Wichtiger als die Distanzierungswelle müssen für uns andere Kritikpunkte sein. Ja, es lief nicht alles gut in Rostock. Schön wäre es zum Beispiel gewesen, wenn sich der "make capitalism history" Block nicht am Ende der Demonstration und noch vor dem Angriff der Berliner Einsatzhunderterschaften aufgelöst hätte, sondern sich geschlossen, und vor allem entschlossen, in Richtung Innenstadt bewegt hätte. Hier hätte es ausreichend Ziele und Angriffspunkte des Kapitalismus gegeben und andererseits wären "Unbeteiligte" weniger gefährdet worden. Aber anscheinend war das nicht geplant oder gewollt. Viel später gab es dann den erneuten Versuch von einigen hundert Vermummten in die Innenstadt zu ziehen, was allerdings nur bis zur ersten Bank geklappt hat, die dann auch gesmasht wurde. Hier fehlte im Nachhinein ein erneuter Treffpunkt, um weiter zu ziehen. Der Angriff auf das einzelne Polizeifahrzeug ( http://www.youtube.com/watch?v=yDqThVpu1AM) ist in dieser Form zu hinterfragen. Viele Militante kritisieren, dass, nachdem die Scheiben des Bullis eingeschlagen wurden, mit Steinen und Stangen die beiden unbehelmten und ungeschützten Polizisten, die vorne im Fahrzeug saßen, angegriffen wurden. Eine auch schwerere Verletzung konnte nicht ausgeschlossen werden. Zumindest ein Teil von uns vertritt die Auffassung, dass hiermit eine Grenze legitimer Militanz überschritten worden ist, weil es nicht unser Ziel sei, Polizeibeamte (schwerer) zu verletzen. Bei den anschließendem Riot im Stadthafen von Rostock wurden viel zu viele GenossInnen und zum Teil auch Unbeteiligte von eigenen Flaschen und Steinen getroffen und verletzt. Es müssen Wege gefunden werden, dass nicht Leute durch Würfe aus den hinteren Reihen verletzt werden. Für Leute, die keinen Bock auf diese Konfrontationen haben, muss ein geordneter Rückzug möglich sein. Zu einer verantwortlichen Militanz gehört aber auch, die Flaschen am Vorabend auszutrinken und nicht erst auf der Demo. Hier sind alle gefordert, sprecht Leute an, die auf Demos saufen! Wir müssen uns eingestehen, dass wir noch nicht weit genug sind bei der Organisierung verantwortlicher Militanz. Dies ist schwer und war in Rostock auch nicht unbedingt zu erwarten, waren wir doch alle überrascht, wie viele wir auf einmal waren. Mangelnde Erfahrung soll aber kein Grund sein, militante Demo´s ganz zu lassen. Vielmehr ist eine neue Demokultur nötig, um Militanz 1. akzeptierter , 2. sicherer für alle und 3. erfolgreicher zu machen. Und dies kann nur geschehen, wenn sich nachher nicht nur gebrüstet wird "ich war dabei und dann hab ich dem Bullen...", sondern es braucht eine Auseinandersetzung über Militanz und die kann zum Beispiel durch solche Texte, Diskussionen auf autonomen Plena, bei der Vorbereitung der nächsten Demo, etc. geschehen. Die Kritik muss ernst genommen werden. Aber sie ist auch ein Aufruf für eine bessere militante Organisierung. Schwerter zu Pflugscharen, Steine zu Botschaften.... Aber nicht nur die Aktionen selber müssen besser organisiert werden, sondern auch deren Vermittlung. Das Dictum von der "Propaganda der Tat" mag stimmen, wenn es gelingt Symbole kapitalistischer Herrschaft anzugreifen. Manchmal, so auch in Rostock, stimmt es nicht. Wir haben es nach Samstag nicht geschafft, die Legitimität von militantem Widerstand gegen die gewalttätigen, staatlichen und kapitalistischen Verhältnissen zu vermitteln. Dies hat mit Sicherheit auch viel mit möglicher Repression zu tun. Es gab zahlreiche Interview - Anfragen, eine/n am Riot Beteiligte/n vor die Kamera zu bekommen. Die Möglichkeit, über die Medien unsere Beweggründe und Inhalte zu vermitteln, hat bestanden, aber es fehlten im allgemeinen die Leute, die sich das entweder getraut oder gar gewollt hätten. Dies gilt auch für die Campinski-Presse-Gruppe, die von Leuten aus dem autonomen Spektrum betrieben wurde. Selbst "unsere" Pressegruppe hat einige Erklärungen ignoriert, so z. B. die Erklärung der "Internationalen Brigaden" ( http://dissentnetzwerk.org/node/3040) die am 06. Juni auf Indymedia veröffentlicht wurde. Ebenso die Black Barrio Erklärung ( https://www.gipfelsoli.org/Newsletter/Militanz/2709.html) aus dem Camp Reddelich vom 06. Juni, als Reaktion auf die Vorwürfe und Distanzierungen der Attac-Führungsspitze. Es hat sich gezeigt, wie wichtig es ist, unsere eigenen Strukturen wie Indymedia, Freie Radios, etc. besser zu nutzen und zu unterstützen. Dies beinhaltet eine breite Diskussion innerhalb unseres linksradikalen Spektrums über den Umgang mit Medien und die Frage über ihre Rolle als "vierte Gewalt im Staat". Letztendlich tauchen nur die alt-bekannten Gesichter in den Medien auf, deren Stellungnahme zwar eine Wohltat nach der Medienhetze war, die allerdings nur allein und ohne einen Gruppenzusammenhang abgegeben wurde. Wir halten es prinzipiell für sinnvoller, kollektiv diskutierte Meinungen von Gruppen und Zusammenhängen zu verbreiten anstatt, dass sich Einzelne, zumeist auch noch Männer, mit ihren eigenen Einschätzungen profilieren. Das ist zumindest unser Ansatz einer antagonistischen Bewegung. Das Ziel ist es gemeinsam die Ereignisse von Rostock auszuwerten und zu veröffentlichen und dies nicht einigen selbsternannten oder auch ernannten Sprechern zu überlassen. Das ist leider sehr durchgängig geschehen. Selbst das linken Szene-Blatt "analyse und kritik" hat meist nur männlichen Einzelpersonen Raum für Statements und Einschätzungen gegeben: über Sven Giegold (ATTAC), Olaf Bernau (no lager), Thomas Seibert (IL), Christoph Kleine (IL), Michael Kronawitter, Tim Laumeyer (ALB), Ulrich Brand (BUKO), Dario Azzelini (FELS) bis hin zu Raul Zelik u. Geronimo. Das ist für uns ein Rückschritt. Ebenso scheint die Tatsache, dass vornehmlich Männer sich äußern durften bzw. wollten, weder Zufall noch ein Ausdruck von reflektierten antipatriarchalen Diskussionen zu sein. Wir wollen das nicht pauschal allen unterstellen, denken jedoch, dass es an der nötigen Sensibilität diesbezüglich, zumindest gemangelt hat. Letztendlich müssen wir uns aber auch an die eigene Nase fassen. Dass es zu Riots kommen würde, haben wir nicht nur gehofft, sondern auch gewollt. Die mediale Reaktion war vorhersehbar. Mit unserem Nichtverhalten haben wir den Sprechern von NGOs, Attac und der IL das Feld überlassen, was zu Distanzierungen geführt hat. Diesem Dilemma müssen wir uns stellen, Diskussionen über Vermittlung von militanter Praxis auf Demonstrationen und den Umgang mit den Medien sind hier dringend notwendig. Dress for the moment Obwohl er es nicht wissen will, seien noch Ulrich Brands Vermutungen "Ich vermute (ich weiß es nicht und will es auch nicht wissen!), dass Menschen im Schwarzen Block mitlaufen und vielleicht sogar agieren, die sich ansonsten in ähnlichen politischen Zusammenhängen bewegen wie viele der anderen Demonstrations-TeilnehmerInnen" bestätigt. Militant sein auf Demos begründet keine Identität - sollte es zumindest nicht - sondern ist eine Aktionsform mit Stärken und Schwächen wie jede andere Aktionsform auch. Manchmal ist sie nützlich, manchmal nicht. In Rostock war sie nützlich, um dem G8 Widerstand eine unversöhnliche Note zu geben. Für einen emanzipatorischen militanten Widerstand "There must be a better world somewhere" (BB King) United Color of Resistance, 01.08.2007 -------------------------------------------------------------------------- Gipfelsoli Infogruppe Newsletter mit Nachrichten über Mobilisierungen, Debatten und Repression im Zusammenhang mit Gipfelprotesten. Die AutorInnen der Beiträge sind mit eckigen Klammern versehen. Wir können leider keine Verantwortung für die Richtigkeit der Beiträge übernehmen. Auch geben sie nicht zwangsläufig unsere Meinung wieder. Mehr Infos und Texte sowie ein Archiv des Newsletters unter www.gipfelsoli.org. Kontakt, Kritik, Beiträge: gipfelsoli at nadir.org gipfelsoli mailinglist subscribe - unsubscribe: https://lists.nadir.org/mailman/listinfo.cgi/gipfelsoli-l ================================================ C) EDITORIAL ================================================ Für den Inhalt verantwortlich: Ihr. 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Samstag, 18.08.2007 ================================================ A) INHALT ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN UND ANKÜNDIGUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 01 Verhaftung linker Sozialwissenschafter in Deutschland Thomas Schmidinger ================================================== 02 14.9., Wels: MusiSKAntenstadel infoladen wels ================================================== 03 GA: Open Air Sommerkino "Andersrum Wien" ================================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN UND KOMMENTARE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 04 Die Waffen-SS als Vorbild Café Critique ================================================== 05 Rechtsanwaltskammertag will Ungleichheitsgesetz office at RKLambda.at ================================================== 06 GLB/Gewinnbeteiligung/KV-Politik/Lohnerhöhungen "GLB" ================================================== 07 PA: Neonazi-Kundgebungen in Wels infoladen wels ================================================== 08 OGH zu 5 Jahre Ende § 209: Strafregistereintragungen bleiben Rechtskomitee Lambda (RKL) ================================================== 09 KPÖ/Teuerungsausgleich/Lohnpoliik/Pensionen/Steuerreform KPÖ ================================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< SOLIDARITÄT WELTWEIT ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 10 [Gipfelsoli Newsletter] Heiligendamm -- Seattle Öffentlicher Verteiler der Gipfelsoli-Infogruppe ================================================== 11 Termin 06.09.2007 Berlin poonn at web.de ================================================== 12 Offener Brief an Angela Merkel in der CIA-Affäre Alexandra Bader ================================================== 13 PA: Yeziden-Vertreter befürchtet bis zu 600 Tote nach Anschlägen im Nordirak WADI Austria ================================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< LINKS / VERWEISE / HINWEISE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 14 Interessante artikel bei uns Alexandra Bader ================================================== 15 Papstbesuch, Reader Religionskritik Café Critique ================================================== ================================================ B) TEXTE ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN UND ANKÜNDIGUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 01 Verhaftung linker Sozialwissenschafter in Deutschland Thomas Schmidinger ================================================== Liebe FreundInnen, Nach der Verhaftung mehrerer Sozialwissenschafter in Deutschland, fordern nun Wissenschaftler aus aller Welt die sofortige Einstellung des 129a-Verfahrens, das derzeit die deutsche Bundesanwaltschaft (BAW) wegen vermeintlicher "intellektueller Täterschaft" führt. Unter Anführung der intellektuellen Fähigkeiten und des Zugangs zu wissenschaftlichen Bibliotheken werden in diesem Verfahren mehrere deutsche Wissenschaftler verdächtigt, einer "terroristischen Vereinigung" anzugehören, der "militanten gruppe". Insgesamt sind sieben Personen betroffen, von denen sich vier in Haft befinden, darunter auch der Soziologe Dr. Andrej Holm. Auf folgender Website kann ein entsprechender Aufruf, der von Joachim Hirsch, Bob Jessop, Elmar Altvater ua. unterzeichnet wurde, unterschrieben werden: http://einstellung.so36.net/de/offenerbrief [anm.d.red: siehe dazu auch beitrag 10] lg Thomas Schmidinger -- Mag. Thomas Schmidinger e-mail: thomas.schmidinger at univie.ac.at Website: http://homepage.univie.ac.at/thomas.schmidinger/ ================================================== 02 14.9., Wels: MusiSKAntenstadel infoladen wels ================================================== Hallo!/Guten Tag! Wir bitten um Ankuendigung folgender Veranstaltung: Freitag, 14. September: In der Provinz beginnt's - Part One - MusiSKAntenstadl Konzert mit - Skaputnik (http://www.myspace.com/skaputnik, Ska, Rock, Jazz aus Wels - 100 % Meskalin (http://www.myspace.com/100percentmeskalin, Partyska aus Wien) und - Käthchen Käthchen (http://www.myspace.com/kaethchenkaethchen, Indie aus Wels) - DJing mit DJ Skarl Moik in 4672 Bachmanning (OÖ), Gasthaus Sterrer, Dorfplatz 1 Eintritt: 8,- Euro Einlass ab 18 Uhr --- Vielen Dank im voraus! Freundliche Grüsse, Kulturverein Infoladen Wels 4600 Wels http://www.infoladen-wels.at ================================================== 03 GA: Open Air Sommerkino "Andersrum Wien" ================================================== Liebe FreundInnen, Auch diesen Sommer veranstalten wir wieder gemeinsam mit dem Filmarchiv Austria ein Open Air Sommerkino. Am 20.8. zeigen wir den Film "Go West" von Ahmed Imamovic. Alle Infos dazu findet Ihr hier: http://www.gruene-andersrum.at/wien/artikel/lesen/20480/ Wir freuen uns auf Euch! ============================ http://www.gruene-andersrum.at/ ============================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN UND KOMMENTARE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 04 Die Waffen-SS als Vorbild Café Critique ================================================== Neu auf Instant Coffee - your daily critique fixe http://cafecritique.priv.at/blog Die Waffen-SS als Vorbild by Florian Markl August 10th, 2007 Alle Jahre wieder bieten die Sommermonate ambitionierten Politikern die Möglichkeit, mit eigenwilligen Vorschlägen oder Stellungnahmen, die sonst nicht einmal Kurzmeldungen wert wären, großes mediales Echo zu erlangen. Das diesjährige Sommerloch hat schon verheißungsvoll begonnen: Der ÖVP-Abgeordnete und sozialpartnerschaftliche Multifunktionär Fritz Neugebauer machte den Anfang mit dem Vorschlag, bereits dreijährige Kleinkinder sollten Tests unterzogen werden, um deren Entwicklungspotential feststellen zu können - ein Vorschlag, der von allen Experten sogleich als hochgradig schwachsinnig zurückgewiesen wurde. Als nächstes folgte Peter Westenthaler, Klubobmann des Bündnisses Zukunft Österreich (BZÖ), der seinen möglicherweise bevorstehenden Rückzug aus der Politik damit begründete, dass ihm das Niveau der österreichischen Politik zu gering sei. Der grandiose Witz dieser Meldung mag nicht-österreichischen Lesern, die mit den Niederungen der hiesigen politischen Landschaft nicht vertraut sind und die Karriere des Peter Westenthaler nicht verfolgt haben, vielleicht nicht unmittelbar verständlich sein. Ohne das Leben und Wirken des Herrn W. ausführlich würdigen zu wollen, sei zur Veranschaulichung nur angemerkt, dass sein Lamento über das Niveau der politischen Auseinandersetzung in etwa gleichzusetzen wäre mit einer Ankündigung von Jürgen Drews, er werde Mallorca verlassen, weil ihm Touristen dort zu tief seien, oder mit der Bestellung Jacques Chiracs zum obersten Korruptionsbekämpfer der EU. Das Sommerloch bietet aber auch die Möglichkeit, über grundsätzlichere Fragen zu sinnieren, die normalerweise im politischen Alltagsgeschäft zu kurz kommen. Diese Gelegenheit hat jetzt H.C. Strache ergriffen, seines Zeichens Vorsitzender der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ). In einem Interview mit der Wochenzeitschrift Format (Ausgabe 32/07) bezeichnet er die vor ein paar Monaten aufgetauchten Fotos, die Strache vermutlich bei Wehrsportübungen mit Nazis in Kärnten zeigen, als "Bubendummheiten". Jeder Mensch mache in seiner Jugend nunmal Dinge, die er, "wenn er älter und reifer ist, nicht mehr so tun würde." Mit dem Alter kommt eben die Weisheit, auch was die Erläuterung historischer Sachverhalte anbelangt: "Ich werde nie zulassen, dass man eine Generation oder auch nur Mitglieder der Waffen-SS pauschal verurteilt". Ob Strache damit andeuten will, dass er beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte Klage gegen das Urteil des Nürnberger Prozesses einbringen will? Möglich ist es: "Nicht jeder Kriegsteilnehmer hat ein Verbrechen begangen. Und es war auch nicht jedes Mitglied der Waffen-SS ein Verbrecher." Das zumindest haben die Richter im Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher in Nürnberg anders gesehen und die SS, inklusive all ihrer Gliederungen, zur verbrecherischen Organisation erklärt. Glücklicherweise sind bei Format nur besonders engagierte Journalisten beschäftigt, die Straches Geschichtsrevisionismus sogleich entschieden entgegen treten: "Aber mit Verlaub - es ist auch nicht automatisch jedes Mitglied der Waffen- SS kein Verbrecher." Ein Lob dem kritischen Journalismus Aber Strache hätte in der FPÖ nicht Karriere gemacht, wenn er nicht auch auf diesen infamen Einwand gebührend zu reagieren wüsste: "Also bitte, lesen Sie sich doch israelische Militärbücher durch, dort wird heute die Waffen-SS als eine der Eliteeinheiten erwähnt, eine Einheit, die vorbildhaft für die israelische Militärausbildung sein soll." Und wie reagieren die besonders kritischen Format-Journalisten auf diese Ungeheuerlichkeit? So: "Im Gegensatz zu Ihnen lesen wir keine israelischen Militärbücher." ______________ Kundgebung Keine Geschäfte mit den iranischen Mullahs! Gegen das Atomprogramm des Iran und seine österreichischen und europäischen Förderer! Es geht um Israel - und um den Restbestand politischer Vernunft! Sonntag, 30. September 2007 18 Uhr Stephansplatz in Wien Veranstaltet von Café Critique und der Israelitischen Kultusgemeinde mit Beiträgen von Café Critique Beate Klarsfeld (Söhne und Töchter der jüdischen Deportierten Frankreichs) Matthias Küntzel (Scholars for Peace in the Middle East) Kazem Moussavi (Green Party of Iran) Ariel Muzicant (Israelitische Kultusgemeinde) Robert Schindel Wahied Wahdat-Hagh (European Foundation for Democracy) u. a. Unterstützt von (Stand 10. 8. 2007) Aktion gegen den Antisemitismus in Österreich Anthropoid Innsbruck Anti-Defamation Forum Antifa ON Arbeitskreis Antisemitismus München Bund sozialdemokratischer Juden - Avoda David - Jüdische Kulturzeitschrift Friends of Israel Linz Hagalil.com Illustrierte Neue Welt Misrachi Österreichischer Gedenkdienst Prozionistische Linke Frankfurt Redaktion Bahamas Scholars for Peace in the Middle East - Austria Studienvertretung Politikwissenschaft / Universität Wien Weblog Lizas Welt www.juedische.at Zionistische Föderation in Österreich (ZFÖ) Zwi Perez Chajes Loge der B'nai B'rith Sharon Adler (AVIVA-Berlin) Cordula Behrens, Oldenburg Daniela Ebner Gudrun Flügge, Oberursel Heimo Gruber (Österreichisch- Israelische Gesellschaft) Philipp Heimberger (Diskussionsforum Liberal in Österreich) Siegward Kunath (ehm. Ephorus an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal) Wolfgang Neugebauer Gerhard Oberschlick Klaus Thörner, Oldenburg ____________ Die islamische Republik Iran - Analyse einer Diktatur Symposium 29./30. September 2007 Campus der Universität Wien, Altes AKH Samstag: Hörsaal D, Hof 10,13 Sonntag: Hörsaal C1, Hof 2 (Alserstraße/Spitalgasse, Straßenbahn 5, 33, 43, 44) Veranstaltet von Café Critique und Scholars for Peace in the Middle East/Austria (Bitte planen Sie Zeit für eventuelle Einlasskontrollen ein.) http://www.cafecritique.priv.at ================================================== 05 Rechtsanwaltskammertag will Ungleichheitsgesetz office at RKLambda.at ================================================== Der ÖRAK (Presseaussendung unten) schlägt ein Partnerschaftsmodell vor, dass die Ungleichbehandlung hetero- und homosexueller Paare fortschreibt. Gleichgeschlechtlichen Paaren soll nicht nur weiterhin die Ehe verboten sein und sie auf das Reservat/Ghetto eines Sonderinstitutes verwiesen werden sondern es sollen für homosexuelle Paare nicht einmal inhaltlich die gleichen Regelungen gelten wie für verschiedengeschlechtliche Ehepaare. Insb. sollen die folgenden Abweichungen Platz greifen: - keine Lebenspartnerschaft (LP) unter 18 (Ehe ist ab 16 möglich) - keine LP zwischen Stiefgeschwistern - jederzeitige grundlose einseitige Auflösung (weder Scheidungsgründe noch Mindesttrennungszeit) - kein nachehelicher Unterhalt - keine (Stief- oder Fremdkind)Adoption Diese Ungleichbehandlung gleich- und verschiedengeschlechtlicher Paare ist für das RKL nicht akzeptabel. Für hetero- und homosexuelle Partnerschaften müssen die gleichen Regelungen gelten. In einer auf den Grundrechten basierenden demokratischen Rechtsordnung darf es nicht zwei Klassen von Recht für zwei lediglich auf Grund ihres Geschlechts und ihrer sexuellen Orientierung definierten Gruppen von Menschen geben. Rechtskomitee Lambda (RKL) mailto:office at rklambda.at www.rklambda.at Das 1991 gegründete Rechtskomitee LAMBDA (RKL) arbeitet überparteilich und überkonfessionell für die umfassende Verwirklichung der Menschen- und Bürgerrechte gleichgeschlechtlich l(i)ebender Frauen und Männer. In seinem Kuratorium vereinigt es so prominente Mitglieder wie Bundeskanzler Dr. Alfred Gusenbauer, NRPräs. Mag. Barbara Prammer, die vormalige Justizministerin Mag. Karin Gastinger, Präs. NRAbg.a.D. Peter Schieder, Volksanwältin Mag. Terezija Stoisits, den Generaldirektor für öffentliche Sicherheit Dr. Erik Buxbaum, die Präsidentin der Vereinigung der österreichischen Richterinnen und Richter Dr. Barbara Helige, die Vizepräsidentin der Rechtsanwaltskammer Wien Dr. Elisabeth Rech, den Vorstandsvorsitzenden der D.A.S.-Rechtsschutzversicherung Dr. Franz Kronsteiner, den Präsidenten des Weissen Rings Dr. Udo Jesionek, den Generalsekretär von Amnesty International Österreich Mag. Heinz Patzelt und die bekannten Menschenrechtsexperten Dr. Lilian Hofmeister und Univ.-Prof. Dr. Manfred Nowak, die Verfassungsexperten Univ.-Prof. Dr. Christian Brünner, Univ-Prof. Dr. Bernd-Christian Funk, Univ.-Prof. Dr. Heinz Mayer und Univ.-Prof. Dr. Ewald Wiederin, den renommierten Kinder- und Jugendpsychiater Univ.-Prof. Dr. Max Friedrich und die Kinder- und JugendanwältInnen von Wien DSA Monika Pinterits und Dr. Anton Schmid, die Sexualwissenschafter Univ.-Prof. Dr. Josef Christian Aigner, Prof. Dr. Rotraud Perner und Mag. Johannes Wahala, den Theologen Univ.-Prof. Dr. Kurt Lüthi, Life- Ball-Organisator Gery Keszler, Entertainer Günter Tolar u.v.a.m. Das 15jährige Bestehen des Rechtskomitees LAMBDA (RKL) wurde über Einladung von NRPräs. Mag. Barbara Prammer am 2. Oktober 2006 mit einem historischen Festakt im Nationalratssitzungssaal des Parlaments in Wien gefeiert. Dieser weltweit ersten Ehrung einer homosexuellen Bürgerrechtsorganisation in einem nationalen Parlament wohnten unter den über 500 TeilnehmerInnen auch höchste RepräsentantInnen aus Justiz, Verwaltung und Politik bei. Presseaussendung des Österreichischen Rechtsanwaltstages (ÖRAK): Rechtsanwälte zu Lebenspartnerschaften 09.08.2007 Veränderungen des familiären und partnerschaftlichen Zusammenlebens legen gesetzgeberische Maßnahmen nahe, die diesen Veränderungen Rechnung tragen. Der Österreichische Rechtsanwaltskammertag sieht seine Aufgabe auch darin, Vorschläge zu gesetzlichen Änderungen im Zusammenhang mit gesellschaftlich relevanten Entwicklungen zu machen. Die österreichischen Rechtsanwälte sprechen sich für die gesetzliche Regelung einer gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaft, die der Ehe angenähert ist, aus. Der Österreichische Rechtsanwaltskammertag stellt dazu folgende Überlegungen an: Eine Lebensgemeinschaft wird von zwei Personen gleichen Geschlechts auf Dauer vor dem Standesamt geschlossen. Diese Lebensgemeinschaft ist nicht begründbar mit Minderjährigen, zwischen Verwandten gerader Linie, Geschwistern und Stiefgeschwistern sowie bei aufrechter Ehe oder bereits bestehender Lebensgemeinschaft. Die Begründung der Lebenspartnerschaft erfolgt durch einen Registrierungsakt beim Standesamt. Die Rechte und Pflichten der Partner sind gleich. Sie betreffen insbesondere gemeinsames Wohnen und Wirtschaften sowie die gegenseitige Fürsorge und Unterstützung. Grundsätzlich gilt bei einer gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaft das Prinzip der Gütertrennung. Die vertragliche Regelung der vermögensrechtlichen Verhältnisse und des Unterhalts ist möglich. Der Lebenspartner hat ein gesetzliches Erbrecht und Anspruch auf einen Pflichtteil. Die Beendigung der gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaft erfolgt einvernehmlich. Voraussetzung ist, dass diese Lebensgemeinschaft bereits bestimmte Zeit nicht mehr aufrecht ist und ein Einvernehmen über die vermögensrechtlichen Angelegenheiten hergestellt wird. Kann ein solches Einvernehmen nicht hergestellt werden, wird die Lebenspartnerschaft durch gerichtliche Entscheidung dann aufgelöst, wenn die weitere Aufrechterhaltung einer ihrem Wesen entsprechenden Gemeinschaft nicht mehr zu erwarten ist. In einem solchen Fall erfolgt die Regelung der Vermögensverhältnisse durch Aufteilung des Gebrauchsvermögens und der Ersparnisse ebenfalls durch gerichtliche Entscheidung. In Österreich gibt es 5000 Rechtsanwälte, rund fünfzehn Prozent davon sind Frauen. Rechtsanwälte sind bestausgebildete und unabhängige Rechtsvertreter und -berater, die nur ihren Klienten verpflichtet und verantwortlich sind. Primäre Aufgabe ist der Schutz, die Verteidigung und die Durchsetzung der Rechte Einzelner. Dritten gegenüber sind Rechtsanwälte zu absoluter Verschwiegenheit verpflichtet, womit auch eine völlige Unabhängigkeit vom Staat gewährleistet wird. Vertreten werden die Rechtsanwälte durch die Rechtsanwaltskammern in den Bundesländern sowie durch den Österreichischen Rechtsanwaltskammertag, ÖRAK, mit Sitz in Wien. ================================================== 06 GLB/Gewinnbeteiligung/KV-Politik/Lohnerhöhungen "GLB" ================================================== Pressedienst des Gewerkschaftlichen Linksblocks (GLB), Hugogasse 8, A-1110 Wien - Telefon +43 664 61 45 012 oder +43 1 53 444-308 - Mail office at glb.at - Web www.glb.at - Ausgabe vom 13. August 2007 Gewinnbeteiligungen sind kein Ersatz für eine offensive Lohnpolitik Aushöhlung von Sozialversicherung, Pension, Abfertigung und Basis künftiger Lohnerhöhungen Kein Ersatz für eine offensive Lohnpolitik der Gewerkschaften ist die von Regierung und Sozialpartnern forcierte Gewinnbeteiligung, stellt die Fraktion Gewerkschaftlicher Linksblock im ÖGB (GLB) zu diesbezüglichen Plänen fest. Das Regierungsabkommen von SPÖ und ÖVP sieht wörtlich die "nachhaltige Forcierung der Mitarbeiterbeteiligung mit Zugangsmöglichkeiten für alle Arbeitnehmer (Gewinn- und/oder Kapitalbeteiligung)" vor. "Die Diskussion über eine Gewinnbeteiligung ist eine Reaktion auf eine nicht mehr zu ignorierende Verteilungsdebatte, sie ist allerdings die falsche Antwort darauf", meint GLB- Bundesvorsitzende Karin Antlanger. Statt den Lohnabhängigen den ihnen zustehenden Anteil am Produktivitätswachstum zuzugestehen, will man sie als Miteigentümer in die Pflicht nehmen und ihnen zum vorhandenen Risiko des Arbeitsplatzverlustes auch noch zusätzlich das Unternehmerrisiko aufhalsen. Zur Förderung solcher Gewinnbeteiligungen ist im Zusammenhang mit der für 2010 in Aussicht gestellten Steuerreform vorgesehen, den Freibetrag für Erwerb oder Schenkung von Firmenanteilen von derzeit 1.460 Euro jährlich kräftig anzuheben und die Haltefrist solcher Aktien von derzeit fünf Jahren zu verkürzen. Gleichzeitig überlegen die Regierungsparteien solche Gewinnbeteiligungen freiwillig (ÖVP) oder verpflichtend (SPÖ) zur Pensionsvorsorge zu verwenden, offensichtlich um damit den Rückzug des Bundes aus der Verantwortung für die Drittelfinanzierung der Pensionen zu verstärken. Hinter diesen Plänen steckt sehr durchsichtig die Absicht, den Lohnabhängigen den ihnen zustehenden Anteil an der enormen Produktivitätssteigerung bei den anstehenden Kollektivvertragsverhandlungen vorzuenthalten. Angesichts einer seit Ende der 70er Jahre sinkenden Lohnquote, seit gut einem Jahrzehnt stagnierender Realeinkommen und gleichzeitig explodierenden Dividenden und Managerbezügen ist eine kräftige Reallohnsteigerung ein Gebot der Stunde, auch in Hinblick auf eine Stärkung der Binnennachfrage und damit als Maßnahme zur nachhaltigen Belebung der Wirtschaft: "Die Reaktionen der Gewerkschaftsspitzen auf die Ansage von Sozialminister Erwin Buchinger für eine Lohnerhöhung um vier Prozent zeigen jedoch, dass der ÖGB einmal mehr faulen Kompromissen mit der Unternehmerseite Vorrang vor den legitimen Interessen der ArbeiterInnen und Angestellten gibt", kritisiert Antlanger. Eine Orientierung auf Gewinnbeteiligungen hat eine Reihe negativer Auswirkungen, warnt der GLB. So würden davon nur Beschäftigte in hochprofitablen Unternehmen profitieren. Beschäftigte in anderen Betrieben würden dabei durch die Finger schauen und sich mit einer Alibi-Lohnerhöhung zufrieden geben müssen. Ein weiterer Aspekt ist, dass Einkünfte aus Gewinnbeteiligungen weder für die Sozialversicherung und damit auch die Pension noch für Abfertigung und künftige Lohnerhöhungen wirksam werden. In keinerlei Hinsicht sind daher Gewinnbeteiligungen ein Ersatz für angemessene Lohnverhandlungen. Damit stellt diese Orientierung nur einen Baustein in der Unternehmerstrategie dar, zunehmend brancheneinheitliche KV-Abschlüsse durch betriebliche oder individuelle zu ersetzen um den Einfluss der Gewerkschaften als Interessensvertretung der Lohnabhängigen auszuschalten. Der GLB verlangt daher statt einer solchen fragwürdigen Orientierung eine offensive Lohnpolitik die neben der Inflationsabdeckung auch einen möglichst hohen Anteil am Produktivitätswachstum enthält. Darüber hinaus ist eine Ergänzung durch eine rasche soziale Steuerreform mit einer höheren Besteuerung von Kapital und Vermögen sowie Entlastung der unteren und mittleren Einkommen durch Senkung des viel zu hohen Eingangssteuersatzes von derzeit 38,3 Prozent ab 10.000 Euro Jahreseinkommen notwendig. ================================================== 07 PA: Neonazi-Kundgebungen in Wels infoladen wels ================================================== Presseaussendung Kulturverein Infoladen Wels - 13. August 2007: "Kundgebungen des neonazistischen 'Bund freier Jugend' in Wels" Am Samstag, 11. August trat die Neonazi-Organisation "Bund freier Jugend" erneut in Erscheinung - diesmal in Wels. Nachdem in den letzten Tagen diverse Teile der Innenstadt mit BFJ-, AFP- und NPD-Aufklebern zugepflastert wurden, führte eine Gruppe von rund ca. 12 bis 15 Neonazis am Samstag in der Welser Innenstadt (etwa beim Gefängnis) mehrere vermutlich unangemeldete Kundgebungen durch, bei denen die bereits bekannten Plakate (die "Welser Rundschau" berichtete am 25. Juli 07 darüber), ein Transparent sowie Flugblätter, auf denen die Freilassung der drei inhaftierten Führungskader Michael Scharfmüller, Rene Hönig und Stefan Magnet gefordert wird, verwendet wurden. Zum Abschluss stattete der Neonazitrupp auch dem Vereinslokal des antifaschistischen Kulturvereines Infoladen Wels einen Besuch ab. Hierbei kam es zu einem tätlichen Übergriff eines BFJ-Mitglieds auf eine im Vereinslokal anwesende Person (bei dem zum Glück niemand verletzt wurde) und zusätzlich zu einem Ladendiebstahl, der bei der Polizei angezeigt wurde. Die Fassade der "anständigen Deutschen" vom BFJ bröckelt -- wie man sieht - immer mehr. Der Neonazitrupp wurde von einem BFJ- Kader angeführt, der unter dem Pseudonym "Volker Dorn" agiert. "Volker Dorn" trat etwa am 05. Mai 2007 bei einem Neonazitreffen der "Jungen Nationaldemokraten" (Jugendorganisation der NPD) in Erlangen/ Bayern als Redner auf. (Quelle: http://www.doew.at/frames.php?/projekte/rechts/chronik/2007_05/europatag.htm) "Wie die Kundgebungen, Flugblatt- und Plakataktionen sowie Internetaktivitäten der letzten Wochen gezeigt haben, ist der neonazistische 'Bund freier Jugend' nach wie vor aktiv. Rassismus, Homophobie und Rechtsextremismus beschränken sich nicht auf diese kleine Gruppe sondern sind ein gesamtgesellschaftliches Problem. Wir fordern die Behörden auf, sich nicht länger auf den durch die Verhaftung von drei Führungskadern erworbenen Lorbeeren auszuruhen und endlich gegen den 'Bund freier Jugend' und seine Mitglieder vorzugehen, um zu verhindern, dass weitere Jugendliche von diesen Ewiggestrigen rekrutiert werden und diese Gruppe weiterhin ihre Hetze betreiben kann", so Markus Rachbauer, Obmann des Kulturvereines Infoladen. Rückfragehinweis: Kulturverein Infoladen Wels Tel.: 0699-81983809 (Markus Rachbauer) ================================================== 08 OGH zu 5 Jahre Ende § 209: Strafregistereintragungen bleiben Rechtskomitee Lambda (RKL) ================================================== ENGLISH TEXT BELOW! 5 Jahre Aufhebung des § 209: OGH ERWEITERT GRUNDRECHTSSCHUTZ ERHEBLICH - AUSSER FÜR DIE § 209-OPFER RKL ruft Menschenrechtsgerichtshof an Die Aufhebung des letzten anti-homosexuellen Sonderstrafgesetzes jährt sich heute zum fünften Mal. Just zu diesem Jubiläum wurde ein für den Grundrechtsschutz allgemein ebenso sensationelles wie für die Opfer des § 209 StGB zynisch anmutendes Urteil des Obersten Gerichtshofs (OGH) zugestellt. Während sich alle Opfer von Grundrechtsverletzungen in der Strafjustiz künftig direkt an den OGH wenden können, gilt dies für die § 209-Opfer nicht. Ihre Verurteilungen bleiben weiterhin als Vorstrafen im Strafregister. Das Rechtskomitee LAMBDA (RKL) hat den Menschenrechtsgerichtshof (EGMR) angerufen. Am 14.08.2002 (00:00) ist § 209 Strafgesetzbuch ausser Kraft getreten, der für männlich-homosexuelle Kontakte eine Mindestaltersgrenze von 18 Jahren festgelegt hatte; während für heterosexuellen und lesbischen Sex eine Altersgrenze von 14 galt. Auf den Tag genau fünf Jahre später wurde nun ein Urteil des OGH zugestellt, das an zynischer Wirkung kaum zu überbieten ist. Der Antragsteller vor dem OGH wurde dreimal auf Grund des berüchtigten § 209 Strafgesetzbuch (StGB) zu Freiheitsstrafen verurteilt. Eine dieser Verurteilungen hatte er vor dem Europäischen Menschenrechtsgerichthof (EGMR) bekämpft. Der EGMR hat (auch in diesem Fall) § 209 sowie die darauf gegründete Verurteilung als schwer menschenrechtswidrig erkannt und Österreich verurteilt (G.B. & H.G. vs. Austria, 02.06.2005). Auf Grund dieses Urteils des EGMR wurde das Strafverfahren erneuert und der Verurteilte freigesprochen. Die zwei anderen, ebenso schwer menschenrechtswidrigen § 209-Verurteilungen sind aber nach wie vor im Strafregister vorgemerkt. Eine Begnadigung hat das Justizministerium abgelehnt. Der Mann beantragte bei der für die Führung des Strafregisters zuständigen Innenministerin die Löschung der Verurteilung aus dem Strafregister. Begehrt hat er damit ausdrücklich nicht die Aufhebung der Verurteilung oder deren Ausscheiden aus dem Rechtsbestand, sondern lediglich die Beendigung der weiteren österreichweiten Evidenthaltung der Verurteilung durch die Polizei. Dennoch hat der Verfassungsgerichtshof die abweisende Entscheidung der Innenministerin mit der Begründung bestätigt, dass es "nicht Sache der Strafregisterbehörde sein (könne) zu entscheiden, ob und in welchem Umfang bestimmte Verurteilungen aus dem Rechtsbestand auszuscheiden sind". Lediglich ein Gericht könne aussprechen, dass eine Gerichtsentscheidung die Grundrechte verletzt hat (VfGH 04.10.2006, B 742/06). § 209-Opfer erkämpfen historisches Urteil und bleiben auf der Strecke Der Verurteilte hat daraufhin beim Obersten Gerichtshof die Erneuerung der beiden Strafverfahren beantragt, weil der EGMR bereits mehrfach die Menschenrechtswidrigkeit des § 209 und der darauf gegründeten Verurteilungen festgestellt hat. Die Generalprokuratur ist dem entgegengetreten mit der Begründung, dass der Mann diese beiden Verurteilungen nicht beim EGMR bekämpft hatte. Der OGH hat diese Rechtsansicht der Generalprokuratur nun zurückgewiesen und dem Verurteilten grundsätzlich Recht gegeben. In der bahnbrechenden Entscheidung hat er - über den geltenden Gesetzestext hinaus - ausgesprochen, dass sich Opfer einer Grundrechtsverletzung im Bereich der Strafjustiz immer an den Obersten Gerichtshof wenden und ihr Verfahren erneuern lassen können; auch wenn sie keine Verurteilung Österreichs beim EGMR erwirkt haben, ja sogar dann, wenn es zu einer bestimmten Frage noch gar keine Judikatur des EGMR gibt (OGH 01.08.2007, 13 Os 135/06m). Die Opfer des § 209 haben damit eine historische Erweiterung des Rechtsschutzes für alle Opfer von Grundrechtsverletzungen erkämpft; und bleiben dennoch auf der Strecke. Der OGH hat diesen neuen Rechtsschutz nämlich für alle Menschenrechtsverletzungen ausgeschlossen, die länger als 6 Monate zurückliegen. Die § 209-Verurteilungen bleiben daher weiterhin als Vorstrafen im Strafregister und stigmatisieren auf Jahre hinaus die Opfer der anti-homosexuellen Sonderstrafgesetzgbung. Erst in jüngster Zeit hat das Oberlandesgericht Wien § 209 als zwar gleichheitswidrig aber moralisch einsehbar bezeichnet und die Verhängung einer höheren Freiheitsstrafe wegen Vorstrafen nach dem anti-homosexuellen Sonderstrafgesetz für rechtens erklärt (03.05.2005, 19 Bs 117/05b) sowie die bedingte Entlassung eines Strafgefangenen unter Hinweis auf seine § 209-Vorstrafen abgelehnt (13.06.2006, 20 Bs 155/06z). Eine erste Beschwerde gegen die fortgesetzte Speicherung der § 209-Verurteilungen im Strafregister liegt bereits beim EGMR (E.B. vs. Austria, appl. 31913/07). Weitere folgen in Kürze. "Es ist traurig, dass der Menschenrechtsgerichtshof neuerlich mit den nach wie vor untoten anti-homosexuellen Sonderstrafgesetzen Österreichs befasst werden muss", sagt der Wiener Rechtsanwalt Dr. Helmut Graupner, Präsident der Homosexuellen- Bürgerrechtsorganisation Rechtskomitee LAMBDA und Vertreter der § 209-Opfer, "Das Parlament könnte unserer Republik diese nochmalige Blamage ersparen, doch dort liegt der noch von RKL- Kuratoriumsmitglied Terezija Stoisits eingebrachte Antrag für ein Amnestie-, Rehabilitierungs- und Entschädigungsgesetz (AREG) seit zwei Jahren völlig unbehandelt". Das 1991 gegründete Rechtskomitee LAMBDA (RKL) arbeitet überparteilich und überkonfessionell für die umfassende Verwirklichung der Menschen- und Bürgerrechte gleichgeschlechtlich l(i)ebender Frauen und Männer. In seinem Kuratorium vereinigt es so prominente Mitglieder wie Bundeskanzler Dr. Alfred Gusenbauer, NRPräs. Mag. Barbara Prammer, die vormalige Justizministerin Mag. Karin Gastinger, Präs. NRAbg.a.D. Peter Schieder, Volksanwältin NRAbg. a.D. Mag. Terezija Stoisits, den Generaldirektor für öffentliche Sicherheit Dr. Erik Buxbaum, die Präsidentin der Vereinigung der österreichischen Richterinnen und Richter Dr. Barbara Helige, die Vizepräsidentin der Rechtsanwaltskammer Wien Dr. Elisabeth Rech, den Vorstandsvorsitzenden der D.A.S.-Rechtsschutzversicherung Dr. Franz Kronsteiner, den Präsidenten des Weissen Rings Dr. Udo Jesionek, den Generalsekretär von Amnesty International Österreich Mag. Heinz Patzelt und die bekannten Menschenrechtsexperten Dr. Lilian Hofmeister und Univ.-Prof. Dr. Manfred Nowak, die Verfassungsexperten Univ.-Prof. Dr. Christian Brünner, Univ-Prof. Dr. Bernd-Christian Funk, Univ.-Prof. Dr. Heinz Mayer und Univ.-Prof. Dr. Ewald Wiederin, den renommierten Kinder- und Jugendpsychiater Univ.-Prof. Dr. Max Friedrich und die Kinder- und JugendanwältInnen von Wien DSA Monika Pinterits und Dr. Anton Schmid, die Sexualwissenschafter Univ.-Prof. Dr. Josef Christian Aigner, Prof. Dr. Rotraud Perner und Mag. Johannes Wahala, den Theologen Univ.-Prof. Dr. Kurt Lüthi, Life- Ball-Organisator Gery Keszler, Entertainer Günter Tolar u.v.a.m. Das 15jährige Bestehen des Rechtskomitees LAMBDA (RKL) wurde am 2. Oktober 2006 mit einem historischen Festakt im Nationalratssitzungssaal des Parlaments in Wien gefeiert. Dieser weltweit ersten Ehrung einer homosexuellen Bürgerrechtsorganisation in einem nationalen Parlament wohnten unter den über 500 TeilnehmerInnen auch höchste RepräsentantInnen aus Justiz, Verwaltung und Politik bei. Rückfragehinweis: 0676/3094737; 01/8763061, office at RKLambda.at, www.RKLambda.at 14.08.2007 ------------------------ 5 Years Deletion of Art. 209 SUPREME COURT SEVERELY EXTENDS PROTECTION OF HUMAN RIGHTS - EXCEPT FOR VICTIMS OF ART. 209 RKL supports applications to the European Court of Human Rights Today it is five years that the last anti-homosexual criminal statute has been deleted from the books. Exactly on the day of this anniversary the Supreme Court delivered a judgment as sensational for protection of human rights in general as it seems cynical for victims of Art. 209. While in future all victims of human rights violations by the judiciary will be entitled to address the Supreme Court directly, this still is not the case for Art. 209-victims. Their convictions remain registered in the nationwide Registry of Convictions stigmatising the victims for years to come. Rechtskomitee LAMBDA (RKL) supports applications to the European Court of Human Rights (ECHR). Art. 209 Criminal Code, which established a higher minimum age for gay sex of 18 as compared to 14 for heterosexual and lesbian sex, had been repealed by 14.08.2002 (00:00). Exactly five years later the Supreme Court now delivered a judgment with an utmost cynical effect to the victims of Art. 209. The applicant before the Supreme Court in 1997 had been convicted three times to imprisonment under the infamous Art. 209 Criminal Code (CC). One of these convictions he challenged in the European Court of Human Rights (ECHR). The ECHR (also in this case) found Art. 209 and the conviction based on it to constitute severe violations of human rights and condemned Austria (G.B. & H.G. vs. Austria, 02.06.2005). On the basis of this judgment the domestic proceedings had been reopened and the man has been acquitted. The other Art. 209-convictions however still are not just standing, but even in addition registered in the national Registry of Convictions. The Ministry of Justice refused a pardon. The man therefore applied to the Minister of Interior which is the competent authority for matters of the national Registry of Convictions for, at least, a deletion of this Art. 209-conviction from the Registry. He by this explicitly did not ask to set aside the conviction or to eliminate it from jurisdiction. He just asked for an end to the continuing storage of the conviction by the police and the transfer of this data to the Courts and other authorities. Nevertheless the Constitutional Court confirmed the negative decision of the Minister of Interior by saying that "it cannot be the business of the Registry's authorities to decide if and in how far certain convictions be eliminated from jurisdiction. Only a court could establish that a court-decision violated human rights (VfGH 04.10.2006, B 742/06). Art. 209-victims achieve a historic judgment and are left over The convict then applied to the Supreme Court for a renewal of the criminal proceedings, as the ECHR repeatedly held that Art. 209 and convictions based on it violated human rights. The Procurator General ("Generalprokuratur) opposed those applications because the man did not challenge his convictions before the ECHR. The Supreme Court rejected that position of the Procurator General and basically agreed with the applicant. In its landmark judgment it held - thereby transcending the wording of the law - that victims of human rights violations by the judiciary can always apply to the Supreme Court for a renewal of their proceedings; even if they did not achieve a conviction of Austria by the ECHR, and even if there is not yet case-law of the ECHR on a specific issue (OGH 01.08.2007, 13 Os 135/06m). So the victims of Art. 209 did achieve a historic extension of protection for all victims of human rights violations; nevertheless they themselves are left over. Because the Supreme Court excluded the new remedy for violations more then 6 months in the past. So Art. 209-convictions remain registered in the nationwide Registry of Convictions stigmatising the victims for years to come. Just recently the Upper Regional Court of Vienna, confirmed heavier punishment due to a criminal record according to Art. 209 (03.05.2005, 19 Bs 117/05b) and refused parole on the basis of prior convictions under Art. 209 (13.06.2006, 20 Bs 155/06z), saying that Art. 209 might have violated the equality clause but "did not lack general moral understanding (13.06.2006, 20 Bs 155/06z). A first application to the ECHR against the continued storage of Art. 209 convictions in the nationwide Registry of Convictions has already been filed (E.B. vs. Austria, appl. 31913/07). Others will follow. "It is really sad that the European Court of Human Rights again has to be confronted with still undead Austrian anti-homosexual criminal legislation, says Dr. Helmut Graupner, president of the Austrian lesbian and gay rights organization Rechtskomitee LAMBDA (RKL) and counsel of the victims of Art. 209, "Federal parliament could prevent this repeated shame for our country but RKL-advisory-board's member Terezija Stoisits' bill for an Amnesty-, Rehabilitation- and Compensation Act still has not been dealt with there for two years now. Rechtskomitee LAMBDA (RKL), founded in 1991, on a supra-partisan and denominational level is working for the implementation of human rights for homo- and bisexual men and women. In its honorary board it convenes so prominent members as Prime Minister Dr. Alfred Gusenbauer, President of Federal Parliament Mag. Barbara Prammer, former Minister of Justice Mag. Karin Gastinger, former President of the Parliamentary Assembly of the Council of Europe Peter Schieder, Federal Ombudsman Mag. Terezija Stoisits, Director of Public Security Dr. Erik Buxbaum, the President of National Juges Association Dr. Barbara Helige, the Vice-President of the Vienna Bar-Association Dr. Elisabeth Rech, the President of D.A.S.-legal expenses insurance company Dr. Franz Kronsteiner, the President of Weisser Ring Dr. Udo Jesionek, the Secretary General of Amnesty International Austria Mag. Heinz Patzelt and the well-known human-rights experts Dr. Lilian Hofmeister and Univ.-Prof. Dr. Manfred Nowak, the constitutional law professors Univ.-Prof. Dr. Christian Brünner, Univ-Prof. Dr. Bernd-Christian Funk, Univ.-Prof. Dr. Heinz Mayer and Univ.-Prof. Dr. Ewald Wiederin, famous child- and adolescent psychiatrist Univ.-Prof. Dr. Max Friedrich and the Vienna Child- and Youth-Ombudspersons DSA Monika Pinterits and Dr. Anton Schmid, sexologists Univ.-Prof. Dr. Josef Christian Aigner, Prof. Dr. Rotraud Perner and Mag. Johannes Wahala, theologist Univ.-Prof. Dr. Kurt Lüthi, Life-Ball-Organisor Gery Keszler, Entertainer Günter Tolar and many more. October 2nd, 2006, RKL's 15 years anniversary has been celebrated in historic Ceremonial Act "Against Sexual Apartheid in the lower chamber of Austrian federal parliament. This first honouring of an lgbt organisation in a national parliament worldwide took place in attendance of over 500 guests including highest representatives from the judiciary, administration and politics. More information: Rechtskomitee LAMBDA, (++43/1/876 30 61), office at RKLambda.at; www.RKLambda.at 2007-08-14 ================================================== 09 KPÖ/Teuerungsausgleich/Lohnpoliik/Pensionen/Steuerreform KPÖ ================================================== KPÖ-Pressedienst - Drechslergasse 42, 1140 Wien - Telefon +43 (1) 50 36 580 - 0 - Fax +43 (1) 50 36 580 - 499 - Mail info at kpoe.at - Web www.kpoe.at - Ausgabe vom 16. August 2007 KPÖ fordert Maßnahmenpaket für Teuerungsausgleich Offensive Lohnpolitik, höhere Pensionen, amtliche Preisregelungen und soziale Steuerreform Auf die Dringlichkeit eines Maßnahmenpakets für einen Teuerungsausgleich weist KPÖ-Bundessprecherin Melina Klaus im Zusammenhang mit massiven Preiserhöhungen bei Gütern des täglichen Bedarfs sowie den Wohn- und Energiekosten hin. Besonders davon betroffen sind Menschen mit geringem Einkommen, also PensionistInnen, Erwerbsarbeitslose, Alleinerzieherinnen, prekär Beschäftigte und auch viele Vollzeitbeschäftigte mit kleinen Einkommen. Die KPÖ sieht angesichts dieser Entwicklung die Notwendigkeit einer kräftigen Lohnerhöhung, welche nicht nur die Inflation, sondern auch die Produktivitätssteigerung abdeckt. Die Ansage von Sozialminister Erwin Buchinger (SPÖ) für eine Lohnerhöhung um vier Prozent kann dabei nur das untere Limit sein: "Es liegt vor allem an den Gewerkschaften, ob sie sich trotz Rekordprofiten weiterhin dem Standortargument der Unternehmerseite beugen und von dieser verlangte maßvolle Lohnabschlüsse akzeptieren oder durch eine entsprechende Mobilisierung offensiv für einen den betroffenen Lohnabhängigen zustehenden Anteil an der Wirtschaftsentwicklung kämpfen", so Klaus. Auch die Pensionsanhebung muss mehr als die statistisch frisierte Teuerung abgelten. Eine Erhöhung um den sogenannten "Pensionistenindex" ist daher legitim, sollen nicht immer mehr PensionistInnen systematisch in die Armut gedrängt werden. Mit einer Einmalzahlung wie sie der Sozialminister in Aussicht stellt, müsste der Kaufkraftverlust der letzten Jahre abgedeckt werden. Weiters fordert die KPÖ eine amtliche Preisregelung für Güter des täglichen Bedarfs, insbesondere für Strom, Gas und Heizöl und verweist auf die Rekordprofite der Konzerne. Da insbesondere die Wohnkosten weit über der allgemeinen Inflationsrate steigen, wird auch eine Begrenzung der Mieten durch einheitliche und klare Mietzinsobergrenzen immer dringlicher um das Wohnen leistbar zu machen: "Es darf nicht akzeptiert werden, dass das Menschenrecht Wohnen immer mehr zum Luxus wird", so Klaus. Preistreiberisch auf die Wohnkosten wirken allerdings auch die Gemeinden durch die Tarifpolitik für Wasser, Kanal, Müllabfuhr und andere Leistungen, die sich in Form ständig steigender Betriebskosten negativ auf die Wohnkosten niederschlagen und für immer mehr Menschen das Wohnen immer schwerer finanzierbar machen. Die KPÖ fordert daher auch den Budgetdruck auf die Gemeinden durch Aussetzung der Maastricht-Kriterien und des Euro- Stabilitätspakt zu reduzieren, damit diese eine Grundversorgung nach sozialen Kriterien sicherstellen können. Schließlich muss auch eine Entlastung der Lohnabhängigen und PensionistInnen die gleichzeitig das Gros der KonsumentInnen stellen durch eine Vorziehung der Steuerreform auf 2008 erfolgen: "Es kann nicht sein, dass die Besteuerung von Kapital und Vermögen trotz explodierender Gewinne und wachsenden Reichtums systematisch gegen null tendiert, gleichzeitig aber die Klein- und MittelverdienerInnen in einem immer größeren Ausmaß durch Lohnsteuer und Mehrwertsteuer die Steuerlast tragen müssen", so Klaus. Als Schwerpunkt einer sozialen Steuerreform sieht die KPÖ die Entlastung der kleinen und mittleren Einkommen und gleichzeitig eine höhere Besteuerung von Kapital und Vermögen. Mit einer Befreiung von Mieten, Betriebskosten, kommunalen Tarifen und Medikamenten von der Mehrwertsteuer könnte dabei gerade für Menschen mit geringen Einkommen eine Entlastung erfolgen. ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< SOLIDARITÄT WELTWEIT ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 10 [Gipfelsoli Newsletter] Heiligendamm -- Seattle Öffentlicher Verteiler der Gipfelsoli-Infogruppe ================================================== Gipfelinfo - Meldungen über globalisierte Solidarität und die Proteste gegen unsolidarische Globalisierung ------------------------------------------------------ www.gipfelsoli.org -- - Neue Webseite: Einstellung des §129a-Verfahrens sofort! - Adressen der Gefangenen für Eure Briefe - Erklärung von drei Beschuldigten in einem der § 129a- Verfahren gegen die militante gruppe (m.g.) - F.e.l.S.: Solidarität organisieren. §129a abschaffen. - Offener Brief an die Generalbundesanwaltschaft gegen die Kriminalisierung von kritischer Wissenschaft und politischem Engagement - Rostocker Stadtgespräche Heft #48: Nach G8 - Seattle 1999: Was anyone at Westlake on Dec 1, 1999? Please forward. ------------------------------------------------------------------------------- Neue Webseite: Einstellung des §129a-Verfahrens sofort! Am 31. Juli 2007 wurden die Wohnungen und teilweise auch die Arbeitsplätze von insgesamt vier Menschen in Berlin und Leipzig durchsucht. Dabei wurde Andrej H. festgenommen. Wenige Stunden zuvor wurden Florian L., Axel H. und Oliver R. ebenfalls festgenommen - angeblich bei dem Versuch, Bundeswehrfahrzeuge in Brandenburg anzuzünden. Nach Verhören in Karlsruhe befinden sich die vier nun in Untersuchungshaft in Berlin-Moabit. Ihnen und drei weiteren Personen wird die "Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung" (§ 129 a StGB) vorgeworfen. Wie im Rahmen der Hausdurchsuchungen bekannt wurde, läuft das Ermittlungsverfahren unter diesem Vorwurf gegen bereits seit September 2006. Die Konstruktionen, auf denen dieser Vorwurf aufbaut, sind abenteuerlich und müssen entschieden zurückgewiesen werden. Diese Seite, die von einem breiten Bündnis von UnterstützerInnen getragen wird (und sich noch im Aufbau befindet), will dazu einen Beitrag leisten. Wir fordern die Freilassung der Gefangenen, die Einstellung des § 129a-Verfahrens und die Abschaffung der §§ 129, 129a und 129b! Neue Webseite der Soligruppe: http://einstellung.so36.net ------------------------------------------------------------------------------- Adressen der Gefangenen für Eure Briefe Zur Unterstuetzung Gefangener, Briefe nach drinnen etc. siehe auch www.knast.net * Oliver Rast Buchnr 2355/07 * Florian Ludwig Buchnr 2356/07 * Axel Hornbogen Buchnr 2357/07 * Andrej Holm Buchnr 2354/07 alle: c/o Ermittlungsrichter Hebenstreit, Herrenstraße 45, 76133 Karlsruhe Mehr zu den Ermittlungen wegen §129a: www.gipfelsoli.org/Repression/129a ------------------------------------------------------------------------------- Erklärung von drei Beschuldigten in einem der § 129a- Verfahren gegen die militante gruppe (m.g.) Am Morgen des 31.07.2007 durchsuchte das BKA auf Anweisung des Generalbundesanwaltes unsere Wohnungen. Der Vorwurf lautet auf Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung namens militante gruppe (m.g.) nach §129a. Erst jetzt haben wir erfahren, dass das Ermittlungsverfahren gegen uns schon seit knapp einem Jahr läuft. Mit Hilfe dieses Verfahrens haben das BKA und andere Bundesbehörden unsere Privatsphäre bis in intimste Bereiche detailliert ausgeforscht. Betroffen von der Überwachung sind unsere Lebenspartnerinnen, unsere Freunde, unsere Familien sowie unsere Kolleginnen und Kollegen. Unser langjähriger Freund und Kollege Andrej H. wurde verhaftet. Der Vater dreier Kinder befindet sich seitdem in Untersuchungshaft in Berlin Moabit. Diese massiven Angriffe auf unsere bürgerlichen Rechte begründet die Bundesanwaltschaft im Haftbefehl mit einer Reihe von empörenden Konstruktionen. Aus den wenigen uns bisher vorliegenden Unterlagen entnehmen wir folgende Vorwürfe gegen uns: * Zwei von uns hätten wissenschaftliche Publikationen verfasst, die angeblich "Schlagwörter und Phrasen enthalten, die in Texten der "militante(n) gruppe" gleichfalls verwendet werden." Außerdem attestiert uns die BAW, über die "intellektuellen Vorausetzungen" zu verfügen, welche für das Verfassen von Anschlagserklärungen der m.g. nötig seien. Weiterhin geht die BAW davon aus, dass uns Biblioheken zur Verfügung stünden, die wir zu Recherchen nutzen können. Außerdem habe sich Andrej bei der Vorbereitung der Proteste gegen den G8 mit einer Thematik befasst, die auch von der m.g. als Begründung für Anschläge verwendet werde. * Einem von uns wird darüber hinaus vorgeworfen, journalistisch über eine öffentliche Konferenz berichtet zu haben, auf der Referenten über einen Anschlag im Jahr 1972 diskutierten. Einige Monate zuvor soll die m.g. dieses Ereignis ebenfalls erwähnt haben. Dies spreche nach Ansicht der BAW für die Mitgliedschaft des Autoren in der m.g.. * In zwei Fällen wirft uns die BAW Kontakte zu Personen vor, die in einem anderen - bislang ergebnislosen - 129a Verfahren gegen die m.g. beschuldigt werden. Beide Kontakte haben vor allem beruflichen Charakter. Vorgeworfen werden uns allen darüber hinaus "vielfältige Kontakte auch in die linksextremistische Szene von Berlin". Dass wir auch ungezählte Kontakte zu politischen Parteien, Bürgerinitiativen, zu Gewerkschaften und sozialen Bewegungen pflegen, wird nicht erwähnt. Aus diesen Vorwürfen ergibt sich für uns: Wer wissenschaftliche und journalistische Publikationen zu bestimmten Themen verfasst und Bibliotheken nutzt, macht sich verdächtig. Wer Kontakt zu Menschen hat, die die BAW für verdächtig hält, macht sich auch verdächtig. Wer versucht, sein Recht auf Privatsphäre und Anonymität aktiv zu schützen, macht sich durch die Ausübung dieses Rechtes ebenfalls verdächtig. Kommen bei einem Personenkreis alle drei Verdachtsmomente zusammen, muss es sich in dieser Logik um eine terroristische Vereinigung handeln. So absurd das klingen mag, aber die Folgen für unseren Alltag sind verheerend: Seit einem Jahr werden unsere Telefone abgehört, alle E-Mails überwacht, unsere gesamte Internet-Nutzung protokolliert, unsere Wohnungen werden beobachtet, unsere Bewegungen anhand der Handy-Daten aufgezeichnet. Möglicherweise wurden Spitzel auf uns angesetzt. Ausgeforscht wurden auch Lebenspartnerinnen, Freunde, Kolleginnen und Kollegen und unsere Familienangehörigen. Das gesamte Ausmaß der Bespitzelung können wir bisher unmöglich überschauen. Während wir noch auf freiem Fuß sind, wird unser Freund und Kollege Andrej H. aufgrund gleicher Beschuldigungen gefangen gehalten. Er sitzt unter verschärften Haftbedinungen in Einzelhaft, kann seine Familie nur alle zwei Wochen für eine halbe Stunde sehen und mit Besuchern nur durch eine Trennscheibe reden. Diese Art der Gesinnungsschnüffelei hat in Deutschland eine lange Geschichte. Als ehemalige DDR-Bürger sind wir dafür besonders sensibilisiert. Wir fordern die sofortige Einstellung des Strafverfahrens nach 129a StGB, die Herausgabe und Löschung aller erhobenen Daten und die Entlassung aller Beschuldigten aus der Untersuchungshaft. Das gilt auch für die drei wegen versuchter Brandstiftung Festgenommenen. Denn diese dürften in einem rechtsstaatlichen Verfahren gar nicht in Untersuchungshaft sitzen, da keinerlei Fluchtgefahr besteht. Ihre Inhaftierung ist nur aufgrund der Konstruktion einer terroristischen Vereinigung möglich geworden. Das gesamte Verfahren ist ein Skandal. Es macht deutlich: der Ermittlungsparagraph 129a gehört abgeschafft. Berlin, 12.08.2007 Für die Beschuldigten im Verfahren: RA Wolfgang Kaleck, Immanuelkirchstraße 3-4, 10405 Berlin - Prenzlauer Berg, Tel. 030 - 44679218 ------------------------------------------------------------------------------- F.e.l.S.: Solidarität organisieren. §129a abschaffen. Am 31. Juli 2007 wurden Axel, Florian, Oliver und Andrej festgenommen. Dass nicht gleich geschossen wurde, war dann schon fast verwunderlich. Hatte doch unlängst Innenminister Schäuble angemahnt, dass die gezielte Tötung von Verdächtigen rechtlich noch ungeklärt sei. Glück gehabt, könnte man also meinen, wurden doch in den letzten Jahren die Gesetze meist nur noch der realen Praxis der Staatsgewalt von Polizei und Militär angepasst. Aber das jüngste §129a-Verfahren zeigt uns, wohin die Reise gehen wird, wenn die radikale Linke nicht endlich beginnt, mit bestimmten Formen der Selbstisolierung zu brechen, und moderate Kräfte gleichzeitig begreifen, dass ihr ewiges Lamento der Gewalt-Distanzierung auch keine Lösung, sondern ein Teil des Problems ist. Den Gefangenen und drei weiteren Beschuldigten wird "Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung" (§ 129a StGB) vorgeworfen. Die sieben sollen laut Bundesanwaltschaft in der "terroristischen Vereinigung" - "militante Gruppe" ("mg") - aktiv sein. Axel, Florian und Oliver wurden in der Nacht zum 31. Juli erst observiert und dann verhaftet, nachdem sie versucht haben sollen, vier Fahrzeuge der Bundeswehr auf dem Gelände der Firma MAN in Brandenburg/ Havel in Brand zu setzen. Ihre Festnahmen markieren das Ende einer gut gemeinten antimilitaristischen Aktion. Gleichzeitig stellen sie auch einen Generalangriff auf militante linke Politik dar, indem sie für die jahrelange Jagd auf die "mg" herhalten müssen. Kurz nach den Festnahmen, am Morgen des 31. Juli wurden die Wohnungen und teilweise Arbeitsplätze von Andrej und drei weiteren Beschuldigten, gegen die kein Haftbefehl vorliegt, durchsucht. Allen vier wird "intellektuelle Täterschaft" zur Last gelegt. Diese begründen die Ermittlungsbehörden damit, dass Bibliotheken benutzt und bestimmte Begriffe wie "Gentrifizierung" in Texten verwendet wurden. Zudem hätten sich die vier zu Schulden kommen lassen, im Studium oder der Promotion die intellektuellen Fähigkeiten angeeignet zu haben, "die vergleichsweise anspruchsvollen" Texte der "mg" zu verfassen. Die einzige Verbindung, die es zwischen Axel, Florian und Oliver und jenen vier Personen gibt, sind zwei angeblich konspirative Treffen zwischen Florian und Andrej. Wie bei den § 129a-Verfahren vom 9. Mai geht der Staatsschutz also von einer Arbeitsteilung von Kopf und Hand aus, bei der die einen Anschläge verüben während andere Urherber der Planungen und der Verlautbarungen sind. Der §129a hat eine ganz eigene Logik: Mit ihm ist es möglich, ohne einen konkreten Tatnachweis Menschen hinter Schloss und Riegel zu bringen - und das für lange Zeit. Unterstellungen und konstruierte Indizienketten als Ausgangspunkt sind ständige Begleiterinnen von §129a-Verfahren. So musste sich Ende der 1980er Jahre die Journalistin Ingrid Strobl vorwerfen lassen, sie gehöre den Revolutionären Zellen (RZ) an, weil sie einen Wecker gekauft hatte. Denn, so der Zirkelschluss der Generalbundesanwaltschaft, die RZ sei so verantwortungsvoll, dass sie nur Mitgliedern zumute, Material für Anschläge zu beschaffen. Und so wurde Ingrid Strobl zur RZ-Militanten, obwohl nie auch nur ein Beweis dafür vorlag, dass sie wusste, was mit dem von ihr gekauften Wecker passierte. Eine ähnlich absurde Konstruktion stellt das aktuelle Verfahren dar. Deshalb ist vor allem klar: Der §129a muss weg! Die andauernde Verschiebung dessen, was als legitim (im Gegensatz zu legal) erachtet wird, hängt natürlich auch mit dem Anti- Terrordiskurs seit dem 11. September 2001 zusammen. Der Staat verändert ständig die Vorstellung dessen, was staatsgefährdend oder terroristisch ist und konstruiert im zweiten Schritt fleißig Terrornetzwerke. Deren diffuse und unübersichtliche Struktur wiederum, so die Argumentation, muss sich der Staat ebenso wie seine Überwachungs- und Verfolgungstechnik immer wieder neu anpassen, dies ist auch ein Grund für die geplante Erweiterung des §129. Die Wahnvorstellung, alles und alle überwachen und kontrollieren zu können, findet gerade seinen Ausdruck darin, dass falls der Staatsschutz etwas nicht mitkommt, dies gleich als konspirativ, ergo subversiv und schlussfolgernd wahrscheinlich staatsgefährdend sein muss. Hier wirkt eines der wahnwitzigen Funktionsprinzipien des Staates, das einen unserer Genossen in den Knast gebracht hat. Dabei darf nicht allein bzw. unkritisch - wie in den letzten Monaten oft zu hören ist - auf eine ominöse Privatsphäre, die es zu schützen und zu bewahren gilt, verwiesen werden. Der zunehmende Kontroll- und Überwachungswahn sollte für eine Linke vor allem deshalb Gegenstand von Kritik sein, weil er zunehmend die Rechte und Möglichkeiten politischer und sozialer Assoziation und Organisierung untergräbt. Nach der Logik des gegenwärtigen präventiven Sicherheitswahns darf im Kern nur der Staat Politik machen und die ihm wohl gesonnen Parteien und auf ihn fixierten Interessensvertretungen. Dieses Prinzip zeigt sich vor allem daran, dass der präventive Charakter des Sicherheitsstaats in den Vordergrund rückt und immer weitere Straftaten - so genannte Vorfeldhandlungen - konstruiert werden, die nichts mit strafbaren Handlungen im engeren Sinn gemein haben. So soll zum Beispiel mit der Ausweitung des §129 (auf Absatz c und d) das Herunterladen von Bastelanleitungen für Sprengsätze oder das Sammeln von "nicht unerheblichen Vermögenswerten" bereits unter Strafe gestellt werden (Die Welt, 09.05.2007). Dass in den letzten Jahren derart viele §129a-Verfahren ohne spürbare öffentliche Empörung oder gar Widerstand möglich waren - die spontanen Reaktionen nach den Razzien am 9. Mai waren angesichts des bevorstehenden G8-Gipfels offensichtlich eine Ausnahme - ist auch eine Konsequenz unserer eigenen Politik: Dass die Ermittlungsbehörden Staatsfeinde ausmachen und gegen jegliche rechtsstaatlichen Spielregeln wegsperren können, ist auch das Resultat einer politischen Ausrichtung, die Kapitalismus- und Staatskritik, Radikalität und antagonistische Politik mit Selbstisolierung verwechselt. Statt zu versuchen, mit der eigenen Politik in die Gesellschaft zu intervenieren, feiern sich viele Linke als kleinste radikale Minderheit. Das Vorgehen der Ermittlungsbehörden ist somit ein Ergebnis von gesellschaftlichen Kräfteverhältnissen. Mit derartigen Verfahren sollen sie zu unseren Ungunsten verschoben werden. Denn wie der Blick in die Geschichte zeigt, trifft der Paragraf 129a vor allem linke Strukturen und Zusammenhänge, die mit Hilfe dieser Sondergesetzgebung sehr einfach ausspioniert, eingeschüchtert und isoliert werden können. Nicht zuletzt daher würde es der radikalen Linken durchaus zugute kommen, wenn die Masse an Verfahren, VS-Ansprachen und Beobachtungen der letzten Zeit - erinnert sei an die Spitzel im Berliner Sozialforum - nicht als Ausdruck von Stärke, sondern einerseits als Schwäche der Linken und andererseits als Verdrängung bürgerrechtlicher Standards und linksliberaler Positionen aus der politischen Debatte und Öffentlichkeit gedeutet werden würde. Die Repression und Verfolgung der letzten Monate und Jahre ist auch Resultat der Isolierung der Linken sowie von herrschaftskritischen und emanzipatorischen Positionen - eines zunehmend verengten Rahmen des Sag- und Denkbaren. Dies muss als Ausdruck einer gesamtgesellschaftlichen Konstellation verstanden werden, deren Ursache auch im sektiererischen Charakter linksradikaler Politik begründet ist - einer Politik, die sich mit sich selbst und ihren Ritualen und Gewissheiten begnügt und gleichzeitig auch nicht willens ist, die gesellschaftlichen Kräfteverhältnisse insgesamt nach links zu verschieben. Ein Ausdruck dieser Politik ist auch eine militante Praxis à la "mg". Auch die "mg" muss sich durchaus scharfe, aber solidarische Kritik gefallen lassen. Denn eine kritiklose Akzeptanz ihrer Politik verhindert eine linke Diskussion über Strategien und Mittel ebenso wie die allgemeine Forderung, "der Gewalt" abzuschwören. Doch dazu gleich. Die Politik der "mg" geht nicht von den realen existierenden Kräfteverhältnissen aus. Die Folgen dieser Fehleinschätzung sind für eine radikale linke Politik nicht gerade von Vorteil - im Gegenteil. Die militanten Aktionen waren trotz thematischem Bezug zu realen Kämpfen nie Ausdruck einer realen sozialen Bewegung und damit auch kaum vermittelbar. Die "mg" verfolgt genau die Form selbstbezogener Politik, die die radikale Linke isoliert hat. Das Beispiel des Anschlags auf das Finanzamt Berlin-Neukölln in der Neujahrsnacht 2002/2003 zeigt dies deutlich: Nachdem der Anschlag im Feuerwerk und den 500 Bränden in jener Nacht medial unterging, zog die "mg" daraus in einer Erklärung (25.02.2003) die Konsequenz, dass klandestine Medien erhalten und ausgebaut werden müssten, um den Informationsfluss zu garantieren. Die Vermittlung und Vermittelbarkeit der eigenen politischen Aktionen zielt so nur auf die radikale Linke. Manche Anschläge sind überhaupt nicht vermittelbar. So zum Beispiel der Anschlag auf das Polizeipräsidium in Tempelhof im April 2006, während der Beerdigung eines Polizisten, der im alltäglichen Einsatz erschossen wurde. Diese Form militanter Politik verändert an den herrschenden Kräfteverhältnissen wenig und trägt noch weniger dazu bei, dass sich Menschen zu organisieren beginnen und anfangen sich kollektiv zu wehren. Trotz allem muss die Kritik an militanter Politik solidarisch und konkret bleiben. Denn auch eine allgemeine Abgrenzungswut durch das linke Distanzierungskartell, der Leute, die z.B. ohne jede Trennschärfe Sachbeschädigung als Gewalt verurteilen, ist an der gegenwärtigen Lage nicht unbeteiligt. Wer meint, sich ganz allgemein von Gewalt oder militanter Politik distanzieren zu müssen, der/ die stützt einen Diskurs, der die Hau-drauf-Politik des Staatsapparats trägt. Distanzierung schließt somit bestimmte Formen der Praxis endgültig aus, macht sie indiskutabel, entzieht sie der politischen Auseinandersetzung und legt somit eine Grundlage für staatliche Repression. Sie ermöglicht die Identifizierung derjenigen, die sich nicht unterwerfen wollen. Aus einem Streit über angemessene und legitime Formen des Widerstands und Protests, Ziele und Möglichkeiten linker Politik, wird so inkriminierbare Gesinnung. Was sich allgemein als Distanzierung von jeglicher Gewalt äußert, ließ sich zuletzt am Distanzierungsdrang während des Gipfels in Heiligendamm erkennen. Von pauschalen Distanzierungen, Übernahme der Polizeipropaganda bis hin zur geforderten Auslieferung von "Straftätern" war vieles im Stimmengewirr der Entsolidarisierung zu vernehmen. Von manchen wurden da Genossen als "Fremdkörper" (taz) bezeichnet und ein Peter Wahl macht mit seinem "Wir wollen euch nicht mehr sehen!" den Trennungsstrich und die Aufkündigung von Solidarität mehr als deutlich. Distanzierungen von Gewalt einzuklagen, ist im Endeffekt nichts anderes, als die politischen Akteure auf den Staat und seine Logik einzuschwören. Dieser Logik sollten wir uns entziehen. Einer der zentralen Momente des gegenwärtig im stärker sich herausbildenden präventiven Sicherheitsstaats ist der allgemeine Verdacht gegen alle, die nicht Ja und Amen sagen. Dabei greift die Strategie von Angst und realer Verfolgung ineinander. Eine verallgemeinerte Politik der Verunsicherung funktioniert nur dann, wenn der Staat auch ernst macht, wenn er Personen mit §129a-Verfahren überzieht und wegsperrt. Wer hat sich in Berlin nach dem 31. Juli nicht überlegt, wen der Beschuldigten er/sie kennt und wann und unter welchen Umständen ein letztes Treffen stattfand. Aus der "Kontaktschuld" wird so schnell eine "Berührungsfurcht" (Peter Brückner), die weit reichende politische Folgen hat. Das Ergebnis ist ein umfassendes System der Isolierung. Soll ich noch auf diese oder jene Demo gehen, wenn dort die Polizei wieder in großen Maßstab filmt? Soll ich wirklich mit meiner politischen Initiative eine Solidaritätsadresse schreiben? Welche Kneipen sollte ich lieber nicht regelmäßig aufsuchen? Kann ich bei google überhaupt mal "militante gruppe" eingeben, um mich zu informieren, was die so schreiben? Eines ist dabei klar: Ohne offene Gewalt und Repression ist diese Form der Politik der Angst unwirksam und nutzlos. Aber die ständig neuen Verfahren sind nicht einzig und allein als Form der Kriminalisierung zu interpretieren, sind dienen auch der Stigmatisierung von radikalen Linken generell. Einer Stigmatisierung, der offensiv begegnet werden muss - durch solidarischen Umgang und eine selbstbewusste Politik, die sich nicht einschüchtern lässt. Unsere Solidarität gilt deshalb allen Gefangenen vom 31.Juli 2007! Doch Solidaritätsarbeit darf nicht zur Selbstbestätigung der eigenen "antagonistischen" Politik werden. Mit der auch von Teilen der radikalen Linken forcierten Isolierung muss jetzt gebrochen werden. Vielmehr gilt es, in den kommenden Wochen und den folgenden Monaten deutlich zu machen, dass das aktuelle, wie auch die anderen §129a-Verfahren ein zentrales Moment des präventiven Sicherheitsstaats und der forcierten Politik der Angst sind. Nicht erst die Vorratsdatenspeicherung stellen einen Dammbruch dar, sondern alle Formen der Verfolgungspolitik im Rahmen des § 129a. Unser Ziel muss es sein, jeglichen staatlichen Einschüchterungsmaßnahmen solidarisch und gemeinsam entgegenzutreten. In diesem Sinne: Freiheit für Oliver, Florian, Axel und Andrej! Solidarität mit den Gefangenen und Beschuldigten vom 31. Juli 2007 organisieren! Abschaffung von Paragraf 129a ff.! Für eine linke Strömung! August 2007 Soliwebsite: http://einstellung.so36.net Die Soliarbeit für die von den 129a-Verfahren betroffenen kostet viel Geld. Deshalb spendet auf eines der Konten. Eins bei den Anwälten: Thomas Herzog Bank: Postbank Berlin Konto-Nr.: 577 701 432 BLZ: 100 100 10 Verwendungszweck: Sonderkonto Und eins bei der Roten Hilfe: Rote Hilfe e.V. Bank: Berliner Bank Konto-Nr.: 718 9590 600 BLZ: 100 200 00 Verwendungszweck: Repression 31.7.2007 ------------------------------------------------------------------------------- Offener Brief an die Generalbundesanwaltschaft gegen die Kriminalisierung von kritischer Wissenschaft und politischem Engagement Am 31. Juli 2007 wurden die Wohnungen und teilweise auch die Arbeitsplätze von Dr. Andrej Holm und Dr. Matthias B. sowie von zwei weiteren Personen durchsucht. Dr. Andrej Holm wurde festgenommen, mit einem Hubschrauber zum Bundesgerichtshof nach Karlsruhe geflogen und dort dem Haftrichter vorgeführt. Seitdem befindet er sich in Untersuchungshaft in Berlin. Der Vorwurf lautet bei allen, "Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung gemäß § 129a StGB". Sie sollen Mitglieder einer "militante gruppe" (mg) sein. Wie im Rahmen der Hausdurchsuchungen bekannt wurde, läuft das Ermittlungsverfahren unter diesem Vorwurf gegen die vier bereits seit September 2006 - und sie wurden seitdem rund um die Uhr observiert. Wenige Stunden vor den Hausdurchsuchungen wurden in Brandenburg Florian L., Oliver R. und Axel H. festgenommen. Ihnen wird versuchte Brandstiftung auf vier Fahrzeuge der Bundeswehr vorgeworfen. Andrej Holm soll einen der drei im ersten Halbjahr 2007 zweimal unter angeblich konspirativen Umständen getroffen haben. Die Bundesanwaltschaft geht deshalb davon aus, dass sowohl die vier oben Genannten als auch die drei in Brandenburg Festgenommenen Mitglieder einer "militanten gruppe" seien und ermittelt gegen alle sieben wegen des Verdachts der "Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung" (§129a StGB). Der Vorwurf gegen die vier Erstgenannten wird laut Haftbefehl gegen Andrej Holm derzeit so begründet: * Dr. Matthias B. habe in seinen wissenschaftlichen Abhandlungen "Phrasen und Schlagwörter" verwendet habe, die auch die "mg" verwende; * Dr. Matthias B. sei als promovierter Politologe intellektuell in der Lage, "die anspruchsvollen Texte der 'militanten gruppe'" zu verfassen. Darüber hinaus stünden ihm "als Mitarbeiter eines Forschungsinstituts Bibliotheken zur Verfügung, die er unauffällig nutzen kann, um die zur Erstellung der Texte der 'militanten gruppe' erforderlichen Recherchen durchzuführen"; * Ein weiterer Beschuldigter habe sich mit Verdächtigen konspirativ getroffen: "So wurden regelmäßig Treffen vereinbart, ohne jedoch über Ort, Zeit und Inhalt der Zusammenkünfte zu sprechen"; er sei zudem in der "linksextremistischen Szene" aktiv gewesen. * Bei einem dritten Beschuldigten sei eine Adressenliste gefunden worden, auf der auch die Namen und Anschriften der anderen drei standen; * Dr. Andrej Holm, der als Stadtsoziologe arbeitet, habe enge Kontakte zu allen drei in Freiheit befindlichen Beschuldigten, * Dr. Andrej Holm sei "in dem von der linksextremistischen Szene inszenierten Widerstand gegen den Weltwirtschaftsgipfel 2007 in Heiligendamm aktiv" gewesen. * Als konspiratives Verhalten wird u.a. gewertet, dass er angeblich absichtlich sein Mobiltelefon nicht zu einem Treffen mitnahm Andrej Holm sowie Florian L., Oliver R. und Axel H. sind seit dem 01.08.2007 unter sehr rigiden Bedingungen in Berlin-Moabit inhaftiert: Sie sind 23 Stunden am Tag in einer Einzelzelle und haben eine Stunde Hofgang. Sie können alle 14 Tage für insgesamt eine halbe Stunde besucht werden, Kontakte sind nur mit Trennscheibe erlaubt. Auch die Anwälte können mit ihren Mandanten nur mit Trennscheibe sprechen, die Verteidigerpost wird kontrolliert. Aus den Vorwürfen in den Haftbefehlen wird ein Konstrukt deutlich, dass auf abenteuerlichen Analogieschlüssen basiert. Es ist von vier grundlegenden Hypothesen getragen, die alle von der Bundesanwaltschaft (BAW) [Attorney of the Federal Supreme Court] nicht genauer belegt werden können, aber durch ihre Zusammenstellung den Eindruck einer "terroristischen Vereinigung" hinterlassen sollen. Die Sozialwissenschaftler seien wegen ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit, ihrer intellektuellen Fähigkeiten und dem Zugang zu Bibliotheken die geistigen Köpfe der angeblichen "Terror- Organisation". Denn eine Vereinigung "militante gruppe" soll laut BAW dieselben Begriffe verwenden wie die beschuldigten Sozialwissenschaftler. Als Beleg dafür gilt ihr der Begriff "Gentrification", einer der Forschungsschwerpunkte von Andrej Holm und Matthias B. in den vergangenen Jahren, zu dem sie auch international publiziert haben. Ihre Forschungsergebnisse haben sie dabei nicht im ivory tower gelassen, sondern ihre Expertise auch Bürgerinitiativen und Mieterorganisationen zur Verfügung gestellt - so wird eine intellektuelle Urheberschaft konstruiert. Da Andrej Holm Freunde, Bekannte und Kollegen hat, geraten diese nun ebenfalls in Verdacht, "Terroristen" zu sein, denn sie kennen Andrej Holm. Einem anderen Beschuldigten wird vorgeworfen, dass in seinem Adressbuch die Namen von Andrej Holm und zwei weiteren Beschuldigten stehen (sie sind nicht in Haft, gelten nun aber ebenfalls als "Terroristen") - so wird eine Kontaktschuld eingeführt. Einigen Beschuldigten wird vorgeworfen, sich "konspirativ" verhalten zu haben: Sie hätten Gespräche geführt, ohne ihr mobile phone dabei zu haben; sie hätten sich am Telefon verabredet, ohne Uhrzeit und Treffpunkt zu nennen. Kriminalisiert wird also der Versuch, seine Privatsphäre zu schützen - so wird als weiterer "Beweis" für die Mitgliedschaft in einer "terroristischen Vereinigung" ein konspiratives Verhalten unterstellt. Der 1976 in Deutschland eingeführte § 129a macht es möglich, unsere Kollegen als "Terroristen" zu kriminalisieren - so wird eine "terroristische Gruppe" nach § 129a behauptet. Mit diesen Konstrukten wird jede wissenschaftliche Tätigkeit und politische Arbeit als potentiell kriminell dargestellt - insbesondere wenn es sich um politisch engagierte Kollegen handelt, die auch in gesellschaftliche Auseinandersetzungen eingreifen.- damit wird kritische Forschung, und gerade die, die mit politischem Engagement verbunden ist, zur ideologischen Rädelsführerschaft und "Terrorismus". Wir fordern die Bundesanwaltschaft auf, umgehend das § 129a- Verfahren gegen alle Beteiligten einzustellen und Andrej Holm sowie die anderen Inhaftierten sofort aus der Haft zu entlassen. Wir verwahren uns aufs Schärfste gegen den unglaublichen Vorwurf, die wissenschaftliche Tätigkeit und das politische Engagement von Andrej Holm sei als intellektuelle Mittäterschaft in einer angeblichen "terroristischen Vereinigung" zu bewerten. Aus der wissenschaftlichen und politischen Arbeit von Andrej Holm lässt sich kein Haftbefehl herleiten - vielmehr wird hier von der Bundesanwaltschaft mit dem § 129a die Freiheit von Forschung und Lehre ebenso bedroht wie gesellschaftspolitisches Engagement. 15. August 2007 ErstunterzeichnerInnen: * Prof. Dr. Manuel Aalbers (Universiteit van Amsterdam), * Prof. Dr. Elmar Altvater (Freie Universität Berlin), * Prof. Dr. Rowland Atkinson (University of Tasmania, Australien), * Prof. Dr. Lawrence D. Berg (Canada Research Chair in Human Rights, Diversity & Identity, University of British Columbia), * Prof. Dr. Neil Brenner (New York University, Sociology), * Prof. Dr. Craig Calhoun (President, Social Science Research Council, and University Professor, Sociology, NYU), * Prof. Dr. Mike Davis (Prof. of Urban History, Irvine/USA), * Prof. Dr. Michael Dear (Professor of Geography at the University of Southern California/Los Angeles), * Prof. Dr. Frank Deppe (Universität Bremen), * Prof. Dr. Michael Edwards (The Bartlett Centre for Architecture and Planning, UCL, London), * Prof. Dr. Geoff Ely (University of Michigan, Karl Pohrt Distinguished University Professor), * Prof. Dr. John Friedmann (University of California, Los Angeles), * Prof. Dr. Herbert Gans (Columbia University, New York), * Prof. Dr. Alan Harding (University of Salford, UK), * Prof. Dr. Michael Harloe (University of Salford, Vice-President), * Prof. Dr. David Harvey (Distinguished Professor of Anthropology, Graduate Center of the City University of New York, New York), * Prof. Dr. Joachim Hirsch (Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt/M.), * Prof. Dr. Andreas Huyssen (Villard Professor of German and Comparative Literature at Columbia University), * Prof. Dr. Martin Jay (Sidney Hellman Ehrman Professor of History, University of California Berkeley), * Prof. Dr. Bob Jessop (Lancaster Universtiy), * Prof. Dr. Roger Keil (York University, Toronto, Canada), * Prof. Dr. Rianne Mahon (Carleton University, Ottawa, Canada), * Prof. Dr. Peter Marcuse (Columbia University, New York), * Prof. Dr. Margit Mayer (Freie Universität Berlin), * Prof. Dr. Philipp Oswalt (Universität Kassel), * Prof. Dr. Frances Fox Piven (President of the American Sociological Association, Distinguished Professor of Political Science and Sociology, City University New York), * Prof. Dr. Andrew Ross (New York University, New York), * Prof. Dr. Roland Roth (Hochschule Magdeburg/Stendal), * Prof. Dr. Dieter Rucht (Wissenschaftszentrum für Sozialforschung Berlin) * Prof. Dr. Saskia Sassen (Columbia University, New York, and London School of Economics) * Prof. Dr. Andrew Sayer (Lancaster University, Sociology), * Prof. Dr. Richard Sennett (Professor of Sociology at the London School of Economics, Bemis Professor of Social Sciences at MIT, Professor of the Humanities at New York University), * Prof. Dr. William Sewell (The Frank P. Hixon Distinguished Service Professor of Political Science and History Emeritus, University of Chicago), * Prof. Dr. Neil Smith (Distinguished Professor of Anthropology and Geography, Director of the Center for Place Culture and Politics, Graduate Center of the City University of New York), * Prof. Dr. Michael Storper (Centennial Professor of Economic Geography, London School of Economics, and Professor of Economic Sociology, Science Po, Paris), Prof. Dr. Erik Swyngedouw (University of Manchester, UK), * Prof. Dr. Peter J. Taylor (Loughborough University, UK), Prof. Dr. John Urry (Lancaster University, Sociology), * Prof. Dr. Jennifer Wolch (Professor of Geography at the University of Southern California/Los Angeles). Um diesen offenen Brief zu unterschreiben, eine E-Mail an einstellung [at] so36.net schicken oder unser Kontaktformular benutzen. Bitte mindestens Vorname, Name, Funktion/Beruf, Ort, Land senden. Wir arbeiten gerade an einem Formular, um unterzeichnen zu können... Mediennachfragen an die Solidaritätsgruppe in Berlin: einstellung at so36.net Rechtsvertretung und Pressekontakt in Deutschland: * Wolfgang Kaleck, Immanuelkirchstrasse 3-4, D-10405 Berlin, Deutschland, fon:+49-(0)30-4467-9218, fax: +49-(0)30-4467-9220 Medienkontakt für Internationales: * Prof. Dr. Neil Brenner (New York University, fon: USA-212-998 8349) * Prof. Dr. Margit Mayer (Freie Universität Berlin, fon: 030-8385-2875) ------------------------------------------------------------------------------- Rostocker Stadtgespräche Heft #48: Nach G8 Liebe Leserinnen und Leser, das vorliegende Heft sollte in dieser Form gar nicht existieren - schließlich haben wir uns schon in der letzten Ausgabe ausführlich mit dem Thema G8 beschäftigt. Zudem hat die "große Presse" das Ereignis ja detailliert behandelt. Doch dann überraschte uns der enorme Diskussionbedarf in Leserschaft und seitens unserer Beiträger, die teilweise den eigentlich geplanten Beitrag zum Thema Universität absagten, um sich noch einmal rückblickend und resümierend zu G8 zu äußern - vielleicht ein weiteres Indiz dafür, dass gerade die überregionale Berichterstattung als unrealistisch, überzogen und einseitig empfunden wurde. Und so haben wir dann all diese Beiträge zusammengestellt und das ursprünglich geplante Thema "Universität Rostock" in den September vertagt, wo unter diesem Titel unser 4. und damit letztes Heft des Jahres 2007 erscheinen soll. Aber natürlich konnten und wollten wir bei aller Nachbetrachtung nicht über aktuellsten Diskussionsstoff im Rostocker Raum hinwegsehen: Sowohl die in den letzten Wochen lebhaft geführte Debatte um Ilja Ehrenburg bzw. die dazugehörige Straßenbenennung als auch die ebenso wichtigen wie unterstützenswerten Aktionen gegen den Nazi-Laden "East Coast Corner" werden kurz vorgestellt. Im ersten Fall in der Hoffnung, eine lebhafte weitere Debatte zu initiieren, im zweiten Fall um der ausführlichen Berichterstattung der Tagespresse konkrete Aktionsmöglichkeiten zur Seite zu stellen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen hiermit nicht nur eine interessante Lektüre sondern auch die nötige Motivation, sich in die großen und kleinen Fragen einzumischen, die unser Leben und unseren Alltag entscheidend mitprägen. Download Heft #48: http://www.stadtgespraeche-rostock.de/048/ ------------------------------------------------------------------------------- Seattle 1999: Was anyone at Westlake on Dec 1, 1999? Please forward. We need to find ~ 175 individuals who were in Seattle during the WTO protests in 1999. We won an important lawsuit against the city of Seattle which violated our rights and these folks need to contact the attorneys by AUGUST 28, 2007 if they want their portion of the settlement $$ (see below to download claim forms.) Sooo.... WHO DO YOU KNOW who might have been in Seattle at the WTO protests in 1999? Please pass this along to them and to others who might have some connections to those events. (Consider sending to your lists or specific people, adding info to your blog, website or announcement lists, and especially, talking to folks.) Westlake, Dec 1, 1999? Nov 30, 1999: We're specifically trying to be sure all 175 people who were arrested at Westlake on December 1, 1999 get this info IMMEDIATELY since they have only two weeks left to return their claim (due August 28th, 2007.) We settled with the city of Seattle for $1,000,000 and each person arrested at that location is entitled to a portion of those funds. (Hopefully it's clear that ONLY folks arrested at this particular time and place are part of this suit and eligible to make these claims.) A jury found that our 4th amendment rights were violated. See press release about the case: http://www.witheylaw.com/TLPJ- WTOVerdictNewsRelease.pdf and some news about the settlement: www.witheylaw.com/WTO%20Trial.htm www.witheylaw.com/news.htm The problem is that after nearly 8 years (and not knowing who was actually arrested there), almost everyone has moved or gotten a new phone or email. We need to use our networks to reach folks so PLEASE HELP get this to them by forwarding on to reduce those degrees of separation. Again, apologies to folks who may not understand why I'm sending this to you or who get this multiple times. Mostly I tried to think of people who might have some connection to the issues, the tactics or the regions that brought people to Seattle in 1999. The hope is that you will know how to reach folks that were involved so we can use our networks to reach these 175 people. As an aside, let me note that many of the 175 folks we've already found are still committed to their activism and are planning to put the funds they receive BACK INTO their respective MOVEMENTS. Many of us recognize that though ~175 of us will receive a portion of this settlement, the victory of this case is a victory for us all. The work happening in the streets in 1999 is ongoing...and I personally hope to support that work by funneling my portion of the settlement money into groups still doing that work. Though these arrests violated our rights, many of us of are people of relative privilege which is another reason to give collectively with these funds. That said, most activists I know rarely have large financial means so this will be a rare opportunity for some of us to support financially the causes we work so hard on with our other resources. (My personal view of the money I'll be receiving is that it isn't really mine...it belongs to all the people (50,000) who were in the streets in 1999 opposing the WTO and, even more, to all the people affected by the WTO's policies. In 1999, I was arrested (wrongly, the jury decided) speaking out for what I believed in and trying to create change. In 2007, I hope to see the funds I'll be getting used to continue that work.) Thanks and solidarity, Erica K, Jane WTO #890, can at drizzle.com, 206-568-7110 (still in Seattle) P.S. You may have heard that director Stuart Townsend has made a movie about the protests called "The Battle in Seattle." It's supposed to be based on true events...but we'll see how true it really is... Taken in Seattle12-09-07 during the filming of the film: I just saw that it will premiere at the Toronto International Film Festival (Sept. 6-15) and I've heard that it will be released broadly around....November 30th, 2007. Many folks recognize that this means our little piece of history will be spotlighted again for a brief moment in time, depending on how well the film does. I've heard of some great plans to reclaim the voices of those actually here to tell the true history of those days and to bring the multitude of globalization issues back into our discussions. Hopefully the arrestees will be announcing our collective donations at about the same time. INFO for ARRESTEES (those arrested mid-morning on December 1, 1999 at Seattle's Westlake Park) If you are one of the 175 arrested in this situation and you haven't already turned in your forms, please download the two files below and send the claim form in by AUGUST 28th, 2007. *Notice of the lawsuit: www.zoopla.net/viewFile.php?fid=4044 Claim form: www.zoopla.net/viewFile.php?fid=4045 NOT DELAY! ALSO, let me make a pitch to Westlake arrestees: Let's join together and put some or all of our settlement money back into our movements. A small group of arrestees has put together a preliminary proposal that we'd like you to consider about how we can magnify the impact of our giving (including hooking up some matching funds.) From conversations with other arrestees, I know many of us do plan to donate most or all of our settlement money (after taxes) to our communities and to further the work we that brought us to Seattle in the first place in 1999. This proposal provides a forum for us to figure out how to collaborate on that. I invite those who receive settlement funds to consider participating. We'll try to send the proposal to anyone who makes a valid claim to the settlement dough but, in case we miss you, please email me (can at drizzle.com) or wtosettlement at gmail.com if you are interested in this initiative. Look for this in your email soon. (If you got this first email from someone besides me, we probably don't have your email so be sure to drop us your current email address so we can include you.) Again, let's use these funds to continue the work we began in 1999! Even if you don't plan to pool your funds with us, we'd love to know what other initiatives you use the settlement to support. In solidarity, Erica Jane WTO #890 can at drizzle.com 206-568-7110 PS. WESTLAKE ARRESTEES: DON'T FORGET to DOWNLOAD and FILL OUT the PAPERWORK by August 28th!!!! FYI: Sent by attorney Tyler Weaver on May 30, 2007 to a listserve of arrestees (but only a few folks are still on it after 8 years): Only Westlake arrestees have access to this list. If forwarding this to others in the community, please make sure the message contains no sensitive legal communications. Attention all- I am pleased to finally be able to send you the official, court-approved notice of the settlement and the claim form for the recent settlement on behalf of those arrested on December 1, 1999, in Westlake Park. These documents are being sent to every person for whom we have a street address, and are also attached in .pdf format. [see download links above] The notice describes in detail the settlement, the process for any objections and submitting claims, and the various deadlines. Hopefully all of your questions are answered there. If not, there are several avenues, as listed in the notice of the settlement, for you to ask questions and receive answers. If you were arrested at Westlake Park on December 1, 1999, the deadline for returning your claim form is August 28, 2007. There's no reason to wait that long, however. I should also note that the settlement does not provide for any funding of non-profits or future protest or educational activities. However, if anyone wants to pool all or a portion of their settlement funds for a collective action, you can email either wtosettlement at gmail.com, or can at drizzle.net for more information, and to express your interest and/or participate in the planning process. This is completely and totally voluntary and is not part of the settlement, nor a condition to anyone's participation in the settlement. I merely include this information in the event anyone is interested in banding together. If you know of anyone else who was arrested at Westlake Park, please forward this message and the attachments to them as soon as possible. Tyler Weaver Hagens Berman Sobol Shapiro LLP. -------------------------------------------------------------------------- Gipfelsoli Infogruppe Newsletter mit Nachrichten über Mobilisierungen, Debatten und Repression im Zusammenhang mit Gipfelprotesten. Die AutorInnen der Beiträge sind mit eckigen Klammern versehen. Wir können leider keine Verantwortung für die Richtigkeit der Beiträge übernehmen. Auch geben sie nicht zwangsläufig unsere Meinung wieder. Mehr Infos und Texte sowie ein Archiv des Newsletters unter www.gipfelsoli.org. Kontakt, Kritik, Beiträge: gipfelsoli at nadir.org gipfelsoli mailinglist subscribe - unsubscribe: https://lists.nadir.org/mailman/listinfo.cgi/gipfelsoli-l -------------------------------------------------------------------------- ================================================== 11 Termin 06.09.2007 Berlin poonn at web.de ================================================== Zur Veröffentlichung: Do. 6. 9. 2007, pünktlich 15 Uhr: Arbeitsamt Berlin-Mitte, Friedrichstr. 39 (U-Bhf. Kochstraße) Bundeswehr wegtreten. Bunter Protest gegen die Werbeveranstaltung der Bundeswehr in der Arbeitsagentur Berlin-Mitte. Seit fast einem Jahr organisiert sich bundesweit der Protest gegen Werbeveranstaltungen der Bundeswehr in Arbeitsagenturen. Dort versucht das deutsche Militär neues "Menschenmaterial" für seine derzeitigen und kommenden Kriege zu rekrutieren. Arbeitsagenturen und Bundeswehr arbeiten dabei Hand in Hand. Sie zielen damit vor allem auf Jugendliche, aber auch auf ALG2-Empfängerinnnen und -Empfänger. Wir rufen auf, die Bundeswehr in ihrem Streben nach mehr gesellschaftlicher Akzeptanz verbunden mit ihrer Selbstinszenierung im öffentlichen Raum zurückzudrängen und sie eben genau dort anzugreifen. Anregungen für bunten, kreativen Protest gibt es auf der folgenden Webseite bei den Aktionsberichten aus Köln, Bielefeld, Bautzen, Görlitz, Wuppertal, Bochum, Gießen u.a.:http://www.bundeswehr-wegtreten.org pdf-flugi: http://media.de.indymedia.org/media/2007/08//190699.pdf ================================================== 12 Offener Brief an Angela Merkel in der CIA-Affäre Alexandra Bader ================================================== Nach Angaben von Europaratsermittler Dick Marty gibt es bereits wieder CIA-Folterflüge; währenddessen ist Folteropfer Khaled El Masri in Deutschland am Ende seiner Kräfte, da ihm niemand zu helfen bereit ist. Daher dieser offene Brief, der auch im Gegensatz zur üblichen Berichterstattung zeigt, worum es wirklich geht, wenn man diese Zustände beenden will: URL: http://www.ceiberweiber.at/index.php?type=review&area=1&p=articles&id=604 (im Web auch mit weiteren Infolinks, hier der Text ohne Links) Offener Brief an Angela Merkel: CIA, Menschenrechte, El Masri (10.8.2007) Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, als Ihr Vorgänger Gerhard Schröder Ihren Wahlsieg in machohafter Weise nicht anerkennen wollte und Sie persönlich abqualifizierte, unterstützte ich auch den EMMA-Aufruf für Ihren Anspruch auf Kanzlerschaft. Ich erwartete mir von Ihnen durchaus andere Qualitäten in der Politik, eine Auflockerung erstarrter Männer- Machtrituale und Kumpel-Seilschaften und auch andere Problemlösungen. Bedauerlicherweise sind Sie aber nicht bereit, Gesten gegenüber deutschen CIA-Entführungsopfern zu machen, die diesen zeigen, dass sie kein Freiwild in Ihrem Land sind, sondern in Deutschland eine Heimat haben. Dies wäre deshalb so wichtig, weil Menschen, die dem ungehinderten, ungehemmten Agieren eines fremden Geheimdienstes ausgesetzt sind (auch ohne Entführung, Folter oder Guantanamo) buchstäblich die Welt zusammenbricht. Sie können sich von einem Tag auf den anderen nicht mehr darauf verlassen, dass der Staat, demgegenüber sie Pflichten haben wie das Beachten von Gesetzen oder das Bezahlen von Steuern, ihre Rechte zu wahren bereit ist. Das Verhalten europäischer Regierungen gegenüber CIA-Aktivitäten in ihren Ländern stellt einen Bruch der jeweiligen Verfassungen und der Europäischen Menschenrechtskonvention dar, ist eine Verletzung von Amtseiden ebenso wie ein Zulassen, dass Interessen der Europäischen Union verletzt werden. Menschen, die ins Visier der CIA geraten, stehen wie Freiwild da und sind nur mehr "Ausländer im Ausland", nicht von der amerikanischen Verfassung geschützt, sondern dem ausgeliefert, was die CIA mit ihnen anzustellen beabsichtigt. Was nun Menschen islamischen Glaubens in Europa betrifft, so wird unter Berufung auf natürlich geheime und daher kaum bewiesene Geheimdienstquellen behauptet, dieser oder jener sei terrorverdächtig, was Entführung und Folter rechtfertigen soll. Tatsächlich handelt es sich um illegale Akte einer fremden Macht auf dem Territorium von Mitgliedern der EU und des Europarates, die schärfstens geahndet werden müssten. Was die Aktivierung von Artikel 5 des Nordatlantikvertrags nach dem 11. September 2001 betrifft, so stellt dies eine Vertragsverletzung dar und zieht keine Verpflichtung für NATO- Staaten nach sich, da 9/11 kein Angriff eines fremden Staates auf das Bündnis war (was man selbst dann weiss, wenn man Osama Bin Laden und 19 arabische Namen mit 9/11 in Verbindung bringt, da Bin Laden kein Repräsentant des afghanischen Staates war). Medienberichten nach zu urteilen sind Sie bislang nicht bereit gewesen, den deutschen CIA-Opfern Murat Kurnaz und Khaled El Masri in irgendeiner Weise entgegenzukommen. Dies lässt den Schluss zu, dass es unterschiedliche Standards von Menschenrechten in Deutschland gibt (Gleichheitsgrundsatz? Menschenrechtskonvention?) und dass Eingriffe fremder Mächte und die Verschleppung von Menschen für Sie ganz in Ordnung sind. Um die Dimensionen dessen ungefähr erfassen zu können, sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, werde ich Sie im folgenden bitten, sich kurz als Betroffene von "ganz normalen" CIA-Aktivitäten in einem EU-Land zu betrachten, die Bereiche wie Politik, Medien, Verwaltung, Wirtschaft betreffen. Dies, um klarzumachen, dass Khaled El Masri, der sich gemeinsam mit seinem Anwalt Manfred Gnjidic mutig bei Anhörungen und vor Gericht gegen die ungeheuren Anmaßungen und Menschenrechtsverletzungen zur Wehr setzte, aber nichts erreichte, natürlich irgendwann einmal einfach nicht mehr KANN. Man könnte auch zynisch sagen, dass Brandstiftung nicht unbedingt ein Hilferuf und Zeichen eines psychischen Zusammenbruchs sein muss (was es aber ist), sondern die logische Schlussfolgerung der Tatsache, dass man ein Nichts ist für die Verfassung und die Gesetze. Was gehen jemanden Gesetze an, wenn man bloss "Ausländer im Ausland" ist und jene, die einen schützen sollten, wegschauen oder sich gar zum Komplizen machen, man also staatenloser Staatsbürger ist?! Nun, Frau Merkel, Sie sind sagen wir mal in einer Partei, das ist ein Ihnen vertrautes Umfeld. Sie nehmen ihr demokratisches Recht wahr, sich zu engagieren und bemerken, dass irgendwas hinter den Kulissen läuft. Sie werden immer wieder behindert, Sie haben keine Chance auf Mandate oder einen Job, sondern können sich nur nebenbei engagieren, weil Sie zu kritisch sind, obwohl Sie was auf dem Kasten haben und eigentlich wichtige Positionen der Partei vertreten. Allerdings werden jene, die das ebenfalls tun, aber ein Mandat haben, medial und intern abqualifiziert, oft in den gleichen Worten, was Ihnen langsam komisch vorkommt. Sie erleben beispielsweise, dass ein totaler Bruch mit Parteigrundsätzen offenbar gezielt über ein Interview inszeniert wird, das alle total überrumpelt. Es gibt massive Kritik, aber seltsamerweise kommt niemand damit in die Medien, während Kritik an Politikern, die die eigentlichen Positionen vertreten und ein Mandat haben (bereits eine Seltenheit zu diesem Zeitpunkt), natürlich breit ausgewalzt wird. Damit nicht genug werden die KritikerInnen nun von anderen diffamiert, die alle in Variationen die Aussage tätigen, dass man vielleicht mit dem Tabubruch inhaltlich nicht einverstanden ist, aber der Tabubrecher so nett ist und jene, die Kritik üben, nicht integer seien. Ihnen fällt ein Muster auf, da die Formulierungen psychologische Konnotationen haben und sich durch Medienkommentare und die Statements der Antikritik-KritikerInnen ziehen, fast als ziehe jemand für beides unsichtbar die Fäden. Sie erkennen auch, dass der Tabubruch zu geostrategischen Interessen der USA passt und durch Ihre Partei erfolgen muss, um etwas durchzusetzen, das als Position einer anderen Partei wesentlich mehr Proteste hervorrufen würde. Während Sie sich nebenbei unermüdlich durch diese Spinnennetze kämpfen, werden die vorgeschickten Wasserträger alle belohnt, werden willfährige Politiker gut bezahlt. Sie zeigen sich unbeugsam, Sie merken, dass Sie ausgehorcht werden und reagieren instinktiv, indem Sie desinformieren, Die anderen verletzten mit Verleumdungen, fingierten Briefen, Telefonabhören etc. auch Gesetze, doch zieht sie niemand zur Rechenschaft, wenn Sie dies fordern, sondern werden eher noch mehr belohnt (bzw. nicht mehr vorgeschickt, wenn sie sich gar zu plump anstellen). Ihnen kommt alles immer seltsamer vor; Sie erinnern sich auch, wie Sie einmal von einem Parteikollegen ferngehalten wurden, in dem Ihnen perfide Aussagen über ihn unterstellt wurden, die Sie nie tätigten. Sie waren damals total verzweifelt und sind nur deswegen nicht weggegangen, weil Sie das Gefühl hatten, dass etwas nicht mit rechten Dingen zuging. Dennoch ging die Welt unter, als sich eine Person plötzlich um den Kollegen kümmerte, die ihrem Eindruck nach auch etwas mit den Diffamierungen zu tun hatte. Sie flüchteten sich damals in irgendeine Arbeit, fast egal welche, nur vergessen versuchen, aber eben nicht ganz wegbleiben. Nun, als Sie vor einem Haufen Merkwürdigkeiten stehen, gehören dazu auch Aktionen gegen jenen Kollegen, der einer der wenigen Aufrechten ist. Er ist einer von jenen, denen mangelnde Integrität wortreich unterstellt wird. Sie erlangen von etwas Kenntnis, das gegen ihn gerichtet ist und das ihm die Person, die sich einst seiner annahm, eigentlich sagen hätte müssen, weil sie es wusste. Er erfährt es jedoch erst nach ein paar Wochen von Ihnen, und nun wird Ihnen mit dem Parteiausschluss gedroht. Was ist denn da los, wundern Sie sich? Sie müssen in ein Wespennest gestochen haben. Es dämmert Ihnen dann, was beziehungsweise wer nicht stimmen kann. Weil Sie Ihren Widerstand nicht aufgeben, und jenen, die Sie damals noch als "die" bezeichnen, die Suppe versalzen, verlieren Sie plötzlich auch Ihren Job und stehen mit nichts da, müssen ausständigen Lohn einklagen. Sie machen Tipparbeiten, um zu überleben, haben gerade ein paar Bananenkisten mit Büchern und Kleidung und wohnen bei einem Verwandten, weil Sie auch Ihre Wohnung verlassen mussten (und alles andere von Ihren Sachen verlieren). Sie drehen und wenden nebenbei alles, was Sie erlebten, immer wieder und versuchen dann, bei den eigentlich zuständigen Sicherheitsbehörden zu erfahren, wer "sie" sind. Ein pensionierter ehemaliger Staatsschützer, der doch zumindest unter der Hand etwas sagen könnte, weigert sich kategorisch, die Frage nach dem spitzelnden "Ausland" zu beantworten. Es scheint vor Ihnen in Leuchtschrift zu stehen: Central Intelligence Agency, Sie begreifen fast sofort auch, dass Sie auf sich gestellt sind und von Ihrem Staat keine Hilfe zu erwarten haben. Wie ungeheuer es ist, dass diese Verletzung staatlicher Souveränität zugelassen wird, ja man bereitwillig Souveränität aufgibt, wird Ihnen zuerst nicht bewusst. Sie schaffen es vielleicht, weiter zu kämpfen, sogar zeitweise in einem Parteijob, der Sie ruhigstellen soll, den Sie aber umwandeln, bis man Sie hinausintrigiert, weil Sie immer wieder die amerikanische Suppe versalzen haben. Sie haben noch das mühselige Einklagen vom letzten Job in Erinnerung, wo der gegnerische Anwalt mit persönlichen Dokumenten aus Ihrem Besitz kam, die nichts mit dem Arbeitsgerichtsprozess zu tun hatten und der Richter unwirsch reagierte, als Sie sich über seine Zulassung solchen Materials mit Hinweis auf die EMRK und die dort erwähnte EIGENE nationale Sicherheit beschwerten. Sie sind es auch müde, sich mit den Legionen von Kofferträgern auseinanderzusetzen, die sich einspannen lassen, während sich nur so wenige entweder per Hausverstand oder Intellekt verweigern und sich nicht beeinflussen lassen. Sie sind zunächst noch Parteimitglied und dokumentieren das nicht nur satzungswidrige, sondern auch strafrechtlich relevante Verhalten von Parteifunktionären bei Ihrer "Hinausbeförderung" und fordern den Rechten als Mitglied gemäss ein Schiedsgerichtsverfahren gegen diese Personen. Der zuständige Vorstand reagiert mit kollektiver Satzungsverletzung, indem er nicht nur dieses Verfahren verweigert, sondern Sie ohne Verfahren ausschliesst. Dies ist natürlich Komplizenschaft, zugleich aber die parteiinterne Entsprechung des Freiwildstatus bezogen auf die Verfassung und die Gesetze Ihres Landes. Diejenigen, die sich sowohl strafbar machten als auch aus der Partei hätten ausgeschlossen werden müssen, wurden mit Mandaten und einträglichen Posten belohnt, mit denen sie sich Häuser verdienen können. Sie müssen hingegen froh sein, ein Dach überm Kopf zu haben, das Sie selbst heizen müssen. Wenn Sie etwas komfortabler wohnen wollen, müssen Sie teure Kredite aufnehmen und immer Angst haben, dass Sie dank des Kainsmals "Achtung, CIA-Gegnerin, hat sich nicht beugen lassen, unbestechlich, aussätzig" wieder alles verlieren könnten. Sie haben auch keine Chance, einen politiknahen Job zu finden, und Sie erhalten (gleich nach Ihrer Hinausbeförderung) von der Arbeitnehmervertretung falsche Auskünfte, was von der Partei Einklagbares betrifft. Als Sie dort einen Termin haben, erinnert Sie der Berater an die beeinflussten Leute, es ist etwas an seinem Habitus, Sie kennen das inzwischen zur Genüge. Sie bauen sich mühsam eine neue Existenz auf, doch Ihre Möglichkeiten sind beschränkt, da es sich um einen Bereich handelt, in dem nur Nischen ganz ohne amerikanischen Einfluss bestehen. Und ehrlich: wollen Sie bei Ihren Fähigkeiten irgendwo am Fliessband stehen und Schrauben drehen? Sie könnten natürlich alles vollkommen verdrängen, doch wäre erst recht ein Verrat an sich selbst, sich unwissend und naiv zu stellen, als hätten Sie nicht um einen so hohen Preis Ihre Integrität bewahrt. Sie versuchten immer wieder, mit Leuten in Ihrer Ex-Partei, die anständig erscheinen oder zumindest nicht bewusst für die USA arbeiten, ins Gespräch zu kommern, doch mauern auch diese und wollen nichts mit einer Verantwortung für das Geschehen in der Partei zu tun haben (sie weigern sich, die Welt wiederherzustellen, was Ihnen psychisch so helfen würde). Da viele von ihnen auf irgendeiner Ebene auf Verfassung und Gesetze vereidigt sind, bedeutet das Nichthandeln eine Verletzung dieses Eides, doch ist es ihnen egal. Sie wenden sich auch an einen später pensionierten Präsidenten des Verfassungsgerichtshofes, einen wichtigen Bürgermeister, einen späteren BKA-Präsidenten, einen ehemaligen noch politisch aktiven Innenminister, einen ehemaligen obersten Sicherheitsbeamten, an die Regierung allgemein, einen der wichtigsten Aufdecker des Landes (der vergleichsweise Banalitäten in anderen Parteien zu wahren Megaskandalen werden läßt) und so weiter und so sofort. Bestenfalls hört man Ihnen zu, unternimmt aber nichts. Später behauptet Ihre Regierung gegenüber dem Europarat in Sachen CIA-Affäre, dass man Aktivitäten verfolgen müsse, weil man sie verfolgen müsse, um sich nicht des Verfassungsbruchs schuldig zu machen. Wie bitte, denken Sie, und trauen Ihren Augen nicht: seit wann werden CIA-Aktivitäten verfolgt? Sie ersuchen schriftlich um Stellungnahme und werden wohl ewig auf Antwort warten müssen, die übliche Mauer eben. Vorher, werte Frau Merkel, waren Sie sicher "anders", ehe Sie ihre "Unschuld" und das Vertrauen in die Welt verloren hatten, so wie beispielsweise Khaled El Masri einst nett und umgänglich war, dies auch noch aufrechterhielt, so lange er konnte, und dann ausflippte. Sie konnten das Vertrauen in die Welt zwar teilweise wiedergewinnen, aber es dauerte. Ihr neues Umfeld, teilweise eingeweiht, ist irgendwann bei allem Úngewöhnlichen, das passiert, skeptischer als Sie, was Sie als Zeichen nehmen, dass Sie unterscheiden können. Sie werden, weil Sie das alles auch finanziell viel kostete, an nichtverdientem Geld, an Jobs unter Ihrer Qualifikation, an Zeiten der Arbeitslosigkeit, bis zum Umfallen arbeiten müssen. Sie kennen weder Kranksein noch Urlaub - weil der Staat Sie im Stich gelassen hat, der von Ihnen Steuern will und dass Sie zu Wahlen gehen. Ihre Erfahrungen lassen Sie nie wieder so unbeschwert sein wie andere Menschen und entfernen Sie auch innerlich von ihnen. Oft erscheint Ihnen banal, worüber andere reden, auch weil Sie ihnen das namenlose Entsetzen niemals vermitteln können, dass Sie so gut kennen, den harten Prozess, entweder zu lernen, möglichst souverän auch die übelsten Intrigen und Anwürfe auf die Urheber zurückfallen zu lassen oder unterzugehen. Vergewaltigungsopfer kommen besonders schwer darüber hinweg, sagen Beraterinnen bei Notrufen, wenn es sog. Date Rape war, denn das sehen viele Angehörige immer noch so, als hätte das Opfer dazu einen Beitrag geleistet und es sei halt mehr Sex geworden als es wollte. Die Beraterinnen sind da oft die einzigen, die den Opfern die Realität wiederherstellen helfen, nämlich dass Vergewaltigung Vergewaltigung ist, auch wenn man den Täter kennt. Opfer der CIA, werte Frau Merkel, haben niemanden, der ihnen die Realität wiederherstellt, dass Gesetze Gesetze sind und Menschenrechte Menschenrechte und dass Gesetze und Menschenrechte für alle gelten und dass kein fremder Staat eine Treibjagd auf BewohnerInnen eines Landes eröffnen kann und alle sehen weg. Wenn für Sie bereits das Nachvollziehen der Schilderungen beklemmend ist, dann stellen Sie sich doch ansatzweise vor, wie es ist, vollkommen in der Hand der CIA zu sein, verschleppt, ihr monatelang ausgeliefert, ohne Wissen, ob Sie jemals wieder lebend herauskommen. Und dann sind Sie wieder frei und müssen bitter erkennen, dass ihr Staat mauert statt zu bedauern, dass Ihr Schicksal jenen herzlich gleichgültig ist, die Ihre Verschleppung hätten verhindern müssen. Sie wählen dann den Weg von Herrn El Masri und machen ihr Leid öffentlich, Sie versuchen, das Schweigen und Mauern zu brechen, Sie gehen sogar mit der American Civil Liberties Union vor ein amerikanisches Gericht, das Sie jedoch sofort abblitzen lässt, da es sich bei der CIA und ihrem Agieren um "Staatsgeheimnisse" handle. Somit befindet sich die CIA außerhalb der Legalität, da jedes Organ des Staates, jede Behörde, die Verwaltung den Gesetzen unterworfen sein muss. Sie stellen fest, dass unbewiesene Behauptungen dieser illegalen Organisation, für die ihre Quellen stets "Staatsgeheimnis" sind, dazu herangezogen werden, Menschen Ihres Glaubens in eine kriminelle Ecke zu rücken. Der Staat setzt dem nichts entgegen, da er der Ansicht ist, dass Christen ja erwiesenermaßen zu Terrorismus neigen. Religionsfreiheit und Antidiskriminierung? Pustekuchen - wie das Recht auf fair trial in der Menschenrechtskonvention (in der nun mal nicht steht "Verschleppungen und Folter sind zulässig, wenn sie durch die CIA erfolgen"). Ihr Staat hebelt den Rechtsstaat aus, indem er Beschuldigungen gegen Menschen nicht untersuchen lässt, sodass sie eventuell in einem fair trial vor Gericht kommen, sondern Entführungen duldet und im Fall von 14 europäischen Ländern dazu Beihilfe leistet. Sie wehren sich stellvertretend für andere, wissen, dass die meisten nicht die Kraft haben, noch aufzustehen, dass viele daran für immer zerbrechen. Sie werden in Medien teils mit Verständnis behandelt, teils wegen Ihres Glaubens als anrüchig und suspekt hingestellt. Sie können nicht mehr und "drehen durch", da für Ihren Staat kein Unrecht geschehen ist, auch wenn kein Regierungsmitglied bislang selbst ausprobiert hat, wie es ist, entführt und gefoltert zu werden. Traumatherapeuten können "die Welt" nur begrenzt wiederherstellen, wenn sie unverändert gespalten bleibt, eine Verfassung und daneben eine dieser widersprechende Realverfassung hat. Nun, Frau Bundeskanzlerin, wollen Sie sich bei Khaled El Masri und Murat Kurnaz entschuldigen und ihnen helfen und auf internationaler Ebene für den Kampf der demokratischen Regierungen gegen CIA-Übergriffe in ihren Ländern eintreten? Mit freundlichen Grüssen Alexandra Bader PS: Kurz gesagt ist das Dulden dieser Zustände eine Auflösung des Rechtsstaates und des Staates überhaupt, weil nicht nur Übergriffe einer fremden Macht gebilligt werden, sondern diese wiederum nicht einmal den Gesetzen des fremden Landes unterworfen sind. Dies war auch vor 9/11 gegeben, doch mit systematischer Entführung, Haft und Folter ist eine neue "Qualität" erreicht, sodass man sich fragt, was noch alles kommt. Der deutsche (Noch-) Innenminister Wolfgang Schäuble meint jedenfalls, dass von Amerikanern begangene Straftraten von Amerikanern selbst (nicht) verfolgt werden sollen. Kritik am US-Menschernraub in Europa wurde von ihm bisher nicht vernommen. Die CIA entscheidet, ob Menschen, die in europäischen Ländern leben, folgende Grundrechte haben oder nicht: * freie Wahl ihrer persönlichen Beziehungen (oder nicht) * freie Wahl des Aufhaltsortes (oder nicht) * freie Meinungsäußerung (oder nicht) * Achtung der Privat- und Intimsphäre (oder nicht) * freie Wahl des Berufes (oder nicht) * Versammlungsfreiheit / politische Betätigung (oder nicht) * passives Wahlrecht (oder nicht) * Briefgeheimnis, Telefonieren ohne Abhören (oder nicht) * fair trial (oder nicht) **** Ceiberweiber - das erste Frauen-Onlinemagazin Österreichs Täglich Neues und Ungewöhnliches unter http://www.ceiberweiber.at Jetzt mit Newsletter (auf der Startseite zu abonnieren) Spenden nehmen wir gerne entgegen: BA-CA Konto 51473302801 BLZ 12000 Werbung: Preise auf Anfrage ================================================== 13 PA: Yeziden-Vertreter befürchtet bis zu 600 Tote nach Anschlägen im Nordirak WADI Austria ================================================== Yeziden-Vertreter befürchtet bis zu 600 Tote nach Anschlägen im Nordirak Hilfsorganistion WADI Österreich fordert effektiven Schutz von Minderheiten Beim schwersten Anschlag dieses Jahres wurden gestern Abend mindestens 200 - Yeziden-Vertreter sprechen von bis zu 600 -  Angehörige der religiösen Minderheit der Yezidi im Irak ermordet. Nachdem die beiden Gemeinden Tal Asir (arabisch: Kataniya) und Siba (arabisch: Al-Gazira) seit Wochen von jeder Lebensmittellieferung abgeschnitten waren, fuhren gestern um 19.00h Ortszeit vier LKWs vor. Die Bevölkerung, die glaubte, dass es sich dabei um Lebensmittellieferungen handeln würde, rannte auf die LKWs zu, die in diesem Moment gesprengt wurden. Autos mit mitgeführten Raketenwerfern beschossen daraufhin die Dörfer. Die großteils aus Lehm gebauten Häuser boten keinerlei Schutz für die flüchtende Bevölkerung. Insgesamt wurden in beiden Gemeinden 150 Häuser durch die Explosionen und die Raketenangriffe zerstört. Mirza Dinnayi, ehemaliger Minderheitenberater des irakischen Staatspräsidenten Talabani und Koordinator der "Yezidi Democratic Community" in Deutschland, vermutet noch weit mehr Tote als die bisher gemeldeten 200 Toten: "Ich telefoniere seit gestern ständig mit unseren Freunden im Irak. Alle Informationen, die ich direkt von dort habe deuten darauf hin, dass es zwischen 300 und 600 Tote sind." Verschärft wird die Lage noch durch mangelnde Kapazitäten im Krankenhaus der Regionalhauptstadt Sinjar, das lediglich über Kapazitäten für 30 bis 40 Betten verfügt. Etwa ein Prozent der irakischen Gesamtbevölkerung gehört den Yezidi an. Die Religionsgemeinschaft, die im Gegensatz zu Christen- und Judentum von Muslimen nicht als Buchreligion betrachtet wird (und damit nicht dem islamischen Schutzgebot untersteht) wurde in den letzten Jahren immer wieder zum Angriffsziel radikaler Islamisten, die sie als "Teufelsanbeter" denunzierten. Die meisten Yezidi leben in der zentralirakischen Provinz Ninive sowie in der kurdisch verwalteten Provinz Dohuk. Das Gebiet um Sinjar, nahe der syrischen Grenze, zählt traditionell zu einem der wichtigsten Siedlungsgebiete der Yezidi. Eine Arabisierungkampagne des Bath-Regimes unter Saddam Hussein, zwang jedoch die Mehrheit der dort lebenden Yezidi, ihre traditionellen Bergdörfer zu verlassen und sich in staatlich kontrollierten "Kollektivstädten" anzusiedeln. Auch die beiden nun angegriffenen Gemeinden gingen aus solchen Zwangsansiedlungen hervor. Ethnische und religiöse Minderheiten, die über kein von ihnen kontrolliertes Territorium verfügen, wurden in den letzten zwei Jahren generell vermehrt zum Ziel von Anschlägen und Angriffen. Die in London ansässigen Menschenrechtsgruppe "Minority Rights Group International" hatte bereits im Februar erklärt, dass einige Gemeinschaften, die seit 2000 Jahren im Irak lebten, jetzt vor der Vernichtung stünden. Auch Mirza Dinnayi, als ehemaliger Minderheitenberater Talabanis ein ausgezeichneter Kenner der Lage vor Ort, kritisiert den mangelnden Schutz der Minderheiten: "Es gibt keinen Schutz für die kleinen Minderheiten. Wir haben seit Monaten an die kurdischen und irakischen Behörden appelliert jetzt vor dem Kirkuk-Referendum den Schutz für die Minderheiten zu erhöhen. Leider ist bislang nichts in diese Richtung geschehen." Entsetzt ist Dinnayi auch über die Kommentare, die er auf manchen arabischen Websites zum gestrigen Anschlag lesen kann. "Auf der Website der Fernsehstation al-Arabiya bejubeln ein Viertel der Kommentare im Online-Forum den gestrigen Anschlag. Hier wird offen gesagt, dass die 'Teufelsanbeter' weg sollen und niemand von der Redaktion löscht diese Einträge." Der Hass auf Yezidi sei unter militanten Islamisten im Irak so weit verbreitet, dass es ständig zu Morden komme. Erst vor fünf Tagen wurden in al-Rashad, in der Nähe von Kirkuk, zwei junge Yezidi auf offener Straße zu Tode gesteinigt. Die irakischen Sicherheitskräfte hatten es nicht gewagt dagegen einzugreifen. Selbst die Leichen der Ermordeten wurden bis vorgestern nicht zur Bestattung abtransportiert. Die Kritik yezidischer Vertreter am mangelnden Schutz ihrer Angehörigen im Irak wird auch von Christen, Mandäern und Shabak, die ebenfalls ständig Opfer ethnisierter Gewalt werden, geteilt. Der Wiener Politikwissenschafter und Obmann der im Irak tätigen österreichischen Hilfsorganisation WADI, Thomas Schmidinger, sieht die Minderheiten besonders von der gegenwärtigen Gewalt betroffen: "Die Ethnisierung der Gewalt im Irak trifft die kleinen Minderheiten, die ihren Schutz nicht selbst durch bewaffnete Kräfte organisieren können, in besonderem Maße. Je länger diese Form der Gewalt anhält, desto schwieriger wird es für die Minderheiten im Irak zu überleben." Dabei hält Mirza Dinnayi den Schutz der Yezidi nicht für ein Ding der Unmöglichkeit: "Insbesondere in der Sinjar-Region wäre das kein Problem. Hier sind 90% der Bevölkerung Yezidi. Wäre der politische Wille vorhanden, könnten sie militärisch geschützt werden." Der Koordinator der "Yezidi Democratic Community" in Deutschland fordert deshalb explizit einen UNO-Einsatz zum Schutze der Minderheiten im Irak. Europäische Truppen unter UNO- Mandat sollten, so Mirza Dinnayi, die Minderheiten in ihren Gebieten schützen. Mary Kreutzer, Projektkoordinatorin der im Irak tätigen Hilfsorganisation WADI, schließt sich diesen Forderungen an: "Ein effektiver Schutz der Minderheiten ist derzeit nur durch solch einen internationalen militärischen Schutz möglich. Wichtig ist dabei aber auch, dass Europa endlich die Tore für irakische Flüchtlinge, die zu Hunderttausenden in Syrien und Jordanien ausharren öffnet. Diese beiden Länder sind mit den Flüchtlingen überfordert. Europa hat deshalb seine historische Verantwortung für den Irak wahrzunehmen." Link: www.wadinet.at Kontakt: Mary Kreutzer, Thomas Schmidinger: 069911365509 (WADI Österreich) -- WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit WADI-Österreich e-mail: wadi.wien at gmx.at website: www.wadinet.at Tel.: 0699-11365509 Postfach 105 A-1181 Wien SPENDENKONTO - jeder Euro hilft! Knt. Nr.: 6.955.355 BLZ: 32.000 Raiffeisen Landesbank NÖ IBAN AT4432 0000 0006 955355 BIC (SWIFT) RLNWATWW Wir bitten um Unterzeichnung des Appells an die Österreichische Regierung bezüglich der Aufnahme irakischer Flüchtlinge in der EU: http://www.wadinet.at/Media/Petition/index.php ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< LINKS / VERWEISE / HINWEISE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 14 Interessante artikel bei uns Alexandra Bader ================================================== Liebe LeserInnen, wieder eine Menge an neuen Artikeln, die frau sonst kaum wo findet (naja, zumindest vieles davon :-) Wie feministisch ist Alice Schwarzer? Fragen wir uns angesichts der Art und Weise, wie sie Petra Kelly (1947 -1992) in einem Buch als schwache, abhängige, psychisch gestörte Frau darstellte: http://www.ceiberweiber.at/index.php?type=review&area=1&p=articles&id=601 Immer wieder sind bestimmte Menschen dauernd in den Medien, bei denen überschaubar ist, was sie zu sagen haben. Ihnen wird der Hype dann zum Verhängnis, weil sie nicht damit umgehen können: http://www.ceiberweiber.at/index.php?type=review&area=1&p=articles&id=602 Warum die Basis für die CIA-Folterflüge nicht die Existenz von Muslims in Europa ist, sondern das Negieren von Verpflichtungen der europäischen Regierungen hinsichtlich ihrer Verfassungen und der Menschenrechte: http://www.ceiberweiber.at/index.php?type=review&area=1&p=articles&id=603 Dazu auch ein offener Brief an Angela Merkel, die riskiert, dass ein deutsches Folteropfer vor die Hunde geht: http://www.ceiberweiber.at/index.php?type=review&area=1&p=articles&id=604 Wenns nach dem "Kurier" geht, ist es bei über 50jährigen erstaunlich, wenn sie mit Internet und Handy umgehen können: http://www.ceiberweiber.at/index.php?type=review&area=1&p=articles&id=605 Wenns nach Uschi Fellner ging, sollte "Österreich" sich an die politisch interessierte Frau richten - stattdessen wird uns nun verkauft, dass Frauen sich berechnend an ältere Typen mit Kohle ranschmeissen sollen und an den Herd gehören: http://www.ceiberweiber.at/index.php?type=review&area=1&p=articles&id=606 Neues im Blog: 12.8. "Die weite Welt nach Ion Holender und Georg Hoffmann-Ostenhof" (und warum internationale Politik so beurteilt wird, wie sie es tun) 11.8. "Europa bezahlt für Amerika" (Hypothekenkrise, warum kaum über das EU-Parlament berichtet wird) 10.8. "Angela Merkel und die CIA-Folterflüge" (die verfassungsrechtliche Dimension) 9.8. "Prima Klima für Andreas Wabl" (Wie ist Gusenbauers Klimabeauftragter zu beurteilen?) 8.8. "Wie feministisch ist Alice Schwarzer?" (Sie wirbt für die Bildzeitung; wir sehen uns auch an, was Jutta Ditfurth macht) alles unter http://alexdailynotes.blogspot.com/ Herzliche Grüsse Alexandra Bader **** Ceiberweiber - das erste Frauen-Onlinemagazin Österreichs Täglich Neues und Ungewöhnliches unter http://www.ceiberweiber.at Jetzt mit Newsletter (auf der Startseite zu abonnieren) Spenden nehmen wir gerne entgegen: BA-CA Konto 51473302801 BLZ 12000 Werbung: Preise auf Anfrage ================================================== 15 Papstbesuch, Reader Religionskritik Café Critique ================================================== Ein kleiner Hinweis aus Anlaß des bevorstehenden Papstbesuches: Bei der STV Politikwissenschaft kann gegen einen Selbstkostenpreis ein Reader mit Texten zur Religionskritik bezogen werden. Während die Linke wohl auch den Papstbesuch zum Anlaß nehmen wird, sich in abstrakter Gegnerschaft zu gefallen, bei der jede Differenz zwischen den Religionen in einer allgemein gehaltenen Religionskritik verschwindet, versuchen die Café Critique-Autoren verfassten Texte des Readers gerade diese Differenz herauszuarbeiten: insbesondere das unterschiedliche Verhältnis der Religionen zur Aufklärung und zur materialistischen Kritik. Inhalt: Religions- und Ideologiekritik. Einführende Gedanken zur Kritik von Glauben und fetischistischem Bewusstsein (Stephan Grigat) Die Religion als "universelle Zwangsneurose". Vergeistigung im Judentum - Regression in Christentum und Islam (Gerhard Scheit) Die "Knechtschaft aus Überzeugung". Zur protestantischen Modernisierung des Katholizismus (Florian Ruttner) Der Islam als politische Religion - Unterwerfung als Programm? (Florian Markl) erhältlich bei: Studienvertretung Politikwissenschaft Kommunikationszentrum (KOZ), NIG, Universitätsstr. 7, 1010 Wien, 2. Stock, Zimmer 221 Tel: 4277/47709 Mail: stv.powi at oeh.univie.ac.at http://www.univie.ac.at/politikwissenschaft/strv/ ____________________ Kundgebung Keine Geschäfte mit den iranischen Mullahs! Gegen das Atomprogramm des Iran und seine österreichischen und europäischen Förderer! Es geht um Israel - und um den Restbestand politischer Vernunft! Sonntag, 30. September 2007 18 Uhr Stephansplatz in Wien Veranstaltet von Café Critique und der Israelitischen Kultusgemeinde mit Beiträgen von Café Critique, Beate Klarsfeld (Söhne und Töchter der jüdischen Deportierten Frankreichs), Matthias Küntzel (Scholars for Peace in the Middle East), Kazem Moussavi (Green Party of Iran), Ariel Muzicant (Israelitische Kultusgemeinde), Robert Schindel, Wahied Wahdat-Hagh (European Foundation for Democracy) u. a. Unterstützt von (Stand 16. 8. 2007, weitere Unterstützer melden sich bitte unter cafe.critique at gmx.net): Aktion gegen den Antisemitismus in Österreich, Anthropoid Innsbruck, Anti-Defamation Forum, Antifa ON, Arbeitskreis Antisemitismus München, Bund sozialdemokratischer Juden/Avoda, David/Jüdische Kulturzeitschrift, Friends of Israel Linz, Hagalil.com, Illustrierte Neue Welt, Misrachi, Österreichischer Gedenkdienst, Prozionistische Linke Frankfurt, Redaktion Bahamas, Scholars for Peace in the Middle East/Austria, Studienvertretung Politikwissenschaft/Universität Wien, Wadi e. V. Frankfurt, Weblog Lizas Welt, www.juedische.at, Zionistische Föderation in Österreich, Zwi Perez Chajes Loge der B'nai B'rith, Sharon Adler (AVIVA-Berlin), Cordula Behrens, Daniela Ebner, Gudrun Flügge, Heimo Gruber (Österreichisch-Israelische Gesellschaft), Philipp Heimberger (Diskussionsforum Liberal in Österreich), Siegward Kunath (ehm. Ephorus an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal), Wolfgang Neugebauer, Gerhard Oberschlick, Klaus Thörner, Philippe Witzmann (Hedonistische Mitte - Brigade Mondän Berlin) ____________ Die islamische Republik Iran - Analyse einer Diktatur Symposium 29./30. September 2007 Campus der Universität Wien, Altes AKH Samstag: Hörsaal D, Hof 10,13 Sonntag: Hörsaal C1, Hof 2 (Alserstraße/Spitalgasse, Straßenbahn 5, 33, 43, 44) Veranstaltet von Café Critique und Scholars for Peace in the Middle East/Austria (Bitte planen Sie Zeit für eventuelle Einlasskontrollen ein.) http://www.cafecritique.priv.at ================================================ C) EDITORIAL ================================================ Für den Inhalt verantwortlich: Ihr. E-Mail-Adresse für Beiträge: widerstand at no-racism.net geschickt. widerst at nd MUND und alle Termine täglich aktualisiert im Web: http://www.no-racism.net/MUND Ziel von MUND (medienunabhängiger Nachrichtendienst) ist die unzensurierte und möglichst rasche Information über gesellschafts- politisch relevante Termine. Hinweise und Diskussionsbeiträge zu Widerstand und Antirassismus sowie verwandte Themen sollen einen Titel, Namen und Emailadresse der/des AutorIn enthalten und möglichst kurz und prägnant gehalten sein, ev. mit Hinweis, wo weitere Informationen eingeholt werden können. Bitte keine Attachments! Die inhaltliche und sachliche Verantwortung liegt bei der/dem jeweiligen AutorIn bzw. jenen, die uns die Beiträge schicken. Der MUND wird von einzelnen TagesredakteurInnen zusammengestellt. Da Fehler nicht ausgeschlossen sind, bitten wir, nicht veröffentlichte Beiträge nochmals an widerstand at no-racism.net zu senden. Die Weiterleitung (auch auszugsweise) ist erwünscht. Beiträge mit rassistischen oder sexistischen Inhalten werden nicht veröffentlicht. Sehr persönliche Meldungen werden wir an den betreffenden Adressaten weiterleiten, aber nicht im MUND veröffentlichen. Die bisherigen Ausgaben sind unter http://www.no-racism.net/MUND archiviert. Terminankündigungen bitte nach folgender Vorlage: * Wann: Sonntag, 11.11.2001, 11:11 Uhr * * Was: Maskenball: Motto "Schwarzblau ist die Haselnuss" * * Wo: Villa Morgenrot, Grüner Anger 42, 2001 Wendendorf * * Kommentar: Anreise per Anhalter. Maskenzwang. Ende nie. Aber kurz und prägnant.* Die Rubrik "Redaktionelles" am Ende der Ausgabe ist u.a. eine Konsequenz aus der Notwendigkeit, sexistische, antisemitische und rassistische Beiträge nicht zu veröffentlichen, ohne jedoch stillschweigend Zensur zu üben. Hier wird - in anonymisierter Form - auf angehaltene Beiträge hingewiesen und eine kurze Begründung der Tagesredaktion für die Nichtaufnahme geliefert. (Weitere Gründe einen Beitrag nicht aufzunehmen sind z.B.: Attachments, kein erkennbarer Bezug zu den breit gestreuten Themen des MUND, Werbesendungen, sinnlose Kettenbriefe.) Die AbsenderInnen der betroffenen Beiträge werden hiervon informiert. Im Sinne einer "gläsernen Zensur" könnt ihr Euch die Beiträge gerne extra schicken lassen: Ein kurzes Mail an widerstand at no-racism.net genügt. ================================================ D) VERTEILERLISTE ================================================ Zur Eintragung in diesen Verteiler bitte direkt subskribieren unter http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/analle oder von der einzutragenden Adresse aus ein mail schicken an: admin at no-racism.net mit folgendem Text: subscribe no-racism Bitte wegen Automatisierung diesen Wortlaut verwenden! Zur Austragung aus dieser Liste bitte an aus Einsendungen an zusammengestellt. Bitte keine Attachments! (werden nicht angenommen) Für diese Ausgabe nicht aufgenommen: eine veraltete Terminankündigung ein m.E. nicht widerstandsrelevanter Beitrag Redaktionsschluss für diese Ausgabe: 20:00 Uhr III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III widerst at nd-MUND is powered by http://alt.strg.at/ From analle at no-racism.net Sun Aug 26 13:49:29 2007 From: analle at no-racism.net (=?iso-8859-1?q?MUND=3A_medienunabh=E4ngiger_Nachrichtendienst?=) Date: Sun, 26 Aug 2007 13:49:29 +0200 Subject: widerst@nd! - MUND: Sonntag, 26.8.2007 Message-ID: <20070826114929.GA7095@brandl.telekabel.at> widerst at nd MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst www.no-racism.net/mund MedieninhaberInnen seid Ihr! Sonntag, 26.08.2007 ================================================ A) INHALT ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN UND ANKÜNDIGUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 01 11.10. Premiere NACHTSCHATTENGESÄNGE / Richard Weihs GAMUEKL ================================================== 02 14.-16.9.: Aufruf zu den Protesten gegen das Ulrichsbergtreffen "kontakt at u-berg" ================================================== 03 Der Unterschied wird nicht verschieden - Eine Haltlosigkeit Fritzpunkt / Stadt Theater Wien ================================================== 04 ASt-Veranstaltung 31.8.: Die Talfahrt an den Börsen und ihre Hintergründe ASt-LFI ================================================== 05 unkenruf: ausstellungseröffnung lilium am 31.8. um 19:00 f ü r Frauen! frauenhetz ================================================== 06 Die Grauen wehren sich - DER STANDARD v. 18.8.07 Dietmar Köhler ================================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN UND KOMMENTARE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 07 KPÖ/Schubhaftzentrum/Leoben/Asylpolitik KPÖ ================================================== 08 GLB/Lehrstellenmangel/Berufsausbildung "GLB" ================================================== 09 KPÖ/ATX-Unternehmen/Umverteilung/Lohnpolitik/Steuerreform KPÖ ================================================== 10 "Presseinformation/Fotos" delphinus x ================================================== 11 B/S/A ganz Mittelalterlich "q/depesche" ================================================== 12 GLB/Post/Personalabbau/Kampfmaßnahmen "GLB" ================================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< DISKUSSION ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 13 Massive Kritik an Darabos wegen US-Kritik - und Einschüchterung gegen jene, die ihm die Mauer machen Alexandra Bader ================================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< SOLIDARITÄT WELTWEIT ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 14 Hängen im Namen Gottes Café Critique ================================================== 15 ASt - Bahn-Streik in Deutschland: Nein zur Vermittlung durch Geissler/Biedenkopf! ASt-LFI ================================================== 16 Home Office UK Asylum Statistics: 2nd Quarter April/May/June 2007 John O ================================================== 17 Volksstimmefest-Wien/G8-Gipfel/Hinweis RSO - Revolutionär Sozialistische Organisation ================================================== 18 Heiligendamm -- Hokkaido Öffentlicher Verteiler der Gipfelsoli-Infogruppe ================================================== 19 Schweden: Nordlicht für Irak-Flüchtlinge WADI Austria ================================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< LINKS / VERWEISE / HINWEISE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 20 kanalB.at video: Tallbike Jousting webmaster at kanalB.org ================================================== 21 screening im september Flo ================================================== 22 Kampagne "Europe for peace" "Rupert Kroesen" ================================================== 23 Neues von der Arbeiterfotografie Arbeiterfotografie ================================================== 24 In eigener Sache: akin-Website offline, Notfall-Mirror installiert "akin" ================================================== 25 RKL-Stellungnahme an Regierungsarbeitsgruppe "Gleichgeschlechtliche Partnerschaften" Rechtskomitee Lambda (RKL) ================================================== ================================================ B) TEXTE ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN UND ANKÜNDIGUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 01 11.10. Premiere NACHTSCHATTENGESÄNGE / Richard Weihs GAMUEKL ================================================== Sehr geehrte Damen und Herren, werte Redaktion, Am 11.10. 07 (20h) bittet der Wiener Autor, Musiker und Kabarettist Richard Weihs in gewohnt urigem Ambiente zur Premiere eines dunkelbunten Liederabend: NACHTSCHATTENGESE" PREMIERE: 11. Oktober 2007 Weitere Vorstellungen: 12. 27. Oktober 2007 (Do. - Sa., jeweils 20 Uhr) m WEINHAUS SITTL /Pelikanstüberl 1160 Wien; Lerchenfelder Gürtel 51 (U6 Josefstädter Strasse, J, 5, 33) Kartenreservierung: Tel. 01/586 33 95 Eintritt: 12,-- / 9,-- ZUM PROGRAMM: Genießen Sie die dunkelsten und buntesten Früchte langjährigen Liedschaffens, kulinarisch serviert mit Gitarre, Dobro, Mund- und Knöpferlharmonika, Maultrommel, Räptil und Quietschratte. Im urigen Sittl-Ambiente erleben Sie - die heilenden Energieflüsse des "Nia wana Mantra" - den herben Charme des "Rammelschnoiza Woiza" - den strengen Drive des "Harte Herta Rock" - das morbide Flair des "Krematorium Blues" - die abortige Duftnote der "Häusl Elegie" - die ruralen Rap-Sodien des "Jaga-T" Es werden Lieder der verschiedensten musikalischen Genres vorgetragen: Alpine Volksmusik, anglo-amerikanischer Folk und Blues, Rockn Roll, Boogie Woogie, Rap, Jodler, G'stanzln, Chants, Kirchenlieder, Walzer und nicht zuletzt auch Wienerlieder. Die Vielfalt der Begleitinstrumente und Musikstile entspricht auch den sehr unterschiedlichen Themen der einzelnen Lieder: Liebe, Lust und Leid kommen ebenso zur Sprache wie Erfahrungen in der Wiener Kommunalpolitik. Es geht ums Fremdsein und ums Dummbleiben, man hört von sehr spezialisierten Wiener Aktionisten und von sexuellen Verirrungen, von überkommenen kirchlichen Moralvorstellungen und von zukunftsweisender Gentechnologie, von Wiedergeburt, Seelenwanderung und natürlich auch vom Tod. Die Lieder sind eingebettet in ein Rahmenprogramm aus Berichten von jenen zeitgeschichtlichen Ereignissen, die zur Entstehung einzelner Songs geführt haben. Es werden Anekdoten von persönlichen Erlebnissen des Vortragenden erzählt, aus deren Kontext sich wiederum Ideen für andere Lieder entwickelt haben. Die verschraubten Gedankengänge philosophischer Überlegungen werden erläutert, verblasstes Lokalkolorit wird aufgefrischt und auch der Unterschied zwischen Haltung und Unterhaltung wird anschaulich verdeutlicht. Und wenn alles gut geht, dann hat das Publikum am Ende des Liederabends erlebt, dass starke Lieder gar keiner aufwendigen technischen Hilfsmittel bedürfen, um Herz und Hirn der Zuhörer in Bewegung zu setzen. KURZBIOGRAFIE RICHARD WEIHS: Geboren am 6.10.1956 in Wels, OÖ, seit 1964 in Wien wohnhaft. Seit 1976 als Autor, Musiker und Schauspieler in der freien Theaterszene tätig. Preise (Auswahl): Luitpold Stern-Förderungspreis, Alfred Gesswein - Literaturpreis, Buchprämie des BKA, zahlreiche Kleinbühnen - Prämien von Stadt und Staat. CDs: "Da ärgste Ruaß", "Schnabelschau","Scheabn auf!", "Böses LiedGut" (mit Klaus Trabitsch, Otto Lechner, Adula Ibn Quadr, Vincenz Wizlsperger, Hans Tschiritsch, Doris Windhager, Christina Zurbrügg u.v.a.) BÜCHER: "Der Fersenfresser" - Perverse Verse & diverse Lieder "Wiener Wut" - Das Schimpfwörterbuch "Wiener Witz" Der Schmührer "Der Blues-Gustl" - Eine Wiener Legende Richard Weihs zählt als Musiker, Autor, Schauspieler und Kabarettist seit 20 Jahren zu den interessantesten Wiener Künstlern. Textlich geht es z.B. ums "dreckiche Wien", ums Sterben, ums Leben. Musikalisch ist vom Blues bis zum Wienerlied alles dabei, der Hang zur Parodie wird genüsslich ausgelebt. (Guido Tartarotti, KURIER) ZUM SPIELORT: Das Extrazimmer "Pelikanstüberl" des altehrwürdigen Weinhauses Sittl ("Zum goldenen Pelikan") am Lerchenfelder Gürtel hat sich schon in den letzten dreizehn Jahren bei insgesamt siebzehn Produktionen von Richard Weihs bestens bewährt. Das denkmalgeschützte Haus wurde 1740 erstmals urkundlich erwähnt und ist somit das älteste (und das letzte erhaltene) von über hundert Wirtshäusern, die es Mitte des 19. Jahrhunderts in Neulerchenfeld gab. Der Ort lag damals noch vor dem Linienwall und war ein beliebtes Ausflugsziel für die "kleinen Leute". Und für diese spielten und sangen am Wochenende Komödianten, Harfenisten und Volkssänger auf den Straßen und in den Wirtshäusern - in der viel besungenen "seligen Backhendlzeit". Bei der ersten Produktion im "Goldenen Pelikan" im Jahr 1993 ("Ausg'steckt" - Ein schauriger Heuriger) stand das Sittl als Veranstaltungsort noch allein auf weiter Flur. Mittlerweile haben in den gegenüberliegenden Stadtbahnbögen mehrere Musiklokale ihre Pforten geöffnet, in denen moderne Elektronik- und Rockmusik gespielt wird. Als historisches Gegenstück dazu bietet das alte Gürtellokal mit seiner urigen Beislatmosphäre einen idealen Rahmen für das Programm Nachtschattengesänge". Das Weinhaus Sittl am Gürtel ist ein Gasthaus der allerältesten Schule. Ein Ambiente, in dem niemand auf die Idee käme, den Grind als "Patina" schönzureden: Echter kann Wien nicht sein. (Thomas Rottenberg, DER STANDARD) Selten passt Theater so gut zum Ambiente wie hier. (Christopher Wurmdobler, FALTER) ================================================== 02 14.-16.9.: Aufruf zu den Protesten gegen das Ulrichsbergtreffen "kontakt at u-berg" ================================================== Hallo, der AK gegen den kärtner Konsens ruft auch heuer wieder zu antifaschistischen Aktionstagen gegen das Ulrichsbergtreffen auf. Von 14. bis 16. September 2007 werden wieder verschiedene Aktionen und Demonstrationen in Klagenfurt/Celovec und Umgebung stattfinden. Wir schicken euch jetzt mal den Aufruf. Mehr Infos könnt ihr auf unserer Website http://www.u-berg.at finden. Dort gibt es auch den Aufruf als pdf zum download: http://www.u-berg.at/materialien Außerdem gibt es eine Seite mit aktuellen Termintipps, wo ihr auch alle Infoveranstaltungen finden könnt. http://www.u-berg.at/termine.htm liebe Grüße AK gegen den kärnter Konsens deutschprachiger aufruf als pdf: http://u-berg.lnxnt.org/materialien/aufruf_de.pdf slowenischer aufruf als pdf: http://u-berg.lnxnt.org/materialien/aufruf_slo.pdf ================================================ ================================================ Ulrichsberg sprengen - PartisanInnendenkmäler errichten! ...weil wir nicht warten werden, bis die Kameradenverbände aussterben! Beim Ulrichsbergtreffen in Koroska/Kärnten manifestiert sich bei den Gedenkfeierlichkeiten für Wehrmachts- und SS-Verbände jedes Jahr aufs Neue der Glaube an die kollektive Unschuld aller ÖsterreicherInnen am Nationalsozialismus. "Diese Generation, die Österreich aus Schutt und Asche wieder aufbauen musste, bestand nicht aus Kriegsverbrechern. Sie hat diesen Krieg nicht gewollt, nie angestrebt, nie angeordnet und somit auch nicht zu verantworten." meint der Obmann der Ulrichsberggemeinschaft, Peter Steinkellner, 2006 am Berg. Dieses Zitat des Obmanns der Ulrichberggemeinschaft ist nur ein Beispiel für den Grundkonsens, der seit 1958 am Berg vorherrscht. Die Verantwortung und Mitschuld am verbrecherischen Vernichtungsfeldzug von Wehrmacht und SS, der in ihren Augen weder verbrecherisch noch vernichtend war, sondern notwendige Abwehr gegen die "rote Gefahr aus dem Osten" darstellte, soll nicht bei der allgemeinen Bevölkerung gesucht werden, sondern auf eine kleine Riege von hochrangigen Nazis abgeschoben werden. Zur gegenseitigen Unschuldsabsicherung und Ohnmachtsausflucht existiert das Bild des denunzierenden Blockwarts von nebenan, der in der Erinnerung die Funktion der Disziplinierung und In- Pflichtnahme erfüllt. Die eigene (Familien-)Geschichte wird dadurch zur Nazi-freien-Zone. Ergebnis: "Pflichterfüller" bekunden sich gegenseitig ihre Unschuld und bekräftigen ihre Ablehnung von Deserteuren und PartisanInnen. Dabei wird während der Feier an der "Heimkehrer- und Europagedenkstätte" der scheinbar unabwendbare Dienst in der NS- Armee durch den "notwendigen Abwehrkampf" gegen die "bolschewistischen Horden" legitimiert. Das Selbstbild der Kameraden und ihr "Opfertod im Feld" wird mit direkt übernommener NS-Propaganda und Revisionismus gefüllt und heroisiert. Und all diejenigen, welche nicht dabei gewesen sind, sollen gefälligst die Gosch'n halten! - oder es sich am Ulrichberg von den Tätern erklären lassen. Die Ulrichsberggemeinschaft Organisiert und ausgerichtet werden die alljährlichen Feierlichkeiten vom "Verein für die Heimkehrergedenkstätte 'Ulrichsberg'" (Ulrichsberggemeinschaft), dessen Aktivitäten sich bis in die unmittelbare Nachkriegszeit zurückverfolgen lassen. Die Ulrichsberggemeinschaft stellt einen Zusammenschluss u.a. vom "Österreichischen Kameradschaftsbund", dem "Kärntner Abwehr- kämpferbund", dem "Kärntner Heimatdienst", der "Kameradschaft ehemaliger Gebirgsjäger", dem "Heimkehrerverband Kärnten", dem "Orden der Ritterkreuzträger" und der "Volksdeutschen Lands- mannschaft" dar. Gedacht wird der gefallenen Kameraden und ihrer "anständigen Pflichterfüllung" als Soldaten. Dabei wird der Mythos vom "Kampfes- und Opfertod" für die "Freiheit des Vaterlandes" in beiden Weltkriegen, wie auch im "Kärntner Abwehrkampf" genährt. Im Gegensatz dazu werden die Opfer von SS und des verbrecherischen Krieges der Wehrmacht beim Gedenken am Ulrichsberg bis heute schlicht ausgeblendet - wenn die Kameraden am Berg von Opfern sprechen, dann meinen sie sich damit stets selbst. In den letzten Jahren gibt es zudem das Bestreben, das Ulrichsbergtreffen als "Friedens- und Europafeier" zu präsentieren. Der Europabegriff, welcher am Ulrichsberg glorifiziert wird, bezieht sich allerdings auf die SS als Vorbild, deren Freiwillige aus allen Ecken Europas kamen. Ein "Europa der Völker" wird gefordert, welches im Gegensatz zu den "Vereingten Staaten von Europa" keine "Vermischung aller Völker" zum Ziel hat, sondern strikte ehtnisch-kulturelle Grenzen aufrecht erhalten soll. Entsprechend ist für Minderheiten oder MigrantInnen in solch einem "ethnisch reinen" Konzept kein Platz. SS und Wehrmacht am Berg... Nicht die leiseste und zurückhaltenste Kritik am Selbstbild ist am Ulrichsberg zulässig: Der Kärntner ÖVP-Landesvorsitzende Martinz beging bei den Gedenkfeierlichkeiten 2005 den Fauxpas Verbrechen der Waffen-SS in einem Nebensatz zu erwähnen, woraufhin ein großer Teil der ZuhörerInnen unter Pfiffen und Buhrufen den Veranstaltungsort verließ und der Präsident der Ulrichsberggemeinschaft, Rudolf Gallob klarstellte, dass Angehörige der Waffen-SS am Ulrichsberg selbstverständlich willkommen sind. ...und zusammen mit Neonazis in Krumpendorf am Wörthersee Zentral für das Ulrichberg-Wochenende ist das Treffen der Kameradschaft IV (K IV), die aus Veteranen der Waffen-SS besteht. Sie hat es sich zum Ziel gesetzt die Waffen-SS als vierten Wehrmachtsteil darzustellen. Damit versucht sie die Urteile der Nürnberger Prozesse, in denen die Waffen-SS klar als "Teil einer verbrecherischen Organisation" benannt wird, auszublenden. Das "Krumpendorf-Treffen" findet traditionell am Vorabend zum Ulrichsbergtreffen im kleinen Kaff Krumpendorf am Wörthersee statt. Hier wird laut Eigenwerbung "Hardcore" geboten, anreisende Neo-Nazis können sich von unterschiedlichen Stars der Szene wie der Himmler-Tochter Gudrun Burwitz oder dem NS-Mörder SS- Obersturmbannführer Soeren Kam Autogramme geben lassen. Internationale Neonazi-Gruppen und Einzelpersonen werden beim Krumpendorftreffen aber auch selbst aktiv, 2006 sprach ein Vertreter der rechtsextremen und revisionistischen Militaristen- Vereinigung "Sharkhunters" aus den USA beim Kameradschaftsabend. Gerade deutsche Rechtsextreme reisen gerne nach Koroska/Kärnten an, ist im Umfeld des Ulrichsbergtreffens doch ein Auftreten möglich, das an anderen Orten vom Staatsschutz unterbunden werden würde. So wird in einem Artikel der "Deutschen Stimme" (dem Parteiorgan der NPD) im Herbst 2006 der kameradschaftliche Geist beim Ulrichsbergtreffen gepriesen und zu einer Anreise nach Koroska/Kärnten 2007 aufgerufen. Der Kärntner Konsens Im zweisprachigem Gebiet (slowenisch und deutsch) von Koroska/Kärnten, an der Grenze zu Jugoslawien, fand im Zweiten Weltkrieg der einzige umfassendere bewaffnete Kampf gegen das Nazi-Regime im damaligen Reichsgebiet statt. Den PartisanInnen wurde das nicht gedankt, im Gegenteil - die gesamte slowenischsprachige Bevölkerung wurde zum Sündenbock stilisiert: Koroska/Kärnten war und ist deutschnationale Hochburg, der Widerstand der PartisanInnen wird in einer zweifelhaften Kontinuität von Nationalsozialismus bis in die 2.Republik als "Bandenunwesen" diffamiert. Im Staatsvertrag von 1955, im berühmten Artikel 7, wurden grundlegende Rechte der slowenischsprachigen "Minderheiten" in Koroska/Kärnten und der Steiermark geregelt. Bis zum heutigen Tag werden diese Grundrechte missachtet und die Aufstellung zweisprachiger Ortstafel verhindert. Im Feindbild "des Slowenischen" verbindet sich ein Alltags- rassismus gegen die als "slawisch" ausgegrenzten Bevölkerungsanteile Koroska/Kärntens und dem "Abwehrkampf" gegen den Bolschewismus mit dem Hass auf die "kommunistischen Tito- PartisanInnen", deren massgeblicher Beitrag zur Befreiung Koroska/Kärntens vom Nationalsozialismus ausgeblendet wird. Täterschutz und Täterhilfe Während die Mörder von einst strafrechtlich nicht verfolgt wurden und sich ihre "Dienstjahre" für die Pension anrechnen können, wird die Entschädigung von NS-Opfern, Deserteuren und PartisanInnen in Österreich bis heute verzögert. Opfer von Wehrmachtsverbrechen haben bis heute gar keine Chance Entschädigungen zu bekommen, da z.B. Massaker an der Zivilbevölkerung nach Europäischem Gerichtshof für Menschenrechte "Ausdruck staatlicher Souveränität" darstellen. Ins offizielle Geschichtsbild von Soldaten, die der "Kamerad- schaft" sowie zu "Ehre und Treue" dem Vaterland gegenüber verpflichtet sind, passt die Tatsache nicht, dass die Opfer des NS-Vernichtungskriegs definitiv nicht "ungeplant" sondern Teil der bewussten antisemitischen und rassistischen Kriegslogik waren. Weil die Länder der TäterInnen - Österreich und Deutschland - nach wie vor nicht bereit sind für die Verbrechen der Wehrmacht Verantwortung zu übernehmen, werden in naher Zukunft Entschädigung aller Opfer der SS und Wehrmacht kaum realisiert werden. Bis es schlicht zu spät ist. Akzeptieren und Gosch'n halten ? Mitnichten: Kein Vergeben, kein Vergessen! Wir rufen daher alle AntifaschistInnen und AntimilitaristInnen zur Teilnahme an den geplanten Protestveranstaltungen gegen die Traditionspflege der "Heimkehrer" am 14.-16. September 2007 auf. Auch heuer wollen wir dazu beitragen, dass dieses Soldatentreffen gebührend gewürdigt wird! Gegen revisionistische Opfer-Mythen! / Proti revizionisticnim mitom o zrtvah! Für die Auflösung des Ulrichsbergtreffens! / Za razpustitev srecanja na Ulrichsbergu! Für die Bestrafung der letzten lebenden Kriegsverbrecher! / Za kaznovanje zadnjih zivih vojnih zlocincev! Für die Errichtung von Deserteurs- und PartisanInnendenkmäler!/Za postavitev partizanskih in dezerterskih spomenikov Für die sofortige Entschädigung aller NS- Opfer! / Za takojsnjo odskodnino vsem NS-zrtvam! www.u-berg.at ================================================== 03 Der Unterschied wird nicht verschieden - Eine Haltlosigkeit Fritzpunkt / Stadt Theater Wien ================================================== Fritzpunkt http://www.fritzpunkt.at Büro für theatralische Sofortmaßnahmen Das Büro für theatralische Sofortmaßnahmen lädt ein: Der Unterschied wird nicht verschieden. Eine Haltlosigkeit 1. 2. 8. 9. 15. 16. 22. 23. 29. und 30. September 2007 jeweils Samstag und Sonntag Busabfahrt zum Rendezvousberg an den Spieltagen jeweils um 13 Uhr beim Universitätshauptgebäude Ecke Rathausplatz / Dr.-Karl- Lueger-Ring, 1010 Wien Seit 2002 bearbeitet das Projekt Fritzpunkt des Stadt Theater Wien das Werk der österreichischen Autorin Marianne Fritz. In seinem sechsten Jahr lädt der Fritzpunkt zu einer Haltlosigkeit an den äußersten Rand Wiens ein: Am Rendezvousberg im Nordosten der Stadt, in den letzten Kubikmetern Wiener Luft, nutzt das Theaterprojekt Der Unterschied wird nicht verschieden eine Kunstlandschaft aus roten, grauen und braunen Hügeln als Aktionsraum. In dieser bizarren Landschaft unter hohem Himmel verfolgt das Publikum eine komplizierte Liebesgeschichte aus dem Roman Naturgemäß I von Marianne Fritz per Funkgerät. Das Verhalten des Publikums bestimmt bei jeder Vorstellung entscheidend mit, wie und wo das Stück im Textgelände zu sehen und zu hören sein wird. Läuterungsversuche für das p.t. Publikum in Sachen Entweder-Oder und hilfreiche Handreichungen zur Funkgerätepraxis werden von Herrn Mag. Reinhard W. Bachmaier während der Busreise zum Rendezvousberg unakademisch vorangetrieben. Die Publikumsverschleppung Der Unterschied wird nicht verschieden endet naturgemäß in höchster Harmonie beim Ausgangspunkt der Reise in der Wiener Innenstadt (oder haltlos beim Heurigen in Stammersdorf). Festes Schuhwerk und dem Wetter entsprechende Kleidung empfohlen Eintritt frei, Spenden werden nicht zurückgewiesen Limitierte Platzanzahl, Reservierung erforderlich: +43 0681 105 229 30 und +43 1 877 25 17 buero at fritzpunkt.at http://www.fritzpunkt.at Fritzpunkt Büro für theatralische Sofortmaßnahmen Ein Konzept des Stadt Theater Wien Fred Büchel, Susanne Hahnl, Anne Mertin, Arne Vogelgesang Produziert von Artdeluxe GmbH Wien Zusätzliche Förderung Unruhe Privatstiftung ================================================== 04 ASt-Veranstaltung 31.8.: Die Talfahrt an den Börsen und ihre Hintergründe ASt-LFI ================================================== Veranstaltung des ArbeiterInnenstandpunkt: Steht die Weltwirtschaft vor einer schweren Krise? Die Talfahrt an den Börsen und ihre Hintergründe Zeit: Freitag, 31. August 18.30 Ort: Amerlinghaus, Stiftg. 8, 1070 Wien Nähere Informationen unter: 0650/406 83 14 oder ast-lfi at gmx.net ================================================== 05 unkenruf: ausstellungser ö ffnung lilium am 31.8. um 19:00 f ü r Frauen! frauenhetz ================================================== Liebe Frauen, schon am 31.8. beginnt unser zweites Semesterprogramm zum Thema Geld und Geschlechterverhältnisse "Liebes Geld und schnöder Mammon". Zum Auftakt und Einstieg gibt es eine Vernissage mit Anwesenheit der Künstlerinnen und kleinem Umtrunk, zu der wir hiermit herzlich einladen! Die Ausstellung von Maresa Jung und Ellen Sinzig (Lilium, BRD) ist bis 19.10. 07 in der Frauenhetz zu sehen und ensteht in Zusammenarbeit mit dem Frauenmuseum Bonn. Frauenhetz. Feministische Bildung, Kultur und Politik Untere Weißgerberstraße 41, 1030 Wien für Frauen! Die Frauenhetz ist mit Rollstuhl befahrbar. meine vermehrung maresa jung photografie photo-zyklus mit fragen zur intensiveren aktivierung weiblicher geldver(m)ehrung nachsinnen über das ausmaß der notwendigen begierde zur erfolgreichen geldbeschaffung und zweifeln über deren sinn und sinnlichkeit und vielleicht auch antworten auf frauengeldfragen an den kleinen photografischen Stationen zur huldigung von geld und vermögen die sterntalerin ellen sinzig kalligrafie transparente, bewegliche fahnen hängen von der decke darauf abgebildetes Geld und Gold, erweitert mit kalligrafischer symbolik aus weiblicher sicht : geld mit durchblick, transparenz, leichtigkeit im umgang und zugang, durchscheinend und frei im raum schwebend - deshalb von allen seiten sichtbar und erreichbar und als möglicher segen von oben - reichtum für die sterntalerin ================================================== 06 Die Grauen wehren sich - DER STANDARD v. 18.8.07 Dietmar Köhler ================================================== ".. - eine Teilhabe am Wohlstandszuwachs ist für die Pensionisten ohnehin nicht drin. Sie tragen ja zum aktuellen Wirtschaftswachstum nichts mehr bei." So schreibt Conrad Seidl in Unkenntnis wirtschaftlicher Zusammenhänge. Stellt sich die Frage: Was trägt der Journalist Conrad Seidl - unter Berücksichtigung der Presseförderung - zum Wirtschaftswachstum bei? Dietmar Köhler ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN UND KOMMENTARE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 07 KPÖ/Schubhaftzentrum/Leoben/Asylpolitik KPÖ ================================================== KPÖ-Pressedienst - Drechslergasse 42, 1140 Wien - Telefon +43 (1) 50 36 580 - 0 - Fax +43 (1) 50 36 580 - 499 - Mail info at kpoe.at - Web www.kpoe.at - Ausgabe vom 20. August 2007 KPÖ gegen geplantes Schubhaftzentrum in Leoben Schubhaft abschaffen statt neue Gefängnisse bauen Der berechtigten Kritik von SOS Mitmensch an der geplanten Errichtung eines Schubhaftzentrums in Leoben schließt sich die KPÖ an: "Flucht ist kein Verbrechen, trotzdem werden viele Asylsuchende, darunter auch Traumatisierte und Jugendliche in Schubhaft genommen. Mittlerweile ist die Schubhaft in Österreich nicht mehr die Ausnahme, sondern bereits zur Norm geworden", kritisiert KPÖ-Bundessprecherin Melina Klaus. Der offensichtlich von FPÖ und BZÖ getriebene und sich mit dem Schielen auf rechte Wählerstimmen als Hardliner in der Asylpolitik profilierende Innenminister Günter Platter (ÖVP) plant den Neubau eines Schubhaftzentrums für 250 Personen in der obersteirischen Bezirksstadt. Seitens des Ministeriums heißt es dazu zynisch, dass dort AsylwerberInnen in einem "modernen offenen Vollzug auf den Ausgang ihres Verfahrens warten" sollen. So wie auch SOS Mitmensch sieht die KPÖ das Problem grundsätzlich, weil nämlich die Schubhaft in Österreich exzessiv verhängt wird und sich die Zahl der Schubhäftlinge 2006 innerhalb weniger Jahre bereits auf 2.700 verfünffacht hat. Seit dem Inkrafttreten des von ÖVP, SPÖ und BZÖ 2005 beschlossenen Fremdenrechtspakets werden AsylwerberInnen unter Berufung auf die "Dublin-Vermutungshaft" bereits in Schubhaft genommen, wenn die Behörde vermutet, dass ein anderes Land für das Asylverfahren zuständig sein könnte. "Statt Millionen Steuergelder für ein neues Gefängnis zu verschleudern muss die Schubhaft abgeschafft werden, weil es inakzeptabel ist, dass Menschen ohne eine Straftat begangen zu haben eingesperrt werden", fordert Klaus. Als unverständlich bezeichnet die KPÖ daher auch die Haltung von Caritas-Präsident Franz Küberl, der "verhaltene Zustimmung" zu dem Projekt äußert, weil damit die "Haftbedingungen für die Schubhäftlinge verbessert würden". ================================================== 08 GLB/Lehrstellenmangel/Berufsausbildung "GLB" ================================================== Pressedienst des Gewerkschaftlichen Linksblocks (GLB), Hugogasse 8, A-1110 Wien - Telefon +43 664 61 45 012 oder +43 1 53 444-308 - Mail office at glb.at - Web www.glb.at - Ausgabe vom 22. August 2007 GLB urgiert dringende Maßnahmen für mehr Lehrstellen Unternehmen müssen in die Pflicht genommen werden Dringenden Handlungsbedarf bei der Berufsausbildung sieht die Fraktion Gewerkschaftlicher Linksblock im ÖGB (GLB) in Hinblick auf über 10.000 fehlende Lehrstellen für SchulabgängerInnen: "Rasche Maßnahmen und eine gründliche Reform der Berufsausbildung sind vor allem auch im Zusammenhang mit dem von der Wirtschaft ständig beklagten FacharbeiterInnenmangel zu sehen", meint GLB- Bundesvorsitzende Karin Antlanger. Laut AK-Niederösterreich suchen beispielsweise bundesweit 2.339 Jugendliche eine Lehrstelle im Bereich der Metall- und Elektroberufe, die Unternehmen bieten aber nur 648 Lehrstellen an. Mit der Forderung nach ausländischen FacharbeiterInnen will sich die Wirtschaft offensichtlich aus ihrer Verantwortung für die Berufsausbildung entziehen und gleichzeitig auf das Lohn- und Sozialniveau drücken. Gegen die Jugendarbeitslosigkeit und Ausbildungsmisere sieht der GLB als Sofortmaßnahme eine Ausbildungsverpflichtung, derzufolge alle Unternehmen in einem bestimmten Prozentsatz der Beschäftigten Lehrlinge ausbilden müssen. Weiters verlangt der GLB eine Berufsausbildungsabgabe gemessen an der Wertschöpfung. Betriebe die sich von ihrer Verpflichtung zur Ausbildung drücken müssen über eine solche Abgabe wenigstens zur Finanzierung von Maßnahmen der betrieblichen oder überbetrieblichen Berufsausbildung wie etwa Lehrwerkstätten beitragen. Darüber hinaus ist eine grundlegende Reform der Berufsausbildung durch Eingliederung in das öffentliche Bildungswesen erforderlich. Die Defizite bei der Berufsausbildung sind auch ein Ergebnis der Zerschlagung und Privatisierung der Verstaatlichten. Bis Ende der 80er Jahre bildeten die großen Lehrwerkstätten dieser Betriebe weit über ihren eigenen Bedarf hinaus qualifizierte Fachkräfte aus und hatten eine Vorbildfunktion auch für die Privatwirtschaft. Wenn nach Börsegängen oder Verkauf von früher im öffentlichen Eigentum stehenden Unternehmen die Dividende für die AktionärInnen das Maß aller Dinge ist, bleiben Aufgaben wie die Berufsausbildung zwangsläufig auf der Strecke. Seit 1980 ist die Zahl der Lehrlinge von 200.000 auf 126.000 gesunken. Nach wie vor konzentriert sich die Berufsausbildung auf einige wenige Berufsbilder, bislang ist es nur unzureichend gelungen, dass Frauen so genannte "typische Männerberufe" erlernen. Die derzeit nach dem Gießkannenprinzip erfolgende Lehrstellenförderung mit dem "Blum-Bonus" muss daher rasch auf eine zielgerichtete Förderung, etwa für Frauen in Männerberufen, umorientiert werden: "Es kann und darf nicht akzeptiert werden, dass für tausende SchulabgängerInnen statt einer Lehre nur die Leere kommt und ihnen die Zukunft geraubt wird", so Antlanger abschließend. ================================================== 09 KPÖ/ATX-Unternehmen/Umverteilung/Lohnpolitik/Steuerreform KPÖ ================================================== KPÖ-Pressedienst - Drechslergasse 42, 1140 Wien - Telefon +43 (1) 50 36 580 - 0 - Fax +43 (1) 50 36 580 - 499 - Mail info at kpoe.at - Web www.kpoe.at - Ausgabe vom 22. August 2007 ATX-Bilanz ist Anlass für kräftige Lohnerhöhungen und höhere Besteuerung Graber: "Krasser Ausdruck der Umverteilung zugunsten des Kapitals" "Grund sowohl für eine kräftige Lohnerhöhung bei der anstehenden Herbstlohnrunde zur Stärkung der Inlandsnachfrage und Stärkung der Kaufkraft als auch für eine rasche Steuerreform mit Entlastung der kleinen und mittleren Einkommen und höherer Besteuerung von Kapital und Vermögen sind die explodierenden Gewinne der ATX-Unternehmen", meint KPÖ-Wirtschaftssprecher Michael Graber. Laut einer Statistik der Arbeiterkammer sind die Gewinne der ATX- Unternehmen im ersten Halbjahr 2007 um 33 Prozent, die Dividenden um 43 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, wobei bereits 2005 und 2006 Rekordsteigerungen verzeichnet wurden. Die Bezüge der Vorstände stiegen um 14 Prozent: "Mehr denn je werden die Bosse der großen Unternehmen durch Millionengagen fürstlich dafür entlohnt, dass sie immer mehr aus der Arbeitskraft der Beschäftigten herausholen, Arbeitsplätze wegrationalisieren und Löhne bzw. Sozialleistungen drücken", kritisiert Graber. Der Personalstand wuchs zwar um elf Prozent, allerdings hauptsächlich durch Zukäufe im Ausland. Hingegen sank der Personalaufwand pro Beschäftigten gegenüber dem Vorjahr um ein Prozent und der durchschnittliche Steuersatz ging um zwei Prozent auf 21,18 Prozent zurück und liegt damit bedingt durch umfangreiche Gestaltungsmöglichkeiten und die Gruppenbesteuerung deutlich unter dem Körperschaftssteuersatz von offiziell 25 Prozent. "Die Entwicklung der an der Wiener Börse notierten ATX- Unternehmen ist ein krasser Ausdruck einer zunehmenden Umverteilung zugunsten von Profit und Vermögen", so Graber. Die KPÖ weist im Zusammenhang mit dieser ATX-Bilanz einmal mehr auf die Notwendigkeit einer offensiven Lohnpolitik hin, bei der nicht nur die Inflation, sondern auch er Produktivitätszuwachs abgegolten werden. Die sozialpartnerschaftliche Unterordnung der Gewerkschaften unter die Standortargumente der Unternehmen ging auf Kosten der Beschäftigten, wie stagnierende Realeinkommen in den letzten zehn Jahren beweisen. Weiters zeigt die ATX-Bilanz die Notwendigkeit die Körperschaftssteuer auf die Gewinne der Kapitalgesellschaften anzuheben und steuerschonende Ausnahmen wie die Gruppenbesteuerung abzuschaffen: "Für die Lohnabhängigen ist es unakzeptabel, dass zunehmend nur mehr sie Steuern zahlen müssen, während die Steuerflucht von Kapital und Vermögen fortgesetzt wird", so Graber abschließend. ================================================== 10 "Presseinformation/Fotos" delphinus x ================================================== Ttl:Protest bei Ländermatch Österr.-Tschechien Uttl:Ehrengast Vaclav Klaus sieht Aktion von "Resistance for Peace" Am MI den 22.8.2007 zeigten Aktivisten der NGO "Resistance for Peace"aus Wien während des Fussballländermatch Österreich- Tschechien im Happelstadion 2 Banner auf denen zu lesen war:"Stop Temelin" und Stop Nuclear Energy". Der Ehrengast aus Tschechien Vaclav Klaus saß gegenüber was offenbar ziemlich Aufsehen erzeugte. Die Stadionsecurity reagierte nach ca.10 Minuten und riss die Banner runter. Aktivisten wurden von der Security unsanft aus dem Stadion befördert und von denen beschimpft und bedroht. Ausserhalb des Stadions wurde von der Polizei über die Aktivisten ein "Betretungsverbot" verhängt.Sie mussten einen grossräumigen Bereich um das Stadion verlassen. Mehr Informationen bei Peter Rosenauer Tel: 0664-505 18 61 ================================================== 11 B/S/A ganz Mittelalterlich "q/depesche" ================================================== Fq/depesche 2007-08-23T16:52:15 B/S/A ganz Mittelalterlich Die Business Software Alliance (BSA) hat heute die Medien zur öffentlichen Vernichtung von illegalen Datenträgern vorm LG Wien eingeladen. Öffentliche Strafvollstreckungen und Denunziationsaktionen (zb stoppt-schnorrer.at) hofften die Meisten, schon im Mittelalter zurückgelassen zu haben. -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- Dabei kämpft die BSA wohl eher um Ihre eigene Legitimation, als gegen Raubkopien: Eine von der BSA in Auftrag gegebene IDC Studie [1] aus 2006 attestiert Österreich eine der höchsten Lizenzierungsquoten weltweit. 26 Prozent, so IDC, der eingesetzten Software in Österreich ist nicht lizenziert, gegenüber 35 Prozent im weseuropäischen Durchschnitt, oder gar 69 Prozent in Osteuropa. Den Bedrohungslevel und die Verwirrung hoch zu halten, ist eines der wichtigsten Ziele solcher Aktionen. Gilt es doch, sich in eine gute Position rund um die Zugriffsrechte bei der Vorratsdatenspeicherung zu bringen. Dabei werden all zu gerne gewerbsmäßige Fälscher und Betrüger mit privaten Gelegenheitskopieren vermischt. Seit über zwanzig Jahren prägt die Industrie den Begriff "Raubkopie" und "Softwarepiraterie". Das täuscht und manipuliert die Öffentlichkeit. Raub ist das Entwenden von Eigentum unter Anwendung oder Drohung von Gewalt gegen Leib und Leben. Piraten sind organisierte Plünderungsbanden in der Schifffahrt. Eine Analogie zu Kopien im Privat- und SOHO Bereich würde sich mit kritischen Medien, die diese Terminologie hinterfragen, nicht bilden lassen. [1] http://www.idc.com/getdoc.jsp?containerId=prUS20178406 - -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- relayed by Mac Gyver - -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- Online Version: http://quintessenz.at/d/000100003914 quintessenz is powered by http://www.onstage.at subscribe/unsubscribe/digest http://www.quintessenz.at/cgi-bin/index?funktion=subscribe comments to depesche at quintessenz.org ================================================== 12 GLB/Post/Personalabbau/Kampfmaßnahmen "GLB" ================================================== Pressedienst des Gewerkschaftlichen Linksblocks (GLB), Hugogasse 8, A-1110 Wien - Telefon +43 664 61 45 012 oder +43 1 53 444-308 - Mail office at glb.at - Web www.glb.at - Ausgabe vom 24. August 2007 Post: Nur entschlossene Kampfmaßnahmen zeigen Wirkung GLB urgiert Unterstützung des ÖGB für Postbedienstete Nur entschlossene Kampfmaßnahmen können die angemessene Antwort auf die Arbeitsplatzvernichtungspläne des Vorstandes meint die Fraktion Gewerkschaftlicher Linksblock im ÖGB (GLB) zur aktuellen Situation bei der Post AG. "Allerdings müssen solche Kampfmaßnahmen auch wirklich ernst gemeint sein und nicht eine leere Drohung wie das in der Vergangenheit leider schon so oft zum Dampfablassen erfolgte", so GLB-Postsprecher Robert Hobek (VPA-Vorsitzender im Postamt 1230 Wien). Wie aus Gewerkschaftskreisen verlautet, war die FSG- Mehrheit in Gewerkschaft und Personalvertretung nämlich bereit das Maßnahmenpaket des Vorstandes zu akzeptieren, zerkrachte sich dann aber an einem Manöver der FCG. Der GLB fordert auch die Unterstützung des ÖGB für die Postbediensteten ein, da die Vorgänge bei der Post exemplarisch für die Zerstörung eines wichtigen Unternehmens im öffentlichen Besitz im Zuge der von Regierung und Parlament voll mitgetragenen EU-konformen Liberalisierung und Privatisierung sind. Scharf kritisiert der GLB die Haltung der Bundesregierung, wenn Infrastrukturminister Werner Faymann (SPÖ) auf die Kompetenz von Finanzminister Wilhelm Molterer (ÖVP) verweist und dieser wiederum auf die Zuständigkeit des Vorstand, obwohl immerhin noch 51 Prozent der Post AG im Staatsbesitz sind. Damit wird deutlich, dass bereits eine Teilprivatisierung die Preisgabe jeder politischen Verantwortung bedeutet. Nach den Plänen des Vorstandes sollen bis Ende 2009 rund 1.500 der 12.000 BriefträgerInnen abgebaut werden. Dadurch steigt der Leistungsdruck auf die ZustellerInnen weiter, deren Rayone bereits in den letzten Jahren deutlich vergrößert wurden. Hinter der systematischen Arbeitsplatzvernichtung steht das Bestreben nach dem Börsegang der Post AG die Dividende für die AktionärInnen zu sichern. Diese Gewinnmaximierung geht auf Kosten des Personals und der Infrastruktur. "Es ist geradezu pervers, wenn in Österreich tausend Postämter zugesperrt und tausende Arbeitsplätze vernichtet werden um Mittel für fragwürdige Auslandsabenteuer der Post AG freizuschaufeln und die Dividenden zu bedienen", kritisiert GLB-Bundesvorsitzende Karin Antlanger. Von 2001 bis 2005 sank die Zahl der Postämter von 2.350 auf 1.333, der Personalstand von 30.126 auf 24.910, hingegen stieg der Gewinn von 23 auf 88 Millionen Euro. Mit der Schaffung einer Billiglohnkonkurrenz in Form der Post- Tochterfirma Feibra werden bisher übliche Standards systematisch ausgehöhlt. Aufgabe der Post muss es sein die flächendeckende Versorgung mit Postdienstleistungen sicherzustellen, dies kann ein Unternehmen im öffentlichen Eigentum am besten leisten. Daher hat der GLB die Liberalisierung und Privatisierung der Post, beginnend mit der Ausgliederung aus dem Bundesbudget im Jahre 1996 bis zum Börsegang 2006 schon immer grundsätzlich abgelehnt und dies auch mit einer 2005 an den Nationalrat gerichteten Petition bekräftigt. ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< DISKUSSION ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 13 Massive Kritik an Darabos wegen US-Kritik - und Einschüchterung gegen jene, die ihm die Mauer machen Alexandra Bader ================================================== (im Web sind einige Links aktiviert, also bitte Details dann dort nachsehen.) Alexandra Bader http://www.ceiberweiber.at/index.php?type=review&area=1&p=articles&id=619 Was steckt hinter der Kampagne gegen den Minister? "Prag: Pazifismus von Darabos ist 'sonderbar' " schreibt die "Presse" am 24.8.2007: "Der Aufbau eines US-Raketenabwehrschirms in Osteuropa sei seiner persönlichen Meinung nach eine 'Provokation'", hatte Österreichs Verteidigungsminister Norbert Darabos am Donnerstag im Interview mit der "Presse" gemeint. Das rief nun Tschechiens Außenminister Karl Schwarzenberg auf den Plan. 'Herr Darabos ist ein Mensch mit ausgesprochen pazifistischer Ausrichtung, was bestimmt lobenswert, allerdings bei einem Verteidigungsminister sonderbar ist', sagte Schwarzenberg im tschechischen Rundfunk. Als neutrales, von Nato- Staaten umgebenes Land sei es für Österreich 'einfacher, darüber zu reden', meinte der tschechische Außenminister. Zudem habe Österreich 'große Wirtschaftsinteressen in Russland'." Und? Ist das verboten? Heisst es österreichische Bundesregierung, Bundeskanzleramt, 1010 Wien oder österreichische Bundesregierung c/o US-Embassy, 1090 Wien? Das Interview am 22.8.2007 wird so eingeleitet: "Verteidigungsminister Darabos lehnt die Einführung eines Berufsheers ab, widerspricht SP-Klubobmann Cap in der Kosovo- Frage - und hält iranische Raketen für nicht so gefährlich." Nach differenzierten Worten von Darabos zu Darfur, zum Tschad und zum Kosovo gehts ans Eingemachte: Presse: Die USA wollen einen Raketenschutzschirm über Europa spannen, Russland tobt. Was haben Sie für eine Haltung dazu? Darabos: Ich persönlich halte den Weg, den die USA hier einschlagen, für falsch. Es hat keinen Sinn, ein Raketenabwehr- system in Europa aufzubauen. Dadurch werden nur unnötig alte Debatten des Kalten Krieges wieder angefacht. Presse: Aber es handelt sich doch um ein Abwehrsystem, das sich nicht gegen Russland richtet, sondern gegen iranische Lang- streckenraketen. Darabos: Diese Gefahr sehe ich nicht. Da werden alte Geister heraufbeschworen, die wir eigentlich schon vertrieben hatten. Presse: Aber die Iraner entwickeln ja Langstreckenraketen. Darabos: Da muss es andere Möglichkeiten geben. Mit Nordkorea haben die USA ja auch einen Kompromiss erzielt. Dass die USA jetzt im ehemaligen Osteuropa Verteidigungsschirme aufbauen, halte ich für eine Provokation. Was die ICBM (Inter Continental Ballistic Missiles) betrifft, hilft ein Blick in den Blog des deutschen Professors Gerhard Mangott: "Die Drohungen des Generalstabs der russländischen Streitkräfte und des Verteidigungsministeriums, den 1987 abgeschlossenen Vertrag über die völlige Vernichtung von Kurz- und Mittelstreckenraketen (IRBMs) - den INF-Vertrag - zu kündigen, hat innerhalb der NATO zu heftigen Vorwürfen an Russland geführt, ein neues Wettrüsten auszulösen. Die Drohungen der russländischen militärischen Führungseliten sind eine Reaktion auf die Pläne der Vereinigten Staaten - also nicht der NATO - in Polen und Tschechien Komponenten der Ballistic Missile Defence (BMD) zu installieren.Die offizielle Begründung der USA für dieses Stationierungsvorhaben - die Bedrohung durch iranische oder nordkoreanische Langstreckenraketen -, ist allerdings völlig unglaubwürdig." Am 22.8. kommt auch Thomas Schmidinger von WADI (siehe Infos am Ende des Textes), zu Wort, der ansonsten einen Gastkommentar nach dem anderen in der "Presse" schreibt, der heftige Reaktionen österreichischer Muslime auslöst: "Das jetzige Nein Österreichs zu einem Einsatz in Darfur sei symptomatisch, meint der österreichische Politikwissenschaftler Thomas Schmidinger. "In Europa interessiert sich niemand wirklich für Darfur.' " Dafür umso mehr in den USA, da es auch in Afrika um Ressourcen geht - und warum ein UN-Einsatz fehlplatziert ist, erklärt Stephen Gowan: "Many Western activists have rallied around calls for sanctions on Sudan and UN intervention in Darfur. But a review of recent Western interventions in the world's trouble spots suggests their faith is misplaced. While the US and its allies, and the UN Security Council, point to lofty goals as the basis for their interventions, the true goals are invariably shaped by the economic interests of the corporations and investment banks that dominate policy making in Western countries. Worse, intervention has typically led to the deterioration of humanitarian crises, not their amelioration." "The United States and other imperialist powers look for conflicts, or provoke conflicts, in countries they do not dominate politically. They use these conflicts as pretexts to intervene in other countries in multiple ways: militarily, through proxies (which may include the UN), by funding an internal opposition, or by some combination of these means. The goal is to exploit these countries economically. Political control, through a strongman or puppet government, allows great nations to protect and enlarge the investments of their corporations and banks and to open doors to their exports. That is, the United States and other imperialist powers are engaged in a relentless pursuit of political domination of countries they do not currently dominate, in order to exploit their resources, assets and markets, by creating or looking for conflicts that provide pretexts for intervention." Gowan bringt Beispiele für diese Stratetegie. Am 23.8. zitierte die "Presse" Kritik von Ulrike Lunacek (Grüne) an Darabos' Haltung zu einem Darfur-Einsatz. Lunacek ist auch umtriebig als Russland-Gegnerin (Aktion zu Putin-Besuch usw.) und fällt schon mal auf offensichtliche Desinformationen rein, wie ich im Jahr 2000 anhand angeblich massenhaft im Irak enthaupteter Frauen darstellte. Sowohl sie als auch ihre "Frauensolidarität" schlossen sich Apellen einer Vertreterin der "Arbeiterkommunistischen Partei" des Iran im Exil an, die so tat, als schildere sie persönliche Irak-Erlebnisse, während beim genaueren Zuhören klar wurde, dass sie aus dem Iran stammt. Michael Operskalski von "Geheim" (deutsches Magazin, dessen "Naming Names" von CIA-Agenten heuer u.a. welche in der US-Botschaft in Wien betraf) erwähnte damals in einem Interview in der "Jungen Welt" die u.a. vom Mossad unterstützte "Workers Communist Party" von Exiliranern, und ich wollte von ihm Näheres wissen, nachdem ich in der Sache "Enthauptungen?" schon George Galloways Hilfsorganisation Mariam Appeal befragte: "Haben wir da nicht die iranische Arbeiterpartei gefunden, deren Vertreterin in Sachen Enthauptungen Propaganda machte? Ich frage Opperskalski, der meint, wahrscheinlich schon, denn eine kommunistische Arbeiterpartei des Iran tritt vor allem in Deutschland auf. Sie versteckt sich auch, nicht nur bei unseren Nachbarn, hinter Flüchtlingsorganisationen,die sie zur Rekrutierung und für Propagandazwecke nutzt.Und sie hat die Gründung einer ebenfalls von CIA und Mossad unterstützten kommunistischen Arbeiterpartei des Irak initiiert. Im irakischen Kurdengebiet hat sie mehrere Basen... " Lunaceks Rolle schilderte ich auch im MUND vom 23.11.2000: "Liebe Leute, bitte verbreitet nicht alles weiter: die von Edwin gepostete Afghanistan-Sache ist ein Virus und was die "180 enthaupteten Frauen im Irak" betrifft, so habe ich versucht, dieser Behauptung nachzugehen: zuerst bekam ich am 17. eine Mail eben von der Frauensolidarität, wo noch von 30 Frauen die Rede war. Auf meine Reply, welche Quelle das hat, mit dem Hinweis auf das "National Endowment for Democracy", einem US-Programm, wo via Menschenrechtsschiene Gründe für militärische Interventionen gesucht werden, kam dann nichts mehr. Zufällig habe ich am 20. entdeckt, dass die Quelle der Frauensoli-Behauptung offenbar Ulrike Lunacek ist, denn diese machte am 20. eine Aussendung mit eben dem Inhalt der 30 Enthauptungen von Prostituierten. Und dass sie das auch in New York im Büro von Mary Robinson angesprochen habe und erwarte, dass das Ölembargo gegen den Irak nicht gelockert werde. Und von Österreich fordert sie, dass nicht wie geplant Anfang 2001 ein Handelsdelegierter in den Irak entsandt wird." Lunacek bezog sich auf eine Desinformation im britischen Guardian am 3.11.2000, nahm jedoch deren Entlarvung am 4.11.2000 nicht mehr zur Kenntnis. Zufall oder Absicht? Wenn wir ihre außenpolitischen Positionen auch seither ansehen, wohl eher Letzteres. "Das geht nicht lange gut" wird ein Kommentar von Andreas Schwarz im "Kurier" vom 24.8.2007 über/gegen Darabos betitelt: "Leicht hat er´s nicht, der Verteidigungsminister. Erst musste er den Job übernehmen, weil sein Kanzler dort einen treuen Adlatus im Kampf gegen die Abfangjäger sehen wollte. ...Drei Jets weniger waren´s dann, nur den Erfolg der Einsparung wollte ihm niemand glauben: Regierungspartner und Opposition sowieso nicht, aber auch die Bevölkerung nicht - in Umfragen zum Regierungsteam stürzte Darabos endgültig ab, ans Ende zu Alfred Gusenbauer. Und jetzt bläst dem solcherart 'gestärkten" Zivildiener als Verteidigungsminister, der von Kritik schon 'die Nase voll' hat, immer kräftiger der Protestwind aus dem Heer entgegen: Dass er die Einsparungen aus dem Eurofighter-Deal 'nicht fürs Heer braucht', wie er dem Finanzminister sagte, stößt sauer auf, weil der Truppe fehlt vorne und hinten das Geld." Wird eigentlich einmal Wissenschaftsminister Hahn als Nichtprofessor betitelt oder Bildungsministerin Schmied als Nichtlehrerin (bzw. Nichtkünstlerin)? Frage ich mich als Journalistin ohne Publizistikstudium (was auf jene ebenso zutrifft, die sich medial auf Darabos einschissen). "Minister in Deckung", ein Artikel von Wilhelm Theuretsbacher gegenüber dem Kommentar von Andreas Schwarz, zeigt eine Fotomontage von Darabos als Soldat im Tarnanzug. Im Text wird bejammert, dass ebenso wie überall sonst bei Reformen auch im Heer Personalabbau stattfindet, was jedoch neoliberale Medien ansonsten wenig stört. Und, welch ein Frevel, für Darabos ist die Verteidigungsdoktrin zu NATO-lastig. Auch Peter Pilz darf nicht fehlen, der "hofft, dass Darabos nicht lange Verteidigungsminister bleibt" und die Grünern (sich selbst?) als Personalreserve für die SPÖ anbietet. "Washington rügt Darabos" tönen am 24.8. "Standard" und "Presse", und die Kommentare der UserInnen zeigen teils, dass das Spiel durchschaut wird (eventuelle Kritik an Darabos wird davon getrennt, dass keine fremde Macht bestimmen darf, wer hier regiert), aber auch einige munter mitmachen. Da macht man sich lustig über den Zivildiener als Verteidigungsminiuster, den Hans Rauscher im "Standard" kürzlich als "etwas schüchternen Brillenträger" bezeichnet hat, stellt ihn als Versager hin oder sieht ihn unverhohlen als eine Art Diener Moskaus (das ist eine Spezialität der "Presse"-Klientel). Es gibt auch Dialoge wie jenen, wo einer vermutet, die Aktionen gegen Darabos kämen von der CIA und ein anderer meint, es sähe schon danach aus, aber Darabos müsse trotzdem weg. Wo kämen wir da denn hin, Leute? Selbst wenn es Anlass zu Kritik an einem Minister gibt, ist das immer noch unsere Sache und nicht die einer fremden Macht. Artikel 1 der Bundesverfassung lautet: Österreich ist eine demokratische Republik. Ihr Recht geht vom Volk aus. Und nicht von der amerikanischen Botschaft, die zugleich CIA- Liaison ist (und wo in der Person des stellvertretenden Botschafters Scott F. Kilner auch beides vereint wird). Man kann staatliche Souveränität kaum stärker verletzen als mit der Einflussnahme darauf, wer einer Regierung angehört. Ärger als die Auswahl eines einzelnen Mitgliedes ist dann nur noch der Putsch - sei er offen und ungeniert mit willigen Helfern, die das eigene Land verraten, oder verdeckt, indem durch Einfluss auf Medien und Politik nur jene gewinnen und regieren, mit denen man einverstanden ist (entweder weil sie der fremden Macht willig gegenüberstehen oder weil sie, im Gegensatz zu durch Kampagnen ausgeschaltete andere Personen, zu schwach für Widerstand sind). Darabos ist, ob die CIA die Hand im Spiel hat oder nicht (derlei lässt sich mit wenigen Medienberichten nicht sicher abschätzen), unbequem: er findet die Verteidigungsdoktrin zu NATO-lastig, will ein zu NATO-orientiertes Heer umkrempeln (was sagt beispielsweise das Heeresnachrichtenamt dazu?), er lehnt den US-Raketenschild ab und er tendiert dazu, sich nicht durch (Kriegs) Propaganda eine Haltung aufzwingen zu lassen. Bei der Frage des Iran ebenso wenig wie beim Abschuss voin Passagiermaschinen als wiederholtes 9/11 Szenario: Die aussschließliche Fokussierung auf den Abschuss oder nicht Abschuss einer besetzten Passagiermaschine findet keineswegs meine Zustimmung (allein schon deshalb, als andere Szenarien weitaus mehr Realitätsgehalt haben; auch hier ist das jeweilige Vorgehen selbstverständlich im Rahmen der Gesetzgebung klar geregelt) - und in diesem Punkt sind wir vermutlich einer Meinung. So endete ein Darabos-Zitat in einem Artikel in Sachen Eurofighter & Abschuss von Passagiermaschinen, den ich am 13.8. ins Netz stellte. Am Feiertag, dem 15.8. las ich dann im Kurier (wieder mal Theuretsbacher) bezogen auf ein "Alpha-Handy" des Ministers: Dieses ist "jenes Mobilfunkgerät, mittels dessen der Verteidigungsminister binnen Sekunden über Leben und Tod entscheiden muss. Etwa wenn ein Passagier-Jet mit einer Horde Islamisten an Bord den Stephansdom im Visier hat. Dann gilt es am Alpha-Handy zu entscheiden: Abschuss oder nicht.". Darabos ist nicht nur nicht von solchen Sorgen geplagt, er ist auch schlicht nicht zuständig, wenn das Bundesheer einen sicherheitspolizeilichen Assistenzeinsatz leistet, wie wir ebenfalls im O-Ton zitierten. Pikanterie am Rande: der "Kurier" hat die Nummer des "Alpha- Handys" auf dem jemand (wer?) Darabos kürzlich nachts anrief und wo sich dann herausstellte, dass es die Nummer eines Ex- Bundesheerlers in Pension war, die dem "Alpha-Handy" gegeben wurde (Näheres im Blog am 15.8.). Man stellt Darabos offenbar die Rute ins Fenster, niemals vergessend, dass er ebenso wie etwa Frauenministerin Bures (bei der schon mal fast niemand über Pressekonferenzen berichtet) zum engen Umfeld von Kanzler Gusenbauer gehört.... Alexandra Bader (etwas schüchterne Kontaktinsenträgerin) PS: "Heute" zeigt am 23.8. in einem Bericht, warum ein "Zivilist", der den Korpsgeist nicht um jeden Preis wahren muss, ganz gut ist fürs Heer: ein Unteroffizier, der beim Kosovo- Einsatz Untergegebene misshandelt hat, kommt vor Gericht und erhält heeresintern ein Disziplinarverfahren. PPS: Zur Person von Peter Pilz kommt heute noch was im Blog, schliesslich sind die Grünen abends im ORF-Sommergespräch... Auch der ORF berichtet über die Schelte Schwarzenbergs für Darabos. Und der Standard schreibt: Die US-Regierung hat die Kritik von Verteidigungsminister Norbert Darabos an der geplanten US-Raketenabwehr in Mitteleuropa zurückgewiesen. "Solche Kommentare sind nicht hilfreich. Wir haben mit einem neuen strategischen Umfeld zu tun, das ein Denken jenseits des Kalten Krieges erfordert", sagte ein Sprecher des US-Außenministeriums, Gonzalo Gallegos, am Donnerstag in Washington bei einer Pressekonferenz. "Wir waren mit unseren EU- und NATO-Alliierten in dieser Hinsicht offen und transparent, und werden das auch weiterhin bleiben. Wir besprechen den Schutz vor Raketen mit den Russen", sagte Gallegos weiter. No comment - eine Presseaussendung der ÖVP vom 24.8., wo jemand noch nicht ganz geschnallt hat, dass er Abgeordneter des freien, souveränen Österreich ist: "Als "unüberlegt und kurzsichtig" stuft ÖVP-Wehrsprecher Abg. Walter Murauer den Versuch von Verteidigungsminister Darabos ein, "sich über Außenpolitik zu äußern - vor allem einseitig, zumal zu einer Zeit, in der Russland den KSE-Vertrag einseitig ausgesetzt hat und es weltpolitisch rumort." Damit reagiert Murauer heute, Freitag, auf ein Presseinterview Darabos´, dessen Aussagen sogar eine kritische Reaktion aus dem USA-Außenministerium zur Folge haben. "Wie man sieht, ist es kontraproduktiv, wenn sich der Verteidigungsminister eines Staates über die Außenpolitik äußert, insbesondere wenn dabei peinliche Mängel im außenpolitischen Wissen dieses Ministers augenscheinlich werden. Darabos sollte mit diesem gefährlichen Dilettieren über Außenpolitik und Vergangenheit aufhören. Der Kalte Krieg ist vorbei, das sollte in der Zwischenzeit auch bis zum Verteidigungsminister vorgedrungen sein. Es geht um die Herausforderungen für die Zukunft", kritisiert Murauer. "Bemerkenswert" ist für Murauer die Tatsache, dass sich der Verteidigungsminister eines neutralen Landes über NATO- Angelegenheiten auslässt und der NATO Ratschläge erteilt. "Man kann dem rundum glücklosen Minister nur einen Ratschlag geben: sich herauszuhalten, sich um das eigene Ressort zu kümmern und zu versuchen, zumindest dort die Angelegenheiten unter Kontrolle zu bringen und zu halten. Damit hat Darabos angesichts der Situation in seinem Ministerium schon genug zu tun." "Herr Verteidigungs- minister, nehmen sie Ihre Augenklappen ab. Mit beiden Augen sieht man die eigenen Probleme besser und braucht sich nicht um Dinge zu kümmern, von denen man keine Ahnung hat", schloss Murauer. Hingegen meint Caspar Einem für die SPÖ: "In der Vergangenheit beruhte die Sicherheit Europas auf balancierten Abrüstungsschritten der USA und der damaligen Sowjetunion bzw. auf Rüstungsbegrenzungen und vereinbarten Truppenentflechtungen", so Einem. Seit der Kündigung des ABM- Vertrages durch die USA und das Streben der USA nach einseitiger Unangreifbarkeit durch strategische Raketen sei dieses Gleichgewicht gestört worden. "Und durch die jetzt beginnende Installierung des immer noch nicht perfekten Systems in Großbritannien, Dänemark (Grönland), Polen und der Tschechischen Republik wird dieses unilaterale Abwehrsystem nun ernst." Das sei der Hintergrund für die Ankündigung Russlands, den KSE-Vertrag, der vor allem Russland verpflichtet, seine konventionellen Truppen weit ins Innere des Landes zurückzuziehen, aufzukündigen, stellte Einem fest. "Nicht hilfreich ist es vielmehr, wenn eine Großmacht einseitig die andere herausfordert und dabei ein Dritter droht zu Schaden zu kommen. Das ist nämlich die Situation, in die das amerikanische Aufrüstungsprogramm Europa bringt. Und dass dabei auch noch die Gemeinsamkeit der europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik als Farce vorgeführt wird, ist der Beitrag der vier Partnerländer der USA innerhalb der EU", erklärte Einem. Er weist deshalb auch die Kritik vom tschechischen Außenminister an Darabos zurück; denn die Sorgen um Österreichs und Europas Sicherheit, die der Verteidigungsminister äußert, seien berechtigt. "Kleine Länder müssen in Fragen der Sicherheit auf die Herrschaft des Rechts bauen, nur die Großen können auch auf überlegene Macht setzen. Und die europäischen Länder sind nicht nur allesamt vergleichsweise klein, sondern auch in Gefahr, zwischen die Großen zu geraten. Dem gilt es durch vereinbarte und eingehaltene Regelungen vorzubeugen", schloss Einem. ...und nun wendet sich Ulrike Lunacek (Grüne) gegen den ÖVP- Abgeordneten Murauer: Mehr als eigenartig" sei die Kritik des ÖVP-Wehrsprechers Murauer an der Aussage von Verteidigungsminister Darabos, der geplante US-Raketenschild sei eine Provokation und nicht sinnvoll, betont Ulrike Lunacek, außenpolitische Sprecherin der Grünen. "Der sowohl in den Vereinigten Staaten als auch in der NATO und EU sehr umstrittene US-Raketenschild ist kein Beitrag zur europäischen Sicherheit, sondern ein im 21. Jahrhundert unnötiges Aufrüstungsprojekt", erklärt Lunacek. "Laut Experten würde ein in Polen und Tschechien angelegtes Raketenabwehrsystem zwar möglicherweise die Vereinigten Staaten, aber keinesfalls die europäischen Staaten vor (derzeit ja noch nicht existierenden) iranischen Raketen schützen", so die Abgeordnete der Grünen. Murauers Sprechverbot für Darabos in außenpolitischen Anliegen sei umso eigenartiger als Außenministerin Ursula Plassnik derzeit dazu schweigt. Überdies habe sich Plassnik in der Vergangenheit im Parlament alles andere als enthusiastisch zum US-Raketenschild geäußert und sei daher wohl eher auf der Linie von Darabos, so Lunacek. Weitere Infos @ WADI, Antislamismus (sind alles Weblinks!): * WADI (international) bekommt Geld vom US-Außenministerium: "Ebenso wenig die zeitgleiche Euphorie über die unaufhaltsamen demokratischen Revolutionen auf der Homepage (www.wadinet.de) des Wadi e.v. unter Thomas von der Osten-Sacken und Thomas Uwer: Nach eigenen Angaben (ebenda) erhält dieser Verein für seine Projekte in der Region Geld von US AID, einer entwicklungspolitischen Agentur des US-Außenministeriums. Wie so oft entpuppt sich diese "Nichtregierungsorganisation" als Handlanger einer Regierung, wenngleich nicht der "eigenen", sondern eher der US- Administration. * Von der Webseite WADInet: "To assist Iraq´s women emerging from a position of lacking most rights to one of individual dignity is a crucial aim of WADI. These days, their crew is extremely happy over the success of a pilot project, an independent radio station run by young men and women in the region of Shara Sur, Halabja and Hauraman. Initial funding was granted by USAID. * WADI und die "Antideutschen" (Tarafa Baghajati): "Auch seine Organisation Wadi und sein Chef Thomas von der Osten- Sacken, seine Vorstandskollegin Mary Kreutzer und sein Kollege in Deutschland Thomas Uwer sind klare Träger einer antideutschen Gesinnung. Von der Osten-Sacken tritt sehr oft mit den Antideutschen zusammen auf, ja auch mit der als rassistisch geltenden Organisation Bahamas in Deutschland." * Schmidinger, Cafe Critique, Stefan Grigat und die Antideutschen (Omar Al Rawi) * Infos zur Politik von WADI und anderen * Antideutsche bei Wikipedia (sie egagierten sich auch gegen 9/11 Skeptiker, unterstellen ihnen Antisemitismus) * WADI vom anti-islamischen, proamerikanischen Blog Politically Incorrect zitiert * "Best" of"Politically Incorrect (samt Manipulation von Internetumfragen) * Parodie "Politically Impotent" * Watchblog Islamophobie (Henryk Broder lässt Ulfkotte, der die "Islamisierung Europas" stoppen will, nicht im Stich) * Ulfkotte, PI und die "Junge Freiheit" * WADI und die antideutsche Ideologie * Blog von WADI * Antideutsche in Österreich * Antideutsche und die Zeitschrift Context XXI * "Zu Verschwörungstheorien von Thomas Schmidinger: Wölfe im Schafspelz?" KOMMENTAR VON OMAR AL-RAWI (SPÖ-Landtagsabgeordneter, MUND, 18.1.2007, Punkt 6): Die zuletzt präsentierte Studie der Europäischen Beobachtungsstelle gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit über die Islamophobie in Europa zeigt solche Aspekte genau auf. Thomas Schmidinger tappt prompt in diese Falle, wenn er integre und durch ihre langjährige Arbeit anerkannte Personen mit ungeheuerlichen Aussagen und nicht nachweisbaren Unterstellungen zu diffamieren sucht. Er versucht mit einem Konstrukt angeblichen "Networkings islamistischer Muslimbrüder" eine Weltverschwörungstheorie von bedrohlicher muslimischer Unterwanderung in Österreich zu verbreiten. Belege für diese Behauptung bleibt der laut eigener Definition "Philozionist" und bekannte "Antideutsche" dabei schuldig, seine Argumentation beschränkt sich auf subjektive Bewertungen. Fakt ist aber, dass drei der von ihm auf diese Weise zur Zielscheibe erkorenen Personen syrischer Herkunft sind, was sie und ihre Familienangehörigen dort in Gefahr bringen kann. Denn in Syrien steht auf die Mitgliedschaft zur Moslembrüderschaft die Todesstrafe und werden Verwandte solcher Personen zum Teil systematisch schikaniert. Brief von Thomas Schmidinger, der sich selbst disqualifiziert, inderm er meinen Ruf mit verleumderischen Behauptungen gegenüber Dritten schädigt, denen er die Mail auch sandte Sehr geehrte Frau Bader, ich habe kein Interesse mit jemandem, der offensichtlich unter Wahnvorstellungen leidet (wofür etwa auch die halluzinierte Unterstützung des israelischen Geheimdienstes Mossad für die irakischen ArbeiterkommunistInnen spricht) und auch Sympathien für neonazistische Verschwörungstheoretiker wie Gerhoch Reisegger hegt (und dafür auch vom Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands kritisiert wurde), politische Debatten zu führen. Ob ihnen meine Kommentare gefallen oder nicht ist nicht mein, sondern ihr Problem. Wenn Sie jedoch weiterhin wahrheitswidrig behaupten, dass der Verein WADI Österreich, dessen Obmann ich bin, Gelder des US-Außenministeriums erhält, könnte dies juristische Konsequenzen nach sich ziehen, deren Einleitung im Vorstand unserer NGO zu beraten sein wird. mit freundlichen Grüßen Thomas Schmidinger PS: ich belege alles, was ich schreibe, und bin immer Antifaschistin gewesen - und seit 11.9.2001 an der Wahrheit über 9/11 interessiert. Dazu brauche ich sicher keine Neonazis, sondern Verstand und Recherche - die Neonazikeule wird gegern gegen das 9/11 Truth Movement angewandt, wie auch meine deutschen (linken) Kollegen leidvoll wissen. ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< SOLIDARITÄT WELTWEIT ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 14 Hängen im Namen Gottes Café Critique ================================================== Hängen im Namen Gottes Das iranische Regime hat die Repression weiter verschärft. Proteste dagegen regen sich hierzulande nur sehr verhalten. von udo wolter Jungle World, Nr. 33, 2007 http://jungle-world.com/seiten/2007/33/10431.php »Die Durchsetzung des Gesetzes bedeutet eine Erhöhung der Sicherheit« stand Anfang Juli auf einem hoch gespannten Transparent in der Stadt Maschad zu lesen. Darunter baumelten fünf Erhängte am Galgen, umringt von einer »Allahu akbar« rufenden Menge Schaulustiger. Ähnliche Szenen spielten sich in den vergangenen Wochen in zahlreichen Städten des Iran ab. In Teheran wurden bei den ersten öffentlich vollzogenen Hinrichtungen seit Jahren zwei angebliche Mörder an Baukränen aufgehängt, eine besonders grausame, weil langwierige Art der Hinrichtung. Auch eine Steinigung wurde Anfang Juli im Norden des Landes vollstreckt. Weitere Exekutionen sind trotz mittlerweile laut gewordener internationaler Proteste angesetzt. Nach Angaben von Amnesty international wurden in diesem Jahr bereits 154 Menschen hingerichtet. Im vergangenen Jahr waren es 177, womit der Iran gleich nach China der Staat mit den meisten vollstreckten Todesurteilen ist. »Jedes unabhängige Land geht gegen Kriminelle in Übereinstimmung mit seinen eigenen Gesetzen vor, und jede Einmischung aus dem Ausland ist de facto eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten des betreffenden Staates«, wies der Außenamtssprecher Mohammad Ali Hosseini moderat vorgetragene EU-Proteste gegen die zahlreichen Hinrichtungen zurück. Dass es sich bei den Exekutierten, wie behauptet, vor allem um Mörder, Vergewaltiger, Drogenhändler und andere Kriminelle handelt, ist zu bezweifeln. Diversen Berichten zufolge befinden sich unter den Exekutierten viele Menschen, die bei den Kampagnen der »Sittenwächter« des Regimes verhaftet wurden. Neben »schlecht verschleierten« Frauen trafen diese »zu westlich« gekleidete oder frisierte Männer und Homosexuelle. Der in Teheran lebende Journalist Martin Ebbing bestätigte vorige Woche in einem Interview des Deutschlandradios, unter den Hingerichteten befänden sich viele, die »als soziale Missetäter oder Schädlinge gebrandmarkt werden« und »am Rande mitverhaftet wurden«. In selbst nach der Sharia fragwürdigen Prozessen seien viele verurteilt und anschließend hingerichtet worden. Die Gefängnisse sind wegen der laufenden Verhaftungen derart überfüllt, dass kürzlich der Leiter der nationalen Gefängnisdienste, Ali-Akbar Yassaqi, ein »Moratorium« forderte. Von der Repression sind Studenten, Gewerkschafter, Frauenrechtlerinnen, Journalisten, Blogger und selbst oppositionelle Mullahs betroffen. Auch Minderheiten wie die Bahai und die Kurden werden verstärkt verfolgt. Allein seit April sind 30 Zeitungen verboten worden. Zuletzt traf es die Zeitung Sharq, die ein Interview mit der in Kanada lebenden Dichterin Saghi Ghahreman veröffentlicht hatte. Diese sei »ein konterrevolutionäres Individuum und eine lesbische Aktivistin«, lautete die Begründung. Parlamentspräsident Adel Haddad warf gleich noch allen reformorientierten Kräften öffentliche »Förderung von Homosexualität« vor. Die enge Verzahnung von politischer und sozialer Repression manifestiert sich auch in der Person Said Mortasawis. Er ist ein Protegé des religiösen Führers Ali Khamenei, der ebenso für die derzeitigen Hinrichtungen steht, wie er als Chefankläger in politischen Prozessen berüchtigt ist. Die Repressionskampagne soll abschrecken. Denn die trotz der Rekordeinkünfte aus dem Ölgeschäft miserable soziale und wirtschaftliche Lage des Großteils der Bevölkerung hat den Unmut verstärkt. Ungeachtet des brutalen Vorgehens des Regimes war es in den vergangenen Monaten zu Dutzenden von Streiks und Demonstrationen gekommen, auf die mit Massenentlassungen von Gewerkschaftern und Verhaftungen reagiert wurde. Auch der gerade erst vor einem Jahr aus der Haft entlassene Vorsitzende der Teheraner Busfahrergewerkschaft, Mansour Ossanlou (Jungle World 6/06), wurde im Juli von Unbekannten »entführt« und befindet sich nun erneut im berüchtigten Evin-Gefängnis. Für die schlechte Situation der meisten iranischen Beschäftigten und die wachsende Armut wird nicht zuletzt die Wirtschaftspolitik Präsident Mahmoud Ahmadinejads verantwortlich gemacht. Die Gewinne aus dem Ölgeschäft werden nicht in Entwicklungsprojekte investiert. Der Präsident versucht vielmehr, vor allem mittels gezielter Spendenpolitik zugunsten von Revolutionsgarden, Bassiji-Milizen und anderen repressiven Kräften, seine Hausmacht zu festigen. Amir Taheri, Exiliraner und Publizist, bezeichnet die Repressionskampagne als die schlimmste seit 1984, als auf Befehl Khomeinis Tausende Regimegegner umgebracht wurden. So gesehen ist die derzeitige Unterdrückung nur die Erfüllung eines Wahlversprechens Ahmadinejads, des Versprechens der »Rückkehr zu den ursprünglichen Werten der islamischen Revolution«. Seitens der Bundesregierung ist wenig Protest gegen die Repression zu vernehmen. Als kürzlich der Unterstaatssekretär im US- Finanzministerium, Stuart Levey, bei Gesprächen mit Regierungsvertretern in Berlin forderte, das Engagement zu reduzieren und Hermes-Bürgschaften für Geschäfte mit dem Iran zu streichen, wurde dies mit dem Argument zurückgewiesen, an den Iran-Exporten im Wert von jährlich vier Milliarden Euro hingen Tausende deutscher Jobs. Dass die US-Regierung auch Einfluss auf deutsche Banken nimmt, um so zu erreichen, dass diese ihre Geschäfte mit dem Iran reduzieren, empfinden die Banken dem Spiegel zufolge als »regelrechte Erpressung«. Zwar äußerte die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth zaghafte Kritik am iranischen Regime, und immerhin beteiligten sich einige Gewerkschafter und die Linkspartei in Frankfurt/Main an einem internationalen Protesttag für verfolgte Gewerkschafter. Doch sonst herrscht auf der Linken Schweigen, wird doch der Iran als Opfer einer »imperialistischen Aggression« wahrgenommen. _______________ Kundgebung Keine Geschäfte mit den iranischen Mullahs! Gegen das Atomprogramm des Iran und seine österreichischen und europäischen Förderer! Es geht um Israel - und um den Restbestand politischer Vernunft! Sonntag, 30. September 2007 18 Uhr Stephansplatz in Wien Veranstaltet von Café Critique und der Israelitischen Kultusgemeinde ____________ Die islamische Republik Iran - Analyse einer Diktatur Symposium 29./30. September 2007 Campus der Universität Wien, Altes AKH Samstag: Hörsaal D, Hof 10,13 Sonntag: Hörsaal C1, Hof 2 (Alserstraße/Spitalgasse, Straßenbahn 5, 33, 43, 44) Veranstaltet von Café Critique und Scholars for Peace in the Middle East/Austria (Bitte planen Sie Zeit für eventuelle Einlasskontrollen ein.) http://www.cafecritique.priv.at ================================================== 15 ASt - Bahn-Streik in Deutschland: Nein zur Vermittlung durch Geissler/Biedenkopf! ASt-LFI ================================================== Bahn-Streik in Deutschland: Nein zur Vermittlung durch Geissler/Biedenkopf! (aus: Red Newsletter 286, Informationsdienst des ArbeiterInnenstandpunkt, 20. August 2007, www.arbeiterInnenstandpunkt.net) GDL-Vorsitzender Schell feierte den Vergleich vor dem Arbeitsgericht sowie die Einsetzung der Vermittler Geißler und Biedenkopf als Teilsieg auf dem Weg zum Spartentarifvertrag der GDL. Zu Unrecht! Die Forderung nach einem Spartentarifvertrag ist in der konkreten Situation angesichts der massiven Lohnverluste der Lokführer und Zugbegleiter unter Tarifführerschaft von Transnet und GDBA sicher berechtigt. Vorsicht ist bei der GDL-Führung allerdings auch geboten, deutete Schell doch schon im Mittagsmagazin am 10. August an, dass man über Kompromisse bei Lohnforderungen und Arbeitszeit schon reden könne, sofern man sich auf den eigenen Tarifvertrag einige. Für die GDL geht es im Grunde um die weitere Existenz als Gewerkschaft, die sichtbar besser als Transnet abschließen muss. Für die Bahn AG wäre ein Spartentarif kein prinzipielles Problem, und würde er per se auch nicht zu einer längerfristigen Verteidigung der Einkommen führen. Wohl aber würde eine solche Lösung ihren willfährigen Privatisierungspartner Transnet vor enorme Probleme stellen, da er fürchtet, seine tarifpolitische Vormachtstellung zu verlieren, sollte der GDL ein eigener Tarif zugestanden werden. Die Bahn AG fürchtet, dass Transnet in einer solchen Situation die sozialpartnerschaftliche, staats- und SPD nahe Politik nicht mehr in der bisherigen Form weiterführt und radikaler auftreten müsste, um Mitgliederverluste an die GDL zu verhindern. In den bisherigen Gesprächen wurden, so heißt es, erste Sondierungen vorgenommen. Geißler und Biedenkopf haben in den verschiedenen Interviews auch auf den Punkt gebracht, was die Voraussetzung erfolgreicher "Vermittlung" ist: Stillschweigen. Auch wenn sonst nichts vereinbart wurde, so immerhin, dass der Inhalt der Gespräche geheim bleibt. Im Klartext: Die GDL-Basis erfährt in den nächsten Wochen nichts über den Stand der Verhandlungen, etwaige Angebote usw. Mit der Ernennung der Vermittler und der Aussetzung des Streiks auch durch die GDL haben Bahn AG und Staat - unabhängig vom Ausgang weiterer Gerichtsverfahren - ein wichtiges Teilziel erreicht. Sie haben den Streik vorerst abgewendet und die GDL-Führung an den Verhandlungstisch gebracht, wo zu befürchten ist, dass sie für einige Zugeständnisse abschließt und so die Bahnprivatisierung weiter voranschreiten kann. Die Anrufung der "Moderation" ist ein schwerer politischer Fehler, der zeigt, dass auch die GDL-Führung letztlich dem Kampf ausweichen will. Die vom GDL-Vorsitzenden Schell vertretene Aussetzung des Streiks für die Dauer von Verhandlungen ist weder zwingend noch schlüssig. Wenn Schlichtung und Bahn AG finden, dass ein Arbeitskampf die Gespräche "belastet", so zeigt das nur, dass sie wissen, dass ein Streik das stärkste Argument der Lokführer ist und genau das wollen sie nicht hören. Die Anrufung der Vermittler und die Aussetzung des Streiks erfolgen, obwohl die Kampfkraft der Lokführer noch lange nicht erschöpft ist. Die aufgebaute Kampfbereitschaft droht so, wieder abzusacken. Dabei war es gerade ein lange anhaltender Streik der Lokführer, den Bahn AG, Regierung, Unternehmerverbände und div. bürgerliche Wirtschaftsexperten am meisten fürchteten. Ein solcher Streik hätte über die rein ökonomischen Forderungen hinausgehend auch zu einem politischen Streik gegen die Bahnprivatisierung werden können, zu einer Kraftprobe mit der Regierung. Das wollen aber nicht nur die Bahn AG oder Transnet verhindern. Das will auch die GDL-Führung nicht. Das ist neben der realen Drohung durch die Arbeitsgerichte, bürgerliche Hetze usw. der zentrale Grund, warum die GDL-Spitze nicht auf Ausweitung des Kampfes und dessen Politisierung setzt. Von Hansen (Transnet) unterscheidet sich von Schell (GDL) im Endeffekt nur momentan. Die Drohung der Arbeitsgerichte Der Kampf bei der Bahn und das Verbot von Streiks durch Arbeitsgerichte, das ja keineswegs auf Dauer vom Tisch ist, zeigt jedoch, zu welchen Mitteln Staat, Regierung und Unternehmerverbände in Zukunft greifen werden, sollten sie auf mehr Widerstand stoßen. Sicherlich würden die LokomotivführerInnen in ihrem Kampf gegen die politischen Angriffe der Bourgeoisie nur schwer standhalten können - zumal es sich bei der GDL um alles andere als eine bruchlos klassenkämpferische Truppe handelt. Allein die Tatsache, dass sie strategische Teile der Wirtschaft lahm legen können; allein die Tatsache, dass sie sich trotz ihrer konservativen Führung (Schell ist nicht zufällig langjähriger CDU- Bundestagsabgeordneter) in der Urabstimmung mit über 90 Prozent ganz klar für Streiks ausgesprochen hat, zeigt, dass die GDL nicht auf den Kampf verzichten darf. Schon deshalb brauchen die EisenbahnerInnen der GDL die Solidarität und Unterstützung aller Lohnabhängigen. Allein werden sie nur schwer standhalten können, egal wie der Kampf weitergeht. Aber ein landesweíter, harter Arbeitskampf würde auch Viele ermutigen, selbst für ihre Interessen durch Streiks einzutreten. Ein Streik der GDL hätte zu einer enormen Politisierung der Arbeiterklasse führen können - und kann das im Falle des Scheiterns der Vermittlung und der Wideraufnahme des Kampfes noch immer. Der Kampf der Lokführer war und ist aber auch unser Kampf, weil sie ihre Forderungen dem Renditediktat der Bahn AG und den Privatisierungsplänen der Regierung nicht einfach unterordneten. Es ist unser Kampf, weil er Teil einer ganzen Reihe von Angriffen ist zum Abbau der demokratischen Rechte, um die Kosten der kapitalistischen Krise auf uns abzuwälzen. Der Angriff auf das Streikrecht wurde - richtigerweise - auch von den DGB-Gewerkschaften verurteilt. Dabei darf es aber nicht bleiben! Die Hoffnung auf den "Rechtsstaat" oder Gerichte ist fehl am Platz. Gegen die Angriffe auf das ohnehin eingeschränkte Streikrecht müssten Solidaritätsaktionen, Betriebsversammlungen, praktische Arbeitsniederlegungen, ein politischer Streik, und politische Massendemonstrationen organisiert werden! Das Streikverbot trifft uns alle, deshalb lasst uns in allen Städten große Demos organisieren. Lassen wir jetzt die Lokomotivführer nicht allein! Mit dem Vergleich von Bahn AG und GDL ist dieser Angriff auf das Streikrecht noch nicht vom Tisch! Bildet Solidaritätskomitees zur Unterstützung zukünftiger Streikaktivitäten! Nein zur Aussetzung der Streiks! Nieder mit dem Streikverbot! Keine Geheimverhandlungen hinter dem Rücken der GDL- Mitgliedschaft! Keine Aussetzung des Streiks bei Gesprächen oder Verhandlungen! Nein zur Vermittlung durch Geißler/Biedenkopf! Kein Abschluss ohne vorherige Diskussion und Beschlussfassung an der Basis! ================================================== 16 Home Office UK Asylum Statistics: 2nd Quarter April/May/June 2007 John O ================================================== ======  NCADC News Service ====== Home Office UK Asylum Statistics: 2nd Quarter April/May/June 2007 (Published 21/08/07) +++++++++++++++++++++++++ Detention - including dependants 2,115 [87% of capacity] Persons were recorded as being in detention in the United Kingdom solely under Immigration Act powers as at 30 June 2007, of these 1,435 were detainees who had claimed asylum at some stage * As at 30 June 2007, 1,435 persons who had sought asylum at some stage were being detained in the UK solely under Immigration Act powers. This accounted for 68% of all detainees. This excludes persons detained in police cells and prison establishments. * 1,395 were held at Immigration Service Removal Centres, and 40 at Immigration Short Term Holding Facilities. * The nationalities accounting for the highest number of asylum detainees were Nigerian (110), Chinese (105) and Sri Lankan (90). 84% of asylum detainees as at 30 June 2007 were male. * As at 30 June 2007, 35 people detained solely under Immigration Act powers were recorded as being less than 18 years old. 25 of these had been in detention for less than one month, 10 for between one and two months and the remainder for between three months and a year (see Background Note 8). Top 10 asylum detained nationalities as at 30 June 2007 Nigeria 110 China 105 Sri Lanka 90 Jamaica 85 Pakistan 80 Turkey 70 Afghanistan 70 Iran 65 Algeria 60 India 55 Other nationalities 645 Total 1,435 Asylum detainees recorded as being removed from the UK upon leaving detention in Q1 2007: 1,685 detainees who had claimed asylum at some stage * A total of 3,580 people were recorded as being removed from the UK upon leaving detention in Q1 2007. 1,685 (47% of the total) were asylum detainees. * 200 children were recorded as being removed from the UK upon leaving detention in Q1 2007. * Of the 3,580 people recorded as being removed from the UK upon leaving detention in Q1 2007, 2,485 (69% of the total) left from Immigration Service Removal Centres and 1,095 (31% of the total) left from Immigration Short Term Holding Facilities. ++++++++++++++++++++ Removal of Asylum Seekers * Principal applicants removed 5 in Q2: 2,980; 3,280 including dependants * In Q2, there were 2,980 principal applicants removed from the UK, 7% lower than in Q1 (3,190), and 36% less than in Q2 2006 (4,665). * Including dependants, 3,280 asylum seekers were removed in Q2, 6% lower than in Q1 (3,500), and 38% less than in Q2 2006 (5,260). * The five nationalities accounting for the highest number of removals in Q2 (principal applicants) were Afghan, Turkish, Serbian, Iranian and Iraqi. * 990 asylum seekers were removed under Assisted Voluntary Return schemes (845 principal applicants and 140 dependants), 30% of the 3,280 total. Top 10 asylum removal nationalities (principal applicants) Q2 2007 Afghanistan  345    [171 by 'Charter flight'] Turkey 245 Serbia 175 Iran 170 Iraq 160 Pakistan 155 Sri Lanka 140 India 135 Nigeria 125 Albania 95 Other nationalities 1,230 Total 2,980 +++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++ Applications * Applications in Q2: 4,950, 13% lower than previous quarter * The number of applications for asylum in the UK, excluding dependants, was 13% lower in Q2 (4,950) compared with Q1 (5,680), and was 10% less than Q2 2006 (5,495). * Including dependants, the number of applications to the UK decreased by 12% in Q2 (5,920) from Q1 (6,750). * Including dependants, the estimated number of applications to the rest of the EU15* decreased by 10% in Q2 (31,780) from Q1 (35,475) Top 10 applicant nationalities Q2 2007 Afghanistan 565 China 505 Iran 405 Somalia 400 Zimbabwe 375 Eritrea 275 Iraq 265 Sri Lanka 240 Pakistan 230 Nigeria 160 Other Nationalities 1,530 Total 4,950 End of Bulletin: Source for this Message: Home Office -- ============ National Coalition of Anti-Deportation Campaigns (NCADC) 110 Hamstead Road Birmingham B20 2QS ============ ================================================== 17 Volksstimmefest-Wien/G8-Gipfel/Hinweis RSO - Revolutionär Sozialistische Organisation ================================================== RSO-Newsletter Nr. 9 ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ 1. Die RSO am Volksstimmefest in Wien 2. Bilanz der Proteste gegen den G8-Gipfel ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ 1. Die RSO am Volksstimmefest in Wien Am 1. und 2. September 2007 findet auf der Jesuitenwiese im Wiener Prater das traditionelle Volksstimmefest - Wiens größstes linkes Fest - statt. Die RSO ist dort auf der Initiativenstraße mit einem Stand vertreten (Stand Nr 182). An unserem Infotisch gibt es neue und alte Bücher und Broschüren aus der Marxismus- Reihe, weitere Publikationen, Buttons, T-Shirts und zweifellos viele nette Gespräche. Wir freuen uns über Deinen Besuch! Wie komm ich dort hin? Mit der Straßenbahnlinie N vom Schwedenplatz aus bis zur Station "Wittelsbachstraße" (eine vor Endstation) ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ 2. Bilanz der Proteste gegen den G8-Gipfel Die Anti-Globalisierungsbewegung nach Heiligendamm Anfang Juni fand im beschaulichen Ostsee-Strandbad Heiligendamm der jährliche Gipfel der G8 statt. Die Oberhäupter der führenden sieben imperialistischen Staaten (USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan und Kanada) und Russlands trafen sich, um die politischen und wirtschaftlichen Ziele der einzelnen Imperialismen zu koordinieren und miteinander abzustimmen. Nebenbei sollte dabei auch noch der Öffentlichkeit ein Bild von nur um das Wohle der Bevölkerung bemühten StaatenlenkerInnen geliefert werden. Auf der anderen Seite des 12,5 Mio. Euro schweren "Sicherheitszauns" kamen zehntausende Menschen zusammen, um gegen die Veranstaltung zu protestieren. Eine Bilanz der Bewegung. Von Stefan Neumayer (RSO Berlin) Allein die Existenz des G8-Gipfels zeigt auf, dass den imperialistischen Staaten immer weniger auch nur an der formalen Einbindung der abhängigen Länder gelegen ist - wie dies etwa noch bei der UNO der Fall ist, die zwar auch ein klares Koordinationsgremium des Imperialismus ist, wo aber zumindest noch der Eindruck zu vermitteln versucht wird, dass es sich um eine Art "demokratisches Weltparlament" handelt (Mehr dazu siehe: "UNO - Geschichte einer kriminellen Vereinigung" in Marxismus- Sondernummer 13). Mit den G8 (genauso wie etwa dem WEF) setzen die imperialistischen Staaten ein klares Zeichen, dass sie alleine die zentralen politischen und ökonomischen Fragen zu entscheiden haben. Wie bei ähnlichen Veranstaltungen seit den Protesten gegen den WTO-Gipfel in Seattle, mobilisierte wiederum ein buntes Bündnis von "GlobalisierungskritikerInnen" gegen dieses Treffen. Die mobilisierenden Organisationen waren ebenso heterogen wie die angesprochenen Themen - wobei im Mittelpunkt einerseits die Frage von imperialistischen Kriegen wie Irak und Afghanistan stand, und andererseits die der Klimaveränderung. Die politische Stossrichtung reichte von einer Appellpolitik an die G8 über diffuse Reformkonzepte im Rahmen des Kapitalismus bis zu Perspektiven einer Überwindung des kapitalistischen Systems. So appellierte etwa Greenpeace mit einem Transparent, auf einem am Rostocker Hafen liegenden Segelschiff, an die G8 mit der Parole "G8 - Act now!" an die Staats- und Regierungschefs, doch endlich Maßnahmen gegen die Erderwärmung zu setzen, ATTAC trat mit den üblichen Forderungen zur Rettung des Kapitalismus - der Tobin- Steuer auf Finanztransaktionen und einem Verbot von Hedgefonds - auf den Plan und christliche Gruppierungen riefen gar zu einem "heiligen Damm des Gebets" auf. Die zentrale Mobilisierung der Proteste war die Großdemonstration in Rostock am Wochenende vor dem Gipfel, an der über 40.000 Menschen teilnahmen. Während der Woche folgten, von zwei Camps aus organisiert, verschiedene thematische Demonstrationen, Blockadeversuche und der Versuch, auf das durch den riesigen "Schutzzaun" und diverse Einheiten des Staatsapparates abgeriegelte Gelände des Treffens vorzustoßen. Die bürgerlichen Medien fokussierten bei ihrer Berichterstattung auf einige gewalttätige Auseinandersetzungen, die sich zwischen DemonstrantInnen und PolizstInnen am Rande der Rostocker Demo ereigneten ("Ihr Chaoten, wollt ihr Tote" titelte etwa die BILD). Die zentrale Aufgabe dieser Berichterstattung war es, die Proteste zu delegitimieren und die DemonstrantInnen als GewalttäterInnen darzustellen beziehungsweise die Bewegung zu spalten. Ein guter Teil der autonomen Linken bezog sich hingegen positiv auf die kleinen Scharmützel - mehr war es in Wirklichkeit nicht - und feierte die Wiedergeburt der linken Militanz. Jedenfalls gelang die Spaltung der Bewegung zu einem Teil. So distanzierten sich etwa der PDS-nahe Mitorganisator Monty Schädel oder Peter Wahl von ATTAC von "gewalttätigen Demonstranten", kündigten an, sie in Zukunft von Demos auszuschließen und propagierten die Zusammenarbeit mit dem Staatsapparat gegen die "Gewalttäter". Als revolutionäre MarxistInnen lehnen wir Gewalt nicht prinzipiell ab (siehe dazu den Artikel auf Seite 7 in der ersten Ausgabe unsere neuen Zeitung "die rote"). Es muss klar sein, dass die Gewalt von den imperialistischen Regierungen ausgeht, die nicht nur etwa im Irak und Afghanistan zigtausende Menschen massakrieren, sondern auch bei der Demonstration höchst provokativ vorgingen, in die Demo hineinprügelten und willkürliche Festnahmen durchführten. Die individuelle Gewaltstrategie, die manche Autonome einschlugen, ist nicht nur politisch falsch, objektiv gefährdete sie auch andere DemonstrantInnen. Aber dies ist Inhalt einer innerlinken Strategiedebatte. Gegenüber dem bürgerlichen Staat muss klar sein, dass wir bedingungslos solidarisch mit diesen AktivistInnen sind, unabhängig davon, wie wir zu den von ihnen gewählten Aktionsformen stehen. Bilanz der Proteste Wie sind nun die Proteste einzuschätzen? Auf den ersten Blick wirken gut 40.000 DemonstrantInnen von Rostock wenig gegenüber den 200.000-300.000 von Genua. Aber das zeigt in erster Linie auf, dass die "Anti-Globalisierungsbewegung" bei weitem nicht so global und universell ist, wie viele TeilnehmerInnen und auch die bürgerlichen Medien Glauben machen wollen. Die Stärke und Ausrichtung der Proteste ist immer stark von den spezifischen Situationen in den Ländern, wo die Proteste stattfinden, geprägt. Dies betrifft einerseits die all-gemeinpolitische Situation im Land - so waren die Proteste gegen den letztjährigen G8-Gipfel in St. Petersburg ziemlich klein, was stark mit der repressiven Politik Russlands unter Putin zusammenhängt - und andererseits spiegeln sie vor allem die Stärke und politische Ausrichtung der jeweiligen Linken wider. War der Mobilisierungserfolg von Genua 2001 zu einem Gutteil der Stärke der Basis italienischer Gewerkschaften zu verdanken, so war die Mobilisierung gegen den Gipfel in Gleneagles 2005 zwar numerisch stark, aber völlig systemkonform (Weißer Marsch für die Entschuldung Afrikas). Bei der Demonstration in Rostock war klar zu erkennen, dass der überwältigende Teil der TeilnehmerInnen aus Deutschland kam. Gewerkschaften waren fast überhaupt nicht vertreten (und der deutsche Gewerkschaftsbund DGB hatte auch nicht zu den Protesten aufgerufen, sondern wollte lieber hinter den Kulissen mit Merkel paktieren). Neben Unorganisierten wurde der Hauptteil der TeilnehmerInnen von NGOs, der Linkspartei PDS, Autonomen und verschiedenen trotzkistischen sowie (mao-)stalinistischen Gruppen gestellt. Wobei zur Linkspartei zu sagen ist, dass sie es wiederum (wie üblich) schaffte, gleichzeitig auf allen Seiten der Front zu sein. Stellte sie einerseits einen Demonstrationsblock mit über 1.000 TeilnehmerInnen, wo sich auch Teile der Parteispitze um Lafontaine sonnten, war es die SPD-PDS Regierungskoalition Mecklenburg Vorpommerns, die nicht nur alles für die Vorbereitung des Gipfels unternahm, sondern auch das Landes-Sicherheitsgesetz in Hinblick auf die Proteste drastisch verschärfte. Linker Mix Die "Antiglobalisierungsbewegung" ist äußerst heterogen. Dies betrifft nicht nur die Widersprüche zwischen Basis und Führung, die sich mittlerweile zu einer regelrechten Bewegungsbürokratie gemausert hat. Die Spitze von ATTAC und prominente Aushängeschilder wie Susan George, Naomi Klein und Walden Bello haben es geschafft, der gesamten Bewegung maßgeblich ihren Stempel aufzudrücken. Gerade die europäischen und Weltsozialforen sind mittlerweile zu Treffpunkten von (meist aus imperialistischen Ländern kommenden) "Reisekadern" verkommen, wo sich die AktivistInnen vor Ort nicht mehr Eintritt und Essen leisten können. Sie prägen zu einem Gutteil die mediale Wahrnehmung, wenn es darum geht, nicht "böse Chaoten" zu dämonisieren, sondern "verantwortungsvolle KritikerInnen" zu hypen, die zeigen, wie ein besserer Kapitalismus nun möglich wäre und somit den Protesten, die eine anti-kapitalistische Stoßrichtung haben, das Wasser abzugraben. Aber es wäre zu einfach, den Widerspruch nur zwischen einer bösen bürokratischen Führung und den guten revolutionären BasisaktivistInnen zu sehen. Auch die politische Ausrichtung der "ganz normalen TeilnehmerInnen" ist widersprüchlich. Ist auch nur ein kleiner Teil ausgesprochen prokapitalistisch und sieht in der Reform des Kapitalismus das Ziel an sich, so träumt die Mehrheit zwar schon diffus von einer sozialistischen Gesellschaft ohne Ausbeutung, sieht aber als zentrales aktuelles Ziel die Verbesserung der Lage durch keynesianistische (und teilweise auch nationalstaatlich protektionistische) Reformmaßnahmen. Die bewussten AntikapitalistInnen (geschweige denn RevolutionärInnen), die im Sozialismus nicht eine schöne Utopie, sondern die einzige Möglichkeit eines Endes der kapitalistischen Barbarei sehen, sind eine nicht unbedeutende, aber dennoch klare Minderheit der Protestierenden. Diese Heterogenität der Bewegung ist natürlich kein Grund für RevolutionärInnen, ihr fern zu bleiben. Aber im aktuellen Zustand der Bewegung wäre es Selbstüberschätzung, um die Führung der Bewegung zu kämpfen und ihr eine anti-kapitalistische und revolutionäre Stoßrichtung geben zu wollen. Zentraler Punkt einer revolutionären Intervention muss es sein, die antikapitalistische Minderheit anzusprechen und Teile von ihr für eine klare revolutionäre Perspektive zu gewinnen. Das heißt ganz klar zu sagen, dass zur Überwindung der kapitalistischen Misere die Zerschlagung des kapitalistischen Staates nötig ist und dies nur durch die Kämpfe der ArbeiterInnenklasse, möglich ist. In der aktuellen Situation bedeutet dies, die bewusstesten Teile der antikapitalistischen Minderheit anzusprechen und sie für den Aufbau einer revolutionär-sozialistischen Organisation zu gewinnen ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Revolutionär Sozialistische Organisation (RSO) mail: rso at sozialismus.net web: www.sozialismus.net post: RSO, Postfach 62, A-1152 Wien ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ ================================================== 18 Heiligendamm -- Hokkaido Öffentlicher Verteiler der Gipfelsoli-Infogruppe ================================================== Gipfelinfo - Meldungen über globalisierte Solidarität und die Proteste gegen unsolidarische Globalisierung ------------------------------------------------------ www.gipfelsoli.org -- - Bonn: Hausdurchsuchung wg G8-Blockadeaufruf - Hintergrundinfo Hausdurchsuchung Bonn, 16. August 2007 - Guantánamo in Deutschland: Unmenschlicher Umgang mit Beschuldigten - IL: Wenn der Staub sich legt oder: Der richtige Zeitpunkt ist entscheidend - Saskia Sassen/ Richard Sennett: Das Verbrechen der Soziologie - Japan, German police discuss security for G-8 summit in Hokkaido - Japan, German police cooperate on security for G-8 summit in Hokkaido -------------------------------------------------------------------------------- Bonn: Hausdurchsuchung wg G8-Blockadeaufruf Am Morgen des 16.8.2007 fand eine Hausdurchsuchung bei einem Bonner Atomkraftgegner statt, der Inhaber und technischer Administrator der Internetadresse www.antiatombonn.de ist. Hierbei wurde als zusätzliche Schikane der Computer des Betroffenen beschlagnahmt, anstatt sich mit dem technisch problemlos möglichen Kopieren der fraglichen Daten zu begnügen. Die Seite antiatombonn.de gehört der AntiAtom-Gruppe Bonn, die mit zu den Massenblockaden des G8-Gipfels 2007 in Heiligendamm mobilisiert hat. Absurder Vorwurf: Aufforderung zu Straftaten wegen der Dokumentation des Aktionskonzeots von Block G8. Auf Anordnung der Richterin Vera von Schnakenburg (Amtsgericht Bonn), führte die Abteilung Staatsschutz der Bonner Kriminalpolizei am 16. August 2007 zwischen 06.50 Uhr und 07.50 Uhr eine Hausdurchsuchung bei einem Bonner Atomkraftgegner durch, der technischer Administrator der Internetadresse www.antiatombonn.de ist. Die Beamten durchsuchten seine Wohnung, um die Urheberschaft des auf die Internetseite www.antiatombonn.de eingestellten Artikels "Bonn goes G8: Bewegen, blockieren, bleiben" zu ermitteln. Vor Ort wurden Unterlagen des Betroffenen gesichtet und - obwohl der Tatvorwurf dabei nicht belegt werden konnte - schließlich seine komplette EDV-Ausstattung beschlagnahmt. Bei dem zitierten Artikel handelt es sich um eine inzwischen veraltete Ankündigung der Anti-Atom-Gruppe Bonn, an den gewaltfreien Blockaden des bundesweiten Bündnisses "Block G8" teilzunehmen. Die Anti-Atom-Gruppe Bonn hatte im Mai 2007 unter anderem mit einem öffentlichen Training in gewaltfreier Aktion im Bonner Hofgarten gegen den G8-Gipfel mobilisiert. Inzwischen hat der Betroffenen über seinen Rechtsanwalt Beschwerde gegen den Durchsuchsbeschluss eingelegt und beantragt, die Maßnahme für rechtswidrig zu erklären. Mit einigen Tagen Verzögerung läuft nun auch die bundesweite Solidarisierung an. Der Republikanischer Anwältinnen- und Anwälteverein (RAV) hat gemeinsam mit attac eine Pressemitteilung herausgegeben. Ebenso ein lokales Bonner Bündnis (AntiAtom-Gruppe, attac Bonn, Netzwerk Friedenskooperative) sowie die Kampagne Block G8. In dem Artikel, auf den sich der Durchsuchungsbeschluss bezieht, wird das Aktionskonzept von Block G8 dokumentiert. Darin heißt es unter anderem: "Unser Ziel ist zu blockieren, d.h. wir werden Polizeiabsperrungen überwinden, sie wegdrücken, sie umgehen oder geschickt durch sie hindurchfließen. Wir lassen uns nicht stoppen, bleiben nicht stehen und steigen nicht auf mögliche Eskalationstrategien der Polizei ein." Hieraus konstruiert die Bonner Staatsanwaltschaft nun einen "Aufruf zu Straftaten", nämlich zum "Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte etwa durch gewaltsames Wegdrücken". Anfang Juni hatten über 12.000 Menschen die Straßen zum Tagungsort der G8 während der Gipfeltage durchgängig blockiert. Mit der Fünf-Finger-Taktik haben sie die Polizei geschickt ausmanövriert und das weiträumige Demonstrationsverbot ad absurdum geführt. Bilder eines vielfältigen Zivilen Ungehorsams gingen um die Welt und setzten der Machtsymbolik der G8 ein Zeichen des Widerstands gegen die herrschende Weltordnung entgegen. Die Gewalt ging dabei ausschließlich von der Polizei aus. Sie hat durch rücksichtslosen Wasserwerfer- und Reizgaseinsatz viele Menschen teilweise erheblich verletzt. Dagegen sind die Blockierenden, wie zuvor in hunderten von Aktionstrainings geübt, auf die Eskalation durch die Polizei nicht eingestiegen. Vor dem Hintergrund der realen Ereignisse von Heiligendamm ist der Vorwurf gegen die Bonner AntiAtom-Gruppe haltlos und absurd. Staat, Polizei und Justiz zeigen sich einmal mehr als schlechter Verlierer, die auf widerständige Bewegungen nur eine Antwort kennen: Ausforschung und Einschüchterung - und seien die juristischen Gründe hierfür auch noch so an den Haaren herbeigezogen. Die Bonner Durchsuchung ist dabei im Zusammenhang mit zahlreichen weiteren Hausdurchsuchungen und Terrorismusvorwürfen gegen GipfelgegnerInnen zu sehen. Alle, die von staatlicher Repression betroffen sind - ob im Rahmen der aktuellen § 129a-Verfahren oder durch die Hausdurchsuchung in Bonn - haben einen Anspruch auf unsere Solidarität. Die kampagne Block G8 fordert die Einstellung aller Verfahren, die sofortige Freilassung der vier in Brandenburg bzw. Berlin Festgenommenen und die Abschaffung des Gesinnungsparagrafen 129a. Die Rechtshilfekosten und die Kosten für die Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit der Bonner Gruppe werden gemeinsam getragen. Niemand wird mit den rechtlichen und finanziellen Folgen allein gelassen, erklärte Block G8. Spenden mit dem Vermerk "Solidarität Bonn" auf das Konto von Block G8, Konto 400 8700 801, GLS Gemeinschaftsbank, BLZ 430 609 67 werden an die Bonner Betroffenen weitergeleitet. Weitere Infos: * http://www.antiatombonn.de * http://block-g8.org [blockade at g8-2007.de] -------------------------------------------------------------------------------- Hintergrundinfo Hausdurchsuchung Bonn, 16. August 2007 (Stand: 21. August 2007) Was ist passiert? Am Donnerstag, 16.08.2007 von 6:50 bis 7:50 wurde in Bonn die Wohnung des Domainverantwortlichen fuer die Webseite http://www.antiatombonn.de im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens durchsucht, um den/die AutorIn Artikels "Bonn goes G8: Bewegen, blockieren, bleiben" zu ermitteln. Die Richterin hat am 17.07.2007 diese Durchsuchung angeordnet, weil in dem Artikel zu "offenen aktiven Widerstandshandlungen gegen Vollstreckungsbeamte durch gewaltsames Wegdruecken aufgerufen wird" (Begruendung Durchsuchungsbeschluss). Das Ermittlungserfahren geht um "Verdacht zur Aufforderung von Straftaten". Bei der Durchsuchung wurden Papiere und Computerdateien in den Raeumen des Domainverantwortlichen gesichtet - und dann der Computer mit den Hinweis, dass er wohl erst naechstes Jahr zurueckgegeben wird, mitgenommen. Auf diesem Computer sind auch Teile der in den letzten Monaten ueber die Bonner Antiatom- und G8-Vorbereitungslisten gegangenen Emails unverschluesselt abgelegt. Zum Homepageartikel Der Artikel ist zu finden unter http://www.antiatombonn.de Der Artikel besteht aus einer Einleitung und fuenf Teilen. Der fuenfte Teil heisst "5) Dokumentation Massenblockadekonzept Block G8". In diesem Teil wird ein Text von Block-G8 zitiert, was auch durch Anfuehrungsstreichen und Quellenlink am Ende gekennzeichnet ist. In diesem Teil kommen zweimal ein Bezug zum "Druecken" vor. Folgend die Zitate "Unser Ziel ist zu blockieren, d.h. wir werden Polizeiabsperrungen ueberwinden, sie wegdruecken, sie umgehen oder geschickt durch sie hindurchflieszen. Wir lassen uns nicht stoppen, bleiben nicht stehen und steigen nicht auf moegliche Eskalationstrategien der Polizei ein. Unser Ziel ist die Blockadepunkte zu erreichen." "Es gibt zudem viele Menschen, die in Ketten stehen bleiben, sich ebenfalls fest unterhaken und festhalten und auch koerperschuetzende Materialien wie Polster oder Ballons verwenden. Einige werden auch durch Gegendruecken und Schieben eine Raeumung erschweren." Reaktionen und Stand der Dinge Bundesweit haben sich zahlreiche Organisationen, Gruppen und Verbände empört gezeigt über die Bonner Hausdurchsuchung. Wir fordern gemeinsam die sofortige Einstellung des Ermittlungsverfahrens. Attac Deutschland veröffentlicht zu dem Fall am Mittwoch, 22. August, zusammen mit dem Republikanischen Anwaltsverein (RAV) eine Presseerklärung. Auch das Bündnis "Block G8" wird sich über seinen Presseverteiler und über Mailinglisten an die Öffentlichkeit wenden. Die zahlreichen Organisationen von Gewerkschaftsjugend bis Junge Grüne, die den Aufruf "Block G8" unterstützt haben, sollen aufgerufen werden, über ihre Kanäle auf diesen Kriminalisierungsversuch aufmerksam zu machen und die Einstellung des Verfahrens zu fordern. Es wird in ersten Einschätzungen als völlig überzogen und unverhältnismäßig beurteilt. Ob der Vorwurf eines angeblichen Aufrufs zu Straftaten haltbar ist, dürfte mehr als fraglich sein. Die Bonner Hausdurchsuchung wegen des G8-Blockadekonzepts ist ein bundesweit einmaliger und bisher beispielloser Fall. Daher gilt es, jetzt auch umgehend und massiv gegen die Vorwürfe vorzugehen - wir lassen uns nicht einschüchtern. Lokal bereiten Bonner Gruppen und Organisationen ebenfalls eine Pressemitteilung vor. Unterstützend wollen Bündnis '90/Die Grünen Bonn u.a. protestieren und sich solidarisch erklären. Bonner Aktive treffen sich täglich um 19.00 Uhr im Oscar-Romero-Haus, Heerstr. 205, zur weiteren Begleitung des Falls. Kontakt und weitere Infos über kontakt at antiatombonn.de. [http://www.antiatombonn.de] -------------------------------------------------------------------------------- Guantánamo in Deutschland: Unmenschlicher Umgang mit Beschuldigten Bündnis für die Einstellung des § 129a-Verfahrens Pressemitteilung, 21. August 2007 Beschuldigte im § 129a-Verfahren wurden bei ihrer Festnahme krankenhausreif geprügelt und wie Guantánamo-Häftlinge behandelt. Sonderhaftbedingungen in der JVA Moabit erinnern an Isolationshaft. Am 31.07.2007 verhaftete das BKA Oliver R., Axel H. und Florian L., nachdem sie versucht haben sollen, drei Lastkraftwagen der Bundeswehr in Brand zu setzen. Wie erst jetzt bekannt wurde, kam es in diesem Zusammenhang zu schweren Übergriffen bei der Verhaftung durch das BKA. Weiterhin unterliegen die Beschuldigten extremen Haftbedingungen. Mit dem Sack über dem Kopf auf der Straße Wie über die Anwälte bekannt wurde, erfolgte die Verhaftung der Drei nach dem Vorbild schlechtester B-Movie-Action. Einem blitzartigen Überfall gleich wurde die Straße blockiert und das Fahrzeug abrupt zum Stehen gebracht. Dann wurden die Scheiben eingeschlagen und die Insassen durch die herausgebrochenen Fensterscheiben nach draußen gezerrt. Dabei kam es zu Schnittverletzungen an verschiedenen Körperstellen. Durch seinen Anwalt wurde bekannt, dass Florian L. angeschnallt sitzend schwer verprügelt wurde und Prellungen und Schwellungen im Gesicht und an den Rippen erlitt, die später ambulant behandelt werden mussten. Den Verhafteten wurden Säcke über die Köpfe gezogen, alle drei wurden in dünne, weiße Plastik-Overalls gesteckt und sie mussten gefesselt über einen langen Zeitraum auf der Straße liegen. Am nächsten Tag wurden die drei und der später festgenommene Sozialwissenschaftler Dr. Andrej H. mit großer medialer Inszenierung im Helikopter nach Karlsruhe geflogen. Oliver R. und Axel H. wurden in den zwischenzeitlich zerrissenen Anzügen dem Haftrichter in Karlsruhe vorgeführt und erst nach Beschwerden der Anwälte bekamen sie normale Kleidung. Isolationshaftbedingungen Obwohl keiner der Beschuldigten vorbestraft ist und alle in stabilen sozialen Verhältnissen leben, verhängte der Richter am Bundesgerichtshof Untersuchungshaft mit Sonderhaftbedingungen. Die Gefangenen sind einzeln und von anderen Gefangenen isoliert 23 Stunden alleine in einer 6-8 m2 großen Zelle nebst Toilette und Waschbecken mit kaltem Wasser untergebracht, deren hygienischer Zustand deutlich zu wünschen übrig lässt. Mindestens einem der Gefangenen wurde außerdem während der gesamten ersten Woche der Zugang zu den Duschen verwehrt, da die Anstaltsleitung der JVA angeblich seine Isolierung in den Waschräumen nicht hätte gewährleisten können. Zu den Isolierungsmaßnahmen gehört weiterhin, dass selbst die Anwälte nur durch eine Trennscheibe mit ihren Mandanten reden können. Letzten Donnerstag wurde Axel H. erstmalig Familienbesuch im Beisein von drei BKA-Beamten genehmigt. Das dortige Szenario als Besuch zu titulieren ist blanker Hohn und hat dem Recht des siebenjährigen Sohnes seinen Vater zu besuchen in keinerlei Art und Weise Rechnung getragen. Der Junge und die Mutter des Kindes saßen an einem breiten Tisch und eine ca. 30 cm hohe Glasscheibe unterband jegliche Möglichkeit für eine herzliche Begrüßung. Neben Axel H. saß auf jeder Seite ein BKA-Beamter, ein weiterer platzierte sich direkt neben seinem Sohn. Dem Sohn wurde nicht gestattet, seinen Vater zu umarmen oder zu berühren. Von dieser Situation derart eingeschüchtert hat der Siebenjährige keinen Ton herausgebracht. Wir fordern die sofortige Entlassung der Gefangenen aus der Untersuchungshaft, die Einstellung des Verfahrens nach § 129a und die Abschaffung der §§ 129, 129a und 129b. Bündnis für die Einstellung des § 129a-Verfahrens Termin: Kundgebung: 22. August um 18 Uhr vor der JVA Moabit, Alt-Moabit 12a, Nähe Hauptbahnhof Bündnis für die Einstellung des § 129a-Verfahrens c/o Haus der Demokratie und Menschenrechte e.V. Greifswalder Straße 4 D-10405 Berlin Deutschland einstellung [at] so36.net Weitere Informationen bekommen Sie unter http://einstellung.so36.net/ oder unter der Telefonnummer: 01577-4300652 oder über die Rechtsanwälte: Christina Clemm Tel. Nr.: 030-25293336 Thomas Herzog Tel. Nr.:030 - 6942622 Wolfgang Kaleck Tel. Nr.: 030-44679218 -------------------------------------------------------------------------------- IL: Wenn der Staub sich legt oder: Der richtige Zeitpunkt ist entscheidend Die Interventionistische Linke zu einigen Aspekten der Anti-G8-Mobilisierung Auch wenn die Vielfalt sozialer Kämpfe prinzipiell keine bestimmbare Grenze hat, verdichten sich Revolten und Alternativen stets in besonderen Auseinandersetzungen. Für die Interventionistische Linke (IL) war die Beteiligung an den Protesten gegen den G8-Gipfel von Heiligendamm das erste große und gemeinsame Projekt. Mit allen anderen Spektren der Bewegung haben wir den Kadern der herrschenden Klasse kräftig in die Propagandasuppe gespuckt. Der Gipfel von Heiligendamm wird in Deutschland sicherlich der letzte dieser Form gewesen sein: noch einmal 100 Mio. Euros, nur um über das Wetter zu reden? Vielen ist heute deutlicher, dass das G8-Projekt welthistorisch nichts mehr reißen wird, dass der vom Sozialkrempel aus Zeiten der Systemkonkurrenz befreite Kapitalismus jetzt einfach macht, was er am besten kann: die von ihm beherrschten Gesellschaften immer wieder ordentlich durchrütteln, Kriege führen und ganze Kontinente verwüsten - das volle Programm. So hat Heiligendamm seinen Teil zum wachsenden Hegemoniedefizit der Großen Koalition und ihres Oppositionspendants beigetragen: fast 50 Prozent der Leute halten sich diffus für "links", nur noch 10 Prozent meinen, die SPD sorge sich "um Gleichheit in der Gesellschaft". Das ist erfreulich, auch wenn wir nicht vergessen, dass 80 Prozent schon "mit der Arbeit von Bundespräsident Köhler zufrieden" sind, wenn der ab und an den eigenen Politikbetrieb anblafft. Wer mit wem und wie Im Folgenden reden wir von uns und unseren eigenen Erfahrungen. Wir tun dies zur Selbstverständigung und weil wir von allen Seiten dazu aufgefordert werden. Von denen, denen wir nicht "friedlich" genug waren und für die wir "ordnungspolitisch" versagt haben. Von denen, die uns umgekehrt für "Abwiegler" halten. Von denen nicht zuletzt, mit denen wir in der zweijährigen Mobilisierung und vor Ort erfolgreich und solidarisch zusammengearbeitet haben. Auch wenn andere sich längst gemeldet haben, kommt unsere Einschätzung der Protesttage nicht zu spät. Tatsächlich sind wir mit unserer Diskussion längst nicht am Ende, haben damit erst begonnen. Das ist nicht relativierend gemeint, sondern unterstreicht den fragmentarischen Charakter unserer Äußerungen: die Anti-G8-Mobilisierung war schließlich der erste Praxistext unseres Projekts einer interventionistischen Linken. Der für uns entscheidende Maßstab der Kritik ist die Orientierung auf eine Politik, die von links her auf gesellschaftlich relevante Interventionen in (die Doppelung ist gewollt) gesellschaftlich relevante Auseinandersetzungen zielt. Dazu bedarf es einerseits offener und breiter Bündniskonstellationen und andererseits einer Zuspitzung gesellschaftlicher Konflikte in antagonistischer Perspektive. Der Anti-G8-Protest war die seit Jahren die größte Mobilisierung der radikalen Linken in Deutschland. Gemeinsam mit moderaten Linken und mit GenossInnen und AktivistInnen aus anderen Ländern haben wir den Gipfel effektiv blockiert und mit der Demonstration, in den Camps und während der Aktionstage eine rebellische Welt lebendig werden lassen: Globalisierungskritik wurde Massenpraxis. Staatstragende Meinungsmache und gezielte Repression wollten das schon im Vorfeld verhindern. Eingetreten ist das Gegenteil: die bundesweiten Hausdurchsuchungen nach § 129a ("Gründung einer terroristischen Vereinigung zur Verhinderung des G8-Gipfels") stärkten die kämpferische Ausrichtung der Bewegung. Dabei blieben die Polizeiübergriffe kein Privileg der Rostocker Samstagsdemonstration. Trotz des medialen Versuchs, die "Friedfertigkeit" der Blockaden gegen die Demonstration auszuspielen, kam es zu den meisten Schwerverletzten nicht am Samstag, sondern am Donnerstag, als die Polizei die AktivistInnen am Westtor des Sicherheitszaunes mit Knüppeln, CS-Gas und Wasserwerfern angriff. Hunderte saßen tagelang in den Hundezwingern der Staatsgewalt, auch nach Rostock kam es zu Hausdurchsuchungen. Nicht zu vergessen schließlich der tendenziell übergeschnappte Polizeichef, der zur militärischen Luftaufklärung mal eben Bundeswehr-Tornados über das Camp in Reddelich schickte. Der 2. Juni Unbemerkt blieb beinahe, dass die Rostocker Demonstration am 40. Jahrestag der Erschießung Benno Ohnesorgs statt fand - symbolisches Datum für den Aufbruch einer emanzipatorischen Linken, materieller Beleg aber für die Bereitschaft der Polizei, gegen "Staatsfeinde" mit allen Mitteln vorzugehen. Wie werden wir (und nicht nur wir) den 2. Juni 2007 erinnern, der schon deshalb zum Erfolg wurde, weil an der Demonstration 80.000 Menschen teilnahmen? Umstritten sind die als solche längst bekannten Geschehnisse am Stadthafen: ein zerstörtes Polizeiauto, Steinwürfe, die auch eigene Leute trafen, Bullenangriffe, die zurückgeschlagen wurden, DemonstrantInnen, die genervt oder verängstigt weg gingen. Gedeutet wird all' das in einer Vielzahl von Geschichten. Geschichten von Desorientierung und Übermut, Ohnmacht und Kollektivität, Freude und Angst. Für die einen sind es die "Krawalle von Rostock", für die anderen der Tag, an dem die Bullen mal wieder rennen mussten und die Staatsmacht für einen Moment die Kontrolle verlor. Für die einen hat der "Schwarze Block" die Polizei angegriffen, für andere die Polizei provozierend angefangen und die passende Antwort bekommen. Und für wieder andere sind klirrende Schaufester bei einem solchen "Großereignis" eine notwendige Bildstörung, ob man das nun schätzt oder nicht. Sichtweisen und Geschichten, die weit auseinander klaffen und sich zu einem guten Teil auch widersprechen. Die Diskussion durchzieht und polarisiert auch die IL. Um es zugespitzt und provozierend zu sagen: Wir sind "Krawallanten" und "Abwiegler" in einem, sind der Schwarze Block und die Deeskalationscombo. Unsere teils widersprüchlichen Aussagen und unsere Fehleinschätzungen müssen auch vor diesem Hintergrund gelesen werden. Wir waren eine gewichtige Stimme in der Demoleitung und wollten mit dem offenen Make capitalism history-Block die Vielfalt unseres Zusammenhangs präsentieren, als gemeinsame Initiative für eine linksradikale, weil antagonistische Strömung im breiten Bündnis des Anti-G8-Protestes. Keine Frage, dass wir die gemeinsame Absprache des Vorbereitungskreises trugen und unterstützten, nach der Auseinandersetzungen auf der Demonstration vermieden werden und von uns deswegen auch keine Angriffe ausgehen sollten. Die unmissverständliche Zustimmung zum Bündniskonsens schloss ein, dass wir immer gesagt haben, im Fall von Angriffen der Polizei auf militante Gegenwehr nicht zu verzichten. Keine Zusage trafen wir über Kleiderregeln. Obwohl es keinen Beschluss gab, uns zu vermummen, haben das viele von uns getan: eine Abstimmung mit den Tüchern, die, das müssen wir auch feststellen, anziehend und ausgrenzend zugleich wirkte, auch für einige von uns. Keine Frage nun aber auch, dass sich GenossInnen aus dem Block Make capitalism history bewusst für Steine entschieden haben. Wir sind nun allerdings nicht der Generalvertreter aller Linksradikalen, auch wenn das viele im Bündnis meinten. Das eigentliche Problem am Rostocker 2. Juni bestand für uns dabei nicht darin, dass es überhaupt Auseinandersetzungen mit der Polizei gab, dass Scheiben klirrten und Steine flogen. Problematisch war, dass jedenfalls für eine bestimmte Zeit keiner der Akteure "das Ganze" im Blick behielt: die Reihen geschlossen zu halten und die Demonstration auch gegen die Staatsgewalt zu Ende zu bringen. An einer Stelle fand ein nettes Konzert statt und an anderer Stelle flogen die Fetzen. Statt die Reihen zu schließen, wurde der KAVALA und ihren Hundertschaften immer wieder die Gelegenheit gegeben, brutal in die Demo reinzugehen, während sich andere schon zu dieser Zeit mit wohlfeiler Distanzierung und Verharmlosung der Polizeigewalt in Szene setzten. Besonders bitter für uns, dass auch einige von uns öffentlich (und andere in weniger öffentlichen Diskussionen) bruchlos in die Distanzierung einstimmten. Im Ergebnis fehlte uns in der einen Situation die Wachsamkeit und in der anderen der kühle Kopf. So ist eine Demo eben erst nach der Abschlusskundgebung zu Ende. Doch lösten sich, als unser Block am Stadthafen ankam und dem entgegenkommenden zweiten Zug begegnete, die Demospitze und auch ein Großteil unserer Reihen auf, obwohl eine polizeiliche Reaktion auf den demolierten Einsatzwagen nicht ausgeschlossen war. Danach brauchten wir viel zu lange, um unsere kollektive Handlungsfähigkeit wieder herzustellen und der Verantwortung für unseren Block und die ganze Demonstration gerecht zu werden. Trotz dieser Selbstkritik bleibt festzuhalten, dass es uns mit vielen anderen zuletzt gelang, zum Schutz der Demonstration Ketten um den Versammlungsplatz zu bilden und damit Fortsetzung und Abschluss von Konzert und Kundgebung zu ermöglichen. A-Anti-Anticapitalista! In den Tagen nach der Großdemonstration setzte sich die vertrauensvolle Zusammenarbeit der letzten Jahre gegen die Abgrenzungsreflexe durch. Dabei waren viele Leute auch aus den IL-Gruppen, aus den Reihen der verschiedenen Bündnispartner und in den Camps zunächst in doppelter Hinsicht verunsichert. Zum einen über die Grundlage, auf der wir uns über Gemeinsames und Trennendes verständigen und Absprachen eingehen, um weiter offensiv handeln zu können. Verunsichert zum anderen über das Verhalten eines Polizeiapparats, der für massive Gewalt gegen DemonstrantInnen weitgehend öffentliche Rückendeckung zu haben schien. Die gemeinsamen Diskussionen waren mitentscheidend, sich nicht entmutigen zu lassen. Dafür war es notwendig und richtig, nicht nur intern, sondern auch öffentlich zu sagen, dass wir die Zuspitzung am Samstag in dieser Form nicht geplant hatten (ein Großteil der Demonstration war noch gar nicht angekommen). Es ist uns jedoch nicht gelungen, deutlich zu machen, dass wir damit eine konkrete Situation kritisierten, ohne uns generell von einer Aktionsform oder gar einem Teil der DemonstrantInnen zu distanzieren. Zwei Beispiele nur. Es war idiotisch, sich nach dem Samstag öffentlich von "den Autonomen" zu distanzieren, schon deshalb, weil wir auch die Autonomen sind. Ebenso idiotisch war, ausgerechnet gegenüber der Springer-Presse kleinbürgerliche Ressentiments zu bedienen und von "einer wilden Mischung aus Hooligans, Jugendlichen aus der Gegend und Leuten aus dem Ausland" zu quatschen. Im Sinne der alten Weisheit des Vorsitzenden Mao, nach der einE jedeR vor der eigenen Haustür kehren und sich zuerst an die eigene Nase fassen soll, waren wir da offenbar selbst von Repräsentationsproblemen getrieben. Im Ergebnis ergab das den scheinbaren Gleichklang eines Distanzierungschors, in dem Tenöre aus anderen Reihen dann nicht einmal davor zurückschreckten, GenossInnen ("Straftäter") bei Bedarf der Polizei ausliefern zu wollen. Bezeichnenderweise waren das dann aber dieselben, die in den folgenden Tagen fassungslos über den Mut und die Entschlossenheit der AktivistInnen staunten. Tausende blieben oder kamen während der Aktionswoche wieder an die Küste. Keine Intrigen und Horrorszenarien konnten das gewonnene Selbstvertrauen in Frage stellen, eine Absage der Blockaden kam gar nicht in Frage. Die Belagerung des Gipfels wurde zum Riesenerfolg - und zum emanzipatorischen Bildersturm: Unzählige AktivistInnen ließen die Robocops rechts liegen, besetzten die Zugangswege vor dem Sperrwall und machten die G8-Show hinterm Zaun für zwei Tage einfach dicht. Dass diese kollektive Selbstermächtigung in ihrer politischen Perspektive über das unmittelbare Ergebnis hinausweisen kann, ahnt der konservative Klasseninstinkt naturgemäß am besten. "Schlimmes ist geschehen", resümierte der Leitartikler der FAZ den "Erfolg von Heiligendamm" und machte folgende Feindmarkierung: "Es geht um Organisationen, die 'begrenzte Regelverletzungen' für legitim halten, diese Strategie geradezu zum Programm erhoben haben und damit in den Rechtsstaat eine Bresche schlagen, die dann diejenigen nutzen, denen es um entgrenzte Regelverletzung, also um schiere Gewalt, geht. Man sollte es in Deutschland wissen: auf die 'Gewalt gegen Sachen' folgt die 'Gewalt gegen Personen', das heißt: der politisch motivierte Mord." Richtig daran ist nicht die zuletzt unterstellte Kausalität als vielmehr der Verweis auf die Bedeutung massenhafter Grenzüberschreitung: die Sachen wieder gemeinsam in unsere Hände zu nehmen, in gesellschaftliche Auseinandersetzungen eingreifen, aus gemeinsamen Erfahrungen Solidarität zu organisieren und gegen Staat und Kapital richten - eine, zwei, viele Breschen schlagen. Mobilisierung des Gemeinsamen Dabei weist die "Choreographie des Widerstandes" noch in einer anderen Perspektive über den unmittelbaren Erfolg hinaus. Sie zeichnete sich vor allem anderen nämlich dadurch aus, dass Demonstration, Aktionstage, Alternativgipfel, Camps und Blockaden ohne die großen Apparate linker Gewerkschaften und Parteien organisiert wurden, die in anderen Ländern Europas dafür "zuständig" sind. Die Gewerkschaften waren, sieht man von wenigen linken Funktionären ab, an den Protesten kaum interessiert, die neue Linkspartei ist jedenfalls aktuell nicht bewegungsorientiert und attac, der größte Akteur neben der radikalen Linken, verfügt über weniger Ressourcen als viele meinten. So entsprang das ganze Geschehen einer Basismobilisierung im besten Sinn des Worts, ohne Sponsoring und Hauptamtliche, gestützt allein auf die Erfahrung und den Einsatz der AktivistInnen selbst. Das bewiesen während der Gipfeltage nicht nur die großartige Camp-AG, sondern im Vorfeld schon die dissent-Infotour und die internationalen linksradikalen Vernetzungstreffen, die europaweit für die Protesttage mobilisierten. Es ging aber auch nicht ohne die Zusammenarbeit aller Teile der Bewegung, die quer zu scheinbar unüberwindlichen Widersprüchen das gemeinsame Handeln in die erste Reihe rückte und von der radikalen über die moderate Linke und attac bis zu einigen NGO's reichte. Das lief nicht ohne harte Kompromisse: Das "Hannoveraner Treffen" ließ nicht mehr zu als eine technische Koordination ohne gemeinsame politische Grundsätze und gemeinsame Kasse. Dabei mussten wir uns als Bewegungslinke eines miesen Klientelismus erwehren, der zugunsten der an der Mobilisierung gar nicht beteiligten Grünen, die Linkspartei unsichtbar machen wollte, und das mit dem Taschenspielertrick einer "parteiunabhängigen Zivilgesellschaft" begründete. Im Vorfeld bereits absurd, war das vor Ort nur noch abgeschmackt: Haben doch gerade Leute aus der LINKEN wesentlich dazu beigetragen, das Demobündnis am Samstagabend zusammen zu halten. Dennoch: Aufs Ganze gesehen funktionierte die Kooperation, stiftete hoffentlich bleibendes Vertrauen und bestätigte derart auch unsere Kritik an der Selbstgenügsamkeit einiger linksradikaler Gruppen und Einzelpersonen. Die kommende Zeit In der Vorbereitung und vor Ort wurde die IL vielfach als ein etablierter Akteur behandelt. Dabei wurden inhaltliche und organisatorische Anforderungen an uns herangetragen, die wir zu diesem Zeitpunkt nur situativ lösen konnten, weil wir über entsprechende Arbeits- und Entscheidungsstrukturen noch gar nicht verfügen, uns über solche nicht einmal einig sind. Diese Entwicklung ein- und nachzuholen, ist die jetzt vor uns liegende Aufgabe. So setzten wir zwar großspurig auf einen erfolgreichen Sprung der Massen und sprachen im Aufruf von 100.000 DemonstrantInnen, waren dann aber von den 20.000 Leuten mehr als beeindruckt, die nach dem Sonntag in den Camps blieben. Beeindruckt waren und sind wir auch davon, dass allein die radikale Linke gut und gerne 15.000 AktivistInnen mobilisieren kann und so viele junge Leute sich mit der globalisierungs- kritischen Bewegung identifizieren. Mit ihnen Orte der Diskussion und Möglichkeiten gemeinsamen Handelns zu schaffen, ist die größte politische Herausforderung, die nicht allein der IL, sondern uns allen gestellt ist. Die Produktion des Gemeinsamen, ihre Netzwerke und Kooperationen und ihre Autonomie können nur Bestand haben, wenn sie zugleich die kollektive Autonomie der sozialen Bewegungen und die Intensität der sozialen Kämpfe stärkt. "63 Prozent der Befragten bezeichnen sich als links, 20 Prozent stufen sich als linksradikal ein", konstatiert das Zentrum für Kindheits- und Jugendforschung der Universität Bielefeld nach der Befragung von 3.576 DemonstrantInnen unter 25 Jahren während der Aktionstage vor Ort. Überrascht hat die Forscher dabei eine Bereitschaft zu "illegalen Aktionen", zu denen sie unter anderem "Angriffe auf Firmeneigentum" rechnen. "Vorsicht bei der Verwahrung von Erfahrungen" sagt Me-Ti in Brechts Großer Methode und verweist darauf, dass Erkenntnisse Schneebällen gleichen. Sie können gute Waffen sein, doch kann man sie nicht lange aufbewahren, schon gar nicht in der Tasche. Der Bruch mit den herrschenden Verhältnissen ist ein gesellschaftliches Projekt auf lange Sicht und zugleich ein Projekt des individuell und kollektiv gelebten Augenblicks. Eine radikale Politik kann ihre Erfahrungen nur ausschöpfen, wenn sie die Einforderungen von Alternativen in Kampagnen, Bündnissen und Bewegungen mit ihrer praktischen Vorwegnahme und Erprobung im eigenen Alltag verbindet. In dieser Perspektive sollten radikale Linke bescheiden sein. Wir stehen noch am Anfang und sind doch längst darüber hinaus. Entsprechend offen ist unsere Zukunft. Wir machen weiter. Interventionistische Linke im August 2007 PS: Im September und Oktober laden wir bundesweit zu Veranstaltungen "100 plus X Tage nach dem G8" ein. Gemeinsam mit den lokalen Netzwerken und Bündnissen wollen wir diskutieren, was nach Heiligendamm bleibt - und was jetzt auf uns zukommt. PPS: Versuchsweise wurde eine Genossin dieser Tage vom VS angeworben. Natürlich hat sie die Zivilen stehen lassen. Wir erwähnen das, weil die Dienste jetzt vermehrt versuchen werden, sich einzukaufen: es tut sich was in der Linken, da will der VS dabei sein. Zum Schluss ein herzlicher Gruß der Solidarität an die vier verhafteten Genossen, die der "militanten gruppe" (mg) angehören sollen; praktischer Antimilitarismus ist prinzipiell eine gute Sache, erst recht in Zeiten deutscher Bundeswehreinsätze. IL-Zusammenhänge treffen sich am 15.9. auf der bundesweiten Demo gegen das imperiale "Afghanistan-Mandat" und eine Woche später, am 22.9., auf der Demo gegen die Kontroll- und Überwachungsgesetze: "Freiheit statt Angst!" Beide Demonstrationen finden in Berlin statt. -------------------------------------------------------------------------------- Saskia Sassen/ Richard Sennett: Das Verbrechen der Soziologie Im Namen der Terrorbekämpfung werden unsere Kollegen verfolgt. KOMMENTAR VON SASKIA SASSEN / RICHARD SENNETT "Terrorismus" hat zwei Gesichter. Es gibt wirkliche Bedrohungen und echte Terroristen, und dann gibt es da noch eine Sphäre namenloser Ängste, vager Verdächtigungen und irrationaler Reaktionen. In Letzterer scheint sich derzeit das deutsche Bundeskriminalamt zu bewegen: am 31. Juli durchsuchte es die Wohnräume und Arbeitsplätze von Dr. Andrej H. und Dr. Matthias B. sowie von zwei anderen Leuten, allesamt in höchst verdächtige Aktivitäten verstrickt - in das Verbrechen der Soziologie. Dr. Andrej H. wurde festgenommen und zum Bundesgerichtshof nach Karlsruhe geflogen, seitdem sitzt er in einem Berliner Gefängnis in Einzelhaft und wartet auf sein Verfahren. Natürlich kann es sein, dass die Polizei über handfeste und nachvollziehbare Beweise verfügt, die sie bislang zurückhält; ihre öffentlichen Verlautbarungen dagegen deuten eher auf eine Farce hin. Dr. B. wird vorgeworfen, er habe in seinen akademischen Veröffentlichungen "Formulierungen und Schlüsselworte" verwendet, die auch von einer militanten Gruppe benutzt würden, darunter solche Worte wie "Ungleichheit" und "Gentrifizierung". Die Polizei hält es für verdächtig, dass es zu Treffen mit deutschen Aktivisten kam, zu denen die Soziologen ihre Mobiltelefone nicht mitbrachten; die Polizei betrachtet dies als Zeichen "konspirativen Verhaltens". Vor dreißig Jahren durchlebte Deutschland eine Konfrontation mit fraglos militanten Gruppen, und diese bleierne Erinnerung hängt der Polizei noch immer nach. Es mag auch so sein, dass es sich bei "Gentrifizierung" um ein wirklich furchtbares Wort handelt. Aber dieses Vorgehen der Polizei scheint mehr nach Guantánamo-Art zu sein, als den Gesetzen echter Geheimdienstarbeit in einer liberalen Demokratie zu folgen. Betrachten wir den unglücklichen Dr. B. doch ein wenig näher. Ihm wird nicht vorgeworfen, irgendwelche aufrührerischen Aufrufe geschrieben zu haben; er scheint nur intellektuell in der Lage zu sein, jene einigermaßen anspruchsvollen Texte zu verfassen, die eine militante Gruppe benötigen könnte. Außerdem verfügt unser Wissenschaftler, als Angestellter an einem Forschungsinstitut, "über Zugang zu Bibliotheken, um dort die Recherchen durchzuführen, die notwendig sind, um Texte für eine militante Gruppe zu verfassen", auch wenn er keine solchen geschrieben hat. Den einzigen unerschütterlichen Tatsachenbeweis, den die Polizei gegen Dr. H. in Händen hält, ist, dass er vor Ort war, als die linksextreme Szene ihren "Widerstand gegen das Weltwirtschaftsforum 2007 in Heiligendamm" auf die Beine stellte. Vielleicht erlag er dem Irrtum, diese Szene lediglich zu studieren, statt den Protest zu orchestrieren? Das ist kein Grund für Briten, geschweige denn für Amerikaner, jetzt in selbstgerechtem Missfallen die Stirn zu runzeln. In der langen, traurigen Geschichte der IRA sind Fantasie und Realität noch viel stärker miteinander verwoben worden. Aber abgesehen davon, dass wir hoffen, dass unser Kollege Dr. H. sobald wie möglich freigelassen wird, wenn er nur verspricht, immer und überall sein Handy mit sich zu tragen, so sind wir doch bestürzt über die Grauzonen zwischen fragilen bürgerlichen Freiheiten und den Verwirrungen staatlicher Macht, die sich in diesem Fall offenbaren. Der liberale Staat verändert sich. In den Sechzigerjahren besaß Deutschland die aufgeklärtesten Gesetze für Flüchtlinge und Asylsuchende in Europa; die USA erließen die feinfühligsten Einwanderungsgesetze in ihrer Geschichte, und Frankreich garantierte allen, die auf seinem Territorium geboren wurden, automatisch die Staatsbürgerschaft, das galt auch für alle Muslime. Heute haben alle diese Länder im Namen des "Kriegs gegen den Terror" ihre Gesetze geändert - der Ausnahmezustand setzt sich durch. Die Gesetze, die gegen echte Gefahren gedacht waren, werden nun ausgelegt, um amorphen Ängsten zu begegnen. Anstelle echter Polizeiarbeit wollen die Autoritäten der Gefahr, die sie fürchten, einen Namen geben - irgendeinen Namen. Der Ausnahmezustand untergräbt die Legitimität von Staaten. Wenn Fälle so verfolgt werden wie dieser, dann läuft eine Regierung Gefahr, ihre Autorität zu verlieren, und beraubt sich damit der Möglichkeiten, wirkungsvoll gegen echte Terroristen vorzugehen. Sollten unsere Kollegen wirklich gefährliche Soziologen sein, dann sollten sie mit rationalen Mitteln strafrechtlich verfolgt werden. Aber, wie in Guantánamo, scheint die Verfolgung an Stelle der Strafverfolgung getreten zu sein. Saskia Sassen lehrt als Soziologin an der Columbia University (USA), Richard Sennett ist Soziologe an der London School of Economics (UK) Übersetzung: Daniel Bax [taz, 22.08.2007] -------------------------------------------------------------------------------- Japan, German police discuss security for G-8 summit in Hokkaido Jorg Ziercke (L), president of Germany's Federal Criminal Police Office, shakes hands with Japan's National Police Agency head Iwao Uruma(r) at the agency in Tokyo on Aug. 13. Ziercke paid a courtesy call on Uruma after senior officials of the German police office and their Japanese counterparts discussed security measures for the Group of Eight summit to be held in July next year at the Lake Toya hot-spa resort area in Hokkaido. (Kyodo Aug. 13 TOKYO, Japan) -------------------------------------------------------------------------------- Japan, German police cooperate on security for G-8 summit in Hokkaido Aug 13 12:37 AM US/Eastern Officials of Germany's Federal Criminal Police Office and Japan's National Police Agency met Monday in Tokyo and agreed to cooperate over the security of the Group of Eight summit to be held in July next year at the Lake Toya hot-spa resort area in Hokkaido, NPA officials said. The Japanese and German police agreed to exchange information on the latest trends regarding anti-globalization organizations and other extremists groups in Europe, the officials said. Japan's NPA and Hokkaido prefectural police officials in charge of summit security will be sent to Germany to step up the information exchanges, they said. Germany hosted this year's G-8 summit in June in the Baltic resort of Heiligendamm. Protestors from anti-globalization and other groups staged rallies during the summit, with some turning violent and clashing with police causing many injuries. Jorg Ziercke, president of the Bundeskriminalamt, or BKA, and other senior officials plan to visit Tuesday the venue of the G-8 summit, Windsor Hotel Toya Resort & Spa, which stands atop a 600-meter mountain overlooking Lake Toya. Senior officials of the NPA Security Bureau had discussions with officials Monday about the location of the venue and their security plans, as well as how to best guard the G-8 leaders against any intrusions by such anti-globalization groups. The Japan-hosted summit, to be held on July 7-9 next year, will be attended by leaders from Britain, Canada, France, Germany, Italy, Japan, Russia and the United States. After the meeting, Ziercke had talks with NPA Commissioner General Iwao Uruma. -------------------------------------------------------------------------- Gipfelsoli Infogruppe Newsletter mit Nachrichten über Mobilisierungen, Debatten und Repression im Zusammenhang mit Gipfelprotesten. Die AutorInnen der Beiträge sind mit eckigen Klammern versehen. Wir können leider keine Verantwortung für die Richtigkeit der Beiträge übernehmen. Auch geben sie nicht zwangsläufig unsere Meinung wieder. Mehr Infos und Texte sowie ein Archiv des Newsletters unter www.gipfelsoli.org. Kontakt, Kritik, Beiträge: gipfelsoli at nadir.org gipfelsoli mailinglist subscribe - unsubscribe: https://lists.nadir.org/mailman/listinfo.cgi/gipfelsoli-l -------------------------------------------------------------------------- ================================================== 19 Schweden: Nordlicht für Irak-Flüchtlinge WADI Austria ================================================== Schweden: Nordlicht für Irak-Flüchtlinge 23.08.2007 | 18:20 |  THOMAS SEIFERT (Die Presse) Kein anderes Land in der Europäischen Union hat mehr irakische Flüchtlinge aufgenommen. Stockholm. Seit einigen Wochen lebt der Iraker Muttaz Hashami in Göteborg. Er ist über verschlungene Wege - über die er nicht gerne Auskunft gibt - hierher gekommen, nun ist der 33-Jährige ein Asylfall, einer von 20.000 Irakerinnen und Irakern, die heuer in Schweden Asyl beantragen werden. In kein anderes Land außerhalb des Nahen Ostens flüchten mehr Menschen. Muttaz hat zuvor andere Optionen geprüft: Zuerst wollte er nach Syrien oder nach Jordanien. Aber in Damaskus sind bereits ganze Stadtteile voll von Irakern, denen man weder Jobs noch eine Zukunft bieten kann. Also hat er sich nach Schweden durchgeschlagen. Dort hat man ihm eine Wohnung in einer Wohngemeinschaft - zusammen mit anderen Flüchtlingen - angeboten und prüft jetzt seinen Asylantrag. Muttaz hofft auf einen positiven Asyl-Bescheid, er hofft darauf, seine Eltern, seine Frau und die beiden Kinder, die alle noch in Bagdad leben, nach Stockholm holen zu können. Traditionelles Zielland Schweden war schon zu Zeiten Saddam Husseins ein Fluchtpunkt für viele irakische Flüchtlinge - vor allem Kurden kamen damals. 79.200 Iraker leben heute (legal) im Land, die zweitgrößte Gruppe von Ausländern nach den 181.600 in Schweden lebenden Finnen. Das nordische Land hat zudem eine lange humanitäre Tradition. In Skandinavien fehlt jene aufgeregte Hysterie, die andernorts in Europa Migrationsdebatten zu begleiten pflegt. Dem Repräsentanten des UN-Flüchtlingshochkommissariats (UNHCR) in Stockholm, Hans ten Feld, kann das nur recht sein. Der erfahrene UN-Mann aus den Niederlanden referiert trocken die Daten: 2006 wurden 50 Prozent aller Asylanträge von Irakern in der EU in Schweden gestellt. Schon Ende Juni waren 9330 Irakerinnen und Iraker registriert. Die meisten Flüchtlinge bekämen auch entweder einen offiziellen Flüchtlingsstatus oder zumindest ein Bleiberecht. Hans ten Feld ist überzeugt, dass Schweden den Zustrom an Flüchtlingen gut verkraftet: "Ich glaube nicht, dass das sehr dramatisch ist, das kann man hier im Land sehr gut managen." Zuständig für die Versorgung der Flüchtlinge ist die Organisation Migrationsverket. Der Wartesaal im schmucklosen Bürogebäude am Pyramidvägen in Solna, einem Vorort im Nordwesten von Stockholm ist voll mit irakischen Antragstellern. Sie sitzen auf Sessel- reihen und warten geduldig, bis sie zu den Schaltern vorgelassen werden. Migrationsverket kümmert sich um die Asylangelegenheiten, hilft bei der Wohnungssuche, bei der Vermittlung von Sprachkursen und bei der Arbeitssuche. Gleich beim Eingang hängen zwei Plakate: Die Kummernummer von Amnesty International und die Telefonnummer des Flüchtlings-Ombudsmanns in verschiedenen Sprachen. Sicherer Hafen für Christen Mittlerweile haben sich in vielen schwedischen Städten kleine irakische Gemeinden zusammengefunden. Zum Beispiel in der 60.000 -Einwohner-Stadt Södertälje, rund 30 Kilometer südwestlich von Stockholm. 2006 kamen 1000 Iraker hierher, heuer werden über 2000 erwartet. Die Stadt ist vor allem ein Fluchtpunkt für Mitglieder der christlichen Minderheit im Irak - eine Tradition, die in die späten Sechzigerjahre zurückreicht, als viele assyrische Christen aus dem Libanon, Syrien oder der Türkei sich hier niederließen. Auf der Straße hört man Arabisch, es gibt eine chaldäisch- katholische, eine syrisch-katholische und eine syrisch-orthodoxe Kirche, ganz wie früher im Irak. Die meisten Iraker, die es nach Schweden geschafft haben, waren im Irak wohlhabend: Wer kein Geld für Flugticket und Schlepper hat, der einen über die Schengen-Grenze bringen kann, bleibt meist schon in Syrien oder in Jordanien hängen. Doch wer es hierher geschafft hat, hat Aussicht auf eine Zukunft. ("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.08.2007) -- WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit WADI-Österreich e-mail: wadi.wien at gmx.at website: www.wadinet.at Tel.: 0699-11365509 Postfach 105 A-1181 Wien SPENDENKONTO - jeder Euro hilft! Knt. Nr.: 6.955.355 BLZ: 32.000 Raiffeisen Landesbank NÖ IBAN AT4432 0000 0006 955355 BIC (SWIFT) RLNWATWW Wir bitten um Unterzeichnung des Appells an die Österreichische Regierung bezüglich der Aufnahme irakischer Flüchtlinge in der EU: http://www.wadinet.at/Media/Petition/index.php ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< LINKS / VERWEISE / HINWEISE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 20 kanalB.at video: Tallbike Jousting webmaster at kanalB.org ================================================== titel des videoclips: Tallbike Jousting --: - beschreibung: Anläßlich des EKH Haus- und Hoffestes anno 2007 fand am Viktor-Adler-Markt, dem Herzen des 10. Wiener Gemeindebezirks, das erte Favoritner Tall Bike Jousting statt. Ein Sportgroßereignis mit den Spitzenathleten dieser noch jungen Sportart dokumentiert vom Team "K&O" ---: - kategorie: kurzfilm ----: - clipinfo: http://austria.kanalb.org/clip.php?clipId=1858 --------------: - laenge: 9:58 min team: K&O erstellt: 2007-08-14 format: ogg datenmenge: 71 MB -------------: - weitere informationen: http://www.criticalmass.at/55 ----------------: - video-player download: http://austria.kanalb.org/videoplayer.php -----------------: - kanalB ersetzt herkoemmliches fernsehen: http://austria.kanalb.org ================================================== 21 screening im september Flo ================================================== ------------------------------------------------- kanalB.at Screening gegen revisionistische Veteranentreffen 04.09.2007, 20:30 uhr Schikaneder, Margaretenstr. 24, 1040 Wien Am 16. September 2007 treffen sich wieder einmal Veteranen aus Wehrmacht und Waffen-SS auf dem Ulrichsberg in Kärnten. Auch dieses Jahr werden AntifaschistInnen gegegen die revisionistischen Opfermythen, die dort propagiert werden, auftreten. Mehr Infos zu den Protesten: http://www.u-berg.at In unserem Screening wollen wir deshalb Clips und Videos von Protesten gegen das Ulrichsbergtreffen letztes Jahr und aktuelle Clips von kanalb.at präsentieren. Außerdem zeigen wir Clips von den Protesten gegen das Treffen von Wehrmachtsgebirgsjägern in Mittenwald (Bayern). ------------------------------------------------- außerdem wollen wir euch mitteilen, das wir seit einiger zeit einen flash player auf unserer website anbieten. im zuge dessen werden wir alle neuen und sukzessive auch alten clips in ogg theora (einem freien video format) umwandeln, um allen menschen mit den unterschiedlichsten betriebssystemen eine möglichkeit zu geben sich unsere clips anschauen zu können. -- lg, flo ---------------------------- pgpkey: http://kanalB.at/flo_kanalB.asc fingerprint: 63F7 0F87 D8BD B54F 0C88 98BD 1592 D17B D246 4A5D ================================================== 22 Kampagne "Europe for peace" "Rupert Kroesen" ================================================== Europa für den Frieden - Europe for Peace Internationale Kampagne für ein atomwaffenfreies Europa UnterstützerInnen können jederzeit auf der webseite unterzeichnen: www.europeforpeace.eu Erklärung zur Kampagne: Eine der größten Gefahren für unsere Gegenwart und Zukunft liegt in dem neuen internationalen Wettrüsten, insbesondere der unglaublichen atomaren Bewaffnung (ca. 480 Atomraketen in Europa). Eine Situation, die die Bedrohungen des Kalten Krieges mittlerweile um ein Vielfaches übertrifft und es zu einer Frage der Zeit macht, wann und wo sich irreparable Katastrophen ereignen. Die Chancen, die sich am Ende des Kalten Krieges ergeben haben sind mittlerweile vertan und von einem ungebremsten Wettrüsten ersetzt worden. Die militärischen Strategien einer wachsenden Zahl von Staaten werden auch bezüglich dem möglichen Einsatz von Atomwaffen immer offensiver und aggressiver. Europa hat die historische Chance ein positives und inspirierendes Beispiel für alle Länder und Regionen zu sein. Europa hat die Chance eine neue Entspannungs- und Friedenspolitik zu beginnen, die in dieser kritischen Situation wegweisend sein könnte. Wir fordern, dass sich Europa JETZT für eine klare und gewaltfreie Friedenspolitik entscheidet, mit folgenden ersten Schritten: - Atomwaffenfreies Europa: Abzug aller Atomwaffen aus US- amerikanischen oder NATO-Stützpunkten Europas. Vernichtung der französischen und britischen Atomwaffenarsenale. - Offizielle Ächtung aller Atomwaffen durch die EU und ihre Mitgliedsländer - in Übereinstimmung mit dem Urteil des Internationalen Gerichtshofes von1996. - Schluss mit der militärischen Interventionspolitik. Abzug der Truppen aus Krisengebieten und ausschließliche Unterstützung friedlicher Konfliktvermittlung. Der Wunsch nach tatsächlichem Frieden, Überwindung der alten Konfliktformen, nach gewaltfreiem Umgang stammt aus dem Herzen der Bevölkerung und bereits viele Personen (Wissenschaftler, Künstler, Bürger vieler Länder Europas) und Organisationen haben sich diesem Aufruf angeschlossen. Ihre Unterstützung ist uns sehr wichtig! Bitte unterzeichnen Sie diesen Aufruf! Sie können sich mit uns in Verbindung setzen: "Europe for Peace" Koordination Austria Rupert Kroesen 1140 Wien Tel.: 01 419 76 95 Email: rupkroesen at gmx.at Webadresse: http://www.europeforpeace.eu _______________________________ Europe For Peace Koordination Austria Rupert Kroesen 1140 Wien Tel.: 01 419 76 95 email:rupkroesen at gmx.at www.europeforpeace.eu ================================================== 23 Neues von der Arbeiterfotografie Arbeiterfotografie ================================================== Liebe Freundinnen und Freunde, es gibt vier neue Beiträge auf unserer website, auf die wir hinweisen möchten. Sehr wichtig erscheinen uns die Beiträge von Andreas von Bülow zu sein - die kommentierten Bilder von WTC, Pentagon und Shanksville, aber auch die Zusammenstellung der Statements von Sachverständigen, wie sie dem deutschen Sprachraum in der Kompaktheit sonst kaum zur Verfügung steht. Andreas von Bülow: Der 11. September 2001. Bilder zur Meinungsbildung. Augenschein am Tatort. Ein Versuch, dem unbefangenen Beobachter eine eigene Beurteilungsgrundlage zu geben, ob die Rechtfertigung eines Jahrzehnte dauernden Weltkrieges gegen den muslimischen Terror auf Grund der Ereignisse des 11.9.2001 in sich stimmig ist oder auf einem Lügengespinst aufbaut. Kriege beginnen mit Lügen. Sie werden über die Medien verbreitet und zerstören das Urteilsvermögen der Bürger. Diese werden verängstigt und klammern sich mit Mehrheit Schutz suchend an ihre Regierung. Genau dies ist das Ziel der Operation. Der neue Feind wird eingepflanzt. Erste Bürgerpflicht bleibt es, sich gegen die Kriegslügen abzuschotten. Die Dokumentation soll zu Skepsis und gesundem Menschenverstand ermuntern... http://www.arbeiterfotografie.com/galerie/kein-krieg/hintergrund/index-taeter-0030.html Andreas von Bülow: Der 11.9.2001 im Urteil von Sachverständigen Ausgewählte Zitate aus der Homepage der Gruppe 'patriots question 9/11' Ein Beispiel: "Meine Frau und ich verfolgten gebannt vor dem Fernseher das sich entwickelnde Grauen, beobachteten vor allem, wie unbeschädigte Stockwerke des WTC-Südturmes begannen sich nach und nach zur Seite zu neigen bzw. zu drehen in Richtung der Einschlagstelle. Doch plötzlich erstarrte die Drehung, und das, was sich drehte, fing an einzustürzen, wie unter dem Einfluss der Schwerkraft. Der Drehpunkt war nicht länger zu bemerken. Es brach aus mir heraus: 'Mein Gott, sie haben das Gebäude zur Sprengung verkabelt.'" (Mike Hawryluk, Professor Emeritus of Physics and former Division Chairman, Suffolk County Community College, NY) http://www.arbeiterfotografie.com/galerie/kein-krieg/hintergrund/index-taeter-0029.html Ein Buch, das mancher gerne vom Markt nehmen würde Betrachtungen zu Gerhard Wisnewskis Buch 'Verschlußsache Terror. Wer die Welt mit Angst regiert' "Wirr ist die Welt, verwirrend sind ihre Verhältnisse, aber richtig verworren wird es, wenn Wirrköpfe sich einbilden, sie besäßen den Durchblick [...]. Wisnewski ist [...] nicht einmal schlau. Sein neuester Versuch, auf dem Ticket '9/11' in die Bestsellerlisten zu reisen, heißt 'Verschlußsache Terror' und ist von einer derart stupenden Wirrköpfigkeit und sprachlichen Mediokrität, daß man sich als Rezensent durchaus leid tun darf, diesen Schmarren lesen zu müssen. [...] Wenn Sie mich fragen: ab auf den Müllhaufen der Geschichte!" Das ist eine der wenigen Rezensionen zum Buch von Gerhard Wisnewski. Sie entlarvt sich selbst. Wir kennen die Strategie, Autoren, die etwas Substantielles zu den Machtverhältnissen in dieser Welt zu sagen haben, als geistig verwirrt zu verunglimpfen... http://www.arbeiterfotografie.com/galerie/kein-krieg/hintergrund/index-rezension-0035.html Auf den Pfaden der 9/11-Propaganda Besprechung des Buches 'Wie der Dschihad nach Europa kam' von Jürgen Elsässer Jürgen Elsässers Buch erhält zahlreiche Rezensionen. 'Deutschlandfunk', 'Frankfurter Rundschau', 'Neues Deutschland', 'junge Welt', 'Schattenblick', 'Zeitfragen', 'Pfaffenhofener Kurier', 'taz', 'Der Standard', 'Rotfuchs', 'Lübecker Nachrichten', 'Vorwärts' befassen sich mit dem Buch und bewerten es überwiegend positiv. "Dem an brisanten Details der Geschehnisse auf dem Balkan interessierten Leser ist dieses Buch von Jürgen Elsässer sehr zu empfehlen." (Standard) "Vom Balkan ist selten die Rede, wenn es um den 11. September geht, und Elsässer kommt das Verdienst zu, diese Lücke mit einem gut lesbaren Buch geschlossen zu haben." (Frankfurter Rundschau) "Solche Eröffnungen gehen unter die Haut. Es ist das Verdienst Jürgen Elsässers, diese Fakten, das Ergebnis beinahe zehnjähriger journalistischer Recherche, in dieser nachvollziehbaren Buchform zusammengetragen zu haben." (Deutschlandfunk) "Spannend wie ein Thriller." (junge Welt) Im 'Freitag' erscheint ein Vorabdruck. Doch lesen wir selbst... http://www.arbeiterfotografie.com/galerie/kein-krieg/hintergrund/index-rezension-0034.html Neue Foto-Reportagen: Köln, 6.8.2007 Aktion zum Gedenken an die Atombombenabwürfe von Hiroshima und Nagasaki Köln, 5.8.2007 Einweihung des Gedenksteins 'Atomwaffen abschaffen' im Hiroshima-Nagasaki-Park  Berlin, 4.8.2007 Aktion für die Freilassung von vier angeblichen Mitgliedern der 'militanten Gruppe', die unter Berufung auf §129a (Bildung einer terroristischen Vereinigung) in Moabit inhaftiert sind Krefeld, 21.7.2007 Nazi-Aufmarsch und der Protest dagegen  Frankfurt, 7.7.2007 Nazi-Aufmarsch und der Protest dagegen  Köln, 16.6.2007 Pro-Köln-Aufmarsch gegen den Bau einer Moschee und der Protest dagegen  Berlin, 16.6.2007 Vereinigungsparteitag 'Die Linke' Berlin, 15.6.2007 Die letzten Parteitage von PDS und WASG Köln, 7.6.2007 Solidarität von Teilnehmern des evangelischen Kirchentags mit dem Protest gegen G8-Gipfel in Heiligendamm Heiligendamm, 7.6.2007 Protest gegen G8-Gipfel in Heiligendamm - Blockade des Westtors hinter Bollhagen  Heiligendamm, 6.6.2007 Protest gegen G8-Gipfel in Heiligendamm - Marsch in die verbotene Zone  Heiligendamm, 5.6.2007 Protest gegen G8-Gipfel - Aktion bei Weitendorf anläßlich der Ankunft von US-Präsident Bush auf dem Flughafen Rostock-Laage  Heiligendamm, 5.6.2007 Protest gegen G8-Gipfel - Aktionen gegen Krieg, Militarisierung und Folter  Heiligendamm, 4.6.2007 Protest gegen G8-Gipfel - Aktionstag Flucht und Migration  Heiligendamm, 3.6.2007 Protest gegen G8-Gipfel - Demonstration gegen globale Landwirtschaft und Ausbeutung der Kleinbauern  Rostock, 2.6.2007 Protest gegen G8-Gipfel in Heiligendamm http://www.arbeiterfotografie.com/reportage Weitere Reportagen in Kürze. Für ergänzende Information, Kritik und Anregungen zum Thema sind wir jederzeit aufgeschlossen... Mit besten Grüßen Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann   Arbeiterfotografie - Forum für Engagierte Fotografie   Anneliese Fikentscher   Andreas Neumann   Merheimer Str. 107   D-50733 Köln   Tel: 0221/727 999   Fax: 0221/732 55 88   eMail: arbeiterfotografie at t-online.de   Web: www.arbeiterfotografie.com 80 Jahre Gegenwind. Arbeiterfotografie 1927 - 2007. Erfurt 26. - 28. Oktober 2007. Wir freuen uns über Spenden (ab 20 Euro gegen steuerabzugsfähige Spendenquittung). Arbeiterfotografie e.V., Postbank Hamburg, BLZ 200 100 20, Kto. 101 656-203, Stichwort '80 Jahre' ================================================== 24 In eigener Sache: akin-Website offline, Notfall-Mirror installiert "akin" ================================================== ********************************************************** akin-Pressedienst. Aussendungszeitpunkt: Samstag, 25.August 2007; 18:28 ********************************************************** In eigener Sache: akin-Website offline Notfall-Mirror installiert Aufgrund von Problemen mit unserem Webprovider ist derzeit die Original-akin-Site im Web nicht erreichbar. An der Behebung des Schadens wird gearbeitet, allerdings liegen diese technischen Probleme außerhalb des Bereichs der Redaktion. Von diesen Problemen ist allerdings nur die Website betroffen, nicht aber der akin-Pressedienst, die Selbstausdruckgabe sowie Produktion und Versand der Papierausgabe. Die erste akin nach der Sommerpause wird daher voraussichtlich problemlos am 28.August 2007 erscheinen. Die Webausgabe ist derzeit nur über einen nicht voll funktionsfähigen Mirror unter http://download.tscheh.priv.at/akin/ erreichbar. Ebenso sind sie großteils über den Google-Cache erreichbar. Dort können akin-Artikeln nachgelesen werden, wenn man nach dem Suchbegriff "site:akin.mediaweb.at" (ohne Anführungszeichen) eintippt und dann eben nicht auf den Artikellink klickt, sondern darunter auf: "Im Cache". Wir bitten um Verständnis. *Die Redaktion* *************************************************** Der akin-pd ist die elektronische Teilwiedergabe der nichtkommerziellen Wiener Wochenzeitung 'akin'. Texte im akin-pd muessen aber nicht wortidentisch mit den in der Papierausgabe veroeffentlichten sein. Nachdruck von Eigenbeitraegen mit Quellenangabe erbeten. Namentlich gezeichnete Beitraege stehen in der Verantwortung der VerfasserInnen. Ein Nachdruck von Texten mit anderem Copyright als dem unseren sagt nichts ueber eine anderweitige Verfuegungsberechtigung aus. Der akin-pd wird nur als Abonnement verschickt. 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In der konstituierenden Sitzung dieser Arbeitsgruppe am 24.07.2007 wurden Stellungnahmen sämtlicher Teilnehmerorganisationen erbeten. Das RKL hat seine Stellungnahme am 20.08.2007 abgegeben, in der es die Aufhebung des Eheverbotes und die vollständige Gleichstellung bei der Adoption von Kindern fordert. Die Stellungnahme zum Download: http://www.rklambda.at/News/index.htm Das 1991 gegründete Rechtskomitee LAMBDA (RKL) arbeitet überparteilich und überkonfessionell für die umfassende Verwirklichung der Menschen- und Bürgerrechte gleichgeschlechtlich l(i)ebender Frauen und Männer. In seinem Kuratorium vereinigt es so prominente Mitglieder wie Bundeskanzler Dr. Alfred Gusenbauer, NRPräs. Mag. Barbara Prammer, die vormalige Justizministerin Mag. Karin Gastinger, Präs. NRAbg.a.D. Peter Schieder, Volksanwältin Mag. Terezija Stoisits, den Generaldirektor für öffentliche Sicherheit Dr. Erik Buxbaum, die Präsidentin der Vereinigung der österreichischen Richterinnen und Richter Dr. Barbara Helige, die Vizepräsidentin der Rechtsanwaltskammer Wien Dr. Elisabeth Rech, den Vorstandsvorsitzenden der D.A.S.-Rechtsschutzversicherung Dr. Franz Kronsteiner, den Präsidenten des Weissen Rings Dr. Udo Jesionek, den Generalsekretär von Amnesty International Österreich Mag. Heinz Patzelt und die bekannten Menschenrechtsexperten Dr. Lilian Hofmeister und Univ.-Prof. Dr. Manfred Nowak, die Verfassungsexperten Univ.-Prof. Dr. Christian Brünner, Univ-Prof. Dr. Bernd-Christian Funk, Univ.-Prof. Dr. Heinz Mayer und Univ.-Prof. Dr. Ewald Wiederin, den renommierten Kinder- und Jugendpsychiater Univ.-Prof. Dr. Max Friedrich und die Kinder- und JugendanwältInnen von Wien DSA Monika Pinterits und Dr. Anton Schmid, die Sexualwissenschafter Univ.-Prof. Dr. Josef Christian Aigner, Prof. Dr. Rotraud Perner und Mag. Johannes Wahala, den Theologen Univ.-Prof. Dr. Kurt Lüthi, Life- Ball-Organisator Gery Keszler, Entertainer Günter Tolar u.v.a.m. Das 15jährige Bestehen des Rechtskomitees LAMBDA (RKL) wurde über Einladung von NRPräs. Mag. Barbara Prammer am 2. Oktober 2006 mit einem historischen Festakt im Nationalratssitzungssaal des Parlaments in Wien gefeiert. Dieser weltweit ersten Ehrung einer homosexuellen Bürgerrechtsorganisation in einem nationalen Parlament wohnten unter den über 500 TeilnehmerInnen auch höchste RepräsentantInnen aus Justiz, Verwaltung und Politik bei. _______________________________________________ Widerstand mailing list Widerstand at no-racism.net http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/widerstand ================================================ C) EDITORIAL ================================================ Für den Inhalt verantwortlich: Ihr. E-Mail-Adresse für Beiträge: widerstand at no-racism.net geschickt. widerst at nd MUND und alle Termine täglich aktualisiert im Web: http://www.no-racism.net/MUND Ziel von MUND (medienunabhängiger Nachrichtendienst) ist die unzensurierte und möglichst rasche Information über gesellschafts- politisch relevante Termine. Hinweise und Diskussionsbeiträge zu Widerstand und Antirassismus sowie verwandte Themen sollen einen Titel, Namen und Emailadresse der/des AutorIn enthalten und möglichst kurz und prägnant gehalten sein, ev. mit Hinweis, wo weitere Informationen eingeholt werden können. Bitte keine Attachments! Die inhaltliche und sachliche Verantwortung liegt bei der/dem jeweiligen AutorIn bzw. jenen, die uns die Beiträge schicken. Der MUND wird von einzelnen TagesredakteurInnen zusammengestellt. Da Fehler nicht ausgeschlossen sind, bitten wir, nicht veröffentlichte Beiträge nochmals an widerstand at no-racism.net zu senden. Die Weiterleitung (auch auszugsweise) ist erwünscht. Beiträge mit rassistischen oder sexistischen Inhalten werden nicht veröffentlicht. Sehr persönliche Meldungen werden wir an den betreffenden Adressaten weiterleiten, aber nicht im MUND veröffentlichen. Die bisherigen Ausgaben sind unter http://www.no-racism.net/MUND archiviert. Terminankündigungen bitte nach folgender Vorlage: * Wann: Sonntag, 11.11.2001, 11:11 Uhr * * Was: Maskenball: Motto "Schwarzblau ist die Haselnuss" * * Wo: Villa Morgenrot, Grüner Anger 42, 2001 Wendendorf * * Kommentar: Anreise per Anhalter. Maskenzwang. Ende nie. Aber kurz und prägnant.* Die Rubrik "Redaktionelles" am Ende der Ausgabe ist u.a. eine Konsequenz aus der Notwendigkeit, sexistische, antisemitische und rassistische Beiträge nicht zu veröffentlichen, ohne jedoch stillschweigend Zensur zu üben. Hier wird - in anonymisierter Form - auf angehaltene Beiträge hingewiesen und eine kurze Begründung der Tagesredaktion für die Nichtaufnahme geliefert. (Weitere Gründe einen Beitrag nicht aufzunehmen sind z.B.: Attachments, kein erkennbarer Bezug zu den breit gestreuten Themen des MUND, Werbesendungen, sinnlose Kettenbriefe.) Die AbsenderInnen der betroffenen Beiträge werden hiervon informiert. Im Sinne einer "gläsernen Zensur" könnt ihr Euch die Beiträge gerne extra schicken lassen: Ein kurzes Mail an widerstand at no-racism.net genügt. ================================================ D) VERTEILERLISTE ================================================ Zur Eintragung in diesen Verteiler bitte direkt subskribieren unter http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/analle oder von der einzutragenden Adresse aus ein mail schicken an: admin at no-racism.net mit folgendem Text: subscribe no-racism Bitte wegen Automatisierung diesen Wortlaut verwenden! Zur Austragung aus dieser Liste bitte an aus Einsendungen an zusammengestellt. Bitte keine Attachments! (werden nicht angenommen) Für diese Ausgabe nicht aufgenommen: zwei veraltete Terminankündigungen Redaktionsschluss für diese Ausgabe: 22:00 Uhr III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III widerst at nd-MUND is powered by http://alt.strg.at/ From analle at no-racism.net Thu Aug 30 09:51:51 2007 From: analle at no-racism.net (=?iso-8859-1?q?MUND=3A_medienunabh=E4ngiger_Nachrichtendienst?=) Date: Thu, 30 Aug 2007 09:51:51 +0200 Subject: widerst@nd! - MUND: Donnerstag, 30.08.2007 Message-ID: <010b01c7eada$a10ecba0$79678d5b@laptop> widerst at nd MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst Donnerstag, 30.August 2007 Medieninhaberinnen & Medieninhaber seid Ihr www.no-racism.net/mund ================================================ A) INHALT ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN, ANKÜNDIGUNGEN UND VERANSTALTUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ============================================== 01 identities-PREVIEW von VIER MINUTEN im VOTIV KINO von office at identities.at ============================================== 02 16.10. Premiere STERMANN & GRISSEMANN von PRESSE RABENHOF ============================================== 03 Einladung zur Pressekonferenz: Homosexuelle Initiative (HOSI) Wien zum bevorstehenden Besuch des Papstes in Österreich von Homosexuelle Initiative (HOSI) Wien ============================================== 04 ASt-Veranstaltung 31.8.: Die Talfahrt an den Börsen und ihre Hintergründe von ASt-LFI ============================================== 05 Veranstaltungshinweis von infoladen wels ============================================== 06 KPÖ/Infoladen Wels/Dunkelheit-Festival/Rechtsextremismus/Musikszene von KPÖ ============================================== 07 Termine ab Mittwoch, den 29.August 2007 von akin ============================================== 08 ASt - Demonstration gegen den Papst-Besuch am Freitag,7.9. von ASt-LFI ============================================== 09 Radio Stimme - 30.08 von Initiative Minderheiten Newsletter ============================================== 10 [ZARA-presse] Bitte vormerken: 6.9., 18h von Verein ZARA - Presse ============================================== 11 Rechts? Ausgezeichnet! - Der Leopold Stocker Verlag und das steirische Landeswappen > Radio Stimme - 30.08 von Radio Stimme ============================================== 12 AUFopenhouse diesmal am 2. Samstag: 8.September 2007ab 14 Uhr von AUF ============================================== 13 CROPfm - Newsletter: Der Klimawandel und seineUrsachen [31.08.2007] von Tarek Al-Ubaidi ============================================== 14 Multikulturelles Straßenfest in Simmering von Alois Reisenbichler - Stadtteilzentrum Simmering ============================================== 15 9.-11.9: Wofür arbeiten? Wovon leben? von Zukunfts- und Kulturwerkstätte - Newsletter ============================================== 16 Buch von Grigat über Marx, Emanzipation & Antisemitismus von Cafe Critique ============================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN UND MEINUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ============================================== 17 Islam. Glaubengem. Empört über Bauverbot von Moscheen von Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen ============================================== 18 breaking space-news: neuerliche invasion aus dem all von Rosa Antifa Wien ============================================== 19 ACUS gegen US-Raketenabwehrsystem von Alois Reisenbichler - Stadtteilzentrum Simmering ============================================== 20 GLB/Teilzeitarbeit/Kinderbetreuung/Arbeitszeitverkürzung von GLB ============================================== 21 KPÖ/Raketenabwehr/Abrüstung/Neutralität von KPÖ ============================================== 22 [kanalb.at] kanalB.at video: Hintergründe des Nazianschlags in Bern von webmaster at kanalB.org ============================================== 23 ACUS: Haider missbraucht Christentum fuerislamfeindliche Hetze von Alois Reisenbichler - Stadtteilzentrum Simmering ============================================== 24 KPÖ/Studiengebühren/Abschaffung von KPÖ ============================================== 25 USA/Moderne Zeiten: Police America Act 2007 von akin ============================================== 26 Kommentar der Anderen: Der "Schwarze Block" - einmedienstarkes Phaenomen von akin ============================================== 27 WWWebtips: Ulrichsberg, Demokratie, Anarchia von akin ============================================== 28 Verarmung/Initiativen: Texte gesucht von akin ============================================== 29 Letzte Worte/Deren Heer: Weicheier aus dem Schulbus von akin ============================================== 30 Neue ASt-Broschüre: Die Rolle der Ausbildung im Kapitalismus von ASt-LFI ============================================== 31 GLB/Gemeindebedienstete/Gehaltsforderung von GLB ============================================== 32 [gajwien] suspect 15 - freiraum! selbstbestimmt! von GAJ Wien ============================================== 33 Presseinformation der HOSI Linz: 30.08.2007/Gegen Leondinger Städtepartnerschaft mit Treviso von HOSI Linz ============================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< G8/GIPFELSOLI & INTERNATIONALE SOLIDARITÄT ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ============================================== 34 + 35 [Gipfelsoli Newsletter] Heiligendamm von Öffentlicher Verteiler der Gipfelsoli-Infogruppe ============================================== ================================================ B) TEXTE ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN, ANKÜNDIGUNGEN UND VERANSTALTUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ============================================== 01 identities-PREVIEW von VIER MINUTEN im VOTIV KINO von office at identities.at ============================================== DV8-FILM und FILMLADEN präsentieren die identities-Preview von VIER MINUTEN Ein Film von Chris Kraus Mit Monica Bleibtreu und Hannah Herzsprung Donnerstag, 6. September 2007 20 Uhr im VOTIV KINO in Anwesenheit von Monica Bleibtreu Preise (Auswahl) Bester Film - Shanghai Int. Film Festival 2006 Bester Film - Reykjavik Int. Film Festival 2006 Lola in Gold "Bester Film" - Deutscher Filmpreis 2007 Lola in Gold "Beste Hauptdarstellerin" Monica Bleibtreu - Deutscher Filmpreis 2007 Seit mehr als 60 Jahren gibt die Pianistin Traude Kürger emotionslos Klavierunterricht in einem Frauengefängnis. Eine Schülerin wie Jenny hatte sie noch nie. Verschlossen, unnahbar, unberechenbar, zerstörerisch - und früher ein musikalisches Wunderkind. Sie könnte es schaffen, einen bedeutenden Klavierwettbewerb zu gewinnen, an dem sie trotz ihrer Haftstrafe teilnehmen darf. Die Vorbereitung auf den Wettbewerb wird zum Kräftemessen zwischen der aufsässigen Jenny und ihrer strengen preußischen Klavierlehrerin - ein Lebens- und Liebesduell, das bis zum tiefsten, innersten Schmerz der beiden Frauen vordringt. In einem furiosen Finale bleiben Jenny vier Minuten, um etwas zu tun, was niemand, nicht einmal Traude, von ihr erwartet. Monica Bleibtreu und Hannah Herzsprung in einem faszinierenden filmischen Schlagabtausch um erlittene innere und äußere Verletzungen in Beziehungen der Vergangenheit und der Gegenwart und vor allem die Möglichkeit von Freiheit und Liebe. Chris Kraus erzählt in seinem zweiten Kinospielfilm leidenschaftlich, kraftvoll und mit großer Nähe zu seinen Figuren von der Begegnung zweier ungleicher Frauen, von Auflehnung und Hingabe, von Schmerz, Abschiednehmen, (sich) Vergeben und (Weiter)Leben und der Sehnsucht nach Wahrhaftigkeit. Beide tragen schwer an Geheimnissen aus ihrer Vergangenheit. Die Musik verbindet sie - sie ist der Weg zu Freiheit und Vergessen, und gleichzeitig ist sie das Feld für Konflikte, Schuld und Buße. "Hannah Herzsprung bringt die Leinwand zum Beben!" Variety "Begeisterungsstürme für Vier Minuten... Die Geschichte zwischen der alten Klavierlehrerin und ihrer widerspenstigen Schülerin im Gefängnis entwickelt eine beträchtliche emotionale Wucht, die in einem furiosen Finale gipfelt und sich vor allem den großartigen Hauptdarstellerinnen Monica Bleibtreu und Hannah Herzsprung verdankt." FAZ Vier Minuten Deutschland 2006, 112 Min. Regie und Buch: Chris Kraus. Kamera: Judith Kaufmann. Mit: Monica Bleibtreu, Hannah Herzsprung, Richy Müller, Jasmin Tabatabai, Vadim Glowna, Nadja Uhl, u.a. Ein Film im Verleih von FILMLADEN. Mehr zum Film: www.vierminuten.de PREVIEW: Donnerstag, 6. September um 20 Uhr VOTIV KINO 9. , Währinger Str. 12 U2, D, 1, 2 bis Schottentor/Universität BIM 37, 38, 40, 41, 42 Einheitspreis: ? 7,50. Freie Platzwahl Kartenreservierung bei DV8-FILM unter T. 0699 120 96 100 oder an premiere at identities.at Einen bewegenden Filmabend mit VIER MINUTEN wünscht Ihnen Barbara Reumüller _______________ DV8-FILM Postfach 282 A-1071 Wien T. +43 1 524 62 74 F. +43 1 522 98 74 www.identities.at ============================================== 02 16.10. Premiere STERMANN & GRISSEMANN von PRESSE RABENHOF ============================================== Thomas Gratzer und sein Rabenhof - Team bitten (in Koproduktion mit der Agentur Hoanzl) am 16.Oktober 2007 (20h) zur PREMIERE von Stermann & Grissemanns neuem Bühnenstück:: DIE DEUTSCHE KOCHSCHAU Wie das Fernsehen uns zu Nazis machte Das ultimative Stermann und Grissemann Outing im Gemeindebautheater! Nach dem "You Tube" - Wunder mit mehr als 4.000.000 Zugriffen, durch das Dirk Stermann und Christoph Grissemann in die Top 6 (Platz 6) der deutschsprachigen Internet-Komiker vorstießen und einem Gastauftritt im neuen David Lynch Film, melden sich die Ausnahmekünstler endlich auf der Bühne zurück. "It's good." (David Lynch) Wie alle guten Schauspieler (Brad Pitt, Uwe Ochsenknecht) beklagen sie aber das Fehlen guter Drehbücher (Citizen Kane, Shrek 2, Immer nie am Meer). Also haben sie unter der Sonne Kaliforniens selbst eines geschrieben und daraus ein faszinierendes und komisches Bühnenstück gemacht: "Die Deutsche Kochschau"! Nach einer umjubelten Clubtour (Sylt, Chicago, Bonn) ist sich die Presse einig: "Gut!" (Sylter Rundschau) "Good!" (Chicago Tribune) "Gut!" (Bonner Rundschau) Weitere Termine: 17., 18., 29. - 31. Oktober 2007 3. - 5., 12. - 14., 25. - 27. November 2007 3., 4., 9. - 11. Dezember 2007 13. - 15., 21. - 24., 27. - 29. Jänner 2008 (Beginn: 20.00 Uhr) RABENHOF THEATER A-1030 Wien; Rabengasse 3 Kartenreservierungs-Hotline: Tel. 01/712 82 82 Infos + Online-Kartenkauf unter: http://www.rabenhof.at Kartenpreise: ? 20,-- / ? 10,-- ============================================== 03 Einladung zur Pressekonferenz: Homosexuelle Initiative (HOSI) Wien zum bevorstehenden Besuch des Papstes in Österreich von Homosexuelle Initiative (HOSI) Wien ============================================== Einladung zur Pressekonferenz: Homosexuelle Initiative (HOSI) Wien zum bevorstehenden Besuch des Papstes in Österreich Der bevorstehende Besuch Papst Benedikts XVI. in Österreich wirft seine Schatten voraus. Viele heimische Medien befinden sich ob dieses Ereignises bereits in einer Art Euphorie und lassen kritische Anmerkungen missen. Bei aller Höflichkeit und Gastfreundschaft wird es jedoch darum gehen müssen, sich jegliche Einmischung des Papstes in innen-, speziell gesellschaftspolitische Fragen und Hasspredigten gegen bestimmte Gruppen vehement zu verbieten. Die HOSI Wien fordert Österreichs PolitikerInnen, speziell Bundespräsident Heinz Fischer sowie die Regierungsmitglieder auf, den Papst entsprechend in die Schranken zu weisen, sollte er sich zu aktuellen innenpolitischen Themen wie etwa der rechtlichen Anerkennung gleichgeschlechtlicher PartnerInnenschaften negativ äußern. HOSI-Wien-MitarbeiterInnen werden dazu in einer Pressekonferenz ausführlich Stellung nehmen. Die VertreterInnen der Medien sind dazu herzlich eingeladen: Datum: Donnerstag, 30. August 2007 Beginn: 10.30 Uhr Ort: Café Berg, Berggasse 8 (Ecke Wasagasse), Wien 9 Rückfragehinweis: Christian Högl, Obmann: Tel. 0699-11 811 038 Kurt Krickler, Generalsekretär: Tel. 01-545 13 10 office at hosiwien.at, www.hosiwien.at ZVR-Nr. 524 534 408 ============================================== 04 ASt-Veranstaltung 31.8.: Die Talfahrt an den Börsen und ihre Hintergründe von ASt-LFI ============================================== Veranstaltung des ArbeiterInnenstandpunkt: Steht die Weltwirtschaft vor einer schweren Krise? Die Talfahrt an den Börsen und ihre Hintergründe Zeit: Freitag, 31. August 18.30 Ort: Amerlinghaus, Stiftg. 8, 1070 Wien Nähere Informationen unter: 0650/406 83 14 oder ast-lfi at gmx.net ============================================== 05 Veranstaltungshinweis von infoladen wels ============================================== Informationsveranstaltung zu den antifaschistischen Aktionstagen in Celovec/Klagenfurt gegen das Ulrichsbergtreffen. Ort: Infoladen Wels, Spitalhof 3, 4600 Wels Zeit: 30. August, 20 Uhr Eintritt: wie immer FREI! Seit den 50er Jahren treffen sich am Klagenfurter Ulrichsberg/Vrh hunderte "alte Kameraden" der Waffen-SS, Wehrmacht und Neonazis, im ihrer "gefallenen Helden" zu gedenken. Unterstützt werden sie dabei von fast allen österreichischen Parteien, welche das Treffen somit legitimieren. Beim Ulrichsbergtreffen wird revisionistische Tradition gepflegt. Der NS-deutsche Angriffskrieg wird zum antibolschewistischen Abwehrkampf umgedeutet, Kriegsverbrechen werden geleugnet. Der Nazi-Opa kann hier noch ungestört von der "guten Alten Zeit" erzählen, am ehesten Jungnazi-Delegationen wie der der deutschen NPD im Vorjahr. Nach außen hin wird ein militaristisches, patriarchales Weltbild propagiert, welches im Kärntner Haider-Land durch aktuelle politische Entwicklungen seine Fortsetzung erfährt. Neben der Feier am Gipfel des Ulrichsberges bereitet die "Ulrichsberggemeinschaft" auch eine Art braunes Erlebniswochenende vor. Mit gemeinsamer Schiffahrt, Kameradschaftabenden usw. In den letzten 2 Jahren organisierte der "AK gegen den Kärntner Konsens", ein Zusammenschluss antifaschistischer Gruppen und Einzelpersonen, umfangreiche Protesteaktionen gegen den "U-berg". Auch dieses Jahr wird Klagenfurt/Celovec vom 14. bis 16. September Schauplatz zahlreicher antifaschistischer Veranstaltungen, inhaltlich wie aktionistisch. Antifaschistische AktivistInnen werden an diesem Abend sowohl über die Geschichte und politische Bedeutung des Ulrichsberges referieren als auch über die geplanten Proteste. Nähere Informationen auf: www.u-berg.at -------- MFG Infoladen Wels Spitalhof 3 4600 Wels 07242-910432 ============================================== 06 KPÖ/Infoladen Wels/Dunkelheit-Festival/Rechtsextremismus/Musikszene von KPÖ ============================================== Linker Pressedienst - Herausgegeben vom KPÖ-Landesvorstand Oberösterreich, Melicharstraße 8, 4020 Linz, Telefon (0732) 65 21 56, Mail ooe at kpoe.at - Web www.kpoe.at/ooe - Ausgabe vom 28. August 2007 "Dunkelheit Festival" mit neonazistischen Musikgruppen in Brno (CZ) Österreichische Veranstalter weichen nach Tschechien aus Vom 31. August bis 1. September 2007 planen die Österreichischen Musiklabels/Online-Initiativen "Silent Booking", "Ashen Productions" und "Blackmetal.at" (betrieben u. a. von Philipp Poyer aus Wien und Robert Schupitta aus Korneuburg) zum zweiten Mal das so genannte "Dunkelheit Festival", ein Konzert bei dem Vertreter des "Black Metal" (einer Spielart des Heavy Metal) auftreten sollen. Im Jahr 2005 hatte es österreichweites Aufsehen um das Festival gegeben, weil sich unter den auftretenden Bands Vertreter des extrem rechten bis neonazistischen Flügels der Blackmetal-Szene befanden. Mit dabei hätte etwa die deutsche Band "Nachtfalke" sein sollen, die sich selbst als "NS Viking Metal" bezeichnet und deren Frontmann die Deutschen als "Herrenrasse" betitelte. Der Auftritt dieser Band musste nach Protesten abgesagt werden. Heuer wurde das tschechische Brno (Brünn) als neuer Veranstaltungsort für das nächste Festival gewählt. Auch diesmal bewegen sich einige der auftretenden Bands mehr oder weniger im extrem rechten bis neonazistischen Spektrum der Blackmetal-Szene. Im Folgenden finden sich Informationen über einige der Bands, die auftreten sollen: Die polnische Band "Infernal War" (auch bekannt unter dem Namen "Infernal SS") ist eindeutig als neonazistisch zu klassifizieren. Der Sänger, der sich "Warcrimer" nennt, grüsst in einem Interview etwa mit "Sieg Heil". Über die moderne Gesellschaft meinen "Infernal War", dass diese die Gaskammer verdiene. Der Sänger der bei "Ashen Productions" unter Vertrag stehenden tschechischen Band "Silva Nigra", der sich "Ulvberth" nennt, bezeichnet in einem Interview den Nationalsozialismus als sein "inneres Gedankengut". Der Nationalsozialismus sei "richtige Lebensideologie in dieser korrupten Welt". "Probleme mit Juden, Zigeunern" hätten während dem Zweiten Weltkrieg gelöst werden können. Auch die tschechische Band "Sekhmet" dürfte sich intensiv mit dem Nationalsozialismus auseinandersetzen. Zumindest hat ein Lied auf ihrem Tonträger "Victims of the Cult" (2005) den Titel "Zyklon B". Der Sänger der tschechischen Band "Inferno" mit dem Pseudonym "Adramelech" beschreibt in einem Interview, wofür die Band steht: "Die Musik ist aggressiver, grimmiger Slawischer Black Metal für die Krieger des Weißen Europa und der Arischen Elite". "Diese Musikgruppen missbrauchen die Kunst, um ihr rassistisches, antisemitisches und neonazistisches Gedankengut zu verbreiten. Wohin dies führt, haben die vor kurzem stattgefundenen rassistischen Hetzjagden in Deutschland gezeigt", so Markus Rachbauer, Obmann des antifaschistischen Kulturvereines Infoladen aus Wels (Oberösterreich). Eine Meinung, die auch von der KPÖ-Oberösterreich geteilt wird. Rückfragehinweis: Kulturverein Infoladen Wels, Spitalhof 3, 4600 Wels, Telefon +43 699 81983809 ============================================== 07 Termine ab Mittwoch, den 29.August 2007 von akin ============================================== akin-Pressedienst. Aussendungszeitpunkt: Dienstag, 28. August 2007; 14:28 ********************************************************** >>>>>>>>>>>>>>>> Termine ab Mittwoch, den 29.August 2007 Telefonnummern ohne Vorwahl sind Wiener Festnetz-Nummern. > Allgemeines Juedisches Museum, 1010 Dorotheerg.11, Tel. 535 04 31, So - Fr 10-18h, Do - 20h, bis 18.11.07: Beste aller Frauen - weibliche Dimensionen im Judentum. ebenda, ab 4. Juli bis 21. Oktober: Ordnung muss sein - das Archiv der Israelitischen Kultursgemeinde Wien - rund 500.000 Seiten aus den Jahren der NS-Herrschaft in Oesterreich wurden im Jahr 2000 gefunden Wien Museum, bis 28.10.: Ganz unten. Die Endeckung des Elends - Wien, Berlin, London, Paris, New York. 1040 Karlsplatz, Die bis So u. Feiertag 9 bis 18h, freier Eintritt fuer Arbeitslose, Notstandshilfe-bzw. SozialhilfeempfaengerInnen Palais Epstein, Ausstellung bei freiem Eintritt bis ca Mitte September: Women in the Holocaust - Frauen im Widerstand! Auch die Geschichte und die Raeume des Palais Epstein koennen noch bis Mitte September besichtigt werden.1010 Dr.Karl Renner Ring - Endstelle StraBa 49 - Infos: www.parlament.gv.at, Oeffnungszeit Mo - Fr 9 - 17h > Mittwoch, 29.8. Amerlinghaus, 18h, SLP-Disk: ArbeiterInnenraete und Gewerkschaften. Ab 19h Disk: Jaennerstreik 1918 - die ArbeiterInnen-Bewegung in Oesterreich nach dem 1. Weltkrieg. 1070 Stiftg.8 > Donnerstag, 30.8. Museumsquartier, Hof 8, 19h, Gruenes Sommergespraech: Reichtum gerecht verteilen. Bei Schlechtwetter im Tanzquartier Studio 2 im MuseumsQuartier Gruene Sommerakademie in Puchberg/Schneeberg, ab 17h, Dauer bis 2.9.: Neue Macht durch neue Medien? Die Zukunft derpolitischen Kommunikation. Infos Gruene Bildungswerkstatt Oesterreich und NOe, Tel. Wien: 52 125/0 > Freitag, 31.8. Mahnwache der Frauen in Schwarz/Wien: Weil der Papst Oesterreich besucht ist die Mahnwache erforderlich. Unbedingt in schwarzer Kleidung kommen! Ort: Pestsaeule am Graben 1010 Wien von 16,30 bis 18,30. Themen: Boykott, Investitionsstopp und Sanktionen bis Israel dem internationalen Recht gehorcht und die universalen Prinzipien der Menschenrechte erfuellt. > Samstag, 1.9. Prater Jesuitenwiese, Volksstimme-Fest. Ab 16h Diskussion der Uebefraktionellen Initiative fuer einen kaempferischen und demokratischen OeGB. Ort:: Stand des GLB Disk: ab 16 Uhr mit Karin Antlanger, Gerhard Ziegler, Eva Groyer, Selma Schacht, Moderation Hermann Dworczak. > Sonntag, 2.9. Prater Jesuitenwiesen, ab 18h Wr.Tschuschenkapelle, ab 19,30 Drahdiwaberl. > Mittwoch, 5.9. Amerlinghaus, 18h, SLP-Disk: Wie arbeitet die SLP-Schwestergruppe in Venezuela? Ab 19h Disk: Venezuela - zwischen Verstaatlichung und staatlicher Buerokratie. > Donnerstag, 6.9. 7stern, 19,30, Gegenargumente. 1070 Siebensterng.31 SPOe-Bildungszentrum, 19h, Buchpraes: Der neoliberale Grossangriff auf Europa. 1020 Praterstr.25 > Samstag, 8.9. AUF-Kultur open house von 14h bis 19h im AUF-Lokal, Lesung ab 17,30 mit Hilde Schmoelzer. 1010 Kleeblattg.7 > Sonntag, 9.9. Architekturzentrum, 11h, Impulsvortrag und Podiumsdisk: Was ist Arbeit wert? Mit Erwin Buchinger u.a. 1070 Museumsplatz 1, MQ, Eingang Burggasse > Montag, 10.9. 7stern, 20h, Wilde Worte mit Michaela Opferkuh, Franz Huetterer, Richard Weihs: Wilder Herbst. Zukunftswerkstagg, 18h, Christa Schlager, Doris Bures u.a.: Prekaer! Entsichert in die Risikogesellschaft? Ab 20h Josef Cap,u.a. Moderation Renate Graber: Neue Selbstaendige! Fluch(t) oder Selbstverwirklichung? 1010 Schoenlaterng.9 > Dienstag, 11.9. Zukunftswerkstatt, 18h, Praesentation des Kurzfilms: Mit Pferden kann man nicht ins Kino gehen! Disk: Von welcher Arbeit leben wir morgen? Mit Markus Marterbauer, Bruno Rossmann, Tanja Wehsely u.a. Ab 20h: Muss Leistung denn rentabel sein? Mit Joerg Flecker, Gertraud Knoll, Mirjam Unger u.a. 1010 Schoenlaterng.9 > Mittwoch, 12.9. 7stern, 19h, Buchpraes: Lateinamerika im Aufbruch. 1070 Siebensterng.31 SPOe-Bildungszentrum, 19h, Disk. mit Erwin Buchinger: Neue Qualitaeten in der Sozialpolitik. 1020 Praterstr.25 > Donnerstag, 13.9. 7stern, 19,30, 1.Wr.Lesetheater: Marlen Haushofer: Die Tapetentuer. > Freitag, 14.9. 7stern, 20h, KulturRadio Schoepfwerk Renner Institut, ab 18,30 Bundeskongress der Arbeitsgemeinschaft Christentum und Sozialdemokratie/ACUS: Koennen wir uns die Reichen noch leisten. Sa ab 9h und Sonntag 9 - 12h. Ort: Gartenhotel Altmannsdorf, 1120 Hoffingerg.26/ U 6 Haltestelle Am Schoepfwerk. Anm. bis 31.8. an Richard Schadauer Tel. 789 24 58, e-mail: acus at aon.at Klagenfurt/Celovec, Antifaschistische Proteste gegen das Ulrichsbergtreffen. Ab Mittag Infopoint am Alten Platz, anschl. Freiraumdemo. Details http://www.u-berg.at > Samstag, 15.9. Aktionen gegen das Ulrichsbergtreffen: Infopoint in Klagenfurt/Celovec am Alten Platz den ganzen Tag, ebenso am Sonntag > Dienstag, 18.9. Gruenes Haus, 17h IGS-Jour fixe: 5 Mrd. Umverteilen. Jetzt!! 1070 Lindengasse 40 7stern, 17h, Solidaritaets-Basar. 1070 Siebensterng.31 > Mittwoch, 19.9. AK Bildungszentrum, Grosser Saal, 18h, Disk: Das war die Pflegedebatte! Und wie weiter? Mit Erwin Buchinger, Karl Oellinger, Doris Eisenriegler. 1040 Theresianumg.16-18 Alte Schmiede, 19h, Peter Henisch liest aus "Eine sehr kleine Frau". 1010 Schoenlaterng.9 > Freitag, 21.9. Critical Mass: 500+ soviele RadfahrerInnen sollen sich treffen um ein buntes lautes rollendes Fahrradfest, Treffpunkt 16,30 in 1050 Margaretenplatz Linz, ebenfalls Critical Mass, Treffpunkt um 16,30 am Linzer Hauptplatz > Samstag, 22.9. Von 14 bis 18 Uhr rasen die Radler am Autofreien Tag fuer eine autofreie Stadt. Treffpunkt: 1010 Wien, Burgring ab 14h vor dem Heldenplatz, fuer alle offenes Picknick auf Rasenflaechen! und Party, DJ Line Gmunden, ab 16h am Rathausplatz 1. Critical Mass zum autofreien Tag. > Freitag, 28.9. Graz, CriticalMass ab 16,30 am Suedtiroler Platz > Samstag, 29.9. Amerlinghaus, 17 - 22h, Kultur, Film u. Disk. zu den betraechtlichen und systematischen Menschrechtsverletzungen auf den Philippinen. 1070 Stiftg.8 > VORSCHAU: Politische Bildungsreise vom 26. bis 28. Oktober: Das gruene Freiburg - die Stadt mit dem ersten Gruenen Oberbuergermeister. Infos Gruene Akademie Steiermark, bildungsreisen@ gruene-akademie.at und Tel. 0316/82 25 57-0 ============================================== 08 ASt - Demonstration gegen den Papst-Besuch am Freitag,7.9. von ASt-LFI ============================================== Demonstration gegen den Papst-Besuch am Freitag, 7.9. Musikprogramm ab 15 Uhr Demonstration ab 16 Uhr Treffpunkt: Resselpark (U4 Karlsplatz) Aufruf zur Anti-Papst Demo am Freitag 07.09.07 Am Freitag, den 07.09.2007 kommt der Papst, Benedikt XVI, zu einem dreitägigen Besuch nach Österreich, bei dem er zwei Tage in Wien verweilt und am Samstag Mariazell besucht. Joseph Ratzinger ist seit etwas mehr als zwei Jahren gewähltes Oberhaupt der Amtskirche und somit auch Oberhaupt der einzigen noch bestehenden absoluten Monarchie in Europa, dem Staat der Vatikanstadt. Allein in den zwei Jahren seines Amtes hat auch dieser Papst, wie alle seine Vorgänger mehr als deutlich bewiesen, welche Politik sein Amt und die gesamte Amtskirche führt: Eine reaktionäre (sprich rückschrittliche), rassistische, frauen- und homosexuellenfeindliche Politik. So zitierte der Papst 2006 einen byzantinischen Kaiser der den Islam als eine Religion des "Schlechten und Inhumanen" bezeichnet hat, als eine Religion die nur erfolgreich verbreitet werden konnte durch Gewalt. Zu Recht löste dies große Proteste in der islamischen Welt aus. Auch die Aussage, dass die Indios Lateinamerikas die spanische Eroberung "still herbeigesehnt" hätten, hat Schlagzeilen gemacht. Dies sind nur zwei Beispiele von vielen, die den rassistischen Charakter des Papstes und der gesamten Amtskirche aufzeigen. Doch damit nicht genug! Das Recht von Frauen auf Abtreibung wird von der Kirche aufs Härteste verurteilt, sogar Schwangerschaftskonfliktberatung und Verhütung wird von der Katholischen Kirche als "Angriff auf das Leben" bezeichnet und sei für jeden Christen verboten. Nicht nur das diese reaktionäre Propaganda das Selbstbestimmungsrecht der Frau angreift, sie hemmt die Bekämpfung von AIDS und verbreitet die Lüge, dass Keuschheit bis zur Ehe vor dieser tödlichen Krankheit schützen könnte. Die scharfe Verurteilung homosexueller Beziehungen gehört des Weiteren genauso zur Propaganda der reaktionären Kirchenpolitik. Doch nicht nur das die Amtskirche solch reaktionäre Propaganda betreibt, sie arbeitet eng zusammen mit verschiedenen bürgerlichen Regierungen und versucht kontinuierlich ihren Machteinfluß auszuweiten. Allein an Immobilien besitzt der Vatikan 1,5 Milliarden Euro! Auch etliche Goldvorräte und Kunstschätze befinden sich in der Hand der Katholischen Kirche. All das zeigt den wahren Charakter der Amtskirche, des Vatikans und seiner Vertreter auf. Während Bescheidenheit, Keuschheit und Nächstenliebe gepredigt wird, häuft die Amtskirche Reichtümer auf, und führt eine Politik des Rassismus, der Frauenunterdrückung und der Unterdrückung von Homosexuellen! Wir werden deswegen am 07.09.2007 den Papstbesuch keineswegs mit Jubel begegnen. Wir werden zeigen, dass jegliche Art von reaktionärer Politik nicht willkommen ist und laden alle fortschrittlichen Kräften ein mit uns eine breite Gegendemonstration auf der Straße zu organisieren! *, Gegen die reaktionäre, rassistische und frauenfeindliche Politik der Katholischen Kirche! *, Für das Recht auf Abtreibung! *, Für das Recht auf gleichgeschlechtliche Beziehungen! *, Für das Einstellen jeglicher Unterstützung der Kirche durch den Staat! Religion ist Privatsache! Alle auf die Straße zur Anti-Papst Demo am 07.09.2007, 16 Uhr im Resselpark (Karlsplatz)! Aktion Kritischer SchülerInnen ArbeiterInnenstandpunkt Funke Revolutionär Sozialistische Organisation REVOLUTION Sozialistische Jugend ============================================== 09 Radio Stimme - 30.08 von Initiative Minderheiten Newsletter ============================================== RADIO STIMME - DIE SENDUNG DER INITIATIVE MINDERHEITEN Donnerstag, 30. August 2007 13.00 Uhr, Orange 94.0 / Wien Rechts? Ausgezeichnet! - Der Leopold Stocker Verlag und das steirische Landeswappen Dem 1992 mit dem steirischen Landeswappen ausgezeichneten Grazer Leopold Stocker Verlag werden von mehreren Seiten Berührungspunkte mit dem Rechtsextremismus vorgeworfen. Die steirischen Grünen treten seit etwa zwei Jahren aktiv für eine Aberkennung des Landeswappens ein und haben dafür bereits zwei Anträge im Landtag eingebracht. Beide Anträge wurden von der ÖVP, SPÖ und FPÖ abgelehnt. Radio Stimme ist der Frage nachgegangen, mit welchen Argumenten die Grünen die Anträge auf Aberkennung des Landeswappens gestellt haben, weshalb ÖVP, SPÖ und FPÖ diese Anträge abgelehnt haben, und worin die Schwierigkeiten einer Zuschreibung von Adjektiven wie rechtsextrem oder rassistisch bestehen Diese Sendung wird weiters ausgestrahlt auf: FREIRAD (Innsbruck) Do, 06. September, 12.00 Uhr Radio AGORA (Kärnten) Do, 06. September, 19.00 Uhr Radio HELSINKI (Graz) Sa, 08. September, 19.00 Uhr Radio FRO (Linz) So, 09. September, 11.00 Uhr ****** -> Sendung verpasst? Das Internet-Archiv. Diese und alle anderen Ausgaben von Radio Stimme sind in unserem digitalen Sendungsarchiv jederzeit als Download und Stream abrufbar: http://www.initiative.minderheiten.at ****** -> Sendung über's Internet hören. Die Sendungen sind über den Internet-Livestream der Radiosender zur jeweils angegebenen Sendezeit auch über das Internet zu hören. Orange 94.0: http://streamintern.orange.or.at/live3.m3u FREIRAD: http://www.freirad.at/live.m3u Radio AGORA: http://www.cartwall.at/agora_mp3.m3u Radio FRO: http://www.fro.at/livestream.php HELSINKI: http://www.helsinki.at/live-stream.php -- Radio Stimme - Die Sendung der Initiative Minderheiten Das politische Magazin zu den Themen Minderheiten - Mehrheiten - Machtverhältnisse on air: Wien - Do, 13.00 Uhr - Orange 94.0 - http://www.orange.or.at Innsbruck - Do, 12.00 Uhr - FREIRAD - http://www.freirad.at Kaernten - Do, 19.00 Uhr - Radio AGORA - http://www.agora.at Graz - Sa, 19.00 Uhr - Radio Helsinki - http://www.helsinki.at Linz - So, 11.00 Uhr - Radio FRO - http://www.fro.at on line: weltweit - jederzeit - http://www.initiative.minderheiten.at ***** Newsletter der Initiative Minderheiten Gumpendorfer Straße 15/13 A-1060 Wien Tel. 586 12 49-18 Fax 586 82 17 http://www.initiative.minderheiten.at http://www.gastarbajteri.at ============================================== 10 [ZARA-presse] Bitte vormerken: 6.9., 18h von Verein ZARA - Presse ============================================== Sehr geehrte Damen und Herren! Liebe Redaktion! Wir würden uns sehr freuen, Sie am Donnerstag, 6.9. um 18.00 Uhr bei unserer Pressekonferenz zur Charity "Gold against Racism" begrüßen zu dürfen. Anbei Ihre Einladung als pdf, der Sie erste Informationen entnehmen können. Alle Details zu dieser hochkarätigen Veranstaltung erfahren Sie live am 6.9.. Wir bitten um Ihre Anmeldung per Mail. Gleichzeitig erlaube ich mir, Ihnen auch unser neues Team für Beratung, Training und Öffentlichkeitsarbeit vorstellen zu dürfen. In der Hoffnung, Sie persönlich begrüßen zu können verbleibe ich mit besten Grüßen Fridolin Reinagl P.S.: Nachdem die Presseinformationen für diese Aktion parallel über das Organisationsteam und ZARA laufen, lassen sich Doppelzustellungen leider nicht hundertprozentig ausschließen. Wir bitten dafür um Verständnis. --- Mag. Fridolin Reinagl Öffentlichkeitsarbeit ZARA - Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit Luftbadgasse 14-16, 1060 Wien DVR: 2110769, ZVR: 236017119 Tel.: ++43 (01) 929 13 99 Mobil: ++43 (0676) 7934 770 eMail: presse at zara.or.at URL: http://www.zara.or.at ============================================== 11 Rechts? Ausgezeichnet! - Der Leopold Stocker Verlag und das steirische Landeswappen > Radio Stimme - 30.08 von Radio Stimme ============================================== RADIO STIMME - DIE SENDUNG DER INITIATIVE MINDERHEITEN Donnerstag, 30. August 2007 13.00 Uhr, Orange 94.0 / Wien Rechts? Ausgezeichnet! - Der Leopold Stocker Verlag und das steirische Landeswappen Dem 1992 mit dem steirischen Landeswappen ausgezeichneten Grazer Leopold Stocker Verlag werden von mehreren Seiten Berührungspunkte mit dem Rechtsextremismus vorgeworfen. Die steirischen Grünen treten seit etwa zwei Jahren aktiv für eine Aberkennung des Landeswappens ein und haben dafür bereits zwei Anträge im Landtag eingebracht. Beide Anträge wurden von der ÖVP, SPÖ und FPÖ abgelehnt. Radio Stimme ist der Frage nachgegangen, mit welchen Argumenten die Grünen die Anträge auf Aberkennung des Landeswappens gestellt haben, weshalb ÖVP, SPÖ und FPÖ diese Anträge abgelehnt haben, und worin die Schwierigkeiten einer Zuschreibung von Adjektiven wie rechtsextrem oder rassistisch bestehen. Diese Sendung wird weiters ausgestrahlt auf: FREIRAD (Innsbruck) Do, 06. September, 12.00 Uhr Radio AGORA (Kärnten) Do, 06. September, 19.00 Uhr Radio HELSINKI (Graz) Sa, 08. September, 19.00 Uhr Radio FRO (Linz) So, 09. September, 11.00 Uhr ============================================== 12 AUFopenhouse diesmal am 2. Samstag: 8.September 2007ab 14 Uhr von AUF ============================================== *Liebe Frauen! wir laden Euch herzlich ein zum Openhouse in der AUF, Kleeblattgasse 7, 1010 Wien AUSNAHMSWEISE AM 2. SAMSTAG, also am* *Samstag, den 8. September, von 14^00 bis 19^00 Uhr* * *von 14^00 bis 17^30 Uhr: Reden, diskutieren, debattieren bei Kaffehausatmosphäre* Alle AUF-Hefte sowie feministische Zeitschriften quer durch Europa kennenlernen und darin schmökern Flohmarkt mit Büchern, Pflanzen, Sonstigem Verkauf von AUF-Büchern & Büchern und CD's befreundeter Kleinverlage bzw Autorinnen * *von 17^30 bis 18^30 Uhr: Lesung von Hilde Schmölzer *Hilde Schmölzer, geb. 1937 in Linz, aufgewachsen in Steyr. Nach der Matura Besuch der Bayerischen Staatslehranstalt für Photographie in München. Studium der Publizistik und Kunstgeschichte in Wien. 25 Jahre freiberufliche Journalistin für österreichische und deutsche Zeitungen, Zeitschriften und ORF. Acht Jahre München, ein halbes Jahr Indien. Seit 1990 ausschließlich als Autorin tätig. Schwerpunkt Frauengeschichte und Frauenbiographien. Zwei der Bücher standen auf den Bestsellerlisten. Zuletzt erschienen: "Rosa Mayreder. Ein Leben zwischen Utopie und Wirklichkeit" Promedia Wien 2002. " Die abgeschaffte Mutter. Der männliche Gebärneid und seine Folgen" Promedia Wien 2005; "Das Vaterhaus. Eine autobiographische Erzählung" Neuauflage: Kitab, Klagenfurt, Herbst 2007. Mitinitiatorin des Frauenvolksbegehrens. Mitglied der GAV (Grazer Autorinnen/Autorengemeinschaft) und des Österreichischen Schriftstellerverbandes. www.hilde-schmoelzer.com * * *Nächstes Openhouse am 6. Oktober ** **/"Eleganz und Stil sind der Revolution nicht abträglich" (Marietta Schneider)/ * AUF EINE FRAUENZEITSCHRIFT & AUF INFO AUF Edition AUF Kultur Mit einem ABO (Österreich 19 Euro, EU 23 Euro) und/oder EINER Spende kann der AUF das Weiterbestehen ganz erheblich erleichtert werden: Konto AUF-Eine Frauenzeitschrift, Nr.10010 670 522, BLZ 14000 BAWAG, aus dem EU-Ausland: BIC BAWAATWW und IBAN AT69 14000 10010670522. Kontakt: Kleeblattgasse 7, A-1010 Wien; T. 01/5339164, F. 0720/554161 auf at auf-einefrauenzeitschrift.at, www.auf-einefrauenzeitschrift.at ============================================== 13 CROPfm - Newsletter: Der Klimawandel und seineUrsachen [31.08.2007] von Tarek Al-Ubaidi ============================================== Hi! Die nächste live Sendung ist am 31. August 2007 um 19.00 auf 92.6 Mhz - der Frequenz von Radio Helsinki - im Raum Graz/Steiermark als auch on-line (>> http://cropfm.mur.at/cropfm/jsp/listenlive.jsp) zu hören. Für Fragen und Kommentare während der Sendung steht Ihnen CROPcom zur Verfügung - der liveChat (>> http://pia.mur.at/croppage/ccd/ccd_fs.htm). Titel der Sendung: Der Klimawandel und seine Ursachen Obwohl der Klimawandel Jahrzehnte lang totgeschwiegen wurde, scheint sich rund um dieses Thema in letzter Zeit regelrechte Panik zu entfachen. Wie genau sind die Prognosen und wo beginnt die Propaganda? Stichwort Treibhauseffekt - welchen Anteil hat er wirklich an der Erwärmung und in welchem Ausmaß könnte der Mensch daran beteiligt sein? Mancherorts wird sogar schon befürchtet, es drohe eine "Öko-Diktatur" samt "Öko-Terrorismus"! Über den Klimawandel, die so genannte "CO2 Lüge" und alternative Erklärungsmodelle der Erderwärmung sprechen wir mit Demian v.d.H., der in dieser Sendung unter seinem Pseudonym auftritt. Siehe auch Sendung "Der Globale Klimawandel" >> http://cropfm.mur.at/past_shows.htm#showid=klima Studiogast zur Sendung: Demian v. D.H. (Freidenker) Server Ausfall Der server von CROPfm war ab dem 14. August nach einem Stromausfall leider für ca. 1 Woche offline. Der Grund war eine verstorbene Festplatte, wir gehen von einem natürlichen Tod ohne Fremdeinwirkung aus. Mittlerweile hat der Server aber (samt Erweiterungen und Software Updates) seinen vollen Betrieb wieder aufgenommen. Lieber Gruß, Tarek Al-Ubaidi _______________________________________________ CROPfm website >> http://cropfm.mur.at Past Shows Sektion >> http://cropfm.mur.at/past_shows.htm ============================================== 14 Multikulturelles Straßenfest in Simmering von Alois Reisenbichler - Stadtteilzentrum Simmering ============================================== Liebe Freundinnen und Freunde, wir laden herzlich zum Multikulturellen Straßenfest am Samstag, 8. September 2007 in der Simmeringer Schneidergasse ein. Mit den besten Wünschen für ein schönes Wochenende und mit solidarischen Friedensgrüßen! Alois Reisenbichler Multikulturelles Straßenfest in Simmering Gracias a la Vida (ich danke dem Leben) Das schon traditionelle Straßenfest in der Simmeringer Schneidergasse steht am Samstag, 8. September 2007 unter dem Motto "Gracias a la Vida" (Ich danke dem Leben). Mit diesen Worten wird der kürzlich verstorbenen Aktivistin des CentrOnce - Stadtteilzentrums Simmering Veronica Zenteno-Fischer gedacht. Es gibt wieder ein buntes Kulturprogramm mit Beiträgen von Cruz de la Sur, Mallarauco, Marka Tambo, Muriel Garfias, El Gato, Nanne Schmutz (Wiener Lied), Palomita Show und der Grupo Raices aus Bolivien. Beim Kinderprogramm gibt es auch ein Kasperltheater. Das Straßenfest beginnt am Samstag, 8. September 2007 um 14.00 Uhr in der Schneidergassse (U3 Zippererstraße, Straßenbahn 71 Molitorgasse). Dei Schlechtwetter findet das Fest im Keller im Keller des CentrOnce - Stadtteilzentrums Simmering statt. Eintritt frei. Für den Wiener Terminkalender: Samstag, 8. September 2007 Ab 14.00 Uhr Multikulturelles Straßenfest in der Schneidergasse, 1110 Wien u. a. mit Mallarauco, Nanne Schmutz, Palomita Show und Grupo Raices; Kinderprogramm mit Kasperltheater. CentrOnce Stadttteilzentrum Simmering 1110 Wien, Schneidergasse 15/5, U3 Zippererstraße, Straßenbahn 71 Molitorgasse Eintritt: frei ============================================== 15 9.-11.9: Wofür arbeiten? Wovon leben? von Zukunfts- und Kulturwerkstätte - Newsletter ============================================== Wofür arbeiten? Wovon leben? Sommerwerkstatt 07 9. - 11. September 2007 MATINEE im Architekturzentrum Wien, MQ, 1070 Wien Sonntag, 9. September, 11 Uhr Begrüßung Gertraud Knoll, Abg. z. BR, Leiterin der Zukunfts- und Kulturwerkstätte Impulsvortrag Oskar Negt, Sozialphilosoph Podiumsdiskussion Was ist Arbeit wert? Christine Bauer-Jelinek Wirtschaftscoach und Leiterin Institut für Macht-Kompetenz Erwin Buchinger Bundesminister für Soziales und Konsumentenschutz Corinna Milborn Journalistin, Autorin, Menschenrechtszeitschrift liga Moderation: Peter Pelinka, Chefredakteur Format DISKUSSIONEN in der Zukunfts- und Kulturwerkstätte, Schönlaterngasse 9, 1010 Wien Montag, 10. September, 18 Uhr Prekär! Entsichert in die Risikogesellschaft? Doris Bures Bundesministerin für Frauen, Medien und öffentlichen Dienst Erich Pichorner Geschäftsführer Manpower Christa Schlager Beirat für gesellschafts-, wirtschafts- und umweltpolitische Alternativen Josef Weidenholzer Präsident der Volkshilfe Österreich; Inst. für Gesellschafts- und Sozialpolitik, Universität Linz Moderation: Tessa Prager, Journalistin Montag, 10. September, 20 Uhr Neue Selbständige! Fluch(t) oder Selbstverwirklichung? Josef Cap Abg. z. NR, gf. Klubobmann der SPÖ Peter Grabner Jungunternehmer, Risikomanagement Georg Kapsch Kapsch AG Susanne Pernicka Universitätsassistentin, Universität Wien, Institut für Wirtschaftssoziologie Moderation: Renate Graber, Journalistin Dienstag, 11. September, 18 Uhr Präsentation des Kurzfilms "Mit Pferden kann man nicht ins Kino gehen" Von welcher Arbeit leben wir morgen? Markus Marterbauer WIFO, Autor des Buches "Wem gehört der Wohlstand?" Bruno Rossmann Nationalratsabgeordneter, AK Wien Katharina Schinner Vorsitzende des Jungen Wirtschaftsverbandes, Landtagsabgeordnete Tanja Wehsely Stv. Vorstandsvorsitzende waff, Jugendarbeitsexpertin, Landtagsabgeordnete Moderation: Günter Kaindlstorfer, Journalist und Literaturkritiker Dienstag, 11. September, 20 Uhr Muss Leistung denn rentabel sein? Jörg Flecker FORBA - Forschungs- und Beratungsstelle Arbeitswelt Gertraud Knoll Abg. z. BR, Leiterin der Zukunftswerkstätte Boris Marte Corporate Sponsoring, Erste Bank Mirjam Unger Filmregisseurin, fm4-Moderatorin Moderation: Marcin Kotlowski, Junger Wirtschaftsverband EINTRITT FREI! Um Anmeldung wird gebeten! Nähere Infos unter: Zukunfts- und Kulturwerkstätte Schönlaterngasse 9, 1010 Wien Tel.: 01/513 86 82 www.diezuk.at zuk at spoe.at ZVR-370292072 ============================================== 16 Buch von Grigat über Marx, Emanzipation & Antisemitismus von Cafe Critique ============================================== Soeben erschienen! Stephan Grigat: Fetisch und Freiheit Über die Rezeption der Marxschen Fetischkritik, die Emanzipation von Staat und Kapital und die Kritik des Antisemitismus ça ira, Freiburg 2007, ISBN: 3-924627-89-4 400 Seiten, 22.00 ? Soll Freiheit Wirklichkeit werden, muß man sich über die Schwierigkeiten Rechenschaft ablegen, die aus der von den Herrschaftsimperativen des Staates und den Verwertungsimperativen des Kapitals dominierten Gesellschaft für die Emanzipation resultieren. Es gilt zu erklären, wie aus der Unzufriedenheit mit den Verhältnissen eine mal ressentimenthafte, mal regressive, mal mörderische Partizipation am gesellschaftlichen Unheil im Wege seiner scheinbaren Bekämpfung werden kann. Ersteres verweist auf die Kritik des Fetischismus; zweiteres auf den Antisemitismus. aus dem Inhalt: 1. Hegel & Co: Der Fetischbegriff vor Marx 2. Die Fetischkritik von Marx: Von den Frühschriften zur Kritik der politischen Ökonomie - Die Fetischkritik im "Kapital" - Fetisch und Entfremdung - Das Wesen der Kritik der politischen Ökonomie - Überwindung des Fetischismus: Emanzipation bei Marx 3. Lenin & Co: Marxistisch-leninistische Widerspiegelungstheorie und sozialdemokratischer Reformismus 4. Ein letzter Versuch positiver Dialektik: Lukács und Korsch 5. Der Fetischbegriff in der Kritischen Theorie: Fetischismus und Revolution bei Adorno - Marcuses optimistische Fetischkritik - Habermas' Abschied von der Wertkritik - Sohn-Rethels Theorie über den Fetischcharakter des Denkens 6. Fetischistisches Spektakel: Guy Debord 7. Althusser & Co: Der strukturale Marxismus und die Differenz von Wesen und Erscheinung 8. Fundamentale Wertkritik und Ideologiekritik: Klassenkampf und Arbeit - Krise und Zusammenbruch - Emanzipation und Voluntarismus - Theorie und Kritik - Verblendung und die Möglichkeit kritischen Bewußtseins 9. Affirmation des Fetischs in der Postmoderne: Fetischismus als anthropologische Konstante - Archaischer, sexueller und alltäglicher Fetischismus 10. Staat und Nation: konkreter Fetisch: Warenfetisch und Staatsfetisch - Nationalstaat und Nationalismus - Deutschland: Besonderes und Allgemeines 11. Mystifikationen in der Globalisierung: Markt und Staat - Sachzwang und Kritik - Falsche Globalisierungskritik und die Gerechtigkeit des Weltmarkts 12. Fetischismus als Wahn - Antisemitismus und Rassismus: Kritische Theorie des Antisemitismus - Konkretisierung der Abstraktion: Postones Antisemitismusthesen - Potenzierter Fetischismus - Antisemitismus und Krisentheorie - Antisemitismus und Staat - Voluntarismus und Determinismus - Differenz von Antisemitismus und Waren-, Geld- und Kapitalfetisch - Rassismus und Wertgesetz - Zum Verhältnis von Antisemitismus und Rassismus - Antisemitismus von links - Antizionismus als geopolitische Reproduktion des Antisemitismus - Ressentiment und Kritik - Kritik des linken Antisemitismus als Abschied von der Kritik - Materialistische Kritik und Israel - Emanzipation und Barbarei - Fetischistische Zweckrationalität und Vernichtung - Ummasozialismus und Nationalsozialismus 13. Fetisch und Freiheit: Subversion und Reformismus - Kommunistische Emanzipation Erhältlich im Buchhandel oder direkt beim Verlag: ça ira Verlag 79098 Freiburg, Wilhelmstr. 15 Telefon: 0761.37 939, Fax: 0761.37 949 EMail: info at ca-ira.net, http://www.ca-ira.net Ein Vorabdruck aus der Jungle World findet sich hier: http://jungle-world.com/seiten/2007/25/10170.php Die Einleitung des Buches findet sich hier: http://www.ca-ira.net/verlag/leseproben/grigat-fetisch.freiheit_lp.html Präsentationstermine: 13. 10. 2007 Frankfurt am Main, 20:00 Café Kurzschlusz Fachhochschule Frankfurt, Kleistraße 5 13. 11. 2007 Wien Neues Institutsgebäude, Universität 15. 11. 2007 Graz im Rahmen von Queerograd Wer Interesse an Präsentationen oder Vorträgen hat, wende sich bitte möglichst frühzeitig an cafe.critique at gmx.net ______________ sonstige Termine: 3. 9. 2007 Berlin, 19:00 Frieden mit den Mullahs? Europas Kollaboration mit dem iranischen Regime Diskussion mit Nasrin Amirsedghi, Kambiz Rousta, Henryk M. Broder, Thomas von der Osten-Sacken u. a. Gemeindehaus der Jüdischen Gemeinde Fasanenstraße 79/80 13. 9. 2007 Islamische Apokalyptiker und ihre linken Bewunderer Der antisemitische Antiimperialismus von Teheran bis Caracas Vortrag von Stephan Grigat bei der Sommerakademie der Rosa-Luxemburg-Stiftung Jugendbildungsstätte "Kurt Löwenstein" Werftpfuhl Anmeldung erforderlich 29./30. 9. 2007 Wien Die Islamische Republik Iran - Analyse einer Diktatur Symposium mit Andreas Benl, Stephan Grigat, Alex Gruber, Simone Dinah Hartmann, Tjark Kunstreich, Matthias Küntzel, Fathiyeh Naghibzadeh, Gerhard Scheit und Wahied Wahdat-Hagh Campus der Universität Wien, Hörsaal D und C1 veranstaltet von Café Critique und Scholars for Peace in the Middle East - Austria 30. 9. 2007 Wien, 18:00 Stephansplatz Keine Geschäfte mit den iranischen Mullahs! Gegen das Atomprogramm des Iran und seine österreichischen und europäischen Förderer! veranstaltet von Café Critique und der Israelitischen Kultusgemeinde mit Beiträgen von Raimund Fastenbauer (B'nai B'rith), Simone Dinah Hartmann (Café Critique), Beate Klarsfeld (Söhne und Töchter der jüdischen Deportierten Frankreichs), Matthias Küntzel (Scholars for Peace in the Middle East), Benny Morris (Ben Gurion University Beer Sheva), Kazem Moussavi (Green Party of Iran), Ariel Muzicant (Israelitische Kultusgemeinde), Anton Pelinka, Elisabeth Pittermann, Robert Schindel, Arie Talmi (Kibbutz Dan), Wolfgang Neugebauer (Aktion gegen den Antisemitismus in Österreich) et. al. bisherige Unterstützer (Stand 29. 8., weitere melden sich bitte unter cafe.critique at gmx.net): Aktion gegen den Antisemitismus in Österreich, Anthropoid Innsbruck, Anti-Defamation Forum, Antifa ON, Arbeitskreis Antisemitismus München, Bund sozialdemokratischer Juden - Avoda, Bündnis gegen Appeasement Berlin, David - Jüdische Kulturzeitschrift, Friends of Israel Linz, Hagalil.com, Hedonistische Mitte - Brigade Mondän, Illustrierte Neue Welt, MidEast Freedom Forum Berlin, Misrachi, Österreichischer Gedenkdienst, Prozionistische Linke Frankfurt, Redaktion Bahamas, Scholars for Peace in the Middle East - Austria, Studienvertretung Politikwissenschaft - Universität Wien, Wadi e. V. Frankfurt, Weblog Lizas Welt, www.juedische.at, Zionistische Föderation in Österreich, Zwi Perez Chajes Loge der B'nai B'rith, Sharon Adler (AVIVA-Berlin), Cordula Behrens, Dorothea Born (Grün-Alternative Jugend Wien), Daniela Ebner, Gudrun Flügge, Heimo Gruber (Österreichisch- Israelische Gesellschaft), Philipp Heimberger (Diskussionsforum Liberal in Österreich), Siegward Kunath (ehm. Ephorus an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal), Wolfgang Neugebauer, Gerhard Oberschlick, Jörg Rensmann, Klaus Thörner, Philippe Witzmann 14. 10. 2007 Frankfurt am Main Spektakel - Kunst - Gesellschaft. Guy Debord und die Situationistische Internationale Buchpräsentation mit Stephan Grigat und Zwi 16. 10. 2007 Magdeburg Islamische Apokalyptiker und ihre linken Bewunderer Der antisemitische Antiimperialismus in Magdeburg, Teheran und Caracas Vortrag von Stephan Grigat ============================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN UND MEINUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ============================================== 17 Islam. Glaubengem. Empört über Bauverbot von Moscheen von Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen ============================================== Haider will Bauverbot 2 - Islamische Glaubensgemeinschaft empört Religion/Islam/Bau/Kärnten Haider will Bauverbot 2 - Islamische Glaubensgemeinschaft empört Utl.: "Populismus" = Wien (APA) - Die islamische Glaubensgemeinschaft empfindet die Ankündigung von Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider (B), ein Bauverbot für Moscheen zu erteilen, als "Skandal". Die Religionsfreiheit sei verfassungsgeschütztes Recht für alle Bürger des Landes und der Islam sei eine anerkannte Religion, erklärte der Integrationsbeauftragte der Glaubensgemeinschaft, Omar Al-Rawi, Sonntag Nachmittag gegenüber der APA. Als Motiv Haiders sieht er "Populismus", der diese sinnlose islamfeindliche Aussage motiviert habe. Kärnten habe die zweitniedrigste moslemische Bevölkerungsgruppe in Österreich (nach dem Burgenland), und 11.000 Personen könnten mit Sicherheit keinen Kulturkampf entfachen. Was noch dazu komme sei, dass keinerlei Pläne bezüglich eines Moschee-Baus im südlichsten Bundesland bekannt seien. APA226 2007-08-26/14:20 261420 Aug 07 Tel. 0650 383 19 42 Fax: 533 47 27 9351 Mit freundlichen Grüßen Omar Al-Rawi SPÖ Wien, LAbg. http://www.wien.spoe.at -- Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen www.islaminitiative.at e-mail:dieinitiative at gmx.at für Rückfragen und Korrespondenz kontaktieren sie bitte: Omar Al Rawi +43-650-3831942 al-rawi at gmx.at Amina & Tarafa Baghajati +43-1-2595449 baghajati at aon.at Mouddar Khouja +43-6991-9685096 referent at derislam.at Andrea Saleh +43-664-4147620 frauen at derislam.at ============================================== 18 breaking space-news: neuerliche invasion aus dem all von Rosa Antifa Wien ============================================== breaking space-news ***neuerliche invasion aus dem all*** der kampf gegen die rassistische und (hetero)sexistische hegemonie dauert länger als erwartet - und so muss der wohlverdiente ruhestand der space invaders - cocktailschlürfenderweise auf einem gemütlichen planeten - noch warten. stattdessen machen sie sich bereit zu einer neuerlichen invasion! ***aufkleber*** aufpoliert in schwarzem hochglanz warten sie darauf, rassistischen schmierereien den garaus zu machen, sexistische werbungen bit für bit zu attackieren und homophoben parolen die sicht zu nehmen. jede beklebbare stelle auf diesem planeten erde bietet ein wunderbares neues zuhause fuer die space invaders! ***t-shirts*** fuer modebewusste space-sympatisantInnen gibt's eine neue farbenfrohe kollektion t-shirts! in pink, rot, grün, hellblau und natürlich auch im klassischen schwarz - immer voll im trend. ***plakat*** fuer alle freundInnen der körperlichen betätigung - ja, plakatieren hält fit! - lässt es so manches fascho-sexisten-rassisten-plakat verschwinden: "space invaders against racism" gibt's auch im a2-plakat (nicht nur fürs wohnzimmer Smile ). ***come and get them*** abzuholen gibt's die pickerl "space invaders against racism", "space invaders against sexism" und "space invaders against homophobia" und das plakat (alles kostenlos) und die t-shirts (...aber die kosten was) in der wipplingerstrasse 23 (die stiege halb runter) / 1010 wien, am besten mittwochs im que[e]r. bestellt werden koennen unsere 8-bit-freundInnen bei http://www.anarchia-versand.net oder http://www.gajwien.at -- ############ RAW ############# Rosa Antifa Wien c/o Rosa Lila Tip Linke Wienzeile 102 A-1060 Wien AUSTRIA ------------------------- E-Mail: raw at raw.at Web: http://www.raw.at Board: http://www.n3tw0rk.org ============================================== 19 ACUS gegen US-Raketenabwehrsystem von Alois Reisenbichler - Stadtteilzentrum Simmering ============================================== Liebe Friedensfreundinnen und Friedensfreunde! Hiermit sende ich Ihnen / dir / euch die Presseaussendung der Arbeitsgemeinschaft Christentum und Sozialdemokratie (ACUS) zum US-amerikanischen Raketenabwehrsystem und den Aussagen von Verteidigungsminister Darabos. Mit solidarischen Friedensgrüßen! Alois Reisenbichler ACUS begrüßt Aussagen von Verteidigungsminister Darabos: US-Raketenabwehrsystem führt zu neuem Wettrüsten und mehr Unsicherheit Die Arbeitsgemeinschaft Christentum und Sozialdemokratie (ACUS) spricht sich gegen die von den USA geplante Stationierung von Raketen in Polen und Raketenabwehrsystemen in der Tschechischen Republik aus. "Mit diesen US-amerikanischen Raketenabwehrsystemen, die in Ländern der Europäischen Union aufgestellt werden sollen, wird eine neue Runde des Wettrüstens begonnen. Mit solchen Einrichtungen wird Mitteleuropa wieder zur Zielscheibe für Atomraketen und möglicher Kriegsschauplatz", warnt der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christentum und Sozialdemokratie (ACUS) Richard Schadauer. "Die Vereinigten Staaten möchten wie schon mit den Sternenkriegsplänen seit den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts unverwundbar werden. Das sind jene USA, die die Hälfte der weltweiten Rüstungsausgaben tätigen, die ihre Atomwaffen modernisieren und zu deren so genannter Verteidigungsdoktrin der atomare Erstschlag gehört", sagt der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christentum und Sozialdemokratie (ACUS) Richard Schadauer. "Diese US-Raketenabwehrsysteme sind ein Schritt zurück in den Kalten Krieg - ein neues Wettrüsten droht!", betont der ACUS-Bundesvorsitzende Richard Schadauer. "Die ACUS unterstützt daher die Aussagen von Verteidigungsminister Darabos gegen die geplanten US-Raketenabwehrsysteme. Gerade ein neutraler Staat wie Österreich muss für eine Sicherheitspolitik eintreten, die auf Völkerrecht, Abrüstung und Abschaffung aller Massenvernichtungswaffen beruht", schloss der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christentum und Sozialdemokratie (ACUS) Richard Schadauer. Informationen: Richard Schadauer, Tel. 01 789 24 58 Alois Reisenbichler, Tel. 0664 39 51 809 ========================================== 20 GLB/Teilzeitarbeit/Kinderbetreuung/Arbeitszeitverkürzung von GLB ============================================== Pressedienst des Gewerkschaftlichen Linksblocks (GLB), Hugogasse 8, A-1110 Wien - Telefon +43 664 61 45 012 oder +43 1 53 444-308 - Mail office at glb.at - Web www.glb.at - Ausgabe vom 27. August 2007 Rasantes Wachstum der Teilzeitarbeit ist Anlass für Arbeitszeitverkürzung Klarer Zusammenhang mit fehlenden Kinderbetreuungsplätzen ersichtlich Für eine rasche allgemeine Arbeitszeitverkürzung spricht nach Auffassung der Fraktion Gewerkschaftlicher Linksblock im ÖGB (GLB) die Entwicklung der Teilzeitarbeit, zu welcher sich jetzt die Arbeiterkammer sowie das Arbeitsmarktservice in Oberösterreich geäußert haben. Wie die AK unter Berufung auf die Statistik Austria feststellt, arbeiten bereits 46,9 Prozent aller berufstätigen Frauen in Oberösterreich in Teilzeit (bundesweit 41,6 Prozent), bei den Männern hingegen nur 4,6 Prozent (bundesweit 6,0 Prozent). Gleichzeitig ist die Betreuungsquote für Kinder bis drei Jahre in Oberösterreich mit 6,6 Prozent die niedrigste aller Bundesländer und zunehmend mehr Frauen haben keine Möglichkeit nach Ende der gesetzlichen Karenzzeit von zwei Jahren wieder in das Berufsleben einzusteigen. Im Zusammenhang mit der Flexibilisierung des Kindergeldes urgiert die AK zu Recht mehr Betreuungsplätze für Kinder bis zwei Jahre, in dieser Altersgruppe beträgt die Betreuungsquote sogar nur 1,3 Prozent. Begrüßt werden vom GLB daher die Vorstöße des oö Soziallandesrates Josef Ackerl (SPÖ) und des steirischen ÖVP-Chefs Hermann Schützenhöfer für einen Gratis-Kindergarten. Eine kostenlose Betreuung in Krippen, Kindergärten und Horten würde - ein möglichst flächendeckendes Netz solcher Einrichtungen vorausgesetzt - mehr Chancen vor allem für die Berufstätigkeit von Frauen schaffen und wäre durch eine entsprechende Abgabe der Betriebe auch finanzierbar. Laut einer Sonderauswertung des AK-Arbeitsklimaindex sehen 56 Prozent der Frauen ihre Teilzeitarbeit nur als Übergangs- oder Notlösung, 59 Prozent geben an, dass ihr Einkommen gerade noch oder nicht zur Deckung des Lebensunterhaltes ausreicht. Laut Arbeiterkammer verdienen 14 Prozent aller Frauen in Oberösterreich trotz Vollzeitarbeit monatlich weniger als tausend Euro brutto. Arbeitsminister Martin Bartenstein (ÖVP) will jedoch weiterhin Niedriglöhne erhalten, wie seine Aussage "Es ist nicht gut, dass der Niedriglohnbereich um 500, 600 Euro so stark belastet ist, er muss marktfähiger werden" bezeugt. Ganz im Sinne der Unternehmen interpretiert hingegen das AMS die wachsende Teilzeitarbeit als "mitarbeiterorientiertes Angebot" und stellt in Abrede, dass viele Frauen gezwungen seien, eine Teilzeitarbeit anzunehmen. Laut einer AMS-Studie würden ein Drittel aller arbeitssuchenden Frauen in Oberösterreich dezidiert einen Teilzeitjob suchen und das AMS bedauert, dass nicht noch mehr Teilzeitstellen angeboten werden. Fakt ist, dass Teilzeitstellen fast ausschließlich in Büro und Verwaltung, Reinigung, Verkauf und sonstigen Dienstleistungen angeboten werden. Die Teilzeitarbeit wird summa summarum für die Frauen immer zur Falle und funktioniert als Ausgrenzungsmechanismus von besser qualifizierten Arbeitsplätzen. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf als Motiv für Teilzeitarbeit zeigt die massiven Defizite durch fehlende Kinderbetreuungsplätze auf, ist aber letztlich ein gewichtiges Argument für eine allgemeine Arbeitszeitverkürzung: "Es ist nämlich ein absoluter Widersinn, wenn auf der einen Seite immer mehr Frauen in Teilzeit oder anderen atypischen Verhältnissen prekär beschäftigt sind und eine anhaltend hohe Arbeitslosigkeit vorhanden ist, auf der anderen Seite Österreich mit real 44,3 Wochenstunden eine der längsten Arbeitszeiten der EU aufweist und die Arbeitszeit weiter flexibilisiert und ausgeweitet wird", so GLB-Bundesvorsitzende Karin Antlanger. ============================================== 21 KPÖ/Raketenabwehr/Abrüstung/Neutralität von KPÖ ============================================== KPÖ-Pressedienst - Drechslergasse 42, 1140 Wien - Telefon +43 (1) 50 36 580 - 0 - Fax +43 (1) 50 36 580 - 499 - Mail info at kpoe.at - Web www.kpoe.at - Ausgabe vom 27. August 2007 Kritik am US-Raketen- und Abwehrschild in Osteuropa ist legitim und notwendig KPÖ fordert Bundeskanzler Gusenbauer auf, konkrete Schritte zur Verhinderung zu ergreifen Als ebenso legitim wie notwendig bewertet die KPÖ die Kritik von Heeresminister Norbert Darabos (SPÖ) am geplanten US-Raketenabwehrschild in Osteuropa. Gegenteilige Meinungen wie jene des dritten Nationalratspräsidenten Michael Spindelegger (ÖVP) zielen darauf, die 1955 von ÖVP, SPÖ und KPÖ im Parlament beschlossene immerwährende Neutralität Österreichs endgültig umbringen und unser Land zum willfährigen Anhängsel des Aufrüstungskurses machen. Die geplanten US-Raketen- und Abwehrsysteme in Polen und Tschechien steigern die Spannungen, wie die Reaktionen Russlands auf diese Maßnahme zeigen: "Das davon bedrohte neutrale Österreich darf sich weder auf die Linie der USA, Russlands noch der EU begeben, sondern muss entsprechend seinem neutralen Statuts eigene Initiativen setzen um solche Maßnahmen zu verhindern und wirksame Abrüstung zu erreichen", meint KPÖ-Bundessprecher Mirko Messner und fordert Bundeskanzler Alfed Gusenbauer auf, der Darabos-Ansage konkrete Schritte folgen zu lassen. Die KPÖ ist besorgt über die weltweit zunehmende Aufrüstung und das Säbelrasseln, das zuletzt auch im Wettlauf um Besitzansprüche in der Arktis deutlich wurde: "Wenn durch die zunehmende Militarisierung Steuergelder auf Kosten sozialer Ansprüche wie Beschäftigung, Gesundheit, Pensionen, Bildung usw. zugunsten der Profite der Rüstungskonzerne umverteilt werden, ist Abrüstung ein Gebot der Stunde", meint Messner. Auch die Hilflosigkeit der nationalen wie auch EU-Behörden angesichts der katastrophalen Waldbrände in Griechenland macht den kontraproduktiven Charakter der Rüstung deutlich. Während alle EU-Länder ständig größere Summen für Rüstung verpulvern, wachsende Rüstungsexporte zu einer Renaissance des "Kalten Krieges" beitragen und der Zwang zur Aufrüstung sogar im Reformvertrag verankert ist, gibt es wegen dafür fehlender Mittel keinen effiziente Katastrophenhilfsdienst um Leben sowie Hab und Gut zu retten, kritisiert die KPÖ. ============================================== 22 [kanalb.at] kanalB.at video: Hintergründe des Nazianschlags in Bern von webmaster at kanalB.org ============================================== titel des videoclips: Hintergründe des Nazianschlags in Bern --: - beschreibung: Am 4. August 2007 wurde das Antifa Festival in der Grossen Halle der Reitschule, Berns Autonomen Zentrum, mit einer Brandbombe angegriffen. Wäre die Bombe nicht kurz zuvor in der Menge entdeckt und ins Freie geschafft worden, wo sie kurze Zeit später zündete, hätte es wohl Schwerverletzte und Tote gegeben. ---: - kategorie: interview ----: - clipinfo: http://austria.kanalb.org/clip.php?clipId=1865 --------------: - laenge: 2:56 min team: Autonomes Medienkollektiv Freiburg erstellt: 2007-08-27 format: ogg datenmenge: 21 MB -------------: - weitere informationen: http://de.indymedia.org/2007/08/190967.shtml ----------------: - video-player download: http://austria.kanalb.org/videoplayer.php -----------------: - kanalB ersetzt herkoemmliches fernsehen: http://austria.kanalb.org ============================================== 23 ACUS: Haider missbraucht Christentum fuerislamfeindliche Hetze von Alois Reisenbichler - Stadtteilzentrum Simmering ============================================== Arbeitsgemeinschaft Christentum und Sozialdemokratie (ACUS): Haider missbraucht das Christentum für islamfeindliche Hetze Die Arbeitsgemeinschaft Christentum und Sozialdemokratie (ACUS) protestiert gegen die Pläne des Kärntner Landeshauptmannes, den Bau von Moscheen und Minaretten gesetzlich zu verbieten. "Bestimmt der Kärntner Landeshauptmann den Glauben der 'Untertanen'? Entscheidet ein Landesherr, welche Religion öffentlich ausgeübt werden kann oder welche nicht?", fragt der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christentum und Sozialdemokratie (ACUS) Richard Schadauer. "Die Hetze gegen Menschen anderer Hautfarbe, anderer Nationalität, anderer Kultur und anderer Religion gehört bei Parteien am rechten Rand zum Alltag. Dem muss ebenso täglich entgegen getreten werden", meint der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christentum und Sozialdemokratie (ACUS) Richard Schadauer. "Als Plattform engagierter Christinnen und Christen in der Sozialdemokratie sind wir schockiert, dass das Christentum für islamfeindliche Propaganda missbraucht wird", betont der ACUS-Bundesvorsitzende Richard Schadauer. "Menschen, die ihren christlichen Glauben ernst nehmen, treten wie Demokratinnen und Demokraten aller Religionen und Weltanschauungen für Religionsfreiheit ein und protestieren gegen rechtsrechten Populismus a la Haider und Strache." "In Österreich ist genug Platz für Gebetsstätten aller Weltreligionen. Aber für Fremdenfeindlichkeit und Rassismus, Antijudaismus und Antisemitismus sowie Islamfeindlichkeit darf in einer Demokratie kein Platz sein", schloss der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christentum und Sozialdemokratie (ACUS) Richard Schadauer. Informationen: Richard Schadauer, Tel. 01 789 24 58 Alois Reisenbichler, Tel. 0664 39 51 809 ============================================== 24 KPÖ/Studiengebühren/Abschaffung von KPÖ ============================================== KPÖ-Pressedienst - Drechslergasse 42, 1140 Wien - Telefon +43 (1) 50 36 580 - 0 - Fax +43 (1) 50 36 580 - 499 - Mail info at kpoe.at - Web www.kpoe.at - Ausgabe vom 28. August 2007 KPÖ fordert neuerlich ersatzlose Abschaffung der Studiengebühren Bis dato keine Institution zur Realisierung des "Gusenbauer-Modells" gefunden Die auffällige Ruhe um eines der zentralen Wahlversprechen der SPÖ möchte die KPÖ durchbrechen und fordert neuerlich die ersatzlose Abschaffung der unsozialen Studiengebühren. Wie sich jetzt abzeichnet, gibt es nach wie vor keine Konkretisierung für das von Bundeskanzler Alfred Gusenbauer als "Alternative" zur Abschaffung propagierte Befreiungsmodell. Laut den Kanzler-Plänen sollten Studierende die Gebühren durch Nachhilfe (Tutoring) oder Beratung (Mentoring) mit insgesamt 60 Stunden und für einen Stundensatz von rund sechs Euro "abarbeiten" können. Doch bis dato gibt es keine Institution, welche die Abwicklung dieses fragwürdigen Modells übernimmt, wie auch Wissenschaftsminister Johannes Hahn (ÖVP) zugeben muss. So hat die ÖH dezidiert abgelehnt und auch der verschiedentlich genannte Verein Kulturkontakte ist nicht interessiert. Da der überwiegende Teil der Studierenden gleichzeitig berufstätig ist, wäre das "Gusenbauer-Modell" nur eine weitere Zusatzbelastung. Laut einer Arbeiterkammer-Studie müssen mehr als 150.000 der 230.000 Studierenden neben dem Studium arbeiten. Laut dieser Umfrage kommen Studierende an Fachhochschulen wöchentlich auf mehr als 70 Stunden, an Universitäten auf 60 Stunden für Studium und Arbeit. "Die einzige Alternative sowohl aus sozialen Erwägungen als auch im Sinne eines effizienten Studiums ist und bleibt daher die ersatzlose Abschaffung der unsozialen Studiengebühren", meint KPÖ-Bundessprecherin Melina Klaus: "In diesem Sinne unterstützt die KPÖ auch alle Proteste der Studierenden wie etwa ein Volksbegehren oder einen Gebührenboykott." Eine von der KPÖ durchgeführte Online-Petition wurde zu Jahresbeginn innerhalb weniger Wochen von rund zweitausend Menschen unterstützt. Zudem beinhaltet das Koalitionsabkommen von SPÖ und ÖVP nicht nur die Aufrechterhaltung, sondern auch eine Erhöhung der mit dem Wintersemester 2001/02 eingeführten Studiengebühren von derzeit 363 Euro pro Semester. Im Regierungspakt von SPÖ und ÖVP heißt es nämlich ausdrücklich "Zur Abgeltung der Teuerung werden sämtliche Gebühren wie z.B. Vignette einer jährlichen Valorisierung unterzogen." "Durch die Studiengebühren wird der in Anfang der 70er Jahre als großer sozialer Fortschritt bewertete freie Hochschulzugang drastisch eingeschränkt und wieder zu einer Frage des Geldes", meint Melina Klaus abschließend. Sie kritisiert, dass die (2006 mit 165 Millionen Euro budgetierte) Erbschafts- und Schenkungssteuer als "Bagatellsteuer" abgeschafft werden soll, die Studierenden bzw. deren Eltern aber weiterhin rund 130 Millionen Euro für Studiengebühren aufbringen sollen. Nach Meinung der KPÖ darf die Finanzierung der Universitäten nicht auf Studiengebühren aufgebaut werden, sondern muss aus dem Budget erfolgen. Dafür ausreichende Mittel können durch eine höhere Besteuerung von Kapital und Vermögen, den Verzicht auf Subventionen für Konzerne und Abrüstung aufgebracht werden. ============================================== 25 USA/Moderne Zeiten: Police America Act 2007 von akin ============================================== akin-Pressedienst. Aussendungszeitpunkt: Dienstag, 28. August 2007; 15:10 ********************************************************** USA/Moderne Zeiten: > Police America Act 2007 Auch In den USA geht der "Krieg gegen den Terrorismus" weiter. Man hoert kaum mehr hin, wenn solche Meldungen ueber die Ticker gehen, zu vielfaeltig sind die zum Teil haarstraeubenden Massnahmen der US-Regierung -- nun allerdings mit Unterstuetzung eines in beiden Haeusern demokratisch dominierten Kongresses. Der letzte Anschlag auf die Civil Rights ist der "Protect America Act 2007" -- die "Amerikanische Buergerfreiheitenunion" (ACLU) nennt das Gesetz nur mehr "Police America Act" und verteilt Postkarten, die die demokratischen Fraktionsanfuehrer als willige Schafe darstellen. Im PAA geht es um nichts weniger als die Ueberwachung saemtlicher Telekommunikation (Telefon, Email etc.) ueber US-Amerikas Grenzen hinweg. Diese Daten sollen komplett aufgezeichnet werden und ohne jegliche richterliche Verfuegung ausgewertet werden duerfen. Kontrolle darueber hat der (im uebrigen gerade jetzt neu zu bestellende) Justizminister. Fuer die ACLU ist das ein unerhoerter Affront gegen den 4.Zusatzartikel der Verfassung (Hausrecht, Schutz des Privatlebens). Denn nun wird eben nicht nur das Ausland abgehoert, sondern die Kommunikation mit dem Ausland. Ersteres war zwar auch nicht im Sinne von Buergerrechtsaktivisten, betraf aber nicht explizit die Rechte von US-Buergern. Nun wird aber jeder Auslandskontakt ueberwacht. Die einzige Einschraenkung (wohl dem obzitierten Verfassungsrecht geschuldet): Es darf dabei nicht gezielt ein US-Buerger Gegenstand der Untersuchung werden -- eine schwammige Bestimmung, wenn man stattdessen halt saemtliche Auslandskontakte des Buergers fuer verdaechtig haelt. Auch wenn konkrete Informationen ueber die Praxis dieses Lauschangriffs noch fehlen (und wohl auch in Zukunft der Oeffentlichkeit vorenthalten werden), ist anzunehmen, dass dieses Gesetz wohl weltweit die Kommunikation betreffen wird -- denn gerade mit dem Interesse an der Kommunikation von Auslaendern mit Auslaendern wurde das Gesetz durch den Kongress geboxt. Diese Ueberwachungsbreite ist moeglich durch einen starke Beteiligung US-amerikanischer Telekommunikationsgiganten am weltweiten Markt. So gehen beispielsweise viele eMails auch ueber US-amerikanische Server -- selbst wenn sie eigentlich nur zwischen Hernals und Ottakring hin und her laufen sollten. *Bernhard Redl* Weitere Informationen: http://www.aclu.org ============================================== 26 Kommentar der Anderen: Der "Schwarze Block" - einmedienstarkes Phaenomen von akin ============================================== akin-Pressedienst. Aussendungszeitpunkt: Dienstag, 28. August 2007; 15:18 ********************************************************** Kommentar der Anderen: > Der "Schwarze Block" Ein medienstarkes Phaenomen zwischen Traditionsverband und fliegendem Suizidkommando -- ein Kommentar von Horst Stowasser aus der deutschen "Graswurzelrevolution" Gestern frueh habe ich in der Warteschlange vor der Supermarktkasse schnell einen Blick in die Bild-Zeitung geworfen, um endlich einmal zu erfahren, was der Schwarze Block ist: Ein Handynetzwerk blutjunger Hooligans. Aha. Es hat keine 50 Sekunden gedauert, den ganzen Artikel zu lesen. Wenig spaeter sitze ich mit meinem Sohn beim Fruehstueck in einem Gartenlokal. Er hatte gerade per Handy die neuesten Nachrichten von seinem Kumpel Kai aus Heiligendamm bekommen. Kai ist zwanzig, macht beim AnArchiv mit und sitzt gerade am Sicherheitszaun fest: Sitzblockade und nichts zu essen. Am Tag zuvor, so berichtet Kai voellig konsterniert, stand er gerade in bester Proteststimmung mitten im bunten Gewimmel eines unglaublich riesigen, phantasievollen und gewaltfreien Demonstrationszuges, als sich urploetzlich, schwuppdiwupp, eine Kohorte von mehreren hundert schwarzgewandeten Kampfkadern an der Spitze aufbaute, einige Parolen von sich gab, und in perfekt eingeuebter Routine begann, das Pflaster aufzubrechen. Ein Stosstrupp des "Schwarzen Blocks" in einer manoeverreifen Vorfuehrung! Eine erste Salve von Steinen schoss durch die Luft, und reflexartig begann der Gegenangriff der ebenfalls vermummten Polizeistosstrupps. Nach kurzem und heftigem Schlagabtausch traten die Kaempfer des Schwarzen Blocks in bestaunenswert disziplinierter Form den taktischen Rueckzug an und mischten sich unter die Demonstrantinnen und Demonstranten - nicht wenige, nachdem sie geschwind ihr Outfit gewechselt hatten und nunmehr als nette, bunte Demonstranten wieder auftauchten: Noch bevor den DemonstrantInnen so recht klar wurde wie ihnen geschah, war die Kacke auch schon am dampfen. Erregt unterhalten wir uns ueber die Sinnhaftigkeit solcher Aktionen. Automatisch schiesst mir das Bild der selbsternannten Kampfschwadronen vom "Fliegenden Suizidkommando" aus Monty Pythons "Leben des Brian" ins Hirn. Mein Sohn findet es unmoeglich, andere so zu instrumentalisieren und will wissen, was das mit Anarchie zu tun habe. Der Mittfuenfziger am Nebentisch faltet seine "Bild" zusammen und mischt sich ins Gespraech: Er koenne das alles nicht mehr begreifen und denke mittlerweile ans Auswandern in ein Land, in dem nicht alles so bescheuert sei. Am Nachmittag ruft Genosse Druecke an und schildert mir seine frischen Eindruecke aus Heiligendamm. Er bestaerkt meine Assoziation vom "Fliegenden Suizidkommando" noch - durch eine ganz andere Spielart von "Schwarzem Block": Auch die Polizei, so Bernd, schicke jetzt schwarz vermummte Stosstrupps ruecksichtslos in die Reihen friedlicher DemonstrantInnen, wo die ebenfalls oft blutjungen Polizisten mit voller Brutalitaet drauflos pruegelten, Leute herausgriffen, Gegengewalt provozierten. Was laeuft da eigentlich ab, frage ich mich. Eine Art kampfsportliches Kraeftemessen nach militaerischen Ritualen? Ein Schaukampf zwischen linksradikalen und staatlichen Avantgardekaempfern um die Lufthoheit im TV-Nachrichtenmarkt.? Waehrend ich noch darueber sinniere, ruft der Suedwestfunk an und will ein Interview. Der Moderator wuerde gerne wissen, ob die Autonomen Anarchisten seien, und ob man sich unter Anarchie das vorzustellen habe, was der Schwarze Block gerade vorfuehrt. Interessante Frage. Vom Zorn... Nun bilde ich mir ja nicht ein, ein Interpretationsmonopol in Sachen Anarchie zu besitzen und schon gar nicht, was die Autonomen betrifft, mit denen ich nie was am Hut hatte. Trotzdem stelle ich mich den Fragen und beantworte sie so gut ich eben kann.* Aber erst nach dem Gespraech kommt die Reflexion ueber das, was gestern an der Supermarktkasse begann und heute bei SWR 2 endete, so richtig in Gang. Was ist der Schwarze Block? Eine Organisation? Ein Fun-Event fuer wuetende Protest-Kids, die den ultimativen Kick suchen? Eine linke Wehrsportgruppe? Nein - vor allem ist er ein Mythos, der wie eine Wanderstafette von einer Generation zur naechsten weitergegeben wird. Ein Selbstlaeufer, der viel zu medienwirksam ist, als dass er in einer Mediengesellschaft jemals sterben duerfte. Der Begriff tauchte vor ueber 20 Jahren im Umfeld von Startbahn West und Hafenstrasse auf, verdichtete sich in Kreuzberg zu einer kalendarisch fixierbaren Dauerveranstaltung und ist inzwischen ein internationales Phaenomen. Gespeist wurde er zunaechst vom (ueberaus berechtigten) Zorn sowie dem (ueberaus frustrierenden) Gefuehl der Ohnmacht einer Protest- und Widerstandsbewegung gegenueber der Brutalitaet der Staatsmacht. Getragen wurde der Schwarze Block seinerzeit von einer Melange aus militanten Anarchos und Autonomen, und viele fanden diese Form, sich zu wehren, legitim. Auch ich. Und deshalb war ich gelegentlich auch genau dort zu finden. Bis mir die Beschraenktheit des Ganzen aufging. Und zwar nicht erst, nachdem sich jener unsaegliche Kampfheldenkult breit zu machen begann und in Frankfurt der erste Polizist erschossen wurde. Das war zwar ein erschreckender Anlass, die militaristische Degenerierung des Ganzen zu erkennen und ein guter Grund, sich von solcher Art Gewalt abzuwenden. Aber die tieferen Gruende sind weitaus schlimmer: Eine politische Bewegung, die sich auf das militaerische Niveau ihrer Gegner begibt, kann nicht anarchistisch sein. Eine politische Kultur, deren Selbstzweck sich in militantem Protest erschoepft, muss gesellschaftlich steril bleiben. Eine Szene, die sich in ihrer eigenen Beschraenktheit abkapselt, verbloedet irgendwann in der Liturgie ihrer militanten Rituale. All das wird auf Dauer einfach nur langweilig. Und genau dort duempelte dann auch diese Szene um den Schwarzen Block - als ueberwiegend deutsches Phaenomen - schliesslich vor sich hin: als jederzeit kurzfristig mobilisierbares Reserveheer im linksautonomen Ghetto. Bis 1999 mit der "Battle of Seattle" das Phaenomen des Schwarzen Block in einer Art Urknall ploetzlich zu einem internationalen Begriff wurde. Die Medien waren entzueckt und hatten fortan eine griffige optische Markenikone - samt passendem Outfit, Szenesprache und Strassenchoreographie. Hinter dem gefaelligen Medienspektakel steckte indes ein neuer Kopf mit neuen Ideen: John Zerzan, der mit seiner Handvoll Junganarchos aus Portland, Oregon, in Seattle das zelebrierte, was er in seinen ueberaus klugen Essays eines neuen Anarcho-Primitivism entwickelte: Eine ethisch wohl begruendete, technologie- und globalisierungsfeindliche Gesellschaftskritik, deren Staerke in der Analyse archaischer Agrargesellschaften liegt und deren Schwaeche in der voellig fehlenden Perspektive eines gangbaren Weges zu einer libertaeren Gesellschaft. Seine Botschaft reduziert sich auf den militanten Frontalangriff: zerschlagen ja, aufbauen nein! Konsequenterweise ist er ein offener Bewunderer des als "Unabomber" bekannt gewordenen Mathematikprofessors Theodore Kaczynski. Zerzans Thesen erinnern frappant an die brillante Verteidigungsrede Émile Henrys, der vor seiner Guillotinierung 1894 in ergreifenden Worten seinen Hass auf die Gesellschaft zu schildern verstand. Und damit jene Bombe rechtfertigen wollte, die er in ein vollbesetztes Pariser Café geschleudert hatte. ...und von der Freiheit Ich vermute, dass auch jene gegen den Gipfel demonstrierenden Menschen, die sich in einem Rostocker Café panisch vor den Glassplittern des Schaufensters zu schuetzen versuchten, welches sich der Schwarze Block zum Angriffsziel erkoren hatte, noch nie etwas von Émile Henry gehoert haben. Genau so, wie die meisten jener jungen Antifas, Autonomen und Anarchopunks wohl kaum je etwas von John Zerzan gehoert haben duerften, die - voll von verstaendlicher Wut gegen dieses wahrhaft verbrecherische System - in Heiligendamm den militaerischen Rammbock spielen. Und welchem jungen Autonomen ist wohl heute noch die eher bieder-theoretische Zeitschrift "Autonomie" bekannt, mit der weiland alles begann.? Nein, der Schwarze Block ist weder eine Organisation, noch eine Bewegung noch eine Idee. Er ist ein medienstarkes Phaenomen mit einem Mythos, der von Generation zu Generation tradiert wird und ganz besonders immer wieder junge Menschen anspricht. Menschen, die in ihm ein Ventil fuer ihre Wut finden und in der Medienpraesenz eine Art Trophaee. Insofern ist er zu einer Tradition geworden, die es zu pflegen gilt, wobei immer wieder mal gerne auch mit anarchistischen Symbolen kokettiert wird. Eine Tradition, schwach an Inhalten und stark in ihren Formen, die vom internationalen Traditionspflegeverband "Schwarzer Block" von Match zu Match wie ein Wanderpokal weitergereicht wird. Mir scheint die Schicksalsfrage des Anarchismus mehr denn je daran gekoppelt, ob es ihm gelingen wird, destruktiven Zorn in kreative Kraft, blinde Wut in subversive Energie, geistreiche Kritik in positive Utopie zu verwandeln. Man mag Verstaendnis fuer die Gruende aufbringen, die die Menschen im Schwarzen Block bewegen. Einer libertaeren Gesellschaft bringt uns all das, was er auf den Strassen veranstaltet, aber wohl keinen Schritt naeher. "In Seattle, Goeteborg, Genua und Rostock", schreibt Andrian Kreye in der Sueddeutschen Zeitung, "zaehlte die Praxis des Strassenkampfes und nicht die Denkschulen des Anarchismus." (GWR 320, sommer 2007/gek.) Quelle: http://www.graswurzel.net/320/block.shtml ============================================== 27 WWWebtips: Ulrichsberg, Demokratie, Anarchia von akin ============================================== akin-Pressedienst. Aussendungszeitpunkt: Dienstag, 28. August 2007; 14:31 ********************************************************** WWWebtips: > http://www.u-berg.at Alle Jahre wieder treffen sich Kameradschaft IV und sonstige Kameraden auf dem Kaerntner Ulrichsberg, um der Opferrolle der Waffen-SS und anderer friedliebender NS-Verbaende zu gedenken. Diesmal vereinigen sich die unschuldigen Helden mit ihren Kindern im Geiste am 16.September. Und wie jedes Jahr gibt es auch heuer wieder vaterlandsloses Gesindel, das etwas daran auszusetzen hat. Dieses veranstaltet Protestaktionen vom 14. bis zum 16.September. Genaue Orte und Zeiten sind noch unklar, wer allerdings so schamlos ist, sich daran beteiligen zu wollen, sollte wohl bald unter obiger URL genauere Informationen darueber erhalten koennen. * > http://www.mehr-demokratie.at/ > http://wiki.mehr-demokratie.at/index.php/Hauptseite Langsam findet sich doch eine kleine Bewegung in Oesterreich zusammen, die sich (angesichts der Verlaengerung der Legislaturperiode sowie andauernder Demokratielosigkeit dieser Republik) mit Fragen von Demokratie und Verfassungsrecht in Oesterreich beschaeftigen moechte. Es handelt sich dabei um ein Netzwerk mehrerer sich in den letzten Monaten und Jahren entwickelt habenden Initiativen. Besonders das Wiki (URL 2) sei anempfohlen, da von dort viele Links zu den verstreuten Aktivitaeten zeigen. * > http://www.anarchia-versand.net Kleidsames fuer den modischen Anarchisten und die stilsichere Anarchistin -- unter dieser URL gibt es alles, um Flagge zu zeigen. Sogar wortwoertlich in rot-schwarz. Oder als Stern oder Aufnaeher. Fadere Charaktere koennen dort aber auch Buecher bestellen. Und seit neuestem ist auch eine Wiederauflage der legendaeren Space-Invaders-Kollektion erhaeltlich: Pickerln, Plakate, Aufnaeher, Leiberln etc. gegen Kapitalismus, Patriachat, Rassismus und ueberhaupt alles Boese. -br- *************************************************** Der akin-pd ist die elektronische Teilwiedergabe der nichtkommerziellen Wiener Wochenzeitung 'akin'. Texte im akin-pd muessen aber nicht wortidentisch mit den in der Papierausgabe veroeffentlichten sein. Nachdruck von Eigenbeitraegen mit Quellenangabe erbeten. Namentlich gezeichnete Beitraege stehen in der Verantwortung der VerfasserInnen. Ein Nachdruck von Texten mit anderem Copyright als dem unseren sagt nichts ueber eine anderweitige Verfuegungsberechtigung aus. Der akin-pd wird nur als Abonnement verschickt. Wer versehentlich in den Verteiler geraten ist, kann den akin-pd per formlosen Mail an akin.buero at gmx.at abbestellen. ************************************************* 'akin - aktuelle informationen' a-1170 wien, Lobenhauerngasse 35/2 vox: ++43/1/535-62-00 (anrufbeantworter, unberechenbare buerozeiten) http://akin.mediaweb.at akin.buero at gmx.at Bankverbindung lautend auf: föj/BfS, Bank Austria, BLZ 12000, 223-102-976/00, Zweck: akin ============================================== 28 Verarmung/Initiativen: Texte gesucht von akin ============================================== akin-Pressedienst. Aussendungszeitpunkt: Dienstag, 28. August 2007; 15:22 ********************************************************** Verarmung/Initiativen: > Texte gesucht! Das Heer derer, die in prekaere Arbeits- und damit auch in prekaere Lebensverhaeltnisse getrieben werden, wird immer groesser. Dafuer nehmen die ASVG-Anstellungen ab und Zug um Zug auch die Arbeitsplatzsicherheit. Geringfuegige Beschaeftigungen, niedrige Loehne, Teilzeit, befristete Vertraege, mangelnder Kuendigungsschutz, in der naechsten Dekade wird sich auf dem heimischen Arbeitsmarkt sehr viel aendern. Du kennst jemanden, der sich finanziell so recht und schlecht durchschlaegt? Oder du hast selbst erlebt, was es heisst, sich nach der Decke strecken zu muessen? Dann schreib deine Erfahrungen jetzt auf. Die Ausstellung: Auf Initiative der Bezirksgruppe Alsergrund der Gruenen Alternative (Kontakt: Friedrich Hahn) kam in Zusammenarbeit mit dem Fotografen Raphael Bolius das Projekt "Persoenlich betroffen" zustande. Die Ausstellung wird im Jaenner 2008 stattfinden. Zur Ausstellung soll ein Katalog erscheinen. Mit Texten von Betroffenen. Was bedeutet es, sich gerade nur das Notwendigste leisten zu koennen? Vom Entgelt einer geringfuegigen Beschaeftigung leben zu muessen? Als Ich-AG monatelang einem Job hinterher zu sein, den dann doch eine "richtige Firma" bekommt? Berichte ueber deine "prekaeren Verhaeltnisse". Ohne Schnoerkel. Moeglichst authentisch. Schreib einfach so, wie dir "der Schnabel gewachsen ist". Und schicke deinen Text (ca eine halbe Seite A4) an: friedrich.hahn at gruene.at. (T.: Wien 319-73-75) Dein Beitrag wird absolut anonym behandelt. Derzeit laufen Subventionsgespraeche. Vielleicht kann letztendlich sogar ein bescheidenes Honorar bezahlt werden... (Aussendungstext/gek.) ============================================== 29 Letzte Worte/Deren Heer: Weicheier aus dem Schulbus von akin ============================================== akin-Pressedienst. Aussendungszeitpunkt: Dienstag, 28. August 2007; 14:36 ********************************************************** Letzte Worte/Deren Heer: > Weicheier aus dem Schulbus Das Bundesheer ist auf der verzweifelten Suche nach richtigen "Maennern", aber: "keine Gaertner und Kleintierzuechter, keine Angehoerigen der Schulbusgeneration und keine Weicheier", wie einer Werbekampagne des Kommandos der Kaderpraesenzeinheiten (KIOP/KPE) im steirischen Strass zu entnehmen ist (1). Es winken Kampfeinsaetze im Rahmen der EU. In der Sprache der Armee nennt sich das "friedenserhaltende Einsaetze im Ausland". Aus Afghanistan und dem Irak kommen SoldatInnen haeufig in Saergen zurueck in ihre Herkunftsorte, von den zivilen Opfern erfahren wir in den Nachrichten meist erst dann, wenn auch SoldatInnen der "Elitenationen" betroffen sind. Das Kommando in Strass ist fuer seinen Blickwinkel bekannt. Es wurde von Beginn an kein gutes Haar an der Bundesheerreform gelassen: "Die Tendenz zum Berufsheer vernachlaessigt die Reservekomponente vollstaendig. Bei einer Dienstzeit von sechs plus null Monaten schrumpft der Milizstand automatisch - obwohl eine Aufstellung von internationalen Einheiten ohne Heranziehung von Freiwilligen aus der Miliz nicht funktionieren kann." (Milizoberst Lugert im "Standard" (2)) Strass in der Steiermark ist jenes Militaergelaende, das allem Scherz zum Trotz am 1.April 1998 den ersten Frauen ihren Einberufungsbefehl ausstellte, um sie, begleitet von den Protesten friedensbewegter Menschen, in die Armee aufzunehmen. Sowohl das Anliegen als auch die Sprache verraten die Absichten der Militaerstrategen: Die zur Verfuegung stehenden Maenner reichen nicht aus, um die militaerischen Plaene umsetzen zu koennen, qualitativ wie quantitativ werden notgedrungen, um das Schlachtvieh aufzustocken, auch Frauen herangezogen. Selbstverstaendlich brauchen wir in unserer Gesellschaft Gaertner und Gaertnerinnen, Menschen, die sich mit Kraeuterkunde und Kleintierzucht beschaeftigen, insbesondere, um jene vom Aussterben bedrohten Pflanzen- und Tierarten zu retten, die vielfaeltiges Leben ermoeglichen. Wir sind fuer die Gaertnerei und fuer die Kleintierzucht. Weil wir das Leben lieben. Zerstoererisch ist die Aufforderung der Armee, SoldatInnen in den Tod zu schicken. *rosalia krenn* arge wehrdienstverweigerung, gewaltfreiheit & fluechtlingsbetreuung (1) Ganzseitiges Inserat in: Der Panther, Die Zeitung des Jaegerbataillons 17, Ausgabe 2/2007, Seite 12; http://www.bmlv.gv.at/sk/lask/brigaden/jgbrig7/baon/pdf/jgb17_der_panther_2_2007.pdf (2) Der Standard, 9.7.2007 *************************************************** Der akin-pd ist die elektronische Teilwiedergabe der nichtkommerziellen Wiener Wochenzeitung 'akin'. Texte im akin-pd muessen aber nicht wortidentisch mit den in der Papierausgabe veroeffentlichten sein. Nachdruck von Eigenbeitraegen mit Quellenangabe erbeten. Namentlich gezeichnete Beitraege stehen in der Verantwortung der VerfasserInnen. Ein Nachdruck von Texten mit anderem Copyright als dem unseren sagt nichts ueber eine anderweitige Verfuegungsberechtigung aus. Der akin-pd wird nur als Abonnement verschickt. Wer versehentlich in den Verteiler geraten ist, kann den akin-pd per formlosen Mail an akin.buero at gmx.at abbestellen. ============================================== 30 Neue ASt-Broschüre: Die Rolle der Ausbildung im Kapitalismus von ASt-LFI ============================================== Neue Broschüre des ArbeiterInnenstandpunkt erschienen! Der Mensch und die Heranbildung zur Maschine Eine marxistische Analyse der Ausbildung im Kapitalismus von Roman Birke Inhaltverzeichnis Einleitung Exkurs 1:?Bildung oder Ausbildung? Ausbildung im Kapitalismus Die Rolle der Wissenschaft und der Produktivkräfte im Kapitalismus9 Globalisierung, EU und Konkurrenz Paradebeispiel Österreich Bologna:?Bildung und imperialistische EUExkurs 2:?Entwertung der Arbeitskraft und LLL Ausbildung als Bestandteil der Reproduktion des Kapitalismus Schulen und Universitäten - Fabriken der Jugend Bildungsabbau? Anti-Proletarisches Bildungsumfeld Exkurs 3:?Gesamtschule als Mittel zur gerechteren Bildung? ZusammenfassungEin Katalog von Übergangsforderungen Zerschlagt die kapitalistischen Schulen und Universitäten Fußnoten Glossar /?Begriffserklärung Wer wir sind ============================================== 31 GLB/Gemeindebedienstete/Gehaltsforderung von GLB ============================================== Pressedienst des Gewerkschaftlichen Linksblocks (GLB), Hugogasse 8, A-1110 Wien - Telefon +43 664 61 45 012 oder +43 1 53 444-308 - Mail office at glb.at - Web www.glb.at - Ausgabe vom 29. August 2007 GLB fordert 6,3 Prozent Gehaltserhöhung für Gemeindebedienstete Böhm-Raffay: Keine noble Zurückhaltung angebracht Im Zusammenhang mit den bevorstehenden Gehaltsverhandlungen richtete jetzt die Fraktion Gewerkschaftlicher Linksblock im ÖGB (GLB) in der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten (GdG) ihre Vorschläge an das Präsidium der GdG. Nach den Vorstellungen des GLB ist eine Erhöhung der Gehälter, Zulagen und Nebengebühren um 6,3 Prozent mit Wirksamkeitsbeginn 1. Jänner 2008 zuzüglich einer Einmalzahlung von 275 Euro gerechtfertigt. Gefordert wird weiters eine Laufzeit von zwölf Monaten, ein Stillhalteabkommen wird abgelehnt. "Nach den einschneidenden Maßnahmen der letzten Jahre und der überdurchschnittlichen Inflationsrate des Basiswarenkorbes darf es für den Gehaltsabschluss 2008 keine noble Zurückhaltung mehr geben", meint Roman Böhm-Raffay, Vorsitzender des GLB-GdG: "Mit der Einmalzahlung soll das Wirtschaftswachstum der letzten Jahre abgegolten werden, welches bisher bei den Gehaltsverhandlungen nicht berücksichtigt wurde." Die öffentlich Bedienstete leisten einen wesentlichen Beitrag für die Grundbedürfnisse der Bevölkerung. Ihre Arbeitsbelastung ist bedingt durch Personalabbau, Rationalisierung und verschärfte Arbeitsbedingungen unverhältnismäßig hoch angestiegen: "Die Notwendigkeit einer nachhaltig, spürbaren Erhöhung der Gehälter, Zulagen und Nebengebühren sowie die Auszahlung einer Einmalzahlung steht daher außer Zweifel", meint Böhm-Raffay. Als zusätzliche Motivation für die stets sehr engagierte Arbeit der Gemeindebediensteten schlägt der GLB-GdG vor, den von der Stadt Wien im vergangenen Jahr nach Maastricht-Kriterien erzielten Budgetüberschuss von 200 Millionen Euro in Form einer Sonderremuneration auf die vorhandenen rund 60.000 Gemeindebediensteten aufzuteilen. Die Linksfraktion ersucht das Präsidium und den Zentralvorstand der GdG diese Vorschläge bei der Erstellung der Gehaltsforderung 2008 zu berücksichtigen und somit einen sozialen und gerechten Gehaltsabschluss für die Gemeindebediensteten zu erreichen. ============================================== 32 [gajwien] suspect 15 - freiraum! selbstbestimmt! von GAJ Wien ============================================== liebe/r newsletterabonnent/in! die ausgabe 15 der gaj-wien zeitung suspect ist da. freiraum selbstbestimmt schutzzone.at.tf / frei-zeit / frauen.frei.raum / vorratsdatenspeicherung / definier mal (frei)raum / überwachung / chronologie / bist du schon im studivz / webview / ökologie von rechts - teil 1 / solidarität mit den russischen antifas / kochen? kochen! bei abonenntinnen sollte das suspect inklusive der broschüre des ak gegen den kärntner konsens - u-berg torpedieren!/u-berg torpedirati! - innerhalb der nächsten tage im postkasten landen. wer das suspect noch nicht im abo hat kann ein gratis abo bestellen auf http://www.gajwien.at/GAJ-Shop.htm editorial die möglichkeit sich zu entfalten, ideen umzusetzen und das leben so zu gestalten wie mensch selbst für richtig hält, werden in vielfältiger weise eingeschränkt. selbstbestimmtes leben wird durch ein knappes (frei-)raumangebot, im tatsächlichen wie im übertragenen sinn, begrenzt und vielfach verunmöglicht. nachzulesen im artikel: (frei)raum die wenigen selbstbestimmten (frei-)räume werden immer wieder in ihrer existenz bedroht: hausprojekte werden geräumt. menschen werden von öffentlichen plätzen verjagt. aktivistinnen wird die möglichkeiten sich zu treffen entzogen. hinzu kommt, dass immer weniger menschen die zeit haben sich für freiräume einzusetzen oder diese zu nützen: prekäre arbeitsverhältnisse oder der druck das studium schnell fertig machen zu müssen erschweren soziales, kulturelles und politisches engagement. freizeit ist freiraum. nachzulesen im artikel: frei-zeit (frei-)räume stehen oftmals im widerspruch zueinander und müssen daher gegeneinander abgewogen werden. die möglichkeit einer person sich auszubreiten, kann gleichzeitig die einschränkung einer anderen bedeuten. gerade in einer patriarchalen gesellschaft sind die chancen sich zu entfalten zwischen den geschlechtern ungerecht verteilt. vor diesem problem sind auch noch so emanziaptorische projekte nicht gefeit. nachzulesen im artikel: schutzzone.at.tf und frauen.frei.raum auch die scheinbar grenzenlosen freiheiten, die neue technologien mit sich bringen, bergen gefahren in sich. so werden die möglichkeiten die nutzung des internets zu überwachen mit einer angsteinflößenden regelmäßigkeit erweitert. ein paradigmenwechsel findet statt: jeder mensch wird zur/zum verdächtigen, privatsphäre geht zunehmend verloren. die vorratsdatenspeicherung ist ein aktuelles, jedoch nur eines von vielen instrumenten steigender staatlicher überwachungstätigkeit. nachzulesen im artikel: vorratsdatenspeicherung eine vielzahl von internetuserinnen scheint auf die privatsphäre allerdings nicht all zu viel wert zu legen. millionen menschen veröffentlichen private fotos, videos und informationen zu politischer gesinnung und freizeitgestaltung im internet. diesem "exibitionismus 2.0" wird etwa auf der social-networking plattform studivz zelebriert. nachzulesen im artikel: "bist du schon im studivz?" in diesem suspect starten wir eine dreiteilige serie zum thema "ökologie von rechts". das meist als "urgrün" verstandene thema umweltschutz ist auch eines rechter und rechtsextremer parteien und gruppierungen. außerdem findet ihr in dieser ausgabe wieder den webview, kochen? kochen! und die chronologie, sowie andere interessante texte. mit der fünfzehnten ausgabe des suspect feiert die grünalternative jugend wien 2007 auch ihr fünfzehnjähriges bestehen. wir laden alle herzlich zu einem fest in der "szene wien" (1110 wien), am 19. oktober 2007 ein! neben djins und anderen bands werden egotronic aufspielen. weitersagen, hinkommen und mit uns feiern! viel spass mit ausgabe 15 des suspect! eure suspect-redaktion gratis abo bestellen auf http://www.gajwien.at/GAJ-Shop.htm liebe grüße, die grünalternative jugend wien. ============================================== 33 Presseinformation der HOSI Linz: 30.08.2007/Gegen Leondinger Städtepartnerschaft mit Treviso von HOSI Linz ============================================== Kein Händedruck mit Giancarlo Gentilini! HOSI Linz gegen eine Städtepartnerschaft Leondings mit Treviso "Eine Stadt, in der der Vizebürgermeister in einem Fernsehinterview einfach sagen kann, dass sich die Schwuchteln neue Städte suchen müssten, in denen sie willkommen wären, denn in Treviso gäbe es keinen Platz für Schwuchteln oder dergleichen, ist für eine oberösterreichische Stadt als Partnerstadt einfach untragbar", so HOSI-Geschäftsführer Gernot Wartner. Natürlich könne man nicht von einem Vizebürgermeister auf die ganze Stadt schließen, aber, so Wartner, Bürgermeister Sperl und Stadtrat Dorn-Fussenegger sollten sich vergewärtigen, dass sie wohl oder übel nicht darum herumkommen werden, Vizebürgermeister Giancarlo Gentilini auch die Hand zu schütteln. "Gerade von einem SPÖ-Politiker und einem Grünen hätte ich mir da mehr Sensibilität erwartet", bedauert Wartner. Giancarlo Gentilini, der von 1995 bis 2005 Bürgermeister von Treviso war und seit 2006 Vizebürgermeister ist, ist wie Bürgermeister Gian Paolo Gobbo Mitglied der rechtspopulistischen Oppositionspartei Lega Nord. Anfang August sagte Gentilini in einem Radiointerview über einen bekannten Treffpunkt von Schwulen in Treviso: "Ich werde die Polizei einsetzen, damit eine ethnische Säuberung eingeleitet wird." Nach Protesten des Regionalverbandes von Arci Gay, dem italienischen Lesben- und Schwulenverband, setzte Gentilini in einem Fernsehinterview Mitte August noch einmal nach: "Die Schwuchteln müssen sich neue Städte suchen, in denen sie willkommen sind. Hier in Treviso gibt es keinen Platz für Schwuchteln oder dergleichen", so Gentilini. Der Lega Nord-Politiker ist schon früher durch rassistische und ausländerfeindliche Aussagen aufgefallen. So sagte er unter anderem über marokkanische MigrantInnen: "Unsere Zivilisation ist jener der Wüste überlegen. Wir wollen nicht, dass Treviso in eine Kasbah verwandelt wird. Hinter den Marokkanern steckt ein kommunistisches Komplott." Und zu nigerianischen Migranten meinte er, dass Italien keine Leute brauche, die vor Löwen flüchteten und mit Pfeil und Bogen Antilopen jagten. "Und nun wollen führende StadtpolitikerInnen Leondings nach Treviso fahren und einem solchen Mann die Hand schütteln! Wir ersuchen Herrn Bürgermeister Sperl und den Leondinger Gemeinderat nachdrücklich, die angedachte Partnerschaft mit Treviso bis auf weiteres abzusagen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Bürgermeister Sperl sich mit Menschen wie Giancarlo Gentilini auf einem Foto beim freundschaftlichen Händedruck finden will. Die Lesben und Schwulen in Leonding sind jedenfalls entsetzt darüber, dass ihre StadtpolitikerInnen so wenig Sensibilität zeigen", so Wartner. Die HOSI Linz ist jedenfalls der Ansicht, dass es genügend andere Städte in Italien gäbe, deren führende PolitikerInnen keine so rassistische und ausländerfeindliche Haltung hätten und die sich über eine Partnerschaft mit Leonding freuen würden. "Es muss doch nicht ausgerechnet Treviso mit seinem Giancarlo Gentilini sein, oder?" so Wartner abschließend. Für die HOSI Linz gez. Gernot Wartner, Geschäftsführer Linz, den 30.08.2007 Rückfragehinweis: Für allfällige Rückfragen stehen wir Ihnen unter der Linzer Telefonnummer 0732/60 98 98 bzw. 0664/25 36 701 (Hr. Wartner) oder über E-Mail jederzeit gerne zur Verfügung. ---------------------------------------------------------------------------- Homosexuelle Initiative Linz (HOSI Linz) The Lesbian and Gay Movement in Upper Austria Schubertstrasse 36/1, 4020 Linz ZVR: 797758555 Phone/Fax: ++43/732-60 98 981 E-Mail: ooe at hosilinz.at http://www.hosilinz.at ============================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< G8/GIPFELSOLI & INTERNATIONALE SOLIDARITÄT ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ============================================== 34 + 35 Gipfelsoli Newsletter] Heiligendamm von Öffentlicher Verteiler der Gipfelsoli-Infogruppe ============================================== 34 27.08.2007 ============================================== Gipfelinfo - Meldungen über globalisierte Solidarität und die Proteste gegen unsolidarische Globalisierung ------------------------------------------------------ www.gipfelsoli.org -- - OZ: G8-Gipfel belastet Justiz noch Jahre - SVZ: "Stein war so groß wie eine Faust" - Klage wegen Tornado-Aufklärung eingereicht - "Security during Major Events" - Handeln und Führen in kritischen Situationen - Das war der Gipfel - erstes Buch über Heiligendamm erschienen - Camp-AG: Informationen an alle G8 2007 Protestierenden über euer Geld - Monty Schädel: Monty Schädel kennt kein Halten mehr - Anarchist Black Cross Berlin: Freiheit für alle! - Solidaritätserklärung vom Gegeninformationsbüro - Report: Media G8way International Press Group 2007 ---------------------------------------------------------------------------- OZ: G8-Gipfel belastet Justiz noch Jahre Acht Staatsanwälte und eine Sonderkommission der Polizei sind mit der Aufarbeitung zahlreicher strittiger Fälle beschäftigt. Rostock (OZ) Zwei Monate nach dem G8-Gipfel in Heiligendamm rollt eine Prozesslawine auf die Justiz in Mecklenburg-Vorpommern zu. Nach Angaben der Rostocker Staatsanwaltschaft sind etwa 1100 Verfahren bei der Polizei und der Staatsanwaltschaft in Bearbeitung. Die meisten richten sich gegen G8-Kritiker. Hauptvorwürfe sind neben Landfriedensbruch und Körperverletzung der Verstoß gegen das Versammlungsgesetz, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Beleidigung. 43 Verfahren richten sich gegen Beamte. Dabei geht es nach Angaben des Sprechers der Rostocker Staatsanwaltschaft, Peter Lückemann, hauptsächlich um Vorwürfe der Freiheitsberaubung im Zusammenhang mit der Unterbringung in Gefangenensammelstellen und Körperverletzung im Amt sowie das "Entern" eines Greenpeace-Bootes vor Kühlungsborn. Wie viele der laufenden Verfahren letztlich vor Gericht landen werden, sei unklar, sagt Lückemann. An der Behörde sind acht Staatsanwälte nur mit der Bearbeitung der G8-Fälle beauftragt. Parallel dazu ermitteln Polizeibeamte seit dem 1. August in einer Sonderarbeitsgruppe "Folgemaßnahmen". Deren Aufgabe ist es, das während der Demonstrationen aufgenommene Video- und Bildmaterial auf strafbare Handlungen auszuwerten. Mit dem Abschluss dieser Auswertung werde, so Lückemann, nicht vor November gerechnet. Danach könne es noch einmal bis zu 2000 weitere Verfahren geben. Mit den Aussagen von zwei Zivilpolizisten hat gestern vor dem Rostocker Amtsgericht der jüngste Prozess im Zusammenhang mit dem G8-Gipfel begonnen. Im Verfahren ist ein 35-jähriger Mann wegen eines Steinwurfs bei der Anti-G8-Demonstration Anfang Juni in Rostock angeklagt. Ein Bayreuther Polizist sagte aus, er habe den maskierten und mit einer markanten Tarnjacke bekleideten Mann beim Stadthafen beobachtet, wie er zunächst einen Bierbecher und später einen faustgroßen Stein in Richtung einer zehn Meter entfernten Polizeigruppe geworfen habe. Während der Becher einen Polizisten getroffen habe, habe der Stein sein Ziel verfehlt. Der Angeklagte wollte sich nicht zur Sache äußern. Der Prozess wird am Donnerstag mit der Aussage des Polizisten fortgesetzt, der den Angeklagten festgenommen hat. Im Fall des Bremer Zivilpolizisten, der am 7. Juni bei einer Demo an der Doberaner Rennbahn als sogenannter "Agent Provocateur" enttarnt wurde, seien die Ermittlungen inzwischen wieder eingestellt worden. Es habe keinen hinreichenden Tatverdacht gegeben, so Lückemann. Demonstranten hatten behauptet, der Zivilpolizist habe zu Steinewürfen aufgerufen. Auch die umstrittenen Tornado-Einsätze beim Gipfel werden gerichtlich aufgearbeitet. Drei Betroffene, die im Camp Reddelich nahe dem Tagungsort gefilmt worden seien, hätten Klage beim Verwaltungsgericht Schwerin eingereicht, teilte der Berliner Rechtsanwalt Sönke Hilbrans mit. Die Klage stütze sich im Wesentlichen auf das Grundgesetz. ---------------------------------------------------------------------------- SVZ: "Stein war so groß wie eine Faust" Am Rand einer großen Demonstration gegen den G8-Gipfel war es zu einer Straßenschlacht zwischen rund 2000 militanten Autonomen und der Polizei gekommen. ROSTOCK - Den Bayreuther Zivilfahndern Oliver M. (35) und Christian L. (32) fiel ein Mann bei den G8-Krawallen am 2.Juni besonders auf: grüne Armeejacke, schwarze Sonnenbrille, die Kapuze weit ins Gesicht gezogen - laut Staatsanwaltschaft war es Klaus A. (35) aus Rostock. "Er lief auf die Fischer straße, immer wieder vor und zurück, gestikulierte wild und stellte sich den anrückenden Hundertschaften mit ausgebreiteten Armen entgegen", sagt Polizist Christian L. Vor dem Amtsgericht Rostock begann gestern der Prozess gegen den mutmaßlichen Randalierer, der seit dem 3. Juni in Untersuchungshaft sitzt. Die Anklage: versuchte gefährliche Körperverletzung. Zivilfahnder Oliver M. hatte beobachtet, wie Klaus A. zunächst einen Bierbecher auf einen Beamten warf. Kurz darauf soll er einen Pflasterstein genommen und auf Polizisten geschleudert haben, die zehn Meter neben ihm standen. Das Geschoss habe sein Ziel verfehlt. "Der Stein war so groß wie eine Faust", sagt Oliver M. Bislang verweigert A. die Aussage. Die Staatsanwaltschaft stützt ihre Anklage auf die Aussagen der beiden Zivilpolizisten. Die erkannten gestern im Gerichtssaal die grün-braun gefleckte Kapuzenjacke von Klaus A. wieder, konnten sich aber an Details wie Löcher in seiner Armeehose nicht erinnern. Zudem sei sein Gesicht vermummt gewesen. Nach der Attacke in der Fischer straße, die um 16.23 Uhr passierte, verloren die Bayreuther Fahnder Klaus A. im Demonstrationszug mit mehreren zehntausend Teilnehmern zunächst aus den Augen. "Aber wir machten ab: Okay, da bleiben wir dran", sagt Oliver M. In der Einkaufsstraße hätten sie Klaus A. nachmittags wiederentdeckt, ihn später noch einmal bei Ausschreitungen in der Schnickmannstraße gesehen, wo er sich in einer Hecke versteckt haben soll. Gegen 19 Uhr machten die beiden Zivilfahnder ihre Kollegen einer Bayreuther Hundertschaft auf den mutmaßlichen Randalierer aufmerksam. Die nahmen Klaus A. vor einem Supermarkt fest. Das Gericht vertagte die Verhandlung gestern auf den 30.August. Dann soll der Polizist, der Klaus A. verhaftete, als Zeuge aussagen. Laut Verteidigerin Caroline Brandt sei es immerhin möglich, dass die Beamten mit Klaus A. den Falschen erwischten - denn die Zeugen Oliver M. und Christian L. waren selbst bei der Verhaftung nicht dabei. Im Fall einer Verurteilung drohen dem 35 Jahre alten Angeklagten zwischen sechs Monaten und zehn Jahren Haft. [http://www.svz.de/artikel/article/160/stein-war-s.html?no_cache=1] ---------------------------------------------------------------------------- G8 Heiligendamm: Klage wegen Tornado-Aufklärung eingereicht Gegen Militarisierung im In- und Ausland [Gipfelsoli Infogruppe] Pressemitteilung 23. August 2007 Rechtsanwalt Sönke Hilbrans reicht heute beim Verwaltungsgericht in Schwerin eine Klage wegen der Tornado-Einsätze während des G8-Gipfels ein. Die Tornado-Überflüge hatten im Juni weltweit für Aufsehen gesorgt. Mit dem Einsatz sollte die Verwendung der Bundeswehr in Innern weiter normalisiert werden. Dem wollen die Kläger Einhalt gebieten. Die drei Betroffenen wurden am 5. Juni von Aufklärungskameras der "RECCE-Tornados" des Bundeswehr- Aufklärungsgeschwaders 51 "Immelmann" über dem Camp Reddelich gefilmt. Ein Kläger gehörte zu den Pächtern des Camp-Geländes. Die Bundesregierung hat die "optische und Infrarotaufklärung im tiefen und mittleren Höhenbereich" bereits zugegeben. Neben umfangreichen Flügen im Norden Mecklenburg-Vorpommerns wurde auch ein linkes Festival-Gelände auf dem Flughafen Lärz bei Neuruppin überflogen. Laut dem Bericht des Innenministers Caffier (CDU) vor dem Innenausschuß des Landtags wurde dort der Standort einer 8 Meter langen Skulptur eines Gürteltiers kontrolliert. Die Klage stützt sich wesentlich auf das Grundgesetz. Dort wird der Einsatz der Bundeswehr zur Wahrnehmung von Polizeiaufgaben im Innern lediglich für Hilfeleistung in schweren Notfällen oder zur Aufstandsbekämpfung legitimiert. In Reddelich hingegen wurde mit militärischen Mitteln polizeiliche Aufklärung betrieben. Dabei wurde massiv in Bürgerrechte und informationelle Selbstbestimmung eingegriffen. "Neben dem Eingriff in Persönlichkeitsrechte wollte die Bundeswehr VersammlungsteilnehmerInnen einschüchtern", kritisiert Hanne Jobst von der Gipfelsoli Infogruppe. "Der Einsatz der Bundeswehr im Innern an Stelle der Polizei überschreitet eine bis dahin sicher geglaubte verfassungsrechtliche Grenze", kommentiert Rechtsanwalt Hilbrans als Verfahrensbevollmächtigter. "Während des G8- Gipfels haben die Sicherheitskräfte mit einigen Tabubrüchen experimentiert, aber dieser ist einer der augenfälligsten. Bundeswehr und Polizei sind eindeutig zu weit gegangen". "Der Protest in Heiligendamm richtete sich explizit gegen die zunehmende Militarisierung im In- und Ausland", erläutert Hanne Jobst von der Gipfelsoli Infogruppe. "Damit kommt auch der Klage eine besondere Bedeutung zu". Neben den Protesten am Flughafen Laage hat es im Rahmen der G8-Proteste verschiedene Blockaden, Kundgebungen und Demonstrationen, aber auch "Direkte Aktionen" gegen Militäreinrichtungen gegeben. Indes bleiben 3 Beschuldigte im Verfahren wegen angeblicher Mitgliedschaft in der "militanten gruppe" weiter in Haft. Die drei werden beschuldigt, Militärfahrzeuge der Bundeswehr in Brand gesetzt zu haben. Kontakt: RA Sönke Hilbrans: +49 30 446792 16 | www.diefirma.net | kanzlei at diefirma.net Gipfelsoli Infogruppe: +49 160 953 14 023 | www.gipfelsoli.org ---------------------------------------------------------------------------- "Security during Major Events" Crowd Management IPO: International Permanent Observatory on Security during Major Events/ UNICRI. Services at no cost to governmental entities. IPO involvement: Beijing 2008 Olympics, G8 Japan 2008, G8 Germany 2007, G8 Russia 2006, WB/IMF Singapore 2006, APEC Vietnam 2006. "Sensible, pragmatic advice and realistic security solutions". www.unicri-ipo.org UNICRI: United Nations entity mandated to assist intergovernmental, governmental and non-governmental organizations in formulating and implementing improved policies in the field of crime prevention and criminal justice. www.unicri.it EU-SEC: Coordinating National Research Programms on Security during Major Events in Europe, funded by European Commission www.eu-sec.org European Police Congress Berlin: Größte internationale Fachkonferenz für Innere Sicherheit ("Gold Sponsor": EADS, SAP). "Treffpunkt politischer und polizeilicher Entscheidungsträger", "internationale Prominenz aus den Führungsebenen". Begleitende Ausstellung der führenden Hersteller von Systemlösungen, "genügend Zeit und Gelegenheit für intensive Kontakte zwischen Besuchern und Ausstellern". www.europaeischer-polizeikongress.de COUNCIL OF THE EUROPEAN UNION Agreement to the Prüm Convention Congress on European Defence Berlin www.euro-defence.eu CEPOL: European Police College: Courses and Research on Public Order, Crowd Management etc. www.cepol.net Mitteleuropäische Polizeiakademie (MEPA) www.mepa.net Deutsche Hochschule der Polizei (DHPol) www.dhpol.de ---------------------------------------------------------------------------- Handeln und Führen in kritischen Situationen Technologien zur Unterstützung eines modernen Polizeieinsatzes Anwendung am Beispiel Heiligendamm (Szenario). Vortrag beim Europäischen Polizeikongress in Berlin, 14.02.2007 Download pdf: http://gipfelsoli.org/Media/Repression/lang_2007.pdf ---------------------------------------------------------------------------- Das war der Gipfel - erstes Buch über Heiligendamm erschienen Knapp drei Monate nach dem G8-Gipfel erscheint im Kückenshäger SCHEUNEN-VERLAG ein erstes Buch über die Tage um Rostock und Heiligendamm. Der Titel "Das war der Gipfel" läßt eine voluminöse Fülle des behandelten Stoffes vermuten. Dem ist nicht so. In diesem Buch wird weder analysiert noch kommentiert: Augenzeugen der bewegten Tage kommen zu Wort, die aus ihrem individuellen Erleben, aus ihrem Blickwinkel also, schreiben und beschreiben, was sie gesehen, beobachtet und erfahren haben. Zahlreiche Fotografen aus dem gesamten Bundesgebiet hatten dem Verlag insgesamt über 4000 Fotos übergeben, aus denen er an die 200 vorwiegend farbige auswählen konnte. Der Verleger Andreas Ciesielski, der bei diesem Buch gleichzeitig als Herausgeber fungiert, hat das umfangreiche G8-Tagebuch der Rostocker Studentin Catharina Trost an den Beginn der Beiträge der versammelten Autoren gestellt. Catharina Trost beschreibt ihre G8- Woche, die sie in der Uni und auf der Straße verbrachte. Sehr informativ, und obwohl sie nicht emotionslos ihre Erlebnisse beschreibt, spürt der Leser eine Distanz, die ihren Aussagen wohl tut und eine unbedingte Glaubwürdigkeit vermittelt. Wilfried Freier gehörte zur Leitung des Rostocker Camps und beschreibt den Sturm der Polizeikräfte auf das Lager, in dem auch Kinder untergebracht waren. Aus diesem Beitrag erfährt der Leser, was ihm in den offiziellen Medien vorenthalten wurde. Freier beschreibt schonungslos die Strategie von KAVALA, jener für den G8-Gipfel eingerichtete Polizeiführungsstab, der bis heute im Mittelpunkt der Kritik steht. Hedda Leuchert ist Einwohnerin von Heiligendamm. Sie schreibt über die Einschränkung der bürgerlichen Freiheiten im eingezäunten Areal und gewährt den Lesern somit einen Einblick in den inneren Kreis. Rasmus Hoffmann vom Rostocker Max-Planck-Institut, ein junger Wissenschaftler, beteiligte sich an der Blockade der Zufahrtswege von Heiligendamm. Sehr nüchtern, aber dennoch atemberaubend ist seine Schilderung des friedlichen und fantasievollen Widerstandes, der Blockade, die Gipfelgeschichte geschrieben hat. Cornelia Dhanju-Wilborn, eine Mutter von drei Kindern, war Häftling Nummer 499 in der Gefangenensammelstelle in der Industriestraße in Rostock-Schmarl. Sie beteiligte sich an der Blockade und wurde am 7. Juni gegen 8:00 Uhr im Wichmannsdorfer Wald nahe der Funktürme bei Dietrichshagen von der Polizei festgenommen. Mit 21 anderen Frauen verbrachte sie mehrere Stunden in einem an Guantanamo erinnernden Gitterkäfig in der Gefangenensammelstelle in Rostock-Schmarl, bis sie durch Intervention von Rechtsanwälten freigelassen wurde. Verina Speckin, Rostocker Anwältin, 1. Vorsitzende des Strafverteidigerinnen- und Strafverteidigervereins MV, wählte als Unterzeile ihres Erlebnisberichtes "Neue Erkenntnisse über den Rechtsstaat". Sie schildert in ihrem Tagebuch die Behinderungen, die sie und ihre Anwaltskolleginnen und -kollegen während der Betreuung der Festgesetzten durch die Polizei erfuhren. Viviana Uriona, Diplom-Politologin, schildert die Arbeit am "MovinG8 RadioForum", einem alternativen Sender, der rund um die Uhr in mehreren Sprachen die Gipfelkritiker informierte. Eine andere Kommunikation ist möglich, ist ihre Schlußfolgerung am Ende ihres durchaus informativen Berichtes, der eine für die breite Masse der Medienkonsumenten nahezu unbekannt gebliebene Facette des Widerstandes zeigt. Der Herausgeber des Buches ist schließlich auch Autor eines Porträts eines Tankstellenbesitzers in Bargeshagen bei Bad Doberan. Eduardo Catalan-Bermudez stellte unmittelbar an der Tankstelle eine großflächige Wiese den Gipfelkritikern zur Verfügung, die dort - direkt an der B 105 - einen Infopunkt errichteten, der die ganzen Tage hindurch von der Polizei argwöhnisch beäugt und auch behindert wurde. Am Schluß des Buches finden sich Erlebnisberichte Betroffener, die in irgend einer Weise von der Polizei in ihren Bürgerrechten eingeschränkt wurden. Diese Beispiele machen in seiner Gesamtheit Angst, dass die bewährte Demokratie durch polizeistaatliche Strukturen ersetzt werden könnte. Zumindest ist diese Gefahr real, wenn - wie Verina Speckin schreibt - der Anschein besteht, dass Polizeioffiziere Richter unter Druck setzen können. Aus diesem Grunde heisst der Oder-Titel des Buches auch "Angriff der Regierung auf die Demokratie." Zu weit hergeholt, diese These? Wer das Buch aufmerksam gelesen hat, wird sie bestätigt finden. Am 1. September findet um 20.00 Uhr in der Scheune Kückenshagen die Erstpräsentation des Buches statt. Catharina Trost, Verina Speckin, Rasmus Hoffmann, und Wilfried Freier geben an diesem Abend mündlich zu Protokoll, was sie bereits dem Buch anvertraut haben. Neue Erkenntnisse, die seit Drucklegung des Buches gewonnen wurden, werden dem Publikum in der Kulturscheune gewiss nicht vorenthalten. Andreas Ciesielski (Hrsg.) "Das war der Gipfel oder Angriff der Regierung auf die Demokratie". Broschur, 228 Seiten mit etwa 200 vorwiegend farbigen Illustrationen, 19,90 Seiten, ISBN: 978- 3-938398-47-0 ---------------------------------------------------------------------------- Camp-AG: Informationen an alle G8 2007 Protestierenden über euer Geld Vorgeschichte Die Anti-G8-Camps im Grenzschlachthof Rostock, in Reddelich und in Wichmannsdorf sind von etwa 18 000-20 000 G8-GegnerInnen bewohnt worden. Gedacht als Rückzugs- und Versammlungsraum für alle AktivistInnen hatten nicht zuletzt die Camps einen besonderen Anteil am engen Kontakt zwischen dem Anti-G8-Protest und der örtlichen Bevölkerung sowie bei der Bewertung der Bewegung von außen. Von der überwiegenden Zahl der BewohnerInnen wurde die Organisation der Camps und die Atmosphäre auf den Plätzen ausdrücklich als sehr gelungen hervorgehoben - diese Stimmung drückt sich auch in dem Rücklauf der Campbeiträge und allgemeiner Bereitschaft zu Spenden aus. Damit war es der AG Camping 07 vergönnt, einen Überschuß zu erzielen. Auch dazu beigetragen hat ein kostenkritisches "Erstellen" der Infrastrukturen - unter zum Teil sehr einfachen Bedingungen (z.B. die WG-"Büros" in Rostock), ohne bezahlte Kräfte wurde um jede Möglichkeit gerungen, etwas über persönliche Beziehungen oder Eigenleistung im Vorfeld günstiger zu bekommen: Kontakte in Berliner Hausprojekte hinein, zu LKW-Besitzern, zu linken Strukturen in den Gewerkschaften, zu SpezialistInnen z.B. aus Telephon- und Elektronikbranche und nicht zuletzt zu den MacherInnen des Fusion-Festivals haben neben vielen einzelnen Menschen, die sich engagiert haben, erst das finanzielle wie technische Start-"Kapital" erbracht, auf dem die Camps entstehen konnten. Überrascht wurde die CampAG jedoch durch den Kassensturz am Ende, als klar wurde, dass so viel Geld aus allen Richtungen und Spektren gespendet worden war, dass es möglich war, den defizitären Modulen auszuhelfen, Geld für Kosten der Repressionsarbeit zur Verfügung zu stellen und am Ende trotzdem noch etwas übrig zu haben. Wohin mit dem ganzen Geld? Wir sind uns bewusst, dass der Überschuss aus den G8 Spenden nicht "unser" Geld ist und haben daher lange über den transparentesten und gerechtesten Weg diskutiert, das Geld "der Bewegung zurückzugeben" zu lassen. Wir sind übereingekommen, dass wir uns als Kerngruppe der Camping-AG in der Lage sehen, das Geld zu verwalten und an einzelne Projekte zu vergeben und es der falsche Weg wäre, das Geld einer einzigen Gruppe oder einem einzigen Themenschwerpunkt zu übergeben. Die CampAG hat daher auf ihrem Treffen am 12.08.2007 entschieden, neben einem Großteil des Geldes, das für Antirepressionsarbeit zur Verfügung gestellt wird (Informationen erfolgen gesondert!), einen Teil des Geldes aufgeteilt auf zwei "Töpfe" der Bewegung zur Verfügung zu stellen Der erste Topf soll Geld als Anschubfinanzierung für Menschen bzw. Projekte zur Verfügung stellen, die durch eigene Initiative keine Möglichkeit sehen, sich anderweitig zu finanzieren und schnelle bzw. unbürokratische Hilfe benötigen. Beispiele hierfür wären: - eine nichtversicherte Vokü, die einen Küchenbrand hatte und nun auch nach einigen Soliveranstaltungen immer noch nicht die finanziellen Möglichkeiten hat, sich ein neues Zelt zu besorgen. - ein interessantes Projekt, welches eine Aktion plant, die sich nicht durch die üblichen Mittel (Anträge, Soliveranstaltungen,...) finanzieren lässt. - Situationen, in denen von heute auf morgen praktische Solidarität gezeigt werden muss Als erstes Projekt wurde das zur Zeit (August 2007) in der Ukraine stattfindende Grenzcamp bezuschusst. Dieses Geld kann ab jetzt bei der CampAG nachgefragt werden, genaueres Vorgehen siehe unten. Der zweite Topf wird für nächstes Jahr für weitere noch entstehende Rechtshilfekosten und als Anschubfinanzierung für größere Projekte mit Camp/G8-Charakter vorgehalten. Dies erachten wir als sinnvoll, da bereits mehrere Ideen für Camps an uns herangetragen worden sind. Kriterien für die Geldvergabe an Gruppen/Projekte/Einzelpersonen aus Topf 1: 1. Projekt/ Idee kann nicht durch andere Mittel oder Eigeninitiative finanziert werden 2. Notfall bzw. dringende unbürokratische Hilfe ist erforderlich 3. Die CampAG ist keine Stiftung, daher kommt das Geld nicht wieder rein und wir haben uns entschlossen, um möglichst vielen etwas davon geben zu können, nur Anschubfinanzierungen / Darlehen zu verteilen. "Geldgeschenke" werden nur in höchst problematischen ernsten persönlichen Situationen vergeben, ansonsten treffen wir Abmachungen, in denen das Geld zumindest zu einem Teil wieder zurückkommt! 4. Email an buero at camping-07.de schreiben mit folgenden Punkten a. Kurzbeschreibung der Projektidee (drei, vier Sätze) b. Mindest- und Höchstbedarf, c. Erklärung, warum Finanzierung auf anderen Wegen nicht möglich ist d. Hinweis, ob ganz dringend oder bis wann man das Geld benötigt e. Kurzer Satz, was wir in unserem "Rechenschaftsbericht" veröffentlichen können (bspw. "800? für teilweise Vorfinanzierung einer Siebdruckwerkstatt im Oberammergau, mindestens 300 ? werden innerhalb eines Jahres zurückgezahlt" ) f. Ansprechmensch (mit Mail oder Telefonnummer für Rückfragen) g. Kontoverbindung P.S. Diejenigen, die lieber verschlüsselt kommunizieren, finden unseren PGP-Schlüssel auf unserer Website www.camping-07.de Transparenz Die Entscheidung über Geldvergaben durch die CampAG wird durch folgende Struktur gewährleistet: InteressentInnen für CampAG Geld schreiben eine Mail (s.o.) an buero at camping-07.de. Diese Mail wird über unsere Liste verteilt und benötigt dort innerhalb von 7 Tagen mindestens 3 Zustimmungen. Sollte Kritik geäußert werden, werden neue Infos von den GeldinteressentInnen angefordert und ein neuer Abstimmungsprozess (wieder 7 Tage) in Gang gesetzt. Sollte immer noch Kritik bestehen, muss telefoniert oder die Geldausgabe abgesagt werden. Ein Notfall sollte bereits in der Frage nach Hilfe kenntlich gemacht werden. Dann kann auch wesentlich schneller eine Entscheidung, bei mindestens 3 Zustimmungen, getroffen werden. Alle Geldvergaben werden einmal im Monat über die Liste camping07, auf der momentan ca. 250 Personen aus allen möglichen politischen Spektren sind, gesammelt gepostet. Die CampAG ist immer noch sehr spektrenübergreifend und besteht aus Leuten die sich zu folgenden Gruppen oder Adjektiven zugehörig fühlen: attac, anarchistisch, autonome, dissent, Hedonistische Internationale, IL, linkspartei, unabhhängige Individuen.Is ja auch egal, auf jeden Fall nicht einseitig! Wir freuen uns, wenn wir euch und euren Ideen auf diesem Weg weiterhelfen können! Eure Camp AG PS: Wer was dafür spenden mag, was nach diesen Kriterien verteilt wird, möge dies gerne tun! Unsere Bankverbindung ist: Verein Kuckuk BLZ: 10010010 Postbank Berlin Kontonr. 454880103 BIC: PBN KDE FF IBAN: DE 49 100 100 10 045 488 010 3 ---------------------------------------------------------------------------- Monty Schädel: Monty Schädel kennt kein Halten mehr Natürlich ist es unter politischer Bewertung falsch, von gleichen Bildern zu sprechen! - Warum Menschen aus der Bewegung, die nicht aus Rostock / Mecklenburg-Vorpommern kommen, eine Aussage nicht verstehen (konnten) Die Globalisierungskritische Bewegung ist vielfältig und bunt - und das ist gut so. Viele Stunden in der Vorbereitung der G8-Proteste wurde diskutiert, Meinungen und Standpunkte ausgetauscht, Meinungen und Standpunkte gefestigte und/oder revidiert - gegenüber Personen, Organisationen, Strukturen, Arbeitsweisen, Vorurteilen, . . Vielfältig wie die Bewegung, sind auch die Einschätzungen der Protesttage und seiner einzelnen Teile im Vorfeld und während der Tage im Juni gewesen und werden sie auch in der Auswertung und der Zukunft sein. Sie sind beeinflusst durch das persönlich Erlebte, das durch andere Erzählte, das in den Medien gefärbte, die Erwartungen und Hoffnungen aus dem Vorfeld, dem geografischen und politischen Standpunkt zur Zeit einer Beobachtung, . . Meine Sache ist es nicht, seitenlange Analysen zu Vorgängen und Entwicklungen zu verfassen oder Kommentare zu den Handlungen unterschiedlicher, mir teilweise unbekannter Strukturen, Organisationen oder Ansichten zu schreiben. Download pdf: http://www.montys.de/dateien/themen/heiligendamm07/bilder_erwiderung.pdf ---------------------------------------------------------------------------- Anarchist Black Cross Berlin: Freiheit für alle! Redebeitrag des Anarchist Black Cross Berlin auf der Knastkundgebung in Berlin-Moabit am 22.08.2007: Wiedereinmal innerhalb von wenigen Monaten werden wir gezwungen Zeugen der schmutzigen Bewegungen der Bundesanwaltschaft zu sein: am 31. Juli wurden drei unserer Freunde in der Nähe von Berlin festgenommen, nachdem sie angeblich Brandsätze unter Fahrzeuge der Bundeswehr gelegt haben sollen. Eine vierte Person wurde in seiner Wohnung festgenommen, beschuldigt wird er die Erklärungen der Gruppe geschrieben zu haben. Drei weitere Personen befinden sich im Moment auf freiem Fuß, aber es laufen Ermittlungen gegen sie. Wofür genau? Paragraf 129a, terroristische Vereinigung: sie alle sollen der Militanten Gruppe, eine seit 2001 aktive klandestine Gruppe, angehören. Wir wollen nicht weiter darauf eingehen, es wurde bereits genug darüber von allen Seiten geschrieben. Was uns viel mehr interessiert, ist ein paar Worte zur Solidarität zu äußern. Es ist eine Tatsache, dass vier Freunde im Gefängnis sitzen unter den üblichen schweren Bedingungen. Vom allerersten Augenblick an wurde viel Solidarität ausgedrückt, speziell für einen der Gefangenen. Er wurde nicht im Rahmen einer angeblichen Brandstiftung festgenommen und er arbeitet an der Universität, so hat er einen bestimmten Status in den Augen von vielen Menschen. Es scheint kein Problem für viele Menschen zu sein, Solidarität mit einem kriminalisiertem Lehrer und Opfer eines zwielichten und abgekarteten Spiels der Polizei zu zeigen. Und wir, selbstverständlich, geben ihm natürlich auch unsere ganze Solidarität! Auf der anderen Seite scheint es für eine Vielzahl von Leuten, wie etwa normale BürgerInnen, UniversitätslehrerInnen und Möchtegern-PolitikerInnen innerhalb unserer Bewegung, eine Unmöglichkeit zu sein, Unterstützung für diejenigen zu zeigen, welche möglicherweise einen Brandanschlag gegen die Todesmaschinerie der deutschen Armee unternommen haben. Viele Menschen fürchten sich davor vom Staat als MG-UnterstützerInnen oder einfach als "gewaltbereit" eingestuft zu werden. Andere verurteilen absolut jede Form der Gewalt, sogar diejenige gegen Sachen. Allgemein nehmen es einige in Kauf nicht zu viel über die drei "Anderen" zu sprechen, weil daraus resultieren würde, dass es schwierig wäre alle oben erwähnten verschiedenen UnterstützerInnen in dasselbe Boot zu holen. Wir wollen uns den Stimmen aus dem Chor anschließen und das Bedürfnis zurückfordern, offene Unterstützung auch für diejenigen zu zeigen, welche für "schuldig" erklärt werden etwas Ungesetzliches getan zu haben. Für uns gibt es keine Unterscheidung zwischen "Unschuldig" und "Schuldig": diese Kategorisierungen gehört nicht in unseren anarchistischen Background, ferner sollten diese bei keinem aufrichtigen linken Radikalen und dergleichen zu hören sein. Wir müssen fähig dazu sein unsere volle Unterstützung für diejenigen auszudrücken, die mit ihren favoritisierenden Mitteln gegen die gegenwärtige Gesellschaft kämpfen. Sie müssen fühlen, dass sie nicht alleine sind und dass wir für sie und für ihre möglichen Handlungen eintreten. Natürlich darf diese Solidarität eine dauerhafte und kritische Debatte mit unseren Freunden nicht ausschließen. Deshalb ist es äußerst wichtig, dass wir uns nicht aufspalten lassen zwischen "gut" und "böse", dies ist das normale Spiel des Staates und des Kapitals. Es ist wichtig, eine entschlossene Unterstützung für alle unsere eingesperrten Weggefährten ohne jedwige Unterscheidungen zu zeigen . Und wir sind glücklich darüber zu sehen, dass es mehrere Stimmen gibt, die auch unserer Meinung sind, wie viele Solidaritätsbekundungen innerhalb der letzten Tage zeigen, von wütenden Kundgebungen vor dem Knast bis zu direkten Aktionen. Wir lassen uns nicht einschüchtern. Der Kampf für die Abschaffung der Paragrafen 129a und b ist sehr wichtig. Der fortdauernde Gebrauch dieses Paragrafen dient zur Kriminalisierung unseres Widerstands. In Ländern wie Spanien und im besonderen in Italien, wo er eigentlich alle zwei Monate verwendet wird, ist dies bereits zu einer erschreckenden Normalität geworden. Bewegen wir uns in dieselbe Richtung? Wir wiederholen es gerne noch einmal, für uns gibt es nur eine Terroristenorganisation und dies ist der Staat. Deshalb ist es ein großer Widerspruch Menschen, welche sich aktiv einer der Hauptorganisation des Todes und des Terrorismus, wie der Armee, entgegensetzen, jetzt als Terroristen zu benennen! Dies ist etwas worüber jeder selbst nachdenken sollte. Wir dürfen nicht vergessen zu erwähnen, dass das Problem nicht nur die Inhaftierung von jemanden aus unserem Umfeld ist, sondern noch mehr sogar durch die Existenz des Gefängnisses vertreten wird. Die Existenz dieser grauen Wände ist eine Bedrohung für uns alle und wir müssen tagtäglich für deren Zerstörung kämpfen. Freiheit für Axel, Florian, Oli und Andrej! Freiheit für alle! Zerstört alle Gefängnisse! [Anarchist Black Cross Berlin, 22.08.2007] ---------------------------------------------------------------------------- Solidaritätserklärung vom Gegeninformationsbüro Wer kämpft kann verlieren. Wer nicht kämpft hat schon verloren. Solidarität mit allen politischen Gefangenen, die für eine ausbeutungsfreie Welt kämpfen. Solidarität mit Axel, Florian, Oliver und Andrej. Alle vier Genossen wurden am 31. Juli verhaftet. Ihnen werden Brandanschläge auf Bundeswehrfahrzeuge und die Herstellung ideologischer Munition in Form von kritischer Wissenschaftstätigkeit und Öffentlichkeitsarbeit vorgeworfen. Kurz: sie werden beschuldigt, Mitglieder einer "terroristischen Vereinigung" nach Paragraph 129a zu sein. In diesem Zusammenhang wurden neun Wohnungen durchsucht, Freunde und Freundinnen, Kollegen und Kolleginnen sowie die Familienangehörigen ausgehorcht, die Telefone abgehört, die E-Mails überwacht, die gesamte Internet-Nutzung protokolliert, die Wohnungen beobachtet, die Bewegungen anhand der Handy-Daten aufgezeichnet. Dies ist die dritte Repressionswelle in diesem Jahr, in der linke Aktivistlnnen mit dem Konstrukt "terroristische Vereinigung" verfolgt und schikaniert werden mit dem Ziel der Einschüchterung. Seit Jahren jagt das BKA unter andrem eine zur "terroristischen Vereinigung" erklärte "militante Gruppe". Es ist scharf darauf, eine Mitgliedschaft der vier jetzt gefangenen Genossen und drei Mitbeschuldigter zu konstruieren. Die massive Repression des Staates ist die Folge seiner Verbrechen, die von der Mehrheit der Bevölkerung nicht akzeptiert sind: die Bundeswehr agiert schon lange wieder als Angriffs- und Eroberungsarmee und steht ohne jeden Zweifel unverändert in der Kontinuität des deutschen Militarismus zur Durchsetzung der Interessen der machtgierigen herrschenden Klasse. Heute ist sie Teil der Nato, an zehn Militäreinsätzen im Ausland beteiligt und verantwortlich für die Bombenabwürfe 1999 auf die Bevölkerung in Jugoslawien und jetzt in Afghanistan. Allein in Afghanistan gehen bereits Tausende Tote, Verstümmelte, Vergewaltigte, Gefolterte, Obdachlose und Fliehende auf das Konto dieser sogenannten Friedensstifter. Ist die Sabotage gegen die Kriegsarmee Terrorismus? Der aggressiven deutschen Außenpolitik entspricht die Verschärfung der sozialen Bedingungen im Inneren. Aufrüstung und Kriege kosten nicht nur Menschenleben sondern auch Milliardenbeträge, die bei der Bevölkerung abkassiert werden: Lohnraub durch Lohnsenkung und Arbeitszeitverlängerung, Entlassung von Arbeitskräften, Kürzung der Renten, Reduzierung der Gesundheitsversorgung durch die sogenannte Gesundheitsreform, Reduzierung der Bildung auf die Kinder der Elite, enorme Preiserhöhungen, Armut, Obdachlosigkeit. Eine immer weiter zunehmende Verarmung immer größerer Teile der Bevölkerung ist eine erwiesene Tatsache. In dem Maße, wie unser Widerstand gegen die Verschärfung des Angriffs auf uns wächst, erhöht der Staat den Terror gegen uns: Desinformation in Form von Unterschlagung von Information, Verbreitung von Lügen durch die Medien sollen die Bevölkerung irreleiten und spalten. Kritische Meinungsbildung durch Aufklärung wird kriminalisiert. Das Streikrecht wird ausgehebelt mit der Begründung, dass es der "Volkswirtschaft" schade. Arbeitslose werden durch Zwangsarbeit an die Kandare genommen. Demonstrationen werden zunehmend ins Abseits gedrängt oder ganz verboten. Überwachung öffentlicher Räume bis hin in private Telefone und Computer. In Wohnungen und Autos werden Wanzen gesetzt. Der Widerstand wird mit Spitzeln durchsetzt. Der Polizeiapparat wird massiv aufgerüstet. Die Zusammenarbeit von Verfassungsschutz und Polizei wird verstärkt, auch europaweit. Folter zur Erpressung von Aussagen und Zerstörung der Persönlichkeit sind inzwischen auch ohne Gesetz legitimiert. "Finale Todesschüsse" stehen zur Debatte. Die Bundeswehr wird im Innern eingesetzt, um - wie in faschistischen Diktaturen - den Widerstand hier zu zerschlagen. Wenn die herrschende Klasse ihre Interessen gefährdet sieht, setzt sie alle Mittel ein, sie durchzusetzen. Es ist sehr wohl notwendig, die Methoden der staatlichen Repression öffentlich zu machen: die Kluft zwischen behaupteter Demokratie und polizeistaatlicher Realität. Aber wir wollen hier nicht über die anschwellende staatliche Repression lamentieren. Sie ist der logische Ausdruck eines profitorientierten und aggressiven Systems, das den vielfältig wachsenden Widerstand unter Kontrolle kriegen bzw. bereits im Keim ersticken will. Die Linke muss Antworten finden auf die Frage, welche adäquaten Widerstandsstrategien gegen die militärische und ökonomische Gewalt des Kapitalismus entwickelt werden müssen, denn wie unsere revolutionären Urmütter und Urväter schon sagten: "Das Reaktionäre fällt nicht um, wenn es nicht zu Boden gestürzt wird." Dass Proteste nicht ausreichen, um die menschenverachtende Politik der kapitalistischen Elite zu stoppen, haben wir millionenfach in einer langen Geschichte erfahren. Wir müssen den Schritt vom Protest zum Widerstand organisieren und das geht nicht ohne Infragestellung des bürgerlichen Legalismus. Ohne organisierten massenhaften Widerstand wird die brutale staatliche Repression jeden revolutionären Kampf ersticken. Wir sind praktisch alle 129a, b, c, d! Solidarische Grüße an alle Genossinnen und Genossen im Knast. Revolutionäre Organisationen aufbauen! Die Kriegsarmee sabotieren! Den Kapitalismus abschaffen! Gegeninformationsbüro [www.gegeninformationsbuero.de] ---------------------------------------------------------------------------- Report: Media G8way International Press Group 2007 This report of our experiences as an international press group during the 2007 G8 protests is intended to inspire more people to do press work in the future, to try to counter the spin of the press industry of corporate capitalism to utilise the press. Just like summits, streets, neighbourhoods and workplaces, the press is a site of struggle. When blockading, our aim is to disrupt the summit, in the same way, we can understand press work as disrupting the story-telling of the powerful about how the world functions. Those with power constantly construct discourses to legitimise their power and their actions. One way they do this is to use the press. One way (of many others) we can challenge this is by doing so too. But of course the press is not a neutral arbiter in this struggle over meaning. Our intention was to embrace this discursive struggle to battle out the story through the press, rather than let it simply report the story of the battle on its own terms. Of course 'the' press is not a homogeneous entity and represents differentiated interests despite perhaps some common tendencies, at least within the corporate realm. This is why Indymedia and other activist press projects remain a core element of our movements. Our starting point was a recognition that we had to understand the interests press outlets have and how they function. These we aimed to challenge. Not simply to 'bring the press on our side' and influence them to report more 'favourably' about us, but to engage with, and enable others to engage with the challenge of productively using the press for our political aims. In this spirit we offer the below as a contribution to the ongoing debates about mediation, representation and press work that take place within our movements. Phase 1: Getting things started As part of the G8 2007 mobilisation, there were two press groups associated with the radical left, Gipfelsoli Infogroup (literally 'summit solidarity Infogroup') and Campinski. Gipfelsoli is a solidarity and antirepression infogroup that has existed for a number of years now, which, already in the run up to the summit, disseminated press releases regarding particular groups' actions, state repression and police plans, either on behalf of other groups or under its own name. The other press group, Campinski, was formed during the preparatory anti-G8 camp with the same name in August 2006, and decided to rekindle their activities in early 2007. Campinski also distributed press releases of various groups within the radical left mobilisation and increasingly issued their own press releases too. Both groups also made themselves available for interviews. Our plan was to complement this work with an international dimension. Only three weeks before the G8 summit was due to start a few companer at s from different countries and radical left contexts decided to set up an international press group that would act as an international portal or press service to groups of the radical and autonomous left who wished to have press releases about their positions and actions disseminated and/or who were willing to give interviews to foreign language press. For this, we needed to build a database of (reliable) international press contacts. Our database at this point was an amalgamation of existing contacts we and the groups around us had collected whilst doing press work on other campaigns or summit mobilisations and the contacts we obtained from companer at s all over the world. It took more than a week until a first meeting with a bigger group of interested people took place (fortunately there were experienced folk from the G8 2005 Counterspin Collective willing to be involved again). Language was a problem. We wanted our press releases, and those we translated from Gipfelsoli, Campinski and any other groups, to be sent out in as many languages as possible and to be made politically relevant to as many different national and regional contexts as possible. This meant having at least one person responsible for each language. Besides, we needed enough people willing and able to translate >from German into English (from which most people were going to translate into all other languages). We made some basic plans. First we set up an email account and a wiki page. We knew we had to get more people involved in this project, both people who would join the group, but also people who would be up for giving interviews during the protest events. Experience of the Counter Spin Collective showed that such a list of interviewees was gold dust and needed to be worked on as early as possible. As an outreach tool and to provide basic skills to people, we organised an interview training workshop at the Convergence Centre in Berlin. We made bilingual handouts on how to give good interviews which we disseminated on lists and put up on websites. We hoped to attract more people with the workshops, yet as these things go, not many people had time to attend. Nonetheless, the handouts proved useful for many people and we also offered more workshops at the Reddelich camp in the days before the protests. Beyond techniques for interviews, the training also involved a good deal of role play with set questions that we thought were particularly difficult for people to answer: the problem of representation and being quoted as a spokesperson by journalists, the question of so-called 'violence' at protest events and the problem of solidarity across action forms and political perspectives, the latter two which would haunt us most throughout our work in the following weeks. Our second big problem was becoming evident: we had too little time left. Particularly it became clear to us that we were running out of time to discuss in any meaningful way whether it would be possible to have a specific (political) press strategy beyond being an (albeit important) channel for communication between protesters and the mainstream press. Phase 2: When things became a complex operation To our delight, more people wanted to get involved. This was great, but as yet there was still a lack of structure for people to access. It was great to see people coming on board and deciding to create specific task areas, either taking on specific regions, countries or languages, or taking on technical tasks like setting up e-lists. It was beginning to look like real international outreach was within the realm of our possibilities. Our unexpected success in collecting press contacts complicated the entire operation (we had 4,400 on our database in the end). After painful nights of manual insertion of mail contacts (no, there had not yet been any csv files, and yes, there are now!) we decided to work with one general English mailing list with all contacts, and fourteen further lists according to the different languages could offer and contacts we had across the globe. The Convergence Center in Rostock may remember the sweat of our working nights! The raids on houses and projects in Germany on May 9th was our entry point. From then we started translating German press releases and sending them out internationally. This was also when international press interest in the G8 Summit protests started to heighten as time drew closer to the events. It was at this point that we also set up a press phone number, which journalists immediately began calling for information and for interviews. But for the action week itself things had to work differently. We knew the requests would become more numerous and our group would be spread over several locations. The plan was the following: To have ready in advance daily advisories of what was due to happen each day (and was public information). Our intention for the morning was to guide the press in the right direction of actions. In the afternoon, we planned to send out another press release which would be more of a commentary of the day based on the German press releases. In terms of division of labour, we decided that some of us had to stay in the press office at the Convergence Center in Rostock, where the Campinski group sat as well. From here, the e-lists were managed and the twice daily reports sent out. Others would go to Camp Reddelich to receive and deal with international press showing up at the camp together with Carlos Kemper of the Campinski press group who was reponsible for the German press. Phase 3: Muddling through at Reddelich And what an interest there was! The first two days before most other campers arrived, Camp Reddelich held an open day for local people and journalists. Many locals visited and journalists literally ran us over! From dawn to dusk (and the sun rises early and sets late at this time of year!), three of us walked at least twenty rounds over the large campsite, each time with a different press team, showing and explaining to them the playground, the barrio structure, the food kitchens, and finding them interview partners. Although it felt a bit like being in a zoo, the open day provided a good opportunity to sort out the more amenable from hostile journalists, and make contacts with activists who were willing and able to speak to the press. It also showed activists arriving at the camp that there was a committed group of people trying to keep a tab on the many and often irritating film crews and photographers and would take care of them. It gave our work over the next week quite some legitimacy. But legitimacy can also turn out to be a burden: everyone started to approach us whenever anyone anywhere got a camera out, be they friend or foe. We realized we had to draw some more visible boundaries and began to be much more explicit about the fact that we were not a 'camera watch dog' but the group dealing with mainstream/corporate press. People taking personal photos, activists wanting to make documentaries and people doing art projects would have to self-organise. As decided at the camp plenary meeting, from Saturday on no camera crews or photographers would be able to be shown around the camp anymore. This was done to prevent the camp being overrun with journalists and camera teams and enable people to organise in peace and rest from actions without having a camera in their faces all the time. Press would be allowed to film and take photographs at the entrance area of the camp, where the info-point and concierge were. Someone from the press group would stay with them and ensure that people were aware that there was filming of photography going on. We would also either give interviews ourselves or find activists to give interviews. Whilst we were clear that we were not spokespersons or press officers and that people were obviously free to tell the press whatever they wanted to, our aim was to stay within a consensus that neither we, nor others who were interviewed would distance ourselves from any actions or activists so as not to play into the hands of those forces bent on dividing the movement. Our days began at 7am and ended around midnight. We spent all day every day dealing with the press. A useful contribution to our existing database and that of the future was that we made sure we noted the contact details of all of the press representatives that came to the camp. To ensure ongoing communication with people living in the camp, one of us would always attend the plenary/spokes council meetings in the evening. Press presence remained a constant source of antagonism at the camp. Naturally, attitudes amongst camp dwellers towards journalists ranged from hostile to welcoming. As go-betweens of these two positions, we didn't always have an easy ride. We tried to remain flexible to the mood fluctuations in the camp. At times, it became necessary to keep the press at bay and we worked closely with the camp protection group to assess whether at particular moments it may be inappropriate to have too much press around. For example when people needed to chill after protest actions, or if the cops were being particularly aggressive towards the camp at certain times. In these cases or when we felt that there were simply too many journalists and it was getting too much, two of us would move outside the camp to receive and talk to the press there. At the same time, we knew that the press would be a form of protection for the camp too, for example if the cops tried to raid. Thus, we put together a list of journalists to contact at any time day or night, if such an event were to occur. A final example of the kind of work we did was that, together with Campinski, we were also able to assist the camp in translating and publishing its press release regarding camp security. When after a camp meeting, people decided that they wanted to send out a message to the public regarding their position on what they would do if the camp was attacked by cops (not to attack, yet to defend the camp infrastructure and its participants), we were able to provide a supporting hand. At the same time, this incident was also a good example of how, as an international press group, we had to sometimes judge whether certain information or actions were relevant for an international audience. After much nocturnal discussion, we decided that the camp statement did not need to go out to international press because it was too specific to a less immediate audience. Phase 4: What we leave behind We know you all just want our cvs file with all those press contacts. Before we tell you how to get it, a few reflections on our work. We strongly felt that trying to build a structure for communicating our message, or explaining our actions also through the mainstream press, is an attempt to create cracks in their superficial storylines. This has some really great potential. Having said this, what was not clear to us was how to use this potential most effectively. Our vision of being a bridge between journalists and radical activists and establishing trustworthy contacts worked out rather well. However, in being mainly "facilitators" we might not have had the space to work to make more strategic interventions into the press discourse. Often, our efforts remained merely at the level of getting a good quote in. Therefore, a more established network based perhaps on some political principles for press work might be just as, if not more useful. Phase 5: After the summit is before the summit A lot of discussions about the G8, the police operations and the repression are taking place right now, at least in Germany. Political trials are going to come, others of previous summits are still ongoing. The next G8 Summit will take place in Japan in only one year. Lots of reasons to go on with press work with a transnational perspective. If you want to get involved in strategising, translating, building up more contacts, please contact: g8-press-int at nadir.org ============================================== 35 29.08.2007 ============================================== Gipfelinfo - Meldungen über globalisierte Solidarität und die Proteste gegen unsolidarische Globalisierung ------------------------------------------------------ www.gipfelsoli.org -- - G8-Prozess in Rostock - AG Grauwacke: Eine Zwischenmeldung - junge Welt: "Widerstand soll kriminalisiert werden" - Mehr Selbstbewußtsein im Kampf gegen § 129a - stern.de: Meck-Pom muss für Gipfelschäden zahlen ---------------------------------------------------------------------------- --- G8-Prozess in Rostock Der Gipfel der G8 in Heiligendamm liegt nun fast drei Monate zurück. Am Donnerstag, 30.08., findet vor dem Amtsgericht Rostock um 9 Uhr nun ein weiterer Prozess statt. Die Repressionsbehörden, die eine Rechtfertigung für die staatlichen Gewaltexzesse suchen und sich für ihre partiellen Niederlagen rächen wollen, werden keine Ruhe geben. Eine Prozesslawine scheint anzurollen. Gegen über 1000 AktivistInnen wird ermittelt. Am Donnerstag, 30.08., findet vor dem Amtsgericht Rostock (Zorchstraße 13, nahe Stadthafen, Raum 232) um 9 Uhr ein weiterer Prozeß statt. Ein Aktivist ist wegen Vorfällen bei der Demo am 2. Juni angeklagt. Damit die G8-Prozesse nicht im medialen Nirvana verschwinden, braucht es einer breiten Unterstützung, gerade auch durch Soli-Aktionen außerhalb von Rostock. Vor allem sollte versucht werden, durch kritische überregionale Presse auch die Medien in Mecklenburg-Vorpommern von der bisherigen Hofberichterstattung für die Staatsanwaltschaft und das Innenministerium zu einem kritischen Hinterfragen zu bewegen. Solidarität mit allen angeklagten G8-GegnerInnen! Freiheit für alle politischen Gefangenen! Der Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern, Lorenz Caffier (CDU), bagatellisiert weiterhin die Polizeiübergriffe und hält den Vorwurf, der Republikanische Anwätinnen und Anwälteverein (RAV) habe "interessengesteuerte Gerüchte" über die Situation in den Gefangenensammelstellen gestreut, aufrecht: http://www.links-lang.de/presse/6330.php Schon vorher hatte der Innenminister die Darstellungen des RAV und des Legal Teams zur Situation in den Gesas und zu einzelnen Polizeiübergriffen als nicht belegbar abgetan. So erklärte Caffier vor dem Landtag: "Zu den in der Öffentlichkeit geäußerten Vorwürfen des "Republikanischen Anwaltvereins" (im Folgenden RAV), Rechtsanwälte hätten nicht in ausreichender Weise Zugang zu festgenommenen Personen gehabt, ist folgendes anzumerken: Bereits im Vorfeld gab es zahlreiche Kooperationsbemühungen der Polizei, um Absprachen mit dem RAV zu treffen. Im Ergebnis wurden während des Einsatzes allen Anwälten ein ordnungsgemäßer Zugang zu ihren Mandanten gewährt." So einfach kann mensch sich die Welt zurecht stricken, und von der regionalen (Springer-)Presse wird dies auch nicht hinterfragt. Auszüge aus dem Bericht unter: http://www.mv-zeitung.de/article-print-15580.html der ganze Bericht unter: http://gipfelsoli.org/Home/Repression_G8_2007/Desinformation/3208.html Und die Replik des RAV dazu: http://gipfelsoli.org/Home/Repression_G8_2007/Desinformation/3407.html Genau so geschlossen, wie gegen den G8 agiert wurde, genau so geschlossen gilt es nun gegen die Repression Stellung zu beziehen! Niemand wird alleine sein! Angeklagt werden Einzelne - gemeint sind alle! Solidarität zeigen! Gegenöffentlichkeit schaffen! [http://de.indymedia.org/2007/08/192491.shtml] ---------------------------------------------------------------------------- --- AG Grauwacke: Eine Zwischenmeldung Am 09.05.2007 führten Bundesanwaltschaft (GBA) und Bundeskriminalamt (BKA) eine bundesweite Grossrazzia gegen 18 Personen wegen angeblicher Gründung einer terroristischen Vereinigung namens "Militante Kampagne zum Weltwirtschaftsgipfel - G8 - 2007 in Heiligendamm" durch. Wie bekannt, war das politische Ergebnis dieser Aktion für die Verfolgungsbehörden ein Desaster. Aber wie sieht es mit dem juristischen und kriminalistischen Ergebnis aus? Und was sind die weiteren Folgen, auch auf politischer Ebene? Den Kern des ganzen Ermittlungsverfahrens bildet das Buch "Autonome in Bewegung" und dessen tatsächliche oder vermeintliche Autoren, die "AG Grauwacke". Daher wollen wir uns hier gemeinsam zum Stand der Dinge äußern, obwohl wir alles andere als eine Gruppe, geschweige denn Vereinigung sind (dazu sind wir viel zu uneinig). 1. Was seit dem 09.05.2007 geschehen ist. - Wie bekannt, gab es keine Verhaftungen bei der Razzia. Aber es wurden ED-Behandlungen durchgeführt und bei mehreren Personen gegen deren Willen DNA-Proben genommen. - In den Tagen nach dem 09. Mai wurden zahlreiche arbeitswichtigen Gegenstände, v.a. Computer und Mobiltelefone, vom BKA zurückgegeben. Der Rest lagert seit Monaten in Meckenheim beim BKA. - Am 12.05. entdeckte ein Beschuldigter an seinem Auto ein GPS-Peilgerät unbekannter Herkunft. Gegen ihn hat mittlerweile das LKA5 Berlin (Staatsschutz) ein Verfahren eingeleitet wegen "Unterschlagung eines Ortungsmoduls". - Mitte Juni übermittelte GBA einen "Aktenauszug" des Verfahrens. Dieser umfasste zwei DVDs mit insgesamt 33 Ordnern, insgesamt ca.10.000 Seiten. Soweit bekannt, handelt es sich dabei nur um ca.15% der gesamten Akten. Laut GBA sind es diese Akten, die dem BGH Ende April 2007 zur Verfügung standen, als BGH-Richter Hebenstreit die Durchsuchungsbeschlüsse ausstellte - demnach dürften sie die wesentlichen Teile des Ermittlungsverfahrens enthalten. Aber wir sind dennoch gespannt auf die restlichen 80.000 Seiten (von denen ein erheblicher Teil vermutlich Protokolle aus Telefon- und Internet-Überwachung (TKÜ) sind). - Einige Betroffene haben mit der Auswertung der Akten begonnen, was sowohl aufgrund des Umfangs als auch wegen der Form mit ziemlich viel Arbeit verbunden ist. - Ende Juli gab es ein Treffen der unmittelbar Beschuldigten aus Berlin, Land Brandenburg, Hamburg und Bremen, um sich über den Umgang mit den Ermittlungsakten und die jeweiligen Einschätzungen zu verständigen. Ergebnis war, dass die Einschätzungen nicht sehr weit auseinanderliegen und der politische Umgang in den jeweiligen Städten (also v.a. Berlin und Hamburg) relativ autonom entschieden wird. Das lag auch deshalb nahe, weil es keine irgendwie geartete "Gruppenstruktur" zwischen den Städten gibt, die Berliner und Hamburger sind sich überwiegend noch nie vorher begegnet. Das weitere politische Vorgehen sehen wir nicht als Exklusivthema der juristisch Beschuldigten, sondern als Thema für mindestens alle Betroffenen von 129a-Repression. 2. Unsere Herangehensweise In Berlin sind eigentlich alle übereinstimmend der Meinung, dass das Verfahren nicht zu einem Prozess führen wird, sondern eingestellt werden wird - wie so viele §129a-Verfahren. Das erlaubt eine gewisse Freiheit im Umgang mit den Akten und in politischer Hinsicht, da nicht dauernd eine mögliche juristische Prozess-Strategie mitberücksichtigt werden muss. Zwei zentrale Fragen stehen nun im Raum: Was steht in den Akten? Was ist der politische Hintergrund und die passende Antwort darauf? Erstens: Was ist der politische Hintergrund und die passende Antwort darauf? Diese Frage kann, spätestens nach den weiteren Razzien und den Verhaftungen vom 31.07.07, nicht mehr beschränkt auf unser Ermittlungsverfahren behandelt werden. Sie betrifft die gesamte Linke, nicht nur deren radikalen Teil, und letztlich weit darüber hinaus die politische "Landschaft" in Deutschland. Wir sehen "unser" Ermittlungsverfahren nur als einen Mosaikstein in einem weit größere n, höchst unerfreulichen Gesamtkunstwerk der sogenannten Sicherheitspolitik. Wir haben dazu darüber hinausgehend keine einheitliche Meinung, daher wird es auch keine politischen Erklärungen von AG Grauwacke geben. Sondern wir werden uns je nach eigenem Bedürfnis in die politische Arbeit bzw. Debatte dazu einbringen in nächster Zeit: in der Soli-Bewegung, oder auch in der Medienarbeit. Zweitens: Was steht in den Akten? Hier gibt es ein großes Informationsbedürfnis von vielen: Mit-Betroffenen, politisch Interessierten, Medienleuten, Freunden und Freundinnen, BürgerrechtlerInnen, PolitikerInnen... Es gibt bestimmte Inhalte der Akten, die Aufmerksamkeit und Öffentlichkeit verdient haben. Das betrifft z.B. die Vorgehensweise der Verfolgungsbehörden, ihre "Textanalysen" und Schlussfolgerungen, ihre Überwachungsmaßnahmen, ihre Rundumschläge gegen allerlei linke Gruppen und Strömungen. Andere Teile der Akten sind aus persönlichen oder anderen Gründen nicht geeignet zur öffentlichen Diskussion. Immerhin geht es in den Akten nicht nur um die 18 Beschuldigten - rund 1000 Namen tauchen in den Akten auf, manche nur einmal als Randbemerkung, manche aber auch mit sensiblen Informationen, die wir nicht ohne Zustimmung der Betroffenen anderen zeigen oder mitteilen könnten. Die vielgestellte Frage "tauche auch ICH in den Akten auf?" können wir vorerst so beantworten: Wie an vielen anderen Stellen sind auch hier die Akten wie Kraut und Rüben: Wer in den letzten 15 Jahren radikale linke Politik gemacht hat , und in den Akten NICHT erwähnt wird, muss von den Schnüffelbehörden wohl irgendwie übersehen worden sein. Dies alles zu sortieren dauert seine Zeit, zumal die 10.000 Seiten Material nicht übersichtlich geordnet sind, was bei diesem Umfang auch kaum möglich ist. Es wimmelt von Wiederholungen, es gibt einander widersprechende "Vermerke" und Vermerke, die andere Vermerke korrigieren... Auch wir selbst haben beim Lesen schon an einigen Stellen vorschnell geurteilt, uns Sachen ungenau gemerkt, wichtige Details übersehen. Wir müssen darum um etwas Geduld bitten, was eine ausführliche Auswertung angeht. Die Zusammenfassung, die im Internet bei indymedia unter Hintergründe zu den 129a-Verfahren zu finden ist, gibt einen guten ersten Überblick über das Ermittlungs(wahn-)system des BKA. Bis es soweit ist, wird es einzelne Informationen geben. Betroffene werden persönliche Informationen bekommen, Soligruppen und ausgewählte Medienleute werden Details bekommen. Das geht nur über persönlichen Kontakt, der zu/von Beschuldigten (bzw. über deren Anwälte) aufgenommen wird. [http://autox.nadir.org/buch/zwischenmeldung.html] ---------------------------------------------------------------------------- --- junge Welt: "Widerstand soll kriminalisiert werden" Hausdurchsuchung bei Bonner Atomkraftgegnern dient der Ausspähung und Einschüchterung. Gespräch mit Sebastian Nickel Interview: Jörn Boewe Rechtsanwalt Sebastian Nickel vertritt den Betreiber einer Bonner atomkritischen Internetseite Bei Ihrem Mandanten, dem Betreiber der Internetseite antiatombonn.de, wurde Mitte August eine Hausdurchsuchung angeordnetet. Was konkret wirft ihm die Staatsanwaltschaft vor? Der Vorwurf lautet auf öffentliche Aufforderung zu Straftaten. Hintergrund ist ein Artikel, in dem Textpassagen des Aufrufs der Block-G-8-Kampagne enthalten sind. Aus Sicht der Ermittlungsbehörden soll dazu aufgerufen worden sein, gewaltsam Widerstand gegen Polizeibeamte zu leisten. Nun ist der Text ja bis heute frei im Internet zugänglich. Wozu dann eine Hausdurchsuchung, bei der man sämtliche Computer beschlagnahmt? Aus Sicht der Verteidigung ist das völlig unverhältnismäßig. Zum einen ist dieser Text auf der Internetseite deutlich als Zitat gekennzeichnet. Die Urheberschaft dürfte ohne weiteres festzustellen sein. Die Staatsanwaltschaft, so zumindest die offizielle Begründung, will konkret herausfinden, wer diesen Text auf die Bonner Internetseite gestellt hat. Aber aus meiner Sicht ist schon höchst fraglich, ob dieser Text überhaupt ein strafbares Verhalten darstellt. Und selbst, wenn es einen Anfangsverdacht geben sollte, ist eine so einschneidende Maßnahme wie die Beschlagnahme sämtlicher Computer nicht gerechtfertigt. Also worum geht es aus Ihrer Sicht tatsächlich? Es drängt sich eher der Verdacht auf, daß hier konkret die lokale Bonner politische Szene ausgeforscht und ausgeleuchtet werden soll. Sehen Sie einen allgemeinen Trend, daß das Strafrecht zweckentfremdet wird, um eigentlich etwas ganz anderes zu erreichen? Aus unserer Sicht ist ohnehin auch im Vorfeld des G-8-Gipfels und währenddessen eine ganz klare Tendenz zu verzeichnen gewesen, daß die Grenzen zwischen repressiven Maßnahmen, also Strafverfolgung und präventiven Maßnahmen des Polizeirechts immer fließender werden. Das macht den Rechtsschutz unübersichtlich, und vor allem stellt es auch aus meiner Sicht einen klaren Verstoß gegen das Gewaltenteilungsprinzip dar. Aus unserer Sicht ist das alles sehr bedenklich. Hier wird unter einem Vorwand mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Sehen Sie als Jurist eine Möglichkeit, diesem Trend auf juristischer Ebene irgendeinen Riegel vorzuschieben? Der G-8-Gipfel selbst hat ja durchaus rechtspolitische Debatten ausgelöst, Stichpunkte sind vor allem Vorfeld-Maßnahmen, Postüberwachung, die unsäglichen Geruchsproben, Heranziehung der Bundeswehr, Rechtsschutz während der Proteste. Es war zum Teil nicht erkennbar bei Vorführungen, ob jetzt die Leute einen Polizeibeamten oder einen Richter vor sich stehen haben. Das wird natürlich an jeweils einzelnen Fällen immer wieder juristisch aufgerollt. Wie muß man denn eigentlich bewerten, daß die Staatsanwaltschaft Bonn in diesem konkreten Fall ein bißchen aus der Reihe tanzt? Ob es sich jetzt um einen Einzelfall handelt oder ob möglicherweise bislang unbekannt in anderen Städten ähnliche Repressionsversuche gegen diese Kampagne laufen, weiß ich persönlich nicht. Ich kann insofern auch nur Mutmaßungen anstellen: Also die Staatsanwaltschaft Bonn hat nach eigenen Angaben die Sache gründlich geprüft und sieht eben einen Anfangsverdacht. Ob es hier irgendwelche lokalen Besonderheiten gibt oder ob die Bonner Szene aus bestimmten Gründen besonders interessant ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Der Artikel wurde ja Mitte Mai eingestellt, also im Vorfeld der Anti-G-8-Proteste. Warum jetzt das Ermittlungsverfahren? Ich gehe davon aus, daß ein Zeichen gesetzt werden soll, daß eine politisch aktive Szene unter Beobachtung steht und daß jederzeit mit entsprechenden Maßnahmen gerechnet werden muß. Letztlich ist es einfach der Versuch, dort Widerstandsformen zu kriminalisieren und von möglichen weiteren Aktivitäten abzuhalten. So ein Artikel ist im Prinzip nichts weiter als ein Beitrag zur politischen Meinungsäußerung, der aus meiner Sicht strafrechtlich in keiner Weise relevant ist. Allerdings ist eine Durchsuchung nach der Strafprozeßordnung an sehr geringe Voraussetzungen gebunden. Die Staatsanwaltschaft bewegt sich hier durchaus noch innerhalb der Buchstaben des Gesetzes. Der Betroffene hat natürlich den Nachteil, daß er lange Zeit ohne Computer und wahrscheinlich auch ohne einen Großteil seiner wichtigen Daten auskommen muß. junge Welt 27.8.2007 [http://www.jungewelt.de/2007/08-27/045.php?sstr=bonn] ---------------------------------------------------------------------------- --- Mehr Selbstbewußtsein im Kampf gegen § 129a In den vergangenen Wochen schien es zeitweilig so zu sein, als wolle eine Stellungnahme nach der anderen die jeweils vorhergehende, in der Bekundung der Harmlosigkeit der Unterzeichnenden, der (zu Recht oder zu Unrecht) Beschuldigten, von Brandanschlägen generell und selbst der militanten gruppe (die eher als skurril denn als Organisation mit revolutionärem Anspruch dargestellt wurde) überbieten wollen. In letzter Zeit ändert sich dies. Den Durchbruch brachte wohl der internationale Aufruf (1), der auch die Freilassung der Beschuldigten fordert, denen der Brandstiftungsversuch bei MAN vorgeworfen wird. Es folgte ein Aufruf aus dem Gewerkschafts-/Linkspartei-Spektrum (2), der die Abschaffung des § 129a fordert. Diese Forderungen sind Zeichen eines - in Deutschland als mutig zu bezeichnenden - liberalen Demokratieverständnisses. Der § 129a StGB beschneidet wichtige Grundrechte (3). Und ohne diesen Anti-Terrorismus-Paragraphen wäre wohl kaum Untersuchungshaft wegen einer versuchten Brandstiftung angeordnet worden (4). In diesem Kontext scheint es nun auch möglich zu sein, weitergehende Fragen anzuschneiden. Den Anfang machten am 21. August 2007 Rolf Hartmann und Manfred Sehl: "Wir studierten, promovierten und lehrten mehrere Jahren an deutschen Hochschulen. Überrascht haben wir Stellungnahmen zur Kenntnis genommen, die Teile unserer kritischen Kolleginnen und Kollegen vom Katheder ließen. Ihre Aussagen treffen uns. Sie lesen sich so, als ob kritische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler keine Brandsätze unter - wie Tucholsky sagen würde - für organisierten Massenmord produziertes Kriegsgerät legen könnten. Dabei waren doch Angehörige verschiedener Universitäten 1972 daran beteiligt, einen Rechner der US-Army zu sprengen und damit die Bombardierung von Vietnam für die Dauer mehrerer Tage zu stoppen." (5) Bei der Kundgebung am 22. August gab es dann Redebeiträge mit statements wie diesen: * "Wir wollen uns den Stimmen aus dem Chor anschließen und das Bedürfnis zurückfordern, offene Unterstützung auch für diejenigen zu zeigen, welche für ,schuldig' erklärt werden etwas Ungesetzliches getan zu haben." (6) * "Gerade die Bundeswehr und damit die Kriegspolitik der BRD, das Anschlagsziel in diesem Falle, wird von vielen als legitimes Aktionsziel angesehen." (7) * "Die Linke muss Antworten finden auf die Frage, welche adäquaten Widerstandsstrategien gegen die militärische und ökonomische Gewalt des Kapitalismus entwickelt werden müssen, denn wie unsere revolutionären Urmütter und Urväter schon sagten: ,Das Reaktionäre fällt nicht um, wenn es nicht zu Boden gestürzt wird.' Dass Proteste nicht ausreichen, um die menschenverachtende Politik der kapitalistischen Elite zu stoppen, haben wir millionenfach in einer langen Geschichte erfahren. Wir müssen den Schritt vom Protest zum Widerstand organisieren und das geht nicht ohne Infragestellung des bürgerlichen Legalismus. Ohne organisierten massenhaften Widerstand wird die brutale staatliche Repression jeden revolutionären Kampf ersticken. [...]. Revolutionäre Organisationen aufbauen! [...]. Den Kapitalismus abschaffen!" (8) Es schloß der Aufruf für den antikapitalistischen Block bei Demo am 22.9. an: "die herrschende Klasse wird nicht freiwillig ihre Macht und ihr Eigentum aufgeben, sondern wird mit allen Mitteln versuchen ihre Herrschaft zu verteidigen. Wir gehen deshalb davon aus, dass eine neue solidarische Gesellschaftsordnung nicht durch Reformen des bestehenden Systems, sondern nur durch eine revolutionäre Umwälzung erreicht werden kann." (9) Bei indymedia und http://gipfelsoli.org wurde eine Auflistung von antimilitaristischen Aktionen der letzten Zeit plus Entwurf für ein Plakat mit dem Titel "Es gibt zu viele Bundeswehrfahrzeuge" eingestellt (10). Und nun gibt es auch eine Stellungnahme, die auch die mg - wenn auch nicht ohne Vorbehalt und auch eher beiläufig in einem Text, der vorrangig andere Fragen diskutiert - in die inhaltliche Solidarität miteinbezieht: "[...] die Praxis der mg [zielt] - langfristig - sehr wohl auf eine erhebliche Schädigung des Staates [...] - ,und das ist gut so', auch wenn daran gezweifelt werden kann, ob alles, was die mg so tut und schreibt jenem Ziel wirklich dienlich ist. " (11) Wichtig ist allerdings zu sehen, dass keiner dieser Texte in den Fehler verfällt, spiegelbildlich zur Situation am Beginn der Soli-Kampagne, vorzuschlagen, die Soli-Arbeit auf ein revolutionäres oder linksradikales Spektrum einzugrenzen. Vielmehr muß erkannt werden, dass nur in dem Maße, in dem der Gesinnungsparagraphen 129a von Liberalen in Frage gestellt wird, die Bereitschaft steigen wird, solche weitergehenden Frage ansprechen. Eine Überlegung, die Paragraphenamazone in ihrem Eröffnungsbeitrag für diesen blog in Bezug auf die Gefangenen entwickelt, gilt also auch über die Gefangenen hinaus: "Und in der Tat ist Wissenschaft - im Sinne dieser oder jener Seite - niemals unschuldig, niemals harmlos - auch wenn die Schuld nicht immer auch eine strafrechtliche ist. Es geht also [...] darum, maximalen juristischen Spielraum dafür zu schaffen, daß sich die Gefangenen - falls sie wollen - politisch ,schuldig' bekennen können." (12) Entsprechend gilt auch für die Bewegung draußen, außerhalb des Knastes: In dem Maße, in dem die radikale und revolutionäre Linke ihre Position selbstbewußter darstellen will, wird Bündnisarbeit nicht weniger wichtig, sondern wichtiger: "Einen mächtigeren Gegner kann man nur unter größter Anspannung der Kräfte und nur dann besiegen, wenn man unbedingt aufs angelegentlichste, sorgsamste, vorsichtigste, geschickteste sowohl jeden, selbst den kleinsten ,Riß' zwischen den Feinden, [...] als auch jede, selbst die kleinste Möglichkeit ausnutzt, um einen Verbündeten unter den Massen zu gewinnen, mag das auch ein zeitweiliger, schwankender, unsicherer, unzuverlässiger, bedingter Verbündeter sein." (13). Und umgekehrt sollten auch die Liberalen erkennen, dass das Wiedererstarken einer radikalen oder revolutionären Linken links von ihnen durchaus nicht zwangsläufig zu den von ihnen immer gefürchteten Eskalationen und Polarisierungen führen muß, sondern es ihnen durchaus erleichtern kann, ihre Reformforderungen durchzusetzen. Zitatnachweise: (1) http://delete129a.blogsport.de/2007/08/16/international-scholars-demand-suspension-of-the-a-129a-proceedings-against-all-parties-concerned/; vgl. http://delete129a.blogsport.de/2007/08/18/online-form-for-signing-the-open-letter-to-the-german-federal-prosecutor/. (2) http://delete129a.blogsport.de/2007/08/20/weiterer-aufruf-fuer-abschaffung-des-a-129-stgb/; vgl. http://delete129a.blogsport.de/2007/08/21/erhebliche-unterstuetzung-fuer-gew erkschaftlerinnen-rls-aufruf-gegen-a-129a/ (3) http://delete129a.blogsport.de/2007/08/13/aamazone-grundrechte-und-a-129a-stgb/. (4) http://delete129a.blogsport.de/verteidigung/: "Im aktuellen Fall wäre in einem rechtsstaatlichen Verfahren gegen die drei in Brandenburg Festgenommenen der Tatvorwurf der versuchten Brandstiftung gem. § 306 StGB erhoben worden. Die unbestraften und in geordneten sozialen Verhältnissen lebenden Beschuldigten wären aufgrund fehlender Fluchtgefahr nicht in Untersuchungshaft genommen worden." (5) http://delete129a.blogsport.de/2007/08/29/sind-kritische-wissenschaftlerinnen-unfaehig-brandsaetze-legen/ (6) http://delete129a.blogsport.de/2007/08/23/wir-wollen-das-beduerfnis-zurueckfordern-offene-unterstuetzung-auch-fuer-diejenigen-zu-zeigen-welche-fuer-schuldig-erklaert-werden-etwas-ungesetzliches-getan-zu-haben/ (7) http://delete129a.blogsport.de/2007/08/23/antimilitaristische-aktionen-sind-kein-einzelfall/ (8) http://delete129a.blogsport.de/2007/08/24/die-linke-muss-antworten-finden-auf-die-frage-was-adaequaten-widerstandsstrategien-sind/ (9) http://delete129a.blogsport.de/2007/08/28/aufruf-zum-antikapitalistischen-block-bei-der-demo-229/ (10) http://gipfelsoli.org/Home; bei indymedia wurde der Text bemerkenswerterweise von den ModeratorInnen versteckt: http://de.indymedia.org/2007/08/192434.shtml (11) http://media.de.indymedia.org/media/2007/08//192488.pdf; vgl. http://einstellung.so36.net/de/ps/228 (12) http://delete129a.blogsport.de/2007/08/13/aamazone-lieber-weniger-pathos-und-mehr-argumente/ (13) http://www.marxistische-bibliothek.de/kinderkrankheit.html, Abschnitt VIII. [http://delete129a.blogsport.de/2007/08/29/mehr-selbstbewusstsein-im-kampf-g egen-a-129a/] ---------------------------------------------------------------------------- --- stern.de: Meck-Pom muss für Gipfelschäden zahlen Von Manuela Pfohl Vor zweieinhalb Monaten bahnten sich Demonstranten ihren Weg zum G8-Gipfel durch die Getreidefelder der Bauern. Für die entstandenen Schäden soll das Land Mecklenburg-Vorpommern aufkommen. Doch nicht alle Gipfel-Opfer haben die Chance auf einen finanzielle Ausgleich. Ein Bild geht um die Welt: Hunderte Demonstranten, die am 6. Juni durch ein wogendes Weizenfeld marschieren. Richtung Zaun Heiligendamm. Polizisten aus Sachsen-Anhalt sehen die G8-Kritiker kommen. Eingreifen sollen sie nicht. Es gilt die Order Deeskalation. Die Bauern müssen hilflos zusehen, wie ein Teil ihrer Ernte der Globalisierungskritik geopfert wird. Zweieinhalb Monate später liegen im Schweriner Landwirtschaftsministerium die Rechnungen der Landwirte auf dem Tisch. "Weil der G8-Gipfel inklusive der dazugehörigen Demonstrationen rein rechtlich auf die Kappe des Landes Mecklenburg-Vorpommern gehen, muss das Land auch für die Schäden aufkommen", erklärt Detlef Lindemann vom Bauernverband Bad Doberan. Gernot Haffner, Referent des Landwirtschaftsministers sagt: "Wir haben eine geschätzte Schadenshöhe von rund 32.000 Euro in acht betroffenen Betrieben." Bei einem weiteren Hof werde die Schadenssumme noch geprüft. Hauptursache sind zertrampelte Wintergetreide. Daneben wurden zerstörte Weidezäune, das erforderliche Ein- und Ausstallen von Tieren und die Müllentsorgung auf die Rechnung an das Landwirtschaftsministerium geschrieben. Nach Angaben des Innenministeriums Mecklenburg-Vorpommern kommen zu den Schäden der Bauern noch einmal rund 30 Anträge auf Schadensersatz von Kommunen und Privatpersonen. Zerstörte Grünanlagen, aufgerissene Straßen, demolierte Parkautomaten und ähnliche Schäden schlagen mit rund 100.000 Euro zu Buche. Bernd Fritsch, Sprecher des Innenministeriums erklärt: "Etwa ein Drittel der Anträge ist bereits durch Anerkennung oder Ablehnung erledigt." Hausbesitzer Mike Spangenberg, über dessen Grundstück der Sicherheitszaun an der Kontrollstelle Hinterbollhagen führte, hat das Land sogar verklagt. Wegen unterlassener Hilfeleistung, Hausfriedensbruch und sämtlicher Paragrafen, die sonst noch in Frage kommen. Gipfelkritiker waren zu Hunderten über sein Grundstück marschiert, hatten aus seinem Zaun Straßenblockaden gebaut. Hilfe von der Polizei habe er nicht bekommen, obwohl die vor Ort gewesen sei. Umsatzeinbrüche müssen die Einzelhändler alleine tragen Keine Chance auf eine Entschädigung haben die Einzelhändler in Rostock und im Landkreis Bad Doberan. "In der Gipfelwoche mussten viele Händler Umsatzeinbrüche von bis zu 80 Prozent hinnehmen", berichtet der Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Nord-Ost, Heinz Kopp. Ein Grund für das G8-Minus sei gewesen, dass in der Zeit vor und während des Gipfels nur sehr wenige Urlauber in der Region waren. "Es hat sich auch als Trugschluss herausgestellt, dass die Tausenden von Demonstranten, Journalisten und Sicherheitskräften zwischen Rostock und Kühlungsborn die Umsätze bei Lebensmittelhändlern in die Höhe treiben werden", sagt Kopp. Einzige Ausnahmen in der trüben Bilanz seien Unternehmen, in der Umgebung der Camps, in denen die Gipfelkritiker übernachteten. Die Fleischerei Hackendahl, in direkter Nachbarschaft zum Camp Reddelich gehörte dazu. Mit seinem Transparent "Revolution am Ostseestrand Wir grillen für den Widerstand" hatte der clevere Mecklenburger für gute Beziehungen zu den G8-Kritikern und satten Umsatz gesorgt.Auch die Erwartungen des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern haben sich nach Aussage seiner Präsidentin erfüllt. "Wir gehen von mindestens 25 Millionen Euro Umsatz für die Branche aus", sagt Sylvia Bretschneider. Allerdings hätten sich einige Gastronomen in Kühlungsborn mehr vom Gipfel erhofft. Das Geschäft habe darunter gelitten, dass die Medienvertreter im Pressezentrum rundum versorgt wurden. [http://www.stern.de/politik/deutschland/:G8-Gipfel-Bilanz-Meck-Pom-Gipfelsc h%E4den/596306.html] -------------------------------------------------------------------------- Gipfelsoli Infogruppe Newsletter mit Nachrichten über Mobilisierungen, Debatten und Repression im Zusammenhang mit Gipfelprotesten. Die AutorInnen der Beiträge sind mit eckigen Klammern versehen. Wir können leider keine Verantwortung für die Richtigkeit der Beiträge übernehmen. Auch geben sie nicht zwangsläufig unsere Meinung wieder. Mehr Infos und Texte sowie ein Archiv des Newsletters unter www.gipfelsoli.org. Kontakt, Kritik, Beiträge: gipfelsoli at nadir.org gipfelsoli mailinglist subscribe - unsubscribe: https://lists.nadir.org/mailman/listinfo.cgi/gipfelsoli-l =============================================== ================================================ C) EDITORIAL ================================================ Für den Inhalt verantwortlich: Ihr. Medieninhaberinnen & Medieninhaber seid Ihr E-Mail-Adresse für Beiträge: widerstand at no-racism.net geschickt. widerst at nd MUND und alle Termine täglich aktualisiert im Web: http://www.no-racism.net/MUND Ziel von MUND (medienunabhängiger Nachrichtendienst) ist die unzensurierte und möglichst rasche Information über gesellschafts- politisch relevante Themen. Termine, Hinweise und Diskussionsbeiträge zu Widerstand und Antirassismus sowie verwandte Themen sollen einen Titel, Namen und Emailadresse der/des AutorIn enthalten und möglichst kurz und prägnant gehalten sein, ev. mit Hinweis, wo weitere Informationen eingeholt werden können. Bitte keine Attachments! Die inhaltliche und sachliche Verantwortung liegt bei der/dem jeweiligen AutorIn bzw. jenen, die uns die Beiträge schicken. Der MUND wird von einzelnen TagesredakteurInnen zusammengestellt. Da Fehler nicht ausgeschlossen sind, bitten wir, nicht veröffentlichte Beiträge nochmals an widerstand at no-racism.net zu senden. Die Weiterleitung (auch auszugsweise) ist erwünscht. Beiträge mit rassistischen oder sexistischen Inhalten werden nicht veröffentlicht. Sehr persönliche Meldungen werden wir an den betreffenden Adressaten weiterleiten, aber nicht im MUND veröffentlichen. Die bisherigen Ausgaben sind unter http://www.no-racism.net/MUND archiviert. Terminankündigungen bitte nach folgender Vorlage: * Wann: Sonntag, 11.11.2001, 11:11 Uhr * * Was: Maskenball: Motto "Schwarzblau ist die Haselnuss" * * Wo: Villa Morgenrot, Grüner Anger 42, 2001 Wendendorf * * Kommentar: Anreise per Anhalter. Maskenzwang. Ende nie. Aber kurz und prägnant.* Die Rubrik "Redaktionelles" am Ende der Ausgabe ist u.a. eine Konsequenz aus der Notwendigkeit, sexistische, antisemitische und rassistische Beiträge nicht zu veröffentlichen, ohne jedoch stillschweigend Zensur zu üben. Hier wird - in anonymisierter Form - auf angehaltene Beiträge hingewiesen und eine kurze Begründung der Tagesredaktion für die Nichtaufnahme geliefert. (Weitere Gründe einen Beitrag nicht aufzunehmen sind z.B.: Attachments, kein erkennbarer Bezug zu den breit gestreuten Themen des MUND, Werbesendungen, sinnlose Kettenbriefe.) Die AbsenderInnen der betroffenen Beiträge werden hiervon informiert. 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(werden nicht berücksichtigt) Redaktionsschluss für diese Ausgabe: Do 09:30 Uhr Nicht enthalten: 0 III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III ü, ö, ä, ß, Ü, Ö, Ä III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III widerst at nd-MUND is powered by http://alt.strg.at/ ================================================ From analle at no-racism.net Fri Aug 31 22:08:49 2007 From: analle at no-racism.net (=?iso-8859-1?q?MUND=3A_medienunabh=E4ngiger_Nachrichtendienst?=) Date: Fri, 31 Aug 2007 22:08:49 +0200 Subject: widerst@nd! - MUND: Samstag, 1.9.2007 Message-ID: <20070831200848.GA19109@brandl.telekabel.at> widerst at nd MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst www.no-racism.net/mund MedieninhaberInnen seid Ihr! Samstag, 01.09.2007 ================================================ A) INHALT ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN UND ANKÜNDIGUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 01 3. - 7. September 2007: Veranstaltungsreihe zum Papstbesuch in Wien Rosa Antifa Wien ================================================== 02 HOSI Wien richtet Appell an den Papst: Keine Einmischung in Innenpolitik! Homosexuelle Initiative (HOSI) Wien ================================================== 03 Einladung zur theatralischen Haltlosigkeit am Rendezvousberg Fritzpunkt / Stadt Theater Wien ================================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN UND KOMMENTARE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 04 die rote/Papstbesuch/Venezuela RSO - Revolutionär Sozialistische Organisation ================================================== 05 Fw: Interview B. Prammer - der Standard 31.8.07 Dietmar Köhler ================================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< SOLIDARITÄT WELTWEIT ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 06 Call Texas NOW! "Abraham J. Bonowitz" ================================================== 07 STOP CALLS: Perry commutes sentences of man scheduled to die Thursday "Abraham J. Bonowitz" ================================================== 08 Keine Abschiebung in den Iran! Café Critique ================================================== ================================================ B) TEXTE ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN UND ANKÜNDIGUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 01 3. - 7. September 2007: Veranstaltungsreihe zum Papstbesuch in Wien Rosa Antifa Wien ================================================== Anlaesslich des Papstbesuches gibt es vom 03.09. bis 07.09 eine Veranstaltungsreihe an der wir uns auch beteiligen, im folgenden weitere Informationen zu den einzelnen Terminen: bis dann, eure Rosa Antifa Wien (RAW) Hinweis: Alle Veranstaltungen finden in der Wipplingerstrasse 23, 1010 Wien statt. Veranstaltungsbeginn ist jeweils um 20 Uhr, mit Ausnahme der Diskussion am Montag, die bereits um 19:00 beginnt. Weitere Informationen auf http://www.gottlos.at Das Programm im Einzelnen: Montag, 03.09.2007 / 19:00 RAW\open: Die Kirche und ihre Sexualmoral (Rosa Antifa Wien) Eine Institution, die an die "unbefleckte Empfaengnis" glaubt, nach ihrer Meinung zu Sexualitaet zu fragen, ist an sich schon ein nicht gerade wenig absurdes Unterfangen. Nichtsdestotrotz hat die katholische Kirche gerade im laendlichen Raum noch immer einen nicht zu unterschaetzenden Einfluss auf die vorherrschende Sexualmoral und die damit verbundenen vorsintflutlichen Rollenbilder. Was sich bei so manchen Details - stellvertretend sei das Stichwort "Selbstbefleckung" erwaehnt - unfreiwillig amuesant liest, hat durchaus reale Auswirkungen. Offenes Treffen mit Diskussion bei Oblaten und Messwein (bzw. adaequaten Ersatzmitteln). Das Mitnehmen von besonders "schoenen" Fallbeispielen in Video- oder Textform ist ausdruecklich erwuenscht. Zoelibats-AnhaengerInnen duerfen gerne zuhause bleiben. ############ Dienstag, 04.09.2007 Christus-Rex-Bewegung, Ustascha, Hlinka-Garden, Legion des Erzengels Michael. Klerikalfaschismus in Europa (Gerhard Senft) Der Begriff Klerikalfaschismus steht fuer die praktische Zusammenarbeit und fuer das ideologische Naheverhaeltnis von Faschismus und kirchlichen bzw. christlichen Organisationen. Politisch relevante Auspraegungen eines Klerikalfaschismus waren in der Zeit vom Beginn der 1920er Jahre bis 1945 in verschiedenen Laendern Ostmittel- und Suedosteuropas und im iberischen Raum festzustellen. ############ Mittwoch, 05.09.2007 Vortrag und Diskussion: Abtreibung ist Frauenrecht! (im Rahmen des que[e]r) Egal, was der Papst sagt! Viele seiner "Schaefchen" haben es sich zur Lebensaufgabe gemacht, Frauen - die das Recht auf Abtreibung in Anspruch nehmen oder offensiv fuer sich beanspruchen, ueber ihren Koerper selbst zu bestimmen - zu diffamieren, belaestigen oder terrorisieren. Bericht und Diskussion ueber die Angriffe der klerikalen und rechts-konservativen Kreise auf das Recht auf Abtreibung, und die Vorgangsweisen der extremen AbtreibungsgegnerInnen. ############ Donnerstag, 06.09.2007 Vortrag: Esoterik und die Linke (AK Atheismus) Esoterik ist das, was auf dem Markt der Religionen als Esoterik verkauft wird. Anthroposophie, Waldorfschulen, energiespeicherndes Wasser, Kristalle, Feng Shui, all das sind nicht nur Phaenomene in der Alltagskultur, sondern auch Phaenomene in der Linken. Genau der Linken, der unterstellt wird, dass sie besonders vernuenftig, besonders kritisch vorgeht. Ein Grund ist, das die Wissenschaft - und da sehr oft die Medizin - ein "Instrument der Herrschaft" sei, und damit ist scheinbar auch alles, was "alternativ" ist, "gut". Ein anderer Grund ist das unreflektierte Ablehnen gegenueber den etablierten Religionen, ohne dabei aber die Irrationalitaet der Religionen - den Glaubens selbst abzulehnen. Dabei wird uebersehen, dass die Esoterik das Einfallstor des Faschismus in die Linke ist - das beste Beispiel ist hier wohl die Anthroposophie, mit ihrer "alternativen" Paedagogik. ############ Freitag, 07.09.2007 Filmabend: "The Root Of All Evil" (Bibliothek von unten) und antireligioeses FEST (AK Atheismus) In der zweiteiligen Fernsehdokumentation "The Root of all Evil" kritisiert Richard Dawkins Religionen, praesentiert Hintergrundberichte und interviewt mehr oder weniger radikale VertreterInnen der Weltreligionen. Im ersten Teil "The God Delusion" versucht Dawkins zu erklaeren, warum unsere modernen Erkenntnisse mit Glaubensdogmen der Religionen unvereinbar sind. Im zweiten Teil "The Virus of Faith" werden religioese Moralvorstellungen angesprochen, woher sie kommen und warum sie mit modernen Werten unvereinbar sind. Nach dem Film gibts ein antireligioeses FEST! -- ############ RAW ############# Rosa Antifa Wien c/o Rosa Lila Tip Linke Wienzeile 102 A-1060 Wien AUSTRIA ------------------------- E-Mail: raw at raw.at Web: http://www.raw.at Board: http://www.n3tw0rk.org ------------------------- PGP-Key available here: http://www.raw.at/sub/kontakt/raw.asc ############ RAW ############# ================================================== 02 HOSI Wien richtet Appell an den Papst: Keine Einmischung in Innenpolitik! Homosexuelle Initiative (HOSI) Wien ================================================== Medienaussendung der Homosexuellen Initiative (HOSI) Wien vom 30. August 2007 HOSI Wien richtet Appell an den Papst: Keine Einmischung in Innenpolitik! "Wir befürchten, dass sich Papst Benedikt XVI. bei seinem Besuch nächste Woche in Österreich zu aktuellen gesellschaftspolitischen Fragen wie die anstehende Einführung der Eingetragenen PartnerInnenschaft für Lesben und Schwule zu Wort melden wird", erklärte heute Vormittag HOSI-Wien-Mitarbeiterin Helga Pankratz bei einer Pressekonferenz. "Wir rufen daher Joseph Ratzinger auf, Österreichs Gastfreundschaft nicht zu missbrauchen und sich jeglicher Einmischung in die österreichische Innenpolitik zu enthalten." "Wir haben im Vorfeld bereits prophylaktisch an Bundespräsident Heinz Fischer, Bundeskanzler Alfred Gusenbauer und Nationalratspräsidentin Barbara Prammer sowie einige weitere SpitzenpolitikerInnen geschrieben und sie aufgefordert, im Falle solcher Einmischungen oder homophober Hasspredigten sofort zu reagieren und Ratzinger in die Schranken zu weisen", berichtet HOSI-Wien-Obmann Christian Högl weiter. "Uns ist bewusst, dass der Papstbesuch für viele Gläubige ein besonderes Ereignis darstellt. Auch wenn die Öffentlichkeit durch die massenmediale Berichterstattung in Euphorie versetzt wird, finden wir, dass es dennoch eine kritische Auseinandersetzung mit der Person Joseph Ratzinger und mit gewissen Positionen der Kirche geben muss." Am Tod hunderttausender Menschen mitschuldig "Die einschlägigen Ausfälle des Papstes sind leider Legion", verweist Pankratz auf Ratzingers diesbezügliches Sündenregister. "So hat er immer wieder das Zusammenleben Unverheirateter, gleichgeschlechtliche Beziehungen und Schwangerschaftsabbruch scharf verurteilt. Homosexuelle Eheschließungen sind für Ratzinger 'Pseudo-Ehen' und Ausdruck einer 'anarchischen Freiheit, die sich fälschlicherweise als wahre Befreiung des Menschen darstellen will'. Ratzinger hat sich auch bereits massiv in Italiens Innenpolitik eingemischt, als er die KatholikInnen des Landes dazu aufrief, nicht an einer Volksbefragung teilzunehmen, mit der über die Lockerung der Gesetze zur künstlichen Befruchtung entschieden werden sollte." Auch die unrühmliche Rolle des Vatikans und der römisch- katholischen Kirche in vielen Bereichen darf bei diesem Besuch kein Tabu sein, etwa ihre Mitschuld am AIDS-Tod hunderttausender Menschen durch die restriktive Haltung in Sachen HIV-Prävention und Verhütung. Cave Benedictum Die HOSI Wien hat im Zusammenhang mit dem Papstbesuch auch einen Flyer und ein Poster produziert: "Cave Benedictum: Gegen Homophobie. Für Nächstenliebe", heißt es darauf (zum Download auf www.hosiwien.at/?p=865). Die HOSI Wien unterstützt auch die Demonstration "Nein zum Papstrummel - Gegen Sexismus, Konservativismus und Homophobie", die am 7. September 2007, 15 Uhr, in Wien (Karlsplatz) stattfinden wird, und ruft zur zahlreichen Teilnahme daran auf. Rückfragehinweis: Christian Högl, Obmann, Tel.: 0699-11811038 Helga Pankratz, Tel.: (01) 893 75 70 Kurt Krickler, Generalsekretär, Tel.: (01) 5451310 oder 0664-5767466 office at hosiwien.at, www.hosiwien.at ZVR-Nr.: 524 534 408 ================================================== 03 Einladung zur theatralischen Haltlosigkeit am Rendezvousberg Fritzpunkt / Stadt Theater Wien ================================================== Der Unterschied wird nicht verschieden. Eine Haltlosigkeit Ab Samstag, 1. September und 2. 8. 9. 15. 16. 22. 23. 29. 30. September 2007 jeweils 13 Uhr Busabfahrt zum Rendezvousberg beim Universitätshauptgebäude, A - 1010 Wien Fritzpunkt Büro für theatralische Sofortmaßnahmen Ein Konzept des Stadt Theater Wien +43 0681 105 229 30 buero at fritzpunkt.at Näheres und Weiteres unter http://www.fritzpunkt.at Produziert von Artdeluxe GmbH Wien ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN UND KOMMENTARE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 04 die rote/Papstbesuch/Venezuela RSO - Revolutionär Sozialistische Organisation ================================================== RSO-Newsletter Nr. 10 ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ 1. Die erste Ausgabe von "die rote zeitung" ist erschienen 2. Zur Hölle mit Ratzinger - 2000 Jahre christlicher Hokuspokus sind genug! (Artikel aus der neuen Zeitung) 3. Demo gegen den Papst-Rummel am Freitag, den 7.9. in Wien 4. Venezuela: Repression gegen GewerkschafterInnen ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ 1. Die erste Ausgabe von "die rote zeitung" ist erschienen Es ist soweit: Die RSO gibt das Erscheinen der ersten Ausgabe unserer neuen Zeitung bekannt. Sie ist gegen eine Spende unter bestellungen at sozialismus.net sowie bei den VerkäuferInnen der RSO (z.B. am 1. und 2.9. am Volksstimmefest in Wien oder am 7.9 auf der Demo gegen den Papst-Rummel in Wien) erhältlich. Das Inhaltsverzeichnis und bereits online abrufbare Artikel finden sich auf unserer Homepage http://www.sozialismus.net ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ 2. Zur Hölle mit Ratzinger! 2000 Jahre christlicher Hokuspokus sind genug! "Wer seinem Vater oder seiner Mutter flucht, der soll des Todes sterben. Wenn jemand die Ehe bricht mit der Frau seines Nächsten, so sollen beide des Todes sterben. Wenn jemand bei einem Manne liegt wie bei einer Frau, sollen beide des Todes sterben. Wenn jemand eine Frau nimmt und ihre Mutter dazu, der hat eine Schandtat begangen; man soll ihn mit Feuer verbrennen und die beiden Frauen auch, damit keine Schandtat unter euch sei." (Leviticus, 3. Buch Mose) Der Boss dieser mörderischen Religion, Joseph Ratzinger, besser bekannt unter seinem Decknamen Benedikt XVI., gibt sich 2007 die Ehre, Österreich zu besuchen. Und Ratzinger ist nicht irgendwer - an seinen Prada-Nobelschühchen klebt Blut ... ... den kompletten Artikel gibt es auf http://www.sozialismus.net/ue_rote/rote1/papst.html ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ 3. Demo gegen den Papst-Rummel am Freitag, den 7.9. in Wien Am Freitag, den 07.09.2007 kommt der Papst, Benedikt XVI, zu einem dreitägigen Besuch nach Österreich. Allein in den zwei Jahren seines Amtes hat auch dieser Papst mehr als deutlich bewiesen, welche Politik sein Amt und die gesamte Amtskirche führt: Eine reaktionäre, rassistische, frauen- und homosexuellen- feindliche Politik. Wir werden deswegen am 07.09.2007 den Papstbesuch keineswegs mit Jubel begegnen sondern uns an der Demonstration gegen den Rummel beteiligen. Der Aufruf zur Demo findet sich unter http://www.sozialismus.net/ue_texte/aufruf-papstdemo.html Die Demo startet am 7.9. um 16:00 Uhr vom Resselpark (Wien/Karlsplatz) ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ 4. Venezuela: Repression gegen GewerkschafterInnen Im Rahmen des Kampfes um einen neuen Rahmenkollektivvertrag für rund 1,5 Millionen öffentlich Bedienstete in Venezuela kam es Mitte August zur Besetzung des venezolanischen Arbeitsministeriums durch GewerkschaftsvertreterInnen ... Der Artikel findet sich unter http://www.sozialismus.net/ue_texte/venezuela-repression.html ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ ================================================== 05 Fw: Interview B. Prammer - der Standard 31.8.07 Dietmar Köhler ================================================== -Eingedenk Reinhold Lopatka ("Übrigens wird in der Wirtschaft genau so gelogen wie in der Politik") behauptet Barbara Prammer: "Ich messe mich ohnehin nur an sozialdemokratischen Grundsätzen". Das ist nachweislich die Unwahrheit. Denn wie steht es in dem von Barbara Prammer angeblich so hoch gehaltenen SPÖ-Grundsatzprogramm? "...dafür ein, dass alle Menschen das Recht darauf haben, bei Entscheidungen, die sie betreffen, mitzubestimmen und dass das Prinzip der Demokratie in allen gesellschaftlichen Bereichen verwirklicht wird...." (II.2.2). Das aber hat die Nationalratspräsidentin (geflissentlich?) übersehen, als eine Reihe von Neuerungen - die im Wahlkampf nie angesprochen wurden - im Geheimen beschlossen wurde (z.B. Verlängerung der Legislaturperiode). Das Mitbestimmungsrecht der Betroffenen bezieht Barbara Prammer also offensichtlich nur auf Berufspolitiker/innen. Denn wann wäre der Souverän in Österreich jemals souverän gewesen? Dietmar Köhler 1230 Wien ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< SOLIDARITÄT WELTWEIT ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 06 Call Texas NOW! "Abraham J. Bonowitz" ================================================== Greetings All, The Texas Board of Pardons and paroles voted today to recommend that Texas Governor Rick Perry grant clemency to Kenneth Foster, who is scheduled to be exterminated at 6pm Central Time, today. We should be reminded that the Texas Board of Pardons and Paroles similarly voted 6-1 to spare the life of the profoundly mentally ill death row inmate Kelsey Patterson in 2004, and Rick Perry overruled that recommendation with the result that Patterson was put to death..... Today is a different day. I just left a voicemail for Gov. Perry and will try for a live operator again after I send this. Art Laffin reached a live person who only wanted to know "Are you for or against?" I will also send a fax. Please make your call and if you have a fax machine, send a fax as well. The message is simple: "Please take the recommendation of the Texas Board of Pardons and paroles and spare the life of Kenneth Foster." Calling from Texas: (800) 252-9600 In Austin or from out of state: (512) 463-1782 Fax (512) 463-1849 Call now! Thanks. --abe ************ Board votes to spare Texas man set to die tonight The Texas Board of Pardons and Paroles recommended today that Gov. Rick Perry spare condemned prisoner Kenneth Foster from execution and commute his sentence to life. The vote from the seven-member board was 6-1. The announcement came less than seven hours before Foster was scheduled to be taken to the death chamber for lethal injection. Perry does not have to accept the highly unusual recommendation from the board whose members he appoints. There was no immediate response from the governor's office. Foster was the getaway driver and not the actual shooter in the slaying of a 25-year-old man in San Antonio 11 years ago. Foster acknowledged he and his friends were up to no good as he drove them around San Antonio in a rental car and robbed at least four people 11 years ago before the slaying of Michael LaHood Jr. "It was wrong," Foster, 30, said recently from death row. "I don't want to downplay that. I was wrong for that. I was too much of a follower. I'm straight up about that." Their robbery spree, while they were all high on alcohol and marijuana, turned deadly when Foster followed LaHood and his girlfriend to LaHood's home about 2 a.m. Aug. 15, 1996. One of Foster's passengers, Mauriceo Brown, jumped out, walked up to LaHood, demanded his wallet and car keys, then opened fire when LaHood, 25, couldn't produce them. LaHood, shot through the eye, died instantly. Brown ran back to Foster's car and they sped away. Less than an hour later, Foster was pulled over for speeding and driving erratically. Foster, Brown, Dwayne Dillard and Julius Steen all on probation and members of a street gang they called the Hoover 94 Crips were arrested for LaHood's slaying. Brown and Foster, tried together, were convicted of capital murder and sentenced to death. Foster was set to die 13 months after Brown, 31, was strapped to the same death chamber gurney in Huntsville for lethal injection. Foster's execution would make him the third Texas prisoner executed in as many days and the 24th this year in the nation's most active capital punishment state. On Wednesday evening, John Joe Amador, 32, was put to death for the slaying of a San Antonio taxi driver 13 1/2 years ago. Foster's scheduled execution piqued death penalty opponents who criticized his conviction and sentence under Texas' law of parties, which makes non-triggermen equally accountable for the crime. Foster would join a number of other condemned prisoners executed under the statute, including one put to death earlier this year. "This is a new low for Texas," said Larry Cox, executive director of Amnesty International USA, a human rights organization that opposes the death penalty in all cases. "Allowing his life to be taken is a shocking perversion of the law." Foster's lawyers were arguing in the courts that statements from Dillard and Steen, who were in Foster's car that night, clarify and provide new evidence that support Foster when he says he didn't know Brown was going to try to rob and shoot LaHood. "I didn't kill anybody," Foster insisted from death row. "I screwed up. I went down the wrong path. I fault myself for being in this messed-up system." Foster said he was some 80 feet away from the shooting. "It's hard for you to anticipate how Brown is going to react," Foster said. "Texas is saying flat out: You should have known better. "In life, we have hindsight. Texas is saying you better have foresight. They're saying you better be psychic." Dillard now is serving life for killing a taxi driver across the street from the Alamo two weeks before LaHood's slaying. Steen testified at Brown's trial and received a life sentence in a plea bargain. Brown testified at his trial the shooting was in self-defense, that he believed LaHood had a gun. Authorities, however, never found another weapon near LaHood's body. Foster did not testify. "I thought what (Brown) said was good enough," he said from death row. Mike Ramos, among the Bexar County prosecutors handling the case when it went to trial, said he found Foster's claims unbelievable and was irritated by a publicity effort to spare Foster. "When you let somebody out of your car with a loaded handgun, what do you expect?" Ramos said. "If he didn't realize it could happen, I think he's a liar." Last weekend a group of Foster supporters picketed outside an Austin church Gov. Rick Perry attends. "These guys are rewriting history," Ramos said. "He was far from any kind of angel they're trying to portray." Ramos said it was clear to him that Foster was "the puppet master pulling all the strings" during the robbery spree. Nico LaHood, whose brother was killed, said Wednesday he was frustrated that people were willing to believe only Foster's story, which he called "ridiculous and not true." "I don't know what dynamics are going on that allow us to make the person who is the wrongdoer to become the victim in this case," LaHood said. His brother, he said, was being "lost in the whole thing." (source: Associated Press) SENT BY: Abraham J. Bonowitz ******************************************************** YES FRIENDS! There is an Alternative to the Death Penalty Citizens United for Alternatives to the Death Penalty (CUADP) works to end the death penalty in the United States through aggressive campaigns of public education and the promotion of tactical grassroots activism. Visit or call 800-973-6548 PMB 335, 2603 NW 13th St (AKA Dr. MLK Jr. Hwy) Gainesville, FL 32609 ******************************************************** ================================================== 07 STOP CALLS: Perry commutes sentences of man scheduled to die Thursday "Abraham J. Bonowitz" ================================================== Hi All, amazing news.... paz! --abe Perry commutes sentences of man scheduled to die Thursday By MICHAEL GRACZYK Associated Press Writer HUNTSVILLE, Texas ­ Gov. Rick Perry accepted a recommendation from the state parole board and said Thursday he would spare condemned prisoner Kenneth Foster from execution and commute his sentence to life. Foster had been scheduled to die Thursday evening. "After carefully considering the facts of this case, along with the recommendation from the Board of Pardons and Paroles, I believe the right and just decision is to commute Foster's sentence from the death penalty to life imprisonment," Perry said in a statement. "I am concerned about Texas law that allowed capital murder defendants to be tried simultaneously and it is an issue I think the legislature should examine." The seven-member parole board had voted 6-1 to recommend the commutation. Perry was not obligated to accept the highly unusual recommendation from the board whose members he appoints. The commutation is the first in his more than eight years in office this close to an actual execution. The board decision was announced about seven hours before Foster was scheduled to die. Perry's announcement came about an hour later. Foster was the getaway driver and not the actual shooter in the slaying of a 25-year-old man in San Antonio 11 years ago. Foster acknowledged he and his friends were up to no good as he drove them around San Antonio in a rental car and robbed at least four people before the slaying of Michael LaHood Jr. "It was wrong," Foster, 30, said recently from death row. "I don't want to downplay that. I was wrong for that. I was too much of a follower. I'm straight up about that." Their robbery spree, while they were all high on alcohol and marijuana, turned deadly when Foster followed LaHood and his girlfriend to LaHood's home about 2 a.m. Aug. 15, 1996. One of Foster's passengers, Mauriceo Brown, jumped out, walked up to LaHood, demanded his wallet and car keys, then opened fire when LaHood, 25, couldn't produce them. LaHood, shot through the eye, died instantly. Brown ran back to Foster's car and they sped away. Less than an hour later, Foster was pulled over for speeding and driving erratically. Foster, Brown, Dwayne Dillard and Julius Steen ­ all on probation and members of a street gang they called the Hoover 94 Crips ­ were arrested for LaHood's slaying. Brown and Foster, tried together, were convicted of capital murder and sentenced to death. Foster was set to die 13 months after Brown, 31, was strapped to the same death chamber gurney in Huntsville for lethal injection. Foster's execution would have made him the third Texas prisoner executed in as many days and the 24th this year in the nation's most active capital punishment state. On Wednesday evening, John Joe Amador, 32, was put to death for the slaying of a San Antonio taxi driver 13 1/2 years ago. Foster's scheduled execution piqued death penalty opponents who criticized his conviction and sentence under Texas' law of parties, which makes non-triggermen equally accountable for the crime. Foster would join a number of other condemned prisoners executed under the statute, including one put to death earlier this year. "This is a new low for Texas," said Larry Cox, executive director of Amnesty International USA, a human rights organization that opposes the death penalty in all cases. "Allowing his life to be taken is a shocking perversion of the law." Foster's lawyers were arguing in the courts that statements from Dillard and Steen, who were in Foster's car that night, clarify and provide new evidence that support Foster when he says he didn't know Brown was going to try to rob and shoot LaHood. "I didn't kill anybody," Foster insisted from death row. "I screwed up. I went down the wrong path. I fault myself for being in this messed-up system." Foster said he was some 80 feet away from the shooting. "It's hard for you to anticipate how Brown is going to react," Foster said. "Texas is saying flat out: You should have known better. "In life, we have hindsight. Texas is saying you better have foresight. They're saying you better be psychic." Dillard now is serving life for killing a taxi driver across the street from the Alamo two weeks before LaHood's slaying. Steen testified at Brown's trial and received a life sentence in a plea bargain. Brown testified at his trial the shooting was in self-defense, that he believed LaHood had a gun. Authorities, however, never found another weapon near LaHood's body. Foster did not testify. "I thought what (Brown) said was good enough," he said from death row. Mike Ramos, among the Bexar County prosecutors handling the case when it went to trial, said he found Foster's claims unbelievable and was irritated by a publicity effort to spare Foster. "When you let somebody out of your car with a loaded handgun, what do you expect?" Ramos said. "If he didn't realize it could happen, I think he's a liar." Last weekend a group of Foster supporters picketed outside an Austin church Gov. Rick Perry attends. "These guys are rewriting history," Ramos said. "He was far from any kind of angel they're trying to portray." Ramos said it was clear to him that Foster was "the puppet master pulling all the strings" during the robbery spree. Nico LaHood, whose brother was killed, said Wednesday he was frustrated that people were willing to believe only Foster's story, which he called "ridiculous and not true." "I don't know what dynamics are going on that allow us to make the person who is the wrongdoer to become the victim in this case," LaHood said. His brother, he said, was being "lost in the whole thing." On Wednesday, Amador asked for forgiveness for himself and peace "for people seeking revenge toward me," then was put to death for the fatal shooting of San Antonio taxi driver Mohammad Reza Ayari. Another execution, the first of five scheduled for September in Texas, is set for next week when South Carolina native Tony Roach faces injection Wednesday for the strangling of an Amarillo woman, Ronnie Dawn Hewitt, 37, during a burglary of her apartment nine years ago. ___ On the Net: Texas Department of Criminal Justice execution schedule http://www.tdc j.state.tx.us/stat/scheduledexecutions.htm Kenneth Foster http://www.freekenneth.com ================================================== 08 Keine Abschiebung in den Iran! Café Critique ================================================== Nachstehend ein Musterprotestbrief zum Fall der lesbischen Iranerin Yasmin K., die in Berlin von der Abschiebung bedroht ist. Senatsverwaltung für Inneres und Sport Dr. Erhard Körting Klosterstraße 47 10179 Berlin Fax: (030) 9027 2715 E-Mail: senator at seninnsport.berlin.de Sehr geehrter Herr Innensenator Dr. Körting, mit großer Sorge erfüllt mich das Schicksal der lesbischen Iranerin Yasmin K., deren Abschiebung in den Iran vollstreckt werden soll. Kein homosexueller Asylbewerber darf in den Iran abgeschoben werden, da dies eine Abschiebung in den sicheren Tod wäre. Nachweislich wurde Yasmin K. im letzten Jahr zum Tod durch Steinigung verurteilt, nachdem sie über die Türkei nach Deutschland vor den Klauen der iranischen Tugenterrorjustiz geflohen war. Immer wieder werden Lesben und Schwule allein aufgrund ihrer sexuellen Orientierung im Iran hingerichtet. Im Juli 2005 wurden im Iran zwei - zum Zeitpunkt des Begehens der "Straftat" noch minderjährige - Jungen wegen homosexueller Beziehungen gehängt. In den vergangenen Wochen gab es eine regelrechte Hinrichtungswelle. Auch einige Homosexuelle fielen ihr zum Opfer. Das iranische Strafrecht, die islamische Sharia, ist eindeutig: § 110: Die Strafe für homosexuelle Handlungen ist die Todesstrafe. Die Tötungsart steht in Ermessen des religiösen Richters. § 111: Der homosexuelle Geschlechtsverkehr wird dann mit dem Tode bestraft, wenn der Täter mündig und geistig gesund ist und aus freiem Willen gehandelt hat. § 129: Die Strafe für die lesbische Liebe sind 100 Peitschenhiebe. § 131: Wenn die lesbische Liebe drei Mal wiederholt und jedes Mal mit Peitschenhieben bestraft worden ist, ist die Strafe beim vierten Mal die Todesstrafe. Ich fordere Sie auf alles zu tun, damit Yasmin K. nicht abgeschoben wird, sondern eine Aufenthaltserlaubnis in Deutschland erhält. Es wäre ein ungeheuerlicher Skandal, wenn sich die deutsche Justiz, die bereits einmal in der Geschichte Menschen aufgrund ihres sexuellen "Anderssein" zum Tode verurteil hat, sich der Beihilfe des Mordes schuldig macht. Mit freundlichen Grüßen ___________ 29./30. 9. 2007 Wien Die Islamische Republik Iran - Analyse einer Diktatur Symposium mit Andreas Benl, Stephan Grigat, Alex Gruber, Simone Dinah Hartmann, Tjark Kunstreich, Matthias Küntzel, Fathiyeh Naghibzadeh, Gerhard Scheit und Wahied Wahdat-Hagh Campus der Universität Wien, Hörsaal D und C1 veranstaltet von Café Critique und Scholars for Peace in the Middle East - Austria 30. 9. 2007 Wien, 18:00 Stephansplatz Keine Geschäfte mit den iranischen Mullahs! Gegen das Atomprogramm des Iran und seine österreichischen und europäischen Förderer! veranstaltet von Café Critique und der Israelitischen Kultusgemeinde mit Beiträgen von Raimund Fastenbauer (B'nai B'rith), Simone Dinah Hartmann (Café Critique), Beate Klarsfeld (Söhne und Töchter der jüdischen Deportierten Frankreichs), Matthias Küntzel (Scholars for Peace in the Middle East), Benny Morris (Ben Gurion University Beer Sheva), Kazem Moussavi (Green Party of Iran), Ariel Muzicant (Israelitische Kultusgemeinde), Anton Pelinka, Elisabeth Pittermann, Robert Schindel, Arie Talmi (Kibbutz Dan), Wolfgang Neugebauer (Aktion gegen den Antisemitismus in Österreich) et. al. _____________ Neu: Stephan Grigat: Fetisch und Freiheit Über die Rezeption der Marxschen Fetischkritik, die Emanzipation von Staat und Kapital und die Kritik des Antisemitismus ça ira, Freiburg 2007, ISBN: 3-924627-89-4 400 Seiten, 22.00 € Erhältlich im Buchhandel oder direkt beim Verlag: ça ira Verlag 79098 Freiburg, Wilhelmstr. 15 Telefon: 0761.37 939, Fax: 0761.37 949 EMail: info at ca-ira.net, http://www.ca-ira.net _______________ Café Critique Verein für Gesellschafts- und Kulturkritik Wickenburggasse 16/5 A-1080 Wien Tel.: 0043 699 107 87 421 Fax: 0043 1 406 81 54 19 Email: cafe.critique at gmx.net Web: http://www.cafecritique.priv.at Blog: http://blog.cafecritique.priv.at Konto: Dr. Renate Göllner, Erste Bank Nr. 28660228600, BLZ 20111 BIC: GIBAATWW, IBAN: AT512011128660228600 ================================================ C) EDITORIAL ================================================ Für den Inhalt verantwortlich: Ihr. 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