mund: montag, 16. april 2007

MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst analle at no-racism.net
Mo Apr 16 09:49:46 CEST 2007


widerst at nd MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst
www.no-racism.net/mund

MedieninhaberInnen seid Ihr!

Montag, 16. 4. 2007

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A) INHALT
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AKTIONEN UND ANKÜNDIGUNGEN
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01  - 1. mai-fest im sigmund freud park
ast-lfi at gmx.net
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02 - summit-non aligned initiatives in education culture
andreas at no-racism.net
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03 - ga frühlingskino am 20. april: cachorro und mehr
andersrum.wien at gruene.at
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04 - vortrag: beckett & king of queens
cafe.critique at gmx.net
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05 - bürgerInnenbeteiligungsverfahren zum rudolfspark
lolligo at reflex.at
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MELDUNGEN UND KOMMENTARE
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06 - imperialistische klüngelrunde beim g8-gipfel
ast-lfi at gmx.net
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07 - ast-kpö und hamas: ein beispiel von doppelzüngigkeit
ast-lfi at gmx.net
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B) TEXTE
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AKTIONEN UND ANKÜNDIGUNGEN
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01  - 1. mai-fest im sigmund freud park
ast-lfi at gmx.net
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1.Mai-Demonstration

Kein Krieg gegen den Iran! Hoch die internationale Solidarität!

Treffpunkt ab 9 Uhr vor der Oper (1010 Wien)

Danach: Internationalistisches Fest der Völker im Sigmund-Freud-Park
(bei der Universität/Schottenor)

Der Aufruf für die Demonstration sowie die UnterstützerInnenliste
findet sich auf unserer Homepage unter http://
arbeiterinnenstandpunkt.net/phpwcms/index.php?id=25,227,0,0,1,0



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02 - summit-non aligned initiatives in education culture
andreas at no-racism.net
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From: nora sternfeld <nora.sternfeld at chello.at>

SUMMIT-NON ALIGNED INTITIATIVES IN EDUCATION CULTURE

PRÄSENTATION:
mit Kodwo Eshun (London), Susanne Lang (Berlin), Irit Rogoff
(London), Florian Schneider (München), Nicolas Siepen (Berlin), Nora
Sternfeld (Wien)

Mittwoch, 18.04.07, 19:00h
Institut für das künstlerische Lehramt, Akademie der Bildenden Künste
Wien
Karl Schweighofer-Gasse 3, Hörsaal 3. Stock

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In Mai 2007 various projects, initiatives and protagonists from the
fields of art, culture and political activism are going to gather in
Berlin
for an extraordinary conference: SUMMIT is a proposal to question and to
change some of the fundamental terms of the debate around education,
knowledge production and information society.

The background idea, the programm and themes of the SUMMIT will be
presented and discussed.

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http://summit.kein.org/

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SUMMIT non-aligned initiatives in education culture

Zwei Wochen vor dem G-8 Treffen versammeln sich Projekte, Initiativen
und Protagonisten aus Kunst, Kultur und politischem Aktivismus in
Berlin zu
einem außergewöhnlichen Gipfel: SUMMIT ist der Vorschlag, einige
grundlegende Annahmen der aktuellen Debatte um Bildung,
Wissensproduktion
und Informationsgesellschaft in Frage zu stellen und neu zu formulieren.

Jenseits der weit verbreiteten Klage um einen angeblichen
Bildungsnotstand existiert eine Vielzahl von Strategien und Taktiken
der Selbstorganisierung von Bildung und Wissensproduktion: Von freien
Akademien über Ausstellungen als Bildungsprojekte bis hin zu Ad-hoc
Initiativen innerhalb der unterschiedlichsten sozialen, politischen
und kulturellen Kontexte. Unabhängig davon haben sich zahlreiche,
immer unkonventionellere Ansätze innerhalb oder an den Rändern
bestehender Institute und Institutionen entwickelt, die die gängigen
Ausbildungsmuster und Routinen gegen den Strich bürsten und
bildungspolitische Zielvorgaben systematisch ausweiten anstatt diese
bloss zu verteidigen.

SUMMIT bringt aus den verschiedensten Genres unterschiedliche Ansätze
zusammen, die die vorherrschenden Blockbildungen verwerfen und sich
sowohl der Tendenz zur Bürokratisierung wie zur Privatisierung von
Bildung und Wissen zu entziehen versuchen. Die viertägige
Veranstaltung operiert auf vier thematischen Feldern: "Knowledge and
Migrancy", "Self-authorization, -organization, -valorization",
"Creative Practices" und "Education unrealized and ongoing".

SUMMIT besteht aus einem Abendprogramm mit Vorträgen, kuratierten
Dialogen und Performances, den eigentlichen Gipfelberatungen in
Ausschüssen und Arbeitsgruppen, sowie offenen Foren.

SUMMIT wird konzipiert von Irit Rogoff und Florian Schneider in
Zusammenarbeit mit Kodwo Eshun, Susanne Lang, Nicolas Siepen und Nora
Sternfeld. Organisation: Multitude e.V. mit Goldsmiths College
(London) und Witte de With (Rotterdam). Unterstützt von Kulturstiftung
des Bundes.


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03 - ga frühlingskino am 20. april: cachorro und mehr
andersrum.wien at gruene.at
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Liebe FreundInnen!

Es ist wieder soweit! Am 20.4. gibt es wieder ein beliebtes und herbei
ersehntes Andersrum-Kino! Diesmal mit dem Sieger von identities.
Queer Film
Festival 2005: "Cachorro". Wir bitten euch aber nicht nur ins Kino,
sondern
auch zu einem Protest gegen homophobe Maßnahmen der polnischen
Regierung am
19.4.
Wieder ein Tag davor, am 18.4. empfehlen wir Euch eine Lesung von Lev
Raphael
im Jüdischen Museum.
Und nicht vergessen: Linke Emanzen-Brunch findet bereits morgen statt!
Aber lest selbst...

Euer Team der Grünen Andersrum wünscht Euch ein schönes und sonniges
Wochenende!

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GRÜNE ANDERSRUM-FRÜHJAHRSKINO: CACHORRO
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Ab ins Kino: Am 20.4. zeigen wir den spanischen Film "Cachorro". Der
Film war
Gewinner bei identities. Queer Film Festival 2005. Eintritt frei!

Cachorro von Miguel Albaladejo, Spanien 2004
99 Minuten, Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Freitag, 20. April, 19.30 Uhr
Cinemagic (ehem. Opernkino)
Friedrichstraße 4 (Karlsplatz)
1010 Wien
Der Eintritt und das traditionelle Glas Prosecco sind natürlich frei!

mehr: http://www.gruene-andersrum.at/kultur_medien/artikel/lesen/15288/

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PROTEST VOR DEM POLNISCHEN KULTURINSTITUT IN WIEN
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Polen plant ein Gesetz, das an Schulen und Erziehungsstätten
"homosexueller
Propaganda" verbieten und unter Strafe stellen soll. Dagegen
protesieren wir
am 19.4. vor dem polnischen Kulturinstitut. Komm auch hin!
mehr: http://www.gruene-andersrum.at/international/artikel/lesen/15381/

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SCHWUL UND JÜDISCH
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Veranstaltungstipp: Lev Raphael liest am 18. April, ab 18.30 Uhr, im
Jüdischen
Museum. Empfehlung!
mehr: http://www.gruene-andersrum.at/kultur_medien/artikel/lesen/15272/

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REMINDER: LINKE EMANZEN BRUNCH!
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Die Linken Emanzen laden zum Linke Emanzen Brunch am 15.4.2007 ein.
Komm hin!
mehr: http://www.gruene-andersrum.at/linke_emanze/artikel/lesen/15228/

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http://www.gruene-andersrum.at/
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04 - vortrag: beckett & king of queens
cafe.critique at gmx.net
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18. 4. 2007
Wien, 19:30
Becketts "Endspiel" und "King of Queens" - Versuch, die
Kulturindustrie zu verstehen
Vortrag von Gerhard Scheit
HS III im NIG, Universitätsstraße 7

Bei Beckett sind die Eltern von Hamm gut in den Haushalt integriert,
sie leben in den Mülltonnen, und hebt Hamm den Deckel ab, sagt er
nur: “Seid ihr noch nicht zu Ende? Kommt ihr nie zu Ende?"
Die Kulturindustrie macht immer weiter: Der Vater von Carrie aus der
US-Sitcom King of Queens haust im Keller, aus dem er wie von einer
Mülldeponie vergangener Moden seine Pullover holt. Der Unterschied
ist nur, dass jeder Mann, jede Frau, mit Doug und Carrie sich
identifizieren kann, nicht aber mit Hamm und Clov. Für ständige
Abwechslung im Immergleichen ist gesorgt, beim Pullover-Muster wie in
den Beziehungskonflikten. Während das Endspiel die Deformationen
vorführt, “die den Menschen von der Form ihrer Gesellschaft angetan
werden" (Adorno), üben die US-Sitcoms durch die Deformationen
hindurch, die sie affirmieren, zivilisatorische Standards ein, wie
sie auf einer bestimmten Entwicklungsstufe kapitalistischer
Warenproduktion jeweils möglich sind.
Diese Dialektik der Aufklärung kommt bei Adorno und Horkheimer
merkwürdigerweise zu kurz. Dabei ist kein Jota ihrer Kritik an der
Kulturindustrie zurückzunehmen und jede Deformation als solche zu
denunzieren. Nur wäre zu fragen, ob nicht schon in der Formulierung
des Begriffs der Frage des Staats zugunsten einer diffusen
Vorstellung von Macht ausgewichen wird, und dadurch ungeklärt bleibt,
auf welche Weise die Konsumenten der Kulturindustrie sich jeweils mit
politischen Instanzen identifizieren; ob also nicht die Kritik des
Staats auf dem Gebiet der Kulturindustrie erst noch zu eröffnen wäre.
Für die postnazistische Situation könnte das etwa heißen, Doug und
Carrie aus Queens den deutschen Paaren gegenüberzustellen, die als
Tatort-Ermittler in den Nachfolgestaaten des Dritten Reichs ihr
Unwesen treiben.

http://www.cafecritique.priv.at


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05 - bürgerInnenbeteiligungsverfahren zum rudolfspark
lolligo at reflex.at
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BürgerInnenbeteiligungsverfahren zum Rudolfspark

Die massive Unzufriedenheit mit der Gestaltung des Parks am Rudolfsplatz
führte nun zu einem Plan zur Neugestaltung. Dazu veranstaltet die
Bezirksverwaltung des 1. Bezirks nun ein
BürgerInnenbeteilugngsverfahren,
die Termine findet ihr im Anschluss.

Es darf erinnert werden: vor einigen Wochen startete das Kindercafé
Lolligo eine Unterschriftenkampagne gegen die
Spielplatzüberwachungskameras im Park. Durch die Sammlung von hunderten
Unterschriften (v.a. von AnrainerInnen, aber auch zahlreichen
NutzerInnen
des Cafés aus anderen Bezirken) konnte eine breitere Diskussion
ausgelöst
werden. Es stellte sich im Zuge der Kampagne heraus, dass mit diesen
Geräten anscheinend keine Aufzeichnungen und keine Bildübertragung
durchgeführt wird (siehe Artikel im Standard:
http://derstandard.at/?url=/?id=2823636  ).
Die Bezirksverwaltung reagierte auf unser Engagement sehr nervös:
mehrfach
schnüffelten Beamte der Wiener Polizei “im Auftrag der
Bezirksverwaltung"
(Eigenangabe eines Beamten) im Lolligo herum. Unter anderem wurde gegen
das regelmäßig stattfindende Treffen langzeitstillender Mütter wegen
mutmaßlicher Sachbeschädigung ermittelt. Die Beamten belästigten die
anwesenden Mütter und die Organisatorin legte u.a. deswegen sämtliche
Vereinsfunktionen zurück. Diese Methoden der Verängstigung und der
Einschüchterung seitens der Bezirksverwaltung stellen eine massive
Behinderung unserer Vereinstätigkeit dar. Es darf daran erinnert werden,
dass die freie Assoziation der BürgerInnen (die die Bildung von Vereinen
beinhaltet) ein 1848 erkämpftes Recht mit Verfassungsrang ist. Die
gezielte Sabotage von Vereinstätigkeiten durch eine von PolitikerInnen
instrumentalisierte Polizei ist somit ein Angriff auf alle
Kindergruppen,
Kindergärten, Parteien und andere Vereine.

Die Wiener Mauer

Doch der brutale und autoritäre Politikstil der derzeitigen
Bezirksvorsteherin Ursula Stenzel zeigt sich auch an ihren Vorstellungen
zur Umgestaltung von zentralen Plätzen des Bezirks wie dem Rudolfsplatz,
dem Schwedenplatz und dem Karlsplatz: neben Rauch- und
Alkoholverbotszonen, vermehrten Polizeistreifen und Überwachungskameras
wurde von ihr letztens ein generelles Betretungsverbot angedacht:
mittels
Sperrzäunen soll der komplette Rudolfspark eingemauert werden, um den
Menschen den Zutritt zu verunmöglichen (siehe bz Nr. 5/2007, S. 4). Am
Karlsplatz soll ein Reservat für FreundInnen des Musikvereins und der
Staatsoper geschaffen werden. Mit dem Musikprogramm dieser Institutionen
will Stenzel die Passage beschallen um damit eine soziale Selektion am
Karlsplatz durchzusetzen (siehe bz Nr.6/2007, S.4).

Wir glauben aber, dass unsere Kinder nicht wie Tiere in Kamera
überwachte
Käfige gesperrt werden sollen (Rudolfspark), und dass House-Musik den
Menschen am Karlsplatz viel besser tun würde:
Deshalb rufen wir dazu auf, zahlreich am Bürgerbeteiligungsverfahren
teilzunehmen denn wir alle sind die Stadt: ob als WohnanrainerIn,
gelegentliche BesucherIn des Bermudadreieckes, oder als NutzerIn des
Basketball-, oder Spielplatzes im Rudolfspark. Deshalb kommt
zahlreich am
Mittwoch, dem 18.4. ab 19.00 Uhr ins Alte Rathaus in der
Wipplingerstrasse!


Aus der Ankündigung zum BürgerInnenbeteiligungsverfahren:
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Das Auftakttreffen findet am 18.4.2007 im Festsaal der Bezirksvorstehung
statt (19 Uhr). Anmeldung unter 4000-01114 oder rudolfsplatz at tilia.at
oder
0676 33 42 203.

zusätzlich:

Workshop mit Kindern (6-10 Jahre) im Park am 20.4.2007, 15 Uhr (bei
Schlechtwetter 2.5.2007 15 Uhr)

Workshop Erwachsene bei wiesner&hager, Gonzagagasse 15, 7.5.2007, 18-20
Uhr (auch Anmeldung notwendig wie oben)

Workshop Kindergarten Marc Aurel Strasse - kein Datum, keine Details
erfahrbar.

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LOLLIGO
Fischerstiege 4-8 - 1010 Wien
Öffnungszeiten: Do & Fr 15-18 Uhr
Infotelefon: 0699 1966 76 10

www.lolligo.net

Spenden erbeten und notwendig:
"lolligo" / blz 14000 / konto-nr. 10010-036-203


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MELDUNGEN UND KOMMENTARE
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06 - imperialistische klüngelrunde beim g8-gipfel
ast-lfi at gmx.net
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Imperialistische Klüngelrunde an der Ostsee

Gute Nacht G8!

(aus: ARBEITERMACHT-INFOMAIL, Nr. 303, 10. April 2007; ARBEITERMACHT
ist die deutsche Schwesterorganisation des ArbeiterInnenstandpunkt)

Schon die EU-Feierlichkeiten am 24./25. März gaben einen Vorgeschmack
auf den Gipfel der G8 vom 6.-8. Juni 2007 im Ostseebad Heiligendamm.
Abgesperrte Straßenzüge, massives Polizeiaufgebot, Jubelposen der
Politprominenz.

Besonders die Sicherheitsorgane bereiten den G8-Gipfel intensiv vor:
kilometerlange Sperrzäune, Luft- und Videoüberwachung,
Kriminalisierung antiimperialistischer Gruppen und Aufrufe in der
Vorbereitung.

In der Region um Heiligendamm führt die Polizei
“Informationsveranstaltungen," durch, wo den schockierten
Pensionsbesitzern Bilder von “gewaltbereiten und vermummten Chaoten"
präsentiert werden, die gern Autos und Häuser anzünden. In der
Bevölkerung wird Propaganda gegen den antikapitalistischen Widerstand
betrieben. Die Behörden wollen keinen gemeinsamen Widerstand in der
Region, sie wollen den Widerstand von der Bevölkerung isolieren.

Bei den Gegenveranstaltungen vom 1. bis 8. Juni wird es neben der
Großdemo am Samstag, dem 2.6 in Rostock zwei zentrale Aktions- und
Blockadetage geben (Näheres: www.antiG8.tk), gegen Gentechnik und
Krieg wird es zentrale Aktionen geben, bundesweit haben sich
Koordinationskreise zusammengeschlossen.

Die Gruppe Arbeitermacht und die Jugendorganisation REVOLUTION rufen
auf, sich an den Protesten gegen die G8 zu beteiligen und gemeinsam
einen anti-imperialistischen, anti-kapitalistischen und
internationalistischen Block zu bilden! Geeint können wir dem
Reformismus von Bürokraten und Kleinbürgertum bei den Protesten einen
revolutionären Kontrapunkt entgegen setzen.

Imperialistische Zuspitzung

Der diesjährige G8-Gipfel steht im Schatten der sich abzeichnenden
Niederlage des US-Imperialismus in Afghanistan und dem Irak und der
weiteren Zuspitzung des Atomkonfliktes mit dem Iran. In dieser Zeit
hat auch die EU weitere Schritte zur militärischen Expansion
unternommen: Kongo- Einsatz, die Entsendung von Tornados nach
Afghanistan oder das neue “Weißbuch" der Bundeswehr zeigen die neue
Rolle der EU.

Die EU kann diese auch aufgrund der aktuellen Schwächung des US-
Imperialismus spielen. Der G8-Gipfel in Heiligendamm steht also auch
unter den Vorzeichen einer stärkeren Rolle Europas.

Kanzlerin Merkel als EU-Präsidentin hat als “ihre" Themen Fragen der
Investitionssicherheit, des Klimaschutzes und der nachhaltigen
Entwicklung auf der Agenda, d.h. Sicherheit für die deutsche
Kapitalinvestition und vielleicht auch neue Aufträge für die deutsche
Atomwirtschaft.

Seit der ersten Ölkrise 1973/74 finden diese offiziellen Gipfel der
imperialistischen Staaten statt. Seit jeher werden dort die
innerimperialistischen Konflikte verhandelt und für gemeinsame Ziele
Strategien entwickelt. Dieses Jahr steht die weitere Kontrolle und
Herrschaft über den Nahen- und Mittleren Osten zwangsläufig auf der
Tagesordnung, die drohende Niederlage des US-Imperialismus bedroht
die Ausbeutungs- und Herrschaftsverhältnisse für alle
imperialistischen Blöcke. Die EU und Japan betreiben seit dem
Irakkrieg von 2003 massive Aufrüstung. Dies tun sie nicht allein als
Unterstützer der USA - dies tun sie vor allem, um ihre eigenen
imperialistischen Interessen auch militärisch umzusetzen.

In weiten Teilen der Welt hat sich ein breiter antiimperialistischer
Widerstand formiert, sei es der Kampf gegen den “Neoliberalismus" in
Lateinamerika, die weltweite Anti-Globalisierungsbewegung oder der
militante Widerstand im Nahen und Mittleren Osten.

In Lateinamerika hat ein neuer, linkspopulistischer Linksreformismus
die Massen ergriffen. Venezuela, Bolivien und weiterhin Kuba gelten
als Vertreter einer neuen sozialistischen Idee. So will der
Venezuelanische Präsident Chavez eine Wirtschaftsföderation gegen die
US- dominierte NAFTA aufbauen. Sie sieht sich in der Tradition des
“bolivarischen" Unabhängigkeitskampfes, diesmal gegen die
Vorherrschaft des amerikanischen Kapitalismus.

Trotz all der politischen Unzulänglichkeiten dieser
linkspopulistischen Führung des lateinamerikanischen Widerstands
stellt er für das US-Kapital eine strategische Bedrohung seines
“Hinterhofs" dar - gegen fast ein Jahrhundert amerikanische
Vorherrschaft hat sich ein Massenwiderstand formiert.

Seit dem erklärten “Krieg gegen den Terrorismus" befindet sich die
islamische Welt in einem militärischen und ideologischen Kampf gegen
den Imperialismus. Das tägliche Leid und Sterben in den
Besatzungsgebieten Gaza, Westbank, Irak und Afghanistan ist das wahre
Gesicht der imperialistischen Herrschaft.

Dieser Krieg wird mit reaktionärer und rassistischer Propaganda
gestützt, der Islam und die Moslems weltweit gelten als pauschal
verdächtig. Ihre Bürgerrechte werden eingeschränkt, ihre politische
Aktivität behindert, ihr antiimperialistischer Widerstand
kriminalisiert und verfolgt.

Speziell der Mittlere Osten ist für die imperialistischen Mächte
überlebenswichtig, Kernsektoren des internationalen Kapitals sind von
der weiteren Ausbeutung der Ressourcen abhängig. Die G8 brauchen
einen unterworfenen Mittleren Osten, das ist die eigentliche
Überschrift des Gipfels und nicht die warmen Worte über
Nachhaltigkeit oder Klimaschutz.

Die “Linke" und der Widerstand

Seit Ende der 90er werden die Gipfel von immer größeren und auch
militanteren Protesten begleitet, am bekanntesten sicherlich der
Gipfel von Genau 2001, wo Carlo Guilliani ermordet wurde. Seit
Seattle können wir von einer “Anti-Globalisierungsbewegung" weltweit
reden, von den Bauern in Südostasien, bis zu den Landlosen in
Südamerika und kleinbürgerlichen Radikalen in Westeuropa.

Diese Heterogenität des Widerstands ist auch in den Protesten
sichtbar. Während die Bauern den WTO-Gipfel stürmen und die
anarchistisch geprägten Gruppen an diesem Tag die globale Revolution
ausrufen wollen, veranstalten links-bürgerliche Gruppen Gebetsrunden
für Afrika oder wärmen den Keynesianismus vergangener Tage auf.

Diese globale Bewegung hat sich durch Weltsozialforum (WSF) und
kontinentale Sozialforen wie das ESF eigene Versammlungen geschaffen.
Doch an deren Spitze stehen allzu oft nicht VertreterInnen des
internationalen Widerstands, sondern vielmehr die einer
reformistischen bürokratischen Führung dieser Bewegung.

In ihren Erklärungen treten diese Vertreter von kleinbürgerlichen
Netzwerken wie attac oder der reformistischen Linksparteien und der
linken Gewerkschaftsbürokratie für eine sozialere Verteilung im
globalen Kapitalismus ein, wollen der “Ungerechtigkeit" des
kapitalistischen Systems eine “andere Welt" entgegen setzen.

Während also die Landlosen weltweit um ihre Existenzrechte mit
militanten Mitteln kämpfen, beschäftigen sich linksbürgerliche
Akademiker mit den Kräften der “Zivilgesellschaft", den Möglichkeiten
der “Multitude" - und verneinen, die elementare Frage des politischen
Kampfes zu stellen: die Gewaltfrage.

Als revolutionäre MarxistInnen wissen wir um die politische
Beschränktheit des Kleinbürgertums - wir müssen einen politischen
Kampf gegen diese Führungen des internationalen Widerstands führen.
Nur eine revolutionäre Bewegung, die den Kampf gegen Staat und
Kapital aufnimmt, kann die kapitalistische Herrschaft, die Herrschaft
der Bourgeoisie beenden und eine “andere" Welt aufbauen.

Die Reformisten in Deutschland wollen einen “zivilen" Protest,
möchten die “Vielfalt" der Aktion möglichst mit Kulturprogramm
ausdrücken und führen einen entschlossenen Kampf gegen
kommunistische, anti-kapitalistische und anti-imperialistische
Gruppen und deren Aktionsmöglichkeiten beim Gipfel.

Das tritt deutlich bei Interviews von Pedram Shayer, Sabine Leidig
und Peter Wahl zutage. So erklärt Shayer in einem Interview gegenüber
der taz am 17.3.:

"Attac hat immer klar gesagt, dass von unseren Aktionen keine Gewalt
ausgehen wird. Das heißt: Bei allen Bündnissen, an denen wir uns
beteiligen, wird dies auch sichergestellt."

“Gewalt" ist bekanntlich ein dehnbarer Begriff - vor allem, wenn sie
vom Staat definiert wird. Mit Sicherheit können wir von
Polizeiprovokationen und massiver Repression ausgehen. Wir können
davon ausgehen, dass der Staat gewalttätig gegen Blockaden und
Versuche, solche durchzuführen, vorgehen wird. Wir sagen auch, dass
Widerstand gegen diese Gewalt vollkommen legitim ist, auch wenn
dieser “gewalttägig" ist.

Hier stellt sich ganz konkret die Frage, wie, d.h. mit welchen
“Mitteln" attac sicherstellen will, dass der Widerstand “friedlich"
bleibt.

Entweder handelt es sich hier “nur" um eine verbale Denunziation
kämpferischen Widerstandes - oder um die Androhung der Kooperation
mit der Staatsgewalt im Vorfeld und bei “gewalttätigen" Aktionen.

Spitzenleute von attac wie Giegold, Leidig oder Shayer sind eng
verbunden mit der informellen Führung der “Interventionistischen
Linken" (IL), sie wollen “gewaltfreien zivilen" Widerstand und sehen
sich als Sprachrohr der Proteste.

Niemand hat diese Personen je gewählt. Als zivilgesellschaftliches
Anhängsel der reformistischen Bürokratie vertreten sie deren Ziele
und nicht die Ziele einer antikapitalistischen Bewegung.

Deren “gewaltfreier" Widerstand heißt “Widerstand" unter Aufsicht der
Repressionsorgane des Staates. Die Protestierenden kommen in umzäunte
und videoüberwachte Camps, werden bei jeder Aktion von massivem
Polizeiaufgebot begleitet und veranstalten “Blockaden" mit dem
Bundesvorstand der Grünen Jugend.

Dies hat vor allem ein politisches Motiv. Die reformistische Führung
will die ideologische Kontrolle über die Bewegung behalten. Gerade G8-
Gipfel bringen viele Zehntausende und Hunderttausende AktivistInnen
des Widerstands zusammen, antiimperialistische, kommunistische
revolutionäre Agitation und Aktion soll verhindert und isoliert werden.

Wie weit diese reformistische Führung ausgeprägt ist, sieht man am
besten auf regionaler Ebene. In Hessen, beim letztjährigen
Sozialforum, sahen die Teilnehmer eine straffe Führung der linken
Gewerkschaftsbürokratie, geschmückt mit einigen attac-Akademikern,
der Friedensbewegung und “linken" SPDlern, die Werbung für ihre
Landesvorsitzende Ypsilanti machten.

Gegen diese reformistische Kontrolle und Anpassung der Proteste
müssen wir dieses Jahr ein lautes und starkes Signal setzen!

Gemeinsam mit internationalistischen, antikapitalistischen und
antiimperialistischen Gruppen wollen wir den Protest nicht ins
bürgerliche System “integrieren," wir wollen ihn über Heiligendamm
hinaus zusammen führen!

Deswegen wollen wir uns nicht vorschreiben lassen, wie unser Protest
aussehen soll, was wir sagen oder welche Flaggen wir tragen dürfen.
Wir brauchen die vollständige Agitations- und Aktionsfreiheit bei den
gemeinsamen Protesten gegen den Gipfel!

Wir brauchen keine politische Zensur von “Linken" wie den
kleinbürgerlich-akademisch degenerierten Antideutschen - gegen diese
wollen wir uns zur Wehr setzen, genau wie gegen die Repression der
Polizei! Jeder Demonstrant hat das Recht, sich gegen Übergriffe aktiv
und für jede Blockade passiv zu wehren. Dies ist keine
“Gewaltbereitschaft," sondern legitimes Menschenrecht.

Für internationalistischen Widerstand!

Wir rufen alle revolutionären und antiimperialistischen Gruppen auf,
sich mit dem “Anti-G8 Bündnis für eine revolutionäre Perspektive" und
dem “anti-imperialistischen und anti-faschistischen Bündnis" für
einen gemeinsamen Protest zu solidarisieren und sich unserem Block
anzuschließen!

Wir brauchen gemeinsame Veranstaltungen zum internationalen
Klassenkampf, müssen die Fragen des revolutionären Widerstands
diskutieren, die Frage der Partei und einer neuen Internationale!
Gegen die “Sozialpartnerschaft" und “Regierungstauglichkeit" der
reformistischen Bürokratie wollen wir den Protest in Heiligendamm als
Zeichen des globalen Widerstands nutzen. Zusammen wollen wir gegen
Imperialismus und Krieg, Sozialabbau und Neoliberalismus, gegen
Bourgeoisie und Staat auf die Straße gehen. Den internationalen
Angriffen des Kapitals auf soziale Rechte und Selbstbestimmung müssen
wir einen internationalistischen Widerstand entgegen stellen!

Alle nach Heiligendamm!

Für einen antiimperialistischen Block!

Hoch die Internationale Solidarität!


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07 - ast-kpö und hamas: ein beispiel von doppelzüngigkeit
ast-lfi at gmx.net
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Ein Beispiel von Doppelzüngigkeit

KPÖ und Hamas

   Ein Kommentar von Michael Pröbsting (aus: Red Newsletter 264,
Informationsdienst des ArbeiterInnenstandpunkt, 13. April 2007)
Zu den grundlegenden Prinzipien reformistischer Parteien gehört die
Doppelzüngigkeit: Das Eine sagen und das Gegenteil tun. Wir kennen
das ja schon von der SPÖ Ein blendendes Beispiel für diese
Doppelzüngigkeit lieferte uns bekanntlich die SPÖ, die mit
Wahlversprechen wie die der Abschaffung der Studiengebühren und die
Stornierung des Eurofighter-Ankaufs die Wahlen gewann und danach
gemeinsam mit der ÖVP die neoliberale Politik fortsetzte. Aber
Doppelzüngigkeit ist keineswegs ein Monopol sozialdemokratischer
Bürokraten. Auf dieser Ebene hält die Führung der KPÖ, die von ihrer
reformistischen, auf die schrittweise Veränderung des Kapitalismus,
abzielende Programmatik her eine Zwergenausgabe der klassischen
Sozialdemokratie darstellt, durchaus mit.
Ein aktuelles Beispiel hierfür ist die Haltung der KPÖ zu Israel und
Palästina. In den vergangenen Jahren hat die KPÖ-Führung wiederholt
den ArbeiterInnenstandpunkt (ASt) und andere antiimperialistische
Organisationen wie die AIK oder die KI des Antisemitismus bezichtigt.
Der “Beweis" für diese infame Behauptung: Unser Eintreten für die
Überwindung des rassistischen, auf die Vertreibung des
palästinensischen Volkes beruhenden Apartheidstaates Israel und seine
Ersetzung durch einen gemeinsamen sozialistischen, palästinensisch-
jüdischen Staat im Nahen Osten. Die Ablehnung des Zionismus - die
klassische Position der marxistischen ArbeiterInnenbewegung - ist für
die KPÖ, wie auch für die sogenannten Antinationalen und die SJ-
Führung, ein Zeichen des Antisemitismus.

Als vergangenen Sommer der israelische Angriffskrieg gegen den
Libanon tobte und wir auf der Straße protestierten, da glänzte die
KPÖ nicht nur durch Abwesenheit bei den Demonstrationen. So
entblödete sich der langjährige KPÖ-Vorsitzende Walter Baier nicht,
just zu diesem Zeitpunkt einen Artikel über den angeblichen
Antisemitismus der Linken zu veröffentlichen. Darin denunzierte er
den Verfasser dieser Zeilen folgendermaßen:

“Ein anderer Wortführer der “anti-imperialistischen" Szene in Wien,
Michael Pröbsting, nimmt sich nun auch kein Blatt mehr vor den Mund
und fordert in einer Rede die endgültige Lösung des Problems:
“Frieden kann es nur dann geben, wenn ein für alle Mal (!) Schluss
gemacht wird mit dieser staatlichen Unterdrückungsmaschinerie namens
Israel." Was mit den Menschen, die diese “Maschine" bilden, zu
geschehen habe, soll gemäß der “anti-zionistischen" Logik offenbar
Hamas und Hisbollah überlassen werden. Meine also niemand, man könne
nicht wissen, wo der Diskurs hinzielt. Begreiflich ob derartiger
Tiraden ist die Befriedigung darüber am rechten Rand." (Walter Baier:
Können Linke antisemitisch sein? Antiintellektualistische und
antisemitische Ressentiments haben auch in der Linken eine lange
Geschichte; 30. 8. 2006, http://volksstimmen.at/news/article.php?
story=20060830141110473)

Dieser verleumderische Antisemitismus-Vorwurf dient der KPÖ-Führung
als Rechtfertigung dafür, alle Vorschläge zur Zusammenarbeit seitens
des ArbeiterInnenstandpunkt und anderer antiimperialistischer
Organisationen im Kampf gegen Krieg und Besatzung abzulehnen. Ja, bei
der öffentlichen “Austromarxismus-Konferenz" der KPÖ im Dezember 2006
wurde sogar ein ASt-Aktivist mit dieser “Begründung" aus einem
Workshop ausgeschlossen. Daß sich die Maulhelden der KPÖ bei
Demonstrationen gegen tatsächliche Faschisten und Antisemiten fast
nie blicken lassen, sei nur nebenbei erwähnt.

Wer sich jedoch in letzter Zeit die KPÖ-Homepage anschaute, konnte
dort folgenden interessanten Artikel entdecken. Unter der Überschrift
“Die PPP stellt den Kulturminister" veröffentlichte die KPÖ einen
Artikel, in dem sie die Teilnahme ihrer Schwesterpartei, der
Palästinensischen Volkspartei (PPP), an der palästinensischen
Einheitsregierung bekannt gibt. In dem Artikel legen die AutorInnen
dar, warum nun die PPP mit der islamistischen Hamas, der Fatah sowie
anderen Parteien eine gemeinsame Regierung bildet. (siehe “Die PPP
stellt den Kulturminister", http://kpoe.at/bund/international/
palaestina/kulturmin.htm)

Halten wir also fest: die palästinensische Schwesterpartei der KPÖ
bildet eine gemeinsame Regierung mit der islamistischen Hamas. Jene
Hamas, die sich seit ihrer Gründung weigert, das Existenzrecht
Israels anzuerkennen. Wenn MarxistInnen für eine Überwindung des
zionistischen Staates Israels und für eine sozialistische Lösung
eintreten, dann werden sie von den Denunzianten der KPÖ als
Antisemiten verleumdet und jedes Angebot zur Zusammenarbeit bei
Aktionen oder auch nur eine Einladung zur Diskussionsveranstaltungen
wird von ihnen ausgeschlagen. Wenn hingegen die eigene
Schwesterpartei mit der islamistischen Hamas eine gemeinsame
Regierung bildet, dann wagen die Bürokraten in der KP-Zentrale kein
Wort der Kritik, geschweige denn einen Abbruch ihrer Beziehungen mit
der PPP.

So sieht es also mit der vorgeblichen Haltung der KPÖ in der
Palästina-Frage aus: Buckeln gegenüber der eigenen Schwesterpartei,
Treten gegen die AntiimperialistInnen im eigenen Land. Natürlich
erklärt die KPÖ mit keinem Sterbenswörtchen die Gründe für ihre
Doppelbödigkeit. Diese sind auch nicht in irgendwelchen politischen
Prinzipien zu suchen, sondern in ganz bürokratisch-pragmatischen
Erwägungen. Würde die KPÖ-Spitze öffentlich die PPP verurteilen oder
gar ihre internationalen Beziehungen zu dieser abbrechen, würde sie
von den meisten Kommunistischen Parteien weltweit schärfstens
kritisiert werden. Doch mit diesen legt sich die KPÖ als
Zwergenpartei lieber nicht an. Wenn sie hingegen den ASt oder andere
AntiimperialistInnen verleumdet, darf sie sich des Zuspruch des
sozialdemokratischen Bürokratie und der linksliberalen
Zivilgesellschaft sicher sein. Grund genug für eine Partei, deren
politische Prinzipienfestigkeit mit der Elastizität eines
Gartenschlauchs vergleichbar ist. Wer die KPÖ kennt, weiß, daß sich
ihre politischen Standpunkt nicht aus programmatischen Grundsätzen
ableiten, sondern geschmeidig den aktuellen bündnispolitischen
Bedürfnissen der Parteiführung angepaßt werden. Mit den
Linksliberalen und sozialdemokratischen BürokratInnen läßt sich in
Zukunft vielleicht einmal eine Regierung bilden - siehe das Vorbild
Italien, wo die KPÖ-Schwesterpartei PRC in der Regierung Prodi sitzt
und deren imperialistische Besatzungspolitik in Afghanistan und den
neoliberalen Sozialabbaukurs mitträgt. Mit den AntiimperialistInnen
hingegen könnte die KPÖ “nur" praktische Aktionen gegen den
imperialistischen Krieg oder gegen den Bildungs- und Sozialabbau im
eigenen Land organisieren. Angesichts dieser Alternative wird die
Politik der KPÖ nur allzu verständlich: wer braucht schon
Klassenkampf auf der Straße, wenn er sich dafür Freunde bei den
Mächtigen machen kann?! Ein weiteres Beispiel dafür, daß für
Bürokraten der Duft der bürgerlichen Macht unwiderstehlich ist.


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