widerst at nd mund: Mittwoch, 13. Septembert 2006
MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst
analle at no-racism.net
Mit Sep 13 08:13:51 CEST 2006
widerst at nd MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst
Medieninhaberinnen & Medieninhaber seid Ihr
www.no-racism.net/mund
Mittwoch, 13. September 2006
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A) INHALT
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01 Geld gestrichen !
Von: office at asyl-in-not.org
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02 Energie und Wasser im öffentlichen Eigentum erhalten!
Von: Raul Obrero <R.Obrero at gmx.at>
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ANKÜNDIGUNGEN UND VERANSTALTUNGEN
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03 Fuer ein Miteinander der Menschen aus verschiedenen Kulturen
Von: Alois Reisenbichler - Stadtteilzentrum Simmering
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04 Kundgebung/Termin: Schliessung des Arbeitsmedizin-Instituts
Von: akin <akin.buero at gmx.at>
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05 Cuba, bitte weiter leiten
Von: Dachverband Lateinamerikanischer Vereine
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06 Protestkundgebung am Freitag gegen
Ilisu-Staudammprojekt und VA-Tech
Von: WADI Austria <wadi.wien at gmx.at>
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97 Positionen zur kultur- und medienpolitischen Neuorientierung
Von: Kulturrat Österreich <contact at kulturrat.at>
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WAHLKAMPF IST
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08 Gegen Strache * SPÖ&Asyl * Strache schreibt ab?
* Termine * Plakate in anderen Sprachen
Von: Sozialistische LinksPartei <slp at slp.at>
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09 Laura Rudas: .. gegen Islamfeindlichkeit, Rassismus und Ausgrenzung
Von: Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen
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10 SPÖ gegen Flüchtlinge - SLP für Bleiberecht
Von: Sozialistische LinksPartei <slp at slp.at>
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11 SPÖ packelt mit Neoliberalen / Rotes Kino wieder da
Von: AL-Antifaschistische Linke <al at sozialismus.net>
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12 Letzte Worte: Wahlkampfsplitter
Von: akin <akin.buero at gmx.at>
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13 Halbe Sachen
Von: akin <akin.buero at gmx.at>
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14 Aerger garantiert / Brief der Gruenen Partei
Von: akin <akin.buero at gmx.at>
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WORTE ZUM VORFALL
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15 REVOLUTION - Nach versuchten Bombenanschlag auf MJÖ-Lokal:
Kein Fußbreit dem Faschismus!
Von: ASt-LFI <ast-lfi at gmx.net>
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16 ZARA stuft den Vorfall als sehr alarmierend ein
Von: Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen
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17 Katholische Jugend: Verabscheuungswürdiger Anschlagsversuch gegen MJÖ
Von: Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen
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MELDUNGEN UND MEINUNGEN
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18 Flugpassagiere sicherheitshalber abgehoert
Von: "q/depesche" <depesche at quintessenz.org>
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INTERNATIONALE SOLIDARITÄT
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17 [gipfelsoli] Heiligendamm -- Singapur
Von: gipfelsoli-l at lists.nadir.org
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18 [kanalb.at] kanalB.at video: Sea You on G8
Von: webmaster at kanalB.org
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19 Guatemala: 10 Jahre Friedensabkommen / ai-Bericht
Von: akin <akin.buero at gmx.at>
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20 Singapur/Gipfel: Handverlesene NGOs fuer IWF und Weltbank
Von: akin <akin.buero at gmx.at>
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21 Schweizermesser-Polizisten bleiben straffrei
Von: akin <akin.buero at gmx.at>
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22 Wahlen Berlin / Bericht Sportturnier
Von: agm <agm at agmarxismus.net>
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23 Sign-on: Guatemala UN Security Council bid
Von: Hermann Klosius <IGLA2 at compuserve.com>
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24 Mosambik-Info 39, 11.09.2006
Von: Peter Pils <peter-pils at chello.at>
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B) TEXTE
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01 Geld gestrichen !
Von: office at asyl-in-not.org
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Gemeinde Wien streicht Förderung von Asyl in Not
Asyl in Not ist vom Staat unabhängig. Das Innenministerium hat vor vielen Jahren unsere Förderungen gestrichen – mit der schönen, zutreffenden Begründung, dass wir „verfahrensverzögernd wirken“: nämlich Berufungen schreiben; ja freilich! Ohne das gingen die Abschiebungen viel schneller
Auch das Arbeitsmarktservice, das uns früher Deutschkurse für Asylwerber zahlte, tut das längst nicht mehr: Unsere Klienten sind ja „arbeitsmarktpolitisch nicht relevant“.
Immerhin: Der Wiener Integrationsfonds zahlte uns jahraus, jahrein 180.000.- Schilling. Aber den gibt es nicht mehr, er wurde durch eine Magistratsabteilung 17 ersetzt. Die hat gemeint, sie dürfe die Betreuung von Asylwerbern nicht finanzieren; aber wenn wir auch etwas für anerkannte Flüchtlinge tun – ja, dafür gäbe es vielleicht eine kleine Subvention.
Na, das machen wir ja wirklich: Viele unserer KlientInnen erhalten dank unserer rechtlichen Vertretung Asyl - und denen erklären wir dann natürlich, was sie weiter tun können, welche (kleinen) Chancen sie haben, sich in die Gesellschaft zu „integrieren“.
5000.- Euro, nebbich, waren es dann tatsächlich voriges Jahr. Für 2006 haben wir wieder einen Antrag gestellt: Wir wollten diesmal 15.000.-, um unsere diplomierte Sozialarbeiterin Daniela Falkner, die jetzt nur geringfügig beschäftigt ist und schon vielen Leuten geholfen hat, die auch ziemlich viel Zeit ehrenamtlich einsetzt, um Flüchtlinge zu betreuen, endlich richtig anstellen zu können, halbtags wenigstens, wie es sich gehört.
Dieser Antrag wurde abgelehnt. Weil es angeblich schon genug Angebote gibt. Und weil wir nichts „Neues“, „Innovatives“ vorgeschlagen haben. In unserem Antrag, sagte man uns als Begründung, steht dasselbe drin wie schon im vorigen Jahr...
Wir verlangen eine Basisförderung, und zwar für die Arbeit, die wir wirklich machen: Für die offensive, parteiische Hilfe für Verfolgte; nicht für kleine belanglose Projekte, sondern für umfassende Beratung und Betreuung. 15.000 Euro, das ist dafür nicht zu viel, das ist eine kleine Summe, dieses Geld kann die Gemeinde Wien aus der Portokasse zahlen, aber sie will nicht, sie rückt es nicht heraus.
Wenn wir diese Basisfinanzierung haben, sind wir auch bereit, zusätzlich Vorschläge der Gemeinde Wien zu prüfen und – wenn sie zusätzlich bezahlt werden – auch durchzuführen. Sonderprojekte, die wir statt unserer eigentlichen Arbeit machen sollen, die uns ablenken vom Wesentlichen, die unsere Kräfte binden, nehmen wir ganz sicher nicht an.
Die Gemeinde Wien nimmt uns also unser Geld weg. Wir erwarten, dass sie diesen unvernünftigen Beschluß noch einmal überdenkt.
Und wir appellieren an unsere Leserinnen und Leser, an die demokratische Öffentlichkeit: Helft uns helfen! Wir brauchen zumindest die 5000.- Euro vom vorigen Jahr, um unsere Sozialarbeiterin ein weiteres Jahr geringfügig zu beschäftigen.
Wenn 100 Leute je 50 Euro zahlen (oder 50 je 100), haben wir das geschafft! Wenn 300 es tun, ist es sogar ein Halbtagsarbeitsplatz.
Michael Genner
Asyl in Not
Währingerstraße 59
1090 Wien
Tel.: 408 42 10-15, 0676 – 63 64 371
www.asyl-in-not.org
Unser Spendenkonto:
Asyl in Not,
P.S.K., Kontonummer 92.034.400
Spendenshop:
Ihr Online-Einkauf für Asyl in Not.
http://asyl.spendenshop.at/
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02 Energie und Wasser im öffentlichen Eigentum erhalten! Eine Initiative der Werkstatt Frieden & Solidarität
Von: Raul Obrero <R.Obrero at gmx.at>
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Energie und Wasser im öffentlichen Eigentum erhalten!
Initiative der Werkstatt Frieden & Solidarität
Die angestrebte Fusion von OMV und Verbund hat darauf abgezielt, das 2. Verstaatlichtengesetz auszuhebeln, das eine öffentliche Mehrheit an der E-Wirtschaft vorschreibt. Nach dem vorläufigen Scheitern der Fusion von OMV und Verbund wird hinter den Kulissen weiterhin an der Privatisierung der Energiewirtschaft gearbeitet. Alles deutet darauf hin, dass spätestens nach den Nationalratswahlen ein Neuanlauf gemacht wird, die öffentliche Mehrheit im Bereich der E-Wirtschaft zu Fall zu bringen. Auch aus der EU wird in diese Richtung Druck gemacht. Das Verbund-Management bezeichnet eine öffentliche Mehrheit im Energiesektor als "verheerendes Signal in Richtung Brüssel, wo man bestrebt ist, staatliche Mehrheiten zurückzudrängen. Das würde niemand verstehen, auch der Kapitalmarkt nicht." (Standard, 27./28. Mai 2006).
Unserer Meinung nach geht es weder darum, Brüssel noch dem Kapitalmarkt zu gefallen, sondern die grundlegenden Bedürfnisse der Menschen an einer sicheren, nachhaltigen und demokratisch gestaltbaren Energieversorgung zu befriedigen. Dort wo die Energiewirtschaft privatisiert wurde (z.B. Kalifornien), hat das zum Verschleiß der Infrastruktur und zum wiederholten Zusammenbruch der Stromversorgung geführt, da den Aktionären der kurzfristige Profit wichtiger ist als langfristige Investitionen in Leitungsnetze und nachhaltige Energieversorgung. Das 2. Verstaatlichtengesetz, das die öffentliche Mehrheit im Bereich der E-Wirtschaft in Verfassungsrang erhoben hat, muss daher verteidigt werden.
Gleichzeitig wird von der EU-Kommission gemeinsam mit großen französischen, deutschen und britischen Konzernen Druck in Richtung Privatisierung der Wasserver- und entsorgung gemacht. Der Liberalisierungsdruck aus Brüssel und die Finanznot der Gemeinden gefährden die öffentliche Wasserversorgung auch in Österreich. Die Beispiele der Privatisierung der Wasserversorgung in anderen Ländern zeigen - ähnlich wie im Energiebereich - dass Leitungsnetze verrotten, die Trinkwasserqualität sinkt, die Preise steigen und sozial Schwache, die sich die Preise nicht mehr leisten können, die Wasserabsperrung droht. Um solche Zustände zu verhindern, fordern wir, dass die öffentliche Eigentumsstruktur der österreichischen Wasserwirtschaft ebenfalls in Verfassungsrang erhoben wird, um Liberalisierung und Privatisierung des Trinkwassers zu verhindern.
Eine Infozeitung zu diesem Thema mit Unterschriftslisten kann bestellt werden bei: Werkstatt Frieden & Solidarität, Waltherstr. 15, 4020 Linz, Tel. 0732/771094, Fax 0732/797391, e-mail: office at werkstatt.or.at, www.werkstatt.or.at
Privatisierung von Wasser und Energie = Irrweg- Internationale Erfahrungen
London - 40% des Wassers versickert im Untergrund
1999 kaufte der deutsche Energieriese RWE die Wasserent- und -versorgung im Großraum London mit rund 8 Millionen KundInnen. Seither hat der Konzern kaum in die veraltete Infrastruktur investiert, um sich eine zweistellige Rendite zu sichern. 40% des Trinkwassers versickert im Untergrund (915 Millionen Liter jeden Tag). Bei starkem Regen sind die Abwassersysteme überlastet, sodass Abwässer direkt und ohne Klärung in die Themse abgelassen werden. Im Unterlauf ist die Themse dadurch bereits derart vergiftet, dass männliche Fische ihr Geschlecht ändern. Die Gebühren steigen kontinuierlich, in manchen Jahren wurden ein Viertel der Gebühreneinnahmen als Dividenden an die Aktionäre ausgezahlt. In Großbritannien wurde in den ersten Jahren der Privatisierung über 21.000 Haushalten das Wasser abgesperrt, die Hepatitis A-Fälle haben sich verdoppelt.
Berlin - Preise rauf, Investitionen runter
In Berlin wurden 1999 49% der Wasserwerke an Private verkauft. Fazit: die Preise stiegen, Investitionen in die Infrastruktur blieben aus, bisher wurde ein Sechstel der Beschäftigten entlassen, gleichzeitig wurde dem privaten Konsortium seitens der Stadt eine Gewinngarantie von 100 Millionen Euro jährlich vertraglich zugesichert.. 1997 verkaufte Potsdam 49% seines Wasserbetriebs an eine Tochter des französischen Suez-Konzerns. Drei Jahre später trennte man sich wieder. Der Konzern wollte die Preise um mehr als das doppelte anheben. Die Kündigung des Kooperationsmodells soll die Stadt 5 Millionen Euro gekostet haben. Auch im US-amerikanischen Atlanta wurde die Privatisierung der Wasserversorgung wieder rückgemacht, nachdem sich die Wasserqualität schlagartig verschlchterte und es zu spektakulären Rohrbrüchen kam, die oft monatelang nicht behoben wurden.
Nikaragua - Elektrische Energie wird zum Luxus
Die Privatisierung der Stromversorgung in Nikaragua erfolgte auf Druck von Weltbank und Internationalem Währungsfonds im Jahr 2001. Der spanische Konzern Unión Fenosa konnte den staatlichen Stromversorger ENEL zu dem als niedrig geschätzten Preis von 115 Millionen US Dollar erwerben. Seither sind die Preise in einem der ärmsten Länder der Welt stark angestiegen, Leute die keine 100 Dollar pro Monat verdienen, haben Rechnungen über 250 Dollar erhalten. Für viele Familien ist elektrische Energie ein Luxus, mehr als die Hälfte der 5 Millionen EinwohnerInnen sind nicht ans Stromnetz angeschlossen (in den Städten 40%, am Land sogar 80%). Die höheren Strompreise haben weitreichende Folgen für die gesamte nikaraguanische Wirtschaft. Die meisten Industrieprodukte und Bewässerungssysteme in der Landwirtschaft sind teurer geworden, Preise für Grundnahrungsmittel erreichen inzwischen Rekordhöhen.
Wales - Landwirte müssen für Regenwasser zahlen
In Wales, wo wie überall in England die Wasserversorgung schon seit 1989 privatisiert ist, ging der dortige Konzern so weit, das Regenwasser mit in das Vertragspaket aufzunehmen. Die Farmer mussten plötzlich für das Regenwasser, das auf ich Ackerland fällt, Abgaben bezahlen. Auch das unentgeltliche Auffangen von Regenwasser wurde verboten. Gerichtlich wurde festgelegt, bis zu welcher Höhe über bebautem Boden Regenwasser dem Wasserversorgungsunternehmen gehört. In Hubschrauberhöhe beispielsweise wäre es wieder erlaubt und man könnte es mit einem herausgehaltenen Kanister auffangen! In den Niederlanden wurde die Privatisierung des Wassers rasch wieder rückgängig gemacht wurde, nachdem es zum Auftreten von Legionellen - den Erregern der Legionärskrankheit - im Wasser gekommen war. Seither ist das öffentliche Eigentum per Gesetzt garantiert.
Kalifornien - Stromausfälle im Hochtechnologieland
Als erster Bundesstaat hat Kalifornien bereits Mitte der 90er Jahre den Strommarkt vollkommen liberalisiert. Argumentiert wurde mit mehr Effizienz und sinkenden Preisen. Eingetreten ist das Gegenteil: die Preise sind z. T. exorbitant gestiegen. Investitionen in die Netzsicherheit und den Kraftwerksneubau unterblieben. Die Folgen davon waren flächendeckende Stromausfälle und monatelange Stromknappheit im Hochtechnologieland Kalifornien. Die Stromkrise wurde von Firmen wie Enron durch "strategische Stilllegungen" herbeigeführt, um den Preis in die Höhe zu treiben. Enron-Präsident Jeff Skilling 1997 auf einer Strategiekonferenz vor Managern: "Sie müssen die Kosten unbarmherzig senken, entlassen Sie. Sie müssen die Leute loswerden. Die vermasseln Ihnen nur das Ergebnis."
Bolivien - ein Drittel des Einkommens für Wasser
2000 wurde auf Druck der Weltbank das Wasser in der Region Cochabamba privatisiert und an den US-Konzern Bechtel übergeben, per Gesetzesänderung gab es keine Verpflichtung zur Versorgung ländlicher Gebiete, Gemeinden wurde untersagt Brunnen zu bauen, ohne Sondererlaubnis wurde auch das Sammeln von Regenwasser unter Strafe gestellt. Ärmere Familien zahlten bis zu einem Drittel ihres Einkommens für das Wasser. Nach wütenden Protesten und tagelangen Straßenschlachten beugte sich die Stadtverwaltung dem Druck und widerrief den Privatisierungsvertrag. Die Wasserversorgung in El Alto und La Paz wurde von Suez gekauft. Der Konzern verlangt für einen Wasseranschluss umgerechnet vier Monatsgehälter, hunderttausende Menschen in den Armenvierteln sind ohne Wasseranschluss. Die Preise haben sich versechsfacht, da dem Konzern 12% Gewinn vertraglich zugesichert worden sind.
Südafrika - Tausende sterben an Cholera und Typhus
Seit der Privatisierung des Wassers in Südafrika wurde Hunderttausenden der Wasserhahn abgedreht. Im September 2002 erschoss die Polizei in Unicity bei Kaptstadt 15 Menschen, als sie gegen die Wasserabsperrungen protestierten. 2000 Menschen sind in Durban an Cholera und Typhus gestorben, weil sie seit der Privatisierung im Jahr 2000 von der Wasserversorgung abgeschnitten sind und das Wasser aus öffentlichen Toiletten trinken mussten. In der indischen Provinz Bihar verkaufte die Regierung den Fluss Sheonath. Die Polizei verhaftete Leute, die dort baden, fischen, Kleider waschen und Felder mit dem Flusswasser bewässern wollten, denn das galt nun als Diebstahl. 100.000 Menschen protestierten so lange, bis der Privatisierungsvertrag zurückgenommen wurde. Im indischen Bundesstaat Kerala pupt Coca Cola täglich 800.000 Liter Grundwasser ab für sein Kinley-Tafelwasser ab. Der Grundwasserspiegel ist dadurch rapid gesunken, viele Brunnen sind ausgetrocknet.
Schweden - Kohle und Atom statt Wasserkraft
Auch in Schweden leiden die KonsumentInnen nach zehn Jahren freiem Strommarkt unter hohen Preisen und Versorgungsproblemen: im Winter 2001 waren Zehntausende Haushalte tagelang ohne Strom (Wasser und Wärme), weil die Reparaturtrupps für von Stürmen geknickte Leitungen eingespart wurden. Die Preise sanken nur vorübergehend. Seit der Markt bereinigt ist und drei Konzerne (Vattenfall. E.on, Fortum) 90% der schwedischen Stromproduktion kontrollieren, geht's bergauf. Im Winter 2001 stiegen die Strompreise um 40%. Dazu droht eine massive Versorgungskrise, weil die überwiegend im Ausland tätigen Konzerne nicht mehr in Schweden investieren. Auch um die Umwelt kümmert sich der freie Markt nicht. Die einst führende Wasserkraft ist auf Platz drei hinter Kohle und Atomstrom zurückgefallen.
Nähere Informationen auf www.werkstatt.or.at
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ANKÜNDIGUNGEN UND VERANSTALTUNGEN
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03 Fuer ein Miteinander der Menschen aus verschiedenen Kulturen
Von: Alois Reisenbichler - Stadtteilzentrum Simmering <verin.stadtteilz.simmering at chello.at>
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Liebe Friedensfreundinnen und Friedensfreunde,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
es ist wieder soweit:
unser MULTIKULTURELLES STRASSENFEST
findet am
Samstag, 16. SEPTEMBER 2006
ab 14.00 Uhr
wieder in der
SIMMERINGER SCHNEIDERGASSE
vor dem Stadtteilzentrum Simmering - CentrOnce
(U3 Zippererstraße, Straßenbahn 71 Molitorgasse)
statt. Wenn man / frau das erste Fest auf
der Elferwiese dazu zählt, ist es bereits das
15. Fest im Herbst. Damit wollen wir auch heuer
wieder ein Zeichen gegen Rassismus und Ausgrenzung
sowie für ein Miteinander von Menschen aus
verschiedenen Kulturen setzen.
Heuer spielen u. a. Mallarauco, Stadtschatten,
Juan Neira, The Polomita Show, Rosa Sisic,
Muriell Garfias, Monica Borja.
Ab 21.00 Uhr gibt es ein chilenisches Fest im
Keller des Stadtteilzentrums.
WILLIS NEUES BUCH
Am Freitag, 22. September 2006 präsentiert
Willi STELZHAMMER
um 19.30 Uhr im Stadtteilzentrum
Simmering - CentrOnce
sein neues Buch
"VENEDIG IN SIMMERING".
Mit solidarischen Friedensgrüßen!
Alois Reisenbichler
Stadtteilzentrum Simmering - CentrOnce
Alois Reisenbichler
A-1110 Wien, Schneidergasse 15/9
Telefon 0043 - 664 - 39 51 809
Lieblingshomepage: www.hiroshima.at
Homepage in Arbeit: www.reisenbichler.at.tf
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04 Kundgebung/Termin: Schliessung des Arbeitsmedizin-Instituts
Von: akin <akin.buero at gmx.at>
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akin-Pressedienst.
Aussendungszeitpunkt: Dienstag, 12. September 2006; 17:14
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Kundgebung:
> Schliessung des Arbeitsmedizin-Instituts
Am Donnerstag, 14.9. gibt es zusaetzlich zur woechentlichen Mahnwache gegen
Schwarzblauorange vor dem Kanzleramt wieder einen Speakerscorner, diesmal
mit einem Referat zur Schliessung des Arbeitsmedizinischen Instituts.
Verantwortlich ist natuerlich dafuer nicht die Regierung, sondern die
Universitaet Wien, die man ja in die Selbstaendigkeit entlassen hat.
Der OeGB hatte schon im Juli gegen die geplante Schliessung protestiert:
"Mit der Schliessung des Instituts wuerde Oesterreich als einziger
Industriestaat weltweit auf eine Lehrkanzel fuer Arbeitsmedizin verzichten.
Statt universitaerer Fachaerzte gaebe es nur noch die Kurzausbildung (drei
Monate) fuer fertige Mediziner. Wissen ueber Arbeitsplatzprobleme ist bei
diesen AbsolventInnen durch die kurze Ausbildungsdauer bei ihrem Abschluss
nur rudimentaer vorhanden und muss in der Praxis muehsam erworben werden."
hiess es in einer damaligen Stellungnahme.
Eine IHS-Studie habe ergeben, dass durch Praevention und
Gesundheitsfoerderung jaehrlich bis zu 3,6 Milliarden Euro eingespart werden
koennten. Rund 50 Prozent der Erkrankungen wuerden sich sich allein durch
die Reduktion von Stress am Arbeitsplatz reduzieren lassen, so der OeGB.
Die Kundgebung beginnt um 20h am Ballhausplatz.
(Do-Speakerscorner, OeGB/bearb.)
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05 Cuba, bitte weiter leiten
Von: Dachverband Lateinamerikanischer Vereine <e.medina at dvlatinos.org>
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FÜR DIE FREIHEIT UND SOUVERÄNITÄT KUBAS
NEIN ZUM TERRORISMUS GEGEN KUBA
FREIHEIT FÜR DEN 5 GEFANGENEN HELDEN DES US-IMPERIUMS
VON 12. SEPTEMBER BIS 6. OKTOBER
Die Souveränität Kubas muss respektiert werden!
• Veranstaltung zum Gedenken des 8. Jahrestages der Inhaftierung der 5 Helden, Kämper gegen den Terrorismus
Dienstag, den 12. September 2006, 19Uhr
Ort: Die Schule “La Wie”, Landstrasser Haupstrasse 96, 1030 Wien
• Veranstaltung zum Gedenken des 30. Jahrestages der Mordes von Orlando Letelier, ehemaliger Aussen- und- Verteidigungsminister in der Regierung von Salvador Allende.
Donnerstag, den 21. de September 2006, 18Uhr
Ort: Donau Park, beim Denkmal Salvador Allende
• Veranstaltung zum Gedenken des 30. Jahrestages des wegen einer Bombe abgestürzten Zivilflugzeuges der Cubana Fluggesellschaft in der Nähe von Barbados.
Freitag, den 6. Oktober 2006, 19Uhr
Ort: Universitätscampus Altes AKH, Aula, Hof 1,
Spitalgasse 2/Alserstraße 4, 1090 Wien
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Kampf dem US - Terror gegen Kuba
Seit mehr als 40 Jahren terrorisieren d¡e USA gemeinsam mít einer Gruppe von Exilkubanern KUBA :
• Seit 40 Jahren versuchen sie mit einer Wírtschaftsblockade Kuba zu erwürgen.
• Mehr ais 170 Terroranschlage, ausgehend von US-Territorien haben bisher 5577 Kubanern das Leben gekostet.
• 5 kubanische Patrioten, die versuchten Terroranschlage zu verhindern, wurden zu lebenslanger politischer Haft ¡n US-Gefängnissen verurteilt.
• Seit mehr als 40 Jahren führen die USA einen Medienkrieg gegen Kuba.
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06 Protestkundgebung am Freitag gegen Ilisu-Staudammprojekt und VA-Tech
Von: WADI Austria <wadi.wien at gmx.at>
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Freitag, 15. September 2006: Protestkundgebung verschiedener NGOs und kurdischer Vereine gegen das umstrittene und menschenrechtswidrige Ilisu-Staudammprojekt in der Türkei, das unter österreichischer Führung (VA-Tech samt Kontrollbank) realisiert werden soll.Nähere Infos über das Staudammprojekt auch unter: http://www.eca-watch.atOrt der Protestkundgebung:
Österreichische Kontrollbank AGAm Hof 4, Strauchgasse 3
1010 WienZeit: 10 Uhr
Bitte zahlreich kommen und mail weiterleiten!----------------------------------------------------------------------------------------------
Weitere Links zum Thema:Presseaussendung von WADI:http://www.wadinet.at/Media/Presse/press_28-05-06.phpHeute abend im Kino:http://www.normale.at/32825.htmlProtestmail-Aktion von Greenpeace:http://www.greenpeace.at/3701.htmlhttp://www.greenpeace.at/3726.htmlJüngste Artikel in der Presse:http://www.diepresse.com/Artikel.aspx?channel=e&ressort=r&id=582463http://www.diepresse.com/Artikel.aspx?channel=c&ressort=c&id=559267
--WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische
Entwicklungszusammenarbeit
e-mail: wadi.wien at gmx.atwebsite: www.wadinet.atTel.: 0699-11365509
Im Juni erschien die erste Ausgabe von: WADI-News,Schwerpunkt: Frauen im Irak. Wird kostenlos per Post zugeschickt, schreiben oder mailen Sie uns Ihre Adresse!
Postfach 105
A-1181 Wien
Spendenkonto in Österreich:
Kontonummer 07.405.301
Evangelische Kreditgenossenschaft eG BLZ 31800
IBAN: AT10 3180 0000 0740 5301
BIC: EVKRATW1Zwei Radio Ö1-Tips zum anhören: http://www.wadinet.at/Media/audio.phpWebsite mit weiteren Informationen zu Projekten von
Wadi und Veranstaltungshinweisen:www.wadinet.at
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97 Positionen zur kultur- und medienpolitischen Neuorientierung
Von: Kulturrat Österreich <contact at kulturrat.at>
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_______/ PRESSEMITTEILUNG
_______/ Kulturrat Österreich
__/ Sofortige Abkehr von neokonservativer Politik!
__/ Positionen zur kultur- und medienpolitischen Neuorientierung
_______/ http://kulturrat.at
Am Dienstag, 12. September 2006, startete der Kulturrat Österreich im
Wiener Diskurszentrum Depot sein Aktionsprogramm anlässlich der
Nationalratswahlen am 1. Oktober. Der Zusammenschluss der
Interessenvertretungen von Kunst-, Kultur- und Medienininitiativen rückt
dabei ein breites Spektrum von Themen, Positionen und Forderungen ins
Blickfeld, um dem in Vorwahlzeiten besonders spürbaren Mangel an
politischen Entwürfen entgegenzutreten.
Die dazu in 20.000 Stück Auflage erschienene Publikation "Kulturrat
Österreich. Kulturpolitik - Diskurs - Vernetzung" beleuchtet neben
Diskussionsbeiträgen zur Förderpolitik und sozialen Absicherung von
Kunst-, Kultur- und Medienschaffenden vor allem auch Schwerpunkte wie
ORF und öffentlich-rechtlicher Auftrag, die Bedeutung freier und
selbstbestimmter Medienkultur, Migration und Grundrechte, die aktuelle
Entwicklung des Urheberrechts sowie die drohende Verarmung der
Informations- und Wissensgesellschaft durch eine allmähliche Verengung
des Zugangs zu Kultur und Bildung.
Ein Abriss des vergangenen Jahrzehnts unter dem Paradigma einer
neoliberalen und kulturkonservativen Politik macht deutlich, dass Kunst,
Kultur und Medien durch den Verlust demokratiepolitischer Grundlagen vor
allem unter der Regierungspolitik von ÖVP-Bundeskanzler Wolfgang
Schüssel schweren Schaden genommen haben. Der Kulturrat Österreich
fordert daher die sofortige Abkehr von einer neokonservativen
Kulturpolitik und ihrer Ausrichtung an nationalistischen und
marktwirtschaftlichen Grundhaltungen. Kunst-, Kultur- und Medienarbeit
benötigen eine ausreichende Finanzierung und die Sicherstellung ihrer
Unabhängigkeit sowie ihrer selbstbestimmten Ausübung ohne
Existenzängste. Ein neues Ministerium hat für eine Erhöhung des Budgets
für zeitgenössische Kunst auf 0,5% des Staatshaushalts zu sorgen und die
UNESCO-Konvention zur kulturellen Vielfalt umzusetzen.
__/ Kulturrat-Zeitung Online
__/ http://kulturrat.at/debatte/zeitung/
__/ Kulturrat-Zeitung Download (PDF-File)
__/ http://kulturrat.at/debatte/zeitung/printkulturrat.pdf
__/ Dokumentation Zeitungs-Präsentation
__/ http://kulturrat.at/termine/doku/120906
_______/ Rückfragen
Martin Wassermair
Mobil: +43 (676) 309 49 86
_______/ Kontakt
Kulturrat Österreich
Gumpendorfer Str. 63b
A-1060 Wien
contact at kulturrat.at
http://kulturrat.at/
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WAHLKAMPF IST
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08 Gegen Strache * SPÖ&Asyl * Strache schreibt ab? * Termine * Plakate in anderen Sprachen
Von: Sozialistische LinksPartei <slp at slp.at>
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Eine Information der Sozialistischen LinksPartei - Liste gegen
Kapitalismus und Rassismus
1) 29. September - SLP aktiv gegen Strache & Rassismus
2) Asyl: SPÖ trägt Kurs der Bundesregierung mit - SLP fordert
"Bleiberecht für Alle" und "Kampf den Fluchtursachen - nicht den
Flüchtlingen"
3) Strache beim Abschreiben ertappt?
4) JETZT aktiv werden mit der SLP
5) Wahlplakate der SLP in anderen Sprachen
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1) 29. September - SLP aktiv gegen Strache & Rassismus
Es ist fix, die Abschlusskundgebung der FPÖ findet am 29. September in
Wien 10, Viktor-Adler-Markt statt. Die SLP ruft zu einer
antirassistischen Kundgebung auf. Wer ein deutliches Zeichen gegen
Rassismus und die Hetze der FPÖ setzen will ist eingeladen, sich an
dieser Aktion zu beteiligen.
Mithelfen bei der Mobilisierung unter
http://slp.at/index.php/termine+M56e13545740/
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2) Asyl: SPÖ trägt Kurs der Bundesregierung mit - SLP fordert
"Bleiberecht für Alle" und "Kampf den Fluchtursachen - nicht den
Flüchtlingen"
Die Gemeinde Wien (= SPÖ) streicht "Asyl in Not" die letzten mageren
5000.- Subvention. Zum Vergleich: Pro Monat verdient der Wiener
Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) 14.873 Euro.
Mehr unter
http://slp.at/index.php/artikel+M5b509fe2d06/
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3) Strache beim Abschreiben ertappt?
Sozialistische LinksPartei (SLP) wehrt sich gegen FPÖ-Raubkopierer und
überlegt rechtliche Schritte
Mehr unter
http://slp.at/index.php/artikel+M5fa1b749973/
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4) JETZT aktiv werden mit der SLP
Eine Vielzahl von Aktionen der SLP finden Sie unter
http://slp.at/index.php/termine/
Besonders einladen möchten wir Sie zu folgenden Terminen:
Mittwoch 13. September 18.00
Die SLP kennenlernen
Wien 7, Stiftg. 8 - Amerlinghaus
Mittwoch 13. September 19.00
Populismus ist kein Programm - Warum HP Martin keine Alternative ist
Wien 7, Stiftg. 8 - Amerlinghaus
Montag 18. September 17.30
SLP-Jugendtreffen - Aktiv gegen Rassismus & Strache
Wien 7, Stiftg. 8 - Amerlinghaus
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5) Wahlplakate der SLP in anderen Sprachen
Die SLP tritt für gleiche Rechte für alle in Österreich lebenden
Menschen ein. Wir sind für den gemeinsamen Kampf von In- und
AusländerInnen gegen Kapitalismus und Rassismus. Unser internationaler
Anspruch spiegelt sich auch in unseren Plakaten wieder.
Mehr unter
http://slp.at/index.php/artikel+M50e8fbd66ed/
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09 Laura Rudas: .. gegen Islamfeindlichkeit, Rassismus und Ausgrenzung
Von: Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen <dieinitiative at gmx.at>
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Laura Rudas: "Islamfeindlichkeit, Rassismus und Ausgrenzung haben in
Datum/Zeit: 12.09 11:15
OTS119 5 II 0128 DS10001 12.Sep 06
Kommunales/SPÖ/Wien-Klub/Gesellschaftspolitik
Laura Rudas: "Islamfeindlichkeit, Rassismus und Ausgrenzung haben in
Österreich nichts verloren!" =
Wien (SPW-K) - "Die Moslemische Jugend leistet seit zehn Jahren
tolle Arbeit: sie führt Dialoge und trägt viel zum friedlichen
Miteinander bei", sagte heute Wiens jüngste Abgeordnete und
SP-Kandidatin zum Nationalrat Laura Rudas. "Die Gesellschaft und vor
allem die Politik dürfen nicht akzeptieren, dass ein Klima der Angst
entsteht."
"Die FPÖ und das BZÖ sollten endlich aufhören, die
Wahlauseinendersetzung auf dem Rücken anderer auszutragen: Drohungen,
die gegen die Moslemische Jugend gerichtet sind, richten sich gegen
alle jungen Menschen", so Rudas weiter. "Wir Jungen Roten sprechen
der Moslemischen Jugend unsere volle Solidarität aus und werden
gemeinsam weiterhin für ein friedliches Miteinander eintreten!"
(Schluss)
Rückfragehinweis:
SPÖ Klub Rathaus, Presse
Mag. Michaela Zlamal
Tel.: (01) 4000-81930
-
--
Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen
www.islaminitiative.at
e-mail:dieinitiative at gmx.at
für Rückfragen und Korrespondenz kontaktieren sie bitte:
Omar Al Rawi +43-650-3831942 al-rawi at gmx.at
Amina & Tarafa Baghajati +43-1-2595449 baghajati at aon.at
Mouddar Khouja +43-6991-9685096 referent at derislam.at
Andrea Saleh +43-664-4147620 frauen at derislam.at
Liebe Brüder und Schwestern, liebe Interessierte!
Wir hoffen, dass die so an Euch zugehenden Informationen auf
Euer Interesse stoßen.
Wir versenden über den Verteiler nicht nur Neuigkeiten, die die
eigenen Aktivitäten betreffen, sondern auch Zeitungsartikel, die
im weitesten Sinn mit dem Islam und Integration zu tun haben
oder ähnliches.
Diese spiegeln natürlich nicht unbedingt unsere eigene Meinung
wieder, sind aber gut, um das Meinungsspektrum zu sichten. Wir
freuen uns über jede Rückmeldung.
Selbstverständlich kann auch alles an Freunde,Bekannte
usw.weitergemailt werden.
Für die Publikation in eigenen Homepages bitten wir jedoch um
vorherige Rücksprache.
Bitte achten Sie bei Zeitungsartikeln auf das Copyright.
Alle Inhalte dienen der persoenlichen Information.
Eine Weiterverwendung und Reproduktion ueber den
persoenlichen Gebrauch hinaus ist nicht gestattet.
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10 SPÖ gegen Flüchtlinge - SLP für Bleiberecht
Von: Sozialistische LinksPartei <slp at slp.at>
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Eine Presseinformation der Sozialistischen LinksPartei (SLP) - Liste
gegen Kapitalismus und Rassismus
Asyl: SPÖ trägt Kurs der Bundesregierung mit
SLP fordert "Bleiberecht für Alle" und "Kampf den Fluchtursachen - nicht
den Flüchtlingen"
Die jüngsten Aktionen der Gemeinde Wien, in der die SPÖ entscheidet,
zeigen, dass die SPÖ die Anti-AusländerInnenpolitik der Bundesregierung
mitträgt. Einer der zentralen NGO's (Nicht-Staatliche-Organisation), die
sich um Flüchtlinge kümmert, "Asyl in Not", wurde durch die Gemeinde
Wien die Förderungen gestrichen. Der Bund hat schon vor vielen Jahren
diese Förderungen gestrichen. Trotz vieler Hürden erhielt Asyl in Not
2005 noch magere 5000.- Euro von der Gemeinde Wien. Für 2006 will die
Gemeinde nicht einmal das zahlen.
Zum Vergleich: Pro Monat verdient der Wiener Bürgermeister Michael Häupl
(SPÖ) 14.873 Euro.
SLP fordert Bleiberecht für Alle
"Nicht Flüchtlinge sind schuld daran, dass sie flüchten müssen, sondern
die politischen und wirtschaftlichen Bedingungen in ihren
Herkunftsländern. Die SLP fordert daher Kampf den Fluchtursachen, nicht
den Flüchtlingen" sagt Sonja Grusch, Spitzenkandidatin der SLP bei den
kommenden Nationalratswahlen.
* Die SLP fordert ein Stopp aller Abschiebungen, die Abschaffung der
Schubhaft und die menschenwürdige Unterbringung von Flüchtlingen.
* Die SLP sagt "Kampf den Fluchtursachen, nicht den Flüchtlingen".
Die Gewerkschaften sind aufgerufen, soziale und politische Bewegungen zu
unterstützen, die die Bedingungen in den Herkunftsländern von
Flüchtlingen verbessern.
Informationen und Rückfragen unter
slp at slp.at
0650-424 63 10
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11 SPÖ packelt mit Neoliberalen / Rotes Kino wieder da
Von: AL-Antifaschistische Linke <al at sozialismus.net>
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AL-Newsletter Nr. 176
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1. SPÖ lässt die Hosen runter und packelt mit Neoliberalen
2. Rotes Kino zurück aus der Sommerpause
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1.
SPÖ lässt die Hosen runter und packelt mit Neoliberalen
Über die Sozialdemokratie, das Liberale Forum und die Kapitalismus-
Kritik von Rechts-Außen
Diese Meldung entfachte Diskussionen: Die SPÖ und das Liberale Forum
(LIF) haben die Bildung einer gemeinsamen Wahlallianz für die
kommenden Nationalratswahlen bekannt gegeben. Der Clou: Alexander
Zach, Bundessprecher des LIF, bekommt ein fixes Mandat auf der
Bundesliste der SozialdemokratInnen, im Gegenzug rufen die Liberalen
zur Wahl der SPÖ auf. SP-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos
erwartet sich von dieser Zweckehe ein zusätzliches Potential von 1 -
3% der Stimmen und verteidigt den Pakt damit, "dass es eine breitere
Basis gegen die Politik Schüssels gibt, als die ÖVP annimmt."
Dieses Bündnis ist ein weiterer Schritt bei der Neoliberalisierung
der Sozialdemokratie. Zwar vertritt das LIF im
gesellschaftspolitischen Bereich (Drogenpolitik,
gleichschlechtlichte Ehe, MigrantInnen, etc.) recht fortschrittliche
Positionen, sozial- und wirtschaftspolitisch aber stehen die
Liberalen eindeutig rechts. Abbau des Sozialstaats, weitere
Privatisierungen, Abschaffung von Ladenöffnungsregulativen oder
Arbeitsschutzbestimmungen ... all das und noch viel mehr findet sich
im Grundsatzprogramm des LIF. Garniert wird diese Politik mit einer
absolut abgehobenen Herangehensweise, die wohl am klarsten im
akademischen Sprachstil der Parteigründerin Heide Schmidt zum
Ausdruck kommt.
Viele Liberale träumen von einer freien Marktwirtschaft, wie sie
historisch gesehen lediglich in den Büchern verwirrter
WirtschaftsprofessorInnen existiert hat. Aber eine solche
Marktwirtschaft gefällt nicht einmal dem Großteil der
KapitalistInnen. Sie brauchen einen starken Staat, der
als "individueller Gesamtkapitalist" (Engels) in den
Wirtschaftsprozess interveniert und dazu imstande ist, die oftmals
widersprüchlichen Interessen der Einzelunternehmen unter einen Hut
zu bekommen. Dies ist einer der Gründe, warum sich nur die wenigsten
Bürgerlichen für das Liberale Forum interessieren - ihre Interessen
werden in Österreich immer noch am besten von der ÖVP vertreten.
Dazu kommt, dass das österreichische Bürgertum traditionell sehr
konservativ eingestellt ist. Letztendlich stellt das LIF eine
bürgerliche Partei dar, die mit dem Versuch, mittels linker Stimmen
rechte Politik zu machen, gescheitert ist. Ginge es nach uns,
könnten die Liberalen ja in Frieden ruhen. Es bleibt der SPÖ-Führung
überlassen, dieser politischen Leiche neues Leben einzuhauchen.
Quo vadis, SPÖ?
Was ist der Grund für Gusenbauers Schachzug? Offenbar giert die SP-
Spitze nach neuen WählerInnen-Schichten bei gleichzeitiger
zunehmender Vernachlässigung der traditionellen AnhängerInnenschaft.
Mit dem Neoliberalen Forum im Rücken und der Ankündigung, die
hochgelobten "Klein und Mittelunternehmen" (die in Wirklichkeit um
nichts besser sind als die "bösen" Großkonzerne, meistens sogar noch
schlechtere Arbeitsbedingungen und geringere Löhne aufweisen) zu
entlasten, will die Gusenbauer-Clique anscheinend liberale ÖVP-
WählerInnen abwerben. Was aber will sie für NiedriglohnbezieherInnen
machen? Was für PensionistInnen? Was für Lehrlinge? Gusenbauer
verspricht, die Jugendarbeitslosigkeit halbieren zu wollen, also
wieder auf das Niveau der Sparpaket-Regierungen unter den SP-
Kanzlern Vranitzky und Klima zu senken.
Laut Gusenbauer, Darabos und anderen SP-Spitzen geht es um
ein "breites Bündnis" gegen den "konservativen, von sozialer Kälte
geprägten Kurs des Wolfgang Schüssel und gegen die falsche
Ausrichtung der Politik dieser Regierung". Hochinteressant! Wenn die
vermutlich zweitstärkste Partei Österreichs ein Bündnis mit
einer "weniger als 1%"-Partei eingeht, handelt es sich nach
sozialdemokratischer Logik also um zusätzliche "Breite".
Konsequenterweise müsste die SPÖ also auch gemeinsam mit der KPÖ
oder anderen linken Listen zur Wahl antreten und dem KP-
Spitzenkandidaten Mirko Messner einen Fixplatz im Parlament
garantieren. Immerhin wurde die KPÖ bei der letzten Landtagswahl in
der Steiermark mit 6,3% drittstärkste Kraft, erreichte bei den
Gemeinderatswahlen in Wien 2005 1,47% (zu diesen Wahlen trat das LIF
nicht einmal an) und lag bei den letzten Nationalratswahlen nur etwa
0,4% hinter den Liberalen.
Nun denn, warum wird die SP-Führung nie auf diese Idee kommen? Ganz
einfach: Einerseits offen nach rechts und in Richtung neoliberaler
und bürgerlicher Parteien zu schielen und andererseits mit aller
Kraft nach links und in Richtung anderer Parteien der
ArbeiterInnenbewegung zu treten ist eisernes Prinzip der
österreichischen Sozialdemokratie. Mit dem Durchpeitschen der
Eisenstädter Erklärung von 1969 (Anm: Beschluss, jedwede
Zusammenarbeit mit der KPÖ abzulehnen,) im proletarischen und
gewerkschaftlichen Milieu trug die SPÖ wesentlich zum in der
österreichischen Gesellschaft tief verankerten Antikommunismus bei.
Während KapitalistInnen, ManagerInnen und der
sogenannte "Mittelstand" bei den SozialdemokratInnen hochwillkommen
sind, werden "fremde" ArbeiterInnen-Organisationen wild bekämpft.
Und während Gusenbauer keine GewerkschaftsführerInnen mehr im
Parlament sehen will, öffnet er dem neoliberalen Forum Tür und Tor.
Freilich könnte eingewendet werden, dass die Herren Verzetnitsch,
Nürnberger und Co. im Parlament ohnehin nicht die Interessen der
Lohnabhängigen vertreten haben. Das ist zweifelsohne richtig. Aber
hier geht es ums Prinzip: Eine Partei, die gemeinhin als Partei der
ArbeitnehmerInnen gilt und die von großen Teilen der politisch
bewusstesten und gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten in
Österreich als "ihre" Partei gesehen wird, versperrt
GewerkschafterInnen den Zugang zum Parlament!
Weg mit Schüssel! Und dann?
Naturgemäß können sich die SPÖ-Spitzen für ihre eigenen Ideen
begeistern. Die Parteibasis der Sozialdemokratie wird sich für
diesen Flirt wohl eher weniger erwärmen können. Wo bleiben die
Reaktionen der Parteilinken, die sich momentan wohl am ehesten noch
in der Sozialistischen Jugend konzentriert? Wie viele linke SJ-
lerInnen dürfen eigentlich auf aussichtsreichen Listenplätzen
kandidieren? Höchstwahrscheinlich werden die GenossInnen in der SJ
nicht besonders erfreut über das Bündnis mit dem LIF sein. Den
Kofferträger für die SPÖ werden sie im Wahlkampf trotzdem machen.
Mit ihrer aktuellen "Ich wähl mein Leben zurück"-Kampagne schüren
sie unter linken und kämpferischen Jugendlichen Illusionen in einen
Politikwechsel durch eine SPÖ-geführte Regierung. Zwar geben die
Linken in der SJ durchaus zu, dass mit dieser verkommenen Partei
zwar ein Staat, aber keine Politik für ArbeiterInnen und Jugendliche
zu machen ist. Aber unter dem Motto "holen wir uns unsere Partei
zurück" wollen sie uns weißmachen, es müsste nur die Führung der SPÖ
ausgetauscht werden, und, schwupsdiwups, hätten wir eine echte
sozialistische Partei. Ein fataler Irrglaube.
Natürlich verstehen wir den Wunsch vieler, der Schüssel-Regierung
endlich ein Ende zu setzen. Aber die ÖVP muss weg, nicht weil sie
die ÖVP ist, sondern weil sie neoliberale und reaktionäre Politik
macht. Das Problem dabei ist: Die Sozialdemokratie macht es nicht
besser. Der Sozialabbau wurde nicht von Schwarz-Blau begonnen,
sondern von SP-geführten Regierungen mit ihren Sparpaketen und
Steuererleichterungen für Reiche. Deshalb ist eine Stimme für die
SPÖ (oder auch für die Grünen) keine Stimme gegen Sozialabbau. In
einer Zeit wie dieser, in der der Kapitalismus immer tiefer in die
Krise schlittert und keine Lösungen für die dringlichsten Probleme
der Menschheit zu bieten hat (da er diese ja selbst produziert hat)
ist es unmöglich, Politik für die arbeitende Bevölkerung zu machen,
wenn mensch sich weigert, das Kapital ernsthaft anzugreifen. Alle
sozialdemokratische Regierungen Europas in den letzten Jahren und
Jahrzehnten haben Sozialabbau betrieben. Nicht weil sie unfähig
waren, sondern weil sie sich im Rahmen der Profitlogik des
Kapitalismus bewegten.
FPÖ profitiert vom Rechtsruck der SPÖ!
Die SPÖ spielt für das österreichische Kapital traditionell die
äußerst wichtige Rolle, die ArbeiterInnenbewegung ruhig zu halten.
Doch die arbeitende Bevölkerung Österreichs hat diese Ruhe zunehmend
satt. Die fortschrittlichsten Elemente, die momentan noch eine
kleine Minderheit darstellen, suchen links der SPÖ nach
Alternativen. Ein immer größerer Teil verfällt in Apathie und
Perspektivlosigkeit und nimmt an den Wahlen nicht teil. Und ein
beträchtlicher Teil der rückständigeren Elemente der
ArbeiterInnenklasse wendet sich der FPÖ zu. Für die beiden
letztgenannten Gruppen gibt es auf der Linken momentan keine
annehmbare Alternative. Es gibt keine Partei, die stark genug ist
und die die ArbeiterInnen dort abholt, wo sie stehen (ohne natürlich
dabei die rassistischen Vorurteile der FP-WählerInnen zu teilen, zu
verteidigen oder gar zu reproduzieren). Die oftmals intellektuell
abgehobene und mit dem Kainsmal des Stalinismus behaftete KPÖ kann
diese Rolle jedenfalls nicht spielen. In dieses Vakuum stößt die
FPÖ.
Die Freiheitlichen (Anm.: Die Partei von H.C. Strache) sprechen im
Fall SPÖ-LIF übrigens von einem "Kniefall vor dem
Heuschreckenkapitalismus" bezeichnen die SPÖ als "neoliberale
Wirtschaftspartei" und wollen "künftig die Interessen der
Arbeitnehmer kompetent (...) vertreten". FPÖ-Vizebundesparteiobmann
Norbert Hofer fordert Alfred Gusenbauer u.a. dazu auf, zu folgenden
Stellen aus dem Programm des LIF, welches sich "gegen vitale
Interessen der österreichischen Arbeitnehmer" stellt, Stellung zu
nehmen:
"
Die Privatisierung staatsnaher Unternehmen ist konsequent
weiterzuführen, bestehende staatliche Marktbeschränkungen sind
weiter abzubauen ..."
"
Die Ladenöffnungszeiten sind weitgehend freizugeben, damit
Österreichs Unternehmen selbst entscheiden können, welche für sie
die günstigsten Offenhaltezeiten sind ..."
Die FPÖ hat also festgestellt (Gratulation!), was wir bereits seit
Jahren sagen: Dass das Liberale Forum ungehemmte Politik fürs
Kapital machen will. Doch die Kapitalismuskritik der FPÖ ist
unglaubwürdig, platt und falsch. In der neuen Sondernummer des
Morgenrot anlässlich der kommenden Nationalratswahlen schreiben wir
darüber:
"Erstens wurden die Freiheitlichen stets von zahlreichen
österreichischen GroßkapitalistInnen finanziert (z.B. vom
Waffenfabrikant Gaston Glock, der deutschen Kaufhauserbin Heidi
Horten, dem Lebensmittelfabrikanten Georg Mautner Markhof, Billa-
Chef Veit Schalle und Friedrich Karl Flick, einem der reichsten
Männer Europas). Zweitens haben sie sich in der Vergangenheit immer
wieder für Konzepte wie eine Flat Tax (gleicher Steuersatz für
alle!) ausgesprochen und zahlreiche Sozialabbau-Vorschläge gemacht.
Drittens ist die Trennung in bösen
ausländischen "Raubtierkapitalismus" und guten österreichischen
Kapitalismus absurd. Es gibt keine "guten" oder "bösen"
KapitalistInnen - sie alle handeln nur nach den Gesetzen des
kapitalistischen Markts, der sie dazu zwingt, die Löhne zu senken
oder Stellen abzubauen. Viertens und vor allem hat diese Partei in
der Regierung von 2000 bis 2005 den Sozialabbau führend vertreten."
Wo war der Pseudo-Robin Hood HC Strache eigentlich in diesen Jahren?
Interessant also, wie eine Partei nun in Opposition gegen ihre
eigene Politik geht. Und während die möchtegern-antikapitalistischen
Anklagen der FPÖ heuchlerisch sind, so sind ihre Lösungsvorschläge
zutiefst reaktionär. Nicht die Konzerne, die tagtäglich Stellen
abbauen sind schuld an der Arbeitslosigkeit, nein, die MigrantInnen
sollen für die Krise des Kapitalismus büßen.
Klar ist aber auch, dass die sozialen Töne der Freiheitlichen bei
gleichzeitiger Unfähigkeit und Unglaubwürdigkeit der SPÖ, wenn es um
die Vertretung von ArbeiterInnen-Interessen geht, zahlreiche
WählerInnen vom rosa-roten ins blaue Lager bringen wird. Dieser
Trend ist zwar traurig, aber mittel- und längerfristig nicht
unaufhaltsam. Vorrausetzung für eine Trendwende ist jedoch eine
tatsächlich antikapitalistische Alternative. An dieser gilt es zu
arbeiten ...
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2.
Das Rote Kino ist zurück aus der Sommerpause!
Nach zwei Monaten Sommerpause gibt es im September wieder einen
Roten Kinomontag. Anlässlich der Nationalsratswahlen im Oktober
zeigen wir:
Videos aus dem Jahr 2000, welche die Bewegung gegen Schwarz/Blau
dokumentieren - kommentiert von einem Zeitzeugen ;-)
Februar 2000 wurde die erste schwarz-blaue Koalition der
österreichischen Geschichte angelobt. Nach 30 Jahren war die SPÖ
nicht mehr in der Regierung vertreten, der Bürgerblock, der bereits
seit 1983 die Mehrheit im Parlament hatte, fühlte sich erstmals
stark genug, ohne die Sozialdemokratie zu regieren. Was folgte, war
eine der größten sozialen Bewegungen, die Österreich in den letzten
Jahrzehnten gesehen hatte ...
Bereits während der Koalitionsverhandlungen waren im November 1999
70.000 gegen Schwarz-Blau auf die Straße gegangen. (Das Motto dieser
Demonstration war der auf die FPÖ gemünzte Slogan "Keine Koalition
mit dem Rassismus" - ein großes Mißverständnis, denn der Rassismus
war in Gestalt diverser SPÖ-Innenminister bereits seit Jahren Teil
der rot-schwarzen Koalition.) Am 2. Februar wurde dann die ÖVP-
Zentrale besetzt, zwei Tage später, am Tag der Angelobung, besetzten
über zehntausend Menschen den Ballhausplatz, die Regierung musste
sich durch einen Tunnel zur Angelobung schleichen.
In den folgenden Wochen waren Hunderttausende auf der Straße.
Höhepunkte waren zweifellos die Demonstration mit 250.000 Menschen
am Wiener Heldenplatz, der von der AL und der SAP
(SchülerInnenaktionsplattform) in Wien organisierte Schulstreik, an
dem sich 2/3 der Wiener OberstufenschülerInnen beteiligten, die
25.000, die am 12. Februar zum Karl-Marx-Hof marschierten oder die
legendäre stundenlange Demonstration von über 20.000 zum ORF-Zentrum
am Wiener Stadtrand. Daneben gab es zahllose Demonstrationen und
Aktionen in allen Landeshauptstädten und vielen kleineren Städten,
die - hochgerechnet auf die Bevölkerung - oft ebenso viele Menschen
auf die Straße brachten wie die Großdemonstrationen in Wien.
Anlässlich der Nationalratswahlen im Oktober wollen einen Rückblick
auf die Bewegung gegen Schwarz-Blau machen und zeigen Videos, die
die ersten Anti-Regierungs-Demonstrationen dokumentieren -
kommentiert von einem Zeitzeugen ;-)
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AL-Antifaschistische Linke
Gegen Rassismus, Sexismus, Sozialabbau!
Für Solidarität und Sozialismus!
mail: al at sozialismus.net
web: www.sozialismus.at
phon: ++43 (0) 699 817 15 915
post: AL c/o Amerlinghaus, Stiftgasse 8, A-1070 Wien
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12 Letzte Worte: Wahlkampfsplitter
Von: akin <akin.buero at gmx.at>
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akin-Pressedienst.
Aussendungszeitpunkt: Dienstag, 12. September 2006; 17:31
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Letzte Worte:
> Wahlkampfsplitter
Die SPOe, besser gesagt: ihre Jugend, hat den Datenschutz entdeckt. Unter
http://www.unterfreunden.at/ gibt es eine Liste der bisherigen Gewinner der
oesterreichischen "Big Brother Awards" seit 1999 -- da die Original-Liste
aber so lang ist, praesentierten die Nachwuchssozialdemokraten nur einen
"Auszug". Bei diesem Auszug fehlten dann halt leider auch jene sieben
Preistraeger, die der SPOe angehoeren. Die komplette Liste kann auf der
BBA-Homepage eingesehen werden. (1)
Auch die OeVP hat eine Jugend. Die lud laut "Kleiner Zeitung" zu einem
Wahlsaufgelage in Kooperation mit einem Kraeuterlikoerproduzenten in eine
Judenburger Hauptschule. Vorgesehen war bei dieser "Jaegermeister-Party"
nicht nur die Wahl zur "Miss Jaegermeister" sondern auch das Angebot, bei
Abnahme von 10 Flascherln dieses Getraenks ein Flascherl gratis zu bekommen.
Nach dem Zeitungsbericht und einem genuesslichen Protest der SPOe sagte der
jungschwarze Wahlkampftrinkerbund die Veranstaltung ab.
Apropos: Wer immer schon Schuessel in Oel sehen wollte, dem sei die Homepage
des "Standard" auf den Computerbildschirm gelegt. Dort sieht man den Kanzler
in Nachahmung metternichscher Pose und ebensolcher Kostuemierung in Oel
gemalt. (2)
Und was waere ein Herrscher ohne seinen passenden Thron? Die Gruenen
zitieren auf ihrer Homepage das "profil", das davon zu berichten wusste,
dass der Kanzler sich vor seinem Sommergespraech vom ORF den Stuhl ins Buero
zur Anprobe bringen habe lassen.
Wobei das Verhaeltnis der Gruenen zu Schuessel mittlerweile ueberhaupt
bemueht feindselig geworden sein duerfte. Auf http://wien.gruene.at/wahl war
vorletzte Woche zu lesen: "Jetzt steht es fest, am 1.Oktober 2006 wird es
die naechste Chance geben, die Schwarz-Blau-Orange Regierung abzuwaehlen und
Wolfgang Schuessel in die Pension zu schicken." Eine Anfrage unsererseits,
ob das heissen soll, dass dieses Mal alle Wiener Abgeordneten inclusive
Glawischnig und Van der Bellen gegen eine Koalition unter einem
Bundeskanzler Schuessel sein werden, blieb unbeantwortet. Was uns auch nicht
wundert, denn was haetten die Gruenen darauf auch schon ehrlich antworten
koennen. Wenigstens steht dieser Spruch nun nicht mehr an zitierter Stelle.
Allerdings gibt es noch eine zweite Moeglichkeit, diese Ansage zu
interpretieren: Dass die Gruenen eine Alleinregierung anstreben. Wenn man
"Oesterreich" vertrauen darf und dieses neue Blatt richtig zitiert (was ja
fuer Fellner-Publikationen eine Novitaet waere), meinte der Gruene
Gemeinderat Ruediger Maresch zum Projekt Lobau-Tunnel: "Wenn die Gruenen in
der Bundesregierung sitzen, werden wir die fuer den Tunnel veranschlagten
1,6 Milliarden Euro fuer soziale Projekte und fuer den Ausbau des
Schienenverkehrs verwenden." Und der Koalitionspartner, wer immer das sein
moege, wird da gar nicht gefragt? Also doch: Aut Caesar aut nihil!
*Bernhard Redl*
(1)http://www.bigbrotherawards.at/2005/Gewinner_Gallery
(2)http://images.derstandard.at/20060906/blog_2006_09_06_nr1_645.jpg
*
Kasten:
> Parteisoldat statt Wehrdienst
Am 10.9. fand am Heldenplatz das sogenannte "Erntedankfest", die baeuerliche
Wahlkampfveranstaltung der OeVP am Heldenplatz in Wien statt. Der anwesende
Kleriker, ein Herr Dompfarrer, sprach vom Danken und Denken und dem
Zusammenhang zwischen diesen beiden Taetigkeiten, die folgenden Reden der
OeVP-Politiker (Bauernbuendler, OeVP-Wien-Obmann Hahn,
Landwirtschaftsminister Proell), dankten daraufhin ueberschwenglich dem
eitlen Kanzler fuer alles, was er in den letzten Jahren verbrochen hat, und
dem lieben Gott fuer das schoene Wetter. Einer dieser OeVP-Politiker schlug
in einem geistigen Geniestreich nochmals den Bogen zurueck zu den Analysen
des Herrn Dompfarrers. In wahlentscheidender Bescheidenheit meinte er, es
genuege nicht, dem Kanzler von Haiders Gnaden zu danken, sondern man muesse
bei der Wahl am 1.10. auch denken und die richtige Partei waehlen. Der
Politkleriker auf der Buehne laechelte nickend, soviel zur parteipolitischen
Neutralitaet mancher Kleriker. Dann war Schuessels grosser Auftrittsmoment
gekommen, aber da...
... aber da wurde unmittelbar vor der Buehne von Maennern und Frauen im
zuenftigen Trachtenlook ein grosses Transparent entrollt, mit dem Text
"OeVP-PARTEISOLDAT STATT WEHRDIENST" und einem Schriftzug, der etwas dem
Autogramm von Wolfgang Schuessel aehnelte, alles untermalt vom ueblichen
OeVP-Oesterreich-Rot-Weiss-Rot. Dazu gab es mehrere Tafeln mit der
Aufschrift "Schuessel fuer Wehrdienst, dann aber auch... Wehrdienst fuer
Schuessel". Die Diskussionen mit der Bauernsecurity waren teils heftig, eine
Transparenthalterin im Dirndl legte Wert darauf, dass ihr doch von der
Buehne aus aufgetragen worden sei zu denken. Nach 5 Minuten beendete die
herbeigerufene Polizei Auftritt.
Der Hintergrund: Der Oesterreich-Patriot Schuessel, dem das Interesse
Oesterreichs ja angeblich ueber jedes Parteiinteresse geht, war nicht beim
Bundesheer. Aber nicht weil der Abfangjaegermilliardenverschleuderer in
jungen Jahren Pazifist gewesen waere, sondern der Herr Jung-OeVP-Funktionaer
"konnte" den sonst von der OeVP so propagierten (Bundesheer-)Dienst fuer die
Heimat nicht erfuellen, weil er fuer die Partei "unabkoemmlich" war. Die
Heimat musste also auf Schuessel verzichten, weil die Partei ihn dringender
brauchte als das Vaterland. Nebenbei: Mindestens 3 weitere
OeVP-Spitzenpolitiker waren nicht beim Bundesheer, diese drei so kernig und
gesund aussehenden Maenner allerdings aus "gesundheitlichen" Gruenden:
Grasser, Molterer und Bartenstein.
(Aussendung der AktivistInnen/gek.)
Anm. d. Red.: Die angefuehrten Vorwuerfe wurden in der Vergangenheit bereits
haeufiger erhoben - unseres Wissens aber bislang nie demen- oder
kommentiert...
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13 Halbe Sachen
Von: akin <akin.buero at gmx.at>
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akin-Pressedienst.
Aussendungszeitpunkt: Dienstag, 12. September 2006; 17:26
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Wahlk(r)ampf 06/Gruene/Glossen:
> Halbe Sachen
Ueber die "Gruene Grundsicherung" und andere Feigheiten
Es ist ein Krampf mit den Gruenen. Da will man sich ueber eine Ansage freuen
und wird dann gleich wieder auf den Boden der Realitaet zurueckgeworfen.
Neulich erst vernahm ich aus dem Radio einen Vorstoss der Gruenen zur
Abschaffung der lebenslangen Freiheitsstrafe. Ich war auf Anhieb begeistert
und wer mich kennt, weiss, dass ich mich nicht so schnell von etwas
begeistern lasse -- und schon gar nicht von den Gruenen. Aber die Beendigung
dieser Verdammnis-auf-ewig-Strafe zu fordern, fand ich absolut erfreulich.
Doch gleich darauf kam der Satz, dass das ja gar nicht so strikt gemeint
ist, sondern diese Strafe in Ausnahmefaelle schon auch noch verhaengt werden
koennen sollte.
Naja. Die Hoechststrafe wird ja sowieso nur in Ausnahmefaellen verhaengt und
ist nur fuer schwerste Delikte vorgesehen -- also wo ist der Fortschritt?
Ich denke mir: "Aber immerhin haben sie das Thema angesprochen!" und
versuche so, mir dieses seltene Gefuehl der Begeisterung zu bewahren. Doch
kurz darauf kommen die Verdammnisurteile der anderen Parteien und anstatt
das als Bestaetigung zu nehmen und daraus ein Wahlkampfthema zu machen, um
endlich mal ein bisserl politisches Profil zu bekommen, herrscht ploetzlich
Schweigen dazu.
Und diese Art des "Politikus Interruptus" zieht sich wie ein Strudelteig
durch gruene Stellungnahmen und Konzepte. Man erinnere sich nur an
angedeutete, aber nie kosequent durchgezogene Statements wie jene zur
Cannabis-Freigabe oder erst kuerzlich zur Migrationspolitik. Oder die
peinlichen Beschwichtigungsfaseleien, als ein Gruener aus der dritten Reihe
die Kuendigung des Konkordats forderte. Und fuer die, die sich noch erinnern
koennen, sei hier auch noch die Forderung nach einer Abschaffung ders
Bundesheeres erwaehnt. Lang istŽs her.
Auch die "Gruene Grundsicherung" ist so ein Fall. Laengst wird -- auch
angesichts des Terrors, der am AMS herrscht -- von Betroffeneninitiativen
das bedingungslose Grundeinkommen gefordert. Dies ist ein Konzept nicht nur
zur Behebung der Armut, sondern auch zum Empowerment. Denn damit faellt der
ganze Druck auf die Menschen weg, bei AMS und Sozialamt knieen zu muessen.
Die Demuetigung waere passé. Genauso faellt der Druck weg, staendig um
seinen Arbeitsplatz fuerchten zu muessen. Und ploetzlich koennten sich die
Menschen ueberlegen: "Was mache ich mit meinem Leben, damit es ein schoenes
Leben ist?" Und die "Arbeitgeber" muessten sich anstrengen und entsprechende
Loehne zahlen sowie lebensfreundliche Arbeitsbedingungen schaffen, die auch
eine oede Hacken attraktiv machen, denn die Reservearmee der Arbeitslosen
gaebe es nicht mehr.
Das Grundeinkommen waere tatsaechlich ein Konzept, die Gesellschaft zu
veraendern. Zugegeben, in den naechsten 20 Jahren wird es dafuer keine
Parlamentsmehrheit geben, aber damit dieses Konzept ueberhaupt jemals eine
Chance haette, muessten progressive und oeffentlich bekannte Politiker diese
Forderung endlich einmal aufs Tapet bringen.
Was machen die Gruenen? Sie fallen dieser Forderung mit ihrer
"Grundsicherung" in den Ruecken! Natuerlich waere diese Grundsicherung
besser als ein Stein am Schaedel und auch besser als das, was wir derzeit
haben. Aber im Prinzip ist es die gleiche Idee wie vorher: Die
Almosenbettelei bei den Sozialstellen bliebe die selbe. Es waere nur eine
klassisch sozialdemokratische Verbesserung unter Beibehaltung der
Belohnungspolitik fuer Wohlverhalten und "Arbeitswilligkeit" -- der selbe
bloede Arbeitsethos wie bei jenem autoritaeren Fluegel der Arbeiterbewegung
des 19.Jahrhunderts, aus dem die SPOe entstanden ist. Das Visionaere bleibt
dabei auf der Strecke. Gruen allein ist das Programm, Alternativen sucht man
nicht mehr. Hauptsache man ist "realistisch" und staatstragend.
Auch in diesem Fall ist klar, dass die Gruenen politische Forderungen mit
ausgehandelten Kompromissen verwechseln. Was es in der politische Landschaft
braucht, sind radikale Ansaetze, um den Menschen zu sagen: "Man kann die
Sache auch ganz anders sehen!" Das ist eine wichtige Aufgabe jener Leute,
die auch mit Hilfe vieler Linker an die Oeffentlichkeit gelangt sind, wird
aber von ihnen gar nicht wahrgenommen.
Und natuerlich ist auch klar: Wenn man in der Opposition ausgearbeitete
Kompromisspakete aufs Tapet bringt, wird man in einer Regierung diese
Forderungen gleich noch einmal abschwaechen und ausgehend von dieser
schwachen Position erst recht wieder einen Kompromiss schliessen muessen.
Uebrig bleibt von den einstmals fortschrittlichen Forderungen dann genau gar
nichts mehr.
*Bernhard Redl*
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14 Aerger garantiert / Brief der Gruenen Partei
Von: akin <akin.buero at gmx.at>
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akin-Pressedienst.
Aussendungszeitpunkt: Dienstag, 12. September 2006; 17:21
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Wahlk(r)ampf 06/Gruene:
> Aerger garantiert
Brief der Gruenen Partei
Es begab sich in den Tagen vor der Nationalratswahl 2006, dass uns folgende
Einladung ins Haus flatterte:
"Am 1.Oktober wird gewaehlt. Und ihr wollt alle moeglichst viele Stimmen auf
eure jeweilige Liste vereinen. Aber warum soll man Euch eigentlich waehlen -
trotz allem? Oder noch genauer: Warum sollen Menschen mit linken
Ueberzeugungen Euch waehlen? Wenn Ihr uns das erklaeren koennt oder wollt,
seid ihr herzlich eingeladen, fuer unser Blatt einen Beitrag zu verfassen.
Alles, was nicht ein Standardwahlkampftext ist und auch sonst nicht die
Intelligenz unserer Leser beleidigt, werden wir gerne abdrucken."*
O.K., wir wollen! Aber koennen wir auch...?
Der Anspruch, den ihr an uns stellt, ist ja ziemlich hoch: Weniger das mit
der Beleidigung der LeserInnen-Intelligenz oder das Verbot des
Standardwahlkampftextes stellt uns vor Probleme, als viel mehr das Woertchen
"sollen". Denn: definitiv Nein! Das Waehlen der Gruenen wurde bis heute noch
nicht in das Pflichtenheft der "Menschen mit linken Ueberzeugungen"
aufgenommen. Und grob teilen sich die Gruenen in drei Gruppen: In jene, bei
der das Ausfuellen der "Wahlhilfe" wahlkabine.at eine Empfehlung fuer die
SPOe ergibt, dann jene, bei der KPOe herauskommt; und schliesslich auch
jene, fast schon vernachlaessigbare Gruppe, denen von wahlkabine.at die Wahl
der Gruenen nahegelegt wird.
Oder anders gesagt: Es gibt viele Menschen, denen die Schwerpunktsetzungen
der Gruenen ausreichend Gruende zur Wahl der Gruenen bietet:
* der Umstieg auf erneuerbare Energie,
* die Steigerung der Energieeffizienz,
* die Schaffung einer gemeinsamen Schule der Sechs- bis Vierzehnjaehrigen
und die Senkung der KlassenschuelerInnenhoechstzahlen,
* mehr Geld fuer Bildung auf allen Ebenen,
* die Bindung von Foerderungen und oeffentliche Auftraege an die effektive
Umsetzung von Frauenfoerderprogrammen,
* die Schaffung einer Grundsicherung fuer alle, die sie brauchen
* und vor allem der Vergleich mit der Programmatik und politischen Praxis
der MitbewerberInnen.
Aber die Vorstellung, dass es – siehe unser Problem mit wahlkabine.at –
Menschen geben kann, die mit einer einzigen Partei in all ihren inhaltlichen
Positionen und deren politischen Praxis uebereinstimmen, waere weltfremd.
Das trifft nicht nur auf WaehlerInnen der Gruenen zu, sondern –
innerparteiliche Diskussionen bzw ihre Rezeption beweisen es – auch fuer
Mitglieder, AktivistInnen und FunktionaerInnen der Gruenen.
Auch wir muessen unsere Arbeit hinterfragen und einer kritischen Bewertung
unterziehen. Etwa an Hand der Fragen:
* Ist es sinnvoll, sich auf formalisierte Demokratie einzulassen, wenn es
doch gerade darum geht, politische Partizipation jenseits formalisierter
Rituale zu ermoeglichen?
* Koennen wir unsere individuellen politischen Positionen in den
inhaltlichen Positionen einer Partei zumindest mehrheitlich wiedererkennen?
* In wie weit unterscheidet sich die politische Praxis einer Partei von
ihrer Programmatik?
Nun, es waere wohl etwas ueberraschend, wenn wir keinen Sinn darin saehen,
sich AUCH auf Elemente formalisierter Demokratie einzulassen. Gaebe es die
Gruenen im Nationalrat nicht, so gaebe es auf der formalisierten Ebene
ueberhaupt keine Stimme gegen die verschiedenen Abstufungen rassistischer
Politikansaetze der anderen im Parlament vertretenen Parteien.
Den Zwischenruf "Gruenes Migrationsmodell" haben wir gehoert, liebe
LeserInnen. Dennoch erlaubt uns, einmal unsere Aktivitaeten auf der formalen
Ebene zur Verbesserung der Situation etwa von "sans papiers" und Menschen in
Schubhaft in der letzten Legislaturperiode grob (und damit unvollstaendig)
darzustellen. Da waere unter anderem zu nennen:
* Entschliessungsantrag 2002 betreffend des Vorschlages einer
"Legalisierungsaktion" (602/AE XXI. GP).
* Abweichende persoenliche Stellungnahme zum Fremdenrechtspaket 2005 (mit
umfangreicher Schubhaftkritik auf der Parlamentshomepage).
* Umfangreiche parlamentarische Anfrage (75 Fragen) zu den Auswirkungen des
Fremdenrechtspakets in Bezug auf Schubhaft/Abschiebung (4066/J XXII. GP).
* Entschliessungsantrag zur Ratifizierung der UNO – Konvention zum Schutz
der Rechte aller Wanderarbeitnehmer und ihrer Familienangehoerien. (763/A
XXII. GP). Enthaelt konkrete Vorschlaege fuer Verbesserungen der Rechtslage,
auch fuer Menschen ohne Aufenthaltsrecht, inklusive der Schaffung von
Regularisierungsmoeglichkeiten. Im Menschenrechtsausschuss vom Juli 2006 auf
die Tagesordnung reklamiert, mit den Regierungsstimmen vertagt.
* Entschliessungsantrag 2006 zu "Dublin – Abschiebungen". Enthaelt konkrete
Forderungen zum Thema Schubhaft und AsylwerberInnen. (363/UEA XXII. GP).
* Entschliessungsantrag 2006 zu den Fluechtlingstragoedien u.a. mit der
Forderung, Schutzbeduerftige mittels Quoten auf EU – Staaten und natuerlich
auch Oesterreich aufzuteilen.
* Drei detaillierte parlamentarische Anfragen zum Fall Ceesay (Tod eines
Schubhaeftlings in Linz) haben sich abgesehen vom Einzelfall mit den
aktuellen Problemen in der Schubhaft auseinandergesetzt. Unzaehlige
Zeitungsartikel wurden vom gruenen Klub angeleiert (z.B Profil vom
6.2.2006). Die neue und schlechte Anhalteordnung wurde massiv kritisiert.
* Eine parlamentarische Anfrage zur Vergabe der Schubhaftbetreuung im
Dezember 2005 in Tirol hat sich umfangreich mit dem Thema Schubhaftbetreuung
beschaeftigt.
Die Qualitaet dieser Arbeit kann mit Hilfe der Ordnungsnummer der Anfragen
und Beantwortungen auf der Website des Parlaments ueberprueft werden. Wir
laden dazu herzlich ein. Unsere Arbeit waere nicht denkbar gewesen ohne
Unterstuetzung durch NGOs. Aber umgekehrt profitieren auch
ausserparlamentarische AktivistInnen von unserer Arbeit. Diese Arbeit
konnten wir nur leisten, weil wir tatsaechlich im Nationalrat sitzen.
Haben die Gruenen ueber gute Arbeit im Rahmen der formalisierten Demokratie
hinaus etwas zu bieten? Wir meinen – wenig ueberraschend – ja.
Als einzige im Parlament vertretene Partei verfuegen die Gruenen ueber so
etwas wie eine Vision fuer die Zukunft dieser Gesellschaft: Eine Vision, die
ueber punktuelle Arbeit hinausgeht und auf eine Veraenderung der sozialen,
oekologischen und politischen Situation dieser Gesellschaft abzielt. Um nur
ein paar Stichworte zu nennen:
* Als einzige im Nationalrat haben die Gruenen bereits 1997 ein Modell einer
bedarfsorientierten Grundsicherung erarbeitet und praesentiert. Ein Modell,
das mit der Almosengewaehrung der gegenwaertigen Sozialhilferegelungen
bricht und Rechtsansprueche auf Existenzsicherung FUeR ALLE, DIE ES BRAUCHEN
schafft, aber auch zentrale Rahmenbedingungen nennt wie etwa einen
gesetzlichen Mindestlohn, die Schaffung einer Arbeitslosenanwaltschaft oder
die Etablierung von Unterstuetzungsangeboten im Sozial-, Bildungs- und
Gesundheitsbereich. Ausgehend von der Tatsache, dass es eine Schande ist,
dass es im fuenftreichsten Land der Welt Arrmut gibt, geht es den Gruenen
aber nicht nur um Sicherung der physischen Existenz von Menschen, sondern um
den Zugang zum gesellschaftlichen Leben fuer alle.
* Als einzige im Nationalrat vertretene Partei besetzen die Gruenen
zumindest 50% der Funktionen mit Frauen.
* Als einzige Partei haben wir konkrete Vorschlaege vorgelegt, die etwa
Foerderungen und Zugang zu oeffentlichen Ausschreibungen von
frauenpolitischen Massnahmen in Betrieben abhaengig machen.
* Als einzige Partei haben wir eine Karenzmodell vorgelegt, das auf
Erhoehung der Beteiligung von Maennern an der Betreuungsarbeit abzielt und
partnerschaftliche Aufteilung der Betreuungsarbeit sowie berufliche
Orientierung der Betreuenden belohnt.
* Als einzige im Parlament vertretene Partei fordern die Gruenen das
Wahlrecht fuer alle Menschen, die ihren Lebensmittelpunkt in Oesterreich
haben.
* Als einzige im Nationalrat vertretene Partei haben die Gruenen Konzepte
fuer einen nachhaltigen Umstieg in erneuerbare Energie.
* Als einzige im Nationalrat vertretene Partei zielen die Gruenen nicht auf
populistische Horuck-Loesungen fuer gesellschaftliche Probleme ab, sondern
legen ihren politischen Konzepten die Unteilbarkeit der Menschenrechte zu
Grunde.
Bleibt die Frage nach dem Auseinanderklaffen von politischer Programmatik
und politischem Alltagshandeln. Ja, die Gruenen streben es an, ihre
politischen Vorstellungen umzusetzen. Nicht erst in fuenfzehn oder zwanzig
Jahren, sondern ehestens. Am allerbesten jetzt! Und zweifellos hat das auch
Einfluss auf die praktische Politik einer Partei. Das zu leugnen, waere
geradezu Selbstbetrug.
Gerade die Regierungsgespraeche mit der OeVP des Jahres 2002 haben aber
gezeigt, dass die Gruenen nicht einfach eine Regierungsbeteiligung um jeden
Preis anstreben. Im Gegenteil: Es gab eben nicht nur ein oder zwei
Differenzen mit der OeVP, sondern eine grundlegende Verschiedenheit in
praktisch allen Politikbereichen. Wir haben die Konsequenz gezogen und sind
vom Verhandlungstisch aufgestanden. Und es gibt – inzwischen sind vier Jahre
ins Land gezogen, in denen sowohl SPOe wie auch OeVP Gelegenheit hatten,
ihren Zugang zur Politik unter Beweis zu stellen – keinen Grund zur Annahme,
dass die Gruenen einen "billigeren" Regierungspartner abgeben koennten. Im
Gegenteil: Die Zahl der von den Gruenen SpitzenkandidatInnen genannten
"musts" einer Koalition mit einer anderen Partei wird Tag fuer Tag laenger.
Es geht eben NICHT nur um Macht, sondern um gesellschaftliche, soziale und
politische Veraenderung. Eine Veraenderung, fuer die im Bereich der formalen
Demokratie in Oesterreich ausschliesslich die Gruenen stehen.
Klar: Linke koennen SPOe waehlen, aber sie waehlen damit Zwangsernaehrung
von Schubhaeftlingen, die Umweltorientierung der fruehen 70er, eine
paternalistische Sozialpolitik und eine Gleichstellungspolitik, die sich in
Luft aufloest, ehe sie ueber die Lippen der WahlwerberInnen kommt. Sie
waehlen eine Partei, deren Parlamentsklub trotz anderslautender Beteuerungen
auch in der naechsten Legislaturperiode zu 2/3 aus Maennern bestehen wird.
Und sie waehlen damit die grosse Koalition; wie es derzeit aussieht, unter
einem Bundeskanzler Schuessel.
Klar: Linke koennen – je nach Facon – SLP oder KPOe waehlen, aber sie
schenken ihre Stimme (abseits der Frage, wie sich etwa die KPOe in juengster
Vergangenheit gegenueber NGOs oder dem EKH verhalten hat) damit der OeVP,
die ihrem Ziel, eine Mehrheit fortschrittlicher Parteien in Oesterreich zu
verhindern, naeher kommt.
Klar: Linke muessen nicht waehlen gehen, aber Nichtwahl verlaengert das
erbaermliche Schauspiel, dass die OeVP von Schuessel ueber Bartenstein,
Gehrer bis hin zu Grasser seit sechs Jahren liefert.
Menschen mit linken Ueberzeugungen koennen auch Gruene waehlen. Und wir
koennen euch versprechen: Ihr werdet euch ueber uns aergern! Aergern, weil
wir dies oder das getan oder gesagt oder nicht getan oder nicht gesagt
haben. Ihr werdet euch aergern, weil unsere RepraesentantInnen sich weder
die proletarische Revolution auf die Fahnen heften noch den Bundeskanzler
torten, wenn er wieder einmal zu Westenthalers Deportationsphantasien
schweigt. Ihr werdet euch aergern, weil wir ein Modell fuer
ArbeitsmigrantInnen vorgelegt haben, das Oesterreich klar und deutlich als
Einwanderungsland benennt und die Situation der in Oesterreich befindlichen
Menschen ohne oesterreichische Staatsbuergerschaft deutlich verbessert, das
aber mit dem Punktemodell auch ein Element beinhaltet, dass scheinbar der
Forderung nach "offenen Grenzen" widerspricht. Und ihr werdet euch aergern,
weil wir uns fuer euren Geschmack zu sehr auf das Regelwerk der
formalisierten Institutionen der Demokratie einlassen.
All das und vieles mehr ist nicht nur Gegenstand des Aergers fuer euch,
sondern auch der staendigen inhaltlichen Debatte (ist doch eine nette
Umschreibung des Wortes Aerger, oder?) innerhalb der Gruenen. Die Gruenen
sind eine Partei des "work in progress", der staendigen inhaltlichen
Debatte, der Ueberpruefung eigener Positionen und auch eine Partei, die
Fehler eingestehen und korrigieren kann.
Wir versprechen euch nicht nur Aerger (das koennte das Wahlmotiv fuer
Menschen mit zu niedrigem Blutdruck sein), sondern vor allem die
Moeglichkeit, an der politischen Debatte bei den Gruenen teilzuhaben. Einer
politischen Debatte, die ihren Ausdruck in der politischen Praxis im
Nationalrat, in neun Landtagen und unzaehligen Gemeindevertretungen findet.
Es ist nicht der einzige Ansatz, die Welt zu veraendern, aber es ist ein
Ansatz. Und fuer diesen Ansatz bitten wir euch um Unterstuetzung; um eure
Kritik, um eure Anregungen, um eure Teilhabe an der politischen Debatte; und
am ersten Oktober etwa um eure Stimme bei der Nationalratswahl...
Reinhard Pickl-Herk
Pressesprecher der Gruenen
* Anm. d. Red.: Eingangs zitierte Einladung ging in gleicher Formulierung
auch an die SLP, die KPOe und sogar die SPOe.
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WORTE ZUM VORFALL
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15 REVOLUTION - Nach versuchten Bombenanschlag auf MJÖ-Lokal: Kein Fußbreit dem Faschismus!
Von: ASt-LFI <ast-lfi at gmx.net>
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Nach dem versuchten Bombenanschlag auf das Lokal der Muslimischen Jugend Österreichs
Kein Fußbreit dem Faschismus!
Resolution von REVOLUTION, 12. 9. 2006
Am 11.09.06 wurde vor einem Lokal der MJÖ, der Muslimischen Jugend Österreich, ein Paket mit der Botschaft „4.Juli 1926, Weimar“ aufgefunden, und von der Polizei in abgesicherter Umgebung gesprengt. Ob es sich bei dem mit Drähten und Gaskartuschen versehenem Paket um eine Bombe oder eine Attrappe handelt, wird noch untersucht.
Die Botschaft allerdings ist eindeutig: Am 4.Juli 1926 wurde in Weimar während des ersten Parteitages der NSDAP die Hitlerjugend, als nationalsozialistische Parteijugend aus dem schon bestehenden Jugendbund der NSDAP gegründet.
Ob Attrappe oder nicht, dieser Angriff stellt den dritten Versuch in einer Reihe von Einschüchterungen gegen die islamische Gemeinde dar. Es bestehen Vermutungen, dass die Täter absichtlich falsche Spuren legen und es sich um keine Neo-Nazis handle. Doch auch wenn diese eher unwahrscheinliche Theorie stimmen sollte, so lässt sich weder leugnen, dass das Misstrauen und die Feindschaft gegen den Islam im Zunehmen begriffen ist, noch dass der Rechtsextremismus immer mehr Zulauf bekommt.
Wir von REVOLUTION verurteilen zutiefst die Angriffe gegen die islamischen MigrantInnen. Sie sind Ausdruck einer rassistischen und faschistischen Ideologie und müssen bekämpft werden. Doch sind sie nicht das einzige Übel. Solche Attacken von Seiten faschistischer Gruppen dürfen nicht isoliert betrachtet werden.
In einer Zeit der instabilen bürgerlichen Herrschaft verwundert ein Schwenk nach rechts kaum. Sich verschärfende Angriffe gegen nationale beziehungsweise religiöse Minderheiten sind nicht nur auf das rechtsradikale Milieu beschränkt. Je höher die Zahl der Arbeitslosen, je unsicherer die sozialen Verhältnisse, je stärker die staatliche Repression umso schärfer auch die Sprache der bürgerlichen Parteien. „Daham statt Islam“, „Sicherheit statt Asylmissbrauch“ gehören zu den gängigsten Slogans der Wahlkampagne der FPÖ, der für die diesjährigen Nationalratswahlen sogar 9% Prozent prognostiziert werden. Ein recht hoher Prozentsatz angesichts der Spaltung in der FPÖ und der Gründung des BZÖ. Derartig offen rassistische Aussagen als Wahlwerbung, die Anklang in Teilen der Bevölkerung finden, sind ein Zeichen für wachsenden Rassismus.
Berichte, wie der „Integrationsbericht 2006“ von Ministerin Ilse Prokop, die von fehlender Anpassungswilligkeit der islamischen MigrantInnen sprechen (laut Prokops Bericht sind 45% der Muslime nicht zur Integration bereit) verschärfen dies noch.
Doch was bedeutet „Integration“ für die Herrschenden im kapitalistischen Österreich? Ein Leugnen der eigenen Kultur und des nationalen Backgrounds, Verzicht auf die Ausübung der Muttersprache in der Öffentlichkeit, Ablegen aller religiösen Symbole, und das in einem Land in dem römisch-katholischer Religionsunterricht und Schulkreuze zum Schulalltag gehören.
Das Säen rassistischer Vorurteile in der arbeitenden Bevölkerung ist ein bewusst eingesetztes Mittel der Regierung, der Herrschenden, um von den wirklichen Übeltätern dieser Gesellschaft hinwegzutäuschen. Eine wachsende Verfeindung innerhalb der Arbeiterklasse, zunehmender Rassismus erschwert die Möglichkeit einer breiten Bewegung gegen die Angriffe der Herrschenden, seien dies Sparpakete, Bildungskürzungen, oder der Abbau jeglicher Form von Sozialsystem.
Breite Teilnahme an Protesten, Streiks sind schwerer zu organisieren, wenn die Arbeiterklasse und die Jugend, sprich die Unterdrückten im Kapitalismus, gespalten sind und die Feinde in den eigenen Reihen statt in der herrschenden Klasse sehen.
Jegliche Form von Rassismus ist zu verurteilen und von den ArbeiterInnen und den Jugendlichen selbst zu bekämpfen, denn es ist kein Verlass auf die Polizei oder andere bürgerliche Institutionen. Diese dienen der herrschenden Klasse, da diese wiederum Nutzen aus diesem Rassismus zieht, ihn sogar bewusst schürt und die Solidarität der Unterdrückten zueinander schwächt. Wir müssen gemeinsam Angriffe gegen Moscheen, gegen islamische Organisationen, gegen Minderheiten allgemein abwehren – etwa in Form eines permanenten Wachdienstes durch Selbstschutzgruppen von AktivistInnen der moslemischen Gemeinde, der ArbeiterInnenbewegung und der Linken. Weiters wäre eine gemeinsame antirassistische Demonstration gegen die zunehmende Diskriminierung der Moslems und ImmigrantInnen notwendig. Ein guter Ansatzpunkt dafür wäre die Demonstration gegen Krieg und Besatzung im Nahen Osten am 30. September. Denn es ist gerade der sogenannte „Krieg gegen den Terror“, der als Vorwand für die zunehmende Hetze gegen die moslemischen Brüder und Schwestern dient. Wir schlagen daher vor, die Demonstration am 30. September auch bewußt unter das Zeichen des Kampfes gegen den Rassismus in Österreich zu stellen.
Wir dürfen uns nicht von den Lügen der herrschenden Klasse blenden lassen! Nur wenn wir vereint als Klasse der Arbeitenden und Jugendlichen gegen unsere Unterdrückung kämpfen, können wir den Rassismus an der Wurzel bekämpfen und ihn ein für alle mal auslöschen.
Für einen permanenten Wachdienst durch Selbstschutzgruppen von AktivistInnen der moslemischen Gemeinde, der ArbeiterInnenbewegung und der Linken! Demonstrieren wir am 30. September gemeinsam gegen Krieg und Besatzung im Nahen Osten und den wachsenden Rassismus gegen Moslems und ImmigrantInnen!
ONE SOLUTION - REVOLUTION!
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16 ZARA stuft den Vorfall als sehr alarmierend ein
Von: Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen <dieinitiative at gmx.at>
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ZARA stuft den Vorfall rund um die bombenverdächtige Schachtel vor dem Büro der Muslimischen Jugend Österreich (MJÖ) in Wien als sehr alarmierend ein.
http://www.zara.or.at/_doc/zara_stellungnahme_mjoe.pdf
Der Verein ZARA – Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit, der sich für die Bekämpfung aller Formen von Rassismus einsetzt, verurteilt den feigen Akt von Gewalt, der durch das Deponieren eines bombenverdächtigen Pakets mit der Aufschrift „Weimar - 04.07.1926“ vor dem Büro der Muslimischen Jugend Österreich in der Märzstraße gesetzt wurde.
In der Öffentlichkeit geführte Diskussionen bereiten seit Jahren den Boden für gewalttätige und rassistisch motivierte Akte, indem sie Fremdenfeindlichkeit und Rassismus salonfähig machen. Sprache spielt dabei eine wesentliche Rolle und wird gezielt zur Bildung von Stereotypen eingesetzt.
Der Begriff „Islamisten“ wird nicht selten als Synonym für AnhängerInnen des islamischen Glaubens verwendet, um in einer verallgemeinernden Art und Weise allen MuslimInnen Gewaltbereitschaft zu unterstellen und sie mit Terrorismus in Verbindung zu bringen. Wahlslogans wie „Wien darf nicht
Istanbul werden“ und „Freie Frau statt Kopftuchzwang“ ebenso wie die falsche Interpretation der im ai veröffentlichten Integrationsstudie durch die Innenministerin, führen zur Spaltung der Gesellschaft und fördern rassistische und islamfeindliche Tendenzen in der Bevölkerung. Alarmierend ist, dass es sich hierbei um keinen Einzelfall handelt: So kam es im letzen Jahr bereits zu Anschlägen auf eine muslimische Gebetsstätte und einen Friedhof.
ZARA fordert auch in seiner aktuellen Kampagne “clean politics“ die Bekämpfung und Sanktionierung von Rassismus in Politik und Wahlkampf. Rassismus und Ausgrenzung verhindern Chancengleichheit und das respektvolle Zusammenleben aller gesellschaftlichen Gruppen in Österreich und sind Grundlage für gewalttätige Akte gegen Organisationen, die ethnische und religiöse Minderheiten in Österreich vertreten.
ZARA ruft daher PolitikerInnen und andere MeinungsmacherInnen auf, sich aktiv an der Bekämpfung aller Formen des Rassismus zu beteiligen, in dem sie Slogans und Plakate, die Vorurteile gegen Minderheiten fördern, ebenso wie die Bedrohung der Muslimischen Jugend Österreich, aufs Schärfste verurteilen.
Wir verurteilen diesen feigen Akt der Bedrohung und wünschen der Muslimischen Jugend Österreich
weiterhin viel Erfolg bei der Durchführung ihrer Projekte und die Kraft und Energie, die die Arbeit im Integrations- und Anti-Rassismus-Bereich erfordert.
ZARA-Stellungnahme auch online als PDF unter: www.zara.or.at <http://www.zara.or.at/>
Siehe auch http://www.zara.or.at/cleanpolitics/
wird unterstützt von:
http://www.zara.or.at/cleanpolitics/wer.htm
Rückfragehinweis:
ZARA-Öffentlichkeitsarbeit
Karin Bischof
Tel.: 929 13 99-18
E-Mail: presse at zara.or.at
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PS.: ZARA-Mitglieder ermöglichen das Fortbestehen der Beratungsstelle für ZeugInnen und Opfer von Rassismus.
Karin Bischof
ZARA-Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit
Luftbadgasse 14-16
1060 Wien
Tel: ++43/1/929 13 99-18
Mobil: ++43/650/539 65 64
Fax: ++43/1/929 13 99-99
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web: www.zara.or.at <http://www.zara.or.at>
Bitte leisten Sie 6 Euro ZARA-Mitgliedsbeitrag im Monat (75 € für ein Jahr): Kto. 05211362800, BLZ 12000, BA-CA
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Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen
www.islaminitiative.at
e-mail:dieinitiative at gmx.at
für Rückfragen und Korrespondenz kontaktieren sie bitte:
Omar Al Rawi +43-650-3831942 al-rawi at gmx.at
Amina & Tarafa Baghajati +43-1-2595449 baghajati at aon.at
Mouddar Khouja +43-6991-9685096 referent at derislam.at
Andrea Saleh +43-664-4147620 frauen at derislam.at
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17 Katholische Jugend: Verabscheuungswürdiger Anschlagsversuch gegen MJÖ
Von: Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen <dieinitiative at gmx.at>
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Verabscheuungswürdiger Anschlagsversuch gegen Brüder und Schwestern
Die Katholische Jugend Österreich ist tief betroffen über den
versuchten Anschlag auf das Klublokal der Muslimischen Jugend
Österreich
http://www.ots.at/presseaussendung.php?schluessel=OTS_20060911_OTS0239&ch=panorama
Wien (OTS) - Nachdem ein verdächtiges Paket mit der Aufschrift
"Weimar - 04.07.1926" vor dem Klublokal der Muslimischen Jugend
Österreich (MJÖ) aus Sicherheitsgründen gesprengt wurde, herrscht
tiefe Betroffenheit in der Katholischen Jugend Österreich.
"Derartige Aktionen sind auf das Heftigste zu verurteilen", betont
Stefan Wurm, Vorsitzender der Katholischen Jugend Österreich. "Wir
haben die Muslimische Jugend Österreich als äußerst seriöse
Organisation kennen gelernt. Die Kooperation in der
Bundesjugendvertretung verläuft hervorragend und die Ausdehnung der
guten Zusammenarbeit auf weitere Projekte ist bereits in Planung",
fährt Wurm fort. "Leider sind solche Aktionen auch Ausdruck einer
Politik von verschiedenen Parteien, die Fremdenhass gezielt fördert
und Ängste schürt", kritisiert Wurm auf das Schärfste.
Als einen Anschlagsversuch gegen Brüder und Schwestern, bezeichnet
Peter Gebauer, Vorsitzender der Katholischen Jugend Österreich, den
Vorfall vom heutigen Tag. "Ich habe die MJÖ als wichtigen Teil der
österreichischen Gesellschaft kennen gelernt. Durch ihre 10-jährige
Arbeit hat die MJÖ dazu beigetragen, viele Vorurteile abzubauen -
Vorurteile, die derzeit von verschiedenen österreichischen Parteien
geschürt und gefördert werden. "Dies stimmt mich traurig", so Gebauer
Was die Muslimische Jugend Österreich in der Vergangenheit
geleistet hat, wurde unter anderem bei der 10-Jahres-Feier am
vergangenen Samstag im Austria Center in Wien vorgeführt. Die beiden
Vorsitzenden der Katholischen Jugend Österreich sind der Einladung
sehr gerne gefolgt und beglückwünschen - besonders in dieser
schwierigen Zeit - zu dieser äußerst gelungenen Veranstaltung mit
vielen prominenten Gästen.
"Wir bedauern diesen versuchten Anschlag zutiefst und wünschen der
Muslimischen Jugend Österreich für die Zukunft nur das Beste und viel
Erfolg für die wichtigen integrativen Projekte, die von der MJÖ
organisiert werden", so Wurm abschließend.
Rückfragehinweis:
Katholische Jugend Österreich
Stefan Wurm
Ehrenamtlicher Vorsitzender der Katholischen Jugend Österreich
www.kath-jugend.at
wurm at kath-jugend.at
0676/880111553
Peter Gebauer
Ehrenamtlicher Vorsitzender der Katholischen Jugend Österreich
www.kath-jugend.at
gebauer at kath-jugend.at
0676/880111556
*** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER
INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT ***
OTS0239 2006-09-11/19:48
111948 Sep 06
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Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen
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Liebe Brüder und Schwestern, liebe Interessierte!
Wir hoffen, dass die so an Euch zugehenden Informationen auf
Euer Interesse stoßen.
Wir versenden über den Verteiler nicht nur Neuigkeiten, die die
eigenen Aktivitäten betreffen, sondern auch Zeitungsartikel, die
im weitesten Sinn mit dem Islam und Integration zu tun haben
oder ähnliches.
Diese spiegeln natürlich nicht unbedingt unsere eigene Meinung
wieder, sind aber gut, um das Meinungsspektrum zu sichten. Wir
freuen uns über jede Rückmeldung.
Selbstverständlich kann auch alles an Freunde,Bekannte
usw.weitergemailt werden.
Für die Publikation in eigenen Homepages bitten wir jedoch um
vorherige Rücksprache.
Bitte achten Sie bei Zeitungsartikeln auf das Copyright.
Alle Inhalte dienen der persoenlichen Information.
Eine Weiterverwendung und Reproduktion ueber den
persoenlichen Gebrauch hinaus ist nicht gestattet.
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MELDUNGEN UND MEINUNGEN
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18 Flugpassagiere sicherheitshalber abgehoert
Von: "q/depesche" <depesche at quintessenz.org>
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Flugpassagiere sicherheitshalber abgehoert
q/depesche 2006-09-12T15:45:16
Flugpassagiere sicherheitshalber abgehoert
Die britische BAE-Systems ist dabei, ein System zu entwickeln, das die
Konversationen der Flugreisenden untereinander an Bord aufzeichnet und auf
Bedrohungen überprüft. Besonders die Manager und Geschäftsleute in der
Business-Class wird das beruhigen, dass die Aufzeichnungen ohnehin wieder
gelöscht werden.
-.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.-
Researchers are investigating the possibility of recording the
conversations of air passengers to further protect against security risks.
Safety of Aircraft in Future European Environment (SAFEE), an integrated
project designed to restore full confidence in the air transport industry,
is working on technology that will employ microphones and cameras that are
all linked to a central computer.
[...]
"They may appear nervous, or could be getting up while the plane is
taxiing. If someone looks as if they are praying, the microphones would be
able to tell if they were by picking up key words.
"Passengers are not being snooped on by humans, but by machines which will
process the data, which would not be stored after the flight unless there
is an incident," she added.
With the backing of Reading University, SAFEE exists to ensure "a full
secure flight from departure to arrival destination whatever the identified
threats". The project is based largely on the idea of an integrated
information management system that is "underpinned by a secure
communication system".
Mehr davon
http://news.cheapflights.co.uk/flights/2006/09/passengers_coul.html
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INTERNATIONALE SOLIDARITÄT
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17 [gipfelsoli] Heiligendamm -- Singapur
Von: gipfelsoli-l at lists.nadir.org <gipfelsoli-l at lists.nadir.org>
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Gipfelinfo - Meldungen über globalisierte Solidarität
und die Proteste gegen unsolidarische Globalisierung
------------------------------------------------------ www.gipfelsoli.org --
- G8 ist Pop!
- Land wirbt für UN-Kamapgne
- Stadt macht sich schön für Gipfel-Gäste
- IWF-Tagung in Singapur: Rigoros gegen Protest
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G8 ist Pop!
Die Vereinnahmung einer Protestbewegung
Zum G8 2005 veranstaltete Bob Geldof sein riesiges "Live8"-Spektakel und zog
allerhand Medienaufmerksamkeit auf sich. Geldof, Bono, Herbert Grönemeyer...
Noch ist offen welche Barden sich 2007 an die Spitze der
globalisierungskritischen Bewegung stellen.
In der Veranstaltung hinterfragen wir die Institutionalisierung und Spaltung der
globalisierungskritischen Bewegung. Inwieweit wird durch Popkultur-Events
"radikale" Kritik delegitimiert?
Die "Geldofisierung" fegt auf intelligente Weise die Ursachen von Armut und
Ausbeutung vom Tisch und präsentiert deren Folgen als "misslungenen
Kapitalismus" der "Dritten Welt". Schlimmer noch: den BürgerInnen wird der
Protest als Konsumprodukt zurückverkauft, indem sich der Kapitalismus der
Taktik und Codes der Bewegung bedient. Beim G8 2005 haben
Nichtregierungsorganisationen dabei gern mitgespielt. "dissent!" als radikalere
Organisierung hatte darauf keine Antwort.
Die Veranstaltung beleuchtet Live8 und Make Poverty History, den Jugendgipfel J8
und porträtiert Spielfilme die während des G8 im Fernsehen liefen. Wir geben
einen Überblick über Diskussionen und Planungen von Kultur-Events, die in der
NGO-Mobilisierung für G8 2007 eine Rolle spielen.
In der Diskussion wollen wir klären wie der hegemoniale Pop-Diskurs 2005
zustande kam und das Spektakel organisiert wurde. Wie vermeiden wir, dass
radikale Kritik und Aktion als gewalttätig und unpolitisch bagatellisiert wird,
und damit in die zugewiesene Rolle schlüpft? Wie lautet die Antwort auf Herbert
Grönemeyer?
Unplugged:
Emma Dowling (London), promoviert an der University of London, hat die
Vereinnahmung von Protestbewegungen beim G8 2005 analysiert, damals bei
"dissent!" aktiv
Mona Bricke (Berlin), G8 Projektbeauftragte bei NGO Forum Umwelt und Entwicklung
Bonn
Montag, 2. Oktober 2006
20.00 Uhr
Tante Horst, Oranienstraße 45
Hinter den Kulissen: six hills berlin, Gipfelsoli Infogruppe F.e.l.S.
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Stadt macht sich schön für Gipfel-Gäste
Die Stadtautobahn vor Warnemünde wird saniert. Das Land fördert den Straßenbau
wegen des G8-Gipfels mit 425 000 Euro.
Stadtmitte In zehn Tagen beginnt die Sanierung der Stadtautobahn zwischen
Lichtenhagen und Warnemünde. Im Frühjahr sollen die Arbeiten abgeschlossen
sein, rechtzeitig zum G8-Gipfel in Heiligendamm. Die Stadt wird "schön und
schmuck, um die Gäste aus aller Welt zu empfangen", sagte gestern Innenminister
Gottfried Timm (SPD). Kurz zuvor hatte er im Rathaus zwei Zuweisungsbescheide
übergeben. Für den Ausbau der Stadtautobahn steuert das Land 250 000 Euro bei,
die Stadt übernimmt einen Anteil in gleicher Höhe. Dafür verschwinden die
tiefen Spurrillen und Bodenwellen auf dem 1,5 Kilometer langen Teilstück. Knapp
10 000 Quadratmeter Fahrbahn werden erneuert, ebenso der angrenzende Radweg.
Etwas weniger, 175 000 Euro, gibt das Land zum Ausbau der Richard-Wagner-Straße
in Warnemünde bei. Die zentrale Straße im Ostseebad wird komplett erneuert,
erhält befestigte Parkplätze und neue Laternen. Das Geld aus Schwerin für beide
Straßenbauprojekte stammt aus Sondermitteln zur Vorbereitung das
Staatsgipfeltreffens vom 6. bis 8. Juni 2007. Obwohl in Heiligendamm getagt
wird, dürften die mehreren Zehntausend erwarteten Sicherheitskräfte,
Delegationsmitglieder, Journalisten und Demonstranten auch in Rostock für volle
Straßen sorgen.
Die Baumaßnahmen standen auch ohne Staatsbesuche auf der Dringlichkeitsliste
ganz weit oben, so Tiefbauamtsleiter Heiko Tiburtius. Durch die Sanierung spare
die Stadt langfristig "mehrere Tausend Euro", die ansonsten für laufende
Ausbesserungen nötig gewesen wären. In allerspätestens sechs Jahren wäre auf
der Stadtautobahn eine Generalreparatur unumgänglich geworden.
Eine italienische Journalistin berichtete in der Pressekonferenz von Erfahrungen
aus Genua, das 2001 den Gipfel ausrichtete. Auch dort sei vorher viel Geld
geflossen, um die Infrastruktur zu verbessern. Auf den Kosten für die
Beseitigung von Schäden sei die Stadt aber sitzen geblieben. Schwere
Ausschreitungen wie damals seien in Heiligendamm nicht zwangsläufig zu
erwarten, sagte Minister Timm. Andere G8-Treffen wie dieses Jahr in Sankt
Petersburg oder 2005 im schottischen Gleneagles seien schließlich auch
friedlich verlaufen.
[http://www.ostsee-zeitung.de]
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Land wirbt für UN-Kamapgne
MV reiht sich vor dem G8-Gipfel 2007 in Heiligendamm in eine weltweite Aktion
der Vereinten Nationen gegen Armut auf der Welt ein.
Schwerin (epd/dpa) Zum weltweiten Aktionstag gegen Armut und für die
UN-Millenniumsziele soll am 15. und 16. Oktober auch in MV ein "sichtbares
Zeichen gegen die Armut" gesetzt werden. Dazu haben gestern in Schwerin die
bisherigen drei Landtagspräsidenten aufgerufen. Auf verschiedenen
Veranstaltungen im Land sollen die acht im Jahr 2000 verabschiedeten
Entwicklungsziele verlesen und die Zuhörer anschließend gebeten werden, ihre
Unterstützung durch ein Aufstehen zu demonstrieren, sagte Hinrich Kuessner,
SPD-Landtagspräsident von 1998 bis 2002, in Schwerin.
Der Landessportbund, verschiedene Schulen sowie alle rund 450 evangelischen und
katholischen Kirchgemeinden hätten bereits ihre Teilnahme signalisiert. Bereits
ab 14. September werden in Rostock die sogenannten Millenniumstore ausgestellt,
die die von 189 Staaten unterzeichneten Ziele symbolisch darstellen sollen.
Kuessners Amtsnachfolgerin Sylvia Bretschneider (SPD) betonte, die Aktion sei
eine Möglichkeit, die Entscheidungsträger an ihre Verantwortung für die Welt zu
erinnern und die Wahrnehmung dieser Verantwortung von ihnen einzufordern. Auf
lange Sicht werde es Europa nur gut gehen, wenn es auch den Menschen außerhalb
von Europa gut gehe, unterstrich Rainer Prachtl (CDU), der dem Parlament von
1990 bis 1998 vorstand.
Nach Angaben des Deutschlandbeauftragten der UN-Millenniumskampagne "Stand up",
Renee Ernst, werden sich an dem Aktionstag weltweit mindestens 50 Länder aktiv
beteiligen. Der entscheidendste Hebel gegen Armut seien gerechte Preise im
Welthandel, sagte Ernst. Besonders im Vorfeld des G8-Gipfels in Heiligendamm
müssten die Millenniumsziele im Nordosten bekannter gemacht werden.
Nach Angaben der Wismarer SPD-Bundestagsabgeordneten Iris Hoffmann sind von
Anfang 2007 an dazu auch Aktionen in den Hansestädten zwischen Hamburg und
Greifswald geplant. Unter dem Motto "Acht Ziele in acht Hansestädten" solle auf
den Inhalt der Millenniumkampagne aufmerksam gemacht werden.
[http://www.ostsee-zeitung.de]
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IWF-Tagung in Singapur: Rigoros gegen Protest
Die reiche südostasiatische Metropole Singapur war schon immer Vorreiter was
"Law and Order" und "Null Toleranz" anbelangt. Bei den derzeit stattfindenden
einwöchigen Jahreskonferenzen des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der
Weltbank (WB) liefern die dortigen Potentaten und ihre Büttel einen neuen,
eindrucksvollen Beweis dafür. Vorbild für den G8-Gipfel 2007 in Heiligendamm?
Über die Polizeitaktik in Singapur berichtet die -Frankfurter Allgemeine
Zeitung- (www.faz.net) am 6.9.2006 in einem Artikel ihres Wirtschaftsteils.
Anfang Juni 2007 soll in Heiligendamm (Mecklenburg-Vorpommern) das nächste
Gipfeltreffen der G8 stattfinden. Die Vorbereitungen für Gegenaktionen laufen
seit Monaten. Geplant sind diverse Informationsveranstaltungen, eine
Großdemonstrationen und ein Protestcamp eines Bündnisspektrums, dass von der
radikalen Linken (bzw. allen, die sich dafür halten) über attac, Teile der PDS,
die WASG und die DGB-Jugend bis hin zu kirchlichen Gruppen und
Umweltschutzorganisationen reicht (den berühmten NGO's). Darüberhinaus kursiert
seit kurzem ein Aufruf der Antifaschistischen Linken Berlin, von Avanti (Projekt
undogmatische Linke), dem Bundesvorstand der Grünen Jugend sowie dem
Anti-AKW-Netzwerk "X-tausendmal quer" "Für massenhafte Blockaden des G8-Gipfels
2007 in Heiligendamm". Es erliegt sicherlich niemand der Illusion, dass die
Gegenseite mit ihrem Heer von "Ordnungshütern" dabei den tatenlosen Zuschauer
spielen wird. Ergo ist interessant, welche Szenarien bei Protesten gegen andere
Gipfeltreffen dieser Art gesammelt wurden und werden (z.B. Seattle, Prag, Genua,
Evian, St.Petersburg...).
Der neueste Event in diesem Bereich sind die einwöchigen Jahreskonferenzen des
Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank (WB) in Singapur. Über die
dort angewandte Polizeitaktik berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung"
(www.faz.net) am 6.9.2006 in einem Artikel ihres Wirtschaftsteils. Nun wollen
wir nicht behaupten, dass die dortigen Erfahrungen Eins zu Eins auf Deutschland
übertragbar sind, da hierzulande höchstwahrscheinlich keine "burmesischen
Söldner" zum Einsatz kommen und - anders als in Singapur - das Wegwerfen eines
Taschentuchs auf der Straße oder das Ausspucken eines Kaugummis auf den
Gehsteig noch nicht als schweres Vergehen verfolgt wird. Wer es in Singapur
wagt, Zigaretten oder Bonbonpapier auf die Straße zu werfen, zahlt 1.000
Singapur-Dollar (500 Euro) Strafe. Cola-Dosen und Tempotaschentücher, die nicht
in der Tonne landen, kosten das Doppelte. In der U-Bahn ist es - bei Strafe -
verboten zu essen oder zu trinken. ("Stern" 23.1.2006)
Dennoch denken die Herrschenden in der Regel leider etwas globaler als die Linke
und die Anti- bzw. Alternativglobalisierungsbewegung und versuchen auch aus
Entwicklungen beim Thema "Law and Order" und beim "Gipfel-Hopping" in anderen
Erdteilen zu lernen. Wer das nicht glauben mag, der sei nur daran erinnert,
dass die "Null Toleranz"-Strategie lange vor Europa in den USA ausgearbeitet
und angewandt wurde. Wobei sich der diesbezüglich berüchtigte New Yorker
Bürgermeister Rudolph Giuliani das Eine oder Andere bei eben jener Metropole
Singapur abgeschaut haben dürfte, die dieses Vorgehen nämlich schon sehr viel
länger praktiziert...
Keine Chance für Demonstranten
Singapur geht während der IWF-Tagung "rigoros, aber fair" vor
che. SINGAPUR, 5.September. Brennende Polizeiwagen, Barrikaden, Steinewerfer -
diese Bilder soll die Welt auf keinen Fall sehen, wenn der Internationale
Währungsfonds (IWF) und die Weltbank in der kommenden Woche ihre
Jahreskonferenzen in Singapur abhalten. 16.000 Delegierte, Banker und
Berichterstatter erwartet die Tropenmetropole. Dafür baut sie einen
Sicherheitsapparat auf, den es bislang bei keiner Konferenz gegeben hat. Der
Versuch der Weltbank, friedliche Demonstrationen während der Tagung in Singapur
zuzulassen, ist gescheitert. "Wir haben unsere Vorstellungen, Singapur hat seine
Gesetze", sagt Peter Stevens, der Repräsentant der Weltbank in Singapur.
Willkommen sind im Zwergstaat all die, die über die Zukunft der Weltfinanzen
diskutieren wollen. Wer protestieren oder gar die Tagungen verhindern will,
wird mit sehr harter Hand angefasst werden. Wenn er denn die Insel am Äquator
überhaupt betreten darf. "Unser Ziel ist es, im Vorfeld diejenigen
auszusortieren, die unlautere Interessen haben", heißt es bei der Polizei. Dazu
dient in erster Linie die „not-.toland-notice“. Diese staatliche Anordnung sieht
vor, dass Verdächtigen der Einlass an den Grenzstellen untersagt wird. Jeder,
der den Zöllnern suspekt scheint, fliegt mit der nächste Maschine zurück ins
Herkunftsland. Spezielle Auffanglager seien geschaffen worden, in die auch
etwaige Demonstranten gebracht werden sollen.
Singapur wendet auch während der Tagungswoche das geltende Recht an. Dies sieht
vor, dass nicht zu Reizthemen wie etwa Religion oder Rasse demonstriert werden
darf. Demonstrationen unter freiem Himmel müssen genehmigt werden. Vom IWF
zugelassene Bürgerbewegungen dürfen in einem abgetrennten Teil des
Veranstaltungszentrums protestieren.
Ausländer dürfen in geschlossenen Räumen demonstrieren, aber nur nach
polizeilicher Genehmigung, die auf der Internetseite der Polizei beantragt
werden kann. -Wir werden nicht dulden, dass sich Gruppen von Menschen bilden
und diese Gruppen immer weiter wachsen. Wir sind darauf vorbereitet, mit
Protestlern entschieden, rigoros, aber fair umzugehen-, sagt Aubeck Kam, Leiter
der Einsatzkräfte.
Hysterisch reagierte der Stadtstaat im vergangenen Sommer: Dutzende schwer
bewaffneter Schutzpolizisten wurden entsandt, um vier Menschen zum Gehen zu
bewegen. Sie standen still vor einem Regierungsgebäude, trugen aber Hemden, auf
denen sie mehr Transparenz von den Institutionen forderten.
Um das Singapurer Recht in der IWF-Woche durchzusetzen, hat der Stadtstaat 2.900
Polizisten, burmesische Söldner und reguläre Soldaten trainiert. Da ihnen
jegliche Erfahrung mit gewalttätigen Demonstranten fehlt, sind ihre Offiziere
in den vergangenen Monaten zu Brennpunkten der Protestbewegung gereist - etwa
zur Tagung der Welthandelskonferenz nach Hongkong. Dort lernten die Singapurer,
dass die polizeilichen Absperrgitter von den Demonstranten zerlegt und als
Waffen missbraucht wurden. Also konstruierte Singapur eigene, zweieinhalb Meter
hohe Gitterzäune, die so schwer sind, dass sie nicht bewegt werden können. Die
Konsequenz der Härte Singapurs könnte eine Globalisierung der Proteste werden:
Mehrere Bürgerinitiativen planen, statt in Singapur auf der ihm vorgelagerten
Insel Batam zu demonstrieren. Sie ist 45 Minuten mit der Fähre entfernt und
gehört zu Indonesien.
[http://de.indymedia.org/2006/09/156923.shtml]
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gipfelsoli infogruppe
Newsletter mit Nachrichten über Mobilisierungen, Debatten und Repression im Zusammenhang mit Gipfelprotesten.
Die AutorInnen der Beiträge, so sie nicht von uns verfasst sind, sind mit eckigen Klammern versehen.
Wir können leider keine Verantwortung für die Richtigkeit der Beiträge übernehmen. Auch geben die Beiträge
nicht zwangsläufig unsere Meinung wieder.
Mehr Infos und Texte sowie ein öffentliches Archiv des Newsletters unter www.gipfelsoli.org.
Kontakt, Kritik, Beiträge: gipfelsoli at nadir.org
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18 [kanalb.at] kanalB.at video: Sea You on G8
Von: webmaster at kanalB.org <webmaster at kanalB.org>
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titel des videoclips: Sea You on G8
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beschreibung: Im Sommer 2007 findet in Heiligendamm bei Rostock der G8-Gipfel statt. Das Hotel Kempinski gehört zur Fundusgruppe, die 90% des Ortes an sich riß.
Widerstand gegen den G8 ist Pflicht!
Sea You, on G8!
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kategorie: kurzfilm
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clipinfo: http://austria.kanalb.org/clip.php?clipId=1471
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laenge: 24 min
team: Aktion Kunterbunt
team_homebase: http://www.aktion-kunterbunt.de
erstellt: 2006-09-02
format: rm
datenmenge: 36 MB
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weitere informationen: http://www.gipfelsoli.org
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kanalB ersetzt herkoemmliches fernsehen: http://austria.kanalb.org
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19 Guatemala: 10 Jahre Friedensabkommen / ai-Bericht
Von: akin <akin.buero at gmx.at>
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akin-Pressedienst.
Aussendungszeitpunkt: Dienstag, 12. September 2006; 17:23
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Guatemala:
> 10 Jahre danach
Bodenreform und Menschenrechte lassen auf sich warten
In Guatemala ist die extrem ungerechte Verteilung des Landes ein Problem,
das immer wieder zu Landkonflikten fuehrt: 1,5 Prozent der Bevoelkerung
besitzen 2/3 des Landes. Die Landfrage ist einer der wichtigsten Gruende
fuer Menschenrechtsverletzungen in diesem Land. Darauf macht nun eine
amnesty international-Kampagne aufmerksam.
In Guatemala wurde nach 36 Konfliktjahren 1996 ein Friedensabkommen unter
Uno-Vermittlung abgeschlossen. Wesentliche Artikel darin betrafen die
Landfrage. Von diesen Vertragsartikeln ist jedoch bis heute kaum etwas
umgesetzt worden. Im Gegenteil, die Landkonflikte wurden seither durch die
Kaffeekrise (fallende Kaffeepreise auf dem Weltmarkt) sogar verschaerft.
Mehr als 180.000 KaffeearbeiterInnen haben in den letzten Jahren ihre Arbeit
verloren und waeren dringend auf Land fuer ihre Subsistenz angewiesen.
Neben dem Anspruch auf Landbesitz gibt es zwischen ArbeiterInnen und
GrossgrundbesitzerInnen viele weitere Konfliktherde wie die Verletzung der
Arbeitsrechte oder der Zugang zu Wasser. LandarbeiterInnen erhalten haeufig
die ihnen gesetzlich zustehenden Mindestloehne nicht, ihre
Arbeitsbedingungen sind miserabel und oft werden Loehne monatelang nicht
bezahlt.
Juristisch gesehen haben die ArbeiterInnen wenig Moeglichkeiten, gegen die
Ungerechtigkeiten vorzugehen. Prozesse koennen sich ueber viele Jahre
hinziehen und zum Beispiel damit enden, dass der Grossgrundbesitzer eine
symbolische Busse auferlegt bekommt, die ausstehenden Loehne jedoch nicht
bezahlen muss. .
Der guatemaltekische Praesident Oscar Berger ist selbst Grossgrundbesitzer.
Seit seiner Amtsuebernahme 2004 haben Raeumungen von besetztem Land massiv
zugenommen. Zwischen Januar und November 2004 wurden 36 Raeumungsfaelle
registriert, mehr als die Haelfte davon waren gewalttaetig. Hab und Gut der
Arbeiterfamilien wurden zerstoert und viele Menschen bei den
Zwangsraeumungen verletzt.
Der Konflikt wird verschaerft durch unvollstaendige Grundbuch-Eintraege:
haeufig ist unklar, wem ein bestimmtes Stueck Land wirklich gehoert. Die
juristische Feststellung ist in diesen Faellen kompliziert. Sie kann sich
ueber viele Jahre hinziehen und GrossgrundbesitzerInnen haben viele
Moeglichkeiten, zu ihren eigenen Gunsten Einfluss zu nehmen oder den Prozess
zu sabotieren.
Erst im letztem Jahr hat ein systematisches Grundbuch-Programm begonnen, mit
Schweizer Unterstuetzung. Bestimmungen wie die Regel, dass man zum
dokumentierten, eigenen Besitz zusaetzlich bis zu 20 Prozent
undokumentiertes Land beanspruchen kann, bevorzugen jedoch erneut die
Grossgrundbesitzer. Ausserdem leben indigene Gemeinden oft in einem System
des gemeinschaftlichen Landbesitzes ohne private Besitztitel.
Viele, die nach den Vertreibungen im Buergerkrieg zurueckgekehrt sind, haben
ihr Land von Militaer oder GrossgrundbesitzerInnen konfisziert vorgefunden.
Auch hier sind die Besitzverhaeltnisse unklar.
Ein Beispiel eines Landkonfliktes von vielen ist der Fall der Farm Maria
Lourdes, die von ArbeiterInnen besetzt wurde, nachdem ein 11-jaehriger
Prozess um ausstehende Loehne zu keiner Auszahlung gefuehrt hatte, trotz
eines Gerichturteils zugunsten der ArbeiterInnen. 2004 wurden die
ArbeiterInnen gewaltsam vertrieben, ihr Eigentum zerstoert und die
15-jaehrige Tochter eines Arbeiterfuehrers von einem (durch den Farmbesitzer
dafuer bezahlten) Angestellten des Farmbesitzers vergewaltigt. (ai/gek.)
Quelle:
http://www.amnesty.ch/de/aktiv/online-aktionen/landkonflikte-in-guatemala/
hintergrundinformationen-zu-den-landkonflikten-in-guatemala
amnesty international organisiert derzeit eine Protest-eMail-Aktion an
Praesident Oscar Berger, damit die gewaltsamen Landraeumungen auf Kosten der
indigenen Bevoelkerung aufhoeren:
http://www.amnesty.ch/de/aktiv/online-aktionen/landkonflikte-in-guatemala
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20 Singapur/Gipfel: Handverlesene NGOs fuer IWF und Weltbank
Von: akin <akin.buero at gmx.at>
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akin-Pressedienst.
Aussendungszeitpunkt: Dienstag, 12. September 2006; 17:12
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Singapur/Gipfel:
> Handverlesene NGOs fuer IWF und Weltbank
Von 16.-18. September findet in Singapur die Jahrestagung von
Internationalem Waehrungsfonds (IWF) und Weltbank statt -- unter dem Titel:
"Asia in the World, the World in Asia". Doch wird ein Teil der Welt, konkret
bestimmte NGO-Vertreter am Kommen gehindert. Natuerlich nicht durch die
veranstaltenden Organisationen, sondern durch Singapurs Regierung, die 20
Leute zu "unerwuenschten Personen" erklaerte. IWF und WB protestierten
formell, dass die bei ihrer Veranstaltung sehr wohl akkreditierten
Teilnehmer nicht nach Singapur duerften -- allerdings nicht sehr lautstark.
Auf der Liste der Unerwuenschten finden sich so zentrale Organisationen wie
Focus on the Global South (Alternativnobelpreistraeger Walden Bello), Infid
etc.
Die Behoerden Singapurs rechtfertigen diese Massnahme damit, dass man
"Stoerer" fernhalten moechte und dass dies ihrem gesetzlichen Auftrag
entspraeche. Doch das Verstaendnis von Recht und Ordnung in Singapur ist
amnesty-notorisch. Bereits vor 3 Jahren, als die Entscheidung ueber den
Tagungsort fuer 2006 fiel, protestierten NGOs erfolglos dagegen. Lidy Nacpil
von "Jubilee South": "Singapurs weitreichende Einschraenkungen von Meinungs-
und Versammlungsfreiheit sind gut bekannt. Die Toene von Schock und
Enttaeuschung von IWF und Weltbank kann man nicht ernstnehmen."
(Attac, Diverse/akin)
Quellen u.a.:
http://www.focusweb.org/content/view/1066/85/
http://www.focusweb.org/content/view/1067/85/
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21 Schweiz/Gipfel/Prozesse/Polizei: Schweizermesser-Polizisten bleiben straffrei
Von: akin <akin.buero at gmx.at>
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akin-Pressedienst.
Aussendungszeitpunkt: Dienstag, 12. September 2006; 17:18
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Schweiz/Gipfel/Prozesse/Polizei:
> Schweizermesser-Polizisten bleiben straffrei
Sieben Monate nach dem umstrittenen Freispruch der beiden Schweizer
Polizisten, die 2003 um ein Haar 2 Aktivisten getoetet hatten, wies das
Kantonalgericht Waadt letzte Woche den Revisionsantrag der AktivistInnen
Martin Shaw und Gesine Wenzel zurueck.
Die Polizisten waren am 17.2.2006 frei gesprochen worden. Sie mussten sich
fuer einen Vorfall auf der Aubonne-Bruecke verantworten, bei dem sie das
Kletterseil der beiden AktivistInnen durchtrennten und den 23m-Fall von
Martin Shaw verursachte, der knapp ueberlebte, jedoch schwere
Knochenbruechen davontrug.
Zu den Ereignissen kam es, als AktivistInnen aus Protest gegen den G8-Gipfel
in Evian eine Autobahnbruecke mittels eines Seils fuer den Autoverkehr
sperrten. Die Aktion war professionell vorbereitet, so dass die Autos vor
der Bruecke kontrolliert abbremsen konnten und es nicht zu Auffahrunfaellen
kam. Um das Abschneiden des Seils zu verhindern, haengten sich Shaw und
Wenzel an die beiden Enden. Doch diese Massnahme und auch die Warnungen an
die Polizei durch die umstehenden AktivistInnen nuetzte nichts. Einer der
Polizisten zueckte sein Schweizermesser und kappte die Leine. Wenzel konnt
nur durch die Geistesgegenwart der Aktivisten vor dem Absturz gerettet
werden. Shaw wird sein Leben lang an den Folgeschaeden leiden und ist immer
noch berufsunfaehig. (akin 17/03, 17/04, 3/05)
Gesine Wenzel: "Wir sind dafuer schuldig gesprochen worden mit unserer
Blockade-Aktion das Leben der Autofahrer auf der Bruecke gefaehrdet zu
haben. Der Polizei jedoch, die uns um ein Haar getoetet haette, waschen die
Gerichte das Blut von der Weste."
Eine Berufung vor dem Bundesgericht ist nach Schweizer Recht nicht moeglich,
der Fall ist ausjudiziert. Fuer Shaw wird es damit aber auch sehr schwer
werden, von der Regierung des Kantons Waadt Entschaedigungszahlungen fuer
seine kaputten Knochen zu erhalten.
(http://www.aubonnebridge.net / bearb.)
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22 Wahlen Berlin / Bericht Sportturnier
Von: agm <agm at agmarxismus.net>
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1) Die WASG und die Wahlen in Berlin
2) Bericht vom 2. Franz-Drexler-Sportturnier
1) D i e W A S G u n d d i e W a h l e n i n B e r l i n
In Berlin finden am 17. September die Wahlen zum Abgeordnetenhaus (=Stadtparlament) und zu den Bezirksverordnetenversammlungen statt. Aus der Sicht der radikalen Linken ist insbesondere der Antritt der WASG (Arbeit & soziale Gerechtigkeit – Die Wahlalternative) von Interesse, die verspricht, sich konsequent gegen die vom „rot-roten Senat“ (bestehend aus SPD und Linkspartei.PDS) betriebene neoliberale Sozialabbaupolitik zu stellen. Ein Antritt, den der Berliner Landesverband gegen die Bundespartei, die sich in einem Fusionsprozess mit der L.PDS befindet, mit Hilfe von bürgerlichen Gerichten durchsetzen musste. Um die Bedeutung dieses Wahlantritts realistisch einschätzen zu können, muss man/frau einen kurzen Blick auf Entstehung und Charakteristik der WASG werfen.
Die Entstehung der WASG
Die rot-grüne Regierung unter Bundeskanzler Schröder bedeutete nicht nur die Militarisierung der Außenpolitik, so dass der deutsche Imperialismus nun wieder mitbombt (etwa im NATO-Krieg gegen Jugoslawien 1999) und seine Armeen wieder weltweit zur Durchsetzung seiner Interessen einsetzt (so stehen deutsche Truppen unter anderem in Kosova/Kosovo, in Afghanistan, am Horn von Afrika, im Kongo und bald auch vor der Küste des Libanon). Vor allem wurde eine neoliberale Wirtschafts- und „Sozial“politik eingeschlagen, deren deutlichste Zeichen die „Agende 2010“ und die „Hartz-Gesetze“ (am bekanntesten „Hartz IV“) waren, scharfe Angriffe auf die ArbeiterInnenklasse, insbesondere auf Erwerbslose. Gegen diese Angriffe der Herrschenden bildete sich eine breite Widerstandsfront, deren stärkster Ausdruck die Demonstration von 100.000 Menschen in Berlin am 1. November 2003 war.
In diesem Klima begannen vor allem kleine und mittlere GewerkschaftsfunktionärInnen in der SPD darüber nachzudenken, mit Blick auf die Bundestagswahlen eine neue, „wirklich sozialdemokratische“ Partei zu gründen. Mitte März 2004 gründeten sich unabhängig von einander innerhalb von drei Tagen zwei solche Initiativen, „Arbeit & soziale Gerechtigkeit“ (ASG) und die „Wahlalternative 2006“. Letztere entstand im Norden Deutschlands aus der Dienstleistungsgesellschaft ver.di (vornehmlich aus der Abteilung Wirtschaftspolitik beim Bundesvorstand; Ralf Krämer), der Memorandumgruppe alternativer Wirtschaftswissenschafter und der Zeitschrift Sozialismus (etwa das Ex-PDS-Mitglied Joachim Bischoff) und Teilen von attac (Sabine Lösing). Die ASG wurde getragen von süddeutschen Funktionären der IG Metall (IGM), der weltweit g