widerst at nd mund: Dienstag, 10. Oktober 2006

MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst analle at no-racism.net
Di Okt 10 06:16:01 CEST 2006


widerst at nd MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst

Medieninhaberinnen & Medieninhaber seid Ihr
www.no-racism.net/mund


Dienstag, 10. Oktober 2006



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A) INHALT
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01 KPÖ/Wahlversprechen/SPÖ/Umverteilung
Von:    KPÖ-Information <info at kpoe.at>
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02 Zwischen Kotau und Opposition
Von:    Dietmar Köhler <ibd.koehler at utanet.at>
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ANKÜNDIGUNGEN UND VERANSTALTUNGEN
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03 ASt - Das Ergebnis der Nationalratswahlen 2006
Von:    ASt-LFI <ast-lfi at gmx.net>
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04 Wahlanalysen  * Veranstaltung mit Rudolf Kaske * 
     * ÖGB-Regionalkonferenz * 
Von:    Sozialistische LinksPartei <slp at slp.at>
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05 que[e]r am 11.10.: queerbeograd - film/soliabend
Von:    Rosa Antifa Wien <raw at raw.at>
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06 reminder | ERZIEHUNG UND POLITIK | REMAPPING BUSTOUR II | 11. + 14.10.06
Von:    remapping Mozart <remapping.mozart at initiative.minderheiten.at>
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07 Veranstaltungen
Von:    agm <agm at agmarxismus.net>
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08 ERZIEHUNG UND POLITIK | Vorträge | 11.10.06 | 18 Uhr
Von:    Initiative Minderheiten Newsletter
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09 Regionalkonferenz stimmt für kämpferische und demokratische
    Gewerkschaften
Von:    Sozialistische LinksPartei
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10 19.10. VERNISSAGE Roma in Albanien, Anjeza Cikopano
Von:    Zukunfts- und Kulturwerkstätte <LM.Sender at spoe.at>
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11 FI Donaustadt: Rechtsextremismus und Rechtspopulismus
Von:    Alois Reisenbichler - Stadtteilzentrum Simmering
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MELDUNGEN UND MEINUNGEN
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12 KPÖ/Energie AG/Börsegang/Privatisierung
Von:    KPÖ-Oberösterreich <ooe at kpoe.at>
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13 Nazi-Aktivitäten nehmen zu - Vorschlag für Demonstration
Von:    Sozialistische LinksPartei <slp at slp.at>
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14 Werkstatt-Rundbrief 21/2006
Von:    Werkstatt Frieden & Solidarität <office at werkstatt.or.at>
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INTERNATIONALE SOLIDARITÄT
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15 Tschetschenien: Nach Mord an Journalisten muss Putin 
   Verdacht gegen Geheimdienst ausräumen
Von:    GFBV Hans Bogenreiter <hans.bogenreiter at gfbv.at>
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16 Europas Pride-Veranstalter tagten in Madrid: 
   HOSI-Wien-Mitarbeiter Kurt Krickler in EPOA-Vorstand
Von:    Homosexuelle Initiative Wien <office at hosiwien.at>
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17 Irak / Flüchtlinge: Oberverwaltungsgericht soll 
   Christenverfolgung anerkennen!
Von:    GFBV Hans Bogenreiter
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18 Heiligendamm -- Japan
Von:    gipfelsoli-l at lists.nadir.org
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19 Uganda: Schweigen Europas gefährdet Friedensverhandlungen
Von:    GFBV Hans Bogenreiter
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B) TEXTE
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01 KPÖ/Wahlversprechen/SPÖ/Umverteilung

Von:    KPÖ-Information <info at kpoe.at>
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KPÖ-Pressedienst – Drechslergasse 42, 1140 Wien – Telefon +43 (1) 50 36 580 - 0 – Fax +43 (1) 50 36 580 - 499 - Mail info at kpoe.at –
Web www.kpoe.at - News www.kpoe.at/lpd  - Ausgabe vom 9. Oktober 2006

SPÖ zunehmend in der Zwickmühle ihrer Wahlversprechen

Wirkliche Umverteilung ist für die SPÖ ein Fremdwort

In die Zwickmühle ihrer Wahlversprechungen gerät offensichtlich SPÖ. Das zeigt sich daran, wie nach dem ersten Siegestaumel über den
unerwarteten Erfolg bei der Nationalratswahl am 1. Oktober jetzt bei den anstehenden Koalitionsverhandlungen mit der ÖVP immer
deutlicher ein Zurückrudern bei wesentlichen Ankündigungen wie Stornierung der Eurofighter, Rücknahme der Studiengebühren oder
Durchsetzung einer Grundsicherung erfolgt.

„Das ist umso auffälliger als die SPÖ weder mit einer absoluten Mehrheit noch mit einer rotgrünen Mehrheit rechnen konnte, daher
diese Ankündigungen nur zur Stimmenmaximierung in Hinblick auf leichtgläubige WählerInnen zu werten sind“, meint dazu
KPÖ-Bundessprecher Mirko Messner. Anzumerken ist dazu auch, dass die SPÖ weder jetzt noch in den vergangenen sechs Jahren
schwarzblau/oranger Regierung bemüht war in diesen Fragen für eine Durchsetzung notwendige außerparlamentarische Bewegungen zu
unterstützen.

Die Slogans von SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer „Wohlstand gerecht verteilen“ und „Mehr Fairness braucht das Land“ zeigten schon vor der
Wahl bei genauerem Hinsehen das Manko, dass damit keine wirkliche Umverteilung auf Kosten von Kapital und Vermögen verbunden war. Im
Zuge der Koalitionsverhandlungen drohen diese Ansprüche jetzt endgültig in der Mühle neoliberaler Politik verschrottet zu werden.

Angesichts des immer stärkeren Auseinanderklaffens zwischen wachsendem Reichtum für eine kleine Minderheit und zunehmender Armut für
immer mehr Menschen wird eine Umverteilung immer dringlicher. Im Gegensatz zur Sozialdemokratie hat die KPÖ mit dem Anspruch „Es ist
genug für alle da“ diese notwendige Umverteilung mit konkreten Maßnahmen verbunden: Etwa mit der Petition „Euromillionen-Vermögen
besteuern“ mit welcher verlangt wird „Vermögen von mehr als einer Million Euro sollen mit einer Vermögenssteuer von fünf Prozent,
zweckgebunden für Existenzsicherung und Armutsbekämpfung, besteuert werden.“

Darüber hinaus tritt die KPÖ für die Erhöhung des Spitzensteuersatzes, die Anhebung der Körperschaftssteuer, die Abschaffung der
Steuerprivilegien der Privatstiftungen und eine Wertschöpfungsabgabe zur Finanzierung des Sozialsystems ein: „Eine wirkliche
Umverteilung und damit verbundene konkrete steuer- und verteilungspolitische Maßnahmen sind für die SPÖ freilich schon vor der Wahl
Fremdwörter gewesen“, meint Messner abschließend.
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02 Zwischen Kotau und Opposition

Von:    Dietmar Köhler <ibd.koehler at utanet.at>
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----- Original Message ----- 
Von:Dietmar  Köhler
To:DER STANDARD
Sent: Thursday, October 05, 2006 6:06 PM
Subject: Zwischen Kotau und Opposition



Im Beitrag "Zwischen Kotau und Opposition" (DER  STANDARD v. 5.10.06) wird die VP-(Noch-)Innenministerin Liese Prokop zum  SPÖ-Vorschlag "Grundsicherung" wie folgt zitiert:
"Da würde sich ja jeder überlegen, ob es sich  überhaupt noch auszahlt, 40 Stunden zu arbeiten."
 
Es wäre schön gewesen, hätte Liese Prokop zuerst  überlegt, bevor sie derartiges von sich gibt; und zwar:
- dass eine Grundsicherung von Euro 800,- noch  immer unter der Armutsschwelle von Euro 848,- liegt,
- dass man also auch mit einer Grundsicherung nur  dann einigermassen überleben kann, wenn man einer bezahlten Beschäftigung  nachgeht,
- dass Euro 800,- für eine 40-Stunden-Woche ein  Hungerlohn sind,
- dass Haus- und Familienarbeit - obwohl für eine  funktionierende Wirtschaft unverzichtbar - gratis erledigt werden (vor allem von  Frauen!),
- dass die von "ÖVP-Granden" so gern propagierte  Christliche Soziallehre eine Grundsicherung fordert.
 
Dass Liese Prokop die Grundsicherung als  "urkommunistische Forderung" kritisiert bestätigt, dass sie sich mit dem Thema  nicht beschäftigt hat.
Das ist ihr nicht vorzuwerfen. 
Aber wie sagte schon Sophokles (um 496-406 v.  Chr.)?
"Ich zieh es vor zu schweigen, wo mir das  Verständnis fehlt."
 
Dietmar KÖHLER
 
Initiativgruppe
ARBEITSLOSIGKEIT

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ANKÜNDIGUNGEN UND VERANSTALTUNGEN
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03 ASt - Das Ergebnis der Nationalratswahlen 2006

Von:    ASt-LFI <ast-lfi at gmx.net>
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Das Ergebnis der Nationalratswahlen 2006:
Ein politischer Schlag gegen den Neoliberalismus!
Jetzt muß der nächste folgen!
 
1.            Die Nationalratswahlen endeten mit einer bitteren Niederlage für die seit sechs Jahren dominierende ÖVP und damit für die Hauptpartei der herrschenden Klasse. Sie verlor eine halbe Million Stimmen und kam mit einem Minus von 8,1% und insgesamt 34,2% Stimmenanteil nur auf Platz 2 hinter der SPÖ. Die SPÖ verlor zwar auch knapp 200.000 WählerInnen und -0,8%, doch aufgrund der hohen Verluste für die ÖVP gelang ihr mit 35,7% der Sprung auf Platz 1. Die FPÖ gewann hingegen leicht an Stimmen und +1,2% und erreichte mit 11,21% der Stimmen den 3. Platz. Die Grünen legten ebenso leicht an Stimmen und +1% zu und kamen mit 10,49% der Stimmen auf den 4. Platz. Das BZÖ scheint (vor Auszählung der Wahlkarten) mit 4,2% der Stimmen den Einzug in Parlament knapp geschafft zu haben. Die Liste von Hans Peter Martin bekam 2,83% der Stimmen und die KPÖ 1,01%. (In den Tabellen finden sich die Wahlergebnisse im Einzelnen)
2.            Die ÖVP ist traditionell die Hauptpartei der Bourgeoisie und ihrer dominierenden Fraktion – dem Monopolkapital (also den Konzernen, Banken und Großkapitalisten). Im Interessen dieser Klasse betrieb die ÖVP seit Jahren eine in Österreich beispiellose Offensive der Privatisierungen sowie des Bildungs- und Sozialabbaus. Diese Politik – gemeinhin unter dem Schlagwort „Neoliberalismus“ zusammengefaßt – entspricht den Erfordernissen der Bourgeoisie in der Periode der Globalisierung, in der diese aufgrund des Niedergangs des Kapitalismus zunehmend aggressiver und brutaler gegen die ArbeiterInnenklasse und die unterdrückten Völker vorgehen muß. (1) Das bedeutet keineswegs, daß die anderen Parteien nicht ebenfalls dem Neoliberalismus verpflichtet wären. Aber die ÖVP verkörpert und vertritt die aggressive Politik des Kapitalismus offener und ungeschminkter als alle anderen Parteien und ihre Niederlage ist daher eine politische Niederlage des Monopolkapitals und seines Neoliberalismus in Österreichs. Dementsprechend negativ bewerten die bürgerlichen Kommentatoren den Wahlausgang. Der Chef der Industriellenvereinigung Veit Sorger meinte resignativ: „es ist schade, dass eine gute Wirtschaftslage keinen Niederschlag im Wahlergebnis gefunden hat“ und der IV-Generalsekretär Markus Beyrer befand das Wahlergebnis “standortpolitisch schon ein bisschen alarmierend”. (2) „Die Presse“ – das Zentralorgan der Bourgeoisie – zitiert einen Bau-Unternehmer mit folgenden Worten, die politische Niederlage des Kapitals kurz und bündig auf den Punkt bringen: „Die hohen Verluste der ÖVP? Das Volk denkt anders als wir Unternehmer.” Der Chefredakteur der Presse, Michael Fleischhacker, kommentierte das Wahlergebnis entsetzt: „Die Österreicher haben den Stillstand gewählt“ (3)
 
Sieg der SPÖ trotz ihrer Politik
 
3.            Das Wahlergebnis ist mehr eine Niederlage der hemmungslos neoliberalen ÖVP als ein Sieg der SPÖ. Denn der Sieg der Sozialdemokratie ist weniger einer gewachsenen Unterstützung in der Bevölkerung geschuldet als den massiven Verlusten der Konservativen. Tatsächlich bekam die SPÖ 1/9 weniger Stimmen als bei den letzten Wahlen. Besonders dramatisch nehmen sich die SPÖ-Verluste in ihren klassischen Hochburgen in den Wiener Gemeindebauten aus, die Hand in Hand mit einer massiven Stärkung der Freiheitlichen (Karl-Marx-Hof: SPÖ -2,9%, FPÖ +10,6%; Reumann-Hof: SPÖ -4,1%, FPÖ +9,5%; Rennbahnweg: SPÖ -5,2%, FPÖ +10,2%; Per-Albin-Hanson-Siedlung: SPÖ -5,7%, FPÖ +11,3%; Großfeldsiedlung: SPÖ -6,5%, FPÖ +13,4%) (4)
4.            Dieses Ergebnis verwundert nicht sonderlich, wenn man sich die Politik der SPÖ-Spitze vor Augen hält. Diese tat in den vergangenen Jahren alles in ihrer Macht stehende, um die Gewerkschaften von klassenkämpferischen Aktionen abzuhalten und sich an die neoliberalen Vorgaben der Bourgeoisie anzupassen. Was man tatsächlich sehen konnte, war eine „Neoliberalisierung der SPÖ“. Unter diesem Prozeß der Neoliberalisierung verstehen wir zusammengefaßt folgendes: (5)
i)             Die voranschreitende Entfernung/Abkoppelung der Parteibürokratie von der Arbeiterbasis. Die Partei verliert zunehmend eine aktive Mitgliedschaft und das inner-parteiliche Gewicht der Gewerkschaften verringert sich zunehmend.
ii)            Die immer engere, direkte Anbindung der Partei-Bürokratie an die Großbourgeoisie in der Periode der kapitalistischen Globalisierung.
5.            Nichtsdestotrotz zeigten die Wahlen, daß angesichts einer mangelnden klassenkämpferischen Alternative nach wie vor viele ArbeiterInnen die einzige Partei wählen, die zumindest in gewissen Maß der politische Ausdruck der ArbeiterInnenbewegung ist. Nach 6 Jahren offenen und arroganten Sozialabbaus wählten viele ArbeiterInnen wieder die SPÖ als jene Kraft, der sie aufgrund ihrer traditionellen Nähe zu den Gewerkschaften eher zutrauen, mit dem kapitalistischen Raubzug Schluß zu machen. Die nach wie vor vorhandenen organischen Verbindungen zur ArbeiterInnenklasse zogen der SPÖ trotz BAWAG-Skandals den Hals aus der Schlinge. Dadurch zeigte sich einmal mehr, daß die Sozialdemokratie trotz aller Neoliberalisierung noch immer eine bürgerliche ArbeiterInnenpartei ist. Darunter verstehen wir MarxistInnen eine Partei, die eine bürgerliche Politik verfolgt und von einer bürgerliche Bürokratie beherrscht wird, deren Hauptklasse auf die sie sich stützt und mit der sie organisch verbunden ist (via Gewerkschaften etc.) die ArbeiterInnenklasse ist.
6.            Aufgrund dieser nach wie vor vorhandenen organischen Verbindungen der SPÖ zur ArbeiterInnenklasse haben wir zur kritischen Wahlunterstützung der SPÖ aufgerufen. „Nicht weil die SPÖ irgendwie sozialistisch sei. Sondern weil die klassenbewussten ArbeiterInnen (etwa die GewerkschafterInnen und BetriebsrätInnen) nach wie vor ihr Vertrauen in die SPÖ legen. Mit diesen ArbeiternInnen wollen wir gemeinsam ein Aktionsprogramm an die SPÖ-Führung richten, dass die GewerkschafterInnen als Verteidigung der Arbeiterinteressen verstehen können und gleichzeitig notwendig ist, um die Angriffe auf unsere Lebensinteressen wirksam zu stoppen. Wir treten für die Orientierung auf Massendemonstrationen, Streiks und Besetzungen ein, um Sparpakete, Pensionsreform, Privatisierung und Studiengebühren zu bekämpfen.“ (6)
7.            Eines der herausragendsten Ergebnisse der Nationalratswahl - neben der massiven Abwendung von der ÖVP – war die historisch niedrigste Wahlbeteiligung in der II. Republik. Österreichweit sank diese von 84% auf 74% und in Wien sank sie sogar auf weniger als 2/3 aller Wahlberechtigten! Dies bedeutet, daß die beiden Großparteien von nur jeweils eine Viertel der Wahlberechtigten gewählt wurden. (7) Diese Entwicklung unterstreicht eine Beobachtung, die wir vor knapp eineinhalb Jahren trafen: die zunehmende Krise des Parlamentarismus, die gegenwärtig die Herrschaftsform der Bourgeoisie darstellt:
„Damit kommen wir zu einem weiteren zentralen Problem der bürgerlichen Herrschaft in der gegenwärtigen Periode: die zunehmende Unterminierung der Legitimität der bürgerlichen Herrschaft. Um Mißverständnissen vorzubeugen: es geht nicht darum, ein massenhaftes anti-kapitalistisches Bewußtsein oder eine bewußte Ablehnung der Herrschaft der Bourgeoisie zu behaupten. Es geht darum, daß der parlamentarischen Herrschaftsform und der gesamten Politik der herrschenden Klasse ein immer größer werdendes Mißtrauen entgegen gebracht wird. Die erfolgreiche Nein-Kampagnen gegen die EU-Verfassung in Frankreich und den Niederlanden – gegen die geschlossene Front fast aller bürgerlicher und reformistischer Parteien und Medien – ist eine eindrucksvolle Bestätigung dieser Entwicklung. Ebenso drückt sich dies in einem weitverbreiteten Murren aus, daß „die Regierung sowieso macht, was sie will“, die Ablehnung der Arroganz der Schicki-Micki-Figuren (Grasser als Verkörperung dieses Typus) usw. Das Ergebnis ist eine langfristige Tendenz der sinkenden Wahlbeteiligung. Die Folgen dieser wachsenden Entfremdung der ArbeiterInnenklasse und Mittelschichten von der parlamentarischen Herrschaftsform sind nicht unmittelbar spürbar. Es ist eher ein Grollen um Untergrund, eine dumpfe Empörung, oft resignativ, manchmal rebellisch. Doch dieses Grollen ist ein wichtiger Hintergrundfaktor, der einer Empörung und Kampfbereitschaft der ArbeiterInnenklasse und Jugend im Falle einer künftigen brutalen Attacke der herrschenden Klasse einen scharfen, explosiven, ja sogar revolutionären Charakter verleihen kann.“ (8)
 
Zersplitterung des bürgerlichen Lagers
 
8.            Insgesamt zeichnet sich das Wahlergebnis durch eine Zersplitterung des bürgerlichen Lagers aus: ÖVP, BZÖ, FPÖ und Grüne. Allerdings vertreten diese Parteien unterschiedliche Varianten bürgerlicher Politik, die gegenwärtig nur schwer miteinander vereinbar sind. Dabei muß man sich zuallererst einmal vor Augen halten, daß von diesen vier bürgerlichen Parteien nur eine einzige wirklich das Vertrauen und die organische Unterstützung durch die Bourgeoisie genießt – nämlich die ÖVP. Alle anderen vertreten eine bürgerliche Politik, aber sie werden vom Großkapital nicht als „ihre“ Partei angesehen, sondern höchstens als nützlicher Koalitionspartner. Einzige Relativierung hierbei ist die Haider-Partei BZÖ in Kärnten. Die organisatorische Hauptbasis der FPÖ sind eher die Burschenschaften, beim BZÖ gibt es eine solche kaum außerhalb Kärntens (Veit Schalle war ein reines Aushängeschild und kein Zeichen einer realen Stärke im Bürgertum) und bei den Grünen sind es v.a. die linksliberalen Mittelschichten und Studenten, wie die Wahlerfolge in den Wiener Gemeindebezirken innerhalb des Gürtels unterstreichen.
9.            Die Grünen vertreten ein Programm, daß durchaus mit der ÖVP und den Anforderungen des Kapitals vereinbar ist. Ähnlich wie in Deutschland möchten sie in die Regierung – gleich ob mit der ÖVP oder der SPÖ. Doch ihre Verankerung unter den linksliberalen Mittelschichten bringt mit sich – und ist ja auch nicht zuletzt darin begründet -, daß die Grünen sich gegen die Einschränkungen für StudentInnen und Kürzung der Mittel der Universitäten aussprechen, für mehr individuelle Freiheiten statt Ausbau des Überwachungsstaates und gegen die offene rassistische Hetze gegen ImmigrantInnen. Natürlich sind die Grünen in ihrem Machthunger sehr flexibel – sprich bereit, ihre Prinzipien im Austausch für Posten und Privilegien einzutauschen. Doch unter den gegebenen Bedingungen, wo sich eine Koalition alleine mit SPÖ oder ÖVP nicht ausgeht, wäre eine Regierungsbeteiligung nur möglich gemeinsam mit – oder zumindest unter Duldung von – dem BZÖ bzw. der FPÖ. Dies ist insoferne äußerst unwahrscheinlich, da die offene Gegnerschaft gegenüber diesen beiden rassistischen Parteien zum ursächlichen Selbstverständnis der Grünen und ihrer Basis gehören. Eine Regierungsbeteiligung unter diesen Vorzeichen hätte eine massive Revolte der Parteibasis zur Folge und wäre von der Parteispitze nur schwer durchsetzbar. Es ist daher am wahrscheinlichsten, daß die Grünen in der Opposition bleiben und versuchen, ihr Profil dort zu stärken.
10.          Der relative Wahlerfolg der Freiheitlichen und insbesondere ihre Einbrüche in die Kernschichten des Proletariats zeigen, daß die FPÖ ihren Tiefpunkt überwunden hat. Sie konnte durch eine Verbindung von aggressivem Rassismus und sozialen Populismus (a la „Sozial statt Gierig und Brutal“) auf reaktionäre Weise den Unmut von Teilen des Kleinbürgertums und der ArbeiterInnenklasse gegen die Folgen des neoliberalen Raubzugs ansprechen. Die FPÖ verkörpert eine rechtspopulistische, rassistische Partei, deren organisatorischer Kaderstamm aus dem reaktionären Kleinbürgertum und Mittelschicht entstammt, gegenwärtig jedoch keine Unterstützung von nennenswerten Teilen der Bourgeoisie genießt. Zu sehr spießen sich einerseits die politischen Erfordernisse der FPÖ sich nach der existenzbedrohenden Krise im Vorjahr wieder als Oppositionskraft zu etablieren und zu wachsen (durch rassistische Hysterie gegen ImmigrantInnen, Widerstand gegen EU-Osterweiterung und Türkei-Beitritt, Anti-EU-Kurs, EU-Verfassung) und andererseits den strategischen Erfordernissen des Großkapitals. Diese taktischen Widersprüche sind grundsätzlich durchaus überwindbar (siehe den 180-Grad-Schwenk der Haider-FPÖ im Jahre 2000). Aber dieser Schwenk der Haider-FPÖ fand erst statt nachdem sich diese als starke, bürgerliche Partei mit großer Unterstützung innerhalb des Großkapitals etablierte. Davon ist die FPÖ heute weit entfernt und muß noch mindestens eine Legislaturperiode als Oppositionspartei durchlaufen.
11.          Das BZÖ – eine zutiefst reaktionäre, rassistische Kraft – ist faktisch eine Kärntner Regionalpartei auf Bundesebene. In allen Bundesländern außer der Steiermark und natürlich Kärnten bekam die ohne irgendwelche Finanzmitteln angetretene Liste Hans-Pater Martin mehr Stimmen als das im Verhältnis dazu reiche BZÖ. Das BZÖ hatte bislang vom bürgerlichen Gesichtspunkt aus eine gewisse Existenzberechtigung insoferne es jenen Teil der Freiheitlichen repräsentierte, die um jeden Preis bereit waren mit ÖVP eine Regierung zu bilden. Wenn das BZÖ nun nicht mehr in der Regierung ist – und dies ist sehr wahrscheinlich – fällt diese Rechtfertigung weg. Als rechtspopulistische, rassistische Oppositionspartei ist die FPÖ weitaus stärker und glaubwürdiger. Daher wird das BZÖ als eigenständige Kraft früher oder später verschwinden und wahrscheinlich in der einen oder anderen Form mit der FPÖ fusionieren oder spätestens bei der nächsten Wahl auf dem Misthaufen der Geschichte landen.
 
Die Kandidatur von KPÖ und SLP
 
12.          Die KPÖ konnte im Vergleich zu den letzten Nationalratswahlen 2002 sowohl Stimmen als auch Stimmenanteil steigern (von 27.568 auf 45.106 bzw. von 0,56% auf 1,01%). In ihrer Hochburg in Graz konnte die KPÖ 3,3% der Stimmen verbuchen. Diese Steigerung spiegelt zwar im Miniaturformat eine Linksentwicklung in Teilen der ArbeiterInnenklasse und der Intelligenz wieder, nichtsdestotrotz ist die KPÖ außerhalb der Steiermark ohne nennenswerte Verankerung und Mobilisierungsstärke. Sie verkommt zunehmend zu einer reinen Wahlpartei, die außerhalb der Wahlzeiten zu keinen Mobilisierungen auf der Straße oder im Betrieb willens und in der Lage ist. Nicht zufälligerweise geht dies Hand in Hand mit einer rasanten politischen Rechtsentwicklung, die sich u.a. in einer immer offeneren EU-Reformhaltung sowie einer pro-zionistischen Israel-Solidarität ausdrückt. Im Allgemeinen liegt dieser Reformkurs der Notwendigkeit zugrunde, das „kommunistische“ Programm zugunsten von Regierungsbeteiligungen der Europäischen Linkspartei und ihrer Sektionen (z.B.: Rifundazione Communista in Italien) aufzugeben. Walter Baier, als der Hauptideologe der KPÖ, hat dies in diversen Artikeln eindrucksvoll bewiesen. (9) Doch auch kleinere Funktionäre der KP-Bürokratie, wie der Kandidat zur Nationalratswahl Günther Wersching, sagen einem kämpferischen Kurs und selbst einem Lippenbekenntnis zu einer sozialen Revolution endgültig ade: „„Aber ebenso wenig sind politische, wirtschaftliche, soziale Revolutionen eine Antwort, denn sie übertragen nur die Macht in die Hände anderer und haben überdies oft genug entsetzliches Elend gebracht. Doch es gibt eine Revolution, die gar anders ist. Diese Revolution kann nicht mit Theorien beginnen, die sich am Ende als wertlos erweisen, sondern mit einer radikalen Umwandlung im Geiste selbst. (
) Nicht soziale Kämpfe, sondern die volle Entwicklung jedes Individuums schafft eine Gesellschaft von Gleichgestellten.“ (10) Umso wichtiger ist es, Kräfte links der KPÖ zu stärken und eine revolutionäre Partei aufzubauen. In den letzten Jahren sind wichtige Schritte in diese Richtung gesetzt worden. Die 1. Mai-Demonstrationen in Wien haben gezeigt, dass auch linke, radikale Kräfte fähig sind, Demonstrationen mit einer um das vielfache größeren Beteiligung zu organisieren als die KPÖ, die sich bis dato leider weigert, an diesen Demonstrationen teilzunehmen.
13.          Die SLP, die nur in Wien antrat, verlor hingegen knapp die Hälfte ihrer Stimmen (von 3.906 auf 2.136 bzw. von – im österreichweiten Schnitt – 0,08% auf 0,05%). Wie wir schon im Vorfeld der Wahl sagten, besitzt die SLP keinerlei Verankerung in der Klasse oder der Jugend und repräsentiert daher keine fortschrittliche Minderheit der Klasse. Sie bekam die Stimmen eines Teils der linken Szene sowie einiger älterer Mitmenschen, die aufgrund des Namens glaubten, eine traditionsorientierte Abspaltung der SPÖ vor sich zu haben. Ein Blick auf die Bezirksergebnisse zeigt, daß die SLP trotz jahrelanger Schwerpunktarbeit im 5. und im 20. Gemeindebezirk dort den gleichen Stimmenanteil von 0,2-0,4% bekam wie in Hietzing, Döbling, Innere Stadt und den gesamten Rest Wiens.
 
Welche Regierungskoalition kommt?
 
14.          Aufgrund des knappen Wahlausganges sind theoretisch mehrere Regierungskoalitionen möglich. Neben einer SPÖ-ÖVP-Koalition wäre auch eine Neuauflage der ÖVP-BZÖ-FPÖ-Koalition möglich sowie eine Unterstützung des BZÖ für bzw. Beteiligung an einer Regierung von ÖVP-Grüne oder SPÖ-Grüne. Den Fehler, den die meisten Kommentatoren bei der Beurteilung der möglichen Regierungskoalitionen machen, besteht darin, daß sie ausschließlich auf Arithmetik der Parlamentsmandate blicken, anstatt auch die politische Stärke der hinter den verschiedenen Parteien stehenden Klassen miteinzuberechnen.
15.          Der wesentliche Hauptunterschied zu der Situation nach den beiden letzten Wahlen besteht darin, daß die Sozialdemokratie aus den Wahlen 1999 und 2002 eindeutig als Verliererin hervorging, während damals die Parteien der offenen bürgerlichen Wende die eindeutigen Sieger waren (1999 v.a. die FPÖ und 2002 die ÖVP). Dementsprechend fühlte sich damals die Großbourgeoisie selbstbewußt als Siegerin und forcierte eine Wenderegierung. Diesmal hingegen stellen die Wahlen eine politische Abfuhr für den Neoliberalismus dar und dementsprechend sieht sich das Kapital in der Defensive. Das bedeutet natürlich in keinster Weise, daß die Bourgeoisie nun kuschelweich wird. Aber es bedeutet, daß die Bourgeoisie ihre Angriffe nicht über eine politisch instabile, brüchige Regierungskoalition fahren möchte, sondern über eine Koalition mit der SPÖ als politische Vertretung der Bürokratie in der Arbeiterbewegung.
16.          Eine Regierungskoalition von SPÖ mit Grünen und BZÖ wäre höchst riskant und instabil, da eine solche Koalition der gesamten politischen Existenzechtfertigung von SPÖ und Grünen (gegen die rassistische Hetze des BZÖ) einerseits als auch dem BZÖ anderseits („Linksruck verhindern“) widersprechen würde. Eine Koalition der ÖVP mit Grüne und BZÖ birgt die gleichen Probleme für Grüne und BZÖ in sich.
17.          Möglich wäre theoretisch eine Neuauflage der Koalition von ÖVP-BZÖ-FPÖ. Doch real ist dies wenig wahrscheinlich. Erstens würde eine solche Koalition in breiten Teilen der Bevölkerung als staatsstreichähnliches Manöver der ÖVP gegen den Wahlsieger SPÖ verstanden werden und würde daher massiven Widerstand in einem vielleicht noch stärkeren Ausmaß als 2000 provozieren. (vergessen wir nicht, daß bei den Wahlen 1999 die SPÖ die große Verliererin war). Zweitens müßte eine solche Koalition die Widersprüche zwischen den pro-EU-Kurs der ÖVP und der Anti-EU-Politik der Strache-FPÖ überbrücken und wäre somit höchst instabil. Drittens wäre eine solche Koalition auch wegen des Konflikts zwischen FPÖ und BZÖ instabil. Und viertens wäre eine solche Koalition auch im Gegensatz zu den gegenwärtigen Interessen der FPÖ, denn diese muß sich erst einmal in der Opposition konsolidieren und stärker werden, um wieder in eine Regierung zu gehen. Die gegenwärtigen Drohungen von Teilen der ÖVP sind daher eher als taktische Manöver für die Verhandlungen zu werten, um die SPÖ zu mehr Zugeständnissen zu bewegen.
18.          Aus all diesen Gründen lehnt das Großkapital eine ÖVP-BZÖ-FPÖ-Regierung ab und befürwortet eindeutig eine Große Koalition von SPÖ und ÖVP. Wirtschaftskammer und ÖVP-Wirtschaftsflügel sprechen sich klar in diesen Richtung aus, ähnlich der Präsident der Industriellenvereinigung Veit Sorger: „In einer großen Koalition, die wahrscheinlich ist, gilt es nun alle Kräfte zu bündeln. Ich warne vor Schwarz-Blau, ich glaube aber ohnehin nicht, dass die ÖVP das macht.” Nur eine solche Große Koalition kann für das Kapital den Schaden begrenzen und eine selbstbewußter gewordene ArbeiterInnenbewegung im Zaum halten. Eine Regierungskoalition von ÖVP-Grüne-BZÖ oder gar eine ÖVP-BZÖ-FPÖ wäre hingegen eine Provokation für die ArbeiterInnenbewegung und könnte eine höchst instabile Phase des offenen Klassenkampfes eröffnen.
19.          Genau hierin besteht auch ein wesentliches Kalkül des Großkapitals: Die SPÖ und damit die Gewerkschaften durch eine SPÖ-Beteiligung an der Regierung einzubinden und dadurch – so die Hoffnung der Bourgeoisie – die Gefahr von offenen Klassenkämpfe im Gefolge der politischen Niederlage der neoliberalen Raubritter an der Wahlurne zu verhindern.
 
Die Angriffslinien der Bourgeoisie, die wachsenden Klassengegensätze und die SPÖ
 
20.          Die SPÖ-Bürokratie ist natürlich mehr als willig, mit der ÖVP eine Koalition zu bilden. Damit könnte sie endlich wieder direkt an den Futtertrog der Macht kommen mit den entsprechenden Annehmlichkeiten für Posten und Privilegien. Zweitens hätte sie so gegenüber der Basis eine gute Ausrede für das Nichteinlösen diverser Wahlversprechen, da sich ja gegenüber der ÖVP als einem starken Regierungspartner eben vieles nicht durchsetzen läßt.
21.          Niemand soll sich täuschen: Die SPÖ-Bürokratie mit Gusenbauer an der Spitze wird weder „mehr Fairneß“ noch „mehr soziale Gerechtigkeit“ für die ArbeiterInnenklasse bringen. Die SPÖ hat nicht nur in den 1980er und 1990er Jahren gemeinsam mit der ÖVP zahlreiche Sparprogramme umgesetzt. Gusenbauer hat sich zudem in den vergangenen 6 Jahren immer wieder als rechts-sozialdemokratischer Spitzenpolitiker gezeigt, der sich an den neoliberalen Mainstream anpaßt. Unsere Einschätzung der SP-Spitze vom Juni 2005 hat nach wie vor Gültigkeit: „Gusenbauer ist Schröder auf der Wartebank der parlamentarischen Opposition.“ (11) Aus diesem Grund müssen wir davon ausgehen, daß die SPÖ in einer Regierungskoalition alle wesentlichen Angriffe der Bourgeoisie mittragen wird. Mehr noch: die Gusenbauer-Führung wird aufgrund der Neoliberalisierung der Sozialdemokratie wird rücksichtslos gegen jeden Widerstand seitens Teile der Partei oder der Gewerkschaften vorgehen, die ihre Koalition mit der ÖVP gefährden könnten.
22.          Wesentliche Angriffslinien der Bourgeoisie in den kommenden Jahren – und somit Forderungen an die kommende Regierung – werden vom organisierten Monopolkapital in Gestalt der Industriellenvereinigung bereits formuliert: (12)
i)             Die Schaffung eines „wettbewerbsfähiges und politisch geeintes Europa“ (z.B. Neuaufnahme der EU-Verfassung)
ii)            Weitere Steuersenkungen für Unternehmer
iii)          Privatisierungen auf Länder- und Gemeindeebene
iv)          „Großzügigere Ladenöffnungszeiten“ inklusive am Sonntag Nachmittag
v)            Schulreform (Verschärfung des Leistungsdrucks etc.)
vi)          Flexibilisierung der Arbeitszeit und des Arbeitsrechts
vii) „generelle Kündigungsmöglichkeiten von Lehrverträgen“
viii)        Selektive Zuwanderungsmöglichkeiten für beruflich hoch-qualifizierte ImmigrantInnen
ix)           „umfassende Staats- und Verwaltungsreform“
23.          Daraus ergibt sich, daß die Bourgeoisie ihre Angriffe massiv fortsetzen will und in diese Richtung die künftige Koalition massiv unter Druck setzen wird. Gleichzeitig jedoch wird sich eine mögliche Koalitionsregierung unter einem SPÖ-Bundeskanzler auch unter Druck der ArbeiterInnenbasis und der Gewerkschaften sehen. Denn sie wurde ja gerade deswegen gewählt, um Schluß zu machen mit der asozialen Wendepolitik. Genau aus diesem Grund befürchtet ja die Großbourgeoisie, daß eine Große Koalition unter SP-Führung zu einer „Reformbremse“ werden könnte, also die erforderlichen Maßnahmen des Kapitals aufgrund des Drucks der ArbeiterInnenklasse aufgeschoben oder abgemildert werden könnten.
24.          Manche Beobachter meinen, daß eine Große Koalition von SPÖ und ÖVP ähnlich stabile Verhältnisse ohne Klassenkampf wie in den 1980er und 1990er Jahren schaffen würde. Hierfür ist es jedoch erforderlich, sich die grundlegenden Veränderungen des globalen Kapitalismus und damit auch der österreichischen Klassengesellschaft vor Augen zu halten. Die 1990er Jahre haben ja gerade einen Umbruch im herrschenden Block eingeleitet, der dann mit der schwarz-blauen Wende kulminierte. In einer längeren Analyse der Entwicklung des österreichischen Kapitalismus in der jüngeren Vergangenheit beschrieben wir diesen Prozeß folgendermaßen:
„Damit hängt eine wichtige Veränderung in der österreichischen Klassengesellschaft zusammen: In der II. Republik herrschte das Finanzkapital jahrzehntelang durch die institutionelle Einbindung von städtischen Kleinbürgertum, Bauernschaft und Arbeiteraristokratie dominiert. Diese Klassenkonstellation bildete im wesentlichen die Grundlage des Systems der Sozialpartnerschaft. Aufgrund der Krisenperiode des Kapitalismus seit den 1970er Jahren, der Globalisierung und den damit zusammenhängenden Veränderungen der Physiognomie der Klassen - Rückgang des Kleinbürgertums, Angriffe auf die oberen Arbeiterschichten - wurde diesem Block die Grundlage entzogen und das System der Sozialpartnerschaft zerfiel.“ (13)
Stattdessen bildete sich eine neue Allianz heraus, gruppiert um eine gestärkte Großbourgeoisie (mit einem starkem Auslandskapitalanteil) und aufstrebende Mittelschichten. Diese Allianz ist weitaus schwächer und fragiler und daher krisenanfälliger. Um seine Macht zu konsolidieren, muß dieser Block permanent angreifen, den Klassengegner spalten und kurzfristige Bündnisse bilden.
25.          Mit anderen Worten: Auch wenn die Große Koalition scheinbar kurzfristig stabiler als alle andere Koalitionsmöglichkeiten erscheint, so wird sie letztendlich umso direkter von innen heraus unter dem Druck der Klassengegensätze stehen. Instabilitäten und mögliche Regierungskrisen sind daher nicht nur möglich, sondern sogar wahrscheinlich. Sie ist eine Sandwich-Regierung, die sowohl von oben als auch von unten unter Druck kommen wird.
26.          Daraus ergeben sich natürlich diverse Möglichkeiten für taktische Manöver. So könnte die ÖVP ab einem bestimmten Zeitpunkt versuchen, die Koalition platzen zu lassen und vorgezogene Neuwahlen zu erzwingen, in der Hoffnung dadurch die Schmach des 1. Oktobers wieder wettzumachen. (Schüssel probierte dies bereits einmal 1995, ein Jahr nach der Nationalratswahl, fuhr dabei jedoch eine gehörige Niederlage ein.)
 
Die Aufgabe der marxistischen RevolutionärInnen
 
27.          Die zentrale Aufgabe für marxistische RevolutionärInnen besteht darin, eine politische Strategie gegen die kommende Angriffswelle zu entwickeln. Dabei geht es darum, sowohl Antworten für den konkreten Abwehrkämpfe zu geben als auch eine Perspektive für eine politische Alternative zur SPÖ aufzuzeigen.
28.          Ein allererster Schritt könnte darin bestehen, das Gewerkschaften, Jugendorganisationen u.a. durch eine Demonstration vor der SPÖ-Zentrale und organisierten Druck von der Basis aus Druck auf die Bürokratie ausüben, keine Koalition mit einer bürgerlichen Partei einzugehen. Der FSG-Vertreter im Verhandlungsteam, Haberzettel, darf seine Unterschrift nicht unter ein Koalitionsabkommen setzen, bei dem es Sozialabbau und Eurofighter gibt. Die Macht darf die SPÖ nur dann ausüben, wenn sie die Alleinregierung übernimmt – zwar ohne parlamentarische Mehrheit aber gestützt auf breite, kämpferische Mobilisierungen in den Betrieben und auf der Straße. Eine solche Regierung müßte umgehend alle Sozial- und Bildungsabbaumaßnahmen sowie die Privatisierungen der Vergangenheit zurücknehmen und ein Programm der Verstaatlichung des Großkapitals in Industrie, Handel und Bankensektor angehen – unter Kontrolle der Lohnabhängigen.
29.          Es liegt auf der Hand, daß die SPÖ-Bürokratie über unzählige Posten, Privilegien und Karrieremöglichkeiten unauflöslich an das kapitalistische System gebunden ist. Eine Politik der Konfrontation mit der Hand, die sie füttert, wird sie daher niemals eingehen. Umso wichtiger ist es jedoch, gemeinsam mit jenen ArbeiterInnen, GewerkschafterInnen und Jugendlichen, die in die SPÖ eine gewisse Erwartungshaltung setzen, aktive Schritte zu setzen, um die Parteibürokratie unter Druck zu setzen, dadurch die Basis organisieren und schließlich einen Bruch von Teilen der Basis mit der Führung einzuleiten. Ein weitere wichtige Schnittstelle, wo der Bruch zwischen den Interessen der ArbeiterInnenbasis – vermittelt über die Gewerkschaftsbürokratie – und die Gusenbauer-Führung vorangetrieben werden könnte, ist der bevorstehende ÖGB-Kongreß im Jänner 2007.
30.          Genauso wichtig ist es, das enorm angewachsene Interesse unter vielen ArbeiterInnen, ImmigrantInnen und Jugendlichen an der politischen Zukunft nach dem Ende der Wende zu nützen. In Betrieben und in Schulen gilt es nun, Diskussionen zu organisieren und Aktionen gegen die bevorstehenden Angriffe vorzubereiten.
31.          Gleichzeitig gilt es den Kampf gegen die rassistischen Hetzer aufzunehmen. Die Lösung lautet nicht, mehr Toleranz-Unterricht in den Medien und Schulen, sondern gemeinsamer Widerstand von ArbeiterInnen und Jugendlichen egal welcher Herkunft und Hautfarbe gegen Sozial- und Bildungsabbau und Rassisten.
32.          Bei all diesen Gelegenheiten sollten klassenbewußte ArbeiterInnen und AktivistInnen folgende zentrale Forderungen aufstellen:
* Nein zu jeder Form des Sozialabbaus, des Angriffs auf den Kollektivvertrag, der Arbeitszeitregelungen, der Angriffe auf die Bildung, keine Weiterführung des skandalösen Euro-Fighter-Vertrages!
* Nein zur Diskriminierung und Unterdrückung von ImmigrantInnen! Keine Unterstützung in welcher Form auch immer für den imperialistischen Krieg und die Kriegstreiber USA und Israel! Keine Sanktionen gegen den Iran sondern gegen Israel!
* Zwingt die SPÖ-Führung solchen Forderungen der ÖVP nicht zuzustimmen und keine Koalition mit den Konservativen einzugehen!
* Organisieren wir Massendemonstrationen und –streiks in den Betrieben, Schulen und Universitäten, um die geplanten Angriffe zu verhindern! Zwingen wir die offiziellen Führungen in Gewerkschaft, LandesschülerInnenvertretung und ÖH, den Widerstand zu organisieren! Organisieren wir uns an der Basis in Aktionskomitees um die Spitzen zu kontrollieren und den Kampf notfalls auch ohne sie führen zu können.
33.          Wir wissen aus der Erfahrung der letzten Jahrzehnte, daß die SPÖ von einer Bürokratie beherrscht wird, die unauflöslich an das kapitalistische System gebunden ist und ohne dieses genausowenig überleben kann wie ein Parasit ohne seinen Wirt. Die Gewerkschaften und Jugendverbände dürfen sich daher nicht länger an die sozialdemokratische Bürokratie binden. Es ist höchste Zeit, mit diesen neoliberalen Vollstreckern in den Reihen der ArbeiterInnenbewegung zu brechen und eine neue ArbeiterInnenpartei aufzubauen, die durch keine Posten und Privilegien mit dem Kapitalismus verbunden ist und konsequent gegen die Angriffe kämpft. In einer solchen ArbeiterInnenpartei würden alle Funktionäre nicht mehr als einen Facharbeiterlohn erhalten. Eine solche ArbeiterInnenpartei dürfte nicht der Illusion eines sozial abgefederten Kapitalismus nachlaufen, sondern müßte für die revolutionäre Überwindung des Kapitalismus und den Aufbau einer sozialistischen, direkt-demokratischen Gesellschaft kämpfen.
34.          Der ArbeiterInnenstandpunkt tritt für eine revolutionäre Strategie ein. Wir treten für den Aufbau einer neuen ArbeiterInnenpartei in Österreich und international ein, die für den konsequenten Klassenkampf, für den Revolution, für den Sozialismus steht und gegen alle Feinde der ArbeiterInnenklasse kämpft. Natürlich ist dies keine leichte Aufgabe und unser Weg erfordert Durchhaltevermögen. Doch wer den bequemen Weg sucht, befindet sich rasch in der zweifelhaften Gesellschaft ehemaliger Linker, heutiger Renegaten und zukünftiger Karrieristen. Sicherlich stehen wir einer Bürokratie gegenüber, die der herrschenden Klasse dient und die über einen gewaltigen, finanziell gut gepolsterten Funktionärsapparat verfügt. Aber gleichzeitig haben wir in den vergangenen Jahren bei den Antikriegsprotesten, bei den Streiks gegen den Pensionsraub im Jahre 2003, den Schulstreiks gegen den Bildungsklau oder bei den großen Anti-Bush-Demonstrationen am 21. Juni 2006 gesehen, daß die Bereitschaft zum Widerstand vorhanden ist. Der Unmut und der Wille zum Widerstand existiert, wenn, ja wenn! sich nur die Kräfte finden, diese Bereitschaft zu organisieren und in die Schlacht gegen die neoliberalen Raubritter und Rassisten zu führen. ArbeiterInnenstandpunkt und die Jugendorganisation REVOLUTION haben in der Vergangenheit – zuletzt bei den Anti-Bush-Demonstrationen – gemeinsam mit anderen Organisationen im kleinen Maßstab gezeigt, daß es mit einer richtigen Strategie, einer ernsthaften Herangehensweise und revolutionärer Entschlossenheit möglich ist, breite Widerstandsaktionen zu organisieren. Und genau eine solche Perspektive der Aktionen und des Aufbaus einer neuen ArbeiterInnenpartei in Österreich und international brauchen wir auch jetzt. Für dieses Ziel wollen wir vom ArbeiterInnenstandpunkt mit allen ernsthaften Kräften zusammenarbeiten. Wer sich nicht aufs Abwarten, aufs Beobachten, aufs Zögern und Zaudern beschränken will, sondern den Kampf für eine Zukunft ohne Kapitalismus und Krieg aufnehmen möchte, soll den Worten Taten folgen lassen und mit uns gemeinsam für diese Ziele arbeiten.
 
* Für den Aufbau einer neuen ArbeiterInnenpartei!
* Für die 5. Internationale!
 
Stellungnahme des Politischen Büros des ArbeiterInnenstandpunkt, 6. Oktober 2006
 
Fußnoten
 
(1) Eine ausführlichere Analyse des österreichischen Kapitalismus und der Bürgerblock-Regierung findet sich in: Michael Pröbsting: Vier Jahre Bürgerblock: Kapitalismus und Klassenkampf in Österreich; in: Revolutionärer Marxismus (Theoretisches Journal der Liga für die Fünfte Internationale) Nr. 34 (2004) sowie ArbeiterInnenstandpunkt: Die ÖVP/BZÖ/FPÖ-Regierung wackelt: Ein Zeichen der instabilen bürgerlichen Herrschaft. Thesen zur innenpolitischen Situation und der Strategie marxistischer RevolutionärInnen; (Juni 2005), S. 8; Siehe auch auf unserer Homepage http://arbeiterinnenstandpunkt.net/phpwcms/index.php?id=0,146,0,0,1,0
(2) Siehe: Veit Sorger: IV “beobachtet”, http://www.iv-net.at/open/all/beitrag.php?id=625, 03.10.2006 bzw. NR-Wahl: Positives nicht honoriert, http://www.iv-net.at/open/all/beitrag.php?id=624, 02.10.2006
(3) Die Presse, 2. 10. 2006, S. 1 bzw. 14
(4) Profil, 2. 10. 2006, S. 27
(5) ArbeiterInnenstandpunkt: Thesen zum Verhältnis ÖGB-SPÖ und der Anwendung der Taktik der Neuen Arbeiterpartei in Österreich; Resolution des Politischen Büro des ArbeiterInnenstandpunkt, 29. August 2006, veröffentlicht in ArbeiterInnenstandpunkt, Zeitung Nr. 145, September 2006; siehe auch http://arbeiterinnenstandpunkt.net/phpwcms/index.php?id=0,140,0,0,1,0
(6) Siehe dazu auch den Artikel von Martin Seelos: Das Ende der siamesischen Zwillinge? Die Nationalratswahlen 2006 und der Konflikt zwischen SPÖ und ÖGB; in: ArbeiterInnenstandpunkt, Zeitung Nr. 145, September 2006
(7) Wenn man die nicht-wahlberechtigten ImmigrantInnen (ca. 400.000 Menschen) dazuzählt, wird der Anteil der Großparteien an der erwachsenen Bevölkerung in Österreich noch geringer.
(8) ArbeiterInnenstandpunkt: Die ÖVP/BZÖ/FPÖ-Regierung wackelt: Ein Zeichen der instabilen bürgerlichen Herrschaft. Thesen zur innenpolitischen Situation und der Strategie marxistischer RevolutionärInnen; (Juni 2005), S. 8; Siehe auch auf unserer Homepage http://arbeiterinnenstandpunkt.net/phpwcms/index.php?id=0,146,0,0,1,0
(9) Walter Baier: Sozialismus - Feminismus - Pazifismus - Freiheit. Vier Grundwerte eines neuen Kommunismus. http://kpoe.at/bund/NRW/visionen.html; Eine ausführlichere Kritik der Standpunkte von Baier und der KPÖ finden sich u.a. in Roman Birke: Marxismus, Pazifismus und Reformismus; in: ArbeiterInnenstandpunkt, Zeitung Nr. 145, September 2006
(10) Günther Wersching (KPÖ): Eine Gesellschaft von Gleichgestellten 20. 8. 2006, http://rotpunkt.kpoe.at/news/article.php?story=20060820180227358
(11) ArbeiterInnenstandpunkt: Die ÖVP/BZÖ/FPÖ-Regierung wackelt: Ein Zeichen der instabilen bürgerlichen Herrschaft. Thesen zur innenpolitischen Situation und der Strategie marxistischer RevolutionärInnen; (Juni 2005), S. 10; Siehe auch auf unserer Homepage http://arbeiterinnenstandpunkt.net/phpwcms/index.php?id=0,146,0,0,1,0
(12) Siehe IV stellt Maßnahmenprogramm für neue Bundesregierung vor 14.09.2006 http://www.iv-net.at/open/all/beitrag_ms.php?id=533&PHPSESSID=405f2d9f30e62cba4646b1edfcab8bb3 sowie „INDUSTRIELAND ÖSTERREICH. Das Maßnahmenprogramm der Industriellenvereinigung für die Legislaturperiode 2006 bis 2010“
(13) Michael Pröbsting: Vier Jahre Bürgerblock: Kapitalismus und Klassenkampf in Österreich; in: Revolutionärer Marxismus (Theoretisches Journal der Liga für die Fünfte Internationale) Nr. 34 (2004) S. 82
 


Anhang
 
Tabelle 1: Vorläufiges Endergebnis der Nationalratswahl 2006
 
                                Nationalratswahlen 2006                            Nationalratswahlen 2002
Anteil an Stimmen         Anzahl der Stimmen     Anteil an Stimmen         Anzahl der Stimmen
 
ÖVP                      34,22%                                 1.523.143                             42,30%                                 2.076.833
SPÖ                       35,71%                                 1.589.126                             36,51%                                 1.792.499
FPÖ                      11,21%                                 499.113                                10,01%                                 491.328
GRÜNE               10,49%                                 466.844                               9,47%                                   464.980
BZÖ                      4,20%                                   186.794
KPÖ                      1,01%                                   45.106                                  0,56%                                   27.568
MATIN               2,83%                                   125.904
SLP                       0,05%                                   2.136                                    0,08%                                   3.906
 
Wahlberechtigt                                                               6.107.851                                                                            5.912.592
abgegebene Stimmen                                  4.533.500                                                                            4.982.261
gültige Stimmen                                             4.450.629                                                                           4.909.645
Wahlbeteiligung                                            74,22%                                                                                84,27%
 
 
 
Tabelle 2: Vorläufiges Endergebnis der Nationalratswahl 2006 (Wien)
 
                               Nationalratswahlen 2006                            Nationalratswahlen 2002
Anteil an Stimmen         Anzahl der Stimmen     Anteil an Stimmen         Anzahl der Stimmen
 
ÖVP                      20,81%                                 151.479                                30,65%                                 261.496
SPÖ                      41,77%                                 304.021                                43,77%                                 373.436
FPÖ                      14,36%                                 104.499                                7,97%                                   67.975
GRÜNE               17,05%                                 124.112                                15,14%                                 129.141
BZÖ                      1,86%                                   13.512
KPÖ                      1,25%                                   9.110                                    0,61%                                   5.197
MATIN               2,22%                                   16.156
SLP                       0,29%                                   2.136                                    0,46%                                   3.906
 
Wahlberechtigt                                                               1.130.346                                                                            1.110.321
abgegebene Stimmen                                  736.539                                                                               861.638
gültige Stimmen                                             727.818                                                                               853.242
Wahlbeteiligung                                            65,16%                                                                                77,60%
 
 
Tabelle 3: Vorläufige Mandatsverteilung im Parlament (bei insgesamt 183 Mandaten)
 
SPÖ: 68
ÖVP: 66
FPÖ: 21
Grüne: 20
BZÖ: 8
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04 Wahlanalysen  * Veranstaltung mit Rudolf Kaske * ÖGB-Regionalkonferenz * Interview mit 
Von:    Sozialistische LinksPartei <slp at slp.at>
Files:   Part_01.txt, Part_02.txt
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Eine Information der Sozialistischen LinksPartei SLP
* Wahlanalysen
* Veranstaltung mit Rudolf Kaske
* ÖGB-Regionalkonferenz stimmt für kämpferische und demokratische
Gewerkschaften
* Interview mit AUA-Betriebsrat
* Die neue SLP-Wien-Ortsgruppen

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        * Wahlanalysen
Analysen zum Ausgang der Nationalratswahl und dem Abschneiden der SLP
finden sich unter:
- Gusenbauer auf Kreiskys Spuren?
http://slp.at/index.php/artikel+M5768cd3da7d/
- Schüssel-Regierung abgewählt
http://slp.at/index.php/artikel+M542956480cc/
- Linke muss Chance besser nutzen
http://slp.at/index.php/artikel+M5059047f164/
- Schüssel&Roy
http://slp.at/index.php/artikel+M57988074191/
- Nationalratswahlen in Österreich
http://slp.at/index.php/artikel+M5d50aaf435f/

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        * Veranstaltung mit Rudolf Kaske
ÖGB-Krise und neue Regierung: Was will die Gewerkschaft und wie will sie
es erreichen?
Eine Veranstaltung mit Rudolf Kaske
    *  Vorsitzender der Gewerkschaft HGPD
    * Mitglied des ÖGB-Bundesvorstandes
    * Mitglied der FSG
    * Bawag Vizepräsident

Am Dienstag den 24.10. um 19:00
"Piwnica", Wien 20.; Jägerstraße 38
Eine Veranstaltung der Plattform für kämpferische und demokratische
Gewerkschaften

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        * ÖGB-Regionalkonferenz stimmt für kämpferische und demokratische
Gewerkschaften
Bei der Regionalkonferenz des ÖGB am 5.10. in Wien haben Mitglieder das
Konzept über den Haufen geworfen und einen Antrag für kämpferische und
demokratische Gewerkschaften eingebracht und abgestimmt. Der Antrag
wurde angenommen.
Mehr unter: http://slp.at/index.php/artikel+M52d6b7efa33/

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        * Wieder Streik bei der AUA? - Interview mit Bord-Betriebsrat Markus
Rummler
http://slp.at/index.php/artikel+M56d4d737c7e/

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        * Die neue SLP-Wien-Ortsgruppen
ab 9.10. gibt es in Wien ein Jugendtreffen der SLP und drei
Regionalortsgruppen. Interessierte sind herzlich eingeladen.
Regelmäßige Treffpunkte unter http://slp.at/index.php/58/
Veranstaltungen unter http://slp.at/index.php/termine/


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05 que[e]r am 11.10.: queerbeograd - film/soliabend

Von:    Rosa Antifa Wien <raw at raw.at>
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Achtung: Neue Location!
Wipplingerstrasse 23 / 1010 Wien (die Stiegen hinunter)
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Mittwoch 11. Oktober: 

queerbeograd - film/soliabend 

Am 12. Oktober beginnt - bereits im dritten Jahr in Folge -
QueerBeograd. Drei Tage lang wird in Performances, in Workshops, in
Filmen, in Aktionen und auf Partys queeren Politiken nachgegangen. 

Als Reaktion auf die gewaltaetigen homophoben Angriffe auf die ŽPride
Parade¡ von Seiten der serbischen Bevoelkerung im Jahre 2001 und der aus
Sicherheitsgruenden abgesagten Pride 2004 entstand QueerBeograd als
radikale politische Antwort auf alle Formen von Unterdrueckung und als
Forum zur nationalen wie internationalen Vernetzung queerer
Politikansaetze, von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender und
anderen Ždifferenten¡ Geschlechtern: "in this context to be queer means
to refuse social rules and to constantly re-question supposed norms of
patriarchal tradition". Als gehe auch gerade darum Raeume zu schaffen,
abseits der klaren homo- oder heterosexuellen Schubladisierung. 

Einen Tag vor der Eroeffnung des Festivals in Beograd zeigen wir im
que[e]r eine Dokumentationen zur Pride 2001 und der ersten beiden
QueerBeograd Festivals. Und etwas Kohle sollte auch zusammen getragen
werden. 

Weitere Infos: http://www.queerbeograd.org 

Veranstaltungsbeginn: 20:00
geoeffnet von 18:30-24:00

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Naechste Woche:  Die Opfer der NS-Militaerjustiz 

Weitere Infos siehe: 
http://raw.at/queer/
-- 
############ RAW #############

   Rosa Antifa Wien
   c/o Rosa Lila Tip
   Linke Wienzeile 102
   A-1060 Wien
   AUSTRIA
   -------------------------
   E-Mail: raw at raw.at
   Web: http://www.raw.at
   Board: http://www.n3tw0rk.org
   -------------------------
   PGP-Key available here:
   http://www.raw.at/sub/kontakt/raw.asc

############ RAW #############



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06 reminder | ERZIEHUNG UND POLITIK | REMAPPING BUSTOUR II | 11. + 14.10.06

Von:    remapping Mozart <remapping.mozart at initiative.minderheiten.at>
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----> ERZIEHUNG UND POLITIK

Mittwoch, 11. Oktober, 18 Uhr
brick-5, Fünfhausgasse 5, 1150 Wien

Veranstaltung mit Vorträgen von Nora Sternfeld, Araba Evelyn 
Johnston-Arthur und Marion von Osten


IM HINBLICK AUF EINE VERÄNDERUNG DER GESELLSCHAFT
Erziehungskonzepte: Im Hier und Jetzt der Utopien
Vortrag von Nora Sternfeld

NOTWENDIGES WISSEN, SITUIERTE PRAXIS UND FEMINISTISCHE POLITIK
Vortrag von Marion von Osten

TEACHERS DONŽT WANNA TEACH WHAT WE WANNA BE TAUGHT!
Realitäten, Aufbrüche und Strategien antirassistischer Pädagogiken
Vortrag von Araba Johnston-Arthur




----> REMAPPING BUSTOUR - Es ist kein Traum! Gesellschaftliche 
Veränderungen sind möglich!

Treffpunkt: Parlament (vor der Pallas Athene), Dr. Karl-Renner-Ring 3, 
1010 Wien
Samstag, 14. Oktober 2006, 14.00 bis 18.00 Uhr

ANMELDUNG bitte mit dem Betreff "Bustour II" unter 
remapping.mozart at initiative.minderheiten.at




----> KURATORiNNENFÜHRUNG - Es ist kein Traum!

Samstag, 14. Oktober 2006, 18 Uhr
brick-5, Fünfhausgasse 5, 1150 Wien

Führung durch die Ausstellung mit den KuratorInnen Ljubomir Bratic, 
Luisa Ziaja und Ko-Kuratorin Nora Sternfeld


VERBORGENE GESCHICHTE/N - REMAPPING MOZART
Ein Projekt von WIENER MOZARTJAHR 2006

KONFIGURATION IV: ES IST KEIN TRAUM!
(aus "Die Zauberflöte", 1. Aufzug, 19. Auftritt, Tamino)

brick-5, Fünfhausgasse 5, 1150 Wien
Dauer 7. September – 15. Oktober 2006
Schließtage 7. und 8. Oktober 2006
Öffnungszeiten Di 11-16 Uhr, Mi-So 14-19 Uhr, Mo geschl.
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verborgene geschichte/n - remapping mozart
gumpendorferstr. 15/13, 1060 wien
t: 01 - 58 61 249 - 15
f: 01 - 58  68 217
m: 0699 - 81 98 45 51
www.remappingmozart.mur.at
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07 Veranstaltungen

Von:    agm <agm at agmarxismus.net>
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Für kommenden Freitag laden wir zu zwei Veranstaltungen der gemeinsamen Unterstrukturen von Arbeitsgruppe Marxismus (AGM) und AL-Antifaschistische Linke ein:
  
  
Veranstaltung von AGM/AL-Betrieb: 
  
Linke Gewerkschaftsmitglieder diskutieren die
Z u k u n f t   d e s   Ö G B
  
Freitag, 13. Oktober 2006, 19 Uhr 
  
AN-DO (Hinterzimmer), Yppenplatz (vis-a-vis Club International) 
  
1160 Wien (Nähe U6 Josefstädterstraße)
  
Veranstaltungen von AGM/AL-Jugend:
  
 
  
K e i n e   M a c h t   f ü r   n i e m a n d ?
  
Über die Perspektivlosigkeit anarchistischer Konzepte
  
 
  
Freitag, 13. Oktober 2006, 19 Uhr
  
Amerlinghaus, Stiftgasse 8
  
1070 Wien (Nähe U2/U3 Volkstheater)
 
  
Außerdem verweisen wir auf einen Artikel zur Bilanz der österreichischen Nationalratswahl, den die AL vor einigen Tagen veröffentlicht hat: http://www.sozialismus.net/texte/innen/nachbetrachtung-wahlen2006.html
  
Weitere Texte unter www.agmarxismus.net
  
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08 ERZIEHUNG UND POLITIK | Vorträge | 11.10.06 | 18 Uhr

Von:    Initiative Minderheiten Newsletter <news at initiative.minderheiten.at>
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Verborgene Geschichte/n - remapping Mozart
KONFIGURATION IV: ES IST KEIN TRAUM!


Wir laden herzlich zur Veranstaltung

*ERZIEHUNG UND POLITIK*


Mittwoch, 11. Oktober, 18 Uhr
brick-5, Fünfhausgasse 5, 1150 Wien

mit Vorträgen von Nora Sternfeld, Araba Evelyn Johnston-Arthur und 
Marion von Osten


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IM HINBLICK AUF EINE VERÄNDERUNG DER GESELLSCHAFT
Erziehungskonzepte: Im Hier und Jetzt der Utopien
Vortrag von Nora Sternfeld
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Es ist das ausgehende 18. Jahrhundert, das eine neue Vorstellung von 
Erziehung prägt, und sich dabei einiges von ihr erwartet: In einem 
„heroischen Utopismus“ sollte die Erziehung eine der wesentlichen neu 
gestaltenden Kräfte der Gesellschaft darstellen. Ihr wird die 
Schöpfungskraft von gesellschaftlicher Entwicklung zugesprochen, sie 
wird zur Projektion des Handlungsspielraums zwischen gesellschaftlichen 
Träumen und ihrer Realisierung. Im frühen 20. Jahrhundert taucht das 
Thema der Erziehung als verändernde Praxis wieder verstärkt auf und 
erfährt vor dem Hintergrund von Reformpädagogik und Jugendbewegung 
zahlreiche radikale Neudefinitionen. Aber welche Vorstellungen von 
Gesellschaft stecken in den neuen Vorstellungen von Erziehung? Der 
allgemeine Aufbruch in den Erziehungskonzepten von 1900 bis in die 
frühen 30er Jahre des 20. Jahrhunderts geht mit sehr unterschiedlichen 
ideologischen Ansätzen einher. Alleine die Entwicklung der 
Reformpädagogik im deutschsprachigen Kontext weist in sich zahlreiche 
Widersprüche auf: So enthält sie progressiv künstlerisch-demokratische 
und emanzipatorisch-revolutionäre ebenso wie wertkonservative, 
neoromantische und nationalistisch-völkische Elemente.
Der Vortrag nimmt eine kritische Auseinandersetzung mit diesen 
Traditionslinien auf und widmet sich darüber hinaus besonders jenen 
Ansätzen, bei denen Erziehung von einem Mittel der Beherrschung zu 
einem Mittel der Befreiung werden sollte – und zwar nicht mit dem Ziel 
einer Konsolidierung des Bestehenden und auch nicht als Selbstzweck, 
sondern im Hinblick auf eine Veränderung der Gesellschaft.


*******
NOTWENDIGES WISSEN, SITUIERTE PRAXIS UND FEMINISTISCHE POLITIK
Vortrag von Marion von Osten
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*******
TEACHERS DONŽT WANNA TEACH WHAT WE WANNA BE TAUGHT!
Realitäten, Aufbrüche und Strategien antirassistischer Pädagogiken
Vortrag von Araba Johnston-Arthur
*******

Der Status Quo der Institution Schule soll hier im Kontext 
marginalisierter Realitäten rassistischer und sexistischer 
Unterdrückung betrachtet werden. Vor diesem Hintergrund werden Fragen 
nach möglichen Gegenentwürfen und Aufbrüchen gestellt. Dahingehend 
werden Ansätze und Strategien der im Zuge des Projektes "Verborgene 
Geschichte/n – remapping Mozart" ins Leben gerufenen Recherchegruppe zu 
Schwarzer österreichischer Geschichte diskutiert.





VERBORGENE GESCHICHTE/N - REMAPPING MOZART
Ein Projekt von WIENER MOZARTJAHR 2006

KONFIGURATION IV: ES IST KEIN TRAUM!
(aus "Die Zauberflöte", 1. Aufzug, 19. Auftritt, Tamino)

brick-5, Fünfhausgasse 5, 1150 Wien
Dauer 7. September – 15. Oktober 2006
Schließtage 7. und 8. Oktober 2006
Öffnungszeiten Di 11-16 Uhr, Mi-So 14-19 Uhr, Mo geschl.


*******
verborgene geschichte/n - remapping mozart
gumpendorferstr. 15/13, 1060 wien
t: 01 - 58 61 249 - 15
f: 01 - 58  68 217
m: 0699 - 81 98 45 51
www.remappingmozart.mur.at
*****
Newsletter der Initiative Minderheiten
Gumpendorfer Straße 15/13
A-1060 Wien
Tel. 586 12 49-18
Fax 586 82 17
http://www.initiative.minderheiten.at
http://www.gastarbajteri.at 

*****


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09 Regionalkonferenz stimmt für kämpferische und demokratische Gewerkschaften

Von:    Sozialistische LinksPartei
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Eine Information der Sozialistischen LinksPartei (SLP)

Der ÖGB-"Reform"prozess ist nicht mehr als eine Dampfablassaktion.
Ausser die Mitglieder nehmen das Ruder selbst in die Hand.
So geschehen bei einer der Wiener Regionalkonferenzen am 5.10..
http://slp.at/index.php/artikel+M52d6b7efa33/


Aber die ÖGB-Führung setzt auf "Business as usual". Dabei wäre gerade
angesichts der Regierungsverhandlungen ein ÖGB-Forderungskatalog für
z.B. Arbeitszeitverkürzung, Rücknahme der Pensions"reform" etc. notwendig.

Daher
        PROTESTAKTION vor dem ÖGB-Bundesvorstand
Mittwoch 11.10. um 8.30,
Wien 9, Maria Theresienstr. 11 (nähe Schottentor)


Veranstaltungen zum Thema:
Wien:
Mittwoch, 11.10. um 19:00
        Eine Bilanz der ÖGB-Regionalkonferenzen
        "Fünfhauser Stüberl", Wien 15.; Löhrgasse 13 (Nähe Westbahnhof)

Freitag, 13.10. um 19:00
        Was will der ÖGB von der neuen Regierung?
        "Bunte Kuh", Wien 5.; Ecke Zentagasse/ Siebenbrunnengasse

Dienstag, 24.10. um 19:00
        ÖGB-Krise und neue Regierung: Was will die Gewerkschaft und wie will
sie es erreichen?
        mit Rudolf Kaske - HGPD
        "Piwnica" (früher: Peer Gynt), Wien 20.; Jägerstraße 38

Linz:
Samstag, 21.10. um 14:00
        Gewerkschaftlicher Ratschlag: Welche Gewerkschaften brauchen wir?
        Linz - Volkshaus Ferdinand Markl-Straße

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10 19.10. VERNISSAGE Roma in Albanien, Anjeza Cikopano

Von:    Zukunfts- und Kulturwerkstätte <LM.Sender at spoe.at>
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<http://www.diezuk.at/online/page.php?P=32635>
 
 Zukunfts und Kulturwerkstätte           
 Newsletter 21/2006      
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Anjeza Cikopano
Roma in Albanien         
        
                
        
        
        Die Roma in Albanien bilden eine Minderheit von ca. 3. Prozent der Gesamtbevölkerung. Das sind etwa 120.000 Menschen, die überall im Land verteilt leben, ca. 5.000 davon in der Umgebung von Tirana, der Hauptstadt Albaniens.
Dieses Projekt ist ein Versuch, die Lebensumstände und das Elend der Roma-Bevölkerung für andere spürbar zu machen; ein Versuch, diesen Menschen eine Möglichkeit zu geben, ihre Probleme laut zu sagen. In der Hoffnung, dass es jemanden gibt, der diese Schicksale bemerkt und beachtet...
Dieses Projekt ist ein Kampf gegen vorgefertigte Meinungen, gegen Vorurteile, Misstrauen und Intoleranz. In der Hoffnung, dass über das Auge das Herz berührt wird und somit eine leichte Brise die Gedanken auffrischt.
In Albanien und anderswo...      

        
        
        Anjeza Cikopano
wurde 1979 in Tirana geboren.
Nach der Matura beginnt sie mit einem Wirtschaftsstudium in Tirana.
2001 kommt sie nach Österreich, um in Wien ihr Studium fortzusetzen.
Seit 2003 intensive Auseinandersetzung mit dem Medium Fotografie.
2004 und Frühjahr 2005 beschäftigt sie sich mit der Fotodokumentation über die in Albanien lebenden Roma. Mit diesem Projekt gewinnt sie den ersten Preis beim "Begegnungen"-Wettbewerb der WGKK und Club der Graphischen. 
2005 schließt sie das 2-jährige Kolleg für Fotografie und audiovisuelle Medien an der HGBLVA erfolgreich ab.
Ihr Hauptinteresse liegt in der sozial-dokumentarischen Fotografie.      

         
         
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Vernissage am Donnerstag, 19. Oktober 2006, 19 Uhr       
        
        in der Zukunfts- und Kulturwerkstätte, Schönlaterngasse 9, 1010 Wien     

>        Begrüßung:
Gertraud Knoll
Abg.z.BR, Leiterin der Zukunfts- und Kulturwerkstätte

Eröffnung:
Christine von Kohl
Kulturni Centar Wien


Dauer der Ausstellung: bis 14. Dezember 2006

Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag von 13 bis 16 Uhr (ausgen. Feiertage) sowie während der laufenden Vorträge und Diskussionsveranstaltungen  
                

         
         
Die Ausstellung findet im Rahmen des Monat der Fotografie <http://www.monatderfotografie.at>  statt
  <http://www.diezuk.at/bilder/../bilder/d50/Logo_Mdf_2006_4c.jpg>      
         
         
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         >       Nähere Infos unter:

Zukunfts- und Kulturwerkstätte
Schönlaterngasse 9, 1010 Wien
Tel.: 01/513 86 82
www.diezuk.at
zuk at spoe.at              >       An- und Abmeldung des Veranstaltungsabos:

Gehen Sie bitte auf die Seite
www.diezuk.at/online/page.php?P=10180            
                 

Impressum/Offenlegung gem. §§ 24, 25 MedienG:
www.diezuk.at/online/page.php?P=10942 
         
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11 FI Donaustadt: Rechtsextremismus und Rechtspopulismus

Von:    Alois Reisenbichler - Stadtteilzentrum Simmering
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Gudenus, Strache & Co
- der alltägliche  Faschimus?


Die Friedensinitiative Donaustadt
hat den Mitarbeiter des
Dokumentationsarchives des
Österreichischen Widerstandes (DÖW)
Armin Puller zum Thema
"Gudenus, Strache & Co -
der alltägliche Faschismus?"
eingeladen.
 
Armin Puller wird einen Einblick
und Überblick über die
rechtsextremistische und
rechtspopulistische Szene sowie
deren Wirkungen und Auswirkungen
geben. 
 
Das Referat von Armin Puller beginnt
am Dienstag, 10.  Oktober 2006 
um 19.00 Uhr in der 
Donaucitykirche, 1220  Wien,
Donaucitystraße (U1  Kaisermühlen).

FÜR DEN WIENER TERMINKALENDER:

Dienstag, 10.  Oktober 2006
Gudenus, Strache & Co – 
der alltägliche Faschismus?, 
Armin Puller (DÖW)
Donaucitykirche, 1220  Wien,
Donaucitystraße (U1  Kaisermühlen)
Friedensinitiative Donaustadt
Eintritt  frei.

Informationen:
Ernst Toman, Friedensinitiative  Donaustadt,
Tel. 01 263 61 92
Andreas Pecha, Friedensbüro Wien, pax.vienna at chello.at
Alois Reisenbichler, Telefon  0664 39 51 809
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MELDUNGEN UND MEINUNGEN
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12 KPÖ/Energie AG/Börsegang/Privatisierung

Von:    KPÖ-Oberösterreich <ooe at kpoe.at>
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Linker Pressedienst - Herausgegeben vom KPÖ-Landesvorstand Oberösterreich, Melicharstraße 8, 4020 Linz, Telefon (0732) 65 21 56,
Mail ooe at kpoe.at – Web www.kpoe.at/ooe - Ausgabe vom 9. Oktober 2006





KPÖ gegen Börsegang oder Einstieg von Finanzinvestoren bei der EAG

Energiewirtschaft muss in öffentlicher Hand bleiben

Strikt abgelehnt wird von der KPÖ-Oberösterreich die Orientierung der Landespolitik auf eine Privatisierung der landeseigenen
Energie AG (EAG). Die mit 1. Oktober 2006 in Kraft getretene Neustrukturierung der EAG in fünf Geschäftsbereiche, drei
Leitgesellschaften bzw. Zwischenholdings und vier Servicebereiche zielt ganz offensichtlich darauf.

EAG-Chef Leopold Windtner erklärte „Wir stellen uns auf wie ein börsennotiertes Unternehmen“. Mit der Feststellung, dass sowohl eine
Kooperation mit anderen Energieversorgern, Einstieg von Finanzinvestoren oder ein Börsegang möglich sind, soll offensichtlich
nachgeholt werden, was der Verbund und die Landesenergiegesellschaften in Niederösterreich (EVN), der Steiermark (EStAG) und Kärnten
(KEH) durch Börsengänge oder den Einstieg ausländischer Atomstromkonzerne bereits vorexerziert haben.

Bekannt ist, dass das Land Oberösterreich den in die gescheiterte Energie-Allianz eingebrachten 20-Prozent-Anteil nach Rücknahme
rasch weiterverkaufen will. Insbesondere ein möglicher Einstieg von Fonds, die bekanntlich nur an einer maximalen Rendite
interessiert sind, wäre ein schwerer Schlag für die Zukunft der Energieversorgung und der Infrastruktur in Oberösterreich.
KPÖ-Landesvorsitzender Leo Mikesch verweist dabei warnend auf einschlägige Beispiele wie etwa in Kalifornien, New York, Schweden
oder Großbritannien wo im Gefolge der Privatisierung der Energie- und Wasserwirtschaft mangels Investitionen in die Leitungsstruktur
wiederholt die Netze zusammengebrochen sind und die Versorgung nicht mehr gesichert ist.

Die offizielle Anti-Atomlinie der oö Landespolitik wird jetzt einmal mehr von der EAG (Umsatz 1,06 Milliarden Euro, 4.460
Beschäftigte) mit einer verstärkten Kooperation mit der Tiroler TIWAG konterkariert, da die TIWAG als Atomstromimporteur aus
Deutschland im großen Stil bekannt ist. Die EAG selbst war vor einigen Jahren an mehreren Vertriebsunternehmen in Tschechien
beteiligt, die den Vertrieb von Atomstrom aus Temelin und anderen tschechischen Atomkraftwerken übernahmen. Erst unter großen
öffentlichen Druck wurden von der EAG diese Beteiligungen abgegeben.

Die KPÖ-Oberösterreich bekräftigt neuerlich ihren Standpunkt, dass eine wirkliche österreichische Energielösung nur möglich ist,
wenn die gesamte E-Wirtschaft von der öffentlichen Hand geführt wird. Das bedeutet, dass die bereits erfolgten Privatisierungen
durch Beteiligungen oder Börsengänge rückgängig gemacht werden müssen.

Die KPÖ verweist weiters auf das auf Initiative des damaligen kommunistischen Energieministers Karl Altmann entstandenen 2.
Verstaatlichtengesetzes von 1947, welches eine öffentliche Mehrheit des Staates in der E-Wirtschaft vorschreibt: „Für eine Aufhebung
dieser Bestimmung ist eine Zweidrittelmehrheit erforderlich ist und sie wäre daher nur mit Zustimmung der SPÖ machbar“, so Mikesch
abschließend.
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13 Nazi-Aktivitäten nehmen zu - Vorschlag für Demonstration

Von:    Sozialistische LinksPartei <slp at slp.at>
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Die Aktivitäten von Rechtsextremen und Nazis nehmen in letzter Zeit
wieder zu. Dazu zählen einerseits Übergriffe als Folge einer - v.a. auch
durch den rassistischen Wahlkampf - aufgeheizten Stimmung und
andererseits die gezielten Aufbauversuche der Neonaziszene in Wien.
Insbesondere rund um das Stüberheim der AFP gibt es Versuche, auch in
Wien eine Blood&Honour Struktur aufzubauen. Die Berichte über
MigrantInnen, die Zusammengeschlagen wurden, häufen sich, dazu kommen
noch die Angriffe auf ZARA und die MJÖ.

Die Gefährlichkeit dieser Entwicklung ist offensichtlich.

Wir halten daher ein deutliches antifaschistisches Zeichen für dringend
notwendig.

Unser Vorschlag:
Eine Demonstration am 9. November (Jahrestag der Novemberpogrome) mit
den Anfangs- bzw. Endpunkten FPÖ-Zentrale und Stüber-Heim.

Um eine möglichst starke antifaschistische Demonstration zu organisieren
laden wir Euch zu einem Bündnisstreffen
Freitag 13.10. 17.30-19.00 im Amerlinghaus Teestube

bitte auch um Rückmeldungen, wer kommt

msg

sonja grusch
slp
0650-4246310

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14 Werkstatt-Rundbrief 21/2006

Von:    Werkstatt Frieden & Solidarität <office at werkstatt.or.at>
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Werkstatt  Frieden & Solidarität
Waltherstr. 15, 4020 Linz
Tel. 0732/771094, Fax 0732/797391
E-Mail office at werkstatt.or.at  
Internet www.werkstatt.or.at  

 
Wer diesen Rundbrief nicht mehr erhalten möchte,  ersuchen wir um ein E-Mail unter folgendem Link:  mailto:mailfriwe-request at friwe.at?subject=unsubscribe  


Werkstatt-Rundbrief  21/2006
 
Inhalt:


(1) Kongo I: Start der Internet-Unterschriftenaktion  "Schmutzige Geschäfte - Nein Danke!" - Forderung nach einer  parlamentarischen Untersuchung der Kongo-Geschäfte von österreichischen  Unternehmungen
(2) Kongo II: Hintergründe zum Eigentümer der Treibacher  Industrie AG: "Rechts vom Gustl ist nur mehr der Dschingis  Kahn!"
(3) Auch nach den Wahlen droht Fortsetzung der  Privatisierungspolitik - Jetzt Gegendruck entwickeln: Petition "Energie und  Wasser im öffentlichen Eigentum erhalten!"
(4) Veranstaltung:  Der Milosevic-Prozess - Bericht eines Beobachters
(5) Gewerkschaftlicher Ratschlag "Welche Gewerkschaften  brauchen wir?"
(6) Weitere wichtige Termine
 
 
(1) Kongo I:
"Schmutzige Geschäfte - Nein Danke!" 
Start einer Online-Unterschriftenaktion für eine  parlamentarische Untersuchung der Kongo-Geschäfte von österreichischen  Unternehmungen.
Großkonzern klagt Friedensaktivisten wegen  Kongo-Berichterstattung
Gerald  Oberansmayr, Aktivist der Werkstatt Frieden & Solidarität, publizierte in  der Rubrik „Kommentar der anderen“ am 30. Mai 2006 im Online-Standard den  Artikel „Der Bock als Gärtner“, in dem er sich mit der damals bevorstehenden  EU-Militärmission in den Kongo auseinander setzte. Dabei verwies er auch auf die  Rolle westlicher Konzerne bei der Ausbeutung der Rohstoffe dieses vom  Bürgerkrieg gepeinigten Landes. Unter anderem zitierte er aus einem  Urteilsspruch, in dem auf die Verbindungen des österreichischen  Großkonzerns Treibacher Industrie AG mit dem deutschen Geschäftsmann Karl-Heinz  Albers Bezug genommen wird, der von der UNO schwer beschuldigt wird, in die  illegale Rohstoffausbeutung im Kongo bzw. der damit verbundenen  Bürgerkriegsfinanzierung verwickelt zu sein. Konkret geht es um die  Ausbeutung von Pyrochlor aus der Mine Lueshe im Osten des Kongo. Pyrochlor ist  eine extrem hitzebeständige Kombination verschiedener strategischer Metalle (u.  a. Niobium und Tantal) und findet z. B. für Flugzeug- und Raketentriebwerke  Verwendung. Lueshe gilt als die weltweit größte Fundstätte von Pyrochlor in  hoher Konzentration und Reinheit.  
Die  Treibacher AG hielt dieses im Standard-Artikel verwendete Zitat für unzulässig  und kreditschädigend und forderte einen Widerruf. Gerald Oberansmayr war bereit,  das Zitat zu widerrufen, wenn die diesem Zitat zugrunde liegenden Fakten in  diesem Widerruf ebenfalls der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, damit  sich die LeserInnen selbst ein Urteil bilden können. Der  Konzern reagierte auf dieses Angebot mit einer Klage, deren Gesamtkosten  bis zu EUR 240.000,- ausmachen könnten. 
Um  welche Fakten handelt es sich:
-          Die  Treibacher Industrie AG hat im Jahr 2000 eine von diesem deutschen Geschäftsmann  aus Lueshe stammende Pyrochlor-Probe in ihrem Kärntner Werk untersucht. In einer  Gegendarstellung der Treibacher Industrie AG im Online-Standard vom 1. Juli 2006  stellt diese u. a. fest: „Die Treibacher  Industrie AG hat nachweislich eine Laborprobe Pyrochlor von 1 kg erhalten und  sich aufgrund der (durch die Bürgerkriegswirren resultierenden) unklaren  Eigentumsverhältnisse an den Minen in Lueshe in weiterer Folge  zurückgezogen“.
-          Worauf  die Treibacher Industrie AG in ihrer Gegendarstellung jedoch nicht hinweist: Die Treibacher Industrie AG war ab 2002,  als tonnenweise Lieferungen aus der Mine Lueshe an die estnische Firma Silmet  erfolgten, mit 25 % (mit der Option auf weitere 25 % plus eine Aktie) an Silmet  beteiligt. Diese Lieferungen sind dem Vorstand der Treibacher Industrie AG  laut seiner eigenen Zeugenaussage beim Handelsgericht Wien bekannt gewesen. 
-          Die  Treibacher Industrie AG hat gemeinsam mit dem von der UNO beschuldigten  Geschäftsmann ein Joint-Venture, die Niobium Resources B.V., gegründet, deren  Direktoren Karl-Heinz Albers und Reinhard Iro (Vorstandsvorsitzender der  Treibacher Industrie AG) gewesen sind. Der 50 %-Eigentümer der Niobium Resources  B.V. , eine weitere Firma von K.H. Albers in England, finanzierte nachweislich  die illegale Tätigkeit von Somikivu, jener Firma über die er die Mine in Lueshe  ausbeutete. 
Die  Treibacher Industrie AG möchte offensichtlich ein Debatte um diese Zusammenhänge  verhindern. Dabei könnte eine Rolle spielen, dass der Kärntner Konzern derzeit  versucht, eine Tochterfirma der Bayer AG, die HC Starck, zu erwerben, der von  Menschenrechtsorganisationen vorgeworfen wird, jahrelang Geschäfte mit illegalen  Rohstoffen aus dem Kongo betrieben zu haben. 
Start  der Online-Unterschriftenaktion "Schmutzige Geschäfte - Nein  Danke!"
Für  einzelne ist es offensichtlich gefährlich, über solche Zusammenhänge zu  berichten. Rasch ist man mit gewaltigen Klagsdrohungen konfrontiert. Umso  wichtiger ist es, dass eine lückenlose parlamentarische Untersuchung der allfälligen Involvierung österreichischer Unternehmen in den  illegalen Rohstoffabbau im Kongo stattfindet. Denn über schmutzige  Geschäfte westlicher Konzerne wurde laut UNO dieser Bürgerkrieg, der mit bis zu  4 Millionen Toten der blutigste nach Ende des 2. Weltkrieges gewesen ist, am  Laufen gehalten. Die UNO hat daher ihre Mitgliedsstaaten aufgerufen,  solche schmutzigen Geschäfte aufzuklären und zu verfolgen. Es gab bereits vor  den Wahlen erste positive Reaktionen von SPÖ- und Grün-Abgeordneten zu dieser  Forderung der Werkstatt. Jetzt ist es wichtig, an den neu gewählten Nationalrat  diese Forderung mit Nachdruck heranzutragen. Unterstützt daher die  Online-Unterschriftenaktion "Schmutzige Geschäfte - Nein Danke!". Leitet diese  Information an Eure FreundInnen, Bekannte, usw. weiter! Unterstützung auf www.werkstatt.or.at
Online-Unterschriftenaktion
Schmutzige Geschäfte -  Nein Danke!
Umfassende Aufklärung  und Verfolgung von Kongo-Geschäften österreichischer Unternehmen!  
Die UNO hat wiederholt darauf aufmerksam gemacht, dass  westliche Konzerne in die illegale Rohstoffausbeutung in der DR Kongo verwickelt  sind. Durch diese schmutzigen Geschäfte wurde der Bürgerkrieg - einer der  blutigsten Kriege nach Ende des 2. Weltkrieges mit bis zu vier Millionen Toten -  am Laufen gehalten. Die UNO hat alle Mitgliedstaaten aufgefordert, solche  Verstrickungen ihrer Unternehmen aufzuklären und zu verfolgen, weil sie sich  sonst selbst „zu Komplizen machen“ (UNO-Bericht S/2002/1146). Wir  halten es daher für unerlässlich, dass der neu gewählte Nationalrat alle ihm zur  Verfügung stehenden Mittel einsetzt, um die allfällige Verwicklung  österreichischer Unternehmen in solche schmutzigen Geschäfte aufzuklären und zu  verfolgen.

Unterstützung auf www.werkstatt.or.at
Kritischer  Journalismus darf nicht mundtot gemacht werden!  
Die  Werkstatt Frieden & Solidarität ersucht um Spenden, um die möglicherweise  horrenden Klage- und Prozesskosten zu mildern. Wir ersuchen um Spenden auf das Konto der Werkstatt Frieden & Solidarität, Kt.  Nr. 6274146, BLZ 34777, Raiffeisenbank Perg, Kennwort: Kongo. Sollten  nach dem Begleichen allfälliger Gerichts- und Urteilsveröffentlichungskosten  sowie sonstiger mit der Kampagne zusammenhängender Kosten Spendengelder übrig  bleiben, werden diese Gelder für weitere Recherchen über die Hintergründe des  Bürgerkrieges in der DR Kongo, insbesondere etwaiger Verwicklungen von  europäischen Firmen im Kongo verwendet werden.  Als  kleines Dankeschön erhalten alle SpenderInnen, die das wollen, ein Dossier über die illegale  Rohstoffausbeutung im Kongo. Zu bestellen bei: Werkstatt Frieden &  Solidarität, Waltherstr. 15,  4020 Linz, E-Mail office at werkstatt.or.at,  Tel. 0732/771094, Fax 0732/797391
Wer konkrete Solidaritätsaktionen starten  will, kann sich auch an das Solidaritätskomitee "Keine schmutzigen Geschäfte  im Kongo!" wenden. Mailto: solikomitee at reflex.at
VERANSTALTUNGSHINWEIS:
Darf Konzernmacht mundtot machen?
Hintergründe zur Klage  der Treibacher Industrie AG gegen Friedensaktivist Gerald  Oberansmayr
Dienstag, 10. Oktober 2006, 19.30 Uhr
Friedensbüro  Salzburg, Platzl 3, A-5020 Salzburg
Mit Gerald Oberansmayr (Werkstatt  Frieden & Solidarität)

 
(2) Kongo II: 
 
„Rechts vom  Gustl ist nur mehr der Dschingis Kahn!"
Hintergründe  zur Person des Eigentümers der Treibacher AG Baron August von Finck 
Bekanntlich hat die Treibacher Industrie AG einen Aktivisten der  Werkstatt Frieden & Solidarität wegen dessen Artikel zur Rohstoffausbeutung  im Kongo geklagt (sh. oben). Die Werkstatt hat sich die Hintergründe des  Eigentümers der Treibacher AG, Baron August von Finck, etwas näher  angeschaut.

Finanzier  des Aufbaus einer Haider-Partei in Deutschland
Bis zum Jahr 2000 gehörte die Treibacher AG zum  Bank-Austria/Creditanstalt-Konzern. Im Jahr 2000 wurde die Treibacher Industrie  AG privatisiert und an den deutschen  Baron August von Finck verkauft. Dieser Baron ist ein schillernde Figur.  Über seinen Vater August von Finck senior entnehmen wir dem Internet-Lexikon  Wikipedia: „Er gehörte zu den ersten Bewunderern Adolf  Hitlers und hat mit seiner damaligen Privatbank ‚Merck, Finck & Co.’  zahlreiche jüdische Banken arisiert.“ (http://de.wikipedia.org/wiki/August_von_Finck_senior).  So übernahm er nach dem „Anschluss“ Österreichs an Nazi-Deutschland die  Rothschildbank in Wien. August von Finck senior hinterließ seinen Söhnen ein  Milliarden-Erbe. August von Finck junior, der jetzigen Treibacher-Eigentümer,  liegt mit einem geschätzten Vermögen von 6,3 Milliarden Dollar auf Platz 70 der  Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt. Er zählt zu den zehn reichsten  Männern Deutschlands. 
Und auch über die politischen Vorlieben von August von Finck junior ist  einiges bekannt. So unterstützte er in den 90er Jahren einen gewissen Manfred Brunner vom „Bund freier Bürger“ mit acht Millionen DM (rd. vier Millionen  Euro). Dieser „Bund freier Bürger“ war ein Versuch, am rechten Rand in  Deutschland eine Partei nach dem Vorbild der damals höchst erfolgreichen  Freiheitlichen in Österreich zu etablieren. Jörg Haider, ein Duzfreund Manfred  Brunners, unterstützte diese Ambitionen höchst persönlich. Über die  Versammlungen des „Bundes freier Bürger“ wird in der Süddeutschen Zeitung  berichtet: „Brunner bedient mit seiner  Partei und deren Parolen das ultrarechte Spektrum ... Brunner setzt auf einen  Kurs zwischen gutbürgerlich und rechtslastig, wobei in den gut besuchten  Versammlungen auch völkische und sogar antisemitische Töne laut wurden.“ (SZ, zit. nach antifa-nachrichten Okt.-Dez. 2002) Die Süddeutsche Zeitung  zitiert den Bankier-Kollegen Ferdinand Graf von Galen über die politischen  Positionen des Brunner-Sponsors August von Finck: „Rechts vom Gustl steht bloß noch der  Dschingis-Khan“. (SZ 10.10.2002)
Nachdem diese politischen Ambitionen Ende der 90er Jahre gescheitert  waren, erhält der rechte Baron den Zuschlag bei der Privatisierung der Treibacher AG –  also just im Heimrevier von Jörg Haider, mit dem er zuvor noch gemeinsam den  Aufbau eines FPÖ-Klons in der BRD geprobt hatte. Die Treibacher dürften  offensichtlich über gute Kontakte zur  schwarz-blauen Regierung verfügt haben. Immerhin wurden höchste Organe der  Treibacher AG in die Aufsichtsratsfunktionen staatlicher Unternehmungen  befördert (ÖBB, Verbund, Austrian Airlines). 
Mit  der Rüstungsindustrie im Boot
Auch die ökonomischen Ambitionen August von Fincks sind aufschlussreich.  So hat sich der Milliardär mittlerweile als Hauptaktionär beim größten deutschen  Baukonzern Hochtief AG eingekauft. Die Hochtief AG ist ein deutsches  Leitunternehmen, das von der deutschen Regierung massiv protegiert wird. So  konnte die Hochtief AG große Bauaufträge im kriegszerstörten Afghanistan an Land ziehen, nachdem  dort Bundeswehrtruppen stationiert worden waren. Massiv interventierte die  deutsche Regierung für Aufträge an Konzerne wie Hochtief im zerstörten und  besetzten Irak.
Neben August von Finck ist bei der Hochtief AG auch das „who is who“ der deutschen Rüstungsindustrie an Bord:  so finden sich im Aufsichtsrat der Hochtief AG Vertreter, die den  Rüstungskonzernen Thyssen-Krupp und Siemens sowie der Deutschen Bank – Hauptaktionäre von Daimler-Chrysler (Koeigentümer des  deutsch-französischen Rüstungsgiganten EADS) – zugerechnet werden können. Die  wirtschaftliche Logik dieses Engagements der Rüstungsindustrie bei diesem  Baukonzern ist wohl einfach: zuerst Geschäfte mit dem Krieg, danach Geschäfte  beim Wiederaufbau. Diese  Verflechtungen lassen vermuten, dass der Treibacher-Eigentümer August von Finck  eine wichtige Drehscheibe in diesem  Geflecht zwischen Rüstungsindustrie und deutscher bzw. österreichischer  Regierung (gewesen) ist. Mit der österreichischen Regierung dürfte ihn die  politische Gesinnungsgemeinschaft mit Jörg Haider verbunden haben, mit der  deutschen die strategische Bedeutung der Hochtief AG. Das wirft auch Fragen in  Hinblick auf die Kongo-Geschäfte der  Treibacher AG auf. Denn immerhin agiert der von der UNO des illegalen  Rohstoffabbaus und der Bürgerkriegsfinanzierung beschuldigte deutsche  Geschäftsmann Karl-Heinz Albers im Namen des Unternehmens Simikivu, ein Unternehmen, das sich treuhänderisch im  Eigentum der BRD befindet. Wiederholt sind Berichte an die Öffentlichkeit  gedrungen, dass die Behörden der BRD diesen illegalen Rohstoffabbau nicht nur  geduldet, sondern über ihr diplomatisches Personal sogar unterstützt haben.  Gleichzeitig hatte die Treibacher AG enge Kontakte zu Karl-Heinz Albers, unter  anderem gründete sie mit diesem ein Joint-Venture zur Exploration von Rohstoffen  in Zentralafrika, deren gemeinsame Direktoren Karl-Heinz Albers selbst und  Reinhard Iro, der Vorstandsdirektor der Treibacher AG,  waren.



(3) Auch nach den Wahlen droht Fortsetzung der  Privatisierungspolitik - jetzt Gegendruck entwickeln: 
Petition "Energie und Wasser im  öffentlichen Eigentum erhalten!" 
Die Werkstatt Frieden & Solidarität hat bereits  vor den Wahlen die Petition an den Nationalrat "Energie und Wasser im  öffentlichen Eigentum erhalten!" gestartet. Nach den Wahlen ist es  wichtiger denn je, diese Petition fortzusetzen. Denn gerade eine große  Koalition könnte nun die Aufhebung des 2. Verstaatlichtengesetzes paktieren. Das  2. Verstaatlichtengesetz schreibt im Verfassungsrang das Mehrheitseigentum der  öffentlichen Hand vor. Schon im Frühjahr 2006 wollte die Regierung - im Rahmen  der Fusion von Verbund und OMV - dieses Verstaatlichtengesetz kippen. SP-Chef  Gusenbauer hatte bereits seine Zustimmung dafür gegeben, ehe er von seinen  Länderchefs zurückgepfiffen wurde. Jetzt könnte die SPÖ-Führung damit  argumentieren, dass sie Zugeständnisse im Rahmen eines Regierungsübereinkommens  mit der ÖVP machen müsse. Der Vorstand der Wiener Börse, Heinrich Schaller, hat  bereits von einer neuen Regierung die Fortsetzung der Privatisierungspolitik  gefordert, u.a. anderem die (weitere) Privatisierung der Energieunternehmen OMV  und Verbund sowie von Post und Bahn. Auch auf Länderebene geht diese Politik  weiter. So bemüht sich derzeit der deutsch-französische Energieriese EnBW um die  Aufstockung seiner Aktienanteil an der niederösterreichischen EVN. Umso  wichtiger ist, dass von unserer Seite Druck gegen diese Privatisierung ausgeübt. Unterstützt daher die Petition "Energie und Wasser im öffentlichen  Eigentum erhalten!"
NEU: Kampagnenzeitung gegen Energie- und  Wasserprivatisierung
Die Werkstatt Frieden & Solidarität  hat für die Mobilisierung zum Widerstand gegen eine Energie- und  Wasserprivatisierung eine 8seitige Kampagnenzeitung herausgegeben.
Aus dem  Inhalt:Wasserwirtschaft: „Erst  liberalisieren, dann privatisieren“ * Energiewirtschaft: „Verheerendes Signal“ *  Petition „Energie und Wasser im öffentlichen Eigentum erhalten!“ * Energie &  Wasser: Privatisierung = Irrweg - Internationale Erfahrungen * EU: Blut für Öl  und Uran? * Profiteure der Privatisierung * Burgenland: Energieautark durch erneuerbare Energien  * Wien: Wasserschutz in Verfassungsrang * Veranstaltungen: „Unser aller  Wasser?“
Helft mit, die Kampagnenzeitung unter die Menschen zu  bringen! Bestellungen an office at werkstatt.or.at oder mit dem Kontaktformular (bis 300 Stk. EUR 0,10/Stk.; ab 300 Stk. EUR 0,05/Stk.)
Über die Web-Page kann auch die Petition "Energie und Wasser im öffentlichen Eigentum erhalten!" unterstützt werden www.werkstatt.or.at Unterstützungserklärungsformulare liegen in der Kampagnenzeitung  bei.
 
 
(4) Veranstaltung
 
Der Milosevic-Prozess
Bericht eines  Beobachters

Buchpräsentation, Vortrag und  Diskussion mit dem Autor des gleichnamigen Buches, Germinal Civikov
Linz:Di, 17. Oktober 2006, 19 Uhr,  Werkstatt Frieden & Solidarität, Waltherstr.  15
Graz: Mi, 18. Oktober 2006, 19 Uhr,  Stadtmuseum, Gotische Halle, Sackstr. 18
Wien:Do, 19. Oktober  2006, 20 Uhr, Universität Wien (NIG-Hörsaal 2), Universitätsstr.  7
Am 11. März 2006 wurde Slobodan Milosevic tot in  seiner Zelle in Den Haag aufgefunden. Damit fand der so genannte "Prozess des  Jahrhunderts" gegen des Präsidenten des dritten und letzten Jugoslawien ein  jähes, unerwartetes Ende. Der 1995 vom UNO-Sicherheitsrat ins Leben gerufene  Internationale Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) hatte am  27. Mai 1999, mitten im Bombenkrieg der NATO gegen Belgrad, Anklage gegen den  damaligen jugoslawischen Präsidenten wegen Kriegsverbrechen in der Provinz  Kosovo erhoben. Im Oktober und November 2001 erweiterte das Tribunal die  Anklageschrift auf Kriegsverbrechen und Vertreibungen in Kroatien 1991-1992  sowie auf Völkermord in Bosnien 1992-1995. Im Februar 2002 wurden die drei  Anklagen zu einem Gesamtprozess gebündelt. Nach 300 Zeugen der Anklage lief seit  September 2005 die Beweisführung der Verteidigung. 
In der Essenz der Anklage warf der  Strafgerichtshof Milosevic vor, eine kriminelle Vereinigung (Joint Criminal  Enterprise) angeführt zu haben, die auf den Trümmern des zerfallenen Jugoslawien  ein Groß-Serbien errichten wollte. Als Mittel zu diesem Zweck hätten Milosevic  und seine Vereinigung die Kriege in Kroatien, Bosnien und im Kosovo entfacht,  systematische ethnische Säuberungen durchgeführt und verschiedene  Kriegsverbrechen verübt, darunter auch einen Völkermord in Bosnien. In seiner  Verteidigung klagte Milosevic seinerseits die führenden westlichen Staaten an,  politisch und militärisch die separatistischen Kräfte unterstützt und auf diese  Weise den blutigen Zerfall Jugoslawiens vorangetrieben zu haben.
Germinal Civikov, während des Prozesses von  Beginn an als Journalist anwesend, berichtet in diesem Buch vom Verlauf und  Wesen des Verfahrens, wie er es beobachtet hat. Die Beweisführung der Anklage  erfuhr ein komplettes Fiasko, das Verfahren erwies sich als politischer  Schauprozess, in dem Richter und Ankläger in ihren Rollen oft nicht zu  unterscheiden waren, während die so genannte "Wahrheitsfindung" zu einer Farce  geriet, deren Drehbuch politischen Vorgaben folgte. Alles in allem war es ein  der europäischen Rechtsstaatlichkeit und der strafrechtlichen Kultur  wesensfremder Prozess, den schon aus diesem Grund die Öffentlichkeit nie hätte  zulassen dürfen. 
Der Autor:
Germinal Civikov ist 1945 in der bulgarischen Donaustadt Russe geboren und lebt sein 1975 in den  Niederlanden. Er hat in Sofia und Leiden Germanistik und Slavistik studiert und  war bis 2004 Redakteur bei der Südosteuropa-Redaktion der "Deutschen Welle".  Seine kritischen Beobachtungen zum Milosevic -Prozess veröffentlicht der Autor  seit 2002 in zahlreichen Artikeln für niederländische, deutsche und bulgarische  Zeitungen. 2004 war er am dreiteiligen Dokumentarfilm "Der Fall Milosevic"  beteiligt, den der Regisseur Jos de Putter für das niederländische Fernsehen  gedreht hat und der dort mehrmals zu sehen war. Das Buch "Der Milosevic-Prozess  - Bericht eines Beobachters" erscheint im Promedia-Verlag.

(5) Gewerkschaftlicher Ratschlag
Welche Gewerkschaften brauchen wir?
Samstag, 21. Oktober 2006 
Linz,  Volkshaus Ferdinand Markl-Straße 
(direkt neben der Straßenbahnhaltestelle  Linie 1 Richtung Auhof) 

PROGRAMM

14.00 Uhr Beginn mit Begrüßung 

14.15 - 15.15 Uhr: Einleitungsstatements zu den drei Themenblöcken: 
Immer länger und flexibler arbeiten oder  Arbeitszeitverkürzung?
Einleitung: Bettina Csoka (AK  OÖ)
Welche Alternativen gibt es zu Liberalisierung und  Privatisierung? 
Einleitung: Axel Magnus (Betriebsrat Fonds Soziales  Wien)
Ist der Sozialstaat wirklich nicht mehr  finanzierbar?
Einleitung: Franz Gall (AK OÖ)      
                   
15.30 - 16.30 Uhr Arbeitsgruppen zu den drei Themen 

16.30 -  17.00 Uhr Berichte aus den Arbeitsgruppen 

17.15 - 19.00 Uhr Debatte: ÖGB wie weiter?
Einleitung: Gerhard Ziegler  (Vorbereitungskomitee Gewerkschaftlicher  Ratschlag)

VeranstalterInnen:
AUGE OÖ, FSG Zorn, GLB, Plattform für  kämpferische und demokratische Gewerkschaften, Werkstatt Frieden &  Solidarität
Ein Bewerbungsflugblatt kann heruntergeladen werden von www.werkstatt.or.at (Termine)

(5) Weitere wichtige Termine:
Dienstag, 10. Oktober 2006, 19.30 Uhr
Darf  Konzernmacht mundtot machen?
Hintergründe zur Klage der Treibacher Industrie  AG gegen Friedensaktivist Gerald Oberansmayr
Friedensbüro  Salzburg, Platzl 3, A-5020 Salzburg
Mit Gerald Oberansmayr (Werkstatt  Frieden & Solidarität)
Samstag, 14. Oktober 2006, 14 Uhr
Bildungshaus  Schloss Puchberg, Puchberg 1, A-4600 Wels
Großes  Netzwerk-Treffen
OÖ Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus
 
Freitag, 20. Oktober 2006, ab 15 Uhr
Kulturtreff, Ing.  Ludwig Pechstraße 7, A-5600 St. Johann im Pongau
Samstag, 21. Oktober 2006,  ab 9 Uhr
Hauptschule St. Johann (Musikturm), Leo Neumayerstr. 14, A-5600 St.  Johann im Pongau
Österreich_Forum.Frieden&Gewaltfreiheit #  5
Welche Wirtschaft für welchen Frieden?
 
Neutralität statt Kriegseinsätze!
Dezentrale,  bundesweite Aktionstage der Werkstatt Frieden &  Solidarität
Salzburg:Mi, 25.10.2006, 10 Uhr, Mirabellplatz  (Schranne)
Linz:Mi, 25.10.2006, 15 Uhr,  Taubenmarkt
Wien:Do, 26.10.2006, Michaelaplatz  
- Für einen Ausstieg aus dem Eurofighter-Ankauf! Soziale Sicherheit  statt Aufrüstung! 
- Raus aus den EU-Schlachtgruppen und der  EU-Rüstungsagentur! 
- Rückzug der österreichischen Soldaten aus den  EU-Militäroperationen im Kongo und in Bosnien-Herzegowina sowie aus der  NATO-Militäroperation im Kosovo! 
- Für einen Ausstieg aus  EURATOM!
 
26. bis 29. Oktober 2006
11. Internationale Konferenz für  Kriegsdienstverweigerung und Friedenssteuerinitiativen,
in Woltersdorf bei Berlin (BRD)
Allgemeine Informationen: www.netzwerk-friedenssteuer.de
Informationen speziell zu der Konferenz (Programm, Anmeldung): www.peacetax-2006.com
und Infos zu unserer internationalen NRO namens CPTI (Conscience and Peace  Tax International): www.cpti.ws.
 
Freitag 24. bis Montag  27. November 2006
Symposion
20 Jahre  Friedensstadt Linz
Kommunale  Friedensarbeit und die Globalisierung der  Unsicherheit 
Detailliertes Programm auf www.werkstatt.or.at

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JETZT  UNTERSCHREIBEN! 
Petition: "Energie und Wasser im öffentlichen Eigentum  erhalten!"
Nähere Informationen auf www.werkstatt.or.at  
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INTERNATIONALE SOLIDARITÄT
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15 Tschetschenien: Nach Mord an Journalisten muss Putin Verdacht gegen Geheimdienst ausräumen

Von:    GFBV Hans Bogenreiter <hans.bogenreiter at gfbv.at>
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> GESELLSCHAFT FÜR BEDROHTE VÖLKER
> PRESSEMITTEILUNG   Göttingen/Berlin, den 09.10.2006
>
> Mord an Anna Politkowskaja
> Merkel soll rückhaltlose Aufklärung des Mordes an russischer Journalistin
> fordern -  "Putin muss Verdacht gegen seinen Geheimdienst ausräumen"
>
> Bundeskanzlerin Angela Merkel muss bei ihrem Gespräch mit dem
> russischen Präsidenten Wladimir Putin am Dienstag in Dresden auf eine
> rückhaltlose Aufklärung des Mordes an der russischen Journalistin Anna
> Politkowskaja drängen. "Vor allem soll Putin den dringenden Verdacht
> ausräumen, dass sein Geheimdienst die Hände dabei im Spiel hatte",
> erklärte der GfbV-Generalsekretär Tilman Zülch am Montag in Göttingen.
>
> Zülch forderte die Bundeskanzlerin dazu auf, diesem Gespräch nicht
> auszuweichen und von Putin Klarheit über die Umstände des Todes der
> Journalistin zu verlangen. Zudem solle sie darauf bestehen, dass der
> Beitrag von Politkowskaya über Folter in Tschetschenien, der am heutigen
> Montag in der Zeitung "Nowaja Gaseta" erscheinen sollte, sowie Beweis-
> material von den Ermittlern herausgegeben werden. Politkowskaja war am
> Samstag im Flur ihres Hauses in Moskau erschossen aufgefunden worden.
>
> Für Nachfragen ist der GfbV-Generalsekretär Tilman Zülch auch erreichbar
> unter Tel. 0151 153 09 888.
> ======================================================
> Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV)
> Inse Geismar, Pressereferentin
> Postfach 2024, D-37010 Goettingen
> Tel.+49/551/49906-25, Fax:++49/551/58028
> E-Mail: presse at gfbv.de, Homepage:http://www.gfbv.de
> ======================================================


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16 Europas Pride-Veranstalter tagten in Madrid: HOSI-Wien-Mitarbeiter Kurt Krickler in EPOA-Vorstand 
Von:    Homosexuelle Initiative Wien <office at hosiwien.at>
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Medienaussendung der Homosexuellen Initiative (HOSI) Wien vom 9. Oktober 2006

Europas Pride-Veranstalter tagten in Madrid
 HOSI-Wien-Mitarbeiter Kurt Krickler in EPOA-Vorstand gewählt

Vom 6. bis 8. Oktober 2006 tagte in der spanischen Hauptstadt der europäische Dachverband der Veranstalter von Lesben- und Schwulenparaden, EPOA (European Pride Organisers Association). Dabei wurde die Lizenz für EuroPride 2009 an Zürich vergeben. Dieser "europäische" Pride wird seit 1992 jedes Jahr in einer anderen Stadt durchgeführt, 2001 etwa in Wien. Dieses Jahr war London an der Reihe, nächstes Jahr wird EuroPride in Madrid, 2008 in Stockholm stattfinden.

 Die Homosexuelle Initiative (HOSI) Wien, die seit 2003 die Wiener Regenbogen-Parade veranstaltet, ist die einzige österreichische Mitgliedsorganisation der EPOA. HOSI-Wien-Generalsekretär Kurt Krickler, der seit 2004 als Menschenrechtskoordinator Mitglied des EPOA-Vorstands ist, wurde in Madrid in diese Funktion wiedergewählt. 

 Rückfragehinweis:
 Kurt Krickler, Generalsekretär, Tel. (01) 5451310 oder 0664-5767466
 Christian Högl, Obmann, Tel. 0699-11811038
 Bettina Nemeth, Obfrau, Tel. 0699-11965265
office at hosiwien.at, www.hosiwien.at
 ZVR-Nr.: 5245 34 408
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17 Irak / Flüchtlinge: Oberverwaltungsgericht soll Christenverfolgung anerkennen!

Von:    GFBV Hans Bogenreiter <hans.bogenreiter at gfbv.at>
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> GESELLSCHAFT FÜR BEDROHTE VÖLKER
> PRESSEMITTEILUNG  Göttingen/Koblenz, den 09.10.2006
>
> Dringender Appell an Oberverwaltungsgericht
> Die gefährliche Lage der Christen im Irak anerkennen!
>
> Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat am Montag dringend an
> die Richter des Oberverwaltungsgerichtes Rheinland-Pfalz in Koblenz
> appelliert, der Klage eines irakischen Ehepaars christlichen Glaubens aus
> Bagdad stattzugeben und der Familie mit ihren minderjährigen Kindern in
> Deutschland weiter Schutz zu gewähren. "Nachrichten über
> Misshandlungen, Folterungen und Morde an Christen im Irak erreichen uns
> täglich, deshalb ist es verantwortungslos, dass das Bundesamt für
> Migration und Flüchtlinge verfolgten irakischen Christen die Anerkennung
> entzogen hat", heißt es in dem Schreiben der GfbV.
>
> "Im mehrheitlich christlichen Europa fühlt man sich heute von
> islamistischem Terror bedroht, da ist es grotesk, einer verfolgten
> Christengruppe, die zu großen Teilen ihre Heimat verlassen hat oder ihre
> Flucht vorbereitet, den Aufenthalt in Deutschland zu verweigern", betont
> der GfbV-Generalsekretär Tilman Zülch.
>
> Nach Recherchen der Menschenrechtsorganisation sind die assyrisch-
> chaldäischen Christen im Irak religiöser Verfolgung ausgesetzt und
> Flüchtlinge können ohne Gefahr für Leib und Leben nicht in ihre Heimat
> zurückkehren. Obwohl es im Irak den weltweit aggressivsten islamistischen
> Terror gibt, hatte das Bundesamt den Asylwiderruf  für die Familie damit
> begründet, dort habe sich die politische Situation nach der Intervention 
> der
> USA und dem Sturz Saddam Husseins geändert. Der Fall wird am Dienstag
> in Koblenz verhandelt (AZ: 10 A 10785/05.OVG).
>
> "Die Angehörigen der christlichen Minderheit des Süd- und  Mittelirak
> müssen von Stunde zu Stunde mit Terroranschlägen rechnen. Sie können
> sich in ihren Kirchen nicht mehr versammeln, nachdem 25 Gotteshäuser
> Terroranschlägen zum Opfer gefallen sind. Erst vor einigen Tagen
> explodierte vor der Maria-Kathedrale in Bagdad ein mit Sprengstoff
> beladenes Auto", sagt der GfbV-Nahostreferent, Kamal Sido. Priester
> würden ermordet und täglich würden Christen entführt. Um nicht auf
> offener Straße von Islamisten angegriffen zu werden, müssten Christen
> ihre Identität verbergen, und Christinnen müssten sich verschleiern.
>
> Auch im nordirakischen Kurdistan sei die Sicherheit der christlichen 
> Assyro-
> Chaldäer nicht hinreichend gewährleistet, schrieb die GfbV. Dieses Gebiet
> sei zwar befriedet, jedoch mit Flüchtlingen völlig überlastet. Die schon 
> jetzt
> hoffnungslos überforderten kurdischen Behörden und humanitären
> Organisationen befürchteten zudem ein Übergreifen des Terrors auf ihre
> Region. Außerdem drohe die türkische Regierung immer wieder mit dem
> Einmarsch türkischer Truppen in Irakisch-Kurdistan. Die türkische, aber
> auch die iranische Artillerie beschieße nahezu täglich Ortschaften, 
> darunter
> auch christliche Dörfer, auf dem kurdisch-irakischen Territorium. Von 
> einer
> dauerhaften Änderung der politischen Verhältnisse in Irakisch-Kurdistan
> könne deshalb nicht die Rede sein.
>
> Trotz des "Autonomie-Status" sei Irakisch-Kurdistan weiterhin ein
> Bestandteil des Irak. Alles, was über die Sicherheitslage im Irak gesagt
> werde, gelte auch für Irakisch-Kurdistan. Diese Region werde sowohl von
> den Nachbarstaaten als auch aus dem übrigen Irak täglich bedroht.
>
> Eine Chronik der Anschläge auf christliche Kirchen finden Sie auf unserer
> Homepage www.gfbv.de
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> Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV)
> Inse Geismar, Pressereferentin
> Postfach 2024, D-37010 Goettingen
> Tel.+49/551/49906-25, Fax:++49/551/58028
> E-Mail: presse at gfbv.de, Homepage:http://www.gfbv.de
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18 Heiligendamm -- Japan

Von:    gipfelsoli-l at lists.nadir.org <gipfelsoli-l at lists.nadir.org>
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Gipfelinfo - Meldungen über globalisierte Solidarität
   und die Proteste gegen unsolidarische Globalisierung
------------------------------------------------------ www.gipfelsoli.org --

- G8- Infotour goes Ostsee
- G 8-Polizei zieht in Festung
- Einladung zum camping07-Treffen am Samstag, 21.10.2006 in Berlin
- Repression in Osaka, Japan, as city bids for G8 2008

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G8- Infotour goes Ostsee

In Deutschland rollt die Infotour schon seit beinahe einem Jahr. Jetzt haben
sich zwei AktivistInnen der Infotour AG - einer Arbeitsgruppe des Dissent!
Netzwerkes. Auf eine Infotour um die Ostsee aufgemacht. Ziel dieser Tour ist es
in der Ostseeregion Informationen zur G8, zum Stand der Mobilisierung und zu den
konkreten Plänen zu verbreiten und zu diskuttieren.
G8- Infotour goes Ostsee

In Deutschland rollt die Infotour schon seit beinahe einem Jahr. Infotouris
versuchen den Stand der Planung zur G8 und die Diskussionen um die Planung
herum vermehrt auch in andere Länder zu bringen, um sie mit AktivistInnen und
anderen Interessierten zu diskuttieren und natürlich auch nach Deutschland zu
mobilisieren Wichtig ist vor allem die internationale Vernetzung, der Austausch
von Erfahrungen, Protest formen, Träumen und Lebensalternativen.

Die aktuelle Tourder InfotourAG, einer Arbeitsgruppe des Dissent!-Netzwerks,
führt uns um die Ostsee herum. In 16 Stationen wird versucht zu erläutern und
zu diskutieren, weshalb Menschen gegen die G8 (IMF,WB,NATO, etc.)mobilisieren
und protestiert haben was der Stand der Vorbereitung für 2007 in Deutschland.
ist und wie sich Menschen in anderen Ländern dezentral oder direkt in
Heiligendamm .daran beteiligen können. .

Der Erste Stopp: Bialystock- Ostpolen. Die Tour begann erst soweit im Osten
Polens, weil in weiter westlich gelegenen Städten des Landes die InfotourAG auf
früheren Fahrten Halt gemacht hat, oder noch halten wird.
Die Szene in Bialystock besteht vor allem aus AntiFa-Hooligans, die bis vor
kurzem noch über einen eigenen Squat verfügten. Der wurde jedoch vor kurzem
geräumt, weshalb unsere Veranstaltung in einem Theatercafé stattfand.
Besonderes interessant war die Diskussion, um Gipfelerfahrungen, die sich nach
der Veranstaltung entfaltete. Es gab in Polen die Erfahrung, dass das
IWF-Gipfel in Prag einen wichtigen Meilenstein in der Entwicklung der
anarchistischen Szene in Polen darstellte. Gipfelproteste können also wichtig
sein, um sich zu finden, zu vernetzen und danach verstärkt miteinander zu
arbeiten. Eine andere Erfahrung war die des EuropeanEconomicForums 2004 in
Warszawa. Es hatte eine große, internationale Mobilisierung gegeben in deren
Verlauf sich die anarchistischen Gruppen vernetzten und aktiver
zusammenarbeiteten.. Aber über den Gipfel hinaus entstand ein politische Leere,
in der sich viele Aktivistinnen wieder entpolitisierten, so daß die Szene im
Nachinein nicht stärker war, als davor. Die Erfahrungen aus Bialystock können
wir in Deutschland als Warnzeichen verstehen, dass es über den Gipfel
hinausweisende politische glocale Zusammenarbeit und Projekte geben sollte, um
so die Stärke und den Elan über den Gipfel hinaus retten zu können.

Nach Polen erreichte die Infotour dann mit Litauen das südlichste der drei
baltischen Staaten. Hier gab es Veranstaltungen in der Hauptstadt Vilnius und
in Kaunas und Klaipeda. Die Szene in Litauen ist noch am Wachsen. Am größten
ist sie in Vilnius, wo es bis 2004 einen politischen Squat (green club) gab.
Mittlerweile wurde auch schon das Nachfolgeprojekt von der Polizei geräumt. In
Vilnius, wie auch in anderen Teilen des Baltikums fiel uns auf, dass Politik
hier nicht verstetigt ist, und weniger auf Gruppen und Kampagnen basiert,
sondern die Aktivisten sich zu einzelnen Aktionen zusammenfinden. Einzig in
Riga gab es eine stabile Gruppe von Umweltaktivisten. In den anderen Städten
war weniger von einer explizit politischen Szene die Sprache, sondern mehr
allgemein von einer Punk-Szene, die sich auch politisch betätigt, die primäre
Identifikation sind also nicht politische Projekte, sondern die Musik und die
Kultur. Zu dieser Kultur kann man auch Lifestylekonzepte zählen, die hier einen
viel höheren auch politischen Identifikationswert haben, als in Deutschland, wie
z.B. Veganismus, Straigt-Edge, D.I.Y.... Auch sind die Zusammenhänge meist viel
jünger, als in Deutschland. Ein Großteil der AktivistInnen ist noch SchülerIn
und nur sehr wenige sind ArbeitnehmerInnen oder Arbeitslose. Auch von der
Militanz bewegen sich die Szenen im Baltikum auf einem anderen Level ? die
Aktivitäten begrenzen sich hauptsächlich auf Sprühen, und Distribution von
Information (z.B. Infoläden in Vilnius und Riga). Ein weiteres Problem ist,
dass es in vielen der Städten, die wir besuchten keine festen Lokalitäten gibt,
von denen aus sich politische Aktionen entwickeln könnte. Die Menschen treffen
sich vor allem in Privatwohnungen oder ihnen freundlich gesinnten Bars.

Da nur in Ausnahmefällen jemand auf den Veranstaltungen zuvor auf einem Gipfel
gewesen war, ging es auch sehr stark darum die Konzeption, Erfahrungen und
Inhalte von Gipfelprotesten näher zu bringen. Auf fast jeder der Stationen
fanden sich Menschen zusammen, die planen nach Heiligendamm zu kommen. Ein
großes Problem stellt dabei jedoch der Zeitraum des Gipfels dar. Der Gipfel
findent genau während des Prüfungszeitraums für Schulen und Universtitäten
statt.

In Lettland, dem mittleren der baltischen Staaten hielten wir in Liepaja,
Kuldiga und der Hauptstadt Riga. Außer in Riga ist die Arbeit hauptsächlich
kultureller Art. Kuldiga bekannt für sein Jugendzentrum Zabadaks ist so eine
Art Zentrum für die Punkkultur in Lettland, fünf Jahre lang wurde von hier aus
das größte Punk-D.I.Y.-Festival des Baltikums vorbereitet. Eine explizit
politische Szene scheint es nur in Riga zu geben, der größten Stadt des
Baltikum. Hier ist es die 'Grüne Freiheit' ein Infoladen und Büro in dem sich
vor allem UmweltaktivistInnen bewegen. Der Unterschied in den politischen
Welten macht sich auch daran manifest, wie in Lettland mit dem im November
stattfindenen NATO-Gipfel umgegangen wird. Es gibt bisher fast keine
Mobilisierung nach Riga. Das liegt nicht nur an der politischen Kultur, sondern
auch daran, dass es in Riga kaum Örtlichkeiten gibt, um hunderte geschweige denn
tausende Demonstranten unterzubringen. Ziel der lokalen AktivistInnen ist es
kurzfristig einige kleinere Aktionen während des Gipfels auf die Beine zu
stellen. Es ist geplant einige wichtige Strassen zu blockieren und durch
Aktionen auf die Polizeirepression aufmerksam zu machen.
In Riga entstand dann unter den Anwesenden spontan die Idee eine Fahrradkarawane
nach Heiligendamm zu machen. Angeregt durch die Erfahrungen der
G8-Fahrradkarawane nach St. Petersburg, deren Spuren uns in vielen Stationen
während der Tour begegneten. Die Idee per Fahrrad nach Heiligendamm zu kommen
wurde auch in Estland freudig aufgenommen, dem nördlichsten Land des Baltikums.

In der estnischen Szene, aber auch sonst im Land ist eine geographische, aber
auch kulturelle (uns sprachliche Nähe) zu Finnland zu merken. Die Szene scheint
hier im Verhältnis zur größe des Landes am stärksten ausgebildet zu sein. Wir
hielten in Tallinn der Hauptstadt und Tartu der Universitätsstadt des Landes.
In Tallinn gibt es noch einen halb legalen Wohnsquat, die Veranstaltung fand
aber in einer befreundeten Bar statt, in der auch fast alle Punk und
Skakonzerte stattfinden.
Das Interesse war erfreulich groß, der Raum war schon fast zu klein für die
Menge an Menschen, die kamen, um der Präsentation zu folgen. Und hier gab es
auch eine Gruppe von Menschen, die schon gemeinsam als Gruppe zu Gipfeln
gefahren war, um dort zu protestieren ? nach St. Petersburg zum G8 Gipfel und
nach Helsinki zum ASEM-Treffen, beides 2006.
Auch hier herrschte großes Interesse daran, nach Heiligendamm zu kommen. Aber
wie in den anderen Ländern des Baltikums und in Polen war eine der wichtigen
Fragen, die der Finanzierung der Anfahrt.
Wenn wir also wollen, dass auch aus diesen Ländern Gruppen von AktivistInnen
nach Heiligendamm kommen, muß noch Geld gesammelt werden, um sie darin zu
unterstützen.

Alles in allem war die Tour durch das Baltikum ein großer Erfolg. In vielen der
Städte war es die erste Veranstaltung dieser Art.

weiterführende Links:

Litauen: www.hardcore.lt (Plattform für Musik, Politik und Diskussion)
Lettland: www.hc.lt (Plattform für Musik, Politik und Diskussion),
www.zb-zeme.lv (Seite der Grünen Freiheit in Riga),
www.nekac.lv (Seite des Zabadaks in Kuldiga)
Estland: www.punamust.org (anarchistische Seite aus Estland),
www.punkar.pri.ee (Punkforum)

Seite der InfotourAG: www.dissentnetwork.org/wiki
Termine und Material unter: www.gipfelsoli.org

[http://germany.indymedia.org/2006/10/158437.shtml]


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G 8-Polizei zieht in Festung

Im Polizeistandort Rostock-Waldeck wird derzeit ein neues Domizil für die G
8-Einsatzgruppe hergerichtet. Auch ein Zaun ist im Bau.
Rostock (OZ) Es wird konkret. Der Bau eines Zaunes für Heiligendamm ist seit
Freitag europaweit ausgeschrieben. "13 000 Meter Sicherheitszaun, Errichtung
und Demontage, mit Fertigteilfundamenten, Toranlagen, Durchfahrtssperren",
heißt es lapidar im Bekanntmachungstext. Vom 2. Januar nächsten Jahres an soll
der Zaun errichtet werden, bis zum 31. August wieder abgebaut sein.
Schlusstermin für den Eingang der Angebote ist der 19. Oktober.

Wie der Zaun im Einzelnen ausgestattet sein wird, ist noch nicht ganz klar.
"Möglichkeiten gibt es viele", so ein Rostocker Ingenieur, der namentlich nicht
genannt werden will. "Überwachungskameras wären wahrscheinlich zu teuer." Eher
ist offenbar an Bewegungsmelder und Mikrofone zu denken, die dann an dem 2,50
Meter hohen Zaun installiert werden. Zudem ist an den Einsatz von privaten
Sicherheitsdiensten gedacht.

Gleichzeitig wurde bekannt, dass die Polizei-Einsatzgruppe für den G 8-Gipfel,
die unter dem Namen "Kavala" arbeitet, von ihrem jetzigen Domizil auf dem
ehemaligen IGA-Gelände in Schmarl nach Rostock-Waldeck umzieht. An dem
Standort, der auch Bereitschafts- und Autobahnpolizei beherbergt, wird derzeit
ein Block neu hergerichtet. Ein neuer, olivgrüner und ebenfalls etwa 2,50 Meter
hoher Sicherheits-Gitterzaun riegelt das Gelände zur in Sichtweite führenden
Autobahn A 20 hin ab. Auch eine Zuwegung von der Autobahnseite zu dem Komplex
ist im Bau. Kavala-Sprecher Axel Falkenberg: "Wir planen aber keine eigene
Zufahrt zur Autobahn." Auch stehe der Umzug nicht in Zusammenhang mit
Demonstrationen von Gipfelgegnern in Schmarl. "Die Zahl von derzeit 80
Kavala-Mitarbeitern wird bis zum Gipfelbeginn noch deutlich aufgestockt", so
Falkenberg. Dies sei der einzige Grund für den Umzug.

Dem Sicherheitsbedürfnis der Beamten wird die neue, umzäunte Unterkunft sicher
eher gerecht als das Bürogebäude in Schmarl. Mit immerhin 100 000 Gipfelgegnern
muss ab Mai in der Hansestadt Rostock und Umgebung gerechnet werden. In
alternativen "Gipfel-Zeitungen" ist von Camp-, Straßen- und Blockadeaktionen
sowie von Großdemos die Rede.

[Ostseezeitung, 2. Oktober 2006]


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Einladung zum camping07-Treffen am Samstag, 21.10.2006 in Berlin
vorbereitung des campings gegen die g8 2007

BITTE AUCH WEITERLEITEN!

Ihr findet die schön gemachte Einladung als pdf unter:
http://autoorganisation.org/mediawiki/images/1/19/Einladungcamptreffen2110.pdf

PROGRAMM.

Ab 13.30 Uhr Vokü, ankommen, essen, treffen
15 Uhr Anfangen mit Sprechen
19 Uhr Trocknes Abendessen mit Salat
19:45 Uhr bis 22:00 weiterreden

Am Sonntag - für alle, die wollen - im Morgengrauen aufbrechen nach Hannover zum
Treffen des Rostock-Vorbereitungskreises

VORSCHLÄGE FÜR BESPRECHENSWERTE PUNKTE.

Alle auf den gleichen Stand der Dinge bringen
Was haben die UnterAGs bisher schon gemacht?
camp06-infos
Zielvorstellungen der camping07-AG
Auswirkungen der Bündnisentwicklungen auf die camping-Planung?
Über was muss in Osnabrück auf dem dissent-Plenum gesprochen werden?
Wie treten wir in den Hannover-Gesprächen auf?
Wie geht's weiter, was drängt?
Kommunikation
Projekt- und Ideenbörse

INFOS.

Ort.
In der Offenen Uni BerlinS (OUBS) | auf dem HU-Campus-Nord (Haus 20),
Philippstr. 13 (nähe Bahnhof Friedrichstraße oder U Oranienburger Tor) |
http://offene-uni.tk/
Am besten zu finden über U/S Friedrichstrasse, dann nach Norden über die
Spreebrücke gehen und dann die dritte Straße links abbiegen
(Claire-Waldoff-Str.), durch das Tor und quer über den Campus.
Oder ruft in der OUBS an, Telefonnummer: 030 20 93 60 76
Eine ganz kleine Karte findet ihr unter:
http://home.pages.at/homes/img/oubsmap.jpg

Schlafen.
wegen Schlafplatzbedarf bitte melden bei enrico[at]projektwerkstatt.de und
Schlafsack und Isomatte mitbringen. Ihr könnt in der OUBS übernachten,
Luxusunterkünfte müsst ihr selbst organisieren.

Kontakt.
arg-g8 [at] web.de

Herzlichst, eure arg8 [autonomeressourcengruppe]

[autonomeressourcengruppe]


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Repression in Osaka, Japan, as city bids for G8 2008

There has been a series of arrests in Osaka against the homeless liberation
movement. Several activists, including anarchists, have been detained on
serious charges. These arrests follow a number of attacks by Osaka city against
homeless people and their supporters.

Osaka is a candidate location for hosting the G8 summit of 2008, and will host
the World Athletic Championships next year. As with these kinds of
international projects of finance, we can expect excluded people to be
displaced, criminalized and attacked in the course of these events. The recent
preparations for the World Rose Convention held in Osaka saw a number of
attacks against homeless people and their self-organized activity. The recent
arrests of these good-hearted people is a repressive act against the social
movements, and our first impulse is to increase and internationalise the fight
of all homeless, all squatters and all marginalized/ exploited people!

Fighting for a beautiful life!

Burn your rent contracts!

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Von: Mr. Nakagiri of the Nagai comrades organization/Kamagasaki patrol

Yesterday (28 September '06), five of our comrades were arrested. It is clear
that the motives of the authorities are to crush our movement. We have held two
rushed solidarity meetings and have drawn up a letter of protest. Some of the
media has been reporting the case based on nothing but slander, so please read
the information here. If there are any unclear points, please contact the
Kamagasaki Iryou-ren, listed below, or directly to myself, Nakagiri.

With the lure of the world games and political summits, this may be a step
towards simultaneous evictions across the city. The possibility that eviction
will be thrust upon the squatting and homeless population of Osaka is high.

We respectfully ask for your cooperation in getting this letter of protest to
Osaka City and to the prefectural police, as well as in contributions for
lawyer and legal fees for our arrested comrades.

Nakagiri Kousuke of the Nagai Comrades organization/Kamagasaki patrol
090-1953-0886 (Some English spoken)

(Please forward the below far and wide)

Letter of Protest

On September 27th at 6 a.m, 4 of our comrades were arrested on warrant by the
Osaka prefectural police, and at 9 p.m. the same day another individual was
arrested.

Mr. Inagaki of the Kamagasaki regional labor union, two people who live at
Nishi-nari park (in southwest Osaka), a comrade who volunteer with the
Nishinari park Yorozu consultation tent and a comrade from the Kamagasaki
patrol have been arrested. The first four are held on two counts of "violent
interference in city affairs" and "violations related to violent activity".
Details regarding the arrest of the Kamagasaki patrol comrade are not yet
known.

On this same day we organized a "September 27th repression emergency aid
meeting", in which we gathered and discussed the situation among
squatter/homeless organizations, aid organizations, workers' unions that have
fought alongside us, and others. In the emergency aid meeting, we clarified
that this latest repression is "part and parcel of the eviction of Nishi-nari
park and other parks, and is a pre-meditated attempt to crush the squatters and
homeless movement."

We hereby strengthen our conviction to continue to fight together with our
squatting and homeless comrades who have combated poverty and eviction in a
struggle for survival and the protection of their human dignity. Therefore, we
will by no means stand by and permit the actions of Osaka city and the
prefectural police, who have laid bear their inhumanity in the pursuit of an
obvious attack on this social movement. We will win the return of our five
comrades and push our movement forward.

Mr. Inagaki had involved himself in regular police monitoring activities around
the Shiomibashi area (Osaka Naniwa-ward) in order to prevent police harassment
during Osaka city's regular 'cleaning', which requires squatters to disassemble
their huts temporarily to allow city workers to clean the area. During the
cleaning on April 27th, Mr. Inagaki protested against a city worker (from the
Osaka city construction office) filming people without a permit. This is the
city's "violent interference in city affairs" and "violations related to
violent activity" and the city's claims that the city worker's wrist was
grabbed and that he was punched in the chest have no basis in reality.

Mr. Inagaki has been denouncing the continual violence against workers in
Kamagasaki by the Nishi-nari police force for several years. He has recently
been actively i