widerst at nd mund: Donnerstag, 25. Mai 2006
MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst
analle at no-racism.net
Don Mai 25 17:56:58 CEST 2006
widerst at nd MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst
Medieninhaberinnen & Medieninhaber seid Ihr
www.no-racism.net/mund
Donnerstag, 25. Mai 2006
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A) INHALT
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AKTIONEN, ANKÜNDIGUNGEN UND TERMINE
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01 Die US-amerikanische Außenpolitik im Nahen Osten von 1979 bis 2006
von ASt-LFI <ast-lfi at gmx.net>
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02 Großdemonstration gegen Bush-Besuch am 21. Juni, 17.00, Westbahnhof
von ASt-LFI <ast-lfi at gmx.net>
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03 REVOLUTION - Neue Entwicklungen zur ersten Aktionskonferenz
für den SchülerInnenstreik gegen den Bush-Besuch im Juni
von ASt-LFI <ast-lfi at gmx.net>
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04 REVOLUTION - 2. Juni: Demo und Aktionskonferenz gegen den Bush-Besuch!
von ASt-LFI <ast-lfi at gmx.net>
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05 [kinoki-mikrokino] Fr 26.5., Café Apartment 02 - Die Revolution
filmen 2/4: La ultima ce na (Tomas Gutierrez Alea)
von p <p at kinoki.at>
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06 Mehr als eine Liebe. > Radio Stimme - 25.5.
von Radio Stimme <radio.stimme_news at initiative.minderheiten.at>
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07 [Depot-news] Programm 29.Mai - 02.Juni
von depot-news at mailman.sil.at
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08 Frauenhetz Erinnerungsmail - 27.5. Fragen - wie:
Demokratie denken... von Verein Frauenhetz <office at frauenhetz.at>
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09 Vortrag: Von Kulturimperialismus und
Zivilisierungsmissionen, Sa 27. Mai, 19 Uhr
von remapping mozart <remapping.mozart at initiative.minderheiten.at>
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10 Buch von Willi Stelzhammer
von "Alois Reisenbichler - Stadtteilzentrum Simmering"
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11 3 Termine: u.a. Vortrag: Von
Kulturimperialismus und Zivilisierungsmissionen,
Sa 27. Mai, 19 Uhr von <news at initiative.minderheiten.at>
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MELDUNGEN/MEINUNGEN/KOMMENTARE
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12 KPÖ/Wohnkosten/Energie/Preisregelung/Ölpreisbindung
von KPÖ-Kommunikation <kpoe at aon.at>
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13 ASt - Deutschland: Für eine organisierte linke Opposition in der WASG
von ASt-LFI <ast-lfi at gmx.net>
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14 KPÖ/Politikerbezüge/Erhöhung
von KPÖ-Kommunikation <kpoe at aon.at>
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15 al_news] ÖGB / Raiffeisen / Interview Pérez Borges
von "AL-Antifaschistische Linke" <al at sozialismus.net>
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16 US: Kauft keine Rechner vom Chinesen
von "q/depesche" <depesche at quintessenz.org>
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INTERNATIONALE SOLIDARITÄT
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17 [gipfelsoli] Weltbank -- Heiligendamm
von gipfelsoli-l at lists.nadir.org
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18 Äthiopien: Protest gegen Maßregelung der Deutschen Welle
von "GFBV Hans Bogenreiter" <hans.bogenreiter at gfbv.at>
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19 Chris Gilbert's resignation over Venezuelan Exhibition
von Oliver Ressler <oliver.ressler at chello.at>
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B) TEXTE
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AKTIONEN, ANKÜNDIGUNGEN UND TERMINE
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01 Die US-amerikanische Außenpolitik im Nahen Osten von 1979 bis 2006
von ASt-LFI <ast-lfi at gmx.net>
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Die US-amerikanische Außenpolitik im Nahen Osten von 1979 bis 2006
Widersprüche, Hintergründe sowie die Perspektiven des Widerstandes
Eine Veranstaltung des ArbeiterInnenstandpunkt
Wann: Freitag 26.Mai 19.30
Wo: Amerlinghaus, Stiftg. 8, 1070 Wien (U3 Neubaugasse)
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02 Großdemonstration gegen Bush-Besuch am 21. Juni, 17.00, Westbahnhof
von ASt-LFI <ast-lfi at gmx.net>
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Jetzt ist es fix: Großdemonstration gegen Bush-Besuch am 21. Juni
Treffpunkt: 21. Juni, 17.00, Westbahnhof
Presseaussendung, 18. Mai 2006
Presseaussendung der Aktionseinheit "BUSH GO
HOME" zur Großdemonstration gegen den Besuch des
US-amerikanischen Präsidenten George Bush am 21.
Juni
(aus: Red Newsletter Nr. 213, Informationsdienst
des ArbeiterInnenstandpunkt, 23. Mai 2006,
www.arbeiterinnenstandpunkt.net)
Wien.- Auf seiner jüngsten Sitzung beschloß die
Aktionseinheit „BUSH GO HOME“, die
Großdemonstration gegen den Besuch des
US-amerikanischen Präsidenten George Bush am
Mittwoch, den 21. Juni um 17.00 abzuhalten.
Treffpunkt ist der Westbahnhof in Wien.
Die Demonstration wird die breite Ablehnung in
der österreichischen Bevölkerung gegen die
kriegstreiberische Politik der US-amerikanischen
Regierung zum Ausdruck bringen. Nach dem Überfall
auf den Irak und dessen jahrelangen Besatzung
durch US-Truppen droht jetzt ein neuerlicher
Angriffskrieg gegen den Iran. Die Proteste
richten sich auch gegen den EU-USA-Gipfel, der
symbolisch die zunehmende Ähnlichkeit der
EU-Außenpolitik mit der US-amerikanischen
verdeutlicht. (EU-Battlegroups, Drohgebärden
gegen den Iran, Militäreinsätze in Afrika usw.)
Der Westbahnhof wurde als Treffpunkt nicht nur
aufgrund seiner zentralen Lage und seiner
Tradition als Auftaktort zahlreicher
Demonstrationen gewählt, sondern auch aufgrund
der Teilnahme zahlreicher DemonstrantInnen aus
den Bundesländern sowie aus dem benachbarten
Ausland.
Der 21. Juni wird nicht nur der Tag des
Bush-Besuches. Der 21. Juni wird auch der Tag des
lauten und kämpferischen NEIN’s tausender
Menschen gegen den Besuch des Oberterroristen und
Kriegsherren Bush. An diesem Tag wird das andere
Österreich aufstehen, jenes Österreich, das
Schüssel’s Schoßhündchen-Politik gegenüber dem
amerikanischen Kriegstreiben ablehnt. Der 21.
Juni gehört nicht den Mächtigen, gehört nicht der
Hofburg – der 21. Juni gehört den
KriegsgegnerInnen und dem Protest auf der Straße!
BUSH GO HOME!
Weitere Informationen unter:
Sandra Bakutz – 0676/94 25 290
Otto Bruckner – 0676/69 68 852
Hermann Dworczak – 0676/972 31 10
Michael Pröbsting – 0650/406 83 14
http://bushgohome.at
bushgohome at gmx.at
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03 REVOLUTION - Neue Entwicklungen zur ersten Aktionskonferenz
für den SchülerInnenstreik gegen den Bush-Besuch im Juni
von ASt-LFI <ast-lfi at gmx.net>
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21.Juni 9.00 Westbahnhof
Alle heraus zum Schulstreik gegen den Bush-Besuch!
(aus: Red Newsletter Nr. 213, Informationsdienst
des ArbeiterInnenstandpunkt, 23. Mai 2006,
www.arbeiterinnenstandpunkt.net)
Am 21. Juni kommt der Kriegsverbrecher George
Bush nach Wien. REVOLUTION plant seit dem
Bekanntwerden dieses Ereignisses die
Organisierung eines Schulstreiks. Jetzt ist es
fix: Wir versammeln uns um 9.00 am Westbahnhof
und marschieren in Richtung Innenstadt, wo sich
Bush, die EU-Politiker und Schüssel in der
Hofburg treffen. Unser Ziel ist, tausende
Jugendliche auf die Straße zu bringen und der
Öffentlichkeit zu zeigen, wie groß die Ablehnung
der imperialistischen Kriegs- und
Besatzungspolitik ist. In der Resolution der
Aktionskonferenz vom 26. April hielten wir fest:
„Wenn Bush kommt, dann verbringen wir die Zeit
nicht im Klassenzimmer, sondern auf der Straße!
Die Öffentlichkeit soll sehen, dass wir nicht die
braven, unpolitischen SchülerInnen sind, wie uns
die Herrschenden gerne hätten. Für das Leben
lernen, heißt im Juni: Wir lernen Widerstand zu
leisten gegen Krieg und Besatzung!“
Die Mobilisierung für den Schulstreik steht schon
längerer Zeit im Zentrum unserer Arbeit. Wir
haben zu diesem Zweck einen entsprechenden Antrag
im Wiener SchülerInnenparlament eingebracht, der
mit deutlicher Mehrheit angenommen wurde. Ebenso
organisierten wir eine Aktionskonferenz am 26.
April, an der mehr als 50 AktivistInnen aus den
Schulen teilnahmen. Gegenwärtig konzentrieren wir
uns auf den Aufbau von Aktionskomitees an den
Schulen. In solchen Aktionskomitees an der Basis
können die politischen Hintergründe der
imperialistischen Kriegspolitik – insbesondere
der drohende US-Atombombenangriff gegen den Iran
– diskutiert werden. Gleichzeitig kann hier die
Durchführung des Schulstreiks am 21. Juni konkret
geplant werden.
Während wie mit zahlreichen Organisationen im
Rahmen des Bündnisses BUSH GO HOME die
Großdemonstration am 21. Juni um 17.00 planen,
haben wir bisher vergeblich versucht, die
sozialdemokratischen Jugendorganisationen für
eine Zusammenarbeit für den Schulstreik zu
gewinnen. Ein Brief unsererseits vom 24. März mit
dem Appell zur Zusammenarbeit blieb bis heute
unbeantwortet. Die SJ und die Linkswende haben
sich sogar aus der Aktionseinheit BUSH GO HOME
zurückgezogen. Einzig die linke Strömung in der
SJ – die SJ Stamokap – lehnt eine sektiererische
Abgrenzung zu den revolutionären Kräften ab und
mit diesen GenossInnen arbeiten wir auch sehr gut
in der Aktionseinheit BUSH GO HOME zusammen. Wir
erneuern daher unseren Vorschlag an die SJ, mit
uns zusammenzuarbeiten und einen gemeinsamen
Schulstreik und Demonstration zu planen.
Jedenfalls wird REVOLUTION breit in den Schulen
mobilisieren, damit der 21. Juni nicht zum Tag
von Bush und Schüssel wird, sondern zum Tag des
Widerstandes gegen imperialistischen Krieg und
Besatzung! Am 21. Juni wird Wien zur
Anti-Bush-Stadt!
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04 REVOLUTION - 2. Juni: Demo und Aktionskonferenz gegen den Bush-Besuch!
von ASt-LFI <ast-lfi at gmx.net>
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2. Juni: Demo und Aktionskonferenz gegen den Bush-Besuch!
Treffpunkt: 16 Uhr, Stephansplatz
Nach der Demo: AKTIONSKONFERENZ
zur Vorbereitung des Schulstreiks am Tag des Bush-Besuch
18:00 Amerlinghaus (Stiftgasse 8, 1070 Wien)
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05 [kinoki-mikrokino] Fr 26.5., Café Apartment 02 - Die Revolution
filmen 2/4: La ultima ce na (Tomas Gutierrez Alea)
von p <p at kinoki.at>
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VERBORGENE GESCHICHTE/N - REMAPPING MOZART
Konfiguration II: Frisch zum Kampfe! Frisch zum Streite!
Info: http://remappingmozart.mur.at/joomla/content/view/26/45/lang,de/
Die Revolution filmen
Vier Filmabende zusammengestellt von Peter Grabher
In revolutionären Prozessen spielen emblematische Bilder und
theatralische Szenen immer wieder eine Schlüsselrolle. Der dramatische
Ereignischarakter der Revolution macht sie auch zu einem attraktiven
Sujet für den Film. Seit dem sowjetischen Revolutionskino der 1920er
Jahre verhandeln Filme Revolutionen und Aufstände. Eine kleine Filmreihe
legt den Fokus auf die Interpretation der Französischen Revolution in
Spiel- und Dokumentarfilmen: Der Bruch mit dem Absolutismus in
Frankreich sowie der Bruch mit dem französischen Kolonialismus in Haiti
sind die unterschiedlichen Bezugspunkte, die den Blick dieser Filme
motivieren.
***************Einladung zum zweiten Filmabend****************
Freitag 26. Mai 2006, 20:00
Café Apartment 02
Obermüllnerstraße 2/c/6, 1020 Wien
La ultima cena (The Last Supper)
Tomás Gutiérrez Alea, Kuba 1976
120 Min., span. OF mit engl. Untertiteln, Video
Kuba, 1790: Der französische Besitzer einer Zuckerrohrplantage
versammelt in der Karwoche zwölf seiner von den Aufsehern arg
geschundenen schwarzen Sklaven zu einem symbolischen Abendmahl. Als die
Aufseher ihnen die für Karfreitag versprochene Arbeitsruhe verweigern
und ein Aufstand ausbricht, erweist sich die zelebrierte Brüderlichkeit
als Heuchelei: der Graf lässt alle Aufrührer niedermetzeln, nur einer
entkommt.
***************Die weiteren Termine***************
Samstag 3. Juni 2006, 20:00
Café Apartment 02
Obermüllnerstraße 2/c/6, 1020 Wien
Haiti, Destiny of a Nation (Toussaint Louverture, Haïti et la France)
Laurent Lutaud & Georges Nivoix, F 2004
52 Min., frz. OF mit engl. Untertiteln, Video
Der Film verfolgt die Spuren Toussaint-Louvertures (1743-1803), eines
Anführers des anti-kolonialen Aufstandes in der französischen Kolonie
Saint-Domingue auf Haiti. Der ehemalige Sklave verteidigte die 1791 vom
revolutionären Frankreich zugestandene Gleichstellung der Sklaven gegen
deren Rücknahme und bahnte Haiti als erstem lateinamerikanischen Land
den Weg in die Unabhängigkeit, die kurz nach seinem Tod im Gefängnis
gegen die Truppen Napoleons erkämpft wurde.
Royal Bonbon
Charles Najman, F 2002
90 Min., frz./kreolische OF mit engl. Untertiteln, DVD
In den Strassen von Cap-Haïtien träumt ein Vagabund von seinem
imaginären Königreich. Er hält sich für die Reinkarnation von König
Henri Christophe (1767-1820), den früheren Sklaven und Befreier Haitis
im Jahr 1804. Als „König Chachaâ*œ aus der Stadt vertrieben wird, flüchtet
er in die grandiosen Ruinen des Schlosses Sans Souci, wo er seinen „Hofâ*œ
wiederherstellt. Der erste Film, der zur Gänze in Haiti gedreht wurde.
Samstag 10. Juni 2006, 20:00
Café Apartment 02
Obermüllnerstraße 2/c/6, 1020 Wien
Week End
Jean-Luc Godard, F/I 1967
99 Min., frz. OF mit engl. Untertiteln, DVD
Ein Pariser Mauerspruch verkündete im Mai â*™68: „Ein einziges
nichtrevolutionäres Wochenende ist unendlich viel blutiger als ein Monat
permanenter Revolution.â*œ Godards Week End ist die verstörende
Illustration dieses Slogans: Freiheit ist die Freiheit der Autofahrer,
Gleichheit die der Waren, Brüderlichkeit kaum eine Erinnerung mehr.
Zwischen Autounfällen erklingt die Klavier-Sonate in D-Dur (KV 576) von
Mozart - dem „Goldstandard der Komponistenâ*œ (Kaja Silverman) - aus dem
revolutionären Jahr 1789. „Ein Film verirrt im Kosmosâ*œ, „gefunden auf
f
dem Schrotthaufenâ*œ lauten die ersten Zwischentitel, „Ende der
Geschichte. Ende des Kinosâ*œ die letzten dieses Films, in dem Godard sein
Kino der Nouvelle Vague an die Wand fährt.
VERBORGENE GESCHICHTE/N - REMAPPING MOZART
Konfiguration II: Frisch zum Kampfe! Frisch zum Streite!
Ein Projekt im Stuwerviertel über Normierung, Rebellion und Ausschlüsse
kuratiert von Ljubomir Bratic und Nora Sternfeld
Dauer 4. Mai - 11. Juni 2006
www.remappingmozart.mur.at
VERBORGENE GESCHICHTE/N - REMAPPING MOZART
Ein Ausstellungsprojekt in vier Konfigurationen
KuratorInnenteam: Ljubomir Bratic, Araba Evelyn Johnston-Arthur, Lisl
Ponger, Nora Sternfeld, Luisa Ziaja
Ein Projekt von WIENER MOZARTJAHR 2006
***************Vorschau****************
KINOKIS MIKROKINO
Politische Filmabende, 1x monatlich im depot bei freiem Eintritt.
depot, Breite Gasse 3, 1070 Wien, http://www.depot.or.at
kinoki. Verein für audio-visuelle Selbstbestimmung
mikrokino at kinoki.at | http://www.kinoki.at
Newsletter subskribieren bzw. abbestellen unter:
http://www.kinoki.at/mailman/listinfo/kinoki-mikrokino
Förderpreis Politische Kulturarbeit 2004 der IG Kultur Ã-sterreich.
Einladung #136
Mittwoch 7.6.2006, depot 19:00, freier Eintritt
DIE FILMISCHE BRÜCKE. JÜDISCHES GEDÄCHTNIS IM DOKUMENTARFILM
Die papierene Brücke
Ruth Beckermann, A 1987, 91 Min.
"Ruth Beckermanns Reise durch ihre eigene Familiengeschichte erzählt
zugleich die Geschichte der mitteleuropäischen Juden und die Geschichte
einer Region. Die Reise führt sie von Wien, wo ihre Großmutter den Krieg
als U-Boot überlebte, indem sie sich stumm stellte, und wohin ihre
Mutter aus Israel zurückkehrte, in die Landschaft Osteuropas, die von
der Verfolgung und Vernichtung der Juden zeugt. Dort, in der Bukowina,
früher ein Teil Ã-sterreich-Ungarns und heute zwischen Rumänien und der
UdSSR aufgeteilt, begegnet sie den wenigen Mitgliedern der noch
existierenden jüdischen Gemeinden.
Der Film ist von Erinnerungen motiviert und dabei voller Widersprüche:
Inmitten von Gräbern auf dem großen jüdischen Friedhof von Seret freut
sich ein alter Mann, daß er lebt und sogar gefilmt wird. Eine
amerikanische Filmgesellschaft, die im nachgebauten Theresienstadt
dreht, engagiert Wiener Juden als Statisten, damit sie im Film auch
"wirklich jüdisch" aussehen.
Die Auseinandersetzung mit der Familiengeschichte wird abrupt von
Momentaufnahmen in den Straßen von Wien unterbrochen, wo der
Antisemitismus freimütig auftritt. Aber die Gefühle zu Wien sind
ambivalent; das Wiederkommen ist nicht das Ende der Suche." (Pressetext)
Gespräch mit Ruth Beckermann.
Eine verschwundene Welt
Emil Rennert, A 2005, 50 Min., miniDV
Emil Rennert (Jg. 1986) folgt in seinem Film 'Eine verschwundene Welt'
den Spuren seiner jüdischen Urgroßeltern Lea und Pinkas, die aus
Radautz, einer Kleinstadt in der südlichen Bukowina stammten. In
Interviews zeichnet er "die Lebensgeschichte der letzten Überlebenden
des Holocaust nach und berichtet von der Zeit, in der die Bukowina noch
als vielsprachiges und multiethnisches Land existierte. Die
verschwundene Welt der fruchtbaren Koexistenz unterschiedlichster
Menschen und der reichhaltigen jüdischen Kultur in der Bukowina und in
Radautz im Speziellen, gilt es in diesem Dokumentarfilm zu entdecken."
(Emil Rennert)
Gespräch mit Emil Rennert.
Info:
Ruth Beckermann: Unzugehörig. Ã-sterreicher und Juden nach 1945.
Wien: Löcker Verlag, 1989; wiederaufgelegt bei Löcker 2005 (ISBN
3-85409-434-5).
Ruth Beckermanns Homepage
http://www.ruthbeckermann.com
"der welt in die quere". Ein inter-generationelles Kunst- u.
Erinnerungsprojekt der Familie Rennert (Exil/Amerlinghaus, 2005)
http://www.amerlinghaus.at/exil/projektquere.htm
revolution will not be televised
*************************************************
kinoki
Gumpendorfer Str. 63B
Buerogemeinschaft 1. Stock
1060 Wien
Fax: ++43 (0)1 403 87 94-17
mikrokino at kinoki.at
http://www.kinoki.at
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kinoki-mikrokino mailing list
Un/Subscribe:
https://kooperative.at/mailman/listinfo/kinoki-mikrokino_
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06 Mehr als eine Liebe. > Radio Stimme - 25.5.
von Radio Stimme <radio.stimme_news at initiative.minderheiten.at>
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RADIO STIMME - DIE SENDUNG DER INITIATIVE MINDERHEITEN
Donnerstag, 25.5 2006
13.00 Uhr, Orange 94.0 / Wien
Mehr als eine Liebe. Über Implikationen und Komplikationen von Polyamourösität
Liebe ist ... ein durch und durch fehlerhaftes System, singen Britta. Und
tatsächlich: wäre die romantische, monogame Liebe der sales-plan einer Firma -
sie wäre wohl längst bankrott gegangen. Dennoch ist sie ungebrochene Favoritin
in der Codierung von Intimbeziehungen. Warum eigentlich? Dass dafür nicht "die
menschliche Psyche", sondern auch gesellschaftliche Machtverhältnisse
verantwortlich sind, argumentieren die AutorInnen des Buches "Mehr als eine
Liebe". Aus feministischer Perspektive loten sie Polyamouröse Beziehungen als
mögliche Alternative aus. Ein Studiogespräch mit der Herausgeberin Nadja Boris
Schefzig und den Autorinnen Katharina Miko und Karin Sardadvar.
Weitere Sendungsthemen:
- Tintenfischalarm. Elisabeth Scharang und Alex Jürgen im Gespräch über ihr
Dokumentarfilmprojekt
Diese Sendung wird weiters ausgestrahlt auf:
FREIRAD (Innsbruck) Do, 1.6., 12.00 Uhr
Radio AGORA (Kärnten) Do, 1.6., 19.00 Uhr
Radio HELSINKI (Graz) Sa, 3.6., 19.00 Uhr
Radio FRO (Linz) So, 11.6., 11.00 Uhr
******
-> Neu: Radio Stimme jetzt auch in Kärnten.
Seit Jahresbeginn wird Radio Stimme nun auch in Kärnten auf Radio AGORA
ausgestrahlt. Sendezeit ist Donnerstag, 19.00 Uhr - http://www.agora.at
******
-> Sendung verpaßt? Das Internet-Archiv.
Diese und alle anderen Ausgaben von Radio Stimme sind in unserem digitalen
Sendungsarchiv jederzeit als Download und Stream abrufbar:
http://www.initiative.minderheiten.at/Radio
******
-> Sendung über's Internet hören.
Die Sendungen sind über den Internet-Livestream der Radiosender zur jeweils
angegebenen Sendezeit auch über das Internet zu hören.
Orange 94.0: http://streamintern.orange.or.at/live3.m3u
FREIRAD: http://www.freirad.at/live.m3u
Radio FRO: http://www.fro.at/livestream.php
HELSINKI: http://www.helsinki.at/live-stream.php
******
--
Radio Stimme - Die Sendung der Initiative Minderheiten
Das politische Magazin zu den Themen Minderheiten - Mehrheiten -
Machtverhältnisse
on air:
Wien - Do, 13.00 Uhr - Orange 94.0 - http://www.orange.or.at
Innsbruck - Do, 12.00 Uhr - FREIRAD - http://www.freirad.at
Kaernten - Do, 19.00 Uhr - Radio AGORA - http://www.agora.at
Linz - So, 11.00 Uhr - Radio FRO - http://www.fro.at
Graz - Mo, 08.00 Uhr - Radio Helsinki - http://www.helsinki.at
on line:
weltweit - jederzeit - http://www.initiative.minderheiten.at
--
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http://strg.at
******
-> aus der Mailinglist austragen?
leeres Mail bitte an radio.stimme_news-unsubscribe at initiative.minderheiten.at
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07 [Depot-news] Programm 29.Mai - 02.Juni
von depot-news at mailman.sil.at
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Montag, 29. Mai, 19.00
Geschlossene Gesellschaft?
Publikumsdiskussion
Sind die Eliten in Wirtschaft, Politik und Justiz
in ihren Machtpositionen, weil
sie einfach die Besten für diese Jobs sind?
Michael Hartmann behauptet in seinem
Buch "Der Mythos von den Leistungseliten", dass nicht die persönliche Leistung
das entscheidende Kriterium für den Aufstieg in Spitzenpositionen ist, sondern
nach wie vor die soziale Herkunft und das Geschlecht der betreffenden Personen.
Von einer sozialen Öffnung der gesellschaftlichen Eliten kann daher nicht die
Rede sein.
Michael Hartmann, Institut für Soziologie, TU Darmstadt
Eine Rezension von Michael Hartmanns "Der Mythos von den Leistungseliten"
(Frankfurt am Main: Campus 2002) findet sich auf http://www.oeh.ac.at/elite
In Kooperation mit der Österreichischen HochschülerInnenschaft, keine_uni, dem
Renner Institut und der Grünen Bildungswerkstatt Wien
Dienstag, 30. Mai, 19.00
Was wird aus der „Medienstadt“ Wien?
Podiumsdiskussion
Um das Potenzial der Stadt zu nutzen, bedarf es einer Vielfalt lebendiger
Freiräume. Insbesondere Orte selbstbestimmter Medienaneignung sind zunehmend
marginalisiert. Den politischen Bekenntnissen zur Förderung von Institutionen
freier Medienarbeit folgte Ernüchterung. Wo kann Medienkultur jenseits von
Konzern- und staatlichen Interessen Platz finden? Wie konstituiert sich eine
“Information City” Wien?
Konrad Becker, t0, Institut für neue Kulturtechnologien
Katharina Gsöllpointner, Medientheoretikerin
Felix Stalder, Hochschule für Gestaltung und Kunst, Zürich
Beat Weber, MALMOE
Barbara Novak, SPÖ Gemeinderätin Wien
Moderation: Sylvia Riedmann, Journalistin
Donnerstag, 1. Juni, 19.00
Haus der Geschichte
Podiumsdiskussion
Schon vor vier Jahren wurde im Depot mit einer Veranstaltungsreihe der Frage
nachgegangen, was aus der 1998 gestarteten öffentlichen Debatte um ein
nationales Geschichtemuseum geworden ist. In diesem Jahr nun wurde von der
Regierung eine Arbeitsgruppe beauftragt, bis Ende Mai eine “Roadmap” zu
erstellen, erste Umsetzungsschritte zur Errichtung eines „Hauses der Geschichte
der Republik Österreich“ zu erarbeiten. Die Zusammensetzung der Arbeitsgruppe
hat für Diskussionen gesorgt, nun stehen die Ergebnisse der Arbeitsgruppe zur
Debatte.
Günter Düriegl, Historiker, Leiter der Arbeitsgruppe zum „Haus der Geschichte“
Herbert Matis, Wirtschaftshistoriker, WU Wien, Arbeitsgruppe zum „Haus der
Geschichte“
Bertrand Perz, Zeithistoriker, Universität Wien
Heidemarie Uhl, Zeithistorikerin, Österreichische Akademie der Wissenschaften
Moderation: Marianne Enigl, profil
Freitag, 2. Juni, 19.00
Intersexualität und Zwangsoperationen
Podiumsdiskussion
Als intersexuell werden Menschen bezeichnet, deren Geschlechtsmerkmale weder
eindeutig weiblich noch eindeutig männlich sind bzw. Merkmale beider
Geschlechter aufweisen. Durch einen operativen Eingriff wird die eindeutige
Zuordnung zu einem Geschlecht, meist dem weiblichen, vollzogen. Die operativen
Eingriffe ziehen sich zumeist über Jahre und können auch zu schwerwiegenden
psychischen und physischen Folgen führen. Medizinisch lassen sich diese
Eingriffe selten begründen. Weshalb die Stimmen immer lauter werden, dem Kind
selbst die Wahl zu lassen und den Eingriff erst nach der Pubertät zu tätigen
wenn das Kind es wünscht. Die PatientInnen sollen im Mittelpunkt stehen und
nicht die Normvorstellungen der Gesellschaft.
Alex Jürgen, Hauptdarsteller „Tintenfischalarm“
Eva Matt, Juristin
Franz Waldhauser, Univ.Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde, AKH
Alfred Springer, Univ. Klinik für Psychiatrie, AKH
Eine Kooperation mit TransX und der Plattform intersex.at im Rahmen der
LesBiSchwulTransX-Aktionswoche der ÖH.
Depot
Breitegasse 3
A-1070 Wien
Tel: +43 1 522 76 13
www.depot.or.at
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Depot-news mailing list
Depot-news at mailman.sil.at
http://mailman.sil.at/mailman/listinfo/depot-news
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08 Frauenhetz Erinnerungsmail - 27.5. Fragen - wie:
Demokratie denken... von Verein Frauenhetz <office at frauenhetz.at>
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Programm Mai - Juni
Demokratie - und nu?
27. 5.
Fragen - wie: Demokratie denken
16.00 - 19.00, Workshop
Birge Krondorfer
Philosophin, Lektorin, wip
zwischen (Real)Politik als Organisationsform und der Essenz des Politischen
zwischen politischer Positionierung und der Position des Politischen
zwischen Universalismus und Totalitarismus
zwischen den Instanzen des Politischen und des Sozioökonomischen
zwischen Herrschaftstechnologie und tiefenpsychischen Motiven
zwischen (symbolischen) Subjekten und monströsem Objekt
zwischen Funktionalismus und Idealität
zwischen Partizipation und Repräsentation
zwischen Konsensualität und Abhängigkeit
zwischen Leerstelle und Gestaltungsquelle
Das alles ist natürlich zuviel für einen Nachmittag. Dennoch: Annäherungen
an manche dieser Widersprüche durch kleine Textlektüren und gemeinsame
Denkprozesse.
Veranstaltungen für Frauen!
Unkostenbeitrag/Spende: 5/3 EUR
Wir bieten auf Anfrage - bitte jeweils eine Woche vor der Veranstaltung -
Kinderbetreuung an!
Die Räumlichkeiten der Frauenhetz sind rollstuhlgerecht.
Wenn Sie das Programm der Frauenhetz nicht mehr erhalten wollen, bitte ein
mail an: office at frauenhetz.at mit Betreff: unsubscribe
sorry for cross-posting
_________________
Frauenhetz
Feministische Bildung, Kultur und Politik
Untere Weißgerberstrasse 41
1030 Wien
www.frauenhetz.at
email: office at frauenhetz.at
tel/fax: +43-1-715 98 88
Kontonummer: PSK 92022807, PSK 60000
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09 Vortrag: Von Kulturimperialismus und
Zivilisierungsmissionen, Sa 27. Mai, 19 Uhr
von remapping mozart <remapping.mozart at initiative.minderheiten.at>
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Liebe Newsletter-EmpfängerInnen,
da wir Euch in letzter Zeit von Seiten der "Verborgenen Geschichte/n -
remapping Mozart" aufgrund des dichten Veranstaltungsprogramms mit
Mails "überflutet" haben und wir wahrscheinlich schon einige von Euch
ein wenig verärgert haben (Entschuldigung!), versenden wir für die
restliche Laufzeit der Konfiguration II nur noch ein Mail pro Woche mit
allen Terminen. Den folgenden Vortrag empfehlen wir diesmal ganz
besonders!
VERBORGENE GESCHICHTE/N - REMAPPING MOZART
Konfiguration II: Frisch zum Kampfe! Frisch zum Streite!
(1) Samstag, 27. Mai 2006, 19 Uhr
*Mozart dekolonisiert. Von Kulturimperialismus und
Zivilisierungsmissionen*
Vortrag von Maria Do Mar Castro Varela und Nikita Dhawan
Kultur- und Bildungszentrum Venediger-Au/Prater, Ybbsstraße 15, 1020
Wien
Die beiden postkolonialen Theoretikerinnen Maria Do Mar Castro Varela
und Nikita Dhawan gehen in einem Vortrag der Verbindung zwischen der
Etablierung europäischer Bürgerlichkeit und dem Kolonialismus nach.
Kolonialismus ist nicht nur geographische Expansion und ökonomischer
Imperialismus, sondern bedeutet auch die Produktion eines
„zivilisierten“ Europas und des „barbarischen Rests“. Deswegen kann der
Prozess der Dekolonisierung nicht auf einen bloßen Machttransfer
limitiert bleiben. Die Irritierung und Sabotierung kultureller Normen
ist mindestens genauso wichtig. Postkolonialismus impliziert die
Zerstörung des „guten Geschmacks“, die dekonstruktive Bildstörung und
ein Auflehnen gegen die epistemische Gewalt, die von Europa und seinen
„Eliten“ ausgeht. In dem Vortrag werden u. a. „Mimikry“ und
„Hybridität“ als mögliche antikoloniale Strategien vorgestellt sowie
deren Möglichkeiten und Grenzen austariert.
Maria Do Mar Castro Varela, Promotion in Politikwissenschaften, Diplome
in Psychologie und Pädagogik.
Nikita Dhawan, Promotion in Philosophie, M.A. in Philosophie und
Germanistik.
Autorinnen von "Postkoloniale Theorie. Eine kritische Einführung",
Bielefeld 2005.
(2) Montag, 29. Mai 2006, 19 Uhr
*Traktat über die Veränderung der Verhältnisse*
Eine Montage historischer und gegenwärtiger Texte und Manifeste gelesen
von Julian Sharp und Marty Huber
Café-Konditorei am Park, Max-Winter-Platz 8, 1020 Wien
In der Geschichte gibt es immer wieder Beispiele der Wirksamkeit von
aufrührerischen Texten, die, mitunter anonym verfasst, unter den
Ladentischen verbreitet wurden. Im 18. Jahrhundert von großer Relevanz
war etwa das Traktat über die drei Betrüger, das als radikale
Abrechnung mit den drei monotheistischen Religionen, ihren
Machtansprüchen und Herrschaftstechniken zu großer öffentlicher
Aufmerksamkeit gelangte. Es handelt sich dabei um eine Paraphrase und
Montage von Texten aus dem 17. Jahrhundert. Die Lesung nimmt auf diese
Tradition Bezug und präsentiert eine Textcollage aus historischen und
gegenwärtigen Texten und Manifesten über Aufbrüche und Einsprüche,
Forderungen und Revolutionen.
(3) Donnerstag, 1. Juni 2006, 17 Uhr
*Alle die hier sind, sind von hier*
Führung durch das Stuwerviertel mit den KuratorInnen Ljubomir Bratic
und Nora Sternfeld
Treffpunkt: Molkereistraße 2/Max-Winter-Platz 17, 1020 Wien
Ein Rundgang entlang der einzelnen Locations der Konfiguration eröffnet
StadtstreicherInnen eine Auseinandersetzung mit dem Stuwerviertel heute
und der Welt im 18. Jahrhundert.
VERBORGENE GESCHICHTE/N - REMAPPING MOZART
Konfiguration II: Frisch zum Kampfe! Frisch zum Streite!
Ein Projekt im Stuwerviertel über Normierung, Rebellion und Ausschlüsse
kuratiert von Ljubomir Bratic und Nora Sternfeld
Dauer 4. Mai - 11. Juni 2006
Öffnungszeiten: Mo geschl., Di 11 - 17 Uhr, Mi - So 13 - 19 Uhr
Ort: Mokereistraße 2/ Max-Winterplatz 17, 1020 Wien
www.remappingmozart.mur.at
___
verborgene geschichte/n - remapping mozart
gumpendorferstr. 15/13, 1060 wien
t: 01 - 58 61 249 - 15
f: 01 - 58 68 217
m: 0699 - 81 98 45 51
www.remapping.mozart.at
*****
Newsletter der Initiative Minderheiten
Gumpendorfer Straße 15/13
A-1060 Wien
Tel. 586 12 49-18
Fax 586 82 17
http://www.initiative.minderheiten.at
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10 Buch von Willi Stelzhammer
von "Alois Reisenbichler - Stadtteilzentrum Simmering"
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Liebe Freundinnen und Freunde,
gerne leite ich die Einladung zur
BUCHPRÄSENTATION
von Willi STELZHAMMER
am Donnerstag, 22. Juni 2006
weiter.
Willi Stelzhammmer ist ein Mitberünder des Stadtteilzentrums SImmering. Er
war und ist in zahlreichen Initiativen aktiv (z. B. Sozialbewegung in den
80ern, Lichtermeer in den 90er, Anti-Regierungsdemos in diesem Jahrzehnt).
Mit solidarischen Friedensgrüßen!
Alois Reisenbichler
Buchhandlung & Antiquariat "erlesenes" und Edition Sonnberg
laden herzlich
zur Präsentation des Buches:
Venedig in Simmering. Gedichte und Lieder
von Willi Stelzhammer
Donnerstag, den 22. Juni 2006
19 Uhr
in Buchhandlung & Antiquariat "erlesenes"
Weinberggasse 17
1190 Wien
PROGRAMM
Vorstellung der Edition Sonnberg
Verlagsleiter Dr. Rainer Clauss
Lesung aus "Venedig in Simmering"
Willi Stelzhammer
Musikalische Begleitung:
Isaak Loberan und Juan Neira
Anschließend kleine Erfrischungen
"Wenn Venedig in Simmering wär' - alle Hoffnungslosigkeit wäre Tanz ..."
Willi Stelzhammer - ein Pendler zwischen Poesie und Politik
Willi Stelzhammer ist in Österreich vor allem als Exponent
zivilgesellschaftlicher Initiativen bekannt. In den späten 80er Jahren
gründete er das Stadtteilzentrum Simmering, 1992 war er Mitbegründer von SOS
Mitmensch und 2001 Koordinator des Sozialstaat-Volksbegehrens. Bekannt sind
auch seine zahlreichen Artikel zur politischen Situation des Landes, weniger
hingegen seine literarischen Arbeiten. In der 2005 gegründeten Edition
Sonnberg erscheint nun eine Sammlung seiner Gedichte.
Hintergründige politische Reflexionen, parzivaleskes Erleben und eine
gerieben-getriebene Lust am Formulieren, am Reimen und Spielen mit der
Sprache, am Mitteilen, Mitleiden und lautem Mitsingen "im Waldesdunkel der
Existenz" beseelen diese meist liedhaften Gedichte, die ab und an als
Spottvers und Bänkellied daherkommen und doch zeitlos und mitten im Heute
stehen.
Die Gedichte, entstanden im Lauf von 20 turbulenten Jahren, kreisen um
Kindheit, Natur und persönliche Gefühlslagen. Willi Stelzhammer ist aber
auch ein radikaler politscher Dicher, der gegen die Trägheit des Herzens
kämpft und Partei ergreift für ins Exil getriebene Menschen, Schubhäftlinge
und den "Sandler aus Simmering".
Dieter Schrage, der "Geburtshelfer" des vorliegenden Bandes, über Willi
Stelzhammers Lyrik:
"Lyrik schreiben, sprechen, flüstern ist wie beharrlich Anker auswerfen in
der Zuversicht, irgendwo in den Tiefen Halt zu finden. Es ist das Auswerfen
von Seilen in der Hoffnung, dass es in den Höhen Hochseilartisten, bevorzugt
Artistinnen, gibt, die geschickt und sicher genug auf ihrem Seil sind, das
in die Höhen geworfene Tau aufzufangen.
Willi Stelzhammer ist solch ein Old Sailor, der seine Anker auswirft, der
beharrlich, oft Tag und Nacht, und durchaus nicht ohne Hoffnung, aber auch
nicht ohne Verzweiflung, seine Taue in Höhen und Tiefen schleudert.
Es macht für mich die Qualität dieses Gedichtbandes aus, dass in diese oft
existenzielle Welt-Sicht viel Zeitgeistiges und Aktuelles aus den letzten 20
Jahren einfließt. Dadurch ist dieser Band auch eine poetische Chronik eines
Zeitgenossen, der ständig zwischen Poesie und Politik, Individualität und
Eingebundensein in verschiedenen Bewegungen pendelt."
"Willi Stelzhammer ist ein subtiler, kraftvoller Dichter. Manche seiner
Gedichte, wie jenes, das den Band beschliesst ("Von der Seele geschrieben")
sind ergreifende, literarische Meisterwerke, die kein Leser vergisst." (Jean
Ziegler)
Kontak und Rezensionsexemplare:
Edition Weinberg
Kunst - Poesie - Kulturkritik
Dr. Rainer Clauss
Weinberggasse 16
1190 Wien
Tel: +43 (0)1 328 68 70
Fax +43 (o)1 328 72 72
E-Mail: edition.sonnberg at googlemail.com
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11 3 Termine: u.a. Vortrag: Von
Kulturimperialismus und Zivilisierungsmissionen,
Sa 27. Mai, 19 Uhr von <news at initiative.minderheiten.at>
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Mails "überflutet" haben und wir wahrscheinlich schon einige von Euch
ein wenig verärgert haben (Entschuldigung!), versenden wir für die
restliche Laufzeit der Konfiguration II nur noch ein Mail pro Woche mit
allen Terminen. Den folgenden Vortrag empfehlen wir diesmal ganz
besonders!
VERBORGENE GESCHICHTE/N - REMAPPING MOZART
Konfiguration II: Frisch zum Kampfe! Frisch zum Streite!
(1) Samstag, 27. Mai 2006, 19 Uhr
*Mozart dekolonisiert. Von Kulturimperialismus und
Zivilisierungsmissionen*
Vortrag von Maria Do Mar Castro Varela und Nikita Dhawan
Kultur- und Bildungszentrum Venediger-Au/Prater, Ybbsstraße 15, 1020
Wien
Die beiden postkolonialen Theoretikerinnen Maria Do Mar Castro Varela
und Nikita Dhawan gehen in einem Vortrag der Verbindung zwischen der
Etablierung europäischer Bürgerlichkeit und dem Kolonialismus nach.
Kolonialismus ist nicht nur geographische Expansion und ökonomischer
Imperialismus, sondern bedeutet auch die Produktion eines
„zivilisierten“ Europas und des „barbarischen Rests“. Deswegen kann der
Prozess der Dekolonisierung nicht auf einen bloßen Machttransfer
limitiert bleiben. Die Irritierung und Sabotierung kultureller Normen
ist mindestens genauso wichtig. Postkolonialismus impliziert die
Zerstörung des „guten Geschmacks“, die dekonstruktive Bildstörung und
ein Auflehnen gegen die epistemische Gewalt, die von Europa und seinen
„Eliten“ ausgeht. In dem Vortrag werden u. a. „Mimikry“ und
„Hybridität“ als mögliche antikoloniale Strategien vorgestellt sowie
deren Möglichkeiten und Grenzen austariert.
Maria Do Mar Castro Varela, Promotion in Politikwissenschaften, Diplome
in Psychologie und Pädagogik.
Nikita Dhawan, Promotion in Philosophie, M.A. in Philosophie und
Germanistik.
Autorinnen von "Postkoloniale Theorie. Eine kritische Einführung",
Bielefeld 2005.
(2) Montag, 29. Mai 2006, 19 Uhr
*Traktat über die Veränderung der Verhältnisse*
Eine Montage historischer und gegenwärtiger Texte und Manifeste gelesen
von Julian Sharp und Marty Huber
Café-Konditorei am Park, Max-Winter-Platz 8, 1020 Wien
In der Geschichte gibt es immer wieder Beispiele der Wirksamkeit von
aufrührerischen Texten, die, mitunter anonym verfasst, unter den
Ladentischen verbreitet wurden. Im 18. Jahrhundert von großer Relevanz
war etwa das Traktat über die drei Betrüger, das als radikale
Abrechnung mit den drei monotheistischen Religionen, ihren
Machtansprüchen und Herrschaftstechniken zu großer öffentlicher
Aufmerksamkeit gelangte. Es handelt sich dabei um eine Paraphrase und
Montage von Texten aus dem 17. Jahrhundert. Die Lesung nimmt auf diese
Tradition Bezug und präsentiert eine Textcollage aus historischen und
gegenwärtigen Texten und Manifesten über Aufbrüche und Einsprüche,
Forderungen und Revolutionen.
(3) Donnerstag, 1. Juni 2006, 17 Uhr
*Alle die hier sind, sind von hier*
Führung durch das Stuwerviertel mit den KuratorInnen Ljubomir Bratic
und Nora Sternfeld
Treffpunkt: Molkereistraße 2/Max-Winter-Platz 17, 1020 Wien
Ein Rundgang entlang der einzelnen Locations der Konfiguration eröffnet
StadtstreicherInnen eine Auseinandersetzung mit dem Stuwerviertel heute
und der Welt im 18. Jahrhundert.
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Ein Projekt im Stuwerviertel über Normierung, Rebellion und Ausschlüsse
kuratiert von Ljubomir Bratic und Nora Sternfeld
Dauer 4. Mai - 11. Juni 2006
Öffnungszeiten: Mo geschl., Di 11 - 17 Uhr, Mi - So 13 - 19 Uhr
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MELDUNGEN/MEINUNGEN/KOMMENTARE
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12 KPÖ/Wohnkosten/Energie/Preisregelung/Ölpreisbindung
von KPÖ-Kommunikation <kpoe at aon.at>
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KPÖ-Pressedienst - Drechslergasse 42, 1140 Wien -
Telefon +43 (1) 50 36 580 - 0 - Fax +43 (1) 50 36
580 - 499 - Mail
bundesvorstand at kpoe.at - Web www.kpoe.at - News
www.kpoe.at/lpd - Ausgabe vom 24. Mai 2006
KPÖ fordert Preisregelung und Befreiung von der Mehrwertsteuer
Ölpreisbindung treibt Wohnkosten nach oben
„Der dramatische Anstieg der Energiekosten zeigt
die Dringlichkeit einer amtlichen Preisregelung
sowie einer Befreiung von der
Mehrwertsteuer“, fordert KPÖ-Bundessprecherin
Melina Klaus. Laut Statistik Austria betrug im
April 2006 die allgemeine Teuerung 1,6
Prozent, bei Heizöl hingegen 14 Prozent, bei
Strom vier Prozent, die Betriebskosten in
Eigentumswohnungen stiegen um 17 Prozent,
jene in Mietwohnungen um drei Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Der Anstieg der Energiepreise bedeutet einen
Preisschub für die Wohnkosten, die bekanntlich
seit Jahren weit über der allgemeinen
Inflationsrate steigen: „Gerade
einkommensschwache Menschen, die
überdurchschnittlich viel für das Wohnen ausgeben
müssen, sind
davon besonders betroffen“, betont Klaus.
Immer absurder wird dabei die Bindung der Preise
von Erdgas, Strom und sogar Biomasseenergie an
den Ölpreis. Wenn auf Betreiben der
Förderländer und der Konzerne der Ölpreis steigt,
klingeln bei den KonsumentInnen die Alarmglocken
weil zusätzliche Belastungen
drohen.
Die zunehmende Abhängigkeit der KonsumentInnen
von Spotmärkten und Rohstoffbörsen ist
unerträglich, zumal die Nutznießer dabei nur
die Ölmultis in Form immer größere Profite sind.
Durch die Verknappung und zunehmend auch
militärisch geführten Auseinandersetzungen
um die Ölreserven sind Initiativen für die
Aufhebung der Ölpreisbindung daher dringlich,
fordert die KPÖ.
Zur Entlastung gerade einkommensschwacher
Haushalte verlangt die KPÖ neben einer amtlichen
Preisregelung für Strom, Gas und
Mineralölprodukte auch die Befreiung der
Energiepreise sowie der Betriebskosten und damit
auch der kommunalen Tarife von der
Mehrwertsteuer.
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13 ASt - Deutschland: Für eine organisierte linke Opposition in der WASG
von ASt-LFI <ast-lfi at gmx.net>
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Deutschland: Für eine organisierte linke Opposition in der WASG
(aus: Red Newsletter Nr. 213, Informationsdienst
des ArbeiterInnenstandpunkt, 23. Mai 2006,
<http://www.arbeiterinnenstandpunkt.net>www.arbeiterinnenstandpunkt.net)
Positionspapier und Vorschläge der Gruppe Arbeitermacht
1. Die Beschlüsse des Bundesvorstandes und die
drohende Auflösung des Berliner Landesverbandes
stellen die jüngste Zuspitzung des
innerparteilichen Kampfes in der WASG dar.
2. Zurecht sind viele Mitglieder (wahrscheinlich
mehrere tausend) über die Beschlüsse des
Parteitages, die Maßnahmen des Bundesvorstandes
und dessen Vorgangsweise empört. Der
Bundesvorstand der WASG nimmt bewusst den
Austritt und die politische Frustration dieser
Mitglieder in Kauf, ja Teile des Vorstandes
provozieren sie bewusst.
3. Diese Zuspitzung durch den Vorstand ist nicht
überraschend. Die Führung der WASG hatte von
Beginn an das Projekt verfolgt, eine neue
reformistische Partei der „sozialen Reform“
(„Sozialstaatspartei“) als verlängerten Arm der
„linken“ Gewerkschaftsbürokratie zu schaffen, die
perspektivisch mit der SPD auf Bundesebene
koalitionsfähig ist. Das zeigte sich auch in den
Avancen gegenüber Ex-SPD-Spitzenleuten oder gar
in der Hoffnung, „linke“ CDUler zu gewinnen. Von
Beginn an gab es massive Abgrenzung gegen links
(z.B. das Verbot der Doppelmitgliedschaft, das
sich v.a. gegen Linke richtete).
4. Die Eigenkandidatur in Berlin steht diesem
Ziel entgegen, weil sie sich gegen die Umsetzung
neo-liberaler Regierungspolitik vor Ort richtet.
Ein achtbares Ergebnis bei den Wahlen, vor allem
aber eine reale Gewinnung von und engere
Verbindung mit den von der Senatspolitik
Betroffenen (Arbeitslose, MigrantInnen,
Beschäftige im Öffentlichen Dienst, SchülerInnen
und Studierende ...) würde die innerparteiliche
Opposition in der WASG stärken, den Druck von
links auf die WASG und die L.PDS erhöhen (und
auch oppositionelle Kräfte in der PDS stärken).
5. Das würde die Fusion von oben, wie sie von
Parlamentsfraktion, WASG- und PDS-Vorständen
ausdrücklich gewünscht wird, gefährden und die
Formierung einer von Beginn an ruhig gestellten,
linientreuen Mitgliedschaft erschweren.
6. Die Linie des jetzigen Bundesvorstandes prägte
die WASG von Beginn an politisch-programmatisch.
Das zeigt sich z.B. am Programm der WASG, das
einen rein system-immanenten Charakter hat und
sogar noch hinter die Programme der PDS am Beginn
der 90er Jahre zurückfällt.
7. Selbst in der Regierungsfrage steht das
Programm rechts von dem der PDS zu Beginn der
90er Jahre. Diese hatte damals korrekterweise
noch jede Beteiligung an einer bürgerlichen
Regierung abgelehnt. Die Formel, dass die WASG
nur eine Beteiligung an Regierungen, die
Sozialabbau betreiben und gegen Neo-Liberalismus
eintreten, ablehnt, ist zwar ein Hindernis für
den aktuellen Vorstand (und als Hindernis
verteidigenswert) - als politisch-programmatische
Position jedoch nur zweideutig und falsch, weil
dies die Übernahme der Verantwortung für das
bürgerliche System durchaus einschließt (und
damit noch immer ein Hintertürchen zur
Regierungsbeteiligung offen lässt).
8. Entscheidend ist jedoch nicht nur die Frage
der Regierung. Das Programm der WASG war und ist
von Beginn an ein Programm, das über den
bürgerlichen Staat „soziale Gerechtigkeit“, also
einen „besseren“ Ausgleich zwischen den Klassen
schaffen will. Wer ein solches Programm umsetzen
will, muss allerdings die Beteiligung an einer
bürgerlichen Regierung anstreben.
9. Daher lehnen wir auch die Vorstellung ab, dass
die WASG auf einem verteidigenswerten
„Grundkonsens“ gegründet worden sei. Eine
organisierte Opposition in der WASG muss unserer
Meinung nach den Kampf gegen die politischen und
administrativen Angriffe des Vorstandes auf einer
anderen politischen und strategischen Grundlage
als dem WASG-Programm führen. Ansonsten ist sie
letztlich dazu verurteilt, sich selbst in
heillose innere Widersprüche zu verstricken.
10. Zusammenfassend können wir sagen, dass die
Mehrheit des WASG-Bundesvorstandes, der
Parlamentsfraktion und die PDS-Spitze eine
(links)sozialdemokratische Partei aufbauen
wollen. Sie wollen keine Partei des sozialen und
politischen Widerstandes, die den Kampf auf der
Straße und in den Betrieben vorantreibt und auch
international weitertreibt – sie wollen eine
Partei, deren Hauptaktivität im Parlament
stattfindet und letztlich in der „Mitgestaltung“
des Systems besteht.
11. Eine solche Politik dient nicht der
Steigerung der Kampfkraft, des Selbstbewusstseins
und der Selbsttätigkeit der Lohnabhängigen –
sondern sie dient deren Integration und
Unterordnung unter das kapitalistische System.
Sie ist rückwärtsgewandt und zugleich für die
große Masse der Menschen, die in den letzten
Jahren in Bewegung gekommen sind in der WASG eine
politische Perspektive suchen, zudem auch
perspektivlos.
12. In der gegenwärtigen Situation, die durch
eine krisenhafte Entwicklung des Kapitalismus,
verschärfte Konkurrenz und eine Zuspitzung der
internationalen Lage gekennzeichnet ist, ist der
Generalangriff auf bestehende Rechte der
Lohnabhängigen und der Massen kein Zufall. Für
die herrschende Klasse ist er tatsächlich eine
Notwendigkeit. Eine „Reformpolitik“, die
dauerhafte und substantielle Verbesserungen auch
nur für größere Teile der Lohnabhängigen bringt,
ist nicht möglich.
13. Wir müssen uns vielmehr auf eine Verschärfung
des Klassenkampfes von oben auf allen Ebenen
(soziale Angriffe, imperialistische Formierung
und Kriegstreiberei, Rassismus, Repression ...)
einstellen.
14. Die Aufgaben, das Programm und der Charakter
einer neuen Partei der Linken müssen aus diesen
Voraussetzungen abgeleitet werden. Das ist auch
der politische Grund, warum eine neue linke
Partei mehr sein muss als eine Fusion von PDS und
WASG unter der Regie reformistischer
BürokratInnen. Daher ist es notwendig, in der
WASG für die Neugründung einer Massenpartei
einzutreten, die gegenüber den Organisationen und
Initiativen der Unterdrückten, der Linken
geöffnet wird und in der eine offene Debatte über
Programm, Inhalt und Zweck einer solchen Partei
geführt wird.
15. Wir sind von Beginn an dafür eingetreten,
dass die WASG zu einer Partei wird, die durch
folgende Merkmale gekennzeichnet ist:
- Partei des Kampfes, der Aktion
Entscheidend ist die Organisierung des
Klassenkampfes in den Betrieben, auf der Straße,
an den Schulen, Unis, vor den Arbeitsagenturen
usw. Das Parlament und die Kandidatur müssen zur
Mobilisierung und als Bühne zum Angriff auf die
Kapitalisten, die Regierung und ihr System
genutzt werden.
- Klassenpartei
Wir treten dafür ein, dass die neue Partei eine
Partei der Arbeiterklasse wird (wobei für uns die
Arbeiterklasse auch jene Lohnabhängigen
einschließt, die ihre Arbeitskraft nicht an den
Käufer bringen). Arbeiterpartei heißt
keinesfalls, dass nur ArbeiterInnen Mitglied sein
dürfen, sondern dass die Partei vom
Klassenstandpunkt des Proletariats ausgehen muss
- und damit nicht nur die unmittelbaren
ökonomischen Interessen vertritt, sondern auch
die historischen Interessen der Arbeiterklasse,
also den Kampf für eine Gesellschaft frei von
Ausbeutung und Unterdrückung, für die klassenlose
kommunistische Gesellschaft.
- Revolutionär
Die ganze bisherige Geschichte hat gezeigt, dass
die Arbeiterklasse sich und alle andere
Unterdrückten nur befreien kann, wenn sie die
politische Macht ergreift. Es hat sich auch
gezeigt, dass das etwas gänzlich Anderes ist, als
die Regierung und den bürgerlichen Staatsapparat
in Besitz zu nehmen (oder ihn, wie im Ostblock,
„nachzubauen“).
Eine solche Umwälzung kann nur revolutionär
geschehen, indem die Arbeiterklasse eigene Organe
des Kampfes und der Organisierung des Übergangs
zu einer sozialistischen Gesellschaft – Räte oder
räteähnliche Organe – schafft und an Stelle der
alten bürokratischen Staatsmaschine setzt.
- Internationalistisch
Die gegenwärtigen Angriffe können nur durch
international organisierten Kampf gestoppt werden
– daher ist es von Beginn an notwendig, für eine
internationale Organisierung auch als Partei
einzutreten.
Doch auch das Ziel einer befreiten Gesellschaft
lässt sich nur international verwirklichen oder
gar nicht. Nur durch die soziale Revolution im
Weltmaßstab kann eine neue Gesellschaft
geschaffen werden.
16. Uns ist bewusst, dass in der WASG und auch in
der WASG-Linken kommunistische Kräfte eine
Minderheit darstellen. Aber wir halten es für
unbedingt notwendig, dass die Linke in der WASG
eine politische Diskussion über ihre eigenen
Ziele und Methoden initiiert. Ansonsten bleibt
sie in einem letztlich perspektivlosen
Abwehrkampf stecken.
17. Zu ihrer Selbstverteidigung muss sie sich
jedoch schon jetzt bundesweit organisieren.
- Wir schlagen daher vor, dass ein bundesweiter,
alle Strömungen der Linken umfassender,
Koordinierungsausschuss der Linken in Kassel
ernannt wird (der auch anderen linken
oppositionellen Kräften in der WASG offen stehen
soll) und der dem Bundestreffen der Linken
politisch verantwortlich sein soll.
- Die WASG-Opposition bekämpft alle
administrativen Maßnahmen des Bundesvorstandes,
die sich gegen die Parteidemokratie und gegen die
Formierung einer innerparteilichen Opposition
richten und die WASG und ihre Politik dem
Reformismus von SPD, Gewerkschaftsführung und
Linkspartei.PDS unterordnen.
- Für die Formierung einer linken Opposition in
der WASG sollen außerdem auch Kräfte der Linken,
der Arbeiterbewegung und der sozialen Bewegungen,
die (noch) nicht in der WASG sind, gewonnen
werden.
- Die WASG-Opposition unterstützt die
eigenständige Kandidatur in Berlin und
mobilisiert aktiv für die Unterstützung des
Wahlkampfes in Berlin durch HelferInnen und
UnterstützerInnen.
- Die WASG-Opposition mobilisiert zur Demo am 3.
Juni und vertritt dort offensiv diese
Forderungen. Sie tritt außerdem für eine massive
bundesweite Demonstration gegen den Bush-Besuch
in Stralsund ein.
- Die WASG-Opposition tritt für die umgehende
Neuwahl der Delegierten zum Bundesparteitag ein
und die möglichst rasche Durchführung des
Bundesparteitages auf demokratischer Basis.
Die WASG-Opposition bereitet eine bundesweite
Konferenz der Opposition vor dem nächsten
Parteitag vor, um eigene
politisch-programmatische Vorschläge für den
Bundesparteitag zu diskutieren und vorzubereiten
und am Bundespartei um die Mehrheit zu kämpfen.
Gruppe Arbeitermacht, 19. Mai 2006
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14 KPÖ/Politikerbezüge/Erhöhung
von KPÖ-Kommunikation <kpoe at aon.at>
================================================
KPÖ-Pressedienst - Drechslergasse 42, 1140 Wien -
Telefon +43 (1) 50 36 580 - 0 - Fax +43 (1) 50 36
580 - 499 - Mail
bundesvorstand at kpoe.at - Web www.kpoe.at - News
www.kpoe.at/lpd - Ausgabe vom 24. Mai 2006
KPÖ plädiert für Aussetzen der Politbezugerhöhung
Bezüge am Ausgleichszulagenrichtsatz orientieren
Ein Aussetzen der für 1. Juli 2006 geplanten
Erhöhung der Politbezüge um 2,3 Prozent verlangt
KPÖ-Bundessprecher Mirko Messner:
„Allein diese Erhöhung beträgt bei
Spitzenpolitikern wie dem Bundespräsidenten (plus
498 Euro) oder dem Bundeskanzler (plus 444
Euro) soviel wie manche Menschen monatlich zum
Leben zur Verfügung haben“, kritisiert Messner.
Seit Inkrafttreten der sogenannten
Gehaltspyramide für PolitikerInnen auf allen
Ebenen im Jahre 1998 erfolgt die jährliche
Erhöhung
durch Entscheidung des Rechnungshofes analog der
Inflation des letzten Jahres oder der Erhöhung
der ASVG-Pensionen, wobei der
jeweils geringere Wert herangezogen wird.
Grundlage dabei ist der Bezug von
Nationalratsabgeordneten, welcher künftig 7.905
Euro beträgt. Demnach wird der Bundespräsident
künftig 22.134 Euro, der Bundeskanzler 19.763
Euro, der Vizekanzler 17.391 Euro, der
Nationalratspräsident 16.601 Euro, die
MinisterInnen und Landeshauptleute jeweils 15.810 Euro monatlich verdienen.
Die KPÖ hält die Bezüge der SpitzenpolitikerInnen
für überhöht, weil diese in der Folge abgehoben
von den Menschen die sie
eigentlich vertreten sollen agieren. Auch ist die
indirekte Parteienfinanzierung über Parteisteuern
von PolitikerInnen mehr als
fragwürdig.
Messner verweist dabei auf einen Vorschlag des
steirischen KPÖ-Landtagsklubobmannes Ernest
Kaltenegger, welcher bekanntlich einen
Großteil seines Bezuges für einen Sozialfonds für
Notfälle verwendet. Kaltenegger trat im Frühjahr
2006 dafür ein, den
Ausgleichszulagenrichtsatz (derzeit 690 Euro) als
„Mindesteinkommen" den Politbezügen zugrunde zu
legen. Der höchste Bezug sollte
demnach auf das Fünzehnfache dieses Werts
beschränkt werden, was 10.350 Euro entspricht.
„Durch diese Regelung müsste kein Politiker am
Hungertuch nagen. Wenn die Politik wieder an
Glaubwürdigkeit gewinnen will, darf sie
sich weder als Umverteilungsmaschine begreifen,
die von unten nimmt und noch oben weiterleitet,
noch darf sie sich dafür auch noch
mit zunehmend überhöhten Einkünften selbst belohnen“, so Messner abschließend.
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15 al_news] ÖGB / Raiffeisen / Interview Pérez Borges
von "AL-Antifaschistische Linke" <al at sozialismus.net>
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AL-Newsletter Nr. 172
---------------------------
1. Nach dem BAWAG-Skandal: Für eine Neuorientierung des ÖGB
2. Die Welt des Raiffeisen-Konzerns
3. Interview mit Stalin Pérez Borges
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1. Nach dem BAWAG-Skandal:
Forderungen für eine Neuorientierung des ÖGB
Geschäfte geplatzt, Geld versenkt. Viel wurde über den angeblich
besser heute als morgen stattfinden Verkauf der BAWAG berichtet. Die
Gewerkschaftsführung hat den ÖGB in die finanzielle Schieflage und
größte Krise seit seiner Gründung manövriert. Ein Höhe- und
hoffentlich auch ein Schlusspunkt der kapitalfreundlichen Politik der
letzten Jahrzehnte ...
Der BAWAG-Skandal steht für eine abgehobene Gewerkschaftsführung, die
sich voll und ganz der Profitlogik des Kapitalismus unterworfen und
ihre Basis verraten hat. Der ÖGB hat sich den kapitalistischen
Systeminteressen untergeordnet - das aber schon vor längerer Zeit.
Nach seiner Gründung im Jahr 1945 verpflichtete er sich selbst
zur "Sozialpartnerschaft". Interessenkonflikte zwischen ArbeiterInnen
und Unternehmen sollten künftig nicht mehr durch Arbeitskämpfe
auszutragen, sondern auf dem "grünen Tisch" auszuhandeln sein. In
der "Sozialpartnerschaft" manifestierte sich die Bereitschaft der
Gewerkschaftsführung, ArbeiterInneninteressen zugunsten der
wirtschaftlichen Entwicklung hintanzustellen und zu vernachlässigen.
Solange sich der Kapitalismus weltweit in einer Aufschwungperiode
befand, bekamen die ArbeiterInnen noch kleine Häppchen ab. Heute, in
Zeiten einer strukturellen Krise der Weltwirtschaft, können und
wollen die KapitalistInnen ihren Beschäftigten keine Zugeständnisse
mehr machen. Der Widerstand von Seiten des ÖGB gegen die von
sozialdemokratischen bzw. sozialdemokratisch dominierten Regierungen
durchgesetzte Privatisierungspolitik seit den 80er Jahren und gegen
die Sparpakete seit den 90er Jahren gestaltete sich - freundlich
formuliert - mäßig. "Wir müssen sparen" sprachen SP-Regierung und ÖGB-
Spitze wie aus einem Mund. Die ÖGB-Bürokratie hat diese Entwicklung
und den damit verbundenen Machtverlust zwar stets beklagt, aber nie
ernsthaft versucht, gegen die soziale Demontage vorzugehen.
Der Skandal um die Verlustgeschäfte der BAWAG hat den ÖGB in seine
bisher tiefste Krise gestürzt und stellt den vorläufigen Höhepunkt
eines unglücklichen Werdegangs dar. Aber was ist die BAWAG eigentlich
und warum besitzt eine Gewerkschaft überhaupt eine Bank?
Die BAWAG
Die BAWAG wurde in den 1920er Jahren als "Arbeiterbank" gegründet,
ihr Eigentümer ist der ÖGB, der im Aufsichtsrat der BAWAG vertreten
ist. Sie sollte eine rentable und sichere Anlagemöglichkeit sowie
respektable Kleinkredite für ihre Klientel bereitstellen. Über die
Jahrzehnte hat sich die BAWAG zu einer stinknormalen kapitalistischen
Bank entwickelt, die - wie alle anderen Banken auch! -
hochspekulativen Finanzgeschäfte betrieb und eine Reihe an
Beteiligungen an kapitalistischen Unternehmungen hält.
Über die BAWAG wurde so also auch der ÖGB zu einer beachtlichen
Wirtschaftsmacht. Die Gewerkschaftsbank besitzt die PSK-Gruppe, die
Sparda-Bank sowie die Verkehrskredit-Bank. Damit ist die BAWAG/PSK-
Gruppe die viertgrößte Bankengruppe in Österreich. Nun ist
tatsächlich nichts dagegen einzuwenden, dass eine Gewerkschaft
versucht, sich vom Kapital unabhängig zu machen und eine gewisse
Infrastruktur (z.B. Gewerkschaftsheime, Medien, Druckereien, Verlage,
Buchhandlungen, ...) besitzt - Vorausgesetzt, diese Betriebe arbeiten
aufkommensneutral oder etwaige Gewinne werden für Zwecke verwendet,
die der ArbeiterInnenbewegung dienlich sind. Die Druckerei Leykam,
die Bücherzentren, sowie die 41,5 Prozent Beteiligung am Privatsender
ATV+ könnten ja durchaus noch im politisch-strategischen Sinn
interpretiert werden (real allerdings unterscheidet sich das Programm
auf ATV+ keineswegs von dem anderer Sender - und wenn, dann
bestenfalls dadurch, dass es teilweise noch niveauloser ist und noch
weniger auf die tatsächlichen Probleme arbeitender Menschen eingeht).
Doch andere Teile des bisherigen Firmenbestands des ÖGB werfen
zumindest Fragen auf. So war der ÖGB bis vor kurzem mit mehr als 20%
nach der Republik Österreich der größte Einzelaktionär der
Österreichischen Nationalbank. Beteiligungen der BAWAG finden sich
unter anderem auch an den Casinos Austria, Cosmos/Köck, der Skifirma
Atomic, der Voest Alpine oder dem Luxus-Klavierhersteller
Bösendorfer. Besonders absurd ist wohl die Beteiligung an den
Österreichischen Lotterien und den Casinos Austria. Zu Recht hatte
die ArbeiterInnenbewegung über Jahrzehnte das Glückspiel bekämpft.
Ein solches Wirtschaftsimperium birgt natürlich neben dem
unternehmerischen Risiko, wie jetzt bei der BAWAG schlagend geworden,
noch weit brisantere Gefahren und Fragen für eine Gewerkschaft: Wie
kann eine Gewerkschaft gleichzeitig Eigentümerin und
ArbeiterInnenvertreterin sein? Wie verhält sie sich in
Lohnverhandlungen in den eigenen Betrieben?
BAWAG in der Krise
Nun hat die BAWAG mit ihren misslungenen Spekulationen also
Abermillionen an Gewerkschaftsgeldern in den Sand (der Karibik)
gesetzt. Die Fakten sind aus den bürgerlichen Medien bekannt - sie
müssen hier nicht wiederholt werden. Besonders brutal: Auch der ÖGB
selbst hat - wie mittlerweile bekannt - zwischen 2002 und 2004 über
eigene Firmen in Liechtenstein Kredite an die nun bankrotte Firma
Refco vergeben. Auch der Streikfonds war verpfändet worden, als Ex-
ÖGB-Chef Verzetnitsch und Ex-Finanzchef Günther Weninger im Jahr 2000
beschlossen, für die Verlustgeschäfte der BAWAG mit dem
Gesamtvermögen des ÖGB (!) zu bürgen. Eine für die
Gewerkschaftsbewegung grob fahrlässige Entscheidung, schließlich muss
das Geld für den Ernstfall zur Verfügung stehen. Das Wohlergehen
ihrer kapitalistischen Bank ging den ÖGB-Spitzen also über die
Interessen ihrer Mitglieder.
Nachdem klar war, dass der ÖGB den Karren BAWAG nicht mehr
eigenhändig aus dem Dreck ziehen konnten, sprang die Bundesregierung
in die Bresche. Dies geschah unter nicht unwesentlichem Druck von
Seiten anderer österreichischer Banken, denen selbstverständlich klar
war, dass ein Konkurs der Gewerkschaftsbank die gesamte heimische
Finanzwirtschaft und die mit ihr verwobenen Unternehmen in eine Krise
stürzen würde. Einmal mehr zeigt sich, dass das bürgerliche Geplapper
über "freie Marktwirtschaft" nicht ernst zu nehmen ist. Denn in
Krisenzeiten schreien die VertreterInnen des Wirtschaftliberalismus
selbstredend nach dem Eingreifen des Staates wie ein Baby nach seinem
Schnuller.
Nach einem Krisentreffen verkündete Bundeskanzler Wolfgang Schüssel,
dass die Regierung und die Finanzhäuser des Landes der BAWAG mit
Garantien und Krediten in Höhe von 1,35 Milliarden Euro unter die
Arme greifen würden. Dafür verpflichtete sich der ÖGB, sein gesamtes
Vermögen, also auch den Streikfonds, gegenüber der Nationalbank offen
zu legen. Außerdem bekommt die Regierung die Anteile der BAWAG an der
Österreichischen Nationalbank zu einem Spottpreis der einer
Zwangsenteignung nahe kommt. Kurzum: Die Gegenleistung für die
Bundeshaftung ist eine Frechheit: Sie kostet der Regierung kaum
etwas - dafür bekommt sie Einsicht in den bislang geheimen
Streikfond.
Den Streikfond offen zu legen, ist politischer Wahnsinn. Die
Bürgerlichen erhalten so billig einen Einblick in die optionale
Kampfkraft der Gewerkschaftsbewegung. Darüber hinaus demütigte sich
der ÖGB mit demonstrativen Spareinlagen von Gewerkschaftsgegnern wie
Grasser und Schüssel die, um ihre Unterstützung zu demonstrieren,
lächerliche Summen auf neu eröffnete BAWAG-Privatkonten einzahlen.
Es mag sein, dass dem ÖGB in dieser verfahrenen Situation wenig
anderes übrigblieb. Festzuhalten bleibt dennoch, dass diese Situation
nur Ergebnis früherer Fehler war. Es ist aber auch erlaubt, zumindest
die Frage zu stellen, was denn die Regierung getan hätte, wenn der
ÖGB sich auf eine Auseinandersetzung eingelassen hätte und
thematisiert hätte, dass die Regierung den BAWAG-Skandal benutzen
möchte, um die Gewerkschaften entscheidend zu schwächen. Hätte es
sich die Regierung im Wahljahr tatsächlich leisten können, keine
Haftung auszusprechen, wenn der ÖGB die Offenlegung des Streikfonds
verhindert hätte und für die Nationalbank-Anteile einen fairen Preis
verlangt hätte? Die Bereitschaft, in diesen Tagen für den ÖGB auf die
Straße zu gehen, war an der Basis, gelinde gesagt, sicher nicht sehr
groß, doch in den Hochburgen hätte der Hinweis auf das Spiel der
Regierung möglicherweise mobilisierbar gewirkt. Wir wissen natürlich
nicht, ob das geklappt hätte. Es wäre aber zumindest den Versuch wert
gewesen, anstatt sich in einem nächtlichen Geheimgespräch von
Schüssel über den Tisch ziehen zu lassen ...
BAWAG-Verkauf
Nachdem von bürgerlicher Seite, seien es PolitikerInnen, höhere
Verwaltungsangestellte, Kreditinstitute oder die Medien, tage- und
wochenlang Druck auf BAWAG und ÖGB ausgeübt wurde, sprach sich der
ÖGB dafür aus, die BAWAG zu veräußern. Die Hetze, v.a. der
bürgerlichen Medien sorgt also dafür, dass sich irgendein
kapitalistischer Konzern, der der ArbeiterInnenbewegung so fern steht
wie George Bush dem Weltfrieden, die BAWAG als "Schnäppchen" unter
den Nagel reißen wird. Mehrere heimische und ausländische
Kreditinstitute haben bereits ihr Interesse an einem Kauf der
angeblich so heruntergewirtschafteten Bank bekundet.
Wir haben weiter oben bereits diskutiert, ob es klug ist, wenn eine
Gewerkschaft ein solches Firmenimperium besitzt. Einen Verkauf zum
jetzigen Zeitpunkt, der eher den Charakter eines Ausverkaufs hat,
halten wir allerdings aus bereits erwähnten Gründen definitiv für
falsch. Gleichzeitig treten wir dafür ein, dass die
Gewerkschaftsbasis entscheiden soll, was mit der BAWAG geschieht -
und nicht die ÖGB-Spitze im Alleingang!
Wer trägt die Verantwortung?
Heute wird Fritz Verzetnitsch als - prominentes - Bauernopfer
geahndet, die Hauptverantwortung liegt allerdings bei der gesamte ÖGB-
Führung. Es ist wichtig zu verstehen, dass wir es hier nicht mit
fehlerhaftem individuellen Verhalten zu tun haben, sondern dass diese
Zustände logisches Produkt der kapitalfreundlichen und
undemokratischen Entwicklung des ÖGB seit 1945 sind.
Die fehlende Transparenz, die unterentwickelte demokratische und
kontrollierende Kultur, spielte jenen in die Hände, die die Finanzen
verwalteten. Solange das Geld floss, wollten die
SpitzenfunktionärInnen lieber nicht so genau wissen woher, und die
FunktionärInnen an der Basis, geschweige denn die Mitglieder, bekamen
erst gar nicht die Möglichkeit, zu fragen. Die BAWAG spekulierte,
machte Geld, und zahlte dem ÖGB Dividenden aus. Diese verwendete der
ÖGB, um seinen Apparat zu finanzieren. Natürlich ist es zu begrüßen,
wenn eine Gewerkschaft in der Lage dazu ist, hauptamtliche
AktivistInnen anzustellen. Und im ÖGB arbeiten viele aufrichtige
KollegInnen, die sich, ohne über irgendwelche Privilegien zu
verfügen, für die Rechte der KollegInnen in den Betrieben einsetzen.
Doch ein nicht irrelevanter Teil des Personalaufwandes des ÖGB ging
und geht in die Bedienung der horrenden Gehälter und Pensionen seiner
SpitzenrepräsentantInnen. (Im Jahr 2004 sind 134 Mio. Euro in den
Personalaufwand geflossen sind, das sind gut 50% des Gesamtaufwands).
Der ÖGB war in den vergangenen Jahrzehnten eine der potentiell
stärksten Gewerkschaften weltweit. Bis in die 1980er Jahre konnte der
Gewerkschaftsbund seinen ernorm hohen Organisationsgrad halten,
seither gehen die Zahlen zurück. Viele Beschäftigte fühlen sich
heutzutage in Anbetracht von Privatisierungen, dem Abbau von
Arbeitsplätzen und Sozialleistungen oder der Prekarisierung von
Arbeits- und Lebensverhältnissen vom ÖGB zu Recht im Stich gelassen.
Ein geschwächter ÖGB jedoch freut die bürgerlichen PolitikerInnen und
ganz besonders natürlich die österreichischen KapitalistInnen. In
Anbetracht der vergangenen wie drohenden Angriffe auf das
Sozialsystem und die erkämpften Rechte der ArbeitnehmerInnen aber ist
eine starke, kämpferische, demokratische Gewerkschaft unbedingt
notwendig. Daher sind Gewerkschaftsaustritte der falsche Weg! Gerade
jetzt ist es wichtig, in der Gewerkschaft zu bleiben beziehungsweise
einzutreten. So wie die Kritik am ÖGB von Seite der ArbeitnehmerInnen
richtig ist, ist es wichtig, gewerkschaftliche Strukturen gegenüber
Regierung, Parlament, Wirtschaftskammer etc. zu verteidigen. Den ÖGB
stärken, heißt ihn zu verändern! Zu fordern ist eine weitgreifende
Umstrukturierung des ÖGB. Dafür ist es allerdings notwendig, die
Basis des ÖGB mit einzubeziehen.
Wie weiter mit dem ÖGB?
Genauso wie die Gewerkschaftsmitglieder darüber entscheiden müssen,
was mit der BAWAG geschieht, sollen sie entscheiden, wohin der ÖGB
geht. Die Strukturen des ÖGB müssen transparent gemacht und für
Einzel-Mitglieder endlich wirklich geöffnet werden. Die Schaffung
demokratischer Strukturen innerhalb des ÖGB ist unbedingt notwendig.
In Zukunft müssen sämtliche ÖGB-FunktionärInnen von unten nach oben
jeweils demokratisch gewählt werden, ihren WählerInnen
rechenschaftspflichtig sein und bei Bedarf jederzeit abgewählt werden
können. Ein paar Urabstimmungen und alle vier Jahre ein
Bundeskongress werden da nicht ausreichen. Alle wichtigen
Entscheidungen müssen von den jeweils betroffenen KollegInnen selbst
getroffen werden - von Betriebsebene bis zu bundesweiten
Abstimmungen.
Momentan verdienen die Gewerkschaftsspitzen viel zu viel! Dazu die
aktuellen Zahlen der ÖGB-Homepage: Präsident Rudolf Hundstorfer: 5206
Euro, Vizepräsidentin Renate Csörgits: 5464 Euro, Vizepräsident
Johann Driemer: 6133 Euro, Vizepräsident Karl Klein: 6976 Euro.
Hinzukommen in vielen Fällen noch andere Einkünfte, z.B. Nationalrats-
oder Landtagsmandate. Offensichtlich sind die KollegInnen an der
Spitze also mit ihren Gewerkschaftsfunktionen keineswegs ausgefüllt -
für bis zu 7000 Euro im Monat sollten wir das aber eigentlich von
ihnen erwarten können.
Sämtliche FunktionsträgerInnen des ÖGB dürfen nicht mehr als einen
durchschnittlichen FacharbeiterInnenstundenlohn verdienen, damit sie
nicht vergessen, wen sie zu vertreten haben. Das ist (wie alle
anderen Forderungen unsererseits auch) kein linke Utopie, sondern in
anderen Gewerkschaften Realität. Als uns etwa vor kurzem der
venezolanische Gewerkschaftsführer Stalin Pérez Borges besuchte,
erzählte er uns ganz selbstverständlich, dass er weder luxuriös lebt,
noch mehr als einE durchschnittlicheR IndustriearbeiterIn verdienen
würde.
Auch hier gilt es wieder aufzupassen! Bürgerliche, die jetzt über ÖGB-
Privilegien reden, sollen vor der Tür ihrer eigenen Penthäuser
kehren. Nur die ArbeiterInnenbewegung hat Recht auf diese Kritik,
nicht jene, die die gleichen Privilegien genießen. Wir als einfache
Gewerkschaftsmitglieder müssen das Ende aller Privilegien fordern!
Zeichen setzen?!
Fortschrittliche ÖGB-FunktionärInnen die eine Richtungsänderung des
ÖGB als notwendig empfinden, gründeten mit der Initiative "Zeichen
setzen" (www.zeichensetzen.at) nun ein Portal für kritische Stimmen
gegen die Vorgehensweisen des ÖGB-Vorstands. "Ziel dieser Initiative
ist es, dass die neue ÖGB-Führung die nachstehenden Forderungen
öffentlich unterstützt und ihre Umsetzung am Bundeskongress im Jänner
2007 einleitet." Diese Forderungen gehen grundsätzlich in die
richtige Richtung, dennoch stehen wir einigen Punkten auch kritisch
gegenüber:
Der ÖGB soll laut dieser Initiative unabhängig von politischen
Parteien agieren. Diese formale Unabhängigkeit geht allerdings an den
konkreten Problemen vorbei. Die Politik, die der ÖGB verfolgt ist
zentral, und nicht, ob Parteien in ihm eine Rolle spielen oder nicht.
Denn Parteien an sich könnten ja genauso gut eine klassenkämpferische
Politik verfolgen. Darum geht es! Denn nur mit einer kämpferischen
Linie, die das Kapital herausfordert, werden die arbeitenden Menschen
in diesem Land nicht weiter permanent über den Tisch gezogen.
Dasselbe denken wir über die Forderung nach einem Rückzug von
Gewerkschaftsvorsitzenden aus dem Nationalrat oder anderen
Parlamenten. Auch hier gilt: Wichtig ist, was diese Personen dort
vertreten! Folglich sollten sich alle KollegInnen dafür einsetzen,
dass GewerkschaftsführerInnen im Parlament nur die Interessen der
Lohnabhängigen vertreten und nicht jene des Kapitals.
Die Einkommensgrenze von FunktionärInnen bei * 4.500 netto pro Monat
ist viel zu hoch angesetzt. Wie wir bereits erwähnt haben, sollte
diese nicht mehr als gewöhnliche FacharbeiterInnen verdienen.
Wichtig ist jedenfalls, dass sich so eine Initiative erst einmal
gegründet hat. Der ÖGB ist eben kein Monolith und viele Mitglieder
distanzieren sich vom Kurs dieser handzahmen und undemokratisch
agierenden Führung. Möglicherweise ergeben sich in weitere Folge neue
Diskussionen und es werden "härtere" Forderungen gestellt. Dennoch
muss darauf geachtet werden, dass eine solche Initiative auch die
Rolle eines Blitzableiters haben kann ("Du hast Kritik, Kollegin? Es
gibt eh die Internet-Plattform!").
Zum Schluss haben wir noch einmal unsere Forderungen für eine
Neuorientierung des österreichischen Gewerkschaftsbundes
zusammengestellt:
~ ÖVP, BZÖ, FPÖ und alle anderen Bürgerlichen: Hände weg vom ÖGB! Was
der ÖGB macht, hat die Bürgerlichen nichts anzugehen! Beseitigung der
Missstände und Sanktion der Verantwortlichen durch die
ArbeiterInnenbewegung, nicht durch den bürgerlichen Staat!
~ Den ÖGB zu verteidigen, heißt, ihn zu verändern! Austritte sind
keine Lösung! Nur eine starke und selbstbewusste Basis kann die
Zustände im ÖGB zum Besseren wenden!
~ Nein zum Entblößen des ÖGB! Kein Einblick des Staats in den
Streikfonds! Verwaltung des Streikfonds durch von der Basis bestimmte
Kontrollorgane!
~ Kein Verkauf der BAWAG zum momentanen Zeitpunkt! Über einen
möglichen späteren Verkauf muss die Gewerkschaftsbasis entscheiden!
~ Keine Haftung für die Verluste der Refco-Gläubiger durch den ÖGB!
~ Wahl sämtlicher FunktionärInnen des ÖGB durch die Basis! Diese
müssen ihren WählerInnen rechenschaftspflichtig, und bei Bedarf
jederzeit abwählbar sein!
~ Alle wichtigen Entscheidungen müssen von den jeweils betroffenen
KollegInnen auf der jeweiligen Ebene selbst getroffen werden - von
Betriebsebene bis zu bundesweiten Abstimmungen!
~ Urabstimmung über alle wichtigen Entscheidungen wie z.B.
Kollektivvertrags-Abschlüsse!
~ Jährliche Abhaltung des ÖGB-Bundeskongresses und der Kongresse der
Teilgewerkschaften!
~ Der Stundenlohn sämtlicher ÖGB-FunktionärInnen muss dem
durchschnittlichen FacharbeiterInnenstundenlohn angeglichen sein! Weg
mit allen Privilegien für GewerkschaftsführerInnen!
~ Verstärkte Öffnung des ÖGB für Beschäftigte aus besonders
unterdrückten Gesellschaftsschichten, wie z.B. MigrantInnen!
Offensive Kampagnen gegen Rassismus, Sexismus und andere Formen der
Unterdrückung, die lediglich die arbeitende Bevölkerung spalten!
~ Für eine klassenkämpferische und internationalistische Linie des
ÖGB! Kein defensives Zurückweichen vor Regierung und Konzernen! Keine
Kapitulation vor so genannten "Sachzwängen" und der nationalistischen
Standortlogik! Für ein offensive Politik des ÖGB! Dazu gehört u.a.
der Kampf für eine Arbeitszeitverkürzung auf 30 Stunden bei vollem
Lohnausgleich, für einen Mindestlohn von 1100 Euro netto oder eine
Umorientierung in der Steuerpolitik weg von Massensteuern hin zu
stärkeren Besteuerung von Gewinnen und Vermögen. Kampf für die
Rücknahme aller Sozialabbaupakete der letzten Jahre und Jahrzehnte
und für eine Wiederverstaatlichung der privatisierten Betriebe,
diesmal jedoch unter Kontrolle der Beschäftigten!
Stellungnahme der AL-Antifaschistische Linke,
Wien, 19.05.06
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2. Die Welt des Raiffeisen-Konzerns
Von schwarzen Giebelkreuzen und gelben Sparbienen
Der im zweiten Quartal 2006 veröffentlichte Geschäftsbericht für den
Raiffeisen-Konzern ließ AktionärInnen jubeln, denn zum sechsten Mal
in Folge wurde ein Rekordergebnis erzielt: Der Jahresüberschuss vor
Steuern stieg im Vergleich zum Vorjahr um 34,3 Prozent auf 929,9 Mio.
Euro und auch die Bilanzsumme des Konzerns erhöhte sich, sie lag Ende
2005 bei rund 95 Milliarden Euro. Wovon allerdings nicht berichtet
wird, ist die Tatsache, dass gerade Raiffeisen mit seinen
Finanzierungen über Private-Public-Partnership immer mehr Einfluss
bei politischen Entscheidungen gewinnt und somit zu einem noch
mächtigeren Faktor im öffentlichen Leben wird, als dies ohnehin schon
der Fall ist . Grund genug, sich einmal näher mit dem „schwarzen"
Konzern, seinen Strukturen und Strategien zu beschäftigen.
Neben lukrativen Beteiligungen an über 2500 Unternehmen wie Agrana,
Strabag, Demel, der Uniqa-Versicherung oder dem Kurier, sind es vor
allem das Ostgeschäft und die „Ostfantasien" der Finanzspekulanten,
welche die Gewinne in diese Höhen trieben. Bedingt durch
Bankübernahmen in der Ukraine, Serbien, Polen, Rumänien und Russland
stieg auch der MitarbeitInnenerstand innerhalb eines einzigen Jahres
um 82,6 Prozent auf 46.243 an, davon arbeiten allerdings nur knappe
2400 MitarbeiterInnen im „Hochlohnland" Österreich. „Wir werden von
der EU-Erweiterung immens profitieren …" , so der Chef der
einflussreichen RLB-OÖ, Ludwig Scharinger. Der Erfolg scheint ihm
Recht zu geben …
Scharinger vs. Konrad
Über 40 % der ÖsterreicherInnen sind Kunden in einer der 2190
Raiffeisen-Filialen, die sich auf die Länder-Banken stützen und von
der Raiffeisen Zentralbank (RZB) in Wien verwaltet werden.Fast
unbemerkt von der Öffentlichkeit tobt jedoch still und heimlich ein
interner Machtkampf um den Chef-Posten der RZB zwischen den
Direktoren der wichtigsten Raiffeisen-Landesbanken (RLB)
Niederösterreich und Oberösterreich, letztere hat sich quasi
verselbständigt und gilt als die RLB-Bank schlechthin.
Chef der RZB in Wien ist der Direktor der RLB-NÖ, Christian Konrad,
seines Zeichens auch Landesjägermeister. Sein großer Herausforderer:
Ludwig Scharinger von der RLB-OÖ. Beiden gemeinsam ist ein offenes
Bekenntnis zur ÖVP. Mehrmalige Angebote, in die Bundesregierung zu
wechseln, wurden von Konrad aber ausgeschlagen. „Ich kann Euch hier
nicht mehr helfen" , so seine Reaktion - womit er zweifelsohne Recht
hat ...
Obwohl erst im Juni über die Besetzung für das Amt des RZB-Direktors
abgestimmt wird, steht Konrad bereits Mitte April als Sieger fest.
Die Entscheidung für ihn „sei bereits gefallen, trotzdem werde im
Juni geheim abgestimmt", so Konrad. Seine letzte wichtige Aufgabe
sieht der 62-jährige Konrad darin, „für einen geordneten Übergang zu
sorgen." Es überrascht nicht gerade, wenn er als seinen Wunsch-
Nachfolger den Neffen des niederösterreichischen Landeshauptmannes,
den derzeitigen Landwirtschaftsminister Josef Pröll (ÖVP) nennt. Doch
als heimlicher Favorit gilt „König Ludwig" Scharinger. Einen ersten
Vorgeschmack auf die Abhängigkeit der Politik vom Wohlwollen des
Direktors der RLB-OÖ, gab die Feier zu seinem 20-jährigen
Dienstjubiläum im Design Center Linz. Neben dem per Video-Konferenz
zugeschalteten Kanzler Schüssel, stellte sich auch ÖGB- und SPÖ-
Prominenz ein. Auf den Punkt brachte es Oberösterreichs
Landeshauptmann-Stellvertreter Franz Hiesl (ÖVP): „Ich weiß, wo Gott
in Linz wohnt. Wenn ich zum Fenster raus schau, sehe ich den Dom, den
Pöstlingberg und den Raiffeisen-Würfel"
Raiffeisen-City Linz
Tatsächlich ist der Gestaltungswille der Bank gerade in Linz
unübersehbar. Design Center, der neue Hauptbahnhof, diverse
Tiefgaragenprojekte, die kostspielige Umfahrung Ebelsberg, die
Untertunnelung der A7 im Bereich Bindermichl, der geplante Büroturm
bzw. das neue Musiktheater - Raiffeisen plant, finanziert und
kassiert kräftig mit. Stadt Linz und Land Oberösterreich haben sich,
nicht zu letzt auch durch fehlende Finanzierungsbereitschaft des
Bundes, in eine tiefe Abhängigkeit von Raiffeisen begeben. Denn wann
immer der Bund mit Zuschüssen und finanziellen Unterstützungen
zögert, übernimmt Raiffeisen nur allzu gerne die Finanzierung. Für so
viel Engagement bedankte sich das Land u.a. mit der Vergabe des
Bauauftrages für das neue, 131 Millionen Euro teure,
Landesdienstleistungszentrum an eine Raiffeisen-Bau-Firma. Dass dabei
auf eine öffentliche Ausschreibung des Auftrages verzichtet wurde,
störte eigentlich nur den Rechnungshof. Hingewiesen sei auch noch auf
die CV-Bruderschaft5 zwischen Scharinger und Verkehrs-Staatssekretär
Helmut Kukacka, speziell im Zusammenhang mit verkehrsbaulichen
Finanzierungen …
PPP - Private Public Partnership
Das Zauberwort für mehr Macht in der Politik heißt PPP - Private
Public Partnership. Insbesondere die Raiffeisenlandesbank OÖ hat sich
auf solche PPP-Projekte spezialisiert: „Der Steuerzahler profitiert
vom Spatenstich bis zum Bandldurchschneiden", preist Raiffeisen seine
358 PPP-Projekte, deren Volumen mit 2,5 Milliarden Euro angeben wird.
Den finanziell angeschlagenen Gemeinden und Städten bietet die
Landesbank ein „universelles Service" über PPP an, etwa indem der
Gemeinde das Kanalnetz abgekauft und über eine Raiffeisen-
Tochterfirma betrieben wird. Die Gemeinde zahlt ein monatliches
Benützungsentgelt und refinanziert dieses über Gebühreneinnahmen. So
schön kann EU-Liberalisierung sein…
Doch auch der Europasprecher der SPÖ, Caspar Einem, spricht sich
für „die Segnungen dieses Modells außerbudgetärer Finanzierung" aus -
entlastet dies doch (wenn auch nur auf den ersten Blick) die
Staatskasse. Für Raiffeisen hat das natürlich einen gravierenden
Vorteil: Durch die intensive Verflechtung mit öffentlichen Finanzen
ist auf der einen Seite die Garantie gegeben, immer neue Aufträge zu
erhalten. Auf der anderen Seite sinkt das Zahlungsausfallrisiko
enorm, schließlich zählen Land, Stadt oder Gemeinden zu den
Schuldnern.
Dass man von staatlicher Seite gerne auf Raiffeisen vertraut, beweist
auch die Tatsache, dass über 90.000 ehemalige „Bundeswohnungen" an
die Bank verkauft wurden. Denn im Jahre 2001 erkannte die Regierung
den Wohnungsgesellschaften (EBS und WAG) die Gemeinnützigkeit ab und
bot sie zum Kauf an. Speziell die sich im Raum Linz und Steyr
befindlichen 25.000 Wohnungen der EBS (Linzer
Eisenbahnerwohnungsgesellschaft) sowie die 58.000 Wohnungen der WAG
weckten die Profitinteressen der Bank. Insgesamt befinden sich über
150.000 Wohnungen in den Fonds der RLB-Immobilien-Töchter.
Sumsi-Post und News vom Campus
Dass der Konzern gewaltige Summen für Werbung ausgibt, weiß man
spätestens dann, wenn man die mit schwarz-gelben Logos
zugepflasterten Sportler Hermann Maier oder Markus Rogan sieht.
Weniger auffallend hingegen ist, dass das Marketing der Bank auch
intensiv auf Kindergarten-Kinder und VolksschülerInnen ausgerichtet
ist. Nur allzu gerne verteilen seit Jahrzehnten willige LehrerInnen
die vor allem in ländlichen Gebieten bzw. in den westlichen
Bundesländern für Volksschüler zur Pflichtlektüre gewordene „Sumsi-
Post", in welcher auch gleich die Wichtigkeit des Sparens und die
Möglichkeit der Eröffnung eines „Sumsi-Sparbuches" von der Sparbiene
erklärt wird.
Verstärkt wird diese intensive Zusammenarbeit zwischen Schule und
Bank in den ländlichen Regionen (wo Raiffeisen gegenüber den
einfachen Menschen überhaupt absolut dominierend ist - nicht zuletzt
sind die beiden höchsten Gebäude in vielen Gemeinden der Kirchturm
und der Raiffeisen-Speicher) durch Ausrufung von Raiffeisen-
Malwettbewerben bzw. durch ständige gegenseitige Besuche (Nikolaus,
Fasching, Ostern). Bis zur Beendigung der Schulpflicht müssen
SchülerInnen im Extremfall bis zu 12-mal in Raiffeisen-Filialen
pilgern, spätestens zu diesem Zeitpunkt sollten dann bereits die
ersten Jugendkonten eingerichtet sein …
Bemerkenswert dabei: Das grundsätzliche Werbeverbot an
österreichischen Schulen wurde am 1. Februar 1997 aufgehoben, für
Raiffeisen hat es jedoch erst gar nie gegolten. Wer nach so viel
penetranter Werberei vermutet, dass demnächst die Schulkreuze in den
Volks- und Hauptschulen durch Raiffeisen-Giebelkreuze ersetzt werden,
irrt jedoch. Denn an einem Konflikt mit der Kirche wäre Raiffeisen
alles andere als interessiert, dafür sorgen auch die wichtigsten
Entscheidungsträger des Konzerns - die Generaldirektoren der
Landesbanken, welche sich mit Vorliebe in der Öffentlichkeit mit
Bischöfen zeigen und sich als „tief katholisch" bezeichnen.
Fakt ist, dass nahezu die gesamte kircheninterne Finanzierung in
Österreich über Raiffeisen abläuft. Ob es sich nun um die Überweisung
des Kirchenbeitrages auf Raiffeisen-Konten, die Sanierung von
Klöstern, Kirchen oder um Spendentransaktionen handelt - Raiffeisen
mischt mit. Außerdem wird von beiden Seiten gerne auf das „gemeinsame
Fundament im Wertebereich, sowie auf die langjährige gute
Zusammenarbeit" hingewiesen. 7
Doch zurück zur Schule. Leider endet die Raiffeisen-Jugend-Marketing-
Kampagne keineswegs eben dort. Wer in Oberösterreich studieren will,
kommt an der „Ludwig-Scharinger"- bzw. Johannes-Kepler-Universität
nicht vorbei. Gerade die für Ihre wirtschaftsorientierten Studien
bekannte Uni hat das Interesse der FinanzkapitalistInnen geweckt. Die
Uni-Dominanz des Unternehmens fing mit dem Bau des „Raiffeisen-
Bankengebäudes" an, welches verschiedene finanzwirtschaftliche
Institute beherbergt. Es folgten "Raiffeisen-Hörsäle" und ein „Dr.
Scharinger-Förderpreis" für ausgezeichnete finanzwirtschaftliche
Arbeiten.
Die unter Scharingers Führung in die Kepler-Uni investierten
Geldbeträge brachten ihm dann auch den Sessel des Vorsitzenden im
Unirat ein. Als verlängertes Sprachrohr des in Oberösterreich
omnipräsenten Raika-Generals dient seitdem auch die Uni-
Zeitschrift „News vom Campus", welche er gerne für Werbung bzw. für
die Verteidigung von Regierungspositionen (Studiengebühren) nutzt.
Dass diese Uni die Kaderschmiede für Raiffeisen ist, beweisen nicht
nur die Lebensläufe der ManagerInnen, sondern auch die
Stellengesuche, welche am schwarz-gelben Uni-Brett aushängen. Mit der
Aussage des Linzer Uni-Rektors Rudolf Ardel, dass
nämlich „Sponsoringgelder heute für die Unis unerlässlich seien" ,
wird die Unterwerfung der Universitäten unter die Interessen des
Kapitals voll und ganz eingestanden. Ein Problem, das nicht nur Linz
betrifft. So sitzt beispielsweise der „Sozialdemokrat" und
Großindustrielle Hannes Androsch im Unirat „seiner" Montanuni in
Leoben bzw. Helmut List (AVL) ist Unirat der TU Graz.
Medienmonopol
Kritische Artikel über die Welt von Raiffeisen werden interessierte
LeserInnen übrigens außerhalb linker Medien wie www.sozialismus.at
oder dem Morgenrot nur selten finden. Schließlich dominiert der
Konzern wie kein anderer die österreichische Medienlandschaft. So
hält die Raiffeisen Holding Niederösterreich-Wien den Mehrheitsanteil
an der Kurier-Gruppe, welche über Zwischengesellschaften
Beteiligungen am Mediaprint-Verlag (Kronen Zeitung) News, Profil,
Trend und Krone Hit Radio hält. Minderheitsanteile gibt es weiters an
der Austria Presse Agentur (APA) und an SAT1 Österreich.
Die marxistische Binsenweisheit, wonach Pressefreiheit im
Kapitalismus immer eine kastrierte Freiheit sein muss, da sich die
Massenmedien in den Händen einiger KapitalistInnen mit klaren
politischen Anschauungen befinden, wird am Beispiel Raiffeisen
eindrucksvoll verdeutlicht. Ein Anruf in der Redaktion eines diesen
Medien, eine Drohung Inserate einzustellen oder dergleichen und schon
wird kritischen JournalistInnen auf die Finger geklopft ...
Aber gerade in Zeiten, wo das gesamte bürgerliche Lager heuchelnd und
hämisch mit dem Finger auf die BAWAG zeigt (die Schlüsse aus dem
BAWAG-Skandal muss die Gewerkschaftsbasis ziehen, die Bürgerlichen
hat das nicht zu interessieren ...), ist es notwendig und ziemlich
interessant, die Welt von Raiffeisen einmal näher zu begutachten.
AL-Redaktion Oberösterreich
Quellen:
Der Standard 07.04.2006
Die Presse, 30.03.2006
http://www.wirtschaftsblatt.at
http://www.rzb.at
http://www.rlbooe.at/eBusiness/
http://oeh.ac.at/oeh
http://www.kpoe.at/
Fußnoten:
1) www.news.jku.at/e1703/e3597/ausgabe31.pdf
2) Der Standard 07.04.2006
3) Zeitung der Wirtschaftkammer OÖ, November 2005
4) http://www.rechnungshof.gv.at/
5) OÖ-Nachrichten, 24.10.2005
6) http://oeh.ac.at/oeh/presse/pressespiegel/100206649579/104937030887
7) http://www.rhnoew.at/pdfs/RH_GB_2003_Medienbet.pdf
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
3. Interview mit Stalin Pérez Borges
Stalin Pérez Borges ist Co-Vorsitzender des größten venezolanischen
Gewerkschaftsdachverbandes (UNT), und Mitglied des linkes Flügels in
der UNT, der sogenannten "Clasistas". Mitte Mai 2006 besuchte - auf
Einladung der Plattform für ein sozialistisches Venezuela (AL, AGM,
GRA, Labournet) - Europa für eine Reihe an Veranstaltungen in
Österreich, Deutschland und der Schweiz.
Das Interview erfolgte am 13.Mai 2006 auf einem Fest in Floridsdorf.
LabourNet-Austria stellte dem Gewerkschafter zwei Fragen: a) Über das
Gewerkschaftsdemokratieverständnis der UNT bzw. des linken Flügels
der UNT - den clasistas. Die zweite Frage betraf das Verhältnis der
UNT/clasistas zur Chávez-Regierung. Antworten auf beide Fragen sind
in diesem 7 1/2 minütigen Internet-Video zusammengefasst, das über
den Link http://www.labournetaustria.at/IntwStPB.wmv angesehen
werden kann. Das gesamte Interview kann auf www.labournetaustria.at
(DVD, 31 min.) bestellt werden.
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
AL-Antifaschistische Linke
Gegen Rassismus, Sexismus, Sozialabbau!
Für Solidarität und Sozialismus!
mail: al at sozialismus.net
web: www.sozialismus.at
phon: ++43 (0) 699 817 15 915
post: AL c/o Amerlinghaus, Stiftgasse 8, A-1070 Wien
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16 US: Kauft keine Rechner vom Chinesen
von "q/depesche" <depesche at quintessenz.org>
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From: "q/depesche" <depesche at quintessenz.org>
Subject: US: Kauft keine Rechner vom Chinesen
q/depesche 2006-05-24T11:36:47
US: Kauft keine Rechner vom Chinesen
Unter dem Mantra "Nationale Sicherheit" macht sich in den USA eine
neuartige Form von Wirtschaftsprotekt/ionismus breit.
-.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.-
Seit März übt nun eine Untersuchungskommission des US-Repräsentantenhauses
Druck auf das State Departement aus, den Kauf von insgesamt 15.000
Lenovo-PCs rückgängig zu machen. Es besteht die Furcht, die Rechner könnten
Hintertüren in der Hardware enthalten.
"Es ist kein Geheimnis, dass die USA das Hauptangriffsziel chinesischer
Geheimdienste sind", sagte der einflussreiche Abgeordnete Frank Wolf
[Republikaner], der auch im parlamentarischen Kontrollausschuss für das
Außenministerium sitzt.
Dort überdenke man die bisherige Einkaufsstrategie, sagte Wolf, und werde
in Zukunft bei den Ausschreibungen mehr Gewicht auf die Herkunft des
Lieferanten legen als bisher.
Auch die Demokraten stimmten zu, dass der Betrieb von Lenovo-PCs im
Außenministerium generell "beunruhigend" sei und ein potenzielles
Sicherheitsrisko darstelle.
Dass die PCs wie alle anderen davor in IBMs Fabriken in Raleigh im
US-Bundesstaat North Carolina gefertigt wurden und ohne weiteres auf ihre
Sicherheit überprüft werden können, fällt angesichts der unter
US-Politikern ausgebrochenen Paranoia offenbar nicht ins Gewicht.
Franzosen in den Bell Labs [...]
Zum einen führt Lucent für die US-Regierung auch strategisch wichtige
Aufträge durch, zum anderen plant Alcatel wiederum, seine 9,5 Prozent am
französischen Rüstungskonzern Thales - Staatsanteil 30 Prozent - noch
aufzustocken.
[...]
Nicht sehr viel rationaler als im Falle Lenovo-PCs ging es bei der vor
kurzem geplatzten Übernahme der US-Security-Firma Sourcefire zu.
[...]
Mehr dazu
http://futurezone.orf.at/it/stories/111044/
- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.-
relayed by Harkank
- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.-
Online Version: http://quintessenz.at/cgi-bin/index?id=000100003608
quintessenz is powered by http://www.onstage.at
subscribe/unsubscribe/digest
http://www.quintessenz.at/cgi-bin/index?funktion=subscribe
comments to depesche at quintessenz.org
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<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><><>
INTERNATIONALE SOLIDARITÄT
<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><><>
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17 [gipfelsoli] Weltbank -- Heiligendamm
von gipfelsoli-l at lists.nadir.org
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Gipfelinfo - Meldungen über globalisierte Solidarität
und die Proteste gegen unsolidarische Globalisierung
------------------------------------------------------ www.gipfelsoli.org --
- Demo gegen das deutsche Weltbankforum
- Mecklenburg-Vorpommern - Landesweite Kampagne
-----------------------------------------------------------------------------
Demo gegen das deutsche Weltbankforum
Weltbank-Forum Beim Deutschen Weltbankforum handelt es sich um eine ca. alle 18
Monate bis zweijährige, regelmäßig stattfindende Veranstaltung der Weltbank an
wechselnden Orten in Deutschland. An ihr nehmen rund 350 führende
internationale Spitzenvertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, den
Medien und der zivilen Gesellschaft teil, um über Schlüsselfragen der
weltwirtschaftlichen Entwicklung zu diskutieren.
Demo gegen das deutsche Weltbankforum und
kapitalistische Globalisierung 1. Juni
2006 17 Uhr Hamburg-Dammtor
Weltbank-Forum Beim Deutschen Weltbankforum handelt es sich um eine ca. alle 18
Monate bis zweijährige, regelmäßig stattfindende Veranstaltung der Weltbank an
wechselnden Orten in Deutschland. An ihr nehmen rund 350 führende
internationale Spitzenvertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, den
Medien und der zivilen Gesellschaft teil, um über Schlüsselfragen der
weltwirtschaftlichen Entwicklung zu diskutieren. Dieses Jahr wird das nun 8.
Deutsche Weltbankforum in den Räumen der Handelskammer von der Weltbank, dem
Senat der Freien und Hansestadt Hamburg, sowie der Handelskammer durchgeführt.
Im Mittelpunkt des diesjährigen Weltbankforums sollen die "Chancen und
Herausforderungen in der Zusammenarbeit mit den Ländern des nahen und Mittleren
Ostens" stehen. "Diese Region sei ein bedeutendes Potential für deutsche
Unternehmen" welches sich zu erschließen gilt.
(www.hk24.de >Veranstaltungen > Germany World Bank Forum)
VON ANFANG ...
Weltbank und IWF 1944 wurde auf der Währungs- und Finanzkonferenz der Vereinten
Nationen in Bretton Woods die Gründung der Weltbank (WB) und des
internationalen Währungsfond (IWF) beschlossen, die die beiden Säulen der
Weltwirtschaftsordnung der Nachkriegszeit wurden. Mittlerweile 184 Länder
gehören den eng zusammenarbeitenden Organisationen an. Aufgabe der WB ist es,
durch Vergabe von langfristigen Darlehen für Entwicklungsprojekte und
-programme Wirtschaftswachstum und soziale Entwicklung in den Mitgliedsländern
zu fördern. Der IWF achtet auf das internationale Währungsgleichgewicht und die
Stabilität einzelner Währungen, indem sie kurzfristige Kredite von 5-10 Jahren
vergibt, die ihrerseits (wie die WB-Kredite) an wirtschaftspolitische
Stabilisierungsprogramme gebunden sind es handelt sich hierbei um die so
genannten Strukturanpassungsprogramme (SAP).Die Weltbank finanziert sozial- und
umweltschädliche Projekte, wie Staudämme, Schrimps-Aquakulturen oder Pipelines.
Die Kritik an beiden Institutionen hat Spuren hinterlassen: der IWF diskutiert
über (minimale) Schuldenerlasse und die WB erkennt, dass Entwicklung doch etwas
anderes ist als das Bruttosozialprodukt, so das es jetzt bei den SAPs um eine
"Strukturanpassung mit menschlichem Antlitz" geht. Aber das alles ändert nichts
an der Tatsache, dass WB und IWF machtvolle politische Instrumente der
Regierungen der Industrienationen sind (allein die 5 G8-Länder: USA, Japan,
Deutschland, England, Frankreich besitzen zusammen 40% (35%) der IWF- (der WB-)
Stimmanteile). Instrumente, mit denen eine kapitalistische Wirtschaftsordnung
und ihre neoliberale Verschärfung weltweit durchgesetzt wurde und wird.
Instrumente, die auf der ideologischen Annahme aufbauen, dass die freie
Entfaltung der Marktwirtschaft dem Allgemeinwohl dient und ihre verheerenden
Konsequenzen nur vorübergehender Natur sind. Instrumente der Herrschaft und
Unterdrückung, die auch nach allen kosmetischen Korrekturen mit Demokratie und
Selbstbestimmung nicht viel zu tun haben und deren "menschliches Antlitz" nur
die Fratze von Ungleichheit und Ungerechtigkeit verdecken soll. (Eigenwerbung:
www.worldbank.org)
O-Ton Evian 2003
Drei Euro am Tag zahlt jeder US-amerikanische Bürger für das Militärbudget der
USA. Mit zwei Euro am Tag wird im Durchschnitt jede europäische Kuh von der EU
subventioniert.
Einen Euro am Tag haben zwei Milliarden Menschen auf der Erde zum Leben.
Inhalte von Strukturanpassungsprogrammen
1) Abwertung der Landeswährung soll Produkte konkurrenzfähig machen, das
verteuert Importe und verbilligt Exporte
2) Verringerung der Staatsausgaben durch Kürzung meist im sozialen Bereich. In
fast allen Fällen stiegen jedoch die Militärhaushalte, um Rebellionen
niederschlagen zu können.
3) Privatisierungen von Staatsunternehmen
4) Deregulierung im Innern, das heißt Aufgabe von Einschränkungen und Auflagen
für private InvestorInnen, um das Land für diese attraktiver zu machen
5) Liberalisierung des Außenhandels (Einfuhrbeschränkungen, Schutzzölle, usw.)
"Ungleichheit ist nicht bedauerlich, sondern höchst erfreulich. Sie ist einfach
nötig."
F. A. von Hayek, neoliberaler Vorreiter, Pinochet
Berater, Nobelpreisträger 1974
...ZUM ENDE DER GESCHICHTE.
Anfang der 80er behaupteten Reagan und Thatcher
der Neoliberalismus sei das Ende
der Geschichte, dieser Geschichte die keinen
bestimmten Anfang hat, noch mit dem
Zusammenbruch der Sowjetunion: dem "Sieg" des Kapitalismus beendet ist. Es ist
nicht ein "Bösewicht der uns knechtet", in diesem komplexen Prozess, sondern
teils historisch erwachsene Strukturen im und durch den Kapitalismus, die im
Zuge der Globalisierung, im besonderen durch neoliberale Ideologie, sich gerade
in einer Vielzahl von Institutionen und Handelsabkommen wieder finden.
Globalisierung Unter dem Begriff Globalisierung versteht man Prozesse einer
zunehmenden globalen Vernetzung von Menschen, Institutionen, Staaten und vor
allem dem Welthandel. Globalisierung wird ermöglicht und unterstützt durch
technische Fortschritte in den Bereichen Information, Kommunikation,
Produktion, Kapital und Transport, auf der politischen Ebene durch die
Liberalisierung des Welthandels. Zu betonen ist das eben auch die
Globalisierung ein ideologisches Projekt ist, getragen von der Ideologie des
Neoliberalismus.
Die neoliberale Ideologie Der Kern des neoliberalen Kapitalismus beinhaltet die
These, dass der Markt sich von selber reguliere und daher keine Eingriffe von
Seiten der Politik nötig sein. Auf den Staat bezogen sind die wesentlichen
Forderungen neoliberaler Prägung daher insbesondere die Deregulierung des
Sozialstaates, sowie die Privatisierung von staatseigenen Betrieben, etwa in
den Bereichen Bildung oder Gesundheit. Im Bezug auf soziale Deregulierung im
Rahmen des neoliberalen Projektes bedeutet dieses auch eine demokratische
Deregulierung. Mitbestimmung im Staat oder in den Betrieben wird systematisch
eingeschränkt.
Entgegen der Behauptung, rechter oder nationalistischer Theoretiker, ist die
Abschaffung von Nationalstaaten kein Ziel des neoliberalen globalen
Kapitalismus.
Institutionen Einrichtungen und internationale Institutionen stehen der
Ideologie des Neoliberalismus eigentlich im Widerspruch, indem sie das
weltweite Wirtschaftssystem, durch die Vergabe von Krediten auf der einen Seite
und der Sanktionierung einzelner Staaten auf der anderen Seite, kontrollieren.
Dennoch kann hier die Rede von einem neoliberalen Kapitalismus sein da diese
neoliberale Marktmechanismen etablieren.
Vorangetrieben wird die neoliberale Globalisierung von Institutionen und
Abkommen: WTO, IWF, Weltbank, EU, G8, WEF, NAFTA, GATT, MAI u.a. (genaueres auf
de.wikipedia.org)
VON CHIAPAS, ÜBER SEATTLE...
Wer ist die "Anti-Globalisierungsbewegung"? Dieser von den Medien im Zuge der
Gipfelstürme in Seattle, Prag und Genua entstandener Begriff. Beschreibt
ATTACis, linksradikalen AnarchistInnen und KommunistInnen, NGOlern,
Feministinnen, Friedens- und UmweltaktivistInnen und DemonstrantInnen von
Kirchen, Gewerkschaften und Bauernbewegungen, die gemeinsam die Plattformen von
WTO-, IWF/Weltbank- oder G8-Treffen nutzten, und
stürmten in das internationale,
mediale Bewusstsein. Die heterogene Stärke die sich zeigte, beruht auf der
Unterschiedlichkeit der AktivistInnen aus ihren lokalen Ursprüngen. Es gibt
kein Zentralkomitee oder eine Dachorganisation. Es gibt keine exakte Definition
und selten ein mediales Interesse für die alltäglichen Kämpfe der "Bewegung",
deren Artikulation ihrer Kritik oft Repressionen folgen.
Ein Rückblick zu Anti-IWF-Aktionen in Berlin ´88 oder dem Aufstand der
Zapatistas wegen des NAFTAs 1994 und dem von ihnen 1996 einberufenen "1.
Intergalaktischen Treffen gegen den Neoliberalismus und für eine menschliche
Gesellschaft" und anderen Ereignissen zeigt, dass es schwer ist ein Anfang oder
eine geradlinige Entwicklung zu beschreiben. Die jedoch spätestens zur
Jahrhundertwende hin eine eigene Dynamik entwickelte: 1998 entstand das
Netzwerk PeoplesGolabelAction (PGA), das im selben Jahr noch zeitgleich 30
ReclaimTheStreets!-Parties auf drei Kontinenten mit 300.000 Menschen
organisierte. 1999 in Seattle, musste die WTO-Ministerkonferenz wegen massiven
Protesten abgebrochen werden, die "Bewegung" machte weltweit Schlagzeilen; es
gründete sich ein "eigenes" unabhängiges Mediennetzwerk www.indymedia.org. In
Prag 2000 gelang es wieder den Gipfel, diesmal IWF/Weltbank, frühzeitig beenden
zu lassen. In Genua 2001, demonstrierten 300.000 gegen den G8-Gipfel, ein
Demonstrant wurde erschossen. Die "Bewegung" lernte sich zu globalisieren auch
durch die Gründung von weltweiten und regionalen Sozialenforen. So kämpften nun
indische BäuerInnen die Genfelder zerstörten,
Menschen in Mexiko die ihre Dörfer
bis heute selbst verwalten, MigrantInnengruppen
in Australien oder AktivistInnen
in Europa und den USA die Gipfel zu Desastern machten, gemeinsam. Es hat sich
gezeigt, dass kein Gipfel mehr ohne seinen Gipfelprotest stattfinden kann, wie
zuletzt in Schottland oder Hong Kong. Und doch steckt diese Bewegung in
Vernetzung, reflektierter Kritik, gemeinsamer Aktion und dem Bewusstsein für
einander noch in seinen Kinderschuhen.
Think global, act local Da die Deregulierung des Sozialstaates sowie die
Privatisierung staatseigener Betriebe zentrale Aspekte der neoliberalen
Ideologie darstellen und somit fester Bestandteil der Globalisierung sind, sind
die Auswirkungen dieser Politik eben nicht begrenzt auf so genannte
Entwicklungs- oder Schwellenländer, sondern sind global spürbar. Die
Konsequenzen des neoliberalen Leitdiskurs bestimmen den Alltag vieler Menschen
und eben auch hier vor Ort. Hierzu gehören zum Beispiel
Studien-/Bildungsgebühren, Prekarisierung im Beschäftigungsbereich sowie
soziale Kürzungen und den damit fast immer verbundenen sozialen Kämpfen
(Bambule in Hamburg, Hartz Gesetze in Deutschland, CPE in Frankreich,
Portpackage 2 in Europa, usw.)
Und diese Ebene der Globalisierungskritik, ist eben jene die medial immer noch
nicht als Kern der "Antiglobalisierungsbewegung" wahrgenommen wird.
...IN EINE SELBSTBESTIMMTE ZUKUNFT !?
Ein Ausblick Im Hinblick der fortschreitenden Umweltzerstörung, Armut, Hunger,
asozialer Politik und der Verwertungslogik gegenüber allen Lebensbereichen,
können wir uns keine grundlegende, aber zwingend erforderliche Veränderung von
"Oben" und wenig von Reformen erhoffen. Die heterogene Stärke in Handeln und
Utopie - die emanzipatorische, soziale und basisdemokratische Perspektive der
Bewegung, lässt uns gestärkt ins 21. Jahrhundert blicken. Lasst uns den
G8-Gipfel 2007 in Deutschland zum Desaster machen, gemeinsam kämpfen und
hoffnungsvoll in die Zukunft blicken, bis irgendwann mal wieder über Begriffe,
wie "Gerechtigkeit" oder "Weltrevolution" ernsthaft philosophiert werden kann.
Wir können nicht verlieren, denn all die Niederlagen auf dem Weg sind Siege.
03.JUNI| BERLIN|bundesweite DEMONSTRATION|12.00| RotesRathaus
Infos:www.wir-wollen-alles.tk| www.protest2006.de
14.JULI| HAMBURG| globalACTION-DAY| ReclaimTheStreets!-Party
Vorbereitungstreffen Montags 19.00 RoteFlora
15.-17. JULI | ST.PETERSBURG| G8-GIPFEL| www.spb8.hardcore.lt
4.-13.AUGUST | "CAMP INSKI" | ANTI-G8-CAMPING|www.camp06.org
|GIPFELMOBILISIERUNGEN allgemein: www.gipfelsoli.org
da gibt es natürlich noch viel, vielmehr und unser Aufruf is sicher auch
verkürzt, usw., also
wie heißt es so schön: BILDET EUCH, BILDET ANDERE, BILDET BANDEN!
[indymedia.de, von Herbert Leichtfuß - 24.05.2006 09:44]
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Mecklenburg-Vorpommern - Landesweite Kampagne
Informieren-Akivieren-Agieren - Breites Bündnis startet die Kampagne.
Über 40 nicht-rechte Clubs, Bands, Gruppen und Projekte aus
Mecklenburg-Vorpommern haben sich zu einem Bündnis vier Monate vor der
Landtagswahl zusammengeschlossen. Wir rufen mit unserer Kampagne "Keine Stimme
den Nazis" auf, gegen Rechts aktiv zu werden um den Einzug der rechtsradikalen
NPD in den Landtag von Mecklenburg-Vorpommern im September zu verhindern.
Die NPD ist eine rassistische, nationalistische und antisemitische Partei, jede
Stimme für die Partei ist eine Stimme für eine menschenverachtende Politik, für
Gewalt und für Unfreiheit. Wir werden in den nächsten vier Monaten laut und
deutlich machen, dass der 'nationale Sozialismus' der NPD keine Alternative
ist.
Bei den Bundestagswahlen konnte die NPD in Mecklenburg/Vorpommern bereits 3,5%
Prozent der Stimmen erreichen. Rechte Einsstellungen sind kein Randproblem, sie
sind in Teilen der Bevölkerung fest verankert. Wir wollen klarstellen, dass
Stimmen für die Nazis kein "Denkzettel" oder "Protest" sind. Wir rufen Euch
auf, die Zusammenarbeit von "Demokraten" mit NPD-Kadern und mit
Neonazi-Kameradschaften aufzudecken und zu stören.
Wir rufen dazu auf, statt Wahlkampfgetöse gegen die NPD ernsthafte Konzepte
gegen Rechts zu entwickeln! Und wir rufen dazu auf, sich für soziale
Gerechtigkeit unabhängig von Hautfarbe, Herkunft und Geschlecht einzusetzen!
Im Rahmen der Kampagne werden in den nächsten Monaten unterschiedlichste
Aktivitäten starten. Auf der Homepage der Kampagne unter
http://www.keine-stimme-den-nazis.info gibt es dazu Tipps und
unterschiedlichstes Infomaterial. Dort gibt es auch die Möglichkeit sich als
Unterstützer_In anzuschließen und aktuelle Mitteilungen über Aktionen zu
erhalten.
Stay active!
[indymedia.de, von Standislaus Becker - 23.05.2006 13:01]
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gipfelsoli infogruppe
Newsletter mit Nachrichten über Mobilisierungen,
Debatten und Repression im Zusammenhang mit
Gipfelprotesten.
Die AutorInnen der Beiträge, so sie nicht von uns
verfasst sind, sind mit eckigen Klammern versehen.
Wir können leider keine Verantwortung für die
Richtigkeit der Beiträge übernehmen. Auch geben
die Beiträge
nicht zwangsläufig unsere Meinung wieder.
Mehr Infos und Texte sowie ein öffentliches
Archiv des Newsletters unter www.gipfelsoli.org.
Kontakt, Kritik, Beiträge: gipfelsoli at nadir.org
gipfelsoli mailinglist subscribe - unsubscribe
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18 Äthiopien: Protest gegen Maßregelung der Deutschen Welle
von "GFBV Hans Bogenreiter" <hans.bogenreiter at gfbv.at>
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GESELLSCHAFT FÜR BEDROHTE VÖlKER
> PRESSEERKLÄRUNG Göttingen/Berlin, den 24. Mai 2006
>
> Protest gegen Maßregelung der "Deutschen Welle": Äthiopien will
> unabhängige ausländische Medien mundtot machen
>
> Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat der äthiopischen
> Regierung am Mittwoch vorgeworfen, nach den heimischen Medien nun
> auch noch die letzten unabhängigen ausländischen Medien mundtot
> machen zu wollen. Das äthiopische Außenministerium hatte zuvor
> angekündigt, dem Deutschen Bundestag in den nächsten Tagen
> Protestresolutionen gegen die vermeintlich "unausgewogene und
> destruktive" Berichterstattung der "Deutschen Welle" zu übergeben.
>
> "Die umfassende Berichterstattung der "Deutschen Welle" über das
> politische Tagesgeschehen und Menschenrechtsverletzungen ist für die
> äthiopische Bevölkerung angesichts der staatlichen Zensur außerordentlich
> wertvoll", erklärte der GfbV-Afrikareferent Ulrich Delius. Nur so könnten
> sich die Bürger Äthiopiens ein eigenes Bild von der Lage in ihrem Land
> machen, denn nur in China, Kuba und Eritrea werde die Pressefreiheit noch
> mehr mit Füßen getreten. Es sei der "Deutschen Welle" und dem ebenfalls
> massiv kritisierten Radiosender "Stimme Amerikas" zu verdanken, dass es
> in Äthiopien immer weniger "Täler der Ahnungslosen" gibt. Dies belege
> auch die wachsende Zuhörerschaft des deutschen Auslandssenders in
> ländlichen Gebieten. Erst kürzlich hätten daher Oromo an den Sender
> appelliert, auch ein Programm in ihrer Sprache auszustrahlen.
>
> Mindestens 21 Journalisten seien zur Zeit in Äthiopien inhaftiert, unter
> ihnen auch mehrere Angehörige der unterdrückten Bevölkerungsgruppe der
> Oromo, kritisierte die GfbV. Immer mehr Journalisten müssten aufgrund
> der Repression das Land verlassen. So seien im Jahr 2004 allein zwölf
> Oromo-Journalisten ins Ausland geflohen, weil sie wegen ihrer kritischen
> Berichterstattung von Sicherheitskräften verfolgt worden seien.
>
> Nach der blutigen Niederschlagung von Protesten gegen die manipulierten
> Parlamentswahlen im Mai 2005 habe die Repression gegen unabhängige
> Medien nun einen neuen Höhepunkt erreicht. So stünden 14 Journalisten
> wegen "Hochverrats" und "Anstiftung zum Völkermord" gemeinsam mit 100
> mutmaßlichen Anhängern der Oppositionsbewegung vor Gericht. Mehr als
> zehn Zeitungen hätten aufgrund des Drucks der Behörden seit November
> 2005 ihr Erscheinen einstellen müssen.
>
> Auch im Internet werde der freie Meinungsaustausch immer mehr
> unterdrückt. So seien in dieser Woche mindestens 23 von 32 kritischen
> äthiopischen Internet-Tagebüchern (Blogger) für äthiopische Internet-
> Nutzer gesperrt worden. Nur aus dem Ausland sei noch ein Zugriff auf sie
> möglich.
> ======================================================
> Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV)
> Inse Geismar, Pressereferentin
> Postfach 2024, D-37010 Goettingen
> Tel.+49/551/49906-25, Fax:++49/551/58028
> E-Mail: presse at gfbv.de, Homepage:http://www.gfbv.de
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19 Chris Gilbert's resignation over Venezuelan Exhibition
von Oliver Ressler <oliver.ressler at chello.at>
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Chris Gilbert - statement on resigning 5/21/06
I made the decision to resign as Matrix Curator on April 28, but my
struggles with the Berkeley Art Museum/Pacific Film Archive over the
content and approach of the projects in the exhibition cycle "Now-Time
Venezuela: Media Along the Path of the Bolivarian Process"
(http://www.bampfa.berkeley.edu/exhibits/nowtime/index.html) go back
quite a few months. In particular the museum administrators -- meaning
the deputy directors and senior curator collaborating, of course, with
the public relations and audience development staff -- have for some
time been insisting that I take the idea of solidarity, revolutionary
solidarity, out of the cycle. For some months, they have said they
wanted "neutrality" and "balance" whereas I have always said that
instead my approach is about commitment, support, and alignment -- in
brief, taking sides with and promoting revolution.
I have always successfully resisted the museum's attempts to interfere
with the projects (and you will see that the ideas of alignment,
support, and revolutionary solidarity are written all over the
"Now-Time" projects part 1 & part 2 -- they are present in all the texts
I have generated and as a consequence in almost all of the reviews). In
the museum's most recent attempt to alter things, the one that
precipitated my resignation, they proposed to remove the offending
concept from the Now-Time Part 2 introductory text panel (a panel which
had already gone to the printer). Their plan was to replace the phrase
"in solidarity" with revolutionary Venezuela with a phrase like
"concerning" revolutionary Venezuela -- or another phrase describing a
relation that would not be explicitly one of solidarity.
I threatened to resign and terminate the exhibition, since, first of
all, revolutionary solidarity is what I believe in -- the essential
concept in the "Now-Time" project cycle -- but secondly it is obviously
unfair to invite participants such as Dario Azzellini and Oliver Ressler
or groups such as Catia TVe to a project that has one character
(revolutionary solidarity) and then change the rules of the game on them
a few weeks before the show opens (so that they become mere objects of
examination or investigation). At first, my threat to resign and
terminate the show availed nothing. Then on April 28, I wrote a letter
stating that I was in fact resigning and my last day of work would be
two weeks from that day, which was May 12, two days before the "Now-Time
Part 2: Revolutionary Television in Catia" opening
(http://www.bampfa.berkeley.edu/exhibits/nowtimept2/index.html). I
assured them that the show could not go forward without me. In response
to this decisive action -- and surely out of fear that the show which
had already been published in the members magazine would not happen --
the institution restored my text panel to the way I had written it.
Having won that battle, though at the price of losing my position, I
decided to go forward with the show, my last one.
One thing that should make evident how extreme and erratic the museum's
actions were is that the very same sentence that was found offensive ("a
project in solidarity with the revolutionary process in contemporary
Venezuela") is the exact sentence that is used for the first Now-Time
Venezuela exhibition text panel that still hangs in the Matrix gallery
upstairs. That show is on view for one more week as I write.
The details of all this are important though, of course, its general
outlines, which play out the familiar patterns of class struggle, are of
greater interest. The class interests represented by the museum, which
are above all the interests of the bourgeoisie that funds it, have two
(related) things to fear from a project like mine: (1) of course,
revolutionary Venezuela is a symbolic threat to the US government and
the capitalist class that benefits from that government's policies, just
as Cuba is a symbolic threat, just as Nicaragua was, and just as is any
country that tries to set its house in order in a way that is different
from the ideas of Washington and London -- which is primarily to say
Washington and London's insistence that there is no alternative to
capitalism.
I must emphasize that the threat is only symbolic; in the eyes of the US
government and the US bourgeoisie, it sets a "bad" and dangerous example
of disobedience for other countries to follow, but of course the idea
that such examples represent a military threat to the US (would that it
were the case) is simply laughable; (2) the second threat, which is
probably the more operational one in the museum context, is that much of
the community is in favor of the "Now-Time" projects -- the response to
the first exhibition is enormous and the interest in the second is also
very high. That response and interest exposes the fact that the museum,
the bourgeois values it promotes via the institution of contemporary art
(contemporary art of the past 30 years is really in most respects simply
the cultural arm of upper-class power) are not really those of any class
but its own. Importantly the museum and the bourgeoisie will always deny
the role of class interests in this: they will always maintain that the
kinds of cultural production they promote are more difficult, smarter,
more sophisticated -- hence the lack of response to most contemporary
art is, according to them, about differences in education and
sophistication rather than class interest. That this kind of claim is
obscurantist and absurd is something the present exhibitions make very
clear: the work of Catia TVe, which is created by people in the popular
(working-class) neighborhoods of Caracas, is far more sophisticated than
what comes out of the contemporary art of the Global North. The same
could be said for the ideas discussed by the Venezuelan factory workers
in the Ressler and Azzellini film that is shown Now-Time Part 1
(http://www.ressler.at/content/view/93/lang,en_GB). (Of course, it is
not because these works and the thoughts in them are more sophisticated
that we should attend to them; what I am saying is simply that it is
clearly an evasion and false to dismiss anti-bourgeois cultural
production -- work that aligns with the interests of working class
people -- on grounds of its being unsophisticated.)
To return to the museum: I believe that the enormous response to the
"Now-Time" cycle -- there were 180 visitors to the March 26 panel
discussion that opened "Now-Time" part 1 and if you google "Now-Time
Venezuela" you get over 700 hits -- put the class interests that stand
by and promote contemporary art in danger, exposed them a bit. I suppose
some concern about this may have given a special edge to the museum's
failed efforts to alter my projects.
I think it is important to be clear about the facts that precipitated my
resignation: that is, the struggle over the wording of the text panel,
which fit into months of struggle over the question of solidarity and
alignment with a revolutionary political agenda. That issue is discussed
above. However, it is also important to understand the context. Again,
it is too weak to say that museums, like universities, are deeply
corrupt. They are. (And in my view the key points to discuss regarding
this corruption are (1) the museum's claim to represent the public's
interests when in fact serving upper-class interests and parading a
carefully constructed surrogate image of the public; (2) the presence of
intra-institutional press and marketing departments that really operate
to hold a political line through various control techniques, only one of
which is censorship; finally (3) the presence of development departments
that, in mostly hidden ways, favor and flatter rich funders, giving the
lie to even the sham notion of public responsibility that the museum
parades). However, to describe museums and other cultural institutions
as simply if deeply corrupt is, as I said, too weak in that it both
holds out the promise of their reform and it ignores the larger
imperialist structures that make their corruption an inevitable upshot
and reflection of the exploitive political and social system of which
they form a part. Such institutions will go on reflecting imperialist
capitalist values, will celebrate private property and deny social
solidarity, and will maintain a strict silence about the control of
populations at home and the destruction of populations abroad in the
name of profit, until that imperialist system is dismantled.
Importantly, it will not be dismantled by cultural efforts alone: a
successful reform of a cultural institution here