MUND: Montag, 22. Mai 2006

MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst analle at no-racism.net
Mon Mai 22 07:26:56 CEST 2006


MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst
              www.no-racism.net/mund

Montag, 22. Mai 2006


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A) INHALT
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01 "AG gegen Islamfeindlichkeit" zur diskutierten Studie
From: kulturverein at kanafani.at
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AKTIONEN UND ANKÜNDIGUNGEN
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02 KanalB.at video
From: webmaster at kanalB.org
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03 P.Hopf,C.Krall: "Blick zurück im Zorn"
From: transdanubien at gegenschwarzblau.net
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04 J E T Z T A U F C D - R O M:
"Bundesdeutsche Flüchtlingspolitik und ihre tödlichen Folgen" (1993 - 2005)
From: ari-berlin-dok at gmx.de
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B) TEXTE
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01 "AG gegen Islamfeindlichkeit" zur diskutierten Studie
From: kulturverein at kanafani.at
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MigrantInnen, wie sie sein sollen:
WILLIG - BILLIG - UNSICHTBAR

eine Stellungnahme der Arbeitsgemeinschaft gegen Islamfeindlichkeit
des Kulturvereins Kanafani

zur Studie des Innenministeriums über MuslimInnen in Österreich



Das die Innenministerin eine Rassistin ist, ist keine Überraschung. Das zu
skandalisieren wäre unfair. Eine solche Grundhaltung gehört in diesem Europa
zu den Anforderungen ihres Berufes. Hingegen ist ihr dafür zu danken, dass
sie eine wichtige Debatte ausgelöst hat. Endlich stellt sich auch
hierzulande so Manche/r die Frage, was der Begriff "Integration" nun
eigentlich genau zu bedeuten habe.

Das die Agenda "Integration" auf Bundesebene im Innenministerium angesiedelt
ist, ist bezeichnend. Die Definitionsmacht über den Begriff Integration
haben wir - die NGOs, die Antirassismus-Szene und die MigrantInnen selbst -
bereits die längste Zeit verloren. Einst waren Zugang zu staatlichen
Dienstleistungen, zu Bildung, zu Wohnungen und Einbindung in politische und
gesellschaftliche Entscheidungsprozesse gemeint, wenn von Integration die
Rede war. Die Minderheiten stellten ihre Anforderungen an die
Mehrheitsgesellschaft. Heute verhält es sich genau umgekehrt. "Ihr dürft nur
dann hier bleiben, wenn ihr euch angepasst habt, wenn ihr so seid wie wir",
lautet die unmissverständliche Botschaft, wenn heute von Integration die
Rede ist. Wobei das "Wir" ín das alle "Anderen" integriert werden sollen,
immer die festschreiben, die gerade das sagen haben. Und das sind definitiv
nicht WIR.

Daher sagen WIR ganz klar und deutlich NEIN zu jeder Integration. Wir
fordern, dass die Anliegen von MigrantInnen - ob muslimisch oder nicht -
wahrgenommen werden. Wir wollen keine Toleranz: Wir fordern Respekt. Wir
fordern gleiche Rechte. Wir fordern gleichen Lohn. Wir lehnen jede
Integration ab in die bierselige Kronen-Zeitungs-Welt, die Vielen für uns
vorschwebt. Wir werden auch weiterhin Distanz wahren zur Polizei, die uns
schikaniert, zur Politik, die uns tagtäglich missbraucht, zu den Medien, die
auf unserem Rücken ihre Auflagen steigern wollen und zu vielen so genannten
MehrheitsösterreicherInnen, die ihren Frust auf uns abzuladen versuchen. Was
wir nicht ablehnen, ist Teil dieser Gesellschaft zu sein.Das können wir
nämlich gar nicht, wir sind es bereits. Ob es euch passt oder nicht.

Nicht nur der Innenministerin, auch den von ihr beauftragten
WissenschaftlerInnen, die die Studie erstellt haben, ist zu danken. Sie
gewähren uns mit ihrer Arbeit einen tiefen Einblick in das primitive
Gesellschaftsbild, das bei ihnen vorherrscht und das sie uns allen
einzureden versuchen. Da wird die Fragestellung nach dem Verhältnis von
MigrantInnen und MehrheitsösterreicherInnen kulturalisiert und reduziert auf
die Frage nach dem Verhältnis von MuslimInnen und Nicht-MuslimInnen. Da
werden alle Menschen, die aus mehrheitlich-islamischen Gesellschaften kommen
zu MuslimInnen erklärt, unabhängig davon ob der Islam irgendeine Rolle in
ihrem Leben spielt oder nicht. Da wird ganz schamlos von einem extrem
orientalistischem Islambild ausgegangen, für den der Islam etwas
Archaisch-Starres darstellt. Demzufolge glaubt man in der Studie Frauen, die
Kopftuch tragen und Männer, die Gebete verrichten automatisch als
"konservativ" einstufen zu können. Und zu guter Letzt werden
MehrheitsösterreicherInnen und MuslimInnen einander gegenübergestellt und
uns eine gesellschaftliche Gleichheit zwischen den beiden
Bevölkerungsgruppen vorgegaukelt, die es so definitiv nicht gibt. Wenn
MigrantInnen der Mehrheitsgesellschaft und dem Staat, also den hegemonialen
Kräften, skeptisch gegenüber stehen, kann das nicht im gleichen Masse
gewertet werden, wie eine ablehnende Haltung der Mehrheitsgesellschaft
gegenüber einer ihrer Minderheiten. Zweiteres nennt sich Rassismus.

Im Übrigen stehen wir dazu: Die österreichische Gesellschaft ist geprägt von
"mangelnder Solidarität, wenig sozialem Halt, schlechtem Familienleben und
mangelnder Kontaktfreude/schlechter Nachbarschaft" (Zitat Studie). Wir
würden die Aussage sogar erweitern und die schlechte Ernährung und das
miserable Fernsehprogramm hinzufügen. Man muss nicht integrationsunwillige/r
MuslimIn sein, um das feststellen zu können.

Abgesehen von den zweifelhaften Prämissen wirft auch sonst die Studie -
schon bei erster Durchsicht - mehr Fragen auf, als sie Antworten gibt: Wie
wurden denn die 600 Personen ausgesucht, die für die "repräsentative"
Umfrage interviewt wurden? Im österreichischen Telefonbuch wird das
jeweilige Glaubensbekenntnis, soweit wir wissen, nicht angegeben. Es stellt
sich auch die Frage warum die Kategorie "ÖsterreicherIn-Sein" der Kategorie
"MuslimIn -Sein" vorzuziehen ist. Müssen MuslimInnen österreichische
PatriotInnen werden, um nicht als "konservativ" eingestuft zu werden? Oder
müssen MuslimInnen vielleicht einverstanden sein mit der Aussage des
Innenministerin-Gatten, dass "die Weiber in den Arsch getreten gehören"
(Falter 4/4/05), um als "moderat" zu gelten?

Es ist unser Menschenrecht Kopftuch zu tragen, wenn wir es wollen. Wir
lehnen all die vorgenommen pauschalen Klassifizierungen und identitären
Zuschreibungen ab. Wir nehmen uns das Recht heraus, uns unsere jeweilige(n)
persönliche(n) Identität(en) selbst auszusuchen, sie zu verändern und sie so
zu definieren, wie wir es persönlich für richtig halten.

Wir schließen mit einem Zitat unserer FreundInnen von Kanak Attak und sagen:

Integriert uns am Arsch.

____________________

Kulturverein Kanafani
Redaktion der.wisch
Sensengasse 5/3, 1090 Wien
00431/4092480
0043/69981922556
kulturverein at kanafani.at
frauen at kanafani.at
der.wisch at kanafani.at

al alamu baituna - die welt ist unser zuhause

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AKTIONEN UND ANKÜNDIGUNGEN
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02 KanalB.at video
From: webmaster at kanalB.org
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titel des videoclips: Rassismus tötet
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beschreibung: Die Lebenssituation für viele Menschen in diesem Land ist -
wie überall in der EU - geprägt durch täglich durchgeführte Internierung und
Deportationen, rassistische, oft gewalttätige Polizeischikanen, restriktive
Fremdengesetze und Alltagsrassismen in nahezu allen Lebensbereichen.

Wir rufen zu einer lauten und wütenden Demonstration gegen die herrschenden
rassistischen Zustände auf:

Freitag, 9. Juni 2006 in Wien
Treffpunkt: 16:00 Uhr, Westbahnhof, Europaplatz
<br />
Nach der Demo: 20:00 Uhr Kundgebung im Stadtpark / Wien.
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kategorie: schnipsel
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clipinfo: http://austria.kanalb.org/clip.php?clipId=1384
--------------: -
laenge: 1,20 min
team: d.construction.site
team_homebase: http://deconstruct-it.org
erstellt: 2006-05-19
format: rm
datenmenge: 2 MB
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weitere informationen: http://no-racism.net/article/1657
---------: -
weitere clips zum thema rassismus toetet!:
http://austria.kanalb.org/topic.php?clipId=67
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kanalB ersetzt herkoemmliches fernsehen: http://austria.kanalb.org
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clips_kanalb_at mailing list
clips_kanalb_at at kanalB.org
http://kanalB.org/cgi-bin/mailman/listinfo/clips_kanalb_at
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03 P.Hopf,C.Krall: "Blick zurück im Zorn"
From: transdanubien at gegenschwarzblau.net
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Liebe TransdanubierInnen und SymphatisantInnen!

Im Mai dürfen wir Euch ausnahmsweise auchn noch zu einem zweiten, ganz
besonderen Termin einladen...

Am  kommenden Dienstag, den 23 . Mai ab 19 Uhr - im Asiarestaurant Sun:

"Blick zurück im Zorn"

ein kabarettistischer Rückblick auf die letzten Jahre schwarz-blau-orange

mit Christoph Krall und Pepi Hopf!

Unbedingt vormerken und hinkommen - ausnahmsweise ;o) ist der Eintritt frei
;o)

 Der Termin findet wie unseren sonstigen Treffen ebenfalls im Asia
Restaurant Sun, Donaufelderstrasse 229 statt.

Stefan
für Transdanubien gegen Schwarzblau

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04 J E T Z T A U F C D - R O M:
"Bundesdeutsche Flüchtlingspolitik und ihre tödlichen Folgen" (1993 - 2005)
From: ari-berlin-dok at gmx.de
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!! JETZT AUF CD-ROM !!   !! JETZT AUF CD-ROM !!  !! JETZT AUF CD-ROM !!

13. aktualisierte Auflage
Bundesdeutsche Flüchtlingspolitik
und ihre tödlichen Folgen      (1993 bis 2005)
Die Dokumentation umfaßt Todesfälle und Verlet­zun­gen bei
Grenzüber­que­rungen; Selbsttötungen, Selbsttö­tungs­versuche und
Ver­letzungen von Flücht­lingen aus Angst und auf der Flucht vor
Abschiebun­gen; Todes­fälle und Verletzungen vor und während Abschiebungen.
Miß­handlungen und Folter nach Abschiebungen. Die Zusam­menstellung umfaßt
auch Brände und Anschläge auf Flüchtlingssammellager. Die beschriebenen über
4700 Ein­zelschicksale ma­chen deutlich, daß die Chance, in der BRD Schutz
und Sicherheit zu finden gegen Null läuft. Die Lebensbedingun­gen für
Flücht­linge sind heute brutaler denn je. (www.anti-rar.de/doku/titel.htm)

Zusätzlich zum Gesamt-Text der auch in Heftform erscheinenden Chro­nologie
sind auf dieser CD-ROM Einzelthemen herausgegriffen, um das Arbeiten mit dem
Inhalt entsprechend der Zielthematik zu erleich­tern. Alle Themen liegen in
pdf- und rtf-Formaten vor.

THEMEN sind u.a.: Die Grenzen, Abschiebegefängnisse, Selbsttötungen und
Selbstverletzungen von Flüchtlingen, Mißhandlungen bei Abschiebun­gen,
Folter nach Abschiebungen, Kurdische Flüchtlinge, Togoische Flüchtlinge,
Minderjährige Flüchtlinge, Getötete und mißhandelte Flüchtlinge in
Flug­zeugen und auf Flughäfen oder durch Betreuungs- oder
Bewachungs­personal.

PRESSEMITTEILUNG mit aktueller Zusammenfassung der Dokumentation - siehe im
Anhang.



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Die CD-ROM kostet 13 € (plus 1,60 € Porto und Verpackung).
Zum gleichen Preis ist das HEFT  (DIN A4 – 356 Seiten; Ringbindung)
erhältlich bei der Antirassistischen Initiative Berlin.
BESTELLUNG   auch unter: http://www.anti-rar.de/doku/bestell.htm


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Seit der polizeilichen und gewaltsamen Räumung des Hausprojektes YORCK59
(www.yorck59.net) mit seinen politischen und kulturellen Projekten am 6.6.05
und der Besetzung des Südflügels vom Haus Bethanien am 11.6.05 hat die
Dokumentationsgruppe der Antirassistischen Initiative eine neue Adresse:

Antirassistische Initiative Berlin     >> DokumentationsStelle <<
Mariannenplatz 2  -  10997 Berlin  -  Haus Bethanien  -  Südflügel
Kontakt:    ari-berlin-dok at gmx.de  - Fon 030 743 95 432  -  Fax  030 627 05
905
"Bundesdeutsche Flüchtlingspolitik und ihre tödlichen Folgen":
www.anti-rar.de/doku/titel.htm

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D) EDITORIAL
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Für den Inhalt verantwortlich: Ihr.

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widerst at nd MUND und alle Termine täglich aktualisiert im Web:
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* Wann: Sonntag, 11.11.2001, 11:11 Uhr *
* Was: Maskenball: Motto "Schwarzblau ist die Haselnuss" *
* Wo: Villa Morgenrot, Grüner Anger 42, 2001 Wendendorf *
* Kommentar: Anreise per Anhalter. Maskenzwang. Ende nie.
Aber kurz und prägnant.*

Die Rubrik "Redaktionelles" am Ende der Ausgabe ist u.a. eine
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Diese Ausgabe hat claudia.volgger at chello.at aus Einsendungen an
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nicht drin:
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Redaktionsschluss für diese Ausgabe: Mo 7:00


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