widerst at nd MUND: Donnerstag, 04.05.2006
MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst
analle at no-racism.net
Don Mai 4 08:51:57 CEST 2006
widerst at nd MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst
Medieninhaberinnen & Medieninhaber seid Ihr
www.no-racism.net/mund
Donnerstag, 04.05.2006
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A) INHALT
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AKTIONEN/ANKÜNDIGUNGEN
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01 Graffitiforschung - Veranstaltungshinweise
von "Thomas Northoff" <thomas.northoff at gmx.at>
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02 WomenART.connection: Hinweise_Initiativen Nr.07|06*
von WomenART.connection <WomenART.connection at gmx.org>
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03 [7stern] Mai-Programm 7Stern
von 7stern kultur <7stern.kultur at kpoe.at>
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MELDUNGEN/MEINUNGEN/KOMMENTARE
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04 Falter 18/2006: Allah und er (Amir Zaidan)
von WADI Austria <wadi.wien at gmx.at>
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05 Wahlen im Tschad (taz) von <wadi.wien at gmx.at>
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06 Singend über Minenfelder von <wadi.wien at gmx.at>
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07 Parteder: Gedanken zur Nationalratswahl
von "Parteder Franz" <Franz.Parteder at stadt.graz.at>
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B) TEXTE
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AKTIONEN/ANKÜNDIGUNGEN
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01 Graffitiforschung - Veranstaltungshinweise
von "Thomas Northoff" <thomas.northoff at gmx.at>
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Liebe FreundInnen, KollegInnen, sehr geehrte Damen und Herren!
Auf Grund der aktuellen Dsikussion um Löschen oder nicht Löschen
rassistischer Graffiti möchte ich zuerst auf folgende Veranstaltung hinweisen:
[]Augen auf!
Symbole von
Rassismus
Antisemitismus
Fremdenfeindlichkeit
– auch auf den Wänden unserer Stadt!
Gewaltaufrufe oder andere inoffiziellen Wandbotschaften sind Parameter für
rechtsextreme Aktivitäten und Ausdruck von Spannungen im Bereich der
Interkulturalität.
Thomas Northoff, Schriftsteller und Graffitiforscher beleuchtet Motive
dieses Phänomens. Heribert Schiedel, Experte für Rassismus und
Antisemitismus vom Dokumentationsarchiv gibt Einblicke in die rechtsextreme
Szene in Österreich.
In Kooperation mit der Grazer Autorenvereinigung
Ort: Gedenkstätte Karajangasse
Brigittenauer Gymnasium
1200 Karajangasse 14
Zeit: 15. Mai 2006 18:30
Eintritt frei
Die Veranstaltung findet im Rahmen der Bezirksfestwochen statt
Weitere Veranstaltungshinweise:
Mittwoch, 3.5.2006, Literaturhaus Wien, 20h: "30:35" herbstpresse und
edition freibord präsentieren: Christine Huber, Magdalena Knapp-Menzel,
Thomas Northoff, Nikolaus Scheibner und Lisa Spalt. Lesungen aus eigenen
Werken.
Dienstag, 9.5.2006, Österreichische Gesellschaft für Literatur: Lesung des
1. Wiener Lesetheaters aus Texten von Alois Vogel anlässlich des Alois Vogel
- Symposiums. Es lesen Rolf Schwendter, Helmut Peschina, Thomas Northoff
u.a. Gesamtprogramm unter http://www.ogl.at/
Mittwoch, 10.5.2006, Literaturhaus Wien: Lesungen zum Tag der Freiheit des
Wortes. Im Gedenken an den Tag der Bücherverbrennung. Es lesen Eva Jancak,
Konstantin Kaiser, Thomas Northoff, Rolf Schwendter u.a.
Mag. Thomas Northoff
Österreichisches GraffitiArchiv für Literatur, Kunst und Forschung
Fischerstiege 1-7/1/6
1010 Wien
Tel.: 01-5321200
e-mail: thomas.northoff at gmx.at
Wenn Sie keine Zusendungen von "Österreichisches GraffitiArchiv für
Literatur, Kunst und Forschung" mehr erhalten wollen, genügt ein mail mit
dem Betreff unsubscribe.
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02 WomenART.connection: Hinweise_Initiativen Nr.07|06*
von WomenART.connection <WomenART.connection at gmx.org>
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WomenART.connection: Hinweise_Initiativen Nr.07|06
Wir möchten euch auf ein Projekt in Graz hinweisen
BAODO <http://baodo.mur.at/>
Das Projekt BAODO, welches von der Grazer Künstlerin Veronika Dreier
entwickelt wurde: "Baodo" heisst auf fullah: "zurück zu den Wurzeln"
Interview mit Veronika Dreier | BAODO – zurück zu den Wurzeln
<http://oeh.ac.at/oeh/progress/102423511415/102423692579/102423763838>
Die Digitale Visitenkarte von Veronika Dreier
<http://offsite.kulturserver-graz.at/personen/146>
zur Projektgeschichte
[2000] BAODO | Malworkshop mit Veronika Dreier
<http://baodo.mur.at/beim_malen/fotos.html>
[2000] Junge Kunst aus Afrika und Afghanistan in Graz
<http://www.zebra.or.at/zebratl/2k/5/kunst.htm>
[2001] Veronika Dreier | Projekt BAODO | Ausstellung
<http://www.muwa.at/news.cfm?news_id=64&startrow=49>
[2001] Baodo gewinnt ersten Preis
<http://www.zebra.or.at/zebratl/2k1/3/baodo.htm>
[2001] Baodo Workshop Webdesign im Forum Stadtpark Graz
<http://baodo.mur.at/workshop/webdesign.html>
[2001] BOADO - Aktion gegen Drogen
<http://cym.at/2001/07/06/>
[2001] BOADO - SCHWARZARBEIT / REAL WORK
<http://baodo.mur.at/schwarzarbeit/fotos.html>
[2003] BOADO - PAPERWORK
<http://www.pze.at/aktuell/de/baodo/informationen.html>
[2003] BOADO - Welcome to African Time 92.6 FM
<http://jovencoafricantime.mur.at/>
<http://jovencoafricantime.mur.at/veronika.html>
[2003] BAODO - Theaterprojekt "Eine Chance für Charly"
<http://www.missio.at/publikationen/alle-welt/20030102.html>
[2004] BAODO im NIL Kunstraum + Cafe
<mailto:nil at mur.at> <http://nil.mur.at/>
Dreihackengasse 42, 8020 Graz Tel. 0664 3636869
Oeffnungszeiten: mo - mi = 15:30 - 22:00 uhr
do - sa =15:00 - 24:00 uhr, so nach Vereinbarung
[2004] NIL-Jahresprogramm2004
<http://nil.mur.at/jahresprogramm04.html>
[2004] GLOBAL VISIONS | Kunstverein BAODO | Grenzüberschreitungen
<http://www.culture-unlimited.com/sites/archiv/02_global.html>
[2005] Bericht im SOWISO über eine Tagung von „ARTWORKS”
Auf dieser Tagung wurde das Projekt „BAODO“ als Beispiel aufgezeigt
<http://www.sowiso.at/TCgi/TCgi.cgi?target=home&P_Txt=137>
[2006] In Kürze gibt es hier laufend Informationen zu BAODO-Aktivitäten
<http://www.baodo-art.net/>
[2006] In Kürze gibt es hier laufend Informationen zum NIL-Programm
<http://nil.mur.at/>
[2006] BOADO - African Time 92.6 FM
<http://jovencoafricantime.mur.at/>
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BAODO Verein für grenzüberschreitende Kunst
8010 Graz, Rottalgasse 4, 0316 671041, <mailto:baodo at baodo-art.net>
<http://baodo.mur.at/>; <http://www.baodo-art.net/>
<http://nil.mur.at/> ; <http://jovencoafricantime.mur.at/>
Veronika Dreier <http://www.veronika-dreier.net/>
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03 [7stern] Mai-Programm 7Stern
von 7stern kultur <7stern.kultur at kpoe.at>
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Kulturzentrum 7stern
Veranstaltungen mai
Mittwoch, 3. Mai, 19 Uhr
Venezuela
"ALBA - das solidarische, nicht-neoliberal-kapitalistische
Integrationsprojekt für Lateinamerika"
Von Venezuelas Präsident Hugo Chavez im Jahr 2001 vorgeschlagen nimmt der
ALBA in den vergangenen zwei Jahren konkrete Formen an, am deutlichsten in
dem umfassenden ALBA- Abkommen Cuba- Venezuela.
Der Bolivarische Zirkel Wien lädt zu diesem Infoabend ein, an dem die
Grundzüge des ALBA und seine konkreten Unternehmungen dargestellt werden.
Freitag, 5. Mai, 20 Uhr
Filme:
Der Aufstand von Innen
Deutsche Synchronisation von La Revolucion no sera transmitida / Die
Revolution wird nicht übertragen. Irland/Venezuela 2003; Regie Kim Bartley
und Donnacha O Briain, ca. 70min.
Im November 2001 begann ein irisches Filmteam mit Dreharbeiten und
Recherchen für eine Reportage über den politisch- sozialen
Veränderungsprozess im bolivarischen Venezuela und seinen Präsidenten Hugo
Chavez. Der zweite Arbeitsbesuch Anfang April 2002 fiel mit den
konterrevolutionären Aktivitäten der Opposition zusammen, die in den
blutigen Putschversuch vom 11. April 2002 mündeten. Das Filmteam konnte auch
im Präsidentenpalast selbst arbeiten und so entstand eine einzigartige
Dokumentation der Vorgänge während des 48-stündigen faschistischen
Staatsstreiches und seiner Niederschlagung, mitten aus Venezuelas
politischen Machtzentrum. Die couragierte Gegenwehr der Bevölkerung auf der
Straße ist genauso Thema wie die verbrecherische Rolle der Privatmedien...
Venezuela Bolivariana: Pueblo y Lucha de la IV Guerra Mundial
(Das bolivarische Venezuela: das Volk und der Kampf im 4. Weltkrieg)
Regie: Marcelo Andrade Arreaza gemeinsam mit dem Kollektiv “Calle y Media”,
Venezuela 2004; 76min, DVD, Org. mit engl. Untertiteln.
Dies ist ein Dokumentarfilm, der die bolivarische Revolution in Venezuela
als Teil der weltweiten Bewegung gegen die kapitalistische Globalisierung
analysiert.
Der Film zeigt die Entwicklung der venezolanischen Volksbewegung, von der
Revolte gegen die neoliberalen Zumutungen im Februar 1989 (dem “Caracazo”)
bis zu den massiven Aktionen am 12/13 April 2002, die die Rückkehr ihres
Präsidenten Hugo Chavez erzwangen, 48 Stunden nach dem Staatsstreichversuch
unter US-amerikanischer Regie.
Es geht darum, Venezuela in der heutigen weltpolitischen Situation zu
verorten. Ein Hauptthema ist zu zeigen, dass die Ausstrahlung der
bolivarischen Revolution dank der enormen Bedeutung ihrer sozialen
Organisationen und der bereits erreichten Veränderungen über die
venezolanischen Grenzen hinaus wirkt und mit konkreten Alternativen zum
Kampf gegen den neoliberalen Kapitalismus beiträgt.
Samstag, 6. Mai, 20.30 Uhr
Konzert
Atacama
Nicht zufällig wurde die chilenische Wüste Atacama als Bandname gewählt.
Lateinamerikanische Folklore gehört zur Leidenschaft der jungen Musiker, mit
einem starken persönlichen Bezug zu Chile.
UKB: 7.- Euro
Montag, 8. Mai, 20 Uhr
Wilde Worte
KANZLERGEDICHTE
Gast: Gerhard Ruiss
Gastgeber: Michaela Opferkuh, Franz Hütterer, Richard Weihs
Mit den „Kanzlergedichten“ wird ein tiefer Einblick in die Gedankenwelt des
nicht immer nur Unausgesprochenen und in die nicht nur dem Kanzler
vorbehaltene Gedankenarbeit ermöglicht. Sowohl der Kanzler als auch einige
seiner engsten Freunde und Vertrauten werden von ihren unausgesprochensten
Seiten gezeigt.
Dienstag, 9. Mai, 19.30 Uhr
Mexiko: "Die andere Kampagne"
Organisierung von unten, links als Gegenentwurf zum Wahlgetöse des
politischen Establishments.
Thematischer Schwerpunkt des Abends wird auch die Situation der politischen
Gefangenen sein sowie die Beteiligung der Justiz an der Repression.
Teilnehmerinnen u.a.:
Liliana Galaviz: Aktivistin aus Monterey, die beim ersten Alternativengipfel
in Guadalajara im Mai 2004 teilgenommen hat und Opfer von Repression und
Folter wurde.
Carlos Sandoval, Angehöriger von Jacobo Silva Nogales, der seit 1999
inhaftiert ist.
Eine Veranstaltung der Mexikoplattform zum Alternativengipfel Wien Mai 2006.
Mit Unterstützung der ÖH.
Ab zehnten Mai werden Bilder von Carlos Sandval in der Galerie Wohlleb,
Geusaugasse 9, 1030 Wien gezeigt. Eröffnung: Mittwoch, 10. Mai, 19 Uhr mit,
Carlos Silva, Ricardo Löwe und Dieter Schrage.
Freitag, 12. Mai, 20.30 Uhr
SUDOKU-TURNIER
Die Sudoku-MeisterInnen und AmateurInnen sind gefragt. Anmeldung vor Ort,
vor Beginn.
Nenngeld 5.-
Dienstag, 16. Mai, 19.30 Uhr
ALMfilm
Ein Film von Gundula Daxecker
A 2006, 69 Min.
Mit: „Manu“ Manuela Hauer, Julia Paholzer, Hans Hoffmann, Murat Börekci,
Wolfgang Krejar, u.a.
ALMfilm erzählt vom Meistern des Alltags und von der Kraft und dem
Selbstbewusstsein, die daraus folgen. Es ist ein Dokumentarfilm über den
Arbeitsplatz von Menschen mit geistiger Behinderung, der sogenannten „Alm“
oberhalb des Kahlenberger Dörfls im Wienerwald. Ihre Behinderung wird in
keiner Szene „ausgestellt“.
Die MitarbeiterInnen kommen zu Wort in Sprache oder Ausdruck und der Film
bietet die Gelegenheit, diese Menschen über das Jahr bei ihren Tätigkeiten
zu begleiten. Sie wirken eher wie eine alternative Wohngemeinschaft als
Menschen, die in einer geschützten Werkstatt agieren. Der Film lässt sich
Zeit, sodass auch Entwicklungen über einen größeren Zeitabschnitt spürbar
werden.
(Diagonale 2006)
Während der Dreharbeiten war ich immer wieder überrascht und berührt, wie
selbstständig die ProtagonistInnen ihr Leben meistern. Ihr Lebenswille und
die Notwendigkeit trotz erschütternder Schicksale „im Leben zu bestehen“ war
in allen Phasen der Arbeit am Film spürbar.“ (Gundula Daxecker)
UKB: Spenden
Freitag, 19. Mai, 20 Uhr
Bassena Social Club
„Iba de gaunz oamen Leit“
Musik: Erich Meixner
Liedtexte: Christine Nöstlinger
Wer hat nicht schon mit Begeisterung die Bücher für Kinder und Jugendliche
von Christine Nöstlinger gelesen oder vorgelesen (bekommen). Die Gedichte in
Wiener Mundart: “Iba de gaunz oamen Leit“ (Iba de gaunz oamen kinda, fraun
und mauna), sind in den 70er-Jahren entstanden. Christine Nöstlinger
betrachtet ihr Umfeld liebevoll, mit kritischer Distanz. Sie verpackt ihre
Beobachtungen so, dass sie zum Nachdenken anregen und oft auch zum
Schmunzeln. Mit einem humorigen Augenzwinkern nehmen die realitätsbezogenen
Schilderungen am Schluss oft eine überraschende Wendung. Die Kompositionen
von Erich Meixner versuchen besonders diesem Aspekt Rechnung zu tragen. Sind
es Popsongs, Wienerlieder, Folksongs mit jazzigem Touch, Balladen…..? Anhören!!
Caroline Koczan: Stimme und Percussion, Begründerin und Sängerin von
„Gojim“, Schauspielerin (u.a. am Burgtheater), Übersetzerin, eigene
Theaterproduktionen, Theaterworkshops.
Martina Cizek, Saxofon: Freischaffende Musikerin, u.a. bei „Gojim“, und
Komponistin in Verbindung mit Literatur, Tanz und Theater.
Michael Preuschl: Bass, spielt(e) bei Hasret Ensemble, Viva La Mexico.
Ensemble Klesmer Wien,
Cuarteto Viena Tango, Scholem Alejchem und im Burgtheater den Kontrabass.
Robin Gillard: Percussion, Gitarre. Er ist als Schlagzeuger, Percussionist
und Producer/Techniker tätig: u.a. bei Raya O.Coal, Remasuri, Funkhouser…
Erich Meixner: Stimme, Piano und Ziehharmonika. Mitbegründer der
„Schmetterlinge“ und des „Schmetterlinge – Kindertheaters“. Musikalische
Leitung an mehreren Theatern, „Stanzeln“ mit Ernst Jandl.
Samstag, 20. Mai, 20.30 Uhr
Konzert: "...raus aus der Falle..."
THE VIENNA IMPROVISERS ORCHESTRA
Das Vienna Improvisers Orchestra wird mit einem neuen Programm an diesem
Abend mit etwa 11 oder mehr Musik/KünstlerInnen Konzepte in einer mehr oder
weniger workshopartigen Atmosphäre erarbeiten, die unter Umständen auch auf
Notenschrift basieren können. Die musikalischen Strukturen und
kommunikativen Verläufe werden durch teils bestimmtes, auch zufälliges
Zusammentreffen in sich ergänzenden oder widersprechenden Konstellationen
vorgetragen, die in mehr oder weniger großem Maß unter Assimilationsdruck
geraten und/oder sich in kooperativ/solidarischer Unterstützung offenbaren
können.
Nach Michael Fischers Auffassung kann der möglicherweise erfolgreiche
Versuch unternommen werden, individuelle Erfahrung als verständlichen,
möglichst klar interpretierbaren Inhalt von einer Person zur anderen zu
übertragen.
UKB: 3.- Euro
Dienstag, 23. Mai, 20 Uhr
Country Music Comedy
Cashcowboys „Crazy Country”
Crazy Country ist ein Ritt durch die Prärien und Cannyons der Gefühle mit
humorvollen Hüftschüssen und goldenen Nuggets der Countrymusik. Ob Sie auf
Country stehen oder nicht, die Cashcowboys werden Sie aus dem Sattel heben.
Die Brüder Sue und Dolly Cash singen und erzählen von ihrem Eigenen, ganz
privaten Texas, von Desperados und grün gestrichenen Pferden, vom Aufstand
der Hühner und von fast toten Cowboys und ganz toten Kühen, von Ihren
Tanten und Onkeln, von George und vom Öl, und von einem
selbstmordgefährdetem Goldfisch ohne Namen.
Ihre Mission: Die Welt vor eventuellen Angriffen der Außerirdischen zu
schützen, denn Special Agent Sue und Special Agent Dolly gehören zur
A.D.C.D der Alien* Defense *Country* Division*, einer im Rahmen von „Star
Wars“ geschaffenen Sondereinheit der U.S. Geheimdienste zum Schutze der
Menschheit und sind somit die einzig echten und offiziellen Men in Black.
Außerdem sind Sie auf der Suche nach einem „Chinesen“ der sich der
„DogWalker“nennt.
„….Die Cashcowboys sind wahrscheinlich die kleinste aber nichts desto
weniger die wohl verrückteste Countryband der Welt. Ein Text über ein grün
gestrichenes Pferd muss einem erst einmal einfallen…“
(Hickory Tenessee Evening Post)
“God Save Our Crazy Country!”
Sue Cash: Voc./Guit. Dolly Cash: Guit./Voc. Songs by Wolf /Reininger und Cash.
UKB: 10,- Euro
Mittwoch, 24. Mai, 20 Uhr
Kabarett
Amir P. Peyman proudly presents:
"Hunde, Katse oda Maus - Tarek macht dia Döner draus!"
Ein Abend mit Tarek Kemal und Gäste aus dem ... und Gäste eben!
Seit Jahren versucht sich Tarek bereits in der Integration - ob es ihm mit
Hausmannskotz, Mosartkugel und saufen dem Bier - Wein wie Kamel dem Wasser
gelungen ist, wird sich weisen.
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Motto des Abends - gans gans Wischtig:
"Wenn kanns du auch leben wenn komms du ned su meine Eineladung - komms du
trosdem - damit auch i kann leben!" AID
Eintritt frei. UKB: Spende
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MELDUNGEN/MEINUNGEN/KOMMENTARE
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04 Falter 18/2006: Allah und er (Amir Zaidan)
von WADI Austria <wadi.wien at gmx.at>
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Allah und er
In Deutschland nannte man ihn einen Islamisten und scheuchte Amir Zaidan
nach Österreich. Hier ist er für die Fortbildung der islamischen
Religionslehrer zuständig und anerkannter Vordenker seiner Religion.
Also was jetzt? Der „Falter“ hat mit ihm Tee getrunken.
Für den Koran ist er Feuer und Flamme. Amir Zaidan sitzt breitbeinig auf
seinem Stuhl und spricht von der Verantwortung gegenüber seinem
Schöpfer. Das ist Allah. Wenn er redet, benutzt er beide Hände. Während
einer Stunde angeregten Gesprächs stößt Zaidan zweimal beim
Gestikulieren sein Teeglas um. Der eloquente Syrer scheint es gewohnt zu
sein, Monologe zu führen, und weniger gewohnt, dabei unterbrochen zu
werden. Häufig leitet er seine rhetorischen Fragen mit einem knappen
„Frage“ ein, um sie ausgiebig zu beantworten. „Frage: Was ist ein
Islamist? Einer, der den Islam praktizieren will? Dann bin ich einer.
Oder ist es jemand, der andere Menschen verachtet und eine einseitige
Sicht hat? Dann sage ich, meine Arbeit zeugt vom Gegenteil.“
Amir Zaidan sei ein „Islamist und Muslimbruder“, meinte beispielsweise
die deutsche CDU 2003 in einer Bundestagsanfrage. Er sei einer unter
vielen „islamistischen Wölfen im Schafspelz“, der noch dazu eine
„fundamentalistische Sichtweise“ lehre, schreibt der langjährige
Außenpolitikredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Udo Ulfkotte
in seinem 2003 erschienenen Buch „Der Krieg in unseren Städten“.
„Höflich gesagt ist Zaidan ein ultraorthodoxer Muslim“, meint Herbert
Müller, Leiter der Kompetenzgruppe Islamismus beim Verfassungsschutz in
Baden-Württemberg. Und die deutsche Islamwissenschaftlerin Claudia
Dantschke sagt: „Zaidan hat in Hessen faktisch versucht, für die
Mitglieder seiner Organisation eine Art parallele Rechtsordnung
durchzusetzen.“ In Deutschland ist Amir Zaidan, gelinde gesagt,
umstritten. In Österreich ist er nun für die Fortbildung der islamischen
Religionslehrer verantwortlich.
Darüber hinaus tritt er als interreligiöse Integrationsfigur in
Erscheinung, stets auf der Suche nach dem Dialog. Für Medien und Politik
ist der Syrer begehrter Repräsentant der muslimischen Community.
Unlängst stieg Zaidan auf der europäischen Imame-Konferenz in Wien kurz
nach EU-Kommissarin Benita Ferrero-Waldner aufs Podium und referierte
über seine Vorstellung eines „Islams europäischer Prägung“. Auf Ö1
spricht er gelegentlich die „Gedanken zum Tag“, und auch bei
Podiumsveranstaltungen ist Zaidan willkommener Gast, um über den „Dialog
zwischen Christentum und Islam“ oder den „Islam in einer pluralistischen
Gesellschaft“ zu diskutieren.
Wir ziehen die Schuhe aus“, empfängt Zaidan Gäste in seinem kleinen Büro
in der Wiener Neustiftgasse. Er selbst trägt Schlapfen. Hunderte Bücher,
viele davon mit goldenen Verzierungen, sind in Regalen geschlichtet, die
sich unter der Last biegen. Die gegen ihn vorgebrachte Kritik will der
stämmige Mann mit dem ergrauten Bart nicht gelten lassen. „Um Aussagen
von gewissen Leuten kümmere ich mich mittlerweile gar nicht mehr. Wer
mich als den Bösen hinstellen will, der soll das eben tun.“
Seit der Gründung des Islamischen Religionspädagogischen Instituts
(IRPI) im Jahr 2003 ist Zaidan dessen Leiter. Das IRPI ist in Österreich
für die Fortbildung der rund 300 islamischen Religionslehrer zuständig,
die jährlich zu mindestens 24 Stunden Schulung verpflichtet sind.
Zaidans Institut wird vom Bund finanziert, er selbst gibt das jährliche
Budget mit 20.000 Euro an. Ausgebildet werden die Religionslehrer seit
1997 an der Religionspädagogischen Akademie (IRPA), wo Zaidan auch
unterrichtet. Davor gab es keine institutionalisierte Ausbildung. Die
Organisation des Unterrichts obliegt der Islamischen
Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ). Der Staat beschränkt sich
darauf, die Gehälter der Lehrer zu bezahlen und den Lehrplan abzusegnen.
Zaidan kommt eine wichtige Rolle zu. Sein Hauptanliegen ist es, den
Religionslehrern Pädagogik und Fachdidaktitk zu vermitteln. Die Lehrer
sollen lernen, wie sie die fachlichen Inhalte am besten für die Schule
aufbereiten und weitergeben. „Die Lehrer brauchen das“, sagt Zaidan,
„vor allem jene, die nicht an der Akademie ausgebildet wurden“.
Der 1964 bei Damaskus geborene Zaidan hat zunächst in Syrien Medizin
studiert und ab den Achtzigerjahren in Deutschland erst Mathematik und
Kunststofftechnik und schließlich Islamologie und arabische Sprachen. In
Deutschland baute er außerdem ein Islamologisches Institut auf, das
bundesweit vier Ableger hat und dem er nach wie vor als akademischer
Leiter vorsteht. 1997 begründete er zudem die Islamische
Religionsgemeinde Hessen (IRH) mit, deren Vorsitzender er drei Jahre
lang war.
Ihre verfassungsfeindlichen Ziele werden von der IRH verschleiert“,
heißt es im aktuellen Hessischen Verfassungsschutzbericht. Außerdem
richte sich die IRH „massiv gegen Freiheits- und Grundrechte von
Frauen“. Dieser Vorwurf hat einen speziellen Grund: Die von den
deutschen Medien sogenannte Kamel-Fatwa, ein islamisches
Rechtsgutachten, das im Jahr 1998 erstellt worden ist und die
Unterschrift Zaidans trägt. Sie besagt, dass eine mehrtägige Reise für
muslimische Frauen ohne die Begleitung eines männlichen Verwandten nicht
erlaubt ist. Denn: Frauen dürfen sich laut Fatwa nicht weiter als 81
Kilometer von der elterlichen oder ehelichen Wohnung entfernen. „Dies
entspricht der Strecke, die eine Kamelkarawane von Sonnenaufgang bis
Sonnenuntergang zurücklegen kann“, stellt der Verfassungsschutz im
Bericht fest.
Im Gespräch sagt Zaidan zwar den Satz: „Dass eine Frau nicht alleine
reisen darf, ist Glaube aller islamischen Schulen.“ Gleichzeitig
relativiert er: „Es geht um die Sicherheit der Frau. Sie darf reisen,
wenn ihre Sicherheit gewährleistet ist.“ Das steht allerdings nicht in
der Fatwa, in der nur auf das Verbot von Klassenfahrten für muslimische
Schülerinnen hingewiesen wird. Zaidan argumentiert, sie sei nur für
einen konkreten Fall erstellt worden und nicht allgemein gültig. Doch
auch das ist aus dem Dokument nicht zu ersehen. „Außerdem haben wir das
Dokument nie veröffentlicht“, wie das bei allgemein gültigen Fatwas der
Fall gewesen wäre. „In der muslimischen Szene ist das Dokument kursiert.
Ich habe es von muslimischen Eltern bekommen“, sagt der deutsche
Journalist Ahmet Senyurt, der die Fatwa im Jahr 2000 in der Berliner taz
bekannt gemacht hat.
Das fragwürdige Rechtsgutachten ist nicht das Einzige, woran sich der
deutsche Verfassungsschutz stößt. Das einst von Zaidan herausgegebene
Freitagsblatt ist laut Hessischem Verfassungsschutz eingestellt worden,
„da dort immer wieder Anhaltspunkte für extremistische Bestrebungen zu
finden waren“. Ein Antrag der IRH auf die Organisation des
Religionsunterrichts in Hessen wurde 2001 aus ähnlichen Gründen
abgelehnt. Es gebe „Anhaltspunkte für personelle Verbindungen zu
fundamentalistisch-extremistischen Organisationen“, hieß es. Zaidan
selbst hält den Hessischen Verfassungsschutz für „ein Instrument der
Politik“, besonders der CDU unter Roland Koch, die Muslime nicht
anerkennen wolle. „In Hessen sind wir Menschen zweiter Klasse. Das ist
keine Integration, sondern Bevormundung.“
In Deutschland wurde dem Syrer nach der öffentlichen Aufmerksamkeit rund
um die Kamel-Fatwa und das Freitagsblatt die Luft zu dünn. Die Presse
war auf ihn aufmerksam geworden, er stand „als Vorsitzender einer
extremistischen Organisation unter genauer Beobachtung“, wie ein
Sprecher des Hessischen Verfassungsschutzes sagt. Zaidan selbst meint:
„Meine Arbeit machte in Deutschland keinen Sinn mehr. In Österreich
können wir wunderbare Arbeit machen - Pionierarbeit in Europa.“ Zaidan
sitzt oft schon um sechs Uhr morgens in seinem Büro, wenn es ganz still
ist und nur der Computer surrt. Dann denkt er über Inhalte für die
Fortbildungen oder mögliche Gastvortragende nach.
Auf Einladung der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich kam er
im Jahr 2002 nach Wien. Und zwar nicht alleine. Seine engste
Mitarbeiterin, mit der er zusammen das Freitagsblatt produziert hatte,
kam mit ihm und arbeitet heute als seine Sekretärin. „Herr Zaidan ist
ein anerkannter Wissenschaftler, ein gemäßigter Muslim“, sagt Anas
Schakfeh, Präsident der IGGiÖ. Von der Kamel-Fatwa will Schakfeh noch
nie etwas gehört haben. Mit deren Inhalt konfrontiert, sagt er: „In den
Neunzigerjahren hat Zaidan nicht seine eigene Meinung vertreten, sondern
Schriften übertragen. Jeder Mensch hat das Recht, eine Entwicklung zu
machen.“
Vergangenen Juni veranstaltete die österreichische Botschaft in Berlin
eine Diskussion zu „Islam in Europa“. Aus Österreich hatte man Amir
Zaidan geladen. „Wir wären fast vom Sessel gefallen, als wir die
Einladung bekommen haben“, sagt die Islamwissenschaftlerin Dantschke,
die Zaidan in Deutschland scharf kritisiert hat. „Da haben wir versucht,
der Öffentlichkeit zu zeigen, wer Zaidan wirklich ist, bis er nach
Österreich geht. Und dann kommt er wieder und wird uns als seriöser
Mensch präsentiert.“
Einbindung statt Ausgrenzung lautet hierzulande eben die Formel. Wird im
deutschen Fernsehen ausgiebig und mitunter sogar abendlich über
Integration debattiert, brauchen derlei Diskussionen hierzulande
offenbar Anlässe wie den Karikaturenstreit oder islamophobe
FPÖ-Kampagnen. Die muslimische Lehrerin Iyman Alzayed löste in
Deutschland eine monatelange Diskussion aus, weil sie mit ihrem Kopftuch
unterrichten und dieses Recht vor Gericht einklagen wollte. Nachdem sie
ihre Klage zurückgezogen hatte, ging auch sie nach Wien und unterrichtet
heute an der IRPA. Für Rüdiger Lohlker, Islamwissenschaftler an der Uni
Wien, ist der österreichische Umgang mit der muslimischen Gemeinde ein
„Erfolgsmodell“. Neben dem regen Engagement der Muslime betont Lohlker
den „Mut der Politik. Man lässt sich auf das Risiko ein, mit den
verschiedensten Vereinen und Personen in Kontakt zu treten.“ In
Deutschland herrsche für Muslime hingegen ein ständiger Druck, sich in
der Öffentlichkeit rechtfertigen und etablieren zu müssen, sagt Lohlker,
„während man sich in Österreich frei bewegen kann“.
Islamwissenschaftlerin Dantschke kritisiert Österreich genau dafür.
„Bisweilen werden Islamisten als Vertreter der Muslime vorgeführt und
salonfähig gemacht. Damit tut man den Tausenden Muslimen, die sich nicht
für Islamismus interessieren, nichts Gutes.“ Das Wort Islamismus weckt
spätestens seit dem 11. September 2001 ungute Assoziationen, hat aber
per definitionem nichts mit Terrorismus zu tun. Es ist die politische
Komponente, die den Islam vom Islamismus unterscheidet. Islamisten
streben - ob gewalttätig oder friedlich - einen islamischen Staat an.
Und nicht nur der Journalist Ulfkotte bezeichnet Amir Zaidan als
„islamistisch“. Die Islamwissenschaftlerin Ursula Spuler-Stegemann
nannte ihn auf einem Symposium des Verfassungsschutzes Thüringen einen
„syrischen Muslimbruder“ - ein Vorwurf, der noch schwerer wiegt. Die
Muslimbruderschaft gilt als weltweit einflussreichste islamistische
Bewegung. Zaidan wird bei diesem Vorwurf emotional: „Das stimmt
überhaupt nicht. Eine Lüge!“
Auch seine veröffentlichten Werke erregen seit Jahren harsche Kritik.
Kommt man auf eines seiner Bücher zu sprechen, holt er wie zum
Gegenbeweis gleich ein paar Exemplare aus dem Regal. In „Al-’Aqida“
definiert er jede Religion, „die man nicht unter der Definition ,Islam
in Bezug auf Allah‘ und ,Islam im islamischen Kontext’ einordnen kann“,
als „Kufr“. Das nannte die deutsche Verfassungsschutzexpertin Rita
Breuer im Oktober 2005 „bedenklich“. Denn: „Kufr bedeutet ewige
Verdammnis im Jenseits, kann aber auch das Lebensrecht der betreffenden
Personen im Diesseits infrage stellen.“ Auch die deutsche
Islamwissenschaftlerin Ursula Spuler-Stegemann hält solche Passagen für
„eindeutig antijüdisch und antichristlich“. Zaidan sagt, Worte wie Kufr
seien eben Begriffe des Korans und müssten nicht zwangsläufig negativ
besetzt sein. „Manche Leute interpretieren meine Schriften absichtlich
so, wie sie wollen.“ Er könne nur darüber staunen, dass ihn „diese
Menschen einfach nicht verstehen wollen.“ Es bleibt eine Glaubensfrage.
Was kann man Amir Zaidan glauben? Und was den Verfassungsschutzberichten
Deutschlands? Wer sich nicht eingehend mit dem Koran beschäftigt hat,
kann dieser Diskussion nur staunend folgen und sich für eine der beiden
Seiten entscheiden. In Deutschland werden diese Fragen immerhin
öffentlich gestellt und diskutiert, was die einen „Debatte“ und die
anderen „Druck und Bevormundung“ nennen. In Österreich redet man weniger
über und mehr mit den Muslimen und jenen, die anderswo für Islamisten
gehalten werden. Das ist für die einen dann ein „Dialog“ und für die
anderen „gefährlich“.
Der Frankfurter Kulturanthropologe Werner Schiffauer warnt vor einer
anderen Gefahr: „Wenn wir alles, was von unserer Vorstellung von
moderaten, europäischen Muslimen abweicht, kritisch beäugen, tun wir uns
selbst und den Muslimen nichts Gutes.“ Man gebe Muslimen dadurch das
Gefühl, für Strenggläubige gäbe es in unserer Gesellschaft keinen Platz,
meint Schiffauer. „Und das können wir uns nicht leisten.“ Orthodoxe
Muslime sehen - nicht anders als strenggläubige Christen oder Juden -
die Inhalte ihrer Offenbarungsschriften als die höchste Wahrheit an.
Manche der Inhalte scheinen mit dem heutigen System kaum vereinbar. Doch
sind die Orthodoxen deshalb gefährlich? Wo hört die kritische
Beobachtung auf, und wo beginnen Alarmismus und antiislamisches Denken?
Es gibt auf diese Fragen keine eindeutigen Antworten, bloß
unterschiedliche Meinungen.
Amir Zaidan ist der Meinung, für die Muslime in Europa brauche es auch
einen europäischen Islam. Sein Buch „Al-’Aqida“ ist zu einem
Standardwerk geworden, seine Koranübersetzung „At-tafsir“ zeichnet sich
durch einen besonderen Zugang zum Ursprungstext aus. Er übersetzt
verschiedene Begriffe nicht ins Deutsche, lieber erläutert er sie
ausführlich.
Ein Beispiel für die von ihm gepredigte Erneuerung: Es gibt im Koran
eine Aya (einzelner Abschnitt einer Sure), die das Verhalten eines
Mannes regelt, dessen Frau widerspenstig ist, Abneigung zeigt oder sich
auflehnt. „Ermahnt sie, meidet sie im Ehebett und schlagt sie!“, heißt
es in einer gängigen Koranübersetzung. In Zaidans „At-tafsir“ liest sie
sich so: Man solle die Frauen „(zunächst) ermahnen, dann in den
Ehebetten meiden und (erst danach) einen (leichten) Klaps geben“. Zur
Erläuterung schreibt Zaidan in einer Fußnote: „Die letzte Stufe (vor der
Scheidung) sollte nur dann eingeleitet werden, wenn es unbedingt
notwendig ist und wenn Erfolgsaussicht (zur Rettung der Ehe) besteht und
wenn die sich zu Unrecht auflehnende Ehefrau von den bis dahin erfolgten
Schritten unbeeindruckt blieb.“ Wenn man ihn auf diese Stelle anspricht,
legt er eine „ausführliche Begründung“ von neun Seiten Länge vor, in der
er jedes einzelne Wort analysiert. „Für das Verständnis ist es
entscheidend“, so Zaidan, „den Hintergrund und den Kontext jeder Stelle
im Koran zu berücksichtigen.“
Der heilige Text ist für ihn die absolute Wahrheit. So steht Zaidan auch
heute noch zu einer schon früher geäußerten Ansicht, dass es „kein
islamischer Lebensstil“ sei, wenn eine Ehefrau arbeiten geht, während
ihr Mann zu Hause bleibt. „Die Eignung, außerhalb des Hauses zu
arbeiten, ist für den Mann mehr gegeben als für die Frau.“ Auch die
umstrittene Kamel-Fatwa würde er heute unter denselben Umständen
übrigens wieder unterschreiben.
Falter 18/2006 <http://www.falter.at/web/print/liste.php?issue_id=68>
vom 3.5.2006
Autor Stefan Apfl
<http://www.falter.at/web/print/liste.php?author_id=50>, Wolfgang Luef
<http://www.falter.at/web/print/liste.php?author_id=51>
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05 Wahlen im Tschad (taz) von <wadi.wien at gmx.at>
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Stiller Wahlkampf in Tschads brüllender Hitze
Heute lässt sich Tschads Präsident Idriss Déby wiederwählen - von Rebellen
bedrängt, von der Opposition boykottiert
BERLIN taz [] Wenn Tschads Präsident Idriss Déby Itno seine Hauptstadt
Ndjamena verlässt, um Wahlkampf zu machen, ist es wie eine Expedition in den
Krieg. Flugzeuge voller schwer bewaffneter Präsidialgardisten mit
Flugabwehrraketen fliegen mit, und wenn der 54-jährige Déby in irgendeiner
staubigen Stadt ein paar Schritte von seinem klimatisierten Geländewagen zum
Redepult geht, hält seine Truppe die Menschenmenge fern.
Bei 50 Grad im Schatten ist die Gefahr eines Volksauflaufs ohnehin gering,
und bei einer Wahl ohne richtige Gegner braucht der Amtsinhaber sich auch
nicht anzustrengen. Tschads gesamte Opposition boykottiert die morgige
Präsidentenwahl - mit Ausnahme einer winzigen sozialistischen Partei, deren
Führer neben drei weiteren "Gegenkandidaten" aus dem Regierungslager der
Wiederwahl Débys einen demokratischen Anstrich geben soll. Für die
Oppositionsparteien in der Hauptstadt Ndjamena und die Rebellen in den
südtschadischen Ölgebieten und an der Grenze zu Sudan im Osten des Landes
ist die Wahl gegenstandslos: Erst müsse ein politischer Dialog stattfinden,
um Bedingungen für faire Wahlen zu schaffen.
Déby hat fast alle Unterstützer im Tschad verloren, seit er am 1. Dezember
1990 an der Spitze einer aus dem Sudan eingerückten Armee das Land eroberte
und Diktator Hissein Habré stürzte, dem inzwischen die Afrikanische Union
(AU) den Prozess wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit machen will.
Gestützt auf die osttschadische Ethnie der Zaghawa, die auch im
sudanesischen Darfur lebt, errichtete Déby eine eigene Diktatur. Wie alle
seine Vorgänger kam er aus dem wüstenhaften Norden des Tschad und wurde von
Frankreich unterstützt. Seine Rivalen aus dem Norden wie auch die Völker des
subtropischen Südens waren ausgegrenzt.
Inzwischen sind auch seine Zaghawa-Freunde von Déby abgefallen. In Darfur
werden die Zaghawa von Sudans Regierung verfolgt, aber Déby hat sich
geweigert, sie zu unterstützen - aus Angst vor der Rache des Sudans, die
jetzt trotzdem gekommen ist, als Warnung in Form von sudanesisch
unterstützten tschadischen Rebellen. Öl sprudelt seit 2003 im Süden des
Landes. Doch immer noch hat nur eine winzige Minderheit der 8,8 Millionen
Einwohner des Tschad Zugang zu Trinkwasser und Strom.
1996 und erneut 2001 ließ Déby sich vom Volk wählen, wobei es jedes Mal gut
belegte Fälschungsvorwürfe gab. In diesem Jahr stehen 5,8 Millionen Namen
auf den Wahllisten, obwohl die Hälfte der Bevölkerung minderjährig ist. Dies
ist ein Hauptgrund für den Oppositionsboykott. Ein anderer ist, dass Déby
sich im Juni 2005 die Verfassung ändern ließ, um eine drittes Mal
kandidieren zu können. Dies sorgte für den endgültigen Bruch zwischen dem
Präsidenten und Möchtegernnachfolgern in seiner engsten Entourage. Manche
davon stießen zu den Rebellen, die immer stärker geworden sind und Mitte
April sogar in die Hauptstadt vorstießen. Seitdem lebt Tschad in der Angst
vor einer erneuten Kriegsrunde. Die Rebellen sollen sich im Südosten des
Landes sowie im Sudan und in der Zentralafrikanischen Republik neu gruppiert
haben.
Internationale Appelle, die Wahlen zugunsten eines politischen Dialogs zu
verschieben, stoßen bisher auf taube Ohren. Denn Débys wichtigster
Verbündeter Frankreich hat sich dieser Forderung nicht angeschlossen.
Frankreich hat ständig 1.200 Soldaten im Tschad stationiert, und bei der
Rebellenoffensive im April griff die französische Luftwaffe zugunsten der
Regierung in die Kämpfe ein. Dass Tschads Öl von einem US-geführten Konzern
gefördert wird, fällt demgegenüber nicht ins Gewicht. Déby konnte sich sogar
leisten, mit dem Stopp der Ölexporte zu drohen - die Einnahmen daraus landen
seit Jahresbeginn auf Sperrkonten, nachdem Tschads Regierung einseitig eine
Vereinbarung mit der Weltbank über die sozialverträgliche Verwendung der
Öleinnahmen aufgekündigt hatte.
Ausgerechnet die Weltbank hat nun pünktlich zur Wahl Schützenhilfe für Déby
geleistet. Am 28. April unterzeichnete sie mit Tschads Regierung ein
vorläufiges Abkommen, das eine Freigabe der Öleinnahmen nach den Wahlen
möglich macht. Zukünftig sollen 70 Prozent der Ölgelder des Tschad in die
Armutsbekämpfung fließen - in der abgesagten früheren Vereinbarung hatte
dieser Satz bei 85 Prozent gelegen. DOMINIC JOHNSON
taz vom 3.5.2006, S. 10, 143 Z. (TAZ-Bericht), DOMINIC JOHNSON
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06 Singend über Minenfelder von <wadi.wien at gmx.at>
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*Singend über Minenfelder
*Was 500.000 taiwanische Plastikschlüssel mit dem Regime in Teheran zu
tun haben - *Kommentar der anderen* von Matthias Küntzel
siehe: http://derstandard.at/?url=/?id=2428331
Was 500.000 taiwanische Plastikschlüssel mit dem Regime in Teheran zu
tun haben. Und warum Atommacht nicht gleich Atommacht ist: Anmerkungen
zur selbstmörderischen Logik der "Basitschi"-Bewegung.
***
Bei Mahmud Ahmadi-Nejad muss ich immer an die 500.000 Plastikschlüsseln
denken, die der Iran während des Krieges gegen den Irak (1980-88) aus
Taiwan importierten ließ. Damals regelte ein iranisches Gesetz, dass
schon Kinder ab zwölf Jahren auf die Minenfelder durften. Vor jedem
Einsatz wurde ihnen ein Plastikschlüssel um den Hals gehängt, der ihnen,
so die Zusicherung, die Pforte zum Paradies öffnen werde.
Die halbamtliche iranische Tageszeitung Ettela'at rühmte den Tod der
Kindermärtyrer so: "Früher sah man freiwillige Kinder, vierzehn-,
fünfzehn-, sechzehnjährige (...). Sie gingen über Minenfelder, ihre
Augen sahen nichts, ihre Ohren hörten nichts. Und wenige Augenblicke
später sah man Staubwolken aufsteigen. Als sich der Staub wieder gelegt
hatte, war nichts mehr von ihnen zu sehen. Irgendwo, weit entfernt in
der Landschaft, lagen Fetzen von verbranntem Fleisch und Knochenteile
herum."
Diese Phase habe man jedoch überwunden, versicherte Ettela'at: "Vor dem
Betreten der Minenfelder hüllen sich die Kinder (jetzt) in Decken ein
und rollen auf dem Boden, damit ihre Körperteile nach der Detonation der
Minen nicht auseinanderfallen und man sie zu den Gräbern tragen kann."
Die sich so in den Tod rollten, gehörten der von Khomeini ins Leben
gerufenen Massenbewegung der "Basitschi" an. Die Basitschi-e Mostasafan
("die Mobilisierten der Unterdrückten") waren Freiwillige aller
Altersgruppen, die mit religiöser Begeisterung in den Tod liefen. "Die
jungen Männer räumten mit ihren eigenen Körpern die Minen", so ein
Kriegsveteran, "es war zum Teil wie ein Wettrennen, ohne Befehl der
Kommandeure, jeder wollte der Erste sein."*
*"Gott gefallen"*
Sie waren das Vorbild der ersten Selbstmordattentäter der Hisbollah im
Libanon und sind bis heute eine Art Sturmabteilung (SA) der islamischen
Revolution geblieben, die mal als "Sittenpolizei" interveniert, mal
gegen Oppositionelle wütet (wie 1999 bei der Zerschlagung der
Studentenbewegung) und stets den Kult der Selbstaufopferung zelebriert.
Ahmadi-Nejad ist ein Basitschi-Aktivist der ersten Stunde und auch heute
häufig in Basitschi-Uniform zu sehen. Er will die Basitschi-Kultur der
80er-Jahre zu neuer Blüte bringen, um nicht zuletzt die westlich
orientierte iranische Jugendbewegung, die immerhin 700.000 Weblogs ins
Leben rief, zu isolieren.
Im Spätherbst des Vorjahres rief er persönlich zur Teilnahme an der
alljährlich stattfindenden "Basitschi-Woche" (25.11.- 2.12. 2005) auf.
Die Mobilisierung war enorm: Nach einem Bericht der Zeitung Kayan
beteiligten sich rund 9 Millionen Basitschis, die "eine Menschenkette
über eine Entfernung von 8.700 Kilometern (bildeten), an der auch
Präsident Ahamadi-Nejad teilnahm. Allein in Teheran wurden 1.250.000
Menschen mobilisiert."
Ahmadi-Nejad rühmte bei dieser Gelegenheit die "Basitschi-Kultur und
Basitschi- Macht", mit der der Iran heute "auf der internationalen und
weltdiplomatischen Ebene präsent" sei.
Der Vorsitzende des Wächterrates, Ayatollah Ahmad Jannati, stellte
selbst die Existenz des iranischen Atomprogramms als einen Erfolg jener
Menschen dar, "die der Basitschi-Bewegung dienen und eine
Basitschi-Psyche und Basitschi-Kultur besitzen", und fügte hinzu: "Wir
brauchen eine 20-Millionen-Armee von Basitschis. Eine solche Armee muss
bereit sein, für Gott zu leben, auf dem Wege Gottes zu sterben und den
Dschihad zu führen, um Gott zu gefallen."
Soll auf diese Weise die iranische Bevölkerung auf den angekündigten
Atomkrieg gegen Israel vorbereitet werden? Vor drei Jahren legte der
damalige iranische Präsident Hashemi Rafsanjani dar, dass schon "eine
einzige Atombombe innerhalb Israels alles zerstören" würde, während der
Schaden des potenziellen Gegenschlags für die islamische Welt begrenzbar
sei. "Solch eine Möglichkeit in Betracht zu ziehen ist nicht irrational."
Nicht irrationaler jedenfalls, als zehntausende iranische Jungen auf
Minenfelder zu jagen. Auch mit einer Million Toten, so die Logik
Rafsanjanis, würde die islamische Welt noch überleben, während Israel
schon vernichtet sei.
Es ist dieses im Wortsinn selbstmörderische Kalkül, das die iranische
Atomambition von den Interessen aller anderen Atommächte unterscheidet
und trennt ...
* Zitiert nach Christiane Hoffmann: "Vom elften Jahrhundert zum 11.
September", Frankfurter Allgemeine Zeitung <http://www.faz.de/>, 4. 5.
2002; alle weiteren Zitate stammen, so nicht anders angegeben aus
Dokumentationen des Nahost-Research-Instituts Memri. (www.memri.de
<http://www.memri.de>)
(DER STANDARD, Printausgabe, 28.4.2006)
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07 Parteder: Gedanken zur Nationalratswahl
von "Parteder Franz" <Franz.Parteder at stadt.graz.at>
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Franz Stephan Parteder
Donnerstag, 27. April 2006
Wie die KPÖ bei der Nationalratswahl kandidieren könnte
Das bescheidene Abschneiden der Liste Innsbruck Links bei der
Gemeinderatswahl am 23. April 2006 hat noch einmal klargestellt: Unter den
Bedingungen, die es jetzt in Österreich gibt, ist es sinnvoller, bei der
Nationalratswahl unter dem Namen KPÖ anzutreten.
I
Die Erfolge der steirischen KPÖ und von Ernest Kaltenegger – zuletzt bei der
Landtagswahl am 2. Oktober 2005 –führen dazu, dass es bei uns eine
Neupositionierung der Marke KPÖ gibt. Sie wird mit der Ausstrahlung von
konkreten Personen, mit der sozialen Orientierung und der Arbeit ihrer
MandatarInnen weit stärker identifiziert als mit dem Zerrbild der
Vergangenheit unserer Bewegung.
Die KPÖ ist – wenn sie österreichweit ähnlich wie in der Steiermark auftritt
– auch bei Nationalratswahlen in der Lage, mehr WählerInnen weit über ihren
engeren SympathisantInnenkreis anzuziehen als ein Wahlbündnis, das keine
ausreichende Basis in der Gesellschaft hat.
Es ist deshalb keine engstirnige Haltung, diesmal als KPÖ mit einer offenen
Liste zu kandidieren. Die Marke KPÖ ist in Österreich so weit tragfähig, um
genügend Zustimmung zu erhalten, dass der Gedanke einer parlamentarischen
Vertretung für ein soziales Gegengewicht zur Politik der Herrschenden nicht
als utopisch erscheint.
Eine KPÖ, die den Zugang zu Menschen findet, welche sich enttäuscht von der
Politik abwenden, und die konkrete Hilfe anbietet, hat jetzt - insbesondere
nach dem ÖGB-Bawag-Skandal der SPÖ - gute Möglichkeiten, ihren Einfluss
auszubauen. Diese Möglichkeiten muss man nutzen.
II
Sind wir in der Lage, diese Möglichkeiten auszunutzen?
Ich selbst habe einige Bedenken. Nach den Entwicklungen der letzten Jahre
muss man konstatieren, dass sich die kommunistische Bewegung in unserem Land
ideologisch, politisch und leider auch organisatorisch auseinander
entwickelt hat. Wir müssen konstatieren, dass der Großteil unserer
Organisationen - mit Ausnahme der steirischen KPÖ, die in mehreren Ebenen
der repräsentativen Demokratie vertreten ist und ansatzweise ein Konzept von
wirksamen Aktionen verwirklicht, welche sie mit größeren Teilen der
Bevölkerung verbinden sollen - aus Propagandazirkeln mit unterschiedlicher
und teilweise gegensätzlicher ideologischer Orientierung besteht. Dazu
kommen noch die großteils objektiv bedingten Unterschiede in der materiellen
Ausstattung und in den Außenkontakten.
Es ist ein sehr weiter Weg von diesem Ist-Zustand zu einer KPÖ, welche als
marxistische Partei der Vielfalt konkret, elastisch und zielgerichtet
vorgeht, deren gesellschaftliche Praxis als interessant und zielführend
wahrgenommen wird und deren mittel- und langfristige Vorschläge von großen
Teilen der Bevölkerung als vernünftig begriffen werden.
Das ist die Ausgangslage für die Nationalratswahl, was den "subjektiven
Faktor" betrifft. Für uns alle ist jetzt wichtig, dass wir Folgendes
begreifen: Wir können in den nächsten Wochen und Monaten diese großen
Probleme nicht lösen. Es bringt uns auch nicht weiter, wenn wir eine Debatte
darüber anfangen, ob die Bundes-KPÖ seit Dezember 2004 ein neues Kapitel
aufgeschlagen hat oder ob sie auf dem Holzweg ist.
III
Wenn wir weiterkommen wollen, müssen wir uns auf die Frage konzentrieren,
die ich oben angeführt habe. Können wir die KPÖ bei dieser Nationalratswahl
ansatzweise als soziales Gegengewicht zur Geltung bringen?
Das geht nur, wenn wir als Partei österreichweit nach außen wirken.
Was meine ich damit? Nicht die Diskussion mit anderen linken oder
linksradikalen Kleingruppen über den Lauf der Welt oder über den Gang der
Geschichte.
Wer nach außen wirken will, darf nicht vergessen, dass bei der
Gemeinderatswahl in Wien fast 40 % und bei der Gemeinderatswahl in Innsbruck
über 42 % der Wahlberechtigten keinen Sinn darin gesehen haben, ihre Stimme
abzugeben.
Es geht darum, das positive Image der Kaltenegger-KPÖ in der Steiermark mit
einer konkreten Aktion zu verbinden, welche vielen Menschen in ganz
Österreich als sinnvoll erscheint.
Wir müssen zeigen, dass wir konkrete Hilfe anbieten und gleichzeitig eine
radikale Umverteilung von oben nach unten wollen. Dabei dürfen wir uns nicht
verzetteln.
Es geht uns darum, möglichst viele arbeitende Menschen zu erreichen. Dabei
liegt die Kunst in der Beschränkung und in der Verknappung der vielen Themen
in eine wirksame Losung.
In diesem Zusammenhang eine Kritik: Die Bildersprache und die Losungen
wichtiger Wahlkämpfe der KPÖ (Oberösterreich 2003 und Wien 2004) waren nicht
geeignet, den Zuspruch für unsere Sache zu vergrößern. Bei der damaligen
Agitation wurde nicht einmal versucht, an den Alltagserfahrungen sogenannter
Durchschnittsmenschen anzuknüpfen. Plakate und Losungen sollen zum
Nachdenken anregen. Man sollte aber unter keinen Umständen darüber
nachdenken müssen, was manche Sprüche überhaupt bedeuten sollen.
Ein Nationalratswahlkampf der KPÖ sollte in den ästhetischen Mitteln deshalb
den erfolgreichen Wahlkämpfen der steirischen KPÖ angenähert werden.
IV
Außerdem müssen wir Interesse für unser Antreten schaffen. Weil Ernest
Kaltenegger nicht kandidiert, geht das am ehesten dadurch, dass eine
"Kandidatur auf steirische Art" angekündigt wird und jemand aus dem Umfeld
Kalteneggers österreichweit öffentlich (und gemeinsam mit ihm) dabei an der
Spitze auftritt. Wie man dies medial inszeniert, ist eine eigene Erörterung
wert. Ich halte es dabei für wichtig, dass wir alle jetzt den gegebenen
Zustand in unserer Bewegung einmal hinnehmen und nicht versuchen, den
Wahlkampf für eine Veränderung des innerparteilichen Gleichgewichts in der
KPÖ zu missbrauchen.
In diesem Fall haben wir alle das gleiche Interesse an einem guten
Abschneiden der KPÖ bei der Nationalratswahl.
Gleichzeitig müssen wir von der Annahme ausgehen, dass ein sehr großer Teil
der KPÖ-Stimmen auch bei dieser Wahl in Graz und in der Steiermark gewonnen
wird müssen. Der einzige Wahlkreis, in dem die theoretische Chance auf ein
Direktmandat besteht, ist Graz (5 Mandate, mit dem Ergebnis der
Gemeinderatswahl 2003 hätten wir das 3. Mandat erreicht). Außerdem gibt es
in der Steiermark bereits Tausende KPÖ-Stammwähler, die sich auch durch ein
Kopf-an-Kopf-Rennen nicht davon abhalten lassen, unsere Partei zu wählen.
Darüber hinaus sind wir in der Steiermark stärker präsent als anderswo und
haben größere mediale Möglichkeiten, um die Bevölkerung mit unseren
Argumenten zu erreichen.
Wir können auch aus der Steiermark heraus österreichweit wirksam werden.
Das sind meine Gedanken zur Wahl. Ich bitte Euch, vorurteilsfrei darüber
nachzudenken. Wir müssen sehr bald wichtige Entscheidungen in diesem
Zusammenhang treffen.
(In diese Arbeit sind einige Gesichtspunkte aus der Sitzung des
Landessekretariates am 24. 4. 06 eingeflossen).
================================================
C) TERMINE
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nicht betreut werden. Freiwillige bitte melden.
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* Wann: Sonntag, 11.11.2001, 11:11 Uhr *
* Was: Maskenball: Motto "Schwarzblau ist die Haselnuss" *
* Wo: Villa Morgenrot, Grüner Anger 42, 2001 Wendendorf *
* Kommentar: Anreise per Anhalter. Maskenzwang. Ende nie.
Aber kurz und prägnant.*
Die Rubrik "Redaktionelles" am Ende der Ausgabe ist u.a. eine
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