widerst@nd MUND, Freitag, 20.1.2006

MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst analle at no-racism.net
Fre Jan 20 14:22:48 CET 2006


widerst at nd MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst

Medieninhaberinnen & Medieninhaber seid Ihr
www.no-racism.net/mund


Freitag, 20.1.2006



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A) INHALT
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AKTIONEN/ANKÜNDIGUNGEN
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01  Newsletter andersrum.gruene.at
   von <andersrum-newsletter at listen.gruene.at>
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02   12. Wiener Flüchtlingsball
   von Nikolaus Heinelt <n.heinelt at no-pr-oblem.at>   
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03   Diskussion zu Post-Zerschlagung am Freitag in Wien
   von "Sozialistische LinksPartei" <slp at slp.at>
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04   okto veranstaltungstipp von Renate Billeth <rb at tvprojekt.at>
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05  Lambda Istanbul
   von lambda at lambdaistanbul.org
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MELDUNGEN/MEINUNGEN/KOMMENTARE
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06   Islamische Glaubensgem. zu Konferenz: Islam u.Terrorismus
   von "Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen" <dieinitiative at gmx.at>
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07   GLB/Post/Börsengang/Mitarbeiterbeteiligung
   von "Gewerkschaftlicher Linksblock" <glb at aon.at>
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08   Justiz- und Sozialministerin bestätigen: Nur homosexuelle
   Angehörige der NS-Staatsmacht rehabilitiert
   von <office at RKLambda.at>
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09   Bolivien: Amtsantritt von Evo Morales ist vergleichbar
   mit Wahl von Nelson Mandela von <hans.bogenreiter at gfbv.at>
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10   Bomben auf den Iran? von "Heinz Nessizius" <heinz at nessizius.com>
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11   Aktuell: EGMR verurteilt Österreich in aufsehenerregendem § 209-Fall
   von "PF209" <office at paragraph209.at>
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GIPFELSOLI
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12   [gipfelsoli] Heiligendamm von gipfelsoli-l at lists.nadir.org
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B) TEXTE
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AKTIONEN/ANKÜNDIGUNGEN
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01  Newsletter andersrum.gruene.at
   von <andersrum-newsletter at listen.gruene.at>
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Newsletter andersrum.gruene.at

mit den neuen Headlines seit 12. 1. 2006 09:01

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INHALT
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  - Homosexualität und Multikulturalität
  - Katzenball - Kinostart
  - 33 Grün-Rote Projekte für Wien

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*** Homosexualität und Multikulturalität ***

18. Januar 2006
  Fragebogen für eine Seminararbeit an der Uni 
Wien zum Thema Homosexualität und 
Multikulturalität.

http://www.gruene-andersrum.at/andersrumgrueneat/kultur_medien/artikel/lesen/4524/1396/

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*** Katzenball - Kinostart ***

16. Januar 2006
  Die Geschichte lesbischer Liebe in der Schweiz 
seit 13. Jänner in Wien und in Graz.

http://www.gruene-andersrum.at/andersrumgrueneat/kultur_medien/artikel/lesen/4496/1396/

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*** 33 Grün-Rote Projekte für Wien ***

13. Januar 2006
  Wir haben ein umfangreiches Projektpaket mit der Stadtregierung geschnürt:
es garantiert die Umsetzung Grüner Politik für Wien aus der Oppositionsbank
heraus.

http://www.gruene-andersrum.at/wien/artikel/lesen/4470/1396/



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http://andersrum.gruene.at/
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02   12. Wiener Flüchtlingsball
   von Nikolaus Heinelt <n.heinelt at no-pr-oblem.at>   
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12. Wiener Flüchtlingsball Das Programm steht - Der Kaartenvorverkauf
läuft Am 24. Februar ist es wieder soweit, das Integrationshaus lädt zum
12. Wiener Flüchtlingsball ins Rathaus ein. Auf zwei Livebühnen und an den
Turntables gibt es Musik aus aller Welt, der Reinerlös kommt
ausschließlich dem Integrationshaus zugute. Karten gibt es wieder in allen
BA-CA-Filialen. „Letztes Jahr  waren wir 3 Tage vorher ausverkauft, also
rechtzeitig Karten sichern!â*œ, so der Aufruf und die Warnung von Willi
Resetarits. Und es wird wieder ein sehr buntes Programm geben: mit Rising
Girl ist nicht nur /der/ Sommerhit, sondern auch die gleichnamige Band aus
der Steiermark - und nicht aus der Karibik, wie ihre Klänge vermuten
ließen - auf der Festbühne. Cosmo i Mediterrano spielt ttemperamentvolle
Musik aus dem mediterranen Raum, das Vienna Samba Project bringt viel
brasilianische Lebensfreude und die Tanzgruppe Bolivia eröffnet mit
lateinamerikanischen Rythmen. Mit dabei ist auch die Hans Theessink Band
(erstklassigen Musikern der Ã-sterreichischen Szene und Insingizi, 3 Sänger
aus Zimbabwe), „Ethno-Fusionâ**œ-Sound gibt es von Halil Gürsu & Vienna
Orient Project, Bališ spielt Rockmusik mit kärntner-slowenischen Texten,
Soupshop rockt und Confusiee regt bei Konzerten mit Musik, Inhalt, Stimme
und Präsenz zum Tanzen und Mitsingen an. Aus Berlin kommt Dr. Ring Ding mit
Ska- und Reggae - unterstützt vom Skamaican Tunes Soundsystem - unnd Export
Import Tunes legen Balkan Gypsy Grooves auf. Und natürlich wird sich auch
wieder der Hausherr des Integrationshauses, Willi Resetarits, musikalisch
einbringen. Diesmal mit der Extra Combo und dem „Stubnbluesâ*œ. Veranstalter
des Flüchtlingsballs ist das Integrationshaus. Der Reinerlös kommt
ausschließlich den verschiedenen Flüchtlingsprojekten im Haus zugute. Im
Integrationshaus werden durchschnittlich 110 Menschen betreut. Zusätzlich
leben 20 unbegleitete jugendliche Flüchtlinge in zwei sozialpädagogischen
Wohngemeinschaften im Projekt CARAVAN. Im Rahmen der MigrantInnenakademie
des Integrationshauses nehmen jährlich zwischen 400 und 500 Menschen an den
Bildungs- und Kulturprojekten teil. Die im 20.Bezirk neu geschaffene
Regionalstelle des Integrationshauses bietet Beratungsangebote für
Flüchtlinge, die in Grundversorgung stehen. Der mehrsprachige Kindergarten
wird sowohl von Kindern aus dem Integrationshaus als auch von Kindern aus
der Umgebung besucht. „Ich lade Sie herrzlichst ein, dieses multikulturelle
Ereignis gemeinsam mit vielen Anderen zu genießen und damit viel Angenehmes
mit dem Nützlichen zu verbinden!â*œ, so die Geschäftsführerin des
Integrationshauses, Andrea Eraslan-Weninger. *12. Wiener Flüchtlingsball*
24. Februar 2006, Wiener Rathaus Einlass 20.00; Beginn 21.00 Karten-VVK in
allen BA-CA-Filialen und in der Jugendinfo Wien; Kartenpreise: VVK 28,-/AK
30,-Alle Infos unter www.integrationshaus.at
<file:///C:%5CDokumente%20und%20Einstellungen%5Cni%5CLokale%20Einstellungen%
5CTemp%5Cwww.integrationshaus.at> <http://www.integrationshaus.at/>
Pressephotos auf Anfrage. -- Nikolaus Heinelt noPRoblem Public Relations
Ennsgasse 17/36 1020 Wien Tel.: +43-699-12123522 Email.:
n.heinelt at no-pr-oblem.at www.no-pr-oblem.at


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03   Diskussion zu Post-Zerschlagung am Freitag in Wien
   von "Sozialistische LinksPartei" <slp at slp.at>
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Privatisierung ist Postraub! Streik ist gerechtfertigt!

Die Sozialistische LinksPartei (SLP) lädt zu einem Treffen zum Thema
Post-Zerschlagung und wie erfolgreich Widerstand organisiert werden könnte:

Freitag, 20.1.2006
19.00 Uhr
"K-One", Posthorngasse 6, nahe U3-Rochusgasse

Und zur Erinnerung: Heute Donnerstag findet um 16 Uhr ein Protestmarsch der
PostlerInnen in Wien statt:

Donnerstag, 19. Jänner 2006, 16.00 Uhr
Treffpunkt ist Dominikanerbastei 11 im 1. Bezirk, Wien (nahe U3-Stubentor
sowie U4/U1-Schwedenplatz)

_______________________________________________
slp-info at slp.at - Info-Mailliste der SLP
Mails abbestellen/Einstellungen ändern:
http://slp.at/mailman/listinfo/slp-info
Für weitere Infos: http://www.slp.at

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04   okto veranstaltungstipp von Renate Billeth <rb at tvprojekt.at>
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GEMEINSAM OKTO SCHAUN

Heute, Donnerstag, findet im Ragnarhof (1160, 
Grundsteingasse 12) die Live-Ausstrahlung der 
zweiten Folge von Augustin TV auf Okto statt. 
Anschließend DJ-Line. Weil Community Fernsehen in 
netter Gesellschaft einfach schöner ist! Weitere 
öffentliche screenings gibts dieses Monat noch 
für die Sendungen "Philosophie im Gespräch" und 
"common!motion!"


Augustin TV  part 2
"Die Schenker". Ein Porträt des 
Augustinverkäufers Gerhard Hostniker, der seine 
Stammkundschaft mit Geburtstagsgeschenken 
überrascht. Gerhard hat Augustin TV zum Essen 
geladen und reichlich beschenkt. Weiters: ein 
Interview mit den InitiatorInnen des 
Kost-Nix-Ladens.
Wonderfull II: (ehemalige) Obdachlose spielen 
TouristInnen.Was geschah am F13-Aktionstag: eine 
Nachschau. Literatur von AugustinautorInnen und 
vieles mehr!

Augustin TV. Donnerstag, 19.1.2006
Ragnarhof. Wien 16, Grundsteingasse 12.
Beginn: 20 Uhr. Anschließend DJ-Line & 
Musikbeiträge vom Augustin-Chor "Stimmgewitter"
Eintritt frei!
KONTAKT: augustin at okto.tv


common!motion!  part 3
Wie wird man heterosexuell? (amerikanischer 16mm 
"Lehrfilm", der extra für die Aus-strahlung auf 
Okto rekonstruiert und synchronisert wurde.)
Stichwort Homo-Ehe: Wie sieht die Situation im 
benachbarten Deutschland aus? Dort wird, je nach 
Region und deren konfessioneller Ausrichtung, die 
Umsetzung der Homo-Ehe durch die Behörden 
unterschiedlich gehandhabt.

Nach der Sendung wird noch die schwullesbische 
Soap Berlin Bohème gezeigt. Anschließend kann mit 
den ProduzentInnen von common!motion! geplaudert 
werden.

common!motion! Mittwoch, 25.1.2006
Beginn: 21:30.
Achtung: Ausstrahlungsort wird kurzfristig auf 
www.commonmotion.at bekannt gegeben! Eintritt 
frei!
KONTAKT: commonmotion at okto.tv



"Philosophie im Gespräch"  part 1 & 2
Für jene, die Okto daheim (noch) nicht empfangen 
können, oder die Erstausstrahlung (26.1.2006, 
Beginn: 20:00) versäumen, zeigt die 
Philosophische Werkstatt gleich einen 
Okto-Doppelpack:

„Philosophie im Gespräch“ mit Leo Zehender, Teil 
1 (57 Minuten) und Teil 2 (57 Minuten)
Der philosophische Praktiker DDr. Leo Zehender 
spricht mit Irmgard C. Klammer und Sabine Bauer 
über seinen persönlichen Arbeitsstil, die Aufgabe 
der Philosophie in der Gesellschaft und über
die Zurückhaltung der PhilosophInnen beim 
Urteilen. Im Teil 2 stellt Leo Zehender sein 
derzeitiges Forschungsthema und seine demnächst 
erscheinende Publikation "Alter und Emanzipation" 
vor.

"Philosophie im Gespräch" Freitag 27.1.2006
Philosophische Werkstatt R2. Wien 7, Lindengasse 61 – 63
Beginn: 18:30 Uhr
UKB: 10 * (inkl. Getränke)
KONTAKT: philosophieimgespraech at okto.tv


Falls nicht anders angegeben, werden die 
Sendungen zur angegebenen Beginnzeit live 
ausgestrahlt.
Die ProduzentInnen der Sendungen sind beim 
Oktoschaun jeweils anwesend und stehen für Fragen 
& Anregungen zur Verfügung. Rückfragen dazu bitte 
direkt an die jeweilige Sendung mailen.


Weitere Programminfos gibt's  www.okto.tv
Okto. Im Wiener Telekabel auf Kanal 8.

---
Okto
Community TV-GmbH
Missindorfstraße 21 | Objekt 12 | 2. OG
1140 Wien, Österreich
www.okto.tv

Mag. Renate Billeth
Öffentlichkeitsarbeit
rb at okto.tv
T +43 1 786 2442 -17
F +43 1 786 2442 -4

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05  Lambda Istanbul
   von lambda at lambdaistanbul.org
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We are getting kicked out!!

We, volunteers of Lambdaistanbul Gay, Lesbian, Bisexual and Transgender
Initiative, are asked to evacuate our current cultural center where 
we have
been continuing our activities everyday. And we have nowhere else to go!
Real estate agents and home owners refuse to lease their places to 
us. We
indeed have financial problems, but even when we can afford certain 
places,
we are denied the right to rent these spaces due to sexual orientation
discrimination. Unfortunately in a very short time, we will no longer 
have a
cultural center to host you. Our cultural center which has served 
through
its information line, library, archives, showing movies, as well as 
sharing
time with you to share our stories and listening to each other, will no
longer be there.

Please click the link below and sign our petition to support our protest
against this discrimination.

http://www.PetitionOnline.com/2971134/

And we would be very delighted if you spread our message among your 
friends.

Lambdaistanbul
lambda at lambdaistanbul.org

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MELDUNGEN/MEINUNGEN/KOMMENTARE
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06   Islamische Glaubensgem. zu Konferenz: Islam u.Terrorismus
   von "Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen" <dieinitiative at gmx.at>
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Stellungnahme der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich
zu der von AIAD angekündigten Konferenz „Hand in Hand für eine sichere Welt“

Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich ist in die zwischen dem
21. und 23.01. in Wien angesetzte Konferenz rund um die Haltung des Islam zu
der Frage von Terrorismus und Extremismus in keiner Weise involviert. Dies
möchten wir auf verschiedene Anfragen hin mitteilen.

Die Konferenz wird von einer noch völlig unbekannten NGO veranstaltet.
Dieser „Österreichisch-Irakische Verband für Entwicklung“ sucht sich
allerdings mit klangvollen Namen zu schmücken, die nach ihren Angaben zu der
Tagung erwartet werden, darunter der frühere irakische Ministerpräsident
Iyad Allawi sowie EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner.

Was uns als offizielle Vertretung der religiösen Angelegenheiten der Muslime
in Österreich vor allem verwundert, ist der vollmundige Anspruch der
Veranstalter, hier vorgeblich neue Wege der muslimischen Stellungnahmen
gehen zu wollen. Die Muslime haben immer wieder ihre eindeutige und
zweifelsfrei religiös theologisch zu begründende Position zu den genannten
Themen formuliert.

Eine Konferenz, die die Frage des Irak und die damit verknüpfte allgemeine
weltpolitische Lage ernsthaft aufzugreifen sucht, sollte auch nicht in
bereits zum wiederholten Male vorgetragenen Stellungnahmen stecken bleiben.
So wichtig es ist, immer wieder zu betonen, dass die Religion Islam nicht
mit Terrorismus gleichgesetzt werden darf, so wichtig ist es auch zu
verdeutlichen, dass die Verengung auf eine einzig  religiöse Sicht bei
komplexen politischen Problemen nicht zielführend sein kann. Wir sehen eine
Gefahr darin, den „Missbrauch von Religion“ allein verantwortlich für diese
oder jene ernste Problematik zu machen. Denn damit wäre auch schnell eine
Interpretation bei der Hand, die angesichts einer vorgeblichen einzig
religiösen Dimension von nötigen politischen Maßnahmen ablenkt. Ursachen von
Terrorismus müssen genau analysiert werden und die Menschenrechtssituation
im Irak darf nicht außer acht bleiben.

Österreich war bereits Schauplatz einer ersten europäischen Imame--Konferenz
im Jahre 2003, die eine weithin beachtete Erklärung zur Kompatibilität einer
muslimischen Lebensweise mit den Gedanken von Demokratie,
Rechtsstaatlichkeit, Pluralismus und Menschenrechten verabschiedete und sich
klar gegen jede Form des Extremismus, Fanatismus und Fatalismus
positionierte. Diese, wie auch die erste österreichische Imame-Konferenz des
April 2005, können für sich in Anspruch nehmen, eigenständig und authentisch
von muslimischer Seite initiiert und durchgeführt worden zu sein. Wenn nun
völlig an den natürlichen ersten Ansprechpartnern von muslimischer Seite in
Österreich vorbei agiert wird, dann mag dies in der bewussten Ignoranz
dieser Ergebnisse begründet sein.

Der bisherige erfolgreiche Weg unserer Gemeinschaft wird am 7. und 8. April
eine bedeutende Vertiefung und Erweiterung erfahren, wenn eine
Nachfolgekonferenz in Wien in Kooperation mit dem österreichischen
Außenministerium und der Stadt Wien stattfinden wird, zu der mehr als 120
muslimische Delegierte aus dem gesamten europäischen Raum erwartet werden
und bei der die IGGiÖ wieder als Veranstalterin auftritt. Zur feierlichen
Eröffnung im Wiener Rathaus haben bereits Kommissionspräsident Barroso und
wichtige österreichische Politiker ihr Kommen zugesagt.

Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich
Wien, am 19. Jänner 2006

--
Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen

e-mail:dieinitiative at gmx.at
für Rückfragen und Korrespondenz kontaktieren sie bitte:
Omar Al Rawi                 +43-650-3831942 al-rawi at gmx.at
Amina & Tarafa Baghajati +43-1-2595449    baghajati at aon.at
Mouddar Khouja             +43-1-9685096    mouddar at gmx.net
Andrea Saleh                +43-1-7965652     salehand at gmx.at

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07   GLB/Post/Börsengang/Mitarbeiterbeteiligung
   von "Gewerkschaftlicher Linksblock" <glb at aon.at>
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Pressedienst des Gewerkschaftlichen Linksblocks (GLB), Hugogasse 8, A-1110
Wien - Telefon +43 1 718 26 23-0 - Fax +43 1 718 26 23-30
- Mail glb at aon.at - Web www.glb.at - Ausgabe vom 19. Januar 2006




Mitarbeiterbeteiligung als Zuckerl für Zustimmung zum Post-Börsengang?

GLB ist für klare Trennung der Interessenslagen

Als windiges und bereits auf eine künftige große Koalition orientiertes
Manöver bezeichnet die Fraktion Gewerkschaftlicher
Linksblock im ÖGB (GLB) die Bestrebungen mit der Schaffung einer
Mitarbeiterbeteiligung die Zustimmung der Gewerkschaft zum
Börsengang der Post zu erreichen.

Selbst Finanzminister Karl-Heinz Grasser muss zugeben, dass die Postler
zuwenig verdienen, als sie Aktien im größeren Umfang kaufen
könnten. Es zeichnet sich somit ab, dass eine solche Mitarbeiterbeteiligung
von Banken - Hauptanwärter dafür ist wohl die ÖGB-eigene
BAWAG - vorfinanziert und durch Lohnverzicht der Beschäftigten abbezahlt
werden soll.

„Für den GLB ist das von ÖGB und AK forcierte Modell der
Mitarbeiterbeteiligung nichts anderes als eine sozialpartnerschaftliche
Behübschung des realen Kapitalismus, ähnlich wie der Managersprache
entsprungenen Modelle wie Corporate Social Responsibility oder
Good Company Ranking“, meint dazu GLB-Bundesvorsitzende Karin Antlanger.

Die angebliche Schutzfunktion von Mitarbeiterbeteiligungen gegen einen
Ausverkauf existiert letztlich nicht, wie gerade jetzt das
Beispiel AMAG beweist: Dort will nicht nur deren Generaldirektor Klaus
Hammerer seinen 40-Prozent-Anteil an multinationale Konzerne
verkaufen, sondern auch die 20-prozentige Mitarbeiterbeteiligung steht zum
Verkauf an. Ein großer Teil der Beschäftigten will lieber
jetzt ihren Anteil zu Geld machen - die Rede ist zwischen 40.000 und 65.000
Euro pro Mitarbeiter.

Bei der voestalpine gibt es eine Mitarbeiterbeteiligung von 10,3 Prozent,
die im Rahmen von Verteilungsoptionen bei Lohn- und
Gehaltsabschlüssen durch Lohnverzicht finanziert wird. Dass heute rund ein
Drittel der Voest ausländischen Pensionsfonds gehört,
konnte die mit dem Österreich-Konsortium unter Federführung der
Raiffeisen-Landesbank zu einer Sperrminorität verschränke
Mitarbeiterbeteiligung damit auch nicht verhindern. Offen bleibt für die
zwangsbeglückten Voestler, ob „ihre“ Beteiligung auch in
Zeiten einer abflauenden Stahlkonjunktur noch attraktiv ist.

Die Funktion solcher Mitarbeiterbeteiligungen ist letztlich die Einbindung
der Betriebsrats- und Gewerkschaftsspitzen in die
Unternehmenspolitik, die im Gegenzug für die Stillhaltung der Beschäftigten
zu sorgen haben. Der GLB ist hingegen für eine klare
Trennung der Interessenslage: Betriebsräte und Gewerkschaften müssen für der
Wertschöpfung angemessene Löhne und Gehälter kämpfen.
Dafür ist eine klare Frontstellung nützlich, eine Einbindung in die
Unternehmenspolitik hingegen immer ein Hindernis. Daher kann
eine Mitarbeiterbeteiligung weder ein Ersatz für öffentliches Eigentum, noch
für die Position der Beschäftigten gegenüber den
Unternehmern sein.

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08   Justiz- und Sozialministerin bestätigen: Nur homosexuelle
   Angehörige der NS-Staatsmacht rehabilitiert
   von <office at RKLambda.at>
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Justiz- und Sozialministerin bestätigen:

Homosexuelle NS-Opfer nur rehabilitiert,

wenn sie selbst Angehörige der NS-Staatsmacht waren

Rechtskomitee LAMBDA: „Unerträglich“



Das Rechtskomitee LAMBDA (RKL) sieht dringenden Handlungsbedarf angesichts
jüngster Anfragebeantwortungen der Justiz- und der Sozialministerin.
Gastinger und Haubner bestätigen darin, dass die homosexuellen Opfer des
Nationalsozialismus nach wie vor nicht rehabilitiert sind. Einzige Ausnahme:
homosexuelle VertreterInnen der NS-Staatsmacht selbst!



Am 1. Juli 2005 ist das Anerkennungsgesetz 2005 in Kraft getreten, mit dem
sämtliche Urteile aus der Nazizeit aufgehoben wurden, die auf „typisch
nationalsozialistischem Unrecht“ beruhen. Desweiteren wurde „sexuelle
Orientierung“ als Anspruchsgrund in das Opferfürsorgegesetz eingefügt.



Nach wie vor nicht enthalten sind homo- und bisexuelle Opfer des
Nationalsozialismus jedoch in den Wiedergutmachungsbestimmungen des
Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes (ASVG), sodass ihre Haft- und
KZ-Zeiten immer noch nicht als Pensionszeiten zählen, die ihrer dortigen
Peiniger jedoch schon. Diese standen ja in einem Dienstverhältnis.



Die grüne Justizsprecherin und RKL-Kuratoriumsmitglied, Mag.a Terezija
Stoisits, hat daher Anfragen an Justizministerin und Sozialministerin
gestellt. Sie wollte darin insb. wissen, ob Verurteilungen im Dritten Reich
wegen homosexueller Kontakte als „typisch nationalsozialistisches Unrecht“
angesehen werden und warum homo- und bisexuelle Opfer des
Nationalsozialismus in die Wiedergutmachungsbestimmungen des ASVG wieder
nicht aufgenommen wurden.





Nur VertreterInnen der NS-Staatsmacht rehabilitiert



Die Beantwortungen durch die Ministerinnen sind ernüchternd. Verurteilungen
wegen homosexueller Kontakte seien kein „„typisch nationalsozialistisches
Unrecht“ und die entsprechenden Verurteilungen daher nach wie vor aufrecht,
so Justizministerin Gastinger. In diesem Sinne auch Haubner bezüglich
Entschädigungen nach dem Opferfürsorgesetz. Haubner sieht auch keine
Notwendigkeit, die Haft- und KZ-Zeiten der homosexuellen Opfer des
NS-Regimes als Pensionszeiten anzurechnen, so wie dies für rassisch und
politisch Verfolgte bereits vor langem geschehen ist.



Stattdessen verweisen die Ministerinnen darauf, dass Angehörige der
Wehrmacht, der SS- oder von Polizeiverbänden, die selbst unter die Räder der
anti-homosexuellen Verfolgung gerieten, im Gegensatz zu Zivilpersonen
umfassend rehabilitiert wurden. Bereits 1946 wurden ihre Verurteilungen
aufgehoben und 2005 folgte nun die sozialversicherungsrechtliche
Entschädigung durch Anerkennung ihrer Haftzeiten als Pensionsersatzzeiten.



  „Es ist schier unerträglich, dass nur jene Opfer der
NS-Homosexuellenverfolgung rehabilitiert werden, die zuvor VertreterInnen
der NS-Staatsmacht waren“, sagt der Wiener Rechtsanwalt Dr. Helmut Graupner,
Präsident der Homosexuellen-Bürgerrechtsorganisation Rechtskomitee LAMBDA,
„Das Parlament muss endlich den Entwurf eines umfassenden
Rehabilitierungsgesetzes aufgreifen, der dort seit Monaten unbehandelt
liegt“. 



Das 1991 gegründete Rechtskomitee LAMBDA (RKL) arbeitet überparteilich und
überkonfessionell für die umfassende Verwirklichung der Menschen- und
Bürgerrechte gleichgeschlechtlich l(i)ebender Frauen und Männer. In seinem
Kuratorium vereinigt es so prominente Mitglieder wie den SPÖ-Vorsitzenden
Dr. Alfred Gusenbauer, Präs. NRAbg. Peter Schieder,, NRAbg. Mag. Terezija
Stoisits, den renommierten Kinder- und Jugendpsychiater Univ.-Prof. Dr. Max
Friedrich und die Kinder- und JugendanwältInnen von Wien DSA Monika
Pinterits und Dr. Anton Schmid, den Generalsekretär von Amnesty
International Österreich Mag. Heinz Patzelt und die bekannten
Menschenrechtsexperten Dr. Lilian Hofmeister und Univ.-Prof. Dr. Manfred
Nowak, die Sexualwissenchafter Univ.-Prof. Dr. Josef Christian Aigner, Prof.
Dr. Rotraud Perner und Mag. Johannes Wahala, den Theologen Univ.-Prof. Dr.
Kurt Lüthi, Günter Tolar u.v.a.m.





Die Anfragen und ihr Beantwortungen im Wortlaut:

->
http://www.parlament.gv.at/portal/page?_pageid=908,975830&_dad=portal&_schem
a=PORTAL

->
http://www.parlament.gv.at/portal/page?_pageid=908,975835&_dad=portal&_schem
a=PORTAL



Rückfragehinweis: 0676/3094737; 01/8763061, office at RKLambda.at,
www.RKLambda.at



19.01.2006

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09   Bolivien: Amtsantritt von Evo Morales ist vergleichbar
   mit Wahl von Nelson Mandela von <hans.bogenreiter at gfbv.at>
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GESELLSCHAFT FÜR BEDROHTE VÖLKER INTERNATIONAL
PRESSEMITTEILUNG   Göttingen/Wien, den 19.01.2006

Bolivien: "Amtsantritt von Präsident Evo Morales ist vergleichbar mit Wahl
von Nelson Mandela in Südafrika"

Mit der Regierungsübernahme von Evo Morales, dem demokratisch gewählten
Repräsentanten der indianischen Mehrheit, hat in Bolivien ein Umbruch
stattgefunden, der nach Auffassung der Gesellschaft für bedrohte Völker
International (GfbV) durchaus mit der Wahl von Nelson Mandela zum
Präsidenten Südafrikas 1994 vergleichbar ist. Der 46-
jährige Aymara-Indianer wird am Sonntag offiziell sein Amt antreten.

"Allzu lange haben Lateinamerikaner, Europäer und US-Amerikaner es für
selbstverständlich genommen, dass eine europäisch-stämmige Minderheit die
Quichua- und Aymara-Mehrheitsbevölkerung ökonomisch ausbeutet und politisch
bevormundet oder unterdrückt", meint der Präsident der GfbV, Tilman Zülch.
"Doch nahezu unbemerkt von der internationalen Berichterstattung haben sich
schon in den 1970er Jahren in Bolivien Bewegungen wie Minka und Mitka
gebildet, die die Anerkennung der indianischen Sprachen und Kulturen
forderten und sich dabei auf die historischen und kulturellen Traditionen
des Inka-Reiches beriefen."

Ihre Repräsentanten hatten auf Einladung der GfbV während mehrerer
Rundreisen indianischer Delegationen in Europa 1976/77 bereits für dieses
Geschichtsverständnis geworben und es parallel gesetzt zu der hierzulande
dominierenden Denkschule, die das antike Athen und Rom als Wiege
europäischer Zivilisation begreift. Der nach einer internationalen Kampagne
auch mit Hilfe der GfbV gerade aus einer fensterlosen, acht mal acht Fuß
großen (6,25 m") Zelle entlassene politische Gefangene und Aymara-Führer
Constantino Lima sagte damals: "Wir haben uns organisiert, weil wir erkannt
haben, dass wir unter den gegenwärtigen Umständen niemals Gerechtigkeit
erfahren würden. Die Weißen kontrollierten alles, und wir wurden ständig
beschimpft und misshandelt." So berichtete er über ein Massaker aus den
Tagen des bolivianischen Diktators General Hugo Banzer 1974, bei dem 1300
Menschen getötet wurden.

"Die indianischen Bewegungen der Quichua und Aymara hatten schon damals
einen Machtwechsel in Bolivien gefordert. Durch die Wahl von Evo Morales im
Dezember 2005 ist dies nun Wirklichkeit geworden und lässt die Angehörigen
der beiden großen Andenvölker sowie der 28 kleineren verschiedenen
indianischen Gemeinschaften Boliviens hoffen. Sie wurden bis heute in
Bolivien als Bürger zweiter Klasse behandelt, ihre Kultur wurde
diskriminiert oder gering geschätzt", sagt Zülch.

1995 war Morales auf Einladung der GfbV in Wien, um während der 38. Sitzung
der Internationalen Suchtstoffkommission der Vereinten Nationen für eine
Entkriminalisierung des Kokablattes zu werben und eine legale Vermarktung
von Produkten auf Kokabasis wie Tee, Kaugummi, Zahnpasta oder
Erfrischungsgetränke zu ermöglichen. "Koka ist kein Kokain, ein
Kokaproduzent ist kein Drogenhändler und Koka-Konsumenten sind keine
Drogenabhängigen", heißt es in einer seiner Stellungnahmen. Für die
Andenvölker, bei denen der Koka-Anbau eine Jahrtausende alte Tradition hat,
sind die Blätter des Busches
Nahrungsergänzungs- und Anregungsmittel bzw. werden sie bei religiösen
Zeremonien verwendet.

Auf der Homepage www.gfbv.at finden Sie Hintergrundtexte zum Machtwechsel in
Bolivien und zum Aufstieg von Evo Morales vom einfachen indianischen Bauern
zum Präsidenten.

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Rückfragenhinweis:
Gesellschaft für bedrohte Voelker (GfbV)
Hans Bogenreiter (GF)
1030 Wien, Untere Viaduktgasse 53/7A
Tel. 01/503 13 36, e-mail: hans.bogenreiter at gfbv.at
Homepage: www.gfbv.at

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10   Bomben auf den Iran? von "Heinz Nessizius" <heinz at nessizius.com>
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Bomben auf den Iran?
Georg Meggle
18.01.2006

Gedanken zum Iran-Krieg

Bomben auf den Iran? Das ist keine offene Frage mehr. Offen ist nur noch:
Wann?

Wer? (Israel? Die USA? Beide? Weitere?)
Welche Ziele?
Welche Art von Bomben?
Warum/Wozu? Und
Wie sieht die Welt nach diesen Bomben aus?

1. Kriegsgründe
1.1 Gründe zum Angriff
Die Option eines Angriffes auf den Iran ist vor allem eine Option Israels
und, nicht ganz derart offen proklamiert, eine Option der USA. Ohne
Rückendeckung der USA ist nun aber ein Angriff von Seiten Israels kaum
denkbar. Konzentrieren wir uns daher zuerst auf Kriegsgründe Amerikas.
1.1.1
Das offizielle US-Hauptargument für den Krieg ist derzeit dasselbe wie vor
drei Jahren im Fall des Irak ( Gedanken zum Irak-Krieg (1)). Das Argument
hat zwei Komponenten.
Es gilt, rechtzeitig - also wiederum präemptiv - den Albtraum schlechthin zu
verhindern: Massenvernichtungswaffen (MVW) dürfen nicht in den Besitz von
T-Gruppen (Terroristischen Gruppierungen wie beispielsweise Al-Qaida)
fallen. Der Iran, so das Argument, unterstützt solche Gruppen. Also .
Ein Iran mit MVW wäre schon für sich genommen eine Bedrohung für den
Weltfrieden. Also .

1.1.2
Auch die halb-offizielle Begründung wiederholt sich. Sie konkretisiert das
primäre Bedrohungsopfer: Ein Iran mit MVW stellt eine maximale Bedrohung für
Israel dar. Eine einzige Hiroshima-Bombe auf Tel-Aviv - und der Staat Israel
ist Vergangenheit. Also .
1.1.3
Auch der fundamentale Grund ist der gleiche wie schon bei den letzten
Golfkriegen. Es ist der geostrategische: der vorausschauende, den ganzen
Globus umspannende Blick auf den Rest des Jahrhunderts: Für den Westen ist
die Kontrolle über die Bodenschätze (vor allem Öl und Gas) im "Weiteren
Mittleren Osten" - speziell am Persischen Golf und am Kaspischen Meer -
absolut lebensnotwendig. Ein Iran, der sich dieser Kontrolle entzieht bzw.
sich auch nur entziehen könnte, bedroht den Lebensnerv der ,Freien Welt'.
Also .
1.1.4
Jeder dieser Kriegsgründe ist für sich - vor allem aus USA-Sicht -
schlüssig. Diese Motivationsstränge - Anti-Terror-Krieg, Sicherung des
Weltfriedens, Existenzgarantie für Israel und Geostrategie - stützen sich
zudem gegenseitig; und das ergibt ein weiteres gesamtwestliches
pro-bellum-Motiv.
1.1.5
Ich gehe hier nicht auf das Standardargument ein, wonach der so genannte
militärisch-industrielle Komplex der USA, und so auch deren Gesamtökonomie,
nur bei einem baldigen weiteren Hightech-Krieg optimal funktioniert. Es
wäre, wenngleich sie auch für den Iran Folgen hätte, keine speziell auf den
Iran bezogene Aussage.
1.1.6
Diese Kriegsgründe der USA sind auch solche von Israel. Dabei steht für
Israel natürlich der Grund des Sich-Selbst-Bedroht-Sehens im Zentrum. Hinzu
kommt, dass Israel sich durch jede Schwächung seiner derzeitigen
militärischen Überlegenheit - mindestens in der ganzen Region Mittlerer
Osten - bereits als bedroht betrachtet. Das ist verständlich, geht Israel
doch davon aus, dass es seine Weiterexistenz einzig und allein dieser
Überlegenheit zu verdanken hat. Speziell für Israel somit ein zusätzlicher
Grund für: Bomben auf Iran.
1.2 Die andere Seite
Aus der Perspektive des Iran sieht die Welt etwas anders aus: Es sind primär
iranische Interessen, die derzeit bedroht werden:
1.2.1
Die Bodenschätze eines Landes gehören, so wird unterstellt, nach der bisher
geltenden Weltordnung zunächst primär dem Land selbst. (Der Gedanke der
Privatisierung ,öffentlicher Güter' - wie z.B. Öl, Wasser und, vorhersagbar,
später auch Atemluft - ist im Iran und einigen islamischen Ländern noch
nicht so geläufig wie den fundamentalistisch-liberalen Ländern des Westens.)
Folglich:
Die Verfügungsgewalt über seine reichen Öl-Vorkommen ist für den Iran nicht
verhandelbar.
Jeder Kontrollanspruch von Dritten, dem das Land nicht selbst zugestimmt
hat, wird als eine nicht hinnehmbare Beeinträchtigung der Souveränität des
Landes betrachtet.

1.2.2
Auch wenn die Eigenversorgung des Iran durch seine Öl- und Gasbodenschätze
in der Tat auf lange Zeit gesichert sein sollte - ohne den Export dieser
Güter, die Haupteinnahmequelle, sind die Industrie und die Wirtschaft des
Landes nicht überlebensfähig. (Das derzeitige Verhältnis von Eigenverbrauch
zum Export ist etwa 50:50 - für den Iran also bei weitem nicht optimal.) Mit
anderen Worten: Der Iran braucht tatsächliche weitere Energiequellen, aus
seiner Sicht auch die Atomenergie. Aus Effizienzgründen setzt daher auch der
Iran, nicht anders als andere Industrieländer, auf einen geschlossenen
Nuklearkreislauf, kurz: auf Wiederaufbereitungsanlagen.
Es versteht sich von selbst, dass die wirtschaftliche und damit die
politische Unabhängigkeit des Landes nur durch eigene derartige Anlagen als
gesichert gelten kann. (Russland als Energielieferungs-Garant? Oder das
Nachbarland Asairbadschan? Was für ein Risiko!)
1.2.3
Die geopolitische Bedeutung des Iran kennt auch der Iran selbst; dass West
und Ost (Stichwort: China) gleichermaßen von Irans Schätzen abhängig sind,
das bedeutet für den Iran selber entweder, falls er vom Export dieser
Schätze auch selbst profitieren darf, den großen Aufstieg oder den tiefen
Abstieg, wenn nicht gar Untergang. Vermeidbar ist diese letztere Alternative
nur dann, wenn sich das Land äußerem Zwang widersetzen kann. Dazu bedarf es
entweder eines verlässlichen (= eines auf Eigeninteresse beruhenden)
Schutzes Dritter oder eines hinreichend starken eigenen
Abschreckungspotentials. Optimal wäre beides.
China wäre der ideale Partner für ersteres - und in der Tat hat der Iran mit
keinem anderen Land in den letzten Jahren seine ökonomischen und sonstigen
Beziehungen derart stark forciert. Aber noch ist China nicht stark genug für
einen Ressourcen-Krieg mit den USA.
Bleibt also nur die zweite Alternative. Iran braucht ein eigenes
Abschreckungspotential. Also - trotz aller gegenteiligen Erklärungen: Iran
braucht, des Schutzes seiner eigenen Interessen wegen, die Bombe. Der Iran
wäre dumm, wenn er diese Schlussfolgerung nicht zöge. Also .
(Eine Grundsatzfrage an die internationale Politik: Inwieweit dürfen starke
Staaten von den schwächeren Staaten Dummheit verlangen?)
1.2.4
Zu beachten ist ferner: Die Sicherheitslage des Iran hat sich in den letzten
Jahren radikal verschlechtert. Der Iran sieht sich nicht nur von
US-dominierten Mächten eingekreist; dem ist tatsächlich so.


Afghanistan und Pakistan im Osten, der Irak und Kuwait im Westen. Im
Nordosten das instabile Turkmenistan; im Nordwesten der NATO-Staat Türkei,
ein kleiner Zipfel von Armenien und Aserbaidschan, dessen Öl- und
Gasvorkommen bereits ebenfalls weitgehend unter Führung westlicher Firmen
ausgebeutet werden; im Süden, jenseits des Persischen Golfes, schließlich
Saudi-Arabien, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate und der Oman.
1.2.5
Zudem: In der Region gibt es schon zwei andere Atommächte, ohne dass deren
Überschreiten der atomaren Schwelle viel Aufsehen mit sich gebracht hätte.
Der direkte Nachbar Pakistan - und Israel. Weshalb sollte dem auf seine
Geschichte mit Recht immer noch stolzen Land Persien/Iran zugemutet werden,
dass es nach einer anderen Elle gemessen wird als diese zwei anderen Länder?
1.2.6
Und schließlich: Iran und Israel sehen sich gegenseitig - trotz
wirtschaftlicher Kooperationen - als Feinde. Israel ist eine Atommacht auf
hohem technischen Niveau. Iran besitzt bisher nichts auch nur annähernd
Vergleichbares. Das wechselseitige Bedrohungsverhältnis ist extrem
asymmetrisch. Was die MVW-Kapazitäten angeht, so ist Israel für Iran eine
viel größere Bedrohung als umgekehrt.
1.3 Die Schlussfolgerung - und wer diese zieht
1.3.1 Auf beiden Seiten geht es um ,lebenswichtige' Interessen. Diese sind
diametral verschiedene. Also .
Also was? Die Antwort der mächtigeren Seite kann nach deren Logik nur
heißen: Bomben auf den Iran!
1.3.2
Die mächtigere Seite: Das sind die USA und deren Verbündete, also die
NATO-Staaten (mit Sicherheit auch in diesem Krieg Großbritannien wieder in
der ersten Reihe) und auch einige andere demokratische wie
nicht-demokratische Freunde im globalen Antiterror-Krieg. Und, neben den
USA, vor allem Israel. Verständlicherweise, wie schon in 1.1.6 oben betont.
Wer wird die ersten Angriffe starten? Den irakischen Atommeiler Osirak hatte
Israel im Juni 1981, als der Irak an der gleichen atomaren Schwelle
gestanden haben soll wie jetzt bzw. in Bälde der Iran, im Alleingang
bombardiert. Die Sache im Iran wird von einem größeren Kaliber sein müssen.
Die Rede ist immerhin von circa 30 ,in Frage kommenden' Anlagen. In dem über
einschlägige Bombardierungs-Planspiele in den USA berichtenden Artikel Will
Iran Be Next? (2) von James Fallows ist sogar von "300 Zielorten im Iran,
davon rund 125 angebliche Produktions- oder Lagerstätten von ABC-Waffen" die
Rede.


1.3.3
Nicht, dass Israel zu einer so großen militärischen Aktion nicht auch selbst
in der Lage wäre; es könnte zweifellos auch viel größere Aufgaben meistern.
Trotzdem: Es wäre schlicht unvernünftig, wenn Israel die iranischen
Vergeltungsmaßnahmen auf sich allein zöge. Also werden die USA von Anfang an
beteiligt sein - bzw. die Erstschläge, live u.a. in CNN, vielleicht gar
alleine durchführen. Für letzteres spräche, dass die amerikanische
Eskalationsdominanz . nun ja, ab hier lässt sich nur spekulieren. (Was
manchmal durchaus empfehlenswert sein kann.)
2. Krieg - und zwar pronto!
2.1
Alle obigen Gründe sind zugleich Gründe für einen Angriff möglichst bald.
Die Pro-Angriffs-Gründe von 1.1 ohnehin; aber auch einige der Gründe, die
aus iranischer Sicht für eine Forcierung ihres Atomprogramms - und damit eo
ipso auch für eine Forcierung von dessen Verhinderung - sprechen. So zum
Beispiel auf jeden Fall das geostrategische Argument 1.2.3.
Verfügt ein Land erst einmal über Massenvernichtungswaffen (MVW), wird damit
das Risiko eines Angriffs für den Angreifer selbst - bisher jedenfalls -
unvergleichlich größer, wenn nicht gar unkalkulierbar. Angriff ist dann -
bisher zumindest - keine Option mehr. (Siehe Nordkorea.) Also .
2.2
Ab wann wird der Iran, falls man seine nuklearen Kapazitäten nicht
blockiert, über MVW verfügen? Hierüber gehen die zugänglichen Ansichten
erheblich auseinander. Den einen Quellen zufolge kann das noch Jahre dauern.
Nach der Washington Post vom 02.08.2005 etwa bis zur Mitte des kommenden
Jahrzehnts. Nach anderen, vor allem israelischen (3) Quellen (4) - so der
Chef des militärischen Geheimdienstes Israels laut SPIEGEL Online vom 06.
Jan 2006 (5) - bleiben nur noch vier Monate Zeit ( ? April 2006). Also . ?
Die Vernunft sagt: Je größer die Gefahr ist, die jemandem droht, wenn er
abwartet, umso vernünftiger ist es für ihn, nicht länger abzuwarten; und bei
maximaler Gefahr ist es am Vernünftigsten, überhaupt nicht mehr abzuwarten.
Nun ist aber aus der Sicht Israels und der USA die von iranischen MVW
ausgehende Gefahr - egal ob direkt oder über die iranischen
Terror-Connections - eine megagroße. Also .
2.3
Nach dieser Logik müsste eigentlich gelten: Der Countdow läuft bereits. Oder
wie es in irgendeinem ZEIT-Artikel schon auf den Irak-Krieg bezogen so
treffend geheißen hatte: Der Autopilot ist auf Angriff gestellt. So ist es;
wir fliegen erneut in der gleichen Maschine.
3. Die Kriegsvorbereitungen
Kriege, wie alle menschlichen Aktivitäten, haben zwei Seiten. Eine mentale
und eine physische bzw. materielle. Das gilt auch für die
Kriegsvorbereitungen ( Kaum Chancen für den Frieden (6)).
Für den Iran-Krieg sind diese bereits sehr weit gediehen. Die materiellen
Vorbereitungen sind schon seit Mitte 2005 so gut wie abgeschlossen. Die
mentalen kommen zunehmend in Fahrt. Die noch nötigen mentalen
Kriegsvorbereitungen laufen auch für diesen Krieg fast wie von selbst.
3.1 Die Kriegs-Hardware
3.1.1
Amerikas Streitkräfte sind, was ihre Zerstörungskraft angeht, trotz all
ihrer zunehmend deutlicher werdenden 'menschlichen' Schwächen immer noch
stärker als die Streitkräfte der 10 bis 20 nächst stärkeren Staaten
zusammengenommen. Ein paar Knopfdrücke zum Beispiel auf einem Laptop in
Nebraska - und der Iran von morgen wäre, um frühere US-Drohungen in
ähnlichen Lagen zu zitieren, ein Land aus der Steinzeit. Auch Israel alleine
könnte mit seinen schätzungsweise 200 Atombomben eine solche
Zeitverschiebung zweifelsohne technisch problemlos bewältigen.
Aber das ist nicht das Ziel. Noch nicht jedenfalls. Noch geht es ,nur' um
die militärische Blockierung einer - zumindest potentiell in Richtung
Atomwaffenproduktion laufenden - Weiterentwicklung der iranischen
Nuklearindustrie.
3.1.2
Wichtige Teile dieser Industrie liegen auch im Iran unter der Erde. Um auch
diese Ziele treffen und zerstören zu können, braucht es spezielle Waffen.
Diese gibt es inzwischen; Prototypen dieser BBBs - dieser "bunker-buster
bombs" - wurden schon im Afghanistankrieg ,getestet' und im Irakkrieg
nachhaltig verbessert. Zwischen Ende 2004 und Juni 2005 soll Israel etwa 500
BBBs von den USA geliefert bekommen haben ( Strategische Aufwertung (7)).
Diese BBBs können sowohl mit konventionellen als auch mit nuklearen
Sprengköpfen bestückt werden. Letztere sind notwendig, wenn man auch tiefer
unter der Erde liegende Anlagen zerstören möchte. Das wird man wollen
müssen. Diese so genannten ,Mini-Nukes' gelten, damit sie auch eingesetzt
werden ,dürfen', terminologisch als taktische Gefechtsfeldwaffen. Mit Blick
auf diese Art der Kriegsführung spricht Michel Chossudovsky auch diesmal
frühzeitig Klartext: Nuclear War against Iran (8).
3.1.3
Der Iran-Krieg verspricht uns eine Neuauflage des Irakkrieges von Bush
Senior bzw. des NATO-Krieges gegen Jugoslawien (des Kosovo-Krieges). Ein
reiner Luftkrieg mit einer Serie präzise platzierter ,chirurgischer
Luftschläge'. Ein ,sauberer' Krieg also: kein einziger Angreifer wird
iranischen Boden betreten müssen. Tote? Natürlich einige Collateral-Tote;
aber die sind keine Toten von uns.
3.2 Die Kriegssoftware. Komponente 1: die Kriegsstrategie
3.2.1
Das strategische Konzept hinter dem Iran-Krieg entspricht genau den
Kriegsgründen von 1.1 oben. Die Blaupause des Ganzen ist erneut die zwar
schon lange vor dem 11. September 2001 vorbereitete, aber erst in dessen
Schatten zum ersten Jahrestag dieses Ereignisses (September 2002) offiziell
in Kraft gesetzte New Security Strategy (9) (NSS), eine Strategie, die ihre
erste Implementierung mit dem Irakkrieg erhalten sollte. Deshalb auch schon
2003 die Verbissenheit, mit der an dem ersten angeblichen Kriegsgrund (der
Irak entwickelt heimlich Massenvernichtungswaffen) festgehalten worden war.
3.2.2
Die zentrale Zielsetzung dieser Strategie:
"Prevent Our Enemies from Threatening Us, our Allies, and Our Friends with
Weapons of Mass Destruction."
Bitte genau lesen: Zu verhindern ist laut dieser Strategie nicht nur der
Einsatz von MVW von Seiten der Feinde - das wäre nichts Neues; zu verhindern
gilt es nach ihr bereits die Drohung mit einem solchen Einsatz - was in dem
Strategiepapier dann auch konsequent so präzisiert bzw. erweitert wird, dass
allein schon die bloße Möglichkeit zu einer Drohung mit einem solchen
Einsatz für die USA einen casus belli darstellt.
3.2.3
Die Atom-Politik des Iran ist ein solcher Fall. Und zwar völlig unabhängig
davon, ob der Iran tatsächlich eine atomare Bewaffnung anstrebt oder nicht.
(NB: Beweise liegen auch diesmal bislang keine vor. Aber wie gesagt: Dumm
ist der Iran wahrscheinlich nicht.)
3.2.4
Diese Strategie liefert jedem Strategen, der auf Präemptiv-Angriffe setzt,
Rechtfertigungen, die für ihn, den Strategen, mit einem ungeheuren
begrifflichen Vorteil verbunden sind: Das Herzstück dieser Kriegsanleitung
sind Möglichkeitsbehauptungen; und solche Behauptungen lassen sich in der
Realität kaum widerlegen. (Auch wenn man einer Krake alle Fangarme
abgetrennt hat; ist es immer noch möglich, dass sie neue entwickelt.) Der
letztlich einzig sichere Weg, die Entwicklungsmöglichkeiten eines anderen
einzuschränken, ist der, ihm jede Entscheidungsfreiheit über sein Tun und
Lassen zu nehmen, kurz, ihn voll und ganz unter die eigene Kontrolle zu
bringen. So verstanden gilt: die "New Security Strategy" der USA
präsupponiert den Anspruch auf Weltherrschaft. Dieser Anspruch soll auch in
diesem Iran-Krieg durchgesetzt werden.
3.3 Die Kriegssoftware. Komponente 2: die Kriegspräsentation
3.3.1
Der Countdown für den Krieg läuft. Nun ist aber ein Kriegs-Countdown schon
selbst ein Teil des Kriegs, vielleicht sogar dessen wichtigster. Also: Der
Irankrieg hat schon begonnen. Alle weiteren Countdown-Elemente sind bereits
Teil der psychologischen Kriegsführung.
3.3.2.
Der einzige Punkt, der - über den notwendigen Kriegspropagierungs-Vorlauf
hinaus - noch einen Aufschub des Bombardements mit sich bringen dürfte: Noch
brauchen die USA den Iran als Stabilisator im Schiiten-Sektor des Irak. Wird
er dafür, aus welchen Gründen auch immer, nicht mehr gebraucht, dann ...
spätestens dann. Aber das bringt für die Vorbereitungen allenfalls etwas
mehr Zeit, hebt deren Sinn und Notwendigkeit keineswegs auf.
3.3.3
Das wichtigste Kriegsziel in dieser ersten Phase ist die Maximierung der
Akzeptanz des Kriegs bei der eigenen Bevölkerung bzw. bei den Verbündeten.
Und für diese Maximierung muss ohnehin zuerst der Eindruck erzeugt werden,
man hätte nichts unversucht gelassen, um den Krieg zu verhindern. Die
Akzeptanz-Maximierung verlangt, dass sich beim Volk der Eindruck festsetzt,
nun sei der Krieg wirklich die ultima ratio. Der Startschuss lautet wie
immer: Es gibt keine Alternative.
3.3.4
Was heißt das für uns alle - und so auch für Sie, liebe Leser? Dies:
Seien Sie ab sofort grundsätzlich skeptisch gegenüber allen
Kriegsberichten - egal, woher diese kommen.
Gehen Sie auf Distanz! (Das geht nicht ohne Übung.)
Halten Sie sich von jeder Kriegshysterie fern! Vor allem also:
Schalten Sie bei allen dramatischen TV-Kriegsinszenierungen ab!
Greifen Sie lieber zu einem Geschichtsbuch; oder zumindest zu den Videos aus
der Zeit unmittelbar vor dem Start des Irakkriegs, März 2003. (Wenn Medien
wirklich an Aufklärung interessiert wären, könnten sie uns ja regelmäßig an
diese erinnern!)
Vergleichen Sie die Lügen von damals mit den Beschwörungen von heute und
morgen.
Falls Ihnen die heutigen Statements nur allzu bekannt vorkommen, so nehmen
Sie einfach das Gegenteil an. Probieren Sie es! (Sie werden zunächst
erstaunt sein; schon ein paar Wochen später nicht mehr.)

3.3.5
Ob wir wohl aus den letzten Kriegen für diesen neuen etwas gelernt haben?
Wahrscheinlich so gut wie nichts.
Sonst wüssten wir in etwa, was uns erwartet. Man braucht jedenfalls nicht
Hellseher zu sein, um zu prognostizieren, dass das Vorspiel auch zu diesem
Krieg den gleichen Regeln folgt wie beim letzten Mal.
Auf der Politbühne:
Drohung mit der Befassung des Sicherheitsrats; Ausloten, inwieweit diese
Drohung etwas bewirkt. Offene oder verdeckte Beeinflussung auf die diversen
SR-Mitglieder. (Für die interessierte Öffentlichkeit ab diesem Punkt eine
der spannendsten Fragen: Wird es im SR zu einem Veto kommen oder nicht?
Wetten werden geschlossen. Ich würde wette: China wird sich verweigern.
Siehe oben 1.2.3. )
x-fache Wiederholung von Schritt 1.
Tatsächliche Anrufung des SR - falls Zustimmung wahrscheinlich; erste - noch
ziemlich allgemeine - Resolutionen. (Bei Veto: springe zu 5.)
Evtl. Wiederholung von Zug 3 mit verschärften Resolutionen.
4.1 Androhung bzw. Verhängung von Sanktionen.
4.2 Erlass eines Ultimatums (evtl. eines mit garantierter Unerfüllbarkeit).
4.3 Finales Ziel: Legitimierung einer ,Intervention'.
Bei Veto in 3 oder 4: Trotzdem Angriff - plus Selbstermächtigung durch
Berufung auf einen übergesetzlichen Notstand.

Den Medien bringen die Wochen direkt vor einem Krieg die höchstmöglichen
Quoten. (Kluge Journalisten verfassen ihre späteren Berichten schon jetzt.)
Oberste Regel zur Produktion von Suspense-Spannung für diese Zeit: Die
allerwichtigste Frage (spätestens ab Schritt 4) muss lauten: Wann beginnt
das ,große Spiel' wirklich?
Wiederum werden die Medien die allgemeine Spannung vor dem Spiel ins fast
Unerträgliche zu steigern wissen; bis die Zuschauer schließlich regelrecht
enttäuscht wären, wenn das ,Spiel' dann doch noch abgeblasen werden sollte.
Zynisch? Nein. Genau so war es im Februar/März 2003. Das Drehbuch der
damaligen Kriegsinszenierung war perfekt. Und wenn wir aus dieser nicht
schon gelernt haben, so doch sicher die Kriegsregisseure. Und die Medien
werden auch diesmal ihre Bestes tun.
Nachtrag
Die meisten Zeitgenossen, die an den Iran-Krieg immer noch nicht glauben
wollen, sind überzeugt, dass sich die USA wegen des Desasters im Irak einen
weiteren Krieg nicht leisten könnten. Dieses Argument hat leider einige
Schwachstellen:
Amerikas Kriegsreserven sind noch keineswegs erschöpft. Insbesondere die
schlagkräftigsten Komponenten, die Kräfte für einen reinen Luftkrieg, sind
derzeit nicht ausgelastet.
Bush, Cheney und andere setzen im globalen Anti-Terrorkrieg - und so auch im
Irak - weiterhin auf (unsere Bereitschaft zum Glauben an) den Endsieg.
Dieser Sieg ist aber, so die Unterstellung, ohne einen Stopp der Entwicklung
iranischer Atomwaffen nicht erreichbar. Und schließlich:
Weder die Kosten an Geld noch die an Menschenleben scheinen die
US-Administration besonders zu kümmern, viel mehr ihre abnehmende
Popularität. Was das beste Gegenmittel gegen einen solchen Schwund ist, das
ist bekannt: ein neuer Krieg.
Dieser ist auch notwendig, um die militärische Glaubwürdigkeit der
Supermacht wieder herzustellen. Die Irak-Scharte muss ausgewetzt werden.
Gerade mit Blick auf die anderen islamischen Länder.

Also: Es gilt, was schon vor dem Irak-Krieg erklärt worden war: Next
station - Iran.
Georg Meggle (10) ist Professor für Philosophie an der Universität Leipzig.
Zu seinen Arbeitsschwerpunkten gehören: Kommunikation, Kollektive
Intentionalität und Terrorismus.
Eine spannende Einführung in die Hintergründe und das Vorbereitungsprocedere
des Iran-Kriegs liefert (11): Clemens Verenkotte, Das Ende der friedlichen
Gesellschaft, Droemer Verlag (12). München 2005, Kapitel 1: Der nächste
Krieg.
Die beste Kriegs-kritische Quelle ist die von der AG Friedensforschung (13)
an der Uni Kassel.

Links
(1) http://www.telepolis.de/r4/artikel/21/21801/1.html
(2) http://www.theatlantic.com/doc/200412/fallows
(3)
http://www.jpost.com/servlet/Satellite?cid=1136361087021&pagename=JPost%2FJPArticle%2FShowFull
(4) http://www.haaretzdaily.com/hasen/spages/664108.html
(5) http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,393757,00.html
(6) http://www.telepolis.de/r4/artikel/18/18530/1.html
(7) http://www.telepolis.de/r4/artikel/18/18447/1.html
(8)
http://www.globalresearch.ca/index.php?context=viewArticle&code=%20CH20060103&articleId=1714
(9) http://www.whitehouse.gov/nsc/nss.pdf
(10) http://www.uni-leipzig.de/~philos/meggle
(11)
http://www.faz.net/s/RubA330E54C3C12410780B68403A11F948B/Doc~EF7C2D7C3228E46EAB56E6725E8985587~ATpl~Ecommon~Scontent.html
(12) http://www.droemer.de
(13) http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden

Telepolis Artikel-URL: http://www.telepolis.de/r4/artikel/21/21802/1.html

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11   Aktuell: EGMR verurteilt Österreich in aufsehenerregendem § 209-Fall
   von "PF209" <office at paragraph209.at>
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Wieder Schlag für die Bundesregierung

Menschenrechtsgerichtshof verurteilt Österreich

in aufsehenerregendem § 209-Fall

Plattform gegen § 209: „Rehabilitierungsgesetz muss endlich behandelt werden“



Wie der Plattform gegen § 209 soeben bekannt wurde hat der Europäische
Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) heute Österreich neuerlich wegen der
jahrelangen Homosexuellenverfolgung auf Grund des antihomosexuellen
Sonderstrafgesetzes § 209 Strafgesetzbuch verurteilt (R.H. gg. Österreich).
Der Fall von R.H. erregte 2002 besonderes Aufsehen, weil Österreichs
Polizei- und Justizbehörden gleichsam in den letzten Stunden des § 209
unerbittliche Härte an Tag gelegt und dabei noch dazu das Recht gebrochen
und ein unfaires Strafverfahren geführt haben. Die Republik muss nun EUR
44.000,-- Schadenersatz bezahlen.



1998 wurde der 36jährige Mann bei der Einreise im Zuge der Grenzkontrolle
von Gendarmen aus dem Auto geholt und festgenommen worden ist, weil sich in
seinem Wagen auch ein 17jähriger junger Mann befand. Der junge Mann wurde
intensiven Verhören unterzogen und gab dabei sexuelle Kontakte mit dem nun
Angeklagten an, woraufhin dieser über vier Monate in Untersuchungshaft
verbrachte.



In Beantwortung parlamentarischer Anfragen erklärten der damalige
Justizminister Michalek und der damalige Innenminister Schlögl, daß dies
alles schon seine Richtigkeit habe. Der Verwaltungsgerichtshof sah dies
anders und erklärte die seinerzeitige Festnahme für rechtswidrig (VwGH
11.12.2001, 2000/01/0254).



Dessen ungeachtet verurteilte das Landesgericht für Strafsachen den Mann im
Herbst 2001 wegen Kontakten mit drei 16- und 17jährigen jungen Männern zu
einer Freiheitsstrafe von 6 Monaten. Auf Bewährung, weil er, so das Gericht,
ohnehin bereits vier Monate in Untersuchungshaft verbracht habe. Die drei
jungen Männer hatten im übrigen nur vor der Polizei ausgesagt und
widerriefen ihre Angaben teilweise. Weder das Gericht, noch der Staatsanwalt
noch die Verteidigung hatten die Zeugen, auf deren Aussagen die Verurteilung
beruhte, jemals gesehen oder sie befragen können. R.H. bestritt, mit denen
jungen Männern in Österreich intime Kontakte gehabt zu haben.





Oberlandesgericht Wien: „Die Mehrheit der Österreicher will das so“



Dem Staatsanwalt waren die 6 Monate auf Bewährung zuwenig und auf Grund
seiner Berufung auch dem Oberlandesgericht. Wie der Vorsitzende bei der
Berufungsverhandlung im April 2002 erklärte, sei die „Milde“ des
Erstrichters angesichts der „schweren Schuld“ des Angeklagten „völlig
unverständlich“. Die Freiheitsstrafe wurde auf 9 Monate angehoben und ein
Drittel davon sogar ohne Bewährung verhängt, obwohl R.H. in jeder Hinsicht
unbescholten war.



Zu den menschenrechtlichen Bedenken und dem Ersuchen, ebenso wie das
Oberlandesgericht Innsbruck beim Verfassungsgerichtshof die Aufhebung des §
209 zu beantragen, meinte der Vorsitzende damals nur lapidar: „Die Mehrheit
der Österreicher will das so, damit müssen Sie sich abfinden“.





EGMR: Bereits mehr als EUR 350.000,-- für § 209-Opfer



Der EGMR verweist in seinem heutigen Urteil darauf, dass Österreich die an
den beiden Beschwerdeführern begangenen Menschenrechtsverletzungen nie
anerkannt und auch keinerlei Entschädigung geleistet hat. Der Gerichtshof
sprach R.H. EUR 44.000,-- Schadenersatz zu.



Insgesamt musste die Republik den bislang zehn erfolgreichen §
209-Beschwerdeführern mehr als EUR 350.000,-- Schadenersatzzahlungen
leisten.  Derzeit ist vor dem Menschenrechtsgerichtshof noch eine weitere
Beschwerde eines Opfers des § 209 anhängig.



Die erfolgreichen Beschwerdeführer können bzw. konnten mit dem Urteil aus
Straßburg in Österreich die Erneuerung ihres Strafverfahren und die
Aufhebung ihrer Urteile erreichen. Eine derartige Rehabilitierung können
aber nur jene Opfer des § 209 erlangen, die sich an den Europäischen
Gerichtshof für Menschenrechte gewandt haben. Alle die das nicht getan
haben, bleiben auf Jahre hinweg wegen eines Sexualdeliktes vorbestraft und
erhalten keinerlei Wiedergutmachung, weder für den seelischen Schmerz noch
für ihre Verteidigungskosten und die (vielfach erfolgte) Vernichtung ihrer
bürgerlichen Existenz.



Das heutige Urteil des Europäischen Menschenrechtsgerichtshofs ist ein
neuerlicher schwerer Schlag für die Bundesregierung, die bis dato sogar
denjenigen Rehabilitierung und Entschädigung verweigert, die auf Grund des §
209 verurteilt und, zum Teil in Anstalten für geistig abnorme Rechtsbrecher,
inhaftiert wurden. Ihre Verurteilungen sind nach wie vor im österreichweiten
Strafregister vorgemerkt und die Polizeiakten immer noch vorhanden.



Zwei Klassen von Opfern



Die Bundesregierung weigert sich nicht nur beharrlich, die § 209-Urteile
durch einen Gesetzesakt aufheben  und die Verurteilungen aus dem
Strafregister streichen zu lassen, sondern Justizministerin Gastinger
blockierte (wie ihr Vorgänger) bislang sogar hartnäckig alle Gnadengesuche
von § 209-Opfern an den Bundespräsidenten. Erst nach dem sich
Bundespräsident Fischer eingeschaltet hatte, sagte sie letzten Sommer zu,
die Begnadigung der § 209-Opfer von amts wegen zu prüfen. Die Prüfung werde
aber ein Jahr in Anspruch nehmen. 



Österreich wurde wegen der mangelnden Rehabilitierung wiederholt durch den
Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte verurteilt: über Beschwerde von
Verurteilten (L. & V. gg. Österreich 2003; Woditschka & Wilfling gg.
Österreich 2004; F.L. gg. Österreich 2005; H.G. & G.B. gg. Österreich 2005,
http://www.echr.coe.int) ebenso wie über Beschwerde eines Jugendlichen, dem
zwischen 14 und 18 einverständliche sexuelle Kontakte mit erwachsenen
Partnern verwehrt waren (S.L. gg. Österreich 2003; http://www.echr.coe.int).  



2005 hat der Gerichtshof in einem Aufsehen erregenden Urteil ausdrücklich
ausgesprochen, dass auch freigesprochene Opfer des § 209 entschädigt werden
müssen (Thomas Wolfmeyer gg. Österreich, http://www.echr.coe.int), was der
Gerichtshof heute bestätigt hat. Und Amnesty International hat in seinem
Jahresbericht 2005 neuerlich die Entschädigung der § 209-Opfer eingefordert.



„Wie lange will die Bundesregierung die Menschenrechte gleichgeschlechtlich
l(i)ebender Frauen und Männer noch mit Füssen treten und die Steuerzahler
dafür büssen lassen?“, sagt Dr. Helmut Graupner, Sprecher der Plattform
gegen § 209 und Anwalt der Beschwerdeführer, „Die Regierungsparteien sollen
im Parlament  endlich die Behandlung des Entwurfs für ein umfassendes
Rehabilitierungsgesetz zulassen, der seit Monaten unbehandelt im
Justizausschuss verkommt“.



In der überkonfessionellen und überparteilichen Plattform gegen § 209 haben
sich über 30 Organisationen zusammengeschlossen, um gegen das in § 209 StGB
verankerte diskriminierende zusätzliche Sondermindestalter von 18 Jahren
ausschließlich für homosexuelle Beziehungen zwischen Männern (zusätzlich zur
allgemeinen, für Heterosexuelle, Lesben und Schwule gleichermaßen gültigen
Mindestaltersgrenze von 14 Jahren) anzukämpfen. Der Plattform gehören neben
nahezu allen Vereinigungen der Homosexuellenbewegung auch allgemeine
Organisationen an, wie Aids-Hilfen, die Kinder- und Jugendanwaltschaften
Tirol und Wien, die Österreichische Hochschülerschaft, die Bewährungshilfe,
die Österreichische Gesellschaft für Sexualforschung u.v.a.m.. Nach der
Aufhebung des § 209 StGB dringt die Plattform auf die Entlassung aller
Gefangenen und die Rehabilitierung und Entschädigung aller § 209-Opfer und
beobachtet die Vollziehung der § 209-Ersatzbestimmung, § 207b StGB.



Das Urteil im Wortlaut:

http://cmiskp.echr.coe.int////tkp197/viewhbkm.asp?action=open&table=1132746F
F1FE2A468ACCBCD1763D4D8149&key=46555&sessionId=5421195&skin=hudoc-en&attachm
ent=true

                  

Die erwähnten Anfragen und die Beantwortungen finden sich auf:

http://www.parlinkom.gv.at/portal/page?_pageid=908,490386&_dad=portal&_schem
a=PORTAL (Justizminister)

http://www.parlinkom.gv.at/portal/page?_pageid=908,490398&_dad=portal&_schem
a=PORTAL (Innenminister)



Das erwähnte Erkenntnis des Verwaltungsgerichtshofs findet sich auf
www.ris.bka.gv.at. 



Rückfragehinweis: Plattform gegen § 209: 01/876 30 61, 0676/3094737,

office at paragraph209.at, www.paragraph209.at



19.01.2006
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GIPFELSOLI
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12   [gipfelsoli] Heiligendamm von gipfelsoli-l at lists.nadir.org
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Gipfelinfo - Meldungen über globalisierte Solidarität
    und die Proteste gegen unsolidarische Globalisierung
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Aufruf zur 1. Aktionskonferenz gegen den G8-Gipfel 2007 vom 25. bis 26. März
2006 in Rostock

Initiativen zusammenbringen! Gemeinsam mobilisieren!

In einem halben Jahr ist es die ehemalige 
russische Zarenresidenz St. Petersburg
und im Sommer 2007 treffen sich die selbsternannten "Führer der Welt" im
Kempinski-Grandhotel in Heiligendamm nahe Rostock. Die G-8-Gipfel sind immer
wieder zu Kristallisationspunkten für Protest und Widerstand geworden. Durch
Straßenproteste, Blockaden oder direkten Aktionen wurden in der Vergangenheit
die "Roten Zonen" der Macht attackiert. Jetzt geht es darum die Voraussetzungen
dafür zu schaffen, dass im kommenden Jahr auch in Heiligendamm gemeinsam
kraftvolle Tage des Widerstands organisiert werden. Demonstrationen,
Veranstaltungen, Blockaden, Aktionen, Diskussionen, Kultur- und Musikfestivals
sollen deutlich machen, dass wir uns mit den globalen und lokalen Auswirkungen
des kapitalistischen Weltsystems nicht abfinden werden.

Das Gesamtprojekt G-8-Mobilisierung 2007 ist so 
groß und ambitioniert, dass eine
Strömung oder Organisation damit überfordert wäre. Denn die bevorstehenden
Aufgaben wie z.B. gemeinsame Camp-Koordination, verlässliche Absprachen,
öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen, internationale Mobilisierung,
Öffentlichkeitsarbeit und Finanzierung werden nur gemeinsam lösbar sein.

Deshalb unterstützen wir den Aufruf der Versammlung sozialer Bewegungen des
Erfurter Sozialforums zu einer Kampagne gegen die Politik der G8 anlässlich
ihres Gipfels im Juli 2007 in Heiligendamm. Ebenso unterstützen wir die
Einladung zu einer großen Aktionskonferenz, die am 25./26. März 2006 in Rostock
stattfinden wird.

Wir hoffen, dass auf dieser Konferenz die Initiativen aus allen Spektren der
Linken zusammen kommen: Die lokalen Sozialforen, Erwerbslosen- und
Sozialinitiativen, Antifagruppen, Flüchtlings-Initiativen, Umweltgruppen,
bewegungsorientierte Linksradikale, autonome Gruppen und PGA-AktivistInnen,
3.Welt- und Kirchengruppen, attac und die no-global-Netzwerke,
traditionskommunistische und trotzkistische Organisationen,
Gewerkschaftsgliederungen und -jugendverbände, Linkspartei (PDS und WASG) usw.
Darüber hinaus treten wir als Interventionistische Linke dafür ein, dass die
Rostocker Konferenz das Startsignal für ein großes und breites Anti-G8-Bündnis
setzt, in dem alle relevanten Gruppierungen an den Vorbereitungen
gleichberechtigt teilnehmen können. Hierfür schlagen wir einen Grundkonsens
vor, der um die Unterschiede wissend ein offenes Miteinander ermöglicht, nicht
zu eng gefasst ist und dennoch klar Position bezieht:

- Die eindeutige Delegitimierung der G-8
- Die gegenseitige Anerkennung unterschiedlicher Aktions- und Widerstandsformen
- Ein solidarischer, verlässlicher Umgang miteinander, der verbindliche
Absprachen erlaubt
- Eine klare und offensive Abgrenzung gegenüber 
rechtspopulistischen und rechten
Kräften.

Der Vorschlag eines großen Bündnisses schließt andere bereits bestehende
Initiativen zur Gegenmobilisierung ein. Jeder Mobilisierungsansatz ist zu
begrüßen. Wir denken aber, dass es zusätzlich notwendig und sinnvoll ist,
tatsächlich alle Gruppen, Organisationen und Strömungen zusammenzubringen und
das Experiment einer offenen und konstruktiven Zusammenarbeit zu wagen.

Die vor uns liegenden 16 Monate bis zum Gipfel werden wir für die Vorbereitung
und Mobilisierung dringend brauchen. Es ist jetzt an der Zeit damit anzufangen!

Interventionistische Linke, Januar 2006

Infos: www.g8-2007.de,
Kontakt: info at g8-2007.de

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Newsletter mit Nachrichten über Mobilisierungen, 
Debatten und Repression im Zusammenhang mit 
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Die AutorInnen der Beiträge, so sie nicht von uns 
verfasst sind, sind mit eckigen Klammern versehen.
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Donnerstag
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Freitag
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Samstag
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Ziel von MUND (medienunabhängiger Nachrichtendienst) ist die
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Der MUND wird von einzelnen TagesredakteurInnen zusammengestellt.
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Die bisherigen Ausgaben sind unter http://www.no-racism.net/MUND
archiviert.

Terminankündigungen bitte nach folgender Vorlage:
* Wann: Sonntag, 11.11.2001, 11:11 Uhr *
* Was: Maskenball: Motto "Schwarzblau ist die Haselnuss" *
* Wo: Villa Morgenrot, Grüner Anger 42, 2001 Wendendorf *
* Kommentar: Anreise per Anhalter. Maskenzwang. Ende nie.
Aber kurz und prägnant.*

Die Rubrik "Redaktionelles" am Ende der Ausgabe ist u.a. eine
Konsequenz aus der Notwendigkeit, sexistische, antisemitische und
rassistische Beiträge nicht zu veröffentlichen, ohne jedoch
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REDAKTIONELLES:

Diese Ausgabe hat Angela Mores aus Einsendungen an
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1 Beitrag nicht WR, Doubletten; 1 Beitrag zurückgestellt

Redaktionsschluss für diese Ausgabe: Do, 21.30 Uhr


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