widerst@nd mund: Mittwoch, 18. Januar 2005
MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst
analle at no-racism.net
Mit Jan 18 07:20:40 CET 2006
widerst at nd MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst
Medieninhaberinnen & Medieninhaber seid Ihr
www.no-racism.net/mund
Mittwoch, 18. Januar 2006
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A) INHALT
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01 Gegen den Ausverkauf der Post - PROTESTMARSCH a
Von: Österr. Solidaritätskomitee <oesk at aon.at>
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02 Post-Beschäftigte unterstützen! Donnerstag Kundgebung in Wien
Von: Sozialistische LinksPartei <slp at slp.at>
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Bravo, Sascha!
Von: akin <akin.buero at gmx.at>
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03 ACUS zur Postprivatisierung
Von: Alois Reisenbichler - Stadtteilzentrum Simmering
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ANKÜNDIGUNGEN UND TERMINE
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04 literarische action
Von: el awadalla <el at awadalla.at>
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05 Initiativen: Aktionseinheit gegen FPOe-Volksbegehren
Von: akin <akin.buero at gmx.at>
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06 Sichtbar und laut. Lesbischer Aktivismus gegen Homophobie >
Radio Stimme - 19.1.
Von: Radio Stimme <radio.stimme_news at initiative.minderheiten.at>
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07 Befreiung von Auschwitz
Von: Go Dogma <godogma at kpoe.at>
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MELDUNGEN UND MEINUNGEN
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08 GLB/Regionalverkehr/Finanzierung/Gesetz
Von: Gewerkschaftlicher Linksblock <glb at aon.at>
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09 Kanafani Newsletter 2006
Von: Kulturverein Kanafani <kulturverein at kanafani.at>
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10 Skandal im Sperrbezirk
Von: akin <akin.buero at gmx.at>
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11 Zum Vergessen
Von: akin <akin.buero at gmx.at>
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12 EU/BRD/Deregulierung: Bolkestein zur See -
Das "Port Package" der EU-Kommission
Von: akin <akin.buero at gmx.at>
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13 Verkehr(t)/Kampagne: Nahverkehr aufs Abstellgleis
Von: akin <akin.buero at gmx.at>
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14 Wildner Music News Jänner 2006
Von: Günther Wildner <wildner at wildnermusic.com>
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INTERNATIONALE SOLIDARITÄT
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15 “FGM is killing a woman”, Vier Interviews über
Weibliche Genitalverstümmelung
Von: wadi wien
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16 update 5! -Alassane-campaign english/deutsch
Von: The VOICE Refugee Forum <thevoiceforum at emdash.org>
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17 HASANKEYF STATEMENT - URGENT
Von: wadi wien <wadi.wien at gmx.at>
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B) TEXTE
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01 Gegen den Ausverkauf der Post - PROTESTMARSCH a
Von: Österr. Solidaritätskomitee <oesk at aon.at>
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Liebe Kolleginnen und Kollegen!
Unterstützt die Postbeschäftigten bei ihren Protesmaßnahmen gegen den geplanten Ausverkauf der Post. Verbreitet den Aufruf und kommt zum Protestmarsch, der von der Post-Zentrale zum Finanzministerium führt.
Gegen den Ausverkauf der Post
PROTESTMARSCH am 19. Jänner 2006 16.00 Uhr
Solidarität mit den Postbeschäftigten ist im Interesse aller ÖsterreicherInnen!
Es ist nicht wahr, dass der Börsegang der Post allen etwas bringt, wie dies ÖVP/BZÖ/FPÖ behaupten. Schon bis jetzt wurden als Vorleistungen in den letzen 4 Jahren über 1.000 Postämter geschlossen, die Mitarbeiterzahl wurde in den lezten 5 Jahren um 9.000 Beschäftige abgebaut und bis 2007 sollen es nochmals 3.500 weniger werden, sodass dann die Post seit statt 35.000 Beschäftige im Jahr 1999 nur mehr 23.000 im Jahr 2007 haben soll.
Dazu kommt, dass insbesondere die ländliche Versorgung immer ausgedünnt wird, Kunden kilometerlange Strecken zum nächsten Postamt privat zurücklegen müssen. Briefport, Pakete, Posfächer wurden - zum Teil exorbitant - verteuer, Briefenleerungen finden selbst in der Stadt nur mehr 1 x täglich statt und die Post-Geschäftsführung rühmt sich selbst, dass in der Stadt niemand weiter als 1.000 Meter, sprich einen Kilometer zum nächsten Briefkasten hat, was besonders für ältere Menschen katastrophal ist.
Im Gegenzug stiegen die Gewinne der Post, die an den Finanzministser abgeführt wurden und werden. Von 2001 bis 2003 wurden in Summe 121,1 Millionen Euro an Gewinn ausgewiesen und insgesamt 101,6 Millionen Euro an Dividende ausbezahlt. Die Post ist also Cash-Cow für Budget und "Nulldefizit".
Bei der jezt geplanten Privatisierung soll das Geld auch nicht der Post, sondern dem Finanzminister zufließen, der der das Geld dann für die "Forschungsförderung", auf deutsch wieder für private, v.a. ausländische Großkonzerne verwenden will.
Und von wegen geplanter "Volksaktie": schon beim Börsegang der Telekom hat sich gezeigt, dass 95 % der Aktionäre Großanlänger (Banken, Fonds, Versicherungen usw.) waren und nur eine verschwindende Zahl Kleinanktionäre, weil weder die normale Bevölkerung, noch die Postbeschäftigten soviel Geld verdienen, dass sie sich Aktien leisten können.
Wir unterstützen alle Kampfmaßnahmen der Postgewerkschaft - sie sind berechtigt und nötig, sonst gibt es in kurzer Zeit keine Österr. Post mehr, mit allen negativen Folgen. Der Börsegang der Post ist zu keiner Zeit - weder heute noch 2007 oder 2008 sinnvoll, wie dies SPÖ, Grüne oder Gerwerkschafts-Spitzen meinen. Weitere Postamtsschließungen, Beschäftigtenabbau und weniger Dienstleistungen bzw. zu teureren Preisen für die einfachen Kunden werden nämlich die Folge sein.
Bleibt die Regierung bei ihrem Vorhaben, ist ein Streik unumgänglich. Das Nichthandeln der Postgewerkschaftsspitze bei den Postamtsschließungen darf sich nicht wiederholen. Dabei sollten vor allem die Großkunden und die Wirtschaft bestreikt, und die Auswirkungen auf die Millionen von einfachen Kunden gering gehalten werden, um sie als Verbündete zu erhalten. Es darf nicht ablaufen wie beim ÖBB-Streik 2003, dass die Güterbeförderung vom Streik zum Teil ausgenommen wurde.
Die Post als wichtiger Dienstleister im Interesse der Bevölkerung darf nicht für die Börse, also den Gewinnspekulanten, geopfert werden!
Solidarität ist unsere Stärke - Widerstand unsere Chance!
Österreichisches Solidaritätskomitee
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02 Post-Beschäftigte unterstützen! Donnerstag Kundgebung in Wien
Von: Sozialistische LinksPartei <slp at slp.at>
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Die Sozialistische LinksPartei (SLP) unterstützt Protestmassnahmen der
Post-Beschäftigten. Doch mehr wäre nötig; ein Streik gegen den Börsegang
gerechtfertigt. Wir rufen alle auf, die Donnerstag nachmittags Zeit haben,
den Protestmarsch der PostlerInnen in Wien zu unterstützen und teilzunehmen:
Donnerstag, 19. Jänner 2006
16.00 Uhr
Treffpunkt ist Dominikanerbastei 11 im 1. Bezirk, Wien
Im Folgenden das Flugblatt der "Plattform für kämpfersiche und demokratische
Gewerkschaften", das in so vielen Postämtern wie möglich an die betroffenen
KollegInnen verteilt werden soll:
(Das Flugblatt wird auch auf der Homepage www.slp.at einzusehen sein.)
Solidarität mit der Post-Belegschaft!
Streik gegen Börsegang mehr als gerechtfertigt!
Schüssel & Grasser wollen 49% der Post an der Börse verkaufen. Angeblich
“bringt das allen was".
Doch internationale Beispiele beweisen, Privatisierung bedeutet immer:
* höheren Druck auf die Belegschaft und
* schlechteres und teureres Service für die Kundschaft.
Privatisierung bedeutet Arbeitsplatzabbau
Am Beispiel der deutschen Post, die schon vor Jahren an der Börse verkauft
wurde, kann man deutlich sehen, was "Arbeitsplatzgarantien" wert sind.
Nichts. Zehntausende Stellen wurden seit dem Börsengang abgebaut. Auch wenn
die Regierung jetzt das "schwarz-orange" vom Himmel verspricht, sie hat
bereits schwere Angriffe auf die Post und die Belegschaft gefahren.
Postamtsschließungen und Personalabbau der letzten Jahre, waren dazu da, die
Post attraktiv für Anleger zu machen. Dieser Trend soll durch den Börsegang
gestoppt werden. Das glaubt ja nicht
einmal der Finanzminister. Die einzigen, die von Privatisierung und
Liberalisierung profitieren, sind die Aktionäre, die fette Dividenden
kassieren.
Aber es wird ja eine Mitarbeiter-Beteiligung geben, antworten die
neoliberalen Wunderwuzzis. Was sie nicht dazusagen ist, wie sich jemand von
einem durchschnittlichen Zusteller-Gehalt, Aktien leisten können soll.
Es gibt keinen günstigen Zeitpunkt für einen Post-Börsegang
Die Regierung ist sowieso begeistert von ihren Privatisierungsplänen, doch
was sagen Gewerkschaftsspitze und SPÖ zu diesem Thema? Im Wesentlichen
kritisieren Gusenbauer, Verzetnitsch, und Postgewerkschafter Fritz vor allem
den Zeitpunkt und die Umstände des Verkaufs. Sie wollen zuwarten, bis die
EU-Liberalisierung des Postwesens abgeschlossen ist. Warum zuwarten? Sowohl
der Verkauf der Post als auch die geplanten (und die bereits durchgesetzten)
Liberalisierungsschritte im Postwesen richten sich klar gegen die
Belegschaften und die
Konsumenten. Es profitieren Geschäftemacher und Spekulanten. Anstatt gegen
die Liberalisierung zu mobilisieren, will die Gewerkschaftsspitze diese
abwarten. Es scheint als hätte sich die Gewerkschaftsspitze mit dem
"Siegeszug des Neoliberalismus" bereits abgefunden.
Ist das vielleicht auch der Grund, warum bislang so wenig gegen die
permanenten Verschlechterungen für die Postbelegschaft unternommen wurde?
Die Belegschaft hat im Herbst mit über 90% für Streiks plädiert, in Linz kam
es letzte Woche bereits zu einer spontanen
Arbeitsniederlegung und Protestversammlung. Worauf warten die Herren Fritz
und Wiedner noch?
Nur Streik kann Ausverkauf stoppen Dass man der Regierung nicht trauen kann,
haben die KollegInnen bei den ÖBB leidvoll erfahren. Aus dem Streik bei den
ÖBB kann die Belegschaft der Post viel lernen. Das wichtigste: Auch wenn die
Medien behaupten, dass die Bevölkerung kein Verständnis für die Streiks
hätte, berichten die ÖBB-KollegInnen von gegenteiligen Erfahrungen an den
Bahnhöfen. Die Post hat Millionen KundInnen, die ein Interesse an einer
guten und preiswerten Versorgung haben. Mit einem Streik, der sich mit
Flugblattaktionen und Kundgebungen direkt an diese Menschen wendet, kann es
gelingen, Solidarität aufzubauen und so auch den zögerlichen ÖGB unter Druck
zu setzen. Der ÖBB-Streik lehrt aber auch, dass demokratische Entscheidungen
bei Kampfmaßnahmen notwendig sind, da sonst die Gewerkschaftsführung von
oben herab, auch gegen
den Willen der Belegschaft den Streik einfach abdrehen kann, auch wenn das
Ergebnis nicht passt (wie bei den ÖBB im November 2003). Ein konsequenter
Streik heute ist auch die beste Versicherung, dass das Thema nicht nach der
Wahl - dann möglicherweise von einem Kanzler
Gusenbauer - wieder auf's Tablett kommt.
Die Plattform für kämpferische & demokratische Gewerkschaften schlägt den
KollegInnen bei der Post daher vor:
1. Die Gewerkschaftsspitze durch Dienststellenversammlungen,
Protestresolutionen, Anrufe in der
Gewerkschaftszentrale, E-Mails an Gewerkschaftsvertreter, usw. unter Druck
zu setzen, eine
PersonalvertreterInnen-Konferenz einzuberufen. Diese Konferenz soll über
Ziele, Art und Dauer von
Kampfmaßnahmen beraten und beschließen. Bei Vorliegen von Angeboten seitens
der Regierung soll ebenso eine PersonalvertreterInnenkonferenz darüber
beraten und beschließen, ob der Streik weiter geführt werden oder das
Angebot angenommen werden soll.
2. Die Bildung von Aktionsgruppen an jeder Dienststelle, die einen Streik
und die Vorbereitungen dafür organisieren und nach außen tragen können.
3. Ein Streikziel zu formulieren, wie zum Beispiel den Stopp der
Privatisierung
Mach mit bei der Plattform!
In der branchen- und fraktionsübergreifenden "Plattform für kämpferische und
demokratische Gewerkschaften" arbeiten Gewerkschaftsmitglieder,
BetriebsrätInnen und PersonalvertreteInnen gemeinsam für einen kämpferischen
Kurswechsel der Gewerkschaften.
Wir wollen die Angriffe der Regierung gemeinsam abwehren. Das heißt für uns,
bei eventuellen Streikvorbereitungen in Betrieben und Dienststellen
mitzuhelfen. Und es heißt vor allem, eine möglichst starke
Solidaritätsbewegung mit der Post-Belegschaft aufzubauen. Wir sind in
Oberösterreich, Salzburg und Wien aktiv. Wenn Sie/ Du mitmachen oder Kontakt
zu uns aufnehmen möchten/möchtest: Telefon: 01/524 63 10
Internet: http://www.labournetaustria.at/plagew17.htm
Mail: labournetaustria at utanet.at
_______________________________________________
slp-info at slp.at - Info-Mailliste der SLP
Mails abbestellen/Einstellungen ändern:
http://slp.at/mailman/listinfo/slp-info
Für weitere Infos: http://www.slp.at
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Widerstand mailing list
Widerstand at no-racism.net
http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/widerstand
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Bravo, Sascha!
Von: akin <akin.buero at gmx.at>
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akin-Pressedienst.
Aussendungszeitpunkt: Dienstag, 17. Jaenner 2006; 15:28
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Post/Privatisierung/Glosse:
> Bravo, Sascha!
Alexander van der Bellen kann es nicht lassen, seine voellige Unbelecktheit
in Fragen sozialer Belange zur Schau zu stellen. Wenn uns Herr Grasser
erklaert, dass es doch so toll sein wird, wenn sich jeder ein Stueckerl von
der Post kaufen kann und wir ein Volk von Postaktionaeren werden, die alle
gemeinsam die Bediensteten der Post ausbeuten duerfen, so darf man sich bei
einem Eigentuemervertreter und Kapitalismuslobbyisten nicht darueber
wundern -- jede andere Aussage waere voellig unverstaendlich. Aber auch der
Chef jener Oppositionspartei, die leider immer noch als links verschrien
ist, erklaert uns, dass er prinzipiell eigentlich nicht gegen eine
Privatisierung ist, sondern sie nur ein bisserl anders gestaltet haette --
das ist nicht gar so verstaendlich.
Der APA sagte er, dass auch eine Vollprivatisierung fuer ihn in Frage kaeme:
"So lange gewaehrleistet ist, dass die Briefzustellung im Dienste der
Kunden -- vor allem am Land -- erfolgt, ist mir sekundaer, ob der Staat mit
Mehrheit oder Minderheit oder auf laengere Sicht ueberhaupt nicht beteiligt
ist." Einmal abgesehen davon, dass ihm vielleicht schon mal haette auffallen
koennen, dass seit dem sukzessiven Rueckzug des Staates aus der
Postverantwortung die Versorgung immer schleissiger geworden ist, weil
nunmal ein preisguenstiger und zugleich infrastrukurell sinnvoller Betrieb
nicht kostendeckend funktionieren kann, zeigt dieses Statement vor allem,
wie egal ihm die Situation der Bediensteten ist.
Van der Bellen sieht nicht, wie gross die Postwagerln mittlerweile geworden
sind, die die einzelnen Zusteller vor sich herschieben. Er sieht auch nicht,
wie gross die Rayone der einzelnen Zusteller mittlerweile geworden sind.
Nein, er wirft dieser handzahmen Postgewerkschaft vor, die seit Jahren
verabsaeumt hat, ihre Mitglieder zu mobilisieren, dass sie das Unternehmen
als "Selbstbedienungsladen" sehe.
Und der Rest seiner Partei schweigt zu solchen Aeusserungen -- wie wird das
erst, wenn die in der Regierung sind?
*Bernhard Redl*
*
Der APA-Bericht ist auf dem Gruenen-Server nachzulesen:
http://www.gruene.at/verkehr/artikel/lesen/4478/1323/
Eine Petition zum Behalt der Post im staatlichen Eigentum und nach Sicherung
einer hochwertigen flaechendeckenden Versorgung mit Postdienstleistungen ist
downloadbar unter: http://www.werkstatt.or.at/Diverses/PetitionPostListe.pdf
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03 ACUS zur Postprivatisierung
Von: Alois Reisenbichler - Stadtteilzentrum Simmering <verin.stadtteilz.simmering at chello.at>
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ACUS GEGEN DIE PRIVATISIERUNG DER POST
Die Arbeitsgemeinschaft Christentum und
Sozialdemokratie (ACUS) spricht sich grundsätzlich
gegen die Privatisierung der Post aus.
"Alle Bereiche, die dem öffentlichen Interesse dienen,
gehören nicht in die Hände von PrivatunternehmerInnen,
deren Ziel der Profit ist und wo nicht der Mensch im Mittel-
punkt steht", sagt der Bundesvorsitzende der
Arbeitsgemeinschaft Christentum und Sozialdemokratie
(ACUS) Richard Schadauer.
"Wir haben in Österreich schon zu viel privatisiert",
meint der ACUS-Bundesvorsitzende Schadauer,
"Bereiche wie Post, Telefon, Bahn, Krankenhäuser
und Schulen haben sich in ihren Aufgaben an den
Interessen aller Bürgerinnen und Bürger zu orientieren
und nicht an den Gewinnvorstellungen einer kleinen
Minderheit, nämlich jener der AktionärInnen."
"In diesem Zusammenhang muss die Rolle der Welt-
handelsorganisation (WTO) und auch der Europäischen
Union, die im Interesse der Multinationalen Konzerne
die Zerstörung der öffentlichen Wirtschaft verantreiben,
kritisiert werden", schloss der Bundesvorsitzende der
Arbeitsgemeinschaft Christentum und Sozialdemokratie
(ACUS) Richard Schadauer.
Informationen:
Richard Schadauer, Tel. 01 789 24 58
Alois Reisenbichler, Tel. 0664 39 51 809
Alois Reisenbichler
1110 Wien, Schneidergasse 15/9, Telefon (043-664) 39 51 809
E-Mail: stadtteilzentrum at simmeringonline.at, Alois.Reisenbichler at reflex.at
Homepage in Arbeit: www.reisenbichler.at.tf
Lieblingshomepage: www.hiroshima.at
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ANKÜNDIGUNGEN UND TERMINE
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04 literarische action
Von: el awadalla <el at awadalla.at>
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WIEN
Di. 17. 1. 2006, 15.00 Uhr
Lesung mit El Awadalla für den Park, für den Spielplatz und gegen die
"Volks"garage im Bacherpark.
ORT: 1050, Bacherpark
***
Sa. 28.1. 2006, 19.00 Uhr
Morgenschtean U11 - Präsentation + Lesung
und Vorstellung des Morgenschtean U12 "s Ländle Spä:schl"
mit Morgenschtean-AutorInnen aus Wien, NÖ, Stmk ...
und Spä:schl GästInnen aus Vorarlberg!
ORT: "Tschocherl", Wien 15, Wurmsergasse 42
***
Do. 23. 2. 2006, 17.00 Uhr
Sechs Jahre Widerstandslesungen gegen die schwarzblaurange Regierung.
Ein Grund zum Feiern? ja, weil in dieser Zeit weit über 400
Widerständige gelesen, gesungen haben oder sonst irgendwie lautstark
gegen Schwarzblau aufgetreten sind - und weil wir immer noch da sind,
bis sie gehen.
Zum 329. Mal gibt es kluge Texte gegen dummes Regieren,
öffentliches Lesen gegen Privatisierungspolitik, blaue Wuchteln etc. Und
immer noch geht es gegen die Regierungsbeteiligung der Haider-FPÖ, unter
welchem Namen auch immer sie gerade auftritt.
Bis dahin finden natürlich jeden Donnerstag um 17.00 Uhr
Widerstandslesungen statt.
ORT: 1010 Wien, Ballhausplatz
***
DORNBIRN
am Do. 2.2. 2006, 20.00 Uhr
U12 - Morgenschtean-"Ländle Spä:schl"
Präsentationslesung von und mit den Morgenschtean-AutorInnen aus
Vorarlberg und Spä:schl-Gästin El Awadalla aus Wien.
ORT: Funkhaus Dornbirn, Publikumsstudio
***
Und weil sich einige den Link zu den Büchern gewünscht haben:
http://www.awadalla.at/content/literatur-pubs.html
--
widerstandslesung jeden donnerstag 17 bis 19 uhr
1010 wien, ballhausplatz 1a.
http://www.awadalla.at/
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05 Initiativen: Aktionseinheit gegen FPOe-Volksbegehren
Von: akin <akin.buero at gmx.at>
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akin-Pressedienst.
Aussendungszeitpunkt: Dienstag, 17. Jaenner 2006; 14:53
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Initiativen:
> Aktionseinheit gegen FPOe-Volksbegehren
Die Strache-FPOe veranstaltet vom 6.-13. Maerz ein Volksbegehren unter dem
Titel "Oesterreich bleibt frei". Dieses richtet sich zwar aus populistischen
Gruenden auch gegen die EU-Verfassung und gegen ein Ende der Neutralitaet,
im Zentrum steht jedoch die Ablehnung des EU-Beitritts der Tuerkei.
Angesichts der Erfahrungen des Wahlkampfes der Wiener FPOe gehen wir davon
aus, dass Strache & Co. dieses Volksbegehren zu einer massiven rassistischen
Hetzkampagne gegen ImmigrantInnen tuerkischer Herkunft benuetzen wird.
Unabhaengig davon, welche Position die einzelnen fortschrittlichen
Organisationen zur Frage eines EU-Beitritts der Tuerkei beziehen, stimmen
wir sicherlich alle in unserer massiven Ablehnung des FPOe-Volksbegehrens
ueberein.
Wir werden eine umfangreiche anti-rassistische Kampagne gegen das
FPOe-Volksbegehren organisieren und gehen davon aus, dass andere
Organisationen ebenfalls Aktionen planen, und schlagen daher ein
Koordinationstreffen vor, bei dem – neben einer eventuellen Koordination
sonstiger Aktivitaeten – vor allem eine breite, gemeinsame antirassistische
Demonstration kurz vor Beginn des FPOe-Volksbegehrens besprochen werden
soll. Im konkreten schlagen wir eine Demonstration am Samstag, den 4. Maerz,
vor.
Zu diesem Zweck gibt es am Freitag, 27. Jaenner, 18.00 (Amerlinghaus, Raum
4) ein Aktionseinheitstreffen, zu dem wir alle interessierte Organisationen
einladen.
Wir wuerden es begruessen, wenn Organisationen und Initiativen schon vorab
ihre Bereitschaft zur Teilnahme an einer solchen Kampagne bekannt geben
koennten, damit wir fuer das Treffen entsprechende Vorschlaege fuer Aktionen
vorbereiten koennen.
*ArbeiterInnenstandpunkt (gek.)*
Infos: ast-lfi at utanet.at, Tel.: 0650/406 83 14
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06 Sichtbar und laut. Lesbischer Aktivismus gegen Homophobie > Radio Stimme - 19.1.
Von: Radio Stimme <radio.stimme_news at initiative.minderheiten.at>
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RADIO STIMME - DIE SENDUNG DER INITIATIVE MINDERHEITEN
Donnerstag, 19. Jänner 2006
13.00 Uhr, Orange 94.0 / Wien
Sichtbar und laut
Lesbischer Aktivismus gegen Homophobie
Anfang Dezember letzten Jahres fand eine Veranstaltung
zum Thema „Internationaler lesbischer Aktivismus gegen
Homophobie“ statt.
Über Strategien gegen Diskriminierung berichtete
Ulrike Lunacek, Jelena Djordjevic beschrieb die
Situation von Lesben in Serbien.
Welche Wege des Widerstandes sind in einem Klima der
Unterdrückung möglich? Wie gestaltet sich die Präsenz
von Lesben innerhalb der Frauenbewegung? Und welche
Auswirkungen hat Angst auf die Entwicklung von
lesbischem Aktivismus?
Dies sind Fragen, die die Rednerinnen zu beantworten versuchten.
Radio Stimme bringt Ausschnitte ihrer Schilderungen.
Weitere Sendungsthemen:
- Wenn Arbeit verboten wird – Aspekte illegaler Beschäftigung
- Im Gespräch: Heinz Patzelt(ai-Österreich)über die Notwendigkeit einer neuen
EU-Menschenrechtspolitik
Diese Sendung wird weiters ausgestrahlt auf:
FREIRAD (Innsbruck) Do, 26. Jänner, 12.00 Uhr
Radio AGORA (Kärnten) Do, 26. Jänner, 19.00 Uhr
Radio HELSINKI (Graz) Sa, 28. Jänner, 19.00 Uhr
Radio FRO (Linz) So, 05. Februar,11.00 Uhr
******
-> Neu: Radio Stimme jetzt auch in Kärnten.
Seit Jahresbeginn wird Radio Stimme nun auch in Kärnten auf Radio AGORA
ausgestrahlt. Sendezeit ist Donnerstag, 19.00 Uhr - http://www.agora.at
******
-> Sendung verpaßt? Das Internet-Archiv.
Diese und alle anderen Ausgaben von Radio Stimme sind in unserem digitalen
Sendungsarchiv jederzeit als Download und Stream abrufbar:
http://www.initiative.minderheiten.at/Radio
******
-> Sendung über's Internet hören.
Die Sendungen sind über den Internet-Livestream der Radiosender zur jeweils
angegebenen Sendezeit auch über das Internet zu hören.
Orange 94.0: http://streamintern.orange.or.at/live3.m3u
FREIRAD: http://www.freirad.at/live.m3u
Radio FRO: http://www.fro.at/livestream.php
HELSINKI: http://www.helsinki.at/live-stream.php
******
-> aus der Mailinglist austragen?
leeres Mail bitte an radio.stimme_news-unsubscribe at initiative.minderheiten.at
******
--
Radio Stimme – Die Sendung der Initiative Minderheiten
Das politische Magazin zu den Themen Minderheiten - Mehrheiten -
Machtverhältnisse
on air:
Wien - Do, 13.00 Uhr - Orange 94.0 - http://www.orange.or.at
Innsbruck - Do, 12.00 Uhr - FREIRAD - http://www.freirad.at
Kaernten - Do, 19.00 Uhr - Radio AGORA - http://www.agora.at
Linz - So, 11.00 Uhr - Radio FRO - http://www.fro.at
Graz - Mo, 08.00 Uhr - Radio Helsinki - http://www.helsinki.at
on line:
weltweit - jederzeit - http://www.initiative.minderheiten.at
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07 Befreiung von Auschwitz
Von: Go Dogma <godogma at kpoe.at>
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KUNDGEBUNG ZUR BEFREIUNG VON AUSCHWITZ
Am Freitag 27. Jänner um 18 Uhr hält die Go Dogma beim
Antifaschistischen Denkmal am Albertinaplatz eine Kundgebung zur
Befreiung von Ausschwitz ab.
Wir laden euch herzlich ein, euch uns anzuschließen sowie am Abend um 20
Uhr „Sobibor, 14. Oktober 1943, 16.00“ von Claude Lanzmann im Café
7Stern zu schauen. Freier Eintritt, Spende.
Unseren Aufruftext zur Kundgebung könnt ihr hier lesen:
http://god.kpoe.at/news/article.php?story=20060112113933898
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MELDUNGEN UND MEINUNGEN
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08 GLB/Regionalverkehr/Finanzierung/Gesetz
Von: Gewerkschaftlicher Linksblock <glb at aon.at>
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Pressedienst des Gewerkschaftlichen Linksblocks (GLB), Hugogasse 8, A-1110 Wien - Telefon +43 1 718 26 23-0 - Fax +43 1 718 26 23-30
- Mail glb at aon.at – Web www.glb.at – Ausgabe vom 17. Januar 2006
Bund will aus Finanzierung des Regionalverkehrs flüchten
Attacken auf EisenbahnerInnen als Verschleierung
Das erklärte Ziel des von der Regierung vorgelegten Gesetzentwurfes über den Öffentlichen Personennah- und Regionalverkehr (ÖPNRV-G)
ist die Flucht des Bundes aus der Finanzierung dieses wichtigen Bereichs der Verkehrspolitik, kritisiert die Fraktion
Gewerkschaftlicher Linksblock im ÖGB (GLB).
Nachdem die Plan, den gesamten Nahverkehr an die Länder zu übertragen vorerst gescheitert ist, beginnt die Regierung mit dem ersten
Schritt, mit dem 80 von 1.100 Millionen Euro zur Finanzierung den Ländern übertragen werden: „Es ist absehbar, dass mit Verweis auf
mehr Effizienz und Budgetnöte dann weitere Schritte folgen“, befürchtet Ernst Wieser, Bundessekretär des GLB in der Gewerkschaft der
Eisenbahner.
Die Attacken von Staatssekretär Helmut Kukacka auf die EisenbahnerInnen und der Vorwurf der „Reformverweigerung“ dienen
offensichtlich zur Verschleierung des Vorhabens der Regierung. Politisch pervers ist dabei, wenn ausgerechnet der durch Politbezug
und Pensionsanspruch hochprivilegierte ÖVP-Politiker Kukacka den EisenbahnerInnen eine „Vollkasko-Mentalität“ vorwirft.
„Der von Kukacka beklagte rückläufige Nutzungstrend im Regionalverkehr ist einer seit Jahren verfehlten Verkehrspolitik geschuldet,
die EU-konform strikt einer wirklichen Kostenwahrheit verweigert und unter dem Stichwort einer schrankenlosen Mobilität der Straße
absoluten Vorrang vor der Schiene gibt“, so Wieser.
Der Bund macht jetzt mit dem Vorwand einer „Mittelverschwendung“ Druck auf den Regionalverkehr und will Länder und Gemeinden in die
Pflicht nehmen. Diese haben jedoch durch die Auflagen des EU- sowie des österreichischen Stabilitätspaktes einen immer engeren
finanziellen Spielraum. Im Ergebnis wird der Regionalverkehr verschlechtert und werden noch mehr Menschen zum Autoverkehr getrieben.
„Als Folge eines Rückzugs des Bundes aus der Finanzierung drohen Tariferhöhungen und eine Reduktion der Angebote. Vor allem aber
steigt der Druck auf das Personal der ÖBB wie auch anderer Verkehrsunternehmen enorm, indem versucht wird durch
Arbeitsplatzvernichtung, Outsourcing und Lohndumping den EU-Richtlinien gerecht zu werden“, so Wieser abschließend.
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09 Kanafani Newsletter 2006
Von: Kulturverein Kanafani <kulturverein at kanafani.at>
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UND es gibt uns NOCH!
Liebe Freundinnen und Freunde,
Wir hoffen, Ihr habt alle die Feiertage angenehm und gut verbracht. Der
Kulturverein Kanafani macht auch 2006 weiter, trotz großer finanzieller
Schwierigkeiten. Und nach wie vor gibt es ein- bis zweimal im Monat
unseren elektronischen Newsletter mit Veranstaltungshinweisen und mehr.
Wer keine weiteren Mails mehr erhalten möchte: einfach Mail retournieren
mit "unsubscribe" im Betreff. Wer uns spenden möchte: You are welcome!
50363873101, BLZ 12000, BA-CA
Wir freuen uns, euch bei der einen oder anderen Gelegenheit
wiederzusehen.
Eure Kanafanis
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1) 18.1.: Ausstellung "Wege nach Ravensbrück"
2) 20.1.: Buch- und CD-Präsentation "Himmelstochter"
3) 21.1.: Kanafani - Frauentanzfest
4) 26.1.: Filmabend in der Sense: Dogville
5) 28.1.: OPERATION SPRING. Lesung, Kurzreferate & Diskussion
6) 1.2.: Vortrag Amir Zaidan: Wunderverständnis im Islam
7) Der letzte Operation Spring-Prozess.
Anmerkungen eines Gerichtskiebitz.
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1)
Wege nach Ravensbrück. Eine Ausstellung weiter denken
Neubearbeitung im aktuellen Kontext des „Vermächtnisses“
18.1. bis 17.2.2006 in der Galerie der IG Bildende Kunst in Wien
Projektgruppe: Katrin Auer, Daniela Gahleitner, Sylvia Köchl und Christa
Putz
Im November 1999 wurde die Ausstellung “Wege nach Ravensbrück.
Erinnerungen von österreichischen Überlebenden des
Frauenkonzentrationslagers” in Wien eröffnet. Die Ausstellung wanderte
bis März 2003 durch Österreich und wurde danach demontiert und verstaut.
Für Jänner 2006 ergab sich nun die Möglichkeit, die Ausstellung in der
Galerie der IG Bildende Kunst in Wien noch einmal in einer
Neubearbeitung zu zeigen. Im Mittelpunkt stehen dabei Lebensgeschichten
von Überlebenden und im KZ Ermordeten, ergänzt um die Geschichte der
Ausstellung selbst und offenen Fragen nach dem Umgang mit einem
Vermächtnis, das die Lagergemeinschaft Ravensbrück aktuell an Frauen der
nächsten Generationen übergeben hat.
Die “alte” Ausstellung beschäftigte sich mit den Biografien von neun
Frauen, die in das nationalsozialistische Frauen-KZ deportiert wurden,
überlebten und von denen acht Ende der 1990er Jahre im Rahmen eines
Forschungsprojekts interviewt und gefilmt worden waren. Aus
unterschiedlichsten Gründen, als Jüdin, Kommunistin, Lesbe, Kärntner
Slowenin, Romni, Sintezza, Zeugin Jehovas, Partisanin oder Geliebte
eines polnischen Zwangsarbeitern, wurde Ravensbrück, die “Hölle der
Frauen”, zur einzigen Gemeinsamkeit in ihrem Leben. Nach der Befreiung
sahen sie sich durchgängig mit Ignoranz konfrontiert, mit einem
lähmenden und verletzenden Schweigegebot, viele sogar mit fortgesetzter
Diskriminierung, Ausgrenzung und Kriminalisierung. Manche wurden nie,
andere erst viel zu spät als Opfer der Nazi-Verfolgung anerkannt. Einige
wiederum setzten den antifaschistischen Kampf zum Teil bis heute fort.
Eine solche, auf Interviews und Zusammenarbeit mit Überlebenden
beruhende Arbeit wäre heute, nur 6 Jahre nach ihrer Entstehung, kaum
mehr möglich. Die Hälfte der portraitierten Frauen ist – wie viele
andere der interviewten Frauen – inzwischen verstorben. Mittlerweile hat
auch die Organisation der Überlebenden, die österreichische
Lagergemeinschaft Ravensbrück, die Leitung des Vereins an jüngere Frauen
übergeben. So ist vielfach diese kurze Zusammenarbeit auch für uns
jüngere Frauen schon Geschichte, die wir trauernd zur Kenntnis nehmen
müssen. Das Sterben der Überlebenden konfrontiert uns mit dem drohenden
Ende der erzählten Geschichte von Frauen über Widerstand und Verfolgung
im Nationalsozialismus. Gleichzeitig haben uns die Überlebenden aber
auch ein Vermächtnis übergeben, das uns beauftragt und ermächtigt,
weiter zu erinnern und auch politisch zu handeln. Diese schwierige
Situation greifen wir in der Neubearbeitung der Ausstellung auf und
stellen sie in den Kontext offener und unbeantworteter Fragen.
Wege nach Ravensbrück. Eine Ausstellung weiter denken
Ausstellungseröffnung: Mi 18.1.2006, 19h
Dauer: 19.1.-17.2.2006, Di - Fr 13.00 - 18.00
Galerie der IG Bildende Kunst
Wien, Gumpendorfer Straße 10-12
www.igbildendekunst.at
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2)
HIMMELSTOCHTER
Lesung und Musik
Präsentation des Buches "Himmelstochter" von Hülya Kandemir
& CD - Präsentation "Islam daham" des Ensembles BARD.ALLAH
Freitag 20. Januar 2006, Einlass ab 19:00, Beginn: 19:30 Uni-Campus,
Altes AKH, Spitalgasse 2-4, 1090 Wien, Hörsaalzentrum, HS C1.
Eintritt frei(e Spende).
Die ehemalige Popmusikerin Hülya Kandemir aus Deutschland stellt
erstmals in Wien ihr Buch "Himmelstochter" vor. Dazu gibt es Musik vom
Ensemble BARD.ALLAH.
"Schleierbücher" überschwemmen seit Jahren den deutschsprachigen
Buchmarkt und finden großen Absatz. Teils fiktive und teils authentische
Geschichten von Muslimas die patriarchale Gewalt erlebt haben, werden
stets darin erzählt und damit tragen diese Bücher zur Verfestigung
islamophober Vorurteile bei. Hülya Kandemir hat ebenfalls ihren
Lebensweg zu Papier gebracht, doch ihr "Schleierbuch" unterscheidet sich
stark von den üblichen Publikationen: Aufgewachsen in einer türkischen
Immigrantenfamilie in der Oberpfalz, zeigt sich schon früh Hülyas Talent
als Sängerin. Um ihren Traum zu verwirklichen, bricht sie sogar
vorzeitig die Schule ab. Schnell hat sie Erfolg mit gefühlvollen Songs
voller Intensität, die sich aus Erfahrungen in ihrem Leben in
Deutschland ebenso speisen wie aus der Musik ihrer türkischen Heimat.
Doch sie ist getrieben von einer inneren Sehnsucht und beginnt, sich
ausgiebig mit den verschiedenen Religionen zu befassen. Und eines Tages
macht Hülya den entscheidenden Schritt: Sie wendet sich vom Showgeschäft
ab hin zum Islam, der für sie die Religion der Liebe und Toleranz ist.
Fortan trägt sie ein Kopftuch und lebt als praktizierende Muslimin. Für
sie ist der Weg zum Glauben ein Weg in die Freiheit und zu innerem
Frieden. Selbstbewusst steht sie für eine neue Generation Frauen und
lebt beispielhaft den Ausgleich zwischen den Kulturen.
Hülya Kandemir-Himmelstochter, 350 Seiten, EUR (A) 19,50
ISBN 3-86612-060-5. Das Buch kann bei der Veranstaltung erworben werden.
Das noch junge Ensemble mit der neuen CD "Islam daham" im Gepäck spielt
einzigartige Sufimusik aus dem Okzident. BARD.ALLAH schlagen eine Brücke
von der orientalischen Quelle der Sufi-Traditionen hin zur Kultur des
deutschsprachigen Raumes. Ausgehend von den großen Traditionen
islamischer Andachtsmusik und Mystiker bringt das Ensemble auf
traditionellen Instrumenten und mit Musikformen aus Ost wie West Musik
für Allah/Gott. Dabei kann durchaus ungewohnte zu hören sein, wie etwa
ein Jodler in einem islamischen Lied, ein Goethegedicht als Gazel oder
ein Blues mit Ud Ney und keltischer Harfe. Gernot Galib STANFEL - Ud,
Cenk, Ney, Tanbur, Rhebab, Stimme Gertrud JANSCHA - keltische Harfe,
Stimme Hidayet KAV - Percussion, Baglama, Stimme Gerald Ilyas KLAWATSCH
- Rübab, Rhebab, Gitarre, Stimme Christian SCHOLL - Violine, Stimme
Ignatio Musa BEJAR - Saxophon, Klarinette, Querflöte, Ney
Eine Veranstaltung des Kulturvereins Kanafani.
Weitere Infos:
http://oe1.orf.at/highlights/50621.html
http://www.pendo.de/Pendo/TXTSIArtikel/3-86612-060-5
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3)
Die Frauen des Kulturvereins Kanafani laden ein zum interkulturellen
Frauentanzfest
Samstag den 21. Januar 2006
von 19:00 bis 24:00 im Barada,
Veranstaltungsort:
Barada, Robert Hammerling Gasse 1, 1150 Wien
(unmittelbar am Westbahnhof)
Eine Hafla nur für Frauen! Moderne und traditionelle Tanzmusik aus dem
Süden, d.h. Arabischer Raum (von Rai bis Dabka), Balkan, Türkei, Iran,
Indien, Pakistan, Afrika usw. Musikwünsche werden berücksichtigt, scheut
euch also nicht eure Lieblingsmusik mitzunehmen. Es erwartet euch
desweiteren: ein grosser Tanzsaal, rauch- und schuhfreie Zonen,
Raucherinnenbereich (alle Räume sind von aussen nicht einsehbar), ein
ergiebiges Gratisbuffet sowie Getränke zum Selbstkostenpreis (kein
Alkohol). Und nicht zuletzt: Eine herzliche Atmosphäre.
Unkostenbeitrag: 4,-
Wer also für ein paar Stunden alle Sorgen außen vor lassen und mit
anderen Frauen gemeinsam tanzen, plaudern, essen, Tawla spielen und
feiern möchte, ist an diesem Samstag im Barada genau an der richtigen
Adresse. Falls ihr noch weitere Fragen habt, könnt ihr uns auch
telefonisch erreichen (0699/81481699)) oder uns ein Mail
(frauen at kanafani.at) schicken.
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4)
Dogville
DK/SWE/FR/NOR/NL 2003
engl. OmdU
Donnerstag 26. Januar 2006, 19:00
Die Sense. Das Lokal zum Verein.
Sensengasse 5/3, 1090 Wien.
Eintritt frei. Getränke und Imbisse zum Selbstkostenpreis.
Anlässlich des soeben in den Kinos laufenden zweiten Teils der Trilogie
"USA - Land of Opportunities" des Regisseurs Lars von Trier MANDERLAY
zeigen wir den ersten Teil DOGVILLE in der Sense. Zur Erinnerung der
Plot: Macht korrumpiert. Auch die Bewohner von Dogville. Ihr friedliches
Dorfleben wird durch die bildhübsche Grace (Nicole Kidman), die während
der Zeit der Depression vor einer Gangsterbande in das Bergdorf
flüchtet, gehörig durcheinander gebracht. Grace wird in die Dorfgemeinde
aufgenommen – als Gegenleistung dafür hilft sie den einzelnen Bewohnern
von Dogville bei der Arbeit. Als ein Suchtrupp im Dorf nach Grace sucht
und von den Bewohnern wieder weggeschickt wird, verlangen die guten
Menschen von Dogville ein höheres Entgelt für das Risiko, einer
Flüchtigen Unterschlupf zu gewähren ...
Kanafani - Kinoempfehlung des Monats:
MANDERLAY: täglich Cine, 21:30 & täglich Top Kino, 21:00
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5) Kulturverein Kanafani lädt ein:
OPERATION SPRING
Lesung, Kurzreferate und Publikumsdiskussion
Lesung aus dem von der GEMMI herausgegebenen Buch "1000 Jahre Haft" und
Kurzreferat über die Verfahren der Operation Spring mit Schwerpunkt auf
den erst kürzlich stattgefundenen Prozess gegen Emanuel Chukwujekwu.
Gibt es einen institutionellen Rassismus in Österreich? Welche
antirassistischen Strategien sind denkbar? Was tun gegen die
Ethnisierung von Kriminalität bzw. Kriminalisierung von Minderheiten?
Darüber und über vieles mehr kann und soll diskutiert werden.
Mit
AktivistInnen der GEMMI (Gesellschaft für Menschenrechte von
Marginalisierten und MigrantInnen)
Emanuel Chukwujekwu, zuletzt Hauptangeklagter im Rahmen der Operation
Spring - Verfahren (angefragt)
RA Dr. Lennart Binder, Anwalt von Emanuel Chukwujekwu und in mehreren
anderen Verfahren der "Operation Spring"
Moderation: Karim Duarte (Journalist, wmi – World Media Insights)
AM
Samstag 28. Januar 2006.
Einlass: ab 18:00
Beginn: 19:00
Die Sense. Das Lokal zum Verein.
Sensengasse 5/3, 1090 Wien.
Eintritt frei. Getränke und Imbisse zum Selbstkostenpreis.
Informationen zum Buch:
http://www.amerlinghaus.at/main/gemmi
ausführliche Informationen zur Operation Spring: www.no-racism.net
Infos zum Prozess gegen Emanuel Chukwujekwu:
http://derstandard.at/?url=/?ressort=WienSpezial
Dokumentarfilm zum Thema:
http://www.operation-spring.com
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6)
Vortrag von Amir Zaidan
"Das Wunderverständnis im Islam"
Mittwoch 1. Feber 2006, 19:00
Die Sense. Das Lokal zum Verein.
Sensengasse 5/3, 1090 Wien.
Wir freuen uns auch 2006 die Vortragsreihe von Herrn Amir Zaidan in der
Sense fortsetzen zu können.
Zur Person: Islamologe, * in Syrien, seit 1983 in Europa, Direktor des
Islamischen Religionspädagogischen Instituts in Wien, ehemaliger Dozent
für vergleichende Religionswissenschaft an der Universität
Frankfurt/Main.
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7)
Operation Spring. Der letzte Prozess.
Ein Kommentar von Koloman Kann.
Am 29. Dezember 2005 wurde Emanuel Chukwujiekwu zu vier Jahren und neun
Monaten Haft verurteilt – damit wäre eine Wiedergutmachung der 5 Jahre,
die er in Untersuchungshaft verbringen musste, ausgeschlossen. Emanuel
Chukwujiekwu legte Berufung und Nichtigkeitsbeschwerde gegen dieses
Urteil ein.
Bei einem Freispruch hätten alle 140 Operation Spring Verfahren neu
überprüft werden müssen.
Das Problem der Sicherheitsorgane, abgehörte Aussagen zu verstehen,
auszuwerten und die Identität der Überwachten festzustellen, wurde hier
gegen einen Menschen verwendet. Dies galt sogar für die schwere
Beweisbarkeit der Tat: dem Beschuldigten wurde von der Staatsanwältin
vorgeworfen, Drogen verpackt zu haben weil man dabei schwer erwischt
werde. Selbst der Verweis Emanuel Chukwujekwus, dass die Repressalien,
denen er ausgesetzt war – darunter ein halbes Jahrzehnt
Untersuchungshaft und all die Prozesse die er führen musste – seine
Gesundheit angegriffen haben, so dass er heute immer seine Medikamente
bei sich haben muß während er früher Fußball spielen konnte – wurde ihm
von Richter Mende in der Urteilsbegründung zum Vorwurf gemacht: der
gesuchte „Francis“ sei als Fußballspieler beschrieben worden. In dieser
Logik verwundert es nicht, dass auch die selbstbewusste Feststellung
Emanuel Chukwujiekwus, er habe sich mit den Gesetzen vertraut gemacht
und sich viel angeeignet seit dem ersten Prozess gegen ihn, zum Teil der
Verurteilung wurde: daher könne er also besser Englisch sprechen als
jener abgehörte Mann – er habe sich weitergebildet und das deute darauf
hin, daß er dieser Mann sei. Eine solche Urteilsbegründung kann durchaus
als ein Statement gelesen werden: Klage uns an, daß wir dir geschadet
haben, zeige dich kompetent und selbstbewusst, und wir werden es gegen
dich verwenden.
Weder der Beklagte noch sein Verteidiger Lennart Binder ignorierten die
politische Intention des „Operation Spring“ - Prozesses: Der wahre Grund
für seine Verfolgung sei sein Protest gegen den Tod Marcus Omofumas,
sagte Emanuel Chukwujiekwu.
Rechtsanwalt Lennart Binder sagte in seinem Plädoyer, dass die Polizei
wegen dem Tod Omofumas, der Politik der FPÖ und der Nationalratswahl
1999 unter Erfolgsdruck gestanden habe und die Einführung des
Lauschangriffs gerechtfertigt werden musste. Die Ergebnisse des
Lauschangriffs – in diesem Fall Abhörprotokolle – seien nicht brauchbar
für eine Verurteilung, wie es auch ein Gutachter bestätigt hat. Die
ZeugInnenaussagen waren allesamt nicht belastend, ein Teil der ZeugInnen
kannten den Angeklagten nicht. Es seien in diesen Prozessen Beweismittel
gefälscht und Zeugen zu Falschaussagen bewegt worden.* Dass bei einer
derart wackeligen Beweislage die Anklage aufrechterhalten wurde, wo
jeder Österreicher freigesprochen worden wäre, deute auf ein
rassistisches Element hin. Dies gelte ebenso für die von der
Staatsanwältin wieder verwendete Anklageformel der „Operation Spring“ -
Prozesse: Es seien unbekannte – aber große – Mengen Drogen an Unbekannte
weitergegeben worden um sie an unbekannten Orten an Unbekannte zu
verkaufen. Binder war auch sichtlich verärgert darüber, daß die
Staatsanwältin nach über 40 Prozesstagen, am Ende der Beweisführung im
Schlussplädoyer zum ersten Mal (!) sagte, was eigentlich die strafbare
Handlung gewesen sei, die man Emanuel Chukwujiekwu vorwirft.
Auch auf den Vorwurf der Beweismittelfälschung ging der Richter in
seiner Urteilsbegründung ein. Man könne doch nicht Abhörprotokolle in
einer Sprache fälschen, für die es in Österreich keine Übersetzer gäbe.
Abgesehen davon, dass der Vorwurf sich u. A. auf Fehlübersetzungen von
Gesprächen bezog, kommt diese Begründung einer Pauschalentlastung
gleich. Denn damit wird generell ausgeschlossen, dass gerade Angehörige
von kulturellen Minderheiten mit gefälschten Überwachungsergebnissen
konfrontiert werden.
In diesem Prozeß ging es nicht zuletzt darum, ob die österreichische
Justiz fähig ist, begangenes Unrecht an einem Nigerianer einzugestehen
und wieder gut zu machen. Sie war es nicht: die Untersuchungshaft wurde
quasi gerechtfertigt obwohl vom Vorwurf, der Angeklagte sei ein
Drogendealerchef, Abstand genommen wurde.
Das ganze sollte als „einfacher“ Drogenprozess dargestellt werden, was
schon alleine darum nicht gelungen ist, weil die BeobachterInnen eine
kritische Öffentlichkeit bildeten – unter ihnen war auch der Vorsitzende
von Amnesty International. Dementsprechend wichtig war es, dass die
Verteidigung trotz Einschüchterungsversuchen auf die politische
Dimension beharrte. Anhand einer Minderheit sollen Überwachungstechniken
durchgesetzt werden und der Prozess hat tatsächlich einiges über den
Umgang mit Überwachungsinstrumentarien gezeigt: Nicht die Totalität der
Überwachung, sondern die Schwammigkeit ihrer Ergebnisse, die Unklarheit
wer was über wen gesagt haben soll, die Fälschungsmöglichkeiten bei der
Auswertung unter Zuordnung von vermeintlichen Codenamen wurden hier zum
Instrument einer Verurteilung. Das gibt zu denken, da sich die Frage
erhebt, ob mit diesen Mitteln nicht jede/r verurteilt werden könnte ein
Verbrechen an unbekanntem Ort, zu unbekannter Zeit, an unbekannten
Opfern, begangen zu haben.
Hintergründe und Berichte zu dem Prozess:
http://no-racism.net/thema/30/
http://www.afrikanet.info/
http://www.sosmitmensch.at/search?q=Operation+Spring
* Hier versuchte die Staatsanwältin den Rechtsanwalt einzuschüchtern und
vergewisserte sich lächelnd, ob auch alles mitgeschrieben werde – eine
eindeutige Anspielung auf die Verleumdungsklage die die
Staatsanwaltschaft gegen Binder eingeleitet hatte, nachdem er Mende
Befangenheit vorgeworfen hatte.
kulturverein kanafani - redaktion der.wisch
sensengasse 5/3, 1090 wien
www.kanafani.at, 00431/4092480
die welt ist unser zuhause - al alamu bajtuna
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10 Skandal im Sperrbezirk
Von: akin <akin.buero at gmx.at>
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akin-Pressedienst.
Aussendungszeitpunkt: Dienstag, 17. Jaenner 2006; 15:42
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Wien/Demokratie/Glosse
> Skandal im Sperrbezirk
Ursula Stenzel ist eine ehrenwerte Politikerin. Denn sie haelt sich an
Wahlversprechen. Dass diese Wahlversprechen nicht ganz mit dem
Verfassungsrecht zusammenpassen, ficht sie weniger an. Anlaesslich der
Anmeldung einer Informationsveranstaltung von Greenpeace zu deren laufender
Walfang-Kampagne liess die neue Wiener Innenstadt-Bezirksvorsteherin
verlauten, der erste Bezirk sei eine "Sperrzone", in der man so etwas nicht
machen koennte -- eine Forderung, die schon ihre Vorgaenger immer gerne
aufstellten, aber nie derart manifest dekretierten.
Toleranter ist da sogar die eigentlich zustaendige Wiener Polizei -- die
sagte auch eine Nichtuntersagung der Kundgebung am Stock im Eisen-Platz zu.
Doch immerhin handelt es sich um eine sehr harmlose Aktion und Greenpeace
ist eine reputierte Organisation. Wenn man bedenkt, dass die Polizei bei
Kundgebungen weniger etablierter Anmelder haeufig Schwierigkeiten macht und
die letztinstanzlich zustaendige Innenministerin eine Parteikameradin
Stenzels ist, laesst das fuer kuenftige Kundgebungsversuche im Sperrbezirk
Boeses ahnen. -br-
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11 Zum Vergessen
Von: akin <akin.buero at gmx.at>
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Medien/Glosse:
> Oesterreichische Glotze: Zum Vergessen
Hat unser ehrenwerter und vor allem christlich-sozialer Bundeskanzler
eigentlich ein Verhaeltnis? Eventuell sogar mit der Frau Lindner vom ORF?
Nur so waere es naemlich halbwegs zu erklaeren, dass im Oesterreichischen
Rundfunk weder politische Kritik noch einigermassen griffige Interviews
stattfinden. Also gut, Wolfgang Schuessel ist der Frau Schuessel natuerlich
nach wie vor treu, aber wie laesst sich die politische Apathie der
heimischen Nachrichtensendungen sonst erklaeren? Ich geniesse derzeit das
Vergnuegen, mehrere und vor allem deutsche Kanaele nach Nachrichten oder
politischen Talk-Shows durchzustoebern. Dabei offenbaren sich eklatante
Unterschiede zwischen ‘unseren’ Uebertragungen und denen der Nachbarlaender.
Was ist da im oesterreichischen Rundfunk los? Da gibt’s z.B. ein ziemlich
spannendes neues Gesetz -- spannend deshalb, weil damit vielleicht gleich
mehr als die Haelfte des Landes betroffen wird -- eine ganze Reportercrew
marschiert los, um Schuessel oder irgendeinen seiner MinisterInnen
interviewen zu duerfen. Die ‘Befragten’ beten dann die OeVP-Meinungen
runter, die Interviewer bedanken sich nach einigen artigen Fragen fuer die
allerhoechsten Auskuenfte -- und das Ding geht nach einigen Ueberpruefungen
auf Sendung. Sollte doch was Unartiges dabei gewesen sein, ist noch immer
Zeit genug, die Sendung auf oesterreichisch zu zensurieren. Sprich: der
unbotmaessige Interviewer braucht gar nicht glauben, dass er bei seiner
Hohheit, dem Interviewten, noch einmal auftauchen kann.
Was ist es, warum politische Interviews hierzulande auf derart schleimiger
Basis funktionieren? Es ist der perfekt abgestimmte systemische Charakter,
der das ganze Land durchzieht. Da agieren die politischen Fuersten, die
keinesfalls durch Widerreden belaestigt werden duerfen, dort die Interpreten
und Multiplikatoren der hohheitlichen Meinungen -- irgndwo ganz unten ein
desinteressiertes Volk, das seine Meinung hoechstens im Stammbeisel oder zu
Hause zum Schlechten gibt. Beispiele gefaellig? BK Schuessel aeussert sich
sinngemaess vor und waehrend des Ratsvorsitzes ueber die EU: ‘Alles lauft
doch blendend, unsere Wirtschaftsdaten sind hervorragend, niemand wird
ausgelagert und wenn, geschieht dies nur zum Besten Oesterreichs. Keiner
braucht sich irgendwelche Sorgen machen, die Republik bekommt viel mehr
zurueck, als sie an Bruessel ueberweist. Die OeVP und vor allem ich werden
schon darauf schauen, dass alle Aenderungen im Interesse des Volkes
liegen -- und so weiter... Dass die Gewerkschaften, die Arbeiterkammern
sowie die Oppositionsparteien das Verscherbeln der letzten Reste des noch
verbliebenen staatlich geregelten Eigentums anprangern, erscheint dann tags
darauf maximal in einem winzigen Kommentar unter dem Thema:
‘Parteireaktionen der SPOe’. Fallweise darf Van der Bellen kurz seinen
Missmut ueber die letzten Beschluesse vorschweigen, das war’s dann schon.
Die KP kommt nur mehr im deutschen Kanal NDR der ‘Neuen Laender’ vor, wo die
Bevoelkerung jeden Abend Nostalgie erleben duerfen: Der Anblick des
‘Genossen Hauptkommissar’ in einer Serie von 1970 oder so ersetzt zumindest
bruchstueckhaft die verlorene Vergangenheit.
Waehrenddessen duerfen sich in Oesterreich alle, die weder Kabel noch
Satellitenschuessel besitzen, US-Streifen der billigsten Sorte angucken. Es
ist wahrlich ein Phaenomen, dass Hollywood fast nur Schrott produziert, der
dann Frau Lindner dem werten Publikum zielgenau in der ‘Prime-Time’ auf FS1
serviert. Da offensichtlich keine Gesetze gegen staendige Volksverbloedung
existieren, kann nur vermutet werden, dass diese FilmUNkultur der werten
Generalintendantin selbst gefaellt -- oder noch schlimmer und glaubhafter:
sie wird bewusst als Mittel eingesetzt, um das Denkvermoegen sukzessive
soweit zu verschleieren, dass Kritik nicht nur an diesen Inhalten ueberhaupt
keinen Platz mehr findet. Wie ich mich selbst ueberzeugen konnte, trifft
uebrigens auch der Vergleich mit den anderen oeffentlich-rechtlichen Sendern
im deutschsprachigen Raum nicht zu, dass naemlich auch die anderen Schrott
bringen wuerden -- und der ORF aus Konkurrenzgruenden zu dieser Art der
Publikumsberieselung gezwungen sei.
Aber kehren wir kurz wieder zur systemischen Grundlage in Oesterreich
zurueck: Selbst bei uns kann niemand staendig verbloedet werden, der dies
auf keinen Fall wuenscht. Die Parameter fuer das Absinken des Niveaus
muessen beide Teile erfuellen: die Sendenden und die Empfaenger. Nur ein
kleiner, aber feiner Unterschied besteht zwischen diesen beiden. Der Herr
Maier aus dem 20. oder 10. Bezirk hat keinesfalls eine
Verpflichtungserklaerung fuer einen oeffentlichen Bildungsauftrag
unterschrieben -- die leitende ORF-Riege sehr wohl.
*Fritz Pletzl*
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12 EU/BRD/Deregulierung: Bolkestein zur See - Das "Port Package" der EU-Kommission
Von: akin <akin.buero at gmx.at>
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akin-Pressedienst.
Aussendungszeitpunkt: Dienstag, 17. Jaenner 2006; 15:24
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EU/BRD/Deregulierung:
> Bolkestein zur See
Das "Port Package" der EU-Kommission
Ab dem 11. Januar Mitternacht bis 6 Uhr des folgenden Tages bewegte sich
keine Ladung im Hamburger Hafen. Die 2000 ArbeiterInnen streikten und
schlossen sich somit den Aktionen in vielen europaeischen Haefen an.
Die gewerkschaftliche Massnahme richtet sich gegen die Bestimmungen des
"Port package", die im Bruesseler EU-Parlament erneut zur Abstimmung steht,
nachdem der erste Anlauf 2003 bereits durch Arbeiteraktionen gestoppt wurde.
Ziel des "Port Package" ist es, das Monopol von Hafenarbeitern auf das Be-
oder Entladen von Schiffen abzuschaffen. Nach Vorstellung der Bruesseler
Buerokraten und der Reeder sollen dafuer kuenftig die Schiffsbesatzungen
herangezogen werden.
Diese "Selbstabfertigung" stoesst bei den Hafenarbeitern auf heftigsten
Widerstand, denn damit waere nicht nur der Verlust relativ gut bezahlter
Arbeitsplaetze verbunden, sondern auch der Abbau der sozialen Systeme, die
sich in allen europaeischen Haefen aehneln. Hinzu kaemen technische
Probleme: Wohl kaum ein Seemann waere faehig, mit grossen Hafenkraenen oder
hochtechnisierten Container-Verladeanlagen umzugehen.
Die ArbeiterInnen fuerchten, in die Zange genommen zu werden. Ihre
Arbeitsplaetze sind in Gefahr und sich neu einkaufende Investoren muessten
sich nicht an bestehende Vertraege halten, sondern koennten den
Personaleinsatz diktieren. Aber auch die ansaessigen Logistikfirmen koennten
Port package unter dem Vorwand von Wettbewerbsnachteilen zu Lohndrueckerei
und weiter gesteigerter Arbeitshetze nutzen.
Nebenbei fuehren die Hamburger Hafenarbeiter einen Kampf an zwei Fronten.
Sie sind nicht nur durch Port package, sondern auch durch den moeglichen
Verkauf von Teilen des Hafengelaendes an die Deutsche Bahn AG bedroht, die
der Post AG nacheifern und ins internationale Logistik-Geschaeft einsteigen
will. Auch dies wuerde Arbeitsplaetze kosten.
Port Package, die Erste
Wie ihre Kollegen in anderen Laendern sind die deutschen Hafenarbeiter gut
organisiert. Auch international arbeiten die Hafenarbeiter engstens
zusammen. Seit Jahrzehnten schon haben sich die meisten nationalen
Hafenarbeiter-Gewerkschaften im Internationalen Transportarbeiterverband
(ITF) zusammengeschlossen, dessen europaeische Sektion den ersten Anlauf zur
Durchsetzung des "Port Package" zu Fall brachte.
Die Hafenarbeiter verfolgten dabei eine mehrgleisige Strategie. Zum einen
betrieben sie klassische Lobbyarbeit: Europaparlamentarier und Ministerien
wurden mit Informationen bombardiert. Der Druck auf Politiker und
EU-Buerokraten wurde noch dadurch verstaerkt, dass Hafenarbeiter aus vielen
Laendern gemeinsam demonstrierten. Hoehepunkt war der 29. September 2003,
als 16000 Hafenarbeiter aus allen Teilen Europas in Rotterdam und Barcelona
auf die Strasse gingen. Selbst von der Westkueste der USA nahm eine
Gewerkschaftsdelegation teil. Gleich, ob Deutsche, Briten, Spanier oder
Niederlaender: "proud to be a docker" hiess die gemeinsame Losung ("Wir sind
stolz, Hafenarbeiter zu sein").
Auch die jeweiligen Unternehmen bekamen maechtig Druck: Zeitlich aufeinander
abgestimmt legten die Arbeiter in vielen Haefen Europas die Arbeit nieder.
In manchen wurde mehrere Tage gestreikt, in Malta gab es mehrstuendige
Demonstrationen waehrend der Arbeitszeit, in Grossbritannien wurden die
Pausen endlos in die Laenge gezogen. In Deutschland legten die Hafenarbeiter
waehrend jeder Schicht fuer vier Stunden die Arbeit nieder.
"Entscheidend war nicht die mehr oder weniger radikale Form der Aktionen",
heisst es in einer internen Auswertung, die der Betriebsratsvorsitzende der
Gesamthafenarbeiter Hamburgs, Bernt Kamin, fuer ver.di verfasste.
Entscheidend sei gewesen, "dass die Arbeitgeber und die Politik erleben
konnten, dass es den Gewerkschaften moeglich war, in zahlreichen Laendern
Europas ihre Aktionen zu koordinieren -- eine Erfahrung, die es in dieser
Form bisher nicht gab".
Es war dann auch eine politische Sensation, als am 20. November 2003 das
Europaparlament mit 229 gegen 209 Stimmen das "Port Package" ablehnte. Das
Zusammenspiel von Lobbyarbeit, Demonstrationen und Arbeitsniederlegungen
hatte funktioniert -- europaweit.
Port Package, die Zweite
Respekt vor Parlamenten ist den Bruesseler Buerokraten jedoch fremd. 2004
brachte die scheidenden Verkehrskommissarin der EU, Loyola de Palacio, einen
neuen Entwurf fuer einen "Port Package" ein. Die Entscheidung des
Europaparlaments sei nicht zu akzeptieren, heisst es in ihrer Begruendung.
Deshalb muesse das Verfahren wiederholt werden.
Ob die Kommissionsplaene diesmal durchgehen werden, bleibt abzuwarten, denn
nach den Erfahrungen vom letzten Mal treten im Vorfeld der Abstimmung
laengst nicht mehr nur linke EP-Fraktionen vehemment dagegen auf. Die
EU-Gruenen sehen: "eine grosse schwarz-rot-gruene Koalition: Die
konservative Regierung in Holland, die Labour-Regierung in Grossbritannien,
die rot-gruene ebenso wie die schwarz-rote Bundesregierung in Deutschland
haben sich dagegen ausgesprochen. Auch die Landesregierungen der
ŽNordrangeŽ -- Schleswig Holstein, Hamburg, Bremen und Niedersachsen - sind
gegen die vorgeschlagene Richtlinie" hiess es in einer Aussendung.
(Infomail 241 von "Arbeitermacht", junge welt 23.11.04, EU-Gruene/akin)
junge welt-Originaltext: http://www.jungewelt.de/2004/11-23/018.php
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Der akin-pd ist die elektronische Teilwiedergabe der nichtkommerziellen
Wiener Wochenzeitung 'akin'. Texte im akin-pd muessen aber nicht
wortidentisch mit den in der Papierausgabe veroeffentlichten sein. Nachdruck
von Eigenbeitraegen mit Quellenangabe erbeten. Namentlich gezeichnete
Beitraege stehen in der Verantwortung der VerfasserInnen. Ein Nachdruck von
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Abonnement verschickt. Wer versehentlich in den Verteiler geraten ist, kann
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13 Verkehr(t)/Kampagne: Nahverkehr aufs Abstellgleis
Von: akin <akin.buero at gmx.at>
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akin-Pressedienst.
Aussendungszeitpunkt: Dienstag, 17. Jaenner 2006; 14:40
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Verkehr(t)/Kampagne:
> Nahverkehr aufs Abstellgleis
Mit einer Gesetzesnovelle zum oeffentlichen Personennah- und Regionalverkehr
will sich der Bund weiter aus der Verantwortung zurueckziehen -- eine
Aussendung der Eisenbahnergewerkschaft
Folgendes hat die Bundesregierung mit dem OePNRVG-neu vor:
• Streichung des Grundangebots nach §7 OePNRVG: Niemand ist mehr fuer ein
Grundangebot an Nah- und Regionalverkehr verantwortlich.
• Aufteilung aller Finanzmittel auf die Laender auf Basis 2003 mit
VPI-Indizierung. Der Bund bezahlt derzeit nur 11,5 Mio Euro und stockt
diesen Betrag zum "Verkaufen" der Reform auf 30 Mio auf.
• Schwaechung der Verbuende: Im neuen Entwurf fehlen die Ziele und Aufgaben
fuer Verbuende.
• Keine Handhabe gegen Parallelverkehre: Oesterreichs Problem mit
ineffizienten Parallelverkehren geht weiter: Die Handhabe zum "Abstrafen"
von Parallelverkehren (Bahn/Bus) wird gestrichen.
Folgendes befuerchten wir durch die Reform:
• Rueckzug der Laender aus dem Oeffentlichen Verkehr aus Geldmangel: Die
Laender werden sich die Kostensteigerungen nicht leisten koennen. Der Bund
zieht hinterruecks (Infrastrukturbenuetzungsentgelt, OeBB) viel mehr Geld
aus dem Verkehr heraus als er vorne hinein steckt. Aus NOe spricht man von
der Stilllegung von bis zu 2/3 des Regelbetriebs auf den Regionalbahnen.
• Rueckzug aus dem Reformchaos OeBB: Der OeBB fehlt seit der "Reform" an
allen Enden das Geld. Alleine im Personenverkehr klafft eine Luecke von 200
Millionen Euro fuer die Erneuerung des durchschnittlich 21 Jahre alten
Wagenparks. Die Steiermark ist ein gutes Beispiel: Dort fehlen 28 Mio Euro
fuer den bestehenden Verkehr. Das gesamte Landesverkehrsbudget betraegt aber
nur gut 20 Millionen. Der Bund verweigert die Abdeckung.
• Rueckzug aus den Finanzproblemen im OePNRV: Nach Expertenschaetzungen wird
der Nahverkehr in den naechsten 5 Jahren ohne strukturelle Reformen bis zu
20% teurer. Die Bundesregierung macht lediglich eine Finanzreform und
ueberlaesst die explodierenden Budgets den Laendern.
• Der Bund bereichert sich ueber IBE (Infrastrukturbenuetzungsentgelt):
Hinzu kommt eine rapide steigende Schienenmaut (IBE), die durch Verordnung
des Verkehrsministers festgelegt wird. Aus diesem Titel kommen pro Jahr noch
mal 20 Mio Euro auf die Laender zu. Nach OeBB-Rechnung steigt die
Schienenmaut von 2001 bis 2010 um 89%. Der Bund verweigert den Laendern die
Abgeltung dieser Erhoehung.
• Keine Zustaendigkeit fuer Interregional- und Fernverkehr: Es gibt keine
koordinierende Instanz fuer die Bereitstellung eines
landesgrenzen-ueberschreitenden Taktverkehrs. Kukacka verspricht diesen
Taktverkehr in der Oeffentlichkeit, waehrend er sich gleichzeitig aus seiner
Verwirklichung verabschiedet.
Das hat wiederum folgende Folgen:
• Den Laendern fehlt die Planungssicherheit, um ihren Regionalverkehr an ein
leistungsfaehiges Hauptnetz (Taktknoten) anbinden zu koennen.
• schlechtere Anschluesse und Flickwerk: Oesterreich hat grosse
landesgrenzenueberschreitende Pendlerstroeme. Diese Pendler werden bei
Laenderplanung Anschluesse verlieren und auf das Auto ausweichen muessen.
Statt dessen: eine "richtige" Nahverkehrsreform:
1. Politische Zielbestimmung:Wir muessen wissen, was OePNRV fuer uns leisten
soll. Beispiel Schweiz: Dort gibt es einen Volksentscheid, dass alle
Siedlungen mit mehr als 100 Bewohnern ganzjaehrig oeffentlich erschlossen
sein muessen, und alle Linien (Bus oder Bahn) mit mehr als 500 Passagieren
pro Tag im Stundentakt fahren. Derzeit wissen wir zwar, wie viel
Oesterreichs oeffentlicher Verkehr kostet, aber nicht einmal, wie viele
Menschen er erreicht und wie viele er transportiert.
2. Gemeinsame oesterreichische Strategie:Wir muessen uns gemeinsam
entscheiden, wie wir am effizientesten unser Ziel erreichen. Diese
Bundesverkehrsstrategie muss vom Bund gemeinsam mit den Laendern erarbeitet
und verbindlich beschlossen werden. Kern dieser Strategie muss ein
Taktverkehr sein. Diese Strategie muss oesterreich- einheitlich sein, sonst
bekommen wir 9 Schrebergaerten.
3. Eigenverantwortliche Planung und Bestellung:Wenn alle wissen, wo wir hin
wollen, kann man Kompetenzen neu ordnen: Der Verkehr auf den Hauptstrecken
sollte Bundesangelegenheit bleiben. Der Verkehr in der Flaeche (Bus, aber
auch Regionalzug) sollte Laenderkompetenz sein.
4.Dann erst Aufteilung der Finanzen nach der Aufteilung der Kompetenzen. Die
derzeit geplante Finanzreform spannt den Karren vors Pferd und tut den
letzten Schritt, bevor wir ueberhaupt wissen, wie der erste Schritt aussehen
soll. (Dies drueckt sich uebrigens auch in der Verhandlungsfuehrung des
Bundes aus: Seit September liegt der mittlerweile vierte Entwurf fuer eine
Reform vor, der mit dem ersten nicht mehr viel gemein hat).
Wir waren noch nie so knapp an einer echten Reform. Es gibt weit gehende
Uebereinstimmung fuer oben skizzierten Plan von den Laendern, den
Verbuenden, den Verkehrsplanern, VCOe, ArbeitnehmerInnen und mehr. In
wenigen Jahren ist eine spuerbare Verbesserung des Oeffentlichen Verkehrs in
Oesterreich machbar.
Die Planungen und Gesetze sind binnen eines Jahres moeglich, die ersten
Ergebnisse gibt es nach 2-3 Jahren. Langfristig braucht so ein Konzept (wie
in der Schweiz) 10 Jahre.
Kurzfristig muessen wir Schaeden beheben (OeBB) und Investitions-Rueckstand
aufholen. Langfristig soll ein deutlich besserer OePNRV nicht mehr kosten
als schon derzeit. Das Motto heisst: zuerst denken, dann Geld ausgeben. Das
ganze Projekt kostet deutlich weniger als ein einziges Strassen- oder
Bahngrossprojekt. (gek.)
*
Kampagne im Web
Obiger Text stammt von der Kampagnenseite der Eisenbahnergewerkschaft
http://www.busundbahn.at , wo auch eine Protestpetition unterzeichnet werden
kann. Wer weiterfuehrende Informationen dort sucht, sollte die Rubriken "10
Argumente" und "Fakten" meiden -- dort gibt es hauptsaechlich Gejammer.
Tatsaechliche Fakten verstecken sich im "Buergermeisterportal":
http://www.busundbahn.at/buergermeister/bm-downloads.htm , wo auch der
ungekuerzte Text obiger Aussendung nachzulesen ist.
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14 Wildner Music News Jänner 2006
Von: Günther Wildner <wildner at wildnermusic.com>
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Sehr geehrte Kolleg/innen und Partner im Musik/Medienbereich!
Neben den gewohnten Wildner Music News darf ich Ihnen als Geschäftsführer
des Österreichischen Musikrates in Zukunft immer wieder Neuigkeiten dieser
Institution im Bereich „ÖMR News“ vorstellen.
Mit vielen musikalischen Grüßen
Günther Wildner
Ankündigungen/Meldungen
(1) Zyx Jazz/World VÖs
(2) MIDEM 2006 in Cannes
Meinung
(1) Hans Koller Preisverleihung 2005
(2) Fritz Rau: 50 Jahre Backstage (Buch)
(3) Xueping Wang: Musikprogrammierung in den Wiener Hörfunksendern
(Diplomarbeit)
(4) Wie Profis Sponsoren gewinnen - Roland Bischof (Buch)
(5) Sigi Maron schreibt „Abschiedsbrief“
(6) „Kulturmanagement Newsletter“ wieder gratis zu beziehen
Musikbusiness
(1) Deutsche Bundesgesetze online
(2) Music Business-Wissen auf berkleeshares.com
(3) Artist, Musicians and the Internet - Studie
(4) Schleppender Künstlernachwuchs im Live-Segment
ÖMR News
(1) ÖMR-Pressekonferenz „Kulturelle und musikalische Vielfalt in Österreich“
(2) Neue ÖMR-Homepage
(3) ÖMR-Folder erschienen
(4) Symposionsbericht veröffentlicht
(5) Culture for Sale-Folder als PDF
(6) Stellungnahmen zum Änderungsentwurf des Urheberrechtsgesetzes
(7) Ingrid Haimböck verlässt HvKC
(8) Präsidentenkonferenz & Enquete
(9) ÖKB veranstaltet „Komponieren im Europa des 21. Jahrhunderts“
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Ankündigungen/Meldungen
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(1) RANDY BRECKER & MICHAEL BRECKER - SOME SKUNK FUNK!
Das sensationelle Leverkusen-Konzert jetzt auf CD und SACD mit
JIM BEARD, WILL LEE, PETER ERSKINE, MARCIO DOCTOR +
THE WDR BIG BAND KÖLN CONDUCTED BY VINCE MENDOZA
Anlässlich der Jazztage fand Ende 2003 in Leverkusen ein einmaliges Konzert
statt: Randy Brecker trat zusammen mit seinem Bruder Michael Brecker und den
weiteren Gästen Jim Beard, Will Lee, Peter Erskine, Marcio Doctor sowie der
WDR Big Band Köln unter der Leitung von Vince Mendoza auf. Zu Gehör kamen
dabei die "Hits" aus den Brecker Brothers Jahren wie Some Skunk Funk,
Sponge, Strap-Hanging, Song For Barry sowie neue Kompositionen aus der Feder
von Randy Brecker. Alle Arrangements stammen von Vince Mendoza.
Order-Nr.: BHM 1004-2 Label: BHM, VÖ: 14.11.2005
--
LESZEK MOZDZER - PIANO
Neu im ZYX-Vertrieb ist das polnische Label ARMS Records mit Sitz in
Warschau, das in Polen einen sehr guten Ruf genießt und dessen Künstler
Leszek Mozdzer in seiner Heimat als eine Art „PIANOWUNDER“, die größte
Entdeckung des letzten Jahrzehnts, gefeiert wird. Seine Improvisationen über
Themen von Frederic Chopin haben Mozdzer zu einem Platz unter den
herausragenden Persönlichkeiten und Virtuosen des europäischen Jazz
verholfen. Anfang 2005 wurde ihm der Passport des Magazins "Polityka"
zuerkannt, ein hoch angesehener Preis der polnischen Medien.
Weitere Infos unter: http://www.piano.pl
Order Nr: ARMS 1427001/Label: ARMS Records/Style: Avantgarde Jazz/VÖ:
4.11.05
--
MARTELL - présente son interprétation personelle du post-pop
Kontrabass trifft auf Indierock-Gitarre, ein Disco-Schlagzeug auf opulente
Streicherarrangements, Retro-Keyboards auf Trash-Percussion, eine singende
Säge auf eine Philicorda-Orgel und an ausgesuchten Stellen lauscht man dem
bezaubernden Gesang von Lisa Bassenge und Inga Lühning. Martell Beigang,
Schlagzeuger in der Kultband M. walking on the water, Sänger und Songriter
bei EISEN, der schon Doppel-Platin für seine Arbeit mit Dick Brave & the
Backbeats einheimste, hat nach fast zweijähriger Arbeit im Alleingang ein
brilliantes Ambient Pop Album produziert. Sein Konzept: Musikalische
Fragmente dienten als Keimzelle für spontane Aufnahmen mit seinen etwa
zwanzig Gästen, die er nacheinander in sein Studio einlud und die ihre
unterschiedlichsten Einflüsse einbrachten.
Order Nr: CAR 1011-2/Label: Caramelle/Zyx/Style: Ambient Pop/VÖ: 4.11.05
--
HUGO – LA NUIT DES BALANCOIRES
Humor, Verrückheit und das Unheimliche lieben die Franzosen an den
Kinofilmen von Tim Burton, Tarrantino oder David Lynch. Mit Hugo findet sich
ein Äquivalent dazu in der französischen Popmusik. Hugo liebt das
Mysteriöse, wobei kindisches und Makabres, Naives und Bizarres dicht
beianderliegen. Doch Hugo singt seine sentimentalen, widerspenstigen und
grausamen Balladen fröhlich und völlig losgelöst mit engelsgleicher Stimme.
Bezaubernde Strophen, wunderschöne backing vocals, mitreißende Melodien und
ausgefeilte Arrangements lassen ahnen, dass seine musikalischen Einflüsse
von den Beach Boys bis zu Neil Young reichen.
Order Nr: Cram 122/Label: Crammed/Style: singer & songwriter/VÖ: 11.11.05
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CONGOTRONICS 2 – BUZZ’n’RUMBLE IN THE URB’n’JUNGLE
Nach den explosiven Konono °1 präsentiert die CONGOTRONICS Serie nun sechs
weitere außergewöhnliche Bands aus den Vorstädten Kinshasas. Afrikanische
World Musik entsteht auch hier durch Experimentieren nach dem Do It
Yourself-Prinzip mit allem, was die Straße hergibt und die traditionellen
musikalischen Wurzeln. Verzerrte Sounds, übersteuerte Amplifier aber auch
die ganze Bandbreite an Rhythmen, schwirrenden Gitarren, hypnotisierenden
Daumenklavieren und Gesängen – abgefahren!
Order Nr: Craw 29/Label: Crammed/Style: worlmusic/VÖ: 11.11.05
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FELLINI SPECIAL FELLINI SPECIAL
Vor 12 Jahren verstarb einer der größten Regisseure der Filmgeschichte. Auf
dem italienischen Label CAM/CAMJ sind Federico Fellini 3
Backkatalog-Veröffentlichungen gewidmet, die wir nun anlässlich des am
20.1.1920 in Rimini geborenen Meisters empfehlen möchten:
Tutto Fellini - Original- Soundtracks
bietet einen Querschnitt des Schaffens im 2 CD Set Digipack.
Dieses 2 CD–Set beinhaltet chronologische Auszüge aller 23 Fellini Original-
Soundtracks, die Nino Rota für Fellini komponiert hat. Inkl. 64 seitigem
ausführlichem Booklet.
Order-Nr.: CAM 493061-2, VÖ: 13.01.06
--
8 œ - Original- Soundtrack
Nico Rota hat für Fellini die wunderbaren Soundtracks geschrieben und
musikalisch umgesetzt. Der Soundtrack für Fellini’s 81/2 stammt von 1963 und
karikiert auf geniale satirische Weise die Welt des Showbusiness. 81/2 hat
einen Oscar für den besten ausländischen Film gewonnen. Den Klassiker gibt
es nun im Digipack mit Liner Notes in 5 Sprachen.
Order-Nr: CAM 511316-2, VÖ: 13.01.06
--
Wheeler, Peranunzi, Haden, Potter, Motion - Fellini Jazz
Auf „Fellini Jazz“ werden ausgewählte Melodien von Nico Rota in einem
jazz-orientierten Gewand präsentiert. Das Label Cam Jazz konnte hierfür
keine geringeren Persönlichkeiten gewinnen wie Kenny Wheeler, der gerade
die German Jazz Trophy gewonnen hat, Enrico Pieranunzi, Charlie Haden, Paul
Motion und Chris Potter. Die angesehene engl. Tageszeitung “The Guardian”
schreibt über diese jazzige Neuinterpretation: ”beautifully balancing the
freedoms of the players against the fragile poetry of Rota's dolorous
waltzes”. Ein 16-seitiges Booklet und das Digipack, Liner Notes von Ira
Gitler und Enrico Pieranunzi runden dieses besondere Album ab.
Order Nr: CAMJ 7761-2/Label: CAMJ/Style: Jazz, VÖ: 13.01.06
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VIVA ZAPATERA! – Soundtrack
von Riccardo Giagni und Maurizio Rizzuto zur satirischen Dokumentation über
den Stand der Meinungsfreiheit in Italien von Sabine Guzzanti.
Order-Nr. CAM 515347-2 / Label: CAM / VÖ: 20.01.06
--
News:
“tok tok tok” erhielten Jazz Award
Die Acoustic Soul Formation tok tok tok um die Sängerin Tokunbo Akinro
bekamen für 10.000 verkaufte CDs des Albums “about” (BHM 3005-2) den Jazz
Award Bundesverbandes der deutschen phonografischen Wirtschaft verliehen.
Überreicht wurde er auf den Leverkusener Jazztagen von Festivalmanager
Eckhard Meszelinsky. Sichtlich erfreut nahmen die beiden Leader Tokunbo
Akinro und Morten Klein den Award, unter großem Beifall des Publikums,
entgegen.
Auch der Vorgänger „It Took So Long“ (BHM 3004-2) wird in Kürze
ausgezeichnet werden.
Aktuelle VÖ: „i wish“
Damit präsentieren tok tok tok ihre Lieblingslieder aus den ersten beiden
Alben „Love Again“ (2000) und „50 Ways To Leave Your Lover“ (1999), auf
denen sie Rock- und Pop-Perlen der 60er und 70er interpretieren.
Order Nr: BHM 3006-2/Label: BHM/Style: Jazz/VÖ: 4.11.05
--
German Jazz Trophy 2005 für Kenny Wheeler
Der kanadische Jazztrompeter Kenny Wheeler ist der fünfte Preisträger der
„German Jazz Trophy - A Life for Jazz“, die gemeinsam von der Sparda-Bank
Baden-Würtemberg, der Jazzzeitung und der Kulturgesellschaft Wort und Musik
e.V. vergeben wird. Die Stifter heben jedoch nicht nur seine stilbildende
Arbeit als Solist hervor, sondern auch den Komponisten und Arrangeur
Wheeler, der unzählige Stücke für kleine und große Ensembles geschrieben
hat.
Aktuelle Veröffentlichung: What Now? (CAMJ 7768-2) mit Chris Potter, John
Taylor und Dave Holland
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(2) MIDEM 2006 in Cannes
All zuviel – möchte man meinen – hat sich seit der letzten MIDEM mit „Music
goes mobil“ nicht getan: Der Markt erholt sich nicht, die legalen Downloads
steigen zwar an, aber außer Apple-Schultergeklopfe testet man nur träge die
neuesten Handys, die auch Musikplayer sind – die Innovationen und Potentiale
im digitalen Contentbereich hat man vor 3 Jahren noch um einiges rosiger
gemalt. Egal - hingefahren wird und selbst gesehen!
Ich bin zumeist am österreichischen Klassikstand anzutreffen (Standbetreuung
in meiner Funktion als ÖMR-Geschäftsführer) und freue mich jederzeit über
Gespräche und Fachsimpeln aller Art. Mein MIDEM-Nachbericht dann in den
„Wildner Music News“ Februar.
http://www.midem.com
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Meinung
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(1) Hans Koller Preisverleihung 2005
Lieblos wurde er verliehen, dieser österreichische Jazzpreis am 9. Dezember
2005! Hätte Hans Koller wohl nicht so gefallen wie sich Mathias Rüegg und
Alfred Koll durch eine offensichtlich als Last empfundene Veranstaltung im
schlechtesten Wortsinn improvisierten. Überhaupt nicht vorbereitet und so
ganz ohne Glanz und Glamour wurden hier die Preise in die Hände der meistens
schweigenden Musiker/innen gedrückt – davon hat niemand etwas, nicht das
Publikum, nicht die Medien und die Prämierten schon gar nicht. Aber es wurde
gute Miene zum dilettantischen Spiel gemacht, und dann war es auch schon
wieder schnell vorbei. Dass die folgenden Musikbeiträge bestens bis
hochklassig waren, ist man in Wiens Porgy&Bess ja gewöhnt.
Der österreichische Jazz, seine Szene und Protagonisten sind geschätzt und
anerkannt, sicherlich auch aufgrund des jährlich verliehenen Hans Koller
Preises, der das beste Album, den Newcomer des Jahres, den Sideman des
Jahres etc. aus Österreich im Bereich Jazz auszeichnet. Ein bisschen
Musikpreise im Fernesehen schauen und sich ein wenig beraten lassen, und im
nächsten Jahr dann kann der Verleihungsakt hoffentlich wertiger und
hochklassiger, eben der Musik entsprechend, durchgeführt werden. Möge die
Übung gelingen!
Alle Einzelheiten unter:
http://www.hanskollerpreis.at
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(2) Fritz Rau: „50 Jahre Backstage. Erinnerungen eines Konzertveranstalters“
Vorwort von Udo Lindenberg
Verlag: Palmyra, Heidelberg 2005.
„Gestern hab’ ich Fritz Rau kennen gelernt!“ – so oder so ähnlich könnte ein
Leser nach der Lektüre der Autobiografie „50 Jahre Backstage“ des Doyens der
deutschen Live-Veranstaltungsszene sprechen. Denn offen und ungeschminkt -
Rau der Wurstesser und Biertrinker fernab der Kaviargesellschaft - jedoch
niemals anbiedernd unternimmt der legendäre Musikliebhaber unter den
Veranstaltern eine sehr persönliche, umfang- und anekdotenreiche Rückschau
auf 50 Jahre stressbehaftetes und emotionales Musikpräsentieren. Neben
seiner konturierten Persönlichkeit scheinen es Sachverstand und die Liebe
zur Musik gewesen zu sein, die ihn vor schwierigen und kostspieligen
Live-Konzepten nicht zurückschrecken ließen und Künstler als Menschen mit
all ihren Bedürfnissen und Schrulligkeiten behandeln ließen.
Es macht sich auf jeden Fall bezahlt, dass Fritz Rau für diese Autobiografie
selber zum Stift gegriffen hat, denn die Tonarten und Klänge der Geschichten
und Geschichtchen, aber auch der Selbstentäußerungen wirken wie ein
mündliches Gespräch, nicht hingerückt zum Denkmalbau und nicht zurecht
geschrieben zur Selbstbeweihräucherung.
Der gelegentlich ausflippende Rau wird nicht verschwiegen, ganz genauso
nicht der nicht vorhandene Vater Fritz, den die Kinder bei Heimgastspielen
gerne wieder fortschicken, weil das übliche familiäre Gleichgewicht gestört
ist. Heute kann Fritz Rau diese Versäumnisse als Großvater zwar nicht gut
machen, jedoch nachholen.
Aus musikwirtschaftlicher Sicht ist „50 Jahre Backstage“ erstens ein
spannender Abriss des deutschsprachigen Live-Entertainmentmarktes ab den
50er Jahren, zweitens ein sich aus vielen Details zusammensetzender
Leitfaden für den Live-Veranstaltungsbetrieb und drittens ein großes
Plädoyer für die Musik an sich und den Aufbau ihrer Interpreten.
Nichts anderes braucht die Musikwirtschaft heute mehr als diese seit
Jahrzehnten gültigen Stammbucheintragungen. Leider sind die Stammbücher seit
Jahren zugeschlagen und mit dicken Controllingberichten beschwert, u.a. ein
Grund dafür, dass die großen Persönlichkeiten in der Musikvermarktung und
-präsentation in viel geringerer Zahl nachwachsen als früher. Darum gilt der
agile Fritz Rau vielen als Dinosaurier, ein Überlebender aus einer Zeit, in
der die spontane Musikbegeisterung noch selbstverständlich das
betriebswirtschaftliche Kalkül überstimmen durfte.
Dass österreichische Künstler (Peter Alexander, Udo Jürgens, Austria 3 etc.)
immer wieder das Salz in der deutschen Entertainmentsuppe waren, ist ein
richtiger Befund, der den germanischen Entscheidern doch wieder Ohren
wachsen lassen sollte, die nach DJ Ötzi und Christl Stürmer bereits wieder
der Taubheit verfallen scheinen.
Möge Fritz Rau der Branche mit taktischen Tipps und dem erfahrenen Weitblick
als Non-Playing-Captain noch lange erhalten bleiben. Laudatoren/innen gab es
zurecht bereits viele, daher nur ganz kurz: „Sehr geehrter Herr Rau! Wenn
die hinter Ihrer jahrzehntelangen Veranstaltertätigkeit stehenden
Überzeugungen auch nur den einen oder anderen Überzeugungstäter entzündet
haben, dann zahlen Ihre Mühen neben den wunderbaren Konzerterlebnissen, die
sie abertausenden Menschen beschert haben, auch musikbusinesstechnisch
ausführlich zurück, vielen Dank!“
http://www.palmyra-verlag.de
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(3) Wang, Xueping: Musikprogrammierung in den Wiener Hörfunksendern
(Diplomarbeit)
Wirtschaftsuniversität Wien, 2005.
Auf der Basis qualitativer Experteninterviews nähert sich Xueping Wang
ausführlich und detailreich dem Phänomen der Musikprogrammierung am Beispiel
der wichtigsten Wiener Radiosender (Ö3, FM4, Antenne, Energy, Kronehit,
88.6).
Die Autorin geht von einem Abhängigkeitsmodell aus, bei dem die
Musikprogrammgestaltung das Ergebnis des Dreiecks „Konsument“,
„Musikpromoter“ und „Hörfunkveranstalter“ ist.
Der gesamte Komplex von Markt- und Musikpräferenzforschung,
Zielgruppenanalyse, Songtesting, Selector, Beraterfirmen, Werbemarkt,
Erfahrung & Bauchgefühl in der Programmierung, der „richtige Mix“,
Charts/Airplay/Verkauf, Rotationen, Konkurrenzbeobachtung, Key-Artists und
Formatradio-Superstars, Radios & Plattenfirmen und vieles mehr wird im
Vergleich der Aussagen der Programmierungsverantwortlichen, die allerdings
anonym bleiben wollten, plastisch und umfänglich analysiert. Eine sehr
gelungene Aufarbeitung!
Für den digitalen Bezug diese Diplomarbeit bitte um Kontaktaufnahme per
Email.
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(4) Roland Bischof: Wie Profis Sponsoren gewinnen
Basiswissen und Leitfaden für die Praxis, Edition Praxis.Wissen
Verlag BusinessVillage, 2004
Vor allem das Nomen „Leitfaden“ im Untertitels des Buches lässt den
praxisorientierten Sponsoringinteressierten aufhorchen: „Steht hier drinnen,
wie es geht?“
Ja, durchaus, vor allem versucht Autor Roland Bischof darauf hinzuweisen,
wie Fehler beim Anbieten und in der Sponsorzusammenarbeit vermieden werden
können. In Stichworten klingt das ungefähr so:
Leistung & Gegenleistung
Erwartungen und Zielsetzungen des Sponsorings definieren
Win-Win-Situation
Sponsoring als integraler Bestandteil moderner Unternehmenskommunikation
Sponsoringkonzept (Prüfung sinnvoller Sponsorenintegration, Definition
eigener Leistungen & deren Konkretisierung, Sponsorenrelevanz, interne
Sponsorenstruktur, Zusammensetzung der Sponsorpakete, Bewertung, Auswahl
potentieller Sponsoren)
Präsentation
Verhandlung, Absichtserklärung, Vertrag
Zusammenarbeit mit Agenturen
Ein Adressenverzeichnis rundet das kompakte, ca. 40-seitige Buch ab – eine
Empfehlung für praxisorientierte Sponsoringanbieter!
http://www.businessvillage.de
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(5) Sigi Maron schreibt „Abschiedsbrief“
Unlängst veröffentlichte der österreichische Komponist und Interpret Sigi
Maron auf seiner Homepage einen „Abschiedsbrief“ (in der gleichnamigen
Rubrik), der sein Ausscheiden aus der österreichischen Sony BMG nach
jahrelanger Unternehmenszugehörigkeit (BMG) dokumentierte, aber nicht nur
das!
Dieser umfangreiche Text vermittelt sich nicht nur als Totalabrechnung mit
dem heimischen SONY BMG-Management, sondern darf in seiner sprachlichen
Brillanz und treffsicheren Analyse als der Globalisierungskritiktext der
letzten Monate für die Musikbranche, und nicht nur die, gelesen werden. In
unvergleichlicher, oft auch durchaus deftiger Weise, liest der Großmeister
des politischen Dialektliedes der Tonträgerbranche sowie den Konzernen der
Welt gehörig die Leviten. Diese Einschätzungen und Kritiken sollten nicht
nur auszubildenden Musikbusinesseleven als Anschauungsmaterial eines
Betroffenen dienen, sondern unsere Branche insgesamt in einen Dialog führen,
der neben betriebswirtschaftlichen Sichtweisen vor allem auch künstlerische
und menschliche ins Zentrum der Musikbranchenumwälzungen und ihrer oft
irrationalen Auswirkungen stellen sollte.
Nachdem der Text sich nicht mehr auf der Sigi-Maron-Seite online befindet,
ist er mit anschließender Leser-Diskussion auf den Seiten der Musikergilde
zu finden.
http://www.maron.at
http://www.musikergilde.at/index.php?cccpage=coda_aktuell_artikel_detail&set
_z_m_coda_aktuell=192&set_z_m_coda_kat=8
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(6) „Kulturmanagement Newsletter“ wieder gratis zu beziehen
Umfangreiche Informationen aus Kulturmanagement, -politik und -wirtschaft!
16.000 Newsletter-Leser, ausführliches Onlineportal mit Literaturtipps
(fundierte Rezensionen), Stellenmarkt und Termintipps. Das
Länder-übergreifende Korrespondentennetzwerk lässt eine kompetente und
umfangreiche Netzwerkplattform entstehen. Für Kulturmanager ein Muss!
http://newsletter.kulturmanagement.net bzw. http://www.kulturmanagement.net
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Musikbusiness
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(1) Deutsche Bundesgesetze online
Bundesjustizministerin Brigitte Zypries hat im Rahmen des Festaktes zum
20-jährigen Jubiläum der juris GmbH den öffentlichen Zugang zu allen
Gesetzen und Rechtsverordnungen des Bundes im Internet frei geschaltet (ca.
5000 Stück). Die Gesetze und Rechtsverordnungen werden von der
Dokumentationsstelle des Bundesjustizministeriums fortlaufend konsolidiert
und können so in ihrer geltenden Fassung abgerufen werden.
http://www.gesetze-im-internet.de
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(2) Music Business-Wissen auf berkleeshares.com
Wie Gerd Leonhard richtig in seinem Newsletter hingewiesen hat, finden sich
umfangreiche Beiträge und Gratis-Berklee-Lessons zum interessanten Bereich
des Musikbusinesswissens auf der folgenden Internetpräsentation:
http://www.berkleeshares.com/music_business__careers
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(3) Artist, Musicians and the Internet - Studie
Unter dem Titel “Artist, Musicians and the Internet” untersuchte eine
umfangreiche amerikanische Studie die Meinung von Künstlern zu Internet und
Urheberrechtsfragen. Nicht allzu erstaunlich sind die Ergebnisse von
prinzipiell gegenüber Gratis-Downloadern toleranten Musikern, die, selbst
ausführliche Multi-Media-Content-Nutzer, jedoch die Kontrolle über ihre
Werke behalten und gestalten möchten. Jetzt als Gratis-PDF.
http://www.pewinternet.org/pdfs/PIP_Artists.Musicians_Report.pdf
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(4) Schleppender Künstlernachwuchs im Live-Segement
George Varga wirft in seinem Beitrag zur Entwicklung des
Musik-Live-Entertainments ein kritisches Licht auf den Bereich des Artist
Developments. Sehr richtig fragt er, wer die neuen Superstars sein werden,
die nach McCartney, Springsteen, U2 und den Stones die Arenen füllen werden,
wenn die das Formatradio beherrschenden HipHop und R&B-Acts in der
Live-Schiene aufgrund der Beschaffenheit ihrer Musik und des eher geringen
Publikumsinteresses nicht signifikant auf die Beine kommen. Ein wichtiger
und richtiger Beitrag, der die regelmäßigen Jubelmeldungen zum
Live-Entertainmentgeschäft relativiert.
http://www.signonsandiego.com/news/features/20051211-9999-1a11varga.html
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ÖMR News (Österreichischer Musikrat)
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(1) ÖMR-Pressekonferenz „Kulturelle und musikalische Vielfalt in Österreich“
Folgende drei Themen wurden in der Pressekonferenz am 17. November
behandelt:
- Österreichischer Musikrat setzt UNESCO-Konvention national um
- “Mit 1 Takt im Kriminal” – Wie das Notenkopierverbot die Musikausübung
verunmöglicht
- Symposionsbericht der Konferenz „Kreativität und Pluralismus“ und neue
Homepage des ÖMR
Der ÖMR konnten diese Informationen in kompakter Form den Medienvertretern
vorstellen, wobei Harald Ossberger, Harald Huber, Wolf Peschl, Paul Hertel,
Wolfgang Findl und Günther Wildner sich die Präsentation der Inhalte
teilten.
Die Medienrezeption der PK fiel zufriedenstellend aus: Neben zahlreichen
Ankündigungen brachte in der Nachberichterstattung die APA eine sehr
ausführliche Agenturmeldung, die der Standard Online übernahm. Die Kleine
Zeitung veröffentlichte eine Meldung zum Notenkopierverbot, Musikwoche
Online berichtete mit Foto. Ebenfalls bebildert berichteten die
Branchenmagazine „Sound & Media“ (Österreich) sowie mit einer einseitigen
ÖMR-Story der „Musikmarkt“ (Deutschland).
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(2) Neue ÖMR-Homepage
Die komplett neu gestaltete Internetpräsenz des ÖMR ist zeitgleich mit der
ÖMR-PK online gestellt worden.
http://www.oemr.at
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(3) ÖMR-Folder erschienen
Erstmalig hat der ÖMR einen Informationsfolder zu seinen Zielen,
Tätigkeiten, Gremien (Vorstand, Kuratorium), Mitgliedern und
Mitgliedschaften erarbeitet. Die Gratis-PDF-Version dieses Faltfolders
finden Sie auf der Homepage in der Rubrik „ÖMR - Info-Folder“.
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(4) Symposionsbericht veröffentlicht
Der Bericht des ÖMR-Symposions „Kreativität und Pluralismus“ vom April 2004
ist erschienen. Die gesamte Publikation steht als Gratis-PDF-Download auf
der Homepage des ÖMR bereit (Rubrik „Aktuell“).
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(5) Culture for Sale-Folder als PDF
Der informative Folder „Culture for Sale? Ist der Warencharakter von Kunst
und Kultur ihr wahrer Charakter?“ mit Informationen u.a. zur
UNESCO-Konvention zur kulturellen Vielfalt ist in einer PDF-Version
verfügbar: http://www.oemr.at Rubrik „Kulturpolitik – Kulturelle Vielfalt“
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(6) Stellungnahmen zum Änderungsentwurf des Urheberrechtsgesetzes
Die Stellungnahmefrist bezüglich der Novellierung des Urheberrechtsgesetzes
lief mit 15. November aus. Der Österreichsche Musikrat gab keine
Stellungnahme ab, weil die in Frage stehenden Thematiken den Musikbereich
nicht substanziell berührten. Der Kulturrat Österreich verfasste im Sinne
seiner Mitgliedsorganisationen IG Autorinnen/Autoren, IG Bildende Kunst und
Dachverband der Filmschaffenden eine unterstützende Stellungnahme dieser
Positionen.
Der Gesetzesentwurf setzt zwei Richtlinien der EU um, und zwar die
Richtlinie 2001/84/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 27.
September 2001 über das Folgerecht des Urhebers des Originals eines
Kunstwerks und die Richtlinie 2004/48/EG des Europäischen Parlaments und des
Rates vom 29. April 2004 zur Durchsetzung der Rechte des geistigen
Eigentums, diese jedoch nur mit Beziehung auf das Urheberrecht und die
verwandten Schutzrechte. Darüber hinaus wird den Filmurhebern durch eine
Ergänzung des
§ 38 UrhG ein Beteiligungsanspruch am sogenannten „Kabelentgelt“ eingeräumt.
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(7) Ingrid Haimböck verlässt HvKC
Nach zehnjährigem Bestehen führt das Herbert von Karajan Centrum
Umstrukturierungen durch, die unter anderem mit personellen Veränderungen
einhergehen. So wird Direktorin Ingrid Haimböck ihre bisherige
Wirkungsstätte zum Jahresende verlassen, um sich neuen Aufgaben zu widmen.
Als Kuratoriumsmitglied bleibt sie dem Österreichischen Musikrat in ihrer
Funktion als stellvertretende Vorsitzende erfreulicherweise erhalten.
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(8) Präsidentenkonferenz & Enquete
Der ÖMR arbeitet u.a. im Rahmen der Präsidentenkonferenz Musik an der
Durchsetzung einer parlamentarischen Enquete zur Situation der Musik in
Österreich im Mozartjahr 2006. Nach der Anhörung der Kultursprecher der
Parlamentsparteien, die einer solchen Enquete grundsätzlich positiv
gegenüberstehen, und einer ersten Themensammlung werden folgende Schritte
bis Mai 2006 unter der koordinierenden Tätigkeit des MICA durchgeführt:
- Präzisierung, Gewichtung und Formulierung der Themen innerhalb der
Präsidentenkonferenz.
- Einbeziehung der Musikwirtschaft bzw. der nicht in der
Präsidentenkonferenz vertretenen Musikorganisationen. Themen und ihre
Gewichtung sollen eingeholt und koordiniert werden.
- Präsentation des Themenkataloges und der Forderungen bei den
Kultursprechern und in weiterer Folge Terminfixierung der Enquete für das
zweite Halbjahr 2006.
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(9) ÖKB veranstaltet „Komponieren im Europa des 21. Jahrhunderts“
Der Österreichische Komponistenbund, Mitglied des ÖMR, lädt zur Teilnahme am
Europäischen Komponistenkongress vom 2.-5. Februar 2006 in Wien im Gläsernen
Saal des Musikvereins ein. Im Rahmen dieser Veranstaltung soll u.a. die
Gründung eines zumindest europäischen Dachverbandes der
Komponistenvereinigungen erfolgen.
Sämtliche Informationen finden Sie unter:
http://www.komponistenbund.at/kongress/d/
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Für Newsletterabmeldungen:
Retour-Mail mit „unsub“ und Angabe der zu löschenden Adresse
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Wildner Music - Dienstleistungen im Musikbusiness
Mag. Günther Wildner
Zwerngasse 6/5, 1170 Wien
Fon/Fax: +43 1 4840428
Mobilfon: +43 699 12696542
E: wildner at wildnermusic.com
I: http://www.wildnermusic.com
_______________________________________________
Widerstand mailing list
Widerstand at no-racism.net
http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/widerstand
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INTERNATIONALE SOLIDARITÄT
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15 “FGM is killing a woman”, Vier Interviews über Weibliche Genitalverstümmelung
Von: wadi wien
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WADI-Mitarbeiterin Sandra Strobel führte im Irak vier Interviews über
Weibliche Genitalverstümmelung (FGM), die wir zur besseren Lesbarkeit bei
Nachfrage auch gerne als attachment zuschicken.
Awat Mohammad / "Warum ist ein groß angelegtes Research zum Thema FGM im
Nordirak dringend notwendig?"
Runak Faraj / „ Ist es denn möglich, dass wir all die Jahr für ein freies
Kurdistan gekämpft haben und jetzt sind wir Frauen nicht frei? Was für eine
Freiheit ist das?“
Trifa Ali / „ Bildung und Aufklärung sind der einzige Weg“
Nias M. / “FGM is killing a woman”
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Weitere Informationen rund um die Thematik Weiblicher Genitalverstümmelung /
Nordirak, finden Sie unter folgendem Link:
http://www.wadinet.at/Projekte/fgm.php
und:
http://www.wadinet.de/projekte/frauen/fgm/studie.htm
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Von 2006 bis Ende 2008 unterstützt die Österreichische
Entwicklungszusammenarbeit (OEZA) ein Frauengeleitetes Mobiles Team und vier
Frauenzentren im Nordirak, in denen u.a. Anti-FGM-Aufklärungsprogramme
durchgeführt werden.
Zur Durchführung unserer Projekte sind weitere Spenden notwendig,
jeder Euro zählt!
http://www.wadinet.at/Help/index.php
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“FGM is killing a woman”
Interview mit Nias M.
Nias M. wurde 1979 in Suleymaniah / Nordirak geboren. Nach dem Studium
arbeitete sie zunächst als Grundschullehrerin. Seit 3 Jahren ist sie am
College of sociology der Universität Suleymaniah tätig und gab eine Studie
zum Thema Selbstverbrennung von Frauen im Nordirak heraus.
Sie gehört damit zu der Schicht junger Frauen, die alten Traditionen
kritisch gegenüber stehen und die für eine weit reichende Emanzipation der
Frauen kämpfen.
Als ehemalige Studentin der Universität Suleymaniah gehört sie gleichzeitig
zur der Gruppe junger Frauen, die am ehesten die Möglichkeit haben, sich
kritisch mit diesem Thema auseinander zu setzen. Suleymaniah hat den Ruf,
eine fortschrittliche und westlich beeinflusste Stadt zu sein, in der Frauen
mehr Freiheiten haben als in anderen nordirakischen Städten. Dies hängt eng
damit zusammen, dass in der ehemalige „ Intellektuellenstadt“ Suleymaniah
die meisten Großfamilien Verwandte in Europa oder Amerika haben. Im Sommer
sind in Suleymaniah vereinzelt junge Frauen in knielangen Röcken anzutreffen
und ein Schwimmbad bietet neuerdings 2 Stunden täglich Frauenschwimmen an.
So verhältnismäßig modern Suleymaniah auch auf den ersten Blick wirken mag,
so traditionell und diskriminierend bleibt die Situation für viele Frauen
und Mädchen. FGM existiert auch in Suleymaniah und weiterhin müssen
4-12-jährige Mädchen diese extrem schmerzhafte, gefährliche und
menschenverachtende Verstümmelung über sich ergehen lassen. Bisher gibt es
sehr wenige Studien zum Thema FGM. Runak Faraj, Leiterin der Frauenzeitung
REWAN gibt in ihrer Stichprobenuntersuchung an, dass im Jahre 2002 in den
einfacheren und ärmeren Vierteln der Stadt Suleymaniah 20 % der 4-
10-jährigen Mädchen Opfer der Klitoris-und Schamlippenamputation geworden
waren, während es in den Mittelklassevierteln etwa 5 % waren. Diese Ziffern
beziehen sich ausschließlich Neufälle bei Mädchen zwischen 4-11 Jahren, die
im Jahr 2002 Opfer von FGM wurden. In der nordirakischen Hauptstadt Erbil
betrug die Rate bei 4-10-jährigen Mädchen in den gebildeten Vierteln
25 %. FGM bleibt weiterhin ein Thema, über das in der kurdischen
Gesellschaft nicht gesprochen wird. Und doch ist der Gesprächsbedarf bei
vielen jungen Frauen inzwischen groß.
Wadi: Wie würdest Du FGM definieren?
N.M:„ It is killing a woman“
Wadi: Die Folgen von FGM sind sehr gefährlich und führen häufig zum Tod oder
zu lebenslangen psychischen und körperlichen Beschwerden. Warum wird FGM
deiner Meinung nach weiterhin in Irakisch–Kurdistan durchgeführt?
N.M.: Unser größtes Problem ist die Unwissenheit. Viele Menschen hier sind
Analphabeten und waren nur sehr kurz oder überhaupt nicht in der Schule.
Außerdem ist Sexualität in unserer Gesellschaft ein absolutes Tabuthema. Wir
sprechen nicht darüber. Ich denke, FGM kommt ursprünglich vor allem daher,
dass die Männer die Frauen kontrollieren möchten.
Verschiedene Gründe sind anzuführen, wobei man zwischen den Städten und den
ländlichen Gebieten unterscheiden muss.
Auf dem Land, wo Mädchen in der Regel überhaupt nicht zur Schule gehen und
die Jungen höchstens bis zur 5. Klasse, ist die Unwissenheit das größte
Problem. Die Menschen leben nach Traditionen und Religion. Unsere Vorfahren
haben außerdem den Islam falsch ausgelegt. Sie haben FGM einfach übernommen
ohne das zu hinterfragen oder nachzufragen, wo das eigentlich steht. Im
Koran steht nämlich nicht, dass Frauen beschnitten werden sollen. Aber das
wissen die Leute auf dem Land nicht. Für sie ist FGM Tradition geworden.
Daher sagt man dort, - und auch teilweise in der Stadt-, dass die Klitoris
haram ist (haram wird im Islam alles bezeichnet, dass schmutzig, schlecht
und gegen die Religion ist). Man sagt, Frauen, die ihre Klitoris besitzen,
haben einen schlechten Charakter. Man sagt, sie würden fremdgehen und sie
würden ihre Ehemänner mit einem nymphomanen Sextrieb ermüden. Und die Männer
hier haben sehr viel Angst davor, von ihren Frauen betrogen zu werden.
Außerdem sagt man, unbeschnittene Frauen könnten nicht kochen. In der Tat
dürfen sie auch nicht kochen und noch nicht einmal Wasser reichen, da sie
als schmutzig betrachtet werden.
Das alles hängt mit dem Bildungsniveau zusammen.
Auch in Suleymaniah gibt es FGM, denn es wird als Tradition betrachtet und
Traditionen dürfen nicht in Frage gestellt werden. Tradition ist sehr
wichtig für die kurdische Identität, denn wir haben unter Saddam sehr
gelitten.
Wadi: Der Mufti von Suleymaniah hat kürzlich eine Fatwa gegen FGM erlassen.
Denkst Du, dass dies dazu beiträgt, FGM zu verringern?
N.M.: Wer hat eine Fatwa erlassen? Diese Fatwa kennt hier niemand. Ich kenne
sie auch nicht und ich wohne in Suleymaniah. Ich glaube das erst, wenn ich
sie gesehen habe.
Wadi: Lass uns über die Verantwortlichen von FGM sprechen. Du hast gesagt,
FGM käme daher, dass Männer ihre Frauen kontrollieren wollen. Es sind aber
die Frauen, die FGM an ihren eigenen Töchtern und Nichten durchführen.
Warum tun sie ihren Töchtern dasselbe an, das sie selbst durchmachen mussten
und dessen schwerwiegende Folgen sie kennen?
N.M.: Ja, es sind die Frauen aus der eigenen Familie, die FGM durchführen,
aber erstens wissen sie meist gar nicht, dass die Schmerzen und Eheprobleme,
die sie haben, von FGM kommen und zweitens machen die Frauen das nur wegen
den Männern. Sie möchten einen Konflikt in der Familie vermeiden.
Es stimmt nicht, dass kurdische Frauen frei sind. Frauen haben in dieser
Gesellschaft überhaupt keine Freiheiten. Außerdem kann man sowieso nicht
sagen, dass es „ die kurdischen Frauen“ gibt, denn eine Frau im Dorf ist in
ihren Möglichkeiten noch viel beschränkter wie eine Frau in Suleymaniah.
Alle Frauen wissen, dass es eine rote Linie gibt, die nicht überschritten
werden darf. Freiheit kann es, wenn überhaupt, nur innerhalb dieser Linie
geben. Die Frauen wissen ganz genau, dass es gewisse Traditionen und Regeln
gibt, die sie einhalten müssen, ohne das ihr Ehemann sie ausspricht. Frauen
sind in der kurdischen Gesellschaft dafür verantwortlich, Traditionen an
ihre Kinder weiterzugeben. Sie wissen ganz genau, dass von ihnen erwartet
wird, ihre Töchter zu beschneiden. Leider zeigen die Frauen oft selbst
genau die Schwäche, die die Gesellschaft ihnen unterstellt, indem sie sich
dm gesellschaftlichen Druck bedingungslos fügen.
Wadi: Aber wollen das die jungen Männer von heute wirklich?
N.M.: Die zukünftigen Männer der Mädchen, die heute noch verstümmelt werden,
wissen das meistens überhaupt nicht und werde es erst bei ihrer eigenen
Hochzeit erfahren.
Die Männer, die heute in meinem Alter sind, haben Angst, die Kontrolle zu
verlieren. Sie denken, dass sie die Kontrolle völlig verlieren würden, wenn
sie den Frauen eine Chance geben würden. Die Männer von hier sagen: „Frauen
haben ihr Gehirn zwischen den Beinen.“
Wadi: Was denkt deiner Meinung nach die Generation der jungen Frauen in
deinem Alter in Suleymaniah heute darüber?
N.M.: Ich bin sicher, in Suleymaniah sind alle dagegen. In der Vergangenheit
ließen sich die Mädchen noch überzeugen, dass es gut für sie sei, sich auf
diese Art und Weise kalt stellen zulassen. Aber ich bin sicher, dass heute
alle, die das durchmachen mussten gegen FGM sind.
Wadi: Heißt das, dass Hoffnung besteht und FGM in einigen Jahren im Nordirak
nicht mehr existieren wird?
N.M.: Nein, so einfach ist das nicht. Viele Mädchen auf den Dörfern wissen
bis heute nicht, dass FGM etwas Schlechtes ist und dass der Koran FGM nicht
vorschreibt. Es wird viel Aufklärung nötig sein, um diese furchtbare Praxis
zu vertreiben.
Auch die Frauen in meinem Alter in Suleymaniah sind nicht frei. Wir müssen
tun, was die Gesellschaft und die Männer wollen. Nach der Hochzeit muss die
Frau ihrem Mann gehorchen. Wenn du verheiratet bist, bist du in einer extrem
schwachen Position. Jeglicher Widerstand ist sehr gefährlich und kann
tödlich sein.
Meine Freundin von mir war technische Assistentin in Suleymaniah bevor sie
heiratete. Sie kommt aus einer gebildeten Mittelschicht und wurde deshalb
als kleines Mädchen nicht beschnitten. Ihr Mann, ein Kurde 25-jaehriger aus
Suleymaniah, der als Asylbewerber nach Europa gegangen war, war in seine
Heimat zurückgekommen, um eine gute Frau auszuwählen, die er nach der
Hochzeit mit nach Europa nehmen konnte. Bevor meine Freundin mit ihrem
neuen Ehemann nach Europa ging, musste sie seinem Willen gehorchen und sich
beschneiden lassen. Sie erklärte mir, dass er sie dazu gezwungen habe, weil
er Angst hatte, sie würde in Europa fremdgehen. Diese Meinung ist hier sehr
weit verbreitet. Unsere Männer denken nur an sich. Und später beschweren
sie sich. Meine Freundin musste sich in einem Krankenhaus im Jahr 2003 in
Suleymaniah beschneiden lassen und danach warf ihr Mann ihr vor, dass sie
nun so kalt und frigide sei. Ich habe auch von anderen jungen Frauen gehört,
die sich auf Wunsch ihres Ehemannes aus Europa beschneiden lassen mussten.
Das ist ein neues Problem, das zu dem alten hinzukommt.
Wadi: Welche Möglichkeiten gibt es deiner Meinung nach, um zu verhindern,
dass noch mehr Mädchen Opfer von FGM werden?
N. M.: Die einzige Lösung ist Bildung.
Ich denke das Problem beginnt bereits beim Thema Sexualität allgemein. In
unserer Gesellschaft wird überhaupt nicht darüber gesprochen, wir
Jugendlichen haben sozusagen alle nicht einen blassen Schimmer. Außer an der
Universität hat man keine Gelegenheit in irgendeiner Weise überhaupt nur mit
dem anderen Geschlecht auch nur im Entferntesten in Kontakt zu kommen. Die
Eltern klären ihre Kinder nicht auf. In Suleymaniah kaufen sich die jungen
Männer Sexvideos aus Europa. Sie klären dann später ihre Ehefrauen auf.
Liebe und Beziehung ist hier ein rein sexuelles, mechanisches Thema. Für
Gefühle ist kein Platz. Die jungen Ehefrauen sind ihren Ehemännern sowohl
körperlich als auch gesundheitlich und seelisch völlig ausgeliefert.
Ein erster Schritt wäre deshalb, ab der Grundschule Aufklärung in den
Unterricht einzuführen. Von da aus kann man dann den Schülern über FGM
erzählen.
Ich wünsche mir außerdem Seminare für Frauen UND Männer and der Universität
und in den Dörfern. Besonders in den Dörfern sollte man auch die ältere
Generation mit in die Aufklärung einbeziehen, denn sie haben gerade dort
meist großen Einfluss.
FGM muss in den Medien thematisiert werden. Wenn die Leute darüber im Radio
und Fernsehen hören, beginnen sie, darüber nachzudenken. Außerdem sollte es
ein großes Forschungsprojekt zu diesem Thema geben.
Wadi: Warum hältst du dieses Forschungsprojekt für so wichtig?
N.M.: Wir brauchen eine groß angelegte Research, um zunächst einmal Daten zu
erheben. FGM war bis vor kurzem ein absolutes Tabuthema und ist es im
Großteil der kurdischen Bevölkerung immer noch. Man muss zuerst Daten für
den Nordirak erheben, denn die regionalen und sozialen Unterschiede sind
groß. Man darf dabei nicht pauschal die Ergebnisse aus Afrika auf die
kurdische Gesellschaft übertragen. Die Research wird es ermöglichen, gezielt
gegen falsche Vorstellungen von FGM vorzugehen. Wir wollen FGM nicht mehr.
Interview mit Nias M. vom 27.07.2005
Das Interview führte Sandra Strobel
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FGM in Irakisch-Kurdistan:
„Bildung und Aufklärung sind der einzige Weg“
Trifa Ali wurde 1973 in einer Collective Town in der Region Garmyan geboren.
Sie lebt heute in Suleymaniah (Irakisch-Kurdistan) und arbeitet für eine
kurdische Frauenzeitung. Nach ihrer Tätigkeit als Grundschullehrerin
beschloss sie, sich für die Rechte der Frauen einzusetzen. Sie wirkte bei
Aufklärungsveranstaltungen sowie bei der Datenerhebung zur Studie Runak
Farajs (Runak Faraj: Kurdish community and female genital mutilation,
Suleymaniah 2004.) mit. Heute arbeit sie für CSI, eine NGO in Suleymaniah,
die sich für die Stärkung der Zivilgesellschaft einsetzt. CSI ist
Partnerorganisation von Wadi.
Wadi: Warum wird FGM bis heute in Irakisch-Kurdistan praktiziert?
T. A.: In den Dörfern ist das größte Problem das große Unwissen der
Bevölkerung. Es gibt mehrere Gründe dafür, dass es FGM besonders in den
Dörfern bis heute gibt. Denn auf dem Lande ist die FGM-Rate viel höher wie
in den Städten. Zum einen wird FGM an jungen Mädchen praktiziert, weil die
Familie verhindern möchte, dass die Familienehre in Gefahr gerät. Die Ehre
ist das höchste Gut der Familie. Deshalb müssen Mädchen und Frauen sich
einem strengen Wertekodex unterwerfen. Dazu gehört vor allem, dass sie
unberührt in die Ehe gehen. Dies ist einer der Hauptgründe für FGM. Die
Mütter und Tanten amputieren die Klitoris und Schamlippen ihrer Töchter, um
deren Verhalten zu kontrollieren. Unbeschnittene Mädchen werden als haram
(im Islam: schmutzig, schlecht) betrachtet. Sie werden ausgeschlossen und
gelten als Schande. Ich habe Fälle gesehen, in denen junge Ehefrauen am
Morgen nach der Hochzeitsnacht von ihrem Gatten verstoßen wurden, weil sie
nicht beschnitten waren. Mütter beschneiden ihre Töchter auf dem Land auch
im Glauben, ihre Töchter so vor Eheproblemen zu bewahren. Die Frauen denken,
sie würden damit etwas Gutes für ihre Töchter tun.
Ein weiterer Grund ist die Religion. Viele Menschen glauben, der Islam
schreibe FGM vor. Dies ist falsch, denn es steht nicht im Koran geschrieben.
Dazu kommt, dass viele Dörfer schon allein geographisch sehr isoliert sind
und deshalb an ihren Traditionen festhalten. Sie praktizieren FGM, weil es
Tradition ist. Die Frauen kommen nicht einmal auf die Idee, dass dies nicht
sein muss. FGM hat viel mit Tradition zu tun.
Wadi: Sie sehen FGM also eher als das Resultat von Traditionen als von
Religion? Bedeutet das, das die Fatwa, die kürzlich vom Mufti von
Suleymaniah gegen FGM erlassen wurde, die Situation nicht besonders
verbessern kann?
T.A.: Ich weiß gar nicht, dass es diese Fatwa gibt. Das Problem ist hier
häufig, dass solche Dinge gar nicht zu den Leuten durchdringen. Die Meinung
eines Muftis kann sehr wohl etwas an der Lage ändern, aber die Leute hören
in der Regel nur auf „ihren Mufti“, das heißt, auf denjenigen, der für ihre
Region zuständig ist. FGM hat sowohl etwas mit Tradition als auch mit
Religion zu tun. Das Schlüsselwort ist jedoch die Ehre, denn sie spielt
sowohl im Islam als auch in der kurdischen Tradition eine große Rolle. Junge
Mädchen sind deshalb der Kontrolle ihrer Verwandten völlig unterworfen.
Wadi: Warum tun ausgerechnet Frauen ihren eigenen Töchtern und Nichten so
etwas an?
T.A.: Sie denken, dass sie damit etwas Gutes für die Mädchen tun. Deshalb
ist unser größtes Problem das Unwissen der Frauen. Sobald das Bildungsniveau
im gesamten Nordirak höher ist, wird auch die Praxis der
Genitalverstümmelung an Frauen zurückgehen.
Wadi: Welche Rolle spielen Männer im Bezug auf FGM?
T.A.: In den Städten wissen die Männer allgemein vor ihrer eigenen Hochzeit
gar nichts davon, denn es ist ein Geheimnis zwischen Mutter und Tochter. Ich
denke aber, dass die Jungen und Männer in Suleymaniah heute FGM kritisch
gegenüber stehen würden, wenn sie davon wüssten. Sie würden ihre Mütter und
Ehefrauen davon abhalten. Ich habe diesen Fall in meiner eigenen Familie in
Suleymaniah erlebt. Meine ältere Schwester versuchte ihre achtjährige
Tochter zu beschneiden. Ihr 11-jähriger Sohn rannte weinend vor mein Haus
und brüllte “ Hilfe, die wollen meine Schwester zerschneiden!“. Nach einem
heftigen Streitgespräch konnte ich meine Schwester davon überzeugen, ihre
Tochter nicht zu verstümmeln.
Auf dem Land ist die Situation anders: Die Jungen wissen meistens von FGM,
denn in kleinen Dörfern passiert nichts unbemerkt. Da sie nicht in die
Schule gehen halten sie FGM meist auch für richtig. FGM hat sehr viel mit
Bildung zu tun.
Wadi: Was kann gegen FGM getan werden?
T.A.: Das FGM- Problem kann nur durch Bildung und frühe Aufklärung gelöst
werden. Man muss versuchen, die Leute in den Dörfern davon zu überzeugen,
dass sie falsche Vorurteile haben. Wir sind im Jahr 2003 in Dörfer gefahren
und Vorträge über die Folgen von FGM gehalten. Wir haben dafür Männer und
Frauen unter den Dorfbewohnern ausgewählt, die schreiben können. Sie können
später wie Transmissoren wirken. Danach hat Runak Faraj im Beisein von
Ärzten Fragen beantwortet. Die Leute haben uns verstanden und es stellt
sich dabei heraus, dass viele gar nicht wussten, das FGM die Ursache ihrer
Krankheiten und Beschwerden war.
In vielen Dörfern stießen wir auf Ehemänner, die bereuten, dass ihre Frauen
beschnitten worden waren.
Ich bin überzeugt davon, dass Bildung und Aufklärung der einzige Weg sind,
diese furchtbare Praktik zum Verschwinden zu bringen.
Interview vom 13.08.2005, Suleymaniah
Das Interview führte Sandra Strobel
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„ Ist es denn möglich, dass wir all die Jahr für ein freies Kurdistan
gekämpft haben und jetzt sind wir Frauen nicht frei? Was für eine Freiheit
ist das?“
Genitalverstümmelung an Frauen im Nordirak
– ein Interview mit Runak Faraj
Runak Faraj ist Leiterin der Frauenzeitung REWAN. Sie publizierte im Jahr
2004 eine Untersuchung zum Thema Genitalverstümmelung an Frauen in
Irakisch-Kurdistan. Ihr Buch „ Kurdish society and female genital
mutilation“ beruht auf Stichproben in verschiedenen Städten, collective
towns und Dörfern des Nordiraks.
W.: Aus welchen Gründen wird FGM in Irakisch-Kurdistan durchgeführt?
R. F.: FGM ist vor allem eine islamische Tradition. Hinzukommt das kurdische
Wertsystem. Das höchste Gut der Familie ist ihre Ehre. Ehre ist der
Schlüssel zu diesem Thema. Die Männer setzen die Pfeiler dieses System für
sich selbst fest. Einer dieser Pfeiler sind die Frauen. FGM dient dazu, die
Ehre der Familie zu beschützen. Es ist eine Art von Besitzsicherung.
Die Familien beschneiden ihre Töchter generell sehr früh und verheiraten sie
meist in sehr jungem Alter, so dass die Mädchen gar nicht dazu kommen, über
ihre Situation nachzudenken.
W.: Warum wird FGM nicht thematisiert?
R.F.: Vor der Errichtung eines autonomen Gebietes in Irakisch-Kurdistan war
es uns Frauen selbst gar nicht möglich, über unsere Situation nachzudenken.
Es war Krieg, wir hatten andere Probleme. Die politische Situation erlaubte
es nicht. Während der Saddamzeit wurden viele Gewaltakte allgemein gegen
Frauen begangen. Niemand sagte etwas.
Erst 1991 habe ich mir zum ersten mal die Frage gestellt: Warum werden
Frauen beschnitten? Ist es möglich, dass wir all die Jahre für ein freies
Kurdistan gekämpft haben und jetzt sind die Frauen nicht frei? Was für eine
Freiheit ist das?
W.: Welche Möglichkeiten gibt es, gegen FGM vorzugehen?
R.F.: Die Zahl der betroffenen Mädchen ist erschreckend hoch. Das Problem
ist, dass Genitalverstümmelung an Frauen und Sexualität an sich ein
absolutes Tabuthema sind. FGM muss ausgesprochen werden und man muss die
Frauen aufklären. Viele Frauen lassen sich überzeugen, wenn man ihnen die
negativen Folgen von FGM nennt. Dazu sind Studien und Kampagnen notwendig.
Suleymaniah, August 2005
Das Interview führte Sandra Strobel, Mitarbeiterin von Wadi e. V.
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Warum ist ein groß angelegtes Research zum Thema FGM im Nordirak dringend
notwendig?
Ein Interview mit Awat Mohammad
Awat Mohammad ist Sozialforscher und publizierte unter anderem eine Studie
über Gewalt an Frauen (Awat Mohammad: Domestic violence. A field research on
women in Suleymaniah and Garmian districts, Asuda organization for
combatting violence women, 2003.) und Selbstverbrennung von Frauen. Er
engagierte sich in zahlreichen Projekten und arbeitet zurzeit unter anderem
an der Vorbereitung an einem größeren Research über Genitalverstümmelung an
Frauen in Irakisch-Kurdistan.
Außerdem arbeitet er als Berater für das auch von Wadi mitunterstützte Radio
Dangue Newe in Halabja.
W.: Warum ist eine groß angelegte Studie zum Thema Genitalverstümmelung an
Frauen in Irakisch –Kurdistan dringend notwendig?
A.M.: Zunächst müssen wir der Regierung und der Bevölkerung zeigen, dass
Genitalverstümmelung an Frauen bei uns ein großes Problem ist. Beide sind
sich derzeit nicht darüber bewusst. Die Mehrheit der unverheirateten Männer
weiß nicht einmal, dass es so etwas gibt. Wir selbst kennen das exakte
Ausmaß dieser frauenverachtenden Praxis heute noch nicht, wir wissen nur,
dass ein sehr hoher Anteil der weiblichen Bevölkerung in Irakisch –
Kurdistan Opfer von FGM geworden ist. Es gibt große regionale Unterschiede
zu beachten. Damit meine ich nicht nur Unterschiede zwischen Stadt und Land
sondern auch zwischen den unterschiedlichen kurdischen Regionen. Ein
besonders großes Problem mit FGM gibt es zum Beispiel im Hauramangebiet
(Gebiet im Nordwestirak an der iranischen Grenze). Dort zwang die
terroristische Gruppe Ansar-al-Aslam die Bevölkerung bis 2003, ihre Töchter
zu beschneiden. Seit 2003 hat sich die islamistische Gruppierung von dort
zurückgezogen, doch die Familien praktizieren FGM aus Angst weiter. Wir
müssen diese Studie durchführen, um exaktes Datenmaterial zu bekommen.
Danach müssen wir die Bevölkerung und die Regierung aufklären und gemeinsam
dieses Problem lösen. Dabei brauchen wir die Hilfe von NGOs, der UN und der
Regierung. Wir brauchen diese Studie auch deshalb, um allen einen Hieb- und
stichfesten Beweis vorweisen zu können. Dieses Problem gibt es nicht nur in
Irakisch-Kurdistan, sondern auch in der Türkei und im gesamten Irak. Wir
brauchen einen starken Gesetzgeber, der auf Basis dieser Studie Gesetze und
Maßnahmen durchsetzt, die es uns ermöglichen, FGM zu beseitigen.
W.: Warum wird FGM in Irakisch-Kurdistan ihrer Meinung nach praktiziert?
A.M.: Unbeschnittene Frauen werden als haram (nach dem Islam: schmutzig,
schlecht) betrachtet. Sie werden ausgeschlossen. Erst kürzlich wurde in
Quaradagh eine junge Ehefrau nach der Hochzeitsnacht von ihrem Mann
verstoßen, weil sie unbeschnitten war. Dies war für sie und ihre Familie
eine Katastrophe. Männer denken hier, dass ihre Ehefrauen beschnitten sein
müssen. Ob ein Mädchen beschnitten wird, hängt dann in zweiter Linie von der
einflussvollsten Frau in ihrer Familie ab. Dies kann die Mutter, die
Großmutter oder eine Tante sein. Deshalb müssen wir eine Studie machen, die
sich auf die gesamte Großfamilie als solche bezieht.
Ein weiteres Problem ist, dass es keinen gesetzlichen Druck gibt. Die
Täterinnen werden in der Praxis nicht belangt. Außerdem ist FGM ein
Tabuthema. Wir müssen versuchen, die Bevölkerung dazu zu bringen, dieses
Thema auszusprechen und zu diskutieren.
FGM wird in Irakisch – Kurdistan aus mehreren Gründen durchgeführt: Es ist
sowohl eine Frage der Tradition, als auch der Religion, der Gesellschaft,
der Region, der Bildung und der Gesellschaftsschicht.
W.: Wer sind die Träger von FGM ?
A.M.: Im Grunde die ganze Gesellschaft. Indirekt sind Männer die Träger,
doch direkt die Frauen, denn sie führen diese Praxis selbstständig fort.
W.: Warum tun die Frauen das?
A.M.: Sie tun es meist, weil sie ungebildet sind. Sie wissen eigentlich
überhaupt nicht, warum sie es tun und tun es, weil es schon immer so war und
für sie normal ist. Sie denken nicht an die Zukunft ihrer Töchter.
Es ist bereits jetzt deutlich sichtbar, dass ein enger Zusammenhang zwischen
Bildung und FGM besteht. Die Generation der heutigen jungen Mädchen, die in
die Schule gegangen sind, sind die Generation, bei der wir ansetzten müssen,
denn sie lehnen FGM ab. Ich bin auch überzeugt, dass wir mit den Ergebnissen
der Studie und mit Aufklärung über die Folgen von FGM auch gebildete junge
Männer überzeugen können. Ein Problem sind vor allem die
Bevölkerungsschichten, die nie in der Schule waren, denn sie halten
erfahrungsgemäß am meisten an Traditionen fest.
W.: Was kann während und nach der Studie gegen FGM getan werden?
A.M.: Die Studie soll so angelegt sein, dass bereits während ihrer
Durchführung die Bevölkerung über die gefährlichen Folgen von FGM aufgeklärt
wird und so überzeugt werden kann, diese Praxis abzulegen. FGM ist
ursprünglich eine islamische Tradition. Wir Kurden nehmen den Islam nicht so
ernst. Es bestehen gute Chancen, dass die Bevölkerung durch Aufklärung
einsieht, dass Genitalverstümmelung an Frauen aufhören muss.
Nach Abschluss der Studie haben wir ein einleuchtendes Beweismaterial in der
Hand, mit dem wir die UN und die Regierung überzeugen können, uns bei
unserer Arbeit zu unterstützen. Denn ohne gesetzlichen Druck wird das
Problem FGM nicht so einfach zu beseitigen sein. Wir sollten bereits in
Grundschulen mit der Aufklärung beginnen. Es wird ein langer Weg sein und
die Studie ist der erste, unabdingbare Schritt dazu.
Suleymaniah 2005
Das Interview führte Sandra Strobel, Mitarbeiterin von Wadi e. V.
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16 update 5! -Alassane-campaign english/deutsch
Von: The VOICE Refugee Forum <thevoiceforum at emdash.org>
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Info in deutsch; udate 5! Haft für Alassane Moussbaou bis 1. Mai 2006
verlängert! Behörde organisiert Charterdeportation im April!
http://thecaravan.org/node/449
+ + + + +
Stop the deportation of Alassane Moussbaou into the hands of the
dictatorship in Togo
Thursday, 19th of January, 12pm Federal Representation of
Mecklenburg-Vorpommern
In den Ministergärten 3
Meeting Place: Potsdamer Platz, Ecke Leipzigerstr. / Erbertstr.
The anti-dictatorship and refugee activist Alassane Moussbaou is in
deportation prison since the 2nd of December. A first attempt to deport
him on the 10th of January failed due to his resistance. In spite of a
wide campaign, intervention on his behalf by the UNHCR and the demand
of the Committee on Petitions in Mecklenburg-Vorpommern to desist with
his deportations, the local authorities and the Minister of the Interior
nevertheless still insist on placing him in the hands of the dictatorship.
We cannot let this happen! Supporting actions are required everywhere.
Participate in the protest at the Representation of Mecklenburg-Vorpommern
in Berlin! Mobilize others!
More information about the current campaign can be found under:
http://thecaravan.org/
http://thevoiceforum.org/
Solidarity Means Resistance! Protest Against Deportation!
- The detention is extended until May 1st 2006-01-16!
- The authorities plan charter-deportations to Togo in April!
- Further actions in supprt for Alassane Moussbaou needed!
The local district court (Amtsgericht) in Güstrow decided on January
13th to extend the term of detention of Alassane Moussbaou. In their
explanatoy statement they say, that the regional authorities will soon
make a new attempt to deport him. A mass-deportation by charterflight
directly to Lomé/Togo is planned for the end of April.
The "Plataforma der MigrantInnen und Flüchtlinge"
(http://plataforma-berlin.de) organised an information event about the
current situation in Togo on January 12th in Berlin. Opponents of the
regime in Togo were invited. A reportage about the Eyadema-Regime was
shown and the campaign against the dictatorship as well as the campaign
against Alassanes deportation were presented. This film-documentation
can very well be used for Information-events in other cities. (Contact
the local Karawane-groups)
A protest-manifestation in front of the Permanent Representation
(Landesvertretung) of Mecklenburg-Vorpommern in Berlin (In den
Ministergärten 3) takes place on January 19.
Activists and supporters of refugees meet at 12:00 at Potsdamer Platz on
the cor