MUND_160106
MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst
analle at no-racism.net
Mon Jan 16 10:55:51 CET 2006
widerst at nd MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst
Montag, 16. Januar 2006
www.no-racism.net/mund
MedieninhaberInnen seid Ihr!
================================================
A) INHALT
================================================
<<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><
AKTIONEN/ANKÜNDIGUNGEN
<<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><
================================================
01 8. März - Demo - Vorbereitung
von: LesbenFrauenNachrichten at gmx.at
================================================
02 Ausstellung Wege nach Ravensbrück
von: LesbenFrauenNachrichten at gmx.at
================================================
03 Kubafilmtag 21.01.2006
von: m.rak at gmx.at
================================================
04 Termine des ArbeiterInnenstandpunkt
von: ast-lfi at utanet.at
================================================
<<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><
MELDUNGEN/MEINUNGEN/KOMMENTARE
<<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><
================================================
05 Bacherpark-Besetzung - Offener Brief/Homepage
von: martin.mair at mediaaustria.at
================================================
06 § 209-Polizeidaten: VwGH ordnet Vernichtung (auch) manueller
Dateien an
von: office at paragraph209.at
================================================
07 Widerstand gegen Postprivatisierung
von: Renate.Vodnek at reflex.at
================================================
08 Exiliraker debattierten über Verhältnis zwischen Religion und Staat
von: wadi.wien at gmx.at
================================================
09 Langer Arm der Haager Politjustiz reicht bis nach Österreich
von: camp at antiimperialista.org
================================================
10 Strache/Neujahrstreffen/Kritik/KPÖ-Steiermark
von: kpoe_stmk at hotmail.com
================================================
11 KPÖ/Europarat/Antikommunismus/Erklärung
von: leo.furtlehner at liwest.at
================================================
12 Zur antizionistischen Attacke Pröbstings auf K. Pfeifer
von: cafe.critique at gmx.net
================================================
13 KPÖ/EU/Verfassung/Regierung
von: info at kpoe.at
================================================
<<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><
WELTWEIT
<<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><
================================================
14 Anfrage
von: desiree_wueschner at web.de
================================================
15 ASt - Hamburger Hafenarbeiter im Streik
von: ast-lfi at utanet.at
================================================
16 [gipfelsoli] Genua
von: gipfelsoli-l at lists.nadir.org
================================================
17 [gipfelsoli] Heiligendamm
von: gipfelsoli-l at lists.nadir.org
================================================
18 Tödliche Liebe im Nordirak
von: wadi.wien at gmx.at
================================================
19 Tschetschenien: Merkel in Moskau - Deutschland soll zum
Frieden beitragen
von: hans.bogenreiter at gfbv.at
================================================
<<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><
LINKS/HINWEISE
<<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><
================================================
20 Gefangennahme von AktivistInnen in USA
von: tate1728 at hotmail.com
================================================
================================================
B) TEXTE
================================================
<<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><
AKTIONEN/ANKÜNDIGUNGEN
<<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><
================================================
01 8. März - Demo - Vorbereitung
von: LesbenFrauenNachrichten at gmx.at
===============================================
zum Weitersagen, weiterschicken, aushängen....
Liebe Frauen
- Lesben,Migrantinnen,Arbeiterinnen (von unbezahlt, bis prekär, über
Honorar, bis angestellt....), Frauen mit und ohne Behinderungen/mit
unterschiedlichen Fähigkeiten, Studentinnen, Schülerinnen,
Erwerbslose,
Sozialhilfeempfängerinnen,.... -
Kommt zur Vorbereitung für die 8. März - Frauendemo !!!
1. Vorbereitungstreffen:
Mi. 18.1.06, um 20 h
im FZ, Währingerstraße 59/Stiege 6, im 2. Stock, 1090
Zur und mit der Demo wird es heuer eine Aufführung des LesbenFrauen-
Circus
geben, die sich heuer vom 29.2.-9.3.06 in Wien treffen, um ein
Programm für
den 8. März zu erarbeiten.
Außerdem suchen die Ramba Sambas neue Mittrommlerinnen und proben
gemeinsam
für die 8. März-Demo
Ein erster inhaltlichen Vorschlag für die Frauendemo ist Feministischer
Widerstand gegen Rassismus (u.a. aufgrund der rassitischen Hetze beim
Wiener
Wahlkampf). Weitere Inhalte und Routenüberlegung werden bei den
Vorbereitungstreffen besprochen.
Kommt zur Demovorbereitung, sagt es weiter !!!
für einen kraftvollen, vielfältigen und radikalen feministischen
Widerstand
am 8. März und mit internationaler Solidarität!
================================================
02 Ausstellung Wege nach Ravensbrück
von: LesbenFrauenNachrichten at gmx.at
===============================================
Wir möchten euch alle ganz herzlich zur Neubearbeitung unserer
Ausstellung
"Wege nach Ravensbrück. Eine Ausstellung weiter denken" einladen, die
ab
18.1.
in der Galerie der IG Bildende Kunst in Wien zu sehen sein wird.
Näheres auf www.igbildendekunst.at unter "gallery" bzw. im Attachment.
Wenn ihr die Ausstellung bewerben würdet, z.B. durch Weiterleiten
dieser
Einladung, wäre uns sehr geholfen.
Wir würden uns sehr freuen, euch in der Ausstellung und auch beim
Begleitprogramm zu sehen.
Feministische Grüße,
Sylvia Köchl, Projektgruppe "Wege nach Ravensbrück"
================================================
03 Kubafilmtag 21.01.2006
von: m.rak at gmx.at
===============================================
Samstag,21.01.2006 ab 16h
Filmland Kuba 5 Kubanische Filme
Audi-max der TU-WIEN 1060,Getreidemarkt 9
www.cinestudio.at
16:00 Oggun - An Eternal Presence
18:00 Filmland 'Kuba' Comandante
19:45 Nada Regie -Juan Carlos Cremata Malberti
In Anwesenheut des Regisseurs
21:45 La Muerte de un Buròcrata (Der Tod eines Bürokraten)
23:45 Überraschungsfilm Juan Carlos Cremata Malberti
--
Manfred RAKOUSKY
Kultur/filmreferat der HTU-WIEN
Wiednerhauptstr.8-10
1040 WIEN
Tel.:58801/49513
Kontakt:m.rak at gmx.at
Homepage:http://www.cinestudio.at
Kino:Audi-Max der TU-Wien
1060,Getreidemarkt 9
================================================
04 Termine des ArbeiterInnenstandpunkt
von: ast-lfi at utanet.at
================================================
Termine des ArbeiterInnenstandpunkt
Sonntag, 5. Februar 2006, 19.00
Veranstaltung von Antiimperialistischer Koordination und
ArbeiterInnenstandpunkt
Die antinationale Gefahr? Kritik an Geschichte und Ideologie
antideutscher Politik
Podiumsdiskussion mit Dieter Reinisch (ArbeiterInnenstandpunkt) und
Gunnar Bernhard (Antiimperialistische Koordination)
Ort: OKAZ, Gusshausstr. 14/3, 1040 Wien
Freitag, 17. Februar, 19.00
Veranstaltung des ArbeiterInnenstandpunkt
Immigration und Rassismus in Österreich – Analyse und Perspektive
der revolutionären MarxistInnen
Ort: Amerlinghaus, Stiftg. 8, 1070 Wien (U3 Neubaugasse)
Freitag, 24. Februar, 19.00
Veranstaltung des ArbeiterInnenstandpunkt
Rassismus und Antirassismus in Österreich. Das FPÖ-Volksbegehren und
unser Widerstand
Podiumsdiskussion mit Leo Gabriel, Sandra Bakutz (Anatolischer
Kulturverein) sowie einem/einer VertreterIn des ArbeiterInnenstandpunkt
Ort: Amerlinghaus, Stiftg. 8, 1070 Wien (U3 Neubaugasse)
<<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><
MELDUNGEN/MEINUNGEN/KOMMENTARE
<<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><
================================================
05 Bacherpark-Besetzung - Offener Brief/Homepage
von: martin.mair at mediaaustria.at
===============================================
Seit einigen Tagen ist der Bacherpark im 5.
Wiener Gemeindebezirk besetzt, um den Bau einer
Tiefgarage zu verhindern.
Eine Homepage gibt es auch bereits:
http://www.baeume-statt-garage.psido.at/
Von dieser der als Erstinformation der offene
Brief an Bürgermeister Michael Häupl.
lg
Martin
Wien, 3. Jänner 2006
Offener Brief
an den Bürgermeister der Stadt Wien
Dr. Michael Häupl
Betrifft: Keine Volksgarage unter dem Bacherpark !
Sehr geehrter Herr Bürgermeister!
Wenige Tage vor Weihnachten wurden am Margaretner
Bacherplatz eindrucksvoll “Umweltkompetenz und
Bürgerbeteiligungsbereitschaft " demonstriert.
Noch bevor den anrainenden Parteien ein
Baubescheid zugestellt worden ist, wurden
Arbeiter geschickt, um die größten Bäume zu
fällen. Seitdem ist der Platz deutlich weniger
Park und die Anrainer haben einen Vorgeschmack
auf das, was mit dem geplanten Bau der Tiefgarage
auf sie zukommt.
Das Schlägern der großen Pappeln sollte wohl ein
Zeichen sein: “Wir, die Mächtigen, zeigen euch,
den Ohnmächtigen, dass euer Engagement, eure
Aufregung, euer Widerstand keinen Sinn hat. Die
Bäume sind nun nicht mehr zu retten, bald werden
die Bauarbeiten beginnen." Doch Provokation kann
Widerstand noch verstärken und mündige Bürger
werden umso lauter ihre Rechte einfordern: Keine
Bauarbeiten während eines laufenden Verfahrens,
kein Bau ohne Anrainerbefragung, wie in anderen
Bezirken auch!
Volksgaragenplätze um 72,- Euro, während die
Vignette, die im gesamten 4. und 5. Bezirk gilt,
weniger als 10,- Euro im Monat kostet: das ist
das Angebot für Autofahrer!
Großzügiger agiert die Kommunalpolitik da schon
den Bauherren gegenüber: Laut Bericht des Wiener
Kontrollamtes wird ein Stellplatz mit bis zu
21.800,- Euro, das sind mehr als 300.000,-
Schilling, gefördert. Für Garagen, die dann
entweder so gut wie leer stehen oder die
zusätzlichen Verkehr anziehen. Sie wissen, dass
Sie damit die Bevölkerung für dumm verkaufen.
Das Geld aus der Parkraumbewirtschaftung muss sinnvoll eingesetzt
werden!
Der Widerstand wird weitergehen, dafür sprechen
2300 Unterschriften gegen den Garagenbau, dafür
sprechen aber auch viele Argumente, die sogar von
Politikern in Wien ständig ins Treffen geführt
werden: Individualverkehr, Lärm und
Schadstoffbelastung müssen eingedämmt,
öffentlicher Verkehr muss gefördert werden.
Der 5. Bezirk ist bereits jetzt durch Verkehr
extrem belastet, nun soll in ein Gebiet mit
mehreren Schulen und Kindergärten zusätzlichen
Verkehr hineingeleitet werden.
Setzen Sie endlich Ihre eigenen Ankündigungen in der Verkehrspolitik
um!
Nie wurde von Seiten der Verantwortlichen auf
Ängste und Wünsche der Bevölkerung eingegangen,
Argumente und Bedenken wurden ignoriert und durch
eine “Initiative unabhängiger,
sozialdemokratischer Bezirksräte/innen für den
Bau......." konterkariert.
Nun soll den Wunschvorstellungen des Bauherrn
gemäß “konfliktfrei" gebaut werden. Was sich
Betonierer unter konfliktfrei vorstellen, wurde
bereits demonstriert: Die Bäume wurden mit
Polizeieskorte geschlägert, obwohl sie auf dem
von außen ohnehin nicht zugänglichen Spielplatz
der Schule standen.
Parkplatz statt Spielplatz - unter Polizeischutz - ein symbolhaftes
Bild!
Werden Sie, Herr Bürgermeister Häupl, gemeinsam
mit Frau Umweltstadträtin Sima, Herrn Stadtrat
Schicker, Herrn Stadtrat Rieder, Herrn
Garagenkoordinator Theuermann und Herrn
Bezirksvorsteher Wimmer die Verantwortung dafür
übernehmen, wenn das Verkehrsaufkommen und damit
die Schadstoffbelastung weiter steigt, wenn noch
mehr Unfälle passieren und sich schon wieder
herausstellen wird, dass Steuergeld in den Sand
gesetzt wurde? Wir werden jedenfalls bei jeder
nur möglichen Gelegenheit an diese Verantwortung
erinnern.
Mit freundlichen Grüßen
Bürgerinitiative Bacherpark
bi-Bacherpark at chello.at
545 77 30
0767 30 39 799
Zur Kenntnisnahme an
Stadtrat Schicker
Stadträtin Sima
Garagenkoordinator Theuermann
Bezirksvorsteher Wimmer
Presse
--
=================================================
Martin Mair - Publizist virtuell & traditionell
Krottenbachstrasse 40/9/6, A-1190 Wien
Tel. + Fax: +43 1 3677487,
Mobil: + 43 676 3548310
Email: martin.mair at mediaaustria.at
http://www.mediaaustria.at - Webhosting & Webdesign
http://www.bannertausch.info
http://www.mediaweb.at - Medienplattform
================================================
06 § 209-Polizeidaten: VwGH ordnet Vernichtung (auch) manueller
Dateien an
von: office at paragraph209.at
===============================================
(English Text Below)
§ 209-Polizeidaten
Verwaltungsgerichtshof ordnet
Vernichtung (auch) manueller Dateien an
Plattform gegen § 209: Ein Meilenstein für die Rehabilitierung der
§ 209-Opfer
Die Plattform gegen § 209 begrüsst mit grosser Freude das soeben
bekannt gewordene Erkenntnis des Verwaltungsgerichtshofs zu den § 209-
Polizeidaten. Demnach sind diese Daten nicht nur aus den Computer-
Datenbanken zu löschen sondern auch aus den manuellen, auf Papier
geführten Dateien (VwGH 19.12.2005, 2005/06/0140).
Nachdem das anti-homosexuelle Sonderstrafgesetz im August 2002
aufgehoben worden war, hatten sich die Sicherheitsbehörden anfangs
generell geweigert, die Vormerkungen der § 209-Opfer in den
polizeilichen Datenbanken löschen zu lassen. Sie bestanden darauf,
diese Daten zur Vollziehung der § 209-Ersatzbestimmung, § 207b StGB,
zu benötigen. Innenminister Strasser hat daher im Februar 2003 per
Erlaß nur die Löschung jener Daten von § 209-Opfern angeordnet
(Erlaß 05.02.2003, 3200/225-II/BK/2.3/03), die freigesprochen oder
deren Verfahren eingestellt wurden, was – auf Grund einer
Verfassungsgerichtshofentscheidung - ohnehin bei jedem Delikt der
Fall ist.
Die anschliessenden ein ganzes Jahr dauernden intensiven Bemühungen
der Plattform gegen § 209 und von Amnesty International, und die
ersten Beschwerdefälle, insb. vor der Datenschutzkommission, haben
dann Erfolg gezeitigt. Innenminister Dr. Ernst Strasser hat zum einen
per Erlaß die Löschung sämtlicher Vormerkungen nach § 209 im
österreichweiten Polizeicomputer EKIS angeordnet (Erlaß der
Generaldirektion für die öffentliche Sicherheit vom 10.04.2003,
8181/421-II/BK/1/03) und zum anderen mit Verordnung sämtliche
erkennungsdienstlichen Daten (Fingerabdrücke, Fotos, Gendaten etc.)
der § 209-Opfer vernichten lassen (VO vom 12.08.2003, BGBl II
361/2003).
Gewissensgefangener erhielt gegen Datenschutzkommission recht
Weiterhin verweigert wurde aber die Löschung aller auf Papier
vorhandenen Daten. Diese Rechtsansicht der Polizeibehörden hat auch
die Datenschutzkommmission geteilt und alle diesbezüglichen
Beschwerden von § 209-Opfern abgewiesen. Die Frage der Papierdaten
musste daher an den Verfassungsgerichtshof und den
Verwaltungsgerichtshof herangetragen werden.
Der Verwaltungsgerichtshof hat nun in einem ersten Fall einem
Beschwerdeführer recht gegeben. Es handelt sich dabei um jenen Mann,
der 2001 auf Grund des § 209 inhaftiert wurde und von Amnesty
International als erster Gewissengefangener Österreichs seit
Jahrzehnten adoptiert worden ist. Im Februar 2005 hat der Europäische
Menschenrechtsgerichtshof Österreich in diesem Fall verurteilt (F.L.
gg. Österreich 2005). Der Verwaltungsgerichtshof hat nun erkannt,
dass nicht nur die Daten in den Computerdatenbanken sondern auch in
den manuellen (auf Papier geführten) Dateien, wie den
Protokollbüchern, zu löschen sind.
Übrig bleibt nun nur noch die Frage der Vernichtung (auch) der bei
den Polizeibehörden verbliebenen Kopien der Ermittlungsakten selbst.
Die § 209-Opfer haben geltend gemacht, dass ihnen aus der
Europäischen Menschenrechtskonvention ein Anspruch auch auf
Vernichtung dieser Akten zukommt. Darüber hat nun der
Verfassungsgerichtshof zu entscheiden.
„Das Erkenntnis des Verwaltungsgerichtshofs ist ein Meilenstein in
der Rehabilitierung der § 209-Opfer“, sagt der Wiener Rechtsanwalt
Dr. Helmut Graupner, Sprecher der Plattform gegen § 209, „Umso
schändlicher ist die Untätigkeit des Parlaments, wo ein
Gesetzentwurf zur umfassenden Rehabilitierung seit Monaten
unbehandelt liegt“.
In der überkonfessionellen und überparteilichen Plattform gegen §
209 haben sich über 30 Organisationen zusammengeschlossen, um gegen
das in § 209 StGB verankerte diskriminierende zusätzliche
Sondermindestalter von 18 Jahren ausschließlich für homosexuelle
Beziehungen zwischen Männern (zusätzlich zur allgemeinen, für
Heterosexuelle, Lesben und Schwule gleichermaßen gültigen
Mindestaltersgrenze von 14 Jahren) anzukämpfen. Der Plattform
gehören neben nahezu allen Vereinigungen der Homosexuellenbewegung
auch allgemeine Organisationen an, wie Aids-Hilfen, die Kinder- und
Jugendanwaltschaften Tirol und Wien, die Österreichische
Hochschülerschaft, die Bewährungshilfe, die Österreichische
Gesellschaft für Sexualforschung u.v.a.m.. Nach der Aufhebung des §
209 StGB dringt die Plattform auf die Entlassung aller Gefangenen und
die Rehabilitierung und Entschädigung aller § 209-Opfer und
beobachtet die Vollziehung der § 209-Ersatzbestimmung, § 207b StGB.
Rückfragehinweis: Plattform gegen § 209: 01/876 30 61, 0676/3094737,
office at paragraph209.at, www.paragraph209.at
13.01.2006
Art. 209 – Police Data
Administrative High Court Orders Deletion (also) of Manual Data
Platform Against Art. 209: Milestone for rehabilitation of Art. 209-
victims
Platform Against Art. 209 welcomes with pleasure the Administrative
High Court’s judgment on Art. 209- police data. According to the
Court those data have not only to be deleted from computer data banks
but also from manual records on paper (VwGH 19.12.2005, 2005/06/0140).
After repeal of the anti-homosexual criminal statute August 2002
police authorities initially in general refused to delete the data on
Art. 209-victims. They insisted that they needed those data for the
enforcement of the Art. 209-subsitute-provision Art. 207b CC.
Minister of Interior, Dr. Ernst Strasser, therefore as late as
February 2003 by decree ordered the deletion of the data of just
those victims of Art. 209 who had been acquitted or whose proceedings
have been dropped (Executive Order 05.02.2003, 3200/225-II/BK/
2.3/03). In such cases the deletion is however, according to a
verdict by the Constitutional Court, obligatory for suspects of all
kinds of offences anyway.
Intensive lobbying by Platform Against Art. 209, joined by Amnesty
International, and the first human rights cases, i.e. before the Data
Protection Board, were then crowned by success. The Minister of
Interior ordered the deletion of all data concerning Art. 209 from
the national police databank “EKIS” on the one hand (Executive
Order 10.04.2003, 8181/421-II/BK/1/03) and the destruction of all
criminal identification data (fingerprints, pictures, genetic data
etc.) of Art. 209-victims on the other (Decree 12.08.2003, BGBl II
361/2003).
Prisoner of Conscience succeeds over Data Protection Commission
Police authorities however still refused deletion of all data
contained on paper. The Data Protection Commission shared their view
and rejected all those complaints by Art. 209-victims. The question
of paper data therefore had to be raised before the Constitutional
Court and the Administrative High Court.
The Administrative High Court now in a first decision gave way to
such an application. The applicant is the man who in 2001 had been
adopted as Austria’s first prisoner of conscience for decades. In
February 2005 the European Court of Human Rights convicted Austria in
his case (F.L. vs. Austria 2005). The Administrative High Court now
decided that entries have not only to be deleted from police computer
data banks but also from manual records on paper since the
proceedings violated the man’s human rights.
Still unsolved is the issue of destruction of the files themselves.
The victims of Art. 209 alleged such a right under the European
Convention of Human Rights. This question will now have to be decided
by the Constitutional Court.
“The judgment of the Administrative High Court is a milestone in the
rehabilitation of victims of Art. 209”, says Dr. Helmut Graupner,
spokesperson for Platform Against Art. 209, “The more shameful seems
inaction of parliament which for months now had time to deal with a
comprehensive rehabilitation bill ”.
The interdenominational and supra-partisan Platform Against Article
209 comprises more than 30 organisations that joined in the fight
against the discriminatory supplemental minimum age of 18 years for
homosexual relationships between men only (in addition to the general
age of consent of 14 for heterosexuals, lesbians and gays alike), as
set forth in article Art. 209 of the Criminal Code. Nearly all
associations of the homosexual movement, but also general
organizations are members of the Platform, like AIDS-help-
organisations, the Ombudspersons for Children and Adolescents of the
States of Vienna and Tyrol, the Austrian National Student Union, the
National Association of Probation, the Austrian Society for Sexual
Research, and many others more. After the repeal of Art. 209 the
Platform works for the release of all prisoners, for the deletion of
all verdicts from criminal records and for just satisfaction of all
victims of Art. 209. In addition it monitors the enforcement of the
new Art. 209-substitute-provision, Art. 207b Criminal Code.
More information:
Platform Against Art. 209: +43/1/876 30 61, 0676/3094737,
office at paragraph209.at, www.paragraph209.at
13.01.2006
================================================
07 Widerstand gegen Postprivatisierung
von: Renate.Vodnek at reflex.at
===============================================
Schüssel und Fischer wollen EU-Verfassung durchboxen
KPÖ für Alternativen zum „Europa der Konzerne“
Der von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel angekündigte „Neuanlauf“
für die EU-Verfassung und das Plädoyer von Bundespräsident Heinz
Fischer für eine „Teillösung“ zeigen, dass das politische
Establishment die Tiefe der Vertrauenskrise gegenüber der EU nicht
begriffen haben, meint Waltraud Fritz-Klackl, Europapolitische
Sprecherin der KPÖ.
„Die bei den Volksabstimmungen in Frankreich und den Niederlanden im
Mai 2005 gescheiterte Verfassung unverändert oder bloß
kosmetisch aufpoliert wieder auf den Tisch zu legen, zeugt zudem von
einem fragwürdigen Demokratieverständnis“, so die
KPÖ-Vertreterin im Vorstand der Europäischen Linkspartei und weist
dabei auch auf die Abfuhr für Außenministerin Ursula Plassnik bei
ihrem Besuch in den Niederlanden hin.
Bezeichnend für die Betreiber einer Neuauflage der gescheiterten
Verfassung ist, dass sie deren Kernpunkte – nämlich die
Militarisierung der EU und die Festschreibung des neoliberalen
Modells – bewusst nicht ansprechen. Genau das aber sind die Ursachen,
warum das Misstrauen in die EU vor allem auch in Österreich so groß
ist. Im Unterschied zu anderen EU-Ländern haben die
Parlamentsparteien in Österreich eine Volksabstimmung über die
Verfassung systematisch abgeblockt um eine breite öffentliche Debatte
über die Verfassung zu verhindern.
Die Verankerung der vier Grundfreiheiten des Maastricht-Vertrages von
1991 (Warenverkehr, Güterverkehr, Personenverkehr,
Dienstleistungsverkehr), des Binnenmarktes und damit der umfassenden
Mobilität für das Kapital und der Europäischen Zentralbank
(EZB) als politisch unabhängiger und damit nur auf Zurufe der
Konzerne agierender Institution ist ein Wesenszug der Verfassung.
Während es für die EU-Budgetpolitik strenge Auflagen in Form der
Maastricht-Kriterien gibt, bleiben für die Beschäftigungs- und
Sozialpolitik nur unverbindliche Absichtserklärungen wie etwa die
Lissabon-Strategie – mit über dreißig Millionen Arbeitslosen als
Ergebnis.
Die Militarisierung der EU ist durch die Gemeinsame Außen- und
Sicherheitspolitik (GASP) inklusive Euro-Armee, Kampfeinsätzen zur
Wahrung „europäischer Interessen“ und Verpflichtung zur
Aufrüstung per Rüstungsagentur in der Verfassung verankert. Dass diese
Orientierung mit der österreichischen Neutralität absolut
unvereinbar ist, liegt auf der Hand.
Die KPÖ lehnt die Orientierung „Europas Gewicht zu vergrößern und
wirtschaftlich konkurrenzfähiger zu machen“ (Fischer) – also im
Klartext eine Supermacht EU – ab. Die KPÖ stellt dem als Konsequenz
des Scheiterns der Verfassung eine offene Debatte über
Alternativen zur EU als „Europa der Konzerne“ gegenüber: „Ein
solches demokratisches, soziales, friedensorientiertes Europa bedingt
aber eine eindeutige Absage an das neoliberale Modell ebenso wie an
die Militarisierung der EU“, so Fritz-Klackl abschließend.
================================================
08 Exiliraker debattierten über Verhältnis zwischen Religion und Staat
von: wadi.wien at gmx.at
===============================================
Exiliraker debattierten über Verhältnis zwischen Religion und Staat
Gestern fand auf der Universiät Wien eine vom Institut für
Politikwissenschaften, dem Verein Österreichisch-Irakische Freundschaft
IRAQUNA (www.iraquna.at) und WADI veranstaltete Podiumsdiskussion statt.
Nach den Begrüßungsworten von Prof. Eva Kreisky debattierten
Vertreter der
Kurdistan Allianz, der Irakischen Kommunistischen Partei (ICP), von
SCIRI,
und von der Assyrischen Demokratischen Bewegung ZOWAA über aktuelle
Fragen
wie die vergangenen Wahlen, Terrorismus, Zukunftsperspektiven und
über das Verhältnis zwischen Religion und Staat.
Ali Al-Zahid (IRAQUNA) moderierte die Diskussion und berichtete in
seinem
Eingangsstatement von Einschüchertungsversuchen gegenüber den
VeranstalterInnen, welche als “proamerikanische Marionetten” u.v.m.
denunziert wurden.
Wenig Dialogbereitschaft signalisierte die kurzfristige Absage des
Vertreters der Sunnitischen Allianz al-Tawafuk, Mujahid al-Janabi,
der erst
wenige Tage zuvor eine Teilnahme am Podium zugesichert hatte.
Die APA berichtete heute folgendes über die Veranstaltung:
------------------------------------------------------------------------
--
Auslandsiraker: SCIRI will keine islamische Regierung im Irak
Utl.: Anerkennung der Verfassung und des Föderalismus gefordert -
Podiumsdiskussion unter Auslandsirakern in Wien =
Wien (APA) - Das Ziel des "Obersten Rates für die Islamische
Revolution im Irak" (SCIRI) ist nicht eine islamische Regierung,
sondern die Bildung einer Regierung der Nationalen Einheit mit
Beteiligung aller Gruppierungen, sofern diese Föderalismus, die
gewählte Verfassung sowie den Ausschluss aller ehemaligen führenden
Baathisten aus leitenden Positionen akzeptieren würden. Das betonte
Salem Hassan, Vertreter der SCIRI in Österreich, am Donnerstagabend
auf einer Podiumsdiskussion in Wien. Den Vorwurf der Wahlfälschung
wollte er nicht gelten lassen. Die Schiiten würden einfach die
Mehrheit im Land bilden, was sich im Ergebnis widerspiegle.
Bezüglich der Verfassung sagte Mustafa Ramazan von der Kurdischen
Allianz, SCIRI habe sehr wohl eine islamische Verfassung gefordert,
die kurdische Allianz jedoch habe sich als einzige Kraft dagegen
gewährt und die Verankerung von Menschen-, Minderheiten- und
Frauenrechten gefordert. "Die Verfassung hat uns viel Kraft gekostet,
sie stellt jedoch das Maximum dar, was man in einem Kompromiss
rausholen konnte." Laut Verfassung dürfte kein Gesetz dem Koran aber
auch nicht den Menschenrechten widersprechen.
SCIRI habe Druck von den Nachbarstaaten verspürt, sich als
arabischer und islamischer Staat zu definieren, entgegnete Hassan.
Nun würden Länder wie Saudiarabien, Syrien, oder Libyen Attentäter in
den Irak schicken. Teheran habe zwar eine halbe Million schiitischer
Iraker in Krisenzeiten aufgenommen, doch heute distanziere sich SCIRI
von der Politik des heutigen Iran, betonte Hassan.
Die Wahlen seien trotz Schwierigkeiten legitim gewesen, sagte Fuad
Jabbar von der Irakischen Kommunistischen Partei. 35 Jahre lang habe
er nicht stolz auf den Irak sein können, es sei ein Land von
Terroristen gewesen. Nun habe er die Hoffnung, dass der Irak in die
richtige Richtung gehe. Kritisch merkte er an, dass die Menschen nach
Ethnie oder Religionszugehörigkeit wählen würden. Angesichts deren
jahrelangen Unterdrückung sei dies zwar verständlich, er hoffe
allerdings dass die Menschen künftig Wahlprogramme nach deren Inhalt
wie Menschenrechten wählen würden.
Der Terrorismus sei keine Form von Widerstand, wie manche
behaupten würden, sagte Ramazan. Die Terroristen bestünden aus drei
Gruppen, den ausländischen Selbstmordattentätern, den ehemaligen
Nutznießern von Saddam Hussein sowie kriminellen Banden, die der
Ex-Diktator entlassen habe. Er glaube, dass mit der Verbesserung der
Lebensgrundlagen der irakischen Bevölkerung durch eine neue Regierung
der Terrorismus allmählich besiegt werde.
(Schluss) csc/an/ar
APA0141 2006-01-13/10:11
131011 Jän 06
--
WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische
Entwicklungszusammenarbeit
e-mail: wadi.wien at gmx.at
website: www.wadinet.at
Tel.: 0699-11365509
Postfach 105
A-1181 Wien
Spendenkonto in Österreich:
Kontonummer 07.405.301
Evangelische Kreditgenossenschaft eG BLZ 31800
IBAN: AT10 3180 0000 0740 5301
BIC: EVKRATW1
Website mit weiteren Informationen zu Projekten von
Wadi und Veranstaltungshinweisen:
www.wadinet.at
================================================
09 Langer Arm der Haager Politjustiz reicht bis nach Österreich
von: camp at antiimperialista.org
===============================================
Bank Austria untersagt JÖSB Spendensammlung für Milosevic-Verteidigung
In einem Schreiben vom 4.1.06 wird die "Jugoslawisch-Österreichische
Solidaritätsbewegung" (JÖSB) darauf hingewiesen, "dass gemäß
Verordnung (EG)
Nr. 2488/2000 des Rates vom 10.11.00 über die Aufrechterhaltung des
Einfrierens von Geldern betreffend Hrn Milosevic und Personen seines
Umfelds
die Bereitstellung von Geldern, die den genannten Personen direkt oder
indirekt zugute kommen, untersagt ist." Wir werden aufgefordert die
Sammlung
von Spenden über das BA-CA-Konto einzustellen, andernfalls hätten wir
"weitere Maßnahmen" zu erwarten.
Wie diese Maßnahmen aussehen können, hat man in Deutschland bereits
vorexerziert. Im Jahr 2003 wurde von der Zollfahndung die Wohnung Peter
Betschers, des Kontoinhabers für den Fond zur Unterstützung der
Verteidigung
Slobodan Milosevics, durchsucht sowie die Gelder auf dem Konto,
Computer und
diverse Dokumente beschlagnahmt. Dabei wurde dieselbe EU-Verordnung ins
Treffen geführt.
Zur EU-Verordnung selbst sei bemerkt, dass auch diese die
Spendensammlung
keineswegs untersagt, denn die gesammelten Gelder kommen Milosevic weder
persönlich zu gute noch werden sie ihm bereitgestellt, sondern dienen
ausschließlich seinem Rechtsbeistand. Insofern handelt es sich um eine
behördliche Aufdopplung einer antidemokratischen EU-Verordnung.
Selbst das Amtsgericht Darmstadt hat im Verfahren gegen die Darmstädter
Volksbank festgestellt:
"Auch der Verweis der Beklagten auf die europäische Verordnung
1205/2001 ist
für das Gericht nicht ausreichend. [...] Darin ist nämlich geregelt,
daß
solche Gelder und finanziellen Mittel einzufrieren sind, die Herrn
Milošević
oder Personen seines Umfelds gehören. Darunter fällt nach Auffassung
des
Gerichts nicht die Sammlung von Geldern für eine Verteidigung, da es
sich
dabei um einen Rechtshilfefonds handeln soll, nicht aber um eine
Übereignung
der Gelder an Slobodan Milošević. Nach rechtsstaatlichen
Grundsätzen hat
jeder Mensch Anspruch auf Verteidigung vor einem Strafgericht, so daß
prinzipiell die Sammlung von Spenden für eine bis zur Verurteilung als
unschuldig geltende Person nicht zu beanstanden ist."
Der Kern der Sache ist jedoch, dass der Haager Politprozess jeder
rechtsstaatlicher Norm spottet. Das Tribunal hat täglich rund eine
Million
Dollar zur Verfügung. Dass das Geld von der NATO kommt, hat deren
Sprecher
Jamie Shea am 16.5.1999 über AFP der Welt mitteilen lassen. Der
Verteidigung
sollen hingegen selbst die verschwindenden Spendengelder entzogen
werden.
Abgesehen von der notorischen Parteilichkeit der Richter, für die das
Urteil
schon von Anfang an fest stand und es nur um dessen bestmögliche
Präsentation geht, kann von einer Gleichheit der Mittel nicht nur
hinsichtlich der Finanzen nicht die Rede sein. Während die Anklage eine
Unzahl an Zeugen vorführte, wird der Verteidigung nur ein Bruchteil
zugestanden und diese noch nach politischen Kriterien gesiebt. Selbst
die
Nationalsozialisten hatten Georgi Dimitrov im Reichstagsbrand-Prozess
das
Recht auf Selbstverteidigung zugestanden, doch die Haager Politjustiz
versucht das beständig zu unterbinden.
Dass das Tribunal zu einem Fiasko für die NATO-Krieger geworden ist,
gesteht
selbst ein Ideologe der US-Republikaner, Jeffrey Kuhner, am
24.10.2004 in
der Washington Times ein: "Die Bush-Administration fordert jetzt,
dass die
Hauptanklägerin des Internationalen Straftribunals für das ehemalige
Jugoslawien, Carla del Ponte, ihre Fälle vor dem Gericht zu Ende
bringt...
Washington hat jetzt in der Tat verstanden, dass es ein Frankenstein-
Monster
geschaffen hat... Das Tribunal wurde zu einem Instrument, mit dem
Frau del
Ponte die Geschichte der Balkankriege neu schreiben wollte. Sie
missbrauchte
ihre Position, indem sie außerordentlich konstruierte und schwach
untermauerte Anklagen erhob...Jetzt ist es völlig klar: Das Tribunal
hat
einen Misserfolg erlitten... Das Verfahren gegen Slobodan Milosevic wird
ohne Aussicht auf ein baldiges Ende fortgesetzt... Frau del Ponte ist
gelungen, was vorher niemandem gelang: zeitweilig die besorgten
Menschen des
ehemaligen Jugoslawiens zu einen und gegen sich aufzubringen."
Wir bleiben dabei: Der NATO-Krieg gegen Jugoslawien hatte keinerlei
humanitäres oder demokratisches Motiv, sondern diente einzig und
allein dazu
eine nicht genehme Regierung zu entfernen. Es war der erste Akt des
von den
USA ausgerufenen Krieges "gegen den Terror", der sich in Afghanistan
und dem
Irak fortsetzt und nichts anderem dient als die globale amerikanische
Vorherrschaft zu stabilisieren.
Die nationalen Konflikte in Jugoslawien haben komplexe historische
Ursachen,
die sich nicht monokausal einer Volksgruppe zuordnen lassen. Die
westliche
Intervention hat diese Konflikte systematisch geschürt und ihre
Eskalation
zur Durchsetzung ihrer geostrategischen Interessen genutzt. Insofern
trägt
der Westen wesentliche Mitschuld. Insbesondere im Kosovo wurde die
"humanitäre Katastrophe", zu deren Verhinderung angeblich Krieg
geführt
wurde, erst durch diese ausgelöst.
Nicht nur die angesprochene Verfahrensweise des Haager Tribunals
verletzt
aus politischen Motiven jedes demokratische Rechtsverständnis,
sondern es
ist als ganzes illegitim. Es sind die Führer der NATO-Staates, die
zuerst
auf die Anklagebank müssten. Im Prozess gegen Milosevic sitzen diese
jedoch
auf dem Richterstuhl. Ihnen ging es darum, ihre Aggression
nachträglich zu
legitimieren. Doch das will nicht und nicht gelingen, auch dank der
couragierten Verteidigung Milosevics.
Wir lassen uns das Recht nicht nehmen der Verteidigung unsere
Unterstützung
(auch finanzieller Art) zukommen zu lassen. Wir betrachten diese
Aufgabe als
demokratische Pflicht und als Mahnung vor weiteren westlichen
Aggressionskriegen.
Willi Langthaler, Obmann
Jugoslawisch-Österreichische Solidaritätsbewegung
Wien, am 14. Januar 2006
Näherer Informationen: 0699 17233113
Protestschreiben an:
BA-CA
Rechtsabteilung
Rene.prohaska at ba-ca.com
Fax: 050505 53682
www.antiimperialista.org
================================================
10 Strache/Neujahrstreffen/Kritik/KPÖ-Steiermark
von: kpoe_stmk at hotmail.com
===============================================
PRESSEMITTEILUNG DER STEIRISCHEN KPÖ
Strache: „Schauspielerei im Kampf um Wählerstimmen“
„Eigentlich sind mir die Marketing-Aktivitäten der Strache-FP
ziemlich egal, es ärgert mich aber immer wieder, wenn ich hören
muss, wie sich der Vorsitzende der einzigen Parlamentspartei, die
gegen das Gesetz über die immerwährende Neutralität Österreichs
gestimmt hat, vor den Mikrofonen als Verteidiger der Neutralität und
als Kämpfer gegen die EU darstellt.
Das ist Schauspielerei im Kampf um Wählerstimmen, aber keine
ernsthaftes Eintreten für die Interessen der Bevölkerung“.
Das sagte der steirische KPÖ-Vorsitzende Franz Stephan Parteder am
Sonntag nach dem Neujahrstreffen der FP.
Parteder betonte, dass ich bei der Landtagswahl in der Steiermark
gezeigt habe, dass die FP keine Chance hat, wenn auch eine soziale
und konsequent EU-kritische Alternative wie die Kaltenegger KPÖ
antritt.
Daran sollten alle fortschrittlichen Kräfte denken. Statt einer
Dämonisierung von Strache und seinen Leuten sei jetzt angesagt,
konsequent und unspektakulär für jene Menschen einzutreten, denen es
nicht so gut geht.
KPÖ-Steiermark
Lagergasse 98 a
8020 Graz
Tel.: 0316 71 24 36
Fax 0316 71 62 91
email: kp.stmk at kpoe-graz.at; kpoe_stmk at hotmail.com
================================================
11 KPÖ/Europarat/Antikommunismus/Erklärung
von: leo.furtlehner at liwest.at
===============================================
Aufforderung an österreichische Abgeordnete in der parlamentarischen
Versammlung
KPÖ gegen Antikommunismus-Beschluss des Europarates
In einer Erklärung hat der KPÖ-Bundesvorstand bei seiner Sitzung am
14. Jänner 2006 gegen den geplanten Antikommunismus-Beschluss
des Europarates Stellung genommen und diesen Versuch zur
Kriminalisierung gesellschaftskritischer Parteien, Organisationen und
Bewegungen zurückgewiesen. Wörtlich heißt es in dieser Erklärung:
„Politische Kommission der Parlamentarischen Versammlung des
Europarates – dem 46 europäische Länder angehören – hat am 14.
Dezember
2005 in Paris den Entwurf für einen Beschluss mit dem Titel „Über
die Notwendigkeit der internationalen Verurteilung der Verbrechen
totalitärer kommunistischer Regimes“ verabschiedet. Dieses
„Dokument“ soll bei der Parlamentarischen Versammlung vom 23. bis
29.
Januar 2006 zur Beschlussfassung vorgelegt werden.
Der Entwurf fordert dazu auf, beim Europarat und in allen
Mitgliedsländern des Europarates „Kommissionen zur Untersuchung der
Verbrechen des Kommunismus“ einzusetzen. Sie sollen die Aufgabe
haben, „Fakten zusammenzutragen und konkrete Maßnahmen
vorzuschlagen“.
Dieser Vorstoß des Europarates ist ein weiterer Versuch zur
Kriminalisierung kommunistischer, linker und überhaupt
gesellschaftskritischer Aktivitäten sowie eine Gleichsetzung von
Faschismus und Kommunismus nach der so genannten
Totalitarismusdoktrin vorzunehmen. Er ist im Zusammenhang mit
verschiedenen Bestrebungen ähnlicher Art zu sehen, die wiederholt
insbesondere in verschiedenen osteuropäischen Ländern unternommen
wurden.
So wurde Ende 2005 der Kommunistische Jugendverband Tschechiens (KSM)
unter dem Vorwand in sich in einem für die politischen
Parteien reservierten Bereich zu betätigen von der Regierung mit
einer Verbotsdrohung belegt und damit das Grundrecht auf
Vereinigungsfreiheit offen in Frage gestellt. Weiters wurde vom KSM
verlangt auf den Marxismus als seine programmatische Identität
zu verzichten.
Schon vorher hatten in Tschechien zwei Senatoren versucht ein Gesetz
durchzusetzen, mit dem kommunistische Ideen, die Bewegung als
Ganzes und das Wort „kommunistisch" kriminalisiert und den
Kommunismus auf die gleiche Stufe mit dem Faschismus gestellt werden
sollte.
In Polen, Ungarn und Tschechien sind Symbole wie Hammer und Sichel –
in Österreich Bestandteil des Staatswappens – per Gesetz
verboten. In den EU-Mitgliedsländern Lettland und Litauen sind sogar
kommunistische Parteien dezidiert verboten.
Gegen die Bestrebungen des Europarates gibt es zahlreiche Proteste.
So hat etwa der griechische Widerstandskämpfer und Komponist
Mikis Theodorakis, der auch Ehrenmitglied der Europäischen
Linkspartei ist, diesen Vorstoß des Europarates schlichtweg als Schande
bezeichnet und die Gleichsetzung des Kommunismus mit dem Faschismus
empört zurückgewiesen.
Die KPÖ weist den geplanten Beschluss des Europarates zurück und
fordert die sechs österreichischen VertreterInnen in der
parlamentarischen Versammlung des Europarates auf, sich strikt gegen
dieses Vorhaben auszusprechen. Die KPÖ wird im Rahmen ihrer
Mitgliedschaft in der Europäischen Linkspartei Initiativen gegen die
Bestrebungen des Europarates ergreifen.
Gleichzeitig verurteilt die KPÖ auch alle anderen Maßnahmen, die auf
eine Kriminalisierung kommunistischer, linker oder
gesellschaftskritischer Betätigung zielen. Die Auseinandersetzung mit
der eigenen Geschichte, mit Fehlentwicklungen bis hin zu
Verbrechen, die im Namen der kommunistischen Bewegung verübt wurden,
hat die KPÖ von sich aus geleistet. Für die KPÖ gehört diese
Auseinandersetzung zu ihrem Selbstverständnis und sie braucht dazu
keine Belehrungen.“
================================================
12 Zur antizionistischen Attacke Pröbstings auf K. Pfeifer
von: cafe.critique at gmx.net
===============================================
Über alles in der Welt
Stellungnahme zur antizionistischen Attacke Michael Pröbstings auf
Karl Pfeifer
von Café Critique
Wenn Café Critique sich mit Karl Pfeifer solidarisch erklärt
angesichts der unbeschreiblichen Infamien, die gegen ihn vom
„ArbeiterInnenstandpunkt“ (http://www.arbeiterinnenstandpunkt.net/
antwort_pfeifer.html) publiziert wurden, dann nicht nur deshalb, weil
wir uns ganz allgemein mit dem Zionismus als politischer
Emanzipationsbewegung von Juden und Jüdinnen solidarisch wissen. Der
konkrete Fall zeigt vielmehr, daß es keineswegs Zufall ist, wenn hier
Karl Pfeifer ausgewählt wurde, eine phantasierte Verschwörung von
„Antinationalen“ zu personifizieren, die im Wahn des
„ArbeiterInnenstandpunkts“ von US-amerikanischen Neokonservativen
bis zu linksradikalen Antideutschen reicht und einem „US-
imperialistischen Griff nach der Weltherrschaft“ dient.
Eines geht nämlich den Linken, die zur deutsch-österreichischen
Volkgemeinschaft stehen, über alles in der Welt: die Zionisten zu
verfolgen, und zwar jeden einzelnen, wo immer sich ein Jude zum
Zionismus bekennt. Konsequent betitelt Michael Pröbsting seine
Attacke auf Karl Pfeifer mit einem Zitat von Hoffmann von
Fallersleben: „Der größte Lump im ganzen Land, das ist und bleibt
der Denunziant“. Denunziant ist, wer das Land verrät, mit dessen
Volksgemeinschaft man gemeinsame Sache macht – gegen die
„Siegermächte“ des Zweiten Weltkriegs und deren
„Kollektivschuld-These“; Denunziant ist, wem das deutsch-
österreichische Vaterland nicht über alles geht – wer aus ihm
beizeiten flüchten muß, um nicht ermordet zu werden. Wie im Schlaf
findet der vom Haß getriebene Pröbsting die richtigen
Gewährsmänner für seine pathischen Projektionen. Hoffmann von
Fallersleben ist bekanntlich der Dichter der Deutschen Hymne:
„Deutschland, Deutschland über alles, / über alles in der Welt, /
wenn es stets zu Schutz und Trutze / brüderlich zusammenhält.“ Es
hält aber unter bestimmten Umständen allein in der Verfolgung und
Vernichtung eines gemeinsamen Feindes brüderlich zusammen – das hat
derselbe Dichter in anderen Hymnen kundgetan, die im Diktum über
den „Denunzianten“ immer mitschwingen: „Du raubtest unter unsern
Füßen / Uns unser deutsches Vaterland (...) O Israel, von Gott
gekehret, / Hast du dich selbst zum Gott gemacht, / Und bist, durch
diesen Gott belehret, / Auf Wucher, Lug und Trug bedacht.“ Ja,
Hoffmann von Fallersleben war ein Antizionist der allerersten
Stunde: „...ewig soll dein Beten dauern / und um Israel dein
Trauern / denn es hebt nie wieder an...“. Daß es aber doch anhob,
das können die Antizionisten den Juden nicht verzeihen. Und darum
zitieren sie nicht nur Fallersleben, sondern auch Eichmann – ein
weiterer Gewährsmann von Pröbsting –, der zwar als ein „Nazi-
Schlächter“ und „Organisator der Deportationen der ungarischen
Juden“ bezeichnet wird, aber für Pröbsting zitierbar ist, um die
eigenen „Überlegungen“ auf „zynische Weise“ zu bestätigen.
Der Haß auf die Zionisten ist so groß, daß offenbar auf die
wortwörtliche Wiedergabe der Eichmann-Äußerung über Rezsö
Kasztner nicht verzichtet werden kann: „Dieser Dr. Kastner war ein
junger Mann etwa in meinem Alter, ein eiskalter Rechtsanwalt und
fanatischer Zionist. Er war damit einverstanden, die Juden von einem
Widerstand gegen die Deportationen abzuhalten – und sogar für
Ordnung in den Sammellagern zu sorgen – wenn ich dafür mein Auge
zudrücken würde und ein paar hundert oder ein paar tausend junge
Juden illegal nach Palästina auswandern ließe. Es war ein guter
Tausch. Um die Ordnung in den Lagern zu gewährleisten, war der Preis
von 15.000 oder 20.000 Juden – letztlich waren es vielleicht sogar
mehr – für mich nicht zu hoch.“
Zu Schutz und Trutz halten sie zusammen: Bringen die Rechtsextremen
die Essenz dieser Gesellschaft und dieses Staats vor allem
innenpolitisch zum Ausdruck, so die Linksextremen vorzugsweise
außenpolitisch. Es ist also kein Zufall, daß sie in Österreich ein
gemeinsames Feindbild haben: Karl Pfeifer, der 1943 vor der
Vernichtung nach Palästina flüchtete, 1946 bis 1950 in der
Elitetruppe Palmach und in der israelischen Armee kämpfte und nach
seiner Rückkehr nach Österreich 1982 bis 1995 Die Gemeinde, das
offizielle Organ der jüdischen Gemeinde in Wien, redigierte. Er hat
dabei in seinen Stellungnahmen und Entscheidungen eine in Österreich
ganz ungewöhnliche Autonomie innerhalb der politischen
Konstellationen behauptet, und darum auch sieht er die „verfolgende
Unschuld“ der postnazistischen Volksgemeinschaft, die sich hier auf
der rechten wie auf der linken Seite formiert, besonders deutlich.
(In deren Denunziation trifft er sich mit wesentlichen Positionen,
wie sie im Umkreis des Café Critique vertreten werden, dessen Kritik
der politischen Ökonomie und radikale Staatskritik ihm vermutlich
eher fern liegen.) Seine Antwort auf Pröbstings Anwürfe, die
sachlich bleibt, wenn es um die Geschichte des Zionismus und Israels
geht, und doch den Wahn aufdeckt, der hinter den „sachlichen“
Argumenten Pröbstings steckt, ist dafür ein weiteres Beispiel
(„Die dünne und durchsichtige Maske des Mag. Michael Pröbsting“
http://www.juedische.at/TCgi/_v2/TCgi.cgi?
target=home&Param_Kat=33&Param_RB=45&Param_Red=4754). Für ihn selbst
ergibt sich demnach nichts Neues über seine Position in
Österreich: „Rechtsextremisten dürfen mich als moralischen Mörder
hinstellen und Linksradikale mich als Mörder denunzieren und sie tun
das auch, ohne befürchten zu müssen, dass die öffentliche Meinung
sich darüber empört.“
Café Critique kann und will für diese öffentliche Meinung nicht
einspringen, aber die sich hier zusammengefunden haben, wissen sich
einig in ihrer unbedingten Solidarität mit Karl Pfeifer gegen seine
rechten und linken Verfolger.
http://www.cafecritique.priv.at
_________________________
Termine Österreich:
13. März 2006
Wien
Beethoven und die französische Revolution
Vortrag von Clemens Nachtmann (Berlin/Graz)
Österreichische Gesellschaft für Musik
Hanuschgasse 3, 3. Stock
Termine BRD:
31. 1. 2006
Duisburg, 20:00
Suicide Attack. Zur Kritik der politischen Gewalt
Buchvorstellung und Diskussion mit Gerhard Scheit
HundertMeister
Veranstalter: Antifa 3D Duisburg
1. 2. 2006
Bonn, 19:30
Der neue Behemoth und die alten Grenzen des Liberalismus
Vortrag und Diskussion mit Gerhard Scheit
Veranstalter: Bonner Bündnis/ Berliner Verhältnisse (BB/BV), Georg-
Weerth-Gesellschaft Köln, Gruppe Casablanca, unterstützt vom Referat
für politische Bildung des AStA der Uni Bonn
2. 2. 2006
Frankfurt, 19:30
Hass auf die Juden als Bereitschaft zum Opfer - Über den Antisemitismus
Vortrag von Gerhard Scheit
Stadtbibliothek
7. 2. 2006
Freiburg
Die friedfertige Antisemitin?
Kritische Theorie über Geschlechterverhältnis und Antisemitismus
Vortrag und Diskussion mit Ljiljana Radonic
Jour fixe bei der ISF
12. 3. 2006
Sulzbach-Rosenberg, 19.30
Israelsolidarität und Kritik der politischen Ökonomie
Vortrag von Stephan Grigat
Jugendclubbureau
Hafnersgraben 9
www.jugendclub-bureau.de
_________________________
================================================
13 KPÖ/EU/Verfassung/Regierung
von: info at kpoe.at
================================================
Schüssel und Fischer wollen EU-Verfassung durchboxen
KPÖ für Alternativen zum „Europa der Konzerne“
Der von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel angekündigte „Neuanlauf“
für die EU-Verfassung und das Plädoyer von Bundespräsident Heinz
Fischer für eine „Teillösung“ zeigen, dass das politische
Establishment die Tiefe der Vertrauenskrise gegenüber der EU nicht
begriffen haben, meint Waltraud Fritz-Klackl, Europapolitische
Sprecherin der KPÖ.
„Die bei den Volksabstimmungen in Frankreich und den Niederlanden im
Mai 2005 gescheiterte Verfassung unverändert oder bloß
kosmetisch aufpoliert wieder auf den Tisch zu legen, zeugt zudem von
einem fragwürdigen Demokratieverständnis“, so die
KPÖ-Vertreterin im Vorstand der Europäischen Linkspartei und weist
dabei auch auf die Abfuhr für Außenministerin Ursula Plassnik bei
ihrem Besuch in den Niederlanden hin.
Bezeichnend für die Betreiber einer Neuauflage der gescheiterten
Verfassung ist, dass sie deren Kernpunkte – nämlich die
Militarisierung der EU und die Festschreibung des neoliberalen
Modells – bewusst nicht ansprechen. Genau das aber sind die Ursachen,
warum das Misstrauen in die EU vor allem auch in Österreich so groß
ist. Im Unterschied zu anderen EU-Ländern haben die
Parlamentsparteien in Österreich eine Volksabstimmung über die
Verfassung systematisch abgeblockt um eine breite öffentliche Debatte
über die Verfassung zu verhindern.
Die Verankerung der vier Grundfreiheiten des Maastricht-Vertrages von
1991 (Warenverkehr, Güterverkehr, Personenverkehr,
Dienstleistungsverkehr), des Binnenmarktes und damit der umfassenden
Mobilität für das Kapital und der Europäischen Zentralbank
(EZB) als politisch unabhängiger und damit nur auf Zurufe der
Konzerne agierender Institution ist ein Wesenszug der Verfassung.
Während es für die EU-Budgetpolitik strenge Auflagen in Form der
Maastricht-Kriterien gibt, bleiben für die Beschäftigungs- und
Sozialpolitik nur unverbindliche Absichtserklärungen wie etwa die
Lissabon-Strategie – mit über dreißig Millionen Arbeitslosen als
Ergebnis.
Die Militarisierung der EU ist durch die Gemeinsame Außen- und
Sicherheitspolitik (GASP) inklusive Euro-Armee, Kampfeinsätzen zur
Wahrung „europäischer Interessen“ und Verpflichtung zur
Aufrüstung per Rüstungsagentur in der Verfassung verankert. Dass diese
Orientierung mit der österreichischen Neutralität absolut
unvereinbar ist, liegt auf der Hand.
Die KPÖ lehnt die Orientierung „Europas Gewicht zu vergrößern und
wirtschaftlich konkurrenzfähiger zu machen“ (Fischer) – also im
Klartext eine Supermacht EU – ab. Die KPÖ stellt dem als Konsequenz
des Scheiterns der Verfassung eine offene Debatte über
Alternativen zur EU als „Europa der Konzerne“ gegenüber: „Ein
solches demokratisches, soziales, friedensorientiertes Europa bedingt
aber eine eindeutige Absage an das neoliberale Modell ebenso wie an
die Militarisierung der EU“, so Fritz-Klackl abschließend.
<<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><
WELTWEIT
<<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><
================================================
14 Anfrage
von: desiree_wueschner at web.de
===============================================
Sehr geehrte Redaktion,
ich habe folgende Anfrage:
Immer mehr deutsche Privatpersonen stehen in unterstützendem
Briefkontakt mit Insassen der Todestrakte in den USA - und immer mehr
Bestürzung wird laut angesichts der krassen Benachteiligung vieler
wahrscheinlich unschuldig Verurteilter, die zum Zeitpunkt ihrer
Verfahren nicht die Mittel besaßen oder schlichtweg DIE FALSCHE
HAUTFARBE haben, sich entsprechenden Rechtsbeistand leisten zu
können. Die letzten Jahre haben bewiesen, dass sehr viele
Nachlässigkeiten oder ähnliches zu Fehlurteilen geführt haben, die
durch einen kompetenten Rechtsbeistand korrigiert werden konnten:
über 100 unschuldig zur Hinrichtung Verurteilte wurden in die
Freiheit entlassen (mit 100 dollar + 1 Hemd und 1 Hose). Gibt es eine
Möglichkeit oder könnten Sie mir Ansprechpartner nennen, die sich
eventuell pro bono besonders krassen Unrechtsfällen annehmen würden?
Ich denke da z. B. an Diplomarbeiten von Jurastudenten oder
wissenschaftliche Studien, etc.
Es geht mir nicht darum, das amerikanische Rechtssystem anzuprangern,
sondern Möglichkeiten zu schaffen, völlig verzweifelten Menschen,
die in einem Albtraum aus Machtwillkür darum kämpfen, wenigstens
angehört bzw. eine Chance auf eine entsprechende Wiederaufnahme ihres
Falles zu erhalten - kurz, die um ihr Leben kämpfen, einen Strohhalm
von Menschlichkeit/Menschenrecht zu ermöglichen.
Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie in diesem Sinne etwas für mich
tun/arrangieren/weiterleiten/etc. könnten!
Désirée Wüschner M.A.
================================================
15 ASt - Hamburger Hafenarbeiter im Streik
von: ast-lfi at utanet.at
===============================================
Wahre und falsche Freunde – Hamburger Hafenarbeiter im Streik
(aus Red Newsletter Nr. 192, 14.Jänner 2005,
www.arbeiterInnenstandpunkt.net)
Ab dem 11. Januar Mitternacht bis 6 Uhr des folgenden Tages bewegte
sich keine Ladung im Hamburger Hafen. Die 2000 ArbeiterInnen
streikten und schlossen sich somit den Aktionen in vielen
europäischen Häfen an.
Die gewerkschaftliche Maßnahme richtet sich gegen die Bestimmungen
des „Port package“, die im Brüsseler EU-Parlament erneut zur
Abstimmung steht, nachdem der erste Anlauf 2003 bereits durch
Arbeiteraktionen gestoppt wurde.
Mit dieser Richtlinie soll der Warenumschlag für die Kapitalisten
noch kostengünstiger gestaltet werden. Port package ist nach dem
Bolkestein-Vorschlag ein weiterer Versuch der EU-Bürokratie, die
Liberalisierung und Deregulierung des Dienstleistungsbereichs
voranzutreiben.
Die ArbeiterInnen fürchten, in die Zange genommen zu werden. Ihre
Arbeitsplätze sind in Gefahr, weil die Schiffe nun das Be- und
Entladen mit eigener Besatzung besorgen könnten. Sich neu einkaufende
Investoren müssten sich nicht an bestehende Verträge halten, sondern
könnten den Personaleinsatz diktieren. Aber auch die ansässigen
Logistikfirmen könnten Port package unter dem Vorwand von
Wettbewerbsnachteilen zu Lohndrückerei und weiter gesteigerter
Arbeitshetze nutzen.
Die Hamburger Hafenarbeiter führen einen Kampf an zwei Fronten. Sie
sind nicht nur durch Port package, sondern auch durch den möglichen
Verkauf von Teilen des Hafengeländes an die Deutsche Bahn AG bedroht,
die der Post AG nacheifern und ins internationale Logistik-Geschäft
einsteigen will. Auch dies würde Arbeitsplätze kosten.
Der Verband deutscher Seehäfenbetreiber hat natürlich nur aus
Eigeninteresse die Proteste begrüßt, weil sie vorerst lästige
Konkurrenz fern hält und von der eigenen verschärften Ausbeutung
ablenkt. SPD-Verkehrsminister Tiefensee heuchelt Verständnis, weil es
natürlich zu seinen Obliegenheiten gehört, speziell deutsche
Ausbeutungsinteressen zu schützen.
Die Gewerkschaftschefs Sommer (DGB) und Bsirske (ver.di) faseln etwas
von der bewiesenen Leistungsbereitschaft und Wettbewerbsfähigkeit
deutscher Arbeiter und Häfen. Deswegen sei die Einführung der
Richtlinie nicht nötig.
Solche „Argumente“ steigern keine Kampfbereitschaft, sondern
spalten. Sie leisten sozialchauvinistischer Standortlogik Vorschub –
statt den Kampf gegen den Kapitalangriff international zu
koordinieren. Vorsicht vor diesen falschen Freunden!
Die ArbeiterInnen müssen mit dieser Politik brechen, wollen sie nicht
verraten werden. Den Weg weist das Liverpooler Docker-T-Shirt, das
auf der Streikkundgebung getragen wurde: ‚Solidarity forever!’
Die ArbeiterInnen müssen ihre unabhängigen Streikorgane aufbauen,
den bewussten Schulterschluss nicht nur mit den KollegInnen in
anderen europäischen Häfen suchen, sondern sich auch dafür
einsetzen, dass Schiffsbesatzungen und die Belegschaften aus anderen
Bereichen von Transport und Verkehr mit ihnen kooperieren. Sie
brauchen eine klassenkämpferische Basisbewegung, die international
agiert und dafür kämpft, die Gewerkschaften der Bürokratie zu
entreißen.
Eine Anpassung an das höchste Lohnniveau, Verringerung der
Arbeitshetze und die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen in sinnvoller
Verzahnung von Energie, Transport, Verkehr und Umweltschutz und unter
Kontrolle der Beschäftigten müssen gefordert werden. Dabei dürfen
die Kampfmethoden nicht bei befristeten Warnstreiks halt machen,
sondern müssen notfalls durch Unterstützung anderer Arbeitersektoren
in Blockade von allen übrigen Verkehrswegen münden!
Nur so kann verhindert werden, dass am Ende die europäische
Gewerkschaftsbürokratie wieder alles unter Kontrolle, in Isolation
von anderen Teilen der Arbeiterklasse hält und dann einen
‚Verhandlungserfolg’ feiert. Selbst wenn es gelingen sollte, Port
package erneut zu verhindern - in modifizierter Form werden ähnliche
Erpressungsversuche bald wieder gestartet. Der Erfolg kann nur
gesichert werden, wenn die Arbeiterklasse sich auf höherer Stufe
organisiert, von reinen Notwehraktionen selbst zum Angriff übergeht.
================================================
16 [gipfelsoli] Genua
von: gipfelsoli-l at lists.nadir.org
===============================================
Gipfelinfo - Meldungen über globalisierte Solidarität
und die Proteste gegen unsolidarische Globalisierung
------------------------------------------------------
www.gipfelsoli.org --
Genua: Verjährungsnebel lichtet sich
Die Verfahren gegen Polizeiangehörige wegen dem G8 2001 in Genua
haben nun doch
Aussicht, wenigstens durch die erste Instanz zu kommen. Das war durch
den
langen Eiertanz um ein Gesetz, das auch die Verjährungsfristen im
Strafrecht
halbiert, bis vor Kurzem keineswegs eine Selbstverständlichkeit. Nur
in den
Köpfen herrscht noch viel Durcheinander... Im Folgenden ein Versuch,
etwas
Klarheit zu schaffen.
Wie in einigen unabhängigen Medien schon berichtet wurde, riskieren die
Polizisten, die wegen dem G8 in Genua unter Prozess stehen, wenigstens
theoretisch nun doch eine Verurteilung. Zumindest dürfen die
Verfahren erstmal
stattfinden. Über Jahre hinweg hatte eine Reform des Strafrechts bisher
gedroht, die Verjährungsfristen zu halbieren. Das ist nun auch
geschehen, aber
so, dass die Verfahren in Genua davon unberührt bleiben, weil sie
bereits
eröffnet sind. Für die Polizisten, die sich in den mittlerweile in
die erste
Instanz gelangten Verfahren vor Gericht verantworten müssen bedeutet
das, dass
sie nicht mehr unbedingt darauf hoffen können, einfach so davon zu
kommen, wie
vorher zu befürchten war. Neben einigen kleineren Verfahren zu
einzelnen
Episoden, laufen gegen Polizeibeamte wie bekannt zwei Größere. Darin
soll über
Teile dessen geurteilt werden, was im Juli 2001 in einer Schule und
in einer
Kaserne in Genua geschah. Es geht nun also doch zur Sache, es sei
denn, die
Klausel in dem Gesetz, durch die die Verfahren, die bereits in der
Verhandlungsphase sind von den durch selbiges herbeigeführten
Änderungen
ausgenommen sind, wird als verfassungswidrig angefochten, was aber
nicht sehr
wahrscheinlich zu sein scheint.
Umständehalber spielen Verjährungsfristen aber weiterhin eine nicht
unwesentliche Rolle. So sind die Chancen im Verfahren zum Sturm auf
die Schule
deutlich besser als im Verfahren zum Horror in einer Kaserne am Rande
von
Genua. Dabei spielt eine Rolle, dass die Verjährungsfristen im Fall
Bolzaneto
nur halb so lang wie die Verjährungsfristen im Fall Diaz sind. Im
Fall Diaz
stehen zahlreiche höchstrangige Beamte nebst einigen Zugführern und
einem
einfachen Polizisten wegen Vergehen vor Gericht, für die generell
aufgrund der
Schwere der Straftat eine Verjährungsfrist von 15 Jahren gilt. Im Fall
Bolzaneto stehen einige Polizisten, zwei Carabinieri und Angehörige der
Gefängnispolizei sowie der Sanitätsdienste im Justizvollzug wegen
Vergehen
unter Prozess, die zumindest nach dem Strafgesetzbuch weniger schwer
wiegen und
daher mit geringeren Verjährungsfristen versehen sind.
Auf diese Weise steht es 15 zu 7 1/2 - das heißt, im Fall Diaz läuft
die Frist
15 Jahre nach Begehung der Straftat ab, während der Fristablauf im Fall
Bolzaneto mit einer einzigen Ausnahme schon nach 7 1/2 Jahren
eintritt. Zieht
Mensch die zum Januar 2006 bereits abgelaufenen 4 1/2 Jahre ab,
bleiben für
Bolzaneto nur noch knapp drei Jahre ? wahrscheinlich viel zu kurz, um
den
Mindestdurchlauf zur Fortsetzung der Verfahren bis in die höchste
Instanz zu
schaffen. Dennoch wird der Weg nicht umsonst sein. Wenn alles gut
geht, kommt
es im Fall Bolzaneto noch gerade so zu einem Richterspruch in der jetzt
laufenden ersten Instanz. Das würde wenigstens die Fortführung der
Zivilklagen
ermöglichen, die neben dem von der italienischen Staatsanwaltschaft
geführten
Strafverfahren laufen und derzeit in diesem integriert sind.
Die Fortführung der Zivilklagen bedeutet immerhin, dass
Entschädigungen
erstritten werden können. Das ist nicht unwichtig, weil einige der
damaligen
Opfer ein Leben lang bleibende Schäden mit sich herum tragen müssen.
Ob
Zahnersatz, Behandlungen von chronischen Problemen in Folge der damals
erlittenen Verletzungen oder Hilfe für eine nicht mehr wie früher
mögliche
Existenzsicherung: sollte die Strafverfolgung im Fall Bolzaneto
strafrechtlich
tatsächlich folgenlos bzw. mit einem Urteil zu einem Ende kommen, das
für die
Täter wegen Ablauf der Verjährungsfristen jenseits der Verurteilung
selbst ohne
konkrete Folgen bliebe, wäre immerhin - auf Grundlage der
Erkenntnisse aus dem
Strafverfahren - eine Fortsetzung der Zivilverfahren möglich, bei der
eine
Verurteilung der Täter bzw. der Ministerien, in deren Diensten diese
standen
zum Schadenserstaz möglich wäre. Zwei Anwältinnen, die in den Tagen
von Genua
auf der Straße Polizeigewalt augesetzt waren und ein Zivilverfahren
eingeleitet
hatten, waren in diesem Sinne beispielsweise bereits erfolgreich.
Im Fall Diaz könnte hingegen binnen 15 Jahren - also innerhalb der
doppelten
Zeit - durchaus die dritte Instanz erreicht werden, wodurch die so
genannten
strafrechtlichen Konsequenzen eine schon viel realistischere Chance
haben.
Jenseits von etwaigen Haft- und Geldstrafen geht es dabei nicht
zuletzt darum,
dass die Täter im Fall Diaz bei Verurteilung auch unwiderruflich aus
dem
Polizeidienst scheiden müssten. Unter denen, die es potenziell
treffen könnte,
befinden sich etliche Beamte, die in höchsten Ämtern sind, wie etwa
Gianni
Luperi und Francesco Gratteri. Der eine ist Vizechef der
Antiterrorpolizei, der
andere bedeckt ein ähnlich hohes Amt in der Abteilung "special ops".
Hintergrund
der kürzeren Verjährungsfristen im Fall Bolzaneto ist, wie gesagt,
eine
unterschiedliche ?Schwere? der Straftaten, obwohl die Untaten der
Polizei in
Bolzaneto denen, die in der Diaz-Schule von Polizisten verübt wurden
in Nichts
nachstehen. Sie kommt deshalb zustande, weil Italien keinen Folter-
Paragraphen
kennt, der Misshandlungen und Terror, wie sie in Bolzaneto
stattgefunden haben,
angemessen ahndet, obwohl Italien auf der betreffenden Ebene sämtliche
entsprechende internationalen Konventionen unterschrieben hat. In
Sachen Terror
und Gewalt geht es in Bolzaneto rechtlich also ?nur? um gefährliche
Körperverletzung und so etwas wie Nötigung, die eben so eingestuft
sind, dass
die Verjährungsfrist nur kurz ist.
Soviel zur jetzigen Situation, mit der kaum ein Mensch noch zu
rechnen wagte.
Während im Fall Bolzaneto inzwischen schon seit Wochen die
Zeugenvernehmungen
stattfinden, gehen diese im Fall Bolzaneto erst in diesen Tagen an
den Start.
Mit Hilfe der Zeugenaussagen werden sich die Richter in den nächsten
Monaten
bzw. Jahren - zumindest teilweise - ein Bild dessen machen, was sich
damals in
Genua abgespielt hat. Sofern sich schon eine erste Einschätzung
abgeben lässt,
könnte es sein, dass sich etwas wiederholt, das den seinerzeit über
Jahre
ermittelnden Staatsanwälten widerfahren ist. Diese mussten eines Tages
feststellen, dass die Aussagen der beschuldigten Polizisten oder von
solchen,
die als Zeugen gehört wurden, nur so vor Widersprüchen strotzten,
während die
Aussagen der Opfer der Untaten in Schule und Kaserne, die aus allen
Erdteilen
kamen, in verschiedenen Staaten und Städten lebten und sich
weitestgehend nicht
untereinander kannten, aufs eindrucksvollste immer wieder genau
gleiche Abläufe
schilderten. Mit Sicherheit wird sich zutragen, dass die Verteidigung
der
Ordnungshüter, die vor Gericht stehen versuchen, die Aussagen der
Zeugen in
Frage zu stellen. Die Kraft dessen, was die Zeugen wissen, weil der
Horror von
dem die Rede sein wird vielmehr ganz wahrhaftig jedem einzelnen von
ihnen
wirklich passiert ist, dürfte aber weit stärker sein, egal wie sehr
diese
Verteidigung versucht, noch irgendetwas zu retten. Das ist auch gut
so, weil
nicht viel für ein besseres Klima rund um Genua in der italienischen
Landschaft
spricht.
Gerüchte, dass Genua nach Jahren des Schweigens, während denen
bestenfalls
wiederholte Versuche erfolgten, die damaligen Protestierenden zu
kriminalisieren, wieder Thema werden könnte, weil Wahlkampf ist und die
Linksdemokraten bei einer etwaigen Machtübernahme sogar eine
Untersuchungskommission einrichten wollen, dürfen getrost nicht allzu
ernst
genommen werden, weil sie eher unrealistisch sind. Eine erhoffte
Wende in der
Art und Weise, wie Genua in der gesellschaftlichen Debatte, in
Politik und
Medien dargestellt wird, ist eigentlich wirklich nicht zu erwarten.
Das, was
eher zutrifft ist, dass es Menschen (wie die Eltern von Carlo
Giuliani) und
Kreise gibt, welche seit Längerem die Einrichtung von einer
unabhängigen
Untersuchungskommission fordern, die nicht zuletzt der Ermittlung der
politisch
Verantwortlichen in Regierung und Polizei dienen soll. Im Besonderen
haben auch
Angehörige des ?zivilgesellschaftlichen? Flügels dessen, was bleibt an
Zusammenhängen, die sich noch für Genua engagieren, seit ewig quasi
an den
eigenen Pappenheimern in der linksliberalen Landschaft gearbeitet, um
ihnen
Versprechen abzutrotzen, dass sie, wenn Mittelinks an die Macht
kommt, so etwas
in die Richtung unterstützen werden. Das aus ihrer Sicht sicher gut
gemeinte und
auch schlüssige Vorhaben dürfte, bei allen errungenen Versprechen,
allerdings
weit davon entfernt sein, Realität zu werden.
Es ist, wie es ist: Ein Paar Leute, die bei Regierungswechsel als
Persönlichkeiten im Parteienbündnis, das am 9. April gegen
Berlusconi antritt
eine gewisse Rolle spielen, haben im Laufe der Zeit etwas
versprochen, das sie
bei den eigenen Leuten aber, wenn die Zeit gekommen sein wird,
eigentlich nur
mit Mühe durchsetzen können werden. Möglicherweise müssen jene,
die so sehr
darauf gesetzt hatten, nicht einmahl den Wahlausgang abwarten, um zu
sehen, ob
auf Worte Taten folgen. Wie bekannt, hatte es geheißen, sie hätten
es immerhin
geschafft, die Einrichtung einer unabhängigen Untersuchungskommission
in die
Wahlprogramme von Prodi und Bertinotti zu hieven. Das hat sich
offenbar für 's
erste zerschlagen. Als am 10. Januar der aktuelle Entwurf des
Wahlprogramms des
Bündnisses um Prodi und Bertinotti bekannt wurde, gab es sofort
lautstarken
Protest. Eine parteiübergreifende Kommission sollte auf der Grundlage
eines im
vergangenen Herbst von Udeur bis Rifondazione Comunista einheitlich
abgesegneten Einheitsdokuments ein vollendetes Bündnisprogramm für
die Wahlen
schmieden, in welches die in jenem Einheitsdokument enthaltenen
Programmpunkte,
die zuvor in 14 thematisch sortierten runden Tischen parteiübergreifend
erarbeitet worden waren, integriert werden sollten.
Hierzu konstatierte die Zeitung ?Liberazione? am 11. Januar: ?Das
Dokument, bzw.
der ?Entwurf?, ist durch die Bank so: Hier lässt es aus, dort
streicht es, dort
verdreht es?. Das gilt auch für Genua. Von Genua ist im besagten
Entwurf
offenbar nichts mehr zu finden. Rifondazione Comunista und die Grünen
haben
sofort sehr scharf protestiert ? natürlich grundsätzlich, d.h. nicht
speziell
wegen dem verschwundenen Programmpunkt zur Untersuchungskommission in
Sachen
Genua, weil es bei dem, was nicht mehr im Programmentwurf auftaucht,
um weit
mehr als nur darum geht. Der Protest dürfte aber nicht viel helfen:
als im
vergangenen Herbst Vorwahlen zum Bündnis gegen Berlusconi
stattfanden, stellten
sich wieder Erwarten gut vier Millionen Menschen an, um kund zu tun,
dass sie
beabsichtigen, ein Linksbündnis zu wählen, damit Berlusconi endlich
verschwindet. Es waren so viele, dass es nicht einmal genug
Stimmzettel gab.
Bertinotti blieb damals allerdings mit 14,7 gegen 74,1% weit hinter
Prodi
zurück. Der wohnte zwar selbst der Tagung bei, auf der vereinbart
wurde, dass
eine Kommission die Ergebnisse der runden Tische in das Bündnisprogramm
integrieren sollte. De facto hat aber sein enger Gefolgsmann Papini
dann für
eine extreme inhaltliche Verschiebung zur Mitte gesorgt, durch die
nun aus dem
Programm allerhand verschwunden ist oder "angepasst" wurde. Das werden
Bertinotti und Grüne vermutlich kaum noch gerade biegen können.
?Liberazione? betont, bei aller Kritik des Entwurfs, es handle sich
dabei
ersteinmal bloß um einen solchen und dass sich also noch etwas
ändern könnte.
In Sachen Genua und nicht nur dürfte es aber nicht einmal dann besser
aussehen,
wenn das eine oder andere im endgültigen Wahlprogramm doch noch eine
fairere
Berücksichtigung finden würde. Die Frage ist ja immer, wieviel eine
Partei sich
an ihr Wahlprogramm hält, wenn 's einmal geschafft ist: Niemand, der
politisch
aufgeweckt und sonst halbwegs bei Trost ist, rechnet in Italien bei
einer
etwaigen Machtübernahme des Bündnisses um Prodi nach den Wahlen am
9. April
wirklich mit einer merklich milderen, gar kritischeren Politik. Dazu
sind die
Erfahrungen aus der Vergangenheit einfach zu schlecht... und auch der
Umgang
der Politiker von Prodi-Trupp bis DS in Bezug auf den brandaktuellen,
wirklich
megastarken, landesweit superbejahten Widerstand gegen eine
Hochgeschwindigkeitsbahn in einem Alpental bei Turin (Val di Susa),
kann keine
anders lautende Hoffnung erwecken.
Wie die Mittelinks-Vorsteher von Prodi bis Fassino (Ein DS, also ein
Linksdemokrat, der sogar aus besagtem Tal stammt) mit der zuletzt im
Susatal
wiederholt aufgetretenen Polizeigewalt und der drastischen
militärischen und
polizeilichen Besetzung des Territoriums in Zusammenhang mit jenem
Aufsehen
erregenden Widerstand im Turiner Hinterland umgehen, zeigt zum Beispiel
unmissverständlich, dass die Linksliberalen und erst recht die
Bündnispartner
vom linken Flügel der Mitte weiterhin für nen reichlich strammen
innenpolitischen Kurs stehen. Das ist aber, genauer gesehen, nichts
Besonderes.
Auch Rot-Grün hat innenpolitisch ja nicht gerade liberaler als Schwarz
gehandelt. Nichts spricht dafür, dass es in Italien anders laufen
sollte.
Dagegen, dass Genua als Wahlkampf-Thema dafür sorgen könnte, dass
die laufenden
Verfahren wieder ? und möglichst ?anders? als bisher - Gegenstand
einer echten
gesellschaftlichen Auseinandersetzung werden, spricht aber auch noch
etwas
anderes, das unter kritischen und erst recht linken Beobachtern der
aktuellen
Entwicklungen eigentlich nicht ohne Berücksichtigung bleiben sollte:
Die
damaligen G8 Sicherheitsstrukturen von internationalem Lagezentrum
bis Rote
Zone samt Vorarbeiten von Schwarze Listen Transfers bis Black Bloc
Propaganda
kamen nämlich UNTER DEN LINKSDEMOKRATEN zustande - und das klein-Genua
einschließlich eines klein-Bolzaneto in Neapel am 11. März 2001 fand
sogar
komplett, also nicht nur als Konzept, sondern auch unmittelbar als
Einsatz,
unter einer linksdemokratischen Regierung statt.
Berlusconi kam seinerzeit erst kurz vor dem G8 auf seinen Sessel.
Dies ganz
objektiv, auch wenn er und seine Partner deshalb nicht bessere
Menschen sind
und in den wenigen Wochen unter Berlusconi vor Genua durchaus noch
manches
passierte. Gerade jenes klein-Genua in Neapel und Genua selbst könnten
jedenfalls für einige Komponenten des jetzigen Wahlbündnisses gegen
den Chef
von Forza Italia durchaus einen möglichen Grund darstellen, um -
Wahlkampf und
Druck von Rifondazione Comunista, zivilgesellschaftlichen Gruppen und
Bewegungen hin oder her - nicht wirklich auf Genua setzen zu wollen,
weil wohl
oder übel zuviele der eigenen Leute angesichts dieser Tatsachen ja
irgendwie
darin verstrickt sein müssen.
[indymedia.de, von nichtsowichtig - 14.01.2006 00:42]
------------------------------------------------------------------------
--
gipfelsoli infogruppe
Newsletter mit Nachrichten über Mobilisierungen, Debatten und
Repression im Zusammenhang mit Gipfelprotesten.
Die AutorInnen der Beiträge, so sie nicht von uns verfasst sind, sind
mit eckigen Klammern versehen.
Wir können leider keine Verantwortung für die Richtigkeit der
Beiträge übernehmen. Auch geben die Beiträge
nicht zwangsläufig unsere Meinung wieder.
Mehr Infos und Texte sowie ein öffentliches Archiv des Newsletters
unter www.gipfelsoli.org.
Kontakt, Kritik, Beiträge: gipfelsoli at nadir.org
gipfelsoli mailinglist subscribe - unsubscribe
https://lists.nadir.org/cgi-bin/mailman/listinfo/gipfelsoli-l
================================================
17 [gipfelsoli] Heiligendamm
von: gipfelsoli-l at lists.nadir.org
===============================================
Gipfelinfo - Meldungen über globalisierte Solidarität
und die Proteste gegen unsolidarische Globalisierung
------------------------------------------------------
www.gipfelsoli.org --
- PDS über G8-Gipfel uneinig
- Rostocks Polizei-Chef leitet G8-Absicherung
- Sorgen wegen des G8-Gipfels
- Zigtausende G 8-Gegner erwartet
- Heiligendamm bleibt für alle offen
- Handzettel gegen gesperrte Stadt
- Tourismusverein gegen Abgrenzung in weißer Stadt
- Wellen in weißer Stadt schlagen höher
------------------------------------------------------------------------
-----
PDS über G8-Gipfel uneinig
06.01.2006
Banzkow (dpa) Die PDS-Landtagsabgeordneten haben zum Thema G8-Gipfel
2007 in
Heiligendamm keine einheitliche Haltung. "Die Einschätzung über Sinn
und Zweck
des Gipfels gehen weit auseinander und reichen von Imagegewinn für
das Land bis
hin zum Aufruf zum zivilem Ungehorsam", sagte der innenpolitische
Fraktionssprecher, Peter Ritter, gestern auf der Klausurtagung der
Fraktion in
Banzkow (Kreis Parchim). Es gehe beim G8-Gipfel um mehr, als
Gastgeber zu sein
für die "selbst ernannte Weltregierung". Organisationen wie der
Internationale
Währungsfonds und die Weltbank seien umfassend zu demokratisieren.
Ostseezeitung
------------------------------------------------------------------------
-----
Rostocks Polizei-Chef leitet G8-Absicherung
Der Leitende Polizeidirektor Knut Abramowski genießt das Vertrauen des
Innenministers. Er bereitet sich bereits jetzt auf den G8-Gipfel im
Jahr 2007
vor, wenn die höchste Sicherheitsstufe ausgerufen wird.
05.01.2006
Steintor-Vorstadt Höchste Geheimhaltungsstufe in der Polizeidirektion
Rostock.
Dort ist deren oberster Chef, der Leitende Polizeidirektor Knut
Abramowski, per
1. Januar 2006 von Innenminister Gottfried Timm (SPD) mit der Führung
aller
Aufgaben, die im Zusammenhang mit der Planung, Vorbereitung,
Durchführung sowie
Nachbereitung des polizeilichen Einsatzes anlässlich des
Weltwirtschaftsgipfels
G8 in Heiligendamm im Jahr 2007 stehen, betraut worden. Abramowskis
Diensträume
befinden sich jetzt in einer Sicherheitszone. Unter Leitung des 52-
jährigen
Abramowski konnte die Kriminalität weiter gesenkt werden.
Unterdessen werden die Karten für die Führungskräfte in der Polizei
kräftig neu
gemischt. Die bisherigen Aufgaben von Abramowski übernimmt während
dieser Zeit
sein Vertreter in der Direktion, Kriminaldirektor Ernst-Helmut
Qualmann. Der
59-Jährige Rostocker gilt als erfahrener Fachmann in der Behörde.
Die Polizisten indes haben den Vorgeschmack auf den
Weltwirtschaftsgipfel
bereits seit längerer Zeit zu spüren bekommen. Besonders zu
nächtlicher Stunde
fahren sie in Heiligendamm, wo das Ereignis stattfinden wird,
regelmäßig und
mit Argusaugen Streife. Und auch im IGA-Park drehen sie bereits ihre
Runden. In
der Hansemesse wird die Weltpresse beim G8-Treffen ja bekanntlich
ihren Sitz
nehmen.
Ostseezeitung-Rostock
------------------------------------------------------------------------
-----
Sorgen wegen des G8-Gipfels
14.12.2005
Bad Doberan - 2007 wird Heiligendamm Schauplatz des G8-Gipfels sein, des
Treffens der Repräsentanten der sieben wichtigsten Industrienationen
und
Russlands. Mit allen Begleiterscheinungen wie außergewöhnlichen
Sicherheitsvorkehrungen und Protesten von Globalisierungsgegnern, die
eskalieren könnten. Was bei vielen Menschen in der Region bereits jetzt
Besorgnis hervorruft. Diese Sorgen packte der Doberaner
Stadtvertreter Jochen
Arenz jetzt in sechs Fragen, die er Bürgermeister Hartmut Polzin in der
Stadtvertretersitzung vorgestern Abend überreichte. Der
Bürgermeister sagte zu,
nach Konsultation der entsprechenden Stellen die Fragen zu
beantworten. In dem
kleinen Fragen-Katalog geht es unter anderem darum, wer für Personen-
oder
Sachschäden im Rahmen des G8-Gipfels haftet, wie mit den Bewohnern
Heiligendamms durch die Sicherheitskräfte umgegangen wird und wie die
Situation
der Berufspendler in Doberan und Heiligendamm sein wird.
Ostseezeitung-Bad Doberan
------------------------------------------------------------------------
-----
Zigtausende G 8-Gegner erwartet
08.12.2005
Kühlungsborn - Zum Weltwirtschaftsgipfel der so genannten G 8-Staaten
2007 in
Heiligendamm werden rund um die Hansestadt Rostock zigtausende
Demonstranten
erwartet. Dies wurde gestern bei einer Diskussionsrunde der
Linkspartei.PDS im
Kühlungsborner Morada-Hotel verdeutlicht, an der auch Monty Schädel
von der
globalisierungsfeindlichen Organisation attac und Kommunalpolitiker
aus Bad
Doberan und Rerik teilnahmen.
Laut der Bundestagsabgeordneten Heidrun Bluhm müsse es darum gehen,
die Proteste
zu koordinieren, "damit sie nicht eskalieren." Die Linkspartei sehe
genau darin
eine ihrer Aufgabe und habe bereits Kontakte mit G 8-Gegner-
Gruppierungen
aufgenommen. In Bundes- und Landtag werde die Partei zudem Anfragen
einreichen,
um die Kosten "im Auge zu behalten." Bislang ist die Rede von 50
Millionen Euro.
Die Linkspartei ist gegen den G 8-Gipfel - laut Bluhm, weil dabei
"Staats- und
Regierungschefs ohne Legitimation durch ihre Parlamente" entscheiden.
Ostseezeitung-Bad Doberan
------------------------------------------------------------------------
-----
Heiligendamm bleibt für alle offen
07.12.2005
Heiligendamm (dpa) Deutschlands ältestes Seebad Heiligendamm sollen
weiterhin
alle Gäste ohne Einschränkungen besuchen können. Die
Vertreterversammlung Bad
Doberans, zu der das Ostseebad gehört, stimmte gegen eine von der
Kommune
angestrebte Schließung eines Weges vom Bahnhof zum Kempinski Grand
Hotel. Die
Verwaltung hatte das Gebiet um die Luxushotel-Anlage, das Kurhaus und
die
angrenzende Klinik zu einem Kurgebiet erklären wollen, das nur von
Kur- und
Hotelgästen betreten werden darf. Damit wäre praktisch der
historische Kern des
Ortes nicht mehr frei zugänglich gewesen.
In der Vergangenheit hatte es Klagen gegeben, weil sich Gäste des
Hotels von
"aufdringlichen Tagesgästen" bedrängt fühlten. "Zu bestimmten
Zeiten haben wir
Nutzungskonflikte", sagte Bad Doberans Bürgermeister Hartmut Polzin
(SPD)
gestern. Es fügte hinzu: "Auch über Tagestouristen freuen wir uns in
Heiligendamm."
Ostseezeitung
------------------------------------------------------------------------
-----
Handzettel gegen gesperrte Stadt
02.12.2005
Bad Doberan - Die Bürgerinitiative "Öffentlichkeit für
Heiligendamm" hat
begonnen, Aufkleber und Handzettel gegen eine "gesperrte Stadt am
Meer" zu
verteilen. Sie will damit auf die Möglichkeit hinweisen, dass weite
Teile der
weißen Stadt am Meer zu einem Kurgebiet erklärt und damit für die
Allgemeinheit
unzugänglich werden. Am Montag werden die Doberaner Stadtvertreter
entscheiden,
ob ein solches Kurgebiet entstehen soll. Die Bürgerinitiative und die
Fraktion
des Bürgerbunds hoffen, dass viele Doberaner den Stadtvertretern mit
ihrer
Anwesenheit ein Signal geben, in welche Richtung die Entwicklung in
Heiligendamm gehen soll. Die Sitzung am Montag beginnt 18.15 Uhr.
Ostseezeitung-Bad Doberan
------------------------------------------------------------------------
-----
Tourismusverein gegen Abgrenzung in weißer Stadt
28.11.2005
Bad Doberan - Der Doberaner Tourismusförderverein hat sich in einer
Stellungnahme gegen die geplante Abgrenzung eines Kurgebiets in der
weißen
Stadt am Meer ausgesprochen. "Damit unsere Gäste jetzt vor einer
verschlossenen
Stadt stehen, dafür haben wir der Entwicklung von Heiligendamm -
sprich der
Hotelanlage - nicht über Jahre zugestimmt", heißt es in dem
Schreiben. Die
Entwicklung Heiligendamms könne und dürfe nicht in die Richtung
eines für die
Öffentlichkeit abgeschlossenen Ortsteils führen. Die Stadt habe
bereits
genügend Zugeständnisse an die Entwicklungs-Compagnie Heiligendamm
gemacht. Der
Tourismusförderverein wird seinen Widerspruch jetzt in einem offenen
Brief an
den Bürgermeister und die Stadtvertreter bekunden.
Ostseezeitung-Bad Doberan
------------------------------------------------------------------------
-----
Wellen in weißer Stadt schlagen höher
Der neu entbrannte Streit um die Öffentlichkeit in Heiligendamm hat
die nächste
Ebene erreicht. Während die Investoren um Verständnis für
Sperrungen werben,
plant eine Initiative Protest-Aktionen.
26.11.2005
Bad Doberan - Hans Schlag steht in einem Spielzimmer der Doberaner
Awo-Kita "Uns
Windroos´" und tut, was er seit sieben Jahren tut: Wogen glätten. Im
Raum sitzen
25 Leute; die Linkspartei lud zur öffentlichen Fraktionssitzung.
Das Thema ist brisant: Es geht um das "Konzept Seeheilbad
Heiligendamm." Soeben
hat Landtagsabgeordnete Birgit Schwebs drei Minuten lang mit vielen
Worten
gesagt, was sie von den neuesten Plänen der Entwicklungs-Compagnie
Heiligendamm
hält: gar nichts.
Hans Schlag erwidert, er fühle sich "langsam als Delinquent." Seit
mehr als
einer Stunde erklärt er, was die kurz ECH genannte Entwicklungs-
Compagnie im
Auftrag der Investoren in Deutschlands erstem Seebad vorhat. Ein
Kurgebiet soll
eingerichtet werden. Weite Teile der weißen Stadt wären dann für die
Allgemeinheit gesperrt. Nur Kur- und Hotelgäste hätten noch freien
Zutritt.
weiterlesen
Ostseezeitung-Bad Doberan
------------------------------------------------------------------------
--
gipfelsoli infogruppe
Newsletter mit Nachrichten über Mobilisierungen, Debatten und
Repression im Zusammenhang mit Gipfelprotesten.
Die AutorInnen der Beiträge, so sie nicht von uns verfasst sind, sind
mit eckigen Klammern versehen.
Wir können leider keine Verantwortung für die Richtigkeit der
Beiträge übernehmen. Auch geben die Beiträge
nicht zwangsläufig unsere Meinung wieder.
Mehr Infos und Texte sowie ein öffentliches Archiv des Newsletters
unter www.gipfelsoli.org.
Kontakt, Kritik, Beiträge: gipfelsoli at nadir.org
gipfelsoli mailinglist subscribe - unsubscribe
https://lists.nadir.org/cgi-bin/mailman/listinfo/gipfelsoli-l
================================================
18 Tödliche Liebe im Nordirak
von: wadi.wien at gmx.at
===============================================
QUELLE: Neue Züricher Zeitung, NZZ am Sonntag, 15. Januar 2006
Tödliche Liebe im Nordirak
Wenn junge Kurden voreheliche Beziehungen eingehen, droht der
Ehrenmord
In der Kleinstadt Kalak wurde im November ein junges,
unverheiratetes Paar ermordet, weil es mit seiner Liebe gegen
Stammesrecht
verstossen hatte. Aber niemand verurteilt die Morde.
Inga Rogg, Kalak
Kein Stein. Keine Inschrift. Kein Bild. Nichts erinnert in
Kalak an
das Schicksal von Nahlan Hassan Mohammed und Arselan Ismail Selim. Am
17.
November wurden die beiden Jugendlichen, sie 15 und er 18 Jahre alt, von
einem Onkel Nahlans erschossen. Auf das Mädchen feuerte der Täter so
oft,
dass ihr Gesicht völlig zerfetzt war. Als Nahlan starb, war sie im
fünften
Monat schwanger - von Arselan. «Hätte er sie bloss geheiratet»,
sagt der
örtliche Polizeichef Azwar Dizaei. «Dann hätte er der Familie die
Schande
erspart.»
Doch Arselan blieb stur. Wie Hohn und Spott muss es für Nahlan
geklungen haben, dass er ihr dabei auch noch vorwarf, sie sei ja
jetzt keine
Jungfrau mehr. In der kleinen Welt von Kalak, wo jeder jeden kennt
und die
Strassen selbst an Werktagen säuberlich gekehrt sind, war Nahlan nach
Bekanntwerden der Schwangerschaft eine Aussätzige. Sie hatte nicht
nur ihren
Ruf, sondern auch den der Familie und des Stammes ruiniert. Darum
musste sie
sterben.
Obwohl der Mord an den Jugendlichen fast schon einer Hinrichtung
glich, würde Ahmed Mohammed Arab den Täter nie einen Mörder
nennen. «Er war
im Recht», sagt Arab. «Hier ging es um die Ehre, das ist kein
Kavaliersdelikt.» Wie der Todesschütze ist auch der 51-jährige
ehemalige
Peschmerga, wie die Unabhängigkeitskämpfer genannt werden, ein Onkel
von
Nahlan. Die Häuser der beiden Familien liegen nur einen Steinwurf
voneinander entfernt. Doch obwohl Arab selbst Vater von vier Töchtern
ist,
hat er für seine getötete Nichte wenig Mitgefühl. «Sie war ein
dummes Ding»,
pflichtet ihm seine Frau bei. Viel mehr wird sie an diesem Tag nicht
sagen.
Die meiste Zeit sitzen sie, Arabs Zweitfrau und die Töchter, nur
schweigend
da.
Ein Telefon bringt den Tod
So wie Arab nimmt in Kalak kaum jemand Anstoss an dem Doppelmord.
Dabei kam es anschliessend zu einer Schiesserei zwischen den
Familien, bei
der mehrere Personen verletzt wurden. Die Polizei brachte die Lage erst
unter Kontrolle, als sie mit amerikanischen Luftangriffen drohte.
Das Schicksal von Nahlan ist kein Einzelfall. Oft reicht schon
ein
falscher Blick oder ein verdächtiges Telefongespräch, um die Mörder
auf den
Plan zu rufen. Seit Jahren machen sich kurdische Frauenrechtlerinnen
gegen
die sogenannten Ehrenmorde stark. Dabei konnten sie erste Erfolge
erzielen:
Das ehemalige Saddam-Recht, das Tätern bei sogenannten Ehrenmorden
weitgehende Straffreiheit gewährte, wurde reformiert. In Suleimaniya
und
Erbil entstanden die ersten Frauenhäuser im Irak, die sich nicht
zuletzt
dank der Unterstützung ausländischer Hilfsorganisationen wie des
Frankfurter
Vereins WADI oder Norwegian People's Aid bis heute halten können. Die
Zahl
der Ehrenmorde sank von mehreren Hundert in den neunziger Jahren auf
einige
Dutzend in den letzten Jahren.
Immer wieder entdecken Sozialarbeiterinnen Frauen, die halb
verhungert
von ihren Familien in Ketten gelegt wurden. Gross ist weiterhin die
Anzahl
der Frauen, die sich in ihrer Verzweiflung selbst verbrennen. «Wir
stehen
erst ganz am Anfang», sagt Chilura Hardi. Vor fünf Jahren kehrte sie
aus
England, wo sie 13 Jahre als Sekundarlehrerin arbeitete, nach Kurdistan
zurück. In Erbil leitet sie heute das Frauenzentrum Khatuzin. Mit einer
fahrenden Bibliothek, einer eigenen Zeitschrift und neuerdings einem
eigenen
Radiosender will Khatuzin die Gleichberechtigung in Kurdistan
vorantreiben.
Sie setze auf den langsamen Umbau von unten, sagt die 49-Jährige.
Deshalb
lägen ihr die Diskussionsrunden mit Schülern, die sie kürzlich
gestartet
hat, auch besonders am Herzen.
Obwohl Kurdistan für Frauen im heutigen Irak, wo die
Fundamentalisten
den Ton angeben, geradezu als Oase der Liberalität erscheint, müsse
mehr für
die Verankerung von Frauenrechten getan werden, sagt Hardi. Ihr schwebt
dabei die Aufnahme eines Frauen-Grundrechte-Katalogs in die künftige
Landesverfassung vor. «So weit wird es wohl nicht kommen», sagt sie
mit
einem Schmunzeln.
In Kalak, keine 20 Kilometer westlich der Hauptstadt Erbil,
klingen
Hardis Reden beinahe wie aus einer fremden Welt. Sie wäre froh, wenn
es in
Kalak eine Einrichtung wie Khatuzin gäbe, sagt Chinar Said Sabri. Die
Offizierin ist die erste und bisher einzige Polizistin am Ort.
«Vielleicht
hätten Nahlan und Arselan dann nicht sterben müssen», erklärt sie.
Gegen das
ungeschriebene Gesetz der Stämme haben es die Ordnungshüter freilich
schwer.
Zahlen oder heiraten
Deshalb bleibt der Mord an den beiden Jugendlichen trotz der
kurdischen Strafrechtsreform voraussichtlich ungesühnt. Gemäss einem
Beschluss der Stammesältesten haben die Familien von Arselan, Nahlan
und
ihrem Onkel bis zum Frühjahr Zeit, den Konflikt gütlich beizulegen.
Neben
Geldzahlungen kann dies für Mädchen aus der Familie des Mörders
bedeuten,
dass sie mit einem Mann aus dem Clan seiner Gegner verheiratet werden.
Ahmed Mohammed Arab kann daran nichts Verwerfliches finden.
Wenn in
seiner Familie so etwas vorkäme, würde er nicht anders handeln.
Dabei nimmt
er einen kräftigen Schluck von dem süssen Schwarztee, den seine Frau
serviert hat. Verschämt richten seine halbwüchsigen Töchter ihren
Blick auf
den Boden. Keine wagt es, dem Vater zu widersprechen.
------------------------------------------------------------------------
--
Diesen Artikel finden Sie auf NZZGlobal unter:
http://www.nzz.ch/global
NZZ Online: http://www.nzz.ch
Copyright (c) Neue Zürcher Zeitung AG
--
WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische
Entwicklungszusammenarbeit
e-mail: wadi.wien at gmx.at
website: www.wadinet.at
Tel.: 0699-11365509
================================================
19 Tschetschenien: Merkel in Moskau - Deutschland soll zum
Frieden beitragen
von: hans.bogenreiter at gfbv.at
================================================
GESELLSCHAFT FÜR BEDROHTE VÖLKER
PRESSEMITTEILUNG Göttingen/Berlin, den 13.01.2005
Bundeskanzlerin Merkel in Moskau erwartet (16. 01.)
Die Menschenjagd in Tschetschenien geht weiter - Deutschland soll zum
Frieden beitragen
Anlässlich des Antrittsbesuches von Bundeskanzlerin Angela Merkel beim
russischen Präsidenten Wladimir Putin in Moskau am kommenden Montag
weist
die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) auf die fortdauernden
Kriegsverbrechen in Tschetschenien hin. Dort sind seit 1994 bis zu
180 000
Menschen durch die Hand der russischen Armee und so genannter
Spezialeinheiten sowie durch Bombardements der Luftwaffe ums Leben
gekommen.
Das ist nach Auffassung der GfbV und anderer internationaler
Menschenrechtsexperten gemäß der Konvention der Vereinten Nationen zur
Verhütung und Bestrafung des Völkermords Genozid.
"Die von Kanzlerin Angela Merkel geführte Bundesregierung hat die
deutsche
Russlandpolitik erfreulicherweise modifiziert und begonnen, auch
Bürgerrechts- und Menschenrechtsprobleme anzusprechen", sagt der
GfbV-Generalsekretär Tilman Zülch. Die Menschenrechtsorganisation
appelliert
an die Kanzlerin und an Außenminister Frank-Walter Steinmeier dazu
beizutragen, Frieden in Tschetschenien herzustellen. Die Politik der
Regierung Schröder/Fischer habe sich dadurch ausgezeichnet, dass sie
keinen
ernsthaften Anlauf nahm, die kontinuierliche Menschenjagd in
Tschetschenien
zu kritisieren. Die GfbV hatte seit 2000 immer wieder darauf
hingewiesen,
dass diese vergangene Bundesregierung in jenem Jahr sogar eine
Delegation
des BND in die völlig zerstörte tschetschenische Hauptstadt Grosny
unter
Führung von August Hanning entsandte, als in deren Kellern nach dem
Bombardement durch die russische Luftwaffe noch unzählige Tote lagen.
Die GfbV-Tschetschenien-Expertin Sarah Reinke berichtet, dass das
Grauen in
der kleinen Republik im Nordkaukasus noch immer andauert. "Es vergeht
keine
Nacht, in der nicht Menschen von Spezialeinheiten aus ihren Häusern
verschleppt, in Folterkeller gesperrt, dort misshandelt und ermordet
werden.
Auch Frauen und Kinder sind vor Entführungen nicht sicher." Der GfbV
sind
zahlreiche Fälle von Verschleppung von Angehörigen mutmaßlicher
tschetschenischer Kämpfer bekannt. So sollen diese dazu bewegt
werden, sich
zu stellen. Gerade in der Bergregion beschießt die russische Luftwaffe
Dörfer und Waldgebiete.
Menschenrechtsverteidiger, Journalisten und Angehörige von
Hilfsorganisationen werden an ihrer Arbeit gehindert, bedroht,
verhaftet.
Mindestens 13 Menschenrechtler wurden seit 2000 ermordet. Auch
Personen, die
sich wegen der anhaltenden Straffreiheit von
Menschenrechtsverletzungen in
Tschetschenien an den Europäischen Menschenrechtsgerichtshof in
Straßburg
wandten, werden verfolgt und bedroht. Die humanitäre Lage ist
katastrophal.
Die Hälfte der Neugeborenen kommt schon krank auf die Welt. Minen,
verseuchtes Trinkwasser, erhöhte Radioaktivität und fehlende sanitäre
Anlagen tragen weiter zu Erkrankungen bei. Wie folgende Beispiele
zeigen,
waren auch die ersten Tage 2006 von schweren
Menschenrechtsverletzungen und
dem Terror gegen die tschetschenische Zivilbevölkerung geprägt:
12.1.2006: In einem Land voller Minen wird ein 14-jähriger Junge in
Grosny
durch die Explosion einer Mine schwer verletzt.
11.1.2006: Am frühen Morgen wird in einer Behelfsunterkunft für
Flüchtlinge
in Grosny von russischen Sicherheitskräften eine so genannte
Säuberung
durchgeführt.
10.1.2006: Einwohner finden in ihrem Stadtteil von Grosny den
Leichnam einer
Frau. Es soll sich um Raisa Dschudaeva handeln, die wenige Tage zuvor
von
Sicherheitskräften aus dem Dorf Katajama verschleppt worden sein
soll. Der
Leichnam ist von Kugeln durchsiebt.
6.1.2006: Im Wald in der Nähe des Dorfes Kotar-Jurt finden Einwohner
den
Leichnam des 50-jährigen Sultan Ustarchanov. Er war am 3.1. von einer
Gruppe
Unbekannter in Tarnanzügen verschleppt worden. Sein Leichnam weist
zahlreiche Messerstiche auf, an denen er gestorben ist.
3.1./4.1.2006 In der Nacht dringen maskierte Angehörige der russischen
Sicherheitskräfte gewaltsam in das Haus der Familie Tschakajew im Dorf
Starye Atagi ein. Die fünf bis sechs Täter schlugen den alten
Familienvater
und die Mutter vor den Augen ihrer Kinder zusammen. Sie verlangten
von der
Familie, ihnen Waffen zu geben, durchwühlten den Haushalt und
plünderten
Wertsachen und Geld.
31.12.2005: In der Nähe der Stadt Gudermes verschwinden die beiden
Mädchen
Marcha Saburaeva und Ajschat.
31.12.2005: Drei Angehörige verschiedener Sicherheitskräfte und zwei
Zivilisten sterben am Silvesterabend durch einen Schusswechsel
zwischen den
streitenden Sicherheitskräften, acht Passanten werden verletzt.
30.12.2005: Der 20-jährige Aslambek Supzuew stirbt durch einen
Kopfschuss in
Grosny. Er war in ein Kreuzfeuer geraten, welches durch einen Streit
unterschiedlicher Einheiten der Sicherheitskräfte ausgelöst worden
war.
30.12.2005: Der 16-jährige Aslambek Dschambulatov verliert durch einen
Minenunfall im Dorf Prigorodnoe ein Bein. Zwei weitere Personen, ein
20-Jähriger und ein fünfjähriges Kind, werden bei einem Minenunfall
in der
Region Sunscha einige Tage später schwer verletzt.
Die Gfbv-Referentin für die GUS-Staaten, Sarah Reinke, ist am Freitag
bis 14
Uhr und ab 17 Uhr, am Samstag von 8 Uhr bis 10 Uhr und ab 18 Uhr
sowie am
Sonntag unter Tel. 0173 261 21 82 für Nachfragen erreichbar. Sonst
können
Sie Kontakt aufnehmen mit dem GfbV-Generalsekretär Tilman Zülch
unter Tel.
0151 153 09 888.
======================================================
Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV)
Inse Geismar, Pressereferentin
Postfach 2024, D-37010 Goettingen
Tel.+49/551/49906-25, Fax:++49/551/58028
E-Mail: presse at gfbv.de, Homepage:http://www.gfbv.de
======================================================
<<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><
LINKS/HINWEISE
<<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><
================================================
20 Gefangennahme von AktivistInnen in USA
von: tate1728 at hotmail.com
================================================
From: "tate gartensinger" <tate1728 at hotmail.com>
Subject: Gefangennahme von AktivistInnen in USA
Das ist der Link zu der Homepage die momentan erstellt wird und
abgedated wird:
http://www.auburn3.org/.
Die 3 sind gestern vom F B I unter falschen
Anschuldigungen festgenommen worden.
Vielleicht könntet ihr das auf eurer hompage posten.
thanks a bunch - peace and smiles
================================================
B) TERMINE
================================================
========================
Montag
http://www.mund.at/butt/Termine/Januar/1601.htm
Dienstag
http://www.mund.at/butt/Termine/Januar/1701.htm
Mittwoch
http://www.mund.at/butt/Termine/Januar/1801.htm
========================
================================================
D) EDITORIAL
================================================
Für den Inhalt verantwortlich: Ihr.
Medieninhaberinnen & Medieninhaber seid Ihr
E-Mail-Adresse für Beiträge: widerstand at no-racism.net geschickt.
widerst at nd MUND und alle Termine täglich aktualisiert im Web:
http://www.no-racism.net/MUND
Ziel von MUND (medienunabhängiger Nachrichtendienst) ist die
unzensurierte und möglichst rasche Information über gesellschafts-
politisch relevante Termine, Hinweise und Diskussionsbeiträge zu
Widerstand und Antirassismus sowie verwandte Themen.
sollen einen Titel, Namen und Emailadresse der/des AutorIn
enthalten und möglichst kurz und prägnant gehalten sein, ev. mit
Hinweis, wo weitere Informationen eingeholt werden können.
Bitte keine Attachments!
Die inhaltliche und sachliche Verantwortung liegt bei der/dem
jeweiligen AutorIn bzw. jenen, die uns die Beiträge schicken.
Der MUND wird von einzelnen TagesredakteurInnen zusammengestellt.
Da Fehler nicht ausgeschlossen sind, bitten wir, nicht veröffentlichte
Beiträge nochmals an widerstand at no-racism.net zu senden.
Die Weiterleitung (auch auszugsweise) ist erwünscht.
Beiträge mit rassistischen oder sexistischen Inhalten werden nicht
veröffentlicht. Sehr persönliche Meldungen werden wir an den
betreffenden Adressaten weiterleiten, aber nicht im MUND
veröffentlichen.
Die bisherigen Ausgaben sind unter http://www.no-racism.net/MUND
archiviert.
Terminankündigungen bitte nach folgender Vorlage:
* Wann: Sonntag, 11.11.2001, 11:11 Uhr *
* Was: Maskenball: Motto "Schwarzblau ist die Haselnuss" *
* Wo: Villa Morgenrot, Grüner Anger 42, 2001 Wendendorf *
* Kommentar: Anreise per Anhalter. Maskenzwang. Ende nie.
Aber kurz und prägnant.*
Die Rubrik "Redaktionelles" am Ende der Ausgabe ist u.a. eine
Konsequenz aus der Notwendigkeit, sexistische, antisemitische und
rassistische Beiträge nicht zu veröffentlichen, ohne jedoch
stillschweigend Zensur zu üben.
Hier wird - in anonymisierter Form - auf angehaltene Beiträge
hingewiesen und eine kurze Begründung der Tagesredaktion für die
Nichtaufnahme geliefert.
(Weitere Gründe einen Beitrag nicht aufzunehmen sind
z.B.: Attachments, kein erkennbarer Bezug zu den breit gestreuten
Themen des MUND, Werbesendungen, sinnlose Kettenbriefe.)
Die AbsenderInnen der betroffenen Beiträge werden hiervon informiert.
Im Sinne einer "gläsernen Zensur" könnt ihr Euch die Beiträge gerne
extra schicken lassen:
Ein kurzes Mail an widerstand at no-racism.net genügt.
================================================
E) VERTEILERLISTE
================================================
Zur Eintragung in diesen Verteiler bitte direkt subskribieren unter
http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/analle
oder von der einzutragenden Adresse
aus ein mail schicken an:
admin at no-racism.net
mit folgendem Text:
subscribe no-racism
Bitte wegen Automatisierung diesen Wortlaut verwenden!
Zur Austragung aus dieser Liste bitte an <admin at no-racism.net
ein mail mit dem Text
unsubscribe no-racism
Bitte wegen Automatisierung diesen Wortlaut verwenden!
REDAKTIONELLES:
Diese Ausgabe hat Vlatka Frketic aus Einsendungen an
<widerstand at no-racism.net> zusammengestellt.
Bitte keine Attachments! (werden nicht angenommen)
Redaktionsschluss für diese Ausgabe: So, 24.00 Uhr
III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III
ü, ö, ä, ß, Ü, Ö, Ä
III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III
widerst at nd-MUND is powered by http://alt.strg.at/
================================================