From analle at no-racism.net Tue Jan 3 10:15:14 2006 From: analle at no-racism.net (=?iso-8859-1?q?MUND=3A_medienunabh=E4ngiger_Nachrichtendienst?=) Date: Tue, 3 Jan 2006 10:15:14 +0100 Subject: widerst@nd! - MUND: Montag, 2.1.2005 Message-ID: widerst at nd MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst www.no-racism.net/mund MedieninhaberInnen seid Ihr! Montag, 02.01.2006 ================================================ A) INHALT ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN UND KOMMENTARE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 01 Neujahr Asyl in Not ================================================== 02 Weltfriedenstag und EU-Praesidentschaft "Alois Reisenbichler - Stadtteilzentrum Simmering" ================================================== 03 "Lebensschützertagung" in der Volksanwaltschaft "FrauenLesben fuer das Selbstbestimmungsrecht der Frau" ================================================== 04 Auf dem Prüfstand "kohlerdi" ================================================== 05 Juscha ist frei Asyl in Not ================================================== 06 OPERATION SPRING - letzter Prozess: Schuldspruch und Berufung - "Operation Spring" bald im Parlament? - Kinoeinsatz "Tristan Sindelgruber" ================================================== 07 Venezuela-Plattform gegründet "agm" ================================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< SOLIDARITÄT WELTWEIT ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 08 Arab women's groups: Men must speak out against honor killings "wadi wien" ================================================== 09 Hong Kong gipfelsoli-l at lists.nadir.org ================================================== 10 Saftige Früchte: Irakische Regierung und Arabischen Liga erklären 'Widerstand' gegen die 'Besatzer' für 'legitim' "wadi wien" ================================================== 11 Wiederkehr des Ethnischen in Afghanistan und Irak (iz3w, Nr. 290 - Januar/Februar 2006) "wadi wien" ================================================== 12 Sudanesen wehren sich gegen die Räumung eines Flüchtlingslagers in Ägypten: 26 Tote "wadi wien" ================================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< LINKS / VERWEISE / HINWEISE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 13 Newsletter andersrum.gruene.at Andersrum Newsletter ================================================== 14 Neue iz3w mit Schwerpunkt Irak/Afghanistan "wadi wien" ================================================== ================================================ B) TEXTE ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN UND KOMMENTARE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 01 Neujahr Asyl in Not ================================================== Liebe Leserinnen und Leser ! Ein neues Jahr beginnt. Ein neues Asyl- und Fremdenrechtspaket tritt in Kraft. Menschen werden spurlos verschwinden. Willkürliche Verhaftungen und Deportationen werden an der Tagesordnung sein. Dieses Gesetz richtet sich gegen die am meisten Verfolgten: Traumatisierte und Folteropfer. Bisher waren sie gesetzlich geschützt; ab 1. Jänner 2006 werden auch sie gnadenlos deportiert. Sie sollen zurück in angeblich sichere "Dublin"-Staaten, von denen wir wissen, dass Flüchtlinge dort nicht sicher sind: zum Beispiel die Slowakei, wo die Anerkennungsrate knapp über Null Prozent beträgt. Asyl in Not hat Fälle tschetschenischer Flüchtlinge dokumentiert, die die Slowakei via Ukraine nach Rußland abgeschoben hat. Dieses Gesetz soll faire Verfahren verhindern: Schubhaft wird verhängt, noch bevor ein Asylbescheid erlassen ist. Schon wenn "anzunehmen" ist, ein anderer "Dublin"-Staat könnte zuständig sein. Rechtsvertreter werden keinen Zugang zu den Häftlingen haben. Stattdessen werden dann "professionelle Abschiebungen" von staatsangestellten "Betreuern" organisiert. Dieses Gesetz richtet sich gegen NGOs: "Beihilfe" zum "illegalen Aufenthalt" wird mit sechs Monaten Gefängnis bedroht. Wir nehmen die Herausforderung an. Asyl in Not hat Strassers Asylgesetz erfolgreich bekämpft: Wir konnten hunderte rechtswidrige Abschiebungen verhindern. Wir werden es auch diesmal schaffen. Dafür brauchen wir auch Ihre Hilfe. Nehmen Sie einen Flüchtling / eine Flüchtlingsfamilie in Ihrer Wohnung auf. Geben Sie "Privatasyl"! Den Kontakt stellen wir gerne für Sie her. Liebe Leserinnen und Leser, wir wünschen Ihnen ein gutes und glückliches Jahr. Michael Genner Asyl in Not Währingerstraße 59 1090 Wien Tel.: 408 42 10-15, 0676 - 63 64 371 www.asyl-in-not.org Spendenkonto: P.S.K., Kontonummer 92.034.400, Asyl in Not. Prokops Lex Anti-NGO § 115 Absatz 1 des neuen Fremdenpolizeigesetzes lautet: "Wer mit dem Vorsatz, das Verfahren zur Erlassung oder die Durchsetzung aufenthaltsbeendender Maßnahmen hintanzuhalten, einem Fremden den unbefugten Aufenthalt im Hoheitsstaat eines Mitgliedsstaates der Europäischen Union erleichtert, ist vom Gericht mit Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 360 Tagessätzen zu bestrafen." Sie drohen uns. Aber sie können uns nicht einschüchtern. Wir leisten Widerstand. ================================================== 02 Weltfriedenstag und EU-Praesidentschaft "Alois Reisenbichler - Stadtteilzentrum Simmering" ================================================== ACUS unterstützt Weltfriedenstag: Das neutrale Österreich soll für eine abgerüstete und atomwaffenfreie EU eintreten. Auf Anregung der Katholischen Kirche wird der 1. Jänner von vielen christlichen Organisationen als Weltfriedens- tag gefeiert. Die Arbeitsgemeinschaft Christentum und Sozialdemokratie (ACUS) unterstützt diese Friedens- aktivitäten am ersten Tag des Neuen Jahres. "2005 war ein verlorenes Jahr für die Abrüstung: die NPT-Konferenz ist an der sturren Haltung der Atomwaffen- staaten und vor allem der USA gescheitert, neue Atomwaffen werden entwickelt, der Krieg im Irak ist noch lange nicht zu Ende; um nur einige Beispiele zu nennen", zieht der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christentum und Sozialdemokratie (ACUS) eine nüchterne Bilanz. "Der Papst fordert in seiner Botschaft zum Weltfriedenstag atomare und allgemeine Abrüstung. In den USA sind heute Aufrüstung und sogar Krieg Mittel der Politik. Es besteht die Gefahr, dass die Europäische Union diesem falschen Weg folgt", warnt der ACUS-Bundes- vorsitzende Richard Schadauer. "Daher muss gerade von der EU-Präsidentschaft des neutralen Österreichs gefordert werden, dass die Militarisierung der Europäischen Union gestoppt wird. Auch zwei EU-Staaten sind zum Beispiel Atomwaffenstaaten, einige EU-Staaten unterstützen noch immer die völkerrechtswidrige Kriegspolitik der USA." "Es genügt nicht, sich in Sonntagsreden zu Neutralität und Abrüstung zu bekennen. Wir brauchen endlich konkrete Schritte einer aktiven Friedenspolitik", schloss der ACUS Bundesvorsitzende Richard Schadauer. Informationen: Richard Schadauer, Tel. 01 789 24 58 Alois Reisenbichler, Tel. 0664 39 51 809 Alois Reisenbichler 1110 Wien, Schneidergasse 15/9, Telefon (043-664) 39 51 809 E-Mail: stadtteilzentrum at simmeringonline.at, Alois.Reisenbichler at reflex.at Homepage in Arbeit: www.reisenbichler.at.tf Lieblingshomepage: www.hiroshima.at ================================================== 03 "Lebensschützertagung" in der Volksanwaltschaft "FrauenLesben fuer das Selbstbestimmungsrecht der Frau" ================================================== Liebe FrauenLesben! Wie sehr der rechtsextreme Recke Stadler die Politik und den Terror von Human Life International (HLI) fördert, zeigt weiter unten stehender Originaltext der ankündigenden Presseaussendung. Dazu wäre zu erläutern: Der "Anzeiger" wegen des Besuches einer Schulklasse im Ambulatorium am Fleischmarkt bei Stadler war ein äußerst aktiver und fanatischer HLI-Aktivist: Dr. Josef Preßlmayer. Er filmt(e) und fotografiert(e) monatelang Frauen, JournalistInnen, AktivistInnen vor den Abtreibungskliniken in Wien. Bei der von Stadler organisierten "Tagung" in der Volksanwaltschaft, die ja eine Schweinerei sondergleichen ist, war dann die hardlinerische Besetzung auffällig: Lukas Kenner aus dem Opus Dei Institut IMABE ( www.imabe.org), Pöltner, ein rechter, einschlägiger Philosoph und Theologe; Bydlinsky, ein ebensolcher "Zivilrechtler" und vor allem die Leiterin des "Lebenszentrums" von HLI in der Postgasse 11 im 1. Bezirk: Claudia Groger-Brandhuber. In dieses "Lebens"zentrum ums Eck des Fleischmarkt 26 werden Frauen mit falschen Versprechungen hingelockt und dann eingeschüchtert, beschimpft, genötigt und manchmal auch einfach stundenlang eingesperrt, wie eine Zeugin in einem Gerichtsverfahren, angestrengt von HLI gegen Claudia Sorger, Frauensprecherin der SLP, aussagte. HLI verlor diesen Prozeß. Groger-Brandhuber ist als rechte Hand Fischers zu sehen. Ihr werter Herr Gemahl ist unter dem Spitznamen der "Hatscherte" bekannt und jahrelang vor den Abtreibungskliniken in Wien in der von HLI bekannten gewalttätigen Art und Weise gegen Frauen aktiv. Nur Dietmar Fischer persönlich hätte in dieser netten HLI- Propagandarunde noch gefehlt. Dass der saubere Bischof Laun die sexistische Arbeit von HLI und gleichzeitig der "Jugend" für das Leben aktiv unterstützt, ist allgemein bekannt (siehe www.die-abtreibung.at.tf : Ein Bischof marschiert gegen säkulares Recht), bzw. der Artikel zu "Jugend für das Leben". Es steht wohl außer Zweifel, dass hier Frauen mit allen mitteln kriminalisiert werden sollen, wenn Stadler auf den §96 des StGB pocht, Abtreibung als Verbrechen hinstellt und unterstützt, dass HLI weiterhin ungehindert vor den Kliniken Frauen bedrängt, Kliniken in den Ruin treibt (www.die-abtreibung.at.tf :"Wenn beten nicht hilft...") und auch sonst mit allen Mitteln für ein generelles Abtreibungsverbot arbeitet. Die Fristenlösung wurde vor 30 Jahren durch einen Beharrungsbeschluss der SPÖ durchgesetzt. Knapp aber doch. Sie steht auf tönernen Füßen. Doch dann beging die SPÖ damit eine Kindesweglegung: In den schwarzen Bundesländern Tirol, Vorarlberg, Salzburg - keine Chance auf Abbruch im Krankenhaus! Abtreibungstourismus nach Wien. Klinik 1: Fleischmarkt, Klinik 2: MAIRO/Lucina. Der Terror von HLI gegen diese Kliniken und die Frauen startete 1997 als Import aus den USA. Ziel: die Kliniken zu ruinieren, denn wo keine Klinik, da keine Abbrüche. Die Lucina wurde erfolgreich ruiniert. Und in ein Babycaust-Museum umgerüstet! Daraus sollten wir lernen. Frauen! Aus all diesen Gründen ist es dringend notwendig, dass FrauenLesben in den nächsten Jahren den Kampf um die Streichung dieses Paragrafen aus dem Strafgesetz vehement führen. Die SPÖ liefert lediglich Lippenbekenntnisse, wird sich aber eine Initiative zu einer Änderung dieser für Frauen unakzeptablen strafrechtlichen Regelung, die immer wieder den Angriffen von sexistischen, selbsternannten "Lebens"schützern Fläche bietet, aufgrund von Parteiproporz und Packelei mit möglichen Koalitionspartnern aus der rechtsrechten Reichshälfte nicht geben. Und demnächst wird es in Salzburg eine Tagung zur "Spätabtreibung" geben, nachzulesen auf: http://www.virgil.at/downloads/abtreib1.pdf, auch hier geht es um einen Eingriff in die §§ 96 - 98! Denn Behinderte fordern ihre Rechte, nicht gesäubert und selektiert zu werden. Nur: diese "Rechte" von Embryonen stellen gleichzeitig einen Angriff auf das Selbstbestimmungsrecht der Frauen über ihren Körper und über ihr Leben dar. Es ist zudem auffallend, wie sehr gerade der Behindertenverein "Bizeps" sich auf die Tätigkeiten der militanten Antiabtreibungs- organisation "Jugend für das Leben" und auf die Tätigkeiten derer früheren Vorsitzenden von Jugend für das Leben und nunmehr ÖVP Lebensschützer-Kandidatin, Gudrun Kugler-Lang, beruft. Bizeps-Aktivisten Annemarie und Manfred Srb sollten sich bitte mal genauer ansehen, mit wem sie da Allianzen eingehen, oder heiligt gar der Zweck schon die Bündnispartnerinnen? Hat irgendeinE "BehinderteR" etwas vom staatlich verordneten Gebärzwang für alle Frauen? Hier steht das Recht von Behinderten im Kontext mit der militanten Rechten und deren Politik gegen Rechte von Frauen insgesamt. Eine Schwangerschaft ist nun mal nicht von einem Frauenkörper einer Frau zu trennen. Die künstliche Gebärmutter oder Embryos in Dosen gibt es noch nicht bei Bipa zu kaufen! Und auch das Aufziehen von Kindern ist Frauensache. Schon kapiert?! Die Früchte der Arbeit einer globalen Lobby von Frauenverachtern, der sogenannten "neuen Rechten", sind bereits zu sehen. Diese Misogynisten gewinnen zunehmend an Macht und gesellschaftlichen Einfluss und verfügen über jede Menge Geld und Infrastruktur. Hauptzweck deren Arbeit ist u.a. ein generelles Abtreibungsverbot weltweit. Und plötzlich über Nacht könnten Frauen auch in Österreich wieder auf dem Küchentisch landen, wenn sie eine Schwangerschaft abbrechen wollen. Mindestens 80.000 tote Frauen weltweit durch Pfuschabtreibung sind mindestens 80.000 Frauen, die uns fehlen! Wir trauern um sie. Abtreibung raus aus dem Strafgesetzbuch! Reproduktive Rechte einfordern! OTS Text zur "Tagung": http://www.ots.at/presseaussendung.php?schluessel=OTS_20051228_OTS0052&ch=politik Volksanwalt Mag. Stadler: Kein Recht auf Abtreibung Interdisziplinäre Tagung zum Status ungeborener Kinder Wien (OTS) - Am 19.12.2005 wurde in der Volksanwaltschaft auf Einladung des sachzuständigen Volksanwaltes Mag. Ewald Stadler eine Tagung zum Status ungeborener Kinder abgehalten. Anlass hiefür war eine Entscheidung der Volksanwaltschaft, in welcher der verpflichtende Lehrausgang von Kindern einer vierten Hauptschulklasse in eine nach wirtschaftlichen Grundsätzen geführte Wiener Abtreibungsklinik beanstandet wurde. Diese Entscheidung, für die Volksanwalt Mag. Stadler verantwortlich zeichnet, hat bereits mehrere positive Reaktionen aus der Rechtswissenschaft nach sich gezogen und wurde dem interessierten Publikum vorgestellt. Wesentlicher Inhalt dieser Entscheidung - die im Büro des Volksanwaltes Mag. Stadler ange- fordert werden kann - ist, dass nach der geltenden Rechtslage ein Schwangerschaftsabbruch auch innerhalb der ersten drei Monate (§ 97 Abs. 1 StGB) rechtswidrig ist und ein "Recht auf Abtreibung" nicht besteht. Im Laufe dieser Veranstaltung wurden Fragen des Lebensbeginns und Lebensschutzes aus medizinischer, juristischer, philosophischer und theologischer Sicht beleuchtet. Volksanwalt Mag. Stadler konnte anerkannte Experten aus diesen Disziplinen als Vortragende gewinnen: Univ.-Prof. Dr. Lukas KENNER (Medizin, Medizinische Universität Wien), den stellvertretenden Vorsitzenden der Bioethikkommission des Bundeskanzleramtes, Univ.-Prof. Dr. Günther PÖLTNER (Philosophie, Universität Wien) und Weihbischof Univ.-Doz. Dr. Andreas LAUN. Besonders wertvolle Beiträge zur Klärung der rechtlichen Situation leistete der im Publikum anwesende Doyen des österreichischen Zivilrechts, em. Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Franz BYDLINSKI. DI Claudia BRANDHUBER berichtete von eindrucksvollen Erfahrungen einer dem Lebensschutz verpflichteten Sozialberaterin. Ziele der Tagung waren die Darstellung des aktuellen Diskussionsstandes in den jeweiligen Disziplinen, aber auch der gegenseitige Informations- und Erfahrungsaustausch unter Menschen, die für den Schutz Ungeborener, sei es ehrenamtlich oder hauptberuflich, arbeiten. Nicht zuletzt sollte der positive Einsatz so vieler, der in der öffentlichen Diskussion, wenn überhaupt, meist leider nur verzerrt dargestellt wird, eine entsprechende Würdigung erfahren. Rückfragehinweis: Volksanwaltschaft Mag. Norbert Nemeth Singerstraße 17, 1015 Wien Tel.: (++43-1) 515 05/236 *** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS *** OTS0052 2005-12-28/10:23 281023 Dez 05 -- FrauenLesben für das Selbstbestimmungsrecht der Frau Selbstbestimmungsrechtderfrau at gmx.net <+++<+++<+++<+++<+++<+++<+++<+++<+++<+++<+++> detailierte Infos zum Schwangerschaftsabbruch in Österreich auch auf: --- www.die-abtreibung.at.tf --- ================================================== 04 Auf dem Prüfstand "kohlerdi" ================================================== Angesichts unzumutbarer, immer noch zunehmender Armut und Arbeitslosigkeit in der EU ist es mehr als verwunderlich, wenn ein anerkannter Journalist wie Paul Lendvai ("Auf dem Prüfstand"; DER STANDARD v. 29.12.05) Gewerkschaft und Arbeiterkammer in die Nähe von Populisten (richtiger wohl: Demagogen) und EU-Feinden rückt. Wer sonst - die meisten JournalistInnen halten sich ja abseits - soll denn auf die menschenverachtenden Zustände hinweisen? Insofern hoffe ich, dass die Protestversammlung anlässlich des Treffens der EU-Arbeits- und Sozialminister (19.1. - 21.1.06 in Villach) zu einem Umdenken und zu verstärkten Aktivitäten bei der Armutsbekämpfung führt. Es wäre höchste Zeit! Dietmar Köhler Initiativgruppe ARBEITSLOSIGKEIT ================================================== 05 Juscha ist frei Asyl in Not ================================================== Die gute Nachricht zum Jahresende: Juscha ist frei. Juscha H., Asylwerber aus Tschetschenien, wurde gestern aus der Schubhaft entlassen. Er ist jetzt mit seinen Eltern in einem Flüchtlingsheim in Wien untergebracht. Einen Bescheid des UVS habe ich noch nicht erhalten. Daher nehme ich an, daß die Freilassung vor allem unserem politischen Druck zuzuschreiben ist. Ich danke ganz herzlich allen Leserinnen und Lesern, die sich durch Protest-Emails an unserer Aktion "Notruf Asyl" beteiligt haben. Dank Ihrem Engagement ist Familie H. jetzt wieder vereint. Michael Genner Asyl in Not Währingerstraße 59 1090 Wien Tel.: 408 42 10-15, 0676 - 63 64 371 www.asyl-in-not.org Spendenkonto: Asyl in Not, P.S.K., Kontonummer 92.034.400 ================================================== 06 OPERATION SPRING - letzter Prozess: Schuldspruch und Berufung - "Operation Spring" bald im Parlament? - Kinoeinsatz "Tristan Sindelgruber" ================================================== 30.12.2005 - Neuigkeiten rund um OPERATION SPRING 1.) Letzter Prozess - Schuldspruch und Berufung Im letzten "Operation Spring" Prozess gegen den Angeklagten Emmanuel C., kam es gestern zum Urteilsspruch und er lautete auf "schuldig". Die verhängte Strafe beträgt 4 Jahre und 9 Monate unbedingter Haft - ziemlich exakt jenes Ausmaß, das der Angeklagte bereits in der Untersuchungshaft verbracht hatte. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, der Verteidiger Lennart Binder legte sofort nach Urteilsverkündung Nichtigkeitsbeschwerde ein. Der gestrige Verhandlungstag dauerte insgesamt mehr als 8 Stunden. Zeitweise waren mehr als 70 BesucherInnen im Verhandlungssaal. Die meisten von Ihnen blieben bis in die späten Nachmittagsstunden, um das Urteil vor Ort zu erfahren. Urteilsfindung und -begründung lösten sofort heftige Kritik aus. Wir ersparen uns an dieser Stelle eine persönliche Wertung. Wir möchten daher nur auf zwei Punkte hinweisen: 1.) Der "Operation Spring" sind die "Bosse" abhanden gekommen. Jahrelang stand Emmanuel C. im Verdacht, einer der Bosse der sog. nigerianischen Drogenmafia gewesen zu sein. Im Plädoyer der Staatsanwaltschaft wurde diese Anschuldigung, nach der tagelangen Verlesung des Akteninhaltes, sozusagen 5 vor 12, zurück genommen und Emmanuel C. nunmehr beschuldigt als "Verpacker", der in der mittleren Hierarchie anzusiedeln sei, tätig gewesen zu sein. Im Urteil folgte das Gericht dieser Argumentation weitestgehend. 2.) Das Gericht gab ein vernichtendes Urteil über die bisherige Anklage und die zentralen Beweismittel ab. In der Urteilsbegründung stellte das Gericht fest: "Es hätte von Beginn an geklärt sein können, dass "Chairman" nicht der Angeklagte ist. Dem Gericht lag aber keine detaillierte Erstübersetzung vor." Gerade diese nicht detaillierte Erstübersetzung ist Basis und Eckpfeiler unzähliger Verfahren und Schuldsprüche im Rahmen der Operation Spring. Zum Hintergrund: Ein vorerst nicht beeideter Dolmetscher der Polizei hatte nicht nur die Übersetzungen und Auswertungen der Audioüberwachungsaufnahmen des Großen Lauschangriffs gemacht, auf die sich das Gericht in allen Verfahren - mit Ausnahme vom letzten - gestützt hatte. Dieser Dolmetscher hatte darüberhinaus auch Stimmen auf den Audiobändern und Personen auf den Videobändern Angeklagten zugeordnet. Diese Zuordnungen waren in vielen Verfahren wesentlich für eine Verurteilung. Das Justizministerium machte bislang weitere Schritte davon abhängig, wie dieser letzte Prozess enden wird und welche Kritikpunkte darin auftauchen. Viel klarer wird ein österreichiches Gericht die Kritik wohl nicht formulieren - es kann mit Spannung darauf gewartet werden, wie und ob das Justizministerium nun reagiert, bzw. von sich aus aktiv wird. Der gestrige Prozess sorgte für breite Medienberichterstattung und heftige Reaktionen - hier einige Links zur Nachlese: Schuldspruch im letzten Prozess, (Der Standard) Schuldspruch nach vier Jahren, (wien-ORF.at) Finale im Operation Spring-Prozess, (Kurier) Nigerianer als Dealer verurteilt, (Wiener Zeitung) Zweifel nun amtlich (SOS-Mitmensch) Österreich - Land der Skandalurteile (no-racism.net) Skandalurteil im letzten "Operation Spring" Prozess! (GAJ-Wien) TV-Beitrag in "Wien heute" und erstmals eine Stellungnahme aus den Reihen der Exekutive: Max Edelbacher: "Methoden waren nicht erfolgreich", (Der Standard) 2.) "Operation Spring" - Vorführung im Parlament? Peter Pilz, Sicherheitssprecher der Grünen nahm den letzten Prozess zum Anlass, um zu einer Pressekonferenz unter dem Titel "Operation misslungen" einzuladen. Er kritisiert den Prozess und das Urteil und fordert weiter gehende Konsequenzen. Er will die ganze Angelegenheit im Innenausschuss des Parlaments thematisieren und schlägt u.a. vor, den Dokumentarfilm OPERATION SPRING im Innenauschuss vorzuführen. An dieser Stelle wollen wir dazu mal gleich unser Einverständnis geben, die Details bezüglich dieser parlamentarischen Vorführung sind dann mit unserem Verleih zu klären. Zur Nachlese: Operation Spring: Polizeiaktion soll in Innenausschuss kommen , (Gruene.at) Pilz will Polizeiaktion vor Innenausschuss bringen, (Der Standard) "Operation Spring": Pilz fordert Innenausschuss, (ORF.at) Operation Spring im Parlament, (Kurier) 3 .) Kinoeinsatz: Für alle jene, die nicht im Innenausschuss des Parlaments sitzen, bleibt daher nur der Weg ins Kino, ... und diesen Weg haben bereits mehr als 11.000 BesucherInnen beschritten! In Wien läuft OPERATION SPRING ununterbrochen seit dem 23. September 2005 - nunmehr, wie mittlerweile schon gewohnt, im Filmhauskino am Spittelberg und zwar täglich um 17:30 und 19:15 Uhr. Daneben wird der Film immer wieder für diverse Sondervorstellungen gebucht, worüber wir uns besonders freuen. Das kann durchaus Schule machen - wir bitten einfach, sich mit unserem Verleih, dem Stadtkino-Filmverleih, diesbezüglich in Verbindung zu setzen. Wenn immer erwünscht und möglich, sind wir auch gerne im Rahmen derartiger Sondervorstellungen vor Ort anwesend. In Wien wird eine Kopie des Films wohl noch den ganzen Jänner und Februar im Filmhauskino zu Verfügung stehen - Sondervorstellungen sind jederzeit buchbar. Kontakt: Stadtkino Filmverleih und Kinobetriebsgesellschaft m.b.H. Spittelberggasse 3/3 A - 1070 Wien Tel: 43-1-522 48 14 Fax: 43-1-522 48 15 www.stadtkinowien.at office at stadtkinowien.at Die demnächst anstehenden und bereits fixierten Bundesländertermine sind: 4.-5. Jänner - Oscarkino, Feldkirch (Vorarlberg) 9.-15. Jänner - Volkskino, Klagenfurt (Kärnten) 15. - 20. Jänner - Kino Ebensee, (Oberösterreich) 20. Jänner - Jazzatelier Ulrichsberg, (Oberösterreich) 9. Februar - Kino Monoplexx, St.Johann/Pongau (Salzburg) Alle Informationen rund um den Film, samt aktueller Vorführtermine, finden sich unter: www.operation-spring.com Wir verbleiben mit der Bitte um Veröffentlichung / Weiterleitung. Etwaige Mehrfachzusendungen bitten wir zu entschuldigen. Sindelgruber Tristan, Schuster Angelika Schnittpunkt - Sindelgruber Tristan, Film- & Multimediaproduktion Große Sperlgasse 19/3 1020 Wien Austria UID-Nr.: ATU 46990608 e-mail: schnittpunkt at gmx.at web: www.schnittpunkt-film.com www.operation-spring.com ================================================== 07 Venezuela-Plattform gegründet "agm" ================================================== Plattform für ein sozialistisches Venezuela gegründet! Mitte November haben die AGM (Arbeitsgruppe Marxismus), die AL- Antifaschistische Linke und die GRA (Gruppe für revolutionäre ArbeiterInnenpolitik) in Folge einer LabourNet-Austria- Veranstaltung eine Solidaritätsinitiative für venezolanische Arbeiter/innen/organisationen ins Leben gerufen. Die venezolanische Arbeiter/innen/klasse steht heute mehr denn je vor der Aufgabe, im Rahmen eines dynamischen klassenkämpferischen Prozesses ihre Unabhängigkeit von allen bürgerlichen Strömungen und dem "freien bolivarischen Volksstaat" zu etablieren. Die klassenkämpferische Strömung des Gewerkschaftsdachverbandes UNT (clasistas) und die neu gegründete Partido Revolucion y Socialismo (PRS) sind Ausdruck dieses Strebens nach Klassenunabhängigkeit. Aus diesem Grunde gilt unsere Solidarität in erster Linie diesen Organisationen. Wir haben daher beschlossen, im nächsten halben Jahr eine Reihe von Aktionen zu setzen. Wir wollen damit im Rahmen des EU- Lateinamerika-Gipfels in Wien im Mai 2006 einen revolutionär-sozialistischen Gegenpol präsentieren, wobei die beteiligten Organisationen und Einzelpersonen ihre jeweiligen Vorstellungen einbringen können. Konkret werden führende Genossen der clasistas und der PRS von uns in den deutschsprachigen Raum eingeladen. Einer der vier Co- Vorsitzenden des Gewerkschaftsdachverbandes UNT, Stalin Pérez Borges, hat sein Kommen bereits zugesagt und wird im Mai 2006 in Wien sprechen. Weiters werden wir eine umfangreiche Broschüre mit Texten der clasistas und der PRS herausgeben, die von uns zum ersten Mal ins Deutsche übersetzt werden. (Ein Bericht über die neue Arbeiter/innen/partei in Venezuela PRS findet sich hier: http://www.agmarxismus.net/aktartikel/PRS.htm) Zur Finanzierung der oben genannten Ziele starten wir eine Spendenkampagne, um den Erfolg dieses Projektes garantieren zu können. Wer unsere Vorhaben auch politisch unterstützen möchte und sich eine Mitarbeit im Rahmen unserer Plattform für ein sozialistisches Venezuela vorstellen kann: labournetaustria at utanet.at Unser Spendenkonto: DFA BLZ: 60000 Kontonummer: 920 938 67 Kennwort: Venezuela-Solidarität Außerdem: Die EU-Thesen der AGM liegen nun auch in türkischer Sprache vor: http://www.agmarxismus.net/tuerkce/tuerkce_eu_erweiterung.htm ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< SOLIDARITÄT WELTWEIT ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 08 Arab women's groups: Men must speak out against honor killings "wadi wien" ================================================== QUELLE: Haaretz Arab women's groups: Men must speak out against honor killings Last week's "family honor" killing of Abir Salameh has sparked demands from Arab women's organizations that Arab men finally start taking a stand against the phenomenon. Salameh, 23, a resident of Maghar, was strangled to death by her brothers, Hassan and Anwar, on account of her romance with a man from another village. The two, who are both married with children, turned themselves in to the police and have been charged with premeditated murder. Yet in Maghar, residents prefer not to discuss the killing. This outrages attorney Sonia Boulous, who is on the executive board of the feminist organization Kayan and also works with the Association for Civil Rights in Israel. "Why have only women's organizations spoken out on this issue?" she demanded. "Where are the men? Where is the rest of the leadership?" Boulous's outcry is not born only of moral indignation: Women's groups fear that if only women protest such killings, the issue will gain no traction in the rest of Arab society. Aida Toma-Suleiman, director of the Women Against Violence organization, believes family honor killings should be an issue in the upcoming elections. "This is the only type of murder in which the victim is the guilty party," she said. "We need to hear clear statements - with no 'buts' or hesitations." Abed Anabtawi, spokesman for the Higher Arab Monitoring Committee, insisted men have not abandoned the arena: In 1997, for example, the committee issued a denunciation of family honor killings, and it plans to discuss the issue again soon, at the request of the women's organizations. Such killings were also discussed a few weeks ago at a conference about violence in Arab society, he noted. "These murders are misnamed," he declared. "This is not where real honor lies, either for the family or for the Arab public as a whole." Nevertheless, family honor killings continue to occur. There have been three reported cases in the last two months, bringing the total since the start of the year to nine, not including another three that occurred in East Jerusalem (whose inhabitants are Israeli residents but not Israeli citizens). These statistics are widely acknowledged to be partial, since a conspiracy of silence often surrounds such killings. Yet even so, the total represents a significant increase compared to previous years. Moreover, family honor killings appear to enjoy significant public support: In a recent survey commissioned by Women Against Violence, more than 30 percent of Israeli Arabs expressed understanding for such murders. "The problem is that the murderers assume society will respect them if they explain their motive," said Toma-Suleiman. "And unfortunately, that is indeed what happens." These days, it is rare to find people who will publicly defend family honor killings, but they do exist: In Shfaram, for instance, there have been public calls for the release of Samar Hasson's father and uncles, who were remanded until the end of proceedings this week on suspicion of having murdered her because of her romance with a Muslim (Samar was Druze). "The result fit [Samar's] mistake," declared city councilman Farej Hanifas this week - though he later insisted he was quoting prevailing public opinion, not his personal view. Women's organizations also accuse the police and prosecution of not doing enough to fight the phenomenon: Often, only the murderers are charged, but not other family members who abetted the killing. And women who complain to the police about threats are still usually sent back to their families - even though some complainants were ultimately murdered. © Haaretz 2005 -- WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit e-mail: wadi.wien at gmx.at Tel.: 0699-11365509 Postfach 105 A-1181 Wien Spendenkonto in Österreich: Kontonummer 07.405.301 Evangelische Kreditgenossenschaft eG BLZ 31800 IBAN: AT10 3180 0000 0740 5301 BIC: EVKRATW1 Website mit weiteren Informationen zu Projekten von Wadi und Veranstaltungshinweisen: www.wadinet.at ================================================== 09 Hong Kong gipfelsoli-l at lists.nadir.org ================================================== Gipfelinfo - Meldungen über globalisierte Solidarität und die Proteste gegen unsolidarische Globalisierung -------------------------------------------------------------------------- From: Dae-oup Chang Dear Friends Hope that you're having a peaceful Christmas and new years. In Hong Kong, struggle to release the 14 detainees continues. Although they have been bailed out and are in a much better condition now, we are asking HK government to drop all the charges and let them go back to their own countries, so that they can spend the new years day with their loved ones and families. So far, showing no sign of dropping charges, the HK police keep repeating that they will be treated according to Hong Kong law. In Hong Kong, there will be more action on 29th and 30th. On 29th, we will march from HSBC building, Central to Central Government office. It will start at 4PM. We will deliver protest statement and peititions from the family members of the HK14 to the chief excutive. After the march, we will again gather in the Tsiam Sha Tsui Star Ferry (near the flag poles) at 7PM for candlelight vigil. On 30th, we have protest in front of Kwuntong court, supporting the detainees in trial, from the noon time. Since 22nd December, a lot of friends in different countries and international organisations, such as Korea, Thailand, Belgium, Indonesia, Austrailia, New Zealand, US, UK, IUF, UNI and many others, have participated in protest action and sent condemnation letter to the hk government and police. Please continue to do so. International pressure will help the hk 14 to be released without charge. the following is protest letter from HKPA. Cheers Dae-oup Dear friends, Below is the letter from Elizabeth Tang, the Chairperson of the HKPA. Please sign on the letter to pressure the HK government to release the 14 protesters without any condition. Thank you for your attention and looking forward to your reply soon. In solidarity, Khai Loon ------------------attachment --------------------------------- Dear friends, The 14 protestors are now being released on bail until December 30 in Hong Kong. According to the prosecutor, the police has asked for more time to wade through all their videotapes and photos to identify more evidence as they are considering to add more serious charges onto the 14 protestors. Therefore it is very important for us to keep the pressure on to demand for their release before the upcoming trial on December 30. Please sign on the following letter soonest. Please also invite all those you know to sign on. We need to have many people or organizations signing on to make this letter powerful. Meanwhile the Taiwanese protestor has returned to Taiwan after paying an additional cash surety of HKD100,000. The other 13 are residing at a local church. The HKPA together with a number of other organizations are helping to fundraise to cover their needs for their stay in Hong Kong. There will be a demonstration on December 29 at the Central Government Office before the trial on the following day. In solidarity, Elizabeth Tang, for the HKPA Letter to Donald Tsang, the Chief Executive of Hong Kong December 26, 2005 The Honourable Donald Tsang Yam-kuen Chief Executive Hong Kong Special Administrative Region Peopleâs Republic of China Dear Mr. Tsang Appeal for the Release of MC6 Protesters in Hong Kong We are deeply concerned about the 14 protestors currently released on bail in Hong Kong and are still facing charges of unlawful assembly. Furthermore we understand that they may face more serious charges such as that of assaulting police when they attend trial on December 30th. These 14 protestors were just amongst many others who took part in the demonstration on December 17th. Knowing that the MC6 had just 2 days to end and no concrete steps had been taken to end rural poverty, the farmers and other NGOs representatives felt the need to intensify their action to ensure that their voices be heard. The sole objective of their action was to get as closest as possible to the venue of the MC6. It had been clearly demonstrated throughout the course of their actions involving all those targeting to break the police defense line and nothing else. As suggested by the lawyer representing these 14 protesters, this is an unusual prosecution in regard to the history of the WTO and we demand for their immediate release. We are in particularly concerned at the excessive use of police force in this instance resulting in many injuries. Furthermore we are indignant to learn of the many cases of inhumane treatments while they were held in police custody. Many of them constitute violations of international laws and standards. Therefore we call upon your government concerned to take immediate action to rectify this situation. We will continue to closely monitor the situation of the 14 protestors and the actions of the Hong Kong authorities. Thank you for your attention to this extremely urgent matter. Yours sincerely, (list of signatories) -------------------------- Dear Friends How are you? Hope that those who had been in hk for WTO got back home safely. Here in Hong Kong the struggle has never finished. Now, there are still 14 people detained, charged with unlawful assembly. In 20th court hearing, bail-out of these 14 detainees has been rejected. These people are randomly selected out of about 900 arrested on 17th in Wanchai by hk police without any clear evidences and so far they haven't got any clear idea of what they did or where they were. I have been with them, translating for lawyers and also helping them organising sitting in struggle in HK. I went to Kwuntong Court with lawyer to know who were in the court prison. We only knew approximate number of detainees, which was about 80-90. The condition of these detainees, was really bad. The prison cell was very small and cold. One cell had 10-20 people. After spending 12 hours on the street surrounded by police who did not even allow the protestors to go to toilet, they did not have chance to wash for almost 3 days. Exhausted and frustrated, these Korean detainees did not even trust me, looking at me with scary eyes and keep asking me 'are you really with lawyer?'...It took me for a while to convince them that I was with KCTU and lawyer. Once they trusted me, all complaints and requests came out at the same time, it was impossible for me to collect all of them. All of them wanted to know what was going on outside desperately. Many of them asked to contact their family. Asking for water, giving me a comrade's name to check whether they are ok or not.....tens of request at a time... I was in police station with them when they were finger printed and charged. The attitude of hk police was really rude and violent. They wanted to force the detainees physically first, rather than asking them to do so verbally. One farmer was trying to talk to me desperately, wanting to know whether it was possible to have a little break. Police shouted at this detainee even when he talked to me for translation. As I complained by saying that they don't have to shout at him, he also approached and looked at me as if he would arrest me immediately. One farmer refused to speak Korean to me, only repeating a lawyer's English name who had visited them the first day in police station. It took me about 20 min to persuade him to talk to me and trust me. One word came out from him, 'why should this world be this unfair...?'. His wife gave birth only a few days before he left for anti-WTO struggle in HK. In front of the court, the arch bishop of Hong Kong was complaining about inhumane treatment of the detainees by hk police, one superintendent came out and pushed him back, he nearly fell down. And the police disappeared behind the door. They do not respect anyone involved in this struggle. On the contrary, hong kong people's support to the protestors are still there, not to mention the full-hearted support from young activists of HKCTU and other small organisations. Last night we launched sit-in strike in front of Kwuntong court. It was coldest night in this year. Nevertheless, many locals visisted the site with food and clothes. A school girl with her mom visited us with a drawing of the little girl which showed a big heart in between Korean farmers and hong kong people. An elderly woman came with sleeping bag. As we told her that we have enough, she said she wanted to bring a big umbrella so that we could shield the wind. She said she think the farmers are all her family and chanted the slogan 'down down WTO'. A middle age hong konger visited us with a whole set of meal and hot soyabean soup, told us 'you taught us a lot about how to fight for our rights in hong Kong. He was in candle vigil for democracy just before he came to us to support. Visits continued till 2AM. By the time we went to sleep, we, except the one in hunger strike, were all completely full....with the food and the warm heart. It was a very cold day; however, no one there felt that we were alone. We need more support from all over the world to release those detainees. The trial is completely political. In the court hearing, the prosecutors' statement was really poor, sounded not convincing at all, as if they just cut and paste some news paper articles describing the demonstration. It is very unusual that bail out is rejected for the charge of unlawful assembly. It is time for solidarity action, every single protest letter will be great pressure to hk government who is trying to manipulate public opinion as if this conflict is beween hong kong and foreigners. Let them know that the unlawful assembly was not people's demonstration but the WTO ministerial. Let them know they cannot keep violating human right. Please take action according to the following Dae-oup Chang -------------------------------------------------------------------------------- Urgent appeal by the Hong Kong support group for Anti-WTO protest detainees 20th December 2005 Urgent appeal by the Hong Kong support group for Anti-WTO protest detainees Dear friends, We write to request your immediate solidarity action against the Hong Kong government's mass arrest and violence against the anti- WTO demonstrators on the 17th and 18th of December 2005. Currently, 14 male demonstrators including 11 Koreans, 1 Japanese, 1 Chinese, and 1 Taiwanese are still held in police custody and will be up for trial this Friday, the 23rd of December. As members of various international and local Hong Kong civil society groups, we strongly condemn the mass arrests and crackdown against WTO demonstrators. We assert the legitimacy of protest, and continue to support and call for the unconditional release of those who are still detained. We call for better treatment of detainees, and demand an apology from the Hong Kong authorities for their actions. Various solidarity actions, listed below, have been planned for Hong Kong. We call for international solidarity actions on and before the 23rd of December. Please find below background information and further suggested actions including a sample email. We urge you to contact the Hong Kong authorities today and call for the detainees to be released and the charges to be dropped! Updates and more information can be found the website of the Hong Kong Peoples Alliance on the WTO: http://www.hkpa-wto.org/ For more information, please contact: HKPA Documentation Team hkpa.documentation at gmail.com Further Local Action: Starting at 4:00pm on the 21st of December a member of the Korean Peasants' League will bow 3000 times in front of Kwun Tong District Court, Kowloon. Local activists will continue a hunger strike, started upon initial arrests on the 18th of December. Symbolic visits to the three detention centers where detainees are being held will take place during the day of 22nd of December for Winter Festival. Tong Yuen desserts will be brought as a gesture of reunification. A candlelight vigil will be held on the evening on the 22nd of December at SOGO pedestrian zone from 9:00pm - 11:00pm. A solidarity demonstration outside of Kwun Tong District Court will be held on the 23rd of December starting at 11:00am. Suggested International Action: Please contact the Hong Kong authorities to demand that those in custody be released, and that the charges be dropped. Please send Hong Kong People's Alliance, at hkpa.documentation at gmail.com, your message of solidarity to be used during the local demonstration at Kwun Tong District Court on the 23rd of December. Please arrange international protests on or before the 23rd of December at your local Chinese embassy. Background: On December 17 the Hong Kong police arrested hundreds of activists who were trying to reach the Hong Kong Convention and Exhibition Centre in a demonstration to protest against the policies of the World Trade Organisation (WTO). At around 5:00 pm, they were stopped by the police, who used pepper spray, water hoses and eventually, tear gas, to disperse them. Many demonstrators were injured and some were hospitalized. Reports from the legal support group and those arrested reveal that many have been mishandled or beaten by the police and were denied medical aid, food, water and bathroom facilities. By now most arrested have been released, but the HK government sent 14 demonstrators to court on 19th of December charging them with unlawful assembly under the HK Public Order Ordinance. These people include 11 Koreans, 1 Taiwanese, 1 Japanese and 1 mainland Chinese (names listed below). The judge rejected bail out requests. They are now in police custody pending trial on the 23rd of December. The police might charge them with more serious offences. Those persons still detained: HWANG, DAE SUB Korean Catholic Farmers' Association YANG, KYOUNG KYU Korean Confederation of Trade Unions KANG, SEUNG KYU Korean Peasants' League LEE, YOUNG HOON Korean Peasants' League PARK, IN HWAN Korean Peasants' League YOON, IL KWON Korean Peasants' League NAMGUNG SUK Korean Peasants' League LIM, DAE HYUK Korean Confederation of Trade Unions KIM, CHANG JOON Korean Peasants' League HAN, DONG UNG Korean Peasants' League LEE, HYUNG JIN Korean Peasants' League LEE CHIEN CHING Taiwanese student MAKAKIRI KOSUKE Japanese journalist, 'People Newspaper' 1 mainland Chinese It is extremely important to contact the Hong Kong police and authorities as soon as possible, before the hearing of the 23rd, and call for those kept in custody to be released, and for the charges to be dropped. Find below a sample email with contact addresses (you are encouraged to adapt this to your own words). SAMPLE EMAIL To: Chief Executive of HK: Mr Donald Tsang ceo at ceo.gov.hk Head of the Security Bureau: Mr Ambrose S.K. LEE at sbenq at sb.gov.hk Dear Mr Tsang / Mr. Lee I/we (my organisation) am deeply concerned about the 14 demonstrators still held in police custody in Hong Kong, following the rally of December 17, 2005. I/we (my organisation) call upon you to immediately release them, and drop all of the charges. Over the past few weeks, dozens of peaceful rallies were organized in Hong Kong. Furthermore, the local and international community was deeply moved by the sincere actions of demonstrators and expressed their strong support to the Korean peasants. During the whole demonstration, there was no damage to private shops or public property. Police labeling of this incident as a 'riot' is totally misleading and completely untrue. I/we (my organisation) regret that the police force used unnecessary excessive force during the rally, on December 17, 2005. Tear gas was applied without prior warning to the public and reporters on the spot. We regret the fact that considerable numbers of demonstrators and Hong Kong citizens were injured by water cannon and tear gas and express our deepest concern to all injured people. Many international NGO and trade union representatives were present in Hong Kong during the WTO conference, and joined in the rallies and actions together with those presently kept in custody. The international community will continue to closely monitor the situation of the detainees and the actions of the Hong Kong authorities. We sincerely hope you will hear our call and release all detainees unconditionally and without pressing charges. Sincerely, -------------------------------------------------------------------------- gipfelsoli infogruppe Newsletter mit Nachrichten über Mobilisierungen, Debatten und Repression im Zusammenhang mit Gipfelprotesten. Die AutorInnen der Beiträge, so sie nicht von uns verfasst sind, sind mit eckigen Klammern versehen. Wir können leider keine Verantwortung für die Richtigkeit der Beiträge übernehmen. Auch geben die Beiträge nicht zwangsläufig unsere Meinung wieder. Mehr Infos und Texte sowie ein öffentliches Archiv des Newsletters unter www.gipfelsoli.org. Kontakt, Kritik, Beiträge: gipfelsoli at nadir.org gipfelsoli mailinglist subscribe - unsubscribe https://lists.nadir.org/cgi-bin/mailman/listinfo/gipfelsoli-l ================================================== 10 Saftige Früchte: Irakische Regierung und Arabischen Liga erklären 'Widerstand' gegen die 'Besatzer' für 'legitim' "wadi wien" ================================================== Saftige Früchte Die irakische Regierung hat in einer gemeinsamen Erklärung mit den Staaten der arabischen Liga den 'Widerstand' gegen die 'Besatzer' für 'legitim' erklärt. von Thomas Uwer Es gibt wohl keinen Gewaltakt, zu dem nicht irgendjemandem noch etwas Kluges einfiele über den Lauf der Welt. »Eine Metapher für die künftige Konfrontation« nannte der Kurator der Documenta 11, Okwui Enwezor, seinerzeit »Ground Zero«, den Ort an dem dreieinhalbtausend Menschen von Islamisten ermordet wurden. »Die Menschen erspähen jenseits der Mauer jede Menge saftiger Früchte, und sie haben Hunger«, sinnierte Enwezor weiter und stellvertretend für das Gros jener, die im 11. September den Ausdruck eines verschärften Zentrum-Peripherie-Konflikts ausmachten, dessen Grundlage wiederum die globale Ausbeutung darstellt. Mit ihnen kehrte die Idee von der Totalität gesellschaftlicher Beziehungen wieder als groteske Verzerrung: Wann immer eine Bombe explodiert, ein Staatsmann ermordet oder eine Geisel hingerichtet wird, folgt, zuverlässiger als der Bekennerbrief, die Subsumtion der Tat unter das Widerstandsrecht der Unterdrückten. Oder, wie der deutsche »Friedensratschlag« aktuell zur Entführung einer Archäologin im Irak schreibt: »Die Entführungen, wie die allgemeine Eskalation der Gewalt, ist (sic!) eine der hässlichen Folgen des völkerrechtswidrigen Krieges. Die US-amerikanische Besatzung ist die Hauptursache dieser Gewalt«, was bedeutet, daß diese wiederum im Kern berechtigt ist. So gemein kann keine Tat sein, daß sich nicht jemand berufen fühlte, ihr einen sinnvollen Platz im Weltgefüge zuzuweisen, so niedrig kein Anliegen, daß es nicht noch Unterstützer fände. Daß weder das eine, noch das andere in Gänze falsch ist, also weder die Suche nach den Gründen für die Tat, noch das Wissen um deren gesellschaftliche Bedingungen, setzt die unterstellte Kausalität noch nicht ins Recht. Zur Gewalttat gehören eben neben allgemeinen Bedingungen auch der Täter und nicht zuletzt die Tat selbst. Im Islambomber letztlich finden beide eine Einheit, fallen das angestrebte Ziel und die Art und Weise der Tatausführung zusammen. Die Nagelbombe, die der Attentäter in einer belebten Einkaufsstraße Bagdads zündet, ist nicht Mittel zum Zweck, nicht Ausdruck von oder Metapher für, sondern Weg und Ziel in einem. Beinahe täglich reißen Bomben im Irak Menschen in den Tod, die nach allem gesunden Menschenverstand objektiv unschuldig sind: Kinder auf dem Weg zur Schule, Frauen auf dem Markt, Pendler auf dem Weg zur Arbeit. Die christliche Gemeinde in Bagdad ist gegen Null geschrumpft, seit Islamisten sie als Ungläubige zum Abschuß freigegeben haben, der Verkauf alkoholischer Getränke ist lebensgefährlich, Frauen ohne Kopftuch sind vielerorts nur noch in Privatwohnungen zu sehen. Ba'thisten und Islamisten behaupten das Recht, jeden zu töten, den sie als »Ungläubigen« oder »zionistischen Agenten«, als »US- Imperialisten« oder »Kollaborateur« kennzeichnen, und zwar nicht weil, sondern obwohl amerikanische Truppen im Lande stehen. Dies ist auch das Problem der Koalitionstruppen, die auch im dritten Jahr nach der Befreiung eine Befriedung des Landes nicht erreichen können. Daß diese Gewalt enden sollte, stellte die große Hoffnung dar, als Saddam Husseins Regime im Frühjahr 2003 gewaltsam beendet wurde. Bis dahin hat ein nicht unerheblicher Teil des heutigen sogenannten »Widerstands«, jene nämlich, die statt von der islamischen Apokalypse von der arabischen »Auferstehung« (Ba'th) Staat träumen, Gewalt in Form staatlicher Sanktion ausgeübt. Folter und Mord in irakischen Gefängnissen, wie dem berüchtigten Abu Ghraib, stellte die Grundlage eines Staates dar, der sich durch die Fähigkeit zur Identifikation, Kennzeichnung und Vernichtung von Feinden legitimierte. Staat und Gesellschaft befanden sich im permanenten Ausnahmezustand, umzingelt von Aggressoren, unterwandert von Agenten und im historischen Kampf gegen die Feinde der »arabischen Nation«. Es ist kein Zufall, daß noch die Säuberungswellen innerhalb der Ba'th-Partei als Enttarnung von Verrätern und Agenten inszeniert und Straftäter als Volksfeinde öffentlich gerichtet wurden. Der ba'thistische Staat war eine institutionalisierte Gewaltorgie, die seit seinem Verschwinden bemängelte Sicherheit bestand in der geordneten Zuteilung von Gewalttätigkeit durch die Konzentration auf staatlich definierte Feinde. Der Terror des sogenannten »Widerstands« ist, was davon bleibt, wenn die lenkende Organisation verschwindet. Die Erfindung fremder Feinde - sowie die totale Mobilisierung von Massen gegen diese, wie im Iran-Irak Krieg - ist zentraler Bestandteil arabischer Herrschaft im Nahen Osten und wirkt, weit mehr als bloß ideologische Legitimation, tief in die sozialen und ökonomischen Strukturen der Gesellschaften hinein. Die Bedrohung durch fremde Feinde prägt das gesamte Verhältnis vom Bürger zum Staat, beispielsweise wenn er aus der Staatspresse erfährt, daß der Minister, dessen Namen in der Öffentlichkeit zu nennen gestern noch nur unter beigefügten Gunstbezeugungen möglich war, heute ein »Hund«, ein »Verräter« und »zionistischer Spion« ist, dessen Leichnam nicht selten dem wütenden Mob zur Rache für tägliche Demütigung übergeben wird. Wann immer aber vom »imperialistischen Feind«, von »Kreuzrittern«, »Besatzern« oder »Zionisten« die Rede ist, legt sich der Schleier der Lüge über die realen gesellschaftlichen Beziehungen, die durch Gewalt und Ausbeutung, Unfreiheit und Perspektivlosigkeit gekennzeichnet sind - in der Regel ganz ohne das feindselige Zuwirken von Fremden. Dies abzuschaffen, indem man dem Staat seine Feinde nimmt, stellte den Kern der Befreiung dar, die alleine dadurch selbst dann noch Befreiung war, als sich schon herausstellte, daß sie weder Gewalt noch Ausbeutung kurzfristig abzuschaffen in der Lage ist. Dies erklärt die gerne als »Ethnozoo« belächelte Proporzbeteiligung der Bevölkerungsgruppen an der Übergangsregierung genauso wie zuletzt die empörten Reaktionen arabischer Staaten auf jene Passage der neuen irakischen Verfassung, derzufolge nicht der Irak, sondern lediglich »die arabische Bevölkerung [...] Teil der arabischen Nation« ist. Alleine damit wurde dem sogenannten »Widerstand« die Möglichkeit genommen, von sich als dem »irakischen Volk« zu sprechen. Daß ausgerechnet die Staaten der arabischen Liga im November zur »Versöhnungs«(Reconciliation)-Konferenz zwischen der irakischen Regierung und den sie bekriegenden arabisch-sunnitischen Gruppen aufrief, darf vor diesem Hintergrund nicht verwundern. Das Resultat dieser Konferenz, die nicht zufällig an die südafrikanischen »Truth-and-Reconciliation« Komitees gemahnte, muß dennoch verstören. »Obwohl Widerstand ein legitimes Recht aller Völker ist, repräsentiert Terrorismus nicht den Widerstand«, heißt es in der Abschlusserklärung. »Daher verdammen wir den Terrorismus und die Gewalttaten, Morde und Entführungen gegen irakische Staatsbürger sowie humanitäre, zivile und zur Regierung gehörende Institutionen, nationale Ressourcen Gebetshäuser«. »Besatzer« und ausländische Staatsbürger, die nicht »humanitär« aktiv sind, wurden nicht zufällig ausgelassen. Um, wie es in dem Dokument heißt, eine »nationale Einigung« auch mit jenen Gruppen aus dem sunnitischen Dreieck zu erreichen, die bis dato die Gewalttaten islamischer und ba'thistischer Milizen unterstützen, gilt als »Terror« fortan nur mehr der Angriff auf irakische Zivilisten und Moscheen, während die Gewalt gegen die »Besatzer« und die damit zusammenhängende nicht-humanitäre Infrastruktur als legitim bezeichnet wird. Damit hat die irakische Regierung nicht nur das Töten amerikanischer Soldaten, die derzeit unter anderem eben diese Regierung schützen, für legitim erklärt. Sie hat zugleich der Lüge vom »Widerstand« gegen die fremden Feinde zur Wiederkehr verholfen. Wer sonst, wenn nicht die irakische Regierung, sollte wissen, daß mit jedem ermordeten amerikanischen Soldaten die Chancen sinken, einen Staat aufzubauen, der nicht konstitutiv auf einer als »Widerstand« legitimierten Gewalt fußt. Denn wie einst der ba'thistische Staat von »fünften Kolonnen« und »Imperialisten« sprach und die irakische Bevölkerung meinte, so zielt auch die Gewalt des sogenannten »Widerstands« nicht gegen eine als ungerecht empfundene Besatzung, sondern auf die Schaffung politischer Bedingungen, unter denen Mord und Vertreibung wieder in geordneten Bahnen gegen die eigene Bevölkerung verlaufen. Taten wie das Lynchen westlicher Ingenieure, die Enthauptung von Geiseln oder das Morden amerikanischer Soldaten sind mehr als nur äußerer Ausdruck. Sie stellen den Kern eines politischen Programms dar, das seine Rechtfertigung aus einer verrückten Kausalität bezieht, derzufolge »die saftigen Früchte jenseits der Mauer« nahelegen, den Gärtner zu ermorden und den Obstgarten zu zerstören. Leicht gekürzt erschienen in Konkret 1/ 2006 -- WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit e-mail: wadi.wien at gmx.at Tel.: 0699-11365509 Postfach 105 A-1181 Wien Spendenkonto in Österreich: Kontonummer 07.405.301 Evangelische Kreditgenossenschaft eG BLZ 31800 IBAN: AT10 3180 0000 0740 5301 BIC: EVKRATW1 Website mit weiteren Informationen zu Projekten von Wadi und Veranstaltungshinweisen: www.wadinet.at ================================================== 11 Wiederkehr des Ethnischen in Afghanistan und Irak (iz3w, Nr. 290 - Januar/Februar 2006) "wadi wien" ================================================== Treue zum Warlord Die Wiederkehr des Ethnischen in Afghanistan und Irak Der Rückgriff auf ethnisierende und religiöse Konzepte von Wir- Gruppen scheint die derzeitigen Staatszerfallskriege in Afghanistan und im Irak miteinander zu verbinden. Was auf den ersten Blick als ähnlicher Prozess wahrgenommen werden kann, unterscheidet sich jedoch hinsichtlich der historischen Ursachen ebenso wie in den Aussichten, überwunden zu werden. Von Thomas Schmidinger Die irakische und afghanische Staatlichkeit unterscheiden sich bereits in ihrer Entstehungsgeschichte diametral voneinander. Der Irak als Überrest des zerfallenen osmanischen Reiches wurde nach 1918 als britisches Völkerbundmandat Teil des britischen Kolonialreichs. Unter der kolonialen Herrschaft machte er einen autoritären Modernisierungsprozess durch, der schließlich zur Schaffung eines unabhängigen modernen Nationalstaates führte. Dieser stand zwar unter formaler Herrschaft des haschemitischen Königshauses, war aber stark von der britischen Politik beeinflusst. Der afghanische Staat entstand hingegen nicht unter kolonialer Herrschaft, sondern festigte sich erst im Zuge mehrerer Kriege gegen das koloniale Vordringen der Briten aus Britisch-Indien zu einem Staatsgebilde. Erste Ansätze der Staatsbildung kamen Anfang des 18. Jahrhunderts von der paschtunischen Stammesföderation der Ghilzai. Ab 1729 ergriffen die Abdalis, ein rivalisierender paschtunischer Clan, unter ihrem Khan Ahmad Schah die Gelegenheit, sich von der Paschtunen-Metropole Kandahar aus unabhängig zu machen. Zwar existieren über die Anfänge des von Ahmed Schah errichteten Durrani-Reiches unterschiedliche Versionen. Sie stimmen aber darüber ein, dass er von einer loya jirga, einer großen Ratsversammlung der paschtunischen Stämme, zum Anführer gewählt worden war. Diese Vorstellung von der loya jirga spielt für den afghanischen Nationalmythos bis heute eine wichtige Rolle. Sie erhebt Ahmed Schah zum mythischen Reichsgründer, verdeutlicht jedoch zugleich, dass der afghanische Staat von Anfang an als paschtunische Stammesföderation und nicht als moderner Nationalstaat konzipiert war. Äußerst differenziert Das Durrani-Reich, das seit dem 19. Jahrhundert als Afghanistan bezeichnet wurde, hielt vor allem durch die personale Herrschaft des Schahs über "seine Stämme" zusammen. In ein klar abgegrenztes staatliches Territorium verwandelte sich das Durrani-Reich erst im Zuge des "Great Game" der Kolonialmächte Russland und Großbritannien in Zentralasien. Sie verständigten sich - nach einigen Versuchen Großbritanniens, Afghanistan militärisch zu überrennen - über die Akzeptanz eines afghanischen Pufferstaates zwischen den beiden Kolonialreichen. Afghanistan hatte damit formale Grenzen, stellte aber immer noch die alte paschtunische Stammesföderation dar. Diese war jedoch alles andere als homogen. Während der Süden Afghanistans paschtunisch dominiert war, sah die - bis heute im Wesentlichen fortbestehende -Bevölkerungszusammensetzung im Rest des Landes wesentlich komplexer aus: Der Nordwesten wurde von Usbeken und Turkmenen besiedelt. Im Westen um die alte Handelsstadt Herat dominierte das persische Element. In Zentralafghanistan siedelten die schiitischen Hazara, die als Nachkommen der Mongolen betrachtet und oft von anderen Afghanen diskriminiert wurden. Während die Hauptstadt Kabul die multiethnischste Stadt Afghanistans war (und ist), lebten im Bergland zur pakistanischen Grenze eine Reihe kleinerer Bevölkerungsgruppen, die unter dem Begriff Nuristani zusammengefasst werden. Für das Leben der Afghanen spielten jedoch über das gesamte 20. Jahrhundert nicht nur die Zugehörigkeit zu ethnischen Gruppen eine wichtige Rolle, sondern auch die wesentlich kleineren Einheiten der Stämme, Clans und Großfamilien. Parallel dazu ist Afghanistan auch religiös äußerst differenziert. Neben Sunniten, Schiiten und Ismailiten leben hier auch Minderheiten der Sikhs und Hindus. Diese von Segmentierung geprägte Gesellschaft weichte sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts lediglich in den städtischen Milieus, insbesondere in Kabul, etwas auf. Der Versuch dieser Schichten, durch eine sozialistische Modernisierungsdiktatur das Land zu einem modernen Nationalstaat zu machen, scheiterte jedoch. Dieses Modernisierungsprojekt, das nicht erst 1978 mit der Herrschaft der Demokratischen Volkspartei (DVPA), sondern bereits 1973 mit Republikgründung begonnen hatte, wurde nicht nur im Kalten Krieg zerrieben. Vielmehr scheiterte es auch an den innerafghanischen Widerständen gegen die Modernisierung. Insbesondere die bis zur Machtergreifung der DVPA das Land dominierenden Paschtunen wehrten sich erbittert gegen alle Versuche, ihren tribalen Rechts- und Ehrenkodex durch eine moderne nationalstaatliche Verwaltung ersetzen zu lassen. Aber auch andere Gruppen zeigten sich auf Dauer stärker als der schwache Zentralstaat, dessen autoritäres Modernisierungsprojekt schon nach kurzer Zeit blutig scheiterte. Die ethnische Fragmentierung Afghanistans zeigte sich auch im Kampf der Mujaheddin gegen die sowjetische Besatzung ab 1979. Sämtliche Mujaheddin-Parteien waren an eine ethnische Gruppe oder an noch kleinere Clanstrukturen gebunden und sorgten damit für die extreme Zersplitterung der politischen und militärischen Szene Afghanistans. Während der sowjetischen Besatzung regierten lokale Stammesfürsten oder Mujaheddin-Kommandanten weite Teile des Landes autonom. Die Macht des Staates reichte über Kabul und einige wichtige Verkehrsadern nicht hinaus. Auch nach dem Sturz des letzten sozialistischen Regierungschefs Najibullah konnten sich die so fragmentierten Mujaheddin-Parteien nicht auf einen gemeinsamen Wiederaufbau des Landes einigen. Die ethnische und regionale Zersplitterung des Landes blieb bis zur Machtübernahme der Taliban ab 1996 bestehen. Mit diesen übernahmen nicht nur die Fanatischsten unter den islamistischen Jihadisten die Macht im Lande, es kehrte auch die Vorherrschaft der Paschtunen wieder. Ein gesamtirakisches Projekt Völlig anders verlief die Entwicklung im Irak. Schon bei der Unabhängigkeit von der britischen Kolonialherrschaft 1932 konnte der neue irakische Staat auf eine lange Tradition von staatlich verwalteten urbanen Zentren zurückblicken, in denen tribale Identitäten keine oder nur eine geringe Rolle spielten. Zwar war auch der Irak mit seiner großen kurdischen und seinen kleineren assyrischen/ chaldäischen, armenischen und anderen Minderheiten keineswegs ein einheitlicher Nationalstaat. Er war jedoch von Anfang an durch eine arabische Dominanz geprägt. Immerhin machte die arabischsprachige Bevölkerung rund dreiviertel der Gesamtbevölkerung aus und dominierte in den Zentren wie Bagdad, Basra oder Mossul. Die religiöse Zersplitterung des Landes in Sunniten und Schiiten mit bedeutenden jüdischen, christlichen, yezidischen und mandäischen Minderheiten war größer als die ethnische Vielfalt, sie spielte allerdings in den ersten Jahren des Staates kaum eine Rolle. So konnten sich im Irak moderne politische Parteien herausbilden, die nicht nur an eine ethnische Gruppe gebunden waren, allen voran die starke Irakische Kommunistische Partei. Sie spiegelte als erste ein gesamtirakisches Projekt wieder, das durch gemeinsame Interessen und Ziele und nicht durch ethnische oder religiöse Zugehörigkeit definiert wurde. Nach dem Sturz des haschemitischen Königshauses 1958 und der Errichtung der Republik durch die linksnationalistischen Militärs unter Abdel Karim Qasim behielten die modernisierenden Kräfte des Irak zunächst die Oberhand. Als hinderlich zeigte sich jedoch nicht nur das Fehlen einer dauerhaften Lösung des Konflikts zwischen dem arabischen Nationalismus und der kurdischen Autonomiebewegung, sondern auch der blutige Sturz Abdel Karim Qasims und die folgenden Umstürze, an deren Ende 1968 die Machtergreifung der Ba´th-Partei stand. In den 1970er Jahren sah es unter deren Herrschaft vorerst so aus, als gelänge es der Regierung, einen zwar autoritär und zunehmend totalitär regierten, aber funktionierenden Nationalstaat aufzubauen. Mit einer Strategie aus Zuckerbrot und Peitsche, bestehend aus Bildungsprogrammen und einer durch die Ölrentenökonomie finanzierten Sozialpolitik gepaart mit der blutigen Verfolgung politischer Gegner, konnte die Partei ihre zum Zeitpunkt der Machtübernahme 1968 nicht vorhandene Massenbasis ausbauen und die staatlichen Institutionen festigen. Die an den deutschen Nationalsozialismus und andere faschistische Bewegungen in Europa angelehnte Ideologie der Ba´th-Partei sah als Endziel nicht einen staatsbürgerlich definierten Nationalstaat, sondern einen völkisch definierten Staat, in dem partikulare Identitäten keinen Platz hatten. Dieser ideologisch bedingte Versuch der Arabisierung des Irak führte jedoch zu einer Mobilisierung partikularer Gegenkräfte, wie der kurdischen Peschmerga oder der schiitschen Bewegungen im Untergrund. Der totalitäre, vordergründig stabile Staat änderte seinen Charakter erst im Laufe des Angriffskrieges gegen den Iran und verstärkt noch seit der Niederlage im Zweiten Golfkrieg 1991. Das nun durch zwei Kriege ausgeblutete Land litt ebenso schwer unter dem UN-Embargo wie unter dessen Umgehung. Nachdem sich im kurdischen Nordirak unter dem Schutz der Koalitionstruppen eine prekäre kurdische Autonomie etablieren konnte, während die Aufstände im schiitisch dominierten Südirak mit Massakern an zehntausenden Zivilisten und Aufständischen niedergeschlagen wurden, begann der irakische Staat zunehmend von innen zu erodieren. Zwar konnte Saddam Hussein in seinem verbliebenen Herrschaftsgebiet mit brutaler Repression weiterregieren, allerdings verloren die staatlichen Institutionen zunehmend an Macht, zugunsten personaler Machtstrukturen der Familie Saddam Husseins. Während der Staat verarmte, häuften Saddam Hussein und seine Günstlinge nie mehr Besitztümer an als während der Embargo- Zeit, in der Saddams Tikriti-Clan am meisten am Schmuggel und anderen illegalen Geschäften zur Umgehung des Embargos verdienten. Ähnliche ökonomische Strukturen entstanden teilweise auch im kurdisch regierten Nordirak, wo die politischen Parteien - insbesondere die an der lukrativen türkischen Grenze angesiedelte KDP - vom Ölschmuggel profitierte, während den Institutionen der Autonomiebehörden kaum finanzielle Mittel zur Verfügung standen. Angesichts der anhaltenden Unsicherheit im Autonomiegebiet, der ständigen Anschläge gegen kurdische Einrichtungen durch Agenten der Zentralregierung und der internationalen Isolation des Gebietes konnte sich keine gemeinsame Staatlichkeit des Autonomiegebietes entwickeln. Vielmehr kam es zu ständigen Kämpfen der großen Parteien gegen die türkisch-kurdische PKK oder die Islamische Bewegung in Kurdistan (IBK). Die ökonomische und politische Vormachtstellung von PUK und KDP gegenüber gemeinsamen Institutionen trug mit dazu bei, dass sich auch innerhalb des Autonomiegebietes keine stabilen Strukturen entwickeln konnten. Rückbau des Staates Angesichts dieser Entwicklung zerbröckelte im Irak der 1990er Jahre der Nationalstaat langsam aber sicher von innen. In allen Teilen des Landes nahmen Warlord-artige Strukturen einer unmittelbaren, von Rackets (Banden) kontrollierten Klientelherrschaft zu. Saddam Hussein agierte dabei zwar als Ober-Warlord, stellte aber keinesfalls der einzige Nutznießer dieses Staatszerfalls dar. Durch den Rückbau des Staates auf seine ausschließlich repressiven Funktionen gerieten ethnische und religiöse Strukturen, die die bereits seit den 1950er Jahren immer unwichtiger geworden und von der Ba´th-Partei in den 1970ern sogar bekämpft worden waren, wieder in den Vordergrund. Nicht nur Saddam Hussein scharte plötzlich wieder Stammesführer und religiöse Notabeln um sich, auch für den einzelnen Iraker wurden überwunden geglaubte Solidargemeinschaften wie die Großfamilie, der Clan, der Stamm und die eigene religiöse Gruppe wieder überlebensnotwendig. Die Rückkehr zum überwunden geglaubten Ethnischen ist damit nicht nur der ethnisierenden Politik nach 2003, der sowohl von Teilen der Koalitionstruppen als auch von den neuen politischen Kräften im Irak Vorschub geleistet wurde, sondern auch der Entwicklung zwischen 1991 und 2003 geschuldet. Während Programmparteien wie die Kommunistische Partei des Irak die Repression des Ba´th-Regimes nur äußerst geschwächt überlebten, konnten sich ethnisch oder religiös definierte Parteien wie die kurdischen, christlichen oder schiitischen Parteien nach der Intervention 2003 relativ rasch wieder erholen. Deren Basis war trotz aller Massaker durch den Bezug auf eine partikulare Gruppe auch in der Zeit des ba´thistischen Totalitarismus als erhalten geblieben. Formale Bekenntnisse Zwar bekennen sich sowohl im Irak als auch in Afghanistan fast alle politischen Kräfte formal zur Einheit ihrer Länder. De facto hat sich jedoch in beiden Staaten eine ethnisierte Politik durchgesetzt. Nach dem Sturz der Taliban durch die US-Truppen ist Afghanistan mehr oder weniger zur parastaatlichen Fragmentierung der alten Mujaheddin-Parteien zurückgekehrt. Die Macht der Zentralregierung beschränkt sich auf Kabul, einige größere Städte und Verkehrswege. Auf dem Land regieren wieder Stammesführer und lokale Mujaheddin-Kommandanten, teilweise sogar Reste der Taliban. Im Irak wird der Süden von den schiitischen Parteien SCIRI, Da´wa und den Anhängern Muqtada al-Sadrs mit ihren Milizen beherrscht. Der kurdische Norden wird von PUK und KDP mit ihren Peschmerga regiert. Der sunnitisch-arabisch dominierte Zentralirak ist derzeit Kampfgebiet zwischen sunnitisch-jihadistischen Warlords und Resten des Ba´th-Regimes auf der einen und den Truppen der Zentralregierung und der Besatzungssoldaten auf der anderen Seite. Immerhin gibt es im Irak nach der Zustimmung zur Verfassung im Oktober 2005 gewisse Fortschritte im Aufbau gesamtirakischer Strukturen. Die Frage ist, ob diese rasch genug aufgebaut werden können, um den endgültigen Zerfall des Irak aufzuhalten. Der Irak hat mit seiner Erinnerung an eine funktionierende Staatlichkeit und seine urbanen Zentren vielleicht bessere Voraussetzungen als Afghanistan, das nie eine moderne staatliche Verwaltung erlebte. Während im Irak zumindest der Versuch unternommen werden kann, eine moderne Staatsbürgernation zu schaffen, bleibt der derzeitigen afghanischen Regierung unter Hamid Karsai gar nichts anderes übrig, als einen gefährlichen Seiltanz zwischen den Stämmen und Warlords zu führen, um wenigstens das alte labile Gleichgewicht wiederherzustellen. In beiden Staaten steht am Ende zweier sehr unterschiedlicher Versuche, einen einheitlichen Nationalstaat zu schaffen, vorerst die Wiederkehr des Ethnischen - und damit entweder der Beginn eines alternativen Staatsbildungsprozesses oder das Ende desselben. Thomas Schmidinger ist Lehrbeauftragter am Institut für Politikwissenschaft in Wien, Mitarbeiter der im Irak tätigen Hilfsorganisation Wadi und Redakteur der Zeitschrift Context XXI. Anmerkung: 1) Als Mujaheddin bezeichneten sich jene Guerilla-Gruppierungen, die ab 1979 gegen die sowjetischen Besatzung in Afghanistan kämpften. Sie wurden von Pakistan, Saudi-Arabien, den USA und Großbritannien unterstützt. Nach dem Abzug der sowjetischen Truppen 1989 kam es zum Bürgerkrieg zwischen den verschiedenen Mujaheddin-Gruppierungen. Ab 1993 griffen die Taliban in die Auseinandersetzungen ein. Diese rekrutierten sich vor allem aus paschtunischen Afghanen, die als Kriegsflüchtlinge im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet lebten. Ihre Gründung wurde von Pakistan gefördert. 1995 erlangten die Taliban mit der Einnahme der Hauptstadt Kabul 1996 eine Vormachtstellung. ------------------------------------------------------------------- aus: iz3w, Nr. 290 - Januar/Februar 2006 zu bestellen unter http://www.iz3w.org/iz3w/index.html -- WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit e-mail: wadi.wien at gmx.at Tel.: 0699-11365509 Postfach 105 A-1181 Wien Spendenkonto in Österreich: Kontonummer 07.405.301 Evangelische Kreditgenossenschaft eG BLZ 31800 IBAN: AT10 3180 0000 0740 5301 BIC: EVKRATW1 Website mit weiteren Informationen zu Projekten von Wadi und Veranstaltungshinweisen: www.wadinet.at ================================================== 12 Sudanesen wehren sich gegen die Räumung eines Flüchtlingslagers in Ägypten: 26 Tote "wadi wien" ================================================== Unruhen in Kairo Sudanesen wehren sich gegen die Räumung des Lagers In der ägyptischen Hauptstadt Kairo sind bei einem Polizeieinsatz gegen sudanesische Flüchtlinge bis zu 26 Menschen getötet und Dutzende verletzt worden. Die Polizei ging Augenzeugen zufolge mit Schlagstöcken und Knüppeln gegen tausende Sudanesen vor, die für ihre Umsiedlung in ein anderes Land demonstriert hatten. Die Demonstranten schleuderten ihrerseits Flaschen auf die Beamten und wehrten sich mit Stöcken gegen die Polizisten. In einer offiziellen Erklärung des ägyptischen Innenministeriums war von zwölf Toten die Rede, Mitarbeiter des Ministeriums sprachen aber von 20 Todesopfern, darunter drei Kinder. Ein Sprecher der Flüchtlingsgruppe, Boutrous Deng, gab die Zahl der Toten sogar mit 26 an, darunter zwei Frauen und sieben Kinder. Die Gruppe hatte zunächst von 15 Toten gesprochen. Außerdem wurden den Angaben zufolge 30 weitere Sudanesen und 23 ägyptische Polizisten verletzt. Schlagstöcke, Tränengas und Panik Die Unruhen brachen aus, als sich die Sudanesen weigerten, einen zentralen Platz zu verlassen, auf dem rund 3000 Flüchtlinge seit drei Monaten campierten. Vor Ausbruch der Unruhen hatten Vertreter der Kairoer Behörden und der Polizei drei Stunden lang ergebnislos mit den Bewohnern des Lagers über eine Räumung verhandelt. Die Sudanesen lehnten dies auch ab, nachdem die Polizei mit Wasserwerfern gegen sie vorgegangen war. Schließlich prügelten die Beamten auf die Sudanesen ein. Mehrere Hunderschaften der Sicherheitskräfte waren im Einsatz. Die Demonstranten bewarfen die Polizisten mit Flaschen und schlugen mit Stöcken auf sie ein. Die Polizei setzte Tränengas und Schlagstöcke ein, drängte die Sudanesen in Busse und transportierten die Flüchtlinge ab. Dem ägyptischen Innenministerium brach bei dem Einsatz eine Massenpanik unter den Flüchtlingen aus. Monatelanges Warten auf Anerkennung Die Sudanesen wollen von den Vereinten Nationen als Flüchtlinge anerkannt werden, um in westliche Länder - etwa nach Europa oder Nordamerika reisen zu können. Die meisten waren schon vor Jahren wegen des inzwischen beendeten Bürgerkrieges im Südsudan nach Ägypten geflohen. Um ihre Forderung nach Umsiedlung durchzusetzen, hatten sie in der Nähe einer UN-Vertretung in einem wohlhabenden Vorort Kairos kampiert. Nach Angaben des UNHCR starben in den vergangenen drei Monaten angesichts der schlechten Zustände in dem Lager drei Menschen, nach Angaben der Flüchtlinge zehn. (sams) Quelle: Deutsche Welle http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,1840284,00.html -- WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit e-mail: wadi.wien at gmx.at Tel.: 0699-11365509 Postfach 105 A-1181 Wien Spendenkonto in Österreich: Kontonummer 07.405.301 Evangelische Kreditgenossenschaft eG BLZ 31800 IBAN: AT10 3180 0000 0740 5301 BIC: EVKRATW1 Website mit weiteren Informationen zu Projekten von Wadi und Veranstaltungshinweisen: www.wadinet.at ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< LINKS / VERWEISE / HINWEISE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 13 Newsletter andersrum.gruene.at Andersrum Newsletter ================================================== ******************************************** Newsletter andersrum.gruene.at mit den neuen Headlines seit 15. 12. 2005 09:01 ********************************************* ******* INHALT ******* - Weihnachtsgrüße und Jahresrückblick andersrum - Wir gratulieren Matthias Herrmann - Ausstellung "geheimsache:leben" nur noch bis 8.1.2006 - Sorry, Frau Ministerin! - Schwule Kaufkraft ***************************************** *** Weihnachtsgrüße und Jahresrückblick andersrum *** 20. Dezember 2005 Die Grünen Andersrum Wien verabschieden ein erfolgreiches 2005 und sich selbst in die Weihnachtspause. Frohe Weihnachten all unseren FreundInnen und UnterstützerInnen! http://www.gruene-andersrum.at/queer_life/artikel/lesen/4228/1396/ ***************************************** *** Wir gratulieren Matthias Herrmann *** 19. Dezember 2005 Heute erhielt Matthias Herrmann den Preis der Stadt Wien für Bildende Kunst. http://www.gruene-andersrum.at/andersrumgrueneat/kultur_medien/artikel/lesen/4221/1396/ ***************************************** *** Ausstellung "geheimsache:leben" nur noch bis 8.1.2006 *** 17. Dezember 2005 Bund und Wien müssen Gleichstellungsmaßnahmen umsetzen. http://www.gruene-andersrum.at/wien/artikel/lesen/3463/1396/ ***************************************** *** Sorry, Frau Ministerin! *** 16. Dezember 2005 Justizministerin Gastingers Vorschläge für gleichgeschlechtliche Partnerschaften sind alles, nur keine Gleichstellung. http://www.gruene-andersrum.at/zip_ehe/artikel/lesen/4196/1396/ ***************************************** *** Schwule Kaufkraft *** 16. Dezember 2005 Erste Marktstudie über das Konsum- und Freizeitverhalten von homo- und bisexuellen Männern in Österreich. http://www.gruene-andersrum.at/oesterreich/artikel/lesen/4195/1396/ ============================ http://andersrum.gruene.at/ ============================ ================================================== 14 Neue iz3w mit Schwerpunkt Irak/Afghanistan "wadi wien" ================================================== Die entwicklungspolitische Zeitschrift iz3w ist in ihrer neuesten Ausgabe mit einem Schwerpunkt zum Irak und zu Afghanistan erschienen: Zerreißproben S.15 Eine umstrittene Zwischenbilanz der Lage im Irak und in Afghanistan | von S.Günther, G.Lutz, C.Seidler, J.Später, C.Stock Gebäude ohne Fundament S.19 Nation building in Afghanistan und Irak | von Jörn Schulz Treue zum Warlord S.22 Die Wiederkehr des Ethnischen in Afghanistan und Irak | von Thomas Schmidinger Proporz statt Demokratie S.25 Trotz Wahlen ist Afghanistan ein "failed state" | von Karl Grobe Ein geheimer Krieg S.26 Das Kommando Spezialkräfte (KSK) in Afghanistan | von Tobias Pflüger Eine Zukunft zum Weinen S.28 Die Lage der Frauen in Afghanistan ist katastrophal | von Thorsten Hinz "Man hätte es besser machen können" S.30 Gespräch mit Najem Wali über den Nachkriegsirak und die Modellstadt Kirkuk Wo waren sie damals? S.32 Erinnerungspolitik im neuen Irak | von Mary Kreutzer "Damit all das nie wieder passiert" Mufid al-Jazairi von der irakischen KP über die Schatten der Vergangenheit Geistig in Athen S.35 Irakische Intellektuelle ducken sich | von Khalid al-Maaly Rezensionen zum Schwerpunkt S.37 Bestellungen können über die Website der Zeitschrift vorgenommen werden: http://www.iz3w.org/iz3w/index.html -- WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit e-mail: wadi.wien at gmx.at Tel.: 0699-11365509 Postfach 105 A-1181 Wien Spendenkonto in Österreich: Kontonummer 07.405.301 Evangelische Kreditgenossenschaft eG BLZ 31800 IBAN: AT10 3180 0000 0740 5301 BIC: EVKRATW1 Website mit weiteren Informationen zu Projekten von Wadi und Veranstaltungshinweisen: www.wadinet.at ================================================ C) TERMINE ================================================ ======================== Dienstag http://www.mund.at/butt/Termine/Januar/0301.htm Mittwoch http://www.mund.at/butt/Termine/Januar/0401.htm Donnerstag http://www.mund.at/butt/Termine/Januar/0501.htm ======================== ================================================ D) EDITORIAL ================================================ Für den Inhalt verantwortlich: Ihr. E-Mail-Adresse für Beiträge: widerstand at no-racism.net geschickt. widerst at nd MUND und alle Termine täglich aktualisiert im Web: http://www.no-racism.net/MUND Ziel von MUND (medienunabhängiger Nachrichtendienst) ist die unzensurierte und möglichst rasche Information über gesellschafts- politisch relevante Termine, Hinweise und Diskussionsbeiträge zu Widerstand und Antirassismus sowie verwandte Themen. sollen einen Titel, Namen und Emailadresse der/des AutorIn enthalten und möglichst kurz und prägnant gehalten sein, ev. mit Hinweis, wo weitere Informationen eingeholt werden können. Bitte keine Attachments! Die inhaltliche und sachliche Verantwortung liegt bei der/dem jeweiligen AutorIn bzw. jenen, die uns die Beiträge schicken. Der MUND wird von einzelnen TagesredakteurInnen zusammengestellt. Da Fehler nicht ausgeschlossen sind, bitten wir, nicht veröffentlichte Beiträge nochmals an widerstand at no-racism.net zu senden. Die Weiterleitung (auch auszugsweise) ist erwünscht. Beiträge mit rassistischen oder sexistischen Inhalten werden nicht veröffentlicht. Sehr persönliche Meldungen werden wir an den betreffenden Adressaten weiterleiten, aber nicht im MUND veröffentlichen. Die bisherigen Ausgaben sind unter http://www.no-racism.net/MUND archiviert. Terminankündigungen bitte nach folgender Vorlage: * Wann: Sonntag, 11.11.2001, 11:11 Uhr * * Was: Maskenball: Motto "Schwarzblau ist die Haselnuss" * * Wo: Villa Morgenrot, Grüner Anger 42, 2001 Wendendorf * * Kommentar: Anreise per Anhalter. Maskenzwang. Ende nie. Aber kurz und prägnant.* Die Rubrik "Redaktionelles" am Ende der Ausgabe ist u.a. eine Konsequenz aus der Notwendigkeit, sexistische, antisemitische und rassistische Beiträge nicht zu veröffentlichen, ohne jedoch stillschweigend Zensur zu üben. Hier wird - in anonymisierter Form - auf angehaltene Beiträge hingewiesen und eine kurze Begründung der Tagesredaktion für die Nichtaufnahme geliefert. (Weitere Gründe einen Beitrag nicht aufzunehmen sind z.B.: Attachments, kein erkennbarer Bezug zu den breit gestreuten Themen des MUND, Werbesendungen, sinnlose Kettenbriefe.) Die AbsenderInnen der betroffenen Beiträge werden hiervon informiert. Im Sinne einer "gläsernen Zensur" könnt ihr Euch die Beiträge gerne extra schicken lassen: Ein kurzes Mail an widerstand at no-racism.net genügt. ================================================ E) VERTEILERLISTE ================================================ Zur Eintragung in diesen Verteiler bitte direkt subskribieren unter http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/analle oder von der einzutragenden Adresse aus ein mail schicken an: admin at no-racism.net mit folgendem Text: subscribe no-racism Bitte wegen Automatisierung diesen Wortlaut verwenden! Zur Austragung aus dieser Liste bitte an aus Einsendungen an zusammengestellt. Bitte keine Attachments! (werden nicht angenommen) Für diese Ausgabe nicht aufgenommen: nix. Redaktionsschluss für diese Ausgabe: 20:00 Uhr III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III widerst at nd-MUND is powered by http://alt.strg.at/ From analle at no-racism.net Tue Jan 3 10:16:07 2006 From: analle at no-racism.net (=?iso-8859-1?q?MUND=3A_medienunabh=E4ngiger_Nachrichtendienst?=) Date: Tue, 3 Jan 2006 10:16:07 +0100 Subject: widerst@nd mund: Dienstag, 3. Januar 2005 Message-ID: widerst at nd MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst Medieninhaberinnen & Medieninhaber seid Ihr www.no-racism.net/mund Dienstag, 3. Januar 2006 ================================================ A) INHALT ================================================ ================================================ ANKÜNDIGUNGEN UND TERMINE ================================================ ================================================ 01 que[e]r am 11.01.: "Wahrheit macht frei!" Von: Rosa Antifa Wien ================================================ 02 Neue Version des Computersicherheits-Handbuchs [1.2] erhaeltlich Von: Rosa Antifa Wien ================================================ 03 30.1. Premiere WONDERFUL 2 / Hubsi Kramar Von: GAMUEKL ================================================ 04 Emergency Resource Centre (ERC) Von: ERC ================================================ 05 KI-Informationen/02.01.2006 Von: Otto Bruckner ================================================ 06 Auf dem Prüfstand Von: kohlerdi ================================================ ================================================ MELDUNGEN UND MEINUNGEN ================================================ ================================================ 07 al-Shraq al-Awsat: syrischer Ex-Vizepräsident belastet Bashar Assad und kritisiert "syrisches Regime" Von: wadi wien ================================================ 08 PDK-Iran: Gefängnisrevolte in Urumieh/Iran Von: wadi wien ================================================ 09 Sudan: Schreckensbilanz nach 50 Jahren Unabhängigkeit Von: GFBV ================================================ ================================================ B) TEXTE ================================================ ================================================ ANKÜNDIGUNGEN UND TERMINE ================================================ ================================================ 01 que[e]r am 11.01.: "Wahrheit macht frei!" Von: Rosa Antifa Wien ================================================ Mittwoch 11.01.: "Wahrheit macht frei!" - Der "revisionistische" Amoklauf gegen die Erinnerung "Der Henker toetet immer zweimal, das zweite Mal, um zu versuchen, die Spuren seiner Verbrechen zu verwischen." (Eli Wiesel) Die Verhaftung des britischen Neonazis David Irving und die Ausfaelle des iranischen Praesidenten Ahmadinejad lenkten eine breitere oeffentliche Aufmerksamkeit auf eine spezifische Form des Antisemitismus, die Leugnung des systematischen Massenmordes an den europaeischen Juedinnen und Juden. Die nationalsozialistischen Menschheitsverbrechen, die nicht nur im Namen eines Kollektivs begangen wurden, stehen bis heute der Identifikation mit diesem Kollektiv im Wege. Darum sind es vor allem NationalistInnen, die versuchen, die Barbarei zu leugnen oder zu verkleinern. Zu ihnen gesellten sich bald die FeindInnen des juedischen Staates, die ueber die Leugnung der Shoah Israel eine Existenzgrundlage entziehen wollen. Die plumpe Holocaustleugnung ist heute dem arabischen Nationalismus und Islamismus zur zentralen Doktrin geworden, waehrend sie in Mitteleuropa weitgehend auf Neonazi-Zirkel beschraenkt ist. Weit ueber diese Zirkel hinaus setzten sich jedoch in unseren Breiten weichere Formen des "Revisonismus" in herrschenden Diskursen fest: Mit der Rede vom "Bombenkrieg" und den "Vertreibungsverbrechen" wird versucht aufzurechnen, was nicht aufzurechnen ist. Und es war immerhin ein Lehrender an einer Landesverteidigungsakademie, der vor einiger Zeit den nationalsozialistischen Angriffs- und Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion zum "Praeventivkrieg" erklaerte. Vortrag und Diskussion ueber die antisemitischen Internationale der Geschichtsfaelscher, Funktion und Methoden des "Revisionismus" Zeit: Mittwoch 11. Jaenner um 20:00 Ort: Netbase (7. Neustiftg. 17 / U2+U3 Volkstheater) ++++++++++++ Weitere Infos siehe: http://www.raw.at/queer/queer_inhalt.htm -- ############ RAW ############# Rosa Antifa Wien c/o Rosa Lila Tip Linke Wienzeile 102 A-1060 Wien AUSTRIA ------------------------- E-Mail: raw at raw.at Web: http://www.raw.at Board: http://www.n3tw0rk.org ------------------------- PGP-Key available here: http://www.raw.at/sub/kontakt/raw.asc ############ RAW ############# ================================================ 02 Neue Version des Computersicherheits-Handbuchs [1.2] erhaeltlich Von: Rosa Antifa Wien ================================================ Es ist so weit - nach zwei Jahren gibt's wieder mal eine neue Version des Computersicherheits-Handbuchs mit zugehoeriger CD (Version 1.2). Es bietet auf ueber 400 Seiten die wichtigsten Informationen, um den alltaeglichen Umgang mit Computern sicherer zu machen. Bei der Erstellung wurde vor allem Wert darauf gelegt die besprochenen Themen - unter anderem Verschluesselung mit WinPT/GnuPG, verschluesselte Festplatten und anonymes Surfen - fuer Nicht-"ExpertInnen" verstaendlich zu erklaeren. Die Kapitel sind dabei praxisorientiert gestaltet, auf der Computersicherheits-CD (nicht in der Download-Version) sind zusaetzlich die besprochenen Programme in kostenlosen Versionen enthalten. Aber auch ohne CD koennen die besprochenen Programme im Internet heruntergeladen und installiert werden, im Handbuch gibt's dazu eine Liste mit den zugehoerigen Links. Die wichtigste Aenderung zu den beiden bisherigen Versionen betrifft die Verschluesselung von Texten/Mails und Festplattenbereichen: statt dem bisher beschriebenen Programmpaket PGP (Pretty Good Privacy) werden jetzt die kostenlosen Open Source-Programme WinPT (Windows Privacy Tools, mit GnuPG) und TrueCrypt vorgestellt. Weiters gibt es eine ausfuehrlichere Behandlung des Themas Internet-Browser (Firefox) und allgemeine Infos wie z.B. zu den Themenbereichen Spam und Open Source. Das Computersicherheits-Handbuch bieten wir unter http://www.raw.at/compsec/compsec.htm als PDF kostenlos zum Download an. Eine Weiterverbreitung und das Erstellen von zahllosen Kopien ist nicht nur erlaubt sondern sogar erwuenscht. Die zugehoerige CD ist in verschiedenen Infolaeden erhaeltlich oder kann ueber den Anarchia-Versand http://www.anarchismus.at bestellt werden. Und falls es mal Probleme gibt oder du Fragen hast, erhaeltst du auf http://www.n3tw0rk.org kompetente Unterstuetzung. Rosa Antifa Wien (RAW) Jaenner 2006 -- ############ RAW ############# Rosa Antifa Wien c/o Rosa Lila Tip Linke Wienzeile 102 A-1060 Wien AUSTRIA ------------------------- E-Mail: raw at raw.at Web: http://www.raw.at Board: http://www.n3tw0rk.org ------------------------- PGP-Key available here: http://www.raw.at/sub/kontakt/raw.asc ############ RAW ############# ================================================ 03 30.1. Premiere WONDERFUL 2 / Hubsi Kramar Von: GAMUEKL ================================================ Im Vorjahr hat Hubsi Kramar im Rahmen seiner Projektreihe KEIN THEATER THEATER gemeinsam mit Obdachlosen in Kroatien “Ferien gemacht" und das berührend-vergnügliche Ergebnis im Film WONDERFUL -URLAUB WIE NOCH NIE auf die Leinwand gebracht. Der große Erfolg machte Lust auf mehr: Das Publikum darf sich nun auf die neue Folge freuen: WONDERFUL 2 . Die Urlaubenden waren im Hochsommer 2005 in Venedig. Ein Schmankerl der besonderen Art ist der Besuch der Biennale. Urlaub wie noch nie: WONDERFUL 2 - Obdachlose machen Ferien in Venedig Der neue Film von: gutmenschen film & theaterproductions Hubsi Kramar TAT t.atr Prädikat: ur lustig * PREMIERE: Mo., 30. 1. 2006 (19 Uhr) * Weitere Vorstellungen: 31. 1. - 6. 2. 2006 (19h) Im Anschluss an jede Vorführung ist auch der Film WONDERFUL 1 (Ferien in Kroatien, 2004) wieder zu sehen. SCHIKANEDER KINO A-1040 Wien; Margaretenstrasse 24 Kartenpreise: ¤ 10,-- Information und Karten : http://www.hubsikramar.net, Tel. 577 22 65 Einnahmen und Spenden gehen zu 60% in die Aktion OBDACHLOSE AUF URLAUB Hubsi Kramar zum Film “WONDERFUL 2 - Urlaub wie noch nie" “Nach dem großen Erfolg von WONDERFUL 1 freuen wir uns, Ihnen nun die Fortsetzung präsentieren zu können. Diesmal machen wir allerfröhlichst Urlaub in Venedig und sind dabei zu Besuch bei der Biennale. Die ungewöhnlichen Reaktionen unserer “Feriengäste" haben selbst uns überrascht. Was passiert, wenn Obdachlose - bzw. Langzeitarbeitslose - Urlaub machen? Von Staats wegen ist das nicht gern gesehen. Wer nix arbeitet, soll nix haben. Wer nichts hat, ist ein Sozialschmarotzer und gehört bestraft. Aber ganz sicher soll er keinen Urlaub machen. Der soll wohlhabenden Ausbeutern und durchgewalkten Arbeitssklaven vorbehalten bleiben, die dafür einmal kurz aus dem Maus-Laufrad ins Touristen-Laufrad wechseln dürfen. Die Mitwirkenden haben sich bereit erklärt, in Venedig im Hochsommer vor einer echten Tourismuskulisse - blauer Himmel, blaues Meer - einmal so richtig Urlauber zu spielen: Die Zimmer sind sauber, das Essen ist zubereitet. Sie spielen das, was sie sonst nicht sind - Touristen. Spielen Eis-essen wie Leute, die Eis essen, beim Sonnnenuntergang, Sonnenuntergang erleben... Hubsi Kramar, November 2005 ================================================ 04 Emergency Resource Centre (ERC) - CWS-P/A, Bulletin - December 2005; A Special Edition Von: ERC ================================================ Dear All, Greetings from Chruch World Service - Pakistan/Afghanistan (CWS-P/A). ERC Bulletin is a monthly on-line release of Emergency Resoure Centre; focusing on Environment Degradation and Disaster issues. Our source is leading newspapers of Pakistan i.e. The News, Dawn, Daily Times, Jang and Nawa-i-Waqt. Since this is a special edition of October 8, 2005 earthquake so we have also used Federal Releif Commisison (FRC), Pakistan Metrologcial Depatment (PMD), Offical websites of NWFP and AJK govenrmets. Please find the bulletin attached. Regards Emergency Resource Centre Church World Service - Pakistan/Afghanistan. ================================================ ================================================ 05 KI-Informationen/02.01.2006 Von: Otto Bruckner ================================================ Liebe GenossInnen, KollegInnen, FreundInnen! Mit diesem Mail sende ich euch wieder ein paar Informationen der KI bzw. über einige andere interessante Themen und wünsche euch nochmals alles Gute für das neue Jahr 2006: 1) Tibor Zenker: Wem nützt die EU? Rechtzeitig zum Beginn des österreichischen EU-Vorsitzes eine vortreffliche Analyse: http://www.kommunisten.at/article.php?story=20051231235759798 2) Antikommunismus des Europarates Ein Memorandum des Europarates - hierzulande noch weitgehend unbekannt - hat in Griechenland helle Empörung ausgelöst: http://www.kommunisten.at/article.php?story=20060102224444321 http://www.kominform.at/article.php?story=20060102103258940 http://www.kominform.at/article.php?story=20051228125328746 3) Russland am längeren Ast Kommentare und Informationen zum Gaskonflikt: http://www.kominform.at/article.php?story=20060102183925955 4) Landesvorstand der KP-Steiermark fordert Einstellung der Prozesse gegen kominform.at http://www.kommunisten.at/article.php?story=20051223192708548 By the way: Manfred Eber, am 32. Parteitag Gegenkandidat von Walter Baier als Parteivorsitzender, und diesem nur knapp unterlegen, hat heute seine neue Arbeitsstelle als Bezirkssekretär der Grazer KP angetreten. Gegen Eber (vormals Tiroler Landesvorsitzender) und die vom 32. Parteitag gewählte Frauensprecherin Petra Stöckl wurde von der Baier-KPÖ schon vor längerer Zeit ein Ausschlußverfahren eingeleitet, das bis heute nicht abgeschlossen ist. Jedenfalls wünschen wir Manfred für seine neue Arbeit alles Gute und bekräftigen unsere Bereitschaft zur Zusammenarbeit und Aktionseinheit mit allen aufrechten KommunistInnen in der KPÖ! Mit den besten und solidarischen Grüßen Otto Bruckner f.d. KI ================================================ ================================================ 06 Auf dem Prüfstand Von: kohlerdi ================================================ Angesichts unzumutbarer, immer noch zunehmender Armut und Arbeitslosigkeit in der EU ist es mehr als verwunderlich, wenn ein anerkannter Journalist wie Paul Lendvai ("Auf dem Prüfstand"; DER STANDARD v. 29.12.05) Gewerkschaft und Arbeiterkammer in die Nähe von Populisten (richtiger wohl: Demagogen) und EU-Feinden rückt. Wer sonst - die meisten JournalistInnen halten sich ja abseits - soll denn auf die menschenverachtenden Zustände hinweisen? Insofern hoffe ich, dass die Protestversammlung anlässlich des Treffens der EU-Arbeits- und Sozialminister (19.1. - 21.1.06 in Villach) zu einem Umdenken und zu verstärkten Aktivitäten bei der Armutsbekämpfung führt. Es wäre höchste Zeit! Dietmar Köhler Initiativgruppe ARBEITSLOSIGKEIT ================================================ ================================================ MELDUNGEN UND MEINUNGEN ================================================ ================================================ 07 al-Shraq al-Awsat: syrischer Ex-Vizepräsident belastet Bashar Assad und kritisiert "syrisches Regime" Von: wadi wien ================================================ In zwei Beiträgen beschäftigt sich die wichtige arabische Tageszeitung al-Sharq al-Awsat mit den belastenden Aussagen eines hohen Vertreters des syrischen Baath-Regimes gegenüber dem syrischen Präsidenten Bashar Assad: Syria's Assad threatened Hariri -Syrian ex-VP 31/12/05 DUBAI, (Reuters) - A former Syrian vice president launched an unprecedented attack on President Bashar al-Assad, saying he had threatened Rafik al-Hariri, the former Lebanese prime minister who was assassinated in February. "Assad told me he had delivered some very, very harsh words to Hariri ... something like 'I will crush anyone who tries to disobey us'," Abdel-halim Khaddam said from his home in Paris. A veteran aide to Bashar's father, the late Syrian President Hafez al-Assad, Khaddam resigned in June. He was speaking in an interview with Al Arabiya television aired on Friday. Khaddam would not speculate on who had ordered Hariri's murder, saying "we must wait" for the final results of an investigation being carried out by the United Nations. That investigation has implicated senior Syrian officials and Khaddam's comments are likely to intensify pressure on Damascus. Khaddam noted: "In principle, no government body in Syria, be it a security apparatus or otherwise, can single-handedly take this decision (killing Hariri)," he said. "Bashar has said that if anybody in Syria was involved, that means I am involved." He noted Hariri "received many threats, there were a lot of threats made in Damascus and in Lebanon". Khaddam criticised the government for committing what he said were political blunders in Lebanon and said Syria was "going through a minefield in pitch dark" because of Assad's policies. But he said: "It never occurred to me that Syria would kill Rafik al-Hariri, that never crossed my mind, but the atmosphere created certain beliefs among the people. But we must wait for the results of the (U.N.) investigation." Khaddam knocked down a video claim by a Palestinian suicide bomber who said he and a militant group had killed Hariri, saying it was "stupid to blame an individual as this issue needs a lot of sophisticated technology, tonnes of explosives and planners who have a leader." "This is a big operation with an apparatus behind it, not individuals. What apparatus, that is what the (U.N.) probe will reveal," he added. Khaddam also blamed Lebanese President Emile Lahoud and other Lebanese officials for "inciting" Assad against Hariri, who was once a staunch ally of Damascus but who backed a 2004 U.N. resolution that called for foreign troops to quit Lebanon. Damascus has come under fierce international pressure since Hariri's killing in Beirut on Feb. 14. It was forced to pull its troops out of Lebanon after a 29-year military presence. Syria has denied involvement in the truck bombing that killed Hariri and 22 others. CORRUPT GOVERNMENT Khaddam, one of Syria's longest-serving officials, was seen in the 1980s as a possible successor to the late Assad. But then he backed Bashar, who took office in 2000. When he resigned, he said he wanted to make way for new blood. Khaddam also said Assad's government was impoverishing its people because of its resistance to political and economic reform. "The reform process did not happen so I resigned ... once I did, I saw that that power was being held by one man and that the government institutions had become a cover for the president's orders," he said. He said that because of the lack of reforms, corruption was now rife in the government and poverty was on the rise. "Million of Syrians can't find food and many more are searching for food in the garbage, while wealth is being accumulated in the hands of a few," he said. "We can't face external pressures when the Syrian people have no freedom of expression and are not part of the political process," he added. He said Assad had made many mistakes in his handling of Lebanon, including protecting the former Syrian intelligence chief in Beirut, Rustum Ghazali, even though he was implicated by the U.N. probe into Hariri's killing. "Why is Rustom Ghazali being protected and we all know his vices. This is a question that the Syrias are asking," Khaddam said. "I told Bashar several times that he should remove him ...he acted like he was the absolute ruler of Lebanon." Khaddam had been pointman on Lebanon for the late Assad, who ordered Syria's military intervention in the civil war there in 1976. Syrian forces stayed until April this year. http://www.asharqalawsat.com/english/news.asp?section=1&id=3247 --------------------------------------------------------------------- Syria MPs Want Treason Trial After Hariri Claims 01/01/2006 DAMASCUS (AFP) - Syria's parliament called for the country's former vice president to face treason charges after he publicly accused President Bashar al-Assad of threatening Rafiq Hariri just months before Lebanese ex-premier's murder. "We appeal to Justice Minister Mohammed Ghafri to bring Abdel Halim Khaddam before justice for high treason and to take the necessary measures," said speaker Mahmud al-Abrash. The parliament passed the motion unanimously calling for a trial during a regular session in which several lawmakers accused Khaddam of "treason" and "corruption" for his remarks, which dealt a new blow to Assad's regime. "I demand, in my own name and the name of the people, that Khaddam is judged because he has attacked the dignity of Syria and humiliated millions of Syrians," said MP Umeima Khudur. Khaddam, long the architect of Syria's military and political domination of neighbouring Lebanon, made his explosive claims in an interview with Dubai-based Al-Arabiya television. "I will destroy anyone who tries to hinder our decisions," Khaddam quoted Assad as telling Hariri during a meeting in Damascus. Khaddam, speaking from Paris where he and his family now live, said the meeting took place a few months before the February 14 assassination of Hariri in a Beirut bomb blast for which a UN probe has implicated Syrian intelligence. "We must await the results of the investigation, but no Syrian security service could take such a decision unilaterally," Khaddam said. Abrash said he had been bombarded with phone calls from Syrians demanding that Khaddam be arrested by Interpol. "(Khaddam) is the despicable face of the old guard which closed political forums in Syria and threw their members into jail," said the Islamist representative in parliament, Mohammed Habash. The murder of Hariri, a billionaire businessman and five-time prime minister, plunged Lebanon into political turmoil and heightened international pressure on Syria to end its 29-year military presence in its smaller neighbour. "The battle of Damascus, the battle of the regime has begun," predicted a Lebanese MP from the anti-Syrian majority who asked not to be named, while pro-Damascus newspaper Ad-Diyar branded Khaddam "Syria's Judas." Khaddam said he had advised Hariri to leave Lebanon "because his situation regarding Syria had become complicated" in the wake of the threat. "But, of course, at no time did it occur to me that Syria could assassinate Hariri," Khaddam said. In March, Syria denied a report from a UN fact-finding mission that Assad had threatened Hariri and Druze leader Walid Jumblatt if they opposed the policies of Damascus. Mehlis said in an interview with an Arab newspaper in mid-December he was convinced that Syria was responsible for Hariri's murder. Khaddam also pointed a finger of blame for tensions in Lebanon before the Hariri murder at Rustom Ghazaleh, Syria's military intelligence chief in Lebanon before its troop withdrawal. In an interview with CNN in October, Assad vehemently rejected any notion he had played a personal role in the Hariri assassination. Assad, whose country has repeatedly denied any involvement in the murder, said he had only found out about Hariri's assassination "from the news ... in my office" and that any Syrian found guilty should be punished. In the Al-Arabiya interview, Khaddam, 73, also announced the reasons for his resignation at a Baath party congress in June and his break with the regime. He said he was "convinced that the process of development and reforms, be they political, economic or administrative, will not succeed" and preferred to choose "the motherland" over "the regime". "I have many things to say, serious things, when the time is right," he said, adding however that his relationship with Assad remained "amicable". Khaddam, who long served Bashar's father Hafez before his death in 2000, was also close to former interior minister Ghazi Kanaan, for 20 years Syria's intelligence chief in Lebanon, who committed suicide in October. http://www.asharqalawsat.com/english/news.asp?section=1&id=3264 -- WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit e-mail: wadi.wien at gmx.at Tel.: 0699-11365509 Postfach 105 A-1181 Wien Spendenkonto in Österreich: Kontonummer 07.405.301 Evangelische Kreditgenossenschaft eG BLZ 31800 IBAN: AT10 3180 0000 0740 5301 BIC: EVKRATW1 ================================================ 08 PDK-Iran: Gefängnisrevolte in Urumieh/Iran Von: wadi wien ================================================ IRAN: KURDISH PRISONERS REVOLT OVER INMATE HANGINGS Tehran, 30 Dec. (AKI) - Amid rising tension in Iranian Kurdistan, prisoners in Urumieh prison in western Iran are rioting over the imminent hanging of one of their fellow detainees - a Kurd named Massoud Shokkehi - and the hanging in recent days of another Kurd being held in Sagghez prison, also in Iranian Kurdistan. A total 51 Kurdish militants have been summoned to appear before the Revolutionary court in Sanandaj, accused of sedition. They face the death penalty if convicted. On Thursday, violent protests broke out when police officers came to take Shokkehi away for execution, together with another Kurdish prisoner, Salah Mohammadi Guylani, being held in another prison. Shokkehi had been in Urumieh for nine years. A young Iranian Kurd was hanged in Sagghez on Wednesday. Farhad Salehpour, 19, was arrested some 12 months ago and sentenced to death for killing a Islamist militiaman. A member of a separatist Kurdish group, Salepour spent eleven months in Sagghez on death row before being executed. Also on Wednesday, four more Kurds who allegedly took part in unrest earlier this year were re-arrested. They had been released conditionally earlier this month. There have been violent protests in many cities in Iranian Kurdistan in recent months, and the situation remains tense. http://www.pdk-iran.org/english/news/KURDISH%20PRISONERS%20REVOLT%20OVER%20INMATE%20HANGINGS.htm original source: http://www.adnki.com/index_2Level.php?cat=Politics&loid=8.0.244799172&par=0 -- WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit e-mail: wadi.wien at gmx.at Tel.: 0699-11365509 ================================================ 09 Sudan: Schreckensbilanz nach 50 Jahren Unabhängigkeit Von: GFBV ================================================ GESELLSCHAFT FÜR BEDROHTE VÖLKER INTERNATIONAL PRESSEMITTEILUNG Göttingen, den 30.12.2005 50 Jahre Unabhängigkeit des Sudan (1. Januar 2006) 50 Jahre Völkermord und Krieg im Sudan Mehr als 3,5 Mio. Menschen - fast ausschließlich Schwarzafrikaner christlichen und muslimischen Glaubens oder Anhänger eigener Religionen - sind im Sudan in den vergangenen fünf Jahrzehnten Völkermord, Bürgerkrieg, Vertreibung und anderen schweren Menschenrechtsverletzungen zum Opfer gefallen. Diese Schreckensbilanz zieht die Gesellschaft für bedrohte Völker International (GfbV) anlässlich des 50. Jahrestages der Ausrufung der Unabhängigkeit des Sudan am 1. Januar 1956. Mit Duldung der britischen Sudanadministration hatten schon im Jahr vor der Unabhängigkeitserklärung nordsudanesische Militäreinheiten demonstrierende südsudanesische Arbeiter massakriert. Zwei Generationen der Dinka, Nuer, Schilluk, Bari, Zande und anderer Völker im Südsudan haben Frieden so gut wie niemals kennen gelernt. Durch Völkermord kamen dort seit der Unabhängigkeit rund 2,5 Millionen Menschen ums Leben. Auch die Nuba-Völker in der an den Südsudan angrenzenden Nuba-Region Kordofan wurden 1987 bis 2003 Opfer von Genozid. Diese Vernichtung von etwa 500 000 Menschen wurde von UN- Sonderberichterstatter Gaspar Biro dokumentiert. Bis heute begeht die islamistisch-arabische Militärregierung Völkermord, dieses Mal im Westsudan in der Region Darfur. Dort sind seit 2001 bis zu 400.000 muslimische Schwarzafrikaner den Verbrechen gegen die Menschlichkeit, begangen von arabischen Milizen und den Truppen des Militärregimes, zum Opfer gefallen. Dort sowie an der Ostküste des Sudan im Land der Beja geht das Morden von Tag zu Tag weiter. Der Sudan ist nach Auffassung der GfbV ein Paradebeispiel für die fehlgeleitete staatliche Entwicklung in vielen Teilen Schwarzafrikas. Die britische Kolonialmacht fügte den Sudan willkürlich aus schwarzafrikanischen und arabischsprachigen Teilen zusammen, ohne das Mitspracherecht der schwarzafrikanischen Mehrheit zu berücksichtigen. Westliche Demokratien wie kommunistische Diktaturen unterstützten jahrzehntelang die wechselnden arabisch-islamischen parlamentarischen oder von Militärs geführten Zentralregierungen in Khartum, lieferten Waffen und stellten Militärberater. "So haben die internationale Staatengemeinschaft und die Vereinten Nationen kontinuierlich dabei versagt, diesen Verbrechen gegen die Menschlichkeit Einhalt zu gebieten und der Bevölkerung dauerhaften Frieden zu bringen", sagt der Präsident der GfbV International, Tilman Zülch. Der einzige Erfolg sei bisher das im Januar 2005 von den USA durchgesetzte Friedensabkommen für den Südsudan. Es habe wenigstens den seit 1955 mit Unterbrechungen andauernden Genozid gegen die schwarzafrikanische Bevölkerung in diesem Landesteil beendet. Doch stehe auch dieser Friedensprozess in Frage, so lange die internationale Gemeinschaft den fortdauernden Genozid in Darfur toleriert. Nur ein föderativ organisierter und demokratisch regierter Sudan mit regionaler Selbstverwaltung der schwarzafrikanischen und arabisierten Bevölkerung werde den sudanesischen Staatsverband erhalten können. ====================================================== Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV) Inse Geismar, Pressereferentin Postfach 2024, D-37010 Goettingen Tel.+49/551/49906-25, Fax:++49/551/58028 E-Mail: presse at gfbv.de, Homepage:http://www.gfbv.de ====================================================== ================================================ B) TERMINE ================================================ ======================== Mittwoch http://www.mund.at/butt/Termine/Januar/0401.htm Donnerstag http://www.mund.at/butt/Termine/ Januar/0501.htm Freitag http://www.mund.at/butt/Termine/Januar/0601.htm ======================== ================================================ D) EDITORIAL ================================================ Für den Inhalt verantwortlich: Ihr. Medieninhaberinnen & Medieninhaber seid Ihr E-Mail-Adresse für Beiträge: widerstand at no-racism.net geschickt. widerst at nd MUND und alle Termine täglich aktualisiert im Web: http://www.no-racism.net/MUND Ziel von MUND (medienunabhängiger Nachrichtendienst) ist die unzensurierte und möglichst rasche Information über gesellschafts- politisch relevante Termine, Hinweise und Diskussionsbeiträge zu Widerstand und Antirassismus sowie verwandte Themen. sollen einen Titel, Namen und Emailadresse der/des AutorIn enthalten und möglichst kurz und prägnant gehalten sein, ev. mit Hinweis, wo weitere Informationen eingeholt werden können. Bitte keine Attachments! Die inhaltliche und sachliche Verantwortung liegt bei der/dem jeweiligen AutorIn bzw. jenen, die uns die Beiträge schicken. Der MUND wird von einzelnen TagesredakteurInnen zusammengestellt. Da Fehler nicht ausgeschlossen sind, bitten wir, nicht veröffentlichte Beiträge nochmals an widerstand at no-racism.net zu senden. Die Weiterleitung (auch auszugsweise) ist erwünscht. Beiträge mit rassistischen oder sexistischen Inhalten werden nicht veröffentlicht. Sehr persönliche Meldungen werden wir an den betreffenden Adressaten weiterleiten, aber nicht im MUND veröffentlichen. Die bisherigen Ausgaben sind unter http://www.no-racism.net/MUND archiviert. Terminankündigungen bitte nach folgender Vorlage: * Wann: Sonntag, 11.11.2001, 11:11 Uhr * * Was: Maskenball: Motto "Schwarzblau ist die Haselnuss" * * Wo: Villa Morgenrot, Grüner Anger 42, 2001 Wendendorf * * Kommentar: Anreise per Anhalter. Maskenzwang. Ende nie. Aber kurz und prägnant.* Die Rubrik "Redaktionelles" am Ende der Ausgabe ist u.a. eine Konsequenz aus der Notwendigkeit, sexistische, antisemitische und rassistische Beiträge nicht zu veröffentlichen, ohne jedoch stillschweigend Zensur zu üben. Hier wird - in anonymisierter Form - auf angehaltene Beiträge hingewiesen und eine kurze Begründung der Tagesredaktion für die Nichtaufnahme geliefert. (Weitere Gründe einen Beitrag nicht aufzunehmen sind z.B.: Attachments, kein erkennbarer Bezug zu den breit gestreuten Themen des MUND, Werbesendungen, sinnlose Kettenbriefe.) Die AbsenderInnen der betroffenen Beiträge werden hiervon informiert. Im Sinne einer "gläsernen Zensur" könnt ihr Euch die Beiträge gerne extra schicken lassen: Ein kurzes Mail an widerstand at no-racism.net genügt. ================================================ E) VERTEILERLISTE ================================================ Zur Eintragung in diesen Verteiler bitte direkt subskribieren unter http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/analle oder von der einzutragenden Adresse aus ein mail schicken an: admin at no-racism.net mit folgendem Text: subscribe no-racism Bitte wegen Automatisierung diesen Wortlaut verwenden! Zur Austragung aus dieser Liste bitte an zusammengestellt. Bitte keine Attachments! (werden nicht angenommen) 0 beiträge nicht genommen Redaktionsschluss für diese Ausgabe: Mi 3.00 Uhr III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III ü, ö, ä, ß, Ü, Ö, Ä III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III widerst at nd-MUND is powered by http://alt.strg.at/ ================================================ _______________________________________________ Techred mailing list Techred at no-racism.net http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/techred From analle at no-racism.net Wed Jan 4 04:31:07 2006 From: analle at no-racism.net (=?iso-8859-1?q?MUND=3A_medienunabh=E4ngiger_Nachrichtendienst?=) Date: Wed, 4 Jan 2006 04:31:07 +0100 Subject: widerst@nd mund: Mittwoch, 4. Januar 2005 Message-ID: <564376825.20060104043107@nessizius.com> widerst at nd MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst Medieninhaberinnen & Medieninhaber seid Ihr www.no-racism.net/mund Mittwoch, 4. Januar 2006 ================================================ A) INHALT ================================================ ================================================ ANKÜNDIGUNGEN UND TERMINE ================================================ ================================================ 1 revolution macht glücklich. jetzt organisieren! eine einladung Von: remaglueck at gmx.at ================================================ 2 f 13 treffen 9.jänner Von: augustin ================================================ 3 Latitude 36 Von: global at no-racism.net ================================================ 4 Babykino Jänner Von: Eva Brantner ================================================ 5 [Depot-news] Programm 10.-12.Januar Von: depot-news at mailman.sil.at ================================================ ================================================ MELDUNGEN UND MEINUNGEN ================================================ ================================================ 6 Sudan/Tschad: In Zentralafrika droht ein Flächenbrand Von: wadi wien ================================================ 7 GLB/Magistrat Wien/Ausgliederung/Budgetpolitik Von: Furtlehner Leo ================================================ ================================================ B) TEXTE ================================================ ================================================ ANKÜNDIGUNGEN UND TERMINE ================================================ ================================================ 1 revolution macht glücklich. jetzt organisieren! eine einladung Von: remaglueck at gmx.at ================================================ Revolution macht glücklich. Jetzt organisieren! Dies ist eine Einladung, gemeinsam über politische Organisierung jenseits von Parteistrukturen zu diskutieren und diese auch in Angriff zu nehmen: am Samstag, 14.1.2006 um 14 Uhr im Amerlinghaus, Stiftg. 8, 1070 Wien Netzwerke und autonome Knotenpunkte sind Bestandteil der gegenwärtigen kapitalistischen Gesellschaft. Es ist an der Zeit gemeinsam darüber nachzudenken, wie wir diese relative Autonomie im Sinne emanzipatorischer Veränderungsprozesse ausnützen können. Orientieren wollen wir uns an den emanzipatorischen Momenten der gegenwärtigen gesellschaftlichen Entwicklung, die weder repräsentierbar noch delegierbar sind. Wir wenden uns damit auch gegen identitäre Zuschreibungen sowie gegen alles, was Menschen ausbeutet, unterdrückt und erniedrigt. Lustbetontes Handeln und die Frage nach den Emanzipationspotenzialen darin sollen dabei als Maßstab jeglicher verbindlicher Organisierung dienen. Wie? Vielleicht in Form eines solidarischen Netzwerks mit plenarer Koordination, autonomen Arbeitsgruppen und gemeinsamen politischen Aktivitäten. Aber ohne „Glaubensbekenntnis“: Denn das Propagieren bestimmter Wundermittel - von „demokratischem Zentralismus“ bis zu „eherner“ Programmatik – führt nicht zufällig zu internen Grabenkämpfen und autoritären Mustern. Im Gegensatz dazu sollte eine Organisierung von den alltäglichen Erfahrungen und der relativen Zeit- und Handlungsautonomie aller an ihr Beteiligten ausgehen. Zum Austausch der jeweiligen Erfahrungen und Vorstellungen sehen wir einem behutsamen Umgang miteinander, Selbstkritik, Humor und Solidarität als probate Mittel. Im Anschluss an eine einleitende allgemeine Diskussion wird es im Rahmen von Workshops die Möglichkeit geben, Vorstellungen von Form und Inhalt politischer Organisierung anhand konkreter Aspekte (wie z.B. „militante Untersuchung“ oder „konkrete Protestformen“) zu bearbeiten. Der Debatte um inhaltliche Eckpunkte politischer Organisierung soll ebenfalls Raum und Zeit eingeräumt werden. Jede neue Idee sehen wir jedenfalls als Bereicherung! Dies ist also ein Angebot an alle InteressentInnen, gemeinsame Strukturen und politische Aktivitäten zu entwickeln - und vergessen wir nicht das Motto der klugen Pinguine: Niemals alleine Losschwimmen! Wien, im Dezember 2005 ---------------------- ------------------------------------- Revolution macht glücklich. Und wie? die folgenden eckpunkte sind kein programm, sondern sollen vielmehr als diskussionsgrundlage angesehen werden, von der aus ein laufender und unabschliessbarer diskussionsprozess der selbstverständigung geführt werden soll. dies ist ein aufruf dazu. Wir streben die Überwindung der Herrschaft des Menschen über den Menschen an. Kapitalismus und Patriarchat, imperialistische Kriege, Rassismus und religiöse Fundamentalismen sehen wir als Haupthindernisse für die Verwirklichung einer herrschaftsfreien gesellschaftlichen Ordnung auf globaler Ebene, in der Differenzen in Freiheit gelebt werden können. Die Prekarisierung sämtlicher Arbeits- und Lebenszusammenhänge stellt uns vor besondere Herausforderungen. Wie können wir die Vereinzelung und Kapitalisierung unserer Leben durchbrechen ohne auf vereinheitlichende und disziplinierende Organisationsstrukturen zurückzugreifen? Wie können wir vor dem geschichtlichen Hintergrund gescheiterter Emanzipationsprojekte auf formale Hierarchien verzichten und informelle Hierarchien vermeiden? Kollektives „fragendes Voranschreiten“, verbindliche Absprachen, gegenseitiges Vertrauen, offene Diskussionen und Kritikfähigkeit eröffnen eine andere Perspektive. Im Gegensatz zur Orientierung an staatlichen und semi-staatlichen Organisationen ebenso wie zur Form der repräsentativen Demokratie und den Versuchen, mittels Lobbyarbeit Reformen durchzusetzen, zielen unsere Aktivitäten auf autonome Selbstorganisierung, direkte Aktion und die Anerkennung unterschiedlicher Widerstandsformen ab. Theoretische Reflexion steht dazu nicht im Widerspruch, sie ist vielmehr „begleitende Notwendigkeit“, nicht zuletzt hinsichtlich der Unabgeschlossenheit und Unabschließbarkeit emanzipatorischer Prozesse. Wir verstehen uns als Teil der sozialen Bewegungen. In einer Koordination vielfältiger Aktionsformen sehen wir die Möglichkeit verstärkter Sichtbarmachung linksradikaler Politik. Gegen Parteiunwesen und Disziplin setzen wir auf lustbetonte Radikalität. Die Verbindung der eigenen Lebens- und Arbeitszusammenhänge mit politischen Aktionsformen soll dabei im Zentrum stehen. Revolution macht glücklich. Und wie. ================================================ 2 f 13 treffen 9.jänner Von: augustin ================================================ einladung zum f13 koordinationstreffen: montag, 9. jänner 06 ab 19 uhr in der augustin redaktion 1040 mostgasse 7/ eingang klagbaumgasse hauptthema wird der subversive faschingsumzug sein. wie gestalten wir ihn, für welche anmeldungs-vorgangsweise entscheiden wir uns, welche gruppen sind dabei, welche könnten in den letzten tagen noch angesprochen werden. zum wohle der akteurInnen dezentraler aktionen vor, neben oder nach dem umzug ist weiters eine koordination bezügl. termin und ort sinnvoll, um überschneidungen zu vermeiden und potenziellen f13 touristen ein pendeln von tatort zu tatort ermöglichen. plakate für den umzug liegen im augustin vertriebsbüro (1050, schlossgasse 6-8, 11 bis 16 uhr) abholbereit. sie schreien nach wänden. das wetter am freitag, dem 13, jänner wird mild und trocken sein. oder arschnass und schweinekalt. wie auch immer, wir werden uns den fasching nehmen. bis montag, die augustin crew ================================================ 3 Latitude 36 Von: ================================================ ----- Forwarded message from cinerebelde at cinerebelde.org ----- Cine Rebelde produced a multilingual DVD of the film “Latitude 36” by Jose Luis Tirado, 2004. A documentary and fiction about the south European border Description: Latitude 36 is an imaginary line on a map at the same time a real location - the Straits of Gibraltar - where clandestine emigration takes place. In Latitude 36 the protagonists are the emigrants: documentation and fiction, gestures and words, dreams and wishes. Latitude 36 is a tale, a crosspoint of micronarrations that map the south European border. multilingual DVD 65 Min. Original Spanish / Arabic with subtitles in English, German, and French. Selected for the 4th International Human Rights Film Festival in Nürnberg 2005 Price 10 Euro (Solidarity price 15 Euro) + 2,50 mailing costs to order the film write to: orders at cinerebelde.org Short trailer, pictures and more: http://www.cinerebelde.org The film licensed under Creative Commons. We encourage groups and individuals to organize non commercial public screenings and information evenings about the situation at the borders of fortress Europe. We are also seeking contact to infoshops, alternative bookstores, distributors that wish to resell the film to support their political work. We would appreciate announcements, review articles in activist and independent media, newsletters, websites, fanzines.... We will provide you with a free copy of the film. Should money be a problem for your group to order the film, contact us too: cinerebelde at cinerebelde.org Cine Rebelde is an independent media activist collective based in Freiburg / Germany. All incomes support our initiative. They help us to finance the production and translation of other films from social movements. They also help us to make copies available to activists and groups around the world without any resources. We are a registered non-profit organisation. http://www.cinerebelde.org ================================================ 4 Babykino Jänner Von: Eva Brantner ================================================ Sehr geehrte Damen und Herren, Für Mütter und Väter mit Babys bringen wir jeweils dienstags um 11 Uhr einen Film aus unserem aktuellen Angebot, bei dem Babys in den Kinosaal mitgenommen werden können. Der Ton wird etwas leiser sein, der Saal ist nicht ganz abgedunkelt. Das Programm für Jänner 2006: Dienstag, 10. Jänner, 11 Uhr: WODKA LEMON Regie Hiner Saleem, Armenien/Frankreich 2003 Dienstag, 17. Jänner, 11 Uhr: GABRIELLE Regie Patrice Chereau, Frankreich/Italien 2005 Dienstag, 24. Jänner, 11 Uhr: DIE FRAU DES LEUCHTTURMWÄRTERS Regie Philippe Lioret, Frankreich 2004 Dienstag, 31. Jänner, 11 Uhr: DER EWIGE GÄRTNER Regie Fernando Meirelles, GB/Kenia/Deutschland 2005 ACHTUNG: KEINE KINDERBETREUUNG! Wir ersuchen um Vorankündigung und stehen für Fragen gerne zur Verfügung. Mit besten Grüssen, Eva Brantner Infos zum Film: http://www.votivkino.at/1program/babyprog.htm Eva Brantner VOTIVKINO Marketing Mariahilferstrasse 58/7, 1070 Wien T: (01)523 43 62-28 mail to: e.brantner at votivkino.at www.votivkino.at ================================================ ================================================ 5 [Depot-news] Programm 10.-12.Januar Von: depot-news at mailman.sil.at ================================================ Dienstag, 10. Jänner, 19.00 Chris Marker: Rot liegt in der Luft kinokis mikrokino #131 Im Jahre 1977 montierte der französische Filmessayist Chris Marker Bilder zu einem imponierenden Fresko der revolutionären, politischen Bewegungen seiner Zeit. Er griff auf eigene Aufnahmen zurück („man weiß nie, was man filmt“) und auf Bilder anderer Kameraleute aus Frankreich, Chile, Kuba etc. Um Distanz zu schaffen, kommentierte er sie neu, vervielfachte die Standpunkte durch einen achtstimmigen Kommentar und färbte die Bilder künstlich ein. Markers nachdenklicher Versuch einer Bilanz der 68er-Revolte sucht festzustellen, ob trotz des Scheiterns der emanzipatorischen Bewegungen ein „rotes Lüftchen“ geblieben ist. Rot liegt in der Luft (Le fonds de l’air est rouge), Chris Marker, F 1977, 179 min, DF Erster Teil – Die schwachen Hände: 1) Von Vietnam zum Mord an Che. 2) Mai ‘68 und all das. Zweiter Teil – Die zerbrochenen Hände: 1) Vom Prager Frühling zum Gemeinsamen Programm. 2) Von Chile zu – wohin eigentlich? Mittwoch, 11. Jänner, 19.00 Als Gast gekommen, als Ausländer geblieben Dissertation Der Vortrag widmet sich der Frage, wie die österreichische Gesellschaft mit den Zugewanderten und der Zuwanderung umgeht, wobei die Situation von Frauen und Jugendlichen der zweiten Generation besondere Berücksichtigung findet. Auch der Begriff Integration wird genauer beleuchtet, weist er doch sowohl in der Wissenschaft wie auch in der öffentlichen und politischen Diskussion unterschiedliche Bedeutungen auf. Es ist daher unerlässlich, nach den Zielen einer wie auch immer definierten Integration zu fragen und zu prüfen, ob sie tatsächlich alle auftretenden Probleme lösen kann. Gudrun Kainz, Sozialwirtin Gudrun Kainz: Als „Gast“ gekommen – als „Ausländer“ geblieben. Der österreichische Umgang mit Zuwanderung und den Zugewanderten unter besonderer Berücksichtigung der Situation der Arbeitsmigrantinnen und Arbeitsmigranten. Johannes Kepler Universität Linz 2005 Donnerstag, 12. Jänner, 19.00 Böser Islam? Podiumsdiskussion Michael Genner von Asyl in Not hat in mehreren Rundschreiben den Islam kritisiert, weil dieser zu den Menschenrechten ein gespanntes Verhältnis habe. In der Bunten Zeitung wurde diese Kritik zurückgewiesen, weil sie auf einer höchst mangelhaften Kenntnis des Islam beruhe und für einzelne willkürlich herbeizitierte Verbrechen die Religion verantwortlich mache. Ausgehend von diesen Artikeln gibt die Diskussion Gelegenheit, beide Standpunkte auszuführen. Tarafa Baghajati, ENAR Michael Genner, Asyl in Not Stephan Procházka, Arabist, Universität Wien Moderation: DiTutu Bukasa, Die Bunten In Kooperation mit Die Bunten. Depot Breitegasse 3 A-1070 Wien Tel: +43 1 522 76 13 www.depot.or.at ================================================ MELDUNGEN UND MEINUNGEN ================================================ ================================================ 6 Sudan/Tschad: In Zentralafrika droht ein Flächenbrand Von: wadi wien ================================================ In Zentralafrika droht ein Flächenbrand Zwischen dem Tschad und seinem Nachbarland Sudan droht ein Konflikt zu eskalieren. Auslöser der Krise ist unter anderem die Vernichtung und Vertreibung ganzer Volksgruppen in der sudanesischen Provinz Darfur. Sudanesische Flüchtlingskinder im TschadBildunterschrift: Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift: Sudanesische Flüchtlingskinder im TschadDie Spannungen zwischen den nordostafrikanischen Ländern Sudan und dem Tschad nehmen zu - nicht nur auf der politischen Ebene, sondern auch militärisch. Auch offiziell beschuldigt der Tschad die Armee des Nachbarstaats, in der nur wenige Kilometer von der Grenze entfernten Stadt al-Geneina Dutzende von Fahrzeugen vorbereitet zu haben, um einen Angriff tschadischer Rebellen vom Sudan aus zu unterstützen. Schon in der vergangenen Woche kam es zu schweren Gefechten um die Grenzstadt Adre im Tschad, bei denen mehrere hundert Menschen getötet worden sein sollen. Der tschadische Präsident Idriss Deby erklärte daraufhin, sein Land befinde sich im Krieg mit Sudan. Die Regierung rief das Volk des Tschad zur Mobilisierung gegen die sudanesische Aggression auf. "Feindselige" Beziehung Inzwischen ist man von diesem harschen Ton zwar etwas abgerückt, doch immer noch bezeichnet die tschadische Führung die Beziehungen zum Nachbarland Sudan als "feindselig". "Die internationale Gemeinschaft soll wissen, dass die Rebellen vom Sudan aus angreifen", erklärt der Sprecher der tschadischen Regierung, Hourmadji Moussa Doumgor. "Die sudanesische Regierung weiß das und sie unterstützt die Rebellen. Für die augenblickliche Situation trägt sie deshalb die Verantwortung." Die Regierung des Sudan hingegen weist diese Vorwürfe zurück. Die offizielle Erklärung: In Khartum werde niemand zulassen, dass vom Sudan aus Angriffe auf Nachbarländer erfolgten. Vielmehr sei der Tschad offensichtlich nicht in der Lage, die Rebellen im eigenen Land effektiv zu bekämpfen und so die Sicherheitsprobleme selbst in den Griff zu bekommen. "Der Staat Tschad ist mit enormen inneren und militärischen Problemen konfrontiert", sagt der sudanesische Außenminister Lam Kol. Unter anderem habe eine Militäreinheit rebelliert und Unruhe gestiftet, woraufhin die Nationalgarde entlassen worden sei. Unterstützung von Rebellengruppen Idriss Deby, Präsdident des TschadBildunterschrift: Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift: Idriss Deby, Präsdident des Tschad"Die Haltung der sudanesischen Regierung hinsichtlich dieser Entwicklung ist eindeutig: Sie wird keine tschadische bewaffnete Opposition innerhalb der sudanesischen Grenzen dulden", sagt Kol. "Als diese Rebellen unsere Grenzen überschritten haben, forderten wir sie auf, ihre Waffen niederzulegen. Sie haben es aber abgelehnt und kehrten nach Tschad zurück. Das war vor etwa einem Monat." Dann aber habe ein Teil der bewaffneten Opposition im Tschad die Grenzstadt Adre angegriffen. Der Sudan habe mit den Ereignissen im Tschad also nichts zu tun. Die Krise zwischen den beiden Staaten ist auf das engste mit dem Vertreibungs- und Vernichtungspolitik in der sudanesischen Krisenprovinz Darfur verknüpft. Dort werden unter anderem die Angehörigen der Volksgruppe der Zaghawa ermordet oder vertrieben. Dieser Volksgruppe aber gehören auch der tschadische Präsident und ein großer Teil der politischen Elite im Tschad an. Es ist wahrscheinlich, dass einige der neuen Milizengruppen, die von der Elite im Tschad in den vergangenen Monaten gegründet wurden - gemeinsam mit abtrünnigen Truppenteilen des tschadischen Militärs - im Sudan militärische Operationen durchführen. Fest steht zudem, dass auch die sudanesische Armee ihrerseits Rebellengruppen im Tschad unterstützt, die von Darfur aus operieren. Streit zwischen den Clans Immer noch sind geschätzte 200.000 Flüchtlinge aus der sudanesischen Region Darfur in den Flüchtlingslagern im Osten des Tschad in der Region um Abéché. In dieser Region gibt es Bodenschätze. Und es gibt eine Vielzahl von Clans, die sich darum streiten. Das Wasser in der Region ist knapp, der tschadischen Bevölkerung geht es nicht gut. Doch gleichzeitig werden die Flüchtlinge in den Flüchtlingslagern von den internationalen Hilfsorganisationen gut versorgt, das von Dürre geprägte Land gibt für die sesshafte Bevölkerung, die Nomaden und die Flüchtlinge aus dem Sudan nicht genug her. Auch das schürt den Dauerkonflikt zwischen den beiden Staaten, auch wenn der sudanesische Außenminister das anders sieht. "Die Verantwortung für die Flüchtlinge in den Nachbarländern des Sudan tragen die Vereinten Nationen und das Flüchtlings-Kommissariat", meint Kol." Wie vereinbart, leisten wir für die inländischen Flüchtlinge humanitäre Hilfe." Die Eskalation zwischen den Ländern habe die Lage dieser Flüchtlinge nicht weiter verschlechtert. Dies sei "eine reine Medienkampagne." Verhärtete Fronten Eine Lösung soll beim Gipfeltreffen der Afrikanischen Union am 23./24. Januar gefunden werden. Doch die Fronten sind verhärtet, die Bereitschaft zum Kompromiss auf beiden Seiten nicht sehr ausgeprägt. Der tschadische Präsident Deby will verhindern, dass der Gipfel in der sudanesischen Hauptstadt stattfindet. Er fürchtet um sein Amt, denn die Krise hat ihn massiv geschwächt. In den Augen der tschadischen Elite und der führenden Militärs geht der tschadische Präsident nicht entschieden genug gegen Khartum vor. Unbestätigten Berichten zufolge hat es bereits mehrere Putschversuche gegen Deby gegeben. Deby kam 1990 selbst durch einen Putsch an die Macht. Sollte der tschadische Präsident gestürzt werden, droht letztendlich der Rückfall des Tschad in den Bürgerkrieg - und möglicherweise auch eine Verschärfung der Krise in Darfur. Grund genug für die Afrikanische Union, im Konflikt zu vermitteln. Assan Bah, der Sprecher der Friedens- und Sicherheitskommission der Afrikanischen Union, sagt: "Der Gipfel der Staatspräsidenten der Afrikanischen Union wird wie geplant in Khartum, der Hauptstadt des Sudan, stattfinden. Und das Thema wird dort auf jeden Fall diskutiert werden, wenn wir zuvor keine Lösung finden." Anderenfalls droht das Übergreifen eines politischen und militärischen Schwelbrands auf die gesamte Region - und damit ein Flächenbrand in Zentralafrika. Ute Schaeffer und Nahla Taher Quelle: Deutsche Welle http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,1840104,00.html -- WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit e-mail: wadi.wien at gmx.at Tel.: 0699-11365509 Postfach 105 A-1181 Wien Spendenkonto in Österreich: Kontonummer 07.405.301 Evangelische Kreditgenossenschaft eG BLZ 31800 IBAN: AT10 3180 0000 0740 5301 BIC: EVKRATW1 Website mit weiteren Informationen zu Projekten von Wadi und Veranstaltungshinweisen: www.wadinet.at ================================================ 7 GLB/Magistrat Wien/Ausgliederung/Budgetpolitik Von: Furtlehner Leo ================================================ Pressedienst des Gewerkschaftlichen Linksblocks (GLB), Hugogasse 8, A-1110 Wien - Telefon +43 1 718 26 23-0 - Fax +43 1 718 26 23-30 - Mail glb at aon.at – Web www.glb.at – Ausgabe vom 2. Januar 2006 Rieder will auslagern, Hundstorfer schwadroniert, Häupl dementiert GLB lehnt Ausgliederung als Vorstufe für Privatisierung ab „Als politische Geisterfahrer sind die Wiener SPÖ-Politiker unterwegs“, kritisiert Roman Böhm-Raffay, Vorsitzender der Fraktion Gewerkschaftlicher Linksblock (GLB) in der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten (GdG). So kündigte VBgm. Rieder im Gespräch mit der „Presse“ an, die Entsorgungsbetriebe aus dem Wiener Magistrat auszugliedern. Damit agiert er ganz auf der EU-konformen Linie der Liberalisierung als Vorstufe zur Privatisierung öffentlichen Eigentums. Zum selben Zeitpunkt schwadronieren Rieders Parteifreunde Hundstorfer, Stürzenbecher und Tschirf sowie Wienstrom-Chef Pink in ihren Funktionen im Verband der öffentlichen Wirtschaft und Gemeinwirtschaft (VÖWG) bzw. im Verband kommunaler Unternehmen Österreichs (VKÖ) über die Bedeutung von „Dienstleistungen von allgemeinen öffentlichem Interesse“. Sie erwarten sich dabei sogar „neue soziale und bedarfsgerechte Akzente für die Bürger“ von der österreichischen EU-Präsidentschaft, also von der ÖVP-geführten Regierung. Und Bürgermeister Häupl dementiert Rieders Pläne – offenbar ein Spiel mit verteilten Rollen. Laut Rieder sollen die MA 48 (Müllabfuhr, Straßenreinigung) an die Stadtwerke, Wien-Kanal an die Wien-Kanal Abwassertechnologien GmbH, die MA 42 Stadtgärtnerei und die MA 43 (Friedhöfe) an die Bestattung Wien GmbH ausgegliedert werden. Zeitlich ist vorgesehen, diese Maßnahmen nach der Nationalratswahl 2006, aber „mit großem Abstand“ zur nächsten Gemeinderatswahl 2010 durchzuführen. Die Stadt Wien will durch die Ausgliederungen dem „steigenden Kostendruck“ durch Unternehmen mit einer privatwirtschaftlichen Struktur entgegenwirken. Bereits in den 90er Jahren waren Wien-Gas und Wien-Strom ausgegliedert worden – Maßnahmen auf die Rieder betont stolz ist. Der Finanzstadtrat gibt offen zu, dass mit der Ausgliederung das Budget wesentlich entlastet, die Pragmatisierung abzuschaffen, Personal abzubauen und Schulden auszulagern. Bezeichnenderweise begrüßen private Müllentsorger wie Saubermacher-Boss Hans Roth die Orientierung auf die geplanten Auslagerungen in Wien recht demonstrativ. Vor dem Hintergrund der Einhaltung der Maastricht-Kriterien bei der EU-konformen Budgetgestaltung mit dem Ziel eines Nulldefizits bedeutet die Ausgliederung aus der Budgethoheit aber nichts anderes, als Kosten zu sparen. Wie das geht spüren die Beschäftigten in den ausgegliederten Unternehmen schon heute deutlich genug und der Druck verstärkt sich laufend. „Denn Ausgliederung bedeutet zunächst bislang öffentliche Bereiche privatkapitalistischen Kriterien zu unterwerfen um sie in weiterer Folge teilweise oder ganz zu privatisieren um mit dem Erlös Budgetlöcher zu stopfen“, so Roman Böhm-Raffay, der auch GLB-Personalvertreter der Wiener Linien am Bahnhof Speising ist. Der GLB-GdG sieht sich in ihren Warnungen vor den Auswirkungen der Ausgliederung bestätigt und lehnt daher diese sowohl im Interesse der betroffenen Beschäftigten als auch der Bevölkerung grundsätzlich ab. Auch kritisiert der GLB, dass sich die Wiener Stadtregierung ihren Bediensteten gegenüber nicht sozial und dem Gemeinderat gegenüber nicht demokratisch verhält, die SPÖ sich demnach von einer sozialistischen Partei zu einer antisozialen Oligarchenpartie gewandelt hat. ================================================ B) TERMINE ================================================ ======================== Mittwoch http://www.mund.at/butt/Termine/Januar/0401.htm Donnerstag http://www.mund.at/butt/Termine/ Januar/0501.htm Freitag http://www.mund.at/butt/Termine/Januar/0601.htm ======================== ================================================ D) EDITORIAL ================================================ Für den Inhalt verantwortlich: Ihr. Medieninhaberinnen & Medieninhaber seid Ihr E-Mail-Adresse für Beiträge: widerstand at no-racism.net geschickt. widerst at nd MUND und alle Termine täglich aktualisiert im Web: http://www.no-racism.net/MUND Ziel von MUND (medienunabhängiger Nachrichtendienst) ist die unzensurierte und möglichst rasche Information über gesellschafts- politisch relevante Termine, Hinweise und Diskussionsbeiträge zu Widerstand und Antirassismus sowie verwandte Themen. sollen einen Titel, Namen und Emailadresse der/des AutorIn enthalten und möglichst kurz und prägnant gehalten sein, ev. mit Hinweis, wo weitere Informationen eingeholt werden können. Bitte keine Attachments! Die inhaltliche und sachliche Verantwortung liegt bei der/dem jeweiligen AutorIn bzw. jenen, die uns die Beiträge schicken. Der MUND wird von einzelnen TagesredakteurInnen zusammengestellt. Da Fehler nicht ausgeschlossen sind, bitten wir, nicht veröffentlichte Beiträge nochmals an widerstand at no-racism.net zu senden. Die Weiterleitung (auch auszugsweise) ist erwünscht. Beiträge mit rassistischen oder sexistischen Inhalten werden nicht veröffentlicht. Sehr persönliche Meldungen werden wir an den betreffenden Adressaten weiterleiten, aber nicht im MUND veröffentlichen. Die bisherigen Ausgaben sind unter http://www.no-racism.net/MUND archiviert. Terminankündigungen bitte nach folgender Vorlage: * Wann: Sonntag, 11.11.2001, 11:11 Uhr * * Was: Maskenball: Motto "Schwarzblau ist die Haselnuss" * * Wo: Villa Morgenrot, Grüner Anger 42, 2001 Wendendorf * * Kommentar: Anreise per Anhalter. Maskenzwang. Ende nie. Aber kurz und prägnant.* Die Rubrik "Redaktionelles" am Ende der Ausgabe ist u.a. eine Konsequenz aus der Notwendigkeit, sexistische, antisemitische und rassistische Beiträge nicht zu veröffentlichen, ohne jedoch stillschweigend Zensur zu üben. Hier wird - in anonymisierter Form - auf angehaltene Beiträge hingewiesen und eine kurze Begründung der Tagesredaktion für die Nichtaufnahme geliefert. (Weitere Gründe einen Beitrag nicht aufzunehmen sind z.B.: Attachments, kein erkennbarer Bezug zu den breit gestreuten Themen des MUND, Werbesendungen, sinnlose Kettenbriefe.) Die AbsenderInnen der betroffenen Beiträge werden hiervon informiert. Im Sinne einer "gläsernen Zensur" könnt ihr Euch die Beiträge gerne extra schicken lassen: Ein kurzes Mail an widerstand at no-racism.net genügt. ================================================ E) VERTEILERLISTE ================================================ Zur Eintragung in diesen Verteiler bitte direkt subskribieren unter http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/analle oder von der einzutragenden Adresse aus ein mail schicken an: admin at no-racism.net mit folgendem Text: subscribe no-racism Bitte wegen Automatisierung diesen Wortlaut verwenden! Zur Austragung aus dieser Liste bitte an zusammengestellt. Bitte keine Attachments! (werden nicht angenommen) 1 beitrag nicht genommen: nwr Redaktionsschluss für diese Ausgabe: Mi 5.00 Uhr III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III ü, ö, ä, ß, Ü, Ö, Ä III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III widerst at nd-MUND is powered by http://alt.strg.at/ ================================================ From analle at no-racism.net Thu Jan 5 11:19:15 2006 From: analle at no-racism.net (=?iso-8859-1?q?MUND=3A_medienunabh=E4ngiger_Nachrichtendienst?=) Date: Thu, 5 Jan 2006 11:19:15 +0100 Subject: widerst@nd MUND, Donnerstag, 5.1.2006 Message-ID: widerst at nd MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst Medieninhaberinnen & Medieninhaber seid Ihr www.no-racism.net/mund Donnerstag, 5.1.2006 ================================================ A) INHALT ================================================ <>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><><> AKTIONEN/ANKÜNDIGUNGEN <>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><><> ================================================ 01 Rückwärts ins Neuen Jahr! > Radio Stimme - 05.01 von ================================================ 02 Veranstaltung zu "Operation Spring" von "Kulturverein Kanafani" ================================================ 03 12. 01. 06: Diskussion irakischer Parteien: Der neue Irak zwischen Wahlen und Terrorismus von "wadi wien" =============================================== 04 Donnerstag5.1.:Gabriels tönende Wochenschau/Juscha H. ist frei! von "August Faschang" ================================================ <>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><><> MELDUNGEN/MEINUNGEN/KOMMENTARE <>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><><> ================================================ 05 Wo man noch 15 Jahre ohne Biometriepässe auskommt von "q/depesche" ================================================ <>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><><> INTERNATIONALES <>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><><> ================================================ 06 Sudan/Tschad: In Zentralafrika droht ein Flächenbrand von "wadi wien" ================================================ 07 Fwd: Latitude 36 von =============================================== 08 Tschetschenien: Riskante Friedensaktion in Straßburg von "GFBV" ================================================ ================================================ B) TEXTE ================================================ <>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><><> AKTIONEN/ANKÜNDIGUNGEN <>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><><> ================================================ 01 Rückwärts ins Neuen Jahr! > Radio Stimme - 05.01 von ================================================ RADIO STIMME - DIE SENDUNG DER INITIATIVE MINDERHEITEN Donnerstag, 05. Jänner 2006 13.00 Uhr, Orange 94.0 / Wien Rückwärtsgewandt im neuen Jahr! Einmal im Jahr können auch wir uns dem Mainstream nicht entziehen – und beginnen das neue Jahr rückwärtsgewandt. Wer waren wir 2005? Was haben wir eigentlich getan? (Und wie kann das weitergehen?) Um diese spannenden Fragen zu beantworten, lassen wir einige Radio Stimme-Beiträge des letzten Jahres noch einmal Revue passieren. Diese Sendung wird weiters ausgestrahlt auf: FREIRAD (Innsbruck) Do, 12. Jänner, 12.00 Uhr Radio HELSINKI (Graz) Sa, 14. Jänner, 19.00 Uhr Radio FRO (Linz) So, 22. Jänner, 11.00 Uhr ****** -> Sendung verpaßt? Das Internet-Archiv. Diese und alle anderen Ausgaben von Radio Stimme sind in unserem digitalen Sendungsarchiv jederzeit als Download und Stream abrufbar: http://www.initiative.minderheiten.at/Radio ****** -> Sendung über's Internet hören. Die Sendungen sind über den Internet-Livestream der Radiosender zur jeweils angegebenen Sendezeit auch über das Internet zu hören. Orange 94.0: http://streamintern.orange.or.at/live3.m3u FREIRAD: http://www.freirad.at/live.m3u Radio FRO: http://www.fro.at/livestream.php HELSINKI: http://www.helsinki.at/live-stream.php ***** -> aus der Mailinglist austragen? leeres Mail bitte an radio.stimme_news-unsubscribe at initiative.minderheiten.at ***** -- Radio Stimme – Die Sendung der Initiative Minderheiten Das politische Magazin zu den Themen Minderheiten - Mehrheiten - Machtverhältnisse on air: Wien - Do, 13.00 Uhr - Orange 94.0 - http://www.orange.or.at Innsbruck - Do, 12.00 Uhr - FREIRAD - http://www.freirad.at Graz - Sa, 19.00 Uhr - Radio Helsinki - http://www.helsinki.at Linz - So, 11.00 Uhr - Radio FRO - http://www.fro.at on line: weltweit - jederzeit - http://www.initiative.minderheiten.at ================================================ 02 Veranstaltung zu "Operation Spring" von "Kulturverein Kanafani" ================================================ BITTE UM WEITERLEITUNG UND VERÖFFENTLICHUNG: Kulturverein Kanafani lädt ein: OPERATION SPRING Lesung, Kurzreferate und Publikumsdiskussion --- Lesung aus dem von der GEMMI herausgegebenen Buch "1000 Jahre Haft" und Kurzreferat über die Verfahren der Operation Spring mit Schwerpunkt auf den erst kürzlich stattgefundenen Prozess gegen Emanuel Chukwujekwu. Gibt es einen institutionellen Rassismus in Österreich? Welche antirassistischen Strategien sind denkbar? Was tun gegen die Ethnisierung von Kriminalität bzw. Kriminalisierung von Minderheiten? Darüber und über vieles mehr kann und soll diskutiert werden. Mit AktivistInnen der GEMMI (Gesellschaft für Menschenrechte von Marginalisierten und MigrantInnen) Emanuel Chukwujekwu, zuletzt Hauptangeklagter im Rahmen der Operation Spring - Verfahren (angefragt) RA Dr. Lennart Binder, Anwalt von Emanuel Chukwujekwu und in mehreren anderen Verfahren der "Operation Spring" Moderation: Karim Duarte (Journalist, wmi - World Media Insights) --- Samstag 28. Januar 2006. Einlass: ab 18:00 Beginn: 19:00 Die Sense. Das Lokal zum Verein. Sensengasse 5/3, 1090 Wien. Eintritt frei. Getränke und Imbisse zum Selbstkostenpreis. --- Informationen zum Buch: http://www.amerlinghaus.at/main/gemmi ausführliche Informationen zur Operation Spring: www.no-racism.net Infos zum Prozess gegen Emanuel Chukwujekwu: http://derstandard.at/?url=/?ressort=WienSpezial Dokumentarfilm zum Thema: http://www.operation-spring.com --- kulturverein kanafani - redaktion der.wisch sensengasse 5/3, 1090 wien www.kanafani.at, 00431/4092480 die welt ist unser zuhause - al alamu bajtuna ================================================ 03 12. 01. 06: Diskussion irakischer Parteien: Der neue Irak zwischen Wahlen und Terrorismus von "wadi wien" =============================================== Der neue Irak zwischen Wahlen und Terrorismus Während der Irak im Laufe des Jahres 2005 mit der neuen Verfassung und den erfolgreich durchgeführten Wahlen Fortschritte beim Aufbau neuer demokratischer staatlicher Strukturen erreichen konnte, ist die Sicherheitslage und das Alltagsleben vor Ort immer noch in weiten Teilen des Landes katastrophal. Nach wie vor sind große Gebiete des Zentraliraks nicht unter Kontrolle der Regierung. Im Nord- und Zentralirak regieren zwar Parteien der irakischen Regierung, allerdings ist das Land weiterhin ethnisch- und religiös fragmentiert. Die Institutionenbildung des neuen Irak steht damit immer noch am Anfang. Über Fehlschäge und Erfolge dieses Aufbaus eines neuen Irak diskutieren Vertreter der wichtigsten Parteien des Irak: Salem Hassan (SCIRI), Mustafa Ramazan (KDP), Daban Shadala (PUK), Fuad Jabbar (IKP), Fuad Khaffaf (Dawa). Zeit: Donnerstag, 12. Jänner 2006, um 20:00 Uhr Ort: NIG (Neues Institutsgebäude der Universität Wien, Universitätsstraße 7, Hörsaal I, 1010 Wien) Eine Veranstaltung des Instituts für Politikwissenschaft der Universität Wien, des Österreichisch-Irakischen Freundschaftsvereins Iraquna und der im Irak tätigen Hilfsorganisation WADI -- WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit e-mail: wadi.wien at gmx.at Tel.: 0699-11365509 Postfach 105 A-1181 Wien Spendenkonto in Österreich: Kontonummer 07.405.301 Evangelische Kreditgenossenschaft eG BLZ 31800 IBAN: AT10 3180 0000 0740 5301 BIC: EVKRATW1 Website mit weiteren Informationen zu Projekten von Wadi und Veranstaltungshinweisen: www.wadinet.at ================================================ 04 Donnerstag5.1.:Gabriels tönende Wochenschau/Juscha H. ist frei! von "August Faschang" ================================================ Liebe Leute! 1) 5.1.:DONNERSTAGSMAHNWACHE MIT GABRIELS TÖNENDER WOCHENSCHAU 2) JUSCHA H. IST FREI! ++++++1) 5.1.:DONNERSTAGSMAHNWACHE MIT GABRIELS TÖNENDER WOCHENSCHAU Am DONNERSTAG (5.1.) gibt es angesichts der Feiertage keinen Speakerscorner und keine Widerstandslesung. Sehrwohl gibt es aber von 20Uhr-20Uhr15 eine MAHNWACHE gegen SCHWARZORANGE in Österreich und ORANGEROT in Kärnten am Ballhausplatz vor dem Bundeskanzleramt. Während der Mahnwache liest MARIUS GABRIEL seine TÖNENDE WOCHENSCHAU (aktuelle Texte gegen Schwarzblauorange). - Bevor M. Gabriel das Land verließ, war die tönende Wochenschau ein regelmäßiger Bestandteil der wöchentlichen Widerstandslesung. Während seines feiertäglichen Aufenthalts hierzulande erklärte er sich zu einem Gastspiel bei der Donnerstagsmahnwache an den beiden Feriendonnerstagen bereit! Treffpunkt ist um 19Uhr45 Ecke Ballhausplatz/Heldenplatz, Beginn 20Uhr. Und danach sind wieder alle Teilnehmerinnen im Stammlokal in der Neustiftgasse willkommen! ++++++2) JUSCHA H. IST FREI! Trotz eines ärztlichen Befundes und obwohl einer Beschwerde vom Verwaltungsgerichtshof aufschiebende Wirkung zuerkannt worden war, war Juscha, der - wie seine Eltern - an einer posttraumatischen Belastungsstörung leidet, nicht aus der Schubhaft entlassen worden. Auch in der letzten Donnerstagsaussendung wurde zu Protestschreiben an die Innenministerin und die zuständigen Stellen aufgerufen. Vielen Dank allen, die dazu beigetragen haben, dass er jetzt frei ist! Hier das Schreiben von Michael Genner (Asyl in Not): Juscha H., Asylwerber aus Tschetschenien, wurde gestern aus der Schubhaft entlassen. Er ist jetzt mit seinen Eltern in einem Flüchtlingsheim in Wien untergebracht. Einen Bescheid des UVS habe ich noch nicht erhalten. Daher nehme ich an, daß die Freilassung vor allem unserem politischen Druck zuzuschreiben ist. Ich danke ganz herzlich allen Leserinnen und Lesern, die sich durch Protest-Emails an unserer Aktion "Notruf Asyl" beteiligt haben. Dank Ihrem Engagement ist Familie H. jetzt wieder vereint. www.do-speakerscorner.org Weiterverbreitung erwünscht! ================================================ <>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><><> MELDUNGEN/MEINUNGEN/KOMMENTARE <>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><><> ================================================ 05 Wo man noch 15 Jahre ohne Biometriepässe auskommt von "q/depesche" ================================================ Subject: Wo man noch 15 Jahre ohne Biometriep”sse auskommt q/depesche 2006-01-04T16:03:40 Wo man noch 15 Jahre ohne Biometriepässe auskommt Im Frühjahr/Frühsommer 2006 werden auch in .at biometrisch funkende Pässe eingeführt. Der genaue Zeitpunkt ist noch nicht bekannt, die Umstellung wird aber eher blitzartig erfolgen, um der Öffentlichkeit wenig Zeit zur Reaktion zu lassen. Hauptknackpunkt sind USA-Reisen: das DHS verknüpft biometrische Merkmale am engsten mit der Einreise. -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- *) Grüne nicht-maschinenlesbare Pässe sind generell bis Gültigkeitsende benutzbar, brauchen für USA-Reisen aber zusätzlich ein Visum. *) Ein biometrieloser roter (EU)Pass ausgestellt _vor_ dem 26.10.2005 berechtigt zur visafreien Einreise in die USA bis zum Ende der Gültigkeit. (Tourist, Geschäftreisender bis 90T). [dafür ist es jetzt allerdings zu spät] *) Einen roten Pass verlängert oder ausgestellt am oder nach dem 26.10.2005, darf als biometrieloser Pass in die USA einreisen, wenn vorab von der US-Botschaft eine "Foto-Vignette" mit digitalen Passbild eingeklebt wurde (5 Tage wartezeit). Diese gilt allerdings nur bis 25.10.2006. Alle anderen bisherigen visalosen(*1) Länder sind ohne vergleichbare Einschränkungen bereisbar. Es gibt weiters Länder(*2) die einen bis zu 5 Jahre abgelaufenen Pass akzeptieren. (also noch bis zu 15 Jahre verwendbar sind) *) die gratis Verlängerung (1 Jahr) österreichischer Pässe die vor 31.12.2006 auslaufen werden, soll US-Reisenden den Kauf zweier Pässe innerhalb eines Jahres ersparen: Sie wären sonst womöglich gezwungen jetzt einen 'alten' Pass zu beantragen, und im Herbst einen neuen biometrischen Pass zu beziehen. So können Sie dann direkt auf den neuen Pass wechseln. *) wer sich jetzt noch einen biometrielosen Pass besorgt (69,-), braucht ab 26.10.2006 entweder einen neuen Biometriepass für US-Reisen, oder ein US-Visum (85,-). Non-US-Reisende können die nächsten 10 (bzw 15) Jahre biometrielos bleiben. *) Zwei Pässe (zb einen mit Biometrie und einen Ohne) ausgestellt bekommt, wer glaubhaft machen kann, "dass der Besitz von zwei Pässen für eine aus persönlichen oder beruflichen Gründen wichtige Reise notwendig ist". Ein israelischer Einreisestempel ist so ein Grund - da er in vielen arabischen Ländern die Einreise verunmöglicht. Andere Konfliktparteien eignen sich ebenso. *1) Visalose Länder für österreichische Staatsbürger: a) Shengen Länder: * Belgien * Dänemark * Deutschland * Finnland * Frankreich * Griechenland * Italien * Luxemburg * die Niederlande * Portugal * Schweden * Spanien * Island (non-EU) * Norwegen (non-EU) b) sonstige europäische Länder: * Andorra * Bosnien & Herzegowina * Bulgarien * Estland * Großbritannien * Irland * Kroatien * Lettland * Liechtenstein * Litauen * Litauen * Malta * Mazedonien * Monaco * Polen * Rumänien * San Marino * Schweiz * Serbien & Montenegro * Slowakei * Slowenien * Tschechien * Ukraine * Ungarn * Zypern *2) Länder die auch einen maximal 5 Jahre abgelaufenen Pass akzeptieren * Belgien * Deutschland * Frankreich * Griechenland * Italien * Kroatien * Liechtenstein * Luxemburg * Malta * Monaco * Niederlande * Portugal * San Marino * Schweiz * Slowenien * Spanien * Ungarn Stand: Jänner 2006 Quellen: http://www.help.gv.at/Content.Node/2/Seite.020100.html http://www.help.gv.at/Content.Node/2/Seite.020900.html#Verlaengerung http://www.oeamtc.at/netautor/pages/resshp/anwendg/1105398.html http://www.dhs.gov/dhspublic/display?content=4907 http://www.usembassy.at/en/download/pdf/faq05_10g.pdf http://www.usembassy.at/de/embassy/cons/niv.htm http://www.usembassy.at/de/embassy/cons/niv_waiver.htm http://www.bmaa.gv.at/view.php3?r_id=196&LNG=de&version= - -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- relayed by Mac Gyver - -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- Online Version: http://quintessenz.at/cgi-bin/index?id=000100003455 quintessenz is powered by http://www.onstage.at subscribe/unsubscribe/digest http://www.quintessenz.at/cgi-bin/index?funktion=subscribe comments to depesche at quintessenz.org ================================================ <>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><><> INTERNATIONALES <>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><><> ================================================ 06 Sudan/Tschad: In Zentralafrika droht ein Flächenbrand von "wadi wien" ================================================ In Zentralafrika droht ein Flächenbrand Zwischen dem Tschad und seinem Nachbarland Sudan droht ein Konflikt zu eskalieren. Auslöser der Krise ist unter anderem die Vernichtung und Vertreibung ganzer Volksgruppen in der sudanesischen Provinz Darfur. Sudanesische Flüchtlingskinder im TschadBildunterschrift: Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift: Sudanesische Flüchtlingskinder im TschadDie Spannungen zwischen den nordostafrikanischen Ländern Sudan und dem Tschad nehmen zu - nicht nur auf der politischen Ebene, sondern auch militärisch. Auch offiziell beschuldigt der Tschad die Armee des Nachbarstaats, in der nur wenige Kilometer von der Grenze entfernten Stadt al-Geneina Dutzende von Fahrzeugen vorbereitet zu haben, um einen Angriff tschadischer Rebellen vom Sudan aus zu unterstützen. Schon in der vergangenen Woche kam es zu schweren Gefechten um die Grenzstadt Adre im Tschad, bei denen mehrere hundert Menschen getötet worden sein sollen. Der tschadische Präsident Idriss Deby erklärte daraufhin, sein Land befinde sich im Krieg mit Sudan. Die Regierung rief das Volk des Tschad zur Mobilisierung gegen die sudanesische Aggression auf. "Feindselige" Beziehung Inzwischen ist man von diesem harschen Ton zwar etwas abgerückt, doch immer noch bezeichnet die tschadische Führung die Beziehungen zum Nachbarland Sudan als "feindselig". "Die internationale Gemeinschaft soll wissen, dass die Rebellen vom Sudan aus angreifen", erklärt der Sprecher der tschadischen Regierung, Hourmadji Moussa Doumgor. "Die sudanesische Regierung weiß das und sie unterstützt die Rebellen. Für die augenblickliche Situation trägt sie deshalb die Verantwortung." Die Regierung des Sudan hingegen weist diese Vorwürfe zurück. Die offizielle Erklärung: In Khartum werde niemand zulassen, dass vom Sudan aus Angriffe auf Nachbarländer erfolgten. Vielmehr sei der Tschad offensichtlich nicht in der Lage, die Rebellen im eigenen Land effektiv zu bekämpfen und so die Sicherheitsprobleme selbst in den Griff zu bekommen. "Der Staat Tschad ist mit enormen inneren und militärischen Problemen konfrontiert", sagt der sudanesische Außenminister Lam Kol. Unter anderem habe eine Militäreinheit rebelliert und Unruhe gestiftet, woraufhin die Nationalgarde entlassen worden sei. Unterstützung von Rebellengruppen Idriss Deby, Präsdident des TschadBildunterschrift: Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift: Idriss Deby, Präsdident des Tschad"Die Haltung der sudanesischen Regierung hinsichtlich dieser Entwicklung ist eindeutig: Sie wird keine tschadische bewaffnete Opposition innerhalb der sudanesischen Grenzen dulden", sagt Kol. "Als diese Rebellen unsere Grenzen überschritten haben, forderten wir sie auf, ihre Waffen niederzulegen. Sie haben es aber abgelehnt und kehrten nach Tschad zurück. Das war vor etwa einem Monat." Dann aber habe ein Teil der bewaffneten Opposition im Tschad die Grenzstadt Adre angegriffen. Der Sudan habe mit den Ereignissen im Tschad also nichts zu tun. Die Krise zwischen den beiden Staaten ist auf das engste mit dem Vertreibungs- und Vernichtungspolitik in der sudanesischen Krisenprovinz Darfur verknüpft. Dort werden unter anderem die Angehörigen der Volksgruppe der Zaghawa ermordet oder vertrieben. Dieser Volksgruppe aber gehören auch der tschadische Präsident und ein großer Teil der politischen Elite im Tschad an. Es ist wahrscheinlich, dass einige der neuen Milizengruppen, die von der Elite im Tschad in den vergangenen Monaten gegründet wurden - gemeinsam mit abtrünnigen Truppenteilen des tschadischen Militärs - im Sudan militärische Operationen durchführen. Fest steht zudem, dass auch die sudanesische Armee ihrerseits Rebellengruppen im Tschad unterstützt, die von Darfur aus operieren. Streit zwischen den Clans Immer noch sind geschätzte 200.000 Flüchtlinge aus der sudanesischen Region Darfur in den Flüchtlingslagern im Osten des Tschad in der Region um Abéché. In dieser Region gibt es Bodenschätze. Und es gibt eine Vielzahl von Clans, die sich darum streiten. Das Wasser in der Region ist knapp, der tschadischen Bevölkerung geht es nicht gut. Doch gleichzeitig werden die Flüchtlinge in den Flüchtlingslagern von den internationalen Hilfsorganisationen gut versorgt, das von Dürre geprägte Land gibt für die sesshafte Bevölkerung, die Nomaden und die Flüchtlinge aus dem Sudan nicht genug her. Auch das schürt den Dauerkonflikt zwischen den beiden Staaten, auch wenn der sudanesische Außenminister das anders sieht. "Die Verantwortung für die Flüchtlinge in den Nachbarländern des Sudan tragen die Vereinten Nationen und das Flüchtlings-Kommissariat", meint Kol." Wie vereinbart, leisten wir für die inländischen Flüchtlinge humanitäre Hilfe." Die Eskalation zwischen den Ländern habe die Lage dieser Flüchtlinge nicht weiter verschlechtert. Dies sei "eine reine Medienkampagne." Verhärtete Fronten Eine Lösung soll beim Gipfeltreffen der Afrikanischen Union am 23./24. Januar gefunden werden. Doch die Fronten sind verhärtet, die Bereitschaft zum Kompromiss auf beiden Seiten nicht sehr ausgeprägt. Der tschadische Präsident Deby will verhindern, dass der Gipfel in der sudanesischen Hauptstadt stattfindet. Er fürchtet um sein Amt, denn die Krise hat ihn massiv geschwächt. In den Augen der tschadischen Elite und der führenden Militärs geht der tschadische Präsident nicht entschieden genug gegen Khartum vor. Unbestätigten Berichten zufolge hat es bereits mehrere Putschversuche gegen Deby gegeben. Deby kam 1990 selbst durch einen Putsch an die Macht. Sollte der tschadische Präsident gestürzt werden, droht letztendlich der Rückfall des Tschad in den Bürgerkrieg - und möglicherweise auch eine Verschärfung der Krise in Darfur. Grund genug für die Afrikanische Union, im Konflikt zu vermitteln. Assan Bah, der Sprecher der Friedens- und Sicherheitskommission der Afrikanischen Union, sagt: "Der Gipfel der Staatspräsidenten der Afrikanischen Union wird wie geplant in Khartum, der Hauptstadt des Sudan, stattfinden. Und das Thema wird dort auf jeden Fall diskutiert werden, wenn wir zuvor keine Lösung finden." Anderenfalls droht das Übergreifen eines politischen und militärischen Schwelbrands auf die gesamte Region - und damit ein Flächenbrand in Zentralafrika. Ute Schaeffer und Nahla Taher Quelle: Deutsche Welle http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,1840104,00.html -- WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit e-mail: wadi.wien at gmx.at Tel.: 0699-11365509 Postfach 105 A-1181 Wien Spendenkonto in Österreich: Kontonummer 07.405.301 Evangelische Kreditgenossenschaft eG BLZ 31800 IBAN: AT10 3180 0000 0740 5301 BIC: EVKRATW1 Website mit weiteren Informationen zu Projekten von Wadi und Veranstaltungshinweisen: www.wadinet.at ================================================ 07 Fwd: Latitude 36 von =============================================== ----- Forwarded message from cinerebelde at cinerebelde.org ----- Cine Rebelde produced a multilingual DVD of the film “Latitude 36” by Jose Luis Tirado, 2004. A documentary and fiction about the south European border Description: Latitude 36 is an imaginary line on a map at the same time a real location - the Straits of Gibraltar - where clandestine emigration takes place. In Latitude 36 the protagonists are the emigrants: documentation and fiction, gestures and words, dreams and wishes. Latitude 36 is a tale, a crosspoint of micronarrations that map the south European border. multilingual DVD 65 Min. Original Spanish / Arabic with subtitles in English, German, and French. Selected for the 4th International Human Rights Film Festival in Nürnberg 2005 Price 10 Euro (Solidarity price 15 Euro) + 2,50 mailing costs to order the film write to: orders at cinerebelde.org Short trailer, pictures and more: http://www.cinerebelde.org The film licensed under Creative Commons. We encourage groups and individuals to organize non commercial public screenings and information evenings about the situation at the borders of fortress Europe. We are also seeking contact to infoshops, alternative bookstores, distributors that wish to resell the film to support their political work. We would appreciate announcements, review articles in activist and independent media, newsletters, websites, fanzines.... We will provide you with a free copy of the film. Should money be a problem for your group to order the film, contact us too: cinerebelde at cinerebelde.org Cine Rebelde is an independent media activist collective based in Freiburg / Germany. All incomes support our initiative. They help us to finance the production and translation of other films from social movements. They also help us to make copies available to activists and groups around the world without any resources. We are a registered non-profit organisation. http://www.cinerebelde.org -- This mail was sent through the strg.at network. http://strg.at ================================================ 08 Tschetschenien: Riskante Friedensaktion in Straßburg von "GFBV" ================================================ GESELLSCHAFT FÜR BEDROHTE VÖLKER PRESSEMITTEILUNG Göttingen/Straßburg, den 04.01.2006 Schon 26 Tage im Hungerstreik: Tschetschenischer Menschenrechtsaktivist riskiert in Straßburg sein Leben für den Frieden Der Vorsitzende der tschetschenischen Menschenrechtsorganisation "Für Frieden und Menschenrechte" im Straßburger Exil, Said-Emin Ibragimov, schwebt nach 26 Tagen Hungerstreik in akuter Lebensgefahr. Mit seiner Aktion will der Menschenrechtler nach Angaben der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) erreichen, dass sich das Europäische Parlament und der Europarat stärker für den Frieden in Tschetschenien engagieren. "Ibragimow will erst mit dem Hungern aufhören, wenn er eine Antwort auf seine Friedensappelle erhalten hat", berichtete besorgt die GfbV- Referentin für GUS-Staaten, Sarah Reinke, am Mittwoch. Die GfbV hatte erfolglos versucht, den Menschenrechtler dazu zu bewegen, wieder Nahrung zu sich zu nehmen. Immer wieder hat Ibragimow durch spektakuläre Aktionen - wie einen Friedensmarsch von Brüssel nach Straßburg im letzten Sommer oder Demonstrationen vor dem Gebäude der Parlamentarischen Versammlung des Europarates - auf den anhaltenden Krieg in Tschetschenien aufmerksam gemacht. Sein Hungerstreik beunruhige Tschetschenen und Tschetschenienaktivisten in vielen Ländern, sagte Reinke. "Sie alle rufen ihn dazu auf, den Streik abzubrechen. Die GfbV wandte sich an den Menschenrechtskommissar der Parlamentarischen Versammlung des Europarates, Thomas Hammarberg, mit der Bitte, Said-Emin Ibragimov, zu einem Gespräch zu empfangen. Herr Ibragimow möchte mit seiner Aktion auch das Interesse der Medien auf das Schicksal seiner Landsleute in Tschetschenien lenken. Wir stellen gern Kontakt zu ihm her: Die GfbV-Referentin Sarah Reinke ist für Nachfragen erreichbar unter Tel. +49 551 499 06-28. ====================================================== Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV) Inse Geismar, Pressereferentin Postfach 2024, D-37010 Goettingen Tel.+49/551/49906-25, Fax:++49/551/58028 E-Mail: presse at gfbv.de, Homepage:http://www.gfbv.de ================================================ ================================================ C) TERMINE ================================================ Donnerstag http://www.mund.at/butt/Termine/Jänner/0501.htm Freitag http://www.mund.at/butt/Termine/Jänner/0601.htm Samstag http://www.mund.at/butt/Termine/Jänner/0701.htm ================================================ D) EDITORIAL ================================================ Für den Inhalt verantwortlich: Ihr. Medieninhaberinnen & Medieninhaber seid Ihr E-Mail-Adresse für Beiträge: widerstand at no-racism.net geschickt. widerst at nd MUND und alle Termine täglich aktualisiert im Web: http://www.no-racism.net/MUND Ziel von MUND (medienunabhängiger Nachrichtendienst) ist die unzensurierte und möglichst rasche Information über gesellschafts- politisch relevante Termine, Hinweise und Diskussionsbeiträge zu Widerstand und Antirassismus sowie verwandte Themen. sollen einen Titel, Namen und Emailadresse der/des AutorIn enthalten und möglichst kurz und prägnant gehalten sein, ev. mit Hinweis, wo weitere Informationen eingeholt werden können. Bitte keine Attachments! Die inhaltliche und sachliche Verantwortung liegt bei der/dem jeweiligen AutorIn bzw. jenen, die uns die Beiträge schicken. Der MUND wird von einzelnen TagesredakteurInnen zusammengestellt. Da Fehler nicht ausgeschlossen sind, bitten wir, nicht veröffentlichte Beiträge nochmals an widerstand at no-racism.net zu senden. Die Weiterleitung (auch auszugsweise) ist erwünscht. Beiträge mit rassistischen oder sexistischen Inhalten werden nicht veröffentlicht. Sehr persönliche Meldungen werden wir an den betreffenden Adressaten weiterleiten, aber nicht im MUND veröffentlichen. Die bisherigen Ausgaben sind unter http://www.no-racism.net/MUND archiviert. Terminankündigungen bitte nach folgender Vorlage: * Wann: Sonntag, 11.11.2001, 11:11 Uhr * * Was: Maskenball: Motto "Schwarzblau ist die Haselnuss" * * Wo: Villa Morgenrot, Grüner Anger 42, 2001 Wendendorf * * Kommentar: Anreise per Anhalter. Maskenzwang. Ende nie. Aber kurz und prägnant.* Die Rubrik "Redaktionelles" am Ende der Ausgabe ist u.a. eine Konsequenz aus der Notwendigkeit, sexistische, antisemitische und rassistische Beiträge nicht zu veröffentlichen, ohne jedoch stillschweigend Zensur zu üben. Hier wird - in anonymisierter Form - auf angehaltene Beiträge hingewiesen und eine kurze Begründung der Tagesredaktion für die Nichtaufnahme geliefert. (Weitere Gründe einen Beitrag nicht aufzunehmen sind z.B.: Attachments, kein erkennbarer Bezug zu den breit gestreuten Themen des MUND, Werbesendungen, sinnlose Kettenbriefe.) Die AbsenderInnen der betroffenen Beiträge werden hiervon informiert. Im Sinne einer "gläsernen Zensur" könnt ihr Euch die Beiträge gerne extra schicken lassen: Ein kurzes Mail an widerstand at no-racism.net genügt. ================================================ E) VERTEILERLISTE ================================================ Zur Eintragung in diesen Verteiler bitte direkt subskribieren unter http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/analle oder von der einzutragenden Adresse aus ein mail schicken an: admin at no-racism.net mit folgendem Text: subscribe no-racism Bitte wegen Automatisierung diesen Wortlaut verwenden! Zur Austragung aus dieser Liste bitte an zusammengestellt. Bitte keine Attachments! (werden nicht angenommen) alle Beiträge aufgenommen Redaktionsschluss für diese Ausgabe: Mi 21.30 Uhr III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III ü, ö, ä, ß, Ü, Ö, Ä III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III widerst at nd-MUND is powered by http://alt.strg.at/ ================================================ From analle at no-racism.net Mon Jan 9 08:18:47 2006 From: analle at no-racism.net (=?iso-8859-1?q?MUND=3A_medienunabh=E4ngiger_Nachrichtendienst?=) Date: Mon, 9 Jan 2006 08:18:47 +0100 Subject: MUND_090106 Message-ID: widerst at nd MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst Montag, 9. Januar 2006 www.no-racism.net/mund MedieninhaberInnen seid Ihr! ================================================ A) INHALT ================================================ <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN/ANKÜNDIGUNGEN <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 01 Protestaktion: BFJ stoppen! von: laurafetseder at gmx.at ================================================ 02 Di 10.1. depot: Chris Marker - Rot liegt in der Luft (F 1977) von: p at kinoki.at ================================================ 03 kanalB nr_27 screening im HTU cinestudio von: flo at kanalB.org ================================================ 04 Do12.1.mit Demovorbereitung:6 Jahre Schüssel-Haider-Koalition - EU- Präsidentschaft&Verfassungsbruch/Privatasyl-Aufruf! von: august.faschang at oeticket.com ================================================ 05 Rotes Kino: Ermordung Trotzkis/Fundamentalismus/WorkingmenZs Death von: al at sozialismus.net ================================================ <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN/MEINUNGEN/KOMMENTARE <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 06 GLB/Gesundheitswesen/Finanzierung/Reformen von: leo.furtlehner at liwest.at ================================================ 07 Neue Zeitung Jänner 2006 ist erschienen und zu beziehen! Weitere Infos + Hinweise. von: oesk at aon.at ================================================ <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< WELTWEIT <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 08 Wo waren sie damals? Erinnerungspolitik im neuen Irak von: wadi.wien at gmx.at ================================================ 09 Wir sind gegen eine pauschale Entba'thisierung des Irak" von: wadi.wien at gmx.at ================================================ 10 Österreicher in KDP-Haft im Hungerstreik von: wadi.wien at gmx.at ================================================ 11 [gipfelsoli] Hong Kong -- Davos von: gipfelsoli-l at lists.nadir.org ================================================ 12 Hasankeyf: Städteversenken mit Siemens (Jungle World, 1/06) von: wadi.wien at gmx.at ================================================ 13 Kenia: Nomaden durch Dürre vom Hungertod bedroht von: gfbv.austria at chello.at ================================================ 14 [CUADPUpdate] A Timely Stuff This & That von: abe at cuadp.org ================================================ <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< LINKS/HINWEISE <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 15 Ereignisse 2005 von: aidoh at aidoh.dk ================================================ 16 [kanalb.at] kanalB.at video: marcus omofuma gedenkstein - update von: webmaster at kanalB.org ================================================ 17 [kanalb.at] kanalB.at video: crunchy humans von: webmaster at kanalB.org ================================================ ================================================ B) TEXTE ================================================ <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN/ANKÜNDIGUNGEN <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 01 Protestaktion: BFJ stoppen! von: laurafetseder at gmx.at ================================================ Stoppt den rechtsextremen BFJ! *Protest gegen rechtsextremes Treffen Wann: 26.1., 18.30 Wo: Wien 16; Koppstrasse 72 (Öffis: 48a, 9) Gefährliches rechtsextremes Treffen in Ottakring! Gemeinsam gegen das Nazi-Heim in der Koppstrasse! Die gefährlichen rechtsextremen Organisationen AfP und BFJ kündigen für Donnerstag, 26. Jänner eine Veranstaltung in ihrem Vereinslokal, dem sog. Fritz-Stüber-Heim (Koppstrasse 72, 1160 Wien), an. Dieses Treffen soll der Vernetzung der rechtsextremen gewaltbereiten Szene dienen. In diesem Heim der Aktionsgemeinschaft für demokratische Politik (AfP) wurden 1992 Waffen der Neonazi-Wehrsportgruppe Trenck sichergestellt. 2000 flog ein weiteres Treffen unter Führung des gerade aus der Haft entlassen Nazis Gottfried Küssel auf. Treffen wie das am 26.1. finden oft auch unter Beteiligung ausländischer Rechtsextremisten sowie FPÖ-Politiker statt. Zum Bund freier Jugend (BFJ): Dieser ist quasi die Jugendorganisation der AfP. In einem Gutachten des Verfassungsexperten DDr. Heinz Mayer über diesen heißt es: Die Publikationen verstoßen massiv gegen die Bestimmungen des NS-Verbotsgesetzes. Organisationen wie BFJ und AfP stellen eine ernsthafte Bedrohung dar. Nicht nur, dass immer stärker Menschen ausländischer Herkunft und Linke attackiert werden, richtet sich der BFJ auch gegen jegliche demokratische und gewerkschaftliche Errungenschaften von ArbeitnehmerInnen. Da Armut und Arbeitslosigkeit eine Grundlage für rassistische Hetze bieten, stehen wir für gemeinsame Aktionen von In- und AusländerInnen gegen Sozial- und Bildungsabbau sowie die Privatisierungspolitik der Regierung. Nur gemeinsam können wir die rechtsextreme Gefahr zurückdrängen! Kommen auch Du deshalb zu unserer lautstarken Kundgebung am Donnerstag, 26. Jänner, ab 18:30, Koppstrasse Nr. 72 (Ecke Kreitnergasse), 1160 Wien. Öffentlich zu erreichen: Linie 48A bzw. Linie 9). Informationen unter: 0699-12044002 www.slp.at www.swi.at.tf ================================================ 02 Di 10.1. depot: Chris Marker - Rot liegt in der Luft (F 1977) von: p at kinoki.at ================================================ mit den besten wuenschen fuer 2006, herzlich kinok p KINOKIS MIKROKINO Politische Filmabende, 1x monatlich im depot bei freiem Eintritt. depot, Breite Gasse 3, 1070 Wien, http://www.depot.or.at/ kinoki. Verein für audio-visuelle Selbstbestimmung mikrokino at kinoki.at | http://www.kinoki.at Newsletter subskribieren bzw. abbestellen unter: http://www.kinoki.at/mailman/listinfo/kinoki-mikrokino Förderpreis für politische Kulturarbeit 2004 der IG Kultur Österreich. Einladung #131 Dienstag 10.1.2006, depot 19:00, freier Eintritt Chris Marker: Rot liegt in der Luft kinokis mikrokino #131 Der französische Filmessayist Chris Marker montierte 1977 ein imponierendes Fresko der politischen Bewegungen der 60er und 70er Jahre. Er nahm eigene und Bilder anderer Kameraleute aus Frankreich, Chile, Kuba etc. auf und kommentierte sie neu: "Man weiß nie, was man filmt". Mit künstlich eingefärbten Bildern schaffte er Distanz, und vervielfachte die Standpunkte durch einen achtstimmigen Kommentar. Markers nachdenklicher Versuch einer Bilanz der 68er-Revolte sucht festzustellen, ob trotz des Scheiterns der emanzipatorischen Bewegungen ein "rotes Lüftchen" geblieben ist. Erster Teil - Die schwachen Hände: 1.: Von Vietnam zum Mord an Che. 2.: Mai `68 und all das. Zweiter Teil - Die zerbrochenen Hände: 1.: Vom Prager Frühling zum Gemeinsamen Programm. 2.: Von Chile zu - wohin eigentlich? (Schlusskommentar 1993). Rot liegt in der Luft (Le fonds de l'air est rouge) Chris Marker, F 1977, 179 min, dt. Version. *** Vorschau: Dienstag 7.2.2006, depot 19:00, freier Eintritt Zur Revolte in Frankreich kinokis mikrokino #132 Die aktuellen Unruhen in den französischen Banlieues haben eine lange Vorgeschichte: Sartre erklärte Ende der 60er Jahre, die “Dritte Welt" beginne in den Pariser Vorstädten, Mitte der 80er Jahre organisierten junge MigrantInnen eindrucksvolle Demonstrationen, um auf ihre ungesicherte Situation und den wachsenden Rassismus aufmerksam zu machen. “Sweet France" von Ken Fero und Mogniss H. Abdallah interpretiert das Chanson “Douce France - cher pays de mon enfance" (Süßes Frankreich, liebes Land meiner Kindheit) ironisch und zeichnet die Geschichte der “Beur-Bewegung" nach, der spontanen Organisation der Kinder der ArbeitsmigrantInnen in Frankreich. Der Spielfilm “Adieu" von Arnaud des Pallières erzählt auf stupende Weise zwei Geschichten parallel, die durch die biblische Erzählung von Jonas im Walfisch lose verbunden werden: Der Vater einer Bauernfamilie wird vom Tod seines Sohnes tief getroffen und Ismahel, ein algerischer Emigrant, flüchtet nach Frankreich, von wo er bald wieder abgeschoben wird. Sweet France Mogniss H. Abdallah / Ken Fero, F 1993, 52 min., engl. OF Adieu Arnaud des Pallières, F 2003, 123 min., frz. OF + dt. UT. Links: http://riotsfrance.ssrc.org/ *** Hinweise: http://underdogfilmfest.org Aufruf zur Einreichung english francais Einreichungsende: 31.01.2006 Das underdog filmfest 2006 vom 9. - 12. März 2006, veranstaltet erstmals internationale Filmtage in Wien. Es werden Beiträge aller Genres gezeigt, die mit dem offiziellen Einsendeschluss am 31. Jänner 2006 entgegengenommen wurden. Es gibt keine Themenstellung, sondern eine Zugangsbeschränkung auf Beiträge mit rassistischen, sexistischen oder homophoben Inhalten, diese sind von der Teilnahme exkludiert. Einreichungen müssen bis spätestens 31.01.2006 mit ausgefüllten Einreichformular an unten angeführten Adresse geschickt werden. Die Einreichung soll beinhalten: den Beitrag, in den Formaten * VHS oder DVD (PAL), (bei Einreichungen aus nicht deutsch sprachigen Ländern, wird auf deutsche oder englische Untertitel ohne Ausnahme bestanden), eine Filmbeschreibung, ein Press kit und Stills. * unter Berücksichtigung können Einreichungen auch in den Formaten 16 mm oder 35 mm entgegengenommen werden. Einreichungs Forumular (pdf, 88 KB) Einreichungen sollen geschickt werden an: underdog filmfest 2006 Wallensteinstrasse 36 /23 1200 Wien Austria fax: +43 (0)1 9551464 340 *** Dienstag, 17. Jänner 2006, 19:30 Uhr PEACE, PROPAGANDA AND THE PROMISED LAND U.S. Media and the Israeli-Palestinian Conflict Produzentin/Editorin/Regisseurin: Bathsheba Ratzkoff 2003, 80 Min., in englischer Sprache mit Seth Ackerman, Mjr. Stav Adivi, Rabbi Arik Ascherman, Hanan Ashrawi, Noam Chomsky, Robert Fisk, Neve Gordon, Toufic Haddad, Sam Husseini, Hussein Ibish, Robert Jensen, Rabbi Michael Lerner, Karen Pfeifer, Alisa Solomon und Gila Svirsky. Der Film deckt auf, wie die weltpolitischen Interessen der US-amerikanischen politischen Eliten in Kombination mit Strategien der israelischen Öffentlichkeitsarbeit einen machtvollen Einfluss auf die Medienberichterstattung über den Nahen Osten ausüben. Peace, Propaganda and the Promised Land verbindet amerikanische und britische TV Nachrichtenbeiträge mit Beobachtungen von AnalystInnen, JournalistInnen und politischen AktivistInnen und liefert eine historische Übersicht, einen eindrucksvolle Medienvergleich und eine Untersuchung der Umstände, die zur Verzerrung der US Medienberichterstattung und damit auch der amerikanischen öffentlichen Meinung führen. Veranstaltet von den Frauen in Schwarz (Wien) in Kooperation mit "Films 4 Change" und dem Verein Kulturzentrum Spittelberg Eintritt frei. Spenden erbeten. *** BITTE UM WEITERLEITUNG UND VERÖFFENTLICHUNG: Kulturverein Kanafani lädt ein: OPERATION SPRING Lesung, Kurzreferate und Publikumsdiskussion --- Lesung aus dem von der GEMMI herausgegebenen Buch "1000 Jahre Haft" und Kurzreferat über die Verfahren der Operation Spring mit Schwerpunkt auf den erst kürzlich stattgefundenen Prozess gegen Emanuel Chukwujekwu. Gibt es einen institutionellen Rassismus in Österreich? Welche antirassistischen Strategien sind denkbar? Was tun gegen die Ethnisierung von Kriminalität bzw. Kriminalisierung von Minderheiten? Darüber und über vieles mehr kann und soll diskutiert werden. Mit AktivistInnen der GEMMI (Gesellschaft für Menschenrechte von Marginalisierten und MigrantInnen) Emanuel Chukwujekwu, zuletzt Hauptangeklagter im Rahmen der Operation Spring - Verfahren (angefragt) RA Dr. Lennart Binder, Anwalt von Emanuel Chukwujekwu und in mehreren anderen Verfahren der "Operation Spring" Moderation: Karim Duarte (Journalist, wmi - World Media Insights) --- Samstag 28. Januar 2006. Einlass: ab 18:00 Beginn: 19:00 Die Sense. Das Lokal zum Verein. Sensengasse 5/3, 1090 Wien. Eintritt frei. Getränke und Imbisse zum Selbstkostenpreis. --- Informationen zum Buch: http://www.amerlinghaus.at/main/gemmi ausführliche Informationen zur Operation Spring: www.no-racism.net Infos zum Prozess gegen Emanuel Chukwujekwu: http://derstandard.at/?url=/?ressort=WienSpezial Dokumentarfilm zum Thema: http://www.operation-spring.com --- kulturverein kanafani - redaktion der.wisch sensengasse 5/3, 1090 wien www.kanafani.at, 00431/4092480 die welt ist unser zuhause - al alamu bajtuna revolution will not be televised ************************************************* kinoki Gumpendorfer Str. 63B Buerogemeinschaft 1. Stock 1060 Wien Mobile: ++43 (0)650 5031574 Fax: ++43 (0)1 403 87 94-17 mikrokino at kinoki.at http://www.kinoki.at ================================================ 03 kanalB nr_27 screening im HTU cinestudio von: flo at kanalB.org ================================================ hi, am 12.01.2006 um 19:25 wird die neue kanalB ausgabe "Des Wahnsinns letzter Schrei" im rahmen des HTU cinestudio zu sehen sein. das ganze findet im AudiMax der TU statt (Getreidemarkt 9, 1060 Wien) und wird 5 euro kosten. vor ort besteht die möglichkeit die neue ausgabe (und natürlich auch ältere) käuflich zu erwerben. und hier noch eine kurze inhaltsangabe zum film: BRD 2005. deutsche unternehmen schreiben rekordgewinne. es wird so viel geld verdient wie noch nie. gleichzeitig gibt es immer mehr arbeitslose, die immer staerker unter druck gesetzt werden. sie werden per gesetz gezwungen unterhalb der armutsgrenze zu leben und fuer 1,50 euro arbeitsgelegenheiten wahrzunehmen. 'Des Wahnsinns letzter Schrei' versucht zu erklaeren, wie diese phaenomene nebeneinander bestehen koennen. - ein film ueber die arbeitsmarktreform und ueber die ideologische neuausrichtung im land, in zeiten, da die verteilung des produzierten reichtums neu verhandelt wird. http://austria.kanalb.org/edition.php?clipId=75 http://cinestudio.at/ ================================================ 04 Do12.1.mit Demovorbereitung:6 Jahre Schüssel-Haider-Koalition - EU- Präsidentschaft&Verfassungsbruch/Privatasyl-Aufruf! von: august.faschang at oeticket.com ================================================ Liebe Leute! 1) DONNERSTAG 12.1. 2) DEMOVORBEREITUNGSTREFFEN: 6 JAHRE SCHÜSSEL-HAIDER-KOALITION - EU- PRÄSIDENTSCHAFT&VERFASSUNGSBRUCH 3) PRIVATASYL! - AUFRUF VON ASYL IN NOT ZUM NEUEN ASYL"RECHT" ++++++1) DONNERSTAG 12.1. Wegen der Vorbereitungen für die Donnerstagsdemo am 9.2. gibt es an den Donnerstagen bis zum Demotermin keine Speakerscorner. Sehrwohl gibt es aber jeweils von 20Uhr-20Uhr15 eine MAHNWACHE gegen SCHWARZORANGE in Österreich und ORANGEROT in Kärnten am Ballhausplatz vor dem Bundeskanzleramt. Und wie jeden Donnerstag gibt es schon ab 17Uhr die WIDERSTANDSLESUNG (Ecke Ballhausplatz/Heldenplatz). PROGRAMM am 12.1.: 17Uhr Widerstandslesung 20Uhr-20Uhr15 Mahnwache 20Uhr30 Vobereitungstreffen-Donnerstagsdemo(9.2.) DANKE allen, die uns zu den Feiertagen ihre Solidarität und Unterstützung gemailt haben, obwohl sie selbst an den Donnerstagen nicht kommen können! ++++++2) DEMOVORBEREITUNGSTREFFEN: 6 JAHRE SCHÜSSEL-HAIDER-KOALITION - EU-PRÄSIDENTSCHAFT&VERFASSUNGSBRUCH Alle regierungskritischen Individuen und Gruppierungen sind herzlich eingeladen, zum ersten Vorbereitungstreffen für eine Donnerstagsdemo am 9.2. zum 6.Jahrestag der Angelobung der Schüssel-Haider-Koalition zu kommen, damit die Demo auf möglichst breiter Basis gemeinsam vorbereitet werden kann! Nach der letzten Donnerstagsmahnwache wurde folgender VORLÄUFIGE AUFRUFTEXT formuliert: ---------------------------------------------------------------------- Trotz aller Farbenspiele: 6 Jahre Schüssel-Haider-Koalition mit RassistInnen und NaziverharmloserInnen - Diese Leute lassen sich jetzt als EU-Ratspräsidentschaft feiern und brechen gleichzeitig ständig die österreichische Verfassung . 6 Jahre Widerstand, diesmal mit zweisprachigen Demotafeln! Diese ÖVP-BZÖ-Regierung ist eine rassistische, homophobe, sexistische, neoliberale Sozialabbauregierung und nie gewählt worden. Aus 1000 und mehr Gründen: Get up, stand up for your right! ---------------------------------------------------------------------- Der Text kann wie alles andere beim Vorbereitungstreffen noch besprochen werden! Das Treffen findet am 12.1. im KÄUZCHEN (Ecke Neustiftgasse/ Gardegasse, 1070 Wien) nach der Donnerstagsmahnwache ab 20Uhr30 statt! 3) PRIVATASYL! - AUFRUF VON ASYL IN NOT ZUM NEUEN ASYL"RECHT" Siehe ANHANG! www.do-speakerscorner.org Weiterverbreitung erwünscht! ligrü Gustl ANHANG:Ein neues Jahr beginnt. Ein neues Asyl- und Fremdenrechtspaket tritt in Kraft. Menschen werden spurlos verschwinden. Willkürliche Verhaftungen und Deportationen werden an der Tagesordnung sein. Dieses Gesetz richtet sich gegen die am meisten Verfolgten: Traumatisierte und Folteropfer. Bisher waren sie gesetzlich geschützt; ab 1. Jänner 2006 werden auch sie gnadenlos deportiert. Sie sollen zurück in angeblich sichere "Dublin"-Staaten, von denen wir wissen, dass Flüchtlinge dort nicht sicher sind: zum Beispiel die Slowakei, wo die Anerkennungsrate knapp über Null Prozent beträgt. Asyl in Not hat Fälle tschetschenischer Flüchtlinge dokumentiert, die die Slowakei via Ukraine nach Rußland abgeschoben hat. Dieses Gesetz soll faire Verfahren verhindern: Schubhaft wird verhängt, noch bevor ein Asylbescheid erlassen ist. Schon wenn "anzunehmen" ist, ein anderer "Dublin"-Staat könnte zuständig sein. Rechtsvertreter werden keinen Zugang zu den Häftlingen haben. Stattdessen werden dann "professionelle Abschiebungen" von staatsangestellten "Betreuern" organisiert. Dieses Gesetz richtet sich gegen NGOs: "Beihilfe" zum "illegalen Aufenthalt" wird mit sechs Monaten Gefängnis bedroht. Wir nehmen die Herausforderung an. Asyl in Not hat Strassers Asylgesetz erfolgreich bekämpft: Wir konnten hunderte rechtswidrige Abschiebungen verhindern. Wir werden es auch diesmal schaffen. Dafür brauchen wir auch Ihre Hilfe. Nehmen Sie einen Flüchtling / eine Flüchtlingsfamilie in Ihrer Wohnung auf. Geben Sie "Privatasyl"! Den Kontakt stellen wir gerne für Sie her. Michael Genner Asyl in Not Währingerstraße 59 1090 Wien Tel.: 408 42 10-15, 0676 - 63 64 371 Spendenkonto: P.S.K., Kontonummer 92.034.400, Asyl in Not. Prokops Lex Anti-NGO § 115 Absatz 1 des neuen Fremdenpolizeigesetzes lautet: "Wer mit dem Vorsatz, das Verfahren zur Erlassung oder die Durchsetzung aufenthaltsbeendender Maßnahmen hintanzuhalten, einem Fremden den unbefugten Aufenthalt im Hoheitsstaat eines Mitgliedsstaates der Europäischen Union erleichtert, ist vom Gericht mit Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 360 Tagessätzen zu bestrafen." Sie drohen uns. Aber sie können uns nicht einschüchtern. Wir leisten Widerstand. ================================================ 05 Rotes Kino: Ermordung Trotzkis/Fundamentalismus/WorkingmenZs Death von: al at sozialismus.net ================================================ AL-Newsletter Nr. 159 --------------------------- 1. Rotes Kino, Vol. 18 Das Mädchen und der Mörder - Die Ermordung Trotzkis ~ 2. Gefahr oder Feindbild - eine Analyse des islamischen Fundamentalismus ~ 3. Filmkritik: WorkingmenZs Death ~ 4. Die AL wünscht sich vom neuen Jahr ... ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ 1. Rotes Kino, Vol. 18 Das Mädchen und der Mörder - Die Ermordung Trotzkis Mit Richard Burton, Alain Delon und Romy Schneider In einer Vorstadt von Mexiko City lebt 1940 der von Stalin aus der Sowjetunion verbannte Leo Trotzki (Richard Burton) mit seiner Lebensgefährtin Natalia Sedowa. Trotzki, der ehemalige Anführer der Oktoberrevolution lebt in der beständigen Gefahr, von stalinistischen AgentInnen ermordet zu werden - das Haus ist zur Festung ausgebaut und wird von TrotzkistInnen aus verschiedenen Ländern bewacht. Diese Furcht ist nicht unbegründet, am 23. Mai 1940 unternimmt eine Gruppe von Stalinisten einen bewaffneten Angriff auf das Haus, um Trotzki zu töten, dieser Anschlag misslingt allerdings. Trotzkis Sekretäring, Gita Samuels (Romy Schneider) lebt in der Stadt zusammen mit einem Mann, der sich Jackson nennt. Jackson (Alain Delon) ist ein Agent des Sowjetischen Geheimdienstes GPU, der den Auftrag hat, Trotzki zu töten. Er hat Gita verführt, die nun hoffnungslos in ihn verliebt ist. Trotzdem ist ihr manches im Verhalten des Geliebten nicht ganz geheuer. Er ist nervös, viel in Gedanken, und verläßt sie oft unter irgendwelchen Vorwänden, so daß sie nicht recht klug aus ihm wird. Schließlich bringt er sie dazu, ihn bei Trotzki einzuführen. Es bleibt nicht bei einem Besuch. Am 20. August 1940 bittet Jackson den Revolutionär, ihm bei der Abfassung eines Artikels behilflich zu sein. Während sich Trotzki an seinem Arbeitstisch über den Artikel gebeugt, um ihn zu lesen, schlägt Jackson ihm mit voller Wucht einen Eispickel auf den Kopf. Tödlich verwundet hat Trotzki noch die Kraft, auf Jackson loszugehen. Trotzkis Leibwächter stürmen ins Zimmer und ergreifen Jackson. Wenige Tage später, am 20. August 2940, stirbt Trotzki in einem Krankenhaus. In seinem im Februar 1940 abgefassten Testament schreibt Trotzki: "Dreiundvierzig Jahre meines bewußten Lebens bin ich Revolutionär gewesen; zweiundvierzig Jahre habe ich unter dem Banner des Marxismus gekämpft. Wenn ich von vorne beginnen könnte, würde ich natürlich versuchen, den einen oder anderen Fehler zu vermeiden, aber die große Linie niemals ändern. Ich werde als proletarischer Revolutionär, als Marxist, als dialektischer Materialist und folglich als unversöhnlicher Atheist sterben. Mein Glaube an eine kommunistische Zukunft ist heute noch stärker als in meiner Jugend. Natascha hat das Fenster zur Hofseite noch weiter geöffnet, damit die Luft besser in mein Zimmer strömen kann. Ich kann den glänzenden grünen Rasenstreifen unter der Mauer sehen, den klaren blauen Himmel darüber und die Sonne überall. Das Leben ist schön. Die kommende Generation möge es reinigen von allem Bösen, von Unterdrückung und Gewalt und es voll genießen." Die Geschehnisse werden von Regisseur Joseph Losey atmosphärisch genau dargestellt. Romy Schneider ist als Sekretärin ebenso glaubwürdig wie Alain Delon als stalinistischer Agent Ramon Mercader (wie der Mörder, der sich "Jackson" nannte, in Wirklichkeit hieß) oder wie Richard Burton als Leo Trotzki. Naturgemäß kommt die politische Bedeutung Trotzkis und seine aktive Arbeit am Aufbau der Vierten Internationale ein wenig kurz, doch soll das das Filmvergnügen nicht schmälern. Das Mädchen und der Mörder Italien/Frankreich 1971, 103min Regie: Joseph Losey Mit Romy Schneider, Alain Delon und Richard Burton als Trotzki Eintritt frei! (Die AL freut sich über Spenden) Großbildleinwand Montag, 09.01., 19.30 Uhr Amerlinghaus, Stiftgasse 8, 1070 Wien (U3 Neubaugasse, Ausgang Stiftgasse) Wir freuen uns auf euer Kommen! Eure AL-Antifaschistische Linke Zum Weiterlesen: Leo Trotzki 1897 - 1940 (MR 08/00) http://www.sozialismus.net/zeitung/mr08/trotzki.html Leo Trotzki Text von Nick Brauns (Tageszeitung Junge Welt) http://www.marxistische-bibliothek.de/trotzkiaufsatz.html ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ 2. Gefahr oder Feindbild? Eine Analyse des islamischen Fundamentalismus Wenn heute von Fundamentalismus die Rede ist, so geht es fast immer um islamische TerroristInnen, die sich mittlerweile in allen Teilen der Welt in die Luft sprengen. Tatsächlich aber wurde der Begriff Fundamentalismus ursprünglich im Zusammenhang mit dem US- amerikanischem Protestantismus geprägt. Im frühen 20. Jahrhundert stand er für eine Allianz orthodoxer protestantischer Gruppen. Diese sahen die Bezeichnung "Fundamentalismus" dabei nicht unbedingt als etwas Negatives, schließlich berufen sie sich auf die Bibel als Fundament. Der gesamte Artikel auf www.sozialismus.at ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ 3. Workingman's death? Über den Film und warum ArbeiterInnen nicht aussterben "Arbeit kann viel sein. Oft ist sie kaum sichtbar, manchmal schwer erklärbar, und in vielen Fällen nicht darstellbar. Schwere körperliche Arbeit ist sichtbar, erklärbar, darstellbar. Daher denke ich oft: sie ist die einzig wirkliche Arbeit." So spricht der österreichische Regisseur Michael Glawogger über seinen neuen Film "Workingman's Death", der seit einiger Zeit in den heimischen Kinos läuft. Stefan Kalnoky hat ihn gesehen und ein paar Anmerkungen gemacht. Der gesamte Artikel auf www.sozialismus.at ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ 4. Was sich die AL vom neuen Jahr wünscht Die AL wünscht allen Leserinnen und Lesern ein erfolgreiches und kämpferisches Jahr 2006! Da es zum Jahreswechsel üblich ist, sich etwas zu wünschen, hat auch die Redaktion einige Wünsche für das neue Jahr zusammengetragen. Eine Auswahl: * Dass Hubert Gorbach mit Tempo 160 auf der Autobahn überfahren wird oder: * Dass Österreichs Naziszene sich durch wiederholte Versuche, Briefbomben zu faxen, selbst aus dem Genpool der Menschheit entfernt. Der gesamte Artikel auf www.sozialismus.at ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ AL-Antifaschistische Linke Gegen Rassismus, Sexismus, Sozialabbau! Für Solidarität und Sozialismus! mail: al at sozialismus.net web: www.sozialismus.at phon: ++43 (0) 699 817 15 915 post: AL c/o Amerlinghaus, Stiftgasse 8, A-1070 Wien ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN/MEINUNGEN/KOMMENTARE <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 06 GLB/Gesundheitswesen/Finanzierung/Reformen von: leo.furtlehner at liwest.at ================================================ GLB für Gesundheit ohne Selbstbehalte Breitere Finanzierungsgrundlage entscheidend Entscheidende Fragen vermisst die Fraktion Gewerkschaftlicher Linksblock im ÖGB (GLB) bei den Vorschlägen der SPÖ zur Finanzierung des Gesundheitswesens: Parteichef Alfred Gusenbauer und die Salzburger Landeshauptfrau Gabriele Burgstaller wollen die Höchstbeitragsgrundlage von 3.750 auf 5.000 Euro anheben, die Rezeptgebühren auf 150 Euro pro Jahr und Selbstbehalte auf 0,8 Prozent des Einkommens beschränken, die Auslastung der Spitäler verbessern, vermehrt Generika einsetzen und die Mehrwertsteuer auf Medikamente auf zehn Prozent senken. Im Unterschied dazu tritt der GLB mit seiner Kampagne “Gesund ohne Selbstbehalt" für die Abschaffung aller Selbstbehalte ein, da diese vor allem chronisch Kranke und Menschen mit geringem Einkommen bestrafen. Die Mehrwertsteuer auf rezeptpflichtige Medikamente sollte so wie in Schweden, Irland und Großbritannien überhaupt abgeschafft werden, was deutlich zur finanziellen Entlastung der Krankenkassen beitragen würde. Die Erhöhung der Höchstbeitragsgrundlage - die laut Gusenbauer bei einer durchschnittlichen Mehrbelastung von 25 Euro monatlich für die Betroffenen Besserverdiener rund 200 Mio. Euro Mehreinnahmen bringen würde - ist zwar ein guter Ansatz, setzt allerdings voraus, dass das derzeitige System der Pflichtversicherung unbedingt aufrechterhalten und nicht durch eine Versicherungspflicht ersetzt wird, bei welcher Besserverdienende aus der gesetzlichen Krankenversicherung aussteigen und sich privat versichern. Der jüngste Vorstoß von Ärztekammer-Präsident Reiner Brettenthaler für verschiedene Versicherungsmodelle stellt die solidarische Krankenversicherung offen in Frage und zielt unverkennbar auf eine Zwei-Klassen-Medizin. Im Unterschied zur SPÖ tritt der GLB für die Bemessung der Dienstgeberbeiträge zur Sozialversicherungsabgaben - und damit auch der Krankenversicherung - nach der gesamten Wertschöpfung ein, um der rasanten Rationalisierung Rechnung zu tragen: “Es darf nicht akzeptiert werden, dass Unternehmen die durch Personalabbau ihre Lohnkosten senken und die Gewinne steigern immer weniger zur Finanzierung des Sozialstaates beitragen", so GLB-Bundesvorsitzende Karin Antlanger. Eine Verbreiterung der Finanzierungsgrundlage muss auch dadurch erfolgen, dass alle geringfügigen Dienstverhältnisse einer vollen Versicherungspflicht unterliegen. Maßnahmen wie der Dienstleistungsscheck - der nur eine Unfallversicherung beinhaltet - sind dazu allerdings der falsche Weg: “Die höchste Zahl von Arbeitslosen in der zweiten Republik sowie die rasante Umschichtung bisheriger Vollzeit- zu geringfügigen Arbeitsverhältnissen höhlen die Finanzierungsgrundlage des Sozialstaates aus, daher sind gerade hier wirksame Gegenmaßnahmen notwendig", so Antlanger abschließend. ================================================ 07 Neue Zeitung Jänner 2006 ist erschienen und zu beziehen! Weitere Infos + Hinweise. von: oesk at aon.at ================================================ ösk-info Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wir wünschen allen BezieherInnen ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2006. Die neue Nummer, Jänner 2006 ist da! INHALT: EU-Präsidentschaft - Nichts zu sagen - viel zu zahlen! Wolfi im Sozialpelz Konflikte und Kriege: Österreich soll wieder mitmachen CIA-Überflüge und Geheimgefängnisse: Die Politik der USA destabilisiert die Welt BAWAG: Eine Krähe peckt der anderen kein Auge aus. Postbus: Erfolgreicher Widerstand Neue Generaldirektorin: Siemens oder Österreich? Gesundheit: Warum die AUVA nicht mehr positiv bilanziert Sozialversicherung: 160.000 nicht versichert! Wer die gesamte Aussendung beziehen will, gibt uns bitte seine Postadresse bekannt. Weitere Informationen: NAHOST Anbei machen wir auf einen Artikel von "Nahostfriede" aufmerksam, zu einem hochaktuellem Thema : "Warnung vor Antisemitismus oder Propaganda für die Annexionspolitik Israels und für die US- Weltherrschaftspolitik?" Der Artikel ist auf der Homepage von "Nahostfriede" zu finden: http://www.nahostfriede.at/Redaktionsbeitrag.pdf TREFFEN: Plattform proSV - Keine Zerschlagung der Sozialversicherung" Donnerstag 2. Februar 2006 um 18.00 Uhr Ort: Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) NEUE ADRESSE: 1034 Wien, Alfred-Dallinger Platz 1 (U3-Station Schlachthausgasse) Konferenzraum 3. Stock links Anmeldung unter E-mail: proSV at akis.at SPENDENAUFRUF: Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wir danken herzlich für die Zuschriften und Spenden. Gerade im Jahr 2006, wo es darum geht gegen die Jubelpropaganda der EU- Präsidentschaft - gegen steigende Arbeitslosigkeit , Armut, Privatisierungen (Post, Telekom, Verkehr, Gesundheitsdienste usw.) die Militarisierung der EU und gegen die Abschaffung der Neutralität aufzutreten, sind wir verstärkt auf Ihre Mitarbeit und Unterstützung angewiesen. SPENDENKONTO bei der PSK 79.348.367: Bei Einzahlungen mit Erlagschein/Überweisungen bitte wie folgt ausfüllen: Unter Kontonummer: 79.348.367, unter EmpfängerIn: PSK, W. Leisch, und unter Verwendungszweck: ÖSK, Spende, bzw. Abo. Mit kollegialen Grüßen Österreichisches Solidaritätskomitee oesk at aon.at <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< WELTWEIT <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 08 Wo waren sie damals? Erinnerungspolitik im neuen Irak von: wadi.wien at gmx.at ================================================ QUELLE: iz3w Jan/Feb 2006 (Bestellmöglichkeit dieser Ausgabe mit Schwerpunkt Irak / Afghanistan unter: www.iz3w.org) Wo waren sie damals? Erinnerungspolitik im neuen Irak Zwei Jahre nach der Befreiung des Irak vom Ba'th-Regime erstreckt sich über das gesamte Land ein Museum des Grauens. Auch wer nicht sehen will, stolpert unweigerlich über die Vergangenheit: tausende zerstörte Dörfer, Massengräber und von Größenwahn zeugende Ba'th-Basen. Doch inzwischen erinnern auch die ersten Gedenkstätten an die Opfer. Von Mary Kreutzer (Fotos: Kreutzer/Schmidinger) Diese Gedenkstätten befinden sich im - teilweise seit 1991, streckenweise erst seit 2003 - befreiten Nordirak, v.a. in der Hauptstadt des von der Patriotischen Union Kurdistan (PUK) kontrollierte, kurdische Gebiet. So thront bei der Einfahrt nach Suleymania eine riesige Statue einer heroischen Frau, welche die Ketten der Terror-Herrschaft, die sie fesselten, zerbricht. Das so genannte Red Building in Suleymania, das ehemals als Gefängnis, Folterzentrum und Ba'th-Parteizentrale diente, wurde in eine Gedenkstätte samt Museum umgewandelt. Das Gebäude, das 1991 nach tagelangen Kämpfen von der kurdischen Zivilbevölkerung gemeinsam mit den Peshmergas, den WiderstandskämpferInnen der PUK, eingenommen werden konnte und aus dem überlebende Häftlinge befreit wurden, ist teilweise im Originalzustand belassen. In dieser Gedenkstätte wird auch eigens der Frauen gedacht, die in der ehemaligen “Familienabteilung" jahrzehntelang erniedrigt, gefoltert und systematisch vergewaltigt wurden. Das Red Building diente zu Saddams Zeiten als Übergangslager. Hier wurden die Inhaftierten unter Anwendung verschiedener Folterinstrumente vernommen, um dann nach Bagdad in das Abu-Ghraib-Gefängnis überstellt zu werden, welches nur die Wenigsten wieder lebend verließen. In der nordkurdischen Stadt Halabja befinden sich etliche Stätten, die an den Giftgasangriff von 1988 erinnern. Damals wurden auf Befehl von Ali Hassan al-Majid (dem “Chemical Ali" genannten Cousin von Saddam Hussein) Tausende KurdInnen mittels deutschem Giftgas und österreichischen Kanonen ermordet. Einige der Massengräber in Halabja sind mit Erinnerungstafeln und -monumenten markiert, doch die Bestattung der Leichen in Einzelgräber ist noch lange nicht abgeschlossen. Das Halabja-Memorial-Center dokumentiert die Vernichtungskampagne gegen die Kurden. In einem eigenen Raum werden aber auch Werke von irakischen KünstlerInnen über die damaligen Geschehnisse ausgestellt. Krieg um die Vergangenheit Auch wenn im Nordirak der Verbrechen der Saddam-Schergen auf diese Weise gedacht wird und den Überlebenden und Angehörigen Orte des Trauerns und Erinnerns gegeben wurden, so war es bis jetzt noch nicht möglich, die Verstrickung mancher KurdInnen in die Verbrechen der Ba'thisten zu thematisieren. Die kurdischen Kollaborateure wurden 1991 ausnahmslos amnestiert und erhielten zum Teil offizielle Ämter in der kurdischen Verwaltung zugeschanzt. Gleichzeitig wurden hunderte Frauen, denen Beziehungen mit Ba'thisten vorgeworfen wurden, im Namen der “Ehre" brutal ermordet. Die Täter wurden bis heute nicht vor Gericht gestellt (siehe Mollenhauer/Uwer, iz3w 250). Auch die Kollaboration der KDP von Masud Barzani, welche das zweite kurdische Gebiet im Nordirak verwaltet und die im blutigen Bürgerkrieg zwischen KDP und PUK (1994 - 1996) nicht davor zurückschreckte, Saddams Truppen in Arbil/ Hawler einmarschieren zu lassen, ist bislang kein Thema der öffentlichen Debatte. Ebenso verhält es sich bei den Verbrechen des innerkurdischen Bürgerkrieges, der anfänglichen Zusammenarbeit der PUK mit den Islamisten im Nordirak und der Ermordung von Arbeiterkommunisten im Jahr 2000.1 Noch schwieriger als im Nordirak gestaltet sich die Befassung mit der Vergangenheit in den anderen Landesteilen. “Heute wollen alle plötzlich im Widerstand gegen Saddam gewesen sein. Doch wo waren sie damals, als uns die Ba'thisten abschlachteten?" fragt sich Kassim Talaa, ein irakischer Kommunist aus Bagdad, der seit über 30 Jahren im Exil in Wien lebt. Er sieht die Entwicklungen im Irak pessimistisch. Im Südirak herrschen heute islamistische und terroristische Banden. Und anstatt Abu Ghraib in Bagdad als Gefängnis sofort aufzulösen und in eine Gedenkstätte zu verwandeln, wurde es zum Schauplatz der Folterungen durch US-SoldatInnen. So hat es sich statt zu einem Symbol der Befreiung in ein Symbol der Besatzung verwandelt. Seit der Ankunft der Alliierten Truppen wütet im Irak ein weiterer Krieg: jener um die Millionen von Dokumenten, mit denen die Ba'thisten akribisch ihre Verbrechen belegten. Als die Folterzentren, Partei-Lokale und Ministerien gestürmt wurden, verschwanden unzählige Schriftstücke. Sie befinden sich heute in verschiedenen Händen. Die etwa 30 MitarbeiterInnen des Dokumentationsarchivs Iraq Memory Foundation konnten jedoch rund elf Millionen Schriftstücke retten. Sie versuchen weiterhin, Zeitzeugnisse zu sammeln und aufzuarbeiten. Die Stiftung will nicht nur als wissenschaftliches Forschungsinstitut im Irak und in den USA dienen, sondern auch als Einrichtung, in der Angehörige nach ihren verschwundenen Verwandten suchen können, in der Täterforschung betrieben wird, Interviews mit Überlebenden geführt und künstlerische Bearbeitungen des erlittenen Traumas gesammelt werden.2 Für Kanan Makiya, dem Gründer der Iraq Memory Foundation, stellt sich als eine der wichtigsten Aufgaben des neuen Irak nicht der politische und institutionelle, sondern der moralische Wiederaufbau. Es gehe um die Frage, was es heute bedeute, “Iraker" zu sein: “Um zu wissen wer du bist, musst du dich der Vergangenheit stellen." Er kritisiert in diesem Zusammenhang die Opferhierarchie, die Einzug in den Diskurs der verschiedenen Gruppen im Irak gefunden hat. Es ginge nicht darum, wer am meisten gelitten habe - ob Schiiten, Kurden, Turkmenen, Assyrer oder Kommunisten -, sondern darum zu einer irakischen Identität zu finden, die sich der traumatischen Geschichte und der eigenen Verstrickung darin bewusst wird. “Es kann durchaus sein, dass wir mit unserem Projekt zur Erforschung der Vergangenheit fünf, zehn oder fünfzehn Jahre zu früh dran sind. Diese sensiblen Prozesse brauchen viel Zeit, und das Blut an den Händen der Täter war 2003 beim Sturz des Regimes noch frisch. Vielleicht sind wir unserer Zeit zu sehr voraus", so Makiya. Eine der Entdeckungen, die ihn am meisten schockiert habe, ist jene Kartei, mittels derer alle Oberstufen-SchülerInnen des Landes erfasst und samt Familienmitgliedern ideologisch durchleuchtet wurden. Tausende Spitzel waren damit beschäftigt, auf Märkten, in Kaffeehäusern oder in Moscheen “Gerüchte zu sammeln" und zu Protokoll zu geben. Nicht nur im Irak, auch im Ausland betreiben IrakerInnen aktiv Erinnerungspolitik. So hat sich beispielsweise der vor kurzem in Wien gegründete Österreichisch-Irakische Freundschaftsverein Iraquna3 vorgenommen “der Opfer der 35 Jahre andauernden Diktatur Saddam Husseins zu gedenken und die Situation im Irak vor dem 9. April 2003 niemals zu vergessen." Ali Al-Zahid, der Initiator des Vereins, ist Sohn eines irakischen Lehrers, der 1982 wegen regimekritischen Aussagen monatelang gefoltert wurde, um anschließend samt seiner Familie des Landes verwiesen zu werden. Er wird den Tag der Befreiung nie vergessen. “Meine Eltern sind Teil jener irakischen Generation, die unter der Diktatur der Ba'th-Partei alles verloren hat. Wir saßen vor dem Fernseher, als die Statue Saddams gestürzt wurde, und weinten vor Freude. `Jetzt können wir in Ruhe sterbenZ, meinte meine Mutter. Der neue Irak ist alles andere als perfekt und es gibt enorm viel zu tun. Aber es liegt an uns und an der Unterstützung der zivilisierten Welt, einen Ort der Hoffnung und eine Gesellschaft zu schaffen, welche sich auch der Verantwortung gegenüber den Opfern der Diktatur stellt", so Al-Zahid.4 Der Täter vor Gericht Eine echte Bewährungsprobe für diesen Anspruch an Vergangenheitsbewältigung stellt der derzeit stattfindende Prozess gegen Saddam Hussein dar. Der in Suleymania lebende Fallah Murdakhin, Mitherausgeber der politik- und rechtswissenschaftlichen Zeitschrift Yasa, sieht dem Prozess gegen Saddam als Überlebender des Giftgasangriffes auf Halabja voller Optimismus entgegen. “Zum ersten Mal erleben wir in einem Land, das jahrzehntelang vom Terror regiert wurde, ein öffentliches und faires Verfahren. Davon wagten wir noch vor ein paar Jahren nicht einmal zu träumen. Wir, die Überlebenden, verfolgen den Prozess im Fernsehen sehr genau. Alte Wunden werden erneut aufgerissen, aber das ist gut so. Kein Wort der Entschuldigung kam über die Lippen dieser Kriminellen, am Ende werden sie dafür hängen." Ob er die Todesstrafe befürworte? “Hätten wir die Wahl, dann sollte Saddam jeden Tag hängen, für jeden Tag seiner Herrschaft und für jedes seiner Opfer. Es ist uns bewusst, dass die Todesstrafe, selbst für Saddam, nicht den internationalen Standards entspricht. Doch wo waren diese Standards während der letzten 35 Jahre? In dieser Zeit haben sich die meisten auf unsere Kosten bereichert. Heute wollen wir Iraker und Irakerinnen selbst entscheiden, was mit den Tätern geschehen soll." Doch die Täter sitzen nicht allesamt vor Gericht. Ein Teil von ihnen hat sich kurz nach der Befreiung in Terrorgruppen organisiert, ein Teil flüchtete ins Ausland. Ein anderer Teil hat sich mit der neuen Regierung, die sich gegen eine radikale Entbathisisierung ausspricht, arrangiert. Die Aufarbeitung dessen, was im Namen des Irak von Irakern anderen Irakern angetan wurde, wird daher noch lange auf sich warten lassen, auch wenn erste zaghafte Schritte gesetzt wurden. Der irakische Schlussstrich Aziz Miran erinnert sich an jenen Frühling im Jahr 1988, als er und weiter ExilirakerInnen vor der irakischen Botschaft in Wien gegen den Giftgasangriff auf Halabja demonstrierten. Aus dem Botschaftsgebäude heraus wurden sie nicht nur abfotografiert, sondern auch angeschossen. Die österreichische Polizei nahm die DemonstrantInnen (sic!) fest, sie mussten im Gefängnis übernachten. Als im November 2005 der Präsident des neuen Irak, Jalal Talabani, Wien besuchte, mischte sich der ehemalige ba'thistische Botschafter unter jene Irakis, die ins Hotel Imperial gekommen waren, um ihren Präsidenten zu sehen. Es gab keinen Skandal, er wurde nicht des Gebäudes verwiesen. “Wir müssen jetzt stark sein und in die Zukuft blicken, den neuen Irak aufbauen", meint Aziz Miran. “Ohne mich", sagt Kassim Talaa, der dem Empfang fern bleibt. “Ich werde zu keiner Veranstaltung gehen, wo die Henker von einst willkommen sind. Wie könnte ich ihre Hand schütteln und meine toten Genossen verraten?" Mary Kreutzer ist Redakteurin der in Wien herausgegebenen Zeitschrift Context XXI und Mitarbeiterin der im Irak aktiven Hilfsorganisation Wadi. Gemeinsam mit Thomas Schmidinger gab sie den Sammelband “Irak. Von der Republik der Angst zur bürgerlichen Demokratie?" heraus (Ca Ira-Verlag, Freiburg 2004). Anmerkungen: 1) Siehe Thomas Schmidinger: Zurück in die Zukunft? Vergangenheitspolitik und das Ende der Entba'thisierung im Irak. In: Irak. Von der Republik der Angst zur bürgerlichen Demokratie?, Freiburg 2004. 2) Eine empfehlenswerte Website des Vorgängerprojekts der Stiftung findet sich unter: http://www.fas.harvard.edu/~irdp/. Die Iraq Memory Foundation kann unter www.iraqmemory.org besucht werden. 3) Siehe www.iraquna.at 4) Siehe auch Context XXI (1-2/2005): Ali Al-Zahid: “Fassungslos" und Suahad Al-Zahid/ Sana Ahmed-Al-Khalily: “Szenen zweier Frauen aus dem Irak". -- WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit e-mail: wadi.wien at gmx.at website: www.wadinet.at Tel.: 0699-11365509 Postfach 105 A-1181 Wien Spendenkonto in Österreich: Kontonummer 07.405.301 Evangelische Kreditgenossenschaft eG BLZ 31800 IBAN: AT10 3180 0000 0740 5301 BIC: EVKRATW1 Website mit weiteren Informationen zu Projekten von Wadi und Veranstaltungshinweisen: www.wadinet.at ================================================ 09 Wir sind gegen eine pauschale Entba'thisierung des Irak" von: wadi.wien at gmx.at ================================================ Dieses Interview erschien in gekürzter Fassung in: iz3w Jan/Feb 2006, Bestellmöglichkeit: www.iz3w.org “Wir sind gegen eine pauschale Entba'thisierung des Irak" Mufid al-Jazairi arbeitete bis zu seiner Rückkehr in das kurdische Autonomiegebiet 1993 als Journalist für al-Hayat und andere arabische Zeitungen in Europa. 1993 wurde er Mitglied des Zentralkomitees der Irakischen Kommunistischen Partei (ICP) und Chefredakteur des Zentralorgans der Partei “tariq al-shaab" (“Weg des Volkes"). Der Kulturminister der ersten irakischen Übergangsregierung ist heute einer von zwei Abgeordneten der ICP und Vorsitzender der Kulturkommission des irakischen Parlaments. Mit ihm sprach Mary Kreutzer. M.K.: Bei den anstehenden Parlamentswahlen am 15. Dezember 2005 tritt die Irakische Kommunistische Partei (ICP) gemeinsam mit verschiedenen säkularen und gemäßigten Parteien, sowie arabisch nationalistischen Gruppen u.a. in einer Allianz mit dem ehemaligen Ministerpräsidenten der Übergangsregierung Iyad Allawi an. Allawi dürfte in diesem Bündnis nicht der einzige Politiker mit ba'thistischer Vergangenheit sein. Haben Sie keine Berührungsängste? al-Jazairi: Wir von der ICP sind nicht gegen alles, was ba'thistisch ist, besser gesagt, wir sind nicht gegen alle ehemaligen Mitglieder der Ba'th-Partei. Wieso sollten wir all jene als Feinde betrachten, die dieser Partei irgendwann beitraten, sie aber wieder verließen, weil sie die Strukturen und die Ideologie durchschauten und die sich daraufhin der Opposition anschlossen? Diese Menschen sind nicht wie Saddam Hussein, im Gegenteil, sie kämpften mit uns gegen ihn. Sogar jene, die bis zum Sturz von Saddam in der Partei blieben, haben sich nicht allesamt schuldig gemacht. Hunderttausende Irakis wurden gezwungen, Parteimitglieder zu sein, um vom Terror der Geheimdienste und Sicherheitskräfte verschont zu bleiben. Einige waren schwach, andere wollten nichts außer in Sicherheit leben, viele wollten nur ihren Kindern einen Universitätszugang verschaffen, sie wollten Jobs, sie wollten leben: all das ging nur mittels der Partei. Deshalb waren wir gegen den Erlass des ehemligen US-Zivilverwalters Paul Bremer, der eine umfassende Deba'thisierung forderte. Wir waren immer gegen eine Pauschalverurteilung von Unschuldigen und für eine Isolierung und Bestrafung jener Ba'thisten, die gegen unsere Leute gekämpft haben, die sich durch verschiedene Verbrechen schuldig gemacht haben. Außerdem gibt es allein in der Familie Saddam Husseins etliche Mörder und Verbrecher, die der Partei nie beigetreten sind! So richtig es ist, diese Leute vor Gericht zu stellen so falsch ist es, ein oder zwei Millionen ehemalige Parteimitglieder vom politischen Prozess auszuschließen. Also finden Sie heute Ba'thisten überall und wir wollen sie für uns gewinnen, ihnen ein normales Leben ermöglichen. Wir brauchen einen nationalen Versöhnungsprozess ähnlich jenem in Südafrika. M.K.: Und so kommt es, dass etwa Präsident Talabanis Sicherheitsberater ebenfalls ein ehemaliger Ba'thist istŠ al-Jazairi: Sein Militärberater ist General Wafiq al-Samarai. Er ist ein ehemaliges Mitglied des Estikhbarat, des militärischen Geheimdienstes von Saddam, den er jedoch Mitte der 90er Jahre verließ als er in den Nordirak flüchtete. Dort nahm er Kontakt zu uns und den beiden kurdischen Parteien PUK und KDP auf. M.K.: Im Nordirak gibt es etliche Gedenkstätten und Museen, Orte, wo die Überlebenden ihren Toten beweinen und an die Vergangenheit erinnern können. Gibt es ähnliche Orte des Gedenkens auch in Bagdad oder im Südirak? al-Jazairi: Wir versuchen solche Orte zu schaffen, doch zur Zeit ist es nach wie vor so, dass unser Leben nicht normal ist, der Zustand, in dem wir arbeiten ist total abnormal. Unser großes Ziel lautet daher zuerst: Normalisierung. Das bedeutet minimale Stabilität, Sicherheit und ökonomische Entwicklung. Auch die kulturelle Entwicklung funktioniert nicht. Während der 20 Monate als Kulturminister versuchte ich mindestens 2-3 monatliche kulturelle Aktivitäten in Bagdad zu organisieren. Sogar als die Sicherheitssituation eskalierte, machten wir weiter, es gab - zu Mittag, denn die Abende waren zu gefährlich - Theatervorführungen, Musikveranstaltungen, usw. Doch ich muss auch dazusagen, dass wir nicht sehr erfolgreich waren, denn es kamen kaum Leute, die Angst hatte gesiegt. Man vermeidet Menschenansammlungen, denn dort wo viele Zivilisten sind, schlagen die Terroristen am ehesten zu. Zurück zu Ihrer Frage: alles ist erst im Entstehen und braucht in dieser abnormalen Situation Zeit: sowohl Gedenkstätten als auch Museen und Orte des kulturellen Austausches. M.K.: Saddam und weitere 7 Angeklagte stehen zur Zeit vor dem IST (Iraqi Special Tribunal). Der Prozess wird in der europäischen und v.a. in der deutschen und österreichischen Presse als “Siegerjustiz" und “unfair" delegetimiert. al-Jazairi: Dieses Verfahren ist wegweisend für die Zukunft unseres Landes. Wenn wir je wieder normal leben möchten, dann müssen wir wissen und verstehen, was hier geschehen ist. Das Gerichtsverfahren soll dazu beitragen, neue Fakten zu präsentieren oder auch jene Verbrechen, die bekannt sind, offiziell als Verbrechen zu bezeichnen, Dokumente öffentlich zu machen. Die Hauptmotivation dabei ist ganz sicher nicht Rache sondern allein der Wunsch, dass all das nie wieder passiert. Wichtig ist beim Verfahren die Unabhängigkeit des Tribunals, dessen Motivation allein der Wahrheitsfindung dienen soll. M.K.: Sollen Saddam und seine Schergen hängen? al-Jazairi: Die Strafen, die für die Verbrechen letztendlich ausgesprochen werden, muss allein das Gericht entscheiden. Ich persönlich bin prinzipiell gegen die Todesstrafe, doch glauben Sie mir, ehrlich gesagt, sollte Saddam hängen, wird das kein Tag der Trauer sein. ================================================ 10 Österreicher in KDP-Haft im Hungerstreik von: wadi.wien at gmx.at ================================================ Österreicher in KDP-Haft im Hungerstreik Der österreichische Staatsbürger Kamal Said Qadir (48), der Mitte Dezember von einem Gericht in Arbil / Hawler, der Hauptstadt des irakisch- kurdischen Autonomiegebietes, zu 30 Jahren Haft verurteilt worden war, ist laut Auskunft seiner Schwester seit Ende Dezember in Hungerstreik. Er protestiere damit gegen die Weigerung der Gefängnisbehörden ihm ärztliche Hilfe im Gefängnis zukommen zu lassen. Nachdem es am Freitag, den 6. Jänner, in den Niederlanden und den USA zu Kundgebungen vor irakischen und US- Botschaften gekommen war, wurde ärztliche Hilfe zugelassen. Seit gestern wird er laut seiner Schwester mit Infusionen ernährt. Nach einem offenen Brief an KDP-Chef Masud Barzani, in dem er den Präsidenten der kurdischen Autonomiebehörde massiv beschimpft hatte, war Kamal Said Qadir verhaftet und schließlich wegen "Entehrung der kurdischen Führung und ihres Kampfs" zu 30 Jahren Haft verurteilt worden. -- WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit e-mail: wadi.wien at gmx.at website: www.wadinet.at Tel.: 0699-11365509 Postfach 105 A-1181 Wien ================================================ 11 [gipfelsoli] Hong Kong -- Davos von: gipfelsoli-l at lists.nadir.org ================================================ Gipfelinfo - Meldungen über globalisierte Solidarität und die Proteste gegen unsolidarische Globalisierung ------------------------------------------------------------------------ -- - WTO in Hongkong: 12 Leute im Hungerstreik - Warum die Welt auch nächsten Januar wieder ein "Dance out WEF" nötig hat: ------------------------------------------------------------------------ ---- WTO in Hongkong: 12 Leute im Hungerstreik Vom 13. bis 18. Dezember 2005 tagte die Welthandelsorganisation (WTO) in Hongkong. Die Konferenz wurde von laustarken Protesten begleitet. Die Polizei ging mit massiver Repression gegen die AktivistInnen vor, mit Tränengas, Pfefferspray, Knüppeln und (erstmals in Hongkong) Gummigeschossen. Kurz nach Mitternacht am 18. Dezember wurden Protestierende eingekesselt und 1300 Menschen verhaftet. Nun bitten südkoreanische Organisationen, Gewerkschaften in Hongkong und die weltweite KleinbäuerInnenorganisation Via Campesina um Unterstützung für die verbliebenen 14 Gefangenen. Den Gefangenen, die zur Zeit auf Kaution frei sind, wird "ungenehmigte Versammlung" vorgeworfen. Sie werden als angebliche "AnstifterInnen" betrachtet und für Sachschäden sowie verletzte PolizistInnen verantwortlich gemacht. Neun von ihnen sind südkoreanische BäuerInnen, zwei sind Mitglied des koreanischen Gewerkschaftsverbandes KCTU, einer ist aus Japan und setzt sich für Obdachlose ein, eine/r studiert in Taiwan und eine/r ist vom chinesischen Festland. Zwölf von ihnen leben zur Zeit in einer Kirche in Hongkong und warten auf ihre Gerichtsverhandlung. Sie haben sich dazu entschlossen, am 5. Januar 2006 in einen unbefristeten Hungerstreik zu treten um auf die Gründe für ihren Protest gegen die WTO aufmerksam zu machen. Feature: Stoppt die WTO in Hongkong: http://de.indymedia.org/2005/12/134721.shtml indy.org Feature zu Hong Kong (engl.): http://www.indymedia.org/de/2005/12/829714.shtml [indymedia.de, von Kong Yee Sai Mau - 04.01.2006 18:02] ------------------------------------------------------------------------ ---- Warum die Welt auch nächsten Januar wieder ein "Dance out WEF" nötig hat: Am 14. Januar 2006 führen wir zum vierten Mal die Tanzparade "Dance out WEF" durch. Wir wollen so unseren Unmut darüber kundtun, dass am World Economic Forum in Davos einmal mehr hinter Verschlossenen Türen über die Zukunft von uns allen entschieden wird. Wir akzeptieren nicht, dass einige wenige ohne Rücksicht auf soziale und ökologische Aspekte und jenseits von nachhaltigen, zukunftsorientierten Grundsätzen nur immer weiter ihre eigenen Taschen füllen. Mit einer beängstigenden Gleichgültigkeit wird der Spalt zwischen Arm und Reich ständig vergrössert - vielleicht nicht einmal gewollt, aber doch bewusst in Kauf genommen. Jedes Jahr hören wir wieder die gleichen schönen Worte am Open Forum: Zusammen mit pressewirksam in die Kamera lächelnden VIPs aus Musik- und Showbusiness erzählen uns die Hohen, wie wichtig es ist, Afrika zu helfen. Fakt ist jedoch, dass keine Hilfe kommt, solange nicht klar ist, wer wie viel an diesen Hilfsaktionen verdient. Wir fordern eine sozial verträgliche, ökologisch nachhaltige Wirtschaft: Eine Wirtschaft für Menschen und nicht Menschen für die Wirtschaft. Eine Wirtschaft, welche die Menschen ernährt, ihnen Arbeit gibt und nicht aus Profitgier Arbeitsplätze wegrationalisiert und die verarmten Menschen ohne Zukunftsperspektiven am liebsten gerade mit verschwinden lassen würde. Wir wollen eine Politik, die es nicht nötig hat, den wenigen Reichen endgültig alle ethischen Schranken im Wirtschaftssystem weg zu liberalisieren und ihnen die letzten Steuern zu erlassen, um dann zwecks Stabilisierung des Staatshaushalts bei Schulen, Spitälern, Fürsorge und anderen für die Allgemeinheit geschaffenen Institutionen den Sparhebel anzusetzen. Denn wenn diese Entwicklung so weiter geht, wenn sich einmal der grösste Teil der Bevölkerung als Verlierer dieser politisch unkontrollierbar gewordenen Entwicklung sieht, wird sich die Angst und - dadurch ausgelöst - der Egoismus und die Gleichgültigkeit in der Gesellschaft so weit zuspitzen, dass nicht nur ein paar Autos angezündet werden, sondern sich der Flächenbrand ausweitet und nur noch durch totalitäre, gewaltsame Massnahmen ("Big Brother", Polizei-/ Militäreinsatz) oder einem riesigen Aufgebot an Psychiatern im Griff gehalten werden kann, und unser Wirtschaftssystem wird endgültig an der ruinierten Gesellschaft erliegen. Betroffene zu Wort kommen lassen! Wir wollen ein WEF, das es nicht nötig hat, sich hinter diesem millionenteuren Schutz zu verbergen und nur jene sprechen zu lassen, welche mehrere 10'000 Fr. zahlen können - aus Angst, es könnte genau diese Kritik angebracht werden. Wir wollen ein WEF, bei dem die direkt Betroffenen zu Wort kommen: Versklavte Kinder, Naturvölker, deren Lebensraum durch wirtschaftliche Interessen zerstört und geplündert wird, Bauern, deren Existenzgrundlage zugunsten der Weltmarktliberalisierung vernichtet wird, Opfer von Umweltkatastrophen und Kriegen und vor Allem von Experten, welche nicht von Eigeninteressen der Wirtschaftsmächte abhängig sind. Wir alle können etwas ändern! Wir können Begehren und Konsumdenken nicht einfach abschaffen. Sehr wohl aber können wir die Menschen sensibilisieren und ein neues Bewusstsein schaffen, das Fair-Trade und lokale Produktion fördert und Güter der internationalen Grosskonzerne soweit als möglich boykottiert. Wir versuchen dies mit Musik und Tanz, mit einem kollektiven Erlebnis, das mit wenigen Mitteln vielen Leuten Freude bereiten soll, ohne anderen zu schaden. Eine Strassenparty, bei der nicht sinnlos konsumiert wird, sondern bei der politische Inhalte und soziale, nachhaltige Grundsätze vermittelt werden. Bis jetzt sind unsere Anlässe immer friedlich und ohne Vandalismus verlaufen. Da wir unser Parade auch diesmal wieder mit dem gleichen Demoschutzkonzept planen und da die Gespräche mit der Polizei sehr konstruktiv verlaufen sind, sind wir überzeugt, auch diesmal wieder eine friedliche und vielseitige Parade durchführen zu können. Kontakt: www.danceoutwef.org E-Mail: danceoutwef at paradisli.ch Tel: 077 409 91 21 22.12.2005 ================================================ 12 Hasankeyf: Städteversenken mit Siemens (Jungle World, 1/06) von: wadi.wien at gmx.at ================================================ Städteversenken mit Siemens Im Osten der Türkei droht das kurdische Städtchen Hasankeyf von einem Stausee verschlungen zu werden. Die Bewohner wollen dem Ilisu-Damm trotzen. von thomas schmidinger (text und fotos) Von Midyat, der alten christlich-syrischen Stadt des Tur-Abdin-Gebirges zwischen Mardin und Cizre, führt eine Straße nach Norden durch eine atemraubende Hügel- und Felslandschaft mit einsamen, von yezidischen Kurden und syrischen Christen bewohnten Siedlungen. Zwischendurch sind Ruinen kurdischer Dörfer zu sehen, die von der türkischen Armee im Krieg gegen die PKK zerstört und bis heute nicht wieder aufgebaut wurden. Der Autobus, der mich nach Hasankeyf bringen soll, wird schließlich von einer Straßensperre aufgehalten. Die Militärpräsenz in Türkisch-Kurdistan ist im vergangenen Jahr wieder deutlicher sichtbar geworden als in den Jahren davor. Die Wiederaufnahme des bewaffneten Kampfes durch Angehörige der PKK wird nicht am 9. November in Sem dinli, sondern auch von einer demonstrativen Präsenz der Armee. Der Bus kann schließlich ohne größere Probleme die enge kurvenreiche Straße weiter nach Norden fahren. Hasankeyf taucht erst hinter dem letzten Hügel auf, kurz bevor man die Stadt erreicht. Vor mir liegt das Ensemble einer mittelalterlichen islamischen Stadt am Ufer des Dincle, des Tigris, der hier noch als kleinerer Fluss von Diyarbakir nach Cizre zur irakisch- syrischen Grenze fließt. Hoch über der Stadt thronen die Ruinen der alten Festung, darunter erstreckt sich ein lebendiges Städtchen mit Moscheen aus der Ayubidenzeit, den Resten einer Tigris-Brücke aus dem 12. Jahrhundert, einigen Kaffeehäusern und einem mittlerweile eher auf die Bedürfnisse türkischer Inlandstouristen ausgerichteten Basar. Dass die heutige Siedlung nur noch der Rest einer einst viel bedeutenderen Stadt ist, zeigt der Blick über den Fluss. Auf der anderen Seite des Tigris sind noch ein mittelalterliches Hamam und die Derwisch-Tekke mit dem Grabmal Imam Abdullahs zu erkennen. Am Fluss sind die Reste antiker Höhlenwohnungen zu sehen. Die Römer errichteten die Stadt um 120 n. Chr. Mit der Christianisierung wurde die Handelsstadt zum Bischofssitz, ehe sie im Jahr 640 von den Arabern erobert wurde. Die Bevölkerung wohnte teilweise auf dem Festungshügel, teils in den darunter liegenden Höhlenwohnungen, von denen einige wenige bis heute von den ärmsten Bevölkerungsschichten der Stadt bewohnt werden. Dass die Stadt zwar ein beliebtes Ausflugs ziel für türkische Tagestouristen, jedoch noch kein Reiseziel des internationalen Tou rismus geworden ist, zeigt sich nicht zuletzt an den Übernachtungsmöglichkeiten. Außer einem Ögretmenevi, einem Lehrerhaus, in dem schlecht bezahlte türkische Junglehrer, die in den Osten des Landes versetzt wurden, ihren Kurzurlaub verbringen können, gibt es nur ein kleines Hotel am Tigris, in dem für wenig Geld einfache Zimmer mit Gemeinschaftsdusche auf dem Gang zu beziehen sind. Nachdem ich mich dort eingemietet ha be, spaziere ich noch hinunter zum Fluss. Dort kann man auf Podesten am Flussufer gegrillten Fisch essen, Kaffee oder Bier trin ken. Zwei Junglehrerinnen aus Izmir, die das Un ter richts ministerium nach Van und Mardin geschickt hat, laden mich dort auf einen Kaffee ein und klagen mir ihr Leid, »am Ende der Welt« unterrichten zu müssen, wie sie meinen. »In Van gibt es nicht einmal eine Disco«, klagt Nilgün, eine schöne junge Frau, die lieber heute als morgen zurück ans Mittelmeer gehen würde. Auf meine Bemerkung, der Van-See sei doch auch schön, beginnt sie über ihre Einsamkeit unter den Kurden zu klagen: »Dort kann ich als Frau nicht einmal allein ein Bier trinken gehen.« Ihre Freundin klagt: »Meinen Schülern muss ich zuerst einmal richtiges Türkisch beibringen.« Auf meine Frage, ob sie denn selbst schon Kurdisch gelernt hätten, wenn sie schon ein ganzes Jahr in Kurdistan lebten, ernte ich nur verständnisloses Kopfschütteln, dafür aber umso mehr Begeisterung, als ich auf die Frage nach meiner Herkunft »Viyana« sage. »Wien würde ich gerne einmal sehen«, meint Nilgün. Mit den alteingesessenen Bewohnern Hasankeyfs komme ich erst am nächsten Tag ins Gespräch. Auf dem Weg zur Festung begegne ich einem Wasserträger mit einem Esel. Jeden Tag bringt er das Trinkwasser vom Ort hinauf in das Haus seiner Familie. Hier oben wohnen zurzeit noch jene, die sich kein moderneres Haus im Zentrum der Stadt leisten können. Sollten die Pläne der türkischen Regierung verwirklicht werden, könnten sie jedoch die einzigen sein, deren Wohnstätte in Zukunft nicht vom Wasser eines gewaltigen Stausees überflutet wird. Mit dem 135 Meter hohen Ilisu-Staudamm, mit dessen Bau die türkische Regierung ein Konsortium aus dem österreichischen VA-Tech und der deut schen Siemens AG beauftragen will, würde ein großer Teil des Dincle-Tals, darunter die Stadt Hasankeyf, unter einem gewaltigen Stausee verschwin den. Das Unternehmen VA-Tech und die türkische Regierung versuchen, internationale Kritik an dem Projekt, das mit Hasankeyf immerhin eine Stadt unter dem Schutz der Unesco zu versenken droht, mit dem Hinweis abzuwehren, dass die Festung über der Stadt noch aus dem Wasser hervorragen würde und ausgewählte historische Bauwerke versetzt werden sollen. Die Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt haben für solche Pläne allerdings kein Verständnis. »Hasankeyf ist ein Gesamtkunstwerk! Man kann nicht einzelne Gebäude einfach an andere Orte umpflanzen«, erklärt mir ein Lehrer aus der Region, der ebenfalls im Ögretmenevi näch tigt. Der Ilisu-Damm ist das Kernstück des Südostanatolien-Projektes (GAP). Bis 2010 sollen über ein Dutzend Staudämme an Euphrat und Tigris errichtet werden. Durch den 300 Quadratkilometer großen Ilisu-Stau see würden dem »Kurdish Human Rights Project« zufolge 12 000 Anwohner vertrieben werden, weitere 60 000 Bauern würden ihr Land und damit ihre Lebensgrundlagen verlieren. Die Männer im Kaffeehaus sind entsetzt über den Plan, ihre Stadt zu versenken. Ein alter Mann erklärt mir, wäh rend er an seinem Tee schlürft: »Ich wurde hier geboren. Ich werde hier ganz bestimmt nicht weggehen. Eher lasse ich mich von diesem Stausee ertränken!« Seine Freunde stimmen ihm zu: »Wir werden sicher nicht in eine neue Stadt ziehen. Wir werden uns mit allen Mitteln zur Wehr setzen.« Tatsächlich zeigt sich die Stadtbevölkerung noch immer von ihrer trotzi gen Seite. Schon allein dadurch, dass sie versucht, das Alltagsleben weiter gehen zu lassen wie bisher. Einige Entschlossene bauen sogar neue Häuser oder richten ihre alten neu her. Was anderswo alltäglich ist, wird hier zum renitenten politischen Akt. Als ich an der Schneiderwerkstatt und der Bäckerei vorbeispaziere, spricht mich ein alter Mann in gebrochenem Deutsch an. Er hat in den siebziger und achtziger Jahren als Gastarbeiter im Ruhrgebiet gearbeitet. Nach der Verrentung kam er nach Hasankeyf zurück. Wir kommen ins Gespräch, und schließlich frage ich ihn, was er tun werde, wenn der Ilisu-Damm gebaut wird. Er deutet mit seiner rechten Hand eine Pistole an: »Dann gibt es Krieg!« Doch zwischen Verbitterung und Hoffnung bleibt den Menschen in Hasankeyf auch gar keine andere Wahl, als ihren Alltag weiter zu leben. Bevor ich in den Bus nach Batman steige, besuche ich noch eine Moschee am Rande des Ortes. In das verfallene Gemäuer einer alten ayubidischen Moschee wurde vor wenigen Jahren eine kleine neue Moschee hineingebaut. Ein junger Mann saugt die Teppiche am Boden. Ein ganz alltägliches Bild, und doch denke ich, als der Bus losfährt, ich müsse es mir ganz besonders einprägen. Es könnte meine letzte Erinnerung an Hasankeyf werden. Jungle World, Nummer 1 vom 04. Januar 2006 www.jungle-world.com -- WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit e-mail: wadi.wien at gmx.at website: www.wadinet.at Tel.: 0699-11365509 Postfach 105 A-1181 Wien ================================================ 13 Kenia: Nomaden durch Dürre vom Hungertod bedroht von: gfbv.austria at chello.at ================================================ GESELLSCHAFT FÜR BEDROHTE VÖLKER PRESSEERKLÄRUNG Göttingen, den 05.01.2006 Dürrekatastrophe in Ostafrika Nomaden in Kenia droht Hungertod - gezielte Hilfsmaßnahmen gefordert Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat gezielte Hilfe für die von der Dürrekatastrophe im Nordosten Kenias besonders betroffenen Somali-Nomaden gefordert. "Mehrere hunderttausend Nomaden benötigen dringend nicht nur Nahrungsmittelhilfe, sondern auch international geförderte Unterstützungsprogramme, um ein Massensterben ihrer Viehherden zu verhindern", erklärte der GfbV- Afrikareferent Ulrich Delius am Donnerstag in Göttingen. Im Nordosten Kenias seien infolge der Dürre seit Dezember 2005 bereits 30 Prozent des Viehbestands verendet oder Not geschlachtet worden. "Die bislang von der kenianischen Regierung geleistete Hilfe ist absolut unzureichend, um langfristig ein Überleben der Nomaden zu sichern", warnte Delius. Mit dem Verlust ihrer Viehherden drohe den 300.000 Nomaden der Somali-Völker Gurreh, Gosha und Hawiyah langfristig die Zerstörung ihrer traditionellen Lebensgrundlage und ihrer Kultur. Da sie außer ihrer Viehzucht keine anderen Erwerbsquellen haben, können sie weder Getreide noch andere dringend benötigte Lebensmittel kaufen und werden zu Bittstellern internationaler Nahrungsmittelhilfe. Dringend fehle es an Viehfutter sowie an international geförderten Viehaufkaufprogrammen, um eine weitere Verelendung der Nomaden zu verhindern. Mit dem Not-Verkauf ihrer Herden versuchten die Viehzüchter Lebensmittel zu kaufen, doch angesichts rapide steigender Nahrungsmittelpreise sehe die Zukunft für die Nomaden düster aus. Die Dürrekatastrophe in den traditionell sehr trockenen Bezirken Mandera, Wajir, Garissa und Marsabit hatte sich verschärft, nachdem die zwischen April und November üblichen Regenfälle ausblieben. Sind bislang 1,2 Millionen Menschen in der Region von Nahrungsmittelhilfe abhängig, so werden im März bereits bis zu 2,5 Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen sein. Die vom Ausland bislang zur Verfügung gestellte Hilfe sichert nur bis Februar eine Versorgung der Notleidenden. Der Nordosten Kenias wird überwiegend von Nomaden der Somali-Völker bewohnt. Nomaden stellen rund 25 Prozent der 31 Millionen Bewohner Kenias. Aufgrund des hohen Bevölkerungswachstums und der Ausweitung des Ackerbaus werden sie in immer unwirtlichere Regionen abgedrängt. Regelmäßig kommt es zu Landkonflikten zwischen Nomaden und Bauern, die um Land, Weideflächen und den Zugang zu Wasserquellen streiten. Für Nachfragen und Interviews ist der GfbV-Afrikareferent Ulrich Delius auch erreichbar unter Tel. 0160 95 67 14 03. ====================================================== Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV) Inse Geismar, Pressereferentin Postfach 2024, D-37010 Goettingen Tel.+49/551/49906-25, Fax:++49/551/58028 E-Mail: presse at gfbv.de, Homepage:http://www.gfbv.de ====================================================== ================================================ 14 [CUADPUpdate] A Timely Stuff This & That von: abe at cuadp.org ================================================ Greetings All, I was first confronted with the issue of the death penalty somewhere around 1988, when I went to an Amnesty International meeting at Ohio State University. I argued with the speaker. I said things like "An eye for an eye..." It took about a year,but after trying to prove those Amnesty people wrong I finally figured out that it was I who was wrong. I still held on to the concept of the death penalty, but I was working for a fair an accurate system. The first prisoner case I can remember getting passionate about was that of Roger Keith Coleman in Virginia. The state's theory of what he did was simply incredible. He maintained innocence all the way to the end, and they fried him. I remember creating a 25 foot long petition on a roll of fax paper. I stood out on the Oval (the commons area) on the campus of Ohio State and gathered signatures on that petition all afternoon, and then I struggled to get the whole thing to fax through to the office of the Virginia governor. I was angry when the killed him, but glad that at least the media was paying attention. Coleman was all over the news, including the cover of Time Magazine. Well, the media, and others have not stopped paying attention, and finally, yesterday, after years of stalling by the State of Virginia, it was ordered that the evidence will be tested using the now much more sophisticated DNA technology. Coleman is innocent. No human being can do what the State of Virginia said he did in the time frame allotted. Now, with a little luck the science will confirm what many of us have known all along. Roger Keith Coleman, RIP. --abe (see more about my conversion at http://www.cuadp.org/news/AmericanCatholic-November2003.htm) CONTENTS NEW JERSEY MORATORIUM IMMINENT - NJers - CALL TODAY! Coleman to get testing TV Tonight! Sillyness in Illinois Allridge Calendars Available Witness to my Brothers Execution NEW BOOK - The Dead Alive Changing Attitudes About the Death Penalty in the US Find Something Useful? **************** NEW JERSEY MORATORIUM IMMINENT - NEW JERSEY FOLKS - CALL TODAY! > Friends, > > The New Jersey Assembly Judiciary Committee today passed S-709, the > death > penalty moratorium bill. The vote was 4-2. > > Please let your New Jersey friends and neighbors know that there is > just > one step left in the legislative process before the bill is sent to > Governor Codey's desk. This coming Monday at 11AM, the full > Assembly is > scheduled to vote on the moratorium bill. That means tomorrow is > the last > opportunity for New Jersey voices to be heard before that critical > vote! > > Here is what all New Jerseyans who support a moratorium should do: > > Call your two Assemblymembers tonight or Friday and leave a message on > their answering machine or with an office aide. The message is > simple - > "I live in your district and I am calling to ask you to please support > A-2347, the death penalty study and moratorium bill." > > If you do not know who to call, please go to > http://www.njleg.state.nj.us/districts/municipalities.asp or email > paxcf at aol.com and let me know where you live (town and county). I will > send you the info as quickly as possible. > > In peace, Celeste > ***************** COLEMAN TO GET TESTING DNA Testing Ordered on Executed Man By Maria Glod and Michael D. Shear; Washington Post Staff Writers Thursday, January 5, 2006; 6:48 PM Virginia Gov. Mark R. Warner (D) has ordered DNA testing that could prove the guilt or innocence of a man executed in 1992, marking the first time a governor has asked for genetic testing of someone already put to death. The testing, begun last month, comes in the case of Roger Keith Coleman, a convicted killer whose proclamations of innocence -- including on the night of his execution -- sparked concern nationwide over whether the wrong man died in Virginia's electric chair. "We have found that the latest DNA technology -- in certain instances where the other facts of a case support it -- has provided a definitive result not available at the time of trial or post-conviction testing," Warner said in a statement. "This is an extraordinarily unique circumstance, where technology has advanced significantly and can be applied in the case of someone who consistently maintained his innocence until execution. I believe we must always follow the available facts to a more complete picture of guilt or innocence. My prayers are with the family of Wanda McCoy as we take this extraordinary step." Coleman was convicted of killing McCoy. The tests, on vials of evidence that have been preserved for years at a California laboratory, are being conducted at Ontario's Centre of Forensic Sciences (CFS) lab in Toronto, according to the governor's office. Results could be announced before Warner leaves office next week. If Coleman is exonerated, it would mark the first time in the United States that the innocence of an executed person has been proven through genetic tests. Ira Robbins, an American University criminal law professor, said if Coleman is proven innocent it would push many Americans who are unsure about capital punishment to oppose it. But even if the tests prove Coleman was a killer, he said, it could spark testing of more old cases nationwide. "Lets assume it comes back that he was proved innocent. Here is the case that the death penalty opponents have been looking for for a long time -- that we have executed an innocent person," Robbins said. "It could be the biggest turning point in death penalty abolition." Coleman, a coal miner from Grundy a small mountain town in southwest Virginia, was convicted and sentenced to death for the 1981 brutal rape and stabbing of his sister-in-law, 19-year-old Wanda McCoy. But questions about his guilt have lingered for decades. In recent years, state officials and judges, including the Virginia Supreme Court, have refused requests by a charity that investigates wrongful convictions and several media organizations to allow modern testing of evidence gathered at the crime scene. In 2001, a lawyer with the Virginia attorney general's office told a circuit judge that "Continual reexamination of concluded cases brings about perpetual uncertainty . . . and disparages the entire criminal justice system." ***************** TV TONIGHT! http://www.pbs.org/now/ Death Penalty NOW t r u t h o u t | Programming Note Airdate: Friday 06 January 2006 at 8:30 p.m. on PBS (Check local listings at http://www.pbs.org/now/sched.html.) Are innocent people being executed in America? Next time on NOW. Are innocent people being executed because America's capital punishment system is broken? On Friday, January 6, 2006 at 8:30 p.m. on PBS (check local listings), NOW examines two death penalty cases that raise troubling questions about the way in which our society handles the ultimate punishment. As Congress and the courts continue to dial back federal oversight of death penalty cases, many worry the result will be that innocent people end up on death row. The report focuses on a still-breaking investigation in Texas that questions whether a man who has been executed was innocent. **************** SILLYNESS IN ILLINOIS http://www.chicagotribune.com/news/opinion/ chi-0601050092jan05,0,862075.column?coll=chi-ed_opinion_columnists-utl 2 lawyers cast in unlikely role as crusaders Chicago Tribune By Eric Zorn, columnist January 5, 2006 nt You may have seen the stories last month about intriguing new allegations in a famous old Illinois death-penalty case: Alstory Simon, who confessed on videotape to having killed two people in 1982, a crime for which Anthony Porter was then sentenced to die, is now claiming that he's innocent, that his confession and subsequent guilty plea were bogus. It was intriguing because Porter's case was the most galvanizing among the raft of wrongful convictions that led to death-penalty reform in the state. Porter had won a reprieve just 50 hours and 22 minutes from a scheduled lethal injection, and then-Gov. George Ryan referred to him by name when announcing the moratorium on executions that is still in place. It was intriguing also because Simon's claims of innocence directly attacked the integrity of two men who have been famously active in investigating and publicizing cases of wrongful conviction: Northwestern University journalism professor David Protess and private investigator Paul Ciolino, who cracked the Porter case. And they indirectly attacked Ryan and all the lawyers, activists and journalists, including me, who frequently cite the Porter case as an example of the death penalty's fatal flaw. What you didn't see in these stories, however, was also intriguing. The volunteer lawyers who now represent Alstory Simon are not exactly typical crusaders against the system. One of them, James Sotos, virtually personifies the system. For most of his career, Sotos, 48, has specialized in representing cities, counties and law enforcement officials in cases where citizens file suit alleging violations of their civil rights--beatings, coerced confessions and that sort of thing. Sotos is the attorney for Jon Burge, the former Chicago police commander who was fired for torturing a murder suspect and is named in numerous other police-torture claims. Sotos was the attorney who appeared on behalf of DuPage County before the Illinois Prisoner Review Board to call Rolando Cruz a "con man" when Cruz sought a full pardon for his overturned capital conviction in the 1983 murder of Jeanine Nicarico. Sotos was the attorney who appeared on behalf of McHenry County before the Prisoner Review Board to belittle Gary Gauger's claims of innocence when Gauger sought a full pardon for his overturned capital conviction in the 1993 slaying of his parents. Both Cruz and Gauger ultimately received full pardons, and both had been convicted based on alleged confessions 10 times more dubious than the confessions of Alstory Simon. Simon's other lawyer, Terry Ekl, is a former prosecutor with close ties to the DuPage County establishment. Ekl, 57, does mostly defense work but once served as Republican State's Atty. Joe Birkett's campaign manager, and he successfully defended former prosecutor Thomas Knight in the "DuPage 7" trial of officials charged with conspiring to railroad Cruz. Simon's claim is that Protess and Ciolino variously deceived and threatened him and the witnesses who implicated him in 1999. These wiles prompted Simon to confess several times, to plead guilty in court and to apologize to the mother of one of the victims. Protess and Ciolino deny any wrongdoing. Ekl and Sotos told me they believe Simon. They told me that they didn't take his case in an effort to discredit those in the justice movement with whom they have so frequently clashed, nor did they seek him out. Ekl said Simon's fellow inmates at Danville Correctional Center, where he is serving 37 years, happened to have Ekl's address. Simon wrote to explain his plight and Ekl was intrigued. When the city of Chicago filed a strategic civil suit against Simon as part of its defense against Anthony Porter's (recently failed) wrongful arrest suit, Ekl asked Sotos, "an excellent civil attorney," he said, to join the case. Their 34-page post-conviction petition seeks a full evidentiary hearing on Simon's claims, the sort of request you see all the time from attorneys who devote themselves to exposing wrongful convictions. Ekl and Sotos assure me they are completely sincere in their desire to free a man they feel is innocent. And in turn, I assure them that I'll believe them when they make a habit out of it. *********************** 2006 ALLRIDGE CALENDARS AVAILABLE > Subject: Happy New Year- 2006 Calendar - The Artwork of James > Allridge III > > Hello Again, > > I hope that everyone New Year has started out the way that they > wished. I > want to thank everyone who had a chance to order one of the beautiful > calendars. There are still calendars available and they will be > available > through the month of January. Many of the featured prints on the > calendar > are currently sold as notecards and mini prints online at > www.lightexpressions.net although the calendar itself will not be > available on online. > > To order your 2006 Light Expressions Calendar, send your check or > money > order for $20 to: > > Light Expressions > P.O. Box 19035 > Fort Worth, Texas 76119 > > add $1.50 for shipping for 1 calendar, shipping is free on 2 or more > calendars. > > or contact me directly at stanleyallridge at lightexpressions.net or > by phone > at 940-300-6606 > > Please feel free to share or forward this message to those who you > think > may be interested. > > Thanks Again, > > Stanley Allridge > Light Expressions > **************** WITNESS TO MY BROTHER'S EXECUTION "Most Catholic Italian families would be wailing and fingering rosaries. My reaction took its cue from my stoic father: We drove 150 miles in silence...." http://www.newsvirginian.com/ ***************** NEW BOOK - THE DEAD ALIVE Rob Warden, Executive Director of the Center on Wrongful Convictions, has a new book out. Check it out on the CUADP Book List at http://www.cuadp.org/books.html - click on the "NEW" button.... **************** CHANGING ATTITUDES ABOUT THE DEATH PENALTY IN THE US Changing Attitudes About the Death Penalty As 2005 gives way to 2006, the death penalty remains a major item of business on the Supreme Court's docket. In addition to a steady flow of stay-of-execution applications, the court has four capital punishment cases to decide. Three have been argued: Brown v. Sanders , No. 04-980, involving a technical aspect of the California death penalty law; Oregon v. Guzek , No. 04-928, on whether states must allow freshly convicted capital defendants to claim innocence at sentencing; and Kansas v. Marsh , No. 04-1170, on the constitutionality of that state's 1994 death penalty law. On Jan. 11, the court will hear House v. Bell , No. 04-8990, in which a Tennessee death row inmate claims that new DNA evidence proves he was wrongly convicted. Yet in one important sense, this activity is misleading: The justices may be busy with death penalty cases, but capital punishment is on the wane in the United States. It is nowhere near abolition. Judging from statistics, though, the death penalty, like Karl Marx's imagined socialist state, may be withering away. In the year just completed, 60 convicted killers were executed. That is a drop of 39 % from the recent peak of 98 in 1999, according to a year-end report by the nonprofit Death Penalty Information Center, which opposes capital punishment. Perhaps more significant, death sentences are dwindling. In 2005, there were 96 new death sentences, according to the center. This is down 70 % from 1996, when courts sentenced 320 people to die -- the largest annual number since the modern era of capital punishment began in 1976. The population of death row -- 3,383 as of Oct. 1, 2005 -- has declined by 242 since 1999. The Supreme Court has played a role in these developments. In the late '80s and early '90s, the court seemed mainly concerned with speeding up executions, issuing several rulings that limited constitutional appeals by death row inmates. More recently, however, the justices seem to be leaning in the opposite direction. In the past 3 years, the Supreme Court has abolished the death penalty for juvenile offenders and the mentally retarded, apparently to help limit the ultimate sanction to "the worst of the worst" offenders. Attitudes about the death penalty may have grown more skeptical after recent revelations, aided by modern DNA analysis, that some innocent people have been sentenced to death. Illinois has observed a moratorium on executions since 2000, largely because of a scandal over death sentences issued to 12 people who were later exonerated. Sitting on juries, citizens aware of these problems may be less likely to impose death; local prosecutors may be less likely to ask for it. Still, the most recent poll data show that, despite recent slippage, public sentiment in favor of capital punishment remains strong: 69 % in the 2005 Gallup poll supported the death penalty for murder. A majority told Gallup that the death penalty is not imposed often enough. Fewer people expressed concern about wrongful executions in 2005 than in 2003. A less-publicized, but probably significant, source of capital punishment's decline is that the number of homicides has been dropping. With fewer homicides, there are fewer occasions for states to seek the death penalty. According to the FBI, there were 24,526 homicides in 1993, but 16,137 in 2004. Statistically, this change accounts for more than 1/2 of the decline in death sentences between 1994 and 2005 (assuming a 1- year lag between crime and sentencing). The decline in homicide is not yet well understood, but social scientists point to the fading of the violent trade in crack cocaine, the hiring of thousands of additional police officers and the incarceration of large numbers of criminals for long periods as the most prominent factors. Notably, the same Supreme Court that abolished the death penalty for the retarded and juveniles has upheld Draconian state laws that condemn some offenders to life in prison after their third conviction. The recent decline in capital punishment is the 3rd such period in the modern history of U.S. criminal justice. At the beginning of the 20th century, many state legislatures, influenced by new scientific notions about the origins of crime and the individual culpability of criminals, began to eliminate the death penalty. The number of executions fell from 161 in 1912 to 65 in 1919, according to "The Death Penalty: An American History," a book by UCLA law professor Stuart Banner. But Prohibition, enacted in 1920, brought on a surge in violent crime; the death penalty made a comeback. The all-time highest annual number of executions, 199, was recorded in 1935. A long post-World War II decline in violent crime, coupled with a more pro-defendant attitude toward criminal justice at the Supreme Court, helped reduce the number of executions to zero by 1967. This de facto moratorium remained in place through 1972, when the Supreme Court struck down all state death penalty laws. By that time, a new violent crime wave was underway, and the homicide rate was approaching one for every 10,000 people. Responding to public demands for a crackdown, states enacted new death penalty laws, and the Supreme Court ratified them in 1976. The stage was set for the eventual surge of death sentences and executions. This history implies that, while the Supreme Court may shape the ebb and flow of capital punishment, the public's general fear of violent crime -- tempered by its feelings about the death penalty's fairness and reliability -- is the crucial factor. The safer streets get, the less likely the democratic process is to produce capital punishment on a large scale. But any attempt by the court to abolish the death penalty at a single stroke might not only fail, but also lead to even more capital punishment. (source: Column, Charles Lane, Washington Post) ******************* FIND SOMETHING USEFUL? CUADP thanks you all and urges everyone else to PLEASE give at your capacity in order to enhance CUADP's capacity to continue as a leader in the movement to abolish the death penalty. If you are not on CUADP's snail mail list, read the current appeal letter at http://www.cuadp.org/support.html#LATEST%20CUADP%20APPEAL . Now is the time to invest in CUADP. Please help keep CUADP going with whatever you can offer on a one-time OR monthly basis by using CUADP's secure server to make a contribution now. Please click here to use a major credit card or PayPal: . If you would like to contribute but don't wish to do so over the internet, please call 800-973-6548 or mail your contribution to the address shown below. Send checks or money orders to: CUADP PMB 335 2603 NW 13th St. Gainesville, FL 32609 To make your donation TAX DEDUCTIBLE, make it to the Florida Coalition for Peace and Justice (FCPJ) with "cuadp" in the memo line and send it to the address above. Over the next four weeks I'll tell you more about what we've done, and what's next on the agenda, and I'll keep the information flowing.... CUADP thanks you for your consideration and looks forward to hearing from you. Yours in the Struggle, --abe Abraham J. Bonowitz Director, CUADP <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< LINKS/HINWEISE <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 15 Ereignisse 2005 von: aidoh at aidoh.dk ================================================ An die Info-Liste von AIDOH und die Presse Wir haben soeben mit dem alten Jahr durch eine erfolgreiche Kunst- Manifestation in Hong Kong Abschied genommen. Der Jahreswechsel ist Zeit für eine Bestandsaufnahme. Die Aktivitäten in unserer Werkstatt haben mehrmals die fieberhafte Ebene erreicht. Das behaupten wir jedes Jahr, aber diesmal ist es besonders wahr. Wir haben eine Übersicht der wichtigsten Ereignisse des Jahres gemacht, siehe unten. Die Liste ist auch auf unserer Homepage zu finden, sogar als eine attraktive Farbbroschüre (in Word und PDF Format), siehe http://www.aidoh.dk/?categoryID=148 Unser Webmaster, Kasper, hat eine bemerkenswerte Erneuerung gemacht: Ein Index über sämtliche Galschiot's Skulpturen. Dort findet man eine Beschreibung der einzelnen Werke und unsere riesige Foto-Datei. Man kann bei jeder Skulptur auf 'More photos' klicken, siehe http://sculptures.aidoh.dk/ Wir entschuldigen an alle die uns angeschrieben haben ohne eine Antwort zu bekommen. Die Ursache ist darin zu suchen, dass unsere Bemannung im Büro für die Durchführung unserer vielen ambitionierten Projekten völlig unzureichend ist. Wir werden uns aber bemühen so bald wie möglich die Versäumnisse nachzuholen. Die besten Wünsche für das neue Jahr von Jens Galschiot und seiner Mannschaft **************** ***** Ereignisse 2005 ***** ausgeführt von Jens Galschiot und seiner Werkstatt in Odense, Dänemark Januar: Stimmen aus dem Ghetto Die grosse Installation enthält 5 Skulpturgefügen, je mit 3 Computern mit Bildschirmen. Das interaktive Videoprojekt umfasst Interviews mit 25 Bewohnern eines Einwanderghettos in Odense. Die Installation entstand als eine Zusammenarbeit mit Intendant Niller Madsen der Fernsehstation Odense sieht Rot. Sie befindet sich zur Zeit auf einer Tournee durch Dänemark. Bestellung kann vereinbart werden. Siehe http://www.aidoh.dk/?categoryID=81 Januar: Gratwanderung Kupfermenschen treiben halsbrecherische Akrobatik an der Spitze einer emporragenden Kohlenfiberstange. Die Skulpturen werden als Logo und Blickfang eingesetzt für das Jahrzehnt der Uno für Bildung für nachhaltige Entwicklung (2005-2014). Das Projekt wurde auf einer Uno-Konferenz in Indien der Öffentlichkeit vorgestellt von unserem Partner Lars Myrthu-Nielsen vom dänischen Öko-Netz, siehe http://www.aidoh.dk/?categoryID=66 April: Hotel Hans Christian Andersen, Odense Eine der grössten Dekorationsaufträge die Galschiot bisher ausgeführt hat. Vier Kupfersäulen von 4 m Höhe unterstützen die Eingangspartei des Hotels. Jede Säule stellt verflechtete Gestalten eines Andersen-Märchens dar. Der Dichter selbst sitzt auf einer runden Bank in einer Kappe eingehüllt und wartet auf seine Droschke. Die Skulptur wurde bald eine Touristen-Attraktion. Jeden Tag lassen sich Hunderte von Urlaubern sich zusammen mit dem dichter auf der Bank fotografieren, siehe (nur dänisch) http://www.aidoh.dk/?categoryID=151 Mai: Mailands Schweinehund wieder frei Der Innere Schweinehund von Mailand war seit 1994 in einem kommunalen Depot hinter Schloss und Riegel. Nach intensiver Fahndung und Verhandlungen mit den Behörden ist es aber den Mailänder Esperantisten gelungen das Biest loszukaufen. Im Esperanto-Garten in Cormano, einer Kleinstadt in der Nähe von Mailand, wurde die Skulptur endgültig der Öffentlichkeit sichtbar gemacht. Die Einweihung wurde dem Bürgermeister Roberto Cornelli betreut. Die Stadt Mailand dagegen glänzte durch Abwesenheit. Wie zuvor hatte man für die Symbolik der Skulptur kein Verständnis. Siehe http://www.aidoh.dk/?categoryID=129 November: Das Mädchen mit den Schwefelhölzchen Elf Kupferskulpturen von 10-jährigen Mädchen nach Vorlage des Märchens von Hans Christian Andersen. In einer Hand halten die Mädchen ein Bund Schwefelhölzchen, in der anderen ein Handy. Die Skulpturen machten eine Rundreise in Dänemark vor den Kommunalwahlen um das Kinderleben 2005 in das Blickfeld zu rücken. Das Projekt war eine Zusammenarbeit mit dem Bund der Erzieher, BUPL. November: Das Goldene Kalb in Belgien In der belgischen Stadt Gent stand ein 8 m hohes biblisches Goldenes Kalb mit 24-karat Blättergold an der Spitze einer bunten Prozession mit Künstlern, Narren, Sambatänzern und Gentbewohnern. Ziel des Umzuges war es, die unethischen Anlagen der Banken anzuprangern. So der belgische Aktivist Mathias Bienstman: "Das Goldene Kalb ist ein Sinnbild der Vergötterung von Gewinn und Rendite. Die Skulptur will die Banken verantwortlich machen. Warum sollen unsere Spargelder in Waffen, Diktatoren, Sweatshops und andere unethische Anlagen fliessen?" Siehe http://www.aidoh.dk/?categoryID=136 Dezember: Hans Christian Andersen lorbeerbekränzt 2005 wäre der berühmte dänische Märchendichter Hans Christian Andersen 200 Jahre alt geworden. Das Jahr wurde in ganz Dänemark mit zahlreichen Kulturereignissen markiert. Zur offiziellen Schliessungsfeier in Odense wurde Jens Galschiots 3 m hohe Kupferskulptur des Dichters am Haupteingang des Rathauses aufgestellt. Der Bürgermeister Anker Boye krönte mit einem Lorbeerkranz den Dichter, genauso wie es im 1867 mit dem lebendigen Andersen geschah, als ihm die Ehrenbürgerschaft zugewiesen wurde. Das Dichterbildnis soll in den Erzählerbrunnen eingekörpert werden, eine Wasserkunst die Galschiot auf dem Reissblatt hat und verwirklichen wird, falls es einer Bürgerinitiative gelingt die nötige Finanzierung aufzubringen. Der Brunnen soll auf einem geräuschlosen Platz aufgestellt werden um als Medium einer blühenden Erzählertradition zu dienen. Siehe http://www.aidoh.dk/art_and_events/hca/GB-Storyteller.htm Dezember: WTO Konferenz in Hong Kong Drei Skulpturgruppen wurden nach Hong Kong geschickt um den unausgewogenen Welthandel ins Blickfeld zu rücken. Survival of the Fattest und Der Hungermarsch sind bereits von mehreren Kundgebungen in Europa bekannt, Rinderwahn ist zum zweiten mal dabei. Die Skulptur besteht aus einer neun Meter hohe Wage mit einer ausgestopften Kuh am einem Arm und fünf ausgehungerten afrikanischen Kindern am anderen. Die Wage ist ein Sinnbild des absurden Subsidienwahns. Der Direktor von Victoria Park begegnete den Skulpturen mit einer endlosen Reihe von Hindernissen. Nach tagelangem Tauziehen gelang es jedoch dem standhaften Bildhauer die Kunstwerke im Park zu errichten. Vielleicht war die Drohung eines Gerichtsverfahrens durch den bekannten Hongkonger Anwalt Albert Ho entscheidend. Der skulpturelle Aufruf bekam in der Presse einen außergewöhnlichen Widerhall, siehe http://www.aidoh.dk/WTO ******************* Kontakt: Jens Galschiot, Banevänget 22, DK-5270 Odense N, Dänemark Tel.: +45 6618 4058, Fax +45 6618 4158 aidoh at aidoh.dk, www.aidoh.dk ================================================ 16 [kanalb.at] kanalB.at video: marcus omofuma gedenkstein - update von: webmaster at kanalB.org ================================================ titel des videoclips: marcus omofuma gedenkstein - update --: - beschreibung: die rassistischen attacken gegen den gedenkstein halten auch 2 jahre nach seiner aufstellung beim Wiener museumsquartier an. erneut wurden die tafeln mit farbe übergossen. im bericht sprechen aktivistInnen die sich mit der pflege und instandsetzung des denkmals beschäftigen über die attacken und die möglichen hintergründe.
---: - kategorie: kurzdoku ----: - clipinfo: http://austria.kanalb.org/clip.php?clipId=1276 -----: - video: http://austria.kanalb.org/video.php?clipId=1276&Viam=Clip ------: - download: http://austria.kanalb.org/download.php?clipId=1276 --------------: - laenge: 5,03 min team: zap / flo erstellt: 2006-01-08 format: rm datenmenge: 12 MB -------------: - weitere informationen: http://no-racism.net/rubrik/116/ ---------: - weitere clips zum thema rassismus toetet!: http://austria.kanalb.org/ topic.php?clipId=67 ----------------: - video-player: http://austria.kanalb.org/realplayer.php -----------------: - kanalB ersetzt herkoemmliches fernsehen: http://austria.kanalb.org _______________________________________________ clips_kanalb_at mailing list clips_kanalb_at at kanalB.org http://kanalB.org/cgi-bin/mailman/listinfo/clips_kanalb_at ================================================ 17 [kanalb.at] kanalB.at video: crunchy humans von: webmaster at kanalB.org ================================================ titel des videoclips: crunchy humans --: - beschreibung: werbung für dinosaurieressen. aus der säurefabrik. ---: - kategorie: animation ----: - clipinfo: http://austria.kanalb.org/clip.php?clipId=1275 -----: - video: http://austria.kanalb.org/video.php?clipId=1275&Viam=Clip ------: - download: http://austria.kanalb.org/download.php?clipId=1275 --------------: - laenge: 0,40 min team: david pfluger erstellt: 2006-01-07 format: rm datenmenge: 1 MB ----------------: - video-player: http://austria.kanalb.org/realplayer.php -----------------: - kanalB ersetzt herkoemmliches fernsehen: http://austria.kanalb.org _______________________________________________ clips_kanalb_at mailing list clips_kanalb_at at kanalB.org http://kanalB.org/cgi-bin/mailman/listinfo/clips_kanalb_at ================================================ B) TERMINE ================================================ ======================== Montag http://www.mund.at/butt/Termine/Januar/0901.htm Dienstag http://www.mund.at/butt/Termine/Januar/1001.htm Mittwoch http://www.mund.at/butt/Termine/Januar/1101.htm ======================== ================================================ D) EDITORIAL ================================================ Für den Inhalt verantwortlich: Ihr. Medieninhaberinnen & Medieninhaber seid Ihr E-Mail-Adresse für Beiträge: widerstand at no-racism.net geschickt. widerst at nd MUND und alle Termine täglich aktualisiert im Web: http://www.no-racism.net/MUND Ziel von MUND (medienunabhängiger Nachrichtendienst) ist die unzensurierte und möglichst rasche Information über gesellschafts- politisch relevante Termine, Hinweise und Diskussionsbeiträge zu Widerstand und Antirassismus sowie verwandte Themen. sollen einen Titel, Namen und Emailadresse der/des AutorIn enthalten und möglichst kurz und prägnant gehalten sein, ev. mit Hinweis, wo weitere Informationen eingeholt werden können. Bitte keine Attachments! Die inhaltliche und sachliche Verantwortung liegt bei der/dem jeweiligen AutorIn bzw. jenen, die uns die Beiträge schicken. Der MUND wird von einzelnen TagesredakteurInnen zusammengestellt. Da Fehler nicht ausgeschlossen sind, bitten wir, nicht veröffentlichte Beiträge nochmals an widerstand at no-racism.net zu senden. Die Weiterleitung (auch auszugsweise) ist erwünscht. Beiträge mit rassistischen oder sexistischen Inhalten werden nicht veröffentlicht. Sehr persönliche Meldungen werden wir an den betreffenden Adressaten weiterleiten, aber nicht im MUND veröffentlichen. Die bisherigen Ausgaben sind unter http://www.no-racism.net/MUND archiviert. Terminankündigungen bitte nach folgender Vorlage: * Wann: Sonntag, 11.11.2001, 11:11 Uhr * * Was: Maskenball: Motto "Schwarzblau ist die Haselnuss" * * Wo: Villa Morgenrot, Grüner Anger 42, 2001 Wendendorf * * Kommentar: Anreise per Anhalter. Maskenzwang. Ende nie. Aber kurz und prägnant.* Die Rubrik "Redaktionelles" am Ende der Ausgabe ist u.a. eine Konsequenz aus der Notwendigkeit, sexistische, antisemitische und rassistische Beiträge nicht zu veröffentlichen, ohne jedoch stillschweigend Zensur zu üben. Hier wird - in anonymisierter Form - auf angehaltene Beiträge hingewiesen und eine kurze Begründung der Tagesredaktion für die Nichtaufnahme geliefert. (Weitere Gründe einen Beitrag nicht aufzunehmen sind z.B.: Attachments, kein erkennbarer Bezug zu den breit gestreuten Themen des MUND, Werbesendungen, sinnlose Kettenbriefe.) Die AbsenderInnen der betroffenen Beiträge werden hiervon informiert. Im Sinne einer "gläsernen Zensur" könnt ihr Euch die Beiträge gerne extra schicken lassen: Ein kurzes Mail an widerstand at no-racism.net genügt. ================================================ E) VERTEILERLISTE ================================================ Zur Eintragung in diesen Verteiler bitte direkt subskribieren unter http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/analle oder von der einzutragenden Adresse aus ein mail schicken an: admin at no-racism.net mit folgendem Text: subscribe no-racism Bitte wegen Automatisierung diesen Wortlaut verwenden! Zur Austragung aus dieser Liste bitte an zusammengestellt. Bitte keine Attachments! (werden nicht angenommen) Redaktionsschluss für diese Ausgabe: So, 19.00 Uhr III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III ü, ö, ä, ß, Ü, Ö, Ä III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III widerst at nd-MUND is powered by http://alt.strg.at/ ================================================ From analle at no-racism.net Tue Jan 10 08:41:42 2006 From: analle at no-racism.net (=?iso-8859-1?q?MUND=3A_medienunabh=E4ngiger_Nachrichtendienst?=) Date: Tue, 10 Jan 2006 08:41:42 +0100 Subject: widerst@nd! - MUND: Dienstag, 10.1.2006 Message-ID: widerst at nd MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst www.no-racism.net/mund MedieninhaberInnen seid Ihr! Dienstag, 10.01.2006 ================================================ A) INHALT ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN UND ANKÜNDIGUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 01 13.1.: F13 - Presseinformation des Augustin "Angela Traussnig" ================================================== 02 12.1.2006: Diskussionsveranstaltung - Der neue Irak zwischen Wahlen und Terrorismus "wadi wien" ================================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN UND KOMMENTARE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 03 Homosexuelle: Bezirksgericht Neusiedl gegen Stiefkind-Adoption "Rechtskomitee LAMBDA" ================================================== 04 [Netbase] Erfolgreiche Bilanz nach Neupositionierung! Martin Wassermair ================================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< SOLIDARITÄT WELTWEIT ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 05 [gipfelsoli] Genua gipfelsoli-l at lists.nadir.org ================================================== 06 [CUADPUpdate] Alito, NJ, NH, & This & That... "Abraham J. Bonowitz" ================================================== ================================================ B) TEXTE ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN UND ANKÜNDIGUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 01 13.1.: F13 - Presseinformation des Augustin "Angela Traussnig" ================================================== Eine Presseinformation des Augustin F13 am Freitag, den dreizehnten Jänner: Fasching von unten Das Kürzel F13 steht für eine noch junge Zusammenarbeit von künstlerischen und sozialen Initiativen, die versuchen, an der "Unglücks"-Bedeutung des Datums Freitag der Dreizehnte mit Ironie zu rütteln und einen neuen urbanen Volksbrauch zu entwickeln. Solche Tage - der Kalender bietet uns heuer zwei "schwarze Freitage" - sollen zu Feiertagen für Menschen, die sonst wenig zu feiern haben, erklärt werden. Mit karnevalesken Mitteln soll dabei auch auf die versteckte Armut und die Verdrängungen von Randgruppen aus dem öffentlichen Raum aufmerksam gemacht werden. Auf Initiative des Augustin finden diese "F13"-Tage bereits seit dem Jahr 2002 statt. Diesmal, am 13. Jänner 2006, erhoffen sich die Initiatoren größere Resonanz in der Öffentlichkeit: "Wien wird an diesem Tag einen Faschingsumzug erleben, der an die Epochen des verrückten, chaotischen Volksfaschings erinnert, bei dem sich die Bettler zu Königen erklärten und sich von den offiziellen Königen nichts sagen ließen. Als ErbInnen des ungezähmten Fasching sammeln sich AugustinverkäuferInnen, Sozialinitiativen, PerformancekünstlerInnen, MusikantInnen u.a. kritisches Volk am Margaretenplatz und ziehen dann quer durch die Stadt zum Spittelberg, wo - wenn schon nicht die gesellschaftlichen Verhältnisse, so doch - die Faschingsgesellschaft zum Tanzen gebracht wird", kündigt Augustin-Sprecherin Angela Traußnig an. Neben dem Faschingsumzug wird es kleinere Aktionen an verschiedenen Punkten der Stadt geben, etwa einen "Kost-nix- Laden" vor dem Arbeitsamt im 5. Bezirk oder ein Projekt des Musikers Stefan Sterzinger (koopkitsch), das sich "vocalguerilla" nennt. Der F13-Tag wird mit einem Fest im Amerlinghaus abgeschlossen, bei dem nach den Chören "Stimmgewitter Augustin" und "Gegenstimmen" Krispel und Molden als "Red River Two" zu hören sind. Der Eintritt ist frei. Im Rahmen des Festes wird der Bürobetrieb der "Ersten Österreichischen Absageagentur", eine Initiative Peter A. Krobaths nach Berliner Vorbild, aufgenommen werden. Die alltägliche Praxis vieler Arbeitssuchender soll damit umgekehrt werden, denn: "Selbst absagen ist besser fürs Ego als eine Absage erhalten", erklärt der Initiator. Wir ersuchen Sie, F13 in Ihrer Berichterstattung zu berücksichtigen und würden uns freuen, Sie beim Umzug oder beim Fest begrüßen zu dürfen. Redaktion Augustin, Tel (01) 587 87 90 -10 Treffpunkt für den Faschingsumzug: Freitag, 13. Jänner, 15.30 Uhr, 1050, Margaretenplatz F13 Fest des Augustin ab 18.30 Uhr im Amerlinghaus, 1070, Stiftgasse 8 Dokumentation der bisherigen F13-Tage: www.f13.at ================================================== 02 12.1.2006: Diskussionsveranstaltung - Der neue Irak zwischen Wahlen und Terrorismus "wadi wien" ================================================== Der neue Irak zwischen Wahlen und Terrorismus Während der Irak im Laufe des Jahres 2005 mit der neuen Verfassung und den erfolgreich durchgeführten Wahlen Fortschritte beim Aufbau neuer demokratischer staatlicher Strukturen erreichen konnte, ist die Sicherheitslage und das Alltagsleben vor Ort immer noch in weiten Teilen des Landes katastrophal. Nach wie vor sind große Gebiete des Zentraliraks nicht unter Kontrolle der Regierung. Im Nord- und Zentralirak regieren zwar Parteien der irakischen Regierung, allerdings ist das Land weiterhin ethnisch- und religiös fragmentiert. Die Institutionenbildung des neuen Irak steht damit immer noch am Anfang. Über Fehlschäge und Erfolge dieses Aufbaus eines neuen Irak diskutieren Vertreter der wichtigsten Parteien des Irak: Mustafa Ramazan (Kurdistan-Allianz bestehend aus PDK, PUK und kleineren Parteien) Salem Hassan (Hoher Rat des islamsichen Widerstands - SCIRI) Fuad Khaffaf (Dawa) Fuad Jabbar (Irakische Kommunistische Partei - IKP) Mujahid al-Janabi (al-Tawafuk - Sunnitische Allianz) Giorgis Adam (Assyrische Demokratische Bewegung ZOWAA) Moderation: Ali al-Zahid Wann: DONNERSTAG, 12. Jänner 2006, 20:00 Wo: NIG (Neues Institutsgebäude der Universität Wien, Universitätsstraße 7, Hörsaal I, 1010 Wien) Eine Veranstaltung des Instituts für Politikwissenschaft der Universität Wien, des Österreichisch-Irakischen Freundschaftsvereins Iraquna und der im Irak tätigen Hilfsorganisation WADI -- WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit e-mail: wadi.wien at gmx.at website: www.wadinet.at Tel.: 0699-11365509 Postfach 105 A-1181 Wien Spendenkonto in Österreich: Kontonummer 07.405.301 Evangelische Kreditgenossenschaft eG BLZ 31800 IBAN: AT10 3180 0000 0740 5301 BIC: EVKRATW1 Website mit weiteren Informationen zu Projekten von Wadi und Veranstaltungshinweisen: www.wadinet.at ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN UND KOMMENTARE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 03 Homosexuelle: Bezirksgericht Neusiedl gegen Stiefkind-Adoption "Rechtskomitee LAMBDA" ================================================== (English Text Below) RKL-Klagsoffensive geht weiter Bezirksgericht Neusiedl gegen Stiefkind-Adoption RKL: "Nun ist das Landesgericht Eisenstadt am Wort" Nach den Erfolgen im Steuerrecht und bei der Mitversicherung in der Krankenversicherung geht die RKL-Klagsoffensive zur Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare in die nächste Runde. Das Bezirksgericht Neusiedl hat einer Frau die Genehmigung der Adoption des Kindes ihrer Lebensgefährtin verweigert. Nun hat das Landesgericht Eisenstadt über den Fall zu entscheiden. Theoretisch können auch gleichgeschlechtlich l(i)ebende Menschen als Einzelpersonen Kinder adoptieren, auch die leiblichen Kinder ihrer PartnerInnen (Stiefkindadoption). Faktisch ist dies aber nicht (sinnvoll) möglich, weil die leibliche Mutter ihre elterlichen Rechte verliert, wenn ihre Partnerin ihr Kind adoptiert bzw. der leibliche Vater seine elterlichen Rechte wenn sein Partner sein Kind adoptiert. Heterosexuelle (auch unverheiratete) Paare können nach Adoption des Kindes des einen Partners durch den Stiefelternteil beide rechtlich Eltern sein. Gleichgeschlechtlichen Paaren ist dies, und damit eine sinnvolle Stiefkindadoption, verwehrt. Das RKL unterstützt den Fall einer Frau, die die Adoption des Kindes ihrer Partnerin bereits vertraglich besiegelt hat, den Adoptionsvertrag aber nicht zur gerichtlichen Genehmigung einreichen konnte, weil das nach der geltenden Gesetzeslage zwangsläufig den Verlust der elterlichen Rechte durch die Mutter zur Folge hätte. Mit einem Individualantrag an den Verfassungsgerichtshof wurde die Aufhebung der entsprechenden Bestimmung des Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuches (§ 182 Abs. 2 Satz 2 ABGB) begehrt. Der Verfassungsgerichtshof hat die Antragstellerin an das Pflegschaftsgericht verwiesen. Nach Ablehnung ihres Antrags durch das Bezirksgericht könne dann das Landesgericht bei ihm, dem Verfassungsgerichtshof, die Aufhebung des Gesetzes beantragen (VfGH 14.06.2005, G 23/05). Freibrief zur Diskriminierung? Das Bezirksgericht Neusiedl am See hat die Genehmigung des Adoptionsvertrages mit Beschluss vom 10.10.2005 (1 P 101/05g) verweigert. Fragen sexueller Orientierung fallen in den Schutzbereich des Rechtes auf Privat- und Familienleben (Art. 8 EMRK) und Diskriminierungen auf Grund der sexuellen Orientierung sind grundsätzlich nicht zu tolerieren, so der Richter. Dessen ungeachtet vermeinte er unter Berufung auf das Urteil des Europäischen Menschenrechtsgerichtshofs im Fall Fretté gg. Frankreich 2002, dass im Bereich des Adoptionsrechts den Staaten ein weiter Ermessensspielraum zustehe, der die Benachteiligung homosexueller Paare bei der Stiefkindadoption decke. Die Adoptionswerberin, ihre Partnerin und das Kind haben gegen diesen Beschluss Rekurs erhoben und darauf hingewiesen, dass es in ihrem Fall nicht wie im Fall Fretté um die Einzeladoption eines fremden Kindes geht, zu dem noch keinerlei Beziehung besteht, sondern um die Benachteiligung von unverheirateten homosexuellen Paaren gegenüber unverheirateten heterosexuellen Paaren (die der Europäischen Menschenrechtsgerichtshof ein Jahr nach Fretté prinzipiell für unzulässig erklärt hat: Karner gg. Österreich 2003) bei der Stiefkindadoption. "Der Ball liegt nun beim Landesgericht Eisenstadt", sagt der Wiener Rechtsanwalt Dr. Helmut Graupner, Präsident der Homosexuellen-Bürgerrechtsorganisation Rechtskomitee LAMBDA und Anwalt der Familie, "und wir dürfen gespannt darauf sein, ob es der Einladung des Verfassungsgerichtshofs folgt und, so wie seinerzeit das Oberlandesgericht Innsbruck hinsichtlich § 209, im Sinne der Grund- und Menschenrechte die Aufhebung eines homosexuellendiskriminierenden Gesetzes beantragt". Das 1991 gegründete Rechtskomitee LAMBDA (RKL) arbeitet überparteilich und überkonfessionell für die umfassende Verwirklichung der Menschen- und Bürgerrechte gleichgeschlechtlich l(i)ebender Frauen und Männer. In seinem Kuratorium vereinigt es so prominente Mitglieder wie den SPÖ-Vorsitzenden Dr. Alfred Gusenbauer, Präs. NRAbg. Peter Schieder,, NRAbg. Mag. Terezija Stoisits, den renommierten Kinder- und Jugendpsychiater Univ.-Prof. Dr. Max Friedrich und die Kinder- und JugendanwältInnen von Wien DSA Monika Pinterits und Dr. Anton Schmid, den Generalsekretär von Amnesty International Österreich Mag. Heinz Patzelt und die bekannten Menschenrechtsexperten Dr. Lilian Hofmeister und Univ.-Prof. Dr. Manfred Nowak, die Sexualwissenchafter Univ.-Prof. Dr. Josef Christian Aigner, Prof. Dr. Rotraud Perner und Mag. Johannes Wahala, den Theologen Univ.-Prof. Dr. Kurt Lüthi, Günter Tolar u.v.a.m. Rückfragehinweis: 0676/3094737; 01/8763061, office at RKLambda.at, www.RKLambda.at 09.01.2006 ----------------------------------- RKL-Litigation Offensive Continues District Court of Neusiedl Refuses Stepparent-Adoption RKL: "Now it's the turn of the Regional Court of Eisenstadt" After the great successes gained in tax law and regarding health insurance partner benefits RKL-litigation offensive for same-sex partners' rights goes into its next round. The District Court of Neusiedl refused to approve the adoption of a minor child by the same-sex partner of her mother. Upon appeal the case is now pending before the Regional Court of Eisenstadt. Theoretically according to Austrian law also homosexuals can, as individuals, adopt a child (single adoption), also the (biological) children of their partners (stepparent-adoption). In fact this however is not practically possible, since the biological mother looses her parental rights, when her partner adopts her child; vice versa the biological father looses his parental rights, when his partner adopts his child. On the contrary heterosexual couples (also if unmarried) can be both legal parents after adoption of a child of one of the partners by the step-parent. The law withholds this possibility, and therefore a meaningful and practical step-parent adoption, from same-sex partners. RKL supports the case of a woman, who entered into an adoption contract with her partner concerning the adoption of her child. The woman however could not ask the Court for approval of this contract since such an approval would have meant that the biological mother, her partner, would loose all her parental rights. So the women and the child asked the Constitutional Court to repeal the respective statutory provision (Art. 182 par. 2 2nd sentence General Civil Code, ABGB). The Constitutional Court referred the applicants to the family court. After this court refuses approval of the adoption the applicants could then ask the Appeals Court to address the Constitutional Court for repeal of the provision (VfGH 14.06.2005, G 23/05). License to discriminate? The applicants did so and the family court, the District Court of Neusiedl am See, refused approval by decision of 10th October 2005 (1 P 101/05g). Sexual orientation, the judge said, is a protected category under the right to private and family life (Art. 8 ECHR) and discrimination on the basis of sexual orientation as a principle is intolerable. Nevertheless the judge (referring to the judgment of the European Court of Human Rights in Fretté vs. France 2002) held the opinion that in the area of adoption states would enjoy a wide margin of appreciation, which margin would allow disadvantaging of same-sex couples in stepparent-adoption. The two partners and her child appealed this decision and pointed out that their case, unlike Fretté 2002, is not about single adoption of a foreign child, to which there is no relation yet established at all, but that their case is about unequal treatment of unmarried same-sex couples in relation to unmarried opposite-sex couples (such unequal treatment having been declared inadmissible by the Court one year after Fretté in Karner vs. Austria 2003) regarding stepparent-adoption. "Now it's the turn of the Regional Court of Eisenstadt”, says Dr. Helmut Graupner, president of the Austrian lesbian and gay rights organization Rechtskomitee LAMBDA (RKL) and counsel of the family, "We are anxious to see if it will follow the invitation of the Constitutional Court and, as the Upper Regional Court of Innsbruck did regarding infamous Art. 209, will on the basis of human rights apply for the repeal of legislation discriminatory to same-sex couples.” Rechtskomitee LAMBDA (RKL), founded in 1991, on a supra-partisan and denominational level is working for the implementation of human rights for homo- and bisexual men and women. In its honorary board it convenes so prominent members as the Chairman of the Social-Democratic Party of Austria (SPÖ) Dr. Alfred Gusenbauer, President MP Peter Schieder, MP Mag. Terezija Stoisits (Green Party), the well-known child and adolescent psychiatrist Univ.-Prof. Dr. Max Friedrich and the Ombudspersons for Children and Adolescents of Vienna DSA Monika Pinterits und Dr. Anton Schmid, the Secretary General of Amnesty International Austria Mag. Heinz Patzelt and the well-known human rights experts Dr. Lilian Hofmeister und Univ.-Prof. Dr. Manfred Nowak, the sexologists ao.Univ.-Prof. Dr. Josef Christian Aigner, Prof. Dr. Rotraud Perner and Mag. Johannes Wahala, the theologian Univ.-Prof. Dr. Kurt Lüthi, entertainer Günter Tolar and many more. More information: Rechtskomitee LAMBDA, (++43/1/876 30 61), office at RKLambda.at; www.RKLambda.at 2005-11-10 ================================================== 04 [Netbase] Erfolgreiche Bilanz nach Neupositionierung! Martin Wassermair ================================================== |--- | PRESSEMITTEILUNG |--- | Netbase | Institut für Neue Kulturtechnologien/t0 |--- | 09.01.2006 |--- |--- | Der kritischen Auseinandersetzung mit Informationszeitalter | diskursive Öffentlichkeiten schaffen! |--- | Netbase zieht nach Neupositionierung erfolgreiche Bilanz! |--- "In Wien herrscht großer Bedarf an kritischer Auseinandersetzung mit Kunst, Kultur und Gesellschaft im Informationszeitalter!" Die Wiener Medienkultur-Institution Netbase zieht nach dem Neustart Mitte September 2005 eine erste Bilanz und sieht sich nach dem Erfolg bestätigt. Über zwanzig Veranstaltungen in den neuen Räumlichkeiten sowie Beiträge im Community TV und internationale Publikationen haben für eine neuerliche Ausweitung der Zielgruppen gesorgt und den künstlerischen und global vernetzten Austausch intensiviert. Den Höhepunkt bildete im November das World-Information City Festival im indischen Bangalore, das auch in Wien durch Vermittlungsaktivitäten begleitet wurde. "Wir haben mit der Neuausrichtung den Anspruch verfolgt, Netbase noch stärker als internationalen Knotenpunkt zu positionieren", erklärt Netbase-Leiter Konrad Becker. "Mit der Schwerpunktsetzung auf Kontrollgesellschaft, Geistiges Eigentum und die Gefahr der zunmehmenden Zungangsbeschränkungen zu Information, Wissen und Bildung haben wir diskursiven Öffentlichkeiten einen offenen Raum geschaffen, der auch in Wien dringend nötig ist." Viele Künstlerinnen und Künstler sowie Persönlichkeiten aus den Bereichen Medien, Theorie und Wissenschaft erklärten sich in den Wochen nach dem Neustart bereit, mit Projekten und Präsentationen zum Angebot der Netbase beizutragen. Das Jahr 2006 bietet die Möglichkeit zur weiteren Etablierung des Medienkultur-Sektors in Wien. Mit Netbase verfügt die Stadt über eine Schnittstelle von Kunst und Kultur zu neuen Informationstechnologien, die als Partner in vielen internationalen Kooperationsprojekten großes Ansehen genießt. "Nicht zuletzt deshalb, vor allem aber auch angesichts der erfolgreichen Eröffnungsaktivitäten, sind wir zuversichtlich, dass die Kulturpolitik diesem Stellenwert in der Finanzierung Rechnung tragen wird", so Becker abschließend. |--- | Foto-Dokumentation: |--- | http://netbase.org/t0/localprogram/img |--- |--- | Rückfragen: |--- | Netbase | Institut für Neue Kulturtechnologien/t0 | Neustiftgasse 17 | A-1070 Wien |--- | Tel. +43 (1) 522 18 34 | Fax. +43 (1) 522 50 58 |--- | http://www.netbase.org/ |--- ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< SOLIDARITÄT WELTWEIT ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 05 [gipfelsoli] Genua gipfelsoli-l at lists.nadir.org ================================================== Gipfelinfo - Meldungen über globalisierte Solidarität und die Proteste gegen unsolidarische Globalisierung -------------------------------------------------------------------------- G8/Genua: Wichtiges Prozess-Update In einer überraschenden Wendung verabschiedeten die Christdemokraten im Dezember eine Änderung am "Save Previti"-Gesetz das alle Verfahren von dieser Verordnung befreit. "Save Previti" ist eine von Silvio Berlusconi eingebrachte Änderung im Strafrecht, welche die Zeitspanne für Strafverfahren nahezu halbiert und somit viele lang andauernde Gerichtsverfahren quasi zwangsbeendet ohne das es zu einem Richterspruch kommt. Dies bedeutet, das die grad stattfindenden Diaz- und Bolzaneto- Verfahren nicht mehr vom "Save Previti Gesetz" betroffen sind. In beide Verfahren wurde nun die Verjährungsfrist wieder auf 15 Jahre gesetzt. Mark Covell, einer der am schwersten verletzten und Indymedia UK NUJ Journalist sagt dazu: "Ich freue mich sehr und bin überglücklich. Ich bin sicher das die restlichen Diaz-Opfer ebenso denken. Beide Verfahren werden nun zu Ende gebracht werden können und wir werden Gerechtigkeit bekommen, in dem diese hochrangigen Polizisten für ihre Verbrechen ins Gefängnis gehen. Ich stehe in Kontakt mit Supporto Legale die das größte Diaz und Bolzaneto Opfertreffen in Berlin haben. Die Deutschen sind sehr glücklich.". Nach Ankunft in Genua sagte er ebenfalls, "Einige der britischen Zeugen und ich sagen diesen Monat vor Gericht aus und Videomaterial von Undercurrents vom Beginn der Razzia wurde eingereicht und wird am 11. Januar in einer öffentlichen Gerichtssitzung abgespielt. Dies ist ein großer Tag für alle von uns." In einer weiteren Entwicklung wird durch Anwälte, Friedenrichter und Richter am 17., 18. und 19. Januar möglicherweise ein Schlag gegen das "Save Previti"-Gesetz erfolgen. Es wird immer deutlicher das Berlusconi isoliert und völlig alleine steht in dem Versuch diesen Gesetzesentwurf zu verabschieden um sich selbst vor Verfahren gegen ihn zu schützen. Gianfranco Fini hat sich ebenfalls entschlossen Opposition gegen diesen Gesetzesentwurf zu beziehen, da eine Zurückweisung dieses Entwurfes durch das Parlament zur Folge haben würde, das Berlusconi aus den Wahlen am 9. April fliegt. Die Diaz- und Bolzaneto-Verfahren, auch wenn nicht frühestens vor Ende 2006 beendet, werden ein Wahlkampfthema sein. Beobachter haben festgehalten, dass Gianfranco Fini und Berlusconi keine glaubhaften Taktiken bzgl. Verbrechen, Anti-Terrorismus und Recht und Ordnung haben, aufgrund der hohen Zahl (75) von Polizeibeamten vor Gericht in diesem G8-Prozess. Beide Verfahren ziehen weiterhin eine hohes internationale Medieninteresse auf sich und dies wird sich mit Näherrücken der Wahlen noch verstärken, aufgrund von weiteren zu erwarteten Enthüllungen in den nächsten Wochen. Der Druck für einen Rücktritt von Justizminister Castelli wird ebenfalls wachsen, aufgrund von Anschuldigungen das er verantwortlich für die Bedingungen in Bolzaneto nach der Diaz- Razzia war. Auch werden sich Forderungen nach einer parlamentarischen Untersuchgsausschuss zur Rolle von diversen Politikern im Diaz-Massaker und anschließenden Folterungen nach dem G8-Treffen im Juli 2001 verstärken. Romano Prodi und Bertinotti haben eine solche Untersuchung in ihrem Wahlprogramm bereits festgeschrieben. Weitere Nachrichten werden demnächst folgen... [indymedia.de, von Übersetzung von IMC UK - 08.01.2006 10:43] -------------------------------------------------------------------------- gipfelsoli infogruppe Newsletter mit Nachrichten über Mobilisierungen, Debatten und Repression im Zusammenhang mit Gipfelprotesten. Die AutorInnen der Beiträge, so sie nicht von uns verfasst sind, sind mit eckigen Klammern versehen. Wir können leider keine Verantwortung für die Richtigkeit der Beiträge übernehmen. Auch geben die Beiträge nicht zwangsläufig unsere Meinung wieder. Mehr Infos und Texte sowie ein öffentliches Archiv des Newsletters unter www.gipfelsoli.org. Kontakt, Kritik, Beiträge: gipfelsoli at nadir.org ================================================== 06 [CUADPUpdate] Alito, NJ, NH, & This & That... "Abraham J. Bonowitz" ================================================== Sent *ONLY* to the recipients of CUADPUpdate Feel Free to Forward Greetings from New Jersey, where Monday the NJ Assembly is expected to vote to create a death penalty study commission and to enact a moratorium on executions in that state. The bill passed in the Senate last month and Gov. Codey has said he will sign it if it reaches his desk. If it passes, this will be the first moratorium imposed by a legislature in the U.S. I'm looking forward to witnessing the vote, and I hope you will join me by watching LIVE via the internet - see the link below. I want to thank NJADP Director Celeste Fitzgerald for bringing me here to be a part of the on-site crew. It's been a great experience working from afar on this effort these past months, so I'm pleased to be able to here in person for the final vote. More on this below... --abe 800-973-6548 CONTENTS Watch the NJ Assembly Vote! NJADP Revamps Website! Alito SCOTUS Nomination Hearings NH DP Legislation Pending New Primetime TV Show - "Injustice" On Friday's "NOW" Program on PBS The International Committee Against Stoning "Execution" website CUADP Fund Raising Update ******************** WATCH THE NJ ASSEMBLY VOTE! Date: Sun, 8 Jan 2006 11:51:02 -0500 From: PaxCF at aol.com Reply-To: PaxCF at aol.com To: member at list.njadp.org Subject: tomorrow's moratorium vote live online Friends, We encourage you to join us tomorrow for the moratorium bill vote. However, those who cannot be there in person can watch tomorrow's vote on the moratorium bill live and online at _http://www.njleg.state.nj.us/_ (http://www.njleg.state.nj.us/) . Just click on 'view and listen to live proceedings' and remember that the vote will take place in the General Assembly. While the session is scheduled to start at 11AM, sometimes it actually gets started late and sometimes there is other business to be conducted first, such as recognition of retiring Assembly members. Also, I have no idea what order the bills will be considered so it is impossible to predict the actual time the moratorium bill will be heard. I will send an email out with the results as soon as I can. Thank you again for your support and good wishes. Those of us gathered in Trenton tomorrow will be thinking of all of you when the vote takes place! In peace, Celeste Celeste Fitzgerald Director, New Jerseyans for Alternatives to the Death Penalty 973-635-6396 Chatham Office 609-278-6719 Trenton Office www.njadp.org ******************* NJADP REVAMPS WEBSITE! See the all-new NJADP web page at www.NJADP.org ***************** ALITO SCOTUS NOMINATION HEARINGS NOTE: Connie Nash has been paying attention to many peripheral issues and sends regular e-mail updates on things like the USA PATRIOT ACT and the current Supreme Court nomination proceedings. If you would like to be included on her list, send a note to Connie at . Here are two of her most recent messages: RIGHTS/TORTURE UPDATES sent 07 JAN 06 RECOMMENDED ACTION TODAY: PETITION AGAINST ALITO http://www.savethecourt.org/site/c.mwK0JbNTJrF/b.867163/k.C6BD/TV_Ads.htm ALITO: FAILS TO CONSIDER RACIAL DISCRIMINATION IN CAPITAL PUNISHMENT: Among many other alarming facts, consider the following: Alito: "Fails to consider racial discrimination in capital punishment: An African American had been convicted of felony murder by an all white jury from which black jurors had been impermissibly struck because of their race. Alito cast the deciding vote and wrote the majority opinion in a 2-1 ruling rejecting the defendant's claims. The full Third Circuit, in a split decision, reversed Alito's ruling, and the majority specifically criticized him for having compared statistical evidence about the prosecution's exclusion of blacks from juries in capital cases to an explanation of why a disproportionate number of recent U.S. Presidents have been left-handed. According to the majority, "[t]o suggest any comparability to the striking of jurors based on their race is to minimize the history of discrimination against prospective black jurors and black defendants . . ." http://www.savethecourt.org/site/c.mwK0JbNTJrF/b.1144731/k.AF81/Quick_Facts_on_Samuel_Alito.htm Find more in PFAW's comprehensive pre-hearing report on Judge Alito at: http://www.pfaw.org and above url. (Also see other urgent and crucial actions at the following websites) ------------------------------------------------------------------ Keep Watching: Bill or Rights Defense Committee See alerts and "In the News" Patriot Act, Habeas, Spying, City Resolutions: http://www.bordc.org ------------------------------------------------------------------ See this headline "Bush Spymaster" for 06 JAN 06 PM EST and also "McCain's Retreat" and the two on the CIA's intimidation/interrogation techniques and torture: http://villagevoice.com/news/0602,hentoff,71587,6.html ------------------------------------------------------------------ Major Torture Campaign underway: http://www.amnestyusa.org/ President isn't serious about Torture Ban Editorial: http://www.postcrescent.com/apps/pbcs.dll/article?AID=/20060106/APC0602/601060530/1036 Recent press release re. Bush undermining torture ban (Also see blogs and other torture announcements here): http://www.amnestyusa.org/stoptorture/document.do?id=engusa20060105001 MAJOR HUMAN RIGHTS SUCCESS: We are delighted to announce that President Bush signed the Violence Against Women Act yesterday afternoon. This law will provide approximately $3.9 billion over the next five years to help combat domestic violence in this country. A special thanks goes out to all of you. You helped to make this happen. While the United States has made considerable strides toward combating abuse in the last decade, four women still die at the hands of their partners and 700 are raped or sexually assaulted each day. This renewed legislation now emphasizes early intervention, a critical component of saving lives. Amnesty International recently joined with the National Organization for Women and Break the Cycle to deliver a petition with 100,000 signatures to key lawmakers in December as they negotiated the final version of the bill. More than 90,000 of these signatures came from all of you. We encourage you to get more involved with Amnesty International's life-saving work. Visit our Web site today to find out how you can help free prisoners of conscience, abolish the death penalty, stop torture, and ensure that every person enjoys full human rights. Together we can make a difference. Sincerely, The AIUSA Web Team Amnesty International USA ------------------------------------------------------------------ and Hello Friends, I think you will be able to find ongoing updates for Alito by clicking the blog url below this note. Maybe you'll add your own comments. If you cannot find the updates with the blog url, simply go to the following url: http://wwwpositiveuniverse.com and look for "Alito Updates Here and/or click left on Civil Rights and find many items: http://blogs.positiveuniverse.com/archives/491 ******************* NH DP LEGISLATION PENDING While NJ on Monday has the final vote on a legislative moratorium, NH on Tuesday takes up an abolition bill... >From the New England Death Penalty E-mail Network Subject: *ALERT: NH House to Hear Death Penalty Bills Tuesday* WHAT: Public hearings for House Bill 1422 (substituting life sentence for the death penalty) and House Bill 1292 (expanding the capital punishment statute) WHEN: Tuesday, Jan. 10, 10 am WHERE: House Criminal Justice Committee, Room 204, Legislative Office Building *Action requested*: Please attend the public hearing or contact representatives on the House Criminal Justice & Public Safety Committee* to SUPPORT HB1422 and OPPOSE HB1292. Bill text at http://www.gencourt.state.nh.us/legislation/2006/HB1422.html and http://www.gencourt.state.nh.us/legislation/2006/HB1292.html All 10 member denominations of the NH Council of Churches are united in support for the abolition of the death penalty. The Council joins with other members of the NH Coalition to Abolish the Death Penalty in support of HB1422 and in opposition to HB1292. The member denominations have unanimous agreement on the following statement: In this modern world there exist non-lethal means of defending and protecting society and its people from those who have committed capital crimes. These means are more in keeping with the concrete conditions of the common good and more in conformity with the dignity of the human person. Executing the guilty does not honor one who was killed, nor does it ennoble the living or even lessen their pain, for only love and forgiveness can do that. In addition, there is concern for the inequitable use of capital punishment and an imperfect legal system that has sentenced innocent people to death. Therefore, we, the undersigned, oppose the expansion of the death penalty in New Hampshire and support its abolition; and call for a renewed respect for all human life, including those convicted of committing serious crime./ American Baptist Churches - VT/NH Episcopal Diocese of NH Greek Orthodox Diocese of Boston New England Yearly Meeting of Friends New England Synod - Evangelical Lutheran Church in America Presbytery of Northern New England - Presbyterian Church (USA) Diocese of Manchester, Roman Catholic NH Conference - United Church of Christ New England Conference - United Methodist Church NH/VT District Unitarian-Universalist Societies *************** NEW PRIMETIME TV SHOW - "INJUSTICE" From: "Sherry Swiney" To: "Patrick Crusade" Subject: New Primetime show "In Justice" on ABC Date: Fri, 6 Jan 2006 21:42:43 -0600 Tonight (Friday) at 8 pm central time/ 9 pm eastern time ABC's new show called "In Justice" aired. I don't normally watch TV but thought I'd watch this to see if it was going to be any good. The premise is on people who have been wrongly convicted. I thought they did a very good job. This show will air on Fridays - probably as long as there is a decent audience. If it takes off, maybe it will let the general public (the sleepers) know that innocent people do in fact get convicted. Maybe that will make it a little easier for the innocent ones to have their cases heard based on the merits rather than simply being dismissed based on procedural bars without ever looking at the merits of their cases. At least that is my hope. If you missed tonight's show, check it out next Friday to see what you think. Blessings, Sherry Swiney www.patrickcrusade.org Patrick Swiney-innocent in prison www.patrickswiney.com ***************** On Friday's "NOW" program on PBS.... >From: "jimmydunne" >Subject: NOW on PBS 1.6.06 Innocents on Texas Death row >Date: Sat, 7 Jan 2006 09:54:11 -0600 > [...] > It covers the case of Ruben Cantu who was probably innocent when he > was executed in Texas. Story written about by Lisa Olsen in the Houston > Chronicle. Two men were shot at least nine times each, Juan Moreno > survived and says that the police pressured him to testify against > Cantu. He now says that Cantu was not there. There is no physical > evidence against Cantu. > > It also covers the case of Anthony Graves who has been on Texas death > row for 12 years. Six members of the Davis family were killed and set > afire. Robert Carter came to the funeral with burns on his face, was > questioned and admitted guilt. Police thought there must have been a > helper so they pressured Carter to name an accomplice. He named Anthony > Graves & testified against him in court. Carter later recanted and went > to his execution saying that Graves was not there and had nothing to do > with the murders. St Thomas Univ. professor Nicole Casarez is working to > free Graves. There was no physical evidence against Graves, only the > later recanted testimony of Carter. > >Jimmy Dunne I was also impressed with this show. Order a copy if you have an extra $20 at http://www.pbs.org/now/ ***************** THE INTERNATIONAL COMMITTEE AGAINST STONING To: The European Parliament The United Nations The International Criminal Court International Human Rights Organizations The International Committee Against Stoning demands the leaders of Islamic Republic of Iran to be prosecuted for their crimes against humanity. The Government of the Islamic Republic of Iran is the leading regime in the world in stoning women and men to death for sexual relationship outside marriage and for homosexuality. In the past 26 years, hundreds of people have been murdered in this barbaric fashion in Iran. Because of both national and international pressure, at the end of 2002 the Islamic government backed off and announced that it will not issue any more stoning verdicts; but contrary to its promise, it has passed one stoning sentence after another throughout 2005. Four death by stoning sentences were passed just in December 2005. However, so far, with the help of international campaigns, opposition and pressure, we have succeeded in preventing these executions. The International Committee Against Stoning is an active worldwide organization that strongly opposes stoning and wants to bring the members of the Islamic regime who are responsible for these acts in the past 26 years to justice in an international tribunal. On behalf of two hundred international human rights organizations and societies and their members, as well as millions, who have supported our campaigns and resolutions, we request an immediate investigation, through an international court, into the stoning of hundreds of victims in the past 26 years by the Islamic Republic of Iran. In 2006, our main focus will be on bringing this gross violation of human rights to the attention of the world, exposing the barbaric actions of the Islamic Republic of Iran, and taking appropriate steps to stop these acts. Mina Ahadi Co-ordinator, December 25, 2005 Contact: 0049-177-569-2413 MinaAhadi at aol.com ************** "EXECUTION" WEBSITE From: GRPictures at aol.com Date: Wed, 4 Jan 2006 10:57:31 EST Subject: Update: Execution Website To: ExecutionFilm at aol.com Dear Friends, The Execution website has been updated and is now online. Please go to www.executionfilm.com to cast your vote and post a comment. Also, please pass this site on to as many people as possible so we can get the word out there. Posting a comment is easy so give it a try. If you have any ideas or personal comments about the site please send me an email. I have been monitoring the site's traffic and we have been getting visitors from all over the world. Many have come from Europe and even Australia. Thank you and I hope you have a great 2006. Steve Steven Scaffidi Producer/Director Execution P.O. Box 641063 New Orleans, LA 70064 office: 504-466-6256 cell: 504-669-0189 www.executionfilm.com ************************ CUADP FUND RAISING UPDATE I can't give you an update, because I have not had a report from the volunteer who checks and processes the mail in Gainesville since the last report. SO, here is the most recent report. ZERO internet donations have come in since the last report was provided, FYI. Please help change that situation if you are able.... The below was originally sent on Jan 3. See the full text at http://lists.compar.com/cuadpupdate/ - Click on January.... Sent *only* to the recipients of CUADPUpdate Feel Free to Forward Greetings All, Citizens United for Alternatives to the Death Penalty (CUADP) wishes you and yours all the best in 2006. Before moving on with a full agenda for 2006, it's worth taking a look back at 2005. Below you will find the Death Penalty Information Center's (DPIC) 2005 overview. I hesitate only briefly before pointing out DPIC's emphasis on the *fact* that offering an alternative to the death penalty is a sound strategy that is working. I note that CUADP is the *only* national organization *for* ALTERNATIVES to the Death Penalty, (CORRECTION - I neglected to mention Unitarian Universalists for Alternatives to the Death Penalty - see www.uuadp.org - thanks Nancy and Marj for reminding me!) and further, CUADP is the *only* organization that actually has a statement proposing viable alternatives to the death penalty. Read it at http://www.CUADP.org Below the DPIC report is an editorial from The Washington Post. As it has done since its inception in 1997, CUADP played a leadership role in the movement to abolish the death penalty in 2005, and will continue to do so in 2006. See a few reports on CUADP's recent actions at http://www.cuadp.org/action.html , and consider the following: * CUADP's Florida project (FADP) initiated numerous actions for constituent pressure upon Florida politicians regarding pending legislation, including another chapter of the Florida Innocence Tour... * FADP led protests at yet another state-assisted suicide, and observed two retrials of death row prisoner Michael Mordenti - he was convicted again in August, but sentenced to life instead of death. * CUADP supported CURE's protest at the 6th Circuit Court of Appeals - see http://www.cuadp.org/CUREprotest.html * CUADP led a training on direct action techniques at the "Alternative Spring Break” in Austin, TX - see http://www.cuadp.org/altspringbreak.html * CUADP once again provided leadership and planning for the successful 12th Annual Fast & Vigil at the U.S. Supreme Court. * CUADP once again provided leadership and on-the-ground support for yet another Journey of Hope …From Violence to Healing. The success of the Texas Journey is measurable in many ways, including the reaching of millions of Texans through the media and more than 10,000 face to face with the message that not all murder victim family members want the death penalty and that there are viable alternatives to the death penalty. * CUADP Director Abe Bonowitz served as Chairman of the National Coalition to Abolish the Death Penalty's annual conference planning (and implementation) committee. * CUADP played a leadership role in plans to highlight the 1000th execution in the US in the post-Furman (1972) death penalty era. Please visit www.1000executions.org for more on that. * CUADP conducted the "Voices of Experience” public education tour and coordinated media relations during the recent execution in South Carolina - see http://www.sceja.org * FADP once again assisted the Florida Death Row Advocacy Group in improving conditions for Florida death row prisoners. * CUADP provides ongoing support, advice, and consulting services to numerous anti-death penalty activists throughout the United States and abroad. And much more…. And much more is planned for 2006, but we can only do it with YOUR Help. CUADP's year-end fund raising goal is $15,000 by January 10, 2006. We now stand at almost 53% of the way to reaching the goal, with $7,947 in the door from 148 individuals giving between $5 and $1000. Almost 4,000 people are getting this message. Look what 148 (3.7%) of you did! Just think of how much more effective CUADP could be if even 10% of the recipients of this message step forward at this time. Are YOU one of the 10%? Consider: 28 people gave $10 or less; 56 people gave between $11 and $35 48 people gave between $36 and $99 12 people gave between $100 and $499 and four people gave $500 or more, including two people that gave $500 each, one couple that gave $700 and another that gave $1000. Where do YOU fit in? CUADP thanks you all and urges everyone else to PLEASE give at your capacity in order to enhance CUADP's capacity to continue as a leader in the movement to abolish the death penalty. If you are not on CUADP's snail mail list, read the current appeal letter at http://www.cuadp.org/support.html#LATEST%20CUADP%20APPEAL . Now is the time to invest in CUADP. Please help keep CUADP going with whatever you can offer on a one-time OR monthly basis by using CUADP's secure server to make a contribution now. Please click here to use a major credit card or PayPal: . If you would like to contribute but don't wish to do so over the internet, please call 800-973-6548 or mail your contribution to the address shown below. Send checks or money orders to: CUADP PMB 335 2603 NW 13th St. Gainesville, FL 32609 To make your donation TAX DEDUCTIBLE, make it to the Florida Coalition for Peace and Justice (FCPJ) with "cuadp" in the memo line and send it to the address above. Over the next four weeks I'll tell you more about what we've done, and what's next on the agenda, and I'll keep the information flowing.... CUADP thanks you for your consideration and looks forward to hearing from you. Yours in the Struggle, --abe Abraham J. Bonowitz Director, CUADP (the small print) CONTRIBUTIONS TO CUADP ARE NOT TAX DEDUCTIBLE A COPY OF THE OFFICIAL REGISTRATION AND FINANCIAL INFORMATION MAY BE OBTAINED FROM THE [FL] DIVISION OF CONSUMER SERVICES BY CALLING TOLL FREE 800-435-7352 (FL only) OR 850-413-0840. REGISTRATION DOES NOT IMPLY ENDORSEMENT, APPROVAL, OR RECOMMENDATION BY THE STATE. REGISTRATION # SC-11170. NO PROFESSIONAL SOLICITOR IS CURRENTLY ENGAGED WITH CUADP. 100% OF ANY CONTRIBUTION GOES TO THE ORGANIZATION. ****************** Thanks! --abe "People don't seem to realize that the magnitude of heroism is the difference between what you have and what someone is willing to give you in a time of need. The actual per unit value of the commodity is unimportant. That's why people sometimes don't fully accept that their personal contribution may have been unusually important to others." --Jerry Olivieri ================================================ C) TERMINE ================================================ ======================== Dienstag http://www.mund.at/butt/Termine/Januar/1001.htm Mittwoch http://www.mund.at/butt/Termine/Januar/1101.htm Donnerstag http://www.mund.at/butt/Termine/Januar/1201.htm ======================== ================================================ D) EDITORIAL ================================================ Für den Inhalt verantwortlich: Ihr. E-Mail-Adresse für Beiträge: widerstand at no-racism.net geschickt. widerst at nd MUND und alle Termine täglich aktualisiert im Web: http://www.no-racism.net/MUND Ziel von MUND (medienunabhängiger Nachrichtendienst) ist die unzensurierte und möglichst rasche Information über gesellschafts- politisch relevante Termine, Hinweise und Diskussionsbeiträge zu Widerstand und Antirassismus sowie verwandte Themen. sollen einen Titel, Namen und Emailadresse der/des AutorIn enthalten und möglichst kurz und prägnant gehalten sein, ev. mit Hinweis, wo weitere Informationen eingeholt werden können. Bitte keine Attachments! Die inhaltliche und sachliche Verantwortung liegt bei der/dem jeweiligen AutorIn bzw. jenen, die uns die Beiträge schicken. Der MUND wird von einzelnen TagesredakteurInnen zusammengestellt. Da Fehler nicht ausgeschlossen sind, bitten wir, nicht veröffentlichte Beiträge nochmals an widerstand at no-racism.net zu senden. Die Weiterleitung (auch auszugsweise) ist erwünscht. Beiträge mit rassistischen oder sexistischen Inhalten werden nicht veröffentlicht. Sehr persönliche Meldungen werden wir an den betreffenden Adressaten weiterleiten, aber nicht im MUND veröffentlichen. Die bisherigen Ausgaben sind unter http://www.no-racism.net/MUND archiviert. Terminankündigungen bitte nach folgender Vorlage: * Wann: Sonntag, 11.11.2001, 11:11 Uhr * * Was: Maskenball: Motto "Schwarzblau ist die Haselnuss" * * Wo: Villa Morgenrot, Grüner Anger 42, 2001 Wendendorf * * Kommentar: Anreise per Anhalter. Maskenzwang. Ende nie. Aber kurz und prägnant.* Die Rubrik "Redaktionelles" am Ende der Ausgabe ist u.a. eine Konsequenz aus der Notwendigkeit, sexistische, antisemitische und rassistische Beiträge nicht zu veröffentlichen, ohne jedoch stillschweigend Zensur zu üben. Hier wird - in anonymisierter Form - auf angehaltene Beiträge hingewiesen und eine kurze Begründung der Tagesredaktion für die Nichtaufnahme geliefert. (Weitere Gründe einen Beitrag nicht aufzunehmen sind z.B.: Attachments, kein erkennbarer Bezug zu den breit gestreuten Themen des MUND, Werbesendungen, sinnlose Kettenbriefe.) Die AbsenderInnen der betroffenen Beiträge werden hiervon informiert. Im Sinne einer "gläsernen Zensur" könnt ihr Euch die Beiträge gerne extra schicken lassen: Ein kurzes Mail an widerstand at no-racism.net genügt. ================================================ E) VERTEILERLISTE ================================================ Zur Eintragung in diesen Verteiler bitte direkt subskribieren unter http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/analle oder von der einzutragenden Adresse aus ein mail schicken an: admin at no-racism.net mit folgendem Text: subscribe no-racism Bitte wegen Automatisierung diesen Wortlaut verwenden! Zur Austragung aus dieser Liste bitte an aus Einsendungen an zusammengestellt. Bitte keine Attachments! (werden nicht angenommen) Für diese Ausgabe nicht aufgenommen: ein nicht widerstandsrelevanter Beitrag Redaktionsschluss für diese Ausgabe: 20:30 Uhr III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III widerst at nd-MUND is powered by http://alt.strg.at/ From analle at no-racism.net Thu Jan 12 07:59:10 2006 From: analle at no-racism.net (=?iso-8859-1?q?MUND=3A_medienunabh=E4ngiger_Nachrichtendienst?=) Date: Thu, 12 Jan 2006 07:59:10 +0100 Subject: widerst@nd MUND, Donnerstag, 12.1.2006 Message-ID: widerst at nd MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst Medieninhaberinnen & Medieninhaber seid Ihr www.no-racism.net/mund Donnerstag, 12.1.2006 ================================================ A) INHALT ================================================ <>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><><> AKTIONEN/ANKÜNDIGUNGEN <>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><><> ================================================ 01 CALL FOR SUBMISSIONS: underdog filmfest 9.-12.3.06, wien von lisbeth at klingt.org ================================================ 02 vier empfohlene termine von "redaktion grundrisse" ================================================ 03 Veranstaltung Fuer Frieden und Neutralitaet - gegen Militarismus von "Alois Reisenbichler - Stadtteilzentrum Simmering" =============================================== 04 Dance the Deviance (8. März) von frketic ================================================ 05 Einladung zur Preisverleihung Di, 17.01 - RadioKulturhaus von ================================================ 06 Wege nach Ravensbrück. Eine Ausstellung weiter denken von "Ökologische Linke" ================================================ 07 Irakische Jugendliche zu Besuch in Wien bei Frauen ohne Grenzen von "wadi wien" ================================================ 08 Kosovo: Steinmeier trifft UNMIK-Chef - Aktion in Berlin von "GFBV" ================================================ 09 Offener Brief an Wulff: Abschiebung nach Grosny verhindern! von "GFBV" ================================================ 10 Die Grenzen politischer Inszenierung von Zukunfts- und Kulturwerkstätte ================================================ <>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><><> MELDUNGEN/MEINUNGEN/KOMMENTARE <>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><><> ================================================ 11 Aktuelle Presseinformation zu Kamal Said Qadir von "wadi wien" ================================================ 12 GLB/Post/Börsengang/Privatisierung/ Gewerkschaft von "Gewerkschaftlicher Linksblock" ================================================ 13 DIE ZEIT: Moslems unter Generalverdacht von "Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen" ================================================ 14 YC-PD: YC lehnt Börsengang der Post ab! von sozial punkt ================================================ 15 EU-Verfassung/Schüssel/Abfuhr/Stellungnahme/KPÖ von KPÖ Steiermark ================================================ 16 Mosambik-Info 15, 11.01.2006 von "Peter Pils" =============================================== 17 OPERATION SPRING - Ministerien antworten - Nachlese - Diskussionstermin - Festivalupdate - Kinoeinsatz von "Tristan Sindelgruber" ================================================ 18 Klassenkämpfe Venezuela von "agm" ================================================ 19 Zuwanderer oft überqualifiziert von "Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen" ================================================ ================================================ B) TEXTE ================================================ <>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><><> AKTIONEN/ANKÜNDIGUNGEN <>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><><> ================================================ 01 CALL FOR SUBMISSIONS: underdog filmfest 9.-12.3.06, wien von lisbeth at klingt.org ================================================ http://underdogfilmfest.org Das underdog filmfest 2006 versteht sich als Schnittstelle von Mainstream Cinema und subkulturellen Kontexten. Alle rechtzeitig eingesendeten Filme oder Kurzfilme werden gezeigt. Einzige Zugangsbeschränkung obliegt auf Beiträge mit rassistischen, sexistischen oder homophoben Inhalten, diese sind automatisch von der Teilnahme exkludiert. Im underdog filmfest 2006 gibt es keinen Preis zu gewinnen, Ziel dieses Filmfestes ist es Ideen und Anregungen zu holen, sich auszutauschen und Kontakte zu knüpfen. In einem breit angelegten Rahmenprogramm, das sich aus Vorträgen, Workshops und Diskussionsrunden mit Thematiken wie Überwachung, Copyright etc. zusammensetzt, soll Wissenswertes vermittelt werden. Das underdog filmfest 2006 beginnt am Donnerstag dem 9. März und findet bis Sonntag dem 12. März an Orten verschiedenster Kultur und Kunstinitiativen statt. Einreichschluss für Filme ist der 31.1.06! Einreichformular zum download auf http://underdogfilmfest.org ----------------------------------------- sent through klingt.org webmail ----------------------------------------- ================================================ 02 vier empfohlene termine von "redaktion grundrisse" ================================================ liebe leserInnen, liebe interessierte, eine wahre terminflut haben wir euch im jänner (13.,14.,20.,24.) anzubieten. gleich vier beschäftigungen möchten wir euch für die nächsten tage und wochen vorschlagen und bitten hiermit nachdrücklich um beachtung, nein, vielmehr um aktivität! Die Kurzfassung: 1. Freitag der 13. 2. revolution macht glücklich. jetzt organisieren! 3. Solidaritätsschmaus 4. Euromayday 2006 - und überhaupt! mit besten gruessen die grundrisse-redaktion --------------------------------------------- F13: Der kommende Freitag der Dreizehnte ist der 13. Jänner 2006, er fällt also tatsächlich in den Fasching. Da der Karneval historisch betrachtet alles vom Untersten ins Oberste kehrt, nehmen wir uns die Freiheit, an seine rebellische Tradition anzuknüpfen und den öffentlichen Raum für unser Treiben zu reklamieren. Alle interessierten Menschen, KünstlerInnen, Gruppen und Projekte aus dem kulturellen und/oder sozialen Bereich und alle Eigeninitiativen diskriminierter Gruppen bündeln an diesem Tag ihre Energien um einen kurzen Moment des hetrogenen Aufstand zu spüren. F 13 gehört niemanden, alle Gruppen bestimmen Ort, Tageszeit und Typus der Aktivitäten am Freitag dem Dreizehnten selbst. Der Augustin als Teil des sich bildenden F 13-Netzwerks denkt über einen subversiven Faschingsumzug nach, an dem sich auch andere Gruppen; als soziale Figuren, als Performanceprojekt, als Spaßguerilla oder als wandelnde Livemusik beteiligen können. Wir würden uns freuen, den alternativen Volksbrauch F 13 gemeinsam mit euch von einem ungedrehten „Unglückstag“ zum anderen zunehmend unüberhörbar zu machen. Wann: Freitag, 13.Jänner.06 um 15:30 Wo: Margaretenplatz Der F13 gehört niemanden. So ist auch der Karneval ein offener Raum der von allen mit Ton und Farbe; Kampfgeist und Aktivismus; Widerspruch und Utopie gefüllt werden soll. Es ist ein Tag der Selbstermächtigung und der Solidarität. Eine leckere VolxKüche, literweise Punsch, ein Kost-Nix-Laden auf Rädern, laute Marchingbands und andere Straßenmusik vom Samba bis zum Tekkno, ein ?OpenMic, unzählige Performances und noch vieles mehr sind schon fix dabei. Kommt als Clown oder in anderen Verkleidungen Verlachen wir die Macht und Holen wir uns das Leben, das uns allen zusteht!!! reichtum für alle / bleiberecht überall / stoppt die überwachung / freiräume verteidigen und erkämpfen / gegen arbeit(szwang) / ...! --------------------------------------------- ----------------------------------- Revolution macht glücklich. Jetzt organisieren! Dies ist eine Einladung, gemeinsam über politische Organisierung jenseits von Parteistrukturen zu diskutieren und diese auch in Angriff zu nehmen: am Samstag, 14.1.2006 um 14 Uhr im Amerlinghaus, Stiftg. 8, 1070 Wien Netzwerke und autonome Knotenpunkte sind Bestandteil der gegenwärtigen kapitalistischen Gesellschaft. Es ist an der Zeit gemeinsam darüber nachzudenken, wie wir diese relative Autonomie im Sinne emanzipatorischer Veränderungsprozesse ausnützen können. Orientieren wollen wir uns an den emanzipatorischen Momenten der gegenwärtigen gesellschaftlichen Entwicklung, die weder repräsentierbar noch delegierbar sind. Wir wenden uns damit auch gegen identitäre Zuschreibungen sowie gegen alles, was Menschen ausbeutet, unterdrückt und erniedrigt. Lustbetontes Handeln und die Frage nach den Emanzipationspotenzialen darin sollen dabei als Maßstab jeglicherverbindlicher Organisierung dienen. Wie? Vielleicht in Form eines solidarischen Netzwerks mit plenarer Koordination, autonomen Arbeitsgruppen und gemeinsamen politischen Aktivitäten. Aber ohne „Glaubensbekenntnis“: Denn das Propagieren bestimmter Wundermittel - von „demokratischem Zentralismus“ bis zu „eherner“ Programmatik - führt nicht zufällig zu internen Grabenkämpfen und autoritären Mustern. Im Gegensatz dazu sollte eine Organisierung von den alltäglichen Erfahrungen und der relativen Zeit- und Handlungsautonomie aller an ihr Beteiligten ausgehen. Zum Austausch der jeweiligen Erfahrungen und Vorstellungen sehen wir einem behutsamen Umgang miteinander, Selbstkritik, Humor und Solidarität als probate Mittel. Im Anschluss an eine einleitende allgemeine Diskussion wird es im Rahmen von Workshops die Möglichkeit geben, Vorstellungen von Form und Inhalt politischer Organisierung anhand konkreter Aspekte (wie z.B. „militante Untersuchung“ oder „konkrete Protestformen“) zu bearbeiten. Der Debatte um inhaltliche Eckpunkte politischer Organisierung soll ebenfalls Raum und Zeit eingeräumt werden. Jede neue Idee sehen wir jedenfalls als Bereicherung! Dies ist also ein Angebot an alle InteressentInnen, gemeinsame Strukturen und politische Aktivitäten zu entwickeln - und vergessen wir nicht das Motto der klugen Pinguine: Niemals alleine Losschwimmen! Wien, im Dezember 2005 ................... Eckpunkte zur Diskussion um Organisierung: Revolution macht glücklich. Und wie? die folgenden eckpunkte sind kein programm, sondern sollen vielmehr als diskussionsgrundlage angesehen werden, von der aus ein laufender und unabschliessbarer diskussionsprozess der selbstverständigung geführt werden soll. dies ist ein aufruf dazu. Wir streben die Überwindung der Herrschaft des Menschen über den Menschen an. Kapitalismus und Patriarchat, imperialistische Kriege, Rassismus und religiöse Fundamentalismen sehen wir als Haupthindernisse für die Verwirklichung einer herrschaftsfreien gesellschaftlichen Ordnung auf globaler Ebene, in der Differenzen in Freiheit gelebt werden können. Die Prekarisierung sämtlicher Arbeits- und Lebenszusammenhänge stellt uns vor besondere Herausforderungen. Wie können wir die Vereinzelung und Kapitalisierung unserer Leben durchbrechen ohne auf vereinheitlichende und disziplinierende Organisationsstrukturen zurückzugreifen? Wie können wir vor dem geschichtlichen Hintergrund gescheiterter Emanzipationsprojekte auf formale Hierarchien verzichten und informelle Hierarchien vermeiden? Kollektives „fragendes Voranschreiten“, verbindliche Absprachen, gegenseitiges Vertrauen, offene Diskussionen und Kritikfähigkeit eröffnen eine andere Perspektive. Im Gegensatz zur Orientierung an staatlichen und semi-staatlichen Organisationen ebenso wie zur Form der repräsentativen Demokratie und den Versuchen, mittels Lobbyarbeit Reformen durchzusetzen, zielen unsere Aktivitäten auf autonome Selbstorganisierung, direkte Aktion und die Anerkennung unterschiedlicher Widerstandsformen ab. Theoretische Reflexion steht dazu nicht im Widerspruch, sie ist vielmehr „begleitende Notwendigkeit“, nicht zuletzt hinsichtlich der Unabgeschlossenheit und Unabschließbarkeit emanzipatorischer Prozesse. Wir verstehen uns als Teil der sozialen Bewegungen. In einer Koordination vielfältiger Aktionsformen sehen wir die Möglichkeit verstärkter Sichtbarmachung linksradikaler Politik. Gegen Parteiunwesen und Disziplin setzen wir auf lustbetonte Radikalität. Die Verbindung der eigenen Lebens- und Arbeitszusammenhänge mit politischen Aktionsformen soll dabei im Zentrum stehen. Revolution macht glücklich. Und wie. ------------------------------------------- --------------------------------- Mhh, Solidarität, lecker! die redaktion der grundrisse.zeitschrift für linke theorie, debatte & maßlosen revolutionären hedonismus - vulgo „wohlfühltruppe“ - lädt nach längerer verdauungspause wieder einmal zum nicht einmal vorletzten abendmahle: multituden von delikatessen gegen das empire der abstinenz! freitag, 20. jänner 2005, ab 18.30 uhr, martinstrasse 46, 1180 wien (u6-akh), und nicht vergessen: wer zu spät kommt, die bestraft der leere tisch! der reinerlös kommt mehr oder weniger dem österreichischen staat zu gute - und zwar in form von zu bezahlenden - nein nicht spenden, steuern, sondern: strafen, mit denen genossInnen des revolutionären aufbegehrens seitens der verrotteten klassenjustiz belegt wurden. also: auf auf - und mindestens 30 eurilein einpacken! dafür gibt´s dann: * Tomatengelee mit Pernod & Garnelen, dazu Apfel-Stangenselleriesalat mit frittierten Datteln (veg/nonveg) * Apfelsuppe mit geräucherter Gänsebrust (veg/nonveg) * geschmorter Radicchio mit Apfel-Chutney veg * Umbrisches Schweinefilet (mit Leber, Schinken, Kapern pipapo) (hardcore nonveg) * Salat mit Wildreis & rotem Reis, Blutorangen usw. (veg) * Gewürzpudding mit Birnenspalten in Rotwein & Kürbiskernparfait mit Himbeersause (eh kloa) Kleinere vorspeisen sind im übrigen nicht ausgeschlossen, wie z.b.: Serrano-Marillen mit Feta in Zitronenöl und Oliven-Shortbread Birnen - Roquefort - Törtchen Lachs im Teigmäntelchen, gem. mit Ingwer, kandiertem Ingwer, Sumach, Ribiselgelee Feigenrollen in Reispapier mit Pecorino dazu werden sich auch erlesene getränke nicht vermeiden lassen. um anmeldung per mail (unter dieser adresse) wird dringend gebeten! es freut sich schon die superwohlfühlredaktion -------------------------------------- --------------------------- Euro-MayDay-Parade 2006 Wien! Die Prekarisierung der Arbeits- und Lebensverhältnisse schreitet munter voran. Aber nicht nur diese: Auch 2006 wird es am 1. Mai wieder eine MayDay-Parade in Wien geben. Da diese allerdings nur so toll wird, wie die Mitwirkenden und -werkenden eben sind, ist dies bereits jetzt ein lauter Auf- und Ausruf, auch MayDay zu sein! - Bildet Banden oder was auch immer! - Seid dabei! - Mayday ist nicht nur am 1. Mai! - Es geht um unser Leben! - Wir wollen alles! - U.v.a.m. Wir laden alle Interessierten deshalb zur Vorbereitungsgala Vol. 1 inkl. Film, thematischen Inputs, Diskussion und Musik Wann: Dienstag, 24. Jänner 2006, 19.00 Uhr Wo: Netbase, Neustiftgasse 17, 1070 Wien -- ____________________________|_________________________ imperator: "ich verspüre eine erschütterung der macht!" darth vader: "auch ich fühle so." ================================================ 03 Veranstaltung Fuer Frieden und Neutralitaet - gegen Militarismus von "Alois Reisenbichler - Stadtteilzentrum Simmering" =============================================== Liebe Friedensfreundinnen und Friedensfreunde, gerne leite ich die Einladung der Initiative für eine sozialistische Politik der SPÖ zur Gedenkfeier für Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, die heuer unter dem Motto FÜR FRIEDEN UND NEUTRALITÄT - GEGEN DEN MILITARISMUS steht, weiter. Mit solidarischen Friedensgrüßen! Alois Reisenbichler ISP-INFO www.initsoz.org EINLADUNG zur Gedenkveranstaltung aus Anlass des Jahrestages der Ermordung von ROSA LUXEMBURG und KARL LIEBKNECHT durch die Reaktion. Es laden ein zur ROSA LUXEMBURG - KARL LIEBKNECHT - GEDENKVERANSTALTUNG SPö-Wiener Bildung, SPö Bildung Rudolfsheim-Fünfhaus, Ottakring und Hernals, Sozialdemokratische Freiheitskämpfer Ottakring und Hernals, Initiative für eine sozialistische Politik in der SPÖ. Junge Generation in der SPÖ Wien, Junge Generation Neubau, Ottakring und Hernals, Sozialistische Jugend Leopoldstadt, Alsergrund und Ottakring 16. JÄNNER 2006, 19.OO UHR 16., Liebknechtgasse 34, Saal der SPÖ Sandleiten Podiumsdiskussion zum Thema: FÜR FRIEDEN UND NEUTRALITAT - GEGEN MILITARISMUS Historische und zeitgenössische Kritik des europäischen Militarismus Historische Kritik: Prof. Hugo PEPPER Es diskutieren: Gerald OBERANSMAYER Werkstatt Frieden und Solidarität, Linz Josef BROUKAL - Abg. z. NR der SPÖ Moderation: Wolfgang MARKYTAN Sozialdemokratische Freiheitskämpfer Hernals Fritz Keller / Stefan Kraft, (Herausgeber des Buchesl ROSA LUXEMBURG, Denken und Leben einer internationalen Revolutionärin, ISBN 3- 8s371-232-O) zitieren in ihrem Vorwort einen Bericht der Polizeidirektion München aus dem Jahr 1913: "Die Rosa LUXEMBURG spielt in der sozialdemokratischen Bewegung eine große Rolle und gehört zur radikalen Richtung. Im Besitz einer ungewöhnlichen Bildung entfaltet sie für ihre politische Anschauung auf schriftstellerischem Gebiet sowie als Versammlungsrednerin eine äußerst rege Tätigkeit und hetzt dabei in fanatischer Weise zur Propaganda der Tat auf, das heißt zum Umsturz der gegenwärtigen Gesellschaftsordnung auf revolutionärem Weg unter Anwendung der schlimmsten Mittel. " Rosa Luxemburg galt der herrschenden Klasse Deutschlands als so gefährlich, dass sie im Jänner 1919 auf Befehl des SPD-Ministers Gustav Noske gemeinsam mit ihrem Kampfgefährten Karl LIEBKNECHT in Berlin ermordet wurde. Alois Reisenbichler 1110 Wien, Schneidergasse 15/9, Telefon (043-664) 39 51 809 E-Mail: stadtteilzentrum at simmeringonline.at, Alois.Reisenbichler at reflex.at Homepage in Arbeit: www.reisenbichler.at.tf Lieblingshomepage: www.hiroshima.at ================================================ 04 Dance the Deviance (8. März) von frketic ================================================ Dance the Deviance! Am 8. März 2006 soll ein SPECIAL EVENT Devianter IdentitätsWarriors die Herzen für Kommunikation öffnen. B a Part of It! Different histories, genders, cultural signs, ages, classes, desires, sexualities Celebrate your own business! Hast du Lust, dann! Join in first meeting 18. Januar 2006 /19 Uhr/ Rüdigerhof persson / josh / vlatka Feiertagskommitee Dance the Deviance! We want to celebrate a spezial event for DEVIANCE IDENTITY WARRIORS on March 08, 2006! We want to open up our hearts for communication! Be a part of it! Different histories, genders, cultural signs, ages, classes, desires, sexualities... Celebrate your own business! Feel free to check it out and join in first meeting: January 18, 2006 / at 7 pm / Rüdigerhof Persson / josh / vlatka ================================================ 05 Einladung zur Preisverleihung Di, 17.01 - RadioKulturhaus von ================================================ Liebe FreundInnen von Radio Stimme! So eine schwierige Situation hatten wir noch nie zu bewältigen. Was gibt es für ein kritisches Medium schlimmeres, als hochoffiziell einen Preis verliehen zu bekommen? Wir werden den Radiopreis der Erwachsenenbildung natürlich ablehnen - nein, nicht diesen, sondern den nächsten, vielleicht. Dieses Mal haben wir uns korrumpieren lassen und möchten Euch herzlich dazu einladen, uns am 17. Jänner um 18.30 im RadioKulturhaus mit Tomaten zu bewerfen (oder uns auch einfach nur zu gratulieren). Das RadioKulturhaus (eine ORF-Bastion!) befindet sich in der Argentinierstraße 30a, 1040 Wien. Die preisvergebenden Veranstalter bitten um Voranmeldung unter der Wiener Nummer 2164226 (http://oe1app1.orf.at/index.php/show,31748,filter,6.html). Eurer Radio Stimme Team ****** -> Neu: Radio Stimme jetzt auch in Kärnten. Seit Jahresbeginn wird Radio Stimme nun auch in Kärnten auf Radio AGORA ausgestrahlt. Sendezeit ist Donnerstag, 19.00 Uhr - http://www.agora.at ****** -> aus der Mailinglist austragen? leeres Mail bitte an radio.stimme_news-unsubscribe at initiative.minderheiten.at ***** -- Radio Stimme – Die Sendung der Initiative Minderheiten Das politische Magazin zu den Themen Minderheiten - Mehrheiten - Machtverhältnisse on air: Wien - Do, 13.00 Uhr - Orange 94.0 - http://www.orange.or.at Innsbruck - Do, 12.00 Uhr - FREIRAD - http://www.freirad.at Kaernten - Do, 19.00 Uhr - Radio AGORA - http://www.agora.at Graz - Sa, 19.00 Uhr - Radio Helsinki - http://www.helsinki.at Linz - So, 11.00 Uhr - Radio FRO - http://www.fro.at on line: weltweit - jederzeit - http://www.initiative.minderheiten.at ***** Newsletter der Initiative Minderheiten Gumpendorfer Straße 15/13 A-1060 Wien Tel. 586 12 49-18 Fax 586 82 17 http://www.initiative.minderheiten.at http://www.gastarbajteri.at ================================================ 06 Wege nach Ravensbrück. Eine Ausstellung weiter denken von "Ökologische Linke" ================================================ Wege nach Ravensbrück. Eine Ausstellung weiter denken Neubearbeitung im aktuellen Kontext des „Vermächtnisses“ 18.1. bis 17.2.2006 in der Galerie der IG Bildende Kunst in Wien Projektgruppe: Katrin Auer, Daniela Gahleitner, Sylvia Köchl und Christa Putz Im November 1999 wurde die Ausstellung “Wege nach Ravensbrück. Erinnerungen von österreichischen Überlebenden des Frauenkonzentrationslagers” in Wien eröffnet. Die Ausstellung wanderte bis März 2003 durch Österreich und wurde danach demontiert und verstaut. Für Jänner 2006 ergab sich nun die Möglichkeit, die Ausstellung in der Galerie der IG Bildende Kunst in Wien noch einmal in einer Neubearbeitung zu zeigen. Im Mittelpunkt stehen dabei Lebensgeschichten von Überlebenden und im KZ Ermordeten, ergänzt um die Geschichte der Ausstellung selbst und offenen Fragen nach dem Umgang mit einem Vermächtnis, das die Lagergemeinschaft Ravensbrück aktuell an Frauen der nächsten Generationen übergeben hat. Die “alte” Ausstellung beschäftigte sich mit den Biografien von neun Frauen, die in das nationalsozialistische Frauen-KZ deportiert wurden, überlebten und von denen acht Ende der 1990er Jahre im Rahmen eines Forschungsprojekts interviewt und gefilmt worden waren. Aus unterschiedlichsten Gründen, als Jüdin, Kommunistin, Lesbe, Kärntner Slowenin, Romni, Sintezza, Zeugin Jehovas, Partisanin oder Geliebte eines polnischen Zwangsarbeitern, wurde Ravensbrück, die “Hölle der Frauen”, zur einzigen Gemeinsamkeit in ihrem Leben. Nach der Befreiung sahen sie sich durchgängig mit Ignoranz konfrontiert, mit einem lähmenden und verletzenden Schweigegebot, viele sogar mit fortgesetzter Diskriminierung, Ausgrenzung und Kriminalisierung. Manche wurden nie, andere erst viel zu spät als Opfer der Nazi-Verfolgung anerkannt. Einige wiederum setzten den antifaschistischen Kampf zum Teil bis heute fort. Eine solche, auf Interviews und Zusammenarbeit mit Überlebenden beruhende Arbeit wäre heute, nur 6 Jahre nach ihrer Entstehung, kaum mehr möglich. Die Hälfte der portraitierten Frauen ist - wie viele andere der interviewten Frauen - inzwischen verstorben. Mittlerweile hat auch die Organisation der Überlebenden, die österreichische Lagergemeinschaft Ravensbrück, die Leitung des Vereins an jüngere Frauen übergeben. So ist vielfach diese kurze Zusammenarbeit auch für uns jüngere Frauen schon Geschichte, die wir trauernd zur Kenntnis nehmen müssen. Das Sterben der Überlebenden konfrontiert uns mit dem drohenden Ende der erzählten Geschichte von Frauen über Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus. Gleichzeitig haben uns die Überlebenden aber auch ein Vermächtnis übergeben, das uns beauftragt und ermächtigt, weiter zu erinnern und auch politisch zu handeln. Diese schwierige Situation greifen wir in der Neubearbeitung der Ausstellung auf und stellen sie in den Kontext offener und unbeantworteter Fragen. Wege nach Ravensbrück. Eine Ausstellung weiter denken Ausstellungseröffnung: Mi 18.1.2006, 19h Dauer: 19.1.-17.2.2006, Di - Fr 13.00 - 18.00 Galerie der IG Bildende Kunst Wien, Gumpendorfer Straße 10-12 www.igbildendekunst.at Für Rückfragen: Sylvia Köchl koechl at malmoe.org Begleitprogramm Beginn jeweils um 19 Uhr Do, 26.1.2006, 19h, Lesung Gabriela Schmoll: Ah, was wir da erlebt haben an verdrehten Gehirnen! Erzählungen von Überlebenden des Konzentrationslagers Ravensbrück über das Zurückkehren nach Österreich Nach der Befreiung der Konzentrationslager oder der Entlassung aus dem Lager versuchten alle Überlebenden möglichst schnell in ihr Herkunftsland, ihre Heimatstadt oder ihr Heimatdorf zu gelangen. Die Freude über das Zurückkehren wich bald anderen Gefühlen. Viele erfuhren erst jetzt von der Ermordung oder dem Tod von Familienangehörigen oder FreundInnen, wurden wie Fremde teilnahmslos oder feindselig empfangen und waren mit der Zerstörung sozialer Zusammenhänge und materieller Güter konfrontiert. So teilten viele Überlebende nachhaltig Erfahrungen von Isolation und Schuldgefühlen, gesundheitlichen und materiellen Schwierigkeiten und erlebten in ähnlicher Weise die Unmöglichkeit, am ganz „normalen“ Leben im Österreich der Nachkriegszeit teilzunehmen. Die Lesung bringt aus den Lebenserzählungen weiblicher Überlebender des Konzentrationslagers Ravensbrück diese geteilten Erfahrungen, aber auch unterschiedliche Möglichkeiten damit umzugehen zur Sprache. Gabriela Schmoll lebt und arbeitet als Schauspielerin in Wien und ist seit 1994 aktives Mitglied der Lagergemeinschaft Ravensbrück und FreundInnen. Do, 2.2.2006, 19 h, Werkstattbericht und Diskussion Bernadette Dewald/Gerda Klingenböck VideoArchiv Ravensbrück: Konfrontation Erzählung Das Oral History-Projekt „VideoArchiv Ravensbrück“ hat sich zur Aufgabe gesetzt, die Lebenserzählungen möglichst vieler Österreicherinnen, die das Konzentrationslager Ravensbrück überlebt haben, auf Video aufzuzeichnen. 2003 ist aus diesem Projekt der Dokumentarfilm „Vom Leben und Überleben“ (A 2003, 110 min) hervorgegangen, der seither in einigen österreichischen Städten und Orten und in der Gedenkstätte Ravensbrück gezeigt worden ist. Wie wurde der Film, der sich in der Konzeption ausschließlich auf die Erzählerinnen konzentriert und dazu ein auch im Jahr 2003 noch verdrängtes Stück Zeitgeschichte behandelt, vom Publikum aufgenommen? Welche Probleme gab es bei der Planung und Durchführung des Projekts? Die beiden Filmemacherinnen berichten über die Produktionsbedingungen, die Rezeption der Erinnerung der „Ravensbrückerinnen“ auf „der Leinwand“ und über Reaktionen auf die Konfrontation mit ihrer Erzählung. An Hand von Videoausschnitten und Erfahrungen mit einem visuell ebenfalls von den beiden konzipierten Projekt - der Videoausstellung „Mauthausen erzählen“ - sollen außerdem Themen und Probleme des filmischen Umgangs mit Oral History behandelt und gemeinsam mit dem Publikum diskutiert werden. Infos: www.videoarchiv.ravensbrück.at Bernadette Dewald, Mag.a Absolventin der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien, Videokünstlerin und Filmemacherin, Mitglied der Lagergemeinschaft Ravensbrück und FreundInnen. Gerda Klingenböck, Mag.a Historikerin, Filmemacherin, derzeit am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien im Schwerpunkt Visuelle Zeit- und Kulturgeschichte, im Vorstand der Lagergemeinschaft Ravensbrück und FreundInnen. Do, 9.2.2006, 19h, Werkstattbericht und Diskussion Helga Amesberger/Brigitte Halbmayr: Forschungsprojekt Namentliche Erfassung der ehemaligen Inhaftierten im Frauenkonzentrationslager Ravensbrück Auch 60 Jahre nach der Befreiung des Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück steht noch immer nicht fest, wie viele Österreicherinnen und Österreicher dort inhaftiert waren. In der Literatur wird meist von 800 bis 1.000 ÖsterreicherInnen in Ravensbrück ausgegangen. Bereits nach einer sechsmonatigen Recherche wissen wir, dass die Anzahl der ÖsterreicherInnen mindestens doppelt so hoch war. In unserem Werkstattbericht werden wir von den bisherigen Recherchen, von den Erfolgen und Schwierigkeiten (z.B. Finanzierung, Datenlage) erzählen und den Gründen für die niedrige offizielle Verfolgtenzahl nachgehen. Zudem wollen wir einen Überblick zu den verschiedenen Verfolgungsgründen sowie über die Sozialstruktur der verfolgten Frauen und Männer geben. Helga Amesberger, Mag.a Dr.in Studium der Ethnologie, Soziologie und Politikwissenschaft, derzeit als Sozialwissenschafterin am Institut für Konfliktforschung (Wien), Schwerpunkte: Rassismus, Rechtsextremismus, Nationalsozialismus und Holocaust, feministische Forschung. Brigitte Halbmayr, Mag.a Dr.in Studium der Soziologie und Politikwissenschaft, derzeit am Institut für Konfliktforschung (Wien), Schwerpunkte: Frauenforschung, Rechtsextremismus; Nationalsozialismus und Holocaust, Vorurteils- und Rassismusforschung. Fr, 17.2.2006, 19h, Werkstattbericht und Diskussion Ausstellungsarbeit mit Lebensgeschichten Katrin Auer, Daniela Gahleitner, Sylvia Köchl und Christa Putz Die Ausstellung „Wege nach Ravensbrück“ aus dem Jahr 1999 basierte wesentlich auf der Kooperation mit Frauen, die das Konzentrationslager überlebt hatten und ihren Erzählungen, die parallel im Rahmen eines Forschungsprojekts aufgezeichnet worden waren. Grundlage der Ausstellungsarbeit wurden daher einerseits lebensgeschichtliche Interviews, private Dokumente und Fotos, andererseits Recherchen zu den jeweils wichtigen gesellschaftlichen Umständen der Verfolgung während der NS-Zeit, aber auch des Lebensverlaufs nach 1945. Die Ausstellungsmacherinnen empfanden die Arbeit als einen Kompromiss zwischen wissenschaftlicher Recherche, der geeigneten Umsetzung für eine Ausstellung und dem Wunsch, auch der Selbstsicht der Überlebenden gerecht zu werden. Was wurde wie und warum ausgewählt, was weggelassen? Wie lässt sich aber auch das Nicht-Gesagte in einer Ausstellung zeigen? Wie kann man die Leere ansprechen oder repräsentieren, die durch die Ermordung im Lager, durch die nationalsozialistische Vernichtungspolitik oder auch den frühen Tod von Verfolgten nach 1945 entstanden ist? Welche Erinnerungen und Erzählungen wurden in besonderer Weise auch nach 1945 zensuriert, verdrängt und verweigert? Vier der ursprünglich sechs Ausstellungsmacherinnen geben anhand ihrer Erfahrungen, von Protokollen und Vorarbeiten Einblick in ihre Arbeitsweisen, stellen sich selbst noch einmal diese Fragen und setzen sich mit den realisierten und unrealisierten Möglichkeiten der Ausstellung auseinander. Katrin Auer, Mag.a Politikwissenschafterin, langjährige Mitarbeiterin am Institut für Konfliktforschung Daniela Gahleitner, Mag.a Soziologin und Historikerin, Forschungsschwerpunkt Gewalt gegen Frauen Sylvia Köchl, Mag.a Politikwissenschafterin, Journalistin, Schwerpunkt Umgang mit NS-Geschichte Christa Putz, Mag.a Historikerin, als freiberufliche Historikerin u.a. in der Historiker-Kommission tätig -- Ökologische Linke (ÖKOLI) Schottengasse 3a/1/4/59 A-1010 Wien e-milio: oekoli_wien at gmx.net Visite our Website: http://www.oekoli.cjb.net Ökoli Vorarlberg: http://PolitiX.cjb.net Spenden auf unser Konto sind immer willkommen: Konto Nr.: 56001071333 Bank Austria Creditanstalt BLZ 12000 Unsere Aussendungen sind nicht zur Verbreitung über Indymedia bestimmt! ================================================ 07 Irakische Jugendliche zu Besuch in Wien bei Frauen ohne Grenzen von "wadi wien" ================================================ Im folgenden leiten wir eine Information und Einladung von "Frauen ohne Grenzen" weiter, die gemeinsam mit Women for Women International einen einzigartigen Workshop mit irakischen Jugendlichen in Wien organisieren sowie zu einer Pressekonferenz am 30. Jänner, um 10 Uhr im Presseclub Concordia, laden. (siehe auch attachment) ---------------------------------------------------------------- PRESSE-INFORMATION vom 11.1.2006 „Irak - Jugendliche zwischen Horror und Hoffnung“ Konkrete Schritte in die Zukunft. Ein Frauen ohne Grenzen Train-the-Trainer Workshop. „Virtually, Iraqis had been in prison and then, all at once, they were set free to face a new life that is totally different from their previous life in prison. Iraqi youth is confused and possessed by a sense of l oss...“(Khaldoun J. Ali, Gründer und Präsident der Hilfsorganisation Mercy Hands) Das Frauen ohne Grenzen Projekt „Irak - Jugendliche zwischen Horror und Hoffnung“, gefördert vom Bundesministerium für Soziales, Generationen und Konsumentenschutz, wurde im Frühjahr 2005 mit der Durchführung einer Umfrage unter Jugendlichen, Eltern und LehrerInnen in Bagdad gestartet. Angst, Unsicherheit, Orientierungslosigkeit, allgemeiner Stillstand, Misstrauen. Mit diesen Schlagworten lässt sich das Leben der irakischen Jugendlichen im Moment beschreiben. Trotz der schwierigen Situation, in der die Jugendlichen leben, sind sie aber positiv und zukunftsorientiert. Sie wollen aktiv am Wiederaufbau, an der Neu- bzw. Umgestaltung des Irak teilnehmen. Gemeinsam mit Women for Women International (www.womenforwomen.org) und dem Rogner Bad Blumau organisieren Frauen ohne Grenzen die Entstehung eines einzigartigen Workshop-Programms für Jugendliche im Irak, um ihnen im Rahmen von After-School-Clubs Perspektiven und Vertrauen zu geben, ihre Identität zu stärken und ihnen Mut und Instrumente zu geben, um sich aktiv an einem demokratischen Irak zu beteiligen. 9 irakische MultiplikatorInnen, 6 Frauen und 3 Männer, werden vom 23. bis 29. Jänner im steirischen Bad Blumau am Train-the-Trainer Workshop „Step by Step into the Future“ teilnehmen. Geleitet wird der Workshop von Mag.a Eva Maria Gauss, dipl. Sprechwissenschafterin mit den Forschungsschwerpunkten Genderthematik und Debattentrainings und Mag. Armin Staffler, Theaterpädagoge für spectACT - ARGE für politisches und soziales Theater und Fachbereichsleiter im Theaterverband Tirol. Am 30. Jänner findet um 10 Uhr im Presseclub Concordia (Bankgasse 8, 1010 Wien) eine Pressekonferenz mit allen TeilnehmerInnen statt. Anmeldung und Info: Martina Handler und Elisabeth Kasbauer, office at frauen-ohne-grenzen.org, Tel 01 533 45 51. Diese AktivistInnen aus dem Irak stehen Ihnen beim Pressegespräch zur Verfügung: Khaldoun J. Ali, Mercy Hands, Bagdad Ban M. Farid, Al-Mustaqbal Organisation for Women, Bagdad Rana H. Getan, Frauen ohne Grenzen, Irak/ Jordanien Ahmed H. Gutan, Women for Women International, Bagdad/Amman Nagham K. Hamodi, Iraqi Women Network, Al-Najaf Khanim Rahim Latif, Asuda Organisation, Suleimanya Amanj A. Muhammed, Asuda Organisation, SPEDA Organisation for youth development, Suleimanya Manal Omar, Women for Women International, Frauen ohne Grenzen, Bagdad/ Amman Asmaa Y. Pauls, United Women’s League, Bagdad Falls Sie Interesse an einem Exklusivinterview mit einem/r der TeilnehmerInnen haben, können Sie unter office at frauen-ohne-grenzen.org eine Liste mit Kurz-Biographien anfordern sowie einen Termin vereinbaren. ----------------------------------------------------------- -- WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit e-mail: wadi.wien at gmx.at website: www.wadinet.at Tel.: 0699-11365509 Postfach 105 A-1181 Wien Spendenkonto in Österreich: Kontonummer 07.405.301 Evangelische Kreditgenossenschaft eG BLZ 31800 IBAN: AT10 3180 0000 0740 5301 BIC: EVKRATW1 Website mit weiteren Informationen zu Projekten von Wadi und Veranstaltungshinweisen: www.wadinet.at ================================================ 08 Kosovo: Steinmeier trifft UNMIK-Chef - Aktion in Berlin von "GFBV" ================================================ GESELLSCHAFT FÜR BEDROHTE VÖLKER EINLADUNG zur MENSCHENRECHTSAKTION Berlin/Göttingen, den 11.01.2006 Außenminister Steinmeier trifft UNMIK-Chef Jessen-Petersen Nicht mit deutschem Geld! Menschenrechtsaktion gegen Zwangsumsiedlung von Roma-Flüchtlingen auf Blei verseuchtes Gelände im Kosovo - 218 Kinder betroffen Mit einer stillen Mahnwache wird die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am kommenden Donnerstag (12.Januar) während des Treffens von Außenminister Frank-Walter Steinmeier mit dem UN-Sondergesandten für Kosovo, Sören Jessen-Petersen, gegen die geplante Zwangsumsiedlung von 560 Roma-Flüchtlingen protestieren. Die Flüchtlinge - unter ihnen 218 Kinder unter zehn Jahren - sollen nach dem Willen der Übergangsverwaltung der Vereinten Nationen im Kosovo UNMIK aus drei hochgradig mit Schwermetallen belasteten Lagern in unmittelbarer Nähe einer Minenabraumhalde in eine nur 20 Meter entfernte Kaserne umziehen. Das deutsche Außenministerium will den Umzug mit 500.000 Euro finanzieren, obwohl auch dieses Gelände verseucht ist. Angehörige der französischen KFOR-Truppen, die dort nur wenige Monate stationiert waren, hatten GfbV-Mitarbeitern vertraulich mitgeteilt, dass sie wegen der Bleibelastung dringend gewarnt worden seien, in den ersten Monaten nach ihrer Rückkehr Kinder zu zeugen. Die Flüchtlinge jedoch mussten seit 1999 in den drei UN-Lagern ausharren. 120.000 der ehemals 150.000 Roma und Aschkali wurden seit 1999 von albanischen Extremisten gewaltsam aus dem Kosovo vertrieben. Die GfbV wirft der UNMIK vor, die Flüchtlinge - unter ihnen 218 Kinder unter zehn Jahren - seit 1999 wissentlich der extrem hohen Belastung mit den tödlich giftigen Schwermetallen ausgesetzt zu haben. Die Menschenrechtsorganisation hat immer wieder die Evakuierung der Lager Cesmin Lug, Kablare und Zitkovac gefordert und im vergangenen Oktober eine Untersuchungsdelegation mit dem renommierten Umweltmediziner Klaus-Dietrich Runow zu den Flüchtlingen gesandt. Die Ergebnisse seiner Untersuchungen waren erschreckend: Er fand nicht nur die "höchste jemals in menschlichen Haarproben nachgewiesene Bleibelastung". Er sagte auch voraus, dass vor allem die im Lager geborenen Kinder der Roma irreversible Schädigungen des Nerven- und Immunsystems sowie Störungen des Knochenwachstums und der Blutbildung davontragen. Das ständige Team der GfbV im Kosovo registriert seit langem ungewöhnlich viele Todesfälle und Fehlgeburten. Zu unserer spontan organisierten Menschenrechtsaktion am Donnertag, den 12. Januar 2006, von 09.30 Uhr an vor dem Auswärtigen Amt, Werderscher Markt, in Berlin laden wir Sie und Ihre Kolleginnen und Kollegen von den Bildredaktionen herzlich ein. ACHTUNG BILDREDAKTIONEN: Wir werden neben Transparenten auch großformatige farbige Bilder von Kindern aus den Lagern tragen, die bereits unter schwerer Bleivergiftung leiden. ====================================================== Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV) Inse Geismar, Pressereferentin Postfach 2024, D-37010 Goettingen Tel.+49/551/49906-25, Fax:++49/551/58028 E-Mail: presse at gfbv.de, Homepage:http://www.gfbv.de ================================================ 09 Offener Brief an Wulff: Abschiebung nach Grosny verhindern! von "GFBV" ================================================ GESELLSCHAFT FÜR BEDROHTE VÖLKER Offener Brief an den niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff Göttingen, 11.01.2006 DRINGEND: Abschiebung nach Grosny verhindern! Sehr geehrter Herr Ministerpräsident, Ihre Regierung will morgen erneut einen tschetschenischen Flüchtling abschieben, der nach seiner Ablehnung 2001 keine andere Möglichkeit sah, als in die Heimat zurückzukehren, dort verhaftet und misshandelt wurde und dann noch einmal flüchtete. In Tschetschenien sind 180 000 Menschen durch die Hand der russischen Armee und Luftwaffe sowie von Spezialeinheiten ums Leben gekommen. Menschenrechtsexperten bezeichnen das gemäß der Konvention der Vereinten Nationen zur Verhütung und Bestrafung des Völkermords als Genozid. Die Politik der Regierung Schröder/Fischer zeichnete sich dadurch aus, dass sie nicht den geringsten Anlauf nahm, um diese kontinuierliche Menschenjagd zu kritisieren. Vielmehr entsandte die vergangene Bundesregierung sogar eine Delegation des Bundesnachrichtendienstes in die völlig zerstörte tschetschenische Hauptstadt Grosny, als in deren Kellern nach dem Bombardement unzählige Tote lagen. So wurde die bekannte "Achse Moskau-Berlin- Paris" etabliert, die sich heute für den früheren Bundeskanzler bezahlt macht. Ihre Flüchtlingspolitik in Sachen Tschetschenien, sehr geehrter Herr Ministerpräsident, hat aus diesem deutschen Fehlverhalten keinerlei Konsequenzen gezogen. Der empfindsamere Teil Ihrer Wählerschaft, der auch in unserer Menschenrechtsorganisation präsent ist, ist sehr traurig darüber, auch über die Härte und Umbarmherzigkeit Ihres Innenministers, die immer wieder ganze Menschengruppen im Lande Niedersachsen empören - nicht zuletzt in Einzelfällen. Es wäre doch nach den deutschen Erfahrungen, Verbrechen und Leiden zwischen 1933 und 1950 selbstverständlich, mit Opfern von Völkermordverbrechen anders umzugehen. Sie und Ihr Innenminister werden morgen wieder riskieren, was dem am 16. November 2005 nach Moskau aus Sachsen abgeschobenen 21-jährigen Herrn Jusuf Aliev, geb. 18.02.1983, widerfuhr: Wochenlang erhielten weder Eltern noch Flüchtlingshelfer ein Lebenszeichen von ihm. Jetzt ist klar: direkt am Moskauer Flughafen wurde er in der Kontrolle verhaftet. Er sitzt nun in Grosny, im Bezirk Staropromyslowski im Gefängnis. In den tschetschenischen Haftanstalten wird systematisch gefoltert, was Herrn Schünemann bekannt sein müsste. Die Männer, die die Haft überleben, kommen in der Regel als Invaliden, für immer geschädigt, wenn sie Glück haben, irgendwann frei - häufig gegen Lösegeld. Zumeist verschwinden sie für Jahre, die Täter werden nicht bestraft. Die russische Menschenrechtlerin Svetlana Gannuschkina, Mitarbeiterin der berühmten Organisation "Memorial", versucht bei seiner Befreiung mitzuhelfen. Die Familie muss ihn freikaufen, weil in vielen Fällen die verhafteten oder entführten tschetschenischen Knaben und Männer die Haft nicht überleben. Wir bitten Sie deshalb dringend, die Abschiebung in letzter Minute zu stoppen und Herrn Murat Nakajew (zuständige Ausländerbehörde Salzgitter, der im Moment in der Abschiebehaft in Hamburg-Fuhlsbüttel festgehalten wird) eine Duldung zu erteilen. Mit freundlichem Gruß, Ihr Tilman Zülch PS: Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass ich diesen Appell als offenen Brief aussende. ================================================ 10 Die Grenzen politischer Inszenierung von Zukunfts- und Kulturwerkstätte ================================================ Zukunfts und Kulturwerkstätte Newsletter 1/2006 ================================================= FORM OHNE INHALT? Die Grenzen politischer Inszenierung Das politische Jahr 2006 ist einerseits bestimmt durch die EU-Ratspräsidentschaft Österreichs in der ersten Halbzeit und andererseits durch die Nationalratswahlen im Herbst. Beides sind Ereignisse, bei denen es auch darum geht, der Bevölkerung die unterschiedlichen Ziele von Politik verständlich zu machen. Die Darstellung von Inhalten beruht in einer Demokratie auf der Bringschuld der politischen Eliten. Kritisch wird es jedoch dort, wo nur mehr die Form ohne Inhalt zählt bzw. die Inszenierung statt aufklären vielmehr verschleiern, täuschen und verschweigen soll. Gerade in Wahlkampfzeiten wird das Instrument der politischen Inszenierung verstärkt eingesetzt. Das anstehende Wahljahr kann insofern mit Spannung erwartet werden, denn sowohl die unterschiedlichen Inhalte und Formen der Politik der Oppositions- bzw. Regierungsparteien als auch die Trennlinien zwischen SPÖ und Grünen werden auf der politischen Agenda stehen. * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * Diskussion Dienstag, 24. Jänner 2006, 19 Uhr in der Zukunfts- und Kulturwerkstätte, Schönlaterngasse 9, 1010 Wien > TeilnehmerInnen: Dr. Josef Cap Abg. z. NR, gf. Klubobmann der SPÖ Dr. Eva Glawischnig-Piesczek Abg. z. NR, stv. Klubobfrau der Grünen Moderation: Nikolaus Pelinka JG Josefstadt * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * > Buchtipp Josef Cap, Kamele können nicht fliegen. Von den Grenzen politischer Inszenierung. Molden Verlag , Wien, 2005, EUR 19,80 erhältlich am Büchertisch bei der Veranstaltung * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * > Nähere Infos unter: Zukunfts- und Kulturwerkstätte Schönlaterngasse 9, 1010 Wien Tel.: 01/513 86 82 www.diezuk.at zuk at spoe.at ================================================ <>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><><> MELDUNGEN/MEINUNGEN/KOMMENTARE <>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><><> ================================================ 11 Aktuelle Presseinformation zu Kamal Said Qadir von "wadi wien" ================================================ Aktuelle Presseinformation zu Kamal Said Qadir, dem in Arbil/Hawler verhafteten österreichischen Staatsbürger: Kamal Said Qadir hat laut Informationen seiner Familie nach dem Besuch von Ärzten des Roten Kreuzes seinen Hungerstreik im Gefängnis beendet. Wir hoffen, dass es bald zu einer humanen und rechtsstaatlichen Lösung des Falles kommen wird. -- WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit e-mail: wadi.wien at gmx.at website: www.wadinet.at Tel.: 0699-11365509 Postfach 105 A-1181 Wien Spendenkonto in Österreich: Kontonummer 07.405.301 Evangelische Kreditgenossenschaft eG BLZ 31800 IBAN: AT10 3180 0000 0740 5301 BIC: EVKRATW1 Website mit weiteren Informationen zu Projekten von Wadi und Veranstaltungshinweisen: www.wadinet.at ================================================ 12 GLB/Post/Börsengang/Privatisierung/ Gewerkschaft von "Gewerkschaftlicher Linksblock" ================================================ Pressedienst des Gewerkschaftlichen Linksblocks (GLB), Hugogasse 8, A-1110 Wien - Telefon +43 1 718 26 23-0 - Fax +43 1 718 26 23-30 - Mail glb at aon.at - Web www.glb.at - Ausgabe vom 11. Januar 2006 GLB lehnt Börsengang der Post entschieden ab Jetzt Streikbeschluss der Gewerkschaft umsetzen Entschieden abgelehnt wird von der Fraktion Gewerkschaftlicher Linksblock im ÖGB (GLB) ein bereits für Frühjahr 2006 geplanter Börsengang der staatlichen Post AG, den die Regierung offenbar noch vor der Wahl im Oktober mit der Privatisierung von 49 Prozent der Post AG und einer Erlöserwartung von 400 Millionen Euro mit aller Gewalt durchdrücken will. GLB-Bundesvorsitzende Karin Antlanger bezeichnet dieses Vorhaben als Verschleuderung von Volksvermögen. Von der Postgewerkschaft erwartet der GLB die Umsetzung ihres Ende 2005 einstimmig gefassten Streikbeschlusses für den Fall des Börsenganges und vom ÖGB die volle Rückendeckung und Unterstützung dafür: „Es wäre fatal, wenn sich die Gewerkschaft durch faule Manöver wie etwa eine „Volksaktie für jedermann“ oder eine Beteiligung der gewerkschaftseigenen BAWAG an der Privatisierung der Post einkochen und vom Kampf für die legitimen Interessen der Postbediensteten abhalten lassen würde“, meint Antlanger. Im Unterschied zur Postgewerkschaft - die sich für 2007 einen Börsengang sehr wohl vorstellen kann - lehnt der GLB eine solche Privatisierung grundsätzlich ab und vertritt die Auffassung, dass die Post eine Aufgabe der öffentlichen Hand bleiben muss. Der GLB erinnert in diesem Zusammenhang an seine im Jahre 2005 durchgeführte BürgerInneninitiative an den Nationalrat „Für die Erhaltung der Post im öffentlichen Eigentum“ die am 9. November an Nationalratspräsident Andreas Khol übergeben wurde. Darin heißt es wörtlich: „Die Post ist eine elementare Einrichtung einer funktionierenden Infrastruktur und darf daher nicht privatisiert werden, egal ob durch einen Verkauf oder einen Börsengang. Die Post muss im öffentlichen Eigentum erhalten bleiben. Ein verfassungsmäßiger Schutz des öffentlichen Eigentums ist notwendig“ heißt es in der von der GLB-Bundesleitung am 9. Juli 2005 beschlossenen Petition. Erinnert wird vom Linksblock aber auch daran, dass der Weg zu einer Privatisierung der Post - sei es im Wege eines Börsenganges oder durch direkte Beteiligungen - schon 1996 mit der Ausgliederung der Post aus dem Bundesbudget unter Berufung auf die EU-Richtlinie zur Liberalisierung der Postdienstleistungen und den Auflagen für eine nachhaltige Budgetsanierung begonnen hat. Dem hatten damals nicht nur die SPÖ als Regierungspartei, sondern auch die FSG-Mehrheit in Personalvertretung und Gewerkschaft zugestimmt. In der Folge wurde die ehemals einheitliche Post geteilt, die Telekom teilprivatisiert, die PSK verkauft, der Postbus an die ÖBB übertragen und die verbleibende „Gelbe Post“ seit Jahren einer Einsparungswelle nach der anderen unterworfen. Es wurden tausende Arbeitsplätze vernichtet und hunderte Postämter zugesperrt. Mit einer Reform des Postgesetzes wurde 2005 „grünes Licht“ für die endgültige Zerschlagung und Privatisierung gegeben. Damit ist der Versorgungsauftrag der Post grundlegend gefährdet, weil für private EigentümerInnen ein möglichst großer Profit stets Vorrang vor Anliegen der Allgemeinheit hat. Die Post wurde in den letzten Jahren einem brutalen Sanierungskurs unterworfen und liefert dem Staat als Eigentümer Dividende ab, die Eigenkapitalausstattung ist mit 50 Prozent hervorragend: „Was die Arbeiterkammer verschämt als „ständigen Reformprozess“ bezeichnet hat, ist für die Beschäftigten mit der Vernichtung tausender Arbeitsplätze und gezieltem Mobbing und für die Allgemeinheit mit dem Zusperren hunderter Postämter vor allem im ländlichen Raum verbunden“, stellt dazu Robert Hobek, GLB-Postsprecher und VPA-Vorsitzender am Postamt 1230 Wien fest. Die Vorbereitung auf die EU-Liberalisierung der Postmärkte lässt sich an der Geschäftspolitik der Post ablesen: Während von 2000 bis 2004 die Gewinne um fast 400 Prozent stiegen, sank die Zahl der Beschäftigten um 20 Prozent. Im ersten Quartal 2005 setzt sich dieser Trend fort: Der Gewinn stieg um 19 Prozent, gleichzeitig wurden weitere 963 Postbeschäftigte „abgebaut". Allein 2005 wurden wieder 310 Postämter geschlossen, 50 weitere stehen unter „Beobachtung“. ================================================ 13 DIE ZEIT: Moslems unter Generalverdacht von "Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen" ================================================ DIE ZEIT http://www.zeit.de/online/2006/02/gesinnungstest_kommentar2 Moslems unter Generalverdacht Der baden-württembergische Fragebogen zur Einbürgerung ist diskriminierend und widerspricht der Verfassung, die er sichern will, meint Christine Jähn Wer deutscher Bürger werden möchte, muss sich schriftlich zum Grundgesetz bekennen. Welche innere Haltung dahinter steckt, sollen baden-württembergische Beamte seit Jahresbeginn an Hand von 30 Fragen herausfinden. Doch wie lässt sich mit einem Fragenkatalog eine innere Haltung feststellen? Denn der Einzubürgernde wird sich einem solchen Gespräch wohl kaum völlig unvorbereitet ausliefern. Immerhin geht es um eine seine Zukunft. Wie wenig solcherart Fragen geeignet sind, die Einstellung eines Menschen festzustellen, haben die Befragungen von Kriegsdienstverweigerern längst bewiesen. Broschüren, ältere Brüder, Freunde und Klassenkameraden wussten, wie man die scheinbar so entlarvenden Fragen richtig beantwortete. „Ich falle auf die Knie und bete“, soll eine gute Antwort gewesen sein, wenn man gefragt wurde, wie man bei Gefahr reagieren würde. Wer einen deutschen Pass will, muss sich in Baden-Württemberg nun auch Standardantworten überlegen. Da gibt es zum Beispiel die Frage Nummer 30: „Was halten Sie davon, dass in Deutschland Homosexuelle öffentliche Ämter bekleiden?“ Einige Katholiken und Konservative würden sich ordentlich winden, bekämen sie diese Frage gestellt. Ob die Täter der Anschläge vom 11. September 2001 und vom 11. März 2004 als „Terroristen oder Freiheitskämpfer“ bezeichnet werden sollen, will Frage 23 wissen. Wenn die Terroristen, vor denen solche Fragen uns schützen sollen, auch nur annähernd so verschlagen und gefährlich sind, wie man uns glauben macht, dann dürfte ihnen die richtige Antwort auch in diesem Fall wohl keine Schwierigkeiten bereiten. Das eigentliche Problem des Fragebogens besteht jedoch in der Definition der Zielgruppe, an die er sich richtet. Der Schweizer, der Deutscher werden will, kann seine Ansichten zur Homosexualität auch weiterhin für sich behalten, es sei denn, er hat sich anderweitig verdächtig gemacht. Menschen jedoch, die aus einem der 57 Staaten kommen, die der islamischen Konferenz angehören, müssen generell Rede und Antwort stehen. Ihnen wird ein grundsätzliches Misstrauen entgegengebracht. Diese Stigmatisierung qua Religion und Nationalität verletzt das Gleichheitsgebot. Und das ist in eben jenem Grundgesetz festgeschrieben, zu dem sich der Antragsteller bekennen soll. Ob schon mal jemand in Baden-Württemberg auf die Idee gekommen ist, einen gebürtigen US-Amerikaner zu fragen, was er davon hält, dass die CIA Gefangene über Grenzen verschleppt und in Verhören foltert? Der Leitfaden diskriminiert nicht nur die Antragsteller, sondern auch alle anderen Menschen muslimischen Glaubens. Ihnen wird unterstellt, potenzielle Terroristen und Verfassungsfeinde zu sein. Verständlicherweise laufen die Muslime in Deutschland Sturm gegen diese Maßnahme. Der Fragebogen werde das Vertrauen der muslimischen Gemeinde in den Staat beschädigen, warnte Nadeem Elyas, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime. Er erwägt nun eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht. Der Einbürgerungs-Fragebogen sei "eindeutig eine gesetzeswidrige Diskriminierung aller Muslime“. Der baden-württembergische Justizminister Ulrich Goll sieht das anders. Er verteidigt das Vorgehen als Schutz gegen Islamisierung. Doch das Einzige, wovor diese Verordnung schützen kann, sind Dialog und Integration. Denn wenn das Vertrauen der großen Zahl der Muslime in den deutschen Staat schwindet, werden sie sich weiter in ihre Gemeinschaften zurückziehen, die sie dann sicherlich als schützender erleben werden. Und durch die Hintertür ermöglicht der Leitfaden den Baden-Württembergern auch noch, Eingebürgerten ihren Pass wieder abzunehmen. Zwar heißt es im Grundgesetz: „Die deutsche Staatsbürgerschaft darf nicht entzogen werden.“ Auf dem baden-württembergischen Frageformular wird aber schon mal gewarnt: „Unwahre Angaben“ können auch nach Jahren noch zur Aberkennung der Staatsbürgerschaft führen. Ob es grundsätzlich möglich ist, einem Menschen die Staatsbürgerschaft wieder zu entziehen, prüft derzeit das Bundesverfassungsgericht. Es geht um den Fall eines Nigerianers, der bei der Einbürgerung die Verdienstbescheinigung eines Namensvetters vorgelegt hat. Das Urteil wird wohl als Präzedenzfall für den Gesinnungstest gesehen werden. Falls es ihn dann noch gibt. (c) ZEIT online, 6.12.2005 02/2006 **************************** -- Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen e-mail:dieinitiative at gmx.at für Rückfragen und Korrespondenz kontaktieren sie bitte: Omar Al Rawi +43-650-3831942 al-rawi at gmx.at Amina & Tarafa Baghajati +43-1-2595449 baghajati at aon.at Mouddar Khouja +43-1-9685096 mouddar at gmx.net Andrea Saleh +43-1-7965652 salehand at gmx.at Liebe Brüder und Schwestern, liebe Interessierte! Wir hoffen, dass die so an Euch zugehenden Informationen auf Euer Interesse stoßen. Wir versenden über den Verteiler nicht nur Neuigkeiten, die die eigenen Aktivitäten betreffen, sondern auch Zeitungsartikel, die im weitesten Sinn mit dem Islam und Integration zu tun haben oder ähnliches. Diese spiegeln natürlich nicht unbedingt unsere eigene Meinung wieder, sind aber gut, um das Meinungsspektrum zu sichten. Wir freuen uns über jede Rückmeldung. Selbstverständlich kann auch alles an Freunde,Bekannte usw.weitergemailt werden. Für die Publikation in eigenen Homepages bitten wir jedoch um vorherige Rücksprache. Bitte achten Sie bei Zeitungsartikeln auf das Copyright. Alle Inhalte dienen der persoenlichen Information. Eine Weiterverwendung und Reproduktion ueber den persoenlichen Gebrauch hinaus ist nicht gestattet. ================================================ 14 YC-PD: YC lehnt Börsengang der Post ab! von sozial punkt ================================================ Als eine politische und ökonomische Sauerei bezeichnet Martin Just, Bundessprecher der YC, die geplante Verscherbelung von 49% der österreichischen Post an der Börse. "Die Schwarz-Bunte Regierung versucht damit vor Ende der Legislaturperiode wirtschaftspolitische Tatsachen zu schaffen, welche der gesamten österreichischen Bevölkerung zum Schaden sind. Ein derartiges Vorgehen muss mit allen möglichen Maßnahmen des gewerkschaftlichen Kampfes verhindert werden.", so Just. Weiters warnt Just davor, dass sich niemand der Illusion hingeben soll, in der SPÖ eine Alternative zum derzeit grassierenden neoliberalen Wahnsinn zu sehen. "Wenn die SPÖ sagt, der Börsengang sei verfrüht, so streicht sie damit nur das heraus, was der Unterschied zwischen der derzeitigen Regierung und der "Oppositions" - SP ist. Turbokapitalismus "versus" Neoliberalismus light. Ein Unterschied der auf Dauer keinen Unterschied macht." so Just weiter. Die YC solidarisiert sich mit dem bereits im Dezember gefassten Grundsatzbeschluss der Gewerkschaft im Falle eines Börsengangs zu Kampfmaßnahmen bis hin zum Streik. Die YC erwartet und fordert einen Streik, der der Bundesregierung klar aufzeigt, wer die Arbeit im Bereich der Grundversorgung und der allgemeinen Interessen tätigt und wer nur ein Beiwagerl im Interesse des Kapitals ist. Anders gesagt: Einen unbefristeten Streik bis zur Rücknahme des Börsenganges. Rückfragehinweis: Martin Just just at yc.or.at 0699/117 82 472 ================================================ 15 EU-Verfassung/Schüssel/Abfuhr/Stellungnahme/KPÖ von KPÖ Steiermark ================================================ KPÖ Steiermark Lagergasse 98a 8020 Graz Tel. 03 16 / 71 24 36 Fax 03 16 / 71 62 91 email: kpoe_stmk at hotmail.com Mittwoch, 11. Januar 2006 Presseinformation der KPÖ Steiermark EU-Verfassung: Abfuhr für Schüssel ist positives Zeichen Steirische KPÖ tritt für Alternativen zur EU ein Die Mehrheit der Menschen in unserem Land hat die EU satt. Statt über eine Wiederbelebung des in zwei Volksabstimmungen abgelehnten Verfassungsentwurfes nachzudenken, sollten auch die herrschenden Politiker in Österreich endlich anfangen, Alternativen zur EU ins Auge zu fassen. Das stellte der steirische KPÖ-Vorsitzende Franz Stephan Parteder am Mittwoch fest, nachdem die finnische Präsidentin Tarja Halonen und der niederländische Außenminister Bernard Bot den Plänen Schüssels eine Absage erteilt hatten, als Retter der EU-Verfassung in die Geschichte einzugehen. Parteder: "Die EU kommt den arbeitenden Menschen viel zu teuer, sie dient vor allem den transnationalen Konzernen, sie treibt den Sozialabbau voran und sieht sich auf dem Weg zu einer militärisch hochgerüsteten Supermacht, in der kein Platz für ein neutrales Österreich ist. Die steirische KPÖ hat sich vorgenommen, die österreichische EU-Präsidentschaft mit scharfer Kritik und mit Aktionen zu begleiten und aufzuzeigen, dass die EU-Hörigkeit der herrschenden Parteien den arbeitenden Menschen schadet. Selbst die SPÖ hat schon erkannt, dass es einem nicht gut bekommt, wenn man die EU allzu sehr lobt. Was die kommende Nationalratswahl betrifft, so wird die steirische KPÖ sich ihr Nein zur EU weder von den Meinungsmachern in den Medien noch von pseudolinken EU-Befürwortern abkaufen lassen. Wir stehen zu unseren Prinzipien." Rückfragehinweis: 872/2151 KPÖ-Steiermark Lagergasse 98 a 8020 Graz Tel.: 0316 71 24 36 Fax 0316 71 62 91 email: kp.stmk at kpoe-graz.at; kpoe_stmk at hotmail.com ================================================ 16 Mosambik-Info 15, 11.01.2006 von "Peter Pils" =============================================== Mosambik-Info 15, 11.01.2006 Unwetter und anschwellende Flüsse Die schweren Unwetter und Regenfälle, die in den letzten zwei Wochen im Zentrum und Norden Mosambiks heimsuchten, haben wieder einmal die Anfälligkeit des Landes und die Schwierigkeiten bei der Katastrophenwarnung verdeutlicht. Die am meisten betroffenen Gebiete waren Buzi und Dondo in der Zentralprovinz Sofala und Teile der Nordprovinz Nampula. Tausende von Familien in Nampula, den Zentralprovinzen Manica und Tete und im südlichen Gaza verloren ihre Häuser, als Stürme vom Meer auf das Festland trafen. In Beira wurden Teile der tieferliegenden Stadtgebiete überflutet und zwangen die Bewohner, in Schulen, Kirchen und die Häuser von Verwandten zu flüchten. In den letzten Tagen schwellen die Flüsse im Süden des Landes an und Stürme bedrohen die Provinzen Inhambane und Gaza. Ein Tiefdruckgebiet führt zu starken Regenfällen und Winden und hat zeitweise die Provinzhauptstadt Inhambane vom Festland abgeschnitten. Das nationale Institut für Meteorologie hat die Notfallpläne in Kraft gesetzt, die Provinzregierungen weisen die Bewohner an, sich aus den flussnahen Gebieten zurückzuziehen und in den betroffenen Gebieten werden vorbeugend Hilfsgüter für den Katastrophenfall bereitgestellt. Das Sturmtief bewegt sich in Richtung Süden, in der Hauptstadt Maputo sind bislang keine großen Schäden gemeldet worden. Die starken Regenfälle führen auch zu einem Anschwellen der Flüsse. Insgesamt ist der Wasserstand der Mehrzahl der Flüsse jedoch noch deutlich unter der Flutalarmmarke. In den nächsten Tagen wird mit weiteren Regenfällen gerechnet. Das Institut für Katastrophenmanagement (INGC) teilt mit, dass die Regierung Mittel für ein Nothilfeprogramm bereitgestellt habe, das INGC befinde sich in erhöhter Alarmbereitschaft. Mit der Überflutung der Wasserlöcher in den ländlichen Gebieten steigt auch die Choleragefahr. Bislang wurden zweihundert Cholerafälle aus dem ganzen Land gemeldet. Quellen: AIM, allAfrica.com, Expresso África, IRIN News ================================================ 17 OPERATION SPRING - Ministerien antworten - Nachlese - Diskussionstermin - Festivalupdate - Kinoeinsatz von "Tristan Sindelgruber" ================================================ 11.1.2006 - Neuigkeiten rund um OPERATION SPRING 1.) Justiz- und Innenministerium antworten Vor rund 2 Monaten stellte die Justizsprecherin der Grünen, Terezija Stoisits eine Anfrage an das Justiz- und an das Innenministerium. Vor kurzem langten die entsprechenden Antworten ein, die wir im folgenden zur Nachlese zur Verfügung stellen. Doch vorab: Die Antwort seitens des Justizministeriums spiegelt unserer Meinung nach die ministerielle Wahrnehmungswelt wieder. Die Antworten scheinen sich eher an einer Theorie, als an der tatsächlichen Praxis der Operation Spring zu orientieren. Das Innenministerium antwortet in "old school" Manier. Kurz bis gar nicht wird hier auf die Fragen der Abgeordneten Terezija Stoisits eingegangen. Das ist vor allem deswegen interessant, da seitens der Ministerien immer wieder beklagt wird, dass die andere Seite in unserem Film nicht repräsentiert wird. Welche Seite auch immer das sein mag – in Operation Spring kommen nicht nur ein Richter, eine ehemalige Schöffin, ein Sektionschef aus dem Justizministerium und Polizeibeamte via eingespieltem ORF- und ATV+-Material zu Wort. Lediglich die Sondereinheit Observation konnte oder wollte nicht im Film präsent sein. Die Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage wäre für das Innenministerium eine Möglichkeiten gewesen, nunmehr Stellung zu beziehen. Dieses Interesse besteht aber seitens des Innenministeriums offensichtlich nicht. Nachlese: Anfrage an das Justizministerium Antwort seitens des Ministeriums Anfrage an das Innenministerium Antwort seitens des Ministeriums 2.) Nachlese Rund um den letzten Prozess wollen wir noch folgendes zur Nachlese zur Verfügung stellen: Was Worm wurmt: Ein Skandalurteil - eine Justizschande (aus: News 1/06) Kommentar: Sprunghafte Justiz (aus: Der Standard) Nachspiel für Operation Spring (aus: Wiener Zeitung) Lotterie statt Rechtsstaat (aus: Die Presse) 3.) Operation Spring - Diskussionstermin: Kulturverein Kanafani lädt ein: OPERATION SPRING - Lesung, Kurzreferate und Publikumsdiskussion Lesung aus dem von der GEMMI herausgegebenen Buch "1000 Jahre Haft" und Kurzreferat über die Verfahren der Operation Spring mit Schwerpunkt auf den erst kürzlich stattgefundenen Prozess gegen Emanuel Chukwujekwu. Gibt es einen institutionellen Rassismus in Österreich? Welche antirassistischen Strategien sind denkbar? Was tun gegen die Ethnisierung von Kriminalität bzw. Kriminalisierung von Minderheiten? Darüber und über vieles mehr kann und soll diskutiert werden. Mit: AktivistInnen der GEMMI (Gesellschaft für Menschenrechte von Marginalisierten und MigrantInnen) Emanuel Chukwujekwu, zuletzt Hauptangeklagter im Rahmen der Operation Spring - Verfahren (angefragt) RA Dr. Lennart Binder, Anwalt von Emanuel Chukwujekwu und in mehreren anderen Verfahren der "Operation Spring" Moderation: Karim Duarte (Journalist, wmi – World Media Insights) Samstag 28. Januar 2006 Einlass: ab 18:00 Beginn: 19:00 Die Sense. Das Lokal zum Verein. Sensengasse 5/3, 1090 Wien. Eintritt frei. Getränke und Imbisse zum Selbstkostenpreis. 4.) Festivalupdate - Nominierung für Amnesty Award: Kaum hat das neue Jahr begonnen und schon begibt sich OPERATION SPRING auf Festivalreise. Saarbrücken, Rotterdam, Prag und Thessaloniki lauten die ersten Stationen in diesem Jahr. Aus Rotterdam erreichte uns gerade eine erfreuliche Nachricht. Bereits zum vierten mal wird innerhalb dieses Festivals der Amnesty International - DOEN Award verliehen und OPERATION SPRING zählt zu den 10 Filmen die dafür nominiert wurden. Wir bitten um zahlreiches und kräftiges Daumendrücken, vielleicht hilft es ja ... 5.) Kinoeinsatz: In Wien läuft OPERATION SPRING ununterbrochen seit dem 23. September 2005 - nunmehr, wie mittlerweile schon gewohnt, im Filmhauskino am Spittelberg und zwar täglich um 17:30 Uhr. Daneben wird der Film immer wieder für diverse Sondervorstellungen gebucht, worüber wir uns besonders freuen. Das kann durchaus Schule machen - wir bitten einfach, sich mit unserem Verleih, dem Stadtkino-Filmverleih, diesbezüglich in Verbindung zu setzen. Wenn immer erwünscht und möglich, sind wir auch gerne im Rahmen derartiger Sondervorstellungen vor Ort anwesend. In Wien wird eine Kopie des Films wohl noch den ganzen Jänner und Februar im Filmhauskino zu Verfügung stehen - Sondervorstellungen sind jederzeit buchbar. Kontakt: Stadtkino Filmverleih und Kinobetriebsgesellschaft m.b.H. Spittelberggasse 3/3 A - 1070 Wien Tel: 43-1-522 48 14 Fax: 43-1-522 48 15 www.stadtkinowien.at office at stadtkinowien.at Die demnächst anstehenden und bereits fixierten Bundesländertermine sind: 9.-15. Jänner - Volkskino, Klagenfurt (Kärnten) 15. - 20. Jänner - Kino Ebensee, (Oberösterreich) 20. Jänner - Jazzatelier Ulrichsberg, (Oberösterreich) 9. Februar - Kino Monoplexx, St.Johann/Pongau (Salzburg) Alle Informationen rund um den Film, samt aktueller Vorführtermine, finden sich unter: www.operation-spring.com Wir verbleiben mit der Bitte um Veröffentlichung / Weiterleitung. Etwaige Mehrfachzusendungen bitten wir zu entschuldigen. Sindelgruber Tristan, Schuster Angelika Schnittpunkt - Sindelgruber Tristan, Film- & Multimediaproduktion Große Sperlgasse 19/3 1020 Wien Austria UID-Nr.: ATU 46990608 e-mail: schnittpunkt at gmx.at web: www.schnittpunkt-film.com www.operation-spring.com ================================================ 18 Klassenkämpfe Venezuela von "agm" ================================================ K l a s s e n k ä m p f e i m S c h a t t e n v o n P a r l a m e n t s w a h l e n Venezuela war zuletzt vor allem auf Grund der Wahlen zur Nationalversammlung Anlass für Debatten und Polemiken. Bedeutende Betriebskonflikte und gewerkschaftliche Auseinandersetzungen der vergangenen Wochen fanden in der europäischen Venezuela-Solidaritätsbewegung so gut wie keinen Widerhall. Der folgende Artikel versucht einen (kleinen und beschränkten) Einblick in einen wichtigen Teilaspekt der Realität der venezolanischen Arbeiter/innen/klasse zu liefern. In den Bundesstaaten Carabobo und Bolívar, den industriellen Herzen Venezuelas, wurden in zahlreichen Betrieben gewerkschaftliche Abwahlreferenden bzw. Gewerkschaftswahlen abgehalten und in verschiedenen Betrieben gelang es alteingesessene Gewerkschaftsfunktionäre durch kämpferische Gewerkschafter/innen zu ersetzen und neue Gewerkschaften zu gründen. Auf Betriebsebene spielten die clasistas (die klassenkämpferische Gewerkschaftsströmung im Gewerkschaftsdachverband der UNT) in den vergangenen Wochen bei SIDOR in Ciudad Guayana, Bundesstaat Bolívar, und bei Bridgestone/Firestone in Valencia, Bundesstaat Carabobo, in bedeutenden Konflikten eine tragende Rolle. Gewerkschaftswahlen bei SIDOR Anfang der 1960er-Jahre entwickelte sich im Gebiet der Mündung des Caroní in den Orinoco im Bundesstaat Bolívar eines der wichtigsten Schwerindustriezentren Südamerikas: Stahl- und Aluminiumwerke (z.B. SIDOR und VENALUM), verarbeitende Metallbetriebe (u.a. ALCASA), Industriehäfen. Riesige Wasserkraftwerke am Unterlauf des Caroní lieferten den Industriebetrieben die notwendige Energie. Mit der Industrieansiedelung entstand aus den Kleinstädten Puerto Ordaz und San Felix eine neue Stadt mit 700.000 Einwohnern: Ciudad Guayana. Neben dem Bundesstaat Carabobo und den Niederlassungen von PDVSA (dem staatlichen Erdöl- und Erdgasunternehmen) zählt Ciudad Guayana zu den Zentren des venezolanischen Industrieproletariats. Die Privatisierung des Stahlwerkes SIDOR im Jahr 1997 hatte verheerende Auswirkungen auf die Arbeitsbedingungen. Massiver Abbau von Arbeitsplätzen ging einher mit der Aushöhlung arbeitsrechtlicher und kollektivvertraglicher Rechte. Zunehmend wurde die alte Stammbelegschaft durch neue Leiharbeiter/innen, mit niedrigeren Löhnen, keinem Sozialversicherungsanspruch und keinen kollektivvertraglichen Rechten, ersetzt. Die Rationalisierungswelle bei SIDOR führte zu einem dramatischen Anstieg tödlicher Arbeitsunfälle. In den vergangenen Jahren wurden Stimmen (einhergehend mit Arbeitsniederlegungen und Demonstrationen) für die Wiederverstaatlichung des Stahlwerks immer lauter. Zunehmend regte sich auch Widerstand gegen die Führung der Betriebsgewerkschaft SUTISS rund um Ramón Machuca, der für die Privatisierung von SIDOR mitverantwortlich gemacht wird. Im November hielt SUTISS (mit rund 4.000 Mitgliedern die größte Betriebsgewerkschaft in der venezolanischen Privatwirtschaft) Gewerkschaftswahlen ab. Im Vorfeld der Wahlen konnten sich verschiedene kämpferische Gewerkschafter/innen nicht auf einen gemeinsame Wahlliste gegen die von der Unternehmensleitung unterstützten Kandidaten einigen. Der Wahlkampf war von heftigen Diskussionen zwischen kämpferischen Gewerkschafter/innen und eingesessenen Funktionären geprägt. Im Zentrum der Debatten stand die von der Gewerkschaftsführung abgelehnte Position der Wiederverstaatlichung von SIDOR. Eine zentrale Rolle im politischen Kampf für die Unabhängigkeit von SUTISS von Unternehmensleitung und Gewerkschaftsbürokratie spielte José Meléndez (Vertreter des Arbeiterkollektivs Verdad Obrera Sindical, das sich im Sommer 2005 auch an der Gründung der PRS – Partido Revolución y Socialismo beteiligte), der mit einer eigenen Wahlliste kandidierte. Mit einer Wahlbeteiligung von 87% übertrafen die Gewerkschaftswahlen die Erwartungen vieler Gewerkschafter/innen. Schlussendlich konnten zwar die Wahllisten der kämpferischen Gewerkschafter/innen keine Mehrheit in den Gewerkschaftsgremien erzielen, jedoch konnte der jahrzehntelange eiserne Griff von Ramón Machuca und Co. auf SUTISS gebrochen werden. Die Gewerkschaftsgremien von SUTISS werden nun von verschiedenen Gewerkschaftsströmungen besetzt und drei dieser Arbeiter/innen/kollektive, darunter auch Verdad Obrera Sindical, streben danach sich zu einem „klassenkämpferischen und revolutionären Gewerkschaftsblock“ zusammenzuschließen. Einschüchterungsversuche bei Bridgestone/Firestone Seit Jahren herrscht innerhalb der Gewerkschaften von Bridgestone/Firestone in Valencia, Bundesstaat Carabobo, ein Konflikt rund um die Ergebnisse verschiedener Gewerkschaftswahlen und den daraus hervorgehenden Vertretungsansprüchen. Ende November hat dieser Konflikt einen dramatischen Höhepunkt erreicht. In verschiedenen Gewerkschaftswahlen und Abwahlreferenden wurden Gewerkschafter, die zwei Parlamentsabgeordneten des chavistischen Lagers nahe stehen, wiederholt abgewählt. Ende November besetzten drei dieser Gewerkschafter mit Hilfe bewaffneter Schläger das Werksgelände von Bridgestone/Firestone, brachten die Produktion zum Erliegen und begannen Arbeiter/innen einzuschüchtern. Als Antwort auf diesen Einschüchterungsversuch rief eine Betriebsgewerkschaft von Bridgestone/Firestone gemeinsam mit anderen Gewerkschafter/innen der UNT und Arbeiter/innen von Bridgestone/Firestone zu einer Versammlung auf, die beschloss, das Werksgelände zurückzuerobern. Als eine Demonstration von mehr als 500 Arbeiter/innen von Bridgestone/Firestone und zahlreichen Gewerkschafter/innen der UNT das Werksgelände erreichte, begannen die Besetzer und ihre Schläger mit Steinen, Flaschen und Schusswaffen die Demonstration anzugreifen. Ein Arbeiter erlitt eine Schusswunde und drei weitere Arbeiter wurden am Kopf verletzt. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Nach einem kurzen Kampf konnten die Schlägertrupps in die Flucht geschlagen werden und das Werksgelände von den demonstrierenden Arbeiter/innen besetzt werden. Erst nachdem die Arbeiter/innen die Besetzung des Werksgeländes beendeten und den Betrieb unter ihre Kontrolle stellten, erschien die Polizei (die von Beginn an von der 2tägigen! Besetzung des Betriebes informiert war und nicht intervenierte). Einige der für die Gewalttaten verantwortlichen Schläger wurden von der Polizei Minuten nach ihrer Festnahme wieder auf freien Fuß gesetzt. In den darauf folgenden Tagen kam es zu wiederholten Provokationen und Einschüchterungsversuchen gegen die Arbeiter/innen von Bridgestone/Firestone und Gewerkschafter/innen der UNT. Mitunter kursierten Gerüchte bewaffnete Schlägerbanden würden während einer großen Gewerkschaftsversammlung – die auf Grund der Vorfälle bei Bridgestone/Firestone über einen Generalstreik im Bundesstaat Carabobo diskutierte – den Sitz der UNT Carabobo in Valencia stürmen. Es wurden Maßnahmen zur Verteidigung der Gewerkschaftszentrale getroffen. Schlussendlich kam es jedoch weder zu dem befürchteten Überfall der Gewerkschaftszentrale noch zur Ausrufung des Generalstreiks, doch der Konflikt rund um Bridgestone/Firestone und die aus diesem Kampf gezogenen Lehren über die Rolle der Polizei in Carabobo haben tiefe Spuren im Bewusstsein vieler Arbeiter/innen und Gewerkschafter/innen hinterlassen. Bevorstehender Kongress der UNT Auf einer außenordentlichen Vollversammlung der UNT in Caracas wurde Mitte Dezember des Vorjahres (vor allem auf Betreiben der clasistas) ein bedeutender Erfolg auf Gewerkschaftsebene verbucht: Vom 16. – 17. Februar 2006 wird die UNT ihre nationale Konferenz abhalten und sich mit den dringlichsten Fragen der venezolanischen Gewerkschaftsbewegung beschäftigen. Außerdem wird diese Konferenz der UNT ein Statut geben und den endgültigen Termin für die längst überfälligen Wahlen innerhalb des Gewerkschaftsdachverbandes festlegen. (Seit der formalen Gründung der UNT im Frühjahr 2003 besteht die Führung der UNT aus einem ernannten Nationalen Koordinationskomitee.) Dieser Kongress wird auch von entscheidender Bedeutung für die politischen Auseinandersetzungen innerhalb der venezolanischen Arbeiter/innen/bewegung sein. Die Regierung Chávez versucht – allen voran durch die Arbeitsministerin María Cristina Iglesias – seit dem Bestehen der UNT, den Gewerkschaftsdachverband ideologisch und politisch an den venezolanischen Staats- und Regierungsapparat zu binden. Im Kampf gegen diesen Prozess der Verstaatlichung der Gewerkschaftsbewegung kommt den clasistas eine zentrale Rolle zu. In dieser politischen Auseinandersetzung, im Streben der venezolanischen Arbeiter/innen/klasse und ihrer Organisationen nach Unabhängigkeit vom bürgerlichen Staat, sollten wir den clasistas nicht nur unsere Aufmerksamkeit, sondern auch unsere Unterstützung zukommen lassen. Lukas Neißl Unser Text zur Formierung der PRS liegt nun auch in türkischer Sprache vor: http://www.agmarxismus.net/tuerkce/tuerkce_Venezuela.htm ================================================ 19 Zuwanderer oft überqualifiziert von "Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen" ================================================ "Aufstieg nicht wirklich gewollt" http://oe1.orf.at/inforadio/60078.html http://www.zsi.at/ http://www.orf.at/060111-95341/index.html Besonders Zuwanderer aus "Drittstaaten" betroffen. Das berufliche Potenzial von Zuwanderern bleibt in Österreich offenbar weitgehend ungenützt. Unter Migranten findet sich, wie eine aktuelle Studie des Wiener Zentrums für soziale Innovation (ZSI) zeigt, der höchste Anteil an Berufstätigen, die unter ihrer tatsächlichen Qualifikation arbeiten. Während gemessen am Gesamtanteil in Österreich 19 Prozent aller Berufstätigen Tätigkeiten unter ihrem Ausbildungsniveau ausüben, ist der Prozentsatz unter Zuwanderern eklatant höher. Jobhürde Staatsbürgerschaft Unter Arbeitnehmern, die im Ausland geboren sind und nicht über die österreichische Staatsbürgerschaft verfügen, erreicht der Anteil mit mehr als 45 Prozent immerhin mehr als das Doppelte. Unter Personen, die zwar hier zu Lande geboren wurden, aber keine österreichischen Staatsbürger sind, beläuft sich der Prozentsatz auf über 30 Prozent der Berufstätigen mit Lehre oder höherem Abschluss. Schlusslicht "Drittstaaten" Am deutlichsten zeigt sich die Diskrepanz zwischen Qualifikation und beruflichen Anforderungen bei Zuwanderern aus "Drittstaaten" wie Türkei und Ex-Jugoslawien: 47 Prozent von ihnen verfügen über mehr Fähigkeiten, als sie in ihrem derzeitigen Berufsalltag einbringen müssen. Bessere Karten für EU-Bürger Bessere Karten im Berufsleben haben dagegen Migranten aus EU-Staaten. Basierend auf Daten der letzten Volkszählung von 2001 beläuft sich ihr Anteil in Jobs unter ihrer Qualifikation auf 26 Prozent. Zum Vergleich: Österreichische Staatsbürger, die auch hier zu Lande geboren wurden, stellen mit nur rund 17 Prozent die kleinste Gruppe der eher schlecht qualifizierten Berufstätigen. "Aufstieg nicht gewollt" Migranten bekommen offenbar nicht nur die schlechteren Jobs angeboten. Für sie ist es auch schwerer, ihre berufliche Situation zu verbessern - mehr dazu in oe1.ORF.at. Obwohl seitens der Öffentlichkeit die Forderung nach integrierten Migranten - also solchen mit entsprechendem Einkommen und Bildungsabschlüssen - bestehe, sei ihr Aufstieg in höher qualifizierte Tätigkeiten nicht wirklich gewollt, analysiert der Autor der Studie, August Gächter. Gerade beruflicher Aufstieg sei jedoch ein entscheidendes Merkmal von Integration, so der Sozialwissenschaftler. "Unglaubliche Geringschätzung" Dahinter verberge sich auch eine "unglaubliche Geringschätzung" gegenüber diesen Personen. "Das ist eigentlich der springende Punkt. Warum spielt der Vorarlberger Akzent keine Rolle, der türkische allerdings sehr wohl", so der Wiener Sozialwissenschaftler. Ein Problem sei weiters, dass etwa das Arbeitsmarktservice (AMS) oftmals zu wenige Informationen über die tatsächliche Ausbildung von Migranten sammle, kritisiert Gächter. "Diskriminierung nicht ernst genommen" Beruflicher Aufstieg würde folglich bestenfalls im Generationenwechsel, selten im Lebenslauf eines Migranten gelingen. Die Gründe dafür, so Gächter, sind vielfältig. Diskriminierung nicht nur am Arbeitsplatz, sondern auf dem gesamten Arbeitsmarkt werde auch von staatlicher Seite nicht genügend ernst genommen. "Festsitzen" in bestimmten Berufen Um als Zuwanderer in der gesellschaftlichen und beruflichen Hierarchie eine Chance zu haben, seien deshalb mehr Rechte und deren Durchsetzbarkeit im Alltag nötig - und: weitere Zuwanderung, so ein Schluss aus der Studie. Andernfalls würden bereits in Österreich lebende Zuwanderer weiterhin in minderqualifizierten Jobs "festgehalten". ************************** -- Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen e-mail:dieinitiative at gmx.at für Rückfragen und Korrespondenz kontaktieren sie bitte: Omar Al Rawi +43-650-3831942 al-rawi at gmx.at Amina & Tarafa Baghajati +43-1-2595449 baghajati at aon.at Mouddar Khouja +43-1-9685096 mouddar at gmx.net Andrea Saleh +43-1-7965652 salehand at gmx.at Liebe Brüder und Schwestern, liebe Interessierte! Wir hoffen, dass die so an Euch zugehenden Informationen auf Euer Interesse stoßen. Wir versenden über den Verteiler nicht nur Neuigkeiten, die die eigenen Aktivitäten betreffen, sondern auch Zeitungsartikel, die im weitesten Sinn mit dem Islam und Integration zu tun haben oder ähnliches. Diese spiegeln natürlich nicht unbedingt unsere eigene Meinung wieder, sind aber gut, um das Meinungsspektrum zu sichten. Wir freuen uns über jede Rückmeldung. Selbstverständlich kann auch alles an Freunde,Bekannte usw.weitergemailt werden. Für die Publikation in eigenen Homepages bitten wir jedoch um vorherige Rücksprache. Bitte achten Sie bei Zeitungsartikeln auf das Copyright. Alle Inhalte dienen der persoenlichen Information. Eine Weiterverwendung und Reproduktion ueber den persoenlichen Gebrauch hinaus ist nicht gestattet. ================================================ ================================================ C) TERMINE ================================================ Donnerstag http://www.mund.at/butt/Termine/Jänner/1201.htm Freitag http://www.mund.at/butt/Termine/Jänner/1301.htm Samstag http://www.mund.at/butt/Termine/Jänner/1401.htm ================================================ D) EDITORIAL ================================================ Für den Inhalt verantwortlich: Ihr. Medieninhaberinnen & Medieninhaber seid Ihr E-Mail-Adresse für Beiträge: widerstand at no-racism.net geschickt. widerst at nd MUND und alle Termine täglich aktualisiert im Web: http://www.no-racism.net/MUND Ziel von MUND (medienunabhängiger Nachrichtendienst) ist die unzensurierte und möglichst rasche Information über gesellschafts- politisch relevante Termine, Hinweise und Diskussionsbeiträge zu Widerstand und Antirassismus sowie verwandte Themen. sollen einen Titel, Namen und Emailadresse der/des AutorIn enthalten und möglichst kurz und prägnant gehalten sein, ev. mit Hinweis, wo weitere Informationen eingeholt werden können. Bitte keine Attachments! Die inhaltliche und sachliche Verantwortung liegt bei der/dem jeweiligen AutorIn bzw. jenen, die uns die Beiträge schicken. Der MUND wird von einzelnen TagesredakteurInnen zusammengestellt. Da Fehler nicht ausgeschlossen sind, bitten wir, nicht veröffentlichte Beiträge nochmals an widerstand at no-racism.net zu senden. Die Weiterleitung (auch auszugsweise) ist erwünscht. Beiträge mit rassistischen oder sexistischen Inhalten werden nicht veröffentlicht. Sehr persönliche Meldungen werden wir an den betreffenden Adressaten weiterleiten, aber nicht im MUND veröffentlichen. Die bisherigen Ausgaben sind unter http://www.no-racism.net/MUND archiviert. Terminankündigungen bitte nach folgender Vorlage: * Wann: Sonntag, 11.11.2001, 11:11 Uhr * * Was: Maskenball: Motto "Schwarzblau ist die Haselnuss" * * Wo: Villa Morgenrot, Grüner Anger 42, 2001 Wendendorf * * Kommentar: Anreise per Anhalter. Maskenzwang. Ende nie. Aber kurz und prägnant.* Die Rubrik "Redaktionelles" am Ende der Ausgabe ist u.a. eine Konsequenz aus der Notwendigkeit, sexistische, antisemitische und rassistische Beiträge nicht zu veröffentlichen, ohne jedoch stillschweigend Zensur zu üben. Hier wird - in anonymisierter Form - auf angehaltene Beiträge hingewiesen und eine kurze Begründung der Tagesredaktion für die Nichtaufnahme geliefert. (Weitere Gründe einen Beitrag nicht aufzunehmen sind z.B.: Attachments, kein erkennbarer Bezug zu den breit gestreuten Themen des MUND, Werbesendungen, sinnlose Kettenbriefe.) Die AbsenderInnen der betroffenen Beiträge werden hiervon informiert. Im Sinne einer "gläsernen Zensur" könnt ihr Euch die Beiträge gerne extra schicken lassen: Ein kurzes Mail an widerstand at no-racism.net genügt. ================================================ E) VERTEILERLISTE ================================================ Zur Eintragung in diesen Verteiler bitte direkt subskribieren unter http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/analle oder von der einzutragenden Adresse aus ein mail schicken an: admin at no-racism.net mit folgendem Text: subscribe no-racism Bitte wegen Automatisierung diesen Wortlaut verwenden! Zur Austragung aus dieser Liste bitte an zusammengestellt. Bitte keine Attachments! (werden nicht angenommen) 1 Beitrag nicht WR, 1 Doublette Redaktionsschluss für diese Ausgabe: Mi 22.30 Uhr III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III ü, ö, ä, ß, Ü, Ö, Ä III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III widerst at nd-MUND is powered by http://alt.strg.at/ ================================================ _______________________________________________ Analle mailing list Analle at no-racism.net http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/analle _______________________________________________ Techred mailing list Techred at no-racism.net http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/techred From analle at no-racism.net Fri Jan 13 07:28:20 2006 From: analle at no-racism.net (=?iso-8859-1?q?MUND=3A_medienunabh=E4ngiger_Nachrichtendienst?=) Date: Fri, 13 Jan 2006 07:28:20 +0100 Subject: MUND: Freitag, 13. Januar 2006 Message-ID: <00dd01c6180a$8c7d4f80$4e046d50@chello.at> MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst www.no-racism.net/mund Freitag, 13. Januar 2006 ================================================ A) INHALT ================================================ ============================================== 01 F-13-Fasching von unten From: gruppe_freiraum at gmx.net ============================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN UND ANKÜNDIGUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ============================================== 02 AUF - offene Redaktionssitzung From: auf at aufeinefrauenzeitschrift.at ============================================== 03 3 Veranstaltungen mit Kyriedin Murad From: wadi.wien at gmx.at ============================================== 04 Benefizclubbing From: stefan.kalteis at zara.or.at ============================================== 05 Depot-Programm From: depot-news at mailman.sil.at ============================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN UND KOMMENTARE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ============================================== 06 Aktion gegen Zwangsumsiedlung From: gfbv.austria at chello.at ============================================== 07 Abschiebung von sudanesischen Flüchtlingen in Ägypten From: wadi.wien at gmx.at ============================================== 08 Scheidungszwang From: office at RKLambda.at ============================================== 09 Der Bock als Gärtner? From: gfbv.austria at chello.at ============================================== 10 AUA nach Erbil From: wadi.wien at gmx.at ============================================== 11 Bruno Kreisky-Anerkennungspreis From: promedia at mediashop.at ============================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< SERVICE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ============================================== 12 al - newsletter From: al_newsletter at yahoogroups.com ============================================== 13 newsletter grüne andersrum From: andersrum.gruene.at ============================================== ================================================ B) TEXTE ================================================ ============================================== 01 F-13-Fasching von unten From: gruppe_freiraum at gmx.net ============================================== F13 - Fasching von unten Am 13.Jänner wird ein gewaltiger Faschingumzug die Stadt zum Beben bringen. Bedrohte Freiräume, wie das EKH, TÜWI, die Gruppe Freiraum und das Punkerbankl sind mit dabei. Der Freitag der 13te ist seit 2002 als Aktionstag der Ausgegrenzten und Marginalisierten in Wien bekannt. "Der F13 ist ein Glückstag an dem das vermeintliche Schicksal auf den Kopf gestellt wird.", erklärt Mahja R., Mitinitatorin von F13. Diesen F13 wird es neben verschiedenen dezentralen Aktionen einen großen Karnevals Umzug geben in dem sich "kreative und widerständige Energien bündeln" werden. Neben Arbeitslosenverbänden, MigrantInnenorganisationen und sozialen Projekten werden sich auch selbstverwaltete Initiativen wie das Ernst-Kirchweger-Haus, das selbstverwaltete Kulturbeisl Tüwi, der Kost-Nix- Laden, die Gruppe Freiraum und das Punkerbankl beteiligen, um die triste Lage von Freiräumen in Wien aufzuzeigen. Alle diese Projekte haben vor allem eines gemeinsam: sie sind gesellschaftskritisch und müssen um ihr Fortbestehen bangen. Das EKH hat entgegen der Zusicherung der Stadt Wien noch immer keine gültigen Mietverträge und die Räumungsklagen laufen weiter. Das TÜWI soll durch die geplante Umsiedlung der Universität für Bodenkultur seine Räumlichkeiten verlieren. Die Gruppe Freiraum wurde schon mehrmals daran gehindert ein offenes, soziales Zentrum am Campus zu errichten - obwohl die Universitätsleitung den alten Werkstättenhof seit 30 Jahren leerstehen lässt. Auch das Punkerbankl fordert ein Haus, befürchtet aber von der Stadt Wien nur hingehalten zu werden. "Auch an diesem F13 ist klar: Wir werden uns den Raum nehmen der uns zusteht", kündigt Emma G., Sprecherin der Gruppe Freiraum an. Wir laden Sie herzlich zum Karneval ein. Treffpunkt ist um 15:30 am Margaretenplatz. Rückfragehinweis: 0699 / 814 23 955 gruppe_freiraum at gmx.net www.f13.at www.freiraum.at.tt ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN UND ANKÜNDIGUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ============================================== 02 AUF - offene Redaktionssitzung From: auf at aufeinefrauenzeitschrift.at ============================================== Liebe Frauen! Im neuen Produktionsjahr heissen wir Euch herzlich willkommen! Wie schon im letzten Jahr wollen wir für die Konzeption eines jeden Schwerpunktheftes eine offene Redaktionssitzung veranstalten. Das nächste Thema hat den Arbeitstitel "Politik der Angst" (auch im Zusammenhang mit der Asyl- und Fremdenrechtsreform). Wir wünschen uns, dass Ihr zahlreich kommen möget! Der Termin ist am 17. Jänner 2006 um 18:30 Uhr in der AUF (Kleeblattgasse 7, 1010) Liebe Grüße Eure AUF-Redaktion -- AUF eine frauenzeitschrift AUF info AUF edition AUF kultur Kleeblattgasse 7, A-1010 WIEN T. +43 (1) 533 91 64, F. +43 (720) 55 41 61 auf at auf-einefrauenzeitschrift.at, www.auf-einefrauenzeitschrift.at ============================================== 03 3 Veranstaltungen mit Kyriedin Murad From: wadi.wien at gmx.at ============================================== Einladung Die syrisch-kurdische Azadi Partei (Organisation Österreich) lädt Sie zu drei Veranstaltungen mit Herrn Kyriedin Murad - Generalsekretär der linken syrisch-kurdischen "Azadi Partei" - ein. Schwerpunkte seines Referates bilden sie Situation der Kurden in Syrien, die politischen Beziehungen zwischen arabischer und kurdischen Opposition in Syrien und die Politik der Azadi-Partei. Ort und Datum: 20.01.2006 16:00 Schreinergasse 11 3100 St. Pölten 21.01.2006 16:00 Grünes Haus, Lindengasse. 40 1070 Wien 22.01.2006 18:00 Bayerhammerstraße 33-4 5020 Salzburg Veranstalter Syrisch-kurdisch Azadi Partei ( Organisation Österreich ) GAJ Wien - Grünalternative Jugend Wien WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit -- WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit e-mail: wadi.wien at gmx.at website: www.wadinet.at Tel.: 0699-11365509 Postfach 105 A-1181 Wien Spendenkonto in Österreich: Kontonummer 07.405.301 Evangelische Kreditgenossenschaft eG BLZ 31800 IBAN: AT10 3180 0000 0740 5301 BIC: EVKRATW1 Website mit weiteren Informationen zu Projekten von Wadi und Veranstaltungshinweisen: www.wadinet.at ============================================== 04 Benefizclubbing From: stefan.kalteis at zara.or.at ============================================== Liebe widerst at nd-MUND Redaktion, Der Verein ZARA - Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit veranstaltet heuer bereits zum zweiten Mal das Benefizclubbing ZARA:MONIE. Die Veranstaltung wird am 11. Februar 2006 ab 21:00 im Palais Auersperg stattfinden. Wie würden uns sehr freuen, wenn ihr auf eurer Homepage den Termin für dieses wichtige Event publizieren würdet. Hier die Eckdaten des Benefizclubbings: ZARA:MONIE - Benefizclubbing für Zivilcourage und gegen Rassismus Ehrensschutz: Bundespräsident Dr. Heinz Fischer Wann: 11. Februar 2006 ab 21:00 Uhr Wo: Palais Auersperg, Auerspergstraße 1, 1080 Wien Programm: Moderation: Lucy McEvil Musik: TRES MONOS (Hip-Hop) & Nim Sofyan Capoeira-Darbietung: Sul da Bahia Mode: FULANI präsentiert die neue Modekollektion "JAZZ" Josef Winkler und Salon Er-Ich veranstalten einen Prominenten-Frisurenzauber Bauchtanz: Bahara DJ LineUp: Oriental Floor: DJ Yusuf & Samad Charts-Floor: afterworx & clubnacht 01:00 Uhr: Tombola Karten: Vorverkauf: ¤12,- / Abendkassa: ¤15,- Zara-Style Ticket: Komm in einem ZARA-T-Shirt der neuen Kollektion und zahl nur ¤5,-! Vorverkaufskarten gibt's beim Verein ZARA, Luftbadgasse 14-16, 1060 Wien und in allen Filialen der BA-CA sowie online unter: www.austriaticket.com Im Anhang befindet sich der Ankündigungstext sowie ein Flyer in .jpg-Format. Herzlichen Dank für die Zusammenarbeit, Stefan Kaltseis -- Mit freundlichen Grüßen, Stefan KALTSEIS Beratungsstelle für Opfer & ZeugInnen von Rassismus ______________________________________________________________________ ZARA - Verein für Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit Beratungsstelle für Opfer und ZeugInnen von Rassismus Luftbadgasse 14-16, 1060 Wien | Tel.: +43 (1) 929 13 99 http://www.zara.or.at/ Ihre Unterstützung macht uns arbeitsfähig: http://www.zara.or.at/kontakt/stopp-rassismus ============================================== 05 Depot-Programm From: depot-news at mailman.sil.at ============================================== Montag, 16. Jänner, 19.00 Gemeindebau, öffne dich Podiumsdiskussion Am 23. Jänner tritt eine bereits im Jahr 2003 beschlossene EU-Richtlinie in Kraft, die ÖsterreicherInnen und Drittstaatsangehörige, die bereits fünf Jahre im Land leben, beim Ansuchen um Gemeindewohnungen gleichstellt. Absicht der Richtlinie war es, eine Spaltung der Gesellschaft zu verhindern und Integration zu fördern. Die einen sehen darin die Gefahr einer Verslumung in den Gemeindebauten, während andere die zögerliche Umsetzung der EU-Richtlinie kritisieren. Von der Politik allerdings wird das Thema weitgehend totgeschwiegen. Bernhard Perchinig, Institut für Europäische Integrationsforschung, ÖAW Tove Raiby, Gebietsbetreuung Ottakring Dieter Schindlauer, Obmann ZARA Moderation: Anita Zielina, derStandard.at Donnerstag, 19. Jänner, 19.00 Was war Kunst? Gespräch Kunst ist kaum auf den Begriff zu bringen. Doch lassen sich in ihrer Geschichte immer wieder Wendungen ausmachen, die zu unterschiedlichen Bedeutungen des Wortes geführt haben. Daraus sind in der Folge Gemeinplätze entstanden, die in Kunstdebatten oft auf allzu selbstverständliche Weise reproduziert werden. In seinem Buch Was war Kunst (Frankfurt: Fischer 2005) analysiert Wolfgang Ullrich solche Formeln, die den Kunstbegriff der letzten vier Jahrhunderte bestimmt haben. Deren wechselvolle Karrieren machen nachdenklich: Wie sehen die gegenwärtig produzierten Klischees aus? Und welche Karrieren stehen dem Kunstbegriff noch bevor? Wolfgang Ullrich, Kunsttheoretiker, München Wolfgang Zinggl, Kultursprecher Die Grünen Depot Breitegasse 3 A-1070 Wien Tel: +43 1 522 76 13 www.depot.or.at _______________________________________________ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN UND KOMMENTARE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ============================================== 06 Aktion gegen Zwangsumsiedlung From: gfbv.austria at chello.at ============================================== GESELLSCHAFT FÜR BEDROHTE VÖLKER PRESSEMITTEILUNG Berlin/Göttingen, den 12.01.2006 Außenminister Steinmeier trifft UNMIK-Chef Jessen-Petersen Nicht mit deutschem Geld! Menschenrechtsaktion gegen Zwangsumsiedlung von Roma-Flüchtlingen auf Blei verseuchtes Gelände im Kosovo - 218 Kinder werden weiter vergiftet "UNMIK lässt 218 Flüchtlingskinder sterben!" stand auf einem der Transparente, mit denen die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Donnerstag während ihrer stillen Mahnwache vor dem Auswärtigen Amt in Berlin gegen die geplante Zwangsumsiedlung von 560 Roma und Aschkali in eine ehemalige Kaserne der Kfor auf Blei verseuchtem Gelände im Kosovo protestierte. Die Menschenrechtsorganisation forderte von Außenminister Frank-Walter Steinmeier, der an diesem Donnerstagmorgen ein Gespräch mit dem UN-Sondergesandten für Kosovo, dem Dänen Sören Jessen-Petersen, führte, diese Umsiedlung nicht zu finanzieren. "Sonst macht sich die Bundesregierung mitschuldig an der schleichenden tödlichen Vergiftung der Flüchtlinge und ihrer Kinder", warnte der GfbV-Generalsekretär Tilman Zülch, "die Roma, die seit ihrer Vertreibung durch extremistische Albaner 1999 in den ebenfalls mit Schwermetallen vergifteten drei Flüchtlingslagern Cesmin Lug, Kablare und Zitkovac untergebracht wurden, müssen endlich in nicht verseuchtem Gebiet in Sicherheit gebracht und von Medizinern entgiftet werden." Das Außenministerium hat für die Umsiedlung der Roma 500.000 Euro bereitgestellt." "Der Plan der Übergangsverwaltung der Vereinten Nationen im Kosovo UNMIK, die durch die jahrelange extreme Belastung mit hochgiftigen Schwermetallen gesundheitlich schon schwer geschädigten Menschen nun in die nur wenige Meter entfernte Kaserne umzusiedeln ist ein unglaublicher Plan!", kritisierte Zülch scharf. "Französische KFOR- Soldaten, die nur wenige Monate in dieser Kaserne auf dem Gelände stationiert waren, haben uns vertraulich mitgeteilt, dass sie wegen der Bleibelastung in den ersten Monaten nach ihrer Rückkehr keine Kinder zeugen sollen." Die GfbV wirft der UNMIK vor, die Schutz suchenden Flüchtlinge wie Menschen zweiter Klasse behandelt und sie über sechs Jahre lang wissentlich den tödlich giftigen Schwermetallen ausgesetzt zu haben. "Alle Warnungen und Appelle, die Roma und Aschkali anderswo unterzubringen wurden ignoriert", berichtete Zülch. Immer wieder hatte die GfbV die Evakuierung der Lager gefordert, die nach der Nato- Intervention unmittelbar neben einer giftigen Abraumhalde einer Mine errichtet wurden. Damals begann die gewaltsame Vertreibung von mindestens 120.000 der früher rund 150.000 Roma und Aschkali aus dem Kosovo durch extremistische Albaner. Im vergangenen Oktober war der renommierte Umweltmediziner Klaus- Dietrich Runow mit einer GfbV-Delegation in die Lager gefahren. Die Ergebnisse seiner Untersuchungen waren erschreckend: Er fand nicht nur die "höchste jemals in menschlichen Haarproben nachgewiesene Bleibelastung". Er sagte auch voraus, dass vor allem die im Lager geborenen Kinder der Roma irreversible Schädigungen des Nerven- und Immunsystems sowie Störungen des Knochenwachstums und der Blutbildung davontragen. Vor allem die im Lager geborenen Kinder zeigen zum Teil schwere Symptome von Bleivergiftung wie Koordinationsstörungen, Gedächtnisverlust bis hin zu komatösen Zuständen. Das ständige Team der GfbV im Kosovo registriert dort seit langem ungewöhnlich viele Todesfälle und Fehlgeburten. Tilman Zülch ist während der Aktion in Berlin erreichbar unter Tel. 0151 153 09 888. ====================================================== Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV) Inse Geismar, Pressereferentin Postfach 2024, D-37010 Goettingen Tel.+49/551/49906-25, Fax:++49/551/58028 E-Mail: presse at gfbv.de, Homepage:http://www.gfbv.de ====================================================== ============================================== 07 Abschiebung von sudanesischen Flüchtlingen in Ägypten From: wadi.wien at gmx.at ============================================== Schlagen und abschieben Bei der Räumung eines Protestcamps in Kairo starben mehr als 20 sudanesische Flüchtlinge. Viele der Inhaftierten sollen nun abgeschoben werden. von thomas schmidinger Es werden 645 Sudanesen in den Sudan zurückkehren«, kündigte Fatma al-Zahraa Etman, die Sprecherin des ägyptischen Außenministeriums, an. Sie seien »entweder illegale Migranten oder haben gegen die Sicherheitsauflagen verstoßen«. Tatsächlich waren die Flüchtlinge beim Sturm der ägyptischen Polizei auf ein Protestcamp von Asylsuchenden auf dem zentral gelegenen Mohandiseen-Platz in Kairo vor einem Gebäude des UNHCR am 30. Dezember gefangen genommen worden. Über 2 000 mittellose Flüchtlinge, die meist keinerlei Unterstützung erhalten und dem Alltagsrassismus großer Teile der ägyptischen Bevölkerung ausgesetzt sind, hatten sich dort seit September in behelfsmäßigen Unterkünften niedergelassen. Sie protestierten damit gegen eine Entscheidung des UNHCR, ihnen wegen des Abschlusses eines Friedensvertrags im Sudan keinen Flüchtlingsstatus mehr zuzuerkennen. Bei der äußerst brutalen Räumung des Platzes durch rund 5 000 ägyptische Sicherheitskräfte kamen nach Angaben von Boutrous Deng, einem Sprecher der Flücht­linge, 26 Menschen, darunter auch Frauen und Kinder, ums Leben. Das ägyptische Innenministerium hatte ursprünglich zwölf Tote eingestanden, einzelne Mitarbeiter der Behörde haben jedoch bestätigt, dass es mehr als 20 Todesopfer gab. Während das Ministerium von einer »Massenpanik« unter den Flücht­lingen sprach, berichteten Reporter der Nachrichtenagentur AP, dass sie nichts von einer Panik gesehen hätten, sehr wohl aber den brutalen Einsatz von Schlagstöcken und Wasserwerfern. Die ägyptische Regierung behauptet, mit dem Polizeieinsatz auf einen Hilferuf des UNHCR reagiert zu haben. Dessen Sprecherin in Kairo, Astrid Van Genderen Stort, sagte hingegen, ihre Organisation habe die Behörden aufgefordert, die Proteste »auf friedliche Art« zu beenden. Die Flüchtlingshilfsorganisation hatte Einmalzahlungen für eine Unterkunft angeboten und sich bereit erklärt, einige der Betroffenen erneut anzuhören. Die meisten Flüchtlinge lehnten das Angebot jedoch ab und beharrten auf einer Umsiedlung in ein anderes Land, in dem sie ein faires Asylverfahren erhofften. Staaten, die zu einer Aufnahme bereit wären, sind jedoch mittlerweile schwer zu finden. Mit der Auslagerung der Flüchtlingsabwehr der Europä­ischen Union nach Nordafrika sind Flüchtlingstragödien wie in Ceuta und Melilla oder eben jetzt in Kairo programmiert. Flüchtlinge, die in autoritär regierten Staaten mit großen ökonomischen und sozialen Problemen stranden, erwartet dort kein rechtsstaatliches Asylverfahren, sondern der Schlagstock und die Abschiebung. Im Sudan ist zwar tatsächlich ein Friedensprozess zwischen der Regierung und der südsudanesischen Guerillaorganisation SPLA im Gange. Allerdings ist der Ausgang dieses Prozesses ebenso ungewiss wie die Zukunft des politischen Systems. Im Westen und Osten dauern die bewaffneten Konflikte an, und die Kämpfe in Darfur drohen sich mittlerweile zum Krieg mit dem angrenzenden Tschad auszuweiten. Die Uno hat zahlreiche Kriegsverbrechen des islamistischen Militärregimes bei der Aufstandsbekämpfung dokumentiert. Südsudanesische Flüchtlinge in Khartoum sind immer wieder Ziel staatlicher Repressionsmaßnahmen, da sich viele von ihnen mit verbotenem Alkoholverkauf oder anderen illegalen Geschäften über Wasser halten müssen oder sich in anderen Bereichen nicht an die staatlichen Sharia-Gesetze halten. Im Südsudan würde auf die Flüchtlinge ein völlig zerstörtes, in vielen Gebieten vermintes Land ohne funktionierende Infrastruktur warten, das selbst unter günstigsten Bedingungen noch Jahre benötigen würde, um auch nur das ökonomische Niveau der angrenzenden Staaten Uganda oder Kenia zu erreichen. Jungle World, Nummer 2 vom 11. Januar 2006 www.jungle-world.com -- WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit e-mail: wadi.wien at gmx.at website: www.wadinet.at Tel.: 0699-11365509 Postfach 105 A-1181 Wien Spendenkonto in Österreich: Kontonummer 07.405.301 Evangelische Kreditgenossenschaft eG BLZ 31800 IBAN: AT10 3180 0000 0740 5301 BIC: EVKRATW1 Website mit weiteren Informationen zu Projekten von Wadi und Veranstaltungshinweisen: www.wadinet.at ============================================== 08 Scheidungszwang From: office at RKLambda.at ============================================== Scheidungszwang VfGH leitet Aufhebung des Transsexuellenerlasses ein Rechtskomitee LAMBDA: "Regierung soll Familien fördern, nicht zerstören" Das Rechtskomitee LAMBDA (RKL) zeigt sich hocherfreut über den Beschluss des Verfassungsgerichtshofs, mit dem die Verfassungsrichter Bedenken gegen den vom Innenministerium verordneten Scheidungszwang für gleichgeschlechtliche Ehepaare geäussert haben (VfGH 02.12.2005, B 947/05). Die Beschwerdeführerin ist transsexuell (Mann zu Frau) und lebt mit ihrer angetrauten Ehefrau und ihren beiden gemeinsamen Kindern in glücklicher Familiengemeinschaft. Im vergangenen Jahr hat sie sich einer geschlechtsanpassenden Operation unterzogen, die erfolgreich verlaufen ist. Seither lebt sie als Frau mit ihrer Ehegattin, die sie noch als Mann geheiratet hatte, in gleichgeschlechtlicher Ehe. Nach der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte haben Transsexuelle nach Durchführung einer erfolgreichen geschlechtsanpassenden Operation einen grundrechtlichen Anspruch darauf, dass ihr Geschlechtseintrag im Geburtenbuch auf ihr neues Geschlecht richtig gestellt wird und damit auch ihre Ausweis- und anderen Dokumente ihr neues Geschlecht ausweisen können. Der Transsexuellenerlass des Innenministeriums macht jedoch die Erfüllung dieses Menschenrechts bei verheirateten Transsexuellen, deren Ehe durch die Operation gleichgeschlechtlich wird, davon abhängig, dass sie ihre Ehe auflösen. In diesem Sinne vom Innenministerium angewiesen verweigerte das Standesamt der Beschwerdeführerin die Richtigstellung des Geburtenbuches, weshalb sie als Frau nach wie vor mit männlichen Dokumenten arbeiten und damit jedermann ihre Transsexualität offenbaren muss. Ihr Fall ist besonders prekär, weil sie mangels Zerrüttung ihrer Ehe diese gar nicht auflösen kann, die gesetzte Bedingung also gar nicht erfüllen kann. Gleichgeschlechtlichkeit der Ehe kein Verweigerungsgrund Der von ihr angerufene Verfassungsgerichtshof hat ihr nun prinzipiell Recht gegeben und das Verfahren zur Aufhebung (der massgebenden Punkte) des Transsexuellenerlasses eingeleitet. Zum einen sei der Erlass schon deshalb voraussichtlich gesetzwidrig, weil er nicht gehörig, also im Bundesgesetzblatt, kundgemacht wurde. Darüber hinaus teilt der VfGH aber auch die Bedenken der Beschwerdeführerin, dass der Erlass hinsichtlich des Scheidungszwangs der gesetzlichen Grundlage entbehrt: Das Geschlecht werde bereits durch die Operation geändert, auch wenn die betreffende Person verheiratet ist. Das Geburtenbuch sei daher in diesem Sinne richtig zu stellen und eine Gesetzesstelle, die dies bei aufrechter Ehe verbietet, sei nicht erkennbar. Die mit der Geschlechtsumwandlung eingetretene Gleichgeschlechtlichkeit der Ehe dürfte durch die Verweigerung der Korrektur des Geburtenbuchs nicht zu verhindern sein, so die Richter. Das Innenministerium erhält nun Gelegenheit, sich zu den von den Verfassungsrichtern geäusserten Bedenken zu äussern. Auf Grund dieser Stellungnahme und (Gegen)Argumenten der Beschwerdeführerin wird der Gerichtshof dann seine endgültige Entscheidung fällen. "Dem Verfassungsgerichtshof gebührt grösste Achtung für diese Entscheidung ", sagt der Wiener Rechtsanwalt Dr. Helmut Graupner, Präsident der Homosexuellen-Bürgerrechtsorganisation Rechtskomitee LAMBDA und Anwalt des Beschwerdeführerin, "Die Bundesregierung hingegen sollte Ehen und Familien fördern, anstatt sie nur deshalb zerstören zu wollen, weil sie gleichgeschlechtlich sind". Das 1991 gegründete Rechtskomitee LAMBDA (RKL) arbeitet überparteilich und überkonfessionell für die umfassende Verwirklichung der Menschen- und Bürgerrechte gleichgeschlechtlich l(i)ebender Frauen und Männer. In seinem Kuratorium vereinigt es so prominente Mitglieder wie den SPÖ-Vorsitzenden Dr. Alfred Gusenbauer, Präs. NRAbg. Peter Schieder,, NRAbg. Mag. Terezija Stoisits, den renommierten Kinder- und Jugendpsychiater Univ.-Prof. Dr. Max Friedrich und die Kinder- und JugendanwältInnen von Wien DSA Monika Pinterits und Dr. Anton Schmid, den Generalsekretär von Amnesty International Österreich Mag. Heinz Patzelt und die bekannten Menschenrechtsexperten Dr. Lilian Hofmeister und Univ.-Prof. Dr. Manfred Nowak, die Sexualwissenchafter Univ.-Prof. Dr. Josef Christian Aigner, Prof. Dr. Rotraud Perner und Mag. Johannes Wahala, den Theologen Univ.-Prof. Dr. Kurt Lüthi, Günter Tolar u.v.a.m. Der Beschluss des VfGH im Wortlaut: http://www.vfgh.gv.at/cms/vfgh-site/attachments/8/6/1/CH0003/CMS113697118068 1/transsexuellenerlass_b947-05.pdf Rückfragehinweis: 0676/3094737; 01/8763061, office at RKLambda.at, www.RKLambda.at ============================================== 09 Der Bock als Gärtner? From: gfbv.austria at chello.at ============================================== > Gesellschaft für bedrohte Völker / Presseerklärung in > www.gfbv.it/2c-stampa/2006/060112de.html > > EU-Österreich. Der Bock als Gärtner? > Sind von Österreich Akzente für eine EU-Minderheitenpolitik zu erwarten? > > Bozen, 12. Januar 2006 > > Österreich steht seit dem 1. Jänner der EU vor. Vor sechs Jahren stellte > die EU noch diese schwarz-blaue/orangene Regierung unter Quarantäne. Die > EU befürchtete, daß die konservativ-deutschnationale Regierung > Menschenrechte von Minderheiten, Flüchtlingen und Zuwanderern verletzen > könnte. Eine Befürchtung, die so falsch nicht war. > > So waren die Roma im abgelaufenen Gedenkjahr nicht eingebunden. Die > Aufgabe der Republik und der Politik sollte es sein, dass der Staat sich > zu seiner Volksgruppe bekennt. Trotz der Bekenntnisse zum Staatsvertrag > hält sich diese Regierung nicht an die darin enthaltenen Verpflichtungen > zugunsten der Sprachminderheiten. Dies kommt einem Rechtsbruch gleich. Der > Staatsvertrag, der Verfassungsrecht ist, ist die Magna Charta der > Minderheitenrechte in Österreich. Der Staatsvertrag ist eine > völkerrechtliche Verpflichtung. > > Die Schüssel-Regierung stellt den Staatsvertrag aber zur Disposition. Das > bestätigt der Verfassungsgerichtshof, der der Regierung vorwirft, den > Staatsvertrag nicht einzuhalten bzw. nicht umzusetzen. Die Bundesregierung > ignoriert die österreichische Verfassungsbestimmungen und setzt > Erkenntnisse des Verfassungsgerichtshofes nicht um. Dies trifft besonders > auf die bisher unterlassene Aufstellung zweisprachiger Ortstafeln im > südlichen Kärnten zu. > > Die Republik Österreich feierte im Jubiläumsjahr 2005 zwar den > Staatsvertrag, nimmt aber den Inhalt nicht sonderlich ernst. Nicht von > ungefähr gibt es deshalb auch 20 Beschwerden beim Verfassungsgerichtshof. > Wahrscheinlich wird erst die Internationalisierung der Ortstafelfrage zum > Erfolg führen. Die Republik Österreich hat im Jubiläumsjahr weder die > Situation der Minderheiten noch das Angebot im zweisprachigen > Bildungswesen verbessert. Nichts getan hat sich bei den > Minderheitenmedien, in der Kultur oder bei der Förderung von privaten > Vereinen. Durch die fehlende Inflationsabgeltung wird die Förderung der > Sprachminderheiten jährlich verringert. > > Es ist zu befürchten, daß für die österreichische EU-Ratspräsidentschaft > Minderheitenanliegen kein Thema sind. Das ergibt sich aus dem Stillstand > der österreichischen Minderheitenpolitik. Bundeskanzler Schüssel und der > Kärntner Landeshauptmann Haider treffen morgen die Bürgermeister der > zweisprachigen Gemeinden zu einem Gespräch über die Ortstafelfrage. Ziel > ist es, so das Bundeskanzleramt, konstruktive Schritte zu einer > gemeinsamen Lösung zu finden. Außen vor bleiben die Betroffenen, die > Slowenen. Aus diesem Grund ist von der österreichischen > EU-Ratspräsidentschaft kein minderheitenpolitischer Impuls und kein > entsprechend notwendiger Akzent zu erwarten. > > --------------------------------------------------------------------- > > Siehe auch: > * www.gfbv.it: www.gfbv.it/2c-stampa/2005/051214de.html | > www.gfbv.it/2c-stampa/2005/050405de.html | > www.gfbv.it/2c-stampa/2005/050308ade.html | > www.gfbv.it/2c-stampa/2005/050124ade.html | > www.gfbv.it/2c-stampa/2005/050112ade.html | > www.gfbv.it/2c-stampa/04-1/040705de.html | > www.gfbv.it/2c-stampa/04-1/040701de.html | > www.gfbv.it/2c-stampa/04-1/040220de.html | > www.gfbv.it/2c-stampa/03-2/031110de.html | > www.gfbv.it/2c-stampa/03-2/031110de.html | > www.gfbv.it/3dossier/oevz/2005/050112.html | > www.gfbv.it/3dossier/eu-min/oe-klestil.html | > www.gfbv.it/3dossier/eu-min/oe-konvent.html | > www.gfbv.it/3dossier/eu-min/regenbogen.html > > * www: www.nsks.at/aktualno.php | > www.magnifique.at/gradivo/050303_nsks_kancler.pdf | > www.magnifique.at/gradivo/050303_nsks_stufenplan.pdf ============================================== 10 AUA nach Erbil From: wadi.wien at gmx.at ============================================== Austrian Airlines - First European carrier operating services to Erbil 1/11/2006 Europe Travel News Austrian Airlines - First European carrier operating services to Iraq Austrian's flights to Erbil in Northern Iraq will be the first offered by any European carrier to the country. Commencing 9 March 2006 the flights will initially operate twice a week (Thursday & Sunday) increasing to three per week from 6 April 2006 (+Tuesday). The service will be operated using an Airbus 319 and will depart Vienna 20.15 arriving Erbil 06.00 the following day. The flight connects with OS462 from London. The city of Erbil is a safe gateway into Iraq with a population of one million making it the fourth largest city in the country. The United Nations has plans to establish a support point for Iraq in Erbil from where there is rapid overland access to the cities of Mosul, Kirkuk and Sulaymaniyah. Erbil is in the developing and expanding economic region of Kurdistan where a range of international companies are already active, Austrians regional office was opened 2 January 2006. Austrians new Erbil destination is complimentary to existing regional strengths in Eastern Europe, the Middle East and Far East and creates a connection that is essential for the economic redevelopment of Iraq for international traffic. Copyright © 2005 Europe Travel News. http://europetravelnews.com http://europetravelnews.com/2006_01/427_austrian-airlines-european-carrier-i raq/ -- WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit e-mail: wadi.wien at gmx.at website: www.wadinet.at Tel.: 0699-11365509 Postfach 105 A-1181 Wien Spendenkonto in Österreich: Kontonummer 07.405.301 Evangelische Kreditgenossenschaft eG BLZ 31800 IBAN: AT10 3180 0000 0740 5301 BIC: EVKRATW1 Website mit weiteren Informationen zu Projekten von Wadi und Veranstaltungshinweisen: www.wadinet.at ============================================== 11 Bruno Kreisky-Anerkennungspreis From: promedia at mediashop.at ============================================== Betrifft: Bruno Kreisky-Anerkennungspreis für das politische Buch an Dimmel/Schmee für ihr Buch: Politische Kultur in Österreich Der Promedia Verlag freut sich mitteilen zu können, dass Nikolaus Dimmel und Josef Schmee für ihren im Herbst herausgegebenen Titel "Politische Kultur in Österreich. 2000 - 2005" den diesjährigen Bruno Kreisky-Anerkennungspreis für das politische Buch 2005 erhalten. Mit freundlichen Grüßen Hannes Hofbauer, Promedia Verlag Zum Buch: Nikolaus Dimmel/ Josef Schmee (Hg.) POLITISCHE KULTUR IN ÖSTERREICH 2000 - 2005 Mit Beiträgen von Konrad Paul Liessmann, Thomas Rothschild, Alfred Noll, Udo Jesionek, Trautl Brandstaller, Clemens Jabloner, Claudia von Werlhof, Erwin Weissel u.a. ISBN 3-85371-243-6, br., 344 Seiten, 21,90 Euro. Edition Spuren Der Essenz der österreichischen "Wendejahre" 2000-2005 liegt ein Politikstil zugrunde, den man im häufigsten Fall als beschleunigten Stillstand und im schlechtesten als ebenso intellektuell entsicherten wie moralisch enthemmten "Reformterrorismus" (Liessmann) beschreiben könnte. Das neoliberal transformierte Österreich der Jahre 2000-2005 unterscheidet sich vom "mainstream der Mitgliedstaaten der EU auf zumindest dreierlei Weise: zum ersten erfolgte die Wende mit einer empfindlichen Verschlechterung der sozialen Lage der Bevölkerung. Zum zweiten wurden stabile und bewährte Institutionen wie etwa die Jugendgerichtsbarkeit, die Sicherheitspolizei oder der Hauptverband der Sozialversicherungsträger ohne äußere Not zerschlagen oder bis an die Grenze der Leistungsfähigkeit "niederreformiert". Zum dritten hat sich der Stil der Politik von Grund auf geändert, was sich vor allem in schamlosen politischen Umfärbeaktionen in Ministerien und staatsnahen Einrichtungen widerspiegelte. Unübersehbar findet seit 2000 eine Vulgarisierung der österreichischen Politik statt. An die Stelle des Argumentes tritt in der politischen Auseinandersetzung eine quasi-religiös verbrämte Glaubensorientierung, wie dies etwa im Rahmen der Kriminal- und Asylpolitik vorexerziert wird. Bei dieser darf einerseits nicht gesagt werden, welche gesellschaftspolitischen Interessen man vertritt. Andererseits herrscht ein aggressiver, untergriffiger und beleidigender Grundton vor, wird man mit Gegenargumenten konfrontiert. Das spiegelt sich nicht nur im Umgang mit dem politischen Gegner, sondern auch im Umgang mit Vertretern der Zivilgesellschaft. Zum Stil der vulgarisierten Politik gehört, dass unangenehme DiskutantInnen durch stillschweigendes Berufsverbot, durch aggressive Vorwärtsverteidigung (oder eben durch gerichtliche Verfolgung) zum Schweigen gebracht werden. Die hier versammelten Autoren eint das Interesse am Erhalt vernünftiger demokratiepolitischer Spielregeln, an Öffentlichkeit des Raumes der Kritik sowie an der Wiedererringung einer sozialen Demokratie, welche die sowohl materielle als auch politische Teilhabe aller mit einschließt. Im Ergebnis konzentrieren sich die Herausgeber darauf, ausgewählte Fundstücke aus dem Oeuvre der zeitgenössischen politischen Kultur zu präsentieren und entsprechend zu kommentieren. Die Herausgeber: Nikolaus Dimmel, geboren 1959, lehrt an der Juridischen Fakultät Salzburg und war u.a. als Strafverteidiger, Mietrechtsberater, Sozialamtsleiter und GmbH-Geschäftsführer tätig. Josef Schmee, geboren 1954, ist seit 1993 Referent der Arbeiterkammer Wien - Abteilung Kommunalpolitik. Im Promedia Verlag ist von ihm (als Ko-Herausgeber mit Erwin Weissel) zuletzt erschienen: "Die Armut des Habens. Wider den feigen Rückzug vor dem Neoliberalismus (1999). Das Buch ist über jede Buchhandlung bestellbar. ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< SERVICE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ============================================== 12 al - newsletter From: al_newsletter at yahoogroups.com ============================================== AL-Newsletter Nr. 160 --------------------------- 1. Morgenrot 35 ist da! 2. Das andere Venezuela: Klassenkämpferische Gewerkschaften in Aktion 3. "Rasta-Fahndung": Rastafa, Reggae, Ganja und die Linke 4. Plattform für ein sozialistisches Venezuela gegründet 5. Old-School-Tshirts nachproduziert ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ 1. Die neue Ausgabe unserer Zeitung Morgenrot ist erschienen. Neben dem Schwerpunktthema EU widmen wir uns u.a. der Vogelgrippen-Hysterie, Klassenkämpfen in Venezuela oder - anlässlich des Verfahrens gegen Holocaustleugner Irving - der Diskussion über das NS-Verbotsgesetz. Warum Italiens Fußballstars Spiegelbilder der Gesellschaft sind und was John Lennon mit dem Trotzkismus zu tun hat, all das findet sich ebenfalls im neuen MR. Einige Artikel sind bereits online ... http://www.sozialismus.at ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ 2. Das andere Venezuela Klassenkämpferische Gewerkschaften in Aktion Venezuela war zuletzt vor allem auf Grund der Wahlen zur Nationalversammlung Anlass für Debatten und Polemiken. Bedeutende Betriebskonflikte und gewerkschaftliche Auseinandersetzungen der vergangenen Monaten fanden in der europäischen Venezuela- Solidaritätsbewegung so gut wie keinen Widerhall. Der folgende Artikel versucht einen (kleinen und beschränkten) Einblick in einen wichtigen Teilaspekt der Realität der venezolanischen ArbeiterInnenklasse zu liefern. In den Bundesstaaten Carabobo und Bolívar, den industriellen Herzen Venezuelas, wurden in zahlreichen Betrieben gewerkschaftliche Abwahlreferenden bzw. Gewerkschaftswahlen abgehalten und in verschiedenen Betrieben gelang es alteingesessenen GewerkschaftsfunktionärInnen durch kämpferische GewerkschafterInnen zu ersetzen und neue Gewerkschaften zu gründen. Auf Betriebsebene spielten die clasistas (die klassen-kämpferische Gewerkschaftsströmung) in den vergangenen Monaten bei SIDOR in Ciudad Guayana, Bundesstaat Bolívar, und bei Bridgestone/Firestone in Valencia, Bundesstaat Carabobo, in wichtigen Konflikten eine tragende Rolle. Gewerkschaftswahlen bei SIDOR Anfang der 1960er-Jahre entwickelte sich im Gebiet der Mündung des Caroní in den Orinoco im Bundesstaat Bolívar eines der wichtigsten Schwerindustriezentren Südamerikas: Stahl- und Aluminiumwerke (z.B. SIDOR und VENALUM), verarbeitende Metallbetriebe (u.a. ALCASA), Industriehäfen. Riesige Wasserkraftwerke am Unterlauf des Caroní lieferten den Industriebetrieben die notwendige Energie.1Mit der Industrieansiedelung entstand aus den Kleinstädten Puerto Ordaz und San Felix eine neue Stadt mit 700.000 EinwohnerInnen: Ciudad Guayana. Neben dem Bundesstaat Carabobo und den Niederlassungen von PDVSA (dem staatlichen Erdöl- und Erdgasunternehmen) zählt Ciudad Guayana zu den Zentren des venezolanischen Industrieproletariats. Die Privatisierung des Stahlwerkes SIDOR im Jahr 1997 hatte verheerende Auswirkungen auf die Arbeitsbedingungen. Massiver Abbau von Arbeitsplätzen ging einher mit der Aushöhlung arbeitsrechtlicher und kollektivvertraglicher Rechte. Zunehmend wurde die alte Stammbelegschaft durch neue LeiharbeiterInnen mit niedrigeren Löhnen, keinem Sozialversicherungsanspruch und keinen kollektivvertraglichen Rechten ersetzt. Die Rationalisierungswelle bei SIDOR führte zu einem dramatischen Anstieg tödlicher Arbeitsunfälle. In den vergangenen Jahren wurden Stimmen (einhergehend mit Arbeitsniederlegungen und Demonstrationen) für die Wiederverstaatlichung des Stahlwerks immer lauter. Zunehmend regte sich auch Widerstand gegen die Führung der Betriebsgewerkschaft SUTISS rund um Ramón Machuca, der für die Privatisierung von SIDOR mitverantwortlich gemacht wird. Im November hielt SUTISS (mit rund 4.000 Mitgliedern die größte Betriebsgewerkschaft in der venezolanischen Privatwirtschaft) Gewerkschaftswahlen ab. Im Vorfeld der Wahlen konnten sich verschiedene kämpferische GewerkschafterInnen nicht auf eine gemeinsame Wahlliste gegen die von der Unternehmensleitung unterstützten Kandidaten einigen. Der Wahlkampf war von heftigen Diskussionen zwischen kämpferischen GewerkschafterInnen und der eingesessenen FunktionärInnen geprägt. Im Zentrum der Debatten stand die von der Gewerkschaftsführung abgelehnte Position der Wiederverstaatlichung von SIDOR. Eine zentrale Rolle im politischen Kampf für die Unabhängigkeit von SUTISS von Unternehmensleitung und Gewerkschaftsbürokratie spielte José Meléndez (Vertreter des Arbeiterkollektivs Verdad Obrera Sindical, das sich im Sommer 2005 auch an der Gründung der PRS - Partido Revolución y Socialismo beteiligte), der mit einer eigenen Wahlliste kandidierte. Mit einer Wahlbeteiligung von 87% übertrafen die Gewerkschaftswahlen die Erwartungen vieler GewerkschafterInnen. Schlussendlich konnten zwar die Wahllisten der kämpferischen GewerkschafterInnen keine Mehrheit in den Gewerkschaftsgremien erzielen, jedoch konnte der eiserne Griff von Ramón Machuca und Co. auf SUTISS gebrochen werden. Die Gewerkschaftsgremien von SUTISS werden nun von verschiedenen Gewerkschaftsströmungen besetzt und drei dieser ArbeiterInnenkollektive, darunter auch Verdad Obrera Sindical, streben danach, sich zu einem "klassenkämpferischen und revolutionären Gewerkschaftsblock" zusammenzuschließen. Bridgestone/Firestone Seit Jahren herrscht innerhalb der Gewerkschaften von Bridgestone/Firestone in Valencia, Bundesstaat Carabobo, ein Konflikt rund um die Ergebnisse von Gewerkschaftswahlen und den daraus hervorgehenden Vertretungsansprüchen. Ende November hat dieser Konflikt einen dramatischen Höhepunkt erreicht. In verschiedenen Gewerkschaftswahlen und Abwahlreferenden wurden Gewerkschafter, die zwei Parlamentsabgeordneten des chavistischen Lagers nahe stehen, wiederholt abgewählt. Ende November besetzten drei dieser Gewerkschafter mit Hilfe bewaffneter Schläger das Werksgelände von Bridgestone/Firestone, brachten die Produktion zum Erliegen und begannen ArbeiterInnen einzuschüchtern. Als Antwort auf diesen Einschüchterungsversuch rief eine Betriebsgewerkschaft von Bridgestone/Firestone gemeinsam mit anderen GewerkschafterInnen der UNT und ArbeiterInnen von Bridgestone/Firestone zu einer Versammlung auf, die beschloss, das Werksgelände zurückzuerobern. Als eine Demonstration von mehr als 500 ArbeiterInnen von Bridgestone/Firestone und zahlreichen GewerkschafterInnen der UNT das Werksgelände erreichte, begannen die Besetzer und ihre Schläger mit Steinen, Flaschen und Schusswaffen die Demonstration anzugreifen. Ein Arbeiter erlitt eine Schusswunde und drei weitere Arbeiter wurden am Kopf verletzt. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Nach einem kurzen Kampf konnten die Schlägertrupps in die Flucht geschlagen werden und das Werksgelände von den demonstrierenden ArbeiterInnen besetzt werden. Erst nachdem die ArbeiterInnen die Besetzung des Werksgeländes beendeten und den Betrieb unter ihre Kontrolle stellten, erschien die Polizei (die von Beginn an von der zweitägigen (!) Besetzung des Betriebes informiert war und nicht intervenierte). Einige der für die Gewalttaten verantwortlichen Schläger wurden von der Polizei Minuten nach ihrer Festnahme wieder freigelassen. In den darauf folgenden Tagen kam es zu wiederholten Provokationen und Einschüchterungsversuchen gegen die ArbeiterInnen von Bridgestone/Firestone und GewerkschafterInnen der UNT. Mit-unter kursierten Gerüchte bewaffnete Schlägerbanden würden während einer großen Gewerkschaftsversammlung - die auf Grund der Vorfälle bei Bridgestone/Firestone über einen Generalstreik im Bundesstaat Carabobo diskutierte - den Sitz der UNT Carabobo in Valencia stürmen. Es wurden Maßnahmen zur Verteidigung der Zentrale getroffen. Schlussendlich kam es jedoch weder zu dem befürchteten Überfall der Gewerkschaftszentrale noch zur Ausrufung des Generalstreiks, doch der Konflikt rund um Bridgestone/Firestone und die aus diesem Kampf gezogenen Lehren haben tiefe Spuren im Bewusstsein vieler ArbeiterInnen und GewerkschafterInnen hinterlassen. Kongress der UNT Auf einer außenordentlichen Vollversammlung der UNT in Caracas wurde Mitte Dezember des Vorjahres (vor allem auf Betreiben der clasistas) ein bedeutender Erfolg auf Gewerkschaftsebene verbucht: Vom 16. - 17. Februar 2006 wird die UNT ihre nationale Konferenz abhalten und sich mit den dringlichsten Fragen der venezolanischen Gewerkschaftsbewegung beschäftigen. Außerdem wird diese Konferenz der UNT ein Statut geben und den endgültigen Termin für die längst überfälligen Wahlen innerhalb des Gewerkschaftsdachverbandes festlegen. (Seit der formalen Gründung der UNT im Frühjahr 2003 besteht die Führung der UNT aus einem ernannten Nationalen Koordinationskomitee.) Dieser Kongress wird auch von entscheidender Bedeutung für die politischen Auseinandersetzungen innerhalb der venezolanischen ArbeiterInnenbewegung sein. Die Regierung Chávez versucht - allen voran durch die Arbeitsministerin María Cristina Iglesias - seit dem Bestehen der UNT, den Gewerkschaftsdachverband ideologisch und politisch an den Staats- und Regierungsapparat zu binden. Ob es gelingt diesem Prozess der Verstaatlichung der Gewerkschaftsbewegung entgegen zu wirken, wird in erster Linie von den clasistas abhängig sein. In dieser politischen Auseinandersetzung, im Streben der venezolanischen ArbeiterInnenklasse und ihrer Organisationen nach Unabhängigkeit vom bürgerlichen Staat, sollten wir den clasistas neben unserer Aufmerksamkeit auch unsere Unterstützung zukommen lassen Lukas Neissl, Arbeitsgruppe Marxismus (AGM) ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ 3. Rasta-Fahndung Rastafa, Reggae, Ganja und die Linke Handelt es sich bei den vielen Jugendlichen die mit Reggae- Musik, "Kiffen" und dem Lebensstil der Rastafarians sympathisieren, um eine antikapitalistische Jugendkultur, oder wird sie nur als solche empfunden? Der komplette Text findet sich unter http://www.sozialismus.at ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ 4. Plattform für ein sozialistisches Venezuela gegründet! Venezolanischer Gewerkschafter wird Österreich besuchen ... Mitte November haben die AGM (Arbeitsgruppe Marxismus), die AL- Antifaschistische Linke und die GRA (Gruppe für revolutionäre ArbeiterInnenpolitik) in Folge einer LabourNet-Austria-Veranstaltung eine Solidaritätsinitiative für venezolanische Arbeiter/innen/organisationen ins Leben gerufen. Die venezolanische Arbeiter/innen/klasse steht heute mehr denn je vor der Aufgabe, im Rahmen eines dynamischen klassenkämpferischen Prozesses ihre Unabhängigkeit von allen bürgerlichen Strömungen und dem "freien bolivarischen Volksstaat" zu etablieren. Die klassenkämpferische Strömung des Gewerkschaftsdachverbandes UNT (clasistas) und die neu gegründete Partido Revolucion y Socialismo (PRS) sind Ausdruck dieses Strebens nach Klassenunabhängigkeit. Aus diesem Grunde gilt unsere Solidarität in erster Linie diesen Organisationen. Wir haben daher beschlossen, im nächsten halben Jahr eine Reihe von Aktionen zu setzen. Wir wollen damit im Rahmen des EU-Lateinamerika- Gipfels in Wien im Mai 2006 einen revolutionär-sozialistischen Gegenpol präsentieren, wobei die beteiligten Organisationen und Einzelpersonen ihre jeweiligen Vorstellungen einbringen können. Konkret werden führende Genossen der clasistas und der PRS von uns in den deutschsprachigen Raum eingeladen. Einer der vier Co- Vorsitzenden des Gewerkschaftsdachverbandes UNT, Stalin Pérez Borges, hat sein Kommen bereits zugesagt und wird im Mai 2006 in Wien sprechen. Weiters werden wir eine umfangreiche Broschüre mit Texten der clasistas und der PRS herausgeben, die von uns zum ersten Mal ins Deutsche übersetzt werden. Zur Finanzierung der oben genannten Ziele starten wir eine Spendenkampagne, um den Erfolg dieses Projektes garantieren zu können. Wer unsere Vorhaben auch politisch unterstützen möchte und sich eine Mitarbeit im Rahmen unserer Plattform für ein sozialistisches Venezuela vorstellen kann: labournetaustria at utanet.at Unser Spendenkonto: DFA BLZ: 60000 Kontonummer: 920 938 67 Kennwort: Venezuela-Solidarität ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ 5. Die beliebten beigen T-Shirts mit dem klassischen Marx-Engels-Lenin Motiv und der Aufschrift "Old School" sind nun endlich wieder erhältlich. Zu bestellen auf unserer Homepage http://www.sozialismus.at! ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ AL-Antifaschistische Linke Gegen Rassismus, Sexismus, Sozialabbau! Für Solidarität und Sozialismus! mail: al at sozialismus.net web: www.sozialismus.at phon: ++43 (0) 699 817 15 915 post: AL c/o Amerlinghaus, Stiftgasse 8, A-1070 Wien ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Eine weitere Adresse kann per Mail an al_newsletter-subscribe at yahoogroups.com eingetragen werden. ============================================== 13 newsletter grüne andersrum From: andersrum.gruene.at ============================================== ******************************************** Newsletter andersrum.gruene.at mit den neuen Headlines seit 5. 1. 2006 09:01 ********************************************* ******* INHALT ******* - Entscheidung des VfGH zum Transsexuellen-Erlass ist positiv - Eheverbot ist absurd - Tiefgarage am Naschmarkt? - Unsere wärmste Empfehlung - Jahresrückblick andersrum ***************************************** *** Entscheidung des VfGH zum Transsexuellen-Erlass ist positiv *** 11. Januar 2006 Wir wiederholen Forderung nach Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare. http://www.gruene-andersrum.at/zip_ehe/artikel/lesen/4440/1396/ ***************************************** *** Eheverbot ist absurd *** 11. Januar 2006 Der Verfassungsgerichtshof überprüft den so genannten Trassexuellen-Erlass. Gut so, sagen wir. http://www.gruene-andersrum.at/oesterreich/artikel/lesen/4439/1396/ ***************************************** *** Tiefgarage am Naschmarkt? *** 10. Januar 2006 Da schrillen bei uns die Alarmglocken. Wir sagen: Finger weg! Aus guten Gründen. http://www.gruene-andersrum.at/wien/artikel/lesen/4424/1396/ ***************************************** *** Unsere wärmste Empfehlung *** 10. Januar 2006 Neu im Grünzeux, dem Grünen Shop: eine Wärmflasche im Recycling-Wollminirock. Schön, retro und praktisch. http://www.gruene-andersrum.at/wien/artikel/lesen/4422/1396/ ***************************************** *** Jahresrückblick andersrum *** 09. Januar 2006 Das Jahr der Grünen Andersrum im Schnelldurchlauf. http://www.gruene-andersrum.at/queer_life/artikel/lesen/4228/1396/ ============================ http://andersrum.gruene.at/ ============================ Diese E-Mail wurde dir geschickt, weil du den Newsletter andersrum.gruene.at abonniert hast. Newsletter abbestellen? E-Mail an: newsletter-andersrum-unsubscribe at listen.gruene.at Fragen? E-Mail an: newsletter-andersrum-request at gruene.at ================================================ C) TERMINE ================================================ ======================== Freitag http://www.mund.at/butt/Termine/Januar/1301.htm Samstag http://www.mund.at/butt/Termine/Januar/1401.htm Sonntag http://www.mund.at/butt/Termine/Januar/1501.htm ======================== ================================================ D) EDITORIAL ================================================ Für den Inhalt verantwortlich: Ihr. E-Mail-Adresse für Beiträge: widerstand at no-racism.net geschickt. widerst at nd MUND und alle Termine täglich aktualisiert im Web: http://www.no-racism.net/MUND Ziel von MUND (medienunabhängiger Nachrichtendienst) ist die unzensurierte und möglichst rasche Information über gesellschafts- politisch relevante Termine, Hinweise und Diskussionsbeiträge zu Widerstand und Antirassismus sowie verwandte Themen. sollen einen Titel, Namen und Emailadresse der/des AutorIn enthalten und möglichst kurz und prägnant gehalten sein, ev. mit Hinweis, wo weitere Informationen eingeholt werden können. Bitte keine Attachments! Die inhaltliche und sachliche Verantwortung liegt bei der/dem jeweiligen AutorIn bzw. jenen, die uns die Beiträge schicken. Der MUND wird von einzelnen TagesredakteurInnen zusammengestellt. Da Fehler nicht ausgeschlossen sind, bitten wir, nicht veröffentlichte Beiträge nochmals an widerstand at no-racism.net zu senden. Die Weiterleitung (auch auszugsweise) ist erwünscht. Beiträge mit rassistischen oder sexistischen Inhalten werden nicht veröffentlicht. Sehr persönliche Meldungen werden wir an den betreffenden Adressaten weiterleiten, aber nicht im MUND veröffentlichen. Die bisherigen Ausgaben sind unter http://www.no-racism.net/MUND archiviert. Terminankündigungen bitte nach folgender Vorlage: * Wann: Sonntag, 11.11.2001, 11:11 Uhr * * Was: Maskenball: Motto "Schwarzblau ist die Haselnuss" * * Wo: Villa Morgenrot, Grüner Anger 42, 2001 Wendendorf * * Kommentar: Anreise per Anhalter. Maskenzwang. Ende nie. Aber kurz und prägnant.* Die Rubrik "Redaktionelles" am Ende der Ausgabe ist u.a. eine Konsequenz aus der Notwendigkeit, sexistische, antisemitische und rassistische Beiträge nicht zu veröffentlichen, ohne jedoch stillschweigend Zensur zu üben. Hier wird - in anonymisierter Form - auf angehaltene Beiträge hingewiesen und eine kurze Begründung der Tagesredaktion für die Nichtaufnahme geliefert. (Weitere Gründe einen Beitrag nicht aufzunehmen sind z.B.: Attachments, kein erkennbarer Bezug zu den breit gestreuten Themen des MUND, Werbesendungen, sinnlose Kettenbriefe.) Die AbsenderInnen der betroffenen Beiträge werden hiervon informiert. Im Sinne einer "gläsernen Zensur" könnt ihr Euch die Beiträge gerne extra schicken lassen: Ein kurzes Mail an widerstand at no-racism.net genügt. ================================================ E) VERTEILERLISTE ================================================ Zur Eintragung in diesen Verteiler bitte direkt subskribieren unter http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/analle oder von der einzutragenden Adresse aus ein mail schicken an: admin at no-racism.net mit folgendem Text: subscribe no-racism Bitte wegen Automatisierung diesen Wortlaut verwenden! Zur Austragung aus dieser Liste bitte an zusammengestellt. Bitte keine Attachments! (werden nicht angenommen) 3nwr, 1 rassistisch Redaktionsschluss für diese Ausgabe: Do 2:00 III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III ü, ö, ä, ß, Ü, Ö, Ä III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III widerst at nd-MUND is powered by http://alt.strg.at/ ================================================ From analle at no-racism.net Mon Jan 16 10:55:51 2006 From: analle at no-racism.net (=?iso-8859-1?q?MUND=3A_medienunabh=E4ngiger_Nachrichtendienst?=) Date: Mon, 16 Jan 2006 10:55:51 +0100 Subject: MUND_160106 Message-ID: widerst at nd MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst Montag, 16. Januar 2006 www.no-racism.net/mund MedieninhaberInnen seid Ihr! ================================================ A) INHALT ================================================ <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN/ANKÜNDIGUNGEN <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 01 8. März - Demo - Vorbereitung von: LesbenFrauenNachrichten at gmx.at ================================================ 02 Ausstellung Wege nach Ravensbrück von: LesbenFrauenNachrichten at gmx.at ================================================ 03 Kubafilmtag 21.01.2006 von: m.rak at gmx.at ================================================ 04 Termine des ArbeiterInnenstandpunkt von: ast-lfi at utanet.at ================================================ <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN/MEINUNGEN/KOMMENTARE <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 05 Bacherpark-Besetzung - Offener Brief/Homepage von: martin.mair at mediaaustria.at ================================================ 06 § 209-Polizeidaten: VwGH ordnet Vernichtung (auch) manueller Dateien an von: office at paragraph209.at ================================================ 07 Widerstand gegen Postprivatisierung von: Renate.Vodnek at reflex.at ================================================ 08 Exiliraker debattierten über Verhältnis zwischen Religion und Staat von: wadi.wien at gmx.at ================================================ 09 Langer Arm der Haager Politjustiz reicht bis nach Österreich von: camp at antiimperialista.org ================================================ 10 Strache/Neujahrstreffen/Kritik/KPÖ-Steiermark von: kpoe_stmk at hotmail.com ================================================ 11 KPÖ/Europarat/Antikommunismus/Erklärung von: leo.furtlehner at liwest.at ================================================ 12 Zur antizionistischen Attacke Pröbstings auf K. Pfeifer von: cafe.critique at gmx.net ================================================ 13 KPÖ/EU/Verfassung/Regierung von: info at kpoe.at ================================================ <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< WELTWEIT <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 14 Anfrage von: desiree_wueschner at web.de ================================================ 15 ASt - Hamburger Hafenarbeiter im Streik von: ast-lfi at utanet.at ================================================ 16 [gipfelsoli] Genua von: gipfelsoli-l at lists.nadir.org ================================================ 17 [gipfelsoli] Heiligendamm von: gipfelsoli-l at lists.nadir.org ================================================ 18 Tödliche Liebe im Nordirak von: wadi.wien at gmx.at ================================================ 19 Tschetschenien: Merkel in Moskau - Deutschland soll zum Frieden beitragen von: hans.bogenreiter at gfbv.at ================================================ <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< LINKS/HINWEISE <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 20 Gefangennahme von AktivistInnen in USA von: tate1728 at hotmail.com ================================================ ================================================ B) TEXTE ================================================ <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN/ANKÜNDIGUNGEN <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 01 8. März - Demo - Vorbereitung von: LesbenFrauenNachrichten at gmx.at =============================================== zum Weitersagen, weiterschicken, aushängen.... Liebe Frauen - Lesben,Migrantinnen,Arbeiterinnen (von unbezahlt, bis prekär, über Honorar, bis angestellt....), Frauen mit und ohne Behinderungen/mit unterschiedlichen Fähigkeiten, Studentinnen, Schülerinnen, Erwerbslose, Sozialhilfeempfängerinnen,.... - Kommt zur Vorbereitung für die 8. März - Frauendemo !!! 1. Vorbereitungstreffen: Mi. 18.1.06, um 20 h im FZ, Währingerstraße 59/Stiege 6, im 2. Stock, 1090 Zur und mit der Demo wird es heuer eine Aufführung des LesbenFrauen- Circus geben, die sich heuer vom 29.2.-9.3.06 in Wien treffen, um ein Programm für den 8. März zu erarbeiten. Außerdem suchen die Ramba Sambas neue Mittrommlerinnen und proben gemeinsam für die 8. März-Demo Ein erster inhaltlichen Vorschlag für die Frauendemo ist Feministischer Widerstand gegen Rassismus (u.a. aufgrund der rassitischen Hetze beim Wiener Wahlkampf). Weitere Inhalte und Routenüberlegung werden bei den Vorbereitungstreffen besprochen. Kommt zur Demovorbereitung, sagt es weiter !!! für einen kraftvollen, vielfältigen und radikalen feministischen Widerstand am 8. März und mit internationaler Solidarität! ================================================ 02 Ausstellung Wege nach Ravensbrück von: LesbenFrauenNachrichten at gmx.at =============================================== Wir möchten euch alle ganz herzlich zur Neubearbeitung unserer Ausstellung "Wege nach Ravensbrück. Eine Ausstellung weiter denken" einladen, die ab 18.1. in der Galerie der IG Bildende Kunst in Wien zu sehen sein wird. Näheres auf www.igbildendekunst.at unter "gallery" bzw. im Attachment. Wenn ihr die Ausstellung bewerben würdet, z.B. durch Weiterleiten dieser Einladung, wäre uns sehr geholfen. Wir würden uns sehr freuen, euch in der Ausstellung und auch beim Begleitprogramm zu sehen. Feministische Grüße, Sylvia Köchl, Projektgruppe "Wege nach Ravensbrück" ================================================ 03 Kubafilmtag 21.01.2006 von: m.rak at gmx.at =============================================== Samstag,21.01.2006 ab 16h Filmland Kuba 5 Kubanische Filme Audi-max der TU-WIEN 1060,Getreidemarkt 9 www.cinestudio.at 16:00 Oggun - An Eternal Presence 18:00 Filmland 'Kuba' Comandante 19:45 Nada Regie -Juan Carlos Cremata Malberti In Anwesenheut des Regisseurs 21:45 La Muerte de un Buròcrata (Der Tod eines Bürokraten) 23:45 Überraschungsfilm Juan Carlos Cremata Malberti -- Manfred RAKOUSKY Kultur/filmreferat der HTU-WIEN Wiednerhauptstr.8-10 1040 WIEN Tel.:58801/49513 Kontakt:m.rak at gmx.at Homepage:http://www.cinestudio.at Kino:Audi-Max der TU-Wien 1060,Getreidemarkt 9 ================================================ 04 Termine des ArbeiterInnenstandpunkt von: ast-lfi at utanet.at ================================================ Termine des ArbeiterInnenstandpunkt Sonntag, 5. Februar 2006, 19.00 Veranstaltung von Antiimperialistischer Koordination und ArbeiterInnenstandpunkt Die antinationale Gefahr? Kritik an Geschichte und Ideologie antideutscher Politik Podiumsdiskussion mit Dieter Reinisch (ArbeiterInnenstandpunkt) und Gunnar Bernhard (Antiimperialistische Koordination) Ort: OKAZ, Gusshausstr. 14/3, 1040 Wien Freitag, 17. Februar, 19.00 Veranstaltung des ArbeiterInnenstandpunkt Immigration und Rassismus in Österreich ? Analyse und Perspektive der revolutionären MarxistInnen Ort: Amerlinghaus, Stiftg. 8, 1070 Wien (U3 Neubaugasse) Freitag, 24. Februar, 19.00 Veranstaltung des ArbeiterInnenstandpunkt Rassismus und Antirassismus in Österreich. Das FPÖ-Volksbegehren und unser Widerstand Podiumsdiskussion mit Leo Gabriel, Sandra Bakutz (Anatolischer Kulturverein) sowie einem/einer VertreterIn des ArbeiterInnenstandpunkt Ort: Amerlinghaus, Stiftg. 8, 1070 Wien (U3 Neubaugasse) <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN/MEINUNGEN/KOMMENTARE <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 05 Bacherpark-Besetzung - Offener Brief/Homepage von: martin.mair at mediaaustria.at =============================================== Seit einigen Tagen ist der Bacherpark im 5. Wiener Gemeindebezirk besetzt, um den Bau einer Tiefgarage zu verhindern. Eine Homepage gibt es auch bereits: http://www.baeume-statt-garage.psido.at/ Von dieser der als Erstinformation der offene Brief an Bürgermeister Michael Häupl. lg Martin Wien, 3. Jänner 2006 Offener Brief an den Bürgermeister der Stadt Wien Dr. Michael Häupl Betrifft: Keine Volksgarage unter dem Bacherpark ! Sehr geehrter Herr Bürgermeister! Wenige Tage vor Weihnachten wurden am Margaretner Bacherplatz eindrucksvoll ?Umweltkompetenz und Bürgerbeteiligungsbereitschaft " demonstriert. Noch bevor den anrainenden Parteien ein Baubescheid zugestellt worden ist, wurden Arbeiter geschickt, um die größten Bäume zu fällen. Seitdem ist der Platz deutlich weniger Park und die Anrainer haben einen Vorgeschmack auf das, was mit dem geplanten Bau der Tiefgarage auf sie zukommt. Das Schlägern der großen Pappeln sollte wohl ein Zeichen sein: ?Wir, die Mächtigen, zeigen euch, den Ohnmächtigen, dass euer Engagement, eure Aufregung, euer Widerstand keinen Sinn hat. Die Bäume sind nun nicht mehr zu retten, bald werden die Bauarbeiten beginnen." Doch Provokation kann Widerstand noch verstärken und mündige Bürger werden umso lauter ihre Rechte einfordern: Keine Bauarbeiten während eines laufenden Verfahrens, kein Bau ohne Anrainerbefragung, wie in anderen Bezirken auch! Volksgaragenplätze um 72,- Euro, während die Vignette, die im gesamten 4. und 5. Bezirk gilt, weniger als 10,- Euro im Monat kostet: das ist das Angebot für Autofahrer! Großzügiger agiert die Kommunalpolitik da schon den Bauherren gegenüber: Laut Bericht des Wiener Kontrollamtes wird ein Stellplatz mit bis zu 21.800,- Euro, das sind mehr als 300.000,- Schilling, gefördert. Für Garagen, die dann entweder so gut wie leer stehen oder die zusätzlichen Verkehr anziehen. Sie wissen, dass Sie damit die Bevölkerung für dumm verkaufen. Das Geld aus der Parkraumbewirtschaftung muss sinnvoll eingesetzt werden! Der Widerstand wird weitergehen, dafür sprechen 2300 Unterschriften gegen den Garagenbau, dafür sprechen aber auch viele Argumente, die sogar von Politikern in Wien ständig ins Treffen geführt werden: Individualverkehr, Lärm und Schadstoffbelastung müssen eingedämmt, öffentlicher Verkehr muss gefördert werden. Der 5. Bezirk ist bereits jetzt durch Verkehr extrem belastet, nun soll in ein Gebiet mit mehreren Schulen und Kindergärten zusätzlichen Verkehr hineingeleitet werden. Setzen Sie endlich Ihre eigenen Ankündigungen in der Verkehrspolitik um! Nie wurde von Seiten der Verantwortlichen auf Ängste und Wünsche der Bevölkerung eingegangen, Argumente und Bedenken wurden ignoriert und durch eine ?Initiative unabhängiger, sozialdemokratischer Bezirksräte/innen für den Bau......." konterkariert. Nun soll den Wunschvorstellungen des Bauherrn gemäß ?konfliktfrei" gebaut werden. Was sich Betonierer unter konfliktfrei vorstellen, wurde bereits demonstriert: Die Bäume wurden mit Polizeieskorte geschlägert, obwohl sie auf dem von außen ohnehin nicht zugänglichen Spielplatz der Schule standen. Parkplatz statt Spielplatz - unter Polizeischutz - ein symbolhaftes Bild! Werden Sie, Herr Bürgermeister Häupl, gemeinsam mit Frau Umweltstadträtin Sima, Herrn Stadtrat Schicker, Herrn Stadtrat Rieder, Herrn Garagenkoordinator Theuermann und Herrn Bezirksvorsteher Wimmer die Verantwortung dafür übernehmen, wenn das Verkehrsaufkommen und damit die Schadstoffbelastung weiter steigt, wenn noch mehr Unfälle passieren und sich schon wieder herausstellen wird, dass Steuergeld in den Sand gesetzt wurde? Wir werden jedenfalls bei jeder nur möglichen Gelegenheit an diese Verantwortung erinnern. Mit freundlichen Grüßen Bürgerinitiative Bacherpark bi-Bacherpark at chello.at 545 77 30 0767 30 39 799 Zur Kenntnisnahme an Stadtrat Schicker Stadträtin Sima Garagenkoordinator Theuermann Bezirksvorsteher Wimmer Presse -- ================================================= Martin Mair - Publizist virtuell & traditionell Krottenbachstrasse 40/9/6, A-1190 Wien Tel. + Fax: +43 1 3677487, Mobil: + 43 676 3548310 Email: martin.mair at mediaaustria.at http://www.mediaaustria.at - Webhosting & Webdesign http://www.bannertausch.info http://www.mediaweb.at - Medienplattform ================================================ 06 § 209-Polizeidaten: VwGH ordnet Vernichtung (auch) manueller Dateien an von: office at paragraph209.at =============================================== (English Text Below) § 209-Polizeidaten Verwaltungsgerichtshof ordnet Vernichtung (auch) manueller Dateien an Plattform gegen § 209: Ein Meilenstein für die Rehabilitierung der § 209-Opfer Die Plattform gegen § 209 begrüsst mit grosser Freude das soeben bekannt gewordene Erkenntnis des Verwaltungsgerichtshofs zu den § 209- Polizeidaten. Demnach sind diese Daten nicht nur aus den Computer- Datenbanken zu löschen sondern auch aus den manuellen, auf Papier geführten Dateien (VwGH 19.12.2005, 2005/06/0140). Nachdem das anti-homosexuelle Sonderstrafgesetz im August 2002 aufgehoben worden war, hatten sich die Sicherheitsbehörden anfangs generell geweigert, die Vormerkungen der § 209-Opfer in den polizeilichen Datenbanken löschen zu lassen. Sie bestanden darauf, diese Daten zur Vollziehung der § 209-Ersatzbestimmung, § 207b StGB, zu benötigen. Innenminister Strasser hat daher im Februar 2003 per Erlaß nur die Löschung jener Daten von § 209-Opfern angeordnet (Erlaß 05.02.2003, 3200/225-II/BK/2.3/03), die freigesprochen oder deren Verfahren eingestellt wurden, was ? auf Grund einer Verfassungsgerichtshofentscheidung - ohnehin bei jedem Delikt der Fall ist. Die anschliessenden ein ganzes Jahr dauernden intensiven Bemühungen der Plattform gegen § 209 und von Amnesty International, und die ersten Beschwerdefälle, insb. vor der Datenschutzkommission, haben dann Erfolg gezeitigt. Innenminister Dr. Ernst Strasser hat zum einen per Erlaß die Löschung sämtlicher Vormerkungen nach § 209 im österreichweiten Polizeicomputer EKIS angeordnet (Erlaß der Generaldirektion für die öffentliche Sicherheit vom 10.04.2003, 8181/421-II/BK/1/03) und zum anderen mit Verordnung sämtliche erkennungsdienstlichen Daten (Fingerabdrücke, Fotos, Gendaten etc.) der § 209-Opfer vernichten lassen (VO vom 12.08.2003, BGBl II 361/2003). Gewissensgefangener erhielt gegen Datenschutzkommission recht Weiterhin verweigert wurde aber die Löschung aller auf Papier vorhandenen Daten. Diese Rechtsansicht der Polizeibehörden hat auch die Datenschutzkommmission geteilt und alle diesbezüglichen Beschwerden von § 209-Opfern abgewiesen. Die Frage der Papierdaten musste daher an den Verfassungsgerichtshof und den Verwaltungsgerichtshof herangetragen werden. Der Verwaltungsgerichtshof hat nun in einem ersten Fall einem Beschwerdeführer recht gegeben. Es handelt sich dabei um jenen Mann, der 2001 auf Grund des § 209 inhaftiert wurde und von Amnesty International als erster Gewissengefangener Österreichs seit Jahrzehnten adoptiert worden ist. Im Februar 2005 hat der Europäische Menschenrechtsgerichtshof Österreich in diesem Fall verurteilt (F.L. gg. Österreich 2005). Der Verwaltungsgerichtshof hat nun erkannt, dass nicht nur die Daten in den Computerdatenbanken sondern auch in den manuellen (auf Papier geführten) Dateien, wie den Protokollbüchern, zu löschen sind. Übrig bleibt nun nur noch die Frage der Vernichtung (auch) der bei den Polizeibehörden verbliebenen Kopien der Ermittlungsakten selbst. Die § 209-Opfer haben geltend gemacht, dass ihnen aus der Europäischen Menschenrechtskonvention ein Anspruch auch auf Vernichtung dieser Akten zukommt. Darüber hat nun der Verfassungsgerichtshof zu entscheiden. ?Das Erkenntnis des Verwaltungsgerichtshofs ist ein Meilenstein in der Rehabilitierung der § 209-Opfer?, sagt der Wiener Rechtsanwalt Dr. Helmut Graupner, Sprecher der Plattform gegen § 209, ?Umso schändlicher ist die Untätigkeit des Parlaments, wo ein Gesetzentwurf zur umfassenden Rehabilitierung seit Monaten unbehandelt liegt?. In der überkonfessionellen und überparteilichen Plattform gegen § 209 haben sich über 30 Organisationen zusammengeschlossen, um gegen das in § 209 StGB verankerte diskriminierende zusätzliche Sondermindestalter von 18 Jahren ausschließlich für homosexuelle Beziehungen zwischen Männern (zusätzlich zur allgemeinen, für Heterosexuelle, Lesben und Schwule gleichermaßen gültigen Mindestaltersgrenze von 14 Jahren) anzukämpfen. Der Plattform gehören neben nahezu allen Vereinigungen der Homosexuellenbewegung auch allgemeine Organisationen an, wie Aids-Hilfen, die Kinder- und Jugendanwaltschaften Tirol und Wien, die Österreichische Hochschülerschaft, die Bewährungshilfe, die Österreichische Gesellschaft für Sexualforschung u.v.a.m.. Nach der Aufhebung des § 209 StGB dringt die Plattform auf die Entlassung aller Gefangenen und die Rehabilitierung und Entschädigung aller § 209-Opfer und beobachtet die Vollziehung der § 209-Ersatzbestimmung, § 207b StGB. Rückfragehinweis: Plattform gegen § 209: 01/876 30 61, 0676/3094737, office at paragraph209.at, www.paragraph209.at 13.01.2006 Art. 209 ? Police Data Administrative High Court Orders Deletion (also) of Manual Data Platform Against Art. 209: Milestone for rehabilitation of Art. 209- victims Platform Against Art. 209 welcomes with pleasure the Administrative High Court?s judgment on Art. 209- police data. According to the Court those data have not only to be deleted from computer data banks but also from manual records on paper (VwGH 19.12.2005, 2005/06/0140). After repeal of the anti-homosexual criminal statute August 2002 police authorities initially in general refused to delete the data on Art. 209-victims. They insisted that they needed those data for the enforcement of the Art. 209-subsitute-provision Art. 207b CC. Minister of Interior, Dr. Ernst Strasser, therefore as late as February 2003 by decree ordered the deletion of the data of just those victims of Art. 209 who had been acquitted or whose proceedings have been dropped (Executive Order 05.02.2003, 3200/225-II/BK/ 2.3/03). In such cases the deletion is however, according to a verdict by the Constitutional Court, obligatory for suspects of all kinds of offences anyway. Intensive lobbying by Platform Against Art. 209, joined by Amnesty International, and the first human rights cases, i.e. before the Data Protection Board, were then crowned by success. The Minister of Interior ordered the deletion of all data concerning Art. 209 from the national police databank ?EKIS? on the one hand (Executive Order 10.04.2003, 8181/421-II/BK/1/03) and the destruction of all criminal identification data (fingerprints, pictures, genetic data etc.) of Art. 209-victims on the other (Decree 12.08.2003, BGBl II 361/2003). Prisoner of Conscience succeeds over Data Protection Commission Police authorities however still refused deletion of all data contained on paper. The Data Protection Commission shared their view and rejected all those complaints by Art. 209-victims. The question of paper data therefore had to be raised before the Constitutional Court and the Administrative High Court. The Administrative High Court now in a first decision gave way to such an application. The applicant is the man who in 2001 had been adopted as Austria?s first prisoner of conscience for decades. In February 2005 the European Court of Human Rights convicted Austria in his case (F.L. vs. Austria 2005). The Administrative High Court now decided that entries have not only to be deleted from police computer data banks but also from manual records on paper since the proceedings violated the man?s human rights. Still unsolved is the issue of destruction of the files themselves. The victims of Art. 209 alleged such a right under the European Convention of Human Rights. This question will now have to be decided by the Constitutional Court. ?The judgment of the Administrative High Court is a milestone in the rehabilitation of victims of Art. 209?, says Dr. Helmut Graupner, spokesperson for Platform Against Art. 209, ?The more shameful seems inaction of parliament which for months now had time to deal with a comprehensive rehabilitation bill ?. The interdenominational and supra-partisan Platform Against Article 209 comprises more than 30 organisations that joined in the fight against the discriminatory supplemental minimum age of 18 years for homosexual relationships between men only (in addition to the general age of consent of 14 for heterosexuals, lesbians and gays alike), as set forth in article Art. 209 of the Criminal Code. Nearly all associations of the homosexual movement, but also general organizations are members of the Platform, like AIDS-help- organisations, the Ombudspersons for Children and Adolescents of the States of Vienna and Tyrol, the Austrian National Student Union, the National Association of Probation, the Austrian Society for Sexual Research, and many others more. After the repeal of Art. 209 the Platform works for the release of all prisoners, for the deletion of all verdicts from criminal records and for just satisfaction of all victims of Art. 209. In addition it monitors the enforcement of the new Art. 209-substitute-provision, Art. 207b Criminal Code. More information: Platform Against Art. 209: +43/1/876 30 61, 0676/3094737, office at paragraph209.at, www.paragraph209.at 13.01.2006 ================================================ 07 Widerstand gegen Postprivatisierung von: Renate.Vodnek at reflex.at =============================================== Schüssel und Fischer wollen EU-Verfassung durchboxen KPÖ für Alternativen zum ?Europa der Konzerne? Der von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel angekündigte ?Neuanlauf? für die EU-Verfassung und das Plädoyer von Bundespräsident Heinz Fischer für eine ?Teillösung? zeigen, dass das politische Establishment die Tiefe der Vertrauenskrise gegenüber der EU nicht begriffen haben, meint Waltraud Fritz-Klackl, Europapolitische Sprecherin der KPÖ. ?Die bei den Volksabstimmungen in Frankreich und den Niederlanden im Mai 2005 gescheiterte Verfassung unverändert oder bloß kosmetisch aufpoliert wieder auf den Tisch zu legen, zeugt zudem von einem fragwürdigen Demokratieverständnis?, so die KPÖ-Vertreterin im Vorstand der Europäischen Linkspartei und weist dabei auch auf die Abfuhr für Außenministerin Ursula Plassnik bei ihrem Besuch in den Niederlanden hin. Bezeichnend für die Betreiber einer Neuauflage der gescheiterten Verfassung ist, dass sie deren Kernpunkte ? nämlich die Militarisierung der EU und die Festschreibung des neoliberalen Modells ? bewusst nicht ansprechen. Genau das aber sind die Ursachen, warum das Misstrauen in die EU vor allem auch in Österreich so groß ist. Im Unterschied zu anderen EU-Ländern haben die Parlamentsparteien in Österreich eine Volksabstimmung über die Verfassung systematisch abgeblockt um eine breite öffentliche Debatte über die Verfassung zu verhindern. Die Verankerung der vier Grundfreiheiten des Maastricht-Vertrages von 1991 (Warenverkehr, Güterverkehr, Personenverkehr, Dienstleistungsverkehr), des Binnenmarktes und damit der umfassenden Mobilität für das Kapital und der Europäischen Zentralbank (EZB) als politisch unabhängiger und damit nur auf Zurufe der Konzerne agierender Institution ist ein Wesenszug der Verfassung. Während es für die EU-Budgetpolitik strenge Auflagen in Form der Maastricht-Kriterien gibt, bleiben für die Beschäftigungs- und Sozialpolitik nur unverbindliche Absichtserklärungen wie etwa die Lissabon-Strategie ? mit über dreißig Millionen Arbeitslosen als Ergebnis. Die Militarisierung der EU ist durch die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) inklusive Euro-Armee, Kampfeinsätzen zur Wahrung ?europäischer Interessen? und Verpflichtung zur Aufrüstung per Rüstungsagentur in der Verfassung verankert. Dass diese Orientierung mit der österreichischen Neutralität absolut unvereinbar ist, liegt auf der Hand. Die KPÖ lehnt die Orientierung ?Europas Gewicht zu vergrößern und wirtschaftlich konkurrenzfähiger zu machen? (Fischer) ? also im Klartext eine Supermacht EU ? ab. Die KPÖ stellt dem als Konsequenz des Scheiterns der Verfassung eine offene Debatte über Alternativen zur EU als ?Europa der Konzerne? gegenüber: ?Ein solches demokratisches, soziales, friedensorientiertes Europa bedingt aber eine eindeutige Absage an das neoliberale Modell ebenso wie an die Militarisierung der EU?, so Fritz-Klackl abschließend. ================================================ 08 Exiliraker debattierten über Verhältnis zwischen Religion und Staat von: wadi.wien at gmx.at =============================================== Exiliraker debattierten über Verhältnis zwischen Religion und Staat Gestern fand auf der Universiät Wien eine vom Institut für Politikwissenschaften, dem Verein Österreichisch-Irakische Freundschaft IRAQUNA (www.iraquna.at) und WADI veranstaltete Podiumsdiskussion statt. Nach den Begrüßungsworten von Prof. Eva Kreisky debattierten Vertreter der Kurdistan Allianz, der Irakischen Kommunistischen Partei (ICP), von SCIRI, und von der Assyrischen Demokratischen Bewegung ZOWAA über aktuelle Fragen wie die vergangenen Wahlen, Terrorismus, Zukunftsperspektiven und über das Verhältnis zwischen Religion und Staat. Ali Al-Zahid (IRAQUNA) moderierte die Diskussion und berichtete in seinem Eingangsstatement von Einschüchertungsversuchen gegenüber den VeranstalterInnen, welche als ?proamerikanische Marionetten? u.v.m. denunziert wurden. Wenig Dialogbereitschaft signalisierte die kurzfristige Absage des Vertreters der Sunnitischen Allianz al-Tawafuk, Mujahid al-Janabi, der erst wenige Tage zuvor eine Teilnahme am Podium zugesichert hatte. Die APA berichtete heute folgendes über die Veranstaltung: ------------------------------------------------------------------------ -- Auslandsiraker: SCIRI will keine islamische Regierung im Irak Utl.: Anerkennung der Verfassung und des Föderalismus gefordert - Podiumsdiskussion unter Auslandsirakern in Wien = Wien (APA) - Das Ziel des "Obersten Rates für die Islamische Revolution im Irak" (SCIRI) ist nicht eine islamische Regierung, sondern die Bildung einer Regierung der Nationalen Einheit mit Beteiligung aller Gruppierungen, sofern diese Föderalismus, die gewählte Verfassung sowie den Ausschluss aller ehemaligen führenden Baathisten aus leitenden Positionen akzeptieren würden. Das betonte Salem Hassan, Vertreter der SCIRI in Österreich, am Donnerstagabend auf einer Podiumsdiskussion in Wien. Den Vorwurf der Wahlfälschung wollte er nicht gelten lassen. Die Schiiten würden einfach die Mehrheit im Land bilden, was sich im Ergebnis widerspiegle. Bezüglich der Verfassung sagte Mustafa Ramazan von der Kurdischen Allianz, SCIRI habe sehr wohl eine islamische Verfassung gefordert, die kurdische Allianz jedoch habe sich als einzige Kraft dagegen gewährt und die Verankerung von Menschen-, Minderheiten- und Frauenrechten gefordert. "Die Verfassung hat uns viel Kraft gekostet, sie stellt jedoch das Maximum dar, was man in einem Kompromiss rausholen konnte." Laut Verfassung dürfte kein Gesetz dem Koran aber auch nicht den Menschenrechten widersprechen. SCIRI habe Druck von den Nachbarstaaten verspürt, sich als arabischer und islamischer Staat zu definieren, entgegnete Hassan. Nun würden Länder wie Saudiarabien, Syrien, oder Libyen Attentäter in den Irak schicken. Teheran habe zwar eine halbe Million schiitischer Iraker in Krisenzeiten aufgenommen, doch heute distanziere sich SCIRI von der Politik des heutigen Iran, betonte Hassan. Die Wahlen seien trotz Schwierigkeiten legitim gewesen, sagte Fuad Jabbar von der Irakischen Kommunistischen Partei. 35 Jahre lang habe er nicht stolz auf den Irak sein können, es sei ein Land von Terroristen gewesen. Nun habe er die Hoffnung, dass der Irak in die richtige Richtung gehe. Kritisch merkte er an, dass die Menschen nach Ethnie oder Religionszugehörigkeit wählen würden. Angesichts deren jahrelangen Unterdrückung sei dies zwar verständlich, er hoffe allerdings dass die Menschen künftig Wahlprogramme nach deren Inhalt wie Menschenrechten wählen würden. Der Terrorismus sei keine Form von Widerstand, wie manche behaupten würden, sagte Ramazan. Die Terroristen bestünden aus drei Gruppen, den ausländischen Selbstmordattentätern, den ehemaligen Nutznießern von Saddam Hussein sowie kriminellen Banden, die der Ex-Diktator entlassen habe. Er glaube, dass mit der Verbesserung der Lebensgrundlagen der irakischen Bevölkerung durch eine neue Regierung der Terrorismus allmählich besiegt werde. (Schluss) csc/an/ar APA0141 2006-01-13/10:11 131011 Jän 06 -- WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit e-mail: wadi.wien at gmx.at website: www.wadinet.at Tel.: 0699-11365509 Postfach 105 A-1181 Wien Spendenkonto in Österreich: Kontonummer 07.405.301 Evangelische Kreditgenossenschaft eG BLZ 31800 IBAN: AT10 3180 0000 0740 5301 BIC: EVKRATW1 Website mit weiteren Informationen zu Projekten von Wadi und Veranstaltungshinweisen: www.wadinet.at ================================================ 09 Langer Arm der Haager Politjustiz reicht bis nach Österreich von: camp at antiimperialista.org =============================================== Bank Austria untersagt JÖSB Spendensammlung für Milosevic-Verteidigung In einem Schreiben vom 4.1.06 wird die "Jugoslawisch-Österreichische Solidaritätsbewegung" (JÖSB) darauf hingewiesen, "dass gemäß Verordnung (EG) Nr. 2488/2000 des Rates vom 10.11.00 über die Aufrechterhaltung des Einfrierens von Geldern betreffend Hrn Milosevic und Personen seines Umfelds die Bereitstellung von Geldern, die den genannten Personen direkt oder indirekt zugute kommen, untersagt ist." Wir werden aufgefordert die Sammlung von Spenden über das BA-CA-Konto einzustellen, andernfalls hätten wir "weitere Maßnahmen" zu erwarten. Wie diese Maßnahmen aussehen können, hat man in Deutschland bereits vorexerziert. Im Jahr 2003 wurde von der Zollfahndung die Wohnung Peter Betschers, des Kontoinhabers für den Fond zur Unterstützung der Verteidigung Slobodan Milosevics, durchsucht sowie die Gelder auf dem Konto, Computer und diverse Dokumente beschlagnahmt. Dabei wurde dieselbe EU-Verordnung ins Treffen geführt. Zur EU-Verordnung selbst sei bemerkt, dass auch diese die Spendensammlung keineswegs untersagt, denn die gesammelten Gelder kommen Milosevic weder persönlich zu gute noch werden sie ihm bereitgestellt, sondern dienen ausschließlich seinem Rechtsbeistand. Insofern handelt es sich um eine behördliche Aufdopplung einer antidemokratischen EU-Verordnung. Selbst das Amtsgericht Darmstadt hat im Verfahren gegen die Darmstädter Volksbank festgestellt: "Auch der Verweis der Beklagten auf die europäische Verordnung 1205/2001 ist für das Gericht nicht ausreichend. [...] Darin ist nämlich geregelt, daß solche Gelder und finanziellen Mittel einzufrieren sind, die Herrn Milo?evi? oder Personen seines Umfelds gehören. Darunter fällt nach Auffassung des Gerichts nicht die Sammlung von Geldern für eine Verteidigung, da es sich dabei um einen Rechtshilfefonds handeln soll, nicht aber um eine Übereignung der Gelder an Slobodan Milo?evi?. Nach rechtsstaatlichen Grundsätzen hat jeder Mensch Anspruch auf Verteidigung vor einem Strafgericht, so daß prinzipiell die Sammlung von Spenden für eine bis zur Verurteilung als unschuldig geltende Person nicht zu beanstanden ist." Der Kern der Sache ist jedoch, dass der Haager Politprozess jeder rechtsstaatlicher Norm spottet. Das Tribunal hat täglich rund eine Million Dollar zur Verfügung. Dass das Geld von der NATO kommt, hat deren Sprecher Jamie Shea am 16.5.1999 über AFP der Welt mitteilen lassen. Der Verteidigung sollen hingegen selbst die verschwindenden Spendengelder entzogen werden. Abgesehen von der notorischen Parteilichkeit der Richter, für die das Urteil schon von Anfang an fest stand und es nur um dessen bestmögliche Präsentation geht, kann von einer Gleichheit der Mittel nicht nur hinsichtlich der Finanzen nicht die Rede sein. Während die Anklage eine Unzahl an Zeugen vorführte, wird der Verteidigung nur ein Bruchteil zugestanden und diese noch nach politischen Kriterien gesiebt. Selbst die Nationalsozialisten hatten Georgi Dimitrov im Reichstagsbrand-Prozess das Recht auf Selbstverteidigung zugestanden, doch die Haager Politjustiz versucht das beständig zu unterbinden. Dass das Tribunal zu einem Fiasko für die NATO-Krieger geworden ist, gesteht selbst ein Ideologe der US-Republikaner, Jeffrey Kuhner, am 24.10.2004 in der Washington Times ein: "Die Bush-Administration fordert jetzt, dass die Hauptanklägerin des Internationalen Straftribunals für das ehemalige Jugoslawien, Carla del Ponte, ihre Fälle vor dem Gericht zu Ende bringt... Washington hat jetzt in der Tat verstanden, dass es ein Frankenstein- Monster geschaffen hat... Das Tribunal wurde zu einem Instrument, mit dem Frau del Ponte die Geschichte der Balkankriege neu schreiben wollte. Sie missbrauchte ihre Position, indem sie außerordentlich konstruierte und schwach untermauerte Anklagen erhob...Jetzt ist es völlig klar: Das Tribunal hat einen Misserfolg erlitten... Das Verfahren gegen Slobodan Milosevic wird ohne Aussicht auf ein baldiges Ende fortgesetzt... Frau del Ponte ist gelungen, was vorher niemandem gelang: zeitweilig die besorgten Menschen des ehemaligen Jugoslawiens zu einen und gegen sich aufzubringen." Wir bleiben dabei: Der NATO-Krieg gegen Jugoslawien hatte keinerlei humanitäres oder demokratisches Motiv, sondern diente einzig und allein dazu eine nicht genehme Regierung zu entfernen. Es war der erste Akt des von den USA ausgerufenen Krieges "gegen den Terror", der sich in Afghanistan und dem Irak fortsetzt und nichts anderem dient als die globale amerikanische Vorherrschaft zu stabilisieren. Die nationalen Konflikte in Jugoslawien haben komplexe historische Ursachen, die sich nicht monokausal einer Volksgruppe zuordnen lassen. Die westliche Intervention hat diese Konflikte systematisch geschürt und ihre Eskalation zur Durchsetzung ihrer geostrategischen Interessen genutzt. Insofern trägt der Westen wesentliche Mitschuld. Insbesondere im Kosovo wurde die "humanitäre Katastrophe", zu deren Verhinderung angeblich Krieg geführt wurde, erst durch diese ausgelöst. Nicht nur die angesprochene Verfahrensweise des Haager Tribunals verletzt aus politischen Motiven jedes demokratische Rechtsverständnis, sondern es ist als ganzes illegitim. Es sind die Führer der NATO-Staates, die zuerst auf die Anklagebank müssten. Im Prozess gegen Milosevic sitzen diese jedoch auf dem Richterstuhl. Ihnen ging es darum, ihre Aggression nachträglich zu legitimieren. Doch das will nicht und nicht gelingen, auch dank der couragierten Verteidigung Milosevics. Wir lassen uns das Recht nicht nehmen der Verteidigung unsere Unterstützung (auch finanzieller Art) zukommen zu lassen. Wir betrachten diese Aufgabe als demokratische Pflicht und als Mahnung vor weiteren westlichen Aggressionskriegen. Willi Langthaler, Obmann Jugoslawisch-Österreichische Solidaritätsbewegung Wien, am 14. Januar 2006 Näherer Informationen: 0699 17233113 Protestschreiben an: BA-CA Rechtsabteilung Rene.prohaska at ba-ca.com Fax: 050505 53682 www.antiimperialista.org ================================================ 10 Strache/Neujahrstreffen/Kritik/KPÖ-Steiermark von: kpoe_stmk at hotmail.com =============================================== PRESSEMITTEILUNG DER STEIRISCHEN KPÖ Strache: ?Schauspielerei im Kampf um Wählerstimmen? ?Eigentlich sind mir die Marketing-Aktivitäten der Strache-FP ziemlich egal, es ärgert mich aber immer wieder, wenn ich hören muss, wie sich der Vorsitzende der einzigen Parlamentspartei, die gegen das Gesetz über die immerwährende Neutralität Österreichs gestimmt hat, vor den Mikrofonen als Verteidiger der Neutralität und als Kämpfer gegen die EU darstellt. Das ist Schauspielerei im Kampf um Wählerstimmen, aber keine ernsthaftes Eintreten für die Interessen der Bevölkerung?. Das sagte der steirische KPÖ-Vorsitzende Franz Stephan Parteder am Sonntag nach dem Neujahrstreffen der FP. Parteder betonte, dass ich bei der Landtagswahl in der Steiermark gezeigt habe, dass die FP keine Chance hat, wenn auch eine soziale und konsequent EU-kritische Alternative wie die Kaltenegger KPÖ antritt. Daran sollten alle fortschrittlichen Kräfte denken. Statt einer Dämonisierung von Strache und seinen Leuten sei jetzt angesagt, konsequent und unspektakulär für jene Menschen einzutreten, denen es nicht so gut geht. KPÖ-Steiermark Lagergasse 98 a 8020 Graz Tel.: 0316 71 24 36 Fax 0316 71 62 91 email: kp.stmk at kpoe-graz.at; kpoe_stmk at hotmail.com ================================================ 11 KPÖ/Europarat/Antikommunismus/Erklärung von: leo.furtlehner at liwest.at =============================================== Aufforderung an österreichische Abgeordnete in der parlamentarischen Versammlung KPÖ gegen Antikommunismus-Beschluss des Europarates In einer Erklärung hat der KPÖ-Bundesvorstand bei seiner Sitzung am 14. Jänner 2006 gegen den geplanten Antikommunismus-Beschluss des Europarates Stellung genommen und diesen Versuch zur Kriminalisierung gesellschaftskritischer Parteien, Organisationen und Bewegungen zurückgewiesen. Wörtlich heißt es in dieser Erklärung: ?Politische Kommission der Parlamentarischen Versammlung des Europarates ? dem 46 europäische Länder angehören ? hat am 14. Dezember 2005 in Paris den Entwurf für einen Beschluss mit dem Titel ?Über die Notwendigkeit der internationalen Verurteilung der Verbrechen totalitärer kommunistischer Regimes? verabschiedet. Dieses ?Dokument? soll bei der Parlamentarischen Versammlung vom 23. bis 29. Januar 2006 zur Beschlussfassung vorgelegt werden. Der Entwurf fordert dazu auf, beim Europarat und in allen Mitgliedsländern des Europarates ?Kommissionen zur Untersuchung der Verbrechen des Kommunismus? einzusetzen. Sie sollen die Aufgabe haben, ?Fakten zusammenzutragen und konkrete Maßnahmen vorzuschlagen?. Dieser Vorstoß des Europarates ist ein weiterer Versuch zur Kriminalisierung kommunistischer, linker und überhaupt gesellschaftskritischer Aktivitäten sowie eine Gleichsetzung von Faschismus und Kommunismus nach der so genannten Totalitarismusdoktrin vorzunehmen. Er ist im Zusammenhang mit verschiedenen Bestrebungen ähnlicher Art zu sehen, die wiederholt insbesondere in verschiedenen osteuropäischen Ländern unternommen wurden. So wurde Ende 2005 der Kommunistische Jugendverband Tschechiens (KSM) unter dem Vorwand in sich in einem für die politischen Parteien reservierten Bereich zu betätigen von der Regierung mit einer Verbotsdrohung belegt und damit das Grundrecht auf Vereinigungsfreiheit offen in Frage gestellt. Weiters wurde vom KSM verlangt auf den Marxismus als seine programmatische Identität zu verzichten. Schon vorher hatten in Tschechien zwei Senatoren versucht ein Gesetz durchzusetzen, mit dem kommunistische Ideen, die Bewegung als Ganzes und das Wort ?kommunistisch" kriminalisiert und den Kommunismus auf die gleiche Stufe mit dem Faschismus gestellt werden sollte. In Polen, Ungarn und Tschechien sind Symbole wie Hammer und Sichel ? in Österreich Bestandteil des Staatswappens ? per Gesetz verboten. In den EU-Mitgliedsländern Lettland und Litauen sind sogar kommunistische Parteien dezidiert verboten. Gegen die Bestrebungen des Europarates gibt es zahlreiche Proteste. So hat etwa der griechische Widerstandskämpfer und Komponist Mikis Theodorakis, der auch Ehrenmitglied der Europäischen Linkspartei ist, diesen Vorstoß des Europarates schlichtweg als Schande bezeichnet und die Gleichsetzung des Kommunismus mit dem Faschismus empört zurückgewiesen. Die KPÖ weist den geplanten Beschluss des Europarates zurück und fordert die sechs österreichischen VertreterInnen in der parlamentarischen Versammlung des Europarates auf, sich strikt gegen dieses Vorhaben auszusprechen. Die KPÖ wird im Rahmen ihrer Mitgliedschaft in der Europäischen Linkspartei Initiativen gegen die Bestrebungen des Europarates ergreifen. Gleichzeitig verurteilt die KPÖ auch alle anderen Maßnahmen, die auf eine Kriminalisierung kommunistischer, linker oder gesellschaftskritischer Betätigung zielen. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte, mit Fehlentwicklungen bis hin zu Verbrechen, die im Namen der kommunistischen Bewegung verübt wurden, hat die KPÖ von sich aus geleistet. Für die KPÖ gehört diese Auseinandersetzung zu ihrem Selbstverständnis und sie braucht dazu keine Belehrungen.? ================================================ 12 Zur antizionistischen Attacke Pröbstings auf K. Pfeifer von: cafe.critique at gmx.net =============================================== Über alles in der Welt Stellungnahme zur antizionistischen Attacke Michael Pröbstings auf Karl Pfeifer von Café Critique Wenn Café Critique sich mit Karl Pfeifer solidarisch erklärt angesichts der unbeschreiblichen Infamien, die gegen ihn vom ?ArbeiterInnenstandpunkt? (http://www.arbeiterinnenstandpunkt.net/ antwort_pfeifer.html) publiziert wurden, dann nicht nur deshalb, weil wir uns ganz allgemein mit dem Zionismus als politischer Emanzipationsbewegung von Juden und Jüdinnen solidarisch wissen. Der konkrete Fall zeigt vielmehr, daß es keineswegs Zufall ist, wenn hier Karl Pfeifer ausgewählt wurde, eine phantasierte Verschwörung von ?Antinationalen? zu personifizieren, die im Wahn des ?ArbeiterInnenstandpunkts? von US-amerikanischen Neokonservativen bis zu linksradikalen Antideutschen reicht und einem ?US- imperialistischen Griff nach der Weltherrschaft? dient. Eines geht nämlich den Linken, die zur deutsch-österreichischen Volkgemeinschaft stehen, über alles in der Welt: die Zionisten zu verfolgen, und zwar jeden einzelnen, wo immer sich ein Jude zum Zionismus bekennt. Konsequent betitelt Michael Pröbsting seine Attacke auf Karl Pfeifer mit einem Zitat von Hoffmann von Fallersleben: ?Der größte Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant?. Denunziant ist, wer das Land verrät, mit dessen Volksgemeinschaft man gemeinsame Sache macht ? gegen die ?Siegermächte? des Zweiten Weltkriegs und deren ?Kollektivschuld-These?; Denunziant ist, wem das deutsch- österreichische Vaterland nicht über alles geht ? wer aus ihm beizeiten flüchten muß, um nicht ermordet zu werden. Wie im Schlaf findet der vom Haß getriebene Pröbsting die richtigen Gewährsmänner für seine pathischen Projektionen. Hoffmann von Fallersleben ist bekanntlich der Dichter der Deutschen Hymne: ?Deutschland, Deutschland über alles, / über alles in der Welt, / wenn es stets zu Schutz und Trutze / brüderlich zusammenhält.? Es hält aber unter bestimmten Umständen allein in der Verfolgung und Vernichtung eines gemeinsamen Feindes brüderlich zusammen ? das hat derselbe Dichter in anderen Hymnen kundgetan, die im Diktum über den ?Denunzianten? immer mitschwingen: ?Du raubtest unter unsern Füßen / Uns unser deutsches Vaterland (...) O Israel, von Gott gekehret, / Hast du dich selbst zum Gott gemacht, / Und bist, durch diesen Gott belehret, / Auf Wucher, Lug und Trug bedacht.? Ja, Hoffmann von Fallersleben war ein Antizionist der allerersten Stunde: ?...ewig soll dein Beten dauern / und um Israel dein Trauern / denn es hebt nie wieder an...?. Daß es aber doch anhob, das können die Antizionisten den Juden nicht verzeihen. Und darum zitieren sie nicht nur Fallersleben, sondern auch Eichmann ? ein weiterer Gewährsmann von Pröbsting ?, der zwar als ein ?Nazi- Schlächter? und ?Organisator der Deportationen der ungarischen Juden? bezeichnet wird, aber für Pröbsting zitierbar ist, um die eigenen ?Überlegungen? auf ?zynische Weise? zu bestätigen. Der Haß auf die Zionisten ist so groß, daß offenbar auf die wortwörtliche Wiedergabe der Eichmann-Äußerung über Rezsö Kasztner nicht verzichtet werden kann: ?Dieser Dr. Kastner war ein junger Mann etwa in meinem Alter, ein eiskalter Rechtsanwalt und fanatischer Zionist. Er war damit einverstanden, die Juden von einem Widerstand gegen die Deportationen abzuhalten ? und sogar für Ordnung in den Sammellagern zu sorgen ? wenn ich dafür mein Auge zudrücken würde und ein paar hundert oder ein paar tausend junge Juden illegal nach Palästina auswandern ließe. Es war ein guter Tausch. Um die Ordnung in den Lagern zu gewährleisten, war der Preis von 15.000 oder 20.000 Juden ? letztlich waren es vielleicht sogar mehr ? für mich nicht zu hoch.? Zu Schutz und Trutz halten sie zusammen: Bringen die Rechtsextremen die Essenz dieser Gesellschaft und dieses Staats vor allem innenpolitisch zum Ausdruck, so die Linksextremen vorzugsweise außenpolitisch. Es ist also kein Zufall, daß sie in Österreich ein gemeinsames Feindbild haben: Karl Pfeifer, der 1943 vor der Vernichtung nach Palästina flüchtete, 1946 bis 1950 in der Elitetruppe Palmach und in der israelischen Armee kämpfte und nach seiner Rückkehr nach Österreich 1982 bis 1995 Die Gemeinde, das offizielle Organ der jüdischen Gemeinde in Wien, redigierte. Er hat dabei in seinen Stellungnahmen und Entscheidungen eine in Österreich ganz ungewöhnliche Autonomie innerhalb der politischen Konstellationen behauptet, und darum auch sieht er die ?verfolgende Unschuld? der postnazistischen Volksgemeinschaft, die sich hier auf der rechten wie auf der linken Seite formiert, besonders deutlich. (In deren Denunziation trifft er sich mit wesentlichen Positionen, wie sie im Umkreis des Café Critique vertreten werden, dessen Kritik der politischen Ökonomie und radikale Staatskritik ihm vermutlich eher fern liegen.) Seine Antwort auf Pröbstings Anwürfe, die sachlich bleibt, wenn es um die Geschichte des Zionismus und Israels geht, und doch den Wahn aufdeckt, der hinter den ?sachlichen? Argumenten Pröbstings steckt, ist dafür ein weiteres Beispiel (?Die dünne und durchsichtige Maske des Mag. Michael Pröbsting? http://www.juedische.at/TCgi/_v2/TCgi.cgi? target=home&Param_Kat=33&Param_RB=45&Param_Red=4754). Für ihn selbst ergibt sich demnach nichts Neues über seine Position in Österreich: ?Rechtsextremisten dürfen mich als moralischen Mörder hinstellen und Linksradikale mich als Mörder denunzieren und sie tun das auch, ohne befürchten zu müssen, dass die öffentliche Meinung sich darüber empört.? Café Critique kann und will für diese öffentliche Meinung nicht einspringen, aber die sich hier zusammengefunden haben, wissen sich einig in ihrer unbedingten Solidarität mit Karl Pfeifer gegen seine rechten und linken Verfolger. http://www.cafecritique.priv.at _________________________ Termine Österreich: 13. März 2006 Wien Beethoven und die französische Revolution Vortrag von Clemens Nachtmann (Berlin/Graz) Österreichische Gesellschaft für Musik Hanuschgasse 3, 3. Stock Termine BRD: 31. 1. 2006 Duisburg, 20:00 Suicide Attack. Zur Kritik der politischen Gewalt Buchvorstellung und Diskussion mit Gerhard Scheit HundertMeister Veranstalter: Antifa 3D Duisburg 1. 2. 2006 Bonn, 19:30 Der neue Behemoth und die alten Grenzen des Liberalismus Vortrag und Diskussion mit Gerhard Scheit Veranstalter: Bonner Bündnis/ Berliner Verhältnisse (BB/BV), Georg- Weerth-Gesellschaft Köln, Gruppe Casablanca, unterstützt vom Referat für politische Bildung des AStA der Uni Bonn 2. 2. 2006 Frankfurt, 19:30 Hass auf die Juden als Bereitschaft zum Opfer - Über den Antisemitismus Vortrag von Gerhard Scheit Stadtbibliothek 7. 2. 2006 Freiburg Die friedfertige Antisemitin? Kritische Theorie über Geschlechterverhältnis und Antisemitismus Vortrag und Diskussion mit Ljiljana Radonic Jour fixe bei der ISF 12. 3. 2006 Sulzbach-Rosenberg, 19.30 Israelsolidarität und Kritik der politischen Ökonomie Vortrag von Stephan Grigat Jugendclubbureau Hafnersgraben 9 www.jugendclub-bureau.de _________________________ ================================================ 13 KPÖ/EU/Verfassung/Regierung von: info at kpoe.at ================================================ Schüssel und Fischer wollen EU-Verfassung durchboxen KPÖ für Alternativen zum ?Europa der Konzerne? Der von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel angekündigte ?Neuanlauf? für die EU-Verfassung und das Plädoyer von Bundespräsident Heinz Fischer für eine ?Teillösung? zeigen, dass das politische Establishment die Tiefe der Vertrauenskrise gegenüber der EU nicht begriffen haben, meint Waltraud Fritz-Klackl, Europapolitische Sprecherin der KPÖ. ?Die bei den Volksabstimmungen in Frankreich und den Niederlanden im Mai 2005 gescheiterte Verfassung unverändert oder bloß kosmetisch aufpoliert wieder auf den Tisch zu legen, zeugt zudem von einem fragwürdigen Demokratieverständnis?, so die KPÖ-Vertreterin im Vorstand der Europäischen Linkspartei und weist dabei auch auf die Abfuhr für Außenministerin Ursula Plassnik bei ihrem Besuch in den Niederlanden hin. Bezeichnend für die Betreiber einer Neuauflage der gescheiterten Verfassung ist, dass sie deren Kernpunkte ? nämlich die Militarisierung der EU und die Festschreibung des neoliberalen Modells ? bewusst nicht ansprechen. Genau das aber sind die Ursachen, warum das Misstrauen in die EU vor allem auch in Österreich so groß ist. Im Unterschied zu anderen EU-Ländern haben die Parlamentsparteien in Österreich eine Volksabstimmung über die Verfassung systematisch abgeblockt um eine breite öffentliche Debatte über die Verfassung zu verhindern. Die Verankerung der vier Grundfreiheiten des Maastricht-Vertrages von 1991 (Warenverkehr, Güterverkehr, Personenverkehr, Dienstleistungsverkehr), des Binnenmarktes und damit der umfassenden Mobilität für das Kapital und der Europäischen Zentralbank (EZB) als politisch unabhängiger und damit nur auf Zurufe der Konzerne agierender Institution ist ein Wesenszug der Verfassung. Während es für die EU-Budgetpolitik strenge Auflagen in Form der Maastricht-Kriterien gibt, bleiben für die Beschäftigungs- und Sozialpolitik nur unverbindliche Absichtserklärungen wie etwa die Lissabon-Strategie ? mit über dreißig Millionen Arbeitslosen als Ergebnis. Die Militarisierung der EU ist durch die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) inklusive Euro-Armee, Kampfeinsätzen zur Wahrung ?europäischer Interessen? und Verpflichtung zur Aufrüstung per Rüstungsagentur in der Verfassung verankert. Dass diese Orientierung mit der österreichischen Neutralität absolut unvereinbar ist, liegt auf der Hand. Die KPÖ lehnt die Orientierung ?Europas Gewicht zu vergrößern und wirtschaftlich konkurrenzfähiger zu machen? (Fischer) ? also im Klartext eine Supermacht EU ? ab. Die KPÖ stellt dem als Konsequenz des Scheiterns der Verfassung eine offene Debatte über Alternativen zur EU als ?Europa der Konzerne? gegenüber: ?Ein solches demokratisches, soziales, friedensorientiertes Europa bedingt aber eine eindeutige Absage an das neoliberale Modell ebenso wie an die Militarisierung der EU?, so Fritz-Klackl abschließend. <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< WELTWEIT <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 14 Anfrage von: desiree_wueschner at web.de =============================================== Sehr geehrte Redaktion, ich habe folgende Anfrage: Immer mehr deutsche Privatpersonen stehen in unterstützendem Briefkontakt mit Insassen der Todestrakte in den USA - und immer mehr Bestürzung wird laut angesichts der krassen Benachteiligung vieler wahrscheinlich unschuldig Verurteilter, die zum Zeitpunkt ihrer Verfahren nicht die Mittel besaßen oder schlichtweg DIE FALSCHE HAUTFARBE haben, sich entsprechenden Rechtsbeistand leisten zu können. Die letzten Jahre haben bewiesen, dass sehr viele Nachlässigkeiten oder ähnliches zu Fehlurteilen geführt haben, die durch einen kompetenten Rechtsbeistand korrigiert werden konnten: über 100 unschuldig zur Hinrichtung Verurteilte wurden in die Freiheit entlassen (mit 100 dollar + 1 Hemd und 1 Hose). Gibt es eine Möglichkeit oder könnten Sie mir Ansprechpartner nennen, die sich eventuell pro bono besonders krassen Unrechtsfällen annehmen würden? Ich denke da z. B. an Diplomarbeiten von Jurastudenten oder wissenschaftliche Studien, etc. Es geht mir nicht darum, das amerikanische Rechtssystem anzuprangern, sondern Möglichkeiten zu schaffen, völlig verzweifelten Menschen, die in einem Albtraum aus Machtwillkür darum kämpfen, wenigstens angehört bzw. eine Chance auf eine entsprechende Wiederaufnahme ihres Falles zu erhalten - kurz, die um ihr Leben kämpfen, einen Strohhalm von Menschlichkeit/Menschenrecht zu ermöglichen. Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie in diesem Sinne etwas für mich tun/arrangieren/weiterleiten/etc. könnten! Désirée Wüschner M.A. ================================================ 15 ASt - Hamburger Hafenarbeiter im Streik von: ast-lfi at utanet.at =============================================== Wahre und falsche Freunde ? Hamburger Hafenarbeiter im Streik (aus Red Newsletter Nr. 192, 14.Jänner 2005, www.arbeiterInnenstandpunkt.net) Ab dem 11. Januar Mitternacht bis 6 Uhr des folgenden Tages bewegte sich keine Ladung im Hamburger Hafen. Die 2000 ArbeiterInnen streikten und schlossen sich somit den Aktionen in vielen europäischen Häfen an. Die gewerkschaftliche Maßnahme richtet sich gegen die Bestimmungen des ?Port package?, die im Brüsseler EU-Parlament erneut zur Abstimmung steht, nachdem der erste Anlauf 2003 bereits durch Arbeiteraktionen gestoppt wurde. Mit dieser Richtlinie soll der Warenumschlag für die Kapitalisten noch kostengünstiger gestaltet werden. Port package ist nach dem Bolkestein-Vorschlag ein weiterer Versuch der EU-Bürokratie, die Liberalisierung und Deregulierung des Dienstleistungsbereichs voranzutreiben. Die ArbeiterInnen fürchten, in die Zange genommen zu werden. Ihre Arbeitsplätze sind in Gefahr, weil die Schiffe nun das Be- und Entladen mit eigener Besatzung besorgen könnten. Sich neu einkaufende Investoren müssten sich nicht an bestehende Verträge halten, sondern könnten den Personaleinsatz diktieren. Aber auch die ansässigen Logistikfirmen könnten Port package unter dem Vorwand von Wettbewerbsnachteilen zu Lohndrückerei und weiter gesteigerter Arbeitshetze nutzen. Die Hamburger Hafenarbeiter führen einen Kampf an zwei Fronten. Sie sind nicht nur durch Port package, sondern auch durch den möglichen Verkauf von Teilen des Hafengeländes an die Deutsche Bahn AG bedroht, die der Post AG nacheifern und ins internationale Logistik-Geschäft einsteigen will. Auch dies würde Arbeitsplätze kosten. Der Verband deutscher Seehäfenbetreiber hat natürlich nur aus Eigeninteresse die Proteste begrüßt, weil sie vorerst lästige Konkurrenz fern hält und von der eigenen verschärften Ausbeutung ablenkt. SPD-Verkehrsminister Tiefensee heuchelt Verständnis, weil es natürlich zu seinen Obliegenheiten gehört, speziell deutsche Ausbeutungsinteressen zu schützen. Die Gewerkschaftschefs Sommer (DGB) und Bsirske (ver.di) faseln etwas von der bewiesenen Leistungsbereitschaft und Wettbewerbsfähigkeit deutscher Arbeiter und Häfen. Deswegen sei die Einführung der Richtlinie nicht nötig. Solche ?Argumente? steigern keine Kampfbereitschaft, sondern spalten. Sie leisten sozialchauvinistischer Standortlogik Vorschub ? statt den Kampf gegen den Kapitalangriff international zu koordinieren. Vorsicht vor diesen falschen Freunden! Die ArbeiterInnen müssen mit dieser Politik brechen, wollen sie nicht verraten werden. Den Weg weist das Liverpooler Docker-T-Shirt, das auf der Streikkundgebung getragen wurde: ?Solidarity forever!? Die ArbeiterInnen müssen ihre unabhängigen Streikorgane aufbauen, den bewussten Schulterschluss nicht nur mit den KollegInnen in anderen europäischen Häfen suchen, sondern sich auch dafür einsetzen, dass Schiffsbesatzungen und die Belegschaften aus anderen Bereichen von Transport und Verkehr mit ihnen kooperieren. Sie brauchen eine klassenkämpferische Basisbewegung, die international agiert und dafür kämpft, die Gewerkschaften der Bürokratie zu entreißen. Eine Anpassung an das höchste Lohnniveau, Verringerung der Arbeitshetze und die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen in sinnvoller Verzahnung von Energie, Transport, Verkehr und Umweltschutz und unter Kontrolle der Beschäftigten müssen gefordert werden. Dabei dürfen die Kampfmethoden nicht bei befristeten Warnstreiks halt machen, sondern müssen notfalls durch Unterstützung anderer Arbeitersektoren in Blockade von allen übrigen Verkehrswegen münden! Nur so kann verhindert werden, dass am Ende die europäische Gewerkschaftsbürokratie wieder alles unter Kontrolle, in Isolation von anderen Teilen der Arbeiterklasse hält und dann einen ?Verhandlungserfolg? feiert. Selbst wenn es gelingen sollte, Port package erneut zu verhindern - in modifizierter Form werden ähnliche Erpressungsversuche bald wieder gestartet. Der Erfolg kann nur gesichert werden, wenn die Arbeiterklasse sich auf höherer Stufe organisiert, von reinen Notwehraktionen selbst zum Angriff übergeht. ================================================ 16 [gipfelsoli] Genua von: gipfelsoli-l at lists.nadir.org =============================================== Gipfelinfo - Meldungen über globalisierte Solidarität und die Proteste gegen unsolidarische Globalisierung ------------------------------------------------------ www.gipfelsoli.org -- Genua: Verjährungsnebel lichtet sich Die Verfahren gegen Polizeiangehörige wegen dem G8 2001 in Genua haben nun doch Aussicht, wenigstens durch die erste Instanz zu kommen. Das war durch den langen Eiertanz um ein Gesetz, das auch die Verjährungsfristen im Strafrecht halbiert, bis vor Kurzem keineswegs eine Selbstverständlichkeit. Nur in den Köpfen herrscht noch viel Durcheinander... Im Folgenden ein Versuch, etwas Klarheit zu schaffen. Wie in einigen unabhängigen Medien schon berichtet wurde, riskieren die Polizisten, die wegen dem G8 in Genua unter Prozess stehen, wenigstens theoretisch nun doch eine Verurteilung. Zumindest dürfen die Verfahren erstmal stattfinden. Über Jahre hinweg hatte eine Reform des Strafrechts bisher gedroht, die Verjährungsfristen zu halbieren. Das ist nun auch geschehen, aber so, dass die Verfahren in Genua davon unberührt bleiben, weil sie bereits eröffnet sind. Für die Polizisten, die sich in den mittlerweile in die erste Instanz gelangten Verfahren vor Gericht verantworten müssen bedeutet das, dass sie nicht mehr unbedingt darauf hoffen können, einfach so davon zu kommen, wie vorher zu befürchten war. Neben einigen kleineren Verfahren zu einzelnen Episoden, laufen gegen Polizeibeamte wie bekannt zwei Größere. Darin soll über Teile dessen geurteilt werden, was im Juli 2001 in einer Schule und in einer Kaserne in Genua geschah. Es geht nun also doch zur Sache, es sei denn, die Klausel in dem Gesetz, durch die die Verfahren, die bereits in der Verhandlungsphase sind von den durch selbiges herbeigeführten Änderungen ausgenommen sind, wird als verfassungswidrig angefochten, was aber nicht sehr wahrscheinlich zu sein scheint. Umständehalber spielen Verjährungsfristen aber weiterhin eine nicht unwesentliche Rolle. So sind die Chancen im Verfahren zum Sturm auf die Schule deutlich besser als im Verfahren zum Horror in einer Kaserne am Rande von Genua. Dabei spielt eine Rolle, dass die Verjährungsfristen im Fall Bolzaneto nur halb so lang wie die Verjährungsfristen im Fall Diaz sind. Im Fall Diaz stehen zahlreiche höchstrangige Beamte nebst einigen Zugführern und einem einfachen Polizisten wegen Vergehen vor Gericht, für die generell aufgrund der Schwere der Straftat eine Verjährungsfrist von 15 Jahren gilt. Im Fall Bolzaneto stehen einige Polizisten, zwei Carabinieri und Angehörige der Gefängnispolizei sowie der Sanitätsdienste im Justizvollzug wegen Vergehen unter Prozess, die zumindest nach dem Strafgesetzbuch weniger schwer wiegen und daher mit geringeren Verjährungsfristen versehen sind. Auf diese Weise steht es 15 zu 7 1/2 - das heißt, im Fall Diaz läuft die Frist 15 Jahre nach Begehung der Straftat ab, während der Fristablauf im Fall Bolzaneto mit einer einzigen Ausnahme schon nach 7 1/2 Jahren eintritt. Zieht Mensch die zum Januar 2006 bereits abgelaufenen 4 1/2 Jahre ab, bleiben für Bolzaneto nur noch knapp drei Jahre ? wahrscheinlich viel zu kurz, um den Mindestdurchlauf zur Fortsetzung der Verfahren bis in die höchste Instanz zu schaffen. Dennoch wird der Weg nicht umsonst sein. Wenn alles gut geht, kommt es im Fall Bolzaneto noch gerade so zu einem Richterspruch in der jetzt laufenden ersten Instanz. Das würde wenigstens die Fortführung der Zivilklagen ermöglichen, die neben dem von der italienischen Staatsanwaltschaft geführten Strafverfahren laufen und derzeit in diesem integriert sind. Die Fortführung der Zivilklagen bedeutet immerhin, dass Entschädigungen erstritten werden können. Das ist nicht unwichtig, weil einige der damaligen Opfer ein Leben lang bleibende Schäden mit sich herum tragen müssen. Ob Zahnersatz, Behandlungen von chronischen Problemen in Folge der damals erlittenen Verletzungen oder Hilfe für eine nicht mehr wie früher mögliche Existenzsicherung: sollte die Strafverfolgung im Fall Bolzaneto strafrechtlich tatsächlich folgenlos bzw. mit einem Urteil zu einem Ende kommen, das für die Täter wegen Ablauf der Verjährungsfristen jenseits der Verurteilung selbst ohne konkrete Folgen bliebe, wäre immerhin - auf Grundlage der Erkenntnisse aus dem Strafverfahren - eine Fortsetzung der Zivilverfahren möglich, bei der eine Verurteilung der Täter bzw. der Ministerien, in deren Diensten diese standen zum Schadenserstaz möglich wäre. Zwei Anwältinnen, die in den Tagen von Genua auf der Straße Polizeigewalt augesetzt waren und ein Zivilverfahren eingeleitet hatten, waren in diesem Sinne beispielsweise bereits erfolgreich. Im Fall Diaz könnte hingegen binnen 15 Jahren - also innerhalb der doppelten Zeit - durchaus die dritte Instanz erreicht werden, wodurch die so genannten strafrechtlichen Konsequenzen eine schon viel realistischere Chance haben. Jenseits von etwaigen Haft- und Geldstrafen geht es dabei nicht zuletzt darum, dass die Täter im Fall Diaz bei Verurteilung auch unwiderruflich aus dem Polizeidienst scheiden müssten. Unter denen, die es potenziell treffen könnte, befinden sich etliche Beamte, die in höchsten Ämtern sind, wie etwa Gianni Luperi und Francesco Gratteri. Der eine ist Vizechef der Antiterrorpolizei, der andere bedeckt ein ähnlich hohes Amt in der Abteilung "special ops". Hintergrund der kürzeren Verjährungsfristen im Fall Bolzaneto ist, wie gesagt, eine unterschiedliche ?Schwere? der Straftaten, obwohl die Untaten der Polizei in Bolzaneto denen, die in der Diaz-Schule von Polizisten verübt wurden in Nichts nachstehen. Sie kommt deshalb zustande, weil Italien keinen Folter- Paragraphen kennt, der Misshandlungen und Terror, wie sie in Bolzaneto stattgefunden haben, angemessen ahndet, obwohl Italien auf der betreffenden Ebene sämtliche entsprechende internationalen Konventionen unterschrieben hat. In Sachen Terror und Gewalt geht es in Bolzaneto rechtlich also ?nur? um gefährliche Körperverletzung und so etwas wie Nötigung, die eben so eingestuft sind, dass die Verjährungsfrist nur kurz ist. Soviel zur jetzigen Situation, mit der kaum ein Mensch noch zu rechnen wagte. Während im Fall Bolzaneto inzwischen schon seit Wochen die Zeugenvernehmungen stattfinden, gehen diese im Fall Bolzaneto erst in diesen Tagen an den Start. Mit Hilfe der Zeugenaussagen werden sich die Richter in den nächsten Monaten bzw. Jahren - zumindest teilweise - ein Bild dessen machen, was sich damals in Genua abgespielt hat. Sofern sich schon eine erste Einschätzung abgeben lässt, könnte es sein, dass sich etwas wiederholt, das den seinerzeit über Jahre ermittelnden Staatsanwälten widerfahren ist. Diese mussten eines Tages feststellen, dass die Aussagen der beschuldigten Polizisten oder von solchen, die als Zeugen gehört wurden, nur so vor Widersprüchen strotzten, während die Aussagen der Opfer der Untaten in Schule und Kaserne, die aus allen Erdteilen kamen, in verschiedenen Staaten und Städten lebten und sich weitestgehend nicht untereinander kannten, aufs eindrucksvollste immer wieder genau gleiche Abläufe schilderten. Mit Sicherheit wird sich zutragen, dass die Verteidigung der Ordnungshüter, die vor Gericht stehen versuchen, die Aussagen der Zeugen in Frage zu stellen. Die Kraft dessen, was die Zeugen wissen, weil der Horror von dem die Rede sein wird vielmehr ganz wahrhaftig jedem einzelnen von ihnen wirklich passiert ist, dürfte aber weit stärker sein, egal wie sehr diese Verteidigung versucht, noch irgendetwas zu retten. Das ist auch gut so, weil nicht viel für ein besseres Klima rund um Genua in der italienischen Landschaft spricht. Gerüchte, dass Genua nach Jahren des Schweigens, während denen bestenfalls wiederholte Versuche erfolgten, die damaligen Protestierenden zu kriminalisieren, wieder Thema werden könnte, weil Wahlkampf ist und die Linksdemokraten bei einer etwaigen Machtübernahme sogar eine Untersuchungskommission einrichten wollen, dürfen getrost nicht allzu ernst genommen werden, weil sie eher unrealistisch sind. Eine erhoffte Wende in der Art und Weise, wie Genua in der gesellschaftlichen Debatte, in Politik und Medien dargestellt wird, ist eigentlich wirklich nicht zu erwarten. Das, was eher zutrifft ist, dass es Menschen (wie die Eltern von Carlo Giuliani) und Kreise gibt, welche seit Längerem die Einrichtung von einer unabhängigen Untersuchungskommission fordern, die nicht zuletzt der Ermittlung der politisch Verantwortlichen in Regierung und Polizei dienen soll. Im Besonderen haben auch Angehörige des ?zivilgesellschaftlichen? Flügels dessen, was bleibt an Zusammenhängen, die sich noch für Genua engagieren, seit ewig quasi an den eigenen Pappenheimern in der linksliberalen Landschaft gearbeitet, um ihnen Versprechen abzutrotzen, dass sie, wenn Mittelinks an die Macht kommt, so etwas in die Richtung unterstützen werden. Das aus ihrer Sicht sicher gut gemeinte und auch schlüssige Vorhaben dürfte, bei allen errungenen Versprechen, allerdings weit davon entfernt sein, Realität zu werden. Es ist, wie es ist: Ein Paar Leute, die bei Regierungswechsel als Persönlichkeiten im Parteienbündnis, das am 9. April gegen Berlusconi antritt eine gewisse Rolle spielen, haben im Laufe der Zeit etwas versprochen, das sie bei den eigenen Leuten aber, wenn die Zeit gekommen sein wird, eigentlich nur mit Mühe durchsetzen können werden. Möglicherweise müssen jene, die so sehr darauf gesetzt hatten, nicht einmahl den Wahlausgang abwarten, um zu sehen, ob auf Worte Taten folgen. Wie bekannt, hatte es geheißen, sie hätten es immerhin geschafft, die Einrichtung einer unabhängigen Untersuchungskommission in die Wahlprogramme von Prodi und Bertinotti zu hieven. Das hat sich offenbar für 's erste zerschlagen. Als am 10. Januar der aktuelle Entwurf des Wahlprogramms des Bündnisses um Prodi und Bertinotti bekannt wurde, gab es sofort lautstarken Protest. Eine parteiübergreifende Kommission sollte auf der Grundlage eines im vergangenen Herbst von Udeur bis Rifondazione Comunista einheitlich abgesegneten Einheitsdokuments ein vollendetes Bündnisprogramm für die Wahlen schmieden, in welches die in jenem Einheitsdokument enthaltenen Programmpunkte, die zuvor in 14 thematisch sortierten runden Tischen parteiübergreifend erarbeitet worden waren, integriert werden sollten. Hierzu konstatierte die Zeitung ?Liberazione? am 11. Januar: ?Das Dokument, bzw. der ?Entwurf?, ist durch die Bank so: Hier lässt es aus, dort streicht es, dort verdreht es?. Das gilt auch für Genua. Von Genua ist im besagten Entwurf offenbar nichts mehr zu finden. Rifondazione Comunista und die Grünen haben sofort sehr scharf protestiert ? natürlich grundsätzlich, d.h. nicht speziell wegen dem verschwundenen Programmpunkt zur Untersuchungskommission in Sachen Genua, weil es bei dem, was nicht mehr im Programmentwurf auftaucht, um weit mehr als nur darum geht. Der Protest dürfte aber nicht viel helfen: als im vergangenen Herbst Vorwahlen zum Bündnis gegen Berlusconi stattfanden, stellten sich wieder Erwarten gut vier Millionen Menschen an, um kund zu tun, dass sie beabsichtigen, ein Linksbündnis zu wählen, damit Berlusconi endlich verschwindet. Es waren so viele, dass es nicht einmal genug Stimmzettel gab. Bertinotti blieb damals allerdings mit 14,7 gegen 74,1% weit hinter Prodi zurück. Der wohnte zwar selbst der Tagung bei, auf der vereinbart wurde, dass eine Kommission die Ergebnisse der runden Tische in das Bündnisprogramm integrieren sollte. De facto hat aber sein enger Gefolgsmann Papini dann für eine extreme inhaltliche Verschiebung zur Mitte gesorgt, durch die nun aus dem Programm allerhand verschwunden ist oder "angepasst" wurde. Das werden Bertinotti und Grüne vermutlich kaum noch gerade biegen können. ?Liberazione? betont, bei aller Kritik des Entwurfs, es handle sich dabei ersteinmal bloß um einen solchen und dass sich also noch etwas ändern könnte. In Sachen Genua und nicht nur dürfte es aber nicht einmal dann besser aussehen, wenn das eine oder andere im endgültigen Wahlprogramm doch noch eine fairere Berücksichtigung finden würde. Die Frage ist ja immer, wieviel eine Partei sich an ihr Wahlprogramm hält, wenn 's einmal geschafft ist: Niemand, der politisch aufgeweckt und sonst halbwegs bei Trost ist, rechnet in Italien bei einer etwaigen Machtübernahme des Bündnisses um Prodi nach den Wahlen am 9. April wirklich mit einer merklich milderen, gar kritischeren Politik. Dazu sind die Erfahrungen aus der Vergangenheit einfach zu schlecht... und auch der Umgang der Politiker von Prodi-Trupp bis DS in Bezug auf den brandaktuellen, wirklich megastarken, landesweit superbejahten Widerstand gegen eine Hochgeschwindigkeitsbahn in einem Alpental bei Turin (Val di Susa), kann keine anders lautende Hoffnung erwecken. Wie die Mittelinks-Vorsteher von Prodi bis Fassino (Ein DS, also ein Linksdemokrat, der sogar aus besagtem Tal stammt) mit der zuletzt im Susatal wiederholt aufgetretenen Polizeigewalt und der drastischen militärischen und polizeilichen Besetzung des Territoriums in Zusammenhang mit jenem Aufsehen erregenden Widerstand im Turiner Hinterland umgehen, zeigt zum Beispiel unmissverständlich, dass die Linksliberalen und erst recht die Bündnispartner vom linken Flügel der Mitte weiterhin für nen reichlich strammen innenpolitischen Kurs stehen. Das ist aber, genauer gesehen, nichts Besonderes. Auch Rot-Grün hat innenpolitisch ja nicht gerade liberaler als Schwarz gehandelt. Nichts spricht dafür, dass es in Italien anders laufen sollte. Dagegen, dass Genua als Wahlkampf-Thema dafür sorgen könnte, dass die laufenden Verfahren wieder ? und möglichst ?anders? als bisher - Gegenstand einer echten gesellschaftlichen Auseinandersetzung werden, spricht aber auch noch etwas anderes, das unter kritischen und erst recht linken Beobachtern der aktuellen Entwicklungen eigentlich nicht ohne Berücksichtigung bleiben sollte: Die damaligen G8 Sicherheitsstrukturen von internationalem Lagezentrum bis Rote Zone samt Vorarbeiten von Schwarze Listen Transfers bis Black Bloc Propaganda kamen nämlich UNTER DEN LINKSDEMOKRATEN zustande - und das klein-Genua einschließlich eines klein-Bolzaneto in Neapel am 11. März 2001 fand sogar komplett, also nicht nur als Konzept, sondern auch unmittelbar als Einsatz, unter einer linksdemokratischen Regierung statt. Berlusconi kam seinerzeit erst kurz vor dem G8 auf seinen Sessel. Dies ganz objektiv, auch wenn er und seine Partner deshalb nicht bessere Menschen sind und in den wenigen Wochen unter Berlusconi vor Genua durchaus noch manches passierte. Gerade jenes klein-Genua in Neapel und Genua selbst könnten jedenfalls für einige Komponenten des jetzigen Wahlbündnisses gegen den Chef von Forza Italia durchaus einen möglichen Grund darstellen, um - Wahlkampf und Druck von Rifondazione Comunista, zivilgesellschaftlichen Gruppen und Bewegungen hin oder her - nicht wirklich auf Genua setzen zu wollen, weil wohl oder übel zuviele der eigenen Leute angesichts dieser Tatsachen ja irgendwie darin verstrickt sein müssen. [indymedia.de, von nichtsowichtig - 14.01.2006 00:42] ------------------------------------------------------------------------ -- gipfelsoli infogruppe Newsletter mit Nachrichten über Mobilisierungen, Debatten und Repression im Zusammenhang mit Gipfelprotesten. Die AutorInnen der Beiträge, so sie nicht von uns verfasst sind, sind mit eckigen Klammern versehen. Wir können leider keine Verantwortung für die Richtigkeit der Beiträge übernehmen. Auch geben die Beiträge nicht zwangsläufig unsere Meinung wieder. Mehr Infos und Texte sowie ein öffentliches Archiv des Newsletters unter www.gipfelsoli.org. Kontakt, Kritik, Beiträge: gipfelsoli at nadir.org gipfelsoli mailinglist subscribe - unsubscribe https://lists.nadir.org/cgi-bin/mailman/listinfo/gipfelsoli-l ================================================ 17 [gipfelsoli] Heiligendamm von: gipfelsoli-l at lists.nadir.org =============================================== Gipfelinfo - Meldungen über globalisierte Solidarität und die Proteste gegen unsolidarische Globalisierung ------------------------------------------------------ www.gipfelsoli.org -- - PDS über G8-Gipfel uneinig - Rostocks Polizei-Chef leitet G8-Absicherung - Sorgen wegen des G8-Gipfels - Zigtausende G 8-Gegner erwartet - Heiligendamm bleibt für alle offen - Handzettel gegen gesperrte Stadt - Tourismusverein gegen Abgrenzung in weißer Stadt - Wellen in weißer Stadt schlagen höher ------------------------------------------------------------------------ ----- PDS über G8-Gipfel uneinig 06.01.2006 Banzkow (dpa) Die PDS-Landtagsabgeordneten haben zum Thema G8-Gipfel 2007 in Heiligendamm keine einheitliche Haltung. "Die Einschätzung über Sinn und Zweck des Gipfels gehen weit auseinander und reichen von Imagegewinn für das Land bis hin zum Aufruf zum zivilem Ungehorsam", sagte der innenpolitische Fraktionssprecher, Peter Ritter, gestern auf der Klausurtagung der Fraktion in Banzkow (Kreis Parchim). Es gehe beim G8-Gipfel um mehr, als Gastgeber zu sein für die "selbst ernannte Weltregierung". Organisationen wie der Internationale Währungsfonds und die Weltbank seien umfassend zu demokratisieren. Ostseezeitung ------------------------------------------------------------------------ ----- Rostocks Polizei-Chef leitet G8-Absicherung Der Leitende Polizeidirektor Knut Abramowski genießt das Vertrauen des Innenministers. Er bereitet sich bereits jetzt auf den G8-Gipfel im Jahr 2007 vor, wenn die höchste Sicherheitsstufe ausgerufen wird. 05.01.2006 Steintor-Vorstadt Höchste Geheimhaltungsstufe in der Polizeidirektion Rostock. Dort ist deren oberster Chef, der Leitende Polizeidirektor Knut Abramowski, per 1. Januar 2006 von Innenminister Gottfried Timm (SPD) mit der Führung aller Aufgaben, die im Zusammenhang mit der Planung, Vorbereitung, Durchführung sowie Nachbereitung des polizeilichen Einsatzes anlässlich des Weltwirtschaftsgipfels G8 in Heiligendamm im Jahr 2007 stehen, betraut worden. Abramowskis Diensträume befinden sich jetzt in einer Sicherheitszone. Unter Leitung des 52- jährigen Abramowski konnte die Kriminalität weiter gesenkt werden. Unterdessen werden die Karten für die Führungskräfte in der Polizei kräftig neu gemischt. Die bisherigen Aufgaben von Abramowski übernimmt während dieser Zeit sein Vertreter in der Direktion, Kriminaldirektor Ernst-Helmut Qualmann. Der 59-Jährige Rostocker gilt als erfahrener Fachmann in der Behörde. Die Polizisten indes haben den Vorgeschmack auf den Weltwirtschaftsgipfel bereits seit längerer Zeit zu spüren bekommen. Besonders zu nächtlicher Stunde fahren sie in Heiligendamm, wo das Ereignis stattfinden wird, regelmäßig und mit Argusaugen Streife. Und auch im IGA-Park drehen sie bereits ihre Runden. In der Hansemesse wird die Weltpresse beim G8-Treffen ja bekanntlich ihren Sitz nehmen. Ostseezeitung-Rostock ------------------------------------------------------------------------ ----- Sorgen wegen des G8-Gipfels 14.12.2005 Bad Doberan - 2007 wird Heiligendamm Schauplatz des G8-Gipfels sein, des Treffens der Repräsentanten der sieben wichtigsten Industrienationen und Russlands. Mit allen Begleiterscheinungen wie außergewöhnlichen Sicherheitsvorkehrungen und Protesten von Globalisierungsgegnern, die eskalieren könnten. Was bei vielen Menschen in der Region bereits jetzt Besorgnis hervorruft. Diese Sorgen packte der Doberaner Stadtvertreter Jochen Arenz jetzt in sechs Fragen, die er Bürgermeister Hartmut Polzin in der Stadtvertretersitzung vorgestern Abend überreichte. Der Bürgermeister sagte zu, nach Konsultation der entsprechenden Stellen die Fragen zu beantworten. In dem kleinen Fragen-Katalog geht es unter anderem darum, wer für Personen- oder Sachschäden im Rahmen des G8-Gipfels haftet, wie mit den Bewohnern Heiligendamms durch die Sicherheitskräfte umgegangen wird und wie die Situation der Berufspendler in Doberan und Heiligendamm sein wird. Ostseezeitung-Bad Doberan ------------------------------------------------------------------------ ----- Zigtausende G 8-Gegner erwartet 08.12.2005 Kühlungsborn - Zum Weltwirtschaftsgipfel der so genannten G 8-Staaten 2007 in Heiligendamm werden rund um die Hansestadt Rostock zigtausende Demonstranten erwartet. Dies wurde gestern bei einer Diskussionsrunde der Linkspartei.PDS im Kühlungsborner Morada-Hotel verdeutlicht, an der auch Monty Schädel von der globalisierungsfeindlichen Organisation attac und Kommunalpolitiker aus Bad Doberan und Rerik teilnahmen. Laut der Bundestagsabgeordneten Heidrun Bluhm müsse es darum gehen, die Proteste zu koordinieren, "damit sie nicht eskalieren." Die Linkspartei sehe genau darin eine ihrer Aufgabe und habe bereits Kontakte mit G 8-Gegner- Gruppierungen aufgenommen. In Bundes- und Landtag werde die Partei zudem Anfragen einreichen, um die Kosten "im Auge zu behalten." Bislang ist die Rede von 50 Millionen Euro. Die Linkspartei ist gegen den G 8-Gipfel - laut Bluhm, weil dabei "Staats- und Regierungschefs ohne Legitimation durch ihre Parlamente" entscheiden. Ostseezeitung-Bad Doberan ------------------------------------------------------------------------ ----- Heiligendamm bleibt für alle offen 07.12.2005 Heiligendamm (dpa) Deutschlands ältestes Seebad Heiligendamm sollen weiterhin alle Gäste ohne Einschränkungen besuchen können. Die Vertreterversammlung Bad Doberans, zu der das Ostseebad gehört, stimmte gegen eine von der Kommune angestrebte Schließung eines Weges vom Bahnhof zum Kempinski Grand Hotel. Die Verwaltung hatte das Gebiet um die Luxushotel-Anlage, das Kurhaus und die angrenzende Klinik zu einem Kurgebiet erklären wollen, das nur von Kur- und Hotelgästen betreten werden darf. Damit wäre praktisch der historische Kern des Ortes nicht mehr frei zugänglich gewesen. In der Vergangenheit hatte es Klagen gegeben, weil sich Gäste des Hotels von "aufdringlichen Tagesgästen" bedrängt fühlten. "Zu bestimmten Zeiten haben wir Nutzungskonflikte", sagte Bad Doberans Bürgermeister Hartmut Polzin (SPD) gestern. Es fügte hinzu: "Auch über Tagestouristen freuen wir uns in Heiligendamm." Ostseezeitung ------------------------------------------------------------------------ ----- Handzettel gegen gesperrte Stadt 02.12.2005 Bad Doberan - Die Bürgerinitiative "Öffentlichkeit für Heiligendamm" hat begonnen, Aufkleber und Handzettel gegen eine "gesperrte Stadt am Meer" zu verteilen. Sie will damit auf die Möglichkeit hinweisen, dass weite Teile der weißen Stadt am Meer zu einem Kurgebiet erklärt und damit für die Allgemeinheit unzugänglich werden. Am Montag werden die Doberaner Stadtvertreter entscheiden, ob ein solches Kurgebiet entstehen soll. Die Bürgerinitiative und die Fraktion des Bürgerbunds hoffen, dass viele Doberaner den Stadtvertretern mit ihrer Anwesenheit ein Signal geben, in welche Richtung die Entwicklung in Heiligendamm gehen soll. Die Sitzung am Montag beginnt 18.15 Uhr. Ostseezeitung-Bad Doberan ------------------------------------------------------------------------ ----- Tourismusverein gegen Abgrenzung in weißer Stadt 28.11.2005 Bad Doberan - Der Doberaner Tourismusförderverein hat sich in einer Stellungnahme gegen die geplante Abgrenzung eines Kurgebiets in der weißen Stadt am Meer ausgesprochen. "Damit unsere Gäste jetzt vor einer verschlossenen Stadt stehen, dafür haben wir der Entwicklung von Heiligendamm - sprich der Hotelanlage - nicht über Jahre zugestimmt", heißt es in dem Schreiben. Die Entwicklung Heiligendamms könne und dürfe nicht in die Richtung eines für die Öffentlichkeit abgeschlossenen Ortsteils führen. Die Stadt habe bereits genügend Zugeständnisse an die Entwicklungs-Compagnie Heiligendamm gemacht. Der Tourismusförderverein wird seinen Widerspruch jetzt in einem offenen Brief an den Bürgermeister und die Stadtvertreter bekunden. Ostseezeitung-Bad Doberan ------------------------------------------------------------------------ ----- Wellen in weißer Stadt schlagen höher Der neu entbrannte Streit um die Öffentlichkeit in Heiligendamm hat die nächste Ebene erreicht. Während die Investoren um Verständnis für Sperrungen werben, plant eine Initiative Protest-Aktionen. 26.11.2005 Bad Doberan - Hans Schlag steht in einem Spielzimmer der Doberaner Awo-Kita "Uns Windroos´" und tut, was er seit sieben Jahren tut: Wogen glätten. Im Raum sitzen 25 Leute; die Linkspartei lud zur öffentlichen Fraktionssitzung. Das Thema ist brisant: Es geht um das "Konzept Seeheilbad Heiligendamm." Soeben hat Landtagsabgeordnete Birgit Schwebs drei Minuten lang mit vielen Worten gesagt, was sie von den neuesten Plänen der Entwicklungs-Compagnie Heiligendamm hält: gar nichts. Hans Schlag erwidert, er fühle sich "langsam als Delinquent." Seit mehr als einer Stunde erklärt er, was die kurz ECH genannte Entwicklungs- Compagnie im Auftrag der Investoren in Deutschlands erstem Seebad vorhat. Ein Kurgebiet soll eingerichtet werden. Weite Teile der weißen Stadt wären dann für die Allgemeinheit gesperrt. Nur Kur- und Hotelgäste hätten noch freien Zutritt. weiterlesen Ostseezeitung-Bad Doberan ------------------------------------------------------------------------ -- gipfelsoli infogruppe Newsletter mit Nachrichten über Mobilisierungen, Debatten und Repression im Zusammenhang mit Gipfelprotesten. Die AutorInnen der Beiträge, so sie nicht von uns verfasst sind, sind mit eckigen Klammern versehen. Wir können leider keine Verantwortung für die Richtigkeit der Beiträge übernehmen. Auch geben die Beiträge nicht zwangsläufig unsere Meinung wieder. Mehr Infos und Texte sowie ein öffentliches Archiv des Newsletters unter www.gipfelsoli.org. Kontakt, Kritik, Beiträge: gipfelsoli at nadir.org gipfelsoli mailinglist subscribe - unsubscribe https://lists.nadir.org/cgi-bin/mailman/listinfo/gipfelsoli-l ================================================ 18 Tödliche Liebe im Nordirak von: wadi.wien at gmx.at =============================================== QUELLE: Neue Züricher Zeitung, NZZ am Sonntag, 15. Januar 2006 Tödliche Liebe im Nordirak Wenn junge Kurden voreheliche Beziehungen eingehen, droht der Ehrenmord In der Kleinstadt Kalak wurde im November ein junges, unverheiratetes Paar ermordet, weil es mit seiner Liebe gegen Stammesrecht verstossen hatte. Aber niemand verurteilt die Morde. Inga Rogg, Kalak Kein Stein. Keine Inschrift. Kein Bild. Nichts erinnert in Kalak an das Schicksal von Nahlan Hassan Mohammed und Arselan Ismail Selim. Am 17. November wurden die beiden Jugendlichen, sie 15 und er 18 Jahre alt, von einem Onkel Nahlans erschossen. Auf das Mädchen feuerte der Täter so oft, dass ihr Gesicht völlig zerfetzt war. Als Nahlan starb, war sie im fünften Monat schwanger - von Arselan. «Hätte er sie bloss geheiratet», sagt der örtliche Polizeichef Azwar Dizaei. «Dann hätte er der Familie die Schande erspart.» Doch Arselan blieb stur. Wie Hohn und Spott muss es für Nahlan geklungen haben, dass er ihr dabei auch noch vorwarf, sie sei ja jetzt keine Jungfrau mehr. In der kleinen Welt von Kalak, wo jeder jeden kennt und die Strassen selbst an Werktagen säuberlich gekehrt sind, war Nahlan nach Bekanntwerden der Schwangerschaft eine Aussätzige. Sie hatte nicht nur ihren Ruf, sondern auch den der Familie und des Stammes ruiniert. Darum musste sie sterben. Obwohl der Mord an den Jugendlichen fast schon einer Hinrichtung glich, würde Ahmed Mohammed Arab den Täter nie einen Mörder nennen. «Er war im Recht», sagt Arab. «Hier ging es um die Ehre, das ist kein Kavaliersdelikt.» Wie der Todesschütze ist auch der 51-jährige ehemalige Peschmerga, wie die Unabhängigkeitskämpfer genannt werden, ein Onkel von Nahlan. Die Häuser der beiden Familien liegen nur einen Steinwurf voneinander entfernt. Doch obwohl Arab selbst Vater von vier Töchtern ist, hat er für seine getötete Nichte wenig Mitgefühl. «Sie war ein dummes Ding», pflichtet ihm seine Frau bei. Viel mehr wird sie an diesem Tag nicht sagen. Die meiste Zeit sitzen sie, Arabs Zweitfrau und die Töchter, nur schweigend da. Ein Telefon bringt den Tod So wie Arab nimmt in Kalak kaum jemand Anstoss an dem Doppelmord. Dabei kam es anschliessend zu einer Schiesserei zwischen den Familien, bei der mehrere Personen verletzt wurden. Die Polizei brachte die Lage erst unter Kontrolle, als sie mit amerikanischen Luftangriffen drohte. Das Schicksal von Nahlan ist kein Einzelfall. Oft reicht schon ein falscher Blick oder ein verdächtiges Telefongespräch, um die Mörder auf den Plan zu rufen. Seit Jahren machen sich kurdische Frauenrechtlerinnen gegen die sogenannten Ehrenmorde stark. Dabei konnten sie erste Erfolge erzielen: Das ehemalige Saddam-Recht, das Tätern bei sogenannten Ehrenmorden weitgehende Straffreiheit gewährte, wurde reformiert. In Suleimaniya und Erbil entstanden die ersten Frauenhäuser im Irak, die sich nicht zuletzt dank der Unterstützung ausländischer Hilfsorganisationen wie des Frankfurter Vereins WADI oder Norwegian People's Aid bis heute halten können. Die Zahl der Ehrenmorde sank von mehreren Hundert in den neunziger Jahren auf einige Dutzend in den letzten Jahren. Immer wieder entdecken Sozialarbeiterinnen Frauen, die halb verhungert von ihren Familien in Ketten gelegt wurden. Gross ist weiterhin die Anzahl der Frauen, die sich in ihrer Verzweiflung selbst verbrennen. «Wir stehen erst ganz am Anfang», sagt Chilura Hardi. Vor fünf Jahren kehrte sie aus England, wo sie 13 Jahre als Sekundarlehrerin arbeitete, nach Kurdistan zurück. In Erbil leitet sie heute das Frauenzentrum Khatuzin. Mit einer fahrenden Bibliothek, einer eigenen Zeitschrift und neuerdings einem eigenen Radiosender will Khatuzin die Gleichberechtigung in Kurdistan vorantreiben. Sie setze auf den langsamen Umbau von unten, sagt die 49-Jährige. Deshalb lägen ihr die Diskussionsrunden mit Schülern, die sie kürzlich gestartet hat, auch besonders am Herzen. Obwohl Kurdistan für Frauen im heutigen Irak, wo die Fundamentalisten den Ton angeben, geradezu als Oase der Liberalität erscheint, müsse mehr für die Verankerung von Frauenrechten getan werden, sagt Hardi. Ihr schwebt dabei die Aufnahme eines Frauen-Grundrechte-Katalogs in die künftige Landesverfassung vor. «So weit wird es wohl nicht kommen», sagt sie mit einem Schmunzeln. In Kalak, keine 20 Kilometer westlich der Hauptstadt Erbil, klingen Hardis Reden beinahe wie aus einer fremden Welt. Sie wäre froh, wenn es in Kalak eine Einrichtung wie Khatuzin gäbe, sagt Chinar Said Sabri. Die Offizierin ist die erste und bisher einzige Polizistin am Ort. «Vielleicht hätten Nahlan und Arselan dann nicht sterben müssen», erklärt sie. Gegen das ungeschriebene Gesetz der Stämme haben es die Ordnungshüter freilich schwer. Zahlen oder heiraten Deshalb bleibt der Mord an den beiden Jugendlichen trotz der kurdischen Strafrechtsreform voraussichtlich ungesühnt. Gemäss einem Beschluss der Stammesältesten haben die Familien von Arselan, Nahlan und ihrem Onkel bis zum Frühjahr Zeit, den Konflikt gütlich beizulegen. Neben Geldzahlungen kann dies für Mädchen aus der Familie des Mörders bedeuten, dass sie mit einem Mann aus dem Clan seiner Gegner verheiratet werden. Ahmed Mohammed Arab kann daran nichts Verwerfliches finden. Wenn in seiner Familie so etwas vorkäme, würde er nicht anders handeln. Dabei nimmt er einen kräftigen Schluck von dem süssen Schwarztee, den seine Frau serviert hat. Verschämt richten seine halbwüchsigen Töchter ihren Blick auf den Boden. Keine wagt es, dem Vater zu widersprechen. ------------------------------------------------------------------------ -- Diesen Artikel finden Sie auf NZZGlobal unter: http://www.nzz.ch/global NZZ Online: http://www.nzz.ch Copyright (c) Neue Zürcher Zeitung AG -- WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit e-mail: wadi.wien at gmx.at website: www.wadinet.at Tel.: 0699-11365509 ================================================ 19 Tschetschenien: Merkel in Moskau - Deutschland soll zum Frieden beitragen von: hans.bogenreiter at gfbv.at ================================================ GESELLSCHAFT FÜR BEDROHTE VÖLKER PRESSEMITTEILUNG Göttingen/Berlin, den 13.01.2005 Bundeskanzlerin Merkel in Moskau erwartet (16. 01.) Die Menschenjagd in Tschetschenien geht weiter - Deutschland soll zum Frieden beitragen Anlässlich des Antrittsbesuches von Bundeskanzlerin Angela Merkel beim russischen Präsidenten Wladimir Putin in Moskau am kommenden Montag weist die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) auf die fortdauernden Kriegsverbrechen in Tschetschenien hin. Dort sind seit 1994 bis zu 180 000 Menschen durch die Hand der russischen Armee und so genannter Spezialeinheiten sowie durch Bombardements der Luftwaffe ums Leben gekommen. Das ist nach Auffassung der GfbV und anderer internationaler Menschenrechtsexperten gemäß der Konvention der Vereinten Nationen zur Verhütung und Bestrafung des Völkermords Genozid. "Die von Kanzlerin Angela Merkel geführte Bundesregierung hat die deutsche Russlandpolitik erfreulicherweise modifiziert und begonnen, auch Bürgerrechts- und Menschenrechtsprobleme anzusprechen", sagt der GfbV-Generalsekretär Tilman Zülch. Die Menschenrechtsorganisation appelliert an die Kanzlerin und an Außenminister Frank-Walter Steinmeier dazu beizutragen, Frieden in Tschetschenien herzustellen. Die Politik der Regierung Schröder/Fischer habe sich dadurch ausgezeichnet, dass sie keinen ernsthaften Anlauf nahm, die kontinuierliche Menschenjagd in Tschetschenien zu kritisieren. Die GfbV hatte seit 2000 immer wieder darauf hingewiesen, dass diese vergangene Bundesregierung in jenem Jahr sogar eine Delegation des BND in die völlig zerstörte tschetschenische Hauptstadt Grosny unter Führung von August Hanning entsandte, als in deren Kellern nach dem Bombardement durch die russische Luftwaffe noch unzählige Tote lagen. Die GfbV-Tschetschenien-Expertin Sarah Reinke berichtet, dass das Grauen in der kleinen Republik im Nordkaukasus noch immer andauert. "Es vergeht keine Nacht, in der nicht Menschen von Spezialeinheiten aus ihren Häusern verschleppt, in Folterkeller gesperrt, dort misshandelt und ermordet werden. Auch Frauen und Kinder sind vor Entführungen nicht sicher." Der GfbV sind zahlreiche Fälle von Verschleppung von Angehörigen mutmaßlicher tschetschenischer Kämpfer bekannt. So sollen diese dazu bewegt werden, sich zu stellen. Gerade in der Bergregion beschießt die russische Luftwaffe Dörfer und Waldgebiete. Menschenrechtsverteidiger, Journalisten und Angehörige von Hilfsorganisationen werden an ihrer Arbeit gehindert, bedroht, verhaftet. Mindestens 13 Menschenrechtler wurden seit 2000 ermordet. Auch Personen, die sich wegen der anhaltenden Straffreiheit von Menschenrechtsverletzungen in Tschetschenien an den Europäischen Menschenrechtsgerichtshof in Straßburg wandten, werden verfolgt und bedroht. Die humanitäre Lage ist katastrophal. Die Hälfte der Neugeborenen kommt schon krank auf die Welt. Minen, verseuchtes Trinkwasser, erhöhte Radioaktivität und fehlende sanitäre Anlagen tragen weiter zu Erkrankungen bei. Wie folgende Beispiele zeigen, waren auch die ersten Tage 2006 von schweren Menschenrechtsverletzungen und dem Terror gegen die tschetschenische Zivilbevölkerung geprägt: 12.1.2006: In einem Land voller Minen wird ein 14-jähriger Junge in Grosny durch die Explosion einer Mine schwer verletzt. 11.1.2006: Am frühen Morgen wird in einer Behelfsunterkunft für Flüchtlinge in Grosny von russischen Sicherheitskräften eine so genannte Säuberung durchgeführt. 10.1.2006: Einwohner finden in ihrem Stadtteil von Grosny den Leichnam einer Frau. Es soll sich um Raisa Dschudaeva handeln, die wenige Tage zuvor von Sicherheitskräften aus dem Dorf Katajama verschleppt worden sein soll. Der Leichnam ist von Kugeln durchsiebt. 6.1.2006: Im Wald in der Nähe des Dorfes Kotar-Jurt finden Einwohner den Leichnam des 50-jährigen Sultan Ustarchanov. Er war am 3.1. von einer Gruppe Unbekannter in Tarnanzügen verschleppt worden. Sein Leichnam weist zahlreiche Messerstiche auf, an denen er gestorben ist. 3.1./4.1.2006 In der Nacht dringen maskierte Angehörige der russischen Sicherheitskräfte gewaltsam in das Haus der Familie Tschakajew im Dorf Starye Atagi ein. Die fünf bis sechs Täter schlugen den alten Familienvater und die Mutter vor den Augen ihrer Kinder zusammen. Sie verlangten von der Familie, ihnen Waffen zu geben, durchwühlten den Haushalt und plünderten Wertsachen und Geld. 31.12.2005: In der Nähe der Stadt Gudermes verschwinden die beiden Mädchen Marcha Saburaeva und Ajschat. 31.12.2005: Drei Angehörige verschiedener Sicherheitskräfte und zwei Zivilisten sterben am Silvesterabend durch einen Schusswechsel zwischen den streitenden Sicherheitskräften, acht Passanten werden verletzt. 30.12.2005: Der 20-jährige Aslambek Supzuew stirbt durch einen Kopfschuss in Grosny. Er war in ein Kreuzfeuer geraten, welches durch einen Streit unterschiedlicher Einheiten der Sicherheitskräfte ausgelöst worden war. 30.12.2005: Der 16-jährige Aslambek Dschambulatov verliert durch einen Minenunfall im Dorf Prigorodnoe ein Bein. Zwei weitere Personen, ein 20-Jähriger und ein fünfjähriges Kind, werden bei einem Minenunfall in der Region Sunscha einige Tage später schwer verletzt. Die Gfbv-Referentin für die GUS-Staaten, Sarah Reinke, ist am Freitag bis 14 Uhr und ab 17 Uhr, am Samstag von 8 Uhr bis 10 Uhr und ab 18 Uhr sowie am Sonntag unter Tel. 0173 261 21 82 für Nachfragen erreichbar. Sonst können Sie Kontakt aufnehmen mit dem GfbV-Generalsekretär Tilman Zülch unter Tel. 0151 153 09 888. ====================================================== Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV) Inse Geismar, Pressereferentin Postfach 2024, D-37010 Goettingen Tel.+49/551/49906-25, Fax:++49/551/58028 E-Mail: presse at gfbv.de, Homepage:http://www.gfbv.de ====================================================== <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< LINKS/HINWEISE <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 20 Gefangennahme von AktivistInnen in USA von: tate1728 at hotmail.com ================================================ From: "tate gartensinger" Subject: Gefangennahme von AktivistInnen in USA Das ist der Link zu der Homepage die momentan erstellt wird und abgedated wird: http://www.auburn3.org/. Die 3 sind gestern vom F B I unter falschen Anschuldigungen festgenommen worden. Vielleicht könntet ihr das auf eurer hompage posten. thanks a bunch - peace and smiles ================================================ B) TERMINE ================================================ ======================== Montag http://www.mund.at/butt/Termine/Januar/1601.htm Dienstag http://www.mund.at/butt/Termine/Januar/1701.htm Mittwoch http://www.mund.at/butt/Termine/Januar/1801.htm ======================== ================================================ D) EDITORIAL ================================================ Für den Inhalt verantwortlich: Ihr. Medieninhaberinnen & Medieninhaber seid Ihr E-Mail-Adresse für Beiträge: widerstand at no-racism.net geschickt. widerst at nd MUND und alle Termine täglich aktualisiert im Web: http://www.no-racism.net/MUND Ziel von MUND (medienunabhängiger Nachrichtendienst) ist die unzensurierte und möglichst rasche Information über gesellschafts- politisch relevante Termine, Hinweise und Diskussionsbeiträge zu Widerstand und Antirassismus sowie verwandte Themen. sollen einen Titel, Namen und Emailadresse der/des AutorIn enthalten und möglichst kurz und prägnant gehalten sein, ev. mit Hinweis, wo weitere Informationen eingeholt werden können. Bitte keine Attachments! Die inhaltliche und sachliche Verantwortung liegt bei der/dem jeweiligen AutorIn bzw. jenen, die uns die Beiträge schicken. Der MUND wird von einzelnen TagesredakteurInnen zusammengestellt. Da Fehler nicht ausgeschlossen sind, bitten wir, nicht veröffentlichte Beiträge nochmals an widerstand at no-racism.net zu senden. Die Weiterleitung (auch auszugsweise) ist erwünscht. Beiträge mit rassistischen oder sexistischen Inhalten werden nicht veröffentlicht. Sehr persönliche Meldungen werden wir an den betreffenden Adressaten weiterleiten, aber nicht im MUND veröffentlichen. Die bisherigen Ausgaben sind unter http://www.no-racism.net/MUND archiviert. Terminankündigungen bitte nach folgender Vorlage: * Wann: Sonntag, 11.11.2001, 11:11 Uhr * * Was: Maskenball: Motto "Schwarzblau ist die Haselnuss" * * Wo: Villa Morgenrot, Grüner Anger 42, 2001 Wendendorf * * Kommentar: Anreise per Anhalter. Maskenzwang. Ende nie. Aber kurz und prägnant.* Die Rubrik "Redaktionelles" am Ende der Ausgabe ist u.a. eine Konsequenz aus der Notwendigkeit, sexistische, antisemitische und rassistische Beiträge nicht zu veröffentlichen, ohne jedoch stillschweigend Zensur zu üben. Hier wird - in anonymisierter Form - auf angehaltene Beiträge hingewiesen und eine kurze Begründung der Tagesredaktion für die Nichtaufnahme geliefert. (Weitere Gründe einen Beitrag nicht aufzunehmen sind z.B.: Attachments, kein erkennbarer Bezug zu den breit gestreuten Themen des MUND, Werbesendungen, sinnlose Kettenbriefe.) Die AbsenderInnen der betroffenen Beiträge werden hiervon informiert. Im Sinne einer "gläsernen Zensur" könnt ihr Euch die Beiträge gerne extra schicken lassen: Ein kurzes Mail an widerstand at no-racism.net genügt. ================================================ E) VERTEILERLISTE ================================================ Zur Eintragung in diesen Verteiler bitte direkt subskribieren unter http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/analle oder von der einzutragenden Adresse aus ein mail schicken an: admin at no-racism.net mit folgendem Text: subscribe no-racism Bitte wegen Automatisierung diesen Wortlaut verwenden! Zur Austragung aus dieser Liste bitte an zusammengestellt. Bitte keine Attachments! (werden nicht angenommen) Redaktionsschluss für diese Ausgabe: So, 24.00 Uhr III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III ü, ö, ä, ß, Ü, Ö, Ä III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III widerst at nd-MUND is powered by http://alt.strg.at/ ================================================ From analle at no-racism.net Tue Jan 17 07:09:46 2006 From: analle at no-racism.net (=?iso-8859-1?q?MUND=3A_medienunabh=E4ngiger_Nachrichtendienst?=) Date: Tue, 17 Jan 2006 07:09:46 +0100 Subject: widerst@nd! - MUND: Dienstag, 17.1.2006 Message-ID: widerst at nd MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst www.no-racism.net/mund MedieninhaberInnen seid Ihr! Dienstag, 17.01.2006 ================================================ A) INHALT ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN UND ANKÜNDIGUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 01 21.-23. Jänner 06: Konferenz der AIAD gegen Extremismus und Terror "wadi wien" ================================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN UND KOMMENTARE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 02 deportation arbitrariness/abschiebewillkühr frketic ================================================== 03 Widerstand gegen Postprivatisierung "Renate Vodnek" ================================================== 04 Stmk/Post/GLB/Peter Scherz/Solidarität KPÖ Steiermark ================================================== 05 GLB/Post/Börsengang/Ausverkauf/Werbung "Gewerkschaftlicher Linksblock" ================================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< DISKUSSION ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 06 Verfassung ist nicht tot "kohlerdi" ================================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< SOLIDARITÄT WELTWEIT ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 07 [gipfelsoli] Evian gipfelsoli-l at lists.nadir.org ================================================== 08 Mosambik-Info 16, 16.1.2006 "Peter Pils" ================================================== 09 Appell an Michelle Bachelet, Chiles neue Präsidentin "GFBV Hans Bogenreiter" ================================================== ================================================ B) TEXTE ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN UND ANKÜNDIGUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 01 21.-23. Jänner 06: Konferenz der AIAD gegen Extremismus und Terror "wadi wien" ================================================== 21.-23. Jänner 06: Konferenz der AIAD gegen Extremismus und Terror Die Österreichisch-Irakische Gesellschaft für Entwicklung veranstaltet am kommenden Wochenende in Wien eine Konferenz unter dem Titel "Hand in Hand for a Safe World Conference against Extremism and Terror". Nähere Informationen gibt es dazu auf ihrer Website www.aiad.at Conference against Extremism and Terror The terrorist attacks in Amman, Jordan on November 9th killed at least 57 people. The terrorist attacks against London's subway and buses on July 7th killed 54 people. The suicide bombers on July 13th in Iraq slaughtered 24 children, 100 civilians in the market, and 97 in a mosque while praying. On October 1st, suicide bombers killed 22 people in three restaurants in Bali. All these terror acts were committed in the name of Islam and create the perception that Islam as a religion and Muslims around the world are supporters of terrorism. These attacks were the latest atrocities committed by terrorist groups who are inspired by poisonous and perverted politics disguised as a form of Islam. The terrorists seek a society of fear and wish to impose their radical ideas not only on Muslims around the world but the world at large. These groups are not about religion; they are about power and control and are run by fanatics, bigots, and criminals. We remember the attacks in New York and Washington on September 11, 2001 and in Madrid on March 11, 2004 but we know that Al Qaeda and associated groups inspired by Bin-Laden have carried out atrocities in France, Pakistan, Kenya, Tanzania, India, Iraq, Morocco, Yemen, Tunisia, Indonesia, Egypt, Saudi Arabia, Turkey, and many other countries. Those who have suffered the most from the violent Islamic Fundamentalist movements in the world are Muslims. The majority of victims from Al Qaeda's violence have been Muslims. It is now more than ever important, to discuss this phenomenon which paints a bad picture of Islam. At this conference distinguished intellectuals from the EU and the Arab World will discuss potential ways and means to eradicate the seeds of terrorism in the world. The participants of the conference stand hand in hand to display solidarity with all communities affected by terrorism. The AIAD is honored to invite you to attend the "Hand in Hand for a Safe World Conference against Extremism and Terror" January 21-23, 2006 Hilton Vienna Plaza, Schottenring 11 A-1010 Vienna, Austria -- WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit e-mail: wadi.wien at gmx.at website: www.wadinet.at Tel.: 0699-11365509 Postfach 105 A-1181 Wien Spendenkonto in Österreich: Kontonummer 07.405.301 Evangelische Kreditgenossenschaft eG BLZ 31800 IBAN: AT10 3180 0000 0740 5301 BIC: EVKRATW1 Website mit weiteren Informationen zu Projekten von Wadi und Veranstaltungshinweisen: www.wadinet.at ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN UND KOMMENTARE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 02 deportation arbitrariness/abschiebewillkühr frketic ================================================== deportation arbitrariness in the Netherlands / Abschiebewillkür in den Niederlanden **** deportation arbitrariness in the Netherlands On Jan 01 2006 the border control brigade of Amsterdam refused a Nigerian, who has been married to an Austrian for 15 months, the journey through the Netherlands, although he holds a valid Schengen visa issued in Austria. Nevertheless the dutch border police accused him of holding a invalid passport, that does not belong to him - the photograph would not show any similarity to him. Furthermore he would be a threat to public life. On the same day they allocated him to a detention prison named 'T Nieuwe Lloyd. Already the next day, Jan 02, the dutch authorities deported him to Lagos before the term for lodging an appeal exeeded. Neither was he allowed to see a lawyer, nor did the Netherlands' border control get in contact with Austrian Authorities to check the Authenticity of his papers. On intervention of his wife the dutch border police reacted roughly and merely stated, they must not give any information. Both the austrian embassies in the Netherlands and in Nigeria did not feel responsible in any way. All his documents (valid passport with vaild visa, e-card of the social insurance, vorteilsticket of the austrian railways) were confiscated of the dutch border police and not given back to him. Neither the decision of the dismissal nor the sparly information of the dutch authorities could justify a deportation. The evidence is, that basic rights were violated and police abuse was done. No one is illegal! No border - no nation! **** Am 01.01.2006 verweigerten die amsterdamer Grenzbeamten einem nigerianischen Staatsbürger, der mit einer Österreicherin verheiratet ist und ein in Österreich ausgestelltes, gültiges Schengen Visum hat, die Durchreise durch die Niederlande weiter nach Österreich. Die Beamten vom niederländischen Grenzschutz beschuldigten ihn, mit falschen Papieren zu reisen (sein Foto hätte keine Ähnlichkeit mit ihm). Weiters sei er - wohl aus diesem Grund - eine Gefahr für die Öffentlichkeit. Noch am selben Tag wurde er ins Amsterdamer Schubgefängnis 'T Nieuwe Lloyd überstellt, und bereits am 2.1.2006 - nicht einmal 30 Stunden nach seiner Ankunft am Amsterdamer Flughafen - wurde er von den niederländischen Behörden nach Lagos abgeschoben. Die Berufungsfrist war noch nicht abgelaufen und die Beamten hatten ihm sein Recht auf einen Anwalt verweigert. Sie waren auch nicht bereit, die Richtigkeit seiner Dokumente mit einer österreichischen Behörde abzuklären. Auf Interventionen seiner Ehegattin reagierten die niederländischen Behörden unfreundlich und gaben keine genaueren Informationen. Die österreichischen Botschaften in den Niederlanden und in Nigeria fühlten sich nicht zuständig. Sämtliche Dokumente, wie der gültige Reisepass mit dem gültigen Visum, die Vorteilskarte der ÖBB, die E-Card der Österreichischen Sozialversicherung etc, wurden von den niederländischen Grenzbeamten beschlagnahmt und bis dato weder an ihn noch an eine österreichische Behörde zurückgegeben. Weder der Abweisungsbescheid noch die spärlichen Angaben der niederländischen Behörden rechtfertigen eine Abschiebung. Alles deutet daraufhin, dass hier Grundrechte gröblichst mißachtet wurden und willkürlicher Amtsmißbrauch betrieben wurde! kein mensch ist illegal! no border - no nation - no deportation! ================================================== 03 Widerstand gegen Postprivatisierung "Renate Vodnek" ================================================== Für den Erhalt der Post im öffentlichen Eigentum! Petition gegen Postprivatisierung unterschreiben! Mit den Kampfmaßnahmen der Gewerkschaft solidarisieren! Die Werkstatt Frieden & Solidarität lehnt die von der Regierung geplante Privatisierung der Post entschieden ab. Schon die Vorbereitung auf die Privatisierung der Post zeigt, wer gewinnt und wer verliert. Auf der einen Seite wurden seit 2000 jeder fünfte Beschäftigte "abgebaut" und fast die Hälfte aller Postämter geschlossen, auf der anderen Seite hat sich der Gewinn fast verfünffacht. Tausende Arbeitsplätze sollen bis 2007 noch wegfallen. Auf dem Rücken der Beschäftigten und der KundInnen der Post soll die Post privaten Aktionären schmackhaft gemacht werden. Außerdem zeichnet sich ab, dass sich mit der Privatisierung der österreichischen Post eine ähnliche Farce wiederholt, wie wir sie beim Verkauf der VA-Tech erlebt haben. Damals hat sich Siemens über diverse Mittelsmänner im ÖIAG- Aufsichtsrat den Zugriff auf die ÖIAG-Anteile an der VA-Tech zugeschanzt. Und auch diesmal zeigt eine genauere Analyse, dass etliche ÖIAG-Aufsichtsratsmitglieder direkt oder indirekt mit der deutschen Post AG verbandelt sind, also jenem Konzern, der bereits vor geraumer Zeit Begehrlichkeiten zum Kauf der österreichischen Post AG angemeldet hat. So sitzen im ÖIAG- Aufsichtsrat Kapitalvertreter, die gleichzeitig Aufsichtsrats- oder Vorstandsfunktionen bei Thyssen- Krupp, Daimler-Chrysler, RWE, Magna und beim Allianz-Konzern ausüben. Und diese Konzerne sind über Aktienpakete oder Geschäftsaktivitäten eng mit der deutschen Post verbunden. Die bereits privatisierte Deutsche Post ist mittlerweile zum weltweit größten Logistikkonzern aufgestiegen. Damit treten anstelle öffentlicher Monopole, die demokratisch beeinflussbar sind, private Monopole, die nur mehr dem maximalen Profit verpflichtet sind. Diese Entwicklung lehnen wir entschieden ab. Es gibt Alternativen. Wir treten für einen starken öffentlichen und gemeinnützigen Sektor ein. Dazu gehört eine leistungsfähige Post im staatlichen Eigentum, die nicht der Profitmaximierung, sondern einer qualitativ hochstehenden Versorgung der gesamten Bevölkerung verpflichtet ist. Der gemeinsame Widerstand von Beschäftigten und KundInnen kann diesen alternativen Weg öffnen. Die Werkstatt Frieden & Solidarität hat deshalb eine Petition an den Nationalrat gestartet, um für den Erhalt der Post im öffentlichen Eigentum zu kämpfen. Damit wollen wir die Kampfmaßnahmen der Gewerkschaften gegen die Postprivatisierung unterstützen, mit denen wir uns solidarisch erklären. Aktionskonferenz "Nein zum Europa der Konzerne und Generäle - Für ein neutrales, solidarisches und weltoffenes Österreich" Die Privatisierung der Post geschieht auf dem Hintergrund der EU- Richtlinie zur totalen Liberalisierung der Postmärkte bis 2009. Die EU erweist sich einmal mehr als jene Ebene, über die Großkonzerne a´la Deutsche Post, ihre Interessen am besten durchsetzen können. Nach der Liberalisierung der Postmärkte, sollen die Eisenbahn- und Nahverkehrsmärkte liberalisierte werden. Die flächendeckende Liberalisierung weiterer Bereiche der öffentlichen Daseinsvorsorge, vom Wasser bis zu Bildung und Gesundheit, liegen bereits in den Schubladen der EU-Kommission. Der Widerstand gegen die Privatisierung öffentlichen Eigentums wird letztlich nur dann erfolgreich sein können, wenn wir die Unterordnung unter diese EU-Liberalisierungsdiktate beenden. Wir laden daher alle Interessierten zur Aktionskonferenz "Nein zum Europa der Konzerne und Generäle - Für ein neutrales, solidarisches und weltoffenes Österreich" ein, die am 4. Februar in Linz stattfinden wird. Auch Vertreter der Post- und Eisenbahnergewerkschaft werden dabei mitwirken. Unterstützen Sie jetzt die Petition "Für den Erhalt der Post im öffentlichen Eigentum!" (siehe beiliegend im pdf-Format). Auf Wunsch schicken wir gerne auch Petitionslisten bzw. Plakate gegen die Postprivatisierung zu. Bestellung an: Werkstatt Frieden & Solidarität; Waltherstr. 15, 4020 Linz Tel. 0732/771094, Fax 0732/797391 e-mail: [ mailto:office at werkstatt.or.at ]office at werkstatt.or.at Nähere Informationen zur Postprivatisierung und zur Aktionskonferenz "Nein zum Europa der Konzerne und Generäle - Für ein neutrales, solidarisches und weltoffenes Österreich" (4.2.2006, Linz/VH Ebelsberg) finden sich auch auf unserer Web-Page [ http://www.werkstatt.or.at ]www.werkstatt.or.at Werkstatt Frieden & Solidarität Waltherstr. 15, 4020 Linz Tel. 0732/771094, Fax 0732/797391 e-mail: [ mailto:office at werkstatt.or.at ]office at werkstatt.or.at [ http://www.werkstatt.or.at ]www.werkstatt.or.at ================================================== 04 Stmk/Post/GLB/Peter Scherz/Solidarität KPÖ Steiermark ================================================== PRESSEMITTEILUNG DES GEWERKSCHAFTLICHEN LINKSBLOCKS (GLB) STEIERMARK Montag, 16. Januar 2006 Post: Management will Beschäftigte "über den Tisch ziehen" "Wir wenden uns dagegen, dass Regierung, ÖIAG und Management die Beschäftigten der Post im Zuge der Privatisierungskampagne mit dem billigen Argument über den Tisch gezogen werden sollen, dass ab jetzt alles für sie besser würde". Das sagte der steirische AK-Rat Peter Scherz vom KPÖ-nahen Gewerkschaftlichen Linksblock (GLB) am Montag: "Wenn alles so super ist, wozu braucht man dann die Riesen-Werbekampagne in den Medien, die sicher nicht gratis ist?". Schon das Fitmachen der Post für den Börsengang ist mit Personalabbau, erhöhtem Leistungsdruck und Verschlechterungen für die Kunden (vor allem durch Postamtsschließungen) einhergegangen. Weitere Einschnitte sind zu befürchten. Der AK-Mandatar erinnerte daran, dass die Vollversammlung der steirischen Arbeiterkammer im Juni 2005 einstimmig einen Antrag des GLB beschlossen hat, der eindeutig gegen die Postprivatisierung Stellung nimmt und die Anliegen der Belegschaft unterstützt. Neben diesen allgemeinen Forderungen verlangt die AK ganz konkret: Es muss im Zustelldienst wieder eine ausreichende Personalreserve geschaffen werden. Die Postamtsschließungen dürfen nicht zu einem weiteren Stellenabbau führen. Weitere Belastungen der Belegschaft durch Rationalisierungen sind abzulehnen Die steirische KPÖ und der GLB bekräftigen darüber hinaus ihre Solidarität mit den Beschäftigten der Post und die Unterstützung möglicher gewerkschaftlicher Aktionen. Rückfragehinweis: 404 52 33 KPÖ-Steiermark Lagergasse 98 a 8020 Graz Tel.: 0316 71 24 36 Fax 0316 71 62 91 email: kp.stmk at kpoe-graz.at; kpoe_stmk at hotmail.com ================================================== 05 GLB/Post/Börsengang/Ausverkauf/Werbung "Gewerkschaftlicher Linksblock" ================================================== Pressedienst des Gewerkschaftlichen Linksblocks (GLB), Hugogasse 8, A-1110 Wien - Telefon +43 1 718 26 23-0 - Fax +43 1 718 26 23- 30 - Mail glb at aon.at - Web www.glb.at - Ausgabe vom 16. Januar 2006 Keine Garantie für "rot-weiß-rote" Post Grundsätzliche Absage an Börsengang notwendig Mit Lug und Trug und enormer Verschwendung von Steuergeldern will die Regierung der Öffentlichkeit den Börsengang der Post verkaufen, kritisiert die Fraktion Gewerkschaftlicher Linksblock im ÖGB (GLB). In sündteuren Inseratenserien wird behauptet, die Privatisierung von 49 Prozent der Post bringe "mehr Jobsicherheit" und sei "die Zukunft" für das Unternehmen und "für ganz Österreich". Blauäugig ist die Behauptung die "Post bleibt rot-weiß-rot": "Wohin ein Börsengang führt, zeigte sich am Beispiel der voestalpine, wo heute Pensionsfonds aus den USA, Großbritannien, Deutschland und anderen Ländern über 35 Prozent des Unternehmens besitzen", meint dazu GLB-Bundesvorsitzende Karin Antlanger. Die jetzt propagierten "Volksaktien" bedeuten im Klartext nur den Verkauf öffentlichen Eigentums an jene Minderheit, die sich Aktien kaufen kann. Das mit dem Börsengang versprochene Wachstum wird allen bekannten Fakten zufolge im Ausland durch Expansion der Post AG in Osteuropa stattfinden. In Österreich ist die Entwicklung der Post in den letzten Jahren hingegen durch einen massiven Abbau gekennzeichnet. Seit dem Amtsantritt von GD Anton Wais wurden über 7.000 Arbeitsplätze wegrationalisiert und rund tausend Postämter zugesperrt und das Ende dabei ist keineswegs erreicht. Die Post als wichtiges Unternehmen der öffentlichen Infrastruktur kann auch nicht mit Industrieunternehmen wie der voestalpine oder OMV verglichen werden. Entsprechend den EU- Liberalisierungsvorgaben bedeutet ein Börsengang für die Post letztlich die Eliminierung des bisherigen Versorgungsauftrages und Umwandlung elementarer öffentlicher Dienstleistungen in eine vom Profit der Aktionäre bestimmten Ware. Ziel des Börsenganges ist das schnelle Abcashen durch die erwarteten 400 bis 500 Millionen Euro Privatisierungserlös, die freilich nur dem etwa fünffachen Jahresgewinn entspricht. Bedient werden letztlich private Interessenten, die künftig Profit aus Postdienstleistungen scheffeln, wie das im Zuge der bis 2009 vorgesehen EU-weiten Liberalisierung der Postdienste vorgesehen ist. Die Post hat von 2000 bis 2004 ihren Gewinn (EGT) von 17 auf 86,6 Millionen Euro auf das Fünffache gesteigert, für 2005 werden 91,2 Millionen Euro Gewinn erwartet. Für die Bevölkerung gab es dafür keinen Gegenwert, die Tarife wurden nicht gesenkt, dafür das Filialnetz ausgedünnt. Abkassiert hat dabei der Finanzminister mit Rekorddividenden. Zusätzlich musste die Post 334 Millionen Euro Schulden aufnehmen, um Grassers Nulldefizit zu finanzieren. Die Versuche der Regierung und des ihr hörigen der SPÖ angehörenden Post-Chefs Wais der Belegschaft, Personalvertretung und Gewerkschaft Vorzugsaktien für Postbedienstete oder eine Mitarbeiterbeteiligung schmackhaft zu machen um den Regierungsplan durchzubringen machen deutlich, dass die Argumente der Post-Privatisierer unglaubwürdig sind. Die Gewerkschaft sollte daher dem Börsengang mit Kampfmaßnahmen inklusive Streik entgegnen und kann sich dabei laut Umfrage vom November auf die Rückendeckung von 92,7 Prozent der Belegschaft stützen. Analog zur Arbeiterkammer Oberösterreich verlangt der GLB eine grundsätzliche Absage an einen Börsengang - den sich Postgewerkschaftschef Gerhard Fritz offenbar in Hinblick auf eine künftige SPÖ-Regierungsbeteiligung für später als 2006 sehr wohl vorstellen kann. Bezeichnenderweise ist in den USA und Großbritannien - den Vorreitern der Liberalisierung und Privatisierung - die Post immer noch staatlich. Nicht vergessen werden darf schließlich, dass der Ausgangspunkt für die Privatisierung die noch in der SPÖ-Regierungsära erfolgte Ausgliederung der Post aus dem Bundesbudget im Jahre 1996 war. ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< DISKUSSION ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 06 Verfassung ist nicht tot "kohlerdi" ================================================== In dem Beitrag "Verfassung ist nicht tot" (DER STANDARD v. 14.1.06) lese ich, dass der Vorschlag von Johannes Voggenhuber ein europaweites Referendum über den EU-Verfassungstext für 2009 vorsieht. In dem mir vorliegenden Berichtsentwurf (2005/2146 v. 13.10.05) ist von einem Referendum KEINE Rede. Für einen Hinweis, woher Ihre Information stammt, wäre ich dankbar. Übrigens: Eine "Abstimmung" in "konsultativer Form" ist ein Widerspruch in sich! Dietmar Köhler ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< SOLIDARITÄT WELTWEIT ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 07 [gipfelsoli] Evian gipfelsoli-l at lists.nadir.org ================================================== Gipfelinfo - Meldungen über globalisierte Solidarität und die Proteste gegen unsolidarische Globalisierung ----------------------------------------- www.gipfelsoli.org -- Legal summary: Police in court after nearly killing two activists during the 2003 G8 protests in Evian On the 13th, 14th, 15th of February 2006 a court case against two Swiss police officers will take place in Nyon, Switzerland. They are charged with causing bodily harm through negligence. The activists had tried to have them charged with endangering life, severe bodily harm and non-assistance in distress. The lawyer for the activists has now submitted an official request to increase the charges to endangering life. During the G8-protests in 2003, Michael Deiss cut the climbing rope of two activists who were blocking the Aubonne Bridge, nearly causing both their deaths and seriously injuring one of them. His senior officer, Claude Poget, had created the chaotic conditions at the scene that made this act possible. The injured climber was in hospital in Switzerland for a month and sustained irreversible injuries. Many solidarity actions and campaigning took place after the incident in June 2003 and again around the court case AGAINST the activists in May 2004. The case gained a lot of national and international media attention. At the trial in 2004 the activists were found guilty of blocking the road and endangering the lives of the drivers. Shortly afterwards the investigating judge decided to effectively drop the case against the police. Only after an appeal and a great deal of public pressure did the high court overturn his decision and allow for the case to go ahead. The court case against the police will be decided by the same judge who gave the activists suspended prison sentences, Jaques Antenen. If the charges against the police are proven, there will only be minor penalties, like fines or short sentences on probation. Given the history of police impunity in Switzerland, it seems unlikely that they will be found guilty. The Aubonne Bridge campaign from the very beginning has demanded the suspension of the two police officers involved, an independent investigation into the repression that took place during the G8 and compensation for those who were seriously injured. Until now the Canton de Vaud has refused to pay compensation, but this will now be dependent on the outcome of the court case. During the court case in February, several witnesses and activists from the bridge and several police officers will testify. [aubonne at no-log.org] -------------------------------------------------------------------------- gipfelsoli infogruppe Newsletter mit Nachrichten über Mobilisierungen, Debatten und Repression im Zusammenhang mit Gipfelprotesten. Die AutorInnen der Beiträge, so sie nicht von uns verfasst sind, sind mit eckigen Klammern versehen. Wir können leider keine Verantwortung für die Richtigkeit der Beiträge übernehmen. Auch geben die Beiträge nicht zwangsläufig unsere Meinung wieder. Mehr Infos und Texte sowie ein öffentliches Archiv des Newsletters unter www.gipfelsoli.org. Kontakt, Kritik, Beiträge: gipfelsoli at nadir.org ================================================== 08 Mosambik-Info 16, 16.1.2006 "Peter Pils" ================================================== Mosambik-Info 16, 16.01.2006 KoordinierungsKreis Mosambik Inhalt: 1. Inflation 2005 doppelt so hoch wie erwartet 2. Überweidung in Manica 3. Keine Fortschritte beim Eintreiben der Austral-Kredite 1. Inflation 2005 doppelt so hoch wie erwartet Die Inflation in Mosambik erreichte im Jahr 2005 14%, teilte das Nationale Institut für Statistik (INE) am 13.1. in Maputo mit. Dies ist ein Rückschlag für die Regierung, die eine Inflation von 7 bis 8% erwartet hatte. Im Jahr 2004 betrug die Inflation 9,3%. Die ersten Monate des Jahres 2005 waren ermutigend, da die Preise stabil waren und die Ölpreise fielen. Aber in den letzten beiden Jahresmonaten explodierten die Preise. Im November stiegen die Preise um 2,8% (die höchste Steigerungsrate für diesen Monat seit 2001) und im Dezember steigen die Preise noch einmal um alarmierende 5,5%. Eine Erklärung für diese Entwicklung könnte die verzögerte Wirkung der steigenden Ölpreise sein und auch der Versuch der Händler, zur Weihnachtszeit noch besonders einträgliche Geschäfte zu machen. Das größte Problem im Dezember waren die Nahrungsmittel. Die Preise für die Gruppe Nahrungsmittel, Getränke und Tabak stiegen innerhalb des Dezembers um 8,5%, mit den höchsten Teuerungsraten bei Mais (42,9%) und Hühnern (26,2%). Das Regierungsziel für 2006 ist eine Inflation von nicht mehr als 7%. 2. Überweidung in Manica Das Ministerium für Landwirtschaft teilte mit, dass Rinderimporte nach Zentralmosambik, besonders in die Provinz Manica, eingestellt werden. Es bestünde die Gefahr von Überweidung. Der Minister Tomas Mandlate traf diese Entscheidung nach einem Besuch in Manica und Sofala. Er sei alarmiert über den bestehenden Druck auf das Weideland und erklärte Manica könnte "nicht eine Kuh mehr aufnehmen". Im Gegenteil, die Rinderanzahl in Manica müsse reduziert werden. Mandlate wies deshalb die Provinz an, keine weiteren Importlizenzen für Rinder auszugeben. In Sofala und Zambezia kann der Rindviehbestand noch aufgestockt werden. Die Provinzen sollten jedoch auf Importe verzichten und stattdessen Rinder aus Tete und Manica aufkaufen. In den südlichen Provinzen wird es keinerlei Restriktionen geben, da hier der durch den Bürgerkrieg stark reduzierte Rinderbestand sich noch nicht erholt hat. Auch im Norden, in Niassa und Cabo Delgado, möchte das Landwirtschaftsministerium die Rinderanzahl noch weiter erhöhen. 3. Keine Fortschritte beim Eintreiben der Austral-Kredite Vier Jahre nachdem die mosambikanische Regierung die Verantwortung für das Eintreiben der ausstehenden Kredite der größten Schuldner der privatisierten Banco Austral übernommen hat, sind nicht mehr als 850.000 USD der ausstehenden 14,4 Millionen USD eingetrieben worden. Austral war früher die staatseigene "People's Development Bank" (BPD). Unter enormem Druck der Weltbank und des IWF verkaufte die mosambikanische Regierung im Jahr 1997 60% der Bank an ein Konsortium aus malaysischen und mosambikanischen Geschäftsleuten unter Leitung der Malaysischen Southern Bank Bernhard (SBB). Die neuen Besitzer änderten den Namen und begannen mit massiven und leichtsinnigen Kreditvergaben und brachten die Bank im April 2001 an den Rand des Ruins. Angesichts der Notwendigkeit einer Rekapitalisierung verließ das private Konsortium die Bank und gab die Anteile wieder an die mosambikanische Regierung zurück. Die Bank von Mosambik übernahm die Kontrolle über Austral und ernannte ihren Direktor der Supervisionsabteilung, Antonio Siba- Siba Macuacua als Präsident von Austral mit dem Auftrag, die tatsächliche Finanzsituation der Bank zu analysieren und eine zweite Privatisierung vorzubereiten. Siba-Siba begann mit dem Eintreiben der ausstehenden Schulden und veröffentlichte sogar eine Liste mit den Namen von über 1.200 Schuldnern in der Zeitung "Noticias". Er kündigte auch Verträge, die er als wertlos erachtete, z.B. mit dem Geschäftsmann Nyimpine Chissano, dem ältesten Sohn des damaligen Präsidenten Joaquim Chissano. Im August 2001 wurde Siba-Siba ermordet; bis heute ist niemand dieses Mordes angeklagt. Im Dezember 2001 verkaufte die Regierung 80% von Austral an die südafrikanische Bankengruppe ABSA. Teil des Verkaufs war eine Vereinbarung, die die mosambikanische Regierung dazu verpflichtete, die 70 problematischsten ausstehenden Kredite einzutreiben. ABSA sollte sich um die Hunderte von anderen Krediten kümmern. Aber der Rechnungshof, die die staatlichen Ausgaben überwachende Institution, ist unzufrieden mit dem fehlenden Fortschritt beim Eintreiben der Schulden. "Savana" hat den Bericht des Rechnungshofes zum Stand der Dinge für 2004 eingesehen, der Ende 2005 fertig gestellt wurde und im Laufe dieses Jahres im Parlament diskutiert werden soll. Der Bericht zeigt auf, dass lediglich 850.000 USD zurückgezahlt wurden; das entspricht nur 6,2% der Summe, die diese 70 Schuldner zurückzahlen müssten. Die 70 Schuldner lassen sich in drei Gruppen einteilen. Die kleinste Gruppe mit nur drei Schuldnern besteht aus bankrotten Unternehmen, die Konkursverwaltern unterstehen, die dabei sind, das Unternehmenseigentum zu verkaufen. 41 Fälle liegen den Gerichten vor und 26 Fälle werden "noch analysiert". Der Rechnungshof stellt fest, dass es seit sich die Regierung mit diesen 26 Fällen beschäftigt, also seit Anfang 2002, keinerlei Fortschritte gegeben habe. Die Fälle, die den Gerichten vorliegen, zeigen einmal mehr wie langsam und ineffizient die mosambikanische Justiz arbeitet. Im Juli 2002 hatte die Regierung einen Vertrag mit der Gesellschaft "Ernst and Young" unterschrieben und vereinbart, dass das Unternehmen die Rückzahlung der Kredite vorantreiben sollte. Dies war jedoch nicht besonders erfolgreich. Die Regierung zahlte für diese Dienstleistung 156.000,- USD, 18% der eingetriebenen Summe. In derselben Zeit war ABSA wesentlich erfolgreicher beim Eintreiben der Kredite und hat bereits 15,7 Millionen USD eingenommen. Quellen: AIM, allAfrica.com, Expresso África ================================================== 09 Appell an Michelle Bachelet, Chiles neue Präsidentin "GFBV Hans Bogenreiter" ================================================== Gesellschaft für bedrohte Völker Presseerklärung Appell an Chiles neu gewählte Präsidentin Michelle Bachelet: Mapucheverfolgung beenden Göttingen, 16. Januar 2006 Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat heute mit einem Schreiben die neu gewählte Präsidentin Chiles, Michelle Bachelet, gebeten, die Bürger- und Nationalitätenrechte der Mapuche, mit 10 Prozent die größte ethnische Minderheit Chiles, nach langen Jahrzehnten der Verfolgung und Diskriminierung zu verwirklichen. Frau Bachelet hatte es vor der Wahl als eines ihrer Ziele bezeichnet, den Ureinwohnern Chiles in der Politik des Landes größeres Gewicht zu geben. Die Mapuche sind eigentlich die ältesten "Chilenen". Weder die Inkas noch die von Christoph Kolumbus ausgelöste Konquista ab 1492 konnten sie unterwerfen. Erst 1881 wurde die bis dahin unabhängige Mapuche- Region in Mittel- und Südchile bezwungen und dem Land eingegliedert. Zu einer Lösung dieser bedeutendsten Minderheitenfrage Chiles gehört die Anerkennung grundsätzlicher Minderheitenrechte. Diese umfassen u.a. regionale Gleichberechtigung des Mapudungun (der Sprache der Mapuche) mit dem Spanischen, Anerkennung der Landrechte und Schutz der natürlichen Umwelt der Mapuche-Region. "Vor allem die unerträgliche Verfolgung der Mapuche Bürgerrechtler muss beendet werden", erklärte Yvonne Bangert vom Referat Indigene Völker der GfbV. "Wir werden so lange weiter die Medien, Kirchen, Politiker und Menschenrechtsorganisationen Chiles und Lateinamerikas informieren, bis kein Mapuche mehr als Terrorist verurteilt wird, nur weil er sich friedlich gegen den fortgesetzten Landraub wehrt." Die GfbV setzt sich seit Beginn des vergangenen Jahres für die Freilassung und Rehabilitierung der Mapuche-Bürgerrechtler Patricia Troncoso Robles (36), Pascual Pichún Paillalao (52), Rafael Pichún Collonao (21), Aniceto Norin Catriman (43), Victor Ancalaf Llaupe (37), Florencio Jaime Marileo Saravia (27), José Marileo Saravia (31) und Juan Huenulao Lielmil (38), ein, die stellvertretend für die Verfolgung der Mapuche stehen. Yvonne Bangert ist für Nachfragen erreichbar unter Tel. 0551 49906 14 ====================================================== Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV) Inse Geismar, Pressereferentin Postfach 2024, D-37010 Goettingen Tel.+49/551/49906-25, Fax:++49/551/58028 E-Mail: presse at gfbv.de, Homepage:http://www.gfbv.de ====================================================== ================================================ C) TERMINE ================================================ ======================== Dienstag http://www.mund.at/butt/Termine/Januar/1701.htm Mittwoch http://www.mund.at/butt/Termine/Januar/1801.htm Donnerstag http://www.mund.at/butt/Termine/Januar/1901.htm ======================== ================================================ D) EDITORIAL ================================================ Für den Inhalt verantwortlich: Ihr. E-Mail-Adresse für Beiträge: widerstand at no-racism.net geschickt. widerst at nd MUND und alle Termine täglich aktualisiert im Web: http://www.no-racism.net/MUND Ziel von MUND (medienunabhängiger Nachrichtendienst) ist die unzensurierte und möglichst rasche Information über gesellschafts- politisch relevante Termine, Hinweise und Diskussionsbeiträge zu Widerstand und Antirassismus sowie verwandte Themen. sollen einen Titel, Namen und Emailadresse der/des AutorIn enthalten und möglichst kurz und prägnant gehalten sein, ev. mit Hinweis, wo weitere Informationen eingeholt werden können. Bitte keine Attachments! Die inhaltliche und sachliche Verantwortung liegt bei der/dem jeweiligen AutorIn bzw. jenen, die uns die Beiträge schicken. Der MUND wird von einzelnen TagesredakteurInnen zusammengestellt. Da Fehler nicht ausgeschlossen sind, bitten wir, nicht veröffentlichte Beiträge nochmals an widerstand at no-racism.net zu senden. Die Weiterleitung (auch auszugsweise) ist erwünscht. Beiträge mit rassistischen oder sexistischen Inhalten werden nicht veröffentlicht. Sehr persönliche Meldungen werden wir an den betreffenden Adressaten weiterleiten, aber nicht im MUND veröffentlichen. Die bisherigen Ausgaben sind unter http://www.no-racism.net/MUND archiviert. Terminankündigungen bitte nach folgender Vorlage: * Wann: Sonntag, 11.11.2001, 11:11 Uhr * * Was: Maskenball: Motto "Schwarzblau ist die Haselnuss" * * Wo: Villa Morgenrot, Grüner Anger 42, 2001 Wendendorf * * Kommentar: Anreise per Anhalter. Maskenzwang. Ende nie. Aber kurz und prägnant.* Die Rubrik "Redaktionelles" am Ende der Ausgabe ist u.a. eine Konsequenz aus der Notwendigkeit, sexistische, antisemitische und rassistische Beiträge nicht zu veröffentlichen, ohne jedoch stillschweigend Zensur zu üben. Hier wird - in anonymisierter Form - auf angehaltene Beiträge hingewiesen und eine kurze Begründung der Tagesredaktion für die Nichtaufnahme geliefert. (Weitere Gründe einen Beitrag nicht aufzunehmen sind z.B.: Attachments, kein erkennbarer Bezug zu den breit gestreuten Themen des MUND, Werbesendungen, sinnlose Kettenbriefe.) Die AbsenderInnen der betroffenen Beiträge werden hiervon informiert. Im Sinne einer "gläsernen Zensur" könnt ihr Euch die Beiträge gerne extra schicken lassen: Ein kurzes Mail an widerstand at no-racism.net genügt. ================================================ E) VERTEILERLISTE ================================================ Zur Eintragung in diesen Verteiler bitte direkt subskribieren unter http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/analle oder von der einzutragenden Adresse aus ein mail schicken an: admin at no-racism.net mit folgendem Text: subscribe no-racism Bitte wegen Automatisierung diesen Wortlaut verwenden! Zur Austragung aus dieser Liste bitte an aus Einsendungen an zusammengestellt. Bitte keine Attachments! (werden nicht angenommen) Für diese Ausgabe nicht aufgenommen: nix. Redaktionsschluss für diese Ausgabe: 20:00 Uhr III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III widerst at nd-MUND is powered by http://alt.strg.at/ From analle at no-racism.net Wed Jan 18 07:20:40 2006 From: analle at no-racism.net (=?iso-8859-1?q?MUND=3A_medienunabh=E4ngiger_Nachrichtendienst?=) Date: Wed, 18 Jan 2006 01:20:40 -0500 Subject: widerst@nd mund: Mittwoch, 18. Januar 2005 Message-ID: <534261742.20060118012040@nessizius.com> widerst at nd MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst Medieninhaberinnen & Medieninhaber seid Ihr www.no-racism.net/mund Mittwoch, 18. Januar 2006 ================================================ A) INHALT ================================================ ================================================ 01 Gegen den Ausverkauf der Post - PROTESTMARSCH a Von: Österr. Solidaritätskomitee ================================================ 02 Post-Beschäftigte unterstützen! Donnerstag Kundgebung in Wien Von: Sozialistische LinksPartei ================================================ Bravo, Sascha! Von: akin ================================================ 03 ACUS zur Postprivatisierung Von: Alois Reisenbichler - Stadtteilzentrum Simmering ================================================ ================================================ ANKÜNDIGUNGEN UND TERMINE ================================================ ================================================ 04 literarische action Von: el awadalla ================================================ 05 Initiativen: Aktionseinheit gegen FPOe-Volksbegehren Von: akin ================================================ 06 Sichtbar und laut. Lesbischer Aktivismus gegen Homophobie > Radio Stimme - 19.1. Von: Radio Stimme ================================================ 07 Befreiung von Auschwitz Von: Go Dogma ================================================ ================================================ MELDUNGEN UND MEINUNGEN ================================================ ================================================ 08 GLB/Regionalverkehr/Finanzierung/Gesetz Von: Gewerkschaftlicher Linksblock ================================================ 09 Kanafani Newsletter 2006 Von: Kulturverein Kanafani ================================================ 10 Skandal im Sperrbezirk Von: akin ================================================ 11 Zum Vergessen Von: akin ================================================ 12 EU/BRD/Deregulierung: Bolkestein zur See - Das "Port Package" der EU-Kommission Von: akin ================================================ 13 Verkehr(t)/Kampagne: Nahverkehr aufs Abstellgleis Von: akin ================================================ 14 Wildner Music News Jänner 2006 Von: Günther Wildner ================================================ ================================================ INTERNATIONALE SOLIDARITÄT ================================================ ================================================ 15 “FGM is killing a woman”, Vier Interviews über Weibliche Genitalverstümmelung Von: wadi wien ================================================ 16 update 5! -Alassane-campaign english/deutsch Von: The VOICE Refugee Forum ================================================ 17 HASANKEYF STATEMENT - URGENT Von: wadi wien ================================================ ================================================ B) TEXTE ================================================ ================================================ 01 Gegen den Ausverkauf der Post - PROTESTMARSCH a Von: Österr. Solidaritätskomitee ================================================ Liebe Kolleginnen und Kollegen! Unterstützt die Postbeschäftigten bei ihren Protesmaßnahmen gegen den geplanten Ausverkauf der Post. Verbreitet den Aufruf und kommt zum Protestmarsch, der von der Post-Zentrale zum Finanzministerium führt. Gegen den Ausverkauf der Post PROTESTMARSCH am 19. Jänner 2006 16.00 Uhr Solidarität mit den Postbeschäftigten ist im Interesse aller ÖsterreicherInnen! Es ist nicht wahr, dass der Börsegang der Post allen etwas bringt, wie dies ÖVP/BZÖ/FPÖ behaupten. Schon bis jetzt wurden als Vorleistungen in den letzen 4 Jahren über 1.000 Postämter geschlossen, die Mitarbeiterzahl wurde in den lezten 5 Jahren um 9.000 Beschäftige abgebaut und bis 2007 sollen es nochmals 3.500 weniger werden, sodass dann die Post seit statt 35.000 Beschäftige im Jahr 1999 nur mehr 23.000 im Jahr 2007 haben soll. Dazu kommt, dass insbesondere die ländliche Versorgung immer ausgedünnt wird, Kunden kilometerlange Strecken zum nächsten Postamt privat zurücklegen müssen. Briefport, Pakete, Posfächer wurden - zum Teil exorbitant - verteuer, Briefenleerungen finden selbst in der Stadt nur mehr 1 x täglich statt und die Post-Geschäftsführung rühmt sich selbst, dass in der Stadt niemand weiter als 1.000 Meter, sprich einen Kilometer zum nächsten Briefkasten hat, was besonders für ältere Menschen katastrophal ist. Im Gegenzug stiegen die Gewinne der Post, die an den Finanzministser abgeführt wurden und werden. Von 2001 bis 2003 wurden in Summe 121,1 Millionen Euro an Gewinn ausgewiesen und insgesamt 101,6 Millionen Euro an Dividende ausbezahlt. Die Post ist also Cash-Cow für Budget und "Nulldefizit". Bei der jezt geplanten Privatisierung soll das Geld auch nicht der Post, sondern dem Finanzminister zufließen, der der das Geld dann für die "Forschungsförderung", auf deutsch wieder für private, v.a. ausländische Großkonzerne verwenden will. Und von wegen geplanter "Volksaktie": schon beim Börsegang der Telekom hat sich gezeigt, dass 95 % der Aktionäre Großanlänger (Banken, Fonds, Versicherungen usw.) waren und nur eine verschwindende Zahl Kleinanktionäre, weil weder die normale Bevölkerung, noch die Postbeschäftigten soviel Geld verdienen, dass sie sich Aktien leisten können. Wir unterstützen alle Kampfmaßnahmen der Postgewerkschaft - sie sind berechtigt und nötig, sonst gibt es in kurzer Zeit keine Österr. Post mehr, mit allen negativen Folgen. Der Börsegang der Post ist zu keiner Zeit - weder heute noch 2007 oder 2008 sinnvoll, wie dies SPÖ, Grüne oder Gerwerkschafts-Spitzen meinen. Weitere Postamtsschließungen, Beschäftigtenabbau und weniger Dienstleistungen bzw. zu teureren Preisen für die einfachen Kunden werden nämlich die Folge sein. Bleibt die Regierung bei ihrem Vorhaben, ist ein Streik unumgänglich. Das Nichthandeln der Postgewerkschaftsspitze bei den Postamtsschließungen darf sich nicht wiederholen. Dabei sollten vor allem die Großkunden und die Wirtschaft bestreikt, und die Auswirkungen auf die Millionen von einfachen Kunden gering gehalten werden, um sie als Verbündete zu erhalten. Es darf nicht ablaufen wie beim ÖBB-Streik 2003, dass die Güterbeförderung vom Streik zum Teil ausgenommen wurde. Die Post als wichtiger Dienstleister im Interesse der Bevölkerung darf nicht für die Börse, also den Gewinnspekulanten, geopfert werden! Solidarität ist unsere Stärke - Widerstand unsere Chance! Österreichisches Solidaritätskomitee ================================================ ================================================ 02 Post-Beschäftigte unterstützen! Donnerstag Kundgebung in Wien Von: Sozialistische LinksPartei ================================================ Die Sozialistische LinksPartei (SLP) unterstützt Protestmassnahmen der Post-Beschäftigten. Doch mehr wäre nötig; ein Streik gegen den Börsegang gerechtfertigt. Wir rufen alle auf, die Donnerstag nachmittags Zeit haben, den Protestmarsch der PostlerInnen in Wien zu unterstützen und teilzunehmen: Donnerstag, 19. Jänner 2006 16.00 Uhr Treffpunkt ist Dominikanerbastei 11 im 1. Bezirk, Wien Im Folgenden das Flugblatt der "Plattform für kämpfersiche und demokratische Gewerkschaften", das in so vielen Postämtern wie möglich an die betroffenen KollegInnen verteilt werden soll: (Das Flugblatt wird auch auf der Homepage www.slp.at einzusehen sein.) Solidarität mit der Post-Belegschaft! Streik gegen Börsegang mehr als gerechtfertigt! Schüssel & Grasser wollen 49% der Post an der Börse verkaufen. Angeblich “bringt das allen was". Doch internationale Beispiele beweisen, Privatisierung bedeutet immer: * höheren Druck auf die Belegschaft und * schlechteres und teureres Service für die Kundschaft. Privatisierung bedeutet Arbeitsplatzabbau Am Beispiel der deutschen Post, die schon vor Jahren an der Börse verkauft wurde, kann man deutlich sehen, was "Arbeitsplatzgarantien" wert sind. Nichts. Zehntausende Stellen wurden seit dem Börsengang abgebaut. Auch wenn die Regierung jetzt das "schwarz-orange" vom Himmel verspricht, sie hat bereits schwere Angriffe auf die Post und die Belegschaft gefahren. Postamtsschließungen und Personalabbau der letzten Jahre, waren dazu da, die Post attraktiv für Anleger zu machen. Dieser Trend soll durch den Börsegang gestoppt werden. Das glaubt ja nicht einmal der Finanzminister. Die einzigen, die von Privatisierung und Liberalisierung profitieren, sind die Aktionäre, die fette Dividenden kassieren. Aber es wird ja eine Mitarbeiter-Beteiligung geben, antworten die neoliberalen Wunderwuzzis. Was sie nicht dazusagen ist, wie sich jemand von einem durchschnittlichen Zusteller-Gehalt, Aktien leisten können soll. Es gibt keinen günstigen Zeitpunkt für einen Post-Börsegang Die Regierung ist sowieso begeistert von ihren Privatisierungsplänen, doch was sagen Gewerkschaftsspitze und SPÖ zu diesem Thema? Im Wesentlichen kritisieren Gusenbauer, Verzetnitsch, und Postgewerkschafter Fritz vor allem den Zeitpunkt und die Umstände des Verkaufs. Sie wollen zuwarten, bis die EU-Liberalisierung des Postwesens abgeschlossen ist. Warum zuwarten? Sowohl der Verkauf der Post als auch die geplanten (und die bereits durchgesetzten) Liberalisierungsschritte im Postwesen richten sich klar gegen die Belegschaften und die Konsumenten. Es profitieren Geschäftemacher und Spekulanten. Anstatt gegen die Liberalisierung zu mobilisieren, will die Gewerkschaftsspitze diese abwarten. Es scheint als hätte sich die Gewerkschaftsspitze mit dem "Siegeszug des Neoliberalismus" bereits abgefunden. Ist das vielleicht auch der Grund, warum bislang so wenig gegen die permanenten Verschlechterungen für die Postbelegschaft unternommen wurde? Die Belegschaft hat im Herbst mit über 90% für Streiks plädiert, in Linz kam es letzte Woche bereits zu einer spontanen Arbeitsniederlegung und Protestversammlung. Worauf warten die Herren Fritz und Wiedner noch? Nur Streik kann Ausverkauf stoppen Dass man der Regierung nicht trauen kann, haben die KollegInnen bei den ÖBB leidvoll erfahren. Aus dem Streik bei den ÖBB kann die Belegschaft der Post viel lernen. Das wichtigste: Auch wenn die Medien behaupten, dass die Bevölkerung kein Verständnis für die Streiks hätte, berichten die ÖBB-KollegInnen von gegenteiligen Erfahrungen an den Bahnhöfen. Die Post hat Millionen KundInnen, die ein Interesse an einer guten und preiswerten Versorgung haben. Mit einem Streik, der sich mit Flugblattaktionen und Kundgebungen direkt an diese Menschen wendet, kann es gelingen, Solidarität aufzubauen und so auch den zögerlichen ÖGB unter Druck zu setzen. Der ÖBB-Streik lehrt aber auch, dass demokratische Entscheidungen bei Kampfmaßnahmen notwendig sind, da sonst die Gewerkschaftsführung von oben herab, auch gegen den Willen der Belegschaft den Streik einfach abdrehen kann, auch wenn das Ergebnis nicht passt (wie bei den ÖBB im November 2003). Ein konsequenter Streik heute ist auch die beste Versicherung, dass das Thema nicht nach der Wahl - dann möglicherweise von einem Kanzler Gusenbauer - wieder auf's Tablett kommt. Die Plattform für kämpferische & demokratische Gewerkschaften schlägt den KollegInnen bei der Post daher vor: 1. Die Gewerkschaftsspitze durch Dienststellenversammlungen, Protestresolutionen, Anrufe in der Gewerkschaftszentrale, E-Mails an Gewerkschaftsvertreter, usw. unter Druck zu setzen, eine PersonalvertreterInnen-Konferenz einzuberufen. Diese Konferenz soll über Ziele, Art und Dauer von Kampfmaßnahmen beraten und beschließen. Bei Vorliegen von Angeboten seitens der Regierung soll ebenso eine PersonalvertreterInnenkonferenz darüber beraten und beschließen, ob der Streik weiter geführt werden oder das Angebot angenommen werden soll. 2. Die Bildung von Aktionsgruppen an jeder Dienststelle, die einen Streik und die Vorbereitungen dafür organisieren und nach außen tragen können. 3. Ein Streikziel zu formulieren, wie zum Beispiel den Stopp der Privatisierung Mach mit bei der Plattform! In der branchen- und fraktionsübergreifenden "Plattform für kämpferische und demokratische Gewerkschaften" arbeiten Gewerkschaftsmitglieder, BetriebsrätInnen und PersonalvertreteInnen gemeinsam für einen kämpferischen Kurswechsel der Gewerkschaften. Wir wollen die Angriffe der Regierung gemeinsam abwehren. Das heißt für uns, bei eventuellen Streikvorbereitungen in Betrieben und Dienststellen mitzuhelfen. Und es heißt vor allem, eine möglichst starke Solidaritätsbewegung mit der Post-Belegschaft aufzubauen. Wir sind in Oberösterreich, Salzburg und Wien aktiv. Wenn Sie/ Du mitmachen oder Kontakt zu uns aufnehmen möchten/möchtest: Telefon: 01/524 63 10 Internet: http://www.labournetaustria.at/plagew17.htm Mail: labournetaustria at utanet.at _______________________________________________ slp-info at slp.at - Info-Mailliste der SLP Mails abbestellen/Einstellungen ändern: http://slp.at/mailman/listinfo/slp-info Für weitere Infos: http://www.slp.at _______________________________________________ Widerstand mailing list Widerstand at no-racism.net http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/widerstand ================================================ ================================================ Bravo, Sascha! Von: akin ================================================ ********************************************************** akin-Pressedienst. Aussendungszeitpunkt: Dienstag, 17. Jaenner 2006; 15:28 ********************************************************** Post/Privatisierung/Glosse: > Bravo, Sascha! Alexander van der Bellen kann es nicht lassen, seine voellige Unbelecktheit in Fragen sozialer Belange zur Schau zu stellen. Wenn uns Herr Grasser erklaert, dass es doch so toll sein wird, wenn sich jeder ein Stueckerl von der Post kaufen kann und wir ein Volk von Postaktionaeren werden, die alle gemeinsam die Bediensteten der Post ausbeuten duerfen, so darf man sich bei einem Eigentuemervertreter und Kapitalismuslobbyisten nicht darueber wundern -- jede andere Aussage waere voellig unverstaendlich. Aber auch der Chef jener Oppositionspartei, die leider immer noch als links verschrien ist, erklaert uns, dass er prinzipiell eigentlich nicht gegen eine Privatisierung ist, sondern sie nur ein bisserl anders gestaltet haette -- das ist nicht gar so verstaendlich. Der APA sagte er, dass auch eine Vollprivatisierung fuer ihn in Frage kaeme: "So lange gewaehrleistet ist, dass die Briefzustellung im Dienste der Kunden -- vor allem am Land -- erfolgt, ist mir sekundaer, ob der Staat mit Mehrheit oder Minderheit oder auf laengere Sicht ueberhaupt nicht beteiligt ist." Einmal abgesehen davon, dass ihm vielleicht schon mal haette auffallen koennen, dass seit dem sukzessiven Rueckzug des Staates aus der Postverantwortung die Versorgung immer schleissiger geworden ist, weil nunmal ein preisguenstiger und zugleich infrastrukurell sinnvoller Betrieb nicht kostendeckend funktionieren kann, zeigt dieses Statement vor allem, wie egal ihm die Situation der Bediensteten ist. Van der Bellen sieht nicht, wie gross die Postwagerln mittlerweile geworden sind, die die einzelnen Zusteller vor sich herschieben. Er sieht auch nicht, wie gross die Rayone der einzelnen Zusteller mittlerweile geworden sind. Nein, er wirft dieser handzahmen Postgewerkschaft vor, die seit Jahren verabsaeumt hat, ihre Mitglieder zu mobilisieren, dass sie das Unternehmen als "Selbstbedienungsladen" sehe. Und der Rest seiner Partei schweigt zu solchen Aeusserungen -- wie wird das erst, wenn die in der Regierung sind? *Bernhard Redl* * Der APA-Bericht ist auf dem Gruenen-Server nachzulesen: http://www.gruene.at/verkehr/artikel/lesen/4478/1323/ Eine Petition zum Behalt der Post im staatlichen Eigentum und nach Sicherung einer hochwertigen flaechendeckenden Versorgung mit Postdienstleistungen ist downloadbar unter: http://www.werkstatt.or.at/Diverses/PetitionPostListe.pdf ================================================ 03 ACUS zur Postprivatisierung Von: Alois Reisenbichler - Stadtteilzentrum Simmering ================================================ ACUS GEGEN DIE PRIVATISIERUNG DER POST Die Arbeitsgemeinschaft Christentum und Sozialdemokratie (ACUS) spricht sich grundsätzlich gegen die Privatisierung der Post aus. "Alle Bereiche, die dem öffentlichen Interesse dienen, gehören nicht in die Hände von PrivatunternehmerInnen, deren Ziel der Profit ist und wo nicht der Mensch im Mittel- punkt steht", sagt der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christentum und Sozialdemokratie (ACUS) Richard Schadauer. "Wir haben in Österreich schon zu viel privatisiert", meint der ACUS-Bundesvorsitzende Schadauer, "Bereiche wie Post, Telefon, Bahn, Krankenhäuser und Schulen haben sich in ihren Aufgaben an den Interessen aller Bürgerinnen und Bürger zu orientieren und nicht an den Gewinnvorstellungen einer kleinen Minderheit, nämlich jener der AktionärInnen." "In diesem Zusammenhang muss die Rolle der Welt- handelsorganisation (WTO) und auch der Europäischen Union, die im Interesse der Multinationalen Konzerne die Zerstörung der öffentlichen Wirtschaft verantreiben, kritisiert werden", schloss der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christentum und Sozialdemokratie (ACUS) Richard Schadauer. Informationen: Richard Schadauer, Tel. 01 789 24 58 Alois Reisenbichler, Tel. 0664 39 51 809 Alois Reisenbichler 1110 Wien, Schneidergasse 15/9, Telefon (043-664) 39 51 809 E-Mail: stadtteilzentrum at simmeringonline.at, Alois.Reisenbichler at reflex.at Homepage in Arbeit: www.reisenbichler.at.tf Lieblingshomepage: www.hiroshima.at ================================================ ================================================ ANKÜNDIGUNGEN UND TERMINE ================================================ ================================================ 04 literarische action Von: el awadalla ================================================ WIEN Di. 17. 1. 2006, 15.00 Uhr Lesung mit El Awadalla für den Park, für den Spielplatz und gegen die "Volks"garage im Bacherpark. ORT: 1050, Bacherpark *** Sa. 28.1. 2006, 19.00 Uhr Morgenschtean U11 - Präsentation + Lesung und Vorstellung des Morgenschtean U12 "s Ländle Spä:schl" mit Morgenschtean-AutorInnen aus Wien, NÖ, Stmk ... und Spä:schl GästInnen aus Vorarlberg! ORT: "Tschocherl", Wien 15, Wurmsergasse 42 *** Do. 23. 2. 2006, 17.00 Uhr Sechs Jahre Widerstandslesungen gegen die schwarzblaurange Regierung. Ein Grund zum Feiern? ja, weil in dieser Zeit weit über 400 Widerständige gelesen, gesungen haben oder sonst irgendwie lautstark gegen Schwarzblau aufgetreten sind - und weil wir immer noch da sind, bis sie gehen. Zum 329. Mal gibt es kluge Texte gegen dummes Regieren, öffentliches Lesen gegen Privatisierungspolitik, blaue Wuchteln etc. Und immer noch geht es gegen die Regierungsbeteiligung der Haider-FPÖ, unter welchem Namen auch immer sie gerade auftritt. Bis dahin finden natürlich jeden Donnerstag um 17.00 Uhr Widerstandslesungen statt. ORT: 1010 Wien, Ballhausplatz *** DORNBIRN am Do. 2.2. 2006, 20.00 Uhr U12 - Morgenschtean-"Ländle Spä:schl" Präsentationslesung von und mit den Morgenschtean-AutorInnen aus Vorarlberg und Spä:schl-Gästin El Awadalla aus Wien. ORT: Funkhaus Dornbirn, Publikumsstudio *** Und weil sich einige den Link zu den Büchern gewünscht haben: http://www.awadalla.at/content/literatur-pubs.html -- widerstandslesung jeden donnerstag 17 bis 19 uhr 1010 wien, ballhausplatz 1a. http://www.awadalla.at/ ================================================ 05 Initiativen: Aktionseinheit gegen FPOe-Volksbegehren Von: akin ================================================ ********************************************************** akin-Pressedienst. Aussendungszeitpunkt: Dienstag, 17. Jaenner 2006; 14:53 ********************************************************** Initiativen: > Aktionseinheit gegen FPOe-Volksbegehren Die Strache-FPOe veranstaltet vom 6.-13. Maerz ein Volksbegehren unter dem Titel "Oesterreich bleibt frei". Dieses richtet sich zwar aus populistischen Gruenden auch gegen die EU-Verfassung und gegen ein Ende der Neutralitaet, im Zentrum steht jedoch die Ablehnung des EU-Beitritts der Tuerkei. Angesichts der Erfahrungen des Wahlkampfes der Wiener FPOe gehen wir davon aus, dass Strache & Co. dieses Volksbegehren zu einer massiven rassistischen Hetzkampagne gegen ImmigrantInnen tuerkischer Herkunft benuetzen wird. Unabhaengig davon, welche Position die einzelnen fortschrittlichen Organisationen zur Frage eines EU-Beitritts der Tuerkei beziehen, stimmen wir sicherlich alle in unserer massiven Ablehnung des FPOe-Volksbegehrens ueberein. Wir werden eine umfangreiche anti-rassistische Kampagne gegen das FPOe-Volksbegehren organisieren und gehen davon aus, dass andere Organisationen ebenfalls Aktionen planen, und schlagen daher ein Koordinationstreffen vor, bei dem – neben einer eventuellen Koordination sonstiger Aktivitaeten – vor allem eine breite, gemeinsame antirassistische Demonstration kurz vor Beginn des FPOe-Volksbegehrens besprochen werden soll. Im konkreten schlagen wir eine Demonstration am Samstag, den 4. Maerz, vor. Zu diesem Zweck gibt es am Freitag, 27. Jaenner, 18.00 (Amerlinghaus, Raum 4) ein Aktionseinheitstreffen, zu dem wir alle interessierte Organisationen einladen. Wir wuerden es begruessen, wenn Organisationen und Initiativen schon vorab ihre Bereitschaft zur Teilnahme an einer solchen Kampagne bekannt geben koennten, damit wir fuer das Treffen entsprechende Vorschlaege fuer Aktionen vorbereiten koennen. *ArbeiterInnenstandpunkt (gek.)* Infos: ast-lfi at utanet.at, Tel.: 0650/406 83 14 ================================================ 06 Sichtbar und laut. Lesbischer Aktivismus gegen Homophobie > Radio Stimme - 19.1. Von: Radio Stimme ================================================ RADIO STIMME - DIE SENDUNG DER INITIATIVE MINDERHEITEN Donnerstag, 19. Jänner 2006 13.00 Uhr, Orange 94.0 / Wien Sichtbar und laut Lesbischer Aktivismus gegen Homophobie Anfang Dezember letzten Jahres fand eine Veranstaltung zum Thema „Internationaler lesbischer Aktivismus gegen Homophobie“ statt. Über Strategien gegen Diskriminierung berichtete Ulrike Lunacek, Jelena Djordjevic beschrieb die Situation von Lesben in Serbien. Welche Wege des Widerstandes sind in einem Klima der Unterdrückung möglich? Wie gestaltet sich die Präsenz von Lesben innerhalb der Frauenbewegung? Und welche Auswirkungen hat Angst auf die Entwicklung von lesbischem Aktivismus? Dies sind Fragen, die die Rednerinnen zu beantworten versuchten. Radio Stimme bringt Ausschnitte ihrer Schilderungen. Weitere Sendungsthemen: - Wenn Arbeit verboten wird – Aspekte illegaler Beschäftigung - Im Gespräch: Heinz Patzelt(ai-Österreich)über die Notwendigkeit einer neuen EU-Menschenrechtspolitik Diese Sendung wird weiters ausgestrahlt auf: FREIRAD (Innsbruck) Do, 26. Jänner, 12.00 Uhr Radio AGORA (Kärnten) Do, 26. Jänner, 19.00 Uhr Radio HELSINKI (Graz) Sa, 28. Jänner, 19.00 Uhr Radio FRO (Linz) So, 05. Februar,11.00 Uhr ****** -> Neu: Radio Stimme jetzt auch in Kärnten. Seit Jahresbeginn wird Radio Stimme nun auch in Kärnten auf Radio AGORA ausgestrahlt. Sendezeit ist Donnerstag, 19.00 Uhr - http://www.agora.at ****** -> Sendung verpaßt? Das Internet-Archiv. Diese und alle anderen Ausgaben von Radio Stimme sind in unserem digitalen Sendungsarchiv jederzeit als Download und Stream abrufbar: http://www.initiative.minderheiten.at/Radio ****** -> Sendung über's Internet hören. Die Sendungen sind über den Internet-Livestream der Radiosender zur jeweils angegebenen Sendezeit auch über das Internet zu hören. Orange 94.0: http://streamintern.orange.or.at/live3.m3u FREIRAD: http://www.freirad.at/live.m3u Radio FRO: http://www.fro.at/livestream.php HELSINKI: http://www.helsinki.at/live-stream.php ****** -> aus der Mailinglist austragen? leeres Mail bitte an radio.stimme_news-unsubscribe at initiative.minderheiten.at ****** -- Radio Stimme – Die Sendung der Initiative Minderheiten Das politische Magazin zu den Themen Minderheiten - Mehrheiten - Machtverhältnisse on air: Wien - Do, 13.00 Uhr - Orange 94.0 - http://www.orange.or.at Innsbruck - Do, 12.00 Uhr - FREIRAD - http://www.freirad.at Kaernten - Do, 19.00 Uhr - Radio AGORA - http://www.agora.at Linz - So, 11.00 Uhr - Radio FRO - http://www.fro.at Graz - Mo, 08.00 Uhr - Radio Helsinki - http://www.helsinki.at on line: weltweit - jederzeit - http://www.initiative.minderheiten.at ================================================ 07 Befreiung von Auschwitz Von: Go Dogma ================================================ KUNDGEBUNG ZUR BEFREIUNG VON AUSCHWITZ Am Freitag 27. Jänner um 18 Uhr hält die Go Dogma beim Antifaschistischen Denkmal am Albertinaplatz eine Kundgebung zur Befreiung von Ausschwitz ab. Wir laden euch herzlich ein, euch uns anzuschließen sowie am Abend um 20 Uhr „Sobibor, 14. Oktober 1943, 16.00“ von Claude Lanzmann im Café 7Stern zu schauen. Freier Eintritt, Spende. Unseren Aufruftext zur Kundgebung könnt ihr hier lesen: http://god.kpoe.at/news/article.php?story=20060112113933898 ================================================ MELDUNGEN UND MEINUNGEN ================================================ ================================================ 08 GLB/Regionalverkehr/Finanzierung/Gesetz Von: Gewerkschaftlicher Linksblock ================================================ Pressedienst des Gewerkschaftlichen Linksblocks (GLB), Hugogasse 8, A-1110 Wien - Telefon +43 1 718 26 23-0 - Fax +43 1 718 26 23-30 - Mail glb at aon.at – Web www.glb.at – Ausgabe vom 17. Januar 2006 Bund will aus Finanzierung des Regionalverkehrs flüchten Attacken auf EisenbahnerInnen als Verschleierung Das erklärte Ziel des von der Regierung vorgelegten Gesetzentwurfes über den Öffentlichen Personennah- und Regionalverkehr (ÖPNRV-G) ist die Flucht des Bundes aus der Finanzierung dieses wichtigen Bereichs der Verkehrspolitik, kritisiert die Fraktion Gewerkschaftlicher Linksblock im ÖGB (GLB). Nachdem die Plan, den gesamten Nahverkehr an die Länder zu übertragen vorerst gescheitert ist, beginnt die Regierung mit dem ersten Schritt, mit dem 80 von 1.100 Millionen Euro zur Finanzierung den Ländern übertragen werden: „Es ist absehbar, dass mit Verweis auf mehr Effizienz und Budgetnöte dann weitere Schritte folgen“, befürchtet Ernst Wieser, Bundessekretär des GLB in der Gewerkschaft der Eisenbahner. Die Attacken von Staatssekretär Helmut Kukacka auf die EisenbahnerInnen und der Vorwurf der „Reformverweigerung“ dienen offensichtlich zur Verschleierung des Vorhabens der Regierung. Politisch pervers ist dabei, wenn ausgerechnet der durch Politbezug und Pensionsanspruch hochprivilegierte ÖVP-Politiker Kukacka den EisenbahnerInnen eine „Vollkasko-Mentalität“ vorwirft. „Der von Kukacka beklagte rückläufige Nutzungstrend im Regionalverkehr ist einer seit Jahren verfehlten Verkehrspolitik geschuldet, die EU-konform strikt einer wirklichen Kostenwahrheit verweigert und unter dem Stichwort einer schrankenlosen Mobilität der Straße absoluten Vorrang vor der Schiene gibt“, so Wieser. Der Bund macht jetzt mit dem Vorwand einer „Mittelverschwendung“ Druck auf den Regionalverkehr und will Länder und Gemeinden in die Pflicht nehmen. Diese haben jedoch durch die Auflagen des EU- sowie des österreichischen Stabilitätspaktes einen immer engeren finanziellen Spielraum. Im Ergebnis wird der Regionalverkehr verschlechtert und werden noch mehr Menschen zum Autoverkehr getrieben. „Als Folge eines Rückzugs des Bundes aus der Finanzierung drohen Tariferhöhungen und eine Reduktion der Angebote. Vor allem aber steigt der Druck auf das Personal der ÖBB wie auch anderer Verkehrsunternehmen enorm, indem versucht wird durch Arbeitsplatzvernichtung, Outsourcing und Lohndumping den EU-Richtlinien gerecht zu werden“, so Wieser abschließend. ================================================ 09 Kanafani Newsletter 2006 Von: Kulturverein Kanafani ================================================ UND es gibt uns NOCH! Liebe Freundinnen und Freunde, Wir hoffen, Ihr habt alle die Feiertage angenehm und gut verbracht. Der Kulturverein Kanafani macht auch 2006 weiter, trotz großer finanzieller Schwierigkeiten. Und nach wie vor gibt es ein- bis zweimal im Monat unseren elektronischen Newsletter mit Veranstaltungshinweisen und mehr. Wer keine weiteren Mails mehr erhalten möchte: einfach Mail retournieren mit "unsubscribe" im Betreff. Wer uns spenden möchte: You are welcome! 50363873101, BLZ 12000, BA-CA Wir freuen uns, euch bei der einen oder anderen Gelegenheit wiederzusehen. Eure Kanafanis ********** 1) 18.1.: Ausstellung "Wege nach Ravensbrück" 2) 20.1.: Buch- und CD-Präsentation "Himmelstochter" 3) 21.1.: Kanafani - Frauentanzfest 4) 26.1.: Filmabend in der Sense: Dogville 5) 28.1.: OPERATION SPRING. Lesung, Kurzreferate & Diskussion 6) 1.2.: Vortrag Amir Zaidan: Wunderverständnis im Islam 7) Der letzte Operation Spring-Prozess. Anmerkungen eines Gerichtskiebitz. --- 1) Wege nach Ravensbrück. Eine Ausstellung weiter denken Neubearbeitung im aktuellen Kontext des „Vermächtnisses“ 18.1. bis 17.2.2006 in der Galerie der IG Bildende Kunst in Wien Projektgruppe: Katrin Auer, Daniela Gahleitner, Sylvia Köchl und Christa Putz Im November 1999 wurde die Ausstellung “Wege nach Ravensbrück. Erinnerungen von österreichischen Überlebenden des Frauenkonzentrationslagers” in Wien eröffnet. Die Ausstellung wanderte bis März 2003 durch Österreich und wurde danach demontiert und verstaut. Für Jänner 2006 ergab sich nun die Möglichkeit, die Ausstellung in der Galerie der IG Bildende Kunst in Wien noch einmal in einer Neubearbeitung zu zeigen. Im Mittelpunkt stehen dabei Lebensgeschichten von Überlebenden und im KZ Ermordeten, ergänzt um die Geschichte der Ausstellung selbst und offenen Fragen nach dem Umgang mit einem Vermächtnis, das die Lagergemeinschaft Ravensbrück aktuell an Frauen der nächsten Generationen übergeben hat. Die “alte” Ausstellung beschäftigte sich mit den Biografien von neun Frauen, die in das nationalsozialistische Frauen-KZ deportiert wurden, überlebten und von denen acht Ende der 1990er Jahre im Rahmen eines Forschungsprojekts interviewt und gefilmt worden waren. Aus unterschiedlichsten Gründen, als Jüdin, Kommunistin, Lesbe, Kärntner Slowenin, Romni, Sintezza, Zeugin Jehovas, Partisanin oder Geliebte eines polnischen Zwangsarbeitern, wurde Ravensbrück, die “Hölle der Frauen”, zur einzigen Gemeinsamkeit in ihrem Leben. Nach der Befreiung sahen sie sich durchgängig mit Ignoranz konfrontiert, mit einem lähmenden und verletzenden Schweigegebot, viele sogar mit fortgesetzter Diskriminierung, Ausgrenzung und Kriminalisierung. Manche wurden nie, andere erst viel zu spät als Opfer der Nazi-Verfolgung anerkannt. Einige wiederum setzten den antifaschistischen Kampf zum Teil bis heute fort. Eine solche, auf Interviews und Zusammenarbeit mit Überlebenden beruhende Arbeit wäre heute, nur 6 Jahre nach ihrer Entstehung, kaum mehr möglich. Die Hälfte der portraitierten Frauen ist – wie viele andere der interviewten Frauen – inzwischen verstorben. Mittlerweile hat auch die Organisation der Überlebenden, die österreichische Lagergemeinschaft Ravensbrück, die Leitung des Vereins an jüngere Frauen übergeben. So ist vielfach diese kurze Zusammenarbeit auch für uns jüngere Frauen schon Geschichte, die wir trauernd zur Kenntnis nehmen müssen. Das Sterben der Überlebenden konfrontiert uns mit dem drohenden Ende der erzählten Geschichte von Frauen über Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus. Gleichzeitig haben uns die Überlebenden aber auch ein Vermächtnis übergeben, das uns beauftragt und ermächtigt, weiter zu erinnern und auch politisch zu handeln. Diese schwierige Situation greifen wir in der Neubearbeitung der Ausstellung auf und stellen sie in den Kontext offener und unbeantworteter Fragen. Wege nach Ravensbrück. Eine Ausstellung weiter denken Ausstellungseröffnung: Mi 18.1.2006, 19h Dauer: 19.1.-17.2.2006, Di - Fr 13.00 - 18.00 Galerie der IG Bildende Kunst Wien, Gumpendorfer Straße 10-12 www.igbildendekunst.at --- --- 2) HIMMELSTOCHTER Lesung und Musik Präsentation des Buches "Himmelstochter" von Hülya Kandemir & CD - Präsentation "Islam daham" des Ensembles BARD.ALLAH Freitag 20. Januar 2006, Einlass ab 19:00, Beginn: 19:30 Uni-Campus, Altes AKH, Spitalgasse 2-4, 1090 Wien, Hörsaalzentrum, HS C1. Eintritt frei(e Spende). Die ehemalige Popmusikerin Hülya Kandemir aus Deutschland stellt erstmals in Wien ihr Buch "Himmelstochter" vor. Dazu gibt es Musik vom Ensemble BARD.ALLAH. "Schleierbücher" überschwemmen seit Jahren den deutschsprachigen Buchmarkt und finden großen Absatz. Teils fiktive und teils authentische Geschichten von Muslimas die patriarchale Gewalt erlebt haben, werden stets darin erzählt und damit tragen diese Bücher zur Verfestigung islamophober Vorurteile bei. Hülya Kandemir hat ebenfalls ihren Lebensweg zu Papier gebracht, doch ihr "Schleierbuch" unterscheidet sich stark von den üblichen Publikationen: Aufgewachsen in einer türkischen Immigrantenfamilie in der Oberpfalz, zeigt sich schon früh Hülyas Talent als Sängerin. Um ihren Traum zu verwirklichen, bricht sie sogar vorzeitig die Schule ab. Schnell hat sie Erfolg mit gefühlvollen Songs voller Intensität, die sich aus Erfahrungen in ihrem Leben in Deutschland ebenso speisen wie aus der Musik ihrer türkischen Heimat. Doch sie ist getrieben von einer inneren Sehnsucht und beginnt, sich ausgiebig mit den verschiedenen Religionen zu befassen. Und eines Tages macht Hülya den entscheidenden Schritt: Sie wendet sich vom Showgeschäft ab hin zum Islam, der für sie die Religion der Liebe und Toleranz ist. Fortan trägt sie ein Kopftuch und lebt als praktizierende Muslimin. Für sie ist der Weg zum Glauben ein Weg in die Freiheit und zu innerem Frieden. Selbstbewusst steht sie für eine neue Generation Frauen und lebt beispielhaft den Ausgleich zwischen den Kulturen. Hülya Kandemir-Himmelstochter, 350 Seiten, EUR (A) 19,50 ISBN 3-86612-060-5. Das Buch kann bei der Veranstaltung erworben werden. Das noch junge Ensemble mit der neuen CD "Islam daham" im Gepäck spielt einzigartige Sufimusik aus dem Okzident. BARD.ALLAH schlagen eine Brücke von der orientalischen Quelle der Sufi-Traditionen hin zur Kultur des deutschsprachigen Raumes. Ausgehend von den großen Traditionen islamischer Andachtsmusik und Mystiker bringt das Ensemble auf traditionellen Instrumenten und mit Musikformen aus Ost wie West Musik für Allah/Gott. Dabei kann durchaus ungewohnte zu hören sein, wie etwa ein Jodler in einem islamischen Lied, ein Goethegedicht als Gazel oder ein Blues mit Ud Ney und keltischer Harfe. Gernot Galib STANFEL - Ud, Cenk, Ney, Tanbur, Rhebab, Stimme Gertrud JANSCHA - keltische Harfe, Stimme Hidayet KAV - Percussion, Baglama, Stimme Gerald Ilyas KLAWATSCH - Rübab, Rhebab, Gitarre, Stimme Christian SCHOLL - Violine, Stimme Ignatio Musa BEJAR - Saxophon, Klarinette, Querflöte, Ney Eine Veranstaltung des Kulturvereins Kanafani. Weitere Infos: http://oe1.orf.at/highlights/50621.html http://www.pendo.de/Pendo/TXTSIArtikel/3-86612-060-5 --- --- 3) Die Frauen des Kulturvereins Kanafani laden ein zum interkulturellen Frauentanzfest Samstag den 21. Januar 2006 von 19:00 bis 24:00 im Barada, Veranstaltungsort: Barada, Robert Hammerling Gasse 1, 1150 Wien (unmittelbar am Westbahnhof) Eine Hafla nur für Frauen! Moderne und traditionelle Tanzmusik aus dem Süden, d.h. Arabischer Raum (von Rai bis Dabka), Balkan, Türkei, Iran, Indien, Pakistan, Afrika usw. Musikwünsche werden berücksichtigt, scheut euch also nicht eure Lieblingsmusik mitzunehmen. Es erwartet euch desweiteren: ein grosser Tanzsaal, rauch- und schuhfreie Zonen, Raucherinnenbereich (alle Räume sind von aussen nicht einsehbar), ein ergiebiges Gratisbuffet sowie Getränke zum Selbstkostenpreis (kein Alkohol). Und nicht zuletzt: Eine herzliche Atmosphäre. Unkostenbeitrag: 4,- Wer also für ein paar Stunden alle Sorgen außen vor lassen und mit anderen Frauen gemeinsam tanzen, plaudern, essen, Tawla spielen und feiern möchte, ist an diesem Samstag im Barada genau an der richtigen Adresse. Falls ihr noch weitere Fragen habt, könnt ihr uns auch telefonisch erreichen (0699/81481699)) oder uns ein Mail (frauen at kanafani.at) schicken. --- --- 4) Dogville DK/SWE/FR/NOR/NL 2003 engl. OmdU Donnerstag 26. Januar 2006, 19:00 Die Sense. Das Lokal zum Verein. Sensengasse 5/3, 1090 Wien. Eintritt frei. Getränke und Imbisse zum Selbstkostenpreis. Anlässlich des soeben in den Kinos laufenden zweiten Teils der Trilogie "USA - Land of Opportunities" des Regisseurs Lars von Trier MANDERLAY zeigen wir den ersten Teil DOGVILLE in der Sense. Zur Erinnerung der Plot: Macht korrumpiert. Auch die Bewohner von Dogville. Ihr friedliches Dorfleben wird durch die bildhübsche Grace (Nicole Kidman), die während der Zeit der Depression vor einer Gangsterbande in das Bergdorf flüchtet, gehörig durcheinander gebracht. Grace wird in die Dorfgemeinde aufgenommen – als Gegenleistung dafür hilft sie den einzelnen Bewohnern von Dogville bei der Arbeit. Als ein Suchtrupp im Dorf nach Grace sucht und von den Bewohnern wieder weggeschickt wird, verlangen die guten Menschen von Dogville ein höheres Entgelt für das Risiko, einer Flüchtigen Unterschlupf zu gewähren ... Kanafani - Kinoempfehlung des Monats: MANDERLAY: täglich Cine, 21:30 & täglich Top Kino, 21:00 --- --- 5) Kulturverein Kanafani lädt ein: OPERATION SPRING Lesung, Kurzreferate und Publikumsdiskussion Lesung aus dem von der GEMMI herausgegebenen Buch "1000 Jahre Haft" und Kurzreferat über die Verfahren der Operation Spring mit Schwerpunkt auf den erst kürzlich stattgefundenen Prozess gegen Emanuel Chukwujekwu. Gibt es einen institutionellen Rassismus in Österreich? Welche antirassistischen Strategien sind denkbar? Was tun gegen die Ethnisierung von Kriminalität bzw. Kriminalisierung von Minderheiten? Darüber und über vieles mehr kann und soll diskutiert werden. Mit AktivistInnen der GEMMI (Gesellschaft für Menschenrechte von Marginalisierten und MigrantInnen) Emanuel Chukwujekwu, zuletzt Hauptangeklagter im Rahmen der Operation Spring - Verfahren (angefragt) RA Dr. Lennart Binder, Anwalt von Emanuel Chukwujekwu und in mehreren anderen Verfahren der "Operation Spring" Moderation: Karim Duarte (Journalist, wmi – World Media Insights) AM Samstag 28. Januar 2006. Einlass: ab 18:00 Beginn: 19:00 Die Sense. Das Lokal zum Verein. Sensengasse 5/3, 1090 Wien. Eintritt frei. Getränke und Imbisse zum Selbstkostenpreis. Informationen zum Buch: http://www.amerlinghaus.at/main/gemmi ausführliche Informationen zur Operation Spring: www.no-racism.net Infos zum Prozess gegen Emanuel Chukwujekwu: http://derstandard.at/?url=/?ressort=WienSpezial Dokumentarfilm zum Thema: http://www.operation-spring.com --- --- 6) Vortrag von Amir Zaidan "Das Wunderverständnis im Islam" Mittwoch 1. Feber 2006, 19:00 Die Sense. Das Lokal zum Verein. Sensengasse 5/3, 1090 Wien. Wir freuen uns auch 2006 die Vortragsreihe von Herrn Amir Zaidan in der Sense fortsetzen zu können. Zur Person: Islamologe, * in Syrien, seit 1983 in Europa, Direktor des Islamischen Religionspädagogischen Instituts in Wien, ehemaliger Dozent für vergleichende Religionswissenschaft an der Universität Frankfurt/Main. --- --- 7) Operation Spring. Der letzte Prozess. Ein Kommentar von Koloman Kann. Am 29. Dezember 2005 wurde Emanuel Chukwujiekwu zu vier Jahren und neun Monaten Haft verurteilt – damit wäre eine Wiedergutmachung der 5 Jahre, die er in Untersuchungshaft verbringen musste, ausgeschlossen. Emanuel Chukwujiekwu legte Berufung und Nichtigkeitsbeschwerde gegen dieses Urteil ein. Bei einem Freispruch hätten alle 140 Operation Spring Verfahren neu überprüft werden müssen. Das Problem der Sicherheitsorgane, abgehörte Aussagen zu verstehen, auszuwerten und die Identität der Überwachten festzustellen, wurde hier gegen einen Menschen verwendet. Dies galt sogar für die schwere Beweisbarkeit der Tat: dem Beschuldigten wurde von der Staatsanwältin vorgeworfen, Drogen verpackt zu haben weil man dabei schwer erwischt werde. Selbst der Verweis Emanuel Chukwujekwus, dass die Repressalien, denen er ausgesetzt war – darunter ein halbes Jahrzehnt Untersuchungshaft und all die Prozesse die er führen musste – seine Gesundheit angegriffen haben, so dass er heute immer seine Medikamente bei sich haben muß während er früher Fußball spielen konnte – wurde ihm von Richter Mende in der Urteilsbegründung zum Vorwurf gemacht: der gesuchte „Francis“ sei als Fußballspieler beschrieben worden. In dieser Logik verwundert es nicht, dass auch die selbstbewusste Feststellung Emanuel Chukwujiekwus, er habe sich mit den Gesetzen vertraut gemacht und sich viel angeeignet seit dem ersten Prozess gegen ihn, zum Teil der Verurteilung wurde: daher könne er also besser Englisch sprechen als jener abgehörte Mann – er habe sich weitergebildet und das deute darauf hin, daß er dieser Mann sei. Eine solche Urteilsbegründung kann durchaus als ein Statement gelesen werden: Klage uns an, daß wir dir geschadet haben, zeige dich kompetent und selbstbewusst, und wir werden es gegen dich verwenden. Weder der Beklagte noch sein Verteidiger Lennart Binder ignorierten die politische Intention des „Operation Spring“ - Prozesses: Der wahre Grund für seine Verfolgung sei sein Protest gegen den Tod Marcus Omofumas, sagte Emanuel Chukwujiekwu. Rechtsanwalt Lennart Binder sagte in seinem Plädoyer, dass die Polizei wegen dem Tod Omofumas, der Politik der FPÖ und der Nationalratswahl 1999 unter Erfolgsdruck gestanden habe und die Einführung des Lauschangriffs gerechtfertigt werden musste. Die Ergebnisse des Lauschangriffs – in diesem Fall Abhörprotokolle – seien nicht brauchbar für eine Verurteilung, wie es auch ein Gutachter bestätigt hat. Die ZeugInnenaussagen waren allesamt nicht belastend, ein Teil der ZeugInnen kannten den Angeklagten nicht. Es seien in diesen Prozessen Beweismittel gefälscht und Zeugen zu Falschaussagen bewegt worden.* Dass bei einer derart wackeligen Beweislage die Anklage aufrechterhalten wurde, wo jeder Österreicher freigesprochen worden wäre, deute auf ein rassistisches Element hin. Dies gelte ebenso für die von der Staatsanwältin wieder verwendete Anklageformel der „Operation Spring“ - Prozesse: Es seien unbekannte – aber große – Mengen Drogen an Unbekannte weitergegeben worden um sie an unbekannten Orten an Unbekannte zu verkaufen. Binder war auch sichtlich verärgert darüber, daß die Staatsanwältin nach über 40 Prozesstagen, am Ende der Beweisführung im Schlussplädoyer zum ersten Mal (!) sagte, was eigentlich die strafbare Handlung gewesen sei, die man Emanuel Chukwujiekwu vorwirft. Auch auf den Vorwurf der Beweismittelfälschung ging der Richter in seiner Urteilsbegründung ein. Man könne doch nicht Abhörprotokolle in einer Sprache fälschen, für die es in Österreich keine Übersetzer gäbe. Abgesehen davon, dass der Vorwurf sich u. A. auf Fehlübersetzungen von Gesprächen bezog, kommt diese Begründung einer Pauschalentlastung gleich. Denn damit wird generell ausgeschlossen, dass gerade Angehörige von kulturellen Minderheiten mit gefälschten Überwachungsergebnissen konfrontiert werden. In diesem Prozeß ging es nicht zuletzt darum, ob die österreichische Justiz fähig ist, begangenes Unrecht an einem Nigerianer einzugestehen und wieder gut zu machen. Sie war es nicht: die Untersuchungshaft wurde quasi gerechtfertigt obwohl vom Vorwurf, der Angeklagte sei ein Drogendealerchef, Abstand genommen wurde. Das ganze sollte als „einfacher“ Drogenprozess dargestellt werden, was schon alleine darum nicht gelungen ist, weil die BeobachterInnen eine kritische Öffentlichkeit bildeten – unter ihnen war auch der Vorsitzende von Amnesty International. Dementsprechend wichtig war es, dass die Verteidigung trotz Einschüchterungsversuchen auf die politische Dimension beharrte. Anhand einer Minderheit sollen Überwachungstechniken durchgesetzt werden und der Prozess hat tatsächlich einiges über den Umgang mit Überwachungsinstrumentarien gezeigt: Nicht die Totalität der Überwachung, sondern die Schwammigkeit ihrer Ergebnisse, die Unklarheit wer was über wen gesagt haben soll, die Fälschungsmöglichkeiten bei der Auswertung unter Zuordnung von vermeintlichen Codenamen wurden hier zum Instrument einer Verurteilung. Das gibt zu denken, da sich die Frage erhebt, ob mit diesen Mitteln nicht jede/r verurteilt werden könnte ein Verbrechen an unbekanntem Ort, zu unbekannter Zeit, an unbekannten Opfern, begangen zu haben. Hintergründe und Berichte zu dem Prozess: http://no-racism.net/thema/30/ http://www.afrikanet.info/ http://www.sosmitmensch.at/search?q=Operation+Spring * Hier versuchte die Staatsanwältin den Rechtsanwalt einzuschüchtern und vergewisserte sich lächelnd, ob auch alles mitgeschrieben werde – eine eindeutige Anspielung auf die Verleumdungsklage die die Staatsanwaltschaft gegen Binder eingeleitet hatte, nachdem er Mende Befangenheit vorgeworfen hatte. kulturverein kanafani - redaktion der.wisch sensengasse 5/3, 1090 wien www.kanafani.at, 00431/4092480 die welt ist unser zuhause - al alamu bajtuna ================================================ 10 Skandal im Sperrbezirk Von: akin ================================================ ********************************************************** akin-Pressedienst. Aussendungszeitpunkt: Dienstag, 17. Jaenner 2006; 15:42 ********************************************************** Wien/Demokratie/Glosse > Skandal im Sperrbezirk Ursula Stenzel ist eine ehrenwerte Politikerin. Denn sie haelt sich an Wahlversprechen. Dass diese Wahlversprechen nicht ganz mit dem Verfassungsrecht zusammenpassen, ficht sie weniger an. Anlaesslich der Anmeldung einer Informationsveranstaltung von Greenpeace zu deren laufender Walfang-Kampagne liess die neue Wiener Innenstadt-Bezirksvorsteherin verlauten, der erste Bezirk sei eine "Sperrzone", in der man so etwas nicht machen koennte -- eine Forderung, die schon ihre Vorgaenger immer gerne aufstellten, aber nie derart manifest dekretierten. Toleranter ist da sogar die eigentlich zustaendige Wiener Polizei -- die sagte auch eine Nichtuntersagung der Kundgebung am Stock im Eisen-Platz zu. Doch immerhin handelt es sich um eine sehr harmlose Aktion und Greenpeace ist eine reputierte Organisation. Wenn man bedenkt, dass die Polizei bei Kundgebungen weniger etablierter Anmelder haeufig Schwierigkeiten macht und die letztinstanzlich zustaendige Innenministerin eine Parteikameradin Stenzels ist, laesst das fuer kuenftige Kundgebungsversuche im Sperrbezirk Boeses ahnen. -br- ================================================ 11 Zum Vergessen Von: akin ================================================ Medien/Glosse: > Oesterreichische Glotze: Zum Vergessen Hat unser ehrenwerter und vor allem christlich-sozialer Bundeskanzler eigentlich ein Verhaeltnis? Eventuell sogar mit der Frau Lindner vom ORF? Nur so waere es naemlich halbwegs zu erklaeren, dass im Oesterreichischen Rundfunk weder politische Kritik noch einigermassen griffige Interviews stattfinden. Also gut, Wolfgang Schuessel ist der Frau Schuessel natuerlich nach wie vor treu, aber wie laesst sich die politische Apathie der heimischen Nachrichtensendungen sonst erklaeren? Ich geniesse derzeit das Vergnuegen, mehrere und vor allem deutsche Kanaele nach Nachrichten oder politischen Talk-Shows durchzustoebern. Dabei offenbaren sich eklatante Unterschiede zwischen ‘unseren’ Uebertragungen und denen der Nachbarlaender. Was ist da im oesterreichischen Rundfunk los? Da gibt’s z.B. ein ziemlich spannendes neues Gesetz -- spannend deshalb, weil damit vielleicht gleich mehr als die Haelfte des Landes betroffen wird -- eine ganze Reportercrew marschiert los, um Schuessel oder irgendeinen seiner MinisterInnen interviewen zu duerfen. Die ‘Befragten’ beten dann die OeVP-Meinungen runter, die Interviewer bedanken sich nach einigen artigen Fragen fuer die allerhoechsten Auskuenfte -- und das Ding geht nach einigen Ueberpruefungen auf Sendung. Sollte doch was Unartiges dabei gewesen sein, ist noch immer Zeit genug, die Sendung auf oesterreichisch zu zensurieren. Sprich: der unbotmaessige Interviewer braucht gar nicht glauben, dass er bei seiner Hohheit, dem Interviewten, noch einmal auftauchen kann. Was ist es, warum politische Interviews hierzulande auf derart schleimiger Basis funktionieren? Es ist der perfekt abgestimmte systemische Charakter, der das ganze Land durchzieht. Da agieren die politischen Fuersten, die keinesfalls durch Widerreden belaestigt werden duerfen, dort die Interpreten und Multiplikatoren der hohheitlichen Meinungen -- irgndwo ganz unten ein desinteressiertes Volk, das seine Meinung hoechstens im Stammbeisel oder zu Hause zum Schlechten gibt. Beispiele gefaellig? BK Schuessel aeussert sich sinngemaess vor und waehrend des Ratsvorsitzes ueber die EU: ‘Alles lauft doch blendend, unsere Wirtschaftsdaten sind hervorragend, niemand wird ausgelagert und wenn, geschieht dies nur zum Besten Oesterreichs. Keiner braucht sich irgendwelche Sorgen machen, die Republik bekommt viel mehr zurueck, als sie an Bruessel ueberweist. Die OeVP und vor allem ich werden schon darauf schauen, dass alle Aenderungen im Interesse des Volkes liegen -- und so weiter... Dass die Gewerkschaften, die Arbeiterkammern sowie die Oppositionsparteien das Verscherbeln der letzten Reste des noch verbliebenen staatlich geregelten Eigentums anprangern, erscheint dann tags darauf maximal in einem winzigen Kommentar unter dem Thema: ‘Parteireaktionen der SPOe’. Fallweise darf Van der Bellen kurz seinen Missmut ueber die letzten Beschluesse vorschweigen, das war’s dann schon. Die KP kommt nur mehr im deutschen Kanal NDR der ‘Neuen Laender’ vor, wo die Bevoelkerung jeden Abend Nostalgie erleben duerfen: Der Anblick des ‘Genossen Hauptkommissar’ in einer Serie von 1970 oder so ersetzt zumindest bruchstueckhaft die verlorene Vergangenheit. Waehrenddessen duerfen sich in Oesterreich alle, die weder Kabel noch Satellitenschuessel besitzen, US-Streifen der billigsten Sorte angucken. Es ist wahrlich ein Phaenomen, dass Hollywood fast nur Schrott produziert, der dann Frau Lindner dem werten Publikum zielgenau in der ‘Prime-Time’ auf FS1 serviert. Da offensichtlich keine Gesetze gegen staendige Volksverbloedung existieren, kann nur vermutet werden, dass diese FilmUNkultur der werten Generalintendantin selbst gefaellt -- oder noch schlimmer und glaubhafter: sie wird bewusst als Mittel eingesetzt, um das Denkvermoegen sukzessive soweit zu verschleieren, dass Kritik nicht nur an diesen Inhalten ueberhaupt keinen Platz mehr findet. Wie ich mich selbst ueberzeugen konnte, trifft uebrigens auch der Vergleich mit den anderen oeffentlich-rechtlichen Sendern im deutschsprachigen Raum nicht zu, dass naemlich auch die anderen Schrott bringen wuerden -- und der ORF aus Konkurrenzgruenden zu dieser Art der Publikumsberieselung gezwungen sei. Aber kehren wir kurz wieder zur systemischen Grundlage in Oesterreich zurueck: Selbst bei uns kann niemand staendig verbloedet werden, der dies auf keinen Fall wuenscht. Die Parameter fuer das Absinken des Niveaus muessen beide Teile erfuellen: die Sendenden und die Empfaenger. Nur ein kleiner, aber feiner Unterschied besteht zwischen diesen beiden. Der Herr Maier aus dem 20. oder 10. Bezirk hat keinesfalls eine Verpflichtungserklaerung fuer einen oeffentlichen Bildungsauftrag unterschrieben -- die leitende ORF-Riege sehr wohl. *Fritz Pletzl* ================================================ 12 EU/BRD/Deregulierung: Bolkestein zur See - Das "Port Package" der EU-Kommission Von: akin ================================================ ********************************************************** akin-Pressedienst. Aussendungszeitpunkt: Dienstag, 17. Jaenner 2006; 15:24 ********************************************************** EU/BRD/Deregulierung: > Bolkestein zur See Das "Port Package" der EU-Kommission Ab dem 11. Januar Mitternacht bis 6 Uhr des folgenden Tages bewegte sich keine Ladung im Hamburger Hafen. Die 2000 ArbeiterInnen streikten und schlossen sich somit den Aktionen in vielen europaeischen Haefen an. Die gewerkschaftliche Massnahme richtet sich gegen die Bestimmungen des "Port package", die im Bruesseler EU-Parlament erneut zur Abstimmung steht, nachdem der erste Anlauf 2003 bereits durch Arbeiteraktionen gestoppt wurde. Ziel des "Port Package" ist es, das Monopol von Hafenarbeitern auf das Be- oder Entladen von Schiffen abzuschaffen. Nach Vorstellung der Bruesseler Buerokraten und der Reeder sollen dafuer kuenftig die Schiffsbesatzungen herangezogen werden. Diese "Selbstabfertigung" stoesst bei den Hafenarbeitern auf heftigsten Widerstand, denn damit waere nicht nur der Verlust relativ gut bezahlter Arbeitsplaetze verbunden, sondern auch der Abbau der sozialen Systeme, die sich in allen europaeischen Haefen aehneln. Hinzu kaemen technische Probleme: Wohl kaum ein Seemann waere faehig, mit grossen Hafenkraenen oder hochtechnisierten Container-Verladeanlagen umzugehen. Die ArbeiterInnen fuerchten, in die Zange genommen zu werden. Ihre Arbeitsplaetze sind in Gefahr und sich neu einkaufende Investoren muessten sich nicht an bestehende Vertraege halten, sondern koennten den Personaleinsatz diktieren. Aber auch die ansaessigen Logistikfirmen koennten Port package unter dem Vorwand von Wettbewerbsnachteilen zu Lohndrueckerei und weiter gesteigerter Arbeitshetze nutzen. Nebenbei fuehren die Hamburger Hafenarbeiter einen Kampf an zwei Fronten. Sie sind nicht nur durch Port package, sondern auch durch den moeglichen Verkauf von Teilen des Hafengelaendes an die Deutsche Bahn AG bedroht, die der Post AG nacheifern und ins internationale Logistik-Geschaeft einsteigen will. Auch dies wuerde Arbeitsplaetze kosten. Port Package, die Erste Wie ihre Kollegen in anderen Laendern sind die deutschen Hafenarbeiter gut organisiert. Auch international arbeiten die Hafenarbeiter engstens zusammen. Seit Jahrzehnten schon haben sich die meisten nationalen Hafenarbeiter-Gewerkschaften im Internationalen Transportarbeiterverband (ITF) zusammengeschlossen, dessen europaeische Sektion den ersten Anlauf zur Durchsetzung des "Port Package" zu Fall brachte. Die Hafenarbeiter verfolgten dabei eine mehrgleisige Strategie. Zum einen betrieben sie klassische Lobbyarbeit: Europaparlamentarier und Ministerien wurden mit Informationen bombardiert. Der Druck auf Politiker und EU-Buerokraten wurde noch dadurch verstaerkt, dass Hafenarbeiter aus vielen Laendern gemeinsam demonstrierten. Hoehepunkt war der 29. September 2003, als 16000 Hafenarbeiter aus allen Teilen Europas in Rotterdam und Barcelona auf die Strasse gingen. Selbst von der Westkueste der USA nahm eine Gewerkschaftsdelegation teil. Gleich, ob Deutsche, Briten, Spanier oder Niederlaender: "proud to be a docker" hiess die gemeinsame Losung ("Wir sind stolz, Hafenarbeiter zu sein"). Auch die jeweiligen Unternehmen bekamen maechtig Druck: Zeitlich aufeinander abgestimmt legten die Arbeiter in vielen Haefen Europas die Arbeit nieder. In manchen wurde mehrere Tage gestreikt, in Malta gab es mehrstuendige Demonstrationen waehrend der Arbeitszeit, in Grossbritannien wurden die Pausen endlos in die Laenge gezogen. In Deutschland legten die Hafenarbeiter waehrend jeder Schicht fuer vier Stunden die Arbeit nieder. "Entscheidend war nicht die mehr oder weniger radikale Form der Aktionen", heisst es in einer internen Auswertung, die der Betriebsratsvorsitzende der Gesamthafenarbeiter Hamburgs, Bernt Kamin, fuer ver.di verfasste. Entscheidend sei gewesen, "dass die Arbeitgeber und die Politik erleben konnten, dass es den Gewerkschaften moeglich war, in zahlreichen Laendern Europas ihre Aktionen zu koordinieren -- eine Erfahrung, die es in dieser Form bisher nicht gab". Es war dann auch eine politische Sensation, als am 20. November 2003 das Europaparlament mit 229 gegen 209 Stimmen das "Port Package" ablehnte. Das Zusammenspiel von Lobbyarbeit, Demonstrationen und Arbeitsniederlegungen hatte funktioniert -- europaweit. Port Package, die Zweite Respekt vor Parlamenten ist den Bruesseler Buerokraten jedoch fremd. 2004 brachte die scheidenden Verkehrskommissarin der EU, Loyola de Palacio, einen neuen Entwurf fuer einen "Port Package" ein. Die Entscheidung des Europaparlaments sei nicht zu akzeptieren, heisst es in ihrer Begruendung. Deshalb muesse das Verfahren wiederholt werden. Ob die Kommissionsplaene diesmal durchgehen werden, bleibt abzuwarten, denn nach den Erfahrungen vom letzten Mal treten im Vorfeld der Abstimmung laengst nicht mehr nur linke EP-Fraktionen vehemment dagegen auf. Die EU-Gruenen sehen: "eine grosse schwarz-rot-gruene Koalition: Die konservative Regierung in Holland, die Labour-Regierung in Grossbritannien, die rot-gruene ebenso wie die schwarz-rote Bundesregierung in Deutschland haben sich dagegen ausgesprochen. Auch die Landesregierungen der ?Nordrange? -- Schleswig Holstein, Hamburg, Bremen und Niedersachsen - sind gegen die vorgeschlagene Richtlinie" hiess es in einer Aussendung. (Infomail 241 von "Arbeitermacht", junge welt 23.11.04, EU-Gruene/akin) junge welt-Originaltext: http://www.jungewelt.de/2004/11-23/018.php *************************************************** Der akin-pd ist die elektronische Teilwiedergabe der nichtkommerziellen Wiener Wochenzeitung 'akin'. Texte im akin-pd muessen aber nicht wortidentisch mit den in der Papierausgabe veroeffentlichten sein. Nachdruck von Eigenbeitraegen mit Quellenangabe erbeten. Namentlich gezeichnete Beitraege stehen in der Verantwortung der VerfasserInnen. Ein Nachdruck von Texten mit anderem Copyright als dem unseren sagt nichts ueber eine anderweitige Verfuegungsberechtigung aus. Der akin-pd wird nur als Abonnement verschickt. Wer versehentlich in den Verteiler geraten ist, kann den akin-pd per formlosen Mail an akin.buero at gmx.at abbestellen. ================================================ 13 Verkehr(t)/Kampagne: Nahverkehr aufs Abstellgleis Von: akin ================================================ ********************************************************** akin-Pressedienst. Aussendungszeitpunkt: Dienstag, 17. Jaenner 2006; 14:40 ********************************************************** Verkehr(t)/Kampagne: > Nahverkehr aufs Abstellgleis Mit einer Gesetzesnovelle zum oeffentlichen Personennah- und Regionalverkehr will sich der Bund weiter aus der Verantwortung zurueckziehen -- eine Aussendung der Eisenbahnergewerkschaft Folgendes hat die Bundesregierung mit dem OePNRVG-neu vor: • Streichung des Grundangebots nach §7 OePNRVG: Niemand ist mehr fuer ein Grundangebot an Nah- und Regionalverkehr verantwortlich. • Aufteilung aller Finanzmittel auf die Laender auf Basis 2003 mit VPI-Indizierung. Der Bund bezahlt derzeit nur 11,5 Mio Euro und stockt diesen Betrag zum "Verkaufen" der Reform auf 30 Mio auf. • Schwaechung der Verbuende: Im neuen Entwurf fehlen die Ziele und Aufgaben fuer Verbuende. • Keine Handhabe gegen Parallelverkehre: Oesterreichs Problem mit ineffizienten Parallelverkehren geht weiter: Die Handhabe zum "Abstrafen" von Parallelverkehren (Bahn/Bus) wird gestrichen. Folgendes befuerchten wir durch die Reform: • Rueckzug der Laender aus dem Oeffentlichen Verkehr aus Geldmangel: Die Laender werden sich die Kostensteigerungen nicht leisten koennen. Der Bund zieht hinterruecks (Infrastrukturbenuetzungsentgelt, OeBB) viel mehr Geld aus dem Verkehr heraus als er vorne hinein steckt. Aus NOe spricht man von der Stilllegung von bis zu 2/3 des Regelbetriebs auf den Regionalbahnen. • Rueckzug aus dem Reformchaos OeBB: Der OeBB fehlt seit der "Reform" an allen Enden das Geld. Alleine im Personenverkehr klafft eine Luecke von 200 Millionen Euro fuer die Erneuerung des durchschnittlich 21 Jahre alten Wagenparks. Die Steiermark ist ein gutes Beispiel: Dort fehlen 28 Mio Euro fuer den bestehenden Verkehr. Das gesamte Landesverkehrsbudget betraegt aber nur gut 20 Millionen. Der Bund verweigert die Abdeckung. • Rueckzug aus den Finanzproblemen im OePNRV: Nach Expertenschaetzungen wird der Nahverkehr in den naechsten 5 Jahren ohne strukturelle Reformen bis zu 20% teurer. Die Bundesregierung macht lediglich eine Finanzreform und ueberlaesst die explodierenden Budgets den Laendern. • Der Bund bereichert sich ueber IBE (Infrastrukturbenuetzungsentgelt): Hinzu kommt eine rapide steigende Schienenmaut (IBE), die durch Verordnung des Verkehrsministers festgelegt wird. Aus diesem Titel kommen pro Jahr noch mal 20 Mio Euro auf die Laender zu. Nach OeBB-Rechnung steigt die Schienenmaut von 2001 bis 2010 um 89%. Der Bund verweigert den Laendern die Abgeltung dieser Erhoehung. • Keine Zustaendigkeit fuer Interregional- und Fernverkehr: Es gibt keine koordinierende Instanz fuer die Bereitstellung eines landesgrenzen-ueberschreitenden Taktverkehrs. Kukacka verspricht diesen Taktverkehr in der Oeffentlichkeit, waehrend er sich gleichzeitig aus seiner Verwirklichung verabschiedet. Das hat wiederum folgende Folgen: • Den Laendern fehlt die Planungssicherheit, um ihren Regionalverkehr an ein leistungsfaehiges Hauptnetz (Taktknoten) anbinden zu koennen. • schlechtere Anschluesse und Flickwerk: Oesterreich hat grosse landesgrenzenueberschreitende Pendlerstroeme. Diese Pendler werden bei Laenderplanung Anschluesse verlieren und auf das Auto ausweichen muessen. Statt dessen: eine "richtige" Nahverkehrsreform: 1. Politische Zielbestimmung:Wir muessen wissen, was OePNRV fuer uns leisten soll. Beispiel Schweiz: Dort gibt es einen Volksentscheid, dass alle Siedlungen mit mehr als 100 Bewohnern ganzjaehrig oeffentlich erschlossen sein muessen, und alle Linien (Bus oder Bahn) mit mehr als 500 Passagieren pro Tag im Stundentakt fahren. Derzeit wissen wir zwar, wie viel Oesterreichs oeffentlicher Verkehr kostet, aber nicht einmal, wie viele Menschen er erreicht und wie viele er transportiert. 2. Gemeinsame oesterreichische Strategie:Wir muessen uns gemeinsam entscheiden, wie wir am effizientesten unser Ziel erreichen. Diese Bundesverkehrsstrategie muss vom Bund gemeinsam mit den Laendern erarbeitet und verbindlich beschlossen werden. Kern dieser Strategie muss ein Taktverkehr sein. Diese Strategie muss oesterreich- einheitlich sein, sonst bekommen wir 9 Schrebergaerten. 3. Eigenverantwortliche Planung und Bestellung:Wenn alle wissen, wo wir hin wollen, kann man Kompetenzen neu ordnen: Der Verkehr auf den Hauptstrecken sollte Bundesangelegenheit bleiben. Der Verkehr in der Flaeche (Bus, aber auch Regionalzug) sollte Laenderkompetenz sein. 4.Dann erst Aufteilung der Finanzen nach der Aufteilung der Kompetenzen. Die derzeit geplante Finanzreform spannt den Karren vors Pferd und tut den letzten Schritt, bevor wir ueberhaupt wissen, wie der erste Schritt aussehen soll. (Dies drueckt sich uebrigens auch in der Verhandlungsfuehrung des Bundes aus: Seit September liegt der mittlerweile vierte Entwurf fuer eine Reform vor, der mit dem ersten nicht mehr viel gemein hat). Wir waren noch nie so knapp an einer echten Reform. Es gibt weit gehende Uebereinstimmung fuer oben skizzierten Plan von den Laendern, den Verbuenden, den Verkehrsplanern, VCOe, ArbeitnehmerInnen und mehr. In wenigen Jahren ist eine spuerbare Verbesserung des Oeffentlichen Verkehrs in Oesterreich machbar. Die Planungen und Gesetze sind binnen eines Jahres moeglich, die ersten Ergebnisse gibt es nach 2-3 Jahren. Langfristig braucht so ein Konzept (wie in der Schweiz) 10 Jahre. Kurzfristig muessen wir Schaeden beheben (OeBB) und Investitions-Rueckstand aufholen. Langfristig soll ein deutlich besserer OePNRV nicht mehr kosten als schon derzeit. Das Motto heisst: zuerst denken, dann Geld ausgeben. Das ganze Projekt kostet deutlich weniger als ein einziges Strassen- oder Bahngrossprojekt. (gek.) * Kampagne im Web Obiger Text stammt von der Kampagnenseite der Eisenbahnergewerkschaft http://www.busundbahn.at , wo auch eine Protestpetition unterzeichnet werden kann. Wer weiterfuehrende Informationen dort sucht, sollte die Rubriken "10 Argumente" und "Fakten" meiden -- dort gibt es hauptsaechlich Gejammer. Tatsaechliche Fakten verstecken sich im "Buergermeisterportal": http://www.busundbahn.at/buergermeister/bm-downloads.htm , wo auch der ungekuerzte Text obiger Aussendung nachzulesen ist. ================================================ 14 Wildner Music News Jänner 2006 Von: Günther Wildner ================================================ Sehr geehrte Kolleg/innen und Partner im Musik/Medienbereich! Neben den gewohnten Wildner Music News darf ich Ihnen als Geschäftsführer des Österreichischen Musikrates in Zukunft immer wieder Neuigkeiten dieser Institution im Bereich „ÖMR News“ vorstellen. Mit vielen musikalischen Grüßen Günther Wildner Ankündigungen/Meldungen (1) Zyx Jazz/World VÖs (2) MIDEM 2006 in Cannes Meinung (1) Hans Koller Preisverleihung 2005 (2) Fritz Rau: 50 Jahre Backstage (Buch) (3) Xueping Wang: Musikprogrammierung in den Wiener Hörfunksendern (Diplomarbeit) (4) Wie Profis Sponsoren gewinnen - Roland Bischof (Buch) (5) Sigi Maron schreibt „Abschiedsbrief“ (6) „Kulturmanagement Newsletter“ wieder gratis zu beziehen Musikbusiness (1) Deutsche Bundesgesetze online (2) Music Business-Wissen auf berkleeshares.com (3) Artist, Musicians and the Internet - Studie (4) Schleppender Künstlernachwuchs im Live-Segment ÖMR News (1) ÖMR-Pressekonferenz „Kulturelle und musikalische Vielfalt in Österreich“ (2) Neue ÖMR-Homepage (3) ÖMR-Folder erschienen (4) Symposionsbericht veröffentlicht (5) Culture for Sale-Folder als PDF (6) Stellungnahmen zum Änderungsentwurf des Urheberrechtsgesetzes (7) Ingrid Haimböck verlässt HvKC (8) Präsidentenkonferenz & Enquete (9) ÖKB veranstaltet „Komponieren im Europa des 21. Jahrhunderts“ --------------------------------------------------- Ankündigungen/Meldungen --------------------------------------------------- (1) RANDY BRECKER & MICHAEL BRECKER - SOME SKUNK FUNK! Das sensationelle Leverkusen-Konzert jetzt auf CD und SACD mit JIM BEARD, WILL LEE, PETER ERSKINE, MARCIO DOCTOR + THE WDR BIG BAND KÖLN CONDUCTED BY VINCE MENDOZA Anlässlich der Jazztage fand Ende 2003 in Leverkusen ein einmaliges Konzert statt: Randy Brecker trat zusammen mit seinem Bruder Michael Brecker und den weiteren Gästen Jim Beard, Will Lee, Peter Erskine, Marcio Doctor sowie der WDR Big Band Köln unter der Leitung von Vince Mendoza auf. Zu Gehör kamen dabei die "Hits" aus den Brecker Brothers Jahren wie Some Skunk Funk, Sponge, Strap-Hanging, Song For Barry sowie neue Kompositionen aus der Feder von Randy Brecker. Alle Arrangements stammen von Vince Mendoza. Order-Nr.: BHM 1004-2 Label: BHM, VÖ: 14.11.2005 -- LESZEK MOZDZER - PIANO Neu im ZYX-Vertrieb ist das polnische Label ARMS Records mit Sitz in Warschau, das in Polen einen sehr guten Ruf genießt und dessen Künstler Leszek Mozdzer in seiner Heimat als eine Art „PIANOWUNDER“, die größte Entdeckung des letzten Jahrzehnts, gefeiert wird. Seine Improvisationen über Themen von Frederic Chopin haben Mozdzer zu einem Platz unter den herausragenden Persönlichkeiten und Virtuosen des europäischen Jazz verholfen. Anfang 2005 wurde ihm der Passport des Magazins "Polityka" zuerkannt, ein hoch angesehener Preis der polnischen Medien. Weitere Infos unter: http://www.piano.pl Order Nr: ARMS 1427001/Label: ARMS Records/Style: Avantgarde Jazz/VÖ: 4.11.05 -- MARTELL - présente son interprétation personelle du post-pop Kontrabass trifft auf Indierock-Gitarre, ein Disco-Schlagzeug auf opulente Streicherarrangements, Retro-Keyboards auf Trash-Percussion, eine singende Säge auf eine Philicorda-Orgel und an ausgesuchten Stellen lauscht man dem bezaubernden Gesang von Lisa Bassenge und Inga Lühning. Martell Beigang, Schlagzeuger in der Kultband M. walking on the water, Sänger und Songriter bei EISEN, der schon Doppel-Platin für seine Arbeit mit Dick Brave & the Backbeats einheimste, hat nach fast zweijähriger Arbeit im Alleingang ein brilliantes Ambient Pop Album produziert. Sein Konzept: Musikalische Fragmente dienten als Keimzelle für spontane Aufnahmen mit seinen etwa zwanzig Gästen, die er nacheinander in sein Studio einlud und die ihre unterschiedlichsten Einflüsse einbrachten. Order Nr: CAR 1011-2/Label: Caramelle/Zyx/Style: Ambient Pop/VÖ: 4.11.05 -- HUGO – LA NUIT DES BALANCOIRES Humor, Verrückheit und das Unheimliche lieben die Franzosen an den Kinofilmen von Tim Burton, Tarrantino oder David Lynch. Mit Hugo findet sich ein Äquivalent dazu in der französischen Popmusik. Hugo liebt das Mysteriöse, wobei kindisches und Makabres, Naives und Bizarres dicht beianderliegen. Doch Hugo singt seine sentimentalen, widerspenstigen und grausamen Balladen fröhlich und völlig losgelöst mit engelsgleicher Stimme. Bezaubernde Strophen, wunderschöne backing vocals, mitreißende Melodien und ausgefeilte Arrangements lassen ahnen, dass seine musikalischen Einflüsse von den Beach Boys bis zu Neil Young reichen. Order Nr: Cram 122/Label: Crammed/Style: singer & songwriter/VÖ: 11.11.05 -- CONGOTRONICS 2 – BUZZ’n’RUMBLE IN THE URB’n’JUNGLE Nach den explosiven Konono °1 präsentiert die CONGOTRONICS Serie nun sechs weitere außergewöhnliche Bands aus den Vorstädten Kinshasas. Afrikanische World Musik entsteht auch hier durch Experimentieren nach dem Do It Yourself-Prinzip mit allem, was die Straße hergibt und die traditionellen musikalischen Wurzeln. Verzerrte Sounds, übersteuerte Amplifier aber auch die ganze Bandbreite an Rhythmen, schwirrenden Gitarren, hypnotisierenden Daumenklavieren und Gesängen – abgefahren! Order Nr: Craw 29/Label: Crammed/Style: worlmusic/VÖ: 11.11.05 -- FELLINI SPECIAL FELLINI SPECIAL Vor 12 Jahren verstarb einer der größten Regisseure der Filmgeschichte. Auf dem italienischen Label CAM/CAMJ sind Federico Fellini 3 Backkatalog-Veröffentlichungen gewidmet, die wir nun anlässlich des am 20.1.1920 in Rimini geborenen Meisters empfehlen möchten: Tutto Fellini - Original- Soundtracks bietet einen Querschnitt des Schaffens im 2 CD Set Digipack. Dieses 2 CD–Set beinhaltet chronologische Auszüge aller 23 Fellini Original- Soundtracks, die Nino Rota für Fellini komponiert hat. Inkl. 64 seitigem ausführlichem Booklet. Order-Nr.: CAM 493061-2, VÖ: 13.01.06 -- 8 ? - Original- Soundtrack Nico Rota hat für Fellini die wunderbaren Soundtracks geschrieben und musikalisch umgesetzt. Der Soundtrack für Fellini’s 81/2 stammt von 1963 und karikiert auf geniale satirische Weise die Welt des Showbusiness. 81/2 hat einen Oscar für den besten ausländischen Film gewonnen. Den Klassiker gibt es nun im Digipack mit Liner Notes in 5 Sprachen. Order-Nr: CAM 511316-2, VÖ: 13.01.06 -- Wheeler, Peranunzi, Haden, Potter, Motion - Fellini Jazz Auf „Fellini Jazz“ werden ausgewählte Melodien von Nico Rota in einem jazz-orientierten Gewand präsentiert. Das Label Cam Jazz konnte hierfür keine geringeren Persönlichkeiten gewinnen wie Kenny Wheeler, der gerade die German Jazz Trophy gewonnen hat, Enrico Pieranunzi, Charlie Haden, Paul Motion und Chris Potter. Die angesehene engl. Tageszeitung “The Guardian” schreibt über diese jazzige Neuinterpretation: ”beautifully balancing the freedoms of the players against the fragile poetry of Rota's dolorous waltzes”. Ein 16-seitiges Booklet und das Digipack, Liner Notes von Ira Gitler und Enrico Pieranunzi runden dieses besondere Album ab. Order Nr: CAMJ 7761-2/Label: CAMJ/Style: Jazz, VÖ: 13.01.06 ----------------- VIVA ZAPATERA! – Soundtrack von Riccardo Giagni und Maurizio Rizzuto zur satirischen Dokumentation über den Stand der Meinungsfreiheit in Italien von Sabine Guzzanti. Order-Nr. CAM 515347-2 / Label: CAM / VÖ: 20.01.06 -- News: “tok tok tok” erhielten Jazz Award Die Acoustic Soul Formation tok tok tok um die Sängerin Tokunbo Akinro bekamen für 10.000 verkaufte CDs des Albums “about” (BHM 3005-2) den Jazz Award Bundesverbandes der deutschen phonografischen Wirtschaft verliehen. Überreicht wurde er auf den Leverkusener Jazztagen von Festivalmanager Eckhard Meszelinsky. Sichtlich erfreut nahmen die beiden Leader Tokunbo Akinro und Morten Klein den Award, unter großem Beifall des Publikums, entgegen. Auch der Vorgänger „It Took So Long“ (BHM 3004-2) wird in Kürze ausgezeichnet werden. Aktuelle VÖ: „i wish“ Damit präsentieren tok tok tok ihre Lieblingslieder aus den ersten beiden Alben „Love Again“ (2000) und „50 Ways To Leave Your Lover“ (1999), auf denen sie Rock- und Pop-Perlen der 60er und 70er interpretieren. Order Nr: BHM 3006-2/Label: BHM/Style: Jazz/VÖ: 4.11.05 -- German Jazz Trophy 2005 für Kenny Wheeler Der kanadische Jazztrompeter Kenny Wheeler ist der fünfte Preisträger der „German Jazz Trophy - A Life for Jazz“, die gemeinsam von der Sparda-Bank Baden-Würtemberg, der Jazzzeitung und der Kulturgesellschaft Wort und Musik e.V. vergeben wird. Die Stifter heben jedoch nicht nur seine stilbildende Arbeit als Solist hervor, sondern auch den Komponisten und Arrangeur Wheeler, der unzählige Stücke für kleine und große Ensembles geschrieben hat. Aktuelle Veröffentlichung: What Now? (CAMJ 7768-2) mit Chris Potter, John Taylor und Dave Holland --------------------------------------------------- (2) MIDEM 2006 in Cannes All zuviel – möchte man meinen – hat sich seit der letzten MIDEM mit „Music goes mobil“ nicht getan: Der Markt erholt sich nicht, die legalen Downloads steigen zwar an, aber außer Apple-Schultergeklopfe testet man nur träge die neuesten Handys, die auch Musikplayer sind – die Innovationen und Potentiale im digitalen Contentbereich hat man vor 3 Jahren noch um einiges rosiger gemalt. Egal - hingefahren wird und selbst gesehen! Ich bin zumeist am österreichischen Klassikstand anzutreffen (Standbetreuung in meiner Funktion als ÖMR-Geschäftsführer) und freue mich jederzeit über Gespräche und Fachsimpeln aller Art. Mein MIDEM-Nachbericht dann in den „Wildner Music News“ Februar. http://www.midem.com --------------------------------------------------- Meinung --------------------------------------------------- (1) Hans Koller Preisverleihung 2005 Lieblos wurde er verliehen, dieser österreichische Jazzpreis am 9. Dezember 2005! Hätte Hans Koller wohl nicht so gefallen wie sich Mathias Rüegg und Alfred Koll durch eine offensichtlich als Last empfundene Veranstaltung im schlechtesten Wortsinn improvisierten. Überhaupt nicht vorbereitet und so ganz ohne Glanz und Glamour wurden hier die Preise in die Hände der meistens schweigenden Musiker/innen gedrückt – davon hat niemand etwas, nicht das Publikum, nicht die Medien und die Prämierten schon gar nicht. Aber es wurde gute Miene zum dilettantischen Spiel gemacht, und dann war es auch schon wieder schnell vorbei. Dass die folgenden Musikbeiträge bestens bis hochklassig waren, ist man in Wiens Porgy&Bess ja gewöhnt. Der österreichische Jazz, seine Szene und Protagonisten sind geschätzt und anerkannt, sicherlich auch aufgrund des jährlich verliehenen Hans Koller Preises, der das beste Album, den Newcomer des Jahres, den Sideman des Jahres etc. aus Österreich im Bereich Jazz auszeichnet. Ein bisschen Musikpreise im Fernesehen schauen und sich ein wenig beraten lassen, und im nächsten Jahr dann kann der Verleihungsakt hoffentlich wertiger und hochklassiger, eben der Musik entsprechend, durchgeführt werden. Möge die Übung gelingen! Alle Einzelheiten unter: http://www.hanskollerpreis.at -------------------------------- (2) Fritz Rau: „50 Jahre Backstage. Erinnerungen eines Konzertveranstalters“ Vorwort von Udo Lindenberg Verlag: Palmyra, Heidelberg 2005. „Gestern hab’ ich Fritz Rau kennen gelernt!“ – so oder so ähnlich könnte ein Leser nach der Lektüre der Autobiografie „50 Jahre Backstage“ des Doyens der deutschen Live-Veranstaltungsszene sprechen. Denn offen und ungeschminkt - Rau der Wurstesser und Biertrinker fernab der Kaviargesellschaft - jedoch niemals anbiedernd unternimmt der legendäre Musikliebhaber unter den Veranstaltern eine sehr persönliche, umfang- und anekdotenreiche Rückschau auf 50 Jahre stressbehaftetes und emotionales Musikpräsentieren. Neben seiner konturierten Persönlichkeit scheinen es Sachverstand und die Liebe zur Musik gewesen zu sein, die ihn vor schwierigen und kostspieligen Live-Konzepten nicht zurückschrecken ließen und Künstler als Menschen mit all ihren Bedürfnissen und Schrulligkeiten behandeln ließen. Es macht sich auf jeden Fall bezahlt, dass Fritz Rau für diese Autobiografie selber zum Stift gegriffen hat, denn die Tonarten und Klänge der Geschichten und Geschichtchen, aber auch der Selbstentäußerungen wirken wie ein mündliches Gespräch, nicht hingerückt zum Denkmalbau und nicht zurecht geschrieben zur Selbstbeweihräucherung. Der gelegentlich ausflippende Rau wird nicht verschwiegen, ganz genauso nicht der nicht vorhandene Vater Fritz, den die Kinder bei Heimgastspielen gerne wieder fortschicken, weil das übliche familiäre Gleichgewicht gestört ist. Heute kann Fritz Rau diese Versäumnisse als Großvater zwar nicht gut machen, jedoch nachholen. Aus musikwirtschaftlicher Sicht ist „50 Jahre Backstage“ erstens ein spannender Abriss des deutschsprachigen Live-Entertainmentmarktes ab den 50er Jahren, zweitens ein sich aus vielen Details zusammensetzender Leitfaden für den Live-Veranstaltungsbetrieb und drittens ein großes Plädoyer für die Musik an sich und den Aufbau ihrer Interpreten. Nichts anderes braucht die Musikwirtschaft heute mehr als diese seit Jahrzehnten gültigen Stammbucheintragungen. Leider sind die Stammbücher seit Jahren zugeschlagen und mit dicken Controllingberichten beschwert, u.a. ein Grund dafür, dass die großen Persönlichkeiten in der Musikvermarktung und -präsentation in viel geringerer Zahl nachwachsen als früher. Darum gilt der agile Fritz Rau vielen als Dinosaurier, ein Überlebender aus einer Zeit, in der die spontane Musikbegeisterung noch selbstverständlich das betriebswirtschaftliche Kalkül überstimmen durfte. Dass österreichische Künstler (Peter Alexander, Udo Jürgens, Austria 3 etc.) immer wieder das Salz in der deutschen Entertainmentsuppe waren, ist ein richtiger Befund, der den germanischen Entscheidern doch wieder Ohren wachsen lassen sollte, die nach DJ Ötzi und Christl Stürmer bereits wieder der Taubheit verfallen scheinen. Möge Fritz Rau der Branche mit taktischen Tipps und dem erfahrenen Weitblick als Non-Playing-Captain noch lange erhalten bleiben. Laudatoren/innen gab es zurecht bereits viele, daher nur ganz kurz: „Sehr geehrter Herr Rau! Wenn die hinter Ihrer jahrzehntelangen Veranstaltertätigkeit stehenden Überzeugungen auch nur den einen oder anderen Überzeugungstäter entzündet haben, dann zahlen Ihre Mühen neben den wunderbaren Konzerterlebnissen, die sie abertausenden Menschen beschert haben, auch musikbusinesstechnisch ausführlich zurück, vielen Dank!“ http://www.palmyra-verlag.de --------------------------------------------------- (3) Wang, Xueping: Musikprogrammierung in den Wiener Hörfunksendern (Diplomarbeit) Wirtschaftsuniversität Wien, 2005. Auf der Basis qualitativer Experteninterviews nähert sich Xueping Wang ausführlich und detailreich dem Phänomen der Musikprogrammierung am Beispiel der wichtigsten Wiener Radiosender (Ö3, FM4, Antenne, Energy, Kronehit, 88.6). Die Autorin geht von einem Abhängigkeitsmodell aus, bei dem die Musikprogrammgestaltung das Ergebnis des Dreiecks „Konsument“, „Musikpromoter“ und „Hörfunkveranstalter“ ist. Der gesamte Komplex von Markt- und Musikpräferenzforschung, Zielgruppenanalyse, Songtesting, Selector, Beraterfirmen, Werbemarkt, Erfahrung & Bauchgefühl in der Programmierung, der „richtige Mix“, Charts/Airplay/Verkauf, Rotationen, Konkurrenzbeobachtung, Key-Artists und Formatradio-Superstars, Radios & Plattenfirmen und vieles mehr wird im Vergleich der Aussagen der Programmierungsverantwortlichen, die allerdings anonym bleiben wollten, plastisch und umfänglich analysiert. Eine sehr gelungene Aufarbeitung! Für den digitalen Bezug diese Diplomarbeit bitte um Kontaktaufnahme per Email. -------------------------------------------------- (4) Roland Bischof: Wie Profis Sponsoren gewinnen Basiswissen und Leitfaden für die Praxis, Edition Praxis.Wissen Verlag BusinessVillage, 2004 Vor allem das Nomen „Leitfaden“ im Untertitels des Buches lässt den praxisorientierten Sponsoringinteressierten aufhorchen: „Steht hier drinnen, wie es geht?“ Ja, durchaus, vor allem versucht Autor Roland Bischof darauf hinzuweisen, wie Fehler beim Anbieten und in der Sponsorzusammenarbeit vermieden werden können. In Stichworten klingt das ungefähr so: Leistung & Gegenleistung Erwartungen und Zielsetzungen des Sponsorings definieren Win-Win-Situation Sponsoring als integraler Bestandteil moderner Unternehmenskommunikation Sponsoringkonzept (Prüfung sinnvoller Sponsorenintegration, Definition eigener Leistungen & deren Konkretisierung, Sponsorenrelevanz, interne Sponsorenstruktur, Zusammensetzung der Sponsorpakete, Bewertung, Auswahl potentieller Sponsoren) Präsentation Verhandlung, Absichtserklärung, Vertrag Zusammenarbeit mit Agenturen Ein Adressenverzeichnis rundet das kompakte, ca. 40-seitige Buch ab – eine Empfehlung für praxisorientierte Sponsoringanbieter! http://www.businessvillage.de --------------------------------------------------- (5) Sigi Maron schreibt „Abschiedsbrief“ Unlängst veröffentlichte der österreichische Komponist und Interpret Sigi Maron auf seiner Homepage einen „Abschiedsbrief“ (in der gleichnamigen Rubrik), der sein Ausscheiden aus der österreichischen Sony BMG nach jahrelanger Unternehmenszugehörigkeit (BMG) dokumentierte, aber nicht nur das! Dieser umfangreiche Text vermittelt sich nicht nur als Totalabrechnung mit dem heimischen SONY BMG-Management, sondern darf in seiner sprachlichen Brillanz und treffsicheren Analyse als der Globalisierungskritiktext der letzten Monate für die Musikbranche, und nicht nur die, gelesen werden. In unvergleichlicher, oft auch durchaus deftiger Weise, liest der Großmeister des politischen Dialektliedes der Tonträgerbranche sowie den Konzernen der Welt gehörig die Leviten. Diese Einschätzungen und Kritiken sollten nicht nur auszubildenden Musikbusinesseleven als Anschauungsmaterial eines Betroffenen dienen, sondern unsere Branche insgesamt in einen Dialog führen, der neben betriebswirtschaftlichen Sichtweisen vor allem auch künstlerische und menschliche ins Zentrum der Musikbranchenumwälzungen und ihrer oft irrationalen Auswirkungen stellen sollte. Nachdem der Text sich nicht mehr auf der Sigi-Maron-Seite online befindet, ist er mit anschließender Leser-Diskussion auf den Seiten der Musikergilde zu finden. http://www.maron.at http://www.musikergilde.at/index.php?cccpage=coda_aktuell_artikel_detail&set _z_m_coda_aktuell=192&set_z_m_coda_kat=8 --------------------------------------------------- (6) „Kulturmanagement Newsletter“ wieder gratis zu beziehen Umfangreiche Informationen aus Kulturmanagement, -politik und -wirtschaft! 16.000 Newsletter-Leser, ausführliches Onlineportal mit Literaturtipps (fundierte Rezensionen), Stellenmarkt und Termintipps. Das Länder-übergreifende Korrespondentennetzwerk lässt eine kompetente und umfangreiche Netzwerkplattform entstehen. Für Kulturmanager ein Muss! http://newsletter.kulturmanagement.net bzw. http://www.kulturmanagement.net --------------------------------------------------- Musikbusiness --------------------------------------------------- (1) Deutsche Bundesgesetze online Bundesjustizministerin Brigitte Zypries hat im Rahmen des Festaktes zum 20-jährigen Jubiläum der juris GmbH den öffentlichen Zugang zu allen Gesetzen und Rechtsverordnungen des Bundes im Internet frei geschaltet (ca. 5000 Stück). Die Gesetze und Rechtsverordnungen werden von der Dokumentationsstelle des Bundesjustizministeriums fortlaufend konsolidiert und können so in ihrer geltenden Fassung abgerufen werden. http://www.gesetze-im-internet.de --------------------------------------------------- (2) Music Business-Wissen auf berkleeshares.com Wie Gerd Leonhard richtig in seinem Newsletter hingewiesen hat, finden sich umfangreiche Beiträge und Gratis-Berklee-Lessons zum interessanten Bereich des Musikbusinesswissens auf der folgenden Internetpräsentation: http://www.berkleeshares.com/music_business__careers --------------------------------------------------- (3) Artist, Musicians and the Internet - Studie Unter dem Titel “Artist, Musicians and the Internet” untersuchte eine umfangreiche amerikanische Studie die Meinung von Künstlern zu Internet und Urheberrechtsfragen. Nicht allzu erstaunlich sind die Ergebnisse von prinzipiell gegenüber Gratis-Downloadern toleranten Musikern, die, selbst ausführliche Multi-Media-Content-Nutzer, jedoch die Kontrolle über ihre Werke behalten und gestalten möchten. Jetzt als Gratis-PDF. http://www.pewinternet.org/pdfs/PIP_Artists.Musicians_Report.pdf --------------------------------------------------- (4) Schleppender Künstlernachwuchs im Live-Segement George Varga wirft in seinem Beitrag zur Entwicklung des Musik-Live-Entertainments ein kritisches Licht auf den Bereich des Artist Developments. Sehr richtig fragt er, wer die neuen Superstars sein werden, die nach McCartney, Springsteen, U2 und den Stones die Arenen füllen werden, wenn die das Formatradio beherrschenden HipHop und R&B-Acts in der Live-Schiene aufgrund der Beschaffenheit ihrer Musik und des eher geringen Publikumsinteresses nicht signifikant auf die Beine kommen. Ein wichtiger und richtiger Beitrag, der die regelmäßigen Jubelmeldungen zum Live-Entertainmentgeschäft relativiert. http://www.signonsandiego.com/news/features/20051211-9999-1a11varga.html --------------------------------------------------- ÖMR News (Österreichischer Musikrat) --------------------------------------------------- (1) ÖMR-Pressekonferenz „Kulturelle und musikalische Vielfalt in Österreich“ Folgende drei Themen wurden in der Pressekonferenz am 17. November behandelt: - Österreichischer Musikrat setzt UNESCO-Konvention national um - “Mit 1 Takt im Kriminal” – Wie das Notenkopierverbot die Musikausübung verunmöglicht - Symposionsbericht der Konferenz „Kreativität und Pluralismus“ und neue Homepage des ÖMR Der ÖMR konnten diese Informationen in kompakter Form den Medienvertretern vorstellen, wobei Harald Ossberger, Harald Huber, Wolf Peschl, Paul Hertel, Wolfgang Findl und Günther Wildner sich die Präsentation der Inhalte teilten. Die Medienrezeption der PK fiel zufriedenstellend aus: Neben zahlreichen Ankündigungen brachte in der Nachberichterstattung die APA eine sehr ausführliche Agenturmeldung, die der Standard Online übernahm. Die Kleine Zeitung veröffentlichte eine Meldung zum Notenkopierverbot, Musikwoche Online berichtete mit Foto. Ebenfalls bebildert berichteten die Branchenmagazine „Sound & Media“ (Österreich) sowie mit einer einseitigen ÖMR-Story der „Musikmarkt“ (Deutschland). --------------------------------------------------- (2) Neue ÖMR-Homepage Die komplett neu gestaltete Internetpräsenz des ÖMR ist zeitgleich mit der ÖMR-PK online gestellt worden. http://www.oemr.at --------------------------------------------------- (3) ÖMR-Folder erschienen Erstmalig hat der ÖMR einen Informationsfolder zu seinen Zielen, Tätigkeiten, Gremien (Vorstand, Kuratorium), Mitgliedern und Mitgliedschaften erarbeitet. Die Gratis-PDF-Version dieses Faltfolders finden Sie auf der Homepage in der Rubrik „ÖMR - Info-Folder“. --------------------------------------------------- (4) Symposionsbericht veröffentlicht Der Bericht des ÖMR-Symposions „Kreativität und Pluralismus“ vom April 2004 ist erschienen. Die gesamte Publikation steht als Gratis-PDF-Download auf der Homepage des ÖMR bereit (Rubrik „Aktuell“). --------------------------------------------------- (5) Culture for Sale-Folder als PDF Der informative Folder „Culture for Sale? Ist der Warencharakter von Kunst und Kultur ihr wahrer Charakter?“ mit Informationen u.a. zur UNESCO-Konvention zur kulturellen Vielfalt ist in einer PDF-Version verfügbar: http://www.oemr.at Rubrik „Kulturpolitik – Kulturelle Vielfalt“ --------------------------------------------------- (6) Stellungnahmen zum Änderungsentwurf des Urheberrechtsgesetzes Die Stellungnahmefrist bezüglich der Novellierung des Urheberrechtsgesetzes lief mit 15. November aus. Der Österreichsche Musikrat gab keine Stellungnahme ab, weil die in Frage stehenden Thematiken den Musikbereich nicht substanziell berührten. Der Kulturrat Österreich verfasste im Sinne seiner Mitgliedsorganisationen IG Autorinnen/Autoren, IG Bildende Kunst und Dachverband der Filmschaffenden eine unterstützende Stellungnahme dieser Positionen. Der Gesetzesentwurf setzt zwei Richtlinien der EU um, und zwar die Richtlinie 2001/84/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 27. September 2001 über das Folgerecht des Urhebers des Originals eines Kunstwerks und die Richtlinie 2004/48/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 29. April 2004 zur Durchsetzung der Rechte des geistigen Eigentums, diese jedoch nur mit Beziehung auf das Urheberrecht und die verwandten Schutzrechte. Darüber hinaus wird den Filmurhebern durch eine Ergänzung des § 38 UrhG ein Beteiligungsanspruch am sogenannten „Kabelentgelt“ eingeräumt. --------------------------------------------------- (7) Ingrid Haimböck verlässt HvKC Nach zehnjährigem Bestehen führt das Herbert von Karajan Centrum Umstrukturierungen durch, die unter anderem mit personellen Veränderungen einhergehen. So wird Direktorin Ingrid Haimböck ihre bisherige Wirkungsstätte zum Jahresende verlassen, um sich neuen Aufgaben zu widmen. Als Kuratoriumsmitglied bleibt sie dem Österreichischen Musikrat in ihrer Funktion als stellvertretende Vorsitzende erfreulicherweise erhalten. --------------------------------------------------- (8) Präsidentenkonferenz & Enquete Der ÖMR arbeitet u.a. im Rahmen der Präsidentenkonferenz Musik an der Durchsetzung einer parlamentarischen Enquete zur Situation der Musik in Österreich im Mozartjahr 2006. Nach der Anhörung der Kultursprecher der Parlamentsparteien, die einer solchen Enquete grundsätzlich positiv gegenüberstehen, und einer ersten Themensammlung werden folgende Schritte bis Mai 2006 unter der koordinierenden Tätigkeit des MICA durchgeführt: - Präzisierung, Gewichtung und Formulierung der Themen innerhalb der Präsidentenkonferenz. - Einbeziehung der Musikwirtschaft bzw. der nicht in der Präsidentenkonferenz vertretenen Musikorganisationen. Themen und ihre Gewichtung sollen eingeholt und koordiniert werden. - Präsentation des Themenkataloges und der Forderungen bei den Kultursprechern und in weiterer Folge Terminfixierung der Enquete für das zweite Halbjahr 2006. --------------------------------------------------- (9) ÖKB veranstaltet „Komponieren im Europa des 21. Jahrhunderts“ Der Österreichische Komponistenbund, Mitglied des ÖMR, lädt zur Teilnahme am Europäischen Komponistenkongress vom 2.-5. Februar 2006 in Wien im Gläsernen Saal des Musikvereins ein. Im Rahmen dieser Veranstaltung soll u.a. die Gründung eines zumindest europäischen Dachverbandes der Komponistenvereinigungen erfolgen. Sämtliche Informationen finden Sie unter: http://www.komponistenbund.at/kongress/d/ -------------------------------------------------------- Für Newsletterabmeldungen: Retour-Mail mit „unsub“ und Angabe der zu löschenden Adresse -------------------------------------------------------- Wildner Music - Dienstleistungen im Musikbusiness Mag. Günther Wildner Zwerngasse 6/5, 1170 Wien Fon/Fax: +43 1 4840428 Mobilfon: +43 699 12696542 E: wildner at wildnermusic.com I: http://www.wildnermusic.com _______________________________________________ Widerstand mailing list Widerstand at no-racism.net http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/widerstand ================================================ ================================================ INTERNATIONALE SOLIDARITÄT ================================================ ================================================ 15 “FGM is killing a woman”, Vier Interviews über Weibliche Genitalverstümmelung Von: wadi wien ================================================ WADI-Mitarbeiterin Sandra Strobel führte im Irak vier Interviews über Weibliche Genitalverstümmelung (FGM), die wir zur besseren Lesbarkeit bei Nachfrage auch gerne als attachment zuschicken. Awat Mohammad / "Warum ist ein groß angelegtes Research zum Thema FGM im Nordirak dringend notwendig?" Runak Faraj / „ Ist es denn möglich, dass wir all die Jahr für ein freies Kurdistan gekämpft haben und jetzt sind wir Frauen nicht frei? Was für eine Freiheit ist das?“ Trifa Ali / „ Bildung und Aufklärung sind der einzige Weg“ Nias M. / “FGM is killing a woman” ---------------------------------------------------------------------- Weitere Informationen rund um die Thematik Weiblicher Genitalverstümmelung / Nordirak, finden Sie unter folgendem Link: http://www.wadinet.at/Projekte/fgm.php und: http://www.wadinet.de/projekte/frauen/fgm/studie.htm ---------------------------------------------------------------------- Von 2006 bis Ende 2008 unterstützt die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit (OEZA) ein Frauengeleitetes Mobiles Team und vier Frauenzentren im Nordirak, in denen u.a. Anti-FGM-Aufklärungsprogramme durchgeführt werden. Zur Durchführung unserer Projekte sind weitere Spenden notwendig, jeder Euro zählt! http://www.wadinet.at/Help/index.php ---------------------------------------------------------------------- “FGM is killing a woman” Interview mit Nias M. Nias M. wurde 1979 in Suleymaniah / Nordirak geboren. Nach dem Studium arbeitete sie zunächst als Grundschullehrerin. Seit 3 Jahren ist sie am College of sociology der Universität Suleymaniah tätig und gab eine Studie zum Thema Selbstverbrennung von Frauen im Nordirak heraus. Sie gehört damit zu der Schicht junger Frauen, die alten Traditionen kritisch gegenüber stehen und die für eine weit reichende Emanzipation der Frauen kämpfen. Als ehemalige Studentin der Universität Suleymaniah gehört sie gleichzeitig zur der Gruppe junger Frauen, die am ehesten die Möglichkeit haben, sich kritisch mit diesem Thema auseinander zu setzen. Suleymaniah hat den Ruf, eine fortschrittliche und westlich beeinflusste Stadt zu sein, in der Frauen mehr Freiheiten haben als in anderen nordirakischen Städten. Dies hängt eng damit zusammen, dass in der ehemalige „ Intellektuellenstadt“ Suleymaniah die meisten Großfamilien Verwandte in Europa oder Amerika haben. Im Sommer sind in Suleymaniah vereinzelt junge Frauen in knielangen Röcken anzutreffen und ein Schwimmbad bietet neuerdings 2 Stunden täglich Frauenschwimmen an. So verhältnismäßig modern Suleymaniah auch auf den ersten Blick wirken mag, so traditionell und diskriminierend bleibt die Situation für viele Frauen und Mädchen. FGM existiert auch in Suleymaniah und weiterhin müssen 4-12-jährige Mädchen diese extrem schmerzhafte, gefährliche und menschenverachtende Verstümmelung über sich ergehen lassen. Bisher gibt es sehr wenige Studien zum Thema FGM. Runak Faraj, Leiterin der Frauenzeitung REWAN gibt in ihrer Stichprobenuntersuchung an, dass im Jahre 2002 in den einfacheren und ärmeren Vierteln der Stadt Suleymaniah 20 % der 4- 10-jährigen Mädchen Opfer der Klitoris-und Schamlippenamputation geworden waren, während es in den Mittelklassevierteln etwa 5 % waren. Diese Ziffern beziehen sich ausschließlich Neufälle bei Mädchen zwischen 4-11 Jahren, die im Jahr 2002 Opfer von FGM wurden. In der nordirakischen Hauptstadt Erbil betrug die Rate bei 4-10-jährigen Mädchen in den gebildeten Vierteln 25 %. FGM bleibt weiterhin ein Thema, über das in der kurdischen Gesellschaft nicht gesprochen wird. Und doch ist der Gesprächsbedarf bei vielen jungen Frauen inzwischen groß. Wadi: Wie würdest Du FGM definieren? N.M:„ It is killing a woman“ Wadi: Die Folgen von FGM sind sehr gefährlich und führen häufig zum Tod oder zu lebenslangen psychischen und körperlichen Beschwerden. Warum wird FGM deiner Meinung nach weiterhin in Irakisch–Kurdistan durchgeführt? N.M.: Unser größtes Problem ist die Unwissenheit. Viele Menschen hier sind Analphabeten und waren nur sehr kurz oder überhaupt nicht in der Schule. Außerdem ist Sexualität in unserer Gesellschaft ein absolutes Tabuthema. Wir sprechen nicht darüber. Ich denke, FGM kommt ursprünglich vor allem daher, dass die Männer die Frauen kontrollieren möchten. Verschiedene Gründe sind anzuführen, wobei man zwischen den Städten und den ländlichen Gebieten unterscheiden muss. Auf dem Land, wo Mädchen in der Regel überhaupt nicht zur Schule gehen und die Jungen höchstens bis zur 5. Klasse, ist die Unwissenheit das größte Problem. Die Menschen leben nach Traditionen und Religion. Unsere Vorfahren haben außerdem den Islam falsch ausgelegt. Sie haben FGM einfach übernommen ohne das zu hinterfragen oder nachzufragen, wo das eigentlich steht. Im Koran steht nämlich nicht, dass Frauen beschnitten werden sollen. Aber das wissen die Leute auf dem Land nicht. Für sie ist FGM Tradition geworden. Daher sagt man dort, - und auch teilweise in der Stadt-, dass die Klitoris haram ist (haram wird im Islam alles bezeichnet, dass schmutzig, schlecht und gegen die Religion ist). Man sagt, Frauen, die ihre Klitoris besitzen, haben einen schlechten Charakter. Man sagt, sie würden fremdgehen und sie würden ihre Ehemänner mit einem nymphomanen Sextrieb ermüden. Und die Männer hier haben sehr viel Angst davor, von ihren Frauen betrogen zu werden. Außerdem sagt man, unbeschnittene Frauen könnten nicht kochen. In der Tat dürfen sie auch nicht kochen und noch nicht einmal Wasser reichen, da sie als schmutzig betrachtet werden. Das alles hängt mit dem Bildungsniveau zusammen. Auch in Suleymaniah gibt es FGM, denn es wird als Tradition betrachtet und Traditionen dürfen nicht in Frage gestellt werden. Tradition ist sehr wichtig für die kurdische Identität, denn wir haben unter Saddam sehr gelitten. Wadi: Der Mufti von Suleymaniah hat kürzlich eine Fatwa gegen FGM erlassen. Denkst Du, dass dies dazu beiträgt, FGM zu verringern? N.M.: Wer hat eine Fatwa erlassen? Diese Fatwa kennt hier niemand. Ich kenne sie auch nicht und ich wohne in Suleymaniah. Ich glaube das erst, wenn ich sie gesehen habe. Wadi: Lass uns über die Verantwortlichen von FGM sprechen. Du hast gesagt, FGM käme daher, dass Männer ihre Frauen kontrollieren wollen. Es sind aber die Frauen, die FGM an ihren eigenen Töchtern und Nichten durchführen. Warum tun sie ihren Töchtern dasselbe an, das sie selbst durchmachen mussten und dessen schwerwiegende Folgen sie kennen? N.M.: Ja, es sind die Frauen aus der eigenen Familie, die FGM durchführen, aber erstens wissen sie meist gar nicht, dass die Schmerzen und Eheprobleme, die sie haben, von FGM kommen und zweitens machen die Frauen das nur wegen den Männern. Sie möchten einen Konflikt in der Familie vermeiden. Es stimmt nicht, dass kurdische Frauen frei sind. Frauen haben in dieser Gesellschaft überhaupt keine Freiheiten. Außerdem kann man sowieso nicht sagen, dass es „ die kurdischen Frauen“ gibt, denn eine Frau im Dorf ist in ihren Möglichkeiten noch viel beschränkter wie eine Frau in Suleymaniah. Alle Frauen wissen, dass es eine rote Linie gibt, die nicht überschritten werden darf. Freiheit kann es, wenn überhaupt, nur innerhalb dieser Linie geben. Die Frauen wissen ganz genau, dass es gewisse Traditionen und Regeln gibt, die sie einhalten müssen, ohne das ihr Ehemann sie ausspricht. Frauen sind in der kurdischen Gesellschaft dafür verantwortlich, Traditionen an ihre Kinder weiterzugeben. Sie wissen ganz genau, dass von ihnen erwartet wird, ihre Töchter zu beschneiden. Leider zeigen die Frauen oft selbst genau die Schwäche, die die Gesellschaft ihnen unterstellt, indem sie sich dm gesellschaftlichen Druck bedingungslos fügen. Wadi: Aber wollen das die jungen Männer von heute wirklich? N.M.: Die zukünftigen Männer der Mädchen, die heute noch verstümmelt werden, wissen das meistens überhaupt nicht und werde es erst bei ihrer eigenen Hochzeit erfahren. Die Männer, die heute in meinem Alter sind, haben Angst, die Kontrolle zu verlieren. Sie denken, dass sie die Kontrolle völlig verlieren würden, wenn sie den Frauen eine Chance geben würden. Die Männer von hier sagen: „Frauen haben ihr Gehirn zwischen den Beinen.“ Wadi: Was denkt deiner Meinung nach die Generation der jungen Frauen in deinem Alter in Suleymaniah heute darüber? N.M.: Ich bin sicher, in Suleymaniah sind alle dagegen. In der Vergangenheit ließen sich die Mädchen noch überzeugen, dass es gut für sie sei, sich auf diese Art und Weise kalt stellen zulassen. Aber ich bin sicher, dass heute alle, die das durchmachen mussten gegen FGM sind. Wadi: Heißt das, dass Hoffnung besteht und FGM in einigen Jahren im Nordirak nicht mehr existieren wird? N.M.: Nein, so einfach ist das nicht. Viele Mädchen auf den Dörfern wissen bis heute nicht, dass FGM etwas Schlechtes ist und dass der Koran FGM nicht vorschreibt. Es wird viel Aufklärung nötig sein, um diese furchtbare Praxis zu vertreiben. Auch die Frauen in meinem Alter in Suleymaniah sind nicht frei. Wir müssen tun, was die Gesellschaft und die Männer wollen. Nach der Hochzeit muss die Frau ihrem Mann gehorchen. Wenn du verheiratet bist, bist du in einer extrem schwachen Position. Jeglicher Widerstand ist sehr gefährlich und kann tödlich sein. Meine Freundin von mir war technische Assistentin in Suleymaniah bevor sie heiratete. Sie kommt aus einer gebildeten Mittelschicht und wurde deshalb als kleines Mädchen nicht beschnitten. Ihr Mann, ein Kurde 25-jaehriger aus Suleymaniah, der als Asylbewerber nach Europa gegangen war, war in seine Heimat zurückgekommen, um eine gute Frau auszuwählen, die er nach der Hochzeit mit nach Europa nehmen konnte. Bevor meine Freundin mit ihrem neuen Ehemann nach Europa ging, musste sie seinem Willen gehorchen und sich beschneiden lassen. Sie erklärte mir, dass er sie dazu gezwungen habe, weil er Angst hatte, sie würde in Europa fremdgehen. Diese Meinung ist hier sehr weit verbreitet. Unsere Männer denken nur an sich. Und später beschweren sie sich. Meine Freundin musste sich in einem Krankenhaus im Jahr 2003 in Suleymaniah beschneiden lassen und danach warf ihr Mann ihr vor, dass sie nun so kalt und frigide sei. Ich habe auch von anderen jungen Frauen gehört, die sich auf Wunsch ihres Ehemannes aus Europa beschneiden lassen mussten. Das ist ein neues Problem, das zu dem alten hinzukommt. Wadi: Welche Möglichkeiten gibt es deiner Meinung nach, um zu verhindern, dass noch mehr Mädchen Opfer von FGM werden? N. M.: Die einzige Lösung ist Bildung. Ich denke das Problem beginnt bereits beim Thema Sexualität allgemein. In unserer Gesellschaft wird überhaupt nicht darüber gesprochen, wir Jugendlichen haben sozusagen alle nicht einen blassen Schimmer. Außer an der Universität hat man keine Gelegenheit in irgendeiner Weise überhaupt nur mit dem anderen Geschlecht auch nur im Entferntesten in Kontakt zu kommen. Die Eltern klären ihre Kinder nicht auf. In Suleymaniah kaufen sich die jungen Männer Sexvideos aus Europa. Sie klären dann später ihre Ehefrauen auf. Liebe und Beziehung ist hier ein rein sexuelles, mechanisches Thema. Für Gefühle ist kein Platz. Die jungen Ehefrauen sind ihren Ehemännern sowohl körperlich als auch gesundheitlich und seelisch völlig ausgeliefert. Ein erster Schritt wäre deshalb, ab der Grundschule Aufklärung in den Unterricht einzuführen. Von da aus kann man dann den Schülern über FGM erzählen. Ich wünsche mir außerdem Seminare für Frauen UND Männer and der Universität und in den Dörfern. Besonders in den Dörfern sollte man auch die ältere Generation mit in die Aufklärung einbeziehen, denn sie haben gerade dort meist großen Einfluss. FGM muss in den Medien thematisiert werden. Wenn die Leute darüber im Radio und Fernsehen hören, beginnen sie, darüber nachzudenken. Außerdem sollte es ein großes Forschungsprojekt zu diesem Thema geben. Wadi: Warum hältst du dieses Forschungsprojekt für so wichtig? N.M.: Wir brauchen eine groß angelegte Research, um zunächst einmal Daten zu erheben. FGM war bis vor kurzem ein absolutes Tabuthema und ist es im Großteil der kurdischen Bevölkerung immer noch. Man muss zuerst Daten für den Nordirak erheben, denn die regionalen und sozialen Unterschiede sind groß. Man darf dabei nicht pauschal die Ergebnisse aus Afrika auf die kurdische Gesellschaft übertragen. Die Research wird es ermöglichen, gezielt gegen falsche Vorstellungen von FGM vorzugehen. Wir wollen FGM nicht mehr. Interview mit Nias M. vom 27.07.2005 Das Interview führte Sandra Strobel ----------------------------------------------------------------- FGM in Irakisch-Kurdistan: „Bildung und Aufklärung sind der einzige Weg“ Trifa Ali wurde 1973 in einer Collective Town in der Region Garmyan geboren. Sie lebt heute in Suleymaniah (Irakisch-Kurdistan) und arbeitet für eine kurdische Frauenzeitung. Nach ihrer Tätigkeit als Grundschullehrerin beschloss sie, sich für die Rechte der Frauen einzusetzen. Sie wirkte bei Aufklärungsveranstaltungen sowie bei der Datenerhebung zur Studie Runak Farajs (Runak Faraj: Kurdish community and female genital mutilation, Suleymaniah 2004.) mit. Heute arbeit sie für CSI, eine NGO in Suleymaniah, die sich für die Stärkung der Zivilgesellschaft einsetzt. CSI ist Partnerorganisation von Wadi. Wadi: Warum wird FGM bis heute in Irakisch-Kurdistan praktiziert? T. A.: In den Dörfern ist das größte Problem das große Unwissen der Bevölkerung. Es gibt mehrere Gründe dafür, dass es FGM besonders in den Dörfern bis heute gibt. Denn auf dem Lande ist die FGM-Rate viel höher wie in den Städten. Zum einen wird FGM an jungen Mädchen praktiziert, weil die Familie verhindern möchte, dass die Familienehre in Gefahr gerät. Die Ehre ist das höchste Gut der Familie. Deshalb müssen Mädchen und Frauen sich einem strengen Wertekodex unterwerfen. Dazu gehört vor allem, dass sie unberührt in die Ehe gehen. Dies ist einer der Hauptgründe für FGM. Die Mütter und Tanten amputieren die Klitoris und Schamlippen ihrer Töchter, um deren Verhalten zu kontrollieren. Unbeschnittene Mädchen werden als haram (im Islam: schmutzig, schlecht) betrachtet. Sie werden ausgeschlossen und gelten als Schande. Ich habe Fälle gesehen, in denen junge Ehefrauen am Morgen nach der Hochzeitsnacht von ihrem Gatten verstoßen wurden, weil sie nicht beschnitten waren. Mütter beschneiden ihre Töchter auf dem Land auch im Glauben, ihre Töchter so vor Eheproblemen zu bewahren. Die Frauen denken, sie würden damit etwas Gutes für ihre Töchter tun. Ein weiterer Grund ist die Religion. Viele Menschen glauben, der Islam schreibe FGM vor. Dies ist falsch, denn es steht nicht im Koran geschrieben. Dazu kommt, dass viele Dörfer schon allein geographisch sehr isoliert sind und deshalb an ihren Traditionen festhalten. Sie praktizieren FGM, weil es Tradition ist. Die Frauen kommen nicht einmal auf die Idee, dass dies nicht sein muss. FGM hat viel mit Tradition zu tun. Wadi: Sie sehen FGM also eher als das Resultat von Traditionen als von Religion? Bedeutet das, das die Fatwa, die kürzlich vom Mufti von Suleymaniah gegen FGM erlassen wurde, die Situation nicht besonders verbessern kann? T.A.: Ich weiß gar nicht, dass es diese Fatwa gibt. Das Problem ist hier häufig, dass solche Dinge gar nicht zu den Leuten durchdringen. Die Meinung eines Muftis kann sehr wohl etwas an der Lage ändern, aber die Leute hören in der Regel nur auf „ihren Mufti“, das heißt, auf denjenigen, der für ihre Region zuständig ist. FGM hat sowohl etwas mit Tradition als auch mit Religion zu tun. Das Schlüsselwort ist jedoch die Ehre, denn sie spielt sowohl im Islam als auch in der kurdischen Tradition eine große Rolle. Junge Mädchen sind deshalb der Kontrolle ihrer Verwandten völlig unterworfen. Wadi: Warum tun ausgerechnet Frauen ihren eigenen Töchtern und Nichten so etwas an? T.A.: Sie denken, dass sie damit etwas Gutes für die Mädchen tun. Deshalb ist unser größtes Problem das Unwissen der Frauen. Sobald das Bildungsniveau im gesamten Nordirak höher ist, wird auch die Praxis der Genitalverstümmelung an Frauen zurückgehen. Wadi: Welche Rolle spielen Männer im Bezug auf FGM? T.A.: In den Städten wissen die Männer allgemein vor ihrer eigenen Hochzeit gar nichts davon, denn es ist ein Geheimnis zwischen Mutter und Tochter. Ich denke aber, dass die Jungen und Männer in Suleymaniah heute FGM kritisch gegenüber stehen würden, wenn sie davon wüssten. Sie würden ihre Mütter und Ehefrauen davon abhalten. Ich habe diesen Fall in meiner eigenen Familie in Suleymaniah erlebt. Meine ältere Schwester versuchte ihre achtjährige Tochter zu beschneiden. Ihr 11-jähriger Sohn rannte weinend vor mein Haus und brüllte “ Hilfe, die wollen meine Schwester zerschneiden!“. Nach einem heftigen Streitgespräch konnte ich meine Schwester davon überzeugen, ihre Tochter nicht zu verstümmeln. Auf dem Land ist die Situation anders: Die Jungen wissen meistens von FGM, denn in kleinen Dörfern passiert nichts unbemerkt. Da sie nicht in die Schule gehen halten sie FGM meist auch für richtig. FGM hat sehr viel mit Bildung zu tun. Wadi: Was kann gegen FGM getan werden? T.A.: Das FGM- Problem kann nur durch Bildung und frühe Aufklärung gelöst werden. Man muss versuchen, die Leute in den Dörfern davon zu überzeugen, dass sie falsche Vorurteile haben. Wir sind im Jahr 2003 in Dörfer gefahren und Vorträge über die Folgen von FGM gehalten. Wir haben dafür Männer und Frauen unter den Dorfbewohnern ausgewählt, die schreiben können. Sie können später wie Transmissoren wirken. Danach hat Runak Faraj im Beisein von Ärzten Fragen beantwortet. Die Leute haben uns verstanden und es stellt sich dabei heraus, dass viele gar nicht wussten, das FGM die Ursache ihrer Krankheiten und Beschwerden war. In vielen Dörfern stießen wir auf Ehemänner, die bereuten, dass ihre Frauen beschnitten worden waren. Ich bin überzeugt davon, dass Bildung und Aufklärung der einzige Weg sind, diese furchtbare Praktik zum Verschwinden zu bringen. Interview vom 13.08.2005, Suleymaniah Das Interview führte Sandra Strobel ---------------------------------------------------------- „ Ist es denn möglich, dass wir all die Jahr für ein freies Kurdistan gekämpft haben und jetzt sind wir Frauen nicht frei? Was für eine Freiheit ist das?“ Genitalverstümmelung an Frauen im Nordirak – ein Interview mit Runak Faraj Runak Faraj ist Leiterin der Frauenzeitung REWAN. Sie publizierte im Jahr 2004 eine Untersuchung zum Thema Genitalverstümmelung an Frauen in Irakisch-Kurdistan. Ihr Buch „ Kurdish society and female genital mutilation“ beruht auf Stichproben in verschiedenen Städten, collective towns und Dörfern des Nordiraks. W.: Aus welchen Gründen wird FGM in Irakisch-Kurdistan durchgeführt? R. F.: FGM ist vor allem eine islamische Tradition. Hinzukommt das kurdische Wertsystem. Das höchste Gut der Familie ist ihre Ehre. Ehre ist der Schlüssel zu diesem Thema. Die Männer setzen die Pfeiler dieses System für sich selbst fest. Einer dieser Pfeiler sind die Frauen. FGM dient dazu, die Ehre der Familie zu beschützen. Es ist eine Art von Besitzsicherung. Die Familien beschneiden ihre Töchter generell sehr früh und verheiraten sie meist in sehr jungem Alter, so dass die Mädchen gar nicht dazu kommen, über ihre Situation nachzudenken. W.: Warum wird FGM nicht thematisiert? R.F.: Vor der Errichtung eines autonomen Gebietes in Irakisch-Kurdistan war es uns Frauen selbst gar nicht möglich, über unsere Situation nachzudenken. Es war Krieg, wir hatten andere Probleme. Die politische Situation erlaubte es nicht. Während der Saddamzeit wurden viele Gewaltakte allgemein gegen Frauen begangen. Niemand sagte etwas. Erst 1991 habe ich mir zum ersten mal die Frage gestellt: Warum werden Frauen beschnitten? Ist es möglich, dass wir all die Jahre für ein freies Kurdistan gekämpft haben und jetzt sind die Frauen nicht frei? Was für eine Freiheit ist das? W.: Welche Möglichkeiten gibt es, gegen FGM vorzugehen? R.F.: Die Zahl der betroffenen Mädchen ist erschreckend hoch. Das Problem ist, dass Genitalverstümmelung an Frauen und Sexualität an sich ein absolutes Tabuthema sind. FGM muss ausgesprochen werden und man muss die Frauen aufklären. Viele Frauen lassen sich überzeugen, wenn man ihnen die negativen Folgen von FGM nennt. Dazu sind Studien und Kampagnen notwendig. Suleymaniah, August 2005 Das Interview führte Sandra Strobel, Mitarbeiterin von Wadi e. V. ----------------------------------------------------------------------- Warum ist ein groß angelegtes Research zum Thema FGM im Nordirak dringend notwendig? Ein Interview mit Awat Mohammad Awat Mohammad ist Sozialforscher und publizierte unter anderem eine Studie über Gewalt an Frauen (Awat Mohammad: Domestic violence. A field research on women in Suleymaniah and Garmian districts, Asuda organization for combatting violence women, 2003.) und Selbstverbrennung von Frauen. Er engagierte sich in zahlreichen Projekten und arbeitet zurzeit unter anderem an der Vorbereitung an einem größeren Research über Genitalverstümmelung an Frauen in Irakisch-Kurdistan. Außerdem arbeitet er als Berater für das auch von Wadi mitunterstützte Radio Dangue Newe in Halabja. W.: Warum ist eine groß angelegte Studie zum Thema Genitalverstümmelung an Frauen in Irakisch –Kurdistan dringend notwendig? A.M.: Zunächst müssen wir der Regierung und der Bevölkerung zeigen, dass Genitalverstümmelung an Frauen bei uns ein großes Problem ist. Beide sind sich derzeit nicht darüber bewusst. Die Mehrheit der unverheirateten Männer weiß nicht einmal, dass es so etwas gibt. Wir selbst kennen das exakte Ausmaß dieser frauenverachtenden Praxis heute noch nicht, wir wissen nur, dass ein sehr hoher Anteil der weiblichen Bevölkerung in Irakisch – Kurdistan Opfer von FGM geworden ist. Es gibt große regionale Unterschiede zu beachten. Damit meine ich nicht nur Unterschiede zwischen Stadt und Land sondern auch zwischen den unterschiedlichen kurdischen Regionen. Ein besonders großes Problem mit FGM gibt es zum Beispiel im Hauramangebiet (Gebiet im Nordwestirak an der iranischen Grenze). Dort zwang die terroristische Gruppe Ansar-al-Aslam die Bevölkerung bis 2003, ihre Töchter zu beschneiden. Seit 2003 hat sich die islamistische Gruppierung von dort zurückgezogen, doch die Familien praktizieren FGM aus Angst weiter. Wir müssen diese Studie durchführen, um exaktes Datenmaterial zu bekommen. Danach müssen wir die Bevölkerung und die Regierung aufklären und gemeinsam dieses Problem lösen. Dabei brauchen wir die Hilfe von NGOs, der UN und der Regierung. Wir brauchen diese Studie auch deshalb, um allen einen Hieb- und stichfesten Beweis vorweisen zu können. Dieses Problem gibt es nicht nur in Irakisch-Kurdistan, sondern auch in der Türkei und im gesamten Irak. Wir brauchen einen starken Gesetzgeber, der auf Basis dieser Studie Gesetze und Maßnahmen durchsetzt, die es uns ermöglichen, FGM zu beseitigen. W.: Warum wird FGM in Irakisch-Kurdistan ihrer Meinung nach praktiziert? A.M.: Unbeschnittene Frauen werden als haram (nach dem Islam: schmutzig, schlecht) betrachtet. Sie werden ausgeschlossen. Erst kürzlich wurde in Quaradagh eine junge Ehefrau nach der Hochzeitsnacht von ihrem Mann verstoßen, weil sie unbeschnitten war. Dies war für sie und ihre Familie eine Katastrophe. Männer denken hier, dass ihre Ehefrauen beschnitten sein müssen. Ob ein Mädchen beschnitten wird, hängt dann in zweiter Linie von der einflussvollsten Frau in ihrer Familie ab. Dies kann die Mutter, die Großmutter oder eine Tante sein. Deshalb müssen wir eine Studie machen, die sich auf die gesamte Großfamilie als solche bezieht. Ein weiteres Problem ist, dass es keinen gesetzlichen Druck gibt. Die Täterinnen werden in der Praxis nicht belangt. Außerdem ist FGM ein Tabuthema. Wir müssen versuchen, die Bevölkerung dazu zu bringen, dieses Thema auszusprechen und zu diskutieren. FGM wird in Irakisch – Kurdistan aus mehreren Gründen durchgeführt: Es ist sowohl eine Frage der Tradition, als auch der Religion, der Gesellschaft, der Region, der Bildung und der Gesellschaftsschicht. W.: Wer sind die Träger von FGM ? A.M.: Im Grunde die ganze Gesellschaft. Indirekt sind Männer die Träger, doch direkt die Frauen, denn sie führen diese Praxis selbstständig fort. W.: Warum tun die Frauen das? A.M.: Sie tun es meist, weil sie ungebildet sind. Sie wissen eigentlich überhaupt nicht, warum sie es tun und tun es, weil es schon immer so war und für sie normal ist. Sie denken nicht an die Zukunft ihrer Töchter. Es ist bereits jetzt deutlich sichtbar, dass ein enger Zusammenhang zwischen Bildung und FGM besteht. Die Generation der heutigen jungen Mädchen, die in die Schule gegangen sind, sind die Generation, bei der wir ansetzten müssen, denn sie lehnen FGM ab. Ich bin auch überzeugt, dass wir mit den Ergebnissen der Studie und mit Aufklärung über die Folgen von FGM auch gebildete junge Männer überzeugen können. Ein Problem sind vor allem die Bevölkerungsschichten, die nie in der Schule waren, denn sie halten erfahrungsgemäß am meisten an Traditionen fest. W.: Was kann während und nach der Studie gegen FGM getan werden? A.M.: Die Studie soll so angelegt sein, dass bereits während ihrer Durchführung die Bevölkerung über die gefährlichen Folgen von FGM aufgeklärt wird und so überzeugt werden kann, diese Praxis abzulegen. FGM ist ursprünglich eine islamische Tradition. Wir Kurden nehmen den Islam nicht so ernst. Es bestehen gute Chancen, dass die Bevölkerung durch Aufklärung einsieht, dass Genitalverstümmelung an Frauen aufhören muss. Nach Abschluss der Studie haben wir ein einleuchtendes Beweismaterial in der Hand, mit dem wir die UN und die Regierung überzeugen können, uns bei unserer Arbeit zu unterstützen. Denn ohne gesetzlichen Druck wird das Problem FGM nicht so einfach zu beseitigen sein. Wir sollten bereits in Grundschulen mit der Aufklärung beginnen. Es wird ein langer Weg sein und die Studie ist der erste, unabdingbare Schritt dazu. Suleymaniah 2005 Das Interview führte Sandra Strobel, Mitarbeiterin von Wadi e. V. ---------------------------------------------------------------------- ================================================ ================================================ 16 update 5! -Alassane-campaign english/deutsch Von: The VOICE Refugee Forum ================================================ Info in deutsch; udate 5! Haft für Alassane Moussbaou bis 1. Mai 2006 verlängert! Behörde organisiert Charterdeportation im April! http://thecaravan.org/node/449 + + + + + Stop the deportation of Alassane Moussbaou into the hands of the dictatorship in Togo Thursday, 19th of January, 12pm Federal Representation of Mecklenburg-Vorpommern In den Ministergärten 3 Meeting Place: Potsdamer Platz, Ecke Leipzigerstr. / Erbertstr. The anti-dictatorship and refugee activist Alassane Moussbaou is in deportation prison since the 2nd of December. A first attempt to deport him on the 10th of January failed due to his resistance. In spite of a wide campaign, intervention on his behalf by the UNHCR and the demand of the Committee on Petitions in Mecklenburg-Vorpommern to desist with his deportations, the local authorities and the Minister of the Interior nevertheless still insist on placing him in the hands of the dictatorship. We cannot let this happen! Supporting actions are required everywhere. Participate in the protest at the Representation of Mecklenburg-Vorpommern in Berlin! Mobilize others! More information about the current campaign can be found under: http://thecaravan.org/ http://thevoiceforum.org/ Solidarity Means Resistance! Protest Against Deportation! - The detention is extended until May 1st 2006-01-16! - The authorities plan charter-deportations to Togo in April! - Further actions in supprt for Alassane Moussbaou needed! The local district court (Amtsgericht) in Güstrow decided on January 13th to extend the term of detention of Alassane Moussbaou. In their explanatoy statement they say, that the regional authorities will soon make a new attempt to deport him. A mass-deportation by charterflight directly to Lomé/Togo is planned for the end of April. The "Plataforma der MigrantInnen und Flüchtlinge" (http://plataforma-berlin.de) organised an information event about the current situation in Togo on January 12th in Berlin. Opponents of the regime in Togo were invited. A reportage about the Eyadema-Regime was shown and the campaign against the dictatorship as well as the campaign against Alassanes deportation were presented. This film-documentation can very well be used for Information-events in other cities. (Contact the local Karawane-groups) A protest-manifestation in front of the Permanent Representation (Landesvertretung) of Mecklenburg-Vorpommern in Berlin (In den Ministergärten 3) takes place on January 19. Activists and supporters of refugees meet at 12:00 at Potsdamer Platz on the corner of Leipziger Str. / Erbertstr. Another 500 protest-letters to the Interior Minister (Innenminister) have been signed. Bündnis90/dieGrünen from Mecklenburg-Vorpommern demanded from the Ministry of the Interior (Innenministerium) in a press statement entitled "Anyone who deportes Opponents of the Regime to Togo, is feeding Torture", the release of Mr. Moussbaou as well as a stay of all deportations to Togo for a duration of at least six months. We keep on calling on all supporters to broaden the campaign and to address organizations, associations, etc. to write their own letters in support for Alassane Moussbaou to the Interior Minister (Innenminister). Those letters should also be provided to the press: Schweriner Volkszeitung, Lübecker Straße 20, 19053 Schwerin, Fax: 0385/5585545, mail: Irswh at svz.de (please allways send a copy also to the Karawane-group in Hamburg) Update 12.01. After the failed deportation representatives of the regional authorities (Bundesamt) told Mr. Moussbaou, that they will extend the term of his detention and that if he upholds his refusial, a charter-deportation will be organised. On Wednesday, January 11th 06, the Committee of Petitions of the local parliament engaged in the the case and unanimously decided that a call for action is needed. The Committee requested the Ministry of the Interior (Innenministerium) for a stay of the deportation. Concerning this, no statement has been made yet. Please call with new letters to the Ministry of the Interior (Innenministerium) for a release of Mr. Moussbaou from prison. - Innenminster_BriefII_Alassane (Letter II/Alassane to the (Innenministerium) - Use your contacts to human-rights organisations and other groups that are taking a stand in the case of Mr. Moussbaou and are concerned about the deportations to Togo in general, so we can file those statements as a petition to the riner Volkszeitung 12.01.2006 Committee of Petit Committee of Petitions. Please send those veal information about the current situation in Togo. The Committee of Petitions of the local parliament unanimously asked Innenminister Gottfried Timm (SPD) for the time being, to grant a stay of the deportation that failed on Tuesday, concerning a Togolese living in this area. This was aquainted yesterday by Gerd Walther, the Chairman of the Linkspartei.PDS in the commission. The commission intends to deal with the appraisal of the situation in Togo and to inspect the deportation practice. "It canÅft be accepted, that the evaluation of the Foreign Ministry still blatantly contradicts the evaluations of Human-Rights-Organisations", Walther said. That is why experts shall be heard. Also invited is the former president of the local parliament, Mr. Hinrich Kuessner (SPD), who is actively working in the development aid for Africa. Meanwhile PDS-members of the Bundestag demanded of Innenminister Timm the implementation of a stay of deportations for migrants from Togo. The deputy-chairman Petra Pau and the Bundesgesch_ftsf_hrer der Linkspartei, Dietmar Bartsch, in Berlin declaired, that the Foreign Ministry is obliged to elaborate an up-to-date assessment concerning the human-rights-conditions and the situation in Togo. The Interior Ministers should agree on a countrywide Stop of Deportations for migrants from Togo, until such an assessment is issued. The deportation of the rejected asylum-seeker Allassane Moussbaou failed because of his resistance. According to the ministry in Schwerin this man remains in deportation-custody. more information in english: http://thecaravan.org/node/465 ____________________________________________ ================================================ 17 HASANKEYF STATEMENT - URGENT Von: wadi wien ================================================ HASANKEYF STATEMENT - URGENT Local government representatives, local NGOs and chambers working in the settlement areas directly influenced by the Ilisu Dam have come together to discuss recent developments related to the Ilisu Dam Project. The "Inititative to Keep Hasankeyf Alive" has thus been formed in order to give a voice to the thoughts and standpoints of people living in those areas. Construction of the Ilisu Dam, which had been stopped once after extended campaigns that has resulted in the withdrawal of the project's international partner, will be given an official start again in March 2006. Throughout last week, the State Waterworks Administration (DSI)'s 10th Regional Directorate and the Ilisu Consortium's Turkey representative Nurol Construction and Trading Co. Inc. have jointly organized meetings to formally re-introduce the project to the region. During these meetings, the local government representatives, NGOs and chambers in the region have been "informed" about this project in the name of the principles of "participatory framework" and "transparency"-although all the decision-making processes of project were finalized and the start date had already been determined as the beginning of March 2006-and the participants were asked to give support to the project! The responsibility to protect 12.000 years of history is all of ours! Since the project was stopped after national and international campaigns we carried out in opposition as the local governments, local and international NGOs and chamber representatives in the region, there has occurred not even the slightest change in our approach to the project. The burial of Hasankeyf under waters together with its twelve-thousand-year-old history and its magnificent natural wholeness, texture and beauty would mean the loss of an invaluable cultural and historical heritage that belongs to not only the people of Hasankeyf and our country but all humanity. Hasankeyf is entrusted to us by the history of civilization and the future generations; and the responsibility to protect it is all of ours. Furthermore, the technical details of the project at stake are exactly the same with those of the previously impeded project. There does not exist a new planning that brings about any new approach to the project as well. Ilisu Dam and HEPP Environmental Impact Assessment Report (EIAR) and Resettlement Action Plan (RAP) have not been shared with the society! The so-called dialogue that took place with the soon-to-be-displaced 83.000 people in the course of activities to update Ilisu Dam and HEPP Environmental Impact Assessment Report (EIAR) and Resettlement Action Plan (RAP) constitutes only a pretense of the real aim, which was to determine the expropriation rates. Hasankeyf Municipality and local NGOs, which have been engaged with the project since its very beginnings, were not invited to the Ankara meeting of July 2005 where the details of Hasankeyf's relocation process were discussed. Also, the Environmental Impact Assessment Report (EIAR), completed in July, and Resettlement Action Plan (RAP) have not been translated into Turkish yet, which makes it impossible for most of the people who will be directly influenced and harmed by the project and their local representatives to have access to this information. The Ilisu Dam, the HEPP Environmental Impact Assessment Report (EIAR) and the Resettlement Action Plan (URAP) have not been shared with the public. It was decided to fight an effective struggle! On January 3rd 2006, a meeting was held in Diyarbakir with the participation of more than 30 local government, NGO and chamber representatives. Consequently, a committee (headed by the Union of Southeastern Anatolia Region Municipalities, the Hasankeyf Municipality, the Hasankeyf Volunteers Association, the Diyarbakir Local Agenda 21, the Union of Chambers of Turkish Engineers and Architects (UCTEA)-Diyarbakir City Coordination Committee and the Diyarbakir and Batman Bars) was elected to coordinate activities of the "Initiative to Keep Hasankeyf Alive". The committee has decided to FIGHT AN EFFECTIVE STRUGGLE in order to protect Hasankeyf's unique and irreplaceable ecological, cultural and historical riches, among which are the more than 200 to-be-flooded barrows, and to defend the cultural, social and economic rights of the local people who will be harmed by the construction of the dam. Hasankeyf does not smile; its stories, many of which we are yet to hear, its voice and people are being silenced once again. Now, Hasankeyf needs help and support of the public more than ever before. This is an urgent call to all the public: LET'S ENABLE HASANKEYF TO LIVE AND PREVENT ITS 12.000 YEAR OLD HISTORY FROM BEING BURIED UNDERWATER. We can achieve this together. Members of the "Initiative to Keep Hasankeyf Alive" Union of Southeastern Anatolia Region Municipalities, Diyarbakir Metropolitan Municipality, Batman Municipality, Yenisehir Municipality, Bismil Municipality, Hasankeyf Municipality, Besiri Municipality, Dargeçit Municipality, Diyarbakir Museum Association, Diyarbakir Democracy Platform (34 member organizations), Volunteers for Hasankeyf Association, Union of Health and Social Service Workers (SES), ESM, Diyarbakir Bar, Batman Bar, Immigrants' Association for Social Cooperation and Culture (GÖÇ-DER), Volunteers for Environment Association, Foundation for the Protection and Promotion of the Environmental and Cultural Heritage (ÇEKÜL), Batman Petroleum, Chemical, Rubber Workers' Union, Local Agenda 21, Union of Chambers of Turkish Engineers and Architects (UCTEA) Diyarbakir City Coordination Council, Chamber of Architects, Chamber of Civil Engineers, Chamber of Electric Engineers, Chamber of Environmental Engineers, Chamber of Geologists, Chamber of Urban Planners, Human Rights Association. -- WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit e-mail: wadi.wien at gmx.at website: www.wadinet.at Tel.: 0699-11365509 Postfach 105 A-1181 Wien Spendenkonto in Österreich: Kontonummer 07.405.301 Evangelische Kreditgenossenschaft eG BLZ 31800 IBAN: AT10 3180 0000 0740 5301 BIC: EVKRATW1 Website mit weiteren Informationen zu Projekten von Wadi und Veranstaltungshinweisen: www.wadinet.at ================================================ B) TERMINE ================================================ ======================== Mittwoch http://www.mund.at/butt/Termine/Januar/1801.htm Donnerstag http://www.mund.at/butt/Termine/ Januar/1901.htm Freitag http://www.mund.at/butt/Termine/Januar/2001.htm ======================== ================================================ D) EDITORIAL ================================================ Für den Inhalt verantwortlich: Ihr. Medieninhaberinnen & Medieninhaber seid Ihr E-Mail-Adresse für Beiträge: widerstand at no-racism.net geschickt. widerst at nd MUND und alle Termine täglich aktualisiert im Web: http://www.no-racism.net/MUND Ziel von MUND (medienunabhängiger Nachrichtendienst) ist die unzensurierte und möglichst rasche Information über gesellschafts- politisch relevante Termine, Hinweise und Diskussionsbeiträge zu Widerstand und Antirassismus sowie verwandte Themen. sollen einen Titel, Namen und Emailadresse der/des AutorIn enthalten und möglichst kurz und prägnant gehalten sein, ev. mit Hinweis, wo weitere Informationen eingeholt werden können. Bitte keine Attachments! Die inhaltliche und sachliche Verantwortung liegt bei der/dem jeweiligen AutorIn bzw. jenen, die uns die Beiträge schicken. Der MUND wird von einzelnen TagesredakteurInnen zusammengestellt. Da Fehler nicht ausgeschlossen sind, bitten wir, nicht veröffentlichte Beiträge nochmals an widerstand at no-racism.net zu senden. Die Weiterleitung (auch auszugsweise) ist erwünscht. Beiträge mit rassistischen oder sexistischen Inhalten werden nicht veröffentlicht. Sehr persönliche Meldungen werden wir an den betreffenden Adressaten weiterleiten, aber nicht im MUND veröffentlichen. Die bisherigen Ausgaben sind unter http://www.no-racism.net/MUND archiviert. Terminankündigungen bitte nach folgender Vorlage: * Wann: Sonntag, 11.11.2001, 11:11 Uhr * * Was: Maskenball: Motto "Schwarzblau ist die Haselnuss" * * Wo: Villa Morgenrot, Grüner Anger 42, 2001 Wendendorf * * Kommentar: Anreise per Anhalter. Maskenzwang. Ende nie. Aber kurz und prägnant.* Die Rubrik "Redaktionelles" am Ende der Ausgabe ist u.a. eine Konsequenz aus der Notwendigkeit, sexistische, antisemitische und rassistische Beiträge nicht zu veröffentlichen, ohne jedoch stillschweigend Zensur zu üben. Hier wird - in anonymisierter Form - auf angehaltene Beiträge hingewiesen und eine kurze Begründung der Tagesredaktion für die Nichtaufnahme geliefert. (Weitere Gründe einen Beitrag nicht aufzunehmen sind z.B.: Attachments, kein erkennbarer Bezug zu den breit gestreuten Themen des MUND, Werbesendungen, sinnlose Kettenbriefe.) Die AbsenderInnen der betroffenen Beiträge werden hiervon informiert. Im Sinne einer "gläsernen Zensur" könnt ihr Euch die Beiträge gerne extra schicken lassen: Ein kurzes Mail an widerstand at no-racism.net genügt. ================================================ E) VERTEILERLISTE ================================================ Zur Eintragung in diesen Verteiler bitte direkt subskribieren unter http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/analle oder von der einzutragenden Adresse aus ein mail schicken an: admin at no-racism.net mit folgendem Text: subscribe no-racism Bitte wegen Automatisierung diesen Wortlaut verwenden! Zur Austragung aus dieser Liste bitte an zusammengestellt. Bitte keine Attachments! (werden nicht angenommen) 3 beiträge nicht genommen: nwr, anhang. Redaktionsschluss für diese Ausgabe: Mi 6.00 Uhr III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III ü, ö, ä, ß, Ü, Ö, Ä III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III widerst at nd-MUND is powered by http://alt.strg.at/ ================================================ From analle at no-racism.net Thu Jan 19 08:45:17 2006 From: analle at no-racism.net (=?iso-8859-1?q?MUND=3A_medienunabh=E4ngiger_Nachrichtendienst?=) Date: Thu, 19 Jan 2006 08:45:17 +0100 Subject: MUND: Donnerstag, 19. Januar 2006 Message-ID: <00f201c61ccc$4e1457e0$4e046d50@chello.at> MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst www.no-racism.net/mund Donnerstag, 19. Januar 2006 ================================================ A) INHALT ================================================ ============================================== 01 Nazitreffen in Wien From: wabung at gmx.at ============================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN UND ANKÜNDIGUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ============================================== 02 Mahnwache From: august.faschang at oeticket.com ============================================== 03 Augustin TV From: radio at augustin.or.at ============================================== 04 Der Hype der Kreativwirtschaft From: office at igkultur.at ============================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN UND KOMMENTARE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ============================================== 05 Schwer Traumatisierter war in Schubhaft From: office at asyl-in-not.org ============================================== 06 Mosambik-Info From: peter.pils at chello.at ============================================== 07 AKS zur Gesamtschule From: ingrid.gogl at aks.at ============================================== 08 EU-Parlament verurteilt homophobe Tendenzen From: Kurt.Krickler at hosiwien.at ============================================== 09 Post: Nur Streik kann Privatisierung stoppen From: ast-lfi at utanet.at ============================================== ================================================ B) TEXTE ================================================ ============================================== 01 Nazitreffen in Wien From: wabung at gmx.at ============================================== --- NAZITREFFEN IN WIEN AM 26.1. --- Die rechtsextremen Organisationen AfP und BFJ kündigen für Donnerstag, 26. Jänner 2006 eine Veranstaltung in ihrem Vereinslokal in Wien an. Dieses Treffen soll der Vernetzung der gewaltbereiten rechtsextremen Szene dienen. Antifaschistische Gruppen rufen zu einer Gegenkundgebung auf: Donnerstag, 26. Jänner 2005 ab 18:30 vor dem Haus in der Koppstrasse Nr. 72 / Ecke Kreitnergasse, 1160 Wien. Zur Veranstaltung: Die rechtsextreme AfP und ihre Jugendorganisation BFJ kündigen im "Wiener Beobachter" bzw. auf ihrer Homepage für Donnerstag, den 26. Jänner 2006, eine Veranstaltung im AFP-eigenen "Fritz-Stüber-Heim" (Koppstrasse 72, 1160 Wien) in Ottakring an. In diesem Heim, alten und neuen Nazis aus ganz Österreich als Treffpunkt dient, wurden 1992 Waffen der Neonazi-"Wehrsportgruppe Trenck" sichergestellt. 2000 flog ein Treffen unter Führung des gerade aus der Haft entlassen Nazis Gottfried Küssel auf. Und auch sonst soll sich dort einiges an braunen Ausscheidungen rumtreiben. Zum Hintergrund des Treffens wird von der SLP ein derzeit in Oberösterreich laufendes Verfahren gegen einen führenden BFJ-Aktivisten genannt. Schon vor einigen Monaten hielt der BFJ ein "Soli-Treffen" in Wien ab, um die Szene auf den Prozess vorzubereiten. Laut einer Aussendung der SLP sollen am 26. Jänner 2006 Kader des BFJ aus Oberösterreich im Stüber-Heim antanzen und höchstwahrscheinlich auch das Umfeld des "Jugendkreis Hagen", von dem aus seit 2004 zu rechtsrechten Veranstaltungen beim Grab von Nazi-Flieger zum Nowotny in Wien mobilisiert wird. Zu den VeranstalterInnen: Laut stopbfj.org ist der BFJ "die derzeit gefährlichste rechtsextreme Jugendorganisation in Österreich und nach dem "Ring freiheitlicher Jugend" (RFJ, Teil der FPÖ) auch die stärkste. Er ist vor allem in Oberösterreich aktiv und pflegt beste Verbindungen zu Nazis im In- und Ausland. Der BFJ bezieht sich positiv auf das Dritte Reich und den Vernichtungsfeldzug der Wehrmacht. Er ist offen rassistisch und antisemitisch. Er verbreitet regelmäßig Publikationen und betreibt eine Homepage. Doch das alleine ist noch nicht alles. Es gibt viele Grüppchen und Organisationen, die solche Standpunkte vertreten. Die wesentliche Gefahr des BFJ ergibt sich aus den Aktivitäten, die er auf Grundlage seines Weltbilds setzt und in weiterer Folge setzen möchte. Der BFJ will eine schlagkräftige Truppe von "Überzeugungstäter[n]" ausbilden. Diese sollen sich in ihrer Entschlossenheit von den "'Ich-hab-nicht-gewusst-was-ich-tue'-Lumpen" abheben. (Zitate aus Publikationen des BFJ, gesammelt unter doew.at)" Bis bis Anfang 2003 nannte sich der "Bund freier Jugend" (BFJ) "AFP Jugend" (mehr zur AFP beim DOEW, unter Projekte - Rechtsextremismus). Der BFJ sieht sich selbst als "Anlaufstelle für die Jugend", verfügt über ein eigenes "Heim" in Linz/Neue Welt ("Heimat-Stubn") und gibt als Mitgliederzeitung das "Jugend Echo" heraus. Darüber hinaus erstrecken sich die Aktivitäten auf "Sonnwendfeiern", groß angelegte Flugblattaktionen, Lesungen, Vorträge, gemeinsames Kampftrinken und Reisen zu deutschen Neonazis oder von diesen veranstalteten Demonstrationen. Als "Grundpfeiler" ihrer "Aktivitäten" nennt der BFJ "Zusammenhalt & Kameradschaft", "Einsatzbereitschaft & Tapferkeit" sowie "Ehrlichkeit & Treue". Quelle: TATblatt) Ähnlich dem Bund Freier Jugend (BFJ) in Oberösterreich entstand auch in Wien im engsten Umfeld der Arbeitsgemeinschaft für Demokratische Politik (AFP) eine rechtsextreme Gruppierung, die sich vor allem an Jugendliche wendet. Diese nennt sich Jugendkreis Hagen (JKH). Deutlicher noch als beim BFJ kommen beim JKH die vielfältigen Berührungspunkte mit dem Neonazismus zum Vorschein, wie das Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes (DOEW) nach Durchsicht der Internet-Seite des JHK feststellt. AFP, BFJ und Wiederbetätigung? Der "oberösterreichische Landesverband der AntifaschistInnen, WiderstandskämpferInnen und Opfer des Faschismus" (KZ-Verband) schreibt zu den Aktivitäten des BFJ in Oberösterreich: "Der BFJ agiert halblegal mit konspirativen Treffen und gezielten Provokationen gegen fortschrittliche und demokratische Organisationen. Er trauert der Nazibarbarei nach, verbreitet aggressiven Rassismus und hält enge Kontakte zur Nazi-Szene in Deutschland. In seinen Reihen sind Skinheads und ehemalige Mitglieder der "VAPO" aktiv. (...) Der BFJ selbst ist die Jugendorganisation der Arbeitsgemeinschaft für demokratische Politik (AFP), die seit den 1960er Jahren besteht und eine Scharnierfunktion zwischen offen neofaschistischen Gruppen und der FPÖ ausübt. Diese Organisation wurde bereits 1975 wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung verboten und gründete sich daraufhin neu." Angesichts des Unwesens, dass von AFP und BFJ ausgeht, fordert der KZ-Verband OÖ: Der "Bund freier Jugend" und die "Arbeitsgemeinschaft für demokratische Politik (AFP)" müssen verboten werden! Zu dieser Forderung stellt ein Verfassungsrichtliches Gutachten vom Februar 2005 zusammenfassend fest "dass die von der AFP zu verantwortenden Publikationen seit Jahrzehnten massiv gegen die Bestimmungen des Verbotsgesetzes verstoßen. Offenkundige und verbrämte Verherrlichung nationalsozialistischer Ideen und Maßnahmen, zynische Leugnung von nationalsozialistischen Gewaltmaßnahmen, eine hetzerische Sprache mit deutlich aggressivem Ton gegen Ausländer, Juden und "Volksfremde" sowie eine Darstellung "des Deutschen" als Opfer sind typische und stets wiederkehrende Signale. Von besonderer Aggressivität sind die Beiträge im JUGEND ECHO. Hier wird ständig "Kampfbereitschaft" der nationalen Jugend eingefordert; NS-Biographien werden als Vorbild dargestellt, Rassenhass wird propagiert. JUGEND ECHO wird in der Erstausgabe als "Kampfschrift der nationalen Jugend in Österreich" bezeichnet und vom "Bund Freier Jugend" (BFJ) ? einer unselbständigen Unterorganisation der AFP ? gestaltet. Eigentümer, Medieninhaber, Herausgeber und Hersteller ist die AFP. JUGEND ECHO ist daher der AFP zuzurechnen und von dieser zu verantworten." Das Gutachten wurde im Zuge einer parlamentarischen Anfrage an das Innenministerium weitergeleitet. Dieses antworete im Mai 2005: "Der Verein Aktionsgemeinschaft für Politik und die Partei Arbeitsgemeinschaft für Demokratische Politik (AFP) sind seit ihrer Gründung in den sechziger und siebziger Jahren, sowie der Bund freier Jugend (BfJ) seit seinen öffentlichen Aktionen im Jahr 2003, Gegenstand von staatspolizeilichen Ermittlungen. Die angeführten Gruppierungen und ihre Exponenten sind seit Beginn ihrer Tätigkeiten als Träger rechtsextremen Gedankengutes bekannt. Ihren Aktivitäten wird daher durch gezielte Anwendung der rechtstaatlichen Mittel entgegen getreten. Diese reichen von der konsequenten Ausübung der Befugnisse im Sicherheitspolizeigesetz bis hin zur Auflösung von Versammlungen nach dem Versammlungsgesetz und Anzeigen nach dem Strafgesetzbuch oder Verbotsgesetz. Die in dem Rechtsgutachten von Prof. MAYER angeführten Publikationen wurden der Staatsanwaltschaft vorgelegt, da eine entgültige Beurteilung des Inhaltes eines Medienwerkes auf strafrechtliche Relevanz ausschließlich den Justizbehörden obliegt." (Quelle: parlament.gv.at) Antifaschistischer Widerstand: Doch oft ist es besser, sich nicht auf das Wirken von Behörden zu warten und sich darauf zu verlassen, dass etwas passiert. Denn diese stehen sehr oft in einem - zumindest ideologischen - Naheverhältnis zu rechtsextremen Organisationen und werden nur sehr selten aktiv. Noch seltener werden Nazi-Treffe verboten. Und meist erfolgt dies nur nach längerem Agieren von Antifas, wie z.B. das Verbot des Verein Dichterstein Offenhausen zeigt. Erwähnenswert ist vielleicht noch, dass gerade die AFP in Folge des Verbotes der Tagungen vom "Dichterstein Offenhausen" wieder einmal ihre "Politische Akademie" in Offenhausen abhielt und dem einschlägigen Tagungsort die Treue hielt. Doch um den antifaschistischen Widerstand ist es vor allem im Westen Österreichs in den letzten Jahren sehr ruhig geworden. So gab es in den vergangenen Monaten in Österreich zahlreiche rechstextreme Aktivitäten, bei denen antifaschistische Proteste weitestgehend ausblieben. Einen unvollständiger chronologischer Überblick von Okober bis Dezember 2005 bietet der Bericht Naziaktivitäten - ein herbstlicher Überblick. ( http://at.indymedia.org/newswire/display/54816 ) Während also die meisten rechtsrechten Aktivitäten keine Aufmerksamkeit von Antifas genießen, soll es nun wieder eine antifaschistische Kundgebung gegen ein braunes Stelldichein geben. Für Donnerstag, 26. Jänner 2006 rufen antifaschistische Gruppen zu einer Gegen-Kundgebung gegen das Treffen im AFP-Heim auf. Treffpunkt ist ab 18:30 Uhr direkt vor dem "Fritz-Stüber-Heim" in der Koppstrasse 72, 1160 Wien. Es wurden Infotische, Megaphone bzw. eine Lautsprecheranlage angemeldet. Der Kundgebungsort ist mit Linien 48A bzw. 9 öffentlich erreichbar. ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN UND ANKÜNDIGUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ============================================== 02 Mahnwache From: august.faschang at oeticket.com ============================================== Liebe Leute! 1) DONNERSTAG 19.1.:MAHNWACHE+WIDERSTANDSLESUNG+MARSCH GG. POSTAUSVERKAUF 2) DEMOVORBEREITUNGSTREFFEN: 6 JAHRE SCHÜSSEL-HAIDER-KOALITION - EU-PRÄSIDENTSCHAFT&VERFASSUNGSBRUCH 3) FLUGBLATT ZUR DONNERSTAGSDEMO AM 9.2. 4) BERICHT: DONNERSTAGSSPEAKERSCORNERMENSCHEN BEFRUCHTEN ERÖFFNUNG DES SCHÜSSEL-"SPEAKERSCORNER" (SCHBEIBKREISEL) ++++++1) DONNERSTAG 19.1.:MAHNWACHE+WIDERSTANDSLESUNG+MARSCH GG. POSTAUSVERKAUF Wegen der Vorbereitungen für die Donnerstagsdemo am 9.2. gibt es an den Donnerstagen bis zum Demotermin keine Speakerscorner. Sehrwohl gibt es aber jeweils von 20Uhr-20Uhr15 eine MAHNWACHE gegen SCHWARZORANGE in Österreich und ORANGEROT in Kärnten am Ballhausplatz vor dem Bundeskanzleramt. Da MARIUS GABRIEL am 19.1. noch einmal in Wien ist, ist er - wie schon letzten Donnerstag - wieder bereit, während der Mahnwache seine TÖNENDE WOCHENSCHAU (aktuelle Texte gegen Schwarzblauorange) zu lesen! Treffpunkt ist um 19Uhr45 Ecke Ballhausplatz/Heldenplatz, Beginn 20Uhr. PROGRAMM am 19.1.: -----16Uhr Protestmarsch gegen den Ausverkauf der Post! Treffpunkt Dominikanerbastei 11 (Postgasse), 1010 Wien, Redner: Fritz Gerhard. Der Marsch geht über den Ring und endet beim Finanzministerium. -----17Uhr Widerstandslesung (Ecke Ballhausplatz/Heldenplatz) -----20Uhr-20Uhr15 Mahnwache vor dem Bundeskanzleramt -----20Uhr45 Vobereitungstreffen-Donnerstagsdemo ++++++2) DEMOVORBEREITUNGSTREFFEN: 6 JAHRE SCHÜSSEL-HAIDER-KOALITION - EU-PRÄSIDENTSCHAFT&VERFASSUNGSBRUCH !!!!!DONNERSTAGSDEMO - 9.2.2006, 20UHR, BALLHAUSPLATZ!!!!!! Das Treffen findet am 19.1. im KÄUZCHEN (Ecke Neustiftgasse/Gardegasse, 1070 Wien) nach der Donnerstagsmahnwache ab 20Uhr45 statt! Alle regierungskritischen Individuen und Gruppierungen sind herzlich eingeladen, zum zweiten Vorbereitungstreffen für eine Donnerstagsdemo am 9.2. zum 6.Jahrestag der Angelobung der Schüssel-Haider-Koalition zu kommen, damit die Demo auf möglichst breiter Basis gemeinsam vorbereitet werden kann! VORLÄUFIGER AUFRUFTEXT: Trotz aller Farbenspiele: 6 Jahre Schüssel-Haider-Koalition mit RassistInnen und NaziverharmloserInnen - Diese Leute lassen sich jetzt als EU-Ratspräsidentschaft feiern und brechen gleichzeitig ständig die österreichische Verfassung . 6 Jahre Widerstand, diesmal mit zweisprachigen Demotafeln! Diese ÖVP-BZÖ-Regierung ist eine rassistische, homophobe, sexistische, neoliberale Sozialabbauregierung und nie gewählt worden. Aus 1000 und mehr Gründen: Get up, stand up for your right! +++++++3) FLUGBLATT ZUR DONNERSTAGSDEMO AM 9.2. Die Flugblätter sind gerade fertig geworden! Danke den Produzentinnen!!! Am 19.1. wird es beim Vorbereitungstreffen auf jeden Fall schon Flugblätter geben. Wieviele schon zum Weiterverteilen vergeben werden können, hängt noch ein bisschen von diversen Druckern ab, die wir benutzen können... Vermutlich wird im Laufe des 19.1. das Flugblatt auch schon auf www.do-speakerscorner.org zum Bewundern und zum Selbstausdrucken zur Verfügung gestellt, wenn technisch alles klappt... INHALT: Vorderseite: 6 Jahre Widerstand Donnerstagsdemo gegen Schwarzblaurange 9.Februar 2006, Ballhausplatz, 20Uhr Die Schüssel-Haider-Koalition mit NaziverharmloserInnen lässt sich als EU-Ratspräsidentschaft feiern. Der EU-Vorsitz ist weder Verdienst noch Ehre, sondern eine turnusmäßige Funktion. Heute demonstrieren wir nochmals das wahre Gesicht dieser Regierung und morgen wählen wir sie ab! bitte wenden Rückseite: Die hier angegebene Auflistung entspricht inhaltlich vollständig dem Flyer, wurde aber bei der endgültigen graphischen Konzeption bezüglich der Themenbereiche noch "durchgeschüttelt", die Reihenfolge am Flyer soll in keiner Weise eine Hierarchie der Grausligkeiten andeuten (nur das menschenrechtswidrige Asylgesetz wird durch Mehrfachnennung hervorgehoben)! Entdemokratisierung der ÖH +Lohnschere zwischen Frauen und Männern vergrößert+neoliberale und militaristische EU-Verfassung unterschrieben+Neutralität ausgehöhlt+menschenrechtswidriges Asylgesetz (mehrfach eingefügt)+Pensionskürzungen+Dollfußverehrung+Zerschlagung des umlagefinanzierten Pensionssystems+Studiengebühren+Abschaffung des Frauenministeriums und des Sozialministeriums+Abfangjäger+Antidiskriminierungsgesetz, das keines ist+Abschaffung der geförderten Zeitungstarife+Umfärbung von ORF, Polizei, Sozialversicherungen, ÖIAG...+Rechtsextreme in der Regierung+Förderung rechtsextremer Publikationen+Demokratieabbau in den Sozialversicherungen+Urheberrechtsgesetz zum Schaden des freien Informationsaustausches, zugunsten der Konzerne+Steuergeschenke für Reiche und Unternehmen, Belastung von Arbeitseinkommen+Einführung und Verschärfung von Selbstbehalten im Gesundheitswesen+Prekarisierung der Lebensverhältnisse+Arbeitszeitregelungen gegen ArbeitnehmerInnen+Zerschlagung der ÖBB+Postamtsschließungen und Privatisierung der Post+Plünderung der Arbeitlosenversicherung zur Budgetsanierung+Rezeptgebührenerhöhungen+Passgebührerhöhung+Klassenschülerhö chstzahl erhöht+Stundenkürzungen in Schulen+Jugendgerichtshof abgeschafft+Vertuschung (Spitzelaffäre, Grasser-Skandale)+Militärbefugnisgesetz+Abschaffung des Karenzgelds+Schubhaft für Minderjährige+Das Liederbuch+kein rechtsstaatlicher Instanzenweg bei Asylverfahren+Deckung rassistischer Verbrechen (z.B. Seibane Wague)+zahlreiche Verfassungsbrüche+frauenfeindliche Obsorgeregelung+Ortstafelerkenntnis nicht umgesetzt+Angriffe auf die Arbeiterkammer und Gewerkschaften+mieterInnenfeindliches Mietrecht+Diskriminierung von Zivildienern+Förderung rassistischer Polizeipraktiken+reaktionäre Kulturpolitik+Druck auf Arbeitsverhältnisse mit vollem Versicherungsschutz+Abschaffung der Börsenumsatzsteuer+Diskriminierung homosexueller PartnerInnenschaften+Ignoranz gegenüber Wehrmachtsdeserteuren+Diskriminierung ausländischer Studierender+Rechtsextreme Uniräte+Kostenexplosion für externe Berater+"Fremden"-"Rechts"-Verschlechterungen - Subventionsboykott gegen antirassistische Initiativen (z.B.ZARA) - Mißachtung von Höchstgerichtsurteilen - Angriffe gegen EU-GH und Verfassungsgerichtshof - Privatisierung kulturellen Gemeineigentums - Förderung von Lohndumping durch Scheinselbständigkeit und Saisonniers - Unterhöhlung der rechtsstaatlichen Gewaltenteilung - bewusste Fehlinformationen an das Antifolterkomitee - Fortsetzung klerikalfaschistischer Traditionen - Verweigerung der Staatsbürgerschaft bei schlechten Schulnoten - systematischer Abbau der Menschenrechte - bewusste Täuschung der BürgerInnen über die Inhalte der EU-Verfassung - Zerstörung der AUVA durch staatlichen Mißbrauch Versichertengeldern - Verwässerung der ArbeitnehmerInnenschutzbestimmungen - Zwangsernährung - Mehr Überwachungsstaat (E-Card, maschinenlesbare Pässe, Vorsorgeuntersuchung-neu) - Speicherung sensibler Daten durch das Bildungsdokumentationsgesetz - Aushungern nicht regierungskonformer Kulturinitiativen und Medien - Vertuschung von Todesfällen in Justizanstalten und Polizeigewahrsam (u.a. Edwin Ndupu) - Verbreitung von NS-Gedankengut im Bundesrat - Geschmacklose Badetextilien des Finazministers - Import von Atomstrom und Behinderung der Entwicklung erneuerbarer Energien - Unterwerfung der Politik unter Profitinteressen - Missbrauch von Kunst für Regierungspropaganda (Austrokoffer, Mozartjahr, 25 Peaces) - Beschneidung des Rechts auf kostenlose Bildung - KünstlerInnensozialversicherung als Augenauswischerei... Was fällt dir noch ein? 4) BERICHT: DONNERSTAGSSPEAKERSCORNERMENSCHEN BEFRUCHTEN ERÖFFNUNG DES SCHÜSSEL-"SPEAKERSCORNER" (SCHBEIBKREISEL) Fast geheime Eröffnung des Regierungsspeakerscorner entdeckt 08. Jänner 2006 Zufällig vorbeikommende Leute vom echten Speakerscorner entdeckten die Aussenministerin, ein paar Medienleute und ein bisschen Volk im Junge-ÖVP-Outlook bei einer Zeremonie am Ballhausplatz. Bekleidet mit "www.do-speakerscorner.org" Wetterschutz, versuchten die 7, das neue - und laut Eröffnungsrede auch für kritische Beiträge offene - Forum gleich nach der Eröffnung mit einer Texteingabe zu nutzen. Die Reaktion auf die vorgebene These von Vaclav Havel ("Demokratie droht zu verkümmern") war: "Demokratie in Österreich ist schon verkümmert. 6 Jahre Schüssel-Haider-Regierung mit Rassistinnen und Naziverharmlosern. Sie lassen sich jetzt als EU-Ratspräsidentschaft feiern und brechen in Österreich ständig die Verfassung" Während später ein belangloser Satz von "Tina und Alex" im hohen Bogen sichtbar wurde, konnte unser suchender Blick in die Höhen der 25 Peaces nur Zensur finden. Dieser Bericht ist mit Bild auf www.do-speakerscorner.org! Nachtrag: Inzwischen sollen angeblich am Schbeibkreisel schon Aufkleber mit dem Hinweis auf den echten Speakerscorner jeden Donnerstag gesichtet worden sein! Da gibt es nämlich weiterhin unzensurierte Regierungskritik. Weiterverbreitung erwünscht! ligrü Gustl ============================================== 03 Augustin TV From: radio at augustin.or.at ============================================== -- > lesen.hören.sehen. > Der Augustin dreht auf! > > > Die 2. Sendung von Augustin TV wird am 19. Jänner um > 20 Uhr ausgestrahlt (auf Okto im Wiener Kabelnetz auf > Kanal 8) und im Ragnarhof (Grundsteingasse 12 - > Brunnenmarkt im 16. Bezirk) live übertragen. kurzer > Auftritt des Stimmgewitter Augustinchors und Dj. > Eintritt gratis! > > > "Die Schenker". > Ein Porträt des Augustinverkäufers Gerhard Hostniker, > der seine Stammkundschaft mit Geburtstagsgeschenken > überrascht. Gerhard > hat Augustin TV zum Essen geladen und reichlich > beschenkt. > Weiters der Kost-Nix-Laden. Ein Interview mit den > Initiator/innen. > Tip: Wonderfull II : (ehemals) Obdachlose spielen > Tourist/innen. > Was geschah am F13-Aktionstag: eine Nachschau. > Literatur von Augustinautor/innen und vieles mehr in > nur 27 Minuten. > > > Lassen Sie sich überraschen und feiern Sie mit uns! > > > > wiederholt wird die 2. Sendung an folgenden Tagen: > > Do. 19. Januar: 00.00 Uhr > FR. 20. Januar: 17.00 Uhr > SA. 21. Januar: 15.00 und 01.00 Uhr > MO. 23. Januar: 15.00 Uhr > Di. 24. Januar: 13.00 Uhr > MI. 25. Januar: 11.00 Uhr > > > Kontakt: > Augustin TV > Christina Steinle > 1040 Mostgasse 7/3 > Eingang Klagbaumgasse > tv at augustin.or.at > Tel. (01) 587 87 90-15 > Fax 587 87 90-33 ============================================== 04 Der Hype der Kreativwirtschaft From: office at igkultur.at ============================================== ||| ||| VERANSTALTUNGSANKÜNDIGUNG ||| ||| IG Kultur Österreich ||| - --------------- ||| ||| Im mythischen Lala-Land der Creative Industries ||| Die IG Kultur Österreich zieht eine Zwischenbilanz zum Polithype der Kreativwirtschaft. Anlässlich des Erscheinens der Kulturrisse-Ausgabe ?Kulturindustrie(n)? diskutieren ExpertInnen aus den unterschiedlichsten Feldern die Auswirkungen der mit den Creative Industries verbundenen Politiken auf die Praxis der Stadtentwicklung, auf die Instrumente der Kulturförderung, sowie auf die Arbeitsverhältnisse von Kultur- und KunstproduzentInnen. ||| 30. Jänner 06, 19.00 Uhr - --------------- ||| Netbase ||| Neustiftgasse 17 ||| 1070 Wien Mit: Elisabeth Mayerhofer (FOKUS) Armin Medosch (Ravensbourne College, London) Andrea Ellmeier (IG externe LektorInnen & freie WissenschafterInnen) Anschließend feiern wir das neue Layout der Kulturrisse und das 10. Jahr des Erscheinens. Mit DJ Christina N. an den Turntables ||| ||| KULTURRISSE 0405 "Kulturindustrie(n)" ||| ||| - --------------- ||| ||| Jetzt Kulturrisse lesen und feiern ||| Schon vorbereitet auf den EU-Ratsvorsitz Österreichs? Womit sollen, müssen wir rechnen? Von Seiten des Kunststaatssekretärs Franz Morak scheinen die Vorgaben klar zu sein: Sein Handlungsfeld in Europa umreißt er zwischen Tradition und Kulturindustrien. Was er mit Tradition meint wissen wir, aber was sind Kulturindustrien? Die neueste Ausgabe der Kulturrisse gibt einige Antworten darauf und das ganze in ein neues Layout gepackt, handlich, praktisch und gut. Imaginierte man noch bis vor kurzem Kultur als im ?Reich der Freiheit? angesiedelt, abseits der Zwänge des Marktes, so findet sich heutige Kultur mitten im Kampf zwischen Marktwirtschaftlichkeit, Umwegrentabilität und Tourismusbelange. Die Kreativwirtschaft kommt dabei einer Heilsbotschaft gleich, die sich bei näherem Hinschauen als Experimentierfeld der Wirtschaft erweist ? ein Bollwerk für die neoliberale Umgestaltung. Aus dem Inhalt: Heinz Steinert: Schöne neue Kulturindustrie. Elisabeth Mayerhofer: Die Copy-und-Paste-Politik. Zur Institutionalisierung eines Polithypes. Armin Medosch: Kreative Entwicklung? Netzkultur und Immobilienhaie. Angela McRobbie: ?Everyone is Creative?. KünstlerInnen als PionierInnen der New Economy? Heike Ekea Gleibs und Tim Schmalfeldt: Europäische Gemeinschaft für Kreativität und Selbstinitiative. Paolo Virno: Virtuosität im Postfordismus. Kulturindustrie als Vorwegnahme und Paradigma. Isabell Lorey: Selbst-Prekarisierung von KulturproduzentInnen. Ein Beispiel neoliberaler Subjektivierung. Martin Wassermair: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. ÖVP und Bundeskanzler gehen nach dem nationalen Jubeljahr in die EU-Verlängerung. Thomas Rothschild: Täter, Opfer und Gerechtigkeit. Zum aktuellen Zustand der SPÖ. Daniela Koweindl: Von schweren Anschlägen und deren Kollateralschäden. Folgerecht als totes Recht für lebende KünstlerInnen. ||| ||| Bestellungen: ||| Kulturrisse 0405 ||| "Kulturindustrien" ||| Einzelpreis: 6,00 ? ||| Jahresabo: 22,00 ? (erscheint mind. 4x im Jahr) ||| StudentInnenabo: 17,00 ? - --------------- ||| ||| IG Kultur Österreich ||| Gumpendorfer Straße 63b ||| A-1060 Wien ||| ||| Tel: +43 (1) 503 71 20 ||| Fax: +43 (1) 503 71 20 - 15 ||| ||| http://www.igkultur.at/ ||| office at igkultur.at ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN UND KOMMENTARE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ============================================== 05 Schwer Traumatisierter war in Schubhaft From: office at asyl-in-not.org ============================================== Asyl in Not hat ihn mit Hilfe des UBAS befreit. Aber: Jeden Tag finden neue Treibjagden statt. "Herr O. leidet an einer hochgradigen post-traumatischen Belastungsstörung (ICD10: F43.1) zu Folge serieller Traumatisierung." So steht es im Befund eines bekannten österreichischen Psychotherapeuten, der Herrn O. (einen Flüchtling aus Tschetschenien) im Auftrag von HEMAYAT (Verein zur Betreuung von Folteropfern) untersuchte. Herr O. war Polizeikommandant. Er hat 72 seiner Kollegen begraben. Als man ihn abholen wollte, versteckte er sich, seinen Bruder haben sie statt ihm vor den Augen der Mutter umgebracht. O.'s Frau wurde mit dem Gewehrkolben geschlagen und schwer verletzt. Zu den Symptomen, an denen O. leidet, zählen Erinnerungsanflutungen, schmerzhafte Bilder, Albträume; in der Straßenbahn vergisst er oft auf das Aussteigen. Genauer kann er nicht darüber reden; aber er hat seine von den Soldaten zerstückelten Mitkämpfer in Kübel eingesammelt und zu ihren Eltern gebracht. Herr O. hat den Tod gesucht; als er mit seinen Leuten umzingelt war, ist er als erster vorgegangen, aber er hat überlebt. Er leidet an schwerer Überlebensschuld: So viele gute Männer sind statt ihm gestorben, umgekehrt wäre es besser gewesen, den Kindern der Toten konnte er nicht mehr in die Augen schauen. So berichtete er dem Psychologen. Eben erst hat er erfahren, daß der letzte seiner Truppe, erst 18 Jahre alt, ermordet wurde. Herr O. ist mit den Nerven am Ende, er kann fast nicht schlafen, er hat Schmerzen im Kopf und in der Brust. Weinen, um sich zu erleichtern, konnte er nie; nicht einmal als sein Vater vor seinen Augen ermordet wurde. All das sind typische Symptome einer schweren Traumatisierung. Aber - die Amtsärztin in Traiskirchen hat bei Herrn O. keine krankheitswertige Störung festgestellt... Wahrscheinlich hat er ihr auch nichts von all dem erzählt. Warum sollte er zu ihr Vertrauen haben - im Abschiebelager, wo die Sicherheitskräfte mit Pistolen und Polizeihunden patrouillieren? Das Bundesasylamt (Erstabschiebestelle Ost) wies O.'s Asylantrag wegen angeblicher Zuständigkeit Polens zurück. In Polen aber war O. russischen Agenten begegnet, die nach ihm suchten. Deshalb war er nach Österreich weiter geflüchtet: Polen ist für ihn kein sicherer Dublin-Staat. Daher habe ich für ihn eine Berufung an den Unabhängigen Bundesasylsenat eingebracht. Wenige Tage nach seinem Besuch beim Psychotherapeuten, der die Diagnose einer schweren posttraumatischen Störung stellte, wurde O. in Traiskirchen verhaftet und ins Polizeigefängnis Hernalser Gürtel in Wien gebracht. Der Schubhaftbescheid stützt sich auf das neue Fremdenpolizeigesetz, obwohl O. den Asylantrag noch im Vorjahr gestellt hat, sodaß auf ihn die alte Rechtslage anzuwenden ist. Auch ohne Fachmann zu sein, weiß ich (und versteht jeder Mensch guten Willens), daß Gefängnis für einen Menschen, der so viel mitgemacht hat wie Herr O., nicht eingesperrt werden darf, daß die Haft eine Retraumatisierung hervorruft, daß er haftunfähig ist, daß die Schubhaft ein Akt der unmenschlichen Behandlung, der Folter, somit ein Verstoß gegen die Europäische Menschenrechtskonvention (Artikel 3) und gegen die österreichische Verfassung ist. Ich erhielt das HEMAYAT-Gutachten gleich, nachdem O. verhaftet worden war, und schickte es sofort mit einem Begleittext an das zuständige UBAS-Mitglied, Frau Dr. Schnizer-Blaschka, die den skandalösen Bescheid in kurzer Zeit behob. Ist also noch einmal gut gegangen, dank dem Zusammenspiel zivilgesellschaftlicher und rechtsstaatlicher Institutionen. Herr O. musste "nur" ein paar Tage im Gefängnis verbringen; für gesundheitliche Schäden, die er möglicherweise davontrug, werden wir Frau Prokop und ihre Schergen zur Rechenschaft ziehen. "Asylstraße" - die Falle Noch einmal gut gegangen - aber jeden Tag verschwinden Menschen in Traiskirchen in unbekannter Zahl. Das gilt für alle, die nach 1. Jänner gekommen sind und in "Dublin-Staaten" ihre Fingerprints hinterlassen haben. Sie gehen nichtsahnend in die sogenannte "Asylstraße" (so heißt das allen Ernstes) in Traiskirchen: Formular ausfüllen - Dokumente abgeben - Fingerprints... Das sind die Stationen. Dann klicken die Handschellen. Aus der Falle "Asylstraße" kommt keiner heraus. Gestern, höre ich ein junges Paar, die Frau im neunten Monat schwanger... Das ist Prokopland, am Beginn der EU-Präsidentschaft, "Wir sind Präsident", oder wie heißt das? Und wo bleibt der Protest der großen Organisationen? Schweigen im Wald. Asyl in Not schließt mit dem Unrecht keinen Frieden. Dieses Gesetz muß fallen, diese Regierung muß stürzen, die Menschenrechte müssen wieder gelten in diesem Land. Michael Genner Asyl in Not Währingerstraße 59 1090 Wien Tel.: 408 42 10-15, 0676 - 63 64 371 www.asyl-in-not.org Spendenkonto: P.S.K., Kontonummer 92.034.400, Asyl in Not. ============================================== 06 Mosambik-Info From: peter.pils at chello.at ============================================== Mosambik-Info 17, 18.01.2006 KoordinierungsKreis Mosambik Inhalt: 1. Flutwarnung für Zambezi, Pungue und Buzi 2. "Made in Mozambique" Kampagne 1. Flutwarnung für Zambezi, Pungue und Buzi Die mosambikanische nationale Wasserbehörde (DNA) hat am Dienstag eine Flutwarnung für drei der Hauptflüsse in Zentralmosambik herausgegeben; betroffen sind die Flüsse Zambezi, Pungue und Buzi. In Caia, am unteren Zambezi ist der Fluss am Montag auf 5,11 m angestiegen. Der Wasserstand für Flutwarnung liegt dort bei 5 m. Weiter im Süden wurde ein starker Wasseranstieg im oberen Flusslauf des Pungue verzeichnet, wo am Montag Abend ein Wasserstand von 8,3 m gemessen wurde. Dies könnte weiter flussabwärts zu Überflutungen des Flachlandes westlich von Beira führen. Im Buzi Bassin haben starke Regenfälle den Fluss Lucite von 3,1 m am Montag auf 6,9 m am Dienstag anschwellen lassen. Die Anwohner, die in der Nähe der Flüsse leben, wurden dazu aufgefordert, diese Gebiete zu verlassen. Der Wasserstand der Flüsse im Süden des Landes bleibt weiterhin unter den Ständen für Flutwarnungen. 2. "Made in Mozambique" Kampagne Der mosambikanische Minister für Industrie und Handel, Antonio Fernando, hat am Montag eine "Kauft mosambikanisch" Kampagne auf den Weg gebracht, die helfen soll, die nationale Wirtschaft zu beleben. "Der Konsum nationaler Produkte ist sehr niedrig, wir importieren viel mehr als wir exportieren", stellt Fernando fest. "Unser Ziel ist mehr zu produzieren und weniger zu importieren." Zu den Faktoren, die die Entwicklung der mosambikanischen Wirtschaft hemmen zählen Schwierigkeiten, Kredite zu bekommen, das schlechte Straßennetz im Land und die häufig unsichere Stromversorgung. Letzteres Problem wird durch die landesweiten Anschlüsse an die Stromversorgung des Cahora Bassa Dammes langsam überwunden. Der Aufbau einer stärkeren nationalen Industrieproduktion und der Aufbau der lokalen Märkte für lokale Produkte ist dringend, da in den folgenden Jahren verstärkt Handelshemmnisse im Rahmen der SADC-Protokolle (Southern African Development Community) abgebaut werden müssen. Die Regierung befürchtet, dass die Freihandelszone im südlichen Afrika dazu führen wird, dass Mosambik noch stärker von Importen überschwemmt wird, besonders aus dem Nachbarland Südafrika. Schon jetzt beherrschen südafrikanische Produkte die Märkte in Maputo. Obwohl in Mosambik viele Früchte wachsen, kommen die Fruchtsäfte fast ausschließlich aus Südafrika. Trotz der zunehmend größeren Rinderherden kommen der Butter und der Käse in den Geschäften aus Südafrika. In den letzten Monaten kamen große Mengen von preiswerten Hühnern aus Brasilien auf den mosambikanischen Markt und zwangen zahlreiche Hühnerzucht- und Mastbetriebe zur Aufgabe. Trotzdem betont die Regierung, sie werde keine Maßnahmen zum Schutz der einheimischen Märkte ergreifen. Da sie sich innerhalb der SADC und der WTO zu einer Liberalisierung des Handels verpflichtet habe, mache es keinen Sinn, die nationale Industrie zu diesem Zeitpunkt zu schützen. Die Insudtier wurde aufgefordert, sich auf den Wettbewerb mit ausländischen Produkten vorzubereiten. Quellen: AIM, allAfrica.com, Expresso África ============================================== 07 AKS zur Gesamtschule From: ingrid.gogl at aks.at ============================================== AKS zu Gesamtschule: Neue Diskussion, doch Gehrer trägt immer noch "Ideologie-Brille" Utl.: Wie viele Studien und Argumente müssen noch gebracht werden? Die Aktion kritischer SchülerInnen (aks) spricht sich in der aktuellen Debatte rund um das Thema Gesamtschule ganz klar gegen das momentane, differenzierte Schulsystem aus. "Die Vorteile, die eine gemeinsame Schule bis zur neunten Schulstufe bringen würde, sind nicht erst seit gestern bekannt. Laufend gibt es neue Argumente und Studien, doch die Bildungsministerin hat scheinbar nichts Besseres zu tun als die Diskussion zu vertagen", so aks-Bundesvorsitzende Ingrid Gogl. Die Trennung in Hauptschule und AHS Unterstufe führe laut der SchülerInnenorganisation zu stärkerer Selektion nach sozialen Unterschieden: "Mehrere Studien belegen, dass auch der Bildungsgrad der Eltern entscheidend für den späteren Schulweg junger Menschen ist. Schule und Bildung darf jedoch nicht von ökonomischen oder sozialen Bedingungen geleitet werden", so die SchülerInnenvertreterin. "Es ist äußerst schade, dass die Gesamtschuldiskussion bei Elisabeth Gehrer scheinbar immer noch durch die ideologische Brille geführt wird und sachliche wie offensichtliche Argumente erneut ignoriert werden. Wenn die Ministerin die Auseinandersetzung mit diesem Thema so sehr scheut, ist sie vermutlich im Bildungsministerium Fehl am Platz", meint Ingrid Gogl abschließend. Rückfragehinweis: Ingrid Gogl (aks-Bundesvorsitzende): 0699/ 11 40 81 42 ============================================== 08 EU-Parlament verurteilt homophobe Tendenzen From: Kurt.Krickler at hosiwien.at ============================================== Medienaussendung der Homosexuellen Initiative (HOSI) Wien vom 18. Jänner 2006 Europäisches Parlament verurteilt homophobe Tendenzen in Europa ?Wir begrüßen die heute vom Europäischen Parlament mit großer Mehrheit (468 gegen 149 Stimmen) verabschiedete Entschließung zu Homophobie in Europa?, erklärt Bettina Nemeth, Obfrau der Homosexuellen Initiative (HOSI) Wien. ?Mit dieser Resolution verurteilt das EP schärfstens jegliche Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung. Zudem werden die Mitgliedsstaaten und die Europäische Kommission aufgefordert, einerseits die bestehenden Menschenrechte auch für Lesben und Schwule uneingeschränkt zu garantieren und andererseits dafür zu sorgen, dass ihre Diskriminierung in allen Bereichen verboten wird.? Katholische Hasspredigten ?Nach den zahlreichen An- und Übergriffen auf Lesben und Schwule in den letzten Monaten, vor allem in Polen und den baltischen Staaten, war es höchst an der Zeit, dass sich das EP wieder zu den Menschenrechtsverletzungen an Lesben und Schwulen zu Wort meldet?, betont Kurt Krickler, Generalsekretär der HOSI Wien und Vorstandsmitglied des europäischen Lesben- und Schwulenverbands ILGA-Europa. ?Speziell in Polen haben Lesben und Schwule unter den Hasspredigten katholischer Kirchenvertreter und konservativer Politiker verstärkt zu leiden. In mehreren Städten wurden in den letzten beiden Jahren Regenbogen-Paraden verboten oder von Neonazis und katholischem Mob tätlich angegriffen.? Österreichs EU-Vorsitz gefordert ?Die Entschließung betrifft aber auch Österreich?, ergänzt Nemeth, ?und zwar in zweifacher Hinsicht: Erstens, weil auch in Österreich Diskriminierung und Ungleichbehandlung an der Tagesordnung sind und immer noch ein umfassendes Antidiskriminierungsgesetz und die rechtliche Anerkennung und Gleichstellung gleichgeschlechtlicher PartnerInnenschaft fehlen. Und zweitens, weil gerade Österreich als EU-Ratsvorsitzland in den kommenden Monaten durch entsprechende Initiativen Maßnahmen zur Verbesserung eines EU-weiten Verbots von Diskriminierung auf den Weg bringen könnte. Derzeit sind Lesben und Schwule durch EU-Gesetzgebung nur in der Arbeitswelt vor Diskriminierung wegen ihrer sexuellen Orientierung geschützt. In allen anderen Bereichen, in denen die EU eigentlich über eine Zuständigkeit verfügt, besteht kein derartiger Diskriminierungsschutz.? Weitere Infos unter: http://www.europarl.eu.int/news/expert/infopress_page/016-4330-17-1-3-902-20 060113IPR04270-17-01-2006-2006--false/default_en.htm Rückfragehinweis: Christian Högl, Obmann: Tel. 0699-11811038 Bettina Nemeth, Obfrau: Tel. 0699-11965265 Kurt Krickler, Generalsekretär: Tel.: 5451310 oder 0664-5767466 office at hosiwien.at; www.hosiwien.at ============================================== 09 Post: Nur Streik kann Privatisierung stoppen From: ast-lfi at utanet.at ============================================== Post: Nur Streik kann Privatisierung stoppen! (aus Red Newsletter Nr. 193, 18.Jänner 2005, www.arbeiterInnenstandpunkt.net) Die Demonstration am 19. Jänner zeigt, daß die KollegInnen der Post den geplanten Börsegang nicht widerspruchslos hinnehmen. Die Umwandlung der Post in ein Aktienunternehmen liefert das Unternehmen und seine Beschäftigten den Spekulanten an der Börse aus. Deren Interesse ist der schnelle Profit und den bekommen sie durch ?fit-machen?, ?out-sourcing? und wie all die anderen Modewörter des Kapitalisten-Neudeutsch lauten. Sie bedeuten in Wirklichkeit Lohnkürzungen und Entlassungen auf Kosten der Lohnabhängigen. Auf dem Spiel stehen tausende Arbeitsplätze und die Zukunft vieler Kolleginnen und Kollegen! Die Demonstration ist ein wichtiges Zeichen ... aber auch nicht mehr. Die Regierung wird sich durch eine einzelne Protestaktion nicht abschrecken lassen. Die Regierung ist eine Regierung der Konzernherren und des Großkapitals. Sie tut nur das, was ihr von diesen Herren befohlen wird. Und die Kapitalisten wollen das große Geld machen durch die Privatisierung des öffentlichen Eigentums. Mit Erfolg! Zuerst wurde dem Kapital von der SPÖ-ÖVP-Regierung zwischen 1994 und 1999 durch Privatisierungen 4,785 Milliarden Euro in den Rachen geworfen und seit 2000 weitere 5,377 Milliarden Euro. (Angaben der ÖIAG, zitiert aus: Wiener Zeitung, 3.9.2005) Kein Wunder, daß sich die Unternehmer in den vergangenen zehn Jahren gesund stoßen konnten. Die Arbeiterkammer berichtet in einer Studie: ?Von 1992 bis 2003 ist (...) der Durchschnittslohn je Arbeitnehmer um 28,2 Prozent gestiegen, während die Gewinne (Netto-Betriebsüberschuss) im selben Zeitraum um 65,2 Prozent gestiegen sind.? (Arbeiterkammer, 16.12.2004) Kurz und gut, die Regierung dient dem Großkapital und wird daher nicht so leicht von ihren Privatisierungsplänen abzubringen sein. Nur ein unbefristeter Streik kann die Privatisierung stoppen! Daher brauchen wir eine härtere Gangart und einen entschlossen Widerstand. Die Regierung kann man nicht durch gute Argumente überzeugen - sie versteht nur die Sprache des Kampfes! Ohne Streik haben wir keine Chance! Und zwar ein Streik, der nicht nur einen Tag dauert, denn das kann die Regierung durchtauchen. Erinnern wir uns nur an die beiden eintägigen Streiks gegen die Pensionsreform am 6. Mai und 3. Juni 2003. Beim 66-stündigen Streik der Eisenbahner im November 2003 hingegen wurde sie schon nervös. Nur ein unbefristeter Streik, der in den nächsten Wochen organisiert werden muß, kann die Regierung in die Knie zwingen! Gewerkschaftsbürokratie ist Eigentümer näher als der Basis Es ist ein Jammer, daß die Gewerkschaftsführung bisher so lange mit Kampfmaßnahmen gewartet hat. Sie vertröstete in den vergangenen Jahren immer wieder die Basis anstatt zu kämpfen. Sie stimmte der Ausgliederung zu, anstatt zu erkennen, daß ? wie wir vom ArbeiterInnenstandpunkt schon damals darauf hinwiesen ? die Ausgliederung nur der erste Schritt zur Privatisierung und damit dem Ausverkauf des Unternehmens und der Arbeitsplätze bedeutet. Warum verhält sich die Gewerkschaftsführung so? Verstehen sie nicht, worum es geht? Nein, die oberen Funktionäre sind nicht dumm, sie wissen sehr wohl was auf dem Spiel steht. Nur: ihre Jobs sind nicht unmittelbar gefährdet. Die oberste Spitze sitzt sogar selber im Aufsichtsrat (namentlich die Kollegen Gerhard Fritz, Martin Palensky, Helmut Köstinger, Manfred Wiedner). Die Bürokratie hat ihre guten Beziehungen mit der Unternehmensführung, mit dem Staat, der Gemeinde Wien usw. In Wirklichkeit steht die Gewerkschaftsbürokratie ? ungeachtet aller kämpferischer Reden bei Betriebsversammlungen ? dem Kapital und seinem Staat viel näher als den Kolleginnen und Kollegen an der Basis. Nur unter massiven, organisierten Druck von der Basis aus, werden sie ihren Hintern bewegen und Proteste organisieren. Sich an der Basis zusammenschließen Letztlich müssen die Kollegen selbständig, ohne Bürokratie, kämpfen, um nicht bei der nächsten Gelegenheit einen Dolchstoß in den Rücken zu erhalten. Deswegen ist ein wichtiges Ziel der Aufbau einer Basisbewegung in den Gewerkschaften, um gegen die bürokratische Passivität und Kontrolle zu kämpfen. Um den Kampf gegen die Privatisierung erfolgreich führen zu können, müssen wir uns jetzt in den Betrieben in Aktionskomitees zusammenschließen. Alle Kolleginnen und Kollegen, die aktiv Widerstand leisten wollen, sollen sich zusammenschließen. So kann man die Betriebsräte und Gewerkschaftsfunktionäre am besten unter Druck setzen, damit sie einen Streik organisieren und notfalls selbständig Kampfmaßnahmen organisieren. Wir siegen durch gemeinsamen und entschlossenen Kampf! Wir können siegen, weil unsere Sache gerecht ist. Wir kämpfen für keine Privilegien, wir kämpfen für unsere Arbeitsplätze, für unsere Zukunft, für die Zukunft des öffentlichen Dienstes und damit für die Zukunft der gesamten Bevölkerung! Die Post-Kolleginnen und ?Kollegen sind auch nicht alleine. Die Jugendproteste im vergangenen Herbst ? tausende SchülerInnen gingen am 19. Oktober und am 18. November 2005 in ganz Österreich auf die Straße ? zeigen, daß die Bereitschaft zum Widerstand vorhanden. Lauft Umfragen unterstützen sogar fast 40% der Bevölkerung einen Streik der Post-Angestellen! ArbeiterInnenstandpunkt und die Jugendorganisation REVOLUTION waren führend an der Organisierung der SchülerInnenstreiks im vergangenen Herbst beteiligt. Wir treten für eine Bündelung des Widerstandes ein. Treten wir alle gemeinsam in den Streik ? gegen die Privatisierungspolitik, gegen Jugendarbeitslosigkeit und gegen das Ende des freien Hochschulzugang. Kurz: GEGEN die kapitalistische Politik des Sozial- und Bildungsabbaus und der Privatisierung und FÜR unsere Zukunft! * Streik gegen die Privatisierung der Post, solange bis die Regierung nachgibt! * Bildet Aktionskomitees in den Betrieben zur Organisierung des Widerstandes! * Gemeinsamer Kampf mit den Lehrlingen, SchülerInnen und StudentInnen! Für einen gemeinsamen Massenstreik! ================================================ C) TERMINE ================================================ ======================== Freitag http://www.mund.at/butt/Termine/Februar/2502.htm Samstag http://www.mund.at/butt/Termine/Februar/2602.htm Sonntag http://www.mund.at/butt/Termine/Februar/2702.htm ======================== ================================================ D) EDITORIAL ================================================ Für den Inhalt verantwortlich: Ihr. E-Mail-Adresse für Beiträge: widerstand at no-racism.net geschickt. widerst at nd MUND und alle Termine täglich aktualisiert im Web: http://www.no-racism.net/MUND Ziel von MUND (medienunabhängiger Nachrichtendienst) ist die unzensurierte und möglichst rasche Information über gesellschafts- politisch relevante Termine, Hinweise und Diskussionsbeiträge zu Widerstand und Antirassismus sowie verwandte Themen. sollen einen Titel, Namen und Emailadresse der/des AutorIn enthalten und möglichst kurz und prägnant gehalten sein, ev. mit Hinweis, wo weitere Informationen eingeholt werden können. Bitte keine Attachments! Die inhaltliche und sachliche Verantwortung liegt bei der/dem jeweiligen AutorIn bzw. jenen, die uns die Beiträge schicken. Der MUND wird von einzelnen TagesredakteurInnen zusammengestellt. Da Fehler nicht ausgeschlossen sind, bitten wir, nicht veröffentlichte Beiträge nochmals an widerstand at no-racism.net zu senden. Die Weiterleitung (auch auszugsweise) ist erwünscht. Beiträge mit rassistischen oder sexistischen Inhalten werden nicht veröffentlicht. Sehr persönliche Meldungen werden wir an den betreffenden Adressaten weiterleiten, aber nicht im MUND veröffentlichen. Die bisherigen Ausgaben sind unter http://www.no-racism.net/MUND archiviert. Terminankündigungen bitte nach folgender Vorlage: * Wann: Sonntag, 11.11.2001, 11:11 Uhr * * Was: Maskenball: Motto "Schwarzblau ist die Haselnuss" * * Wo: Villa Morgenrot, Grüner Anger 42, 2001 Wendendorf * * Kommentar: Anreise per Anhalter. Maskenzwang. Ende nie. Aber kurz und prägnant.* Die Rubrik "Redaktionelles" am Ende der Ausgabe ist u.a. eine Konsequenz aus der Notwendigkeit, sexistische, antisemitische und rassistische Beiträge nicht zu veröffentlichen, ohne jedoch stillschweigend Zensur zu üben. Hier wird - in anonymisierter Form - auf angehaltene Beiträge hingewiesen und eine kurze Begründung der Tagesredaktion für die Nichtaufnahme geliefert. (Weitere Gründe einen Beitrag nicht aufzunehmen sind z.B.: Attachments, kein erkennbarer Bezug zu den breit gestreuten Themen des MUND, Werbesendungen, sinnlose Kettenbriefe.) Die AbsenderInnen der betroffenen Beiträge werden hiervon informiert. Im Sinne einer "gläsernen Zensur" könnt ihr Euch die Beiträge gerne extra schicken lassen: Ein kurzes Mail an widerstand at no-racism.net genügt. ================================================ E) VERTEILERLISTE ================================================ Zur Eintragung in diesen Verteiler bitte direkt subskribieren unter http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/analle oder von der einzutragenden Adresse aus ein mail schicken an: admin at no-racism.net mit folgendem Text: subscribe no-racism Bitte wegen Automatisierung diesen Wortlaut verwenden! Zur Austragung aus dieser Liste bitte an zusammengestellt. Bitte keine Attachments! (werden nicht angenommen) nciht drin: 1 doublette, 2 nwr Redaktionsschluss für diese Ausgabe: Mi 2:00 III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III ü, ö, ä, ß, Ü, Ö, Ä III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III widerst at nd-MUND is powered by http://alt.strg.at/ ================================================ From analle at no-racism.net Fri Jan 20 14:22:48 2006 From: analle at no-racism.net (=?iso-8859-1?q?MUND=3A_medienunabh=E4ngiger_Nachrichtendienst?=) Date: Fri, 20 Jan 2006 14:22:48 +0100 Subject: widerst@nd MUND, Freitag, 20.1.2006 Message-ID: widerst at nd MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst Medieninhaberinnen & Medieninhaber seid Ihr www.no-racism.net/mund Freitag, 20.1.2006 ================================================ A) INHALT ================================================ <>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><><> AKTIONEN/ANKÜNDIGUNGEN <>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><><> ================================================ 01 Newsletter andersrum.gruene.at von ================================================ 02 12. Wiener Flüchtlingsball von Nikolaus Heinelt ================================================ 03 Diskussion zu Post-Zerschlagung am Freitag in Wien von "Sozialistische LinksPartei" =============================================== 04 okto veranstaltungstipp von Renate Billeth ================================================ 05 Lambda Istanbul von lambda at lambdaistanbul.org ================================================ <>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><><> MELDUNGEN/MEINUNGEN/KOMMENTARE <>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><><> ================================================ 06 Islamische Glaubensgem. zu Konferenz: Islam u.Terrorismus von "Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen" ================================================ 07 GLB/Post/Börsengang/Mitarbeiterbeteiligung von "Gewerkschaftlicher Linksblock" ================================================ 08 Justiz- und Sozialministerin bestätigen: Nur homosexuelle Angehörige der NS-Staatsmacht rehabilitiert von ================================================ 09 Bolivien: Amtsantritt von Evo Morales ist vergleichbar mit Wahl von Nelson Mandela von ================================================ 10 Bomben auf den Iran? von "Heinz Nessizius" ================================================ 11 Aktuell: EGMR verurteilt Österreich in aufsehenerregendem § 209-Fall von "PF209" =============================================== <>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><><> GIPFELSOLI <>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><><> ================================================ 12 [gipfelsoli] Heiligendamm von gipfelsoli-l at lists.nadir.org =============================================== ================================================ B) TEXTE ================================================ <>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><><> AKTIONEN/ANKÜNDIGUNGEN <>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><><> =============================================== 01 Newsletter andersrum.gruene.at von =============================================== Newsletter andersrum.gruene.at mit den neuen Headlines seit 12. 1. 2006 09:01 ********************************************* ******* INHALT ******* - Homosexualität und Multikulturalität - Katzenball - Kinostart - 33 Grün-Rote Projekte für Wien ***************************************** *** Homosexualität und Multikulturalität *** 18. Januar 2006 Fragebogen für eine Seminararbeit an der Uni Wien zum Thema Homosexualität und Multikulturalität. http://www.gruene-andersrum.at/andersrumgrueneat/kultur_medien/artikel/lesen/4524/1396/ ***************************************** *** Katzenball - Kinostart *** 16. Januar 2006 Die Geschichte lesbischer Liebe in der Schweiz seit 13. Jänner in Wien und in Graz. http://www.gruene-andersrum.at/andersrumgrueneat/kultur_medien/artikel/lesen/4496/1396/ ***************************************** *** 33 Grün-Rote Projekte für Wien *** 13. Januar 2006 Wir haben ein umfangreiches Projektpaket mit der Stadtregierung geschnürt: es garantiert die Umsetzung Grüner Politik für Wien aus der Oppositionsbank heraus. http://www.gruene-andersrum.at/wien/artikel/lesen/4470/1396/ ============================ http://andersrum.gruene.at/ ============================ Diese E-Mail wurde dir geschickt, weil du den Newsletter andersrum.gruene.at abonniert hast. Newsletter abbestellen? E-Mail an: newsletter-andersrum-unsubscribe at listen.gruene.at Fragen? E-Mail an: newsletter-andersrum-request at gruene.at =============================================== 02 12. Wiener Flüchtlingsball von Nikolaus Heinelt =============================================== 12. Wiener Flüchtlingsball Das Programm steht - Der Kaartenvorverkauf läuft Am 24. Februar ist es wieder soweit, das Integrationshaus lädt zum 12. Wiener Flüchtlingsball ins Rathaus ein. Auf zwei Livebühnen und an den Turntables gibt es Musik aus aller Welt, der Reinerlös kommt ausschließlich dem Integrationshaus zugute. Karten gibt es wieder in allen BA-CA-Filialen. „Letztes Jahr waren wir 3 Tage vorher ausverkauft, also rechtzeitig Karten sichern!â*œ, so der Aufruf und die Warnung von Willi Resetarits. Und es wird wieder ein sehr buntes Programm geben: mit Rising Girl ist nicht nur /der/ Sommerhit, sondern auch die gleichnamige Band aus der Steiermark - und nicht aus der Karibik, wie ihre Klänge vermuten ließen - auf der Festbühne. Cosmo i Mediterrano spielt ttemperamentvolle Musik aus dem mediterranen Raum, das Vienna Samba Project bringt viel brasilianische Lebensfreude und die Tanzgruppe Bolivia eröffnet mit lateinamerikanischen Rythmen. Mit dabei ist auch die Hans Theessink Band (erstklassigen Musikern der Ã-sterreichischen Szene und Insingizi, 3 Sänger aus Zimbabwe), „Ethno-Fusionâ**œ-Sound gibt es von Halil Gürsu & Vienna Orient Project, Bališ spielt Rockmusik mit kärntner-slowenischen Texten, Soupshop rockt und Confusiee regt bei Konzerten mit Musik, Inhalt, Stimme und Präsenz zum Tanzen und Mitsingen an. Aus Berlin kommt Dr. Ring Ding mit Ska- und Reggae - unterstützt vom Skamaican Tunes Soundsystem - unnd Export Import Tunes legen Balkan Gypsy Grooves auf. Und natürlich wird sich auch wieder der Hausherr des Integrationshauses, Willi Resetarits, musikalisch einbringen. Diesmal mit der Extra Combo und dem „Stubnbluesâ*œ. Veranstalter des Flüchtlingsballs ist das Integrationshaus. Der Reinerlös kommt ausschließlich den verschiedenen Flüchtlingsprojekten im Haus zugute. Im Integrationshaus werden durchschnittlich 110 Menschen betreut. Zusätzlich leben 20 unbegleitete jugendliche Flüchtlinge in zwei sozialpädagogischen Wohngemeinschaften im Projekt CARAVAN. Im Rahmen der MigrantInnenakademie des Integrationshauses nehmen jährlich zwischen 400 und 500 Menschen an den Bildungs- und Kulturprojekten teil. Die im 20.Bezirk neu geschaffene Regionalstelle des Integrationshauses bietet Beratungsangebote für Flüchtlinge, die in Grundversorgung stehen. Der mehrsprachige Kindergarten wird sowohl von Kindern aus dem Integrationshaus als auch von Kindern aus der Umgebung besucht. „Ich lade Sie herrzlichst ein, dieses multikulturelle Ereignis gemeinsam mit vielen Anderen zu genießen und damit viel Angenehmes mit dem Nützlichen zu verbinden!â*œ, so die Geschäftsführerin des Integrationshauses, Andrea Eraslan-Weninger. *12. Wiener Flüchtlingsball* 24. Februar 2006, Wiener Rathaus Einlass 20.00; Beginn 21.00 Karten-VVK in allen BA-CA-Filialen und in der Jugendinfo Wien; Kartenpreise: VVK 28,-/AK 30,-Alle Infos unter www.integrationshaus.at Pressephotos auf Anfrage. -- Nikolaus Heinelt noPRoblem Public Relations Ennsgasse 17/36 1020 Wien Tel.: +43-699-12123522 Email.: n.heinelt at no-pr-oblem.at www.no-pr-oblem.at =============================================== 03 Diskussion zu Post-Zerschlagung am Freitag in Wien von "Sozialistische LinksPartei" =============================================== Privatisierung ist Postraub! Streik ist gerechtfertigt! Die Sozialistische LinksPartei (SLP) lädt zu einem Treffen zum Thema Post-Zerschlagung und wie erfolgreich Widerstand organisiert werden könnte: Freitag, 20.1.2006 19.00 Uhr "K-One", Posthorngasse 6, nahe U3-Rochusgasse Und zur Erinnerung: Heute Donnerstag findet um 16 Uhr ein Protestmarsch der PostlerInnen in Wien statt: Donnerstag, 19. Jänner 2006, 16.00 Uhr Treffpunkt ist Dominikanerbastei 11 im 1. Bezirk, Wien (nahe U3-Stubentor sowie U4/U1-Schwedenplatz) _______________________________________________ slp-info at slp.at - Info-Mailliste der SLP Mails abbestellen/Einstellungen ändern: http://slp.at/mailman/listinfo/slp-info Für weitere Infos: http://www.slp.at =============================================== 04 okto veranstaltungstipp von Renate Billeth =============================================== GEMEINSAM OKTO SCHAUN Heute, Donnerstag, findet im Ragnarhof (1160, Grundsteingasse 12) die Live-Ausstrahlung der zweiten Folge von Augustin TV auf Okto statt. Anschließend DJ-Line. Weil Community Fernsehen in netter Gesellschaft einfach schöner ist! Weitere öffentliche screenings gibts dieses Monat noch für die Sendungen "Philosophie im Gespräch" und "common!motion!" Augustin TV part 2 "Die Schenker". Ein Porträt des Augustinverkäufers Gerhard Hostniker, der seine Stammkundschaft mit Geburtstagsgeschenken überrascht. Gerhard hat Augustin TV zum Essen geladen und reichlich beschenkt. Weiters: ein Interview mit den InitiatorInnen des Kost-Nix-Ladens. Wonderfull II: (ehemalige) Obdachlose spielen TouristInnen.Was geschah am F13-Aktionstag: eine Nachschau. Literatur von AugustinautorInnen und vieles mehr! Augustin TV. Donnerstag, 19.1.2006 Ragnarhof. Wien 16, Grundsteingasse 12. Beginn: 20 Uhr. Anschließend DJ-Line & Musikbeiträge vom Augustin-Chor "Stimmgewitter" Eintritt frei! KONTAKT: augustin at okto.tv common!motion! part 3 Wie wird man heterosexuell? (amerikanischer 16mm "Lehrfilm", der extra für die Aus-strahlung auf Okto rekonstruiert und synchronisert wurde.) Stichwort Homo-Ehe: Wie sieht die Situation im benachbarten Deutschland aus? Dort wird, je nach Region und deren konfessioneller Ausrichtung, die Umsetzung der Homo-Ehe durch die Behörden unterschiedlich gehandhabt. Nach der Sendung wird noch die schwullesbische Soap Berlin Bohème gezeigt. Anschließend kann mit den ProduzentInnen von common!motion! geplaudert werden. common!motion! Mittwoch, 25.1.2006 Beginn: 21:30. Achtung: Ausstrahlungsort wird kurzfristig auf www.commonmotion.at bekannt gegeben! Eintritt frei! KONTAKT: commonmotion at okto.tv "Philosophie im Gespräch" part 1 & 2 Für jene, die Okto daheim (noch) nicht empfangen können, oder die Erstausstrahlung (26.1.2006, Beginn: 20:00) versäumen, zeigt die Philosophische Werkstatt gleich einen Okto-Doppelpack: „Philosophie im Gespräch“ mit Leo Zehender, Teil 1 (57 Minuten) und Teil 2 (57 Minuten) Der philosophische Praktiker DDr. Leo Zehender spricht mit Irmgard C. Klammer und Sabine Bauer über seinen persönlichen Arbeitsstil, die Aufgabe der Philosophie in der Gesellschaft und über die Zurückhaltung der PhilosophInnen beim Urteilen. Im Teil 2 stellt Leo Zehender sein derzeitiges Forschungsthema und seine demnächst erscheinende Publikation "Alter und Emanzipation" vor. "Philosophie im Gespräch" Freitag 27.1.2006 Philosophische Werkstatt R2. Wien 7, Lindengasse 61 – 63 Beginn: 18:30 Uhr UKB: 10 * (inkl. Getränke) KONTAKT: philosophieimgespraech at okto.tv Falls nicht anders angegeben, werden die Sendungen zur angegebenen Beginnzeit live ausgestrahlt. Die ProduzentInnen der Sendungen sind beim Oktoschaun jeweils anwesend und stehen für Fragen & Anregungen zur Verfügung. Rückfragen dazu bitte direkt an die jeweilige Sendung mailen. Weitere Programminfos gibt's www.okto.tv Okto. Im Wiener Telekabel auf Kanal 8. --- Okto Community TV-GmbH Missindorfstraße 21 | Objekt 12 | 2. OG 1140 Wien, Österreich www.okto.tv Mag. Renate Billeth Öffentlichkeitsarbeit rb at okto.tv T +43 1 786 2442 -17 F +43 1 786 2442 -4 =============================================== 05 Lambda Istanbul von lambda at lambdaistanbul.org =============================================== We are getting kicked out!! We, volunteers of Lambdaistanbul Gay, Lesbian, Bisexual and Transgender Initiative, are asked to evacuate our current cultural center where we have been continuing our activities everyday. And we have nowhere else to go! Real estate agents and home owners refuse to lease their places to us. We indeed have financial problems, but even when we can afford certain places, we are denied the right to rent these spaces due to sexual orientation discrimination. Unfortunately in a very short time, we will no longer have a cultural center to host you. Our cultural center which has served through its information line, library, archives, showing movies, as well as sharing time with you to share our stories and listening to each other, will no longer be there. Please click the link below and sign our petition to support our protest against this discrimination. http://www.PetitionOnline.com/2971134/ And we would be very delighted if you spread our message among your friends. Lambdaistanbul lambda at lambdaistanbul.org =============================================== <>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><><> MELDUNGEN/MEINUNGEN/KOMMENTARE <>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><><> ================================================ 06 Islamische Glaubensgem. zu Konferenz: Islam u.Terrorismus von "Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen" ================================================ Stellungnahme der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich zu der von AIAD angekündigten Konferenz „Hand in Hand für eine sichere Welt“ Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich ist in die zwischen dem 21. und 23.01. in Wien angesetzte Konferenz rund um die Haltung des Islam zu der Frage von Terrorismus und Extremismus in keiner Weise involviert. Dies möchten wir auf verschiedene Anfragen hin mitteilen. Die Konferenz wird von einer noch völlig unbekannten NGO veranstaltet. Dieser „Österreichisch-Irakische Verband für Entwicklung“ sucht sich allerdings mit klangvollen Namen zu schmücken, die nach ihren Angaben zu der Tagung erwartet werden, darunter der frühere irakische Ministerpräsident Iyad Allawi sowie EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner. Was uns als offizielle Vertretung der religiösen Angelegenheiten der Muslime in Österreich vor allem verwundert, ist der vollmundige Anspruch der Veranstalter, hier vorgeblich neue Wege der muslimischen Stellungnahmen gehen zu wollen. Die Muslime haben immer wieder ihre eindeutige und zweifelsfrei religiös theologisch zu begründende Position zu den genannten Themen formuliert. Eine Konferenz, die die Frage des Irak und die damit verknüpfte allgemeine weltpolitische Lage ernsthaft aufzugreifen sucht, sollte auch nicht in bereits zum wiederholten Male vorgetragenen Stellungnahmen stecken bleiben. So wichtig es ist, immer wieder zu betonen, dass die Religion Islam nicht mit Terrorismus gleichgesetzt werden darf, so wichtig ist es auch zu verdeutlichen, dass die Verengung auf eine einzig religiöse Sicht bei komplexen politischen Problemen nicht zielführend sein kann. Wir sehen eine Gefahr darin, den „Missbrauch von Religion“ allein verantwortlich für diese oder jene ernste Problematik zu machen. Denn damit wäre auch schnell eine Interpretation bei der Hand, die angesichts einer vorgeblichen einzig religiösen Dimension von nötigen politischen Maßnahmen ablenkt. Ursachen von Terrorismus müssen genau analysiert werden und die Menschenrechtssituation im Irak darf nicht außer acht bleiben. Österreich war bereits Schauplatz einer ersten europäischen Imame--Konferenz im Jahre 2003, die eine weithin beachtete Erklärung zur Kompatibilität einer muslimischen Lebensweise mit den Gedanken von Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Pluralismus und Menschenrechten verabschiedete und sich klar gegen jede Form des Extremismus, Fanatismus und Fatalismus positionierte. Diese, wie auch die erste österreichische Imame-Konferenz des April 2005, können für sich in Anspruch nehmen, eigenständig und authentisch von muslimischer Seite initiiert und durchgeführt worden zu sein. Wenn nun völlig an den natürlichen ersten Ansprechpartnern von muslimischer Seite in Österreich vorbei agiert wird, dann mag dies in der bewussten Ignoranz dieser Ergebnisse begründet sein. Der bisherige erfolgreiche Weg unserer Gemeinschaft wird am 7. und 8. April eine bedeutende Vertiefung und Erweiterung erfahren, wenn eine Nachfolgekonferenz in Wien in Kooperation mit dem österreichischen Außenministerium und der Stadt Wien stattfinden wird, zu der mehr als 120 muslimische Delegierte aus dem gesamten europäischen Raum erwartet werden und bei der die IGGiÖ wieder als Veranstalterin auftritt. Zur feierlichen Eröffnung im Wiener Rathaus haben bereits Kommissionspräsident Barroso und wichtige österreichische Politiker ihr Kommen zugesagt. Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich Wien, am 19. Jänner 2006 -- Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen e-mail:dieinitiative at gmx.at für Rückfragen und Korrespondenz kontaktieren sie bitte: Omar Al Rawi +43-650-3831942 al-rawi at gmx.at Amina & Tarafa Baghajati +43-1-2595449 baghajati at aon.at Mouddar Khouja +43-1-9685096 mouddar at gmx.net Andrea Saleh +43-1-7965652 salehand at gmx.at ================================================ 07 GLB/Post/Börsengang/Mitarbeiterbeteiligung von "Gewerkschaftlicher Linksblock" ================================================ Pressedienst des Gewerkschaftlichen Linksblocks (GLB), Hugogasse 8, A-1110 Wien - Telefon +43 1 718 26 23-0 - Fax +43 1 718 26 23-30 - Mail glb at aon.at - Web www.glb.at - Ausgabe vom 19. Januar 2006 Mitarbeiterbeteiligung als Zuckerl für Zustimmung zum Post-Börsengang? GLB ist für klare Trennung der Interessenslagen Als windiges und bereits auf eine künftige große Koalition orientiertes Manöver bezeichnet die Fraktion Gewerkschaftlicher Linksblock im ÖGB (GLB) die Bestrebungen mit der Schaffung einer Mitarbeiterbeteiligung die Zustimmung der Gewerkschaft zum Börsengang der Post zu erreichen. Selbst Finanzminister Karl-Heinz Grasser muss zugeben, dass die Postler zuwenig verdienen, als sie Aktien im größeren Umfang kaufen könnten. Es zeichnet sich somit ab, dass eine solche Mitarbeiterbeteiligung von Banken - Hauptanwärter dafür ist wohl die ÖGB-eigene BAWAG - vorfinanziert und durch Lohnverzicht der Beschäftigten abbezahlt werden soll. „Für den GLB ist das von ÖGB und AK forcierte Modell der Mitarbeiterbeteiligung nichts anderes als eine sozialpartnerschaftliche Behübschung des realen Kapitalismus, ähnlich wie der Managersprache entsprungenen Modelle wie Corporate Social Responsibility oder Good Company Ranking“, meint dazu GLB-Bundesvorsitzende Karin Antlanger. Die angebliche Schutzfunktion von Mitarbeiterbeteiligungen gegen einen Ausverkauf existiert letztlich nicht, wie gerade jetzt das Beispiel AMAG beweist: Dort will nicht nur deren Generaldirektor Klaus Hammerer seinen 40-Prozent-Anteil an multinationale Konzerne verkaufen, sondern auch die 20-prozentige Mitarbeiterbeteiligung steht zum Verkauf an. Ein großer Teil der Beschäftigten will lieber jetzt ihren Anteil zu Geld machen - die Rede ist zwischen 40.000 und 65.000 Euro pro Mitarbeiter. Bei der voestalpine gibt es eine Mitarbeiterbeteiligung von 10,3 Prozent, die im Rahmen von Verteilungsoptionen bei Lohn- und Gehaltsabschlüssen durch Lohnverzicht finanziert wird. Dass heute rund ein Drittel der Voest ausländischen Pensionsfonds gehört, konnte die mit dem Österreich-Konsortium unter Federführung der Raiffeisen-Landesbank zu einer Sperrminorität verschränke Mitarbeiterbeteiligung damit auch nicht verhindern. Offen bleibt für die zwangsbeglückten Voestler, ob „ihre“ Beteiligung auch in Zeiten einer abflauenden Stahlkonjunktur noch attraktiv ist. Die Funktion solcher Mitarbeiterbeteiligungen ist letztlich die Einbindung der Betriebsrats- und Gewerkschaftsspitzen in die Unternehmenspolitik, die im Gegenzug für die Stillhaltung der Beschäftigten zu sorgen haben. Der GLB ist hingegen für eine klare Trennung der Interessenslage: Betriebsräte und Gewerkschaften müssen für der Wertschöpfung angemessene Löhne und Gehälter kämpfen. Dafür ist eine klare Frontstellung nützlich, eine Einbindung in die Unternehmenspolitik hingegen immer ein Hindernis. Daher kann eine Mitarbeiterbeteiligung weder ein Ersatz für öffentliches Eigentum, noch für die Position der Beschäftigten gegenüber den Unternehmern sein. ================================================ 08 Justiz- und Sozialministerin bestätigen: Nur homosexuelle Angehörige der NS-Staatsmacht rehabilitiert von ================================================ Justiz- und Sozialministerin bestätigen: Homosexuelle NS-Opfer nur rehabilitiert, wenn sie selbst Angehörige der NS-Staatsmacht waren Rechtskomitee LAMBDA: „Unerträglich“ Das Rechtskomitee LAMBDA (RKL) sieht dringenden Handlungsbedarf angesichts jüngster Anfragebeantwortungen der Justiz- und der Sozialministerin. Gastinger und Haubner bestätigen darin, dass die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus nach wie vor nicht rehabilitiert sind. Einzige Ausnahme: homosexuelle VertreterInnen der NS-Staatsmacht selbst! Am 1. Juli 2005 ist das Anerkennungsgesetz 2005 in Kraft getreten, mit dem sämtliche Urteile aus der Nazizeit aufgehoben wurden, die auf „typisch nationalsozialistischem Unrecht“ beruhen. Desweiteren wurde „sexuelle Orientierung“ als Anspruchsgrund in das Opferfürsorgegesetz eingefügt. Nach wie vor nicht enthalten sind homo- und bisexuelle Opfer des Nationalsozialismus jedoch in den Wiedergutmachungsbestimmungen des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes (ASVG), sodass ihre Haft- und KZ-Zeiten immer noch nicht als Pensionszeiten zählen, die ihrer dortigen Peiniger jedoch schon. Diese standen ja in einem Dienstverhältnis. Die grüne Justizsprecherin und RKL-Kuratoriumsmitglied, Mag.a Terezija Stoisits, hat daher Anfragen an Justizministerin und Sozialministerin gestellt. Sie wollte darin insb. wissen, ob Verurteilungen im Dritten Reich wegen homosexueller Kontakte als „typisch nationalsozialistisches Unrecht“ angesehen werden und warum homo- und bisexuelle Opfer des Nationalsozialismus in die Wiedergutmachungsbestimmungen des ASVG wieder nicht aufgenommen wurden. Nur VertreterInnen der NS-Staatsmacht rehabilitiert Die Beantwortungen durch die Ministerinnen sind ernüchternd. Verurteilungen wegen homosexueller Kontakte seien kein „„typisch nationalsozialistisches Unrecht“ und die entsprechenden Verurteilungen daher nach wie vor aufrecht, so Justizministerin Gastinger. In diesem Sinne auch Haubner bezüglich Entschädigungen nach dem Opferfürsorgesetz. Haubner sieht auch keine Notwendigkeit, die Haft- und KZ-Zeiten der homosexuellen Opfer des NS-Regimes als Pensionszeiten anzurechnen, so wie dies für rassisch und politisch Verfolgte bereits vor langem geschehen ist. Stattdessen verweisen die Ministerinnen darauf, dass Angehörige der Wehrmacht, der SS- oder von Polizeiverbänden, die selbst unter die Räder der anti-homosexuellen Verfolgung gerieten, im Gegensatz zu Zivilpersonen umfassend rehabilitiert wurden. Bereits 1946 wurden ihre Verurteilungen aufgehoben und 2005 folgte nun die sozialversicherungsrechtliche Entschädigung durch Anerkennung ihrer Haftzeiten als Pensionsersatzzeiten. „Es ist schier unerträglich, dass nur jene Opfer der NS-Homosexuellenverfolgung rehabilitiert werden, die zuvor VertreterInnen der NS-Staatsmacht waren“, sagt der Wiener Rechtsanwalt Dr. Helmut Graupner, Präsident der Homosexuellen-Bürgerrechtsorganisation Rechtskomitee LAMBDA, „Das Parlament muss endlich den Entwurf eines umfassenden Rehabilitierungsgesetzes aufgreifen, der dort seit Monaten unbehandelt liegt“. Das 1991 gegründete Rechtskomitee LAMBDA (RKL) arbeitet überparteilich und überkonfessionell für die umfassende Verwirklichung der Menschen- und Bürgerrechte gleichgeschlechtlich l(i)ebender Frauen und Männer. In seinem Kuratorium vereinigt es so prominente Mitglieder wie den SPÖ-Vorsitzenden Dr. Alfred Gusenbauer, Präs. NRAbg. Peter Schieder,, NRAbg. Mag. Terezija Stoisits, den renommierten Kinder- und Jugendpsychiater Univ.-Prof. Dr. Max Friedrich und die Kinder- und JugendanwältInnen von Wien DSA Monika Pinterits und Dr. Anton Schmid, den Generalsekretär von Amnesty International Österreich Mag. Heinz Patzelt und die bekannten Menschenrechtsexperten Dr. Lilian Hofmeister und Univ.-Prof. Dr. Manfred Nowak, die Sexualwissenchafter Univ.-Prof. Dr. Josef Christian Aigner, Prof. Dr. Rotraud Perner und Mag. Johannes Wahala, den Theologen Univ.-Prof. Dr. Kurt Lüthi, Günter Tolar u.v.a.m. Die Anfragen und ihr Beantwortungen im Wortlaut: -> http://www.parlament.gv.at/portal/page?_pageid=908,975830&_dad=portal&_schem a=PORTAL -> http://www.parlament.gv.at/portal/page?_pageid=908,975835&_dad=portal&_schem a=PORTAL Rückfragehinweis: 0676/3094737; 01/8763061, office at RKLambda.at, www.RKLambda.at 19.01.2006 ================================================ 09 Bolivien: Amtsantritt von Evo Morales ist vergleichbar mit Wahl von Nelson Mandela von ================================================ GESELLSCHAFT FÜR BEDROHTE VÖLKER INTERNATIONAL PRESSEMITTEILUNG Göttingen/Wien, den 19.01.2006 Bolivien: "Amtsantritt von Präsident Evo Morales ist vergleichbar mit Wahl von Nelson Mandela in Südafrika" Mit der Regierungsübernahme von Evo Morales, dem demokratisch gewählten Repräsentanten der indianischen Mehrheit, hat in Bolivien ein Umbruch stattgefunden, der nach Auffassung der Gesellschaft für bedrohte Völker International (GfbV) durchaus mit der Wahl von Nelson Mandela zum Präsidenten Südafrikas 1994 vergleichbar ist. Der 46- jährige Aymara-Indianer wird am Sonntag offiziell sein Amt antreten. "Allzu lange haben Lateinamerikaner, Europäer und US-Amerikaner es für selbstverständlich genommen, dass eine europäisch-stämmige Minderheit die Quichua- und Aymara-Mehrheitsbevölkerung ökonomisch ausbeutet und politisch bevormundet oder unterdrückt", meint der Präsident der GfbV, Tilman Zülch. "Doch nahezu unbemerkt von der internationalen Berichterstattung haben sich schon in den 1970er Jahren in Bolivien Bewegungen wie Minka und Mitka gebildet, die die Anerkennung der indianischen Sprachen und Kulturen forderten und sich dabei auf die historischen und kulturellen Traditionen des Inka-Reiches beriefen." Ihre Repräsentanten hatten auf Einladung der GfbV während mehrerer Rundreisen indianischer Delegationen in Europa 1976/77 bereits für dieses Geschichtsverständnis geworben und es parallel gesetzt zu der hierzulande dominierenden Denkschule, die das antike Athen und Rom als Wiege europäischer Zivilisation begreift. Der nach einer internationalen Kampagne auch mit Hilfe der GfbV gerade aus einer fensterlosen, acht mal acht Fuß großen (6,25 m") Zelle entlassene politische Gefangene und Aymara-Führer Constantino Lima sagte damals: "Wir haben uns organisiert, weil wir erkannt haben, dass wir unter den gegenwärtigen Umständen niemals Gerechtigkeit erfahren würden. Die Weißen kontrollierten alles, und wir wurden ständig beschimpft und misshandelt." So berichtete er über ein Massaker aus den Tagen des bolivianischen Diktators General Hugo Banzer 1974, bei dem 1300 Menschen getötet wurden. "Die indianischen Bewegungen der Quichua und Aymara hatten schon damals einen Machtwechsel in Bolivien gefordert. Durch die Wahl von Evo Morales im Dezember 2005 ist dies nun Wirklichkeit geworden und lässt die Angehörigen der beiden großen Andenvölker sowie der 28 kleineren verschiedenen indianischen Gemeinschaften Boliviens hoffen. Sie wurden bis heute in Bolivien als Bürger zweiter Klasse behandelt, ihre Kultur wurde diskriminiert oder gering geschätzt", sagt Zülch. 1995 war Morales auf Einladung der GfbV in Wien, um während der 38. Sitzung der Internationalen Suchtstoffkommission der Vereinten Nationen für eine Entkriminalisierung des Kokablattes zu werben und eine legale Vermarktung von Produkten auf Kokabasis wie Tee, Kaugummi, Zahnpasta oder Erfrischungsgetränke zu ermöglichen. "Koka ist kein Kokain, ein Kokaproduzent ist kein Drogenhändler und Koka-Konsumenten sind keine Drogenabhängigen", heißt es in einer seiner Stellungnahmen. Für die Andenvölker, bei denen der Koka-Anbau eine Jahrtausende alte Tradition hat, sind die Blätter des Busches Nahrungsergänzungs- und Anregungsmittel bzw. werden sie bei religiösen Zeremonien verwendet. Auf der Homepage www.gfbv.at finden Sie Hintergrundtexte zum Machtwechsel in Bolivien und zum Aufstieg von Evo Morales vom einfachen indianischen Bauern zum Präsidenten. ====================================================== Rückfragenhinweis: Gesellschaft für bedrohte Voelker (GfbV) Hans Bogenreiter (GF) 1030 Wien, Untere Viaduktgasse 53/7A Tel. 01/503 13 36, e-mail: hans.bogenreiter at gfbv.at Homepage: www.gfbv.at ================================================ 10 Bomben auf den Iran? von "Heinz Nessizius" ================================================ Bomben auf den Iran? Georg Meggle 18.01.2006 Gedanken zum Iran-Krieg Bomben auf den Iran? Das ist keine offene Frage mehr. Offen ist nur noch: Wann? Wer? (Israel? Die USA? Beide? Weitere?) Welche Ziele? Welche Art von Bomben? Warum/Wozu? Und Wie sieht die Welt nach diesen Bomben aus? 1. Kriegsgründe 1.1 Gründe zum Angriff Die Option eines Angriffes auf den Iran ist vor allem eine Option Israels und, nicht ganz derart offen proklamiert, eine Option der USA. Ohne Rückendeckung der USA ist nun aber ein Angriff von Seiten Israels kaum denkbar. Konzentrieren wir uns daher zuerst auf Kriegsgründe Amerikas. 1.1.1 Das offizielle US-Hauptargument für den Krieg ist derzeit dasselbe wie vor drei Jahren im Fall des Irak ( Gedanken zum Irak-Krieg (1)). Das Argument hat zwei Komponenten. Es gilt, rechtzeitig - also wiederum präemptiv - den Albtraum schlechthin zu verhindern: Massenvernichtungswaffen (MVW) dürfen nicht in den Besitz von T-Gruppen (Terroristischen Gruppierungen wie beispielsweise Al-Qaida) fallen. Der Iran, so das Argument, unterstützt solche Gruppen. Also . Ein Iran mit MVW wäre schon für sich genommen eine Bedrohung für den Weltfrieden. Also . 1.1.2 Auch die halb-offizielle Begründung wiederholt sich. Sie konkretisiert das primäre Bedrohungsopfer: Ein Iran mit MVW stellt eine maximale Bedrohung für Israel dar. Eine einzige Hiroshima-Bombe auf Tel-Aviv - und der Staat Israel ist Vergangenheit. Also . 1.1.3 Auch der fundamentale Grund ist der gleiche wie schon bei den letzten Golfkriegen. Es ist der geostrategische: der vorausschauende, den ganzen Globus umspannende Blick auf den Rest des Jahrhunderts: Für den Westen ist die Kontrolle über die Bodenschätze (vor allem Öl und Gas) im "Weiteren Mittleren Osten" - speziell am Persischen Golf und am Kaspischen Meer - absolut lebensnotwendig. Ein Iran, der sich dieser Kontrolle entzieht bzw. sich auch nur entziehen könnte, bedroht den Lebensnerv der ,Freien Welt'. Also . 1.1.4 Jeder dieser Kriegsgründe ist für sich - vor allem aus USA-Sicht - schlüssig. Diese Motivationsstränge - Anti-Terror-Krieg, Sicherung des Weltfriedens, Existenzgarantie für Israel und Geostrategie - stützen sich zudem gegenseitig; und das ergibt ein weiteres gesamtwestliches pro-bellum-Motiv. 1.1.5 Ich gehe hier nicht auf das Standardargument ein, wonach der so genannte militärisch-industrielle Komplex der USA, und so auch deren Gesamtökonomie, nur bei einem baldigen weiteren Hightech-Krieg optimal funktioniert. Es wäre, wenngleich sie auch für den Iran Folgen hätte, keine speziell auf den Iran bezogene Aussage. 1.1.6 Diese Kriegsgründe der USA sind auch solche von Israel. Dabei steht für Israel natürlich der Grund des Sich-Selbst-Bedroht-Sehens im Zentrum. Hinzu kommt, dass Israel sich durch jede Schwächung seiner derzeitigen militärischen Überlegenheit - mindestens in der ganzen Region Mittlerer Osten - bereits als bedroht betrachtet. Das ist verständlich, geht Israel doch davon aus, dass es seine Weiterexistenz einzig und allein dieser Überlegenheit zu verdanken hat. Speziell für Israel somit ein zusätzlicher Grund für: Bomben auf Iran. 1.2 Die andere Seite Aus der Perspektive des Iran sieht die Welt etwas anders aus: Es sind primär iranische Interessen, die derzeit bedroht werden: 1.2.1 Die Bodenschätze eines Landes gehören, so wird unterstellt, nach der bisher geltenden Weltordnung zunächst primär dem Land selbst. (Der Gedanke der Privatisierung ,öffentlicher Güter' - wie z.B. Öl, Wasser und, vorhersagbar, später auch Atemluft - ist im Iran und einigen islamischen Ländern noch nicht so geläufig wie den fundamentalistisch-liberalen Ländern des Westens.) Folglich: Die Verfügungsgewalt über seine reichen Öl-Vorkommen ist für den Iran nicht verhandelbar. Jeder Kontrollanspruch von Dritten, dem das Land nicht selbst zugestimmt hat, wird als eine nicht hinnehmbare Beeinträchtigung der Souveränität des Landes betrachtet. 1.2.2 Auch wenn die Eigenversorgung des Iran durch seine Öl- und Gasbodenschätze in der Tat auf lange Zeit gesichert sein sollte - ohne den Export dieser Güter, die Haupteinnahmequelle, sind die Industrie und die Wirtschaft des Landes nicht überlebensfähig. (Das derzeitige Verhältnis von Eigenverbrauch zum Export ist etwa 50:50 - für den Iran also bei weitem nicht optimal.) Mit anderen Worten: Der Iran braucht tatsächliche weitere Energiequellen, aus seiner Sicht auch die Atomenergie. Aus Effizienzgründen setzt daher auch der Iran, nicht anders als andere Industrieländer, auf einen geschlossenen Nuklearkreislauf, kurz: auf Wiederaufbereitungsanlagen. Es versteht sich von selbst, dass die wirtschaftliche und damit die politische Unabhängigkeit des Landes nur durch eigene derartige Anlagen als gesichert gelten kann. (Russland als Energielieferungs-Garant? Oder das Nachbarland Asairbadschan? Was für ein Risiko!) 1.2.3 Die geopolitische Bedeutung des Iran kennt auch der Iran selbst; dass West und Ost (Stichwort: China) gleichermaßen von Irans Schätzen abhängig sind, das bedeutet für den Iran selber entweder, falls er vom Export dieser Schätze auch selbst profitieren darf, den großen Aufstieg oder den tiefen Abstieg, wenn nicht gar Untergang. Vermeidbar ist diese letztere Alternative nur dann, wenn sich das Land äußerem Zwang widersetzen kann. Dazu bedarf es entweder eines verlässlichen (= eines auf Eigeninteresse beruhenden) Schutzes Dritter oder eines hinreichend starken eigenen Abschreckungspotentials. Optimal wäre beides. China wäre der ideale Partner für ersteres - und in der Tat hat der Iran mit keinem anderen Land in den letzten Jahren seine ökonomischen und sonstigen Beziehungen derart stark forciert. Aber noch ist China nicht stark genug für einen Ressourcen-Krieg mit den USA. Bleibt also nur die zweite Alternative. Iran braucht ein eigenes Abschreckungspotential. Also - trotz aller gegenteiligen Erklärungen: Iran braucht, des Schutzes seiner eigenen Interessen wegen, die Bombe. Der Iran wäre dumm, wenn er diese Schlussfolgerung nicht zöge. Also . (Eine Grundsatzfrage an die internationale Politik: Inwieweit dürfen starke Staaten von den schwächeren Staaten Dummheit verlangen?) 1.2.4 Zu beachten ist ferner: Die Sicherheitslage des Iran hat sich in den letzten Jahren radikal verschlechtert. Der Iran sieht sich nicht nur von US-dominierten Mächten eingekreist; dem ist tatsächlich so. Afghanistan und Pakistan im Osten, der Irak und Kuwait im Westen. Im Nordosten das instabile Turkmenistan; im Nordwesten der NATO-Staat Türkei, ein kleiner Zipfel von Armenien und Aserbaidschan, dessen Öl- und Gasvorkommen bereits ebenfalls weitgehend unter Führung westlicher Firmen ausgebeutet werden; im Süden, jenseits des Persischen Golfes, schließlich Saudi-Arabien, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate und der Oman. 1.2.5 Zudem: In der Region gibt es schon zwei andere Atommächte, ohne dass deren Überschreiten der atomaren Schwelle viel Aufsehen mit sich gebracht hätte. Der direkte Nachbar Pakistan - und Israel. Weshalb sollte dem auf seine Geschichte mit Recht immer noch stolzen Land Persien/Iran zugemutet werden, dass es nach einer anderen Elle gemessen wird als diese zwei anderen Länder? 1.2.6 Und schließlich: Iran und Israel sehen sich gegenseitig - trotz wirtschaftlicher Kooperationen - als Feinde. Israel ist eine Atommacht auf hohem technischen Niveau. Iran besitzt bisher nichts auch nur annähernd Vergleichbares. Das wechselseitige Bedrohungsverhältnis ist extrem asymmetrisch. Was die MVW-Kapazitäten angeht, so ist Israel für Iran eine viel größere Bedrohung als umgekehrt. 1.3 Die Schlussfolgerung - und wer diese zieht 1.3.1 Auf beiden Seiten geht es um ,lebenswichtige' Interessen. Diese sind diametral verschiedene. Also . Also was? Die Antwort der mächtigeren Seite kann nach deren Logik nur heißen: Bomben auf den Iran! 1.3.2 Die mächtigere Seite: Das sind die USA und deren Verbündete, also die NATO-Staaten (mit Sicherheit auch in diesem Krieg Großbritannien wieder in der ersten Reihe) und auch einige andere demokratische wie nicht-demokratische Freunde im globalen Antiterror-Krieg. Und, neben den USA, vor allem Israel. Verständlicherweise, wie schon in 1.1.6 oben betont. Wer wird die ersten Angriffe starten? Den irakischen Atommeiler Osirak hatte Israel im Juni 1981, als der Irak an der gleichen atomaren Schwelle gestanden haben soll wie jetzt bzw. in Bälde der Iran, im Alleingang bombardiert. Die Sache im Iran wird von einem größeren Kaliber sein müssen. Die Rede ist immerhin von circa 30 ,in Frage kommenden' Anlagen. In dem über einschlägige Bombardierungs-Planspiele in den USA berichtenden Artikel Will Iran Be Next? (2) von James Fallows ist sogar von "300 Zielorten im Iran, davon rund 125 angebliche Produktions- oder Lagerstätten von ABC-Waffen" die Rede. 1.3.3 Nicht, dass Israel zu einer so großen militärischen Aktion nicht auch selbst in der Lage wäre; es könnte zweifellos auch viel größere Aufgaben meistern. Trotzdem: Es wäre schlicht unvernünftig, wenn Israel die iranischen Vergeltungsmaßnahmen auf sich allein zöge. Also werden die USA von Anfang an beteiligt sein - bzw. die Erstschläge, live u.a. in CNN, vielleicht gar alleine durchführen. Für letzteres spräche, dass die amerikanische Eskalationsdominanz . nun ja, ab hier lässt sich nur spekulieren. (Was manchmal durchaus empfehlenswert sein kann.) 2. Krieg - und zwar pronto! 2.1 Alle obigen Gründe sind zugleich Gründe für einen Angriff möglichst bald. Die Pro-Angriffs-Gründe von 1.1 ohnehin; aber auch einige der Gründe, die aus iranischer Sicht für eine Forcierung ihres Atomprogramms - und damit eo ipso auch für eine Forcierung von dessen Verhinderung - sprechen. So zum Beispiel auf jeden Fall das geostrategische Argument 1.2.3. Verfügt ein Land erst einmal über Massenvernichtungswaffen (MVW), wird damit das Risiko eines Angriffs für den Angreifer selbst - bisher jedenfalls - unvergleichlich größer, wenn nicht gar unkalkulierbar. Angriff ist dann - bisher zumindest - keine Option mehr. (Siehe Nordkorea.) Also . 2.2 Ab wann wird der Iran, falls man seine nuklearen Kapazitäten nicht blockiert, über MVW verfügen? Hierüber gehen die zugänglichen Ansichten erheblich auseinander. Den einen Quellen zufolge kann das noch Jahre dauern. Nach der Washington Post vom 02.08.2005 etwa bis zur Mitte des kommenden Jahrzehnts. Nach anderen, vor allem israelischen (3) Quellen (4) - so der Chef des militärischen Geheimdienstes Israels laut SPIEGEL Online vom 06. Jan 2006 (5) - bleiben nur noch vier Monate Zeit ( ? April 2006). Also . ? Die Vernunft sagt: Je größer die Gefahr ist, die jemandem droht, wenn er abwartet, umso vernünftiger ist es für ihn, nicht länger abzuwarten; und bei maximaler Gefahr ist es am Vernünftigsten, überhaupt nicht mehr abzuwarten. Nun ist aber aus der Sicht Israels und der USA die von iranischen MVW ausgehende Gefahr - egal ob direkt oder über die iranischen Terror-Connections - eine megagroße. Also . 2.3 Nach dieser Logik müsste eigentlich gelten: Der Countdow läuft bereits. Oder wie es in irgendeinem ZEIT-Artikel schon auf den Irak-Krieg bezogen so treffend geheißen hatte: Der Autopilot ist auf Angriff gestellt. So ist es; wir fliegen erneut in der gleichen Maschine. 3. Die Kriegsvorbereitungen Kriege, wie alle menschlichen Aktivitäten, haben zwei Seiten. Eine mentale und eine physische bzw. materielle. Das gilt auch für die Kriegsvorbereitungen ( Kaum Chancen für den Frieden (6)). Für den Iran-Krieg sind diese bereits sehr weit gediehen. Die materiellen Vorbereitungen sind schon seit Mitte 2005 so gut wie abgeschlossen. Die mentalen kommen zunehmend in Fahrt. Die noch nötigen mentalen Kriegsvorbereitungen laufen auch für diesen Krieg fast wie von selbst. 3.1 Die Kriegs-Hardware 3.1.1 Amerikas Streitkräfte sind, was ihre Zerstörungskraft angeht, trotz all ihrer zunehmend deutlicher werdenden 'menschlichen' Schwächen immer noch stärker als die Streitkräfte der 10 bis 20 nächst stärkeren Staaten zusammengenommen. Ein paar Knopfdrücke zum Beispiel auf einem Laptop in Nebraska - und der Iran von morgen wäre, um frühere US-Drohungen in ähnlichen Lagen zu zitieren, ein Land aus der Steinzeit. Auch Israel alleine könnte mit seinen schätzungsweise 200 Atombomben eine solche Zeitverschiebung zweifelsohne technisch problemlos bewältigen. Aber das ist nicht das Ziel. Noch nicht jedenfalls. Noch geht es ,nur' um die militärische Blockierung einer - zumindest potentiell in Richtung Atomwaffenproduktion laufenden - Weiterentwicklung der iranischen Nuklearindustrie. 3.1.2 Wichtige Teile dieser Industrie liegen auch im Iran unter der Erde. Um auch diese Ziele treffen und zerstören zu können, braucht es spezielle Waffen. Diese gibt es inzwischen; Prototypen dieser BBBs - dieser "bunker-buster bombs" - wurden schon im Afghanistankrieg ,getestet' und im Irakkrieg nachhaltig verbessert. Zwischen Ende 2004 und Juni 2005 soll Israel etwa 500 BBBs von den USA geliefert bekommen haben ( Strategische Aufwertung (7)). Diese BBBs können sowohl mit konventionellen als auch mit nuklearen Sprengköpfen bestückt werden. Letztere sind notwendig, wenn man auch tiefer unter der Erde liegende Anlagen zerstören möchte. Das wird man wollen müssen. Diese so genannten ,Mini-Nukes' gelten, damit sie auch eingesetzt werden ,dürfen', terminologisch als taktische Gefechtsfeldwaffen. Mit Blick auf diese Art der Kriegsführung spricht Michel Chossudovsky auch diesmal frühzeitig Klartext: Nuclear War against Iran (8). 3.1.3 Der Iran-Krieg verspricht uns eine Neuauflage des Irakkrieges von Bush Senior bzw. des NATO-Krieges gegen Jugoslawien (des Kosovo-Krieges). Ein reiner Luftkrieg mit einer Serie präzise platzierter ,chirurgischer Luftschläge'. Ein ,sauberer' Krieg also: kein einziger Angreifer wird iranischen Boden betreten müssen. Tote? Natürlich einige Collateral-Tote; aber die sind keine Toten von uns. 3.2 Die Kriegssoftware. Komponente 1: die Kriegsstrategie 3.2.1 Das strategische Konzept hinter dem Iran-Krieg entspricht genau den Kriegsgründen von 1.1 oben. Die Blaupause des Ganzen ist erneut die zwar schon lange vor dem 11. September 2001 vorbereitete, aber erst in dessen Schatten zum ersten Jahrestag dieses Ereignisses (September 2002) offiziell in Kraft gesetzte New Security Strategy (9) (NSS), eine Strategie, die ihre erste Implementierung mit dem Irakkrieg erhalten sollte. Deshalb auch schon 2003 die Verbissenheit, mit der an dem ersten angeblichen Kriegsgrund (der Irak entwickelt heimlich Massenvernichtungswaffen) festgehalten worden war. 3.2.2 Die zentrale Zielsetzung dieser Strategie: "Prevent Our Enemies from Threatening Us, our Allies, and Our Friends with Weapons of Mass Destruction." Bitte genau lesen: Zu verhindern ist laut dieser Strategie nicht nur der Einsatz von MVW von Seiten der Feinde - das wäre nichts Neues; zu verhindern gilt es nach ihr bereits die Drohung mit einem solchen Einsatz - was in dem Strategiepapier dann auch konsequent so präzisiert bzw. erweitert wird, dass allein schon die bloße Möglichkeit zu einer Drohung mit einem solchen Einsatz für die USA einen casus belli darstellt. 3.2.3 Die Atom-Politik des Iran ist ein solcher Fall. Und zwar völlig unabhängig davon, ob der Iran tatsächlich eine atomare Bewaffnung anstrebt oder nicht. (NB: Beweise liegen auch diesmal bislang keine vor. Aber wie gesagt: Dumm ist der Iran wahrscheinlich nicht.) 3.2.4 Diese Strategie liefert jedem Strategen, der auf Präemptiv-Angriffe setzt, Rechtfertigungen, die für ihn, den Strategen, mit einem ungeheuren begrifflichen Vorteil verbunden sind: Das Herzstück dieser Kriegsanleitung sind Möglichkeitsbehauptungen; und solche Behauptungen lassen sich in der Realität kaum widerlegen. (Auch wenn man einer Krake alle Fangarme abgetrennt hat; ist es immer noch möglich, dass sie neue entwickelt.) Der letztlich einzig sichere Weg, die Entwicklungsmöglichkeiten eines anderen einzuschränken, ist der, ihm jede Entscheidungsfreiheit über sein Tun und Lassen zu nehmen, kurz, ihn voll und ganz unter die eigene Kontrolle zu bringen. So verstanden gilt: die "New Security Strategy" der USA präsupponiert den Anspruch auf Weltherrschaft. Dieser Anspruch soll auch in diesem Iran-Krieg durchgesetzt werden. 3.3 Die Kriegssoftware. Komponente 2: die Kriegspräsentation 3.3.1 Der Countdown für den Krieg läuft. Nun ist aber ein Kriegs-Countdown schon selbst ein Teil des Kriegs, vielleicht sogar dessen wichtigster. Also: Der Irankrieg hat schon begonnen. Alle weiteren Countdown-Elemente sind bereits Teil der psychologischen Kriegsführung. 3.3.2. Der einzige Punkt, der - über den notwendigen Kriegspropagierungs-Vorlauf hinaus - noch einen Aufschub des Bombardements mit sich bringen dürfte: Noch brauchen die USA den Iran als Stabilisator im Schiiten-Sektor des Irak. Wird er dafür, aus welchen Gründen auch immer, nicht mehr gebraucht, dann ... spätestens dann. Aber das bringt für die Vorbereitungen allenfalls etwas mehr Zeit, hebt deren Sinn und Notwendigkeit keineswegs auf. 3.3.3 Das wichtigste Kriegsziel in dieser ersten Phase ist die Maximierung der Akzeptanz des Kriegs bei der eigenen Bevölkerung bzw. bei den Verbündeten. Und für diese Maximierung muss ohnehin zuerst der Eindruck erzeugt werden, man hätte nichts unversucht gelassen, um den Krieg zu verhindern. Die Akzeptanz-Maximierung verlangt, dass sich beim Volk der Eindruck festsetzt, nun sei der Krieg wirklich die ultima ratio. Der Startschuss lautet wie immer: Es gibt keine Alternative. 3.3.4 Was heißt das für uns alle - und so auch für Sie, liebe Leser? Dies: Seien Sie ab sofort grundsätzlich skeptisch gegenüber allen Kriegsberichten - egal, woher diese kommen. Gehen Sie auf Distanz! (Das geht nicht ohne Übung.) Halten Sie sich von jeder Kriegshysterie fern! Vor allem also: Schalten Sie bei allen dramatischen TV-Kriegsinszenierungen ab! Greifen Sie lieber zu einem Geschichtsbuch; oder zumindest zu den Videos aus der Zeit unmittelbar vor dem Start des Irakkriegs, März 2003. (Wenn Medien wirklich an Aufklärung interessiert wären, könnten sie uns ja regelmäßig an diese erinnern!) Vergleichen Sie die Lügen von damals mit den Beschwörungen von heute und morgen. Falls Ihnen die heutigen Statements nur allzu bekannt vorkommen, so nehmen Sie einfach das Gegenteil an. Probieren Sie es! (Sie werden zunächst erstaunt sein; schon ein paar Wochen später nicht mehr.) 3.3.5 Ob wir wohl aus den letzten Kriegen für diesen neuen etwas gelernt haben? Wahrscheinlich so gut wie nichts. Sonst wüssten wir in etwa, was uns erwartet. Man braucht jedenfalls nicht Hellseher zu sein, um zu prognostizieren, dass das Vorspiel auch zu diesem Krieg den gleichen Regeln folgt wie beim letzten Mal. Auf der Politbühne: Drohung mit der Befassung des Sicherheitsrats; Ausloten, inwieweit diese Drohung etwas bewirkt. Offene oder verdeckte Beeinflussung auf die diversen SR-Mitglieder. (Für die interessierte Öffentlichkeit ab diesem Punkt eine der spannendsten Fragen: Wird es im SR zu einem Veto kommen oder nicht? Wetten werden geschlossen. Ich würde wette: China wird sich verweigern. Siehe oben 1.2.3. ) x-fache Wiederholung von Schritt 1. Tatsächliche Anrufung des SR - falls Zustimmung wahrscheinlich; erste - noch ziemlich allgemeine - Resolutionen. (Bei Veto: springe zu 5.) Evtl. Wiederholung von Zug 3 mit verschärften Resolutionen. 4.1 Androhung bzw. Verhängung von Sanktionen. 4.2 Erlass eines Ultimatums (evtl. eines mit garantierter Unerfüllbarkeit). 4.3 Finales Ziel: Legitimierung einer ,Intervention'. Bei Veto in 3 oder 4: Trotzdem Angriff - plus Selbstermächtigung durch Berufung auf einen übergesetzlichen Notstand. Den Medien bringen die Wochen direkt vor einem Krieg die höchstmöglichen Quoten. (Kluge Journalisten verfassen ihre späteren Berichten schon jetzt.) Oberste Regel zur Produktion von Suspense-Spannung für diese Zeit: Die allerwichtigste Frage (spätestens ab Schritt 4) muss lauten: Wann beginnt das ,große Spiel' wirklich? Wiederum werden die Medien die allgemeine Spannung vor dem Spiel ins fast Unerträgliche zu steigern wissen; bis die Zuschauer schließlich regelrecht enttäuscht wären, wenn das ,Spiel' dann doch noch abgeblasen werden sollte. Zynisch? Nein. Genau so war es im Februar/März 2003. Das Drehbuch der damaligen Kriegsinszenierung war perfekt. Und wenn wir aus dieser nicht schon gelernt haben, so doch sicher die Kriegsregisseure. Und die Medien werden auch diesmal ihre Bestes tun. Nachtrag Die meisten Zeitgenossen, die an den Iran-Krieg immer noch nicht glauben wollen, sind überzeugt, dass sich die USA wegen des Desasters im Irak einen weiteren Krieg nicht leisten könnten. Dieses Argument hat leider einige Schwachstellen: Amerikas Kriegsreserven sind noch keineswegs erschöpft. Insbesondere die schlagkräftigsten Komponenten, die Kräfte für einen reinen Luftkrieg, sind derzeit nicht ausgelastet. Bush, Cheney und andere setzen im globalen Anti-Terrorkrieg - und so auch im Irak - weiterhin auf (unsere Bereitschaft zum Glauben an) den Endsieg. Dieser Sieg ist aber, so die Unterstellung, ohne einen Stopp der Entwicklung iranischer Atomwaffen nicht erreichbar. Und schließlich: Weder die Kosten an Geld noch die an Menschenleben scheinen die US-Administration besonders zu kümmern, viel mehr ihre abnehmende Popularität. Was das beste Gegenmittel gegen einen solchen Schwund ist, das ist bekannt: ein neuer Krieg. Dieser ist auch notwendig, um die militärische Glaubwürdigkeit der Supermacht wieder herzustellen. Die Irak-Scharte muss ausgewetzt werden. Gerade mit Blick auf die anderen islamischen Länder. Also: Es gilt, was schon vor dem Irak-Krieg erklärt worden war: Next station - Iran. Georg Meggle (10) ist Professor für Philosophie an der Universität Leipzig. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten gehören: Kommunikation, Kollektive Intentionalität und Terrorismus. Eine spannende Einführung in die Hintergründe und das Vorbereitungsprocedere des Iran-Kriegs liefert (11): Clemens Verenkotte, Das Ende der friedlichen Gesellschaft, Droemer Verlag (12). München 2005, Kapitel 1: Der nächste Krieg. Die beste Kriegs-kritische Quelle ist die von der AG Friedensforschung (13) an der Uni Kassel. Links (1) http://www.telepolis.de/r4/artikel/21/21801/1.html (2) http://www.theatlantic.com/doc/200412/fallows (3) http://www.jpost.com/servlet/Satellite?cid=1136361087021&pagename=JPost%2FJPArticle%2FShowFull (4) http://www.haaretzdaily.com/hasen/spages/664108.html (5) http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,393757,00.html (6) http://www.telepolis.de/r4/artikel/18/18530/1.html (7) http://www.telepolis.de/r4/artikel/18/18447/1.html (8) http://www.globalresearch.ca/index.php?context=viewArticle&code=%20CH20060103&articleId=1714 (9) http://www.whitehouse.gov/nsc/nss.pdf (10) http://www.uni-leipzig.de/~philos/meggle (11) http://www.faz.net/s/RubA330E54C3C12410780B68403A11F948B/Doc~EF7C2D7C3228E46EAB56E6725E8985587~ATpl~Ecommon~Scontent.html (12) http://www.droemer.de (13) http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden Telepolis Artikel-URL: http://www.telepolis.de/r4/artikel/21/21802/1.html =============================================== 11 Aktuell: EGMR verurteilt Österreich in aufsehenerregendem § 209-Fall von "PF209" =============================================== Wieder Schlag für die Bundesregierung Menschenrechtsgerichtshof verurteilt Österreich in aufsehenerregendem § 209-Fall Plattform gegen § 209: „Rehabilitierungsgesetz muss endlich behandelt werden“ Wie der Plattform gegen § 209 soeben bekannt wurde hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) heute Österreich neuerlich wegen der jahrelangen Homosexuellenverfolgung auf Grund des antihomosexuellen Sonderstrafgesetzes § 209 Strafgesetzbuch verurteilt (R.H. gg. Österreich). Der Fall von R.H. erregte 2002 besonderes Aufsehen, weil Österreichs Polizei- und Justizbehörden gleichsam in den letzten Stunden des § 209 unerbittliche Härte an Tag gelegt und dabei noch dazu das Recht gebrochen und ein unfaires Strafverfahren geführt haben. Die Republik muss nun EUR 44.000,-- Schadenersatz bezahlen. 1998 wurde der 36jährige Mann bei der Einreise im Zuge der Grenzkontrolle von Gendarmen aus dem Auto geholt und festgenommen worden ist, weil sich in seinem Wagen auch ein 17jähriger junger Mann befand. Der junge Mann wurde intensiven Verhören unterzogen und gab dabei sexuelle Kontakte mit dem nun Angeklagten an, woraufhin dieser über vier Monate in Untersuchungshaft verbrachte. In Beantwortung parlamentarischer Anfragen erklärten der damalige Justizminister Michalek und der damalige Innenminister Schlögl, daß dies alles schon seine Richtigkeit habe. Der Verwaltungsgerichtshof sah dies anders und erklärte die seinerzeitige Festnahme für rechtswidrig (VwGH 11.12.2001, 2000/01/0254). Dessen ungeachtet verurteilte das Landesgericht für Strafsachen den Mann im Herbst 2001 wegen Kontakten mit drei 16- und 17jährigen jungen Männern zu einer Freiheitsstrafe von 6 Monaten. Auf Bewährung, weil er, so das Gericht, ohnehin bereits vier Monate in Untersuchungshaft verbracht habe. Die drei jungen Männer hatten im übrigen nur vor der Polizei ausgesagt und widerriefen ihre Angaben teilweise. Weder das Gericht, noch der Staatsanwalt noch die Verteidigung hatten die Zeugen, auf deren Aussagen die Verurteilung beruhte, jemals gesehen oder sie befragen können. R.H. bestritt, mit denen jungen Männern in Österreich intime Kontakte gehabt zu haben. Oberlandesgericht Wien: „Die Mehrheit der Österreicher will das so“ Dem Staatsanwalt waren die 6 Monate auf Bewährung zuwenig und auf Grund seiner Berufung auch dem Oberlandesgericht. Wie der Vorsitzende bei der Berufungsverhandlung im April 2002 erklärte, sei die „Milde“ des Erstrichters angesichts der „schweren Schuld“ des Angeklagten „völlig unverständlich“. Die Freiheitsstrafe wurde auf 9 Monate angehoben und ein Drittel davon sogar ohne Bewährung verhängt, obwohl R.H. in jeder Hinsicht unbescholten war. Zu den menschenrechtlichen Bedenken und dem Ersuchen, ebenso wie das Oberlandesgericht Innsbruck beim Verfassungsgerichtshof die Aufhebung des § 209 zu beantragen, meinte der Vorsitzende damals nur lapidar: „Die Mehrheit der Österreicher will das so, damit müssen Sie sich abfinden“. EGMR: Bereits mehr als EUR 350.000,-- für § 209-Opfer Der EGMR verweist in seinem heutigen Urteil darauf, dass Österreich die an den beiden Beschwerdeführern begangenen Menschenrechtsverletzungen nie anerkannt und auch keinerlei Entschädigung geleistet hat. Der Gerichtshof sprach R.H. EUR 44.000,-- Schadenersatz zu. Insgesamt musste die Republik den bislang zehn erfolgreichen § 209-Beschwerdeführern mehr als EUR 350.000,-- Schadenersatzzahlungen leisten. Derzeit ist vor dem Menschenrechtsgerichtshof noch eine weitere Beschwerde eines Opfers des § 209 anhängig. Die erfolgreichen Beschwerdeführer können bzw. konnten mit dem Urteil aus Straßburg in Österreich die Erneuerung ihres Strafverfahren und die Aufhebung ihrer Urteile erreichen. Eine derartige Rehabilitierung können aber nur jene Opfer des § 209 erlangen, die sich an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gewandt haben. Alle die das nicht getan haben, bleiben auf Jahre hinweg wegen eines Sexualdeliktes vorbestraft und erhalten keinerlei Wiedergutmachung, weder für den seelischen Schmerz noch für ihre Verteidigungskosten und die (vielfach erfolgte) Vernichtung ihrer bürgerlichen Existenz. Das heutige Urteil des Europäischen Menschenrechtsgerichtshofs ist ein neuerlicher schwerer Schlag für die Bundesregierung, die bis dato sogar denjenigen Rehabilitierung und Entschädigung verweigert, die auf Grund des § 209 verurteilt und, zum Teil in Anstalten für geistig abnorme Rechtsbrecher, inhaftiert wurden. Ihre Verurteilungen sind nach wie vor im österreichweiten Strafregister vorgemerkt und die Polizeiakten immer noch vorhanden. Zwei Klassen von Opfern Die Bundesregierung weigert sich nicht nur beharrlich, die § 209-Urteile durch einen Gesetzesakt aufheben und die Verurteilungen aus dem Strafregister streichen zu lassen, sondern Justizministerin Gastinger blockierte (wie ihr Vorgänger) bislang sogar hartnäckig alle Gnadengesuche von § 209-Opfern an den Bundespräsidenten. Erst nach dem sich Bundespräsident Fischer eingeschaltet hatte, sagte sie letzten Sommer zu, die Begnadigung der § 209-Opfer von amts wegen zu prüfen. Die Prüfung werde aber ein Jahr in Anspruch nehmen. Österreich wurde wegen der mangelnden Rehabilitierung wiederholt durch den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte verurteilt: über Beschwerde von Verurteilten (L. & V. gg. Österreich 2003; Woditschka & Wilfling gg. Österreich 2004; F.L. gg. Österreich 2005; H.G. & G.B. gg. Österreich 2005, http://www.echr.coe.int) ebenso wie über Beschwerde eines Jugendlichen, dem zwischen 14 und 18 einverständliche sexuelle Kontakte mit erwachsenen Partnern verwehrt waren (S.L. gg. Österreich 2003; http://www.echr.coe.int). 2005 hat der Gerichtshof in einem Aufsehen erregenden Urteil ausdrücklich ausgesprochen, dass auch freigesprochene Opfer des § 209 entschädigt werden müssen (Thomas Wolfmeyer gg. Österreich, http://www.echr.coe.int), was der Gerichtshof heute bestätigt hat. Und Amnesty International hat in seinem Jahresbericht 2005 neuerlich die Entschädigung der § 209-Opfer eingefordert. „Wie lange will die Bundesregierung die Menschenrechte gleichgeschlechtlich l(i)ebender Frauen und Männer noch mit Füssen treten und die Steuerzahler dafür büssen lassen?“, sagt Dr. Helmut Graupner, Sprecher der Plattform gegen § 209 und Anwalt der Beschwerdeführer, „Die Regierungsparteien sollen im Parlament endlich die Behandlung des Entwurfs für ein umfassendes Rehabilitierungsgesetz zulassen, der seit Monaten unbehandelt im Justizausschuss verkommt“. In der überkonfessionellen und überparteilichen Plattform gegen § 209 haben sich über 30 Organisationen zusammengeschlossen, um gegen das in § 209 StGB verankerte diskriminierende zusätzliche Sondermindestalter von 18 Jahren ausschließlich für homosexuelle Beziehungen zwischen Männern (zusätzlich zur allgemeinen, für Heterosexuelle, Lesben und Schwule gleichermaßen gültigen Mindestaltersgrenze von 14 Jahren) anzukämpfen. Der Plattform gehören neben nahezu allen Vereinigungen der Homosexuellenbewegung auch allgemeine Organisationen an, wie Aids-Hilfen, die Kinder- und Jugendanwaltschaften Tirol und Wien, die Österreichische Hochschülerschaft, die Bewährungshilfe, die Österreichische Gesellschaft für Sexualforschung u.v.a.m.. Nach der Aufhebung des § 209 StGB dringt die Plattform auf die Entlassung aller Gefangenen und die Rehabilitierung und Entschädigung aller § 209-Opfer und beobachtet die Vollziehung der § 209-Ersatzbestimmung, § 207b StGB. Das Urteil im Wortlaut: http://cmiskp.echr.coe.int////tkp197/viewhbkm.asp?action=open&table=1132746F F1FE2A468ACCBCD1763D4D8149&key=46555&sessionId=5421195&skin=hudoc-en&attachm ent=true Die erwähnten Anfragen und die Beantwortungen finden sich auf: http://www.parlinkom.gv.at/portal/page?_pageid=908,490386&_dad=portal&_schem a=PORTAL (Justizminister) http://www.parlinkom.gv.at/portal/page?_pageid=908,490398&_dad=portal&_schem a=PORTAL (Innenminister) Das erwähnte Erkenntnis des Verwaltungsgerichtshofs findet sich auf www.ris.bka.gv.at. Rückfragehinweis: Plattform gegen § 209: 01/876 30 61, 0676/3094737, office at paragraph209.at, www.paragraph209.at 19.01.2006 =============================================== <>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><><> GIPFELSOLI <>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><><> =============================================== 12 [gipfelsoli] Heiligendamm von gipfelsoli-l at lists.nadir.org =============================================== Gipfelinfo - Meldungen über globalisierte Solidarität und die Proteste gegen unsolidarische Globalisierung ------------------------------------------------------ www.gipfelsoli.org -- Aufruf zur 1. Aktionskonferenz gegen den G8-Gipfel 2007 vom 25. bis 26. März 2006 in Rostock Initiativen zusammenbringen! Gemeinsam mobilisieren! In einem halben Jahr ist es die ehemalige russische Zarenresidenz St. Petersburg und im Sommer 2007 treffen sich die selbsternannten "Führer der Welt" im Kempinski-Grandhotel in Heiligendamm nahe Rostock. Die G-8-Gipfel sind immer wieder zu Kristallisationspunkten für Protest und Widerstand geworden. Durch Straßenproteste, Blockaden oder direkten Aktionen wurden in der Vergangenheit die "Roten Zonen" der Macht attackiert. Jetzt geht es darum die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass im kommenden Jahr auch in Heiligendamm gemeinsam kraftvolle Tage des Widerstands organisiert werden. Demonstrationen, Veranstaltungen, Blockaden, Aktionen, Diskussionen, Kultur- und Musikfestivals sollen deutlich machen, dass wir uns mit den globalen und lokalen Auswirkungen des kapitalistischen Weltsystems nicht abfinden werden. Das Gesamtprojekt G-8-Mobilisierung 2007 ist so groß und ambitioniert, dass eine Strömung oder Organisation damit überfordert wäre. Denn die bevorstehenden Aufgaben wie z.B. gemeinsame Camp-Koordination, verlässliche Absprachen, öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen, internationale Mobilisierung, Öffentlichkeitsarbeit und Finanzierung werden nur gemeinsam lösbar sein. Deshalb unterstützen wir den Aufruf der Versammlung sozialer Bewegungen des Erfurter Sozialforums zu einer Kampagne gegen die Politik der G8 anlässlich ihres Gipfels im Juli 2007 in Heiligendamm. Ebenso unterstützen wir die Einladung zu einer großen Aktionskonferenz, die am 25./26. März 2006 in Rostock stattfinden wird. Wir hoffen, dass auf dieser Konferenz die Initiativen aus allen Spektren der Linken zusammen kommen: Die lokalen Sozialforen, Erwerbslosen- und Sozialinitiativen, Antifagruppen, Flüchtlings-Initiativen, Umweltgruppen, bewegungsorientierte Linksradikale, autonome Gruppen und PGA-AktivistInnen, 3.Welt- und Kirchengruppen, attac und die no-global-Netzwerke, traditionskommunistische und trotzkistische Organisationen, Gewerkschaftsgliederungen und -jugendverbände, Linkspartei (PDS und WASG) usw. Darüber hinaus treten wir als Interventionistische Linke dafür ein, dass die Rostocker Konferenz das Startsignal für ein großes und breites Anti-G8-Bündnis setzt, in dem alle relevanten Gruppierungen an den Vorbereitungen gleichberechtigt teilnehmen können. Hierfür schlagen wir einen Grundkonsens vor, der um die Unterschiede wissend ein offenes Miteinander ermöglicht, nicht zu eng gefasst ist und dennoch klar Position bezieht: - Die eindeutige Delegitimierung der G-8 - Die gegenseitige Anerkennung unterschiedlicher Aktions- und Widerstandsformen - Ein solidarischer, verlässlicher Umgang miteinander, der verbindliche Absprachen erlaubt - Eine klare und offensive Abgrenzung gegenüber rechtspopulistischen und rechten Kräften. Der Vorschlag eines großen Bündnisses schließt andere bereits bestehende Initiativen zur Gegenmobilisierung ein. Jeder Mobilisierungsansatz ist zu begrüßen. Wir denken aber, dass es zusätzlich notwendig und sinnvoll ist, tatsächlich alle Gruppen, Organisationen und Strömungen zusammenzubringen und das Experiment einer offenen und konstruktiven Zusammenarbeit zu wagen. Die vor uns liegenden 16 Monate bis zum Gipfel werden wir für die Vorbereitung und Mobilisierung dringend brauchen. Es ist jetzt an der Zeit damit anzufangen! Interventionistische Linke, Januar 2006 Infos: www.g8-2007.de, Kontakt: info at g8-2007.de -------------------------------------------------------------------------- gipfelsoli infogruppe Newsletter mit Nachrichten über Mobilisierungen, Debatten und Repression im Zusammenhang mit Gipfelprotesten. Die AutorInnen der Beiträge, so sie nicht von uns verfasst sind, sind mit eckigen Klammern versehen. Wir können leider keine Verantwortung für die Richtigkeit der Beiträge übernehmen. Auch geben die Beiträge nicht zwangsläufig unsere Meinung wieder. Mehr Infos und Texte sowie ein öffentliches Archiv des Newsletters unter www.gipfelsoli.org. Kontakt, Kritik, Beiträge: gipfelsoli at nadir.org gipfelsoli mailinglist subscribe - unsubscribe https://lists.nadir.org/cgi-bin/mailman/listinfo/gipfelsoli-l =============================================== ================================================ C) TERMINE ================================================ Donnerstag http://www.mund.at/butt/Termine/Januar/2001.htm Freitag http://www.mund.at/butt/Termine/Januar/2101.htm Samstag http://www.mund.at/butt/Termine/Januar/2201.htm ================================================ D) EDITORIAL ================================================ Für den Inhalt verantwortlich: Ihr. Medieninhaberinnen & Medieninhaber seid Ihr E-Mail-Adresse für Beiträge: widerstand at no-racism.net geschickt. widerst at nd MUND und alle Termine täglich aktualisiert im Web: http://www.no-racism.net/MUND Ziel von MUND (medienunabhängiger Nachrichtendienst) ist die unzensurierte und möglichst rasche Information über gesellschafts- politisch relevante Termine, Hinweise und Diskussionsbeiträge zu Widerstand und Antirassismus sowie verwandte Themen. sollen einen Titel, Namen und Emailadresse der/des AutorIn enthalten und möglichst kurz und prägnant gehalten sein, ev. mit Hinweis, wo weitere Informationen eingeholt werden können. Bitte keine Attachments! Die inhaltliche und sachliche Verantwortung liegt bei der/dem jeweiligen AutorIn bzw. jenen, die uns die Beiträge schicken. Der MUND wird von einzelnen TagesredakteurInnen zusammengestellt. Da Fehler nicht ausgeschlossen sind, bitten wir, nicht veröffentlichte Beiträge nochmals an widerstand at no-racism.net zu senden. Die Weiterleitung (auch auszugsweise) ist erwünscht. Beiträge mit rassistischen oder sexistischen Inhalten werden nicht veröffentlicht. Sehr persönliche Meldungen werden wir an den betreffenden Adressaten weiterleiten, aber nicht im MUND veröffentlichen. Die bisherigen Ausgaben sind unter http://www.no-racism.net/MUND archiviert. Terminankündigungen bitte nach folgender Vorlage: * Wann: Sonntag, 11.11.2001, 11:11 Uhr * * Was: Maskenball: Motto "Schwarzblau ist die Haselnuss" * * Wo: Villa Morgenrot, Grüner Anger 42, 2001 Wendendorf * * Kommentar: Anreise per Anhalter. Maskenzwang. Ende nie. Aber kurz und prägnant.* Die Rubrik "Redaktionelles" am Ende der Ausgabe ist u.a. eine Konsequenz aus der Notwendigkeit, sexistische, antisemitische und rassistische Beiträge nicht zu veröffentlichen, ohne jedoch stillschweigend Zensur zu üben. Hier wird - in anonymisierter Form - auf angehaltene Beiträge hingewiesen und eine kurze Begründung der Tagesredaktion für die Nichtaufnahme geliefert. (Weitere Gründe einen Beitrag nicht aufzunehmen sind z.B.: Attachments, kein erkennbarer Bezug zu den breit gestreuten Themen des MUND, Werbesendungen, sinnlose Kettenbriefe.) Die AbsenderInnen der betroffenen Beiträge werden hiervon informiert. Im Sinne einer "gläsernen Zensur" könnt ihr Euch die Beiträge gerne extra schicken lassen: Ein kurzes Mail an widerstand at no-racism.net genügt. ================================================ E) VERTEILERLISTE ================================================ Zur Eintragung in diesen Verteiler bitte direkt subskribieren unter http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/analle oder von der einzutragenden Adresse aus ein mail schicken an: admin at no-racism.net mit folgendem Text: subscribe no-racism Bitte wegen Automatisierung diesen Wortlaut verwenden! Zur Austragung aus dieser Liste bitte an zusammengestellt. Bitte keine Attachments! (werden nicht angenommen) 1 Beitrag nicht WR, Doubletten; 1 Beitrag zurückgestellt Redaktionsschluss für diese Ausgabe: Do, 21.30 Uhr III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III ü, ö, ä, ß, Ü, Ö, Ä III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III widerst at nd-MUND is powered by http://alt.strg.at/ ================================================ From analle at no-racism.net Mon Jan 23 11:05:23 2006 From: analle at no-racism.net (=?iso-8859-1?q?MUND=3A_medienunabh=E4ngiger_Nachrichtendienst?=) Date: Mon, 23 Jan 2006 11:05:23 +0100 Subject: Mo_MUND_230106 Message-ID: widerst at nd MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst Montag, 23. Januar 2006 www.no-racism.net/mund MedieninhaberInnen seid Ihr! ================================================ A) INHALT ================================================ <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN/ANKÜNDIGUNGEN <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 01 8. März - Demo - Vorbereitung von: LesbenFrauenNachrichten at gmx.at ================================================ 02 Mi, 25.1.: Diskussion zur Asyl- und Fremdenrechtsnovelle in Wien von: global at no-racism.net ================================================ 03 Euro-MayDay-Parade 2006 Wien von: aon.912510997 at aon.at ================================================ 04 [Depot-news] Ankündigung 24.01. von: depot-news at mailman.sil.at ================================================ 05 Weitere Veranstaltungen im Jänner/7STERN von: 7stern.kultur at kpoe.at ================================================ 06 28.1. Vorausscheidung PROTESTSONGCONTEST / 12.2. Finale von: rabenhof_presse at gamuekl.org ================================================ 07 Unterschreiben und weiterverbreiten ! ! ! von: helmut.fellner at chello.at ================================================ <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN/MEINUNGEN/KOMMENTARE <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 08 Verwirrung um Rehabilitierung homosexueller NS-Opfer von: Kurt.Krickler at hosiwien.at ================================================ 09 Wartberg/Vogl&Noot/Personalabbau/KPÖ von: kpoe_stmk at hotmail.com ================================================ 10 Medizinwunder: SVNR wiederbelebt - als Personenkennzeichen von: depesche at quintessenz.org ================================================ 11 ACUS: Drohnung mit Atomwaffen ist ein Verbrechen von: verin.stadtteilz.simmering at chello.at ================================================ 12 Jahrestag/Italienische KP/Kommentar/KPÖ von: kpoe_stmk at hotmail.com ================================================ <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< WELTWEIT <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 13 [gipfelsoli] Moderation -- Gleneagles von: gipfelsoli-l at lists.nadir.org ================================================ 14 [gipfelsoli] Genua -- Gleneagles von: gipfelsoli-l at lists.nadir.org ================================================ 15 [gipfelsoli] Genua von: gipfelsoli-l at lists.nadir.org ================================================ 16 Lesenswerte Artikel zu Venezuela von: office at venezuela-info.net ================================================ 17 Venezuela News von: office at venezuela-info.net ================================================ 18 "In der syrischen Baath-Partei wächst die Angst" von: wadi.wien at gmx.at ================================================ 19 What I heard about Iraq von: hx65 at dial.pipex.com ================================================ 20 Osttimor braucht Gerechtigkeit! Internationales Tribunal gefordert von: hans.bogenreiter at gfbv.at ================================================ ================================================ B) TEXTE ================================================ <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN/ANKÜNDIGUNGEN <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 01 8. März - Demo - Vorbereitung von: LesbenFrauenNachrichten at gmx.at ================================================ zum Weitersagen, weiterschicken, aushängen.... Liebe Frauen - Lesben,Migrantinnen,Arbeiterinnen (von unbezahlt, oder illegalisiert, bis prekär, über Honorar, bis angestellt....), Frauen mit und ohne Behinderungen/mit unterschiedlichen Fähigkeiten, Studentinnen, Lehrlinge, Schülerinnen, Erwerbslose, Sozialhilfeempfängerinnen,.... - Kommt zur Vorbereitung für die 8. März - Frauendemo !!! Die weiteren Vorbereitungstreffen finden wöchentlich jeden Dienstag, im FZ, Währingerstr. 59/Stiege 6, 2. Stock statt. Am Di. 24.1.06 um 20 h (!!!) die folgenden Dienstage jeweils 19 h (!!!) Wenn ihr was (mit)machen wollt, aber nicht kommen könnt hinterläßt eine Nachricht am Telefon (01-408 50 57; Anrufbeantworterin) Inhaltliche Schwerpunkte für die 8.3.Frauendemo 06 Rassismus Verknüpfung von Rassismus und Sexismus EU-Politik (Alltags) Sexismus Kriegspläne gegen den Iran Präkarisierung Solidarität mit dem autonomen Frauenhaus Zagreb u.a. Routenvorschläge 15/16. Bezirk mit 8. Bezirk (jeweils Gürtelnähe) 2. Bezirk 10. Bezirk Plakat Aufruf Aktionen vor und zur Demo Inhalte und Routenüberlegungen -siehe genauer Plenumsprotokoll- gibts zum nächsten Treffen.(nicht über Mail) Kommt zur Demovorbereitung, sagt es weiter !!! für einen kraftvollen, vielfältigen und radikalen feministischen Widerstand am 8. März und mit internationaler Solidarität! ================================================ 02 Mi, 25.1.: Diskussion zur Asyl- und Fremdenrechtsnovelle in Wien von: global at no-racism.net ================================================ Informations und Diskussionsveranstaltung am Mittwoch, 25. Jänner 2006 ab ca. 20:00 Uhr im Politdiskubeisl im EKH, Wielandgasse 2-4, 1100 Wien Die mit 1. Jänner 2006 in Österreich in Kraft getretene Novelle rassistischer Gesetze bringt einerseits eine Festlegung der gängigen Praxis und andererseits eine massive Verschärfung nicht nur für künftige EinwanderInnen, sondern betrifft auch schon lange in Österreich lebende Menschen. Leute, die sich über die Jahre hinweg eine Besserstellung "erarbeitet" haben, werden auf einen Schlag mühsam erlangte Rechte entzogen. Eine Antragstellung auf einen Aufenthaltstitel (Aufenthalts- bzw. Niederlassungbewilligung) ist nur mehr bei legaler Einreise möglich - oder über eine Ausreise und Antragstellung aus dem Ausland. Schubhaft wird zukünftig länger dauern - statt wie bisher sechs, nun bis zu zehn Monaten - und während eines laufenden Asylverfahrens jederzeit anwendbar. Dies eröffnet den Beamten sehr viel Möglichkeiten zur Willkür. Allein der Verdacht, eine Person sei über einen sicheren Drittstaat bzw. Dublinstaat eingereist, reicht zur Verhängung von Schubhaft. Es werden in Zukunft wohl mehr Menschen in Schubhaft genommen werden, und auch die Bedingungen werden verschärft, was sich vor allem an der geplanten Anwendung von Zwangsernährung für Hungerstreikende zeigt. Insgesamt bedeutet die Gesetzesnovelle eine verstärkte Illegalisierung. So wird es bei der Ablehnung eines Asylantrages keine Möglichkeit zur Legalisierung mehr geben. Denn auch das Recht auf Familienleben von EU- StaatsbürgerInnen mit Nicht-EU-BürgerInnen wird massiv eingeschränkt. Im Zuge der Diskussion soll auf die einzelnen Punkte dieser Gesetzes eingegangen und die Auswirkungen diskutiert werden. Welche Möglichkeiten bleiben angesichts dieser repressiven Maßnahmen für ein alltägliches widerständiges Handeln? Weitere Informationen zu Asyl- und Fremdenrecht: http://no-racism.net/thema/97 http://deserteursberatung.at http://asyl.at Politdiskubeisl zur Asyl- und Fremdenrechtsnovelle 2005 im EKH, Wielandgasse 2-4, 1100 Wien Mittwoch, 25. Jänner 2006, Beginn ca. 20:00 Uhr Das Politdiskubeisl findet abwechselnd mit der subversiven Kantine jeden Mittwoch im EKH statt. Das Programm wird auf offenen Treffen gestaltet. Diese finden jeden 1. Mittwoch im Monat für den darauf folgenden Monat statt. (Am 1. Mittwoch im Februar wird das Programm für März geplant). Das Beisl ist immer ab 19:00 Uhr geöffnet, es gibt VoKü, Informationen, Wärmendes und auch eine Heizung. Außerdem Raum für zahlreiche Diskussionen. Veranstaltungsbeginn meist ab ca. 20:00 Uhr (oder etwas später). Infos und Programm: http://med-user.net/ekh ================================================ 03 Euro-MayDay-Parade 2006 Wien von: aon.912510997 at aon.at ================================================ Euro-MayDay-Parade 2006 Wien Vorbereitungsgala Vol. 1: "Wer vertritt deine Interessen?" Die Prekarisierung der Arbeits- und Lebensverhältnisse schreitet munter voran. Aber nicht nur diese: Auch 2006 wird es am 1. Mai wieder eine MayDay-Parade in Wien geben. Da diese allerdings nur so toll wird, wie die Mitwirkenden und -werkenden eben sind, ist dies bereits jetzt ein lauter Auf- und Ausruf, auch MayDay zu sein! - Bildet Banden oder was auch immer! - Seid dabei! - Everyday is Mayday! - Es geht um unsere Leben! - Wir wollen alles! - U.v.a.m. Wir laden alle Interessierten zur Vorbereitungsgala inkl. Film, thematischen Inputs, Diskussion und Party afterwards Wann: Dienstag, 24. Jänner 2006, 19.00 Uhr Wo: Netbase, Neustiftgasse 17, 1070 Wien ================================================ 04 [Depot-news] Ankündigung 24.01. von: depot-news at mailman.sil.at ================================================ Dienstag, 24. Jänner, 19.00 Kino wie noch nie Ausstellungsbesprechung ?Was und wie wird im Kino gesehen? Wie funktioniert das Medium Film? Welchen Regeln folgt es?? Um diesen Fragen nachzuspüren, hat die Generali Foundation Antje Ehmann und Harun Farocki eingeladen, eine Ausstellung zu kuratieren. Diese holen das Kino in den Kunstraum, denken es weiter und spüren ihm mit den dort gängigen Kunstpraktiken nach. Die Filmsprache wird über Fotoserien, Dia-Folgen und Sequenz-Montagen aufgeschlossen. Patric Blaser, Filmwissenschafter, Universität Wien Gabriele Jutz, Filmwissenschafterin, Universität für angewandte Kunst, Wien Nina Schedlmayer, Kunstkritikerin Kino wie noch nie. Ausstellung in der Generali Foundation, 20. Jänner bis 24. April 2006. ================================================ 05 Weitere Veranstaltungen im Jänner/7STERN von: 7stern.kultur at kpoe.at ================================================ Kulturzentrum 7stern Siebensterngasse 31 Tel. 0699/15236157 www.7stern.net Koordinierung des Kulturprogrammes und des Veranstaltungsraumes: 0676/5421638 Veranstaltungen im Jänner Freitag, 20. Jänner, 19.30 Uhr Diskussion Was heißt AktivistInnenpartei? Wie organisieren sich NGOs oder Parteien die im Wesentlichen auf das Engagement ehrenamtlicher AktivistInnen aufbauen? Welche Beispiele gibt es dafür in anderen NGOs? Wie wird dieses Engagement ermöglicht? Was motiviert potentielle AktivistInnen sich einzubringen? Es diskutieren: Judith Sauer (Attac) Ulli Gschwandtner (Salzburg Social Forum) Bettina Urbanek (Feminist-Attac, Networkcampaignerin bei Greenpeace) Franz Schaefer (KPÖ, Aktiv in Sozialforen und im Kampf gegen Software Patente). Moderation: Markus Zingerle (GO-Dogma). --------------------------------- Dienstag 24. Jänner, 19 Uhr Filmabend zur "Geschichte der CIA", Teil 1 1947 gegründet entwickelte der CIA schnell ein umfassendes Eigenleben. In den 70ern fand sich der CIA sogar in innenpolitische Ungereimtheiten (die Watergate-Afeimen Manöver und Operationen und die Blutspur, die der CIA dabei über Jahrzehnfaire) verstrickt. Eine Doku über die gehte hinterlassen hat. Eine Veranstaltung der KPÖ-Wien. ---------------------------- Freitag, 27. Jänner, 20 Uhr Veranstaltung der GO Dogma anlässlich der Befreiung von Auschwitz Film: "Sobibor, 14. Oktober 1943, 16 Uhr" von Claude Lanzmann, F 2001. Der Film entstand aus Lanzmanns Arbeit zur neuneinhalb-stündigen Dokumentation über die Vernichtung der europäischen Juden und Jüdinnen "Shoa". "Sobibor" rekonstruiert den Aufstand und die Massenflucht der Insassen des Vernichtungslagers Sobibor am 14. Oktober 1943 anhand der Erinnerungen eines Aktivisten des Aufstandes des damals 16- jährigen Yehuda Lerner und stellt einen der spektakulärsten Erfolge des jüdischen Widerstandes gegen die Vernichtungsbarbarei der Nazis dar: 600 Menschen konnten aus dem Lager fliehen, 300 von ihnen dürften auch weiter gekommen sein und weiter überlebt haben. Der Film stellt die Mechanismen der Lagerstrukturen dar und schildert die Ereignisse des Aufstandes und der Flucht. Ab 18.00 Kundgebung zur Befreiung von Auschwitz beim Antifaschistischen Mahnmal von Alfred Hrdlicka am Albertinaplatz; mit GastrednerInnen. Ein kleines Memento ist die Tatsache, dass die Vereinten Nationen den Tag der Befreiung von Auschwitz, den 27. Jänner zum Internationalen Gedenktag des Holocaust gemacht haben. Auschwitz ist sowohl der konkrete Ort eines Konzentrations- und Vernichtungslagers als auch eine Metapher für den Schrecken der gesamten Judenvernichtung. Am 27. Jänner 1945 fand dieser Schrecken ein erstes Ende durch die Rote Armee. --------------------------------- Donnerstag, 2. Februar, 19 Uhr Filmabend zur "Geschichte der CIA", Teil 2 ================================================ 06 28.1. Vorausscheidung PROTESTSONGCONTEST / 12.2. Finale von: rabenhof_presse at gamuekl.org ================================================ Protestsongcontest 06 ? Zum dritten Mal in Folge ein voller Erfolg! Bereits zum dritten Mal findet heuer der bereits zum Kult gewordene PROTESTSONGCONTEST im Rabenhof Theater statt. Nach den sensationellen Erfolgen in den letzten beiden Jahren, bei denen Georg Freizeit und die Rosaroten (2004) und Rainer von Vielen (2005) als Sieger hervorgingen, erreichten uns auch heuer wieder eine Flut von Einsendungen aus dem In- und Ausland. Erstaunlich waren wieder die hohe Qualität und die breite Vielfalt der eingesandten Protestsongs. In tage- und nächtelangen Sitzungen hat sich das Protestsongcontest-Team (Mario Rossori, Roman Freigaßner, Mathias Zsutty, Gerald C. Stocker u. a.) alle Einsendungen angehört, um jene 25 TeilnehmerInnen herauszufiltern, die ihre Songs bei der Vorausscheidung präsentieren werden. · VORAUSSCHEIDUNG: 28. Jänner 2006 Beginn: 19.00 Uhr im Rahmen einer öffentlichen Präsentation der besten 25 Songs im WIENER KONGRESSHAUS (1050 Wien; Margaretengürtel 138-140) Eintritt frei!!!! Eine Fachjury aus VertreterInnen unserer Kooperationspartner FM4, MTV-Austria, thegap, derStandard.at, ÖGB, UTV, City Stadtzeitung für Wien wird jene zehn Protestsongs auswählen, die live beim großen Finale im Rabenhof Theater performt werden. Hier die Liste der Vorausscheidungs-Teilnehmer: aurelie maronif Subversiv Binnenland I want my Blue Danube Radio back Börn Bleib du mit dir Cafe Amigo Mensch & Maschine Christoph & Die Kirchturmspitzen Weihnachtsmannverbot d´vision Nackert auf´m Schwedenplatz dixxi Ich will dich nicht Ecoluddit Ethik und Gewalt F.U.C.K. Traut doch Traude fii feat. Thaistylee Noch eins Gandharvika Darum esse ich sie nicht Ganshaut Seemann Hoerspielcrew feat. Garish Vermögn Jörg Zemmler Wir sind die Kleinen kpunkt Was zuviel ist, ist zuviel Margret Galler Economy Mike & A Massive Illusion The Ballad of Don Quichote Noem Nova Error War Peter Kastner Klo aufm Gang Phoneten Amerika Remasuri the Austrian way (of singin´ the blues) Rollkragen Von Motten zerfressen Seelenwärmer Globalisierungskinder Stimmgewitter & The Bassena Boyz Zeitgeist Tschoda´s Massenvernichtungswaffen · FINALE: 12. Februar 2006 Beginn: 20.00 Uhr RABENHOF THEATER A-1030 Wien; Rabengasse 3 Kartenreservierungs-Hotline: Tel. 01/712 82 82 Infos + Online-Reservierung unter: http://www.rabenhof.at Eintritt: ? 15,-- Dirk Stermann führt durch den Abend, an dem der ?Protestsong-Superstar 2006? gekürt wird. In der Finaljury sitzen u.a. Barbara Rett, Electric Indigo, Peter Paul Skrepek und Martin Blumenau. -- Rabenhof Presse Gabriele Müller-Klomfar Tel: +43-699-1-913 14 11 Fax: +43-1-913 14 11 rabenhof_presse at gamuekl.org ================================================ 07 Unterschreiben und weiterverbreiten ! ! ! von: helmut.fellner at chello.at ================================================ Wir, die Unterzeichner, appellieren, unabhängig von unseren Ansichten über die ehemaligen sozialistischen Länder, an die Mitglieder der Parlamentarischen Versammlung des Europarats den Resolutionsentwurf "Notwendigkeit einer internationalen Verurteilung von Verbrechen der totalitären kommunistischen Regimes" entschieden abzulehnen. Unterstützt die internationale Protesterklärung gegen den Versuch, die KommunistInnen zu kriminalisieren: Gegen den antikommunistischen Resolutionsentwurf der Politischen Versammlung des Europarats ! Die internationale Protesterklärung mit den Unterschriften der Unterstützer soll dem Präsidenten der Beratenden Versammlung des Europarats, Herrn René van der Linden, Ende Januar durch eine Delegation übergeben werde. Ziel ist, die Verabschiedung der Resolution zu verhindern. Ferner soll in Strasbourg eine Protestdemonstration stattfinden, deren genauer Termin noch nicht festgelegt ist (wahrscheinlich 24. Januar 2006). <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN/MEINUNGEN/KOMMENTARE <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 08 Verwirrung um Rehabilitierung homosexueller NS-Opfer von: Kurt.Krickler at hosiwien.at ================================================ Medienaussendung der Homosexuellen Initiative (HOSI) Wien vom 20. Jänner 2006 HOSI Wien fordert: Nicht nur NS-Urteile aufheben! Gestern haben diverse Medienaussendungen aufgrund unrichtiger Interpretationen der parlamentarischen Anfragebeantwortungen betreffend Anerkennung homosexueller NS-Opfer durch Sozialministerin Ursula Haubner und Justizministerin Karin Gastinger Verwirrung gestiftet. Die Homosexuelle Initiative (HOSI) Wien erlaubt sich daher, Folgendes richtig- bzw. klarzustellen: ?Die beiden Ministerinnen haben mit ihrer Feststellung, beim Totalverbot der weiblichen und männlichen Homosexualität habe es sich um kein typisch nationalsozialistisches Unrecht gehandelt, natürlich völlig Recht. Denn der betreffende Paragraph 129 I b StGB hat ja sowohl vor 1938 in der Monarchie und der Ersten Republik als auch nach 1945 in der Zweiten Republik bis 1971 in derselben Fassung gegolten?, erklärt HOSI-Wien-Obfrau Bettina Nemeth. ?Eine gerichtliche Verurteilung nach § 129 während der Zeit des Anschlusses allein stellt daher noch kein typisches NS-Unrecht dar.? ?Erst darüber hinausgehende Verfolgungsmaßnahmen, wie Deportation in ein Konzentrationslager oder Zwangskastration oder Zwangssterilisation stellen typisch nationalsozialistisches Unrecht dar?, ergänzt HOSI-Wien-Obmann Christian Högl. Und das bestätigt ja auch Justizministerin Gastinger in ihrer Anfragebeantwortung, in der es heißt: ?Folgen dieser Art sind vielmehr generell als nationalsozialistisches Unrecht (...) zu werten.? ?Und die wegen ihrer sexuellen Orientierung verfolgten Frauen und Männer sind durch das Anerkennungsgesetz 2005 jetzt auch ausdrücklich als Opfer dieser typischen NS-Verfolgungsmaßnahmen anerkannt worden und haben Anspruch auf Entschädigung nach dem Opferfürsorgegesetz (OFG)?, erklärt Högl weiter. KZ-Zeit als Ersatzzeit bereits angerechnet ?Es stimmt auch nicht, wie gestern ebenfalls in verschiedenen Aussendungen behauptet wurde, dass vom NS-Regime wegen ihrer Homosexualität Verfolgten ihre KZ-Haftzeit nicht als Ersatzzeit auf die Pension angerechnet werden kann?, betont Nemeth ferner. ?Bereits 1992 wurde einem Rosa-Winkel-Häftling aus Wien die sechs Jahre, die er nach Verbüßung der von einem Gericht verhängten Gefängnisstrafe in KZ-Lagern inhaftiert war, dank der Unterstützung der Volksanwaltschaft und nicht zuletzt des politischen Drucks der HOSI Wien als Ersatzzeit auf die Pension angerechnet. Nach der expliziten Aufnahme von ?sexueller Orientierung? als Verfolgungsgrund ins OFG im Vorjahr wäre es unvorstellbar, dass einem bzw. einer Betroffenen dies heute verwehrt würde.? ?Das Problem ist heute vielmehr?, so Högl weiter, ?dass wohl kaum jemand mehr lebt, der einen Antrag stellen könnte. Leider war das gesellschaftliche Klima nach dem Krieg ? nicht zuletzt durch den Fortbestand des § 129 ? weiterhin so lesben- und schwulenfeindlich, dass die Betroffenen alles andere als ermuntert wurden, entsprechende Anträge zu stellen. Und bis in die 1990er Jahre wurden solche Anträge ja tatsächlich auch abgelehnt, weil die Politik damals noch eine sehr restriktive Haltung einnahm. Die typisch nationalsozialistischen Folgen einer Verurteilung nach § 129 hätten letztlich auf einem Tatbestand beruht, der auch in der Zweiten Republik noch bis 1971 strafrechtlich verfolgt wurde, und deshalb nicht wiedergutgemacht werden müssen! Der zynische Plan der Regierenden, die Sache möglichst so lange zu verzögern, bis alle Opfer verstorben sind, ist hier leider aufgegangen. Das ist aber auch der Grund, warum die HOSI Wien bereits 2002 gefordert hat, einen entsprechenden Anteil an Entschädigungszahlungen an die österreichische Lesben- und Schwulenbewegung zu entrichten, damit diese die Geschichte der Verfolgung und Unterdrückung erforschen bzw. Maßnahmen zur Bewusstseinsbildung in der breiten Bevölkerung setzen kann.? Generelle Aufhebung aller Urteile ?Wir hielten es für keine gute Idee?, so Nemeth weiter, ?nur die während des NS-Regimes nach § 129 Verurteilten für ihre Gefängnishaft entschädigen und nur diese Urteile aufheben zu wollen. Wir fordern vielmehr eine Entschuldigung der Republik Österreich für die staatliche und gesetzliche Verfolgung von Homosexuellen im gesamten 20. Jahrhundert und in der Folge eine völlige Rehabilitierung und auch eine finanzielle Entschädigung aller Opfer dieser staatlichen Verfolgung, also auch derjenigen, die bis 1971 aufgrund des Totalverbots oder nach dem bis 2002 geltenden Paragraph 209 verurteilt worden sind, sofern es sich um keine sexuellen Handlungen mit Unter-14-Jährigen gehandelt hat.? (Siehe dazu auch unsere Medienaussendung vom 21. September 2005 unter: www.hosiwien.at/?p=105 sowie die von der HOSI Wien auf ihrer Generalversammlung 2002 verabschiedete Resolution mit detaillierten Forderungen zu einer solchen umfassenden Rehabilitierung: www.hosiwien.at/?p=35.) ?Wir halten überhaupt nichts davon?, so Högl abschließend, ?die typisch nationalsozialistische Verfolgung, wie KZ-Haft und andere nicht rechtsstaatliche Verfolgungsmaßnahmen in einen Topf zu werfen mit ?gewöhnlichen? Verurteilungen gemäß § 129. Zwischen KZ-Haft und Gefängnisstrafe ist unbedingt zu differenzieren. Homosexuelle KZ- Opfer müssen daher für ihre KZ-Haft gesondert anerkannt und entschädigt werden, nämlich nach dem Opferfürsorgegesetz.? Rückfragehinweis: Christian Högl, Obmann: Tel. 0699-11811038 Bettina Nemeth, Obfrau: Tel. 0699-11965265 Kurt Krickler, Generalsekretär: Tel.: 5451310 oder 0664-5767466 office at hosiwien.at; www.hosiwien.at ================================================ 09 Wartberg/Vogl&Noot/Personalabbau/KPÖ von: kpoe_stmk at hotmail.com ================================================ KPÖ Steiermark Lagergasse 98a 8020 Graz Tel. 03 16 / 71 24 36 Fax 03 16 / 71 62 91 email: kpoe_stmk at hotmail.com Freitag, 20. Januar 2006 Presseinformation der KPÖ Steiermark Wartberg: Vogl&Noot ist auch ein Fall für das Land In Wartberg gehen 170 Arbeitsplätze verloren. Die Verlagerung der Produktion von Flachheizkörpern der Traditionsfirma Vogl&Noot nach Ungarn und Polen ist aber kein unabwendbares Schicksal, sondern die Frucht ganz konkreter wirtschaftlicher und politischer Entscheidungen. Festzuhalten ist auch, dass hier kein verstaatlichter Betrieb in Schwierigkeiten ist, sondern eine Firma, die seit jeher in Privatbesitz war. Das stellte der steirische KPÖ-Vorsitzende Franz Stephan Parteder am Freitag fest. Der KPÖ-Politiker: "Landeshauptmann Voves und die steiermärkische Landesregierung müssen jetzt zeigen, dass sie sich in einer dramatischen Situation für die traditionsreiche Arbeitergemeinde Wartberg anders verhalten als ihre Vorgängerinnen. Wer die Erneuerung im Lande schaffen will, sollte konkrete Zeichen gegen die Politik der transnationalen Konzerne setzen." PS. Zur Erinnerung: Bei der Landtagswahl am 2. Oktober 2005 hatte die SPÖ in Wartberg 60,91 % der gültigen Stimmen (921) erreicht und ihren Stimmenanteil um 7 % gesteigert. KPÖ-Steiermark Lagergasse 98 a 8020 Graz Tel.: 0316 71 24 36 Fax 0316 71 62 91 email: kp.stmk at kpoe-graz.at; kpoe_stmk at hotmail.com ================================================ 10 Medizinwunder: SVNR wiederbelebt - als Personenkennzeichen von: depesche at quintessenz.org ================================================ From: "q/depesche" Subject: Medizinwunder: SVNR wiederbelebt - als Personenkennzeichen q/depesche 2006-01-20T23:17:39 Medizinwunder: SVNR wiederbelebt - als Personenkennzeichen Werden Klassenbucheinträge der Kleinsten nun Rezeptpflichtig? Versprechen Gewinnspiele Heilung [1] - oder - Wird das Online-Konto der Wüstenrot [2] Teil meiner Krankengeschichte? Von immer mehr Firmen und Behörden wird die Sozialversicherungsnummer (SVNR) verlangt - und das nicht zwingend zur Wohlbefindlichkeitssteigerung des Kunden. -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- Derweil breitet sich eine ganz und gar nicht auf Krankenschein behandelbare Krankheit in der Bevölkerung aus: die Legasthenie. Ein kleines Tool der quintessenz möchte ganz besonders dort helfen, wo nachlässige Schreibweisen und Zahlendreher durch Zufall korrekte Prüfziffern ergeben könnten. https://www.quintessenz.at/svnr-doktor/ Die österreichische Sozialversicherungsnummer wird zwar von einer Prüfziffer geschützt, aber schlampige Schrift (1~7, 3~8,5~9, usw...) oder verknotete GehWINDirnUNGEN können durch Zufall wieder korrekte Prüfziffern ergeben. Damit kann, ohne Datenabgleich mit den Sozialversicherungsträgern, der Fehler nicht mehr erkannt werden. Vor diesen hinterhältigen SVNR-Gendefekten möchte der quintessenzielle SVNR-Doktor warnen. Auch wenn die Sozialversicherungsnummer nicht mehr dem Wohl des Betroffenen gilt, will man natürlich besonders gründlich sein. Unvorstellbar, was passiert, wenn das Datawarehouse der Marketingabteilung keine neuen Geheimnisse verrät, oder wenn der/die Kleine in Zukunft unbeschwert zu einem Vorstellungsgespräch gehen kann, weil die Datenverknüpfung der Schulnoten und Klassenbucheintragungen nicht klappt. PS: Vergessliche können auch die Prüfziffer Ihrer SVNR ergänzen lassen. [1] Camel-Gewinnspiel verlangt SVNR - Nominierung für BBA 2004 http://www.bigbrotherawards.at/2004/nominees/list_2004.php#komm siehe auch http://www2.argedaten.at/php/cms_monitor.php?q=PUB-TEXT- ARGEDATEN&s=96756oiz [2] Online Konto der Wüstenrot verlangt SVNR https://eservices.wuestenrot.at/eService/media/pdf/ Antrag_auf_Teilnahme_an_Wuestenrot_eServices_12.pdf Hintergrund: Warum ist die allgmeine Verwendung von Personenkennzeichen (z.B. Sozialversicherungsnummer, ZMR-Nummer) datenschutzrechtlich bedenklich? http://www2.argedaten.at/php/cms_monitor.php?q=PUB-TEXT- ARGEDATEN&s=50350pcj "Bildungsevidenz - Die Rechte der Schüler und Eltern" http://www2.argedaten.at/php/cms_monitor.php?q=PUB-TEXT- ARGEDATEN&s=48888act - -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- relayed by Mac Gyver - -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- Online Version: http://quintessenz.at/cgi-bin/index?id=000100003462 quintessenz is powered by http://www.onstage.at subscribe/unsubscribe/digest http://www.quintessenz.at/cgi-bin/index?funktion=subscribe comments to depesche at quintessenz.org ================================================ 11 ACUS: Drohnung mit Atomwaffen ist ein Verbrechen von: verin.stadtteilz.simmering at chello.at ================================================ ACUS fordert klare Verurteilung durch die österreichischeBundesregierung: DROHUNG MIT ATOMWAFFEN IST EIN VERBRECHEN Die Arbeitsgemeinschaft Christentum und Sozialdemokratie (ACUS) protestiert gegen die Androhung des französischen Staatspräsidenten Chirac, Atomwaffen einzusetzen. "Der Internationale Gerichtshof in Den Haag hat vor 10 Jahren, am 8. Juli 1996, in einer Stellungnahme auf Anfrage der Generalversammlung der Vereinten Nationen eindeutig erklärt, dass die Androhung des Einsatzes von Atomwaffen generell gegen das internationale Kriegsvölkerrecht und gegen die Prinzipien und Regeln der Menschenrechte verstößt", erinnert der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christentum und Sozialdemokratie (ACUS) Richard Schadauer. "Die Atomwaffendrohungen des französischen Präsidenten sind damit gegen das Völkerrecht", betont der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christentum und Sozialdemokratie (ACUS) Richard Schadauer. "Zahlreiche Erklärungen von Kirchen und Institutionen aller Weltreligionen sowie von Persönlichkeiten aus allen Ländern der Erde fordern eine atomwaffenfreie Welt. Es gibt keine politische Rechtfertigung für Atomwaffen, seien sie in den EU-Ländern Frankreich und Großbritannien, in den USA, in Russland und China oder in einem der neuen Atomwaffenstaaten." "Wer mit Atomwaffen droht, heizt nur einen neuen Rüstungswettlauf an, der das Überleben der Menschheit gefährdet. Wie kann ich glaubwürdig von anderen den Verzicht auf Atomwaffen fordern, wenn ich selber damit drohe? Nur durch Verhandlungen und atomare Abrüstung in allen Atomwaffenstaaten kann eine atomwaffenfreie Welt erreicht werden", stellt der ACUS- Bundesvorsitzende Richard Schadauer fest. "Diese Aussagen eines Präsidenten eines EU-Mitgliedsstaates sind eine Schande für die gesamte Europäische Union. Wir fordern daher eine klare Verurteilung durch die Bundesregierung des neutralen und per Verfassung atomwaffenfreien und atomkraftfreien Österreich, die derzeit auch die EU-Präsidentschaft inne hat", schloss der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christentum und Sozialdemokratie (ACUS) Richard Schadauer. Informationen: Richard Schadauer, Tel. 01 789 24 58 Alois Reisenbichler, Tel. 0664 39 51 809 Alois Reisenbichler 1110 Wien, Schneidergasse 15/9, Telefon (043-664) 39 51 809 E-Mail: stadtteilzentrum at simmeringonline.at, Alois.Reisenbichler at reflex.at Homepage in Arbeit: www.reisenbichler.at.tf Lieblingshomepage: www.hiroshima.at ================================================ 12 Jahrestag/Italienische KP/Kommentar/KPÖ von: kpoe_stmk at hotmail.com ================================================ PRESSEMITTEILUNG DER STEIRISCHEN KPÕ Graz,am 21. 1. 2006 Gedanken zum 85. Gründungstag der Italienischen KP Heute vor 85 Jahren, am 21. Januar 1921, wurde in Livorno die Kommunistische Partei Italiens gegründet. Das ist auch für die steirischen KommunistInnen ein wichtiger Gedenktag. In ihrer Geschichte war diese Partei immer beispielhaft, wenn es darum ging, eine soziale und saubere Verwaltung von Gemeinden und Regionen des Landes mit dem Festhalten an den Zielen und Grundsätzen unserer Weltanschauung zu verbinden. Ihre hervorragendsten Vertreter wie Antonio Gramsci, Palmiro Togliatti oder Enrico Berlinguer haben dazu beigetragen, den Marxismus mit neuen Erkenntnisse zu bereichern. Die Geschichte der PCI war eine Geschichte des Kampfes für den Fortschritt und die soziale Gerechtigkeit, gegen die Diktatur Mussolinis und gegen den Hitlerfaschismus. Sie war eine Geschichte des Kampfes um Demokratie und Sozialismus. In ihren besten Tagen ist sie konsequent für eine starke Stellung der Arbeiter und aller Werktätigen in der Gesellschaft eingetreten. Eine kommunistische Partei, die versucht, den Anforderungen des 21. Jahrhunderts gerecht zu werden und vom Standpunkt und im Interesse der arbeitenden Menschen aktiv in die gesellschaftlichen Entwicklungen einzugreifen, muss sich stets die Erfahrungen dieser kommunistischen Massenpartei vor Augen halten. Dabei darf man nicht unkritisch sein. Was sind die Ursachen dafür, dass die PCI in den Achtziger- und Neunzigerjahren des 20. Jahrhunderts die Orientierung verlor, dass die Mehrheit ihrer Führungskräfte zur Sozialdemokratie wechselte und dass aus jener Minderheit, die am Kommunismus festhalten wollte, zwei konkurrierende Parteien hervorgegangen sind? Auch auf diese Fragen müssen wir Antworten finden, die uns in die Lage versetzen, unsere Arbeit in der Steiermark noch besser durchzuführen. Franz Stephan Parteder Steirischer KPÖ-Vorsitzender KPÖ-Steiermark Lagergasse 98 a 8020 Graz Tel.: 0316 71 24 36 Fax 0316 71 62 91 email: kp.stmk at kpoe-graz.at; kpoe_stmk at hotmail.com <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< WELTWEIT <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 13 [gipfelsoli] Moderation -- Gleneagles von: gipfelsoli-l at lists.nadir.org ================================================ Gipfelinfo - Meldungen über globalisierte Solidarität und die Proteste gegen unsolidarische Globalisierung ------------------------------------------------------ www.gipfelsoli.org -- - Selbstorganisiertes Moderationsseminar vom 10.-12. März 2006 - G8 2005 Publikation - G8 2005 Book Launch ------------------------------------------------------------------------ - Selbstorganisiertes Moderationsseminar vom 10.-12. März 2006 Wir haben in Nordost-Brandenburg (bei Letschin, im Landheim Wilhelmsaue) ein Seminarhaus gebucht, in dem bis zu 40 Personen teilnehmen können. Eine "professionelle" Moderatorin ist als Begleitperson mit dabei, es sollen aber vor allem gemeinsam Wege gefunden werden, damit Moderation so wenig manipulierend wie möglich und so effizient wie nötig einen emanzipatorischen Prozess in Gang setzt. Wir sind immer wieder damit konfrontiert, bei regionalen/bundesweiten/internationalen Treffen oder camps oder Kongresse usw. mit Vielen zu kommunizieren und manchmal sogar zu Entscheidungen kommen zu wollen oder gar zu müssen (Beispiel: wir sind auf einem camp mit einigen Hundert oder Tausend Menschen und die Bullen haben dies umstellt, real vorgekommen im Grenzcamp in Köln und letztes Jahr in Schottland). Bei dem selbstorganiserten Seminar soll es darum gehen, einerseits Moderationstechniken kennenzulernen, auszuprobieren (z.B. in Rollenspielen, also ganz praktisch) und andererseits genau hinzuschauen und zu analysieren, was für Gefahren und welche Art von Manipulation jeweils darin steckt. Das Ziel des Seminars ist also, für uns heraus zu finden, in welcher Art wir in Zukunft Gruppen/Zusammenkünfte moderieren, strukturieren wollen und wenn gewünscht, zu Entscheidungsfindungen kommen. Und das in einer Art, die den Gruppen/Zusammenkünften gerecht wird, das heißt, mit der alle "möglichst" (da fängt es schon an möglichst oder auf jeden Fall!!) zufrieden sind, wo mit dem zeitlichen Limit, das immer gegeben ist, "möglichst" so effizient umgegangen werden kann, wie Entscheidungen notwendig sind. Bei der Entscheidungsfindung geht es auch darum, herauszufinden, wann und ob Entscheidungen überhaupt sein müssen oder ob es nicht eher darum geht, zu schauen, was die Ziele der jeweiligen Gruppierungen sind, und welche Organisierungsform gewollt ist (z.B. horizontal oder vertikal). Um euch einen kleinen Überblick zu geben, folgt hier eine kleine Auflistung der verschiedenen Arten der "Moderation": - "einfache" Redeleitung" - die Diskussionsstränge zusammenfassend, auf jeweils ein Diskussionsstrang fokussierend, damit am Ende die Teilnehmenden zu einem "Ergebnis" kommen (=struktuierendes Verfahren) - talkshowmäßig - alles fließen lassen und sozusagen nur der "Transmissionsriemen" zwischen den verschiednen Menschen zu sein, versuchen das für alle zu visualisieren, transparent zu machen und nach dem Konsensprinzip dann zu überlegen, was überhaupt diskutiert wird - die Moderation strukturiert die Debatte mit quotierten RednerInnenlisten, Beispiel: sowie jemand sich meldet, der oder die noch nichts gesagt hat, kommt nach vorne auf der Liste oder wenn mehr Männer als Frauen oder mehr Menschen mit deutschem Pass als MigrantInnen bzw. Flüchtlinge anwesend sind, wird jeweils quotiert - Moderation mit viel mehr technischem Einsatz wie Kärtchen schreiben, metaplan, mindmap und andere visualisierungsmethoden, Kleingruppen bilden etc. also insgesamt mehr interaktiv anregend - Moderation mit powerpoint-Präsentation, Kurzprotokoll sofort visualisierend - Kleingruppen vs. Großgruppenverfahren - Entscheidungsfindungen nach Mehrheitsprinzip oder mit den Füssen - Entscheidungsfindung nach dem Konsensprinzip - Diskussionen nach dem fish-bowl- oder open space Prinzip anleiten - Moderation, bei der die anderen angehalten werden, sich aktiv zu beteiligen (Bsp. bei pga entwickelte Methode also mit den vielen Handzeichen (mit den Händen wedeln), Vorgehen nach dem Konsensprinzip,) - Umgang mit Übersetzung (Übersetzungsecken, in einer übersetzen Sprache für alle,...) Und und und ich könnte noch lange die diversen Möglichkeiten aufschreiben. Gemeinsam ist allen Techniken, dass sie mehr oder weniger manipulativ sind, eine Machtposition beinhalten. Ich kann mich an viele Vollversammlungen (mit mehreren hundert Menschen!) aus den den 80igern erinnern, wo es keine Moderation gab und wo diejenigen das Sagen hatten, die sich am stärksten fühlten, die die größte Klappe oder Autorität hatten, die in den informellen Machthierarchien ganz oben waren. Ich denke, da wollen wir nicht hin zurück. Das jemand Diskussionen strukturiert bzw. moderiert, ist auch daraus entstanden, dass die "Macht" soz. auf jemand "Neutrales" übergeben wurde, der oder die auch Schüchternen oder sog. Schwächeren durch eine Struktur wie eine RednerInnenliste mehr Möglichkeiten der Teilhabe bietet. Aber so einfach ist das nicht. Es ist damit eine neue Macht entstanden, die mehr hinterfragt werden muss. Der Hintergrund des Seminars ist also: Wir wollen einen emanzipatorischen politischen Weg gehen. Dazu gehört eben auch, politisch bewußt und transparent mit Strukturvorgabe, Moderation und Entscheidungsfindung analytisch wie auch praktisch umzugehen. Und darüber wollen wir diskutieren, uns analysierend austauschen und vielleicht zu neuen Umgehensweisen kommen. Es wäre schön, wenn ihr mir bei der Anmeldung ein wenig über eure gemachten Erfahrungen was kurz schreiben könntet. Anmeldung z.B. unter: gipfelsoli at nadir.org bis dann!!!! ------------------------------------------------------------------------ - G8 2005 Publikation Shut Them Down!: The G8, Gleneagles 2005 and the Movement of Movements Herausgegeben von Dissent! und Autonomedia Die Ernennung Bob Geldofs zum Ratgeber der Britischen Conservative Party hat in Grossbrittanien fuer eine Wiederaufarbeitung der ausschlagegebenden Woche letzten Sommer, als die G8 in Gleneagles tagte, gesorgt. Kritische Gedanken dazu werden vor allem von einem neuen und zeitlich erschienem Buch angetrieben, das voll mit eigens erlebten Erfahrungen und politischen Reflektionen derer, die viel mehr daran interessier waren den Gipfel zu stoppen, als die dort tagenden Politiker darum zu bitten, etwas gegen globale Armut Klimawandel zu tun, gepackt ist. David Watts, eines der Herausgeber des Buchs, kommentierte, 'es scheint, als gaebe es mehrfach Desillusionierung mit den Live8 Konzerten und der Make Poverty History Kampagne. Man sollte wirklich daran zurueckdenken, dass in Genoa in 2001, Menschen gegen die G8 demonstrierten, und die G8 nicht als globalen Retter in Anbetracht globaler Probleme sah, sondern als den Ausloeser. Zum ersten Mal in der Geschichte gab es in 2005 eine Demo, die das Gipfeltreffen willkommen hiess. Es ist in diesem Zusammenhang, dass wir verstehen koennen, wie die Live8 Konzerte und die Make Poverty History Kampagne als riesige PR Maschine fuer Tony Blair und seine Regierung funktionierten.' 'Was oft vergessen wird, ist dass nich jede zur Melodie Geldofs oder Blairs tanzte und dass diejenigen die sich in den Kopf gesetzt hatten, den Gipfel zu stoppen, dies um ein Haar erreicht haetten. Am 6.Juli, dem Eroeffnungstag des Gipfels, brachten Strassenblockaden zentrale Bereiche Schottlands zum stehen, wobei mehrere Delegationen des Giplfels daran gehindert wurden in Gleneagles rechtzeitig einzutreffen. Am Nachmittag des gleichen Tages versuchten Demonstranten noch dazu den riesigen Zaun, der das Hotel wo getagt werden sollte umgab, runterzureissen. Es waren letzlich die Bombenanschlaege in London, die den Demonstranten den Wind aus den Segeln nahmen.' Herausgegeben von einer Gruppe von Personen des Dissent! Netzwerkes, welches den antikapitalistischen Widerstand gegen den Gipfel koordinierte, beinhaltet das Buch 'Shut Them Down!' 35 Kapitel, mit unter anderem einem amuesanten Comic, einem Vorwort der Herausgeber und vielen ausdrucksvollen Fotos in ueber 368 Seiten. Das Buch erscheint am 20. Januar 2006. 'Shut Them Down!' beinhaltet Erfahrungen der Demonstranten aus erster Hand, sowie detailierte Berichte ueber die Organisierung der verschiedenen Aspekte der Mobilisierung und Analysen der sich ergebenden Probleme zusammen mit Denkanstossen dafuer wie man's in Zukunft besser machen koennte. Die Relevanz dieses Buchs reicht aber weit ueber die Mobilisierung an sich hinaus: das Buch spricht fundamentale Angelenheiten an, die fuer jeden, der sich fuer soziale Bewegungen und sozialen Wandel interessiert, von Bedeutung sind. Dazu gehoeren 'Horizontalitaet' mit offenen direkt demokratischen Entscheidungsprozesse und die Grenzen der 'Aktivistenidentitaet'. Am allerwichtigsten versucht 'Shut Them Down!' die Frage zu stellen, wie wir die 'anderen Welten', die sich uns in den Momenten wo wir aktiv sind zeigen, auf unser restliches Leben ausweiten koennen? Beitraege sind unter anderem von Werner Bonefeld, George Caffentzis, Counter-Spin Collective, The Free Association, The Ginger, John Holloway, Colonel Klepto und Major Up Evil, Starhawk und Simon Tormey. Details: David Harvie, Keir Milburn, Ben Trott und David Watts (Hrsg.): Shut Them Down!: The G8, Gleneagles 2005 and the Movement of Movements (Leeds: Dissent! und New York: Autonomedia, 2005) (ISBN: 0-9552065-0-2) Erhaeltlich nur auf Englisch bei www.shutthemdown.org fuer ?7.50 inkl. Versand Kopien fuer Buchkritiken auch direkt von den Herausgebern erhaeltlich: editors at shutthemdown.org ------------------------------------------------------------------------ - G8 2005 Book Launch Shut Them Down!: The G8, Gleneagles 2005 and the Movement of Movements Published by Dissent! and Autonomedia Bob Geldof's appointment as an advisor to the Conservative party has provoked a reassessment of the momentous week last summer when the G8 met in Gleneagles. This reassessment is aided by the timely publication of a new book full of first hand accounts by those more interested in shutting the G8 down than lobbying it. David Watts, one of the books editors, commented: "There seems to be a growing sense of disillusionment with the legacy of the Live8 concerts and the Make Poverty History campaign. You have to remember that the protestors of Seattle and Genoa didn't see the G8 as the solution to global poverty but rather as the cause of it. In 2005, for the first time in the G8's history, there was a major campaign to welcome the summit. Perhaps now we can see how MPH and Live8 ended up simply as PR cover for the Blair government." "What tends to be forgotten is that not everyone played along with the Geldof and Blair show and those who'd set out to shut down the G8 in fact came very close to achieving this aim. On the 6th of July, the opening day of the summit, road blockades brought central Scotland to a halt with many delegates unable to reach Gleneagles. Later that day, protestors attempted to rip down the fence surrounding the summit. It was only the London bombings that diverted attention and took the wind out of the protestors sails." Edited by a group within Dissent!, the network which coordinated anti- capitalist resistance to the Summit, Shut Them Down! contains 35 chapters, including a hilarious cartoon, an editors' introduction and dozens of powerful photographs over 368 pages. The book will be launched on 20th January 2006. As well as first hand accounts from protestors, there are detailed accounts of how the various aspects of the mobilisation were organised, and analysis of the lessons to be learned. Shut Them Down!'s relevance, however, extends far beyond the Gleneagles experience; it addresses issues fundamental to anyone involved or interested in social movements, such as the nature of openness and 'horizontality' and the limits of the 'activist' identity. Most important of all, Shut Them Down! attempts to pose the question: how do we take those new worlds we glimpse in these moments and apply them to the rest of our lives? Contributors include: Werner Bonefeld, George Caffentzis, Counter-Spin Collective, The Free Association, The Ginger, John Holloway, Colonel Klepto and Major Up Evil, Starhawk and Simon Tormey. The book's full details are as follows: David Harvie, Keir Milburn, Ben Trott and David Watts (Eds.) Shut Them Down!: The G8, Gleneagles 2005 and the Movement of Movements (Leeds: Dissent! and New York: Autonomedia, 2005) (ISBN: 0-9552065-0-2) Available from Shutthemdown.org for £4.95, ?7.50 and US$9.95 plus p&p. Review copies are available from the editors: editors at shutthemdown.org ------------------------------------------------------------------------ -- gipfelsoli infogruppe Newsletter mit Nachrichten über Mobilisierungen, Debatten und Repression im Zusammenhang mit Gipfelprotesten. Die AutorInnen der Beiträge, so sie nicht von uns verfasst sind, sind mit eckigen Klammern versehen. Wir können leider keine Verantwortung für die Richtigkeit der Beiträge übernehmen. Auch geben die Beiträge nicht zwangsläufig unsere Meinung wieder. Mehr Infos und Texte sowie ein öffentliches Archiv des Newsletters unter www.gipfelsoli.org. Kontakt, Kritik, Beiträge: gipfelsoli at nadir.org gipfelsoli mailinglist subscribe - unsubscribe https://lists.nadir.org/cgi-bin/mailman/listinfo/gipfelsoli-l ================================================ 14 [gipfelsoli] Genua -- Gleneagles von: gipfelsoli-l at lists.nadir.org ================================================ Gipfelinfo - Meldungen über globalisierte Solidarität und die Proteste gegen unsolidarische Globalisierung ------------------------------------------------------ www.gipfelsoli.org -- - G8 Schottland - neue Gerichtstermine - Update Untersuchungskommission G8 in Genua ------------------------------------------------------------------------ ------ Update Untersuchungskommission G8 in Genua Wie kürzlich berichtet, hatte die Basis der linken Parteien in der Wahlkoalition gegen Berlusconi um Romano Prodi vor kurzem fest gestellt, dass aus dem ersten Programmentwurf zig Essentials rausgeflogen waren. Darunter befand sich auch die Einrichtung einer unabhängigen Untersuchungskommission zum G8 2001. Die Programmmacher haben - mit einer Vorsichtsmaßnahme - kehrt gemacht Die ?Programmmacher? um den Prodi-Getreuen Papini haben nach den Protesten, die dies nach sich zog und auf die auch ein von 90 Senatsmitgliedern unterzeichneten Brief mit der Forderung folgte, den Programmpunkt nicht fallen zu lassen, kehrt gemacht. Papini höchstselbst teilte mit, das Wahlprogramm von Romano Prodi enthalte ?den Vorschlag, eine parlamentarische Untersuchungskommission über die Ereignisse während des G8 in Genua einzurichten?. Eine ?parlamentarische? Untersuchungskommission ist aber nicht das Gleiche wie eine ?unabhängige?, wie in all' den Jahren von Links gefordert worden war und eine solche, also eine ?parlamentarische? Kommission, hatte bereits nach dem G8 in Genua völlig erfolglos versucht, Klarheit über politische Verantwortlichkeiten und Hintergründe von zahlreichen aberwitzigen Schreckensgeschichten, die sich damals zugetragen haben zu schaffen. Es bleibt nur noch abzuwarten, welche Befugnisse nun diese Kommission erhält, wenn Mittelinks tatsächlich an die Macht kommen sollte. An den Befugnissen wird sich zeigen, ob sie imstande sein wird, etwas zu verrichten, oder ob es nur ein Spielchen sein wird, um das Gesicht zu wahren, wie es schon dereinst der Fall war. Die einstige Kommission war nämlich genau an fehlenden Befugnissen gescheitert. Entscheidende Unterlagen und Namen konnten deswegen nicht gesichtet bzw. aufgedeckt werden. Siehe auch: http://germany.indymedia.org/2006/01/136441.shtml [indymedia.de, von nichtsowichtig - 20.01.2006 19:49] ------------------------------------------------------------------------ ------ G8 Schottland - neue Gerichtstermine 25.01.2006 als neuer Gerichtstermin in Schottland Der G8 ist vorbei, aber die Verfolgung der Ex-Gefangenen nicht. Es gibt wieder einen neuen Termin, zu dem mehrere Menschen aus verschiedenen europäischen Ländern vorgeladen wurden. Am 25.01.2006 sollen diese Menschen in Schottland vor Gericht erscheinen. Was ihnen da droht ist unklar, auch aber, was ihnen droht wenn sie dort nicht erscheinen. Das kuriose ist, dass Menschen von den während des Gipfles, erstellten Listen, die gemeinsam im Gefängnis saßen und die selben Anklagepunkte haben, zum Teil vor kurzem die Ansage erhalten haben, dass sie für unschuldig erklärt wurden, ein anderer Teil nun aber wieder in Schottland erscheinen soll. Also an alle: diese Leute brauchen Unterstützung und zwar in Form von "Rote Hilfen" oder EA´s, die international arbeiten,sowie in personeller oder geldlicher Unterstützung. [indymedia.de, von ex-presa - 20.01.2006 14:42] ------------------------------------------------------------------------ -- gipfelsoli infogruppe Newsletter mit Nachrichten über Mobilisierungen, Debatten und Repression im Zusammenhang mit Gipfelprotesten. Die AutorInnen der Beiträge, so sie nicht von uns verfasst sind, sind mit eckigen Klammern versehen. Wir können leider keine Verantwortung für die Richtigkeit der Beiträge übernehmen. Auch geben die Beiträge nicht zwangsläufig unsere Meinung wieder. Mehr Infos und Texte sowie ein öffentliches Archiv des Newsletters unter www.gipfelsoli.org. 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Wie in einigen unabhängigen Medien schon berichtet wurde, riskieren die Polizisten, die wegen dem G8 in Genua unter Prozess stehen, wenigstens theoretisch nun doch eine Verurteilung. Zumindest dürfen die Verfahren erstmal stattfinden. Über Jahre hinweg hatte eine Reform des Strafrechts bisher gedroht, die Verjährungsfristen zu halbieren. Das ist nun auch geschehen, aber so, dass die Verfahren in Genua davon unberührt bleiben, weil sie bereits eröffnet sind. Für die Polizisten, die sich in den mittlerweile in die erste Instanz gelangten Verfahren vor Gericht verantworten müssen bedeutet das, dass sie nicht mehr unbedingt darauf hoffen können, einfach so davon zu kommen, wie vorher zu befürchten war. Neben einigen kleineren Verfahren zu einzelnen Episoden, laufen gegen Polizeibeamte wie bekannt zwei Größere. Darin soll über Teile dessen geurteilt werden, was im Juli 2001 in einer Schule und in einer Kaserne in Genua geschah. Es geht nun also doch zur Sache, es sei denn, die Klausel in dem Gesetz, durch die die Verfahren, die bereits in der Verhandlungsphase sind von den durch selbiges herbeigeführten Änderungen ausgenommen sind, wird als verfassungswidrig angefochten, was aber nicht sehr wahrscheinlich zu sein scheint. Umständehalber spielen Verjährungsfristen aber weiterhin eine nicht unwesentliche Rolle. So sind die Chancen im Verfahren zum Sturm auf die Schule deutlich besser als im Verfahren zum Horror in einer Kaserne am Rande von Genua. Dabei spielt eine Rolle, dass die Verjährungsfristen im Fall Bolzaneto nur halb so lang wie die Verjährungsfristen im Fall Diaz sind. Im Fall Diaz stehen zahlreiche höchstrangige Beamte nebst einigen Zugführern und einem einfachen Polizisten wegen Vergehen vor Gericht, für die generell aufgrund der Schwere der Straftat eine Verjährungsfrist von 15 Jahren gilt. Im Fall Bolzaneto stehen einige Polizisten, zwei Carabinieri und Angehörige der Gefängnispolizei sowie der Sanitätsdienste im Justizvollzug wegen Vergehen unter Prozess, die zumindest nach dem Strafgesetzbuch weniger schwer wiegen und daher mit geringeren Verjährungsfristen versehen sind. Auf diese Weise steht es 15 zu 7 ½ - das heißt, im Fall Diaz läuft die Frist 15 Jahre nach Begehung der Straftat ab, während der Fristablauf im Fall Bolzaneto mit einer einzigen Ausnahme schon nach 7 ½ Jahren eintritt. Zieht Mensch die zum Januar 2006 bereits abgelaufenen 4 ½ Jahre ab, bleiben für Bolzaneto nur noch knapp drei Jahre ? wahrscheinlich viel zu kurz, um den Mindestdurchlauf zur Fortsetzung der Verfahren bis in die höchste Instanz zu schaffen. Dennoch wird der Weg nicht umsonst sein. Wenn alles gut geht, kommt es im Fall Bolzaneto noch gerade so zu einem Richterspruch in der jetzt laufenden ersten Instanz. Das würde wenigstens die Fortführung der Zivilklagen ermöglichen, die neben dem von der italienischen Staatsanwaltschaft geführten Strafverfahren laufen und derzeit in diesem integriert sind. Die Fortführung der Zivilklagen bedeutet immerhin, dass Entschädigungen erstritten werden können. Das ist nicht unwichtig, weil einige der damaligen Opfer ein Leben lang bleibende Schäden mit sich herum tragen müssen. Ob Zahnersatz, Behandlungen von chronischen Problemen in Folge der damals erlittenen Verletzungen oder Hilfe für eine nicht mehr wie früher mögliche Existenzsicherung: sollte die Strafverfolgung im Fall Bolzaneto strafrechtlich tatsächlich folgenlos bzw. mit einem Urteil zu einem Ende kommen, das für die Täter wegen Ablauf der Verjährungsfristen jenseits der Verurteilung selbst ohne konkrete Folgen bliebe, wäre immerhin - auf Grundlage der Erkenntnisse aus dem Strafverfahren - eine Fortsetzung der Zivilverfahren möglich, bei der eine Verurteilung der Täter bzw. der Ministerien, in deren Diensten diese standen zum Schadenserstaz möglich wäre. Zwei Anwältinnen, die in den Tagen von Genua auf der Straße Polizeigewalt augesetzt waren und ein Zivilverfahren eingeleitet hatten, waren in diesem Sinne beispielsweise bereits erfolgreich. Im Fall Diaz könnte hingegen binnen 15 Jahren - also innerhalb der doppelten Zeit - durchaus die dritte Instanz erreicht werden, wodurch die so genannten strafrechtlichen Konsequenzen eine schon viel realistischere Chance haben. Jenseits von etwaigen Haft- und Geldstrafen geht es dabei nicht zuletzt darum, dass die Täter im Fall Diaz bei Verurteilung auch unwiderruflich aus dem Polizeidienst scheiden müssten. Unter denen, die es potenziell treffen könnte, befinden sich etliche Beamte, die in höchsten Ämtern sind, wie etwa Gianni Luperi und Francesco Gratteri. Der eine ist Vizechef der Antiterrorpolizei, der andere bedeckt ein ähnlich hohes Amt in der Abteilung "special ops". Hintergrund der kürzeren Verjährungsfristen im Fall Bolzaneto ist, wie gesagt, eine unterschiedliche ?Schwere? der Straftaten, obwohl die Untaten der Polizei in Bolzaneto denen, die in der Diaz-Schule von Polizisten verübt wurden in Nichts nachstehen. Sie kommt deshalb zustande, weil Italien keinen Folter- Paragraphen kennt, der Misshandlungen und Terror, wie sie in Bolzaneto stattgefunden haben, angemessen ahndet, obwohl Italien auf der betreffenden Ebene sämtliche entsprechende internationalen Konventionen unterschrieben hat. In Sachen Terror und Gewalt geht es in Bolzaneto rechtlich also ?nur? um gefährliche Körperverletzung und so etwas wie Nötigung, die eben so eingestuft sind, dass die Verjährungsfrist nur kurz ist. Soviel zur jetzigen Situation, mit der kaum ein Mensch noch zu rechnen wagte. Während im Fall Bolzaneto inzwischen schon seit Wochen die Zeugenvernehmungen stattfinden, gehen diese im Fall Bolzaneto erst in diesen Tagen an den Start. Mit Hilfe der Zeugenaussagen werden sich die Richter in den nächsten Monaten bzw. Jahren - zumindest teilweise - ein Bild dessen machen, was sich damals in Genua abgespielt hat. Sofern sich schon eine erste Einschätzung abgeben lässt, könnte es sein, dass sich etwas wiederholt, das den seinerzeit über Jahre ermittelnden Staatsanwälten widerfahren ist. Diese mussten eines Tages feststellen, dass die Aussagen der beschuldigten Polizisten oder von solchen, die als Zeugen gehört wurden, nur so vor Widersprüchen strotzten, während die Aussagen der Opfer der Untaten in Schule und Kaserne, die aus allen Erdteilen kamen, in verschiedenen Staaten und Städten lebten und sich weitestgehend nicht untereinander kannten, aufs eindrucksvollste immer wieder genau gleiche Abläufe schilderten. Mit Sicherheit wird sich zutragen, dass die Verteidigung der Ordnungshüter, die vor Gericht stehen versuchen, die Aussagen der Zeugen in Frage zu stellen. Die Kraft dessen, was die Zeugen wissen, weil der Horror von dem die Rede sein wird vielmehr ganz wahrhaftig jedem einzelnen von ihnen wirklich passiert ist, dürfte aber weit stärker sein, egal wie sehr diese Verteidigung versucht, noch irgendetwas zu retten. Das ist auch gut so, weil nicht viel für ein besseres Klima rund um Genua in der italienischen Landschaft spricht. Gerüchte, dass Genua nach Jahren des Schweigens, während denen bestenfalls wiederholte Versuche erfolgten, die damaligen Protestierenden zu kriminalisieren, wieder Thema werden könnte, weil Wahlkampf ist und die Linksdemokraten bei einer etwaigen Machtübernahme sogar eine Untersuchungskommission einrichten wollen, dürfen getrost nicht allzu ernst genommen werden, weil sie eher unrealistisch sind. Eine erhoffte Wende in der Art und Weise, wie Genua in der gesellschaftlichen Debatte, in Politik und Medien dargestellt wird, ist eigentlich wirklich nicht zu erwarten. Das, was eher zutrifft ist, dass es Menschen (wie die Eltern von Carlo Giuliani) und Kreise gibt, welche seit Längerem die Einrichtung von einer unabhängigen Untersuchungskommission fordern, die nicht zuletzt der Ermittlung der politisch Verantwortlichen in Regierung und Polizei dienen soll. Im Besonderen haben auch Angehörige des ?zivilgesellschaftlichen? Flügels dessen, was bleibt an Zusammenhängen, die sich noch für Genua engagieren, seit ewig quasi an den eigenen Pappenheimern in der linksliberalen Landschaft gearbeitet, um ihnen Versprechen abzutrotzen, dass sie, wenn Mittelinks an die Macht kommt, so etwas in die Richtung unterstützen werden. Das aus ihrer Sicht sicher gut gemeinte und auch schlüssige Vorhaben dürfte, bei allen errungenen Versprechen, allerdings weit davon entfernt sein, Realität zu werden. Es ist, wie es ist: Ein Paar Leute, die bei Regierungswechsel als Persönlichkeiten im Parteienbündnis, das am 9. April gegen Berlusconi antritt eine gewisse Rolle spielen, haben im Laufe der Zeit etwas versprochen, das sie bei den eigenen Leuten aber, wenn die Zeit gekommen sein wird, eigentlich nur mit Mühe durchsetzen können werden. Möglicherweise müssen jene, die so sehr darauf gesetzt hatten, nicht einmahl den Wahlausgang abwarten, um zu sehen, ob auf Worte Taten folgen. Wie bekannt, hatte es geheißen, sie hätten es immerhin geschafft, die Einrichtung einer unabhängigen Untersuchungskommission in die Wahlprogramme von Prodi und Bertinotti zu hieven. Das hat sich offenbar für 's erste zerschlagen. Als am 10. Januar der aktuelle Entwurf des Wahlprogramms des Bündnisses um Prodi und Bertinotti bekannt wurde, gab es sofort lautstarken Protest. Eine parteiübergreifende Kommission sollte auf der Grundlage eines im vergangenen Herbst von Udeur bis Rifondazione Comunista einheitlich abgesegneten Einheitsdokuments ein vollendetes Bündnisprogramm für die Wahlen schmieden, in welches die in jenem Einheitsdokument enthaltenen Programmpunkte, die zuvor in 14 thematisch sortierten runden Tischen parteiübergreifend erarbeitet worden waren, integriert werden sollten. Hierzu konstatierte die Zeitung ?Liberazione? am 11. Januar: ?Das Dokument, bzw. der ?Entwurf?, ist durch die Bank so: Hier lässt es aus, dort streicht es, dort verdreht es?. Das gilt auch für Genua. Von Genua ist im besagten Entwurf offenbar nichts mehr zu finden. Rifondazione Comunista und die Grünen haben sofort sehr scharf protestiert ? natürlich grundsätzlich, d.h. nicht speziell wegen dem verschwundenen Programmpunkt zur Untersuchungskommission in Sachen Genua, weil es bei dem, was nicht mehr im Programmentwurf auftaucht, um weit mehr als nur darum geht. Der Protest dürfte aber nicht viel helfen: als im vergangenen Herbst Vorwahlen zum Bündnis gegen Berlusconi stattfanden, stellten sich wieder Erwarten gut vier Millionen Menschen an, um kund zu tun, dass sie beabsichtigen, ein Linksbündnis zu wählen, damit Berlusconi endlich verschwindet. Es waren so viele, dass es nicht einmal genug Stimmzettel gab. Bertinotti blieb damals allerdings mit 14,7 gegen 74,1% weit hinter Prodi zurück. Der wohnte zwar selbst der Tagung bei, auf der vereinbart wurde, dass eine Kommission die Ergebnisse der runden Tische in das Bündnisprogramm integrieren sollte. De facto hat aber sein enger Gefolgsmann Papini dann für eine extreme inhaltliche Verschiebung zur Mitte gesorgt, durch die nun aus dem Programm allerhand verschwunden ist oder "angepasst" wurde. Das werden Bertinotti und Grüne vermutlich kaum noch gerade biegen können. ?Liberazione? betont, bei aller Kritik des Entwurfs, es handle sich dabei ersteinmal bloß um einen solchen und dass sich also noch etwas ändern könnte. In Sachen Genua und nicht nur dürfte es aber nicht einmal dann besser aussehen, wenn das eine oder andere im endgültigen Wahlprogramm doch noch eine fairere Berücksichtigung finden würde. Die Frage ist ja immer, wieviel eine Partei sich an ihr Wahlprogramm hält, wenn 's einmal geschafft ist: Niemand, der politisch aufgeweckt und sonst halbwegs bei Trost ist, rechnet in Italien bei einer etwaigen Machtübernahme des Bündnisses um Prodi nach den Wahlen am 9. April wirklich mit einer merklich milderen, gar kritischeren Politik. Dazu sind die Erfahrungen aus der Vergangenheit einfach zu schlecht... und auch der Umgang der Politiker von Prodi-Trupp bis DS in Bezug auf den brandaktuellen, wirklich megastarken, landesweit superbejahten Widerstand gegen eine Hochgeschwindigkeitsbahn in einem Alpental bei Turin (Val di Susa), kann keine anders lautende Hoffnung erwecken. Wie die Mittelinks-Vorsteher von Prodi bis Fassino (Ein DS, also ein Linksdemokrat, der sogar aus besagtem Tal stammt) mit der zuletzt im Susatal wiederholt aufgetretenen Polizeigewalt und der drastischen militärischen und polizeilichen Besetzung des Territoriums in Zusammenhang mit jenem Aufsehen erregenden Widerstand im Turiner Hinterland umgehen, zeigt zum Beispiel unmissverständlich, dass die Linksliberalen und erst recht die Bündnispartner vom linken Flügel der Mitte weiterhin für nen reichlich strammen innenpolitischen Kurs stehen. Das ist aber, genauer gesehen, nichts Besonderes. Auch Rot-Grün hat innenpolitisch ja nicht gerade liberaler als Schwarz gehandelt. Nichts spricht dafür, dass es in Italien anders laufen sollte. Dagegen, dass Genua als Wahlkampf-Thema dafür sorgen könnte, dass die laufenden Verfahren wieder ? und möglichst ?anders? als bisher - Gegenstand einer echten gesellschaftlichen Auseinandersetzung werden, spricht aber auch noch etwas anderes, das unter kritischen und erst recht linken Beobachtern der aktuellen Entwicklungen eigentlich nicht ohne Berücksichtigung bleiben sollte: Die damaligen G8 Sicherheitsstrukturen von internationalem Lagezentrum bis Rote Zone samt Vorarbeiten von Schwarze Listen Transfers bis Black Bloc Propaganda kamen nämlich UNTER DEN LINKSDEMOKRATEN zustande - und das klein-Genua einschließlich eines klein-Bolzaneto in Neapel am 11. März 2001 fand sogar komplett, also nicht nur als Konzept, sondern auch unmittelbar als Einsatz, unter einer linksdemokratischen Regierung statt. Berlusconi kam seinerzeit erst kurz vor dem G8 auf seinen Sessel. Dies ganz objektiv, auch wenn er und seine Partner deshalb nicht bessere Menschen sind und in den wenigen Wochen unter Berlusconi vor Genua durchaus noch manches passierte. Gerade jenes klein-Genua in Neapel und Genua selbst könnten jedenfalls für einige Komponenten des jetzigen Wahlbündnisses gegen den Chef von Forza Italia durchaus einen möglichen Grund darstellen, um - Wahlkampf und Druck von Rifondazione Comunista, zivilgesellschaftlichen Gruppen und Bewegungen hin oder her - nicht wirklich auf Genua setzen zu wollen, weil wohl oder übel zuviele der eigenen Leute angesichts dieser Tatsachen ja irgendwie darin verstrickt sein müssen. [indymedia.de, von nichtsowichtig - 14.01.2006 00:42] ------------------------------------------------------------------------ -- gipfelsoli infogruppe Newsletter mit Nachrichten über Mobilisierungen, Debatten und Repression im Zusammenhang mit Gipfelprotesten. 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Eine musikalische Reise durch Argentinien, Peru, Bolivien, Ecuador, Uruguay, Kolumbien, Venezuela und Chile. Mehr Info: http://venezuela-info.net/article.php?id=3737&rid=0 ----------------------------------------------------------- Aktuelle Artikel ----------------------------------------------------------- Argentinien, Brasilien und Venezuela als Achse des Terrors Rechte Verleumdung und Rassismus am Beispiel von vcrises.com http://venezuela-info.net/article.php?id=3738&rid=217 ----------------------------------------------------------- Koka für alle! Boliviens neuer Präsident Evo Morales gilt in den Anden als Held und in den USA als Terrorist DIE ZEIT, 21.12.2005 http://www.zeit.de/2005/52/Morales ----------------------------------------------------------- USA verhindern spanische Flugzeuglieferung an Venezuela Washington befürchtet Missbrauch Die USA haben eine Lieferung von spanischen Militärflugzeugen im Wert von 500 Millionen Euro an Venezuela verhindert, weil die Maschinen für Kriegszwecke missbraucht werden könnten. Die Regierungen in Caracas und Madrid haben die Befürchtungen Washingtons zurückgewiesen. NZZ Online, 13.01.2006 http://www.nzz.ch/2006/01/13/al/newzzEIEMPFO0-12.html ----------------------------------------------------------- Chávez, der Held der Podien Beim Sozialforum in Caracas ist Venezuelas Präsident allgegenwärtig - als Vorbild und auch als Teilnehmer. 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Ein Gespräch mit Eugenio Suaréz Pérez jungewelt.de, 13.01.2006 http://www.jungewelt.de/2006/01-13/021.php ================================================ 17 Venezuela News von: office at venezuela-info.net ================================================ ----------------------------------------------------------- POLITICS ----------------------------------------------------------- Chavez Welcomes Morales` Victory in Bolivia Wednesday, Dec 21, 2005 The election of Evo Morales as President of Bolivia last Sunday marks the beginning of a new era, said Venezuela`s President Hugo Chavez in a letter to Morales. According to Chavez, Bolivians had to wait 500 years until they were finally able to have an Aymara Indian as President and this represents, `a real and true historical vindication,` said Chavez. http://www.venezuelanalysis.com/news.php?newsno=1852 ----------------------------------------------------------- Foreign Policy Fantasies About Venezuela Monday, Jan 02, 2006 Foreign Policy cover story: `Hugo Boss: `How Chavez is refashioning dictatorship for a democratic age.` The article is much worse than Eidelson describes it, as will be seen below. The idea that Venezuela is a dictatorship is absurd, as anyone who has been there in the last six years can attest to. http://www.venezuelanalysis.com/articles.php?artno=1642 ----------------------------------------------------------- Venezuela to Aid Bolivia`s New President Morales Wednesday, Jan 04, 2006 `I feel like I have my first cabinet here in Venezuela,` said Bolivia`s president-elect Evo Morales half-jokingly during his visit with Venezuela`s President Hugo Chavez today. `You will also have a cabinet in Bolivia,` said Morales to Chavez. http://www.venezuelanalysis.com/news.php?newsno=1859 ----------------------------------------------------------- Venezuelan Government Workers to Receive Raises Wednesday, Jan 18, 2006 Venezuela?Ongoing negotiations between the National Workers Union (UNT) and the government have resulted in the agreement on a multi- tiered raise system for government salary increases this year, announced Chavez this past Sunday, during his weekly television program, Aló Presidente. http://www.venezuelanalysis.com/news.php?newsno=1872 ----------------------------------------------------------- Chavez Summarizes Accomplishments of 2005 and Accuses U.S. of Interference in Venezuela Monday, Jan 16, 2006 In his annual speech to the nation and to the National Assembly, last Friday, Venezuela`s President Hugo Chavez summarized his government`s accomplishments of 2005, outlined plans for the near future, and lambasted the U.S. government for its imperial ambitions and its efforts to interfere in Venezuelan affairs. http://www.venezuelanalysis.com/news.php?newsno=1870 ----------------------------------------------------------- Venezuela Launches Social Mission Aimed at Helping the Most Vulnerable Monday, Jan 16, 2006 Saturday, the Venezuelan government made good on its Christmas eve promise to launch a new social mission dedicated to empowering traditionally excluded groups, reports the Venezuelan government`s Agencia Bolivariana de Noticias. http://www.venezuelanalysis.com/news.php?newsno=1869 ----------------------------------------------------------- Venezuela to Buy Argentine Bonds, Backs IMF Payoff Wednesday, Dec 21, 2005 Caracas, Venezuela, December 21, 2005?Latin America takes another step away from the IMF and toward regional integration, with Argentine President Nestor Kirchner`s statement to Argentine daily El Clarín that Venezuela was to buy $2.4 billion of Argentine debt in the next few months. http://www.venezuelanalysis.com/news.php?newsno=1853 ----------------------------------------------------------- Exxon gibt Anteil an Ölfeld in Venezuela ab ftd.de, Jan 04, 2006 Im Streit um die Kontrolle von Erdölfeldern in Venezula hat sich der weltgrößte Energiekonzern Exxon Mobil dem Druck der Chávez-Regierung gebeugt. ExxonMobil trennt sich von seinem 25-Prozent-Anteil des Erdölfeldes Qiamare La Ceiba und verkauft es an den spanischen Anbieter Repsol YPF. http://www.boerse-online.de/tools/ftd/828330.html ----------------------------------------------------------- Venezuela: As the River Flows Thursday, Jan 05, 2006 If you navigate far enough down the Orinoco river in Venezuela to no- man`s-land, between cotton fields, wide river banks, dancing dolphins, piranhas and the vast unknown, you`ll find Capuchino. Founded some time ago, named after some guy, last-name `Capuchino`, (not the frothy coffee), this little pueblo is truly the land of the forgotten. http://www.venezuelanalysis.com/articles.php?artno=1646 ----------------------------------------------------------- Venezuela`s Bolivarian Movement: Its Promise and Perils Wednesday, Jan 04, 2006 Venezuela today, under its democratically elected President, Hugo Chavez Frias, is imbued with the spirit of Bolivarianism. http://www.venezuelanalysis.com/articles.php?artno=1645 ================================================ 18 "In der syrischen Baath-Partei wächst die Angst" von: wadi.wien at gmx.at ================================================ Heute, um 16:00, wird der Generalsekretär der linken kurdisch-syrischen Azadi-Partei, Kheyreddin Murad, in der Lindengasse 40, 1070 Wien, über die Situation der Kurden und der antiba'thistischen Bewegung in Syrien berichten. http://www.wadinet.at/Termine/index.php ------------------------------------------------------------------- In der heutigen Presse erschien folgendes Interview mit ihm: http://www.diepresse.com/Artikel.aspx?channel=p&ressort=a&id=533557 "In der syrischen Baath-Partei wächst die Angst" VON WIELAND SCHNEIDER (Die Presse) 21.01.2006 Syriens Kurden-Führer Kheyreddin Murad über den Kampf für mehr Rechte und das Vorbild Irak. WIEN. Aus den Worten von Kheyreddin Murad klingt Bitterkeit: "Wenn sich ein Kurde und ein Araber um einen Arbeitsplatz bewerben, erhält der Araber den Vorzug. Wenn ein Kurde eine höhere Schule besuchen will, braucht er eine Genehmigung des Geheimdienstes." Seit 35 Jahren kämpft Kheyreddin Murad für die Rechte der Kurden in Syrien. Und trotz jüngster Versprechen des Regimes scheint sich nichts zu verbessern - im Gegenteil: "Die Lage der Kurden in Syrien verschlechtert sich immer mehr", berichtet Murad, Generalsekretär der linken "Kurdischen Azadi Partei", der "Presse". 1962 hatte Damaskus rund 200.000 Kurden die Staatsbürgerschaft entzogen. Im Juni vergangenen Jahres sagte die regierende Baath-Partei zu, diesen Schritt endlich rückgängig zu machen. "Das ist bis heute nicht geschehen", klagt Murad. Das syrische Regime stehe unter wachsendem ausländischen Druck, so der Azadi-Generalsekretär. Und den gebe es nach innen weiter. Eine UN-Untersuchungskommission wirft Damaskus vor, in den Mord an Libanons Ex-Premier Rafik Hariri verwickelt zu sein. Die Ermittler wollen sogar Präsident Bashar al-Assad höchstpersönlich in der Causa befragen. Einen schweren Schlag haben Assad auch die Enthüllungen seines einstigen Kronprinzen Abdel Halim Khaddam versetzt. Der Ex-Vizepräsident, der jetzt im Exil lebt, hatte Assad Ende Dezember vorgeworfen, den Mord an Hariri befohlen zu haben. Zudem kündigte er an, auf ein Ende des derzeitigen Regimes hinzuarbeiten. "Khaddams Aussage hat großen Eindruck auf die syrische Bevölkerung gemacht", meint Murad. "Das Volk will derzeit aber keine neue Regierung, sondern mehr Demokratie, Menschenrechte und Meinungsfreiheit. Ob die Baath-Partei langfristig an der Macht bleibt, hängt deshalb davon ab, ob sie auf das Volk hört." Besonders beunruhigt sei Damaskus über eine "irakische Vorbildwirkung". In Irak gebe es jetzt freie Wahlen und eine freie Presse. Die Kurden im Norden des Landes hätten bewiesen, dass sie fähig sind, Verantwortung zu übernehmen. "Die Baath-Partei hat deshalb Angst." Auch "Azadi" verlangt Autonomie der Kurden innerhalb Syriens - als langfristiges Projekt. Zunächst will man erreichen, dass die Kurden, die zwischen zehn und fünfzehn Prozent der Bevölkerung ausmachen, als zweite Nation neben den Arabern anerkannt werden. "Wir führen unseren Kampf ohne militärische Mittel - mit Protesten", sagt Murad. So auch Anfang Juni, als hunderte Kurden in der Stadt Kameshli auf die Straße gingen. Dutzende wurden damals verhaftet, viele sitzen noch immer im Gefängnis. Vortrag von Kheyreddin Murad am 21.01. um 16 Uhr im Grünen Haus, Lindengasse 40, 1070 Wien. Die Presse, 21.1.2006 ------------------------------------------------------------------- -- WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit e-mail: wadi.wien at gmx.at website: www.wadinet.at Tel.: 0699-11365509 Postfach 105 A-1181 Wien Spendenkonto in Österreich: Kontonummer 07.405.301 Evangelische Kreditgenossenschaft eG BLZ 31800 ================================================ 19 What I heard about Iraq von: hx65 at dial.pipex.com ================================================ What I Heard about Iraq Eliot Weinberger In 1992, a year after the first Gulf War, I heard Dick Cheney, then secretary of defense, say that the US had been wise not to invade Baghdad and get ?bogged down in the problems of trying to take over and govern Iraq?. I heard him say: ?The question in my mind is how many additional American casualties is Saddam worth? And the answer is: not that damned many.? In February 2001, I heard Colin Powell say that Saddam Hussein ?has not developed any significant capability with respect to weapons of mass destruction. He is unable to project conventional power against his neighbours.? That same month, I heard that a CIA report stated: ?We do not have any direct evidence that Iraq has used the period since Desert Fox to reconstitute its weapons of mass destruction programmes.? In July 2001, I heard Condoleezza Rice say: ?We are able to keep his arms from him. His military forces have not been rebuilt.? On 11 September 2001, six hours after the attacks, I heard that Donald Rumsfeld said that it might be an opportunity to ?hit? Iraq. I heard that he said: ?Go massive. Sweep it all up. Things related and not.? I heard that Condoleezza Rice asked: ?How do you capitalise on these opportunities?? I heard that on 17 September the president signed a document marked top secret that directed the Pentagon to begin planning for the invasion and that, some months later, he secretly and illegally diverted $700 million approved by Congress for operations in Afghanistan into preparing for the new battle front. In February 2002, I heard that an unnamed ?senior military commander? said: ?We are moving military and intelligence personnel and resources out of Afghanistan to get ready for a future war in Iraq.? I heard the president say that Iraq is ?a threat of unique urgency?, and that there is ?no doubt the Iraqi regime continues to possess and conceal some of the most lethal weapons ever devised?. I heard the vice president say: ?Simply stated, there is no doubt that Saddam Hussein now has weapons of mass destruction.? I heard the president tell Congress: ?The danger to our country is grave. The danger to our country is growing. The regime is seeking a nuclear bomb, and with fissile material could build one within a year.? I heard him say: ?The dangers we face will only worsen from month to month and from year to year. To ignore these threats is to encourage them. Each passing day could be the one on which the Iraqi regime gives anthrax or VX nerve gas or, some day, a nuclear weapon to a terrorist ally.? I heard the president, in the State of the Union address, say that Iraq was hiding materials sufficient to produce 25,000 litres of anthrax, 38,000 litres of botulinum toxin, and 500 tons of sarin, mustard and nerve gas. I heard the president say that Iraq had attempted to purchase uranium ? later specified as ?yellowcake? uranium oxide from Niger ? and thousands of aluminium tubes ?suitable for nuclear weapons production?. I heard the vice president say: ?We know that he?s been absolutely devoted to trying to acquire nuclear weapons, and we believe he has, in fact, reconstituted nuclear weapons.? I heard the president say: ?Imagine those 19 hijackers with other weapons and other plans, this time armed by Saddam Hussein. It would take one vial, one canister, one crate slipped into this country to bring a day of horror like none we have ever known.? I heard Donald Rumsfeld say: ?Some have argued that the nuclear threat from Iraq is not imminent. I would not be so certain.? I heard the president say: ?America must not ignore the threat gathering against us. Facing clear evidence of peril, we cannot wait for the final proof ? the smoking gun ? that could come in the form of a mushroom cloud.? I heard Condoleezza Rice say: ?We don?t want the ?smoking gun? to be a mushroom cloud.? I heard the American ambassador to the European Union tell the Europeans: ?You had Hitler in Europe and no one really did anything about him. The same type of person is in Baghdad.? I heard Colin Powell at the United Nations say: ?They can produce enough dry biological agent in a single month to kill thousands upon thousands of people. Saddam Hussein has never accounted for vast amounts of chemical weaponry: 550 artillery shells with mustard gas, 30,000 empty munitions, and enough precursors to increase his stockpile to as much as 500 tons of chemical agents. Our conservative estimate is that Iraq today has a stockpile of between 100 and 500 tons of chemical-weapons agent. Even the low end of 100 tons of agent would enable Saddam Hussein to cause mass casualties across more than 100 square miles of territory, an area nearly five times the size of Manhattan.? I heard him say: ?Every statement I make today is backed up by sources, solid sources. These are not assertions. What we?re giving you are facts and conclusions based on solid intelligence.? I heard the president say: ?Iraq has a growing fleet of manned and unmanned aerial vehicles that could be used to disperse chemical or biological weapons across broad areas.? I heard him say that Iraq ?could launch a biological or chemical attack in as little as 45 minutes after the order is given?. I heard Tony Blair say: ?We are asked to accept Saddam decided to destroy those weapons. I say that such a claim is palpably absurd.? I heard the president say: ?We know that Iraq and al-Qaida have had high-level contacts that go back a decade. We?ve learned that Iraq has trained al-Qaida members in bomb-making and poisons and deadly gases. Alliance with terrorists could allow the Iraq regime to attack America without leaving any fingerprints.? I heard the vice president say: ?There?s overwhelming evidence there was a connection between al-Qaida and the Iraqi government. I am very confident there was an established relationship there.? I heard Colin Powell say: ?Iraqi officials deny accusations of ties with al-Qaida. These denials are simply not credible.? I heard Condoleezza Rice say: ?There clearly are contacts between al- Qaida and Saddam Hussein that can be documented.? I heard the president say: ?You can?t distinguish between al-Qaida and Saddam.? I heard Donald Rumsfeld say: ?Imagine a September 11th with weapons of mass destruction. It?s not three thousand ? it?s tens of thousands of innocent men, women and children.? I heard Colin Powell tell the Senate that ?a moment of truth is coming?: ?This is not just an academic exercise or the United States being in a fit of pique. We?re talking about real weapons. We?re talking about anthrax. We?re talking about botulinum toxin. We?re talking about nuclear weapons programmes.? I heard Donald Rumsfeld say: ?No terrorist state poses a greater or more immediate threat to the security of our people.? I heard the president, ?bristling with irritation?, say: ?This business about more time, how much time do we need to see clearly that he?s not disarming? He is delaying. He is deceiving. He is asking for time. He?s playing hide-and-seek with inspectors. One thing is for certain: he?s not disarming. Surely our friends have learned lessons from the past. This looks like a rerun of a bad movie and I?m not interested in watching it.? I heard that, a few days before authorising the invasion of Iraq, the Senate was told in a classified briefing by the Pentagon that Iraq could launch anthrax and other biological and chemical weapons against the eastern seaboard of the United States using unmanned aerial ?drones?. I heard Donald Rumsfeld say he would present no specific evidence of Iraqi weapons of mass destruction because it might jeopardise the military mission by revealing to Baghdad what the United States knows. * I heard the Pentagon spokesman call the military plan ?A-Day?, or ?Shock and Awe?. Three or four hundred cruise missiles launched every day, until ?there will not be a safe place in Baghdad,? until ?you have this simultaneous effect, rather like the nuclear weapons at Hiroshima, not taking days or weeks but in minutes.? I heard the spokesman say: ?You?re sitting in Baghdad and all of a sudden you?re the general and thirty of your division headquarters have been wiped out. You also take the city down. By that I mean you get rid of their power, water. In two, three, four, five days they are physically, emotionally and psychologically exhausted.? I heard him say: ?The sheer size of this has never been seen before, never contemplated.? I heard Major-General Charles Swannack promise that his troops were going to ?use a sledgehammer to smash a walnut?. I heard the Pentagon spokesman say: ?This is not going to be your father?s Persian Gulf War.? I heard that Saddam?s strategy against the American invasion would be to blow up dams, bridges and oilfields, and to cut off food supplies to the south so that the Americans would suddenly have to feed millions of desperate civilians. I heard that Baghdad would be encircled by two rings of the elite Republican Guard, in fighting positions already stocked with weapons and supplies, and equipped with chemical protective gear against the poison gas or germ weapons they would be using against the American troops. I heard Vice Admiral Lowell Jacoby tell Congress that Saddam would ?employ a ?scorched earth? strategy, destroying food, transportation, energy and other infrastructure, attempting to create a humanitarian disaster?, and that he would blame it all on the Americans. I heard that Iraq would fire its long-range Scud missiles ? equipped with chemical or biological warheads ? at Israel, to ?portray the war as a battle with an American-Israeli coalition and build support in the Arab world?. I heard that Saddam had elaborate and labyrinthine underground bunkers for his protection, and that it might be necessary to employ B61 Mod 11 nuclear ?bunker-buster? bombs to destroy them. I heard the vice president say that the war would be over in ?weeks rather than months?. I heard Donald Rumsfeld say: ?It could last six days, six weeks. I doubt six months.? I heard Donald Rumsfeld say there was ?no question? that American troops would be ?welcomed?: ?Go back to Afghanistan, the people were in the streets playing music, cheering, flying kites, and doing all the things that the Taliban and al-Qaida would not let them do.? I heard the vice president say: ?The Middle East expert Professor Fouad Ajami predicts that after liberation the streets in Basra and Baghdad are ?sure to erupt in joy?. Extremists in the region would have to rethink their strategy of jihad. Moderates throughout the region would take heart. And our ability to advance the Israeli- Palestinian peace process would be enhanced.? I heard the vice president say: ?I really do believe we will be greeted as liberators.? I heard Tariq Aziz, the Iraqi foreign minister, say: ?American soldiers will not be received by flowers. They will be received by bullets.? I heard that the president said to the television evangelist Pat Robertson: ?Oh, no, we?re not going to have any casualties.? I heard the president say that he had not consulted his father about the coming war: ?You know he is the wrong father to appeal to in terms of strength. There is a higher father that I appeal to.? I heard the prime minister of the Solomon Islands express surprise that his was one of the nations enlisted in the ?coalition of the willing?: ?I was completely unaware of it.? I heard the president tell the Iraqi people, on the night before the invasion began: ?If we must begin a military campaign, it will be directed against the lawless men who rule your country and not against you. As our coalition takes away their power we will deliver the food and medicine you need. We will tear down the apparatus of terror. And we will help you build a new Iraq that is prosperous and free. In a free Iraq there will be no more wars of aggression against your neighbours, no more poison factories, no more executions of dissidents, no more torture chambers and rape rooms. The tyrant will soon be gone. The day of your liberation is near.? I heard him tell the Iraqi people: ?We will not relent until your country is free.? * I heard the vice president say: ?By any standard of even the most dazzling charges in military history, the Germans in the Ardennes in the spring of 1940 or Patton?s romp in July of 1944, the present race to Baghdad is unprecedented in its speed and daring and in the lightness of casualties.? I heard Colonel David Hackworth say: ?Hey diddle diddle, it?s straight up the middle!? I heard the Pentagon spokesman say that 95 per cent of the Iraqi casualties were ?military-age males?. I heard an official from the Red Crescent say: ?On one stretch of highway alone, there were more than fifty civilian cars, each with four or five people incinerated inside, that sat in the sun for ten or fifteen days before they were buried nearby by volunteers. That is what there will be for their relatives to come and find. War is bad, but its remnants are worse.? I heard the director of a hospital in Baghdad say: ?The whole hospital is an emergency room. The nature of the injuries is so severe ? one body without a head, someone else with their abdomen ripped open.? I heard an American soldier say: ?There?s a picture of the World Trade Center hanging up by my bed and I keep one in my Kevlar. Every time I feel sorry for these people I look at that. I think: ?They hit us at home and now it?s our turn.?? I heard about Hashim, a fat, ?painfully shy? 15-year-old, who liked to sit for hours by the river with his birdcage, and who was shot by the 4th Infantry Division in a raid on his village. Asked about the details of the boy?s death, the division commander said: ?That person was probably in the wrong place at the wrong time.? I heard an American soldier say: ?We get rocks thrown at us by kids. You wanna turn around and shoot one of the little fuckers, but you know you can?t do that.? I heard the Pentagon spokesman say that the US did not count civilian casualties: ?Our efforts focus on destroying the enemy?s capabilities, so we never target civilians and have no reason to try to count such unintended deaths.? I heard him say that, in any event, it would be impossible, because the Iraqi paramilitaries were fighting in civilian clothes, the military was using civilian human shields, and many of the civilian deaths were the result of Iraqi ?unaimed anti-aircraft fire falling back to earth?. I heard an American soldier say: ?The worst thing is to shoot one of them, then go help him,? as regulations require. ?Shit, I didn?t help any of them. I wouldn?t help the fuckers. There were some you let die. And there were some you double-tapped. Once you?d reached the objective, and once you?d shot them and you?re moving through, anything there, you shoot again. You didn?t want any prisoners of war.? I heard Anmar Uday, the doctor who had cared for Private Jessica Lynch, say: ?We heard the helicopters. We were surprised. Why do this? There was no military. There were no soldiers in the hospital. It was like a Hollywood film. They cried ?Go, go, go,? with guns and flares and the sound of explosions. They made a show: an action movie like Sylvester Stallone or Jackie Chan, with jumping and shouting, breaking down doors. All the time with cameras rolling.? I heard Private Jessica Lynch say: ?They used me as a way to symbolise all this stuff. It hurt in a way that people would make up stories that they had no truth about.? Of the stories that she had bravely fought off her captors, and suffered bullet and stab wounds, I heard her say: ?I?m not about to take credit for something I didn?t do.? Of her dramatic ?rescue?, I heard her say: ?I don?t think it happened quite like that.? I heard the Red Cross say that casualties in Baghdad were so high that the hospitals had stopped counting. I heard an old man say, after 11 members of his family ? children and grandchildren ? were killed when a tank blew up their minivan: ?Our home is an empty place. We who are left are like wild animals. All we can do is cry out.? As the riots and looting broke out, I heard a man in the Baghdad market say: ?Saddam Hussein?s greatest crime is that he brought the American army to Iraq.? As the riots and looting broke out, I heard Donald Rumsfeld say: ?It?s untidy, and freedom?s untidy.? And when the National Museum was emptied and the National Library burned down, I heard him say: ?The images you are seeing on television you are seeing over, and over, and over, and it?s the same picture of some person walking out of some building with a vase, and you see it twenty times, and you think: ?My goodness, were there that many vases? Is it possible that there were that many vases in the whole country??? I heard that 10,000 Iraqi civilians were dead. * I heard Colin Powell say: ?I?m absolutely sure that there are weapons of mass destruction there and the evidence will be forthcoming. We?re just getting it now.? I heard the president say: ?We?ll find them. It?ll be a matter of time to do so.? I heard Donald Rumsfeld say: ?We know where they are. They?re in the area around Tikrit and Baghdad, and east, west, south and north, somewhat.? I heard the US was building 14 ?enduring bases?, capable of housing 110,000 soldiers, and I heard Brigadier-General Mark Kimmitt call them ?a blueprint for how we could operate in the Middle East?. I heard that the US was building what would be its largest embassy anywhere in the world. I heard that it would only be a matter of months before Starbucks and McDonald?s opened branches in Baghdad. I heard that HSBC would have cash machines all over the country. I heard about the trade fairs run by New Bridges Strategies, a consulting firm that promised access to the Iraqi market. I heard one of its partners say: ?Getting the rights to distribute Procter & Gamble would be a gold mine. One well-stocked 7-Eleven could knock out 30 Iraqi stores. A Wal-Mart could take over the country.? On 1 May 2003, I heard the president, dressed up as a pilot, under a banner that read ?Mission Accomplished?, declare that combat operations were over: ?The battle of Iraq is one victory in a war on terror that began on 11 September 2001.? I heard him say: ?The liberation of Iraq is a crucial advance in the campaign against terror. We?ve removed an ally of al-Qaida, and cut off a source of terrorist funding. And this much is certain: no terrorist network will gain weapons of mass destruction from the Iraqi regime, because the regime is no more. In these 19 months that changed the world, our actions have been focused and deliberate and proportionate to the offence. We have not forgotten the victims of 11 September: the last phone calls, the cold murder of children, the searches in the rubble. With those attacks, the terrorists and their supporters declared war on the United States. And war is what they got.? On 1 May 2003, I heard that 140 American soldiers had died in combat in Iraq. I heard Richard Perle tell Americans to ?relax and celebrate victory?. I heard him say: ?The predictions of those who opposed this war can be discarded like spent cartridges.? I heard Lieutenant-General Jay Garner say: ?We ought to look in a mirror and get proud and stick out our chests and suck in our bellies and say: ?Damn, we?re Americans.?? And later I heard that I could buy a 12-inch ?Elite Force Aviator: George W. Bush? action figure: ?Exacting in detail and fully equipped with authentic gear, this limited-edition action figure is a meticulous 1:6 scale re-creation of the commander-in-chief?s appearance during his historic aircraft carrier landing. This fully poseable figure features a realistic head sculpt, fully detailed cloth flight suit, helmet with oxygen mask, survival vest, G-pants, parachute harness and much more.? I heard that Pentagon planners had predicted that US troop levels would fall to 30,000 by the end of the summer. * I heard that Paul Bremer?s first act as director of the Coalition Provisional Authority was to fire all senior members of the Baath Party, including 30,000 civil servants, policemen, teachers and doctors, and to dismiss all 400,000 soldiers of the Iraqi army without pay or pensions. Two million people were dependent on that income. Since America supports private gun ownership, the soldiers were allowed to keep their weapons. I heard that hundreds were being kidnapped and raped in Baghdad alone; that schools, hospitals, shops and factories were being looted; that it was impossible to restore the electricity because all the copper wire was being stolen from the power plants. I heard Paul Bremer say, ?Most of the country is, in fact, orderly,? and that all the problems were coming from ?several hundred hard-core terrorists? from al-Qaida and affiliated groups. As attacks on American troops increased, I heard the generals disagree about who was fighting: Islamic fundamentalists or remnants of the Baath Party or Iraqi mercenaries or foreign mercenaries or ordinary citizens taking revenge for the loss of loved ones. I heard the president and the vice president and the politicians and the television reporters simply call them ?terrorists?. I heard the president say: ?There are some who feel that conditions are such that they can attack us there. My answer is: bring them on! We have the force necessary to deal with the situation.? I heard that 25,000 Iraqi civilians were dead. I heard Arnold Schwarzenegger, then campaigning for governor, in Baghdad for a special showing to the troops of Terminator 3, say: ?It is really wild driving round here, I mean the poverty, and you see there is no money, it is disastrous financially and there is the leadership vacuum, pretty much like California.? I heard that the army was wrapping entire villages in barbed wire, with signs that read: ?This fence is here for your protection. Do not approach or try to cross, or you will be shot.? In one of those villages, I heard a man named Tariq say: ?I see no difference between us and the Palestinians.? I heard Captain Todd Brown say: ?You have to understand the Arab mind. The only thing they understand is force ? force, pride and saving face.? I heard that the US, as a gift from the American people to the Iraqi people, had committed $18.4 billion to the reconstruction of basic infrastructure, but that future Iraqi governments would have no say in how the money was spent. I heard that the economy had been opened to foreign ownership, and that this could not be changed. I heard that the Iraqi army would be under the command of the US, and that this could not be changed. I heard, however, that ?full authority? for health and hospitals had been turned over to the Iraqis, and that senior American health advisers had been withdrawn. I heard Tommy Thompson, secretary of health and human services, say that Iraq?s hospitals would be fine if the Iraqis ?just washed their hands and cleaned the crap off the walls?. I heard Colonel Nathan Sassaman say: ?With a heavy dose of fear and violence, and a lot of money for projects, I think we can convince these people that we are here to help them.? I heard Richard Perle say: ?Next year at about this time, I expect there will be a really thriving trade in the region, and we will see rapid economic development. And a year from now, I?ll be very surprised if there is not some grand square in Baghdad named after President Bush.? * I heard about Operation Ivy Cyclone. I heard about Operation Vigilant Resolve. I heard about Operation Plymouth Rock. I heard about Operation Iron Hammer, its name taken from Eisenhammer, the Nazi plan to destroy Soviet generating plants. I heard that air force regulations require that any airstrike likely to result in the deaths of more than 30 civilians be personally approved by the secretary of defense, and I heard that Donald Rumsfeld approved every proposal. I heard the marine colonel say: ?We napalmed those bridges. Unfortunately, there were people there. It?s no great way to die.? I heard the Pentagon deny they were using napalm, saying their incendiary bombs were made of something called Mark 77, and I heard the experts say that Mark 77 was another name for napalm. I heard a marine describe ?dead-checking?: ?They teach us to do dead- checking when we?re clearing rooms. You put two bullets into the guy?s chest and one in the brain. But when you enter a room where guys are wounded, you might not know if they?re alive or dead. So they teach us to dead-check them by pressing them in the eye with your boot, because generally a person, even if he?s faking being dead, will flinch if you poke him there. If he moves, you put a bullet in the brain. You do this to keep the momentum going when you?re flowing through a building. You don?t want a guy popping up behind you and shooting you.? I heard the president say: ?We?re rolling back the terrorist threat, not on the fringes of its influence but at the heart of its power.? When the death toll of American soldiers reached 500, I heard Brigadier-General Kimmitt say: ?I don?t think the soldiers are looking at arbitrary figures such as casualty counts as the barometer of their morale. They know they have a nation that stands behind them.? I heard an American soldier, standing next to his Humvee, say: ?We liberated Iraq. Now the people here don?t want us here, and guess what? We don?t want to be here either. So why are we still here? Why don?t they bring us home?? I heard Colin Powell say: ?We did not expect it would be quite this intense this long.? I heard Donald Rumsfeld say: ?We?re facing a test of will.? I heard the president say: ?We found biological laboratories. They?re illegal. They?re against the United Nations resolutions, and we?ve so far discovered two. And we?ll find more weapons as time goes on. But for those who say we haven?t found the banned manufacturing devices or banned weapons, they?re wrong, we found them.? I heard Tony Blair say: ?The remains of 400,000 human beings have been found in mass graves.? And I saw his words repeated in a US government pamphlet, Iraq?s Legacy of Terror: Mass Graves, and on a US government website which said this represented ?a crime against humanity surpassed only by the Rwandan genocide of 1994, Pol Pot?s Cambodian killing fields in the 1970s and the Nazi Holocaust of World War Two?. * I heard the president say: ?Today, on bended knee, I thank the Good Lord for protecting those of our troops overseas, and our Coalition troops and innocent Iraqis who suffer at the hands of some of these senseless killings by people who are trying to shake our will.? I heard that this was the first American president in wartime who had never attended a funeral for a dead soldier. I heard that photographs of the flag-draped coffins returning home were banned. I heard that the Pentagon had renamed body bags ?transfer tubes?. I heard a tearful George Bush Sr, speaking at the annual convention of the National Petrochemical and Refiners Association, say that it was ?deeply offensive and contemptible? the way ?elites and intellectuals? were dismissing ?the sowing of the seeds of basic human freedom in that troubled part of the world?. I heard him say: ?It hurts an awful lot more when it?s your son that is being criticised.? I heard the president?s mother say: ?Why should we hear about body bags and deaths? Why should I waste my beautiful mind on something like that?? I heard that 7 per cent of all American military deaths in Iraq were suicides, that 10 per cent of the soldiers evacuated to the army hospital in Landstuhl, Germany had been sent for ?psychiatric or behavioural health issues?, and that 20 per cent of the military was expected to suffer from post-traumatic stress disorder. I heard Brigadier-General Kimmitt deny that civilians were being killed: ?We run extremely precise operations focused on people we have intelligence on for crimes of violence against the Coalition and against the Iraqi people.? And later I heard him say that marines were being fired on from crowds containing women and children, and that the marines had fired back only in self-defence. I heard Donald Rumsfeld say that the fighting was the work of ?thugs, gangs and terrorists?. I heard General Richard Myers, chairman of the Joint Chiefs of Staff, say: ?It?s not a Shiite uprising. Muqtada al- Sadr has a very small following.? I heard that an unnamed ?intelligence official? had said: ?Hatred of the American occupation has spread rapidly among Shia, and is now so large that Mr Sadr and his forces represent just one element. Destroying his Mehdi Army might be possible only by destroying Sadr City.? Sadr City is the most populated part of Baghdad. I heard that, among the Sunnis, former Baath Party leaders and Saddam loyalists had been joined by Sunni tribal chiefs. I heard that there were now thirty separate militias in the country. I heard the television news reporters routinely refer to them as ?anti-Iraqi forces?. I heard that Paul Bremer had closed down a popular newspaper, Al Hawza, because of ?inaccurate reporting?. As Shias in Sadr City lined up to donate blood for Sunnis in Fallujah, I heard a man say: ?We should thank Paul Bremer. He has finally united Iraq ? against him.? I heard the president say: ?I wouldn?t be happy if I were occupied either.? * I heard Tony Blair say: ?Before people crow about the absence of weapons of mass destruction, I suggest they wait a bit.? I heard General Myers say: ?Given time, given the number of prisoners now that we?re interrogating, I?m confident that we?re going to find weapons of mass destruction.? I heard the president say: ?Prisoners are being taken, and intelligence is being gathered. Our decisive actions will continue until these enemies of democracy are dealt with.? I heard a soldier describe what they called ?bitch in a box?: ?That was the normal procedure for them when they wanted to soften up a prisoner: stuff them in the trunk for a while and drive them around. The hoods I can understand, and to have them cuffed with the plastic things ? that I could see. But the trunk episode ? I thought it was kind of unusual. It was like a sweatbox, let?s face it. In Iraq, in August, it?s hitting 120 degrees, and you can imagine what it was like in the trunk of a black Mercedes.? I heard a National Guardsman from Florida say: ?We had a sledgehammer that we would bang against the wall, and that would create an echo that sounds like an explosion that scared the hell out of them. If that didn?t work we would load a 9mm pistol, and pretend to be charging it near their head and make them think we were going to shoot them. Once you did that they did whatever you wanted them to do basically. The way we treated these men was hard even for the soldiers, especially after realising that many of these ?combatants? were no more than shepherds.? I heard a marine at Camp Whitehorse say: ?The 50/10 technique was used to break down EPWs and make it easier for the HET member to get information from them.? The 50/10 technique was to make prisoners stand for 50 minutes of the hour for ten hours with a hood over their heads in the heat. EPWs were ?enemy prisoners of war?. HETs were ?human exploitation teams?. I heard Captain Donald Reese, a prison warden, say: ?It was not uncommon to see people without clothing. I was told the ?whole nudity thing? was an interrogation procedure used by military intelligence, and never thought much about it.? I heard Donald Rumsfeld say: ?I have not seen anything thus far that says that the people abused were abused in the process of interrogating them or for interrogation purposes.? I heard Private Lynndie England, who was photographed in Abu Ghraib holding a prisoner on a leash, say: ?I was instructed by persons in higher rank to stand there, hold this leash, look at the camera, and they took pictures for PsyOps. I didn?t really, I mean, want to be in any pictures. I thought it was kind of weird.? Detainees 27, 30 and 31 were stripped of their clothing, handcuffed together nude, placed on the ground, and forced to lie on each other and simulate sex while photographs were taken. Detainee 8 had his food thrown in the toilet and was then ordered to eat it. Detainee 7 was ordered to bark like a dog while MPs spat and urinated on him; he was sodomised with a police stick while two female MPs watched. Detainee 3 was sodomised with a broom by a female soldier. Detainee 15 was photographed standing on a box with a hood on his head and simulated electrical wires were attached to his hands and penis. Detainees 1, 16, 17, 18, 23, 24 and 26 were placed in a pile and forced to masturbate while photographs were taken. An unidentified detainee was photographed covered in faeces with a banana inserted in his anus. Detainee 5 watched Civilian 1 rape an unidentified 15-year- old male detainee while a female soldier took photographs. Detainees 5 and 7 were stripped of their clothing and forced to wear women?s underwear on their heads. Detainee 28, handcuffed with his hands behind his back in a shower stall, was declared dead when an MP removed the sandbag from his head and checked his pulse. I heard Donald Rumsfeld say: ?If you are in Washington DC, you can?t know what?s going on in the midnight shift in one of those many prisons around the world.? * I heard that the Red Cross had to close its offices because it was too dangerous. I heard that General Electric and the Siemens Corporation had to close their offices. I heard that Médecins sans Frontières had to withdraw, and that journalists rarely left their hotels. I heard that, after their headquarters were bombed, most of the United Nations staff had gone. I heard that the cost of life insurance policies for the few remaining Western businessmen was $10,000 a week. I heard Tom Foley, director of Iraq Private Sector Development, say: ?The security risks are not as bad as they appear on TV. Western civilians are not the targets themselves. These are acceptable risks.? I heard the spokesman for Paul Bremer say: ?We have isolated pockets where we are encountering problems.? I heard that, no longer able to rely on the military for help, private security firms had banded together to form the largest private army in the world, with its own rescue teams and intelligence. I heard that there were 20,000 mercenary soldiers, now called ?private contractors?, in Iraq, earning as much as $2000 a day, and not subject to Iraqi or US military law. I heard that 50,000 Iraqi civilians were dead. I heard that, on a day when a car bomb killed three Americans, Paul Bremer?s last act as director of the Coalition Provisional Authority was to issue laws making it illegal to drive with only one hand on the steering wheel or to honk a horn when there was no emergency. I heard that the unemployment rate was now 70 per cent, that less than 1 per cent of the workforce was engaged in reconstruction, and that the US had spent only 2 per cent of the $18.4 billion approved by Congress for reconstruction. I heard that an official audit could not account for $8.8 billion of Iraqi oil money given to Iraqi ministries by the Coalition Provisional Authority. I heard the president say: ?Our Coalition is standing with responsible Iraqi leaders as they establish growing authority in their country.? I heard that, a few days before he became prime minister, Iyad Allawi visited a Baghdad police station where six suspected insurgents, blindfolded and handcuffed, were lined up against a wall. I heard that, as four Americans and a dozen Iraqi policemen watched, Allawi pulled out a pistol and shot each prisoner in the head. I heard that he said that this is how we must deal with insurgents. On 28 June 2004, with the establishment of an interim government, I heard the vice president say: ?After decades of rule by a brutal dictator, Iraq has been returned to its rightful owners, the people of Iraq.? This was the military summary for an ordinary day, 22 July 2004, a day that produced no headlines: ?Two roadside bombs exploded next to a van and a Mercedes in separate areas of Baghdad, killing four civilians. A gunman in a Toyota opened fire on a police checkpoint and escaped. Police wounded three gunmen at a checkpoint and arrested four men suspected of attempted murder. Seven more roadside bombs exploded in Baghdad and gunmen twice attacked US troops. Police dismantled a car bomb in Mosul and gunmen attacked the Western driver of a gravel truck at Tell Afar. There were three roadside bombings and a rocket attack on US troops in Mosul and another gun attack on US forces near Tell Afar. At Taji, a civilian vehicle collided with a US military vehicle, killing six civilians and injuring seven others. At Bayji, a US vehicle hit a landmine. Gunmen murdered a dentist at the Ad Dwar hospital. There were 17 roadside bomb explosions against US forces in Taji, Baquba, Baqua, Jalula, Tikrit, Paliwoda, Balad, Samarra and Duluiyeh, with attacks by gunmen on US troops in Tikrit and Balad. A headless body in an orange jumpsuit was found in the Tigris; believed to be Bulgarian hostage Ivalyo Kepov. Kirkuk air base attacked. Five roadside bombs on US forces in Rutbah, Kalso and Ramadi. Gunmen attacked Americans in Fallujah and Ramadi. The police chief of Najaf was abducted. Two civilian contractors were attacked by gunmen at Haswah. A roadside bomb exploded near Kerbala and Hillah. International forces were attacked by gunmen at al-Qurnah.? * I heard the president say: ?You can embolden an enemy by sending a mixed message. You can dispirit the Iraqi people by sending mixed messages. That?s why I will continue to lead with clarity and in a resolute way.? I heard the president say: ?Today, because the world acted with courage and moral clarity, Iraqi athletes are competing in the Olympic Games.? Iraq had sent teams to the previous Olympics. And when the president ran a campaign advertisement with the flags of Iraq and Afghanistan and the words ?at this Olympics there will be two more free nations ? and two fewer terrorist regimes,? I heard the Iraqi coach say: ?Iraq as a team does not want Mr Bush to use us for the presidential campaign. He can find another way to advertise himself.? I heard their star midfielder say that if he weren?t playing soccer he?d be fighting for the resistance in Fallujah: ?Bush has committed so many crimes. How will he meet his god having slaughtered so many men and women?? I heard an unnamed ?senior British army officer? invoke the Nazis to describe what he saw: ?My view and the view of the British chain of command is that the Americans? use of violence is not proportionate and is over-responsive to the threat they are facing. They don?t see the Iraqi people the way we see them. They view them as Untermenschen. They are not concerned about the Iraqi loss of life. As far as they are concerned, Iraq is bandit country and everybody is out to kill them. It is trite, but American troops do shoot first and ask questions later.? I heard Makki al-Nazzal, who was managing a clinic in Fallujah, say, in unaccented English: ?I have been a fool for 47 years. I used to believe in European and American civilisation.? I heard Donald Rumsfeld say: ?We never believed that we?d just tumble over weapons of mass destruction.? I heard Condoleezza Rice say: ?We never expected we were going to open garages and find them.? I heard Donald Rumsfeld say: ?They may have had time to destroy them, and I don?t know the answer.? I heard Richard Perle say: ?We don?t know where to look for them and we never did know where to look for them. I hope this will take less than two hundred years.? * I heard the president say: ?I know what I?m doing when it comes to winning this war.? I heard the president say: ?I?m a war president.? I heard that 1000 American soldiers were dead and 7000 wounded in combat. I heard that there was now an average of 87 attacks on US troops a day. I heard Condoleezza Rice say: ?Not everything has gone as we would have liked it to.? I heard Colin Powell say: ?We did miscalculate the difficulty.? I heard an unnamed ?senior US diplomat in Baghdad? say: ?We?re dealing with a population that hovers between bare tolerance and outright hostility. This idea of a functioning democracy is crazy. We thought there would be a reprieve after sovereignty, but all hell is breaking loose.? I heard Major Thomas Neemeyer say: ?The only way to stomp out the insurgency of the mind would be to kill the entire population.? I heard the CNN reporter near the tomb of Ali in Najaf say: ?Everything outside of the mosque seems to be totalled.? I heard Khudeir Salman, who sold ice from a donkey cart in Najaf, say he was giving up after marine snipers had killed his friend, another ice-seller: ?I found him this morning. The sniper shot his donkey too. Even the ambulance drivers are too scared to get the body.? I heard the vice president say: ?Such an enemy cannot be deterred, cannot be contained, cannot be appeased, or negotiated with. It can only be destroyed. And that is the business at hand.? I heard a ?senior American commander? say: ?We need to make a decision on when the cancer of Fallujah needs to be cut out.? I heard Major-General John Batiste, outside Samarra, say: ?It?ll be a quick fight and the enemy is going to die fast. The message for the people of Samarra is: peacefully or not, this is going to be solved.? I heard Brigadier-General Kimmitt say: ?Our patience is not eternal.? I heard the president say: ?America will never be run out of Iraq by a bunch of thugs and killers.? I heard about the wedding party that was attacked by American planes, killing 45 people, and the wedding photographer who videotaped the festivities until he himself was killed. And though the tape was shown on television, I heard Brigadier-General Kimmitt say: ?There was no evidence of a wedding. There may have been some kind of celebration. Bad people have celebrations, too.? I heard an Iraqi man say: ?I swear I saw dogs eating the body of a woman.? I heard an Iraqi man say: ?We have at least 700 dead. So many of them are children and women. The stench from the dead bodies in parts of the city is unbearable.? I heard Donald Rumsfeld say: ?Death has a tendency to encourage a depressing view of war.? * On the occasion of Iyad Allawi?s visit to the United States, I heard the president say: ?What?s important for the American people to hear is reality. And the reality is right here in the form of the prime minister.? Asked about ethnic tensions, I heard Iyad Allawi say: ?There are no problems between Shia and Sunnis and Kurds and Arabs and Turkmen. Usually we have no problems of an ethnic or religious nature in Iraq.? I heard him say: ?There is nothing, no problem, except in a small pocket in Fallujah.? I heard Colonel Jerry Durrant say, after a meeting with Ramadi tribal sheikhs: ?A lot of these guys have read history, and they said to me the government in Baghdad is like the Vichy government in France during World War Two.? I heard a journalist say: ?I am housebound. I leave when I have a very good reason to and a scheduled interview. I avoid going to people?s homes and never walk in the streets. I can?t go grocery shopping any more, can?t eat in restaurants, can?t strike up a conversation with strangers, can?t look for stories, can?t drive in anything but a full armoured car, can?t go to scenes of breaking news stories, can?t be stuck in traffic, can?t speak English outside, can?t take a road trip, can?t say ?I?m an American,? can?t linger at checkpoints, can?t be curious about what people are saying, doing, feeling.? I heard Donald Rumsfeld say: ?It?s a tough part of the world. We had something like 200 or 300 or 400 people killed in many of the major cities of America last year. What?s the difference? We just didn?t see each homicide in every major city in the United States on television every night.? I heard that 80,000 Iraqi civilians were dead. I heard that the war had already cost $225 billion and was continuing at the rate of $40 billion a month. I heard there was now an average of 130 attacks on US troops a day. I heard Captain John Mountford say: ?I just wonder what would have happened if we had worked a little more with the locals.? I heard that, in the last year alone, the US had fired 127 tons of depleted uranium (DU) munitions in Iraq, the radioactive equivalent of approximately ten thousand Nagasaki bombs. I heard that the widespread use of DU in the first Gulf War was believed to be the primary cause of the health problems suffered by its 580,400 veterans, of whom 467 were wounded during the war itself. Ten years later, 11,000 were dead and 325,000 on medical disability. DU carried in semen led to high rates of endometriosis in their wives and girlfriends, often requiring hysterectomies. Of soldiers who had healthy babies before the war, 67 per cent of their postwar babies were born with severe defects, including missing legs, arms, organs or eyes. I heard that 380 tons of HMX (high melting point explosive) and RDX (rapid detonation explosive) were missing from al-Qaqaa, one of Iraq?s ?most sensitive military installations?, which had not been guarded since the invasion. I heard that one pound of these explosives was enough to blow up a 747 jet, and that this cache could be used to make a million roadside bombs, which were the cause of half the casualties among US troops. I heard Donald Rumsfeld say, when asked why the troops were being kept in the war much longer than their normal tours of duty: ?Oh, come on. People are fungible. You can have them here or there.? * I heard Colonel Gary Brandl say: ?The enemy has got a face. He?s called Satan. He?s in Fallujah and we?re going to destroy him.? I heard a marine commander tell his men: ?You will be held accountable for the facts not as they are in hindsight but as they appeared to you at the time. If, in your mind, you fire to protect yourself or your men, you are doing the right thing. It doesn?t matter if later on we find out you wiped out a family of unarmed civilians.? I heard Lieutenant-Colonel Mark Smith say: ?We?re going out where the bad guys live, and we?re going to slay them in their zip code.? I heard that 15,000 US troops invaded Fallujah while planes dropped 500-pound bombs on ?insurgent targets?. I heard they destroyed the Nazzal Emergency Hospital in the centre of the city, killing 20 doctors. I heard they occupied Fallujah General Hospital, which the military had called a ?centre of propaganda? for reporting civilian casualties. I heard that they confiscated all mobile phones and refused to allow doctors and ambulances to go out and help the wounded. I heard they bombed the power plant to black out the city, and that the water was shut off. I heard that every house and shop had a large red X spray-painted on the door to indicate that it had been searched. I heard Donald Rumsfeld say: ?Innocent civilians in that city have all the guidance they need as to how they can avoid getting into trouble. There aren?t going to be large numbers of civilians killed and certainly not by US forces.? I heard that, in a city of 150 mosques, there were no longer any calls to prayer. I heard Muhammad Abboud tell how, unable to leave his house to go to a hospital, he had watched his nine-year-old son bleed to death, and how, unable to leave his house to go to a cemetery, he had buried his son in the garden. I heard Sami al-Jumaili, a doctor, say: ?There is not a single surgeon in Fallujah. A 13-year-old child just died in my hands.? I heard an American soldier say: ?We will win the hearts and minds of Fallujah by ridding the city of insurgents. We?re doing that by patrolling the streets and killing the enemy.? I heard an American soldier, a Bradley gunner, say: ?I was basically looking for any clean walls, you know, without any holes in them. And then we were putting holes in them.? I heard Farhan Salih say: ?My kids are hysterical with fear. They are traumatised by the sound but there is nowhere to take them.? I heard that the US troops allowed women and children to leave the city, but that all ?military age males?, men from 15 to 60, were required to stay. I heard that no food or medicine was allowed into the city. I heard the Red Cross say that at least 800 civilians had died. I heard Iyad Allawi say there were no civilian casualties in Fallujah. I heard a man named Abu Sabah say: ?They used these weird bombs that put up smoke like a mushroom cloud. Then small pieces fall from the air with long tails of smoke behind them.? I heard him say that pieces of these bombs exploded into large fires that burned the skin even when water was thrown on it. I heard Kassem Muhammad Ahmed say: ?I watched them roll over wounded people in the streets with tanks.? I heard a man named Khalil say: ?They shot women and old men in the streets. Then they shot anyone who tried to get their bodies.? I heard Nihida Kadhim, a housewife, say that when she was finally allowed to return to her home, she found a message written with lipstick on her living-room mirror: FUCK IRAQ AND EVERY IRAQI IN IT. I heard General John Sattler say that the destruction of Fallujah had ?broken the back of the insurgency?. I heard that three-quarters of Fallujah had been shelled into rubble. I heard an American soldier say: ?It?s kind of bad we destroyed everything, but at least we gave them a chance for a new start.? I heard that only five roads into Fallujah would remain open. The rest would be sealed with ?sand berms?, mountains of earth. At the entry points, everyone would be photographed, fingerprinted and have iris scans taken before being issued identification cards. All citizens would be required to wear identification cards in plain sight at all times. No private automobiles would be allowed in the city. All males would be organised into ?work brigades? rebuilding the city. They would be paid, but participation would be compulsory. I heard Muhammad Kubaissy, a shopkeeper, say: ?I am still searching for what they have been calling democracy.? I heard a soldier say that he had talked to his priest about killing Iraqis, and that his priest had told him it was all right to kill for his government as long as he did not enjoy it. After he had killed at least four men, I heard the soldier say that he had begun to have doubts: ?Where the fuck did Jesus say it?s OK to kill people for your government?? * I heard Donald Rumsfeld say: ?I don?t believe anyone that I know in the administration ever said that Iraq had nuclear weapons.? I heard Donald Rumsfeld say: ?The Coalition did not act in Iraq because we had discovered dramatic new evidence of Iraq?s pursuit of weapons of mass destruction. We acted because we saw the evidence in a dramatic new light, through the prism of our experience on 9/11.? I heard a reporter say to Donald Rumsfeld: ?Before the war in Iraq, you stated the case very eloquently and you said they would welcome us with open arms.? And I heard Rumsfeld interrupt him: ?Never said that. Never did. You may remember it well, but you?re thinking of somebody else. You can?t find, anywhere, me saying anything like either of those two things you just said I said.? I heard Ahmed Chalabi, who had supplied most of the information about the weapons of mass destruction, shrug and say: ?We are heroes in error . . . What was said before is not important.? I heard Paul Wolfowitz say: ?For bureaucratic reasons, we settled on one issue, weapons of mass destruction, as justification for invading Iraq, because it was the one reason everyone could agree on.? I heard Condoleezza Rice continue to insist: ?It?s not as if anybody believes that Saddam Hussein was without weapons of mass destruction.? I heard that the Niger ?yellowcake? uranium was a hoax legitimised by British intelligence, that the aluminium tubes could not be used for nuclear weapons, that the mobile biological laboratories produced hydrogen for weather balloons, that the fleet of unmanned aerial drones was a single broken-down oversized model airplane, that Saddam had no elaborate underground bunkers, that Colin Powell?s primary source, his ?solid information? for the evidence he presented at the United Nations, was a paper written ten years before by a graduate student. I heard that, of the 400,000 bodies buried in mass graves, only 5000 had been found. I heard Lieutenant-General James Conway say: ?It was a surprise to me then, and it remains a surprise to me now, that we have not uncovered weapons. It?s not from lack of trying.? I heard a reporter ask Donald Rumsfeld: ?If they did not have WMDs, why did they pose an immediate threat to this country?? I heard Rumsfeld answer: ?You and a few other critics are the only people I?ve heard use the phrase ?immediate threat?. It?s become a kind of folklore that that?s what happened. If you have any citations, I?d like to see them.? And I heard the reporter read: ?No terrorist state poses a greater or more immediate threat to the security of our people.? Rumsfeld replied: ?It ? my view of ? of the situation was that he ? he had ? we ? we believe, the best intelligence that we had and other countries had and that ? that we believed and we still do not know ? we will know.? I heard Saadoon al-Zubaydi, an interpreter who lived in the presidential palace, say: ?For at least three years Saddam Hussein had been tired of the day-to-day management of his regime. He could not stand it any more: meetings, commissions, dispatches, telephone calls. So he withdrew . . . Alone, isolated, out of it. He preferred shutting himself up in his office, writing novels.? * I heard the president say that Iraq is a ?catastrophic success?. I heard Donald Rumsfeld say: ?They haven?t won a single battle the entire time since the end of major combat operations.? I heard that hundreds of schools had been completely destroyed and thousands looted, and that most people thought it too dangerous to send their children to school. I heard there was no system of banks. I heard that in the cities there were only ten hours of electricity a day and that only 60 per cent of the population had access to drinkable water. I heard that the malnutrition of children was now far worse than in Uganda or Haiti. I heard that none of the 270,000 babies born after the start of the war had received immunisations. I heard that 5 per cent of eligible voters had registered for the coming elections. I heard General John Abizaid say: ?I don?t think Iraq will have a perfect election. And, if I recall, looking back at our own election four years ago, it wasn?t perfect either.? I heard Donald Rumsfeld say: ?Let?s say you tried to have an election and you could have it in three-quarters or four-fifths of the country. But some places you couldn?t because the violence is too great. Well, so be it. Nothing?s perfect in life.? I heard an Iraqi engineer say: ?Go and vote and risk being blown to pieces or followed by insurgents and murdered for co-operating with the Americans? For what? To practise democracy? Are you joking?? I heard General Muhammad Abdullah Shahwani, the chief of Iraqi intelligence, say that there were now 200,000 active fighters in the insurgency. I heard Donald Rumsfeld say: ?I don?t believe it?s our job to reconstruct that country. The Iraqi people are going to have to reconstruct that country over a period of time.? I heard him say that, in any event, ?the infrastructure of that country was not terribly damaged by the war at all.? I heard that the American ambassador, John Negroponte, had requested that $3.37 billion intended for water, sewage and electricity projects be transferred to security and oil output. I heard that the reporters from the al-Jazeera network were indefinitely banned. I heard Donald Rumsfeld say: ?What al-Jazeera is doing is vicious, inaccurate and inexcusable.? I heard that Spain left the ?coalition of the willing?. Hungary left; the Dominican Republic left; Nicaragua left; Honduras left. I heard that the Philippines had left early, after a Filipino truck driver was kidnapped and executed. Norway left. Poland and the Netherlands said they were leaving. Thailand said it was leaving. Bulgaria was reducing its few hundred troops. Moldova cut its force from 42 to 12. I heard that the president had once said: ?Two years from now, only the Brits may be with us. At some point, we may be the only ones left. That?s OK with me. We are America.? I heard a reporter ask Lieutenant-General Jay Garner how long the troops would remain in Iraq, and I heard him reply: ?I hope they?re there a long time.? I heard General Tommy Franks say: ?One has to think about the numbers. I think we will be engaged with our military in Iraq for perhaps three, five, perhaps ten years.? I heard that the Pentagon was now exploring what it called the ?Salvador option?, modelled on the death squads in El Salvador in the 1980s, when John Negroponte was ambassador to Honduras and when Elliott Abrams, now White House adviser on the Middle East, called the massacre at El Mozote ?nothing but Communist propaganda?. Under the plan, the US would advise, train and support paramilitaries in assassination and kidnapping, including secret raids across the Syrian border. In the vice presidential debate, I heard the vice president say: ?Twenty years ago we had a similar situation in El Salvador. We had a guerrilla insurgency that controlled roughly a third of the country . . . And today El Salvador is a whale of a lot better.? I heard that 100,000 Iraqi civilians were dead. I heard that there was now an average of 150 attacks on US troops a day. I heard that in Baghdad 700 people were being killed every month in ?non-war-related? criminal activities. I heard that 1400 American soldiers had been killed and that the true casualty figure was approximately 25,000. I heard that Donald Rumsfeld had a machine sign his letters of condolence to the families of soldiers who had been killed. When this caused a small scandal, I heard him say: ?I have directed that in the future I sign each letter.? I heard the president say: ?The credibility of this country is based upon our strong desire to make the world more peaceful, and the world is now more peaceful.? I heard the president say: ?I want to be the peace president. The next four years will be peaceful years.? I heard Attorney General John Ashcroft say, on the day of his resignation: ?The objective of securing the safety of Americans from crime and terror has been achieved.? I heard the president say: ?For a while we were marching to war. Now we?re marching to peace.? I heard that the US military had purchased 1,500,000,000 bullets for use in the coming year. That is 58 bullets for every Iraqi adult and child. I heard that Saddam Hussein, in solitary confinement, was spending his time writing poetry, reading the Koran, eating cookies and muffins, and taking care of some bushes and shrubs. I heard that he had placed a circle of white stones around a small plum tree. 11 January Eliot Weinberger's What I Heard about Iraq, which first appeared in the LRB in February, has been published as a book by Verso; 9/12 is published by Prickly Paradigm; What Happened Here: Bush Chronicles is forthcoming from New Directions. ================================================ 20 Osttimor braucht Gerechtigkeit! Internationales Tribunal gefordert von: hans.bogenreiter at gfbv.at ================================================ GESELLSCHAFT FÜR BEDROHTE VÖLKER PRESSEERKLÄRUNG Göttingen, den 20.01.2006 180.000 Völkermord-Opfer in Osttimor Appell an Kofi Annan: Nur ein internationales Tribunal schafft Gerechtigkeit auf Osttimor Die Vereinten Nationen müssen sich endlich konsequent für die Einrichtung eines internationalen Ad-hoc-Tribunals zu Osttimor einsetzen, um die Verantwortlichen des Völkermordes zur Rechenschaft zu ziehen. Das hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) in einem an UN- Generalsekretär Kofi Annan gerichteten Appell am Freitag gefordert. "Da sowohl die Regierungen Indonesiens als auch Osttimors eine wirksame Strafverfolgung der Verantwortlichen des Genozides blockieren, ruht nun die Hoffnung der Angehörigen der Ermordeten alleine auf den Vereinten Nationen", erklärte der GfbV-Asienreferent Ulrich Delius. Der UN-Generalsekretär dürfe nicht länger die Appelle von UN-Experten ignorieren, die mehrfach die Einrichtung eines Internationalen Tribunals gefordert hatten, da jede Versöhnung ohne eine Bestrafung der Verantwortlichen scheitern werde. Am Donnerstag waren Auszüge eines bislang unveröffentlichten Berichts der Wahrheitskommission von Osttimor bekannt geworden, in dem Indonesien für die systematische Vernichtung von bis zu 180.000 Menschen während seiner Besetzung (1975-1999) der ehemaligen portugiesischen Kolonie verantwortlich gemacht wird. Der mehr als 2000 Seiten umfassende Bericht, der auf der Auswertung von 7.500 Zeugenaussagen beruht, wird dem UN-Generalsekretär offiziell am heutigen Freitag von der osttimoresischen Regierung übergeben. "Die Hauptverantwortlichen des Genozides dürfen nicht länger straflos bleiben", forderte die GfbV in ihrem an Annan gerichteten Appell. Allenfalls nachrangige Soldaten würden in Indonesien für Menschenrechtsverletzungen zur Rechenschaft gezogen. Ein Ad-hoc-Menschenrechtsgericht in der indonesischen Hauptstadt Djakarta hatte in erster Instanz nur zwei ethnische Osttimoresen zu zehn Jahren Haft verurteilt. Die damals führenden indonesischen Militärs und Politiker, die für den Völkermord verantwortlich waren, blieben straflos. Auch ein Sondergericht in Osttimor sei aufgrund mangelnder Kooperation indonesischer Behörden nicht dazu in der Lage gewesen, Gerechtigkeit herzustellen. Während Menschenrechtsorganisationen in Osttimor nachdrücklich ein internationales Tribunal fordern, unternehme die Regierung Osttimors aus Sorge um die Beziehungen zum übermächtigen Nachbarland nichts, um die Straflosigkeit zu beenden. So sei auch eine zwischen Indonesien und Osttimor im Dezember 2004 vereinbarte bilaterale Wahrheits- und Freundschaftskommission untauglich, um die indonesischen Verantwortlichen vor Gericht zu bringen, da es am politischen Willen fehle, den Völkermord aufzuarbeiten. ====================================================== Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV) Inse Geismar, Pressereferentin Postfach 2024, D-37010 Goettingen Tel.+49/551/49906-25, Fax:++49/551/58028 E-Mail: presse at gfbv.de, Homepage:http://www.gfbv.de ====================================================== ================================================ B) TERMINE ================================================ ======================== Montag http://www.mund.at/butt/Termine/Januar/2301.htm Dienstag http://www.mund.at/butt/Termine/Januar/2401.htm Mittwoch http://www.mund.at/butt/Termine/Januar/2501.htm ======================== ================================================ D) EDITORIAL ================================================ Für den Inhalt verantwortlich: Ihr. Medieninhaberinnen & Medieninhaber seid Ihr E-Mail-Adresse für Beiträge: widerstand at no-racism.net geschickt. widerst at nd MUND und alle Termine täglich aktualisiert im Web: http://www.no-racism.net/MUND Ziel von MUND (medienunabhängiger Nachrichtendienst) ist die unzensurierte und möglichst rasche Information über gesellschafts- politisch relevante Termine, Hinweise und Diskussionsbeiträge zu Widerstand und Antirassismus sowie verwandte Themen. sollen einen Titel, Namen und Emailadresse der/des AutorIn enthalten und möglichst kurz und prägnant gehalten sein, ev. mit Hinweis, wo weitere Informationen eingeholt werden können. Bitte keine Attachments! Die inhaltliche und sachliche Verantwortung liegt bei der/dem jeweiligen AutorIn bzw. jenen, die uns die Beiträge schicken. Der MUND wird von einzelnen TagesredakteurInnen zusammengestellt. Da Fehler nicht ausgeschlossen sind, bitten wir, nicht veröffentlichte Beiträge nochmals an widerstand at no-racism.net zu senden. Die Weiterleitung (auch auszugsweise) ist erwünscht. Beiträge mit rassistischen oder sexistischen Inhalten werden nicht veröffentlicht. Sehr persönliche Meldungen werden wir an den betreffenden Adressaten weiterleiten, aber nicht im MUND veröffentlichen. Die bisherigen Ausgaben sind unter http://www.no-racism.net/MUND archiviert. Terminankündigungen bitte nach folgender Vorlage: * Wann: Sonntag, 11.11.2001, 11:11 Uhr * * Was: Maskenball: Motto "Schwarzblau ist die Haselnuss" * * Wo: Villa Morgenrot, Grüner Anger 42, 2001 Wendendorf * * Kommentar: Anreise per Anhalter. Maskenzwang. Ende nie. Aber kurz und prägnant.* Die Rubrik "Redaktionelles" am Ende der Ausgabe ist u.a. eine Konsequenz aus der Notwendigkeit, sexistische, antisemitische und rassistische Beiträge nicht zu veröffentlichen, ohne jedoch stillschweigend Zensur zu üben. Hier wird - in anonymisierter Form - auf angehaltene Beiträge hingewiesen und eine kurze Begründung der Tagesredaktion für die Nichtaufnahme geliefert. (Weitere Gründe einen Beitrag nicht aufzunehmen sind z.B.: Attachments, kein erkennbarer Bezug zu den breit gestreuten Themen des MUND, Werbesendungen, sinnlose Kettenbriefe.) Die AbsenderInnen der betroffenen Beiträge werden hiervon informiert. Im Sinne einer "gläsernen Zensur" könnt ihr Euch die Beiträge gerne extra schicken lassen: Ein kurzes Mail an widerstand at no-racism.net genügt. ================================================ E) VERTEILERLISTE ================================================ Zur Eintragung in diesen Verteiler bitte direkt subskribieren unter http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/analle oder von der einzutragenden Adresse aus ein mail schicken an: admin at no-racism.net mit folgendem Text: subscribe no-racism Bitte wegen Automatisierung diesen Wortlaut verwenden! Zur Austragung aus dieser Liste bitte an zusammengestellt. Bitte keine Attachments! (werden nicht angenommen) Redaktionsschluss für diese Ausgabe: Mo, 10.00 Uhr III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III ü, ö, ä, ß, Ü, Ö, Ä III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III widerst at nd-MUND is powered by http://alt.strg.at/ ================================================ From analle at no-racism.net Tue Jan 24 20:04:17 2006 From: analle at no-racism.net (=?iso-8859-1?q?MUND=3A_medienunabh=E4ngiger_Nachrichtendienst?=) Date: Tue, 24 Jan 2006 20:04:17 +0100 Subject: widerst@nd! - MUND: Dienstag, 24.1.2006 Message-ID: widerst at nd MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst www.no-racism.net/mund MedieninhaberInnen seid Ihr! Dienstag, 24.01.2006 ================================================ A) INHALT ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN UND ANKÜNDIGUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 01 4./5.2.: impro:augenBlicke - Theater WS - improvise the moment "karin hirschmüller" ================================================== 02 11.2.: Eveneinladung/-ankündigung: ZARA:MONIE 2006 "ZARA - Presse" ================================================== 03 11.2.: ZARA:MONIE - gajwien verlost Karten GAJ Wien ================================================== 04 Mi, 25.1.: Diskussion zur Asyl- und Fremdenrechtsnovelle in Wien "global at no-racism.net" ================================================== 05 [ZARA-presse] ZARA: Einladung zur Pressekonferenz, 26.Jänner 2006 "ZARA - Presse" ================================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN UND KOMMENTARE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 06 schmieren, richten, aufmucken, feiern. "SOS Mitmensch" ================================================== 07 KPÖ fordert Amtsenthebung von Haider durch die Bundesregierung didi zach ================================================== 08 Österreich / Slowenen - Kärntner Slowenen brauchen Hilfe der SVP "GFBV" ================================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< SOLIDARITÄT WELTWEIT ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 09 Portugal/Präsidentschaftswahl/KP-Achtungserfolg KPÖ Steiermark ================================================== 10 Sudan: Khartum übernimmt AU-Vorsitz - Menschenrechte ein Fremdwort "GFBV Hans Bogenreiter" ================================================== ================================================ B) TEXTE ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN UND ANKÜNDIGUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 01 4./5.2.: impro:augenBlicke - Theater WS - improvise the moment "karin hirschmüller" ================================================== Impro.augenBlicke: ein Theaterworkshop für FrauenLesbenTransgenders Körper wahrnehmen - Bewegung variieren - uns in Szene setzen- den Raum erkunden -(non-)verbal in Austausch treten Entlang dieser Aspekte wollen wir spielerisch Theater machen und dabei wie nebenbei Applaus geniessen! Wir stellen Methoden des Improvisationstheaters vor und geben auch Raum für Ideen und Vorstellungen der TeilnehmerInnen. Sa, 4. und So, 5. Februar, jeweils 14-17:30 Ort: R35, Theresianumgasse 35, Ecke Favoritenstrasse, 1040 Teilnahme kostenlos, Anmeldung nötig, bitte angeben ob du an beiden Tagen oder an einem teilnimmst. gerh.p at gmx.net ***** Improvise the Moment! Theater Workshop for women, lesbians and transgenders Being aware of our bodies - experimenting with motions - getting into contact - communicating with space - raising our voices - and feeling the silence Let's give and let's enjoy applause! Together we're gonna create theater scenes with these aspects. We will introduce exercises of improvisation theater. There will also be space for your own ideas. when? Saturday, 4. and Sunday 5. of february, 2 to 5:30 p.m. where? R35, Theresianumgasse 35 (corner Favoritenstrasse) 1040 Vienna. The Workshop is for free. You have to register via email: gerh.p at gmx.net. tell us wether you want to participate on both days or on saturday or sunday only. ***** -- karin.hirschmueller at gmx.at ================================================== 02 11.2.: Eveneinladung/-ankündigung: ZARA:MONIE 2006 "ZARA - Presse" ================================================== Presseeinladung: ZARA:MONIE 2006 Mit Freuden dürfen wir Ihnen folgendes Benefizevent ankündigen und Sie dazu herzlich einladen: ZARA:MONIE 2006 Benefizclubbing für Zivilcourage und gegen Rassismus 11. Februar 2006 Palais Auersperg Ehrenschutz: Bundespräsident Dr. Heinz Fischer PROGRAMM 21:00 Einlass 22:00 Feierliche Eröffnung durch Mistress Lucy McEvil Musik: TRES MONOS & Nim Sofyan Capoeira: Sul da Bahia Mode: FULANI präsentiert exklusiv die aktuelle Modekollektion "JAZZ" Prominenten-Frisurenzauber: Salon Er-Ich & Josef Winkler Tanzperformance: Bahara DJ-LineUp: Oriental-Floor: DJ Yusuf & Samad Charts-Floor: afterworx & clubnacht 01:00 Tombola-Ziehung durch Bezirksvorsteherin Renate Kaufmann (Mariahilf) und Bezirksvorsteher Thomas Blimlinger (Neubau). www.zaramonie.at Das Benefizclubbing kommt der ZARA-Beratungsstelle für Opfer und ZeugInnen von Rassismus zu Gute und steht unter dem Motto: "shake them and awak'em" "Gemeinsam satt einsam. Gegen Rassismus." Wir würden uns außerordentlich freuen, wenn das Event in Ihrem Medium Erwähnung findet. Anbei schicke ich Ihnen einen Ankündigungstext und den Pressetext samt Testimonials unserer prominenten UnterstützerInnen. Weiteres Pressematerial (Fotos, Banner...) finden sie unter: http://www.zaramonie.at/presse.html Ich freue mich auf Ihre baldige Rückmeldung! Mit freundlichen Grüßen, Karin Bischof ZARA-Öffentlichkeitsarbeit -- PS.: ZARA-Mitglieder ermöglichen das Fortbestehen der Beratungsstelle für ZeugInnen und Opfer von Rassismus. Karin Bischof ZARA-Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit Luftbadgasse 14-16 1060 Wien Tel: ++43/1/929 13 99-18 Mobil: ++43/650/539 65 64 Fax: ++43/1/929 13 99-99 e-mail: karin.bischof at zara.or.at web: www.zara.or.at Bitte leisten Sie 6 Euro ZARA-Mitgliedsbeitrag im Monat (75 Euro für ein Jahr): Kto. 05211362800, BLZ 12000, BA-CA ================================================== 03 11.2.: ZARA:MONIE - gajwien verlost Karten GAJ Wien ================================================== ZARA:MONIE - shake them & awake 'em Die Grünalternative Jugend Wien unterstützt ZARA & verlost Karten für ZARA:MONIE, das Benefizclubbing für Zivilcourage und gegen Rassismus. 11 Februar 2006, Palais Auersperg, Auerspergstraße 1, 1080 Wien www.zaramonie.at Das Gewinnspiel ist zu finden auf www.gajwien.at GAJ-Wien Lindengasse 40 1070 Wien 01/52125242 info at gajwien.at www.gajwien.at ================================================== 04 Mi, 25.1.: Diskussion zur Asyl- und Fremdenrechtsnovelle in Wien "global at no-racism.net" ================================================== Informations und Diskussionsveranstaltung am Mittwoch, 25. Jänner 2006 ab ca. 20:00 Uhr im Politdiskubeisl im EKH, Wielandgasse 2-4, 1100 Wien Die mit 1. Jänner 2006 in Österreich in Kraft getretene Novelle rassistischer Gesetze bringt einerseits eine Festlegung der gängigen Praxis und andererseits eine massive Verschärfung nicht nur für künftige EinwanderInnen, sondern betrifft auch schon lange in Österreich lebende Menschen. Leute, die sich über die Jahre hinweg eine Besserstellung "erarbeitet" haben, werden auf einen Schlag mühsam erlangte Rechte entzogen. Eine Antragstellung auf einen Aufenthaltstitel (Aufenthalts- bzw. Niederlassungbewilligung) ist nur mehr bei legaler Einreise möglich - oder über eine Ausreise und Antragstellung aus dem Ausland. Schubhaft wird zukünftig länger dauern - statt wie bisher sechs, nun bis zu zehn Monaten - und während eines laufenden Asylverfahrens jederzeit anwendbar. Dies eröffnet den Beamten sehr viele Möglichkeiten zur Willkür. Allein der Verdacht, eine Person sei über einen sicheren Drittstaat bzw. Dublinstaat eingereist, reicht zur Verhängung von Schubhaft. Es werden in Zukunft wohl mehr Menschen in Schubhaft genommen werden, und auch die Bedingungen werden verschärft, was sich vor allem an der geplanten Anwendung von Zwangsernährung für Hungerstreikende zeigt. Insgesamt bedeutet die Gesetzesnovelle eine verstärkte Illegalisierung. So wird es bei der Ablehnung eines Asylantrages keine Möglichkeit zur Legalisierung mehr geben. Denn auch das Recht auf Familienleben von EU-StaatsbürgerInnen mit Nicht- EU-BürgerInnen wird massiv eingeschränkt. Im Zuge der Diskussion soll auf die einzelnen Punkte dieser Gesetzes eingegangen und die Auswirkungen diskutiert werden. Welche Möglichkeiten bleiben angesichts dieser repressiven Maßnahmen für ein alltägliches widerständiges Handeln? Weitere Informationen zu Asyl- und Fremdenrecht: http://no-racism.net/thema/97 http://deserteursberatung.at http://asyl.at Politdiskubeisl zur Asyl- und Fremdenrechtsnovelle 2005 im EKH, Wielandgasse 2-4, 1100 Wien Mittwoch, 25. Jänner 2006, Beginn ca. 20:00 Uhr Das Politdiskubeisl findet abwechselnd mit der subversiven Kantine jeden Mittwoch im EKH statt. Das Programm wird auf offenen Treffen gestaltet. Diese finden jeden 1. Mittwoch im Monat für den darauf folgenden Monat statt. (Am 1. Mittwoch im Februar wird das Programm für März geplant). Das Beisl ist immer ab 19:00 Uhr geöffnet, es gibt VoKü, Informationen, Wärmendes und auch eine Heizung. Außerdem Raum für zahlreiche Diskussionen. Veranstaltungsbeginn meist ab ca. 20:00 Uhr (oder etwas später). Infos und Programm: http://med-user.net/ekh ================================================== 05 [ZARA-presse] ZARA: Einladung zur Pressekonferenz, 26.Jänner 2006 "ZARA - Presse" ================================================== ZARA - Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit lädt zur Pressekonferenz: "Rassistische Inserate sind in Österreich Alltag - ZARA will diskriminierende Praxis stoppen!" am Donnerstag, 26. Jänner 2006, 10h im Café Griensteidl, Michaelerplatz 2, 1010 Wien ZARA hat 100 Inseratschaltungen mit dem diskriminierenden Zusatz "Nur Inländer" oder "keine Ausländer" nach dem neuen Gleichbehandlungsgesetz zur Anzeige gebracht und will damit die gesetzwidrige Praxis der diskriminierenden Inserate in Österreich endgültig stoppen. Es ist peinlich, dass Österreich das letzte EU-Land ist, in dem rassistische "Nur InländerInnen"-Inserate zum Alltag gehören. Außerdem ist zu befürchten, dass in diesem Fall das neue Gleichbehandlungsgesetz ineffizient ist. Podium: Mag. Dieter Schindlauer, ZARA-Obmann und Jurist Hikmet Kayahan, Leiter der Beratungsstelle für Opfer und ZeugInnen von Rassismus Rückfragehinweis: ZARA-Öffentlichkeitsarbeit Karin Bischof, Tel.: 929 13 99-18, E-Mail: presse at zara.or.at www.zara.or.at -- PS.: ZARA-Mitglieder ermöglichen das Fortbestehen der Beratungsstelle für ZeugInnen und Opfer von Rassismus. Karin Bischof ZARA-Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit Luftbadgasse 14-16 1060 Wien Tel: ++43/1/929 13 99-18 Mobil: ++43/650/539 65 64 Fax: ++43/1/929 13 99-99 e-mail: karin.bischof at zara.or.at web: www.zara.or.at Bitte leisten Sie 6 Euro ZARA-Mitgliedsbeitrag im Monat (75 Euro für ein Jahr): Kto. 05211362800, BLZ 12000, BA-CA ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN UND KOMMENTARE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 06 schmieren, richten, aufmucken, feiern. "SOS Mitmensch" ================================================== *** Rassistische Beschmierungen *** Asylgerichtshof *** Koroska *** Zaramonie *** RASSISTISCHE BESCHMIERUNGEN SOS Mitmensch fordert Aktivitäten gegen rassistische Beschmierungen. In Wien sind an jeder zweiten Straßenecke Parolen wie "Nigger raus", "Scheiss Jugos" oder sogar "Kill Niggers" zu lesen. Manche Straßenzüge sind optisch regelrecht von rassistischen Parolen dominiert. SOS Mitmensch will nun die Einrichtung eines Topfes, aus dem Hausverwaltungen entschädigt werden sollen, die solche Parolen entfernen. HauseigentümerInnen sollen im Gegenzug verpflichtet werden, rassistische Beschmierungen innerhalb von 24 Stunden kleinflächig zu übermalen. >> http://www.sosmitmensch.at/stories/572/ *** ASYLGERICHTSHOF Kommenden Mittwoch, den 25. Jänner diskutieren namhafte JuristInnen von Barbara Helige über Heinz Mayer bis Clemens Jabloner über die Einrichtung eines Asylgerichtshofes. Ein solcher wurde bereits zwischen Regierungskoalition und SPÖ paktiert, doch die Bundesregierung blieb bislang säumig. Ob sich die Rechtssicherheit für AsylwerberInnen steigern lässt, hängt stark von der konkreten Ausgestaltung der Einrichtung ab. Die Hoffnung stirbt zuletzt. >> http://www.sosmitmensch.at/stories/571/ *** KOROSKA Der Republikanische Club wird einen Aufruftext in der Tageszeitung Der Standard schalten, in dem Bundeskanzler Schüssel aufgefordert wird, zweisprachige Ortstafeln aufzustellen. Der Aufruf kann mit 25 Euro Druckkostenbeitrag unterstützt werden. Am Dienstag, den 7. Februar 2006 findet in den Räumlichkeiten des Repclubs ab 19 Uhr eine Diskussion statt, die sich mit der Durchsetzung von VfGH-Beschlüssen befasst. Neben Oppositionspolitikerinnen und Verfassungsrechtlern mit dabei auch SOS Mitmensch - Vorstand Volker Kier. >> http://www.sosmitmensch.at/stories/573/ *** ZARA:MONIE Veranstaltungshinweis: Am 11. Februar 2006 öffnen sich die Tore des Palais Auersperg für eine antirassististische Benefizveranstaltung: Die ZARA:MONIE, das Benefiz-Clubbing für Zivilcourage und gegen Rassismus! Der Erlös des Benefizevents kommt dem Verein ZARA zur Aufrechterhaltung der einzigen Beratungsstelle für Opfer und ZeugInnen von Rassismus zugute. >> http://www.zaramonie.at ================================================== 07 KPÖ fordert Amtsenthebung von Haider durch die Bundesregierung didi zach ================================================== KPÖ fordert Amtsenthebung von Haider durch die Bundesregierung Utl.: Artikel 7 des Staatsvertrages ist ohne Wenn und Aber zu erfüllen Die KPÖ fordert von der Bundesregierung und vom Bundespräsidenten, den Kärntner Landeshauptmann Haider seines Amtes zu entheben. "In einem Rechtsstaat darf nicht akzeptiert werden, dass auf die Verfassung vereidigte PolitikerInnen ungestraft öffentlich Gesetze brechen und die Verfassung ignorieren dürfen", so Mirko Messner, Minderheitensprecher der KPÖ. Der Kern des eskalierenden Konflikts um die Aufstellung zweisprachiger Ortstafeln in Kärnten ist, dass die Bestimmungen des Artikels 7 des Staatsvertrages von 1955 bis heute nicht erfüllt sind und in ihrer Gültigkeit für das gesamte zweisprachige Gebiet von allen bisherigen österreichischen Regierungen missachtet werden, stellt Messner fest: "Laut Staatsvertrag gibt es nämlich keinerlei Schlüssel dafür, wie hoch der Anteil der slowenischsprachigen Bevölkerung sein muss, damit zweisprachige Ortstafeln aufgestellt werden, wohl aber die klare Bestimmung, dass dies in den zweisprachigen Bezirken zu geschehen hat - und diese sind allgemein bekannt." Das Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes bedeutet somit nicht die Aufforderung zur Realisierung der Bestimmungen des Staatsvertrags, sondern die Abmilderung eines verfassungswidrigen Zustands, der erst durch das sogenannte Volksgruppengesetz festgeschrieben wurde. Trotzdem benehmen sich auf die Verfassung vereidigte PolitikerInnen, als sei die Verfassung auf die Rechte der Minderheiten nicht anzuwenden, und "verhandeln" in so genannten "Konsensgesprächen", als ginge es im Falle des Urteils des Verfassungsgerichtshofs um Gesetzesentwürfe und nicht um anzuwendendes Recht. Die von Landeshauptmann Jörg Haider durchgeführte "Umfrage" ist die Aufhebung der Rechtssicherheit für die Minderheit. Weil die Haider-Linie weder auf Landes- noch auf Bundesebene ernsthaft in Frage gestellt und Haider seines Amtes nicht enthoben wird, und weil die Kärntner Landtagsparteien nach wie vor davon ausgehen, dass die antislowenische Klientel für mehrheitsentscheidende Stimmenanteile gut ist, sind die Ortstafeln zu einem Element des Nationalratswahlkampfes geworden. Dies wird auch durch die Tatsache illustriert, dass die Sprecher der slowenischen Organisationen aus dem Konfliktfeld ausgeschieden wurden und die "Konsensgespräche" nur mehr zwischen Vertretern der Landtagsparteien und ihren Gemeindefunktionären stattfinden. Die Forderung der Kärntner SPÖ-Chefin Gabriele Schaunig, die Umsetzung auf die Zeit nach der Nationalratswahl zu verschieben, sowie die Aussage von SPÖ-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos, die SPÖ habe ihren Widerstand gegen die Aufstellung zweisprachiger Ortstafeln aufgegeben, macht deutlich, wie sehr auch die Kärntner SPÖ mit dem deutschnationalen Milieu verwoben ist. Die KPÖ bekräftigt ihre Position und fordert die Aufstellung zweisprachiger Aufschriften im gesamten zweisprachigen Gebiet entsprechend den Bestimmungen des Artikels 7 des Staatsvertrages ohne Wenn und Aber. Die KPÖ wird darüber hinaus die Nichterfüllung der Bestimmungen des Staatsvertrages auf europäischer Ebene thematisieren. ================================================== 08 Österreich / Slowenen - Kärntner Slowenen brauchen Hilfe der SVP "GFBV" ================================================== Gesellschaft für bedrohte Völker / Presseerklärung in www.gfbv.it/2c-stampa/2006/060120ade.html Österreich / Slowenen Kärntner Slowenen brauchen Hilfe der SVP Bozen, 20. Januar 2006 Offner Brief an den SVP-Obmann Elmar Pichler-Rolle Sehr geehrter Herr Obmann, Landeshauptmann Luis Durnwalder, Europaparlamentarier Michl Ebner, Landtagsabgeordnete und Fuev-Vizepräsidentin Martha Stocker haben sich bereits mit den Anliegen der Kärntner Slowenen in der Ortstafelfrage solidarisch erklärt. Als Menschenrechtsorganisation bitten wir Sie, im Namen der SVP klar und deutlich dem Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider und seiner antislowenischen Hetze entgegenzutreten. Die SVP ist Mitglied im Österreichischen Volksgruppenzentrum, das hauptsächlich vom Rat der Kärntner Slowenen getragen wird. Die slowenische Sprachgruppe braucht Ihre öffentlich geäußerte Solidarität. Der Rat der Kärntner Slowenen / Narodni svet korokih Slovencev will gegen Landeshauptmann Haider eine Straf- anzeige einbringen, sollte er eine Weisung an den Bezirkshauptmann von Völkermarkt richten, die Aufstellung von zweisprachigen Ortstafeln zu unterlassen. Unterstützen Sie die Forderung des ehemaligen slowenischen Nationalratsabgeordneten Karel Smolle nach einem Amtsenthebungsverfahren gegen Haider vor dem Verfassungsgerichtshof. Dafür ist ein Beschluss der Bundesregierung notwendig ist. Tragen Sie auch das Anliegen des Rates der Kärntern Slowenen mit, die Europäisierung der Ortstafelfrage weiter voranzutreiben. Sollte Österreich weiterhin Rechtsgrundsätze ignorieren und bis Ende Juni keine zweisprachigen Ortstafeln aufstellen, so soll der Europäischen Gerichtshof wegen Verletzung des Artikels 7 des EU-Vertrages angerufen. Österreich hat sich als "Schutzmacht" für Südtirol und als Asylland für jüdische Auswanderer aus der Sowjetunion einen guten Ruf erworben. Dieser Ruf steht auf dem Spiel. Laut dem Rat der Kärntner Slowenen sind 21 Beschwerden aufgrund der fehlenden zweisprachigen Topografie beim Verfassungsgerichtshof anhängig und 20 weitere befinden sich in der Unterinstanz. Siehe auch: * www.gfbv.it: www.gfbv.it/2c-stampa/2006/060112de.html | ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< SOLIDARITÄT WELTWEIT ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 09 Portugal/Präsidentschaftswahl/KP-Achtungserfolg KPÖ Steiermark ================================================== KPÖ Steiermark Lagergasse 98a 8020 Graz Tel. 03 16 / 71 24 36 Fax 03 16 / 71 62 91 email: kpoe_stmk at hotmail.com Montag, 23. Januar 2006 Presseinformation der KPÖ Steiermark Portugal: Achtungserfolg des KP-Präsidentschaftskandidaten Die Präsidentenwahl in Portugal hat neben der Wahl des konservativen Kandidaten Cavaco Silva und der Schlappe für die SP ein positives Ergebnis für den Kandidaten der Kommunistischen Partei Portugals (PCP) Jeronimo Sousa gebracht. Der PCP- Generalsekretär erreichte bei einer sehr geringen Wahlbeteiligung 466428 Stimmen oder 8,59 %. Im Distrikt Beja (Alentejo) lag er mit 27,53 % sogar an erster Stelle der 6 Präsidentschaftskandidaten. Die portugiesischen Kommunisten fassen dieses Ergebnis als Bestätigung ihrer Politik auf und stellen Vergleiche mit der vor einem Jahr abgehaltenen Parlamentswahl an. Dabei ergibt sich ein Zuwachs von 1,02 % oder 32.000 Stimmen. Der Kandidat des mit der KP konkurrierenden und von den Medien bevorzugt behandelten Linksblocks (BE) Francisco Louca erreichte 288.224 (364.296) Stimmen oder 5,31 (6,38%). Der Aufwärtstrend der PCP, die eine konsequente Interessenspolitik mit dem Festhalten an den Zielen und Grundsätzen der Arbeiterbewegung verbindet, hat sich auch bei dieser Wahl fortgesetzt. Rückfragehinweis: 872/2151KPÖ-Steiermark Lagergasse 98 a 8020 Graz Tel.: 0316 71 24 36 Fax 0316 71 62 91 email: kp.stmk at kpoe-graz.at; kpoe_stmk at hotmail.com ================================================== 10 Sudan: Khartum übernimmt AU-Vorsitz - Menschenrechte ein Fremdwort "GFBV Hans Bogenreiter" ================================================== GESELLSCHAFT FÜR BEDROHTE VÖLKER PRESSEERKLÄRUNG Göttingen, den 23.01.2006 Afrikanische Union will Sudan den Vorsitz übertragen: Menschenrechte - ein Fremdwort für Afrikas Regierungen? Mit dem Sudan als Vorsitzenden der Afrikanischen Union (AU) verlieren Afrikas Regierungen nach Auffassung der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) in Menschenrechtsfragen vollkommen ihre Glaubwürdigkeit. "Einem notorischen Völkermörder diese Aufgabe zu übertragen, wäre nicht nur ein Bärendienst für die Bemühungen um Frieden und Demokratie auf dem schwarzen Kontinent. Dies wäre auch ein unglaublicher Affront gegen die überlebenden Opfer der Genozide im Südsudan und in Darfur im Westen des Landes", warnte der GfbV-Afrikareferent Ulrich Delius am Montag. Der Sudan soll heute beim Gipfeltreffen der AU in Khartum turnusgemäß den Vorsitz übernehmen. "Die geplante Aufwertung des Sudans durch die AU zeigt, was für einen geringen Stellenwert die Menschenrechte für die meisten afrikanischen Regierungen haben", kritisiert die GfbV. Dies zeige auch ihre Blockadehaltung in der Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen (UN) oder bei der Diskussion um eine Reform der UN-Menschenrechtsinstrumente. Der AU drohe außerdem eine schwere Belastungsprobe, wenn sie ihre Rolle als Friedensstifter in Darfur ernst nehme. Dort im Westen des Sudan führen arabische Milizen und Truppen des künftigen AU- Vorsitzenden Sudan einen Vernichtungsfeldzug gegen die eigene Bevölkerung, dem seit 2003 bis zu 400.000 Schwarzafrikaner zum Opfer gefallen sind. Derzeit sind 5.700 AU-Soldaten und Beobachter in Darfur stationiert, um die Einhaltung eines Waffenstillstandsabkommens zu überwachen. Zugleich bemüht sich die AU in Verhandlungen mit den sudanesischen Konfliktparteien in Nigeria um Frieden für Darfur. Das Morden in Darfur dauert noch immer an genauso wie im Osten des Sudan im Lande der Beja. Im Südsudan sind seit 1955 bis zum Friedensschluss im Januar 2005 rund 2,5 Millionen Schwarzafrikaner durch Völkermord ums Leben gekommen. Auch die Nubavölker in der an den Südsudan angrenzenden Nuba-Region Kordofan wurden 1987 bis 2003 Opfer von Genozid. Sie hatten 500.000 Tote zu beklagen. Für Nachfragen und Interviews ist der GfbV-Afrikareferent Ulrich Delius erreichbar unter Tel. 0160 95 67 14 03. ====================================================== Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV) Inse Geismar, Pressereferentin Postfach 2024, D-37010 Goettingen Tel.+49/551/49906-25, Fax:++49/551/58028 E-Mail: presse at gfbv.de, Homepage:http://www.gfbv.de ====================================================== ================================================ C) TERMINE ================================================ ======================== Dienstag http://www.mund.at/butt/Termine/Januar/2401.htm Mittwoch http://www.mund.at/butt/Termine/Januar/2501.htm Donnerstag http://www.mund.at/butt/Termine/Januar/2601.htm ======================== ================================================ D) EDITORIAL ================================================ Für den Inhalt verantwortlich: Ihr. E-Mail-Adresse für Beiträge: widerstand at no-racism.net geschickt. widerst at nd MUND und alle Termine täglich aktualisiert im Web: http://www.no-racism.net/MUND Ziel von MUND (medienunabhängiger Nachrichtendienst) ist die unzensurierte und möglichst rasche Information über gesellschafts- politisch relevante Termine, Hinweise und Diskussionsbeiträge zu Widerstand und Antirassismus sowie verwandte Themen. sollen einen Titel, Namen und Emailadresse der/des AutorIn enthalten und möglichst kurz und prägnant gehalten sein, ev. mit Hinweis, wo weitere Informationen eingeholt werden können. Bitte keine Attachments! Die inhaltliche und sachliche Verantwortung liegt bei der/dem jeweiligen AutorIn bzw. jenen, die uns die Beiträge schicken. Der MUND wird von einzelnen TagesredakteurInnen zusammengestellt. Da Fehler nicht ausgeschlossen sind, bitten wir, nicht veröffentlichte Beiträge nochmals an widerstand at no-racism.net zu senden. Die Weiterleitung (auch auszugsweise) ist erwünscht. Beiträge mit rassistischen oder sexistischen Inhalten werden nicht veröffentlicht. Sehr persönliche Meldungen werden wir an den betreffenden Adressaten weiterleiten, aber nicht im MUND veröffentlichen. Die bisherigen Ausgaben sind unter http://www.no-racism.net/MUND archiviert. Terminankündigungen bitte nach folgender Vorlage: * Wann: Sonntag, 11.11.2001, 11:11 Uhr * * Was: Maskenball: Motto "Schwarzblau ist die Haselnuss" * * Wo: Villa Morgenrot, Grüner Anger 42, 2001 Wendendorf * * Kommentar: Anreise per Anhalter. Maskenzwang. Ende nie. Aber kurz und prägnant.* Die Rubrik "Redaktionelles" am Ende der Ausgabe ist u.a. eine Konsequenz aus der Notwendigkeit, sexistische, antisemitische und rassistische Beiträge nicht zu veröffentlichen, ohne jedoch stillschweigend Zensur zu üben. Hier wird - in anonymisierter Form - auf angehaltene Beiträge hingewiesen und eine kurze Begründung der Tagesredaktion für die Nichtaufnahme geliefert. (Weitere Gründe einen Beitrag nicht aufzunehmen sind z.B.: Attachments, kein erkennbarer Bezug zu den breit gestreuten Themen des MUND, Werbesendungen, sinnlose Kettenbriefe.) Die AbsenderInnen der betroffenen Beiträge werden hiervon informiert. Im Sinne einer "gläsernen Zensur" könnt ihr Euch die Beiträge gerne extra schicken lassen: Ein kurzes Mail an widerstand at no-racism.net genügt. ================================================ E) VERTEILERLISTE ================================================ Zur Eintragung in diesen Verteiler bitte direkt subskribieren unter http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/analle oder von der einzutragenden Adresse aus ein mail schicken an: admin at no-racism.net mit folgendem Text: subscribe no-racism Bitte wegen Automatisierung diesen Wortlaut verwenden! Zur Austragung aus dieser Liste bitte an aus Einsendungen an zusammengestellt. Bitte keine Attachments! (werden nicht angenommen) Für diese Ausgabe nicht aufgenommen: zwei nicht widerstandsrelevante Beiträge Redaktionsschluss für diese Ausgabe: 20:00 Uhr III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III widerst at nd-MUND is powered by http://alt.strg.at/ From analle at no-racism.net Wed Jan 25 06:53:41 2006 From: analle at no-racism.net (=?iso-8859-1?q?MUND=3A_medienunabh=E4ngiger_Nachrichtendienst?=) Date: Wed, 25 Jan 2006 00:53:41 -0500 Subject: widerst@nd mund: Mittwoch, 25. Januar 2005 Message-ID: <1668044482.20060125005341@nessizius.com> widerst at nd MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst Medieninhaberinnen & Medieninhaber seid Ihr www.no-racism.net/mund Mittwoch, 25. Januar 2006 ================================================ A) INHALT ================================================ ================================================ MELDUNGEN UND MEINUNGEN ================================================ ================================================ ANKÜNDIGUNGEN ================================================ ================================================ 1 Aufruf und Veranstaltung zu zweisprachigen Ortstafeln Von: Initiative Minderheiten Newsletter ================================================ 2 Vorführung von "Artikel 7 - Unser Recht!" am 31.01. Von: Initiative Minderheiten Newsletter ================================================ 3 Do26.1./Dodemo9.2.-Aufruf, Plakate, Jingle u.a./ 24.1.:Aktionstag/26.1.:Kundgebung gg Rechtsextreme Von: August Faschang ================================================ 4 9. Wiener Regenbogen-Ball am 28. J ä nner 2006 Von: Kurt Krickler ================================================ 5 28.1.06: Irak-Veranstaltung in Münster Von: wadi wien ================================================ ================================================ MEINUNGEN UND MELDUNGEN ================================================ ================================================ 6 Sozialversicherungsnummer, Bacherpark, Mauthausen, Venezuela Von: akin ================================================ 7 "Kommunismus"/Debatte: Zu "Im Namen meiner gefallenen Genossen" Von: akin ================================================ 8 GLB/"Offener Brief"/ÖGB-Präsidium/Post/Villach Von: Gewerkschaftlicher Linksblock ================================================ ================================================ INTERNATIONALE SOLIDARIÄT ================================================ ================================================ 9 "In Spanien gilt noch faschistisches Recht" Von: akin ================================================ 10 Schweiz/CIA/Medien: Haltet den Aufdecker! Von: akin ================================================ 11 Every UK home is now a potential detention centre! Von: John O ================================================ 12 new issue transversal: "do you remember institutional critique?" Von: eipcp ================================================ 13 Mosambik-Info 24.1.2006 Von: Peter Pils ================================================ 14 Kongo: Unabhängige Untersuchung nach Tod von acht Blauhelmen gefordert Von: GFBV Hans Bogenreiter ================================================ 15 Heiligendamm -- Warschau Von: gipfelsoli-l at lists.nadir.org ================================================ 16 Kanada: Ureinwohnern droht durch Wahlsieg der Konservativen massive Nachteile Von: GFBV Hans Bogenreiter ================================================ 17 Iraqi rebels in western city turn against Qaeda Von: wadi wien ================================================ ================================================ INFO ================================================ ================================================ 18 Das akin-Telefonbuch 2006 Von: akin ================================================ ================================================ B) TEXTE ================================================ ================================================ ANKÜNDIGUNGEN ================================================ ================================================ 1 Aufruf und Veranstaltung zu zweisprachigen Ortstafeln Von: Initiative Minderheiten Newsletter ================================================ Der Republikanische Club – Neues Österreich plant, einen AUFRUF zur Umsetzung der VfGH Erkenntnisse betreffend zweisprachiger Ortstafeln in Zeitungen (Presse, Standard, eventuell Salzburger Nachrichten) zu schalten. Die Methode wäre wieder die altbewährte, wir sammeln Unterschriften von Personen, die bereit sind, 25 Euro zu zahlen und ihren Namen unter den Aufruftext zu setzen. Wenn wir 100 UnterstützerInnen beisammen haben, können wir ein Inserat schalten, je mehr Unterschriften, desto mehr Inserate. Der Aufruftext wird zweisprachig (deutsch/slowenisch) sein. Bitte antwortet uns per Email repclub at repclub.at oder RepiKlub at surfeu.at, wenn Ihr den Aufruf unterschreiben wollt. Für den Republikanischen Club – Neues Österreich Sibylle Summer (0664 -1032438), Jacqueline Csuss, Peter Kreisky, Doron Rabinovici, Ernst Tiefenthaler (Kontonr.: Bank Austria, 610 620 502; Kennwort „Inserat“) AUFRUFTEXT Die politisch Verantwortlichen in Österreich, allen voran der Bundeskanzler und der Kärntner Landeshauptmann ignorieren die Erkenntnisse des Verfassungsgerichtshofes. 50 Jahre nach Unterzeichnung des Staatsvertrages sind die Verpflichtungen daraus noch immer nicht vollständig umgesetzt. Der Kärntner Landeshauptmann spottete über den Namen des früheren Präsidenten des Verfassungsgerichtshofes und verhöhnt die Erkenntnisse des jetzigen. Der Bundeskanzler schweigt dazu. Dies höhlt den Rechtsstaat aus, denn ohne Minderheitenrechte wird das Recht der Mehrheit zur bloßen Willkür. Wir fordern nicht mehr als die Einhaltung von Recht und Verfassung! Wir fordern die Umsetzung der VfGH Erkenntnisse in Bezug auf die Aufstellung der zweisprachigen Ortstafeln in Kärnten! Anbei noch ein Veranstaltungshinweis zum Thema. Am.7. Februar um 19 Uhr gibt es im Republikanischen Club – Neues Österreich eine Podiumsdiskussion mit RA Rudi VOUK. Dienstag, 7. Februar 2006, 19 Uhr, im Republikanischen Club: ZWEISPRACHIGE ORTSTAFELN IN KÄRNTEN – Wie können die Erkenntnisse des VfGH umgesetzt werden? Wie beliebig ist der österr. Rechtsstaat gegenüber Minderheitenrechten? Eine Diskussion mit: RA Rudi VOUK (er erwirkte die Erkenntnisse des VfGH), Barbara PRAMMER (2. Präsidentin des NR), Terezija STOISITS (Vorsitzende des Menschenrechtsausschusses im NR), Volker KIER (SOS Mitmensch), Prof. Bernd Christian FUNK (Verfassungsrechtsexperte), Prof. Hannes TRETTER (Leiter des Boltzmann Institutes für Menschenrechte) Republikanischer Club – Neues Österreich, Rockhgasse 1, 1010 Wien, Eingang Cafe Hebenstreit www.repclub.at, Email: repclub at repclub.at ================================================ 2 Vorführung von "Artikel 7 - Unser Recht!" am 31.01. Von: Initiative Minderheiten Newsletter ================================================ Liebe FreundInnen und KollegInnen! Wir bitten um Bekanntgabe und Verbreitung des folgenden Termins: "ARTIKEL 7 - UNSER RECHT! / CLEN 7 - NASA PRAVICA!" (A/SLO 2005, R: Thomas Korschil u. Eva Simmler, 83 min) www.artikel7.at FILMVORFÜHRUNG mit anschl. Möglichkeit zur Diskussion mit den beiden FilmemacherInnen WANN: Dienstag 31. Jänner 2006; 19:25 WO: HTU-cinestudio (Audi Max der TU), 1060 Wien; Getreidemarkt 9 www.cinestudio.at "Der Film ist so unspektakulär, genau und seriös geraten, dass man sich wünschte, die Bürgermeister der betroffenen zweisprachigen Kärntner Gemeinden, in denen noch immer keine zweisprachigen Ortstafeln stehen, würden verpflichtet, ihn sich anzusehen." Christa Zöchling, Profil "Unter dem Vorwand, der Film sei 'politisch einseitig', scheint sich nun Österreichs öffentlich-rechtliche Sendeanstalt dem nationalistischen Diskurs in seiner Programmpolitik anzuschließen. Dies ist besonders bedenklich, da die Absage von Artikel 7 / Clen 7 in einem Jahr erfolgte, in dem Österreich das fünfzigjährige Jubiläum seines Staatsvertrages zelebrierte ? jenes Staatsvertrages, in den der Artikel 7 eigens deshalb aufgenommen wurde, um die Rechte ethnischer Minderheiten gesetzlich zu garantieren. Bis heute: vergebens." Ales Debeljak, Die Zeit ***** Newsletter der Initiative Minderheiten Gumpendorfer Straße 15/13 A-1060 Wien Tel. 586 12 49-18 Fax 586 82 17 http://www.initiative.minderheiten.at http://www.gastarbajteri.at ***** ================================================ 3 Do26.1./Dodemo9.2.-Aufruf, Plakate, Jingle u.a./24.1.:Aktionstag/26.1.:Kundgebung gg Rechtsextreme Von: August Faschang ================================================ Liebe Leute! 1) DONNERSTAG 26.1. 2) DONNERSTAGSDEMO 9.2. -VORBEREITUNG 2-1)AUFRUFTEXT-BITTE WEITERVERBREITEN!!! 2-2)PLAKATE 2-3)RADIO-JINGLE 3) 24.1.: AKTIONSTAG GEGEN RASSISMUS 4) 26.1.: KUNDGEBUNG GEGEN RECHTSEXTREMES TREFFEN IN OTTAKRING +++++++++ 1) DONNERSTAG 26.1.: Aufgrund der Kundgebung gegen das Treffen Rechtsextremer aus dem FPÖ-Nahbereich findet am 26.1. kein Speakerscorner am Ballhausplatz statt. Es wird aber auf jeden Fall zwischen 20Uhr und 20Uhr15 mindestens ein Speakerscornermensch am Ballhausplatz sein, damit niemand verloren geht, der sich zur gewohnten Zeit am Ballhausplatz einfindet. Sollte die Kundgebung in Ottakring kürzer als erwartet dauern, können wir natürlich gemeinsam zum Ballhausplatz weiterfahren. Die Widerstandslesung findet statt. DONNERSTAGSPROGRAMM FÜR 26.1. -----17Uhr Widerstandslesung (Ecke Ballhausplatz/Heldenplatz) -----18Uhr30 Kundgebung in Ottakring (siehe Punkt 4 der Aussendung) ----- Danach für alle, die noch Zeit und Kraft haben: Vobereitungstreffen-Donnerstagsdemo (9.2.) im Käuzchen ++++++++++2) DONNERSTAGSDEMO 9.2. -VORBEREITUNG Es wird wie immer bei Dodemos keine Reden geben. Während der Demo und davor am Ballhausplatz kann eine CD mit dem Flyertext abgespielt werden (mit einer fast unendlichen Liste schwarzblauranger Grausligkeiten). Den Flyer gibt es auf www.do-speakerscorner.org - auch zum Ausdrucken! Als Stationen der Demo werden u.a. das AMS und der Verfassungsgerichtshof anvisiert! ++++++++++2-1)AUFRUFTEXT-BITTE WEITERVERBREITEN!!! Bitte per Mail, auf Homepages etc. weiterverbreiten: AUFRUF ZUR DONNERSTAGSDEMO AM 9.2.2006 6 JAHRE WIDERSTAND GEGEN DIE SCHÜSSEL-HAIDER-REGIERUNG DIESMAL MIT ZWEISPRACHIGEN DEMOTAFELN ZUM VERFASSUNGSGERICHTSHOF! Gegen Schüssels Ratspräsidentschafts- und Mozartkugelidylle in einer gleichgeschalteten Medienlandschaft! Zeigen wir, dass wir wissen, wer sie sind: Verantwortliche für Rekordarbeitslosigkeit und Einkommensverluste, RassistInnen, NaziverharmloserInnen, Verhinderer zweisprachiger Ortstafeln und VerfassungsbrecherInnen, homophobe SexistInnen, SozialdemontiererInnen! Heute demonstrieren wir nochmals das wahre Gesicht dieser Regierung und morgen wählen wir sie ab! Am 4.2.2000 wurde die erste Schüssel-Haider-Koalition angelobt und schon am 9.2.2000 stand die Botschaft besorgter BürgerInnen am Ballhausplatz! Es gibt viele gute Gründe, gegen die schwarzblaurange Regierung zu sein. Jeder/Jedem sind andere besonders wichtig. Wir laden alle ein, ihre Gründe mitzubringen, im Kopf oder - noch besser - auf Tafeln, Transparenten etc.. Viele der schwarzblaurangen Grausligkeiten der letzten 6 Jahre sind schon fast in Vergessenheit geraten, aber nicht weil sie so wenig schlimm wären, sondern weil sie nach dem Motto "speed kills" ständig überboten werden. Wer noch alte Demotafeln o.ä. aus den letzten Jahren hat, soll sie mitbringen, damit die Geschichte schwarzblauranger Unappetitlichkeiten in Erinnerung gerufen wird. Neue Transparente, Kleidungszusätze usw. zu den aktuellen Bedrohungen durch die Regierung sind natürlich genauso gern gesehen! Nach wie vor gibt es jeden Donnerstag Widerstandsaktivitäten am Ballhausplatz/Ecke-Heldenplatz (Widerstandslesung ab 17Uhr, Speakerscorner* gegen Schwarzblaurange mit Mahnwache vor dem Kanzleramt ab 20Uhr). Zum sechsten Jahrestag der schwarzblaurangen Machtübernahme ist es an der Zeit, wieder einmal eine größere Protestaktion gegen die schon viel zu lange amtierende Regierung durchzuführen, die über den Ballhausplatz hinausgeht. Daher wird es am 9.2.2006 wieder eine Donnerstagsdemo in Wien geben. Treffpunkt: 20Uhr am Ballhausplatz! Eine möglichst große Weiterverbreitung des Demotermins ist erwünscht! Get up, stand up for your right! *Der einzig wahre Speakerscorner am Ballhausplatz. Beim Versuch, ihn zu imitieren, blamierte sich die Regierung. ++++++++++2-2) PLAKATE Text: 6 Jahre Widerstand Donnerstagsdemo gegen Schwarzblaurange 9.Februar 2006, Ballhausplatz, 20Uhr Rekordarbeitslosigkeit endlich abbauen! Zweisprachige Ortstafeln endlich aufstellen! Stationen u.a.: AMS, Verfassungsgerichtshof Wer noch Druckmöglichkeiten anbieten kann (gratis oder sehr kostengünstig), bitte melden: 0650 9451650! ++++++++++2-3)RADIO-JINGLE Text konnte wegen des kurzfristigen Einspielungsangebots bei Radio-Orange nicht abgesprochen werden - ist aber mit einer kleinen Ausnahme (zur Einhaltung des 50Sekunden-Limits statt "Ratspräsidentschafts- und Mozartkugelidylle" nur "Ratspräsidentschaftsfeiern") nur aus Teilen beschlossener Texte zusammengestellt: Text: 6 Jahre Widerstand Donnerstagsdemo gegen Schwarzblaurange Gegen Schüssels Ratspräsidentschaftsfeiern in einer gleichgeschalteten Medienlandschaft! Zeigen wir, dass wir wissen, wer sie sind: Verantwortliche für Rekordarbeitslosigkeit und Einkommensverluste, RassistInnen, NaziverharmloserInnen, Verhinderer zweisprachiger Ortstafeln und VerfassungsbrecherInnen, homophobe SexistInnen, SozialdemontiererInnen! 9.Februar2006, Ballhausplatz, 20Uhr Stationen u.a. AMS, Verfassungsgerichtshof Wenn jemand den Jingle außerhalb von Radio Orange verwenden will, bitte melden: 0650 9451650. ++++++++++3) 24.1.: AKTIONSTAG GEGEN RASSISMUS - organisiert von Linkswende am 24.1.2006 um 19 Uhr ist am Heldenplatz Treffpunkt für den Fackelzug zum Schubgefängnis am Hernaler Gürtel, weiter geht es mit einem Rock gegen Rassismus im B72 visa vis zwischen der U6 Station Josefstätter - & Alserstrasse (Stadtbahnbogen 72) zugunsten von Ute Bocks Flüchtlingsprojekts. Die Bands spielen unentgeltlich. - Eintritt an der Abendkassa: 8,- Die Idee zum Aktionstag ist begründet durch das neue Staatbügerschafts- & Asylgesetz ebenso wie der Befürchtung, dass nicht nur die FPÖ, sondern auch die Regierungsparteien, ihren Wettkampf wer am meisten rassistisch ist vor den Wahlen 2006 verschärfen. Kein Wunder, ihre unsoziale Politik müssen sie verschleiern und Sündenböcke müssen her. 4) 26.1.: KUNDGEBUNG GEGEN RECHTSEXTREMES TREFFEN IN OTTAKRING - organisiert von SLP unter Beteiligung diverser Gruppierungen. Stoppt den rechtsextremen BFJ! *Protest gegen rechtsextremes Treffen Wann: 26.1., 18.30 Wo: Wien 16; Koppstrasse 72 (Öffis: 48a, 9) Gefährliches rechtsextremes Treffen in Ottakring! Gemeinsam gegen das Nazi-Heim in der Koppstrasse! Die gefährlichen rechtsextremen Organisationen AfP und BFJ kündigen für Donnerstag, 26. Jänner eine Veranstaltung in ihrem Vereinslokal, dem sog. Fritz-Stüber-Heim (Koppstrasse 72, 1160 Wien), an. Dieses Treffen soll der Vernetzung der rechtsextremen gewaltbereiten Szene dienen. In diesem Heim der Aktionsgemeinschaft für demokratische Politik (AfP) wurden 1992 Waffen der Neonazi-Wehrsportgruppe Trenck sichergestellt. 2000 flog ein weiteres Treffen unter Führung des gerade aus der Haft entlassen Nazis Gottfried Küssel auf. Treffen wie das am 26.1. finden oft auch unter Beteiligung ausländischer Rechtsextremisten sowie FPÖ-Politiker statt. Zum Bund freier Jugend (BFJ): Dieser ist quasi die Jugendorganisation der AfP. In einem Gutachten des Verfassungsexperten DDr. Heinz Mayer über diesen heißt es: Die Publikationen verstoßen massiv gegen die Bestimmungen des NS-Verbotsgesetzes. Organisationen wie BFJ und AfP stellen eine ernsthafte Bedrohung dar. Nicht nur, dass immer stärker Menschen ausländischer Herkunft und Linke attackiert werden, richtet sich der BFJ auch gegen jegliche demokratische und gewerkschaftliche Errungenschaften von ArbeitnehmerInnen. Nur gemeinsam können wir die rechtsextreme Gefahr zurückdrängen! Komm auch Du deshalb zu unserer lautstarken Kundgebung am Donnerstag, 26. Jänner, ab 18:30, Koppstrasse Nr. 72 (Ecke Kreitnergasse), 1160 Wien. Öffentlich zu erreichen: Linie 48A bzw. Linie 9). ================================================ 4 9. Wiener Regenbogen-Ball am 28. J ä nner 2006 Von: Kurt Krickler ================================================ Medienaussendung der Homosexuellen Initiative (HOSI) Wien vom 24. Jänner 2006 Regenbogen-Ball 2006 – Der Countdown läuft! Es sind nur mehr wenige Tage bis zur großen Benefizveranstaltung: Kommenden Samstag, 28. Jänner 2006, findet im nobel-dekadenten Ambiente des Parkhotels Schönbrunn der 9. Wiener Regenbogen-Ball statt. Auch heuer kann die HOSI Wien als Veranstalterin wieder mit einem bunten Programm aufwarten: Das Regenbogen-Ballkomitee und die Tanzgruppe Les Schuh Schuh eröffnen die rauschende Ballnacht. Danach sorgen klassische Walzerklänge und heiße Latino-Sounds der Damenkapelle Johann Strauß bzw. der Band A-Live im großen Ballsaal für Abwechslung auf dem Tanzparkett. Die Fotografin Karin Hofbauer und der Designer Nhut La Hong präsentieren auf einer Vidi-Wall ihre Fotogeschichte, in der es um die Symbolik der Regenbogen-Farben geht. Der Eisprinz, Cyril Radlher-Joseph, ist am Ballabend anwesend. Seine „Prinzessin“, Ex-Miss Austria Sylvia Hackl, wird von ihrer Nachfolgerin Tanja Duhovich vertreten. Im Wintergarten freuen sich die BesucherInnen um 22 Uhr auf das Wiener Urgestein Jazz-Gitti. Ab 23 Uhr begeistern Desert Wind mit ihrer Musik Jazz-, Soul- und FunkliebhaberInnen. Fans von Frank Sinatra oder Zarah Leander kommen in der Sissi-Bar bei den Liedern von Beniese Bennett voll auf ihre Rechnung. Kurz vor Mitternacht jagt ein Ball-Highlight das nächste: Zunächst versetzen die TurniertänzerInnen von AURA alle Anwesenden mit ihrer perfekten Kunst in Entzücken; danach lädt Tanzmeister Wolfgang Stanek zum absoluten „Must“ des Abends ein, zur Publikumsquadrille! „Yes, Sir, I can boogie“ lautet das Motto, wenn Mayte Mate und Partnerin Romy alias „Baccara“ die BallbesucherInnen für eine Nach-Mitternachtseinlage der besonderen Art in den Tanzsaal locken. Um 2 Uhr morgens wird es schließlich spannend: Wertvolle Preise, wie eine Flugreise nach Amsterdam oder ein Foto-Shooting warten bei der Glückshafen-Tombola-Ziehung auf die GewinnerInnen. Als Gäste angesagt haben sich bisher u. a. Life-Ball-Organisator Gery Keszler, der Modedesigner Nhut La Hong, SPÖ-Stadträtin Sonja Wehsely, Grünen-Frontfrau Maria Vassiliakou, SPÖ-Europasprecher Caspar Einem, Ex-Miss-Austria Tanja Duhovich, Model Cyril Radlher-Joseph und Moderator Günter Tolar. Durch den Abend führt Szeneliebling Lucy McEvil. Wichtiger Hinweis – Presseempfang am Ballabend um 19.30 Uhr: mit Baccara, Beniese Bennett, dem Designer Nhut La Hong, Eisprinz Cyril Radlher-Joseph, Eisprinzessin Tanja Duhovich, Fotografin Karin Hofbauer sowie den HOSI-Wien-Obleuten Christian Högl und Bettina Nemeth. Die eintreffenden Ehrengäste werden ebenfalls eingeladen, daran teilzunehmen! Rückfragehinweis: Barbara Süss, 0650 909 13 12 Philipp Kainz, 0650 850 45 76 www.regenbogenball.at ================================================ ================================================ 5 28.1.06: Irak-Veranstaltung in Münster Von: wadi wien ================================================ Veranstaltung: 28.01. 2006 um 20Uhr in der ESG, Breul 43, Münster "Irak- von der Republik der Angst zur freiheitlichen Demokratie?" Wie stehen im Irak die Chancen auf Demokratisierung nachdem die 35-jährige Schreckensherrschaft des Baath-Regimes beendet wurde? Wer sind die derzeitig relevanten Akteure im Land? Was hat es mit dem "Widerstand" auf sich? Und welche Fehler haben die Amerikaner gemacht? Um in diese und andere Fragen etwas Licht zu bringen hat das Referat für politische Bildung des asta für den 28. Januar Thomas Schmidinger aus Wien eingeladen. Der Referent war schon mehrfach für den Wadi e.V. im Irak und hat außerdem ein Buch zum Thema im Ca-Ira Verlag mitherausgegeben. Des weiteren publiziert er in Jungle World, Context XXI und anderen Zeitschriften. links zum Thema: www.wadinet.de www.ca-ira.net -- WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit e-mail: wadi.wien at gmx.at website: www.wadinet.at Tel.: 0699-11365509 Postfach 105 A-1181 Wien Spendenkonto in Österreich: Kontonummer 07.405.301 Evangelische Kreditgenossenschaft eG BLZ 31800 IBAN: AT10 3180 0000 0740 5301 BIC: EVKRATW1 ================================================ MEINUNGEN UND MELDUNGEN ================================================ ================================================ 6 Sozialversicherungsnummer, Bacherpark, Mauthausen, Venezuela Von: akin ================================================ > WWWebtips https://www.quintessenz.at/svnr-doktor/ Angefangen hat alles mit der Bildungsevidenz, wofuer die Sozialversicherungsnummer (SVNR) missbraeuchlich verwendet wurde. Mittlerweile wollen aber auch Firmen (z.B. Wuestenrot) eine Angabe der SVNR. Datenschutzrechtlich ist das wohl ein Problem. Derweil breitet sich allerdings eine Krankheit in der Bevoelkerung aus: die Legasthenie. Und da kann es schon mal zu falschen Nummern kommen. Ein kleines Tool der quintessenz moechte ganz besonders dort helfen, wo nachlaessige Schreibweisen und Zahlendreher durch Zufall korrekte Pruefziffern ergeben koennten. Denn die oesterreichische Sozialversicherungsnummer wird zwar von einer Pruefziffer geschuetzt, aber schlampige Schrift (1~7, 3~8,5~9, usw...) oder verknotete GehWINDirnUNGEN koennen durch Zufall wieder korrekte Pruefziffern ergeben. Damit kann, ohne Datenabgleich mit den Sozialversicherungstraegern, der Fehler nicht mehr erkannt werden. (quintessenz/akin) * http://bacherpark.viennablog.at/ Die Bacherparkbesetzung geht weiter -- virtuell gibts jetzt auch ein weblog dazu. Viel steht dort nicht an Admin-Beitraegen, dafuer wird heftig gestritten. * http://www.mkoe.at/downloads/Callforpapers.pdf Fuer das Jahr 2006 wurde vom Mauthausen Komitee der thematische Schwerpunkt "Frauen im KZ-Mauthausen" festgelegt. Dazu soll es am 4.Mai in Linz eine Tagung geben. Untertitel: " Frauen zwischen Mutterkreuz und Gaskammer". Texte zur Vorbereitung der Tagung werden jetzt erbeten. Unter der URL kann man resp. frau sich darueber informieren. * http://venezuela-info.net/index.php Eine Linksammlung zu Artikeln ueber Venezuela und den generellen Linksruck lateinamerikanischer Regierungen. ================================================ 7 "Kommunismus"/Debatte: Zu "Im Namen meiner gefallenen Genossen" Von: akin ================================================ "Kommunismus"/Debatte: In akin 1/06 (akin-pd 10.1.2006) berichteten wir ueber eine geplante Resolution des Europarats mit dem Titel "Ueber die Notwendigkeit der internationalen Verurteilung der Verbrechen totalitaerer kommunistischer Regimes" und dokumentierten den Protest des griechischen Widerstandskaempfers und Komponisten Mikis Theodorakis. Darauf entspann sich folgende Debatte: > Demagogische Verdrehung Ich beziehe mich auf den ungekuerzten, unter http://www.kommunisten.at veroeffentlichten, uebersetzten Text von Mikis Theodorakis. Verbrechen sollten untersucht werden, um ihre Ursachen zu erforschen und um sie in Zukunft verhindern zu koennen. Sie sollten untersucht werden ohne Ansehen der Person oder der Ideologie, ob begangen von einem ehemaligen US-Aussenminister oder einem chilenischen Ex-Diktator, ob im Namen des Nationalsozialismus, des radikalen Islamismus oder... des Kommunismus. Selbstverstaendlich soll sich der Europarat mit ihnen befassen, denn die Verbrechen im Namen des Kommunismus gehoeren zu den allerschlimmsten der Menschheitsgeschichte. Zeitgeschichtlich -- begannen sie sogar lange VOR den Naziverbrechen. Schon 1919 ermordete die Sowjetunion zur Durchsetzung der Zwangskollektivierung von Bauern zahllose Menschen. Allerdings waren die Verbrechen damals nicht bekannt. Alle Verbrecher bemuehen sich, ihre Verbrechen geheim zu halten. Auch die Judenvernichtung war streng geheim. Stalins Verbrechen wurden erst nach dessen Tod in einer aeusserst kurzen Aera der Selbstkritik der Sowjetunion bekannt und die von Lenin sogar erst Ende der 80er. Apropos Selbstkritik. Ich kenne keine Ideologie, die weniger selbstkritisch war. Der Kommunismus verkuendete pausenlos Frieden, Freiheit und Wohlstand fuer alle und rief fast immer das Gegenteil samt mystisch verklaertem Fuehrerkult hervor. Selbstkritik, so etwas gab es nicht bei der kommunistischen Partei, beim Parteikongress und schon gar nicht bei einem kommunistischen Fuehrer. Kaum eine Ideologie war manipulativer, propagandistischer und selbstbeweihraeuchender. Das hat vielleicht mit diesem "Gutmenschentum" zu tun. Ein "guter" Mensch, der immer und ueberall "Gutes" hervorrufen will, kann nicht glauben, wenn er dabei Verbrechen begeht. Eigentlich mochte ich den Saenger Mikis Theodorakis, seine Musik und seinen antifaschistischen Kampf. Eine Illusion! Seine Stellungnahme zum Europarat bedeutet Leugnung und Verharmlosung von Kapitalverbrechen. Warum sollte man die Sache anders beurteilen als bei einem Nazi, der den Holocaust leugnet, Dresden gegen London aufrechnet und nur Hiroshima sieht, aber nicht die Millionen Toten des mit Nazideutschland befreundeten japanischen Kaiserreichs? Aeusserst interessant ist -- bedenkt man die Krise, in der sich die Linke heute befindet -- seine Argumentation: Die Verbrechen der einen (radikale Islamisten, irakische Terroristen,...) werden verharmlost, die der anderen (USA) total ueberzeichnet. Auch das unselige "USA-ist-gleich-Nazis" muss her: "...die USA, die mit Hitler-Methoden ganze Voelker hinopfern, wie im Irak, das sie in ein zerstoertes Land verwandelt haben...". Nun, ganz im Gegenteil, die USA haben niemals irgendwo Voelker hingeopfert, sondern vielmehr Kurden, Taiwanesen, Tibeter, Kosovo-Albaner, Afghanen, Juden und viele andere vor Verfolgung in Schutz genommen. Auch den Irak hat nicht die USA zerstoert, sondern Saddam Hussein als er 1981 sein Volk in einen unsinnigen, verlustreichen Krieg um ein paar oelreiche Gebiete (da ging es wirklich ums Oel!!!) zwang. Und jetzt wird der von den USA personell und finanziell betriebene Wiederaufbau des Staates von (grossteils auslaendischen) Terroristen mit aeusserst brutalen Methoden wie Attentaten und Entfuehrungen behindert. Theodorakis preist die Vernichter und beschimpft jene, die helfen! Tatsache ist, dass Guantanamo sogar tagtaeglich in der europaeischen Politik vorkommt, dass Strafmassnahmen gegen Staaten, die angeblich CIA-Gefaengnisse unterhielten, ueberlegt werden, dass die USA auf Foltervorwuerfe laengst mit einem Anti-Folter-Gesetz reagiert haben, dass die Verantwortlichen der Abu-Ghraib-Folterer laengst zu empfindlichen Haftstrafen verurteilt sind, dennoch, laut Theodorakis sind die USA "voll mit amerikanischen Gefaengnissen, in denen taeglich Tausende unschuldiger Opfer auf grauenvolle Weise gequaelt werden", worueber "der Europarat kein Wort" verliert, "ebensowenig ueber das moderne hitlerische Folterlager von Guantánamo." Europa ist "zu einem Tummelplatz fuer die Flugzeuge der CIA geworden", beladen "mit Menschen, die jeglicher Rechte beraubt wurden". Das ist schlimmste demagogische Verdrehung der Wahrheit und ich kann mir gut vorstellen, dass Mikis Theodorakis ausser propagandistische, manipulierte und tatsachenverwaesserte Kommentare in der griechischen KP-Presse keine anderen Informationsquellen heranzieht. Ein derart prominenter Mann, der seine Bekanntheit fuer solch anti-amerikanischen und anti-europaeischen Populismus benutzt, handelt selbst verantwortungslos und schaendlich! Er spricht sicher nicht im "Namen" von im antifaschistischen Kampf gefallenen "Toten", sondern fuer eine pro-faschistische Linke, die Verbrechen des Kommunismus leugnet, Methoden und Ziele des irakischen Widerstands gutheisst und den Religions-Faschismus des radikalen Islamismus gegenueber den USA in Schutz nimmt. Damit geraet sie in gefaehrliche Naehe, zukuenftige Attentate gegen unschuldige Menschen in den Demokratien des Westens nicht nur rhetorisch zu verharmlosen und zu entschuldigen, sondern sogar zu unterstuetzen und ihnen damit erst Recht Vorschub zu leisten. *Thomas Herzel* Zwei Antworten aus der Redaktion: > Herzel hat den Bogen weit ueberspannt Meistens neigen wir dazu, dich, Thomas, zu Wort kommen zu lassen. Wenn genuegend Zeit ist, scheint mir das dann so eine Art Schreibuebung zu sein, dir zu antworten, denn deine Aeusserungen gleichen einander wie ein Ei dem anderen: Links ist boese und hat nur verbrecherische Systeme hervorgerufen. Die Rechten stehen viel zu sehr am Pranger, die USA agieren als selbstlose Verteidiger aller buergerlich-kapitalistischen Staaten. Diese werden selbstredend andauernd vom ach so boesen Kommunismus bedroht. Nun gut, so denkst du nunmal, es scheint dir sogar ein besonderes Beduerfnis zu sein, deine Standpunkte gerade in der akin wiederzukaeuen. Jetzt wuerde ich mich unter anderen Umstaenden mit dir heftig herumstreiten, warum wir Linke sind und du jemand, der Linken die ‘verbrecherische’ Vergangenheit vorzuwerfen pflegt. Alles waere wie immer - aber du hast diesmal eine eindeutige Grenze ueberschritten. Du hast dich mit deinen Tiraden an einen Mann gewagt, der Krieg, Folter und Terrorregime selbst erlebt hat. Abgesehen vom Nazi-Terror wurde Mikis Theodorakis auch von der griechischen Militaet-Junta inhaftiert. Thomas - in welcher grauenhaft gleichmacherischen Welt lebst du? Hast du sie noch alle? Willst du im Ernst die Verbrechen der Nazis und der Junta durch die ‘Verbrechen’ der Kommunisten rehabilitieren - denn das tust du damit! Es ist mir unbegreiflich, wie du einen ehemaligen KZ-Haeftling wie Theodorakis in deine schraege Weltsicht einbauen kannst. Nur, weil er als 80jaehriger nach wie vor revolutionaere Texte veroeffentlichen laesst? Waere es dir lieber, dass die Militaer-Junta Griechenland nach wie vor tyrannisiert? Oder - um den Faden weiterzuspinnen - haette der kommunistische Widerstand gegen Nazi-Deutschland nicht stattfinden sollen? Sag’ es, was und vor allem wie du es meinst. Du schwebst in einer Wolke der spontanen Ahnungslosigkeit, die Bilder entstehen laesst, die ausschliesslich fuer den Sofortgebrauch gelten. Thomas, du hast absolut keine Schimmer von Geschichte - zumindestens der des 19en und 20en Jahrhunderts. Oder haben sich die Kommunisten deshalb gegruendet, weil ihnen so entsetzlich fad war, und sie die Kapitalisten einfach nur abschaffen wollten, weil die Linken bessere Sportplaetze hatten? Sei mir nicht boes` - dieser unertraegliche Versuch der Gleichmacherei ist weder historisch haltbar noch besonders originell. Es gibt und gab keine gleiche Welt, die als Richtschnur dienen koennte, lieber Thomas, jeder Zentimeter wurde staendig erkaempft. Waehrend wir gemuetlich an unseren Antworten herumbasteln, vernichtet ein einziger sinkender Boersenkurs die Existenz ganzer Landstriche in einem Entwicklungsland. Die womoeglich kapitalistische Buergerlichkeit kannst du nur anstreben, wenn du nicht zu den Verlierern gehoerst. In deinem vereinfachten Weltbild existieren die USA als Feindbilder der Linken - aber glaub` es mir, die ‘einfachen’ Menschen koennen niemals unsere Feinde sein. Unsere Feindschaft gilt den Systemen, die Repraesentanten einer wahnwitzigen Ausbeutung hervorbringen. Unsere vehemente Ablehnung gilt einer Weltwirtschaftsordnung, die Menschen - aehnlich einem Schachspiel - hin- und herplaziert oder einfach aus dem Spiel wirft, um die Gewinne zu erhoehen. Solange ein Spekulant wie Soros die Wirtschaft und somit die Einkommensverhaeltnisse eines ganzen Landes bestimmen kann, muessen die Boersen bekaempft werden. Und: soweit die EU mit jeder ‘Verordnung’ die Kapitalflucht der Konzerne schuetzt, kann es keine Vereinbarungen mit dem monetaeren System ‘Europa’ geben. Und jetzt schau, Thomas, was uns als Feindbilder praesentiert wird, um von den wirklichen Bedrohungen abzulenken: ‘Fluechtlingsstroeme’. Also arme Schweine, die nach Europa fluechten, um ein kleines bisschen am ‘Reichtum’ teilzunehmen. *Fritz Pletzl* * > Das alte Lied neu gesungen Ich glaube nicht, dass die akin im Geruch des Stalinismus steht -- schliesslich wurde sie von einer Gruppe (der foej) gegruendet, die ihre Parteiunabhaengigkeit genau in der Ablehnung des Stalinismus begruendete. Die Niederwalzung des Prager Fruehlings ist der Grund, warum diese Organisation sich von der KPOe abspaltete und daher auch der Grund dafuer, dass die akin entstanden ist. Politische Gruppierungen muessen sich aber immer wieder fragen lassen, inwieweit ihr althergebrachtes Selbstverstaendnis noch etwas mit ihrer aktuell gelebten Realitaet zu tun hat. Ergo ist es legitim, zu fragen, ob wir nicht den Stalinismus verharmlosen. Tatsaechlich sind wir schon lange nicht mehr ueber Stalinisten hergezogen -- doch wozu auch? Die "Rote Armee" ist heute eine Wodka-Sorte und nichts weiter. In der politischen Realitaet spielen Stalinisten keine Rolle mehr und die Frage ob Stalin oder Breschnew vielleicht doch recht gehabt haetten, ist fuer uns ungefaehr so relevant, wie die Frage, ob es einen Gott gaebe, oder ob die Erde nicht vielleicht doch eine Scheibe waere. Daher hatten wir auch keine Probleme damit, Theodorakis? Protest nachzudrucken. Denn Kommunismus ist fuer uns nicht die Ideologie Stalins. Dass Andere das anders sehen ist uns schon bewusst -- jahrzehntelang haben Buergerliche, Faschisten und auch orthodoxe KPler uns eingeredet, dass die Sowjetunion der wahre Hort des Kommunismus sei. Die Folge: "Kommunismus" war ein Synonym fuer den GULAG geworden. Diese Gleichsetzung hat der Rechten weltweit immer sehr gut gefallen und sie hat sie dazu benutzt, staendig alle Linken als Stalinisten zu denunzieren -- "Ihr werdets doch von Moskau bezahlt!" Den Spruch haben wir uns lange genug anhoeren duerfen. Irgendwie zieht der Spruch aber nicht mehr. Denn Vladimir Putin ist zwar ein ehemaliger KGB-Offizier, aber wer heute noch meint, dass wir von ihm Geld bekommen koennten, hat in den letzten eineinhalb Jahrzehnten nicht mal die Kronenzeitung gelesen. Das muss man jetzt anders machen. Vor allem da weltweit ernsthaft linke Parteien wieder Aufschwung erhalten -- nicht nur in Lateinamerika, sondern z.B. auch in Deutschland. Selbst hier im kleinen, stockkonservativen Oesterreich koennte es passieren, dass die KPOe mittels steirischem Grundmandat in den naechsten Nationalrat einzieht. Derlei Tendenzen sind in vielen europaeischen Staaten zu beobachten -- es ist Feuer am Dach, denn das Gespenst geht wieder um in Europa. Zwar nicht mehr so bedrohlich wie zur Jahrhundertwende, aber immerhin laestig. Also beginnt man die Verbrechen "des Kommunismus" zu denunzieren. Denn da es keinen Ostblock mehr gibt und als Beispiel fuer derlei Regime einem nur mehr Nordkorea einfaellt, stellt man sich die Frage, wozu eine solche Initiative denn gut sein soll. Historisches Interesse kann es nicht sein, denn das Treiben der Stalinisten ist besser dokumentiert als die meisten anderen politische Verbrechen. Nein, der Grund ist der, dass man die heutige Linke (ob sie sich nun "kommunistisch" nennt oder nicht) wieder besser in den Griff bekommen moechte: Mit der klassischen Methode der Verleumdung und Kriminalisierung. Es geht also um den Antikommunismus alter Schule mit neuen Methoden. Und dagegen muss man protestieren. *Bernhard Redl* ************************************************* 'akin - aktuelle informationen' a-1170 wien, Lobenhauerngasse 35/2 vox: ++43/1/535-62-00 (anrufbeantworter, unberechenbare buerozeiten) http://akin.mediaweb.at akin.buero at gmx.at Bankverbindung lautend auf: föj/BfS, Bank Austria, BLZ 12000, 223-102-976/00, Zweck: akin ================================================ 8 GLB/"Offener Brief"/ÖGB-Präsidium/Post/Villach Von: Gewerkschaftlicher Linksblock ================================================ Pressedienst des Gewerkschaftlichen Linksblocks (GLB), Hugogasse 8, A-1110 Wien - Telefon +43 1 718 26 23-0 - Fax +43 1 718 26 23-30 - Mail glb at aon.at – Web www.glb.at – Ausgabe vom 24. Januar 2006 Offener Brief des GLB an das Präsidium des ÖGB Die Interessen der Mitglieder mit Nachdruck durchsetzen Mit einem „Offenen Brief“ wendet sich die GLB-Bundesvorsitzende Karin Antlanger an das Präsidium des ÖGB. Anlass dafür sind das Verhalten der ÖGB-Spitze bei den Protestaktionen gegen den Börsengang der Post und im Zusammenhang mit dem Gipfeltreffen der EU-Arbeits- und SozialministerInnen in Villach. Wörtlich heißt es in dem „Offenen Brief“: „Der ÖGB und auch die einzelnen Gewerkschaften geben Jahr für Jahr große Summen für Bildung, Organisation und für die Kampagnenfähigkeit der Gewerkschaften aus. Sogar eigene Kampagnensekretäre werden ausgebildet. Die Aktivitäten sowohl zum Börsegang der Post als auch zum Gipfel der EU-Sozial- und ArbeitsministerInnen in Villach haben jedoch gezeigt, dass elementare Grundsätze der so hochgehaltenen Kampagnenfähigkeit hinfällig werden, wenn dahinter nicht konsequente politische Haltungen und Entscheidungen stehen. Der Protestmarsch der Postgewerkschaft und die Zusammenkunft in Villach waren ein Lehrbeispiel dafür, wie man(n) mit Treffsicherheit dafür Sorge trägt, dass Gewerkschaftsproteste im Sand verlaufen: Wenn die Postgewerkschaft in Hinblick auf den anstehenden Börsengang zuerst einstimmig mit Kampfmaßnahmen und Streik droht und dann ein magerer Protestzug zum Finanzministerium übrig bleibt, den der Finanzminister mit einem legeren „Wann kommt?s denn?“ kommentiert, ist dies kontraproduktiv für die Gewerkschaft und damit auch für die Postbediensteten. Dass zu diesem Protestmarsch nur einige hundert TeilnehmerInnen gekommen sind, zeigt auch dass eine breitere Mobilisierung der Postbediensteten und darüber hinaus eine Solidarisierung des gesamten ÖGB zumindest im Raum Wien unterlassen wurde – vielleicht auch gar nicht gewollt wurde. Wenn der ÖGB monatelang gegen die EU-Dienstleistungsrichtlinie und für ein „soziales Europa“ kampagnisiert und sich dann für die BetriebsrätInnenkonferenz in Villach mit Karl Aiginger und Harald Ettl Referenten einlädt, die wider allen besseren Wissens den Anwesenden ein X für ein U vormachen wollen, dann darf man sich über den Unmut nicht wundern. Angesichts von 32 Millionen Arbeitslosen in den EU-Ländern, massivem Sozialabbau und wachsendem Lohndruck für die Lohnabhängigen ist ein Geschwätz á la „Österreich hat vom EU-Beitritt und der Erweiterung profitiert“ eine Verhöhnung, weil die Verteilungsfrage nicht gestellt wird. Und irgendwelche faulen Kompromisse bei der Dienstleistungsrichtlinie brauchen die Gewerkschaften schon gar nicht. Wenn die Gewerkschaften vor lauter Harmoniesucht gegenüber dem „Sozialpartner“ Wirtschaftskammer und offenbar als Vorleistung für eine große Koalition in Villach statt einer offensiven Demonstration mit breiter Mobilisierung (wie vom ÖGB-Kärnten ursprünglich gewollt und 1998 in Innsbruck sehr wohl praktiziert) nur einen „Spaziergang“ mit demütiger Übergabe eines vor allem auf EU-Konformität bedachten „Memorandums“ veranstalten, signalisieren sie der Politik artiges Wohlverhalten anstatt der notwendigen Kampfansage. Die Proteste der internationalen Hafenarbeitergewerkschaft gegen den zweiten Anlauf der EU-Hafenrichtlinie durch Streiks und Protestaktionen in Straßburg haben das EU-Parlament bewogen diesen neuerlichen Vorstoß abzulehnen. Eine Ablehnung der Dienstleistungsrichtlinie und anderer unsozialer Maßnahmen kann nur mit einer vergleichbaren Entschlossenheit erreicht werden. Gleiches gilt für die laufenden Verschlechterungen in Österreich. Auch dagegen sind nicht faule Kompromisse und angepasstes Auftreten gefragt, sondern offensive Widerständigkeit. Ich ersuche das ÖGB - Präsidium diese Aspekte in Hinblick auf das Image der Gewerkschaften als Interessenvertretung der Lohnabhängigen zu berücksichtigen und bei künftigen Auseinandersetzungen einen offensiveren Kurs einzuschlagen. Wir brauchen eine Gewerkschaft, die sowohl den Kapitalvertretungen als auch der Politik vermitteln kann, dass sie die Interessen ihrer Mitglieder mit allem Nachdruck durchzusetzen bereit ist.“ ================================================ INTERNATIONALE SOLIDARIÄT ================================================ ================================================ 9 "In Spanien gilt noch faschistisches Recht" Von: akin ================================================ > "In Spanien gilt noch faschistisches Recht" Der 71 Jahre alte Vicente Muñiz aus Valencia will ein 1941 vollstrecktes Todesurteil gegen seine Eltern anfechten. Er hat den Europaeischen Gerichtshof fuer Menschenrechte in Strasbourg eingeschaltet um die Todesurteile eines Kriegsgerichts gegen seine Eltern annullieren zu lassen. Ein Interview. Frage: Sie waren sechs Jahre alt, als Valencia sich 1939 als eine der letzten spanischen Staedte den Putschtruppen unter General Francisco Franco ergab. Warum wurden Ihre Eltern verhaftet? Meine Eltern waren Mitglieder der trotzkistisch-marxistischen Arbeiterpartei POUM, was ja schon ausreichte, um als »Rote«, wie die Faschisten sie nannten, an die Wand gestellt zu werden. Mein Vater war Fahrer des oertlichen Parteisekretaers und meine Mutter Haushaelterin des Parteilokals. Da wir keine Wohnung hatten, wohnten wir dort auch. Die Raeume waren von der POUM beschlagnahmt worden, sie hatten zuvor einem Bourgeois gehoert. Urspruenglich ging es bei der Verhaftung um Raub, die Familie wollte ihr Eigentum zurueck haben. Als meinen Eltern 1941 jedoch der Schnellgerichtsprozess gemacht wurde, behauptete ein Zeuge, meine Mutter habe erzaehlt, drei Frauen ermordet zu haben. Das Gericht hatte weder Leichen noch Namen der Ermordeten noch sonst etwas. Trotzdem wurden meine Eltern u. a. wegen Mordes zum Tode verurteilt. Am 6. April 1941 wurde das Urteil in Paterna vollstreckt, die Leichen wurden in einem Massengrab verscharrt, wo sie noch heute liegen. F: Wie erfuhren Sie davon? Nachdem Franco 1975 gestorben war und die Sozialisten unter Felipe Gonzalez sieben Jahre spaeter die Wahlen gewannen, hofften viele Opfer, dass die Wahrheit ans Tageslicht komme. Ich dachte, die zustaendigen Stellen wuerden mir die Dokumente ueber den Prozess geben – Fehlanzeige. Ich schrieb an Verteidigungsminister Eduardo Serra – drei Jahre lang kam keine Antwort. Schliesslich liess er mir erklaeren, ich solle den Rechtsweg einschlagen. F: Sie sind aber dann doch an einen Teil der Unterlagen gelangt ... Letztlich hat mir der Generalkapitaen der Armee in Valencia geholfen. Er war der einzige, der etwas getan hat. Die Politiker sind Meister im Betrug, sie spielen auf Zeit. Mit einigen Dokumenten, die mir zugesprochen wurden, wollten sie mich abspeisen. Mir ging es aber auch darum, eine Rente zu bekommen. Der Generalkapitaen bot mir deshalb eine Amnestie fuer meine Eltern an. Doch ich will, dass die Urteile der Faschisten geprueft werden, damit das Unrecht festgestellt wird. Die Beteiligten an den Vorgaengen sind sowieso laengst tot. Es war damals normal, Leuten einen Mord anzuhaengen, wenn ein Prozess stattfand. Meine Eltern waren Linke, das war schon ihr Todesurteil. F: Vor zwei Jahren ist Ihnen etwas Historisches gelungen. Erstmals wurde in Spanien vor dem Obersten Gerichtshof eine Revision zur Pruefung angenommen. Die waren ueberrascht. Sie nahmen den Fall zunaechst an – stoppten dann aber das Verfahren, weil sie fuerchteten, es koenne viele weitere Klagen nach sich ziehen. Zehntausende liegen heute noch in Massengraebern, und viele ihrer Hinterbliebenen wollen diese Todesurteile nachtraeglich anfechten. F: Der Antrag wurde abgelehnt? Die Richter erklaerten, die Urteile basierten auf geltendem Recht. Es sei Sache der Politiker, die Gesetze zu aendern. Die aber sollten vor Scham im Boden versinken, dass in Spanien heute noch faschistisches Recht gilt. Man sollte sich das in Deutschland oder Italien einmal vorstellen! Bis heute hat es in Spanien nie eine Art Saeuberung gegeben – faschistische Richter, Militaers oder deren Nachkommen sitzen ueberall auf hohen Posten. Die Sozialisten haben nach dem erneuten Wahlsieg vor knapp zwei Jahren diese Gesetze uebrigens nicht geaendert, obwohl sie es wieder einmal versprochen hatten. F: Jetzt gehen Sie nach Strassburg? Ich habe Ministerpraesident José Luis Rodríguez Zapatero alle Zeit gelassen, ich habe ihm geschrieben und eine Kopie des Verfassungsgerichtsurteils geschickt. Der hat aber nicht einmal geantwortet! Ich glaube, die Richter in Strasbourg werden Baukloetze staunen, wenn sie sehen, dass in Spanien noch Faschistenrecht gilt. (at.indymedia) Quelle:http://at.indymedia.org/newswire/display/54970/index.php Weitere Infos unter: www.heise.de//tp/r4/artikel/21/21696/1.html ================================================ 10 Schweiz/CIA/Medien: Haltet den Aufdecker! Von: akin ================================================ Schweiz/CIA/Medien: > Haltet den Aufdecker! Die CIA-Affaere hat Folgen -- fuer die Berichterstattung Bekanntermassen hatte das Schweizer Boulevard-Magazin SonntagsBlick am 8.Jaenner den Inhalt eines Fax veroeffentlicht, das der eidgenoessische Geheimdienst im November 2005 mit der Lauschstation Onyx aus der Kommunikation zwischen dem aegyptischen Aussenminister Ahmed Aboul Gheit und seiner Botschaft in London abgehoert hatte. Der Aussenminister teilt in dem Dokument mit: "Die Botschaft hat aus eigenen Quellen erfahren, dass tatsaechlich 23 irakische und afghanische Buerger auf dem Stuetzpunkt Mihail Kogalniceanu in der Naehe der Stadt Constanza am Schwarzen Meer verhoert wurden. Aehnliche Verhoerzentren gibt es in der Ukraine, im Kosovo, in Mazedonien und Bulgarien." Doch bei das Dokument war eine vom Schweizerischen Geheimdienst als geheim klassifizierte Abschrift. Das Eidgenoessische Departement (= Ministerium) fuer Verteidigung, Bevoelkerungsschutz und Sport (VBS) nahm wegen der besonderen Sensitivitaet des Dokuments und der entsprechenden Klassifizierung zum Inhalt keine Stellung. Hingegen werde im Rahmen der parlamentarischen Kontrolle die Geschaeftspruefungsdelegation ausfuehrlich informiert, heisst es in einer auf der Homepage des VBS im Internet verbreiteten Stellungnahme. Zudem werde Bundesrat Samuel Schmid eine Administrativuntersuchung einleiten. Der VBS-Chef behalte sich weitere rechtliche Schritte vor. Mit der Administrativuntersuchung soll geklaert werden, wie das als geheim klassifizierte Dokument an die Oeffentlichkeit geraten konnte, sagte ein VBS-Sprecher auf Anfrage. Die Zeitung muesse zudem wegen der Publikation des Dokumentes mit rechtlichen Schritten rechnen. «Sonntags Blick»-Chefredaktor Christoph Grenacher raeumte in einem Kommentar ein, dass sich die Zeitung mit der Veroeffentlichung strafbar mache. Es gehe um Geheimnisverrat, allenfalls um Landesverrat. Die Zeitung habe sich aber fuer eine Veroeffentlichung entschieden, nachdem sie sicher gewesen sei, dass das Dokument echt sei. Eine Information zu unterdruecken, entspreche nicht demokratischer Gepflogenheit. Grenacher sagte zudem, es sei ihm sofort bewusst gewesen, dass es Probleme gebe, wenn andere Laender mitbekaemen, dass die Schweiz in ihrer Post schnueffle. Schuetzenhilfe erhielt der «Sonntags Blick» von Manfred Nowak, Uno-Sonderberichterstatter ueber die Folter und Wiener Rechtsprofessor. Auf die Frage, ob eine Zeitung geheime Unterlagen ueber moegliche CIA-Gefaengnisse publizieren duerfe, sagte Nowak: «Keine Frage, natuerlich. Da besteht ein oeffentliches Interesse». Europa basiere auf den Grundsaetzen des Rechtsstaates, der Menschenrechte und der Demokratie. Geheime Gefaengnisse, in denen Menschen einfach verschwaenden, seien mit diesen Grundsaetzen absolut nicht vereinbar, sagte er in einem Interview des «Sonntags Blicks». (Indymedia, NZZ/akin) Quellen (u.a.): http://at.indymedia.org/newswire/display/54936/index.php http://www.nzz.ch/2006/01/08/il/newzzEI7B0I1Y-12.html ================================================ 11 Every UK home is now a potential detention centre! Von: John O ================================================ --------------------------------- NCADC News Service --------------------------------- >> Every UK home is now a potential detention centre! << NCADC has received a number of calls in the last two weeks from people who went to Lunar House in Croydon to claim asylum. They told us that they have been *'Tagged' fitted with an electronic monitoring device around their ankle. A monitoring unit has been installed in the accommodation address where they 'must' reside. When they are required to be at home, the tag will send a signal to a monitoring unit and the monitoring unit sends a signal to the monitoring control centre. Those 'tagged' have also been required to comply with reporting restrictions, that is weekly/monthly visits to their nearest immigration reporting/enforcement centre. We have checked around and '*Tagging' Electronic Monitoring of new asylum seekers has arrived in the UK. A reversal of Home Office policy means that no one will be able to *refuse to be tagged if the Home Office requires it, a refusal is certain to result in detention. >>Contact Management (CM)<<: This is the Home Office term for controlling an asylum seeker from the moment they notify the Home Office of their arrival in the UK, till acceptance or rejection of their claim. Tagging is part & parcel of CM and the Tag will remain on the person for the duration of the claim. All eleven reporting/enforcement centres in the UK now have a person called the 'Electronic Monitoring Champion' (Wonder horses) who will be responsible for overseeing 'Tagging'. NCADC has contacted a number of centres to try and obtain written material on Electronic Monitoring; on each occasion we drew a blank. We spoke to some of the 'wonder horses'; they were clueless as to what their job entailed. These posts seem to be a very recent creation by the Home Office and no training as yet that we know of has been given to the staff. >NCADC would like to make it clear that we are totally opposed to >'Tagging', this '*stigmata' is an unacceptable invasion of an asylum >seekers person. Further, where the monitoring device is installed in >a house/flat/hostel, it turns that person's home - a place >of privacy and safety, into a detention centre. > > >(John O for NCADC) > Background: Section 36 of the Immigration and Asylum (treatment of claimants etc) Act 2004 allows for the electronic monitoring (Tagging) of those liable to be detained under the Immigration Acts. This includes asylum seekers, illegal entrants, those found working in breach of their conditions of stay, overstayers, people subject to further examination at a port of entry, and those refused leave to enter. Consent of an individual to be tagged was not a statutory requirement of the Act but consent was introduced as a matter of policy outside the rules. However, in November of last year Tony McNulty rescinded this concession and changed the policy to allow the Immigration Service to draw up >>'contact management'<< plans without first seeking the consent of the individual. This means that an asylum seeker on applying for asylum will be told he will be tagged, if an individual refuses to be 'Tagged' they will be detained. The same applies to anyone else in breach of immigration rules; accept tagging or be detained. People in detention can apply for 'Tagging' to their Immigration Case Officer, however there is no information packs available to detainees as to how they would apply and the conditions of the 'Tagging'. >>Fact Sheet: Electronic Monitoring - Tagging<< http://www.ncadc.org.uk/resources/tagging.htm >>Immigration: Electronic Monitoring<< Allow the Immigration Service to draw up contact management plans without first seeking the consent of the individual. http://www.publications.parliament.uk/pa/cm200506/cmhansrd/cm051108/wmstext/51108m01.htm#51108m01.html_sbhd3 >Contact Management (CM)< is the means by which the Immigration Service (IS) maintains contact with asylum seekers & other applicants throughout the application process. http://www.ind.homeoffice.gov.uk/ind/en/home/laws___policy/contact_management.html *Stigmata: a mark of disgrace associated with a particular circumstance ------------------------------------------------------------------------------------- National Coalition of Anti-Deportation Campaigns (NCADC) 1 Delaunays Road Manchester M8 4QS General enquiries 0121 554 6947 ncadc at ncadc.org.uk http://www.ncadc.org.uk/ ------------------------------------------------------------------------------------- ================================================ 12 new issue transversal: "do you remember institutional critique?" Von: eipcp ================================================ do you remember institutional critique? The first issue of eipcp’s new web journal transversal presents introductory texts of the three-year project transform and is devoted to the past and present of institutional critique. Going beyond purely art historical perspectives, the texts examine the relationship between "institution" and "critique" from various viewpoints, exploring the transformation of institutional tactics and those of institutional critique in and beyond the art field today. http://transform.eipcp.net/transversal/0106 contents: Boris Buden: Criticism without Crisis: Crisis without Criticism Nina Möntmann: The Enterprise of the Art Institution in Late Capitalism Stefan Nowotny: Anti-Canonization Gerald Raunig: Instituent Practices Simon Sheikh: Notes on Institutional Critique Hito Steyerl: The Institution of Critique -- eipcp - european institute for progressive cultural policies a-1060 vienna, gumpendorfer strasse 63b a-4040 linz, harruckerstrasse 7 contact at eipcp.net http://www.eipcp.net ================================================ ================================================ 13 Mosambik-Info 24.1.2006 Von: Peter Pils ================================================ Mosambik-Info 24.01.2006 KoordinierungsKreis Mosambik Inhalt: 1. Wochenende brachte Zambezi-Überschwemmungen 2. Cardosomörder zu Haftstrafe verurteilt 1. Wochenende brachte Zambezi-Überschwemmungen Am Wochenende ist der Zambezi noch weiter angestiegen, so dass im unteren Teil des Zambezi Überschwemmungen auftreten. Die letzten Informationen der Messstationen besagen allerdings, dass der Wasserstand inzwischen wieder sinkt. In Caia, einer Stadt am unteren Zambezi, erreichte der Wasserstand am Sonntag 5,76 m und war somit 76 cm über Flutwarnungslevel. Die Zeitung "Notícias" berichtete am Montag, die kleinen Flussinseln Nhanhe und Ruzenda seien überflutet worden, die 36 dort lebenden Familien verliessen die Inseln vorher. Teile der Stadt Caia stehen unter Wasser sowie der Posten Murassa. Weiter flussabwärts kümmern sich die Behörden zur Zeit um die Insel Salia, wo 2.000 Menschen leben. Die Flut wird durch das verstärkte Ablassen von Wasser aus dem Cahora Bassa See verstärkt. Am Sonntag wurde das Ablassvolumen jedoch schon wieder verringert. Auch fließt zur Zeit weniger Wasser in den See. Trotzdem hält die nationale Wasserbehörde (DNA) ihre Warnungen aufrecht und weist die Bevölkerung an, den gefährdeten Gebieten fern zu bleiben bzw. sie zu verlassen. Auch in Beira sind am Samstag mehrere der ärmeren Stadtviertel von der Flut betroffen. Menschen verließen ihre Häuser und suchten in Schulen Zuflucht. Ansonsten sind liegen keine Flutmeldungen aus anderen Teilen Mosambiks vor. 2. Cardosomörder zu Haftstrafe verurteilt Die Reporter ohne Grenzen (RSF) begrüßten die Verurteilung von Anibal Antonio dos Santos Junior ("Anibalzinho"), der das Mörderkommando anführte, das im Jahr 2000 den Journalisten Carlos Cardoso erschoss. Anibalzinho wurde am 20. Januar dieses Jahres zu 30 Jahren Haft verurteilt. Er wurde auch dazu verurteilt, 490.000 Euro an die Familie des Journalisten zu zahlen sowie 51.000 Euro an den Fahrer des Journalisten, der von den Mördern angeschossen wurde. Anibalzinho soll nach Verbüßung seiner Haftstrafe nach Portugal abgeschoben werden, da er die portugiesische Staatsbürgerschaft besitzt. Trotz der Verurteilung bleiben noch viele Fragen offen. RSF fordert eine Untersuchung zu den Anschuldigungen seiner Komplizen, dass der Sohn von Ex-Präsident Chissano, Nyimpine Chissano, in die Ermordung involviert war. Außerdem müssten die zwei Ausbrüche Anibalzinhos aus dem Hochsicherheitsgefängnis untersucht werden. RSF forderte die Autoritäten auf, dafür zu sorgen, dass Anibalzinho und seine Komplizen diese Strafe auch tatsächlich absitzen, gerade im Hinblick auf die zwei vorherigen Ausbrüche. Die Organisation stellte fest, dass in Afrika Mörder von Journalisten nur selten zur Rechenschaft gezogen würden. Die Autoritäten sollten auch die Auftraggeber des Mordes belangen. Zwei der fünf Beschuldigten gaben während ihres Prozesses im Jahr 2003 an, dass Nyimpine Chissano den Mord in Auftrag gegeben hatte. Chissano wurde zwar 2003 als Zeuge im Prozess vernommen, es stritt aber jegliche Verbindung ab. Bis heute ist keine Anklage gegen ihn erhoben worden. Quellen: allAfrica.com, Reporter ohne Grenzen ================================================ 14 Kongo: Unabhängige Untersuchung nach Tod von acht Blauhelmen gefordert Von: GFBV Hans Bogenreiter ================================================ GESELLSCHAFT FÜR BEDROHTE VÖLKER PRESSEERKLÄRUNG Göttingen, den 24.01.2006 Kongo: Nach dem Tod von acht UN-Blauhelmsoldaten Unabhängige Untersuchung gefordert - ist Nachbarland Uganda verantwortlich? Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat nach dem gewaltsamen Tod von acht UN-Blauhelmsoldaten am Montag im Osten des Kongo eine unabhängige Untersuchung ihrer Todesumstände gefordert. "Es muss geklärt werden, ob ugandische Soldaten in den mysteriösen Zwischenfall verwickelt waren", forderte der GfbV-Afrikareferent Ulrich Delius am Dienstag in Göttingen. "Wenn die Bundesregierung in Deutschland über ein militärisches Engagement im Kongo berät, sollte sie darauf bestehen." ? Zwar hätte die UN-Friedenstruppe im Kongo (MONUC) ugandische Rebellen für die Tötung verantwortlich gemacht, doch bestünden Zweifel an dieser offiziellen Version. Wider besseren Wissens habe die MONUC bereits Weihnachten 2005 nach dem Tod eines UN-Soldaten ugandische Rebellen und nicht die reguläre ugandische Armee für die Kämpfe im Osten des Kongo verantwortlich gemacht, um politische Konflikte mit der Regierung Ugandas zu vermeiden. Zwischen dem 23. und 28. Dezember waren nach Angaben der MONUC ein indischer Blauhelmsoldat, sechs kongolesische Soldaten und 54 ugandische Rebellen bei Kämpfen in Nioka und anderen Orten nahe der Stadt Mahagi im Nordosten von Ituri getötet worden. Glaubwürdige Augenzeugen berichteten jedoch, dass zahlreiche der getöteten vermeintlichen Rebellen Ausweispapiere bei sich trugen, die sie als reguläre ugandische Soldaten identifizierten. Die MONUC habe ihre wahre Identität nicht preisgegeben, um nicht die Regierung Ugandas zu verärgern und ihre Nachschubversorgung über den Flughafen der ugandischen Hauptstadt Entebbe zu gefährden. Führende ugandische Armeeoffiziere bereichern sich seit Jahren mit der Plünderung von Rohstoffen (Tropenholz, Mineralien) im Osten des Kongo, die völkerrechtswidrig über die "grüne Grenze" nach Uganda und in das Ausland geschafft werden. Auch Salim Saleh, der einflussreiche Bruder des ugandischen Präsidenten Yoweri Museveni, ist in diese illegalen Geschäfte verwickelt. Erst am 19. Dezember 2005 hatte der Internationale Gerichtshof in Den Haag Uganda wegen der illegalen Plünderung von Rohstoffen im Osten des Kongo zur Zahlung von Schadensersatz verurteilt. Die ugandische Regierung bestreitet die Präsenz von ugandischen Soldaten im Kongo. Alle im Nachbarland früher stationierten Soldaten seien im März 2003 nach Uganda repatriiert worden, erklärt die ugandische Regierung trotz zahlloser anders lautender Berichte von Menschenrechtsorganisationen. Für Nachfragen und Interviews ist der GfbV-Afrikareferent Ulrich Delius erreichbar unter Tel. 0160 95 67 14 03. ====================================================== Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV) Inse Geismar, Pressereferentin Postfach 2024, D-37010 Goettingen Tel.+49/551/49906-25, Fax:++49/551/58028 E-Mail: presse at gfbv.de, Homepage:http://www.gfbv.de ====================================================== ================================================ 15 Heiligendamm -- Warschau Von: gipfelsoli-l at lists.nadir.org ================================================ Gipfelinfo - Meldungen über globalisierte Solidarität und die Proteste gegen unsolidarische Globalisierung ------------------------------------------------------ www.gipfelsoli.org -- - Gerichtstest für den G-8-Gipfel - Globalisierungskritik braucht auch Anwälte - WARSAW SUMMIT ARRESTS APRIL 2005 - 10 PEOPLE CALLED TO COURT ---------------------------------------------------------------------------- Gerichtstest für den G-8-Gipfel Ein Stockholmer Gericht verurteilt zwei Berliner Antifas zu Haftstrafen. Ihr Anwalt beurteilt das Verfahren positiv - auch im Hinblick auf ähnliche Prozesse im nächsten Jahr Nur per Telefon erfuhr Rechtsanwalt Martin Henselmann von der Verurteilung seiner beiden Mandanten: Der schwedische Rechtsanwalt Lars Runberg teilte ihm am vergangenen Freitag mit, dass die beiden Berliner Antifas Fabian und Patrick zu einem beziehungsweise zwei Monaten Haft wegen Landfriedensbruch verurteilt worden sind. Beide waren am 10. Dezember 2005 nach einer Demonstration mit Sachschäden in Stockholm festgenommen worden und saßen knapp einen Monat in Untersuchungshaft, bevor sie zu Beginn des Prozesses vor zwei Wochen freigelassen wurden. Dennoch beurteilt Henselmann den Ablauf des Verfahrens weitgehend positiv - auch im Hinblick auf mögliche ähnliche Gerichtsprozesse in Deutschland im kommenden Jahr, wenn im Mai in Heiligendamm bei Rostock der G-8-Gipfel stattfindet. Die rasch gegründete Soligruppe für die Antifas in Berlin hatte zunächst befürchtet, dass überhaupt keine auswärtigen Juristen zugelassen würden. Solche Erfahrungen gab es nach den Protesten gegen den EU-Gipfel im Sommer 2001 in Göteborg. Viele der damals Verhafteten aus unterschiedlichen Ländern mussten auf einen Anwalt ihrer Wahl verzichten. Deshalb war Henselmann positiv überrascht, dass seine Zulassung als Verteidiger eines der Angeklagten problemlos klappte - selbst wenn er vor Gericht nur den Status eines Assistenten des schwedischen Pflichtverteidigers hatte. Auch in der Prozessführung sah Henselmann manche gegenüber dem deutschen Strafrecht positive Elemente. Dazu gehört die Tonbandaufnahme sämtlicher Aussagen während des Verfahrens. Ein oft zeit- und nervenaufreibender Streit zwischen Staatsanwaltschaft und Verteidigung über die Korrektheit der Protokolle erübrigt sich daher. Zudem konnten die Angeklagten ihre politische Motivation in das Verfahren einbringen. So habe man deutlich machen können, dass die beiden am 10. Dezember nicht nach Stockholm gekommen waren, um Gewalt auszuüben, sondern um gegen Neonazis zu protestieren. Trotz der positiven Erfahrungen sei das Urteil gegen seinen Mandanten nicht nachzuvollziehen. Man werde in Berufung gehen, so Henselmann. Fabian wurde zu einem Monat Gefängnis verurteilt, weil er an einer Demo teilgenommen hat, von der aus vereinzelt Gewalt ausging. Die Polizeizeugen bestätigten, dass er sich an Ausschreitungen nicht beteiligt habe. Nur die Tatsache, dass er die Demonstration nicht verlassen habe, als einzelne Teilnehmer Steine oder Flaschen warfen, war die Grundlage für seine Verurteilung. Zum G-8-Gipfel 2007 in Heiligendamm werden DemonstrantInnen aus ganz Europa erwartet. Auf den ersten Vorbereitungstreffen haben sich AktivistInnen über dem Aufbau eines europaweiten "Legalteams", an dem sich Rechtshilfegruppen und JuristInnen beteiligen, Gedanken gemacht. "Das fängt bei der Visafrage an und geht bis zur Betreuung bei Festnahmen", so eine Aktivistin. [taz Berlin lokal vom 24.1.2006] ---------------------------------------------------------------------------- Globalisierungskritik braucht auch Anwälte Aufbau eines European Legal Team fortschrittlicher Verteidiger geht nur langsam voran Die Justizminister der EU-Staaten haben sich auch bei ihrem jüngsten Treffen in Wien nicht über die Einführung von Mindeststandards für Untersuchungshäftlinge in absehbarer Zeit einigen können. Umso wichtiger wind Voraussetzungen für einen wirksamen Rechtsbeistand insbesondere für angeklagte Ausländer. Bisher sind die rechtlichen Unterschiede in den einzelnen Ländern gravierend. Das fängt der Dauer der Untersuchungshaft an. So ist in Spanien eine U-Haft von weit über einem Jahr nichts ungewöhnliches. In Italien sind Gerichtsverhandlungen und Urteile in Abwesenheit möglich. Das ist nach deutschen Strafrecht ausgeschlossen. Doch nicht nur die EU-Justizminister machen sich über die Rechte der Untersuchungshäftlinge Gedanken. Seit einigen Jahren ist es auch ein Dauerthema bei politischen Aktivisten und Juristen. Mit dem Aufstieg der Antiglobalisierungsbewegung nahmen die länderübergreifenden Demonstrationen zu. So beteiligten sich Aktivisten aus unterschiedlichen Ländern an Protesten gegen EU- und G8-Gipfel. In der Folge waren unter den Verhafteten Aktivisten aus verschiedenen Ländern vertreten. Höhepunkt war die Repressionswelle in Italien nach den Protesten gegen das G8-Treffen in Genua im Sommer 2001. Zahlreiche ausländische Demonstranten waren festgenommen und teilweise auf den Polizeistationen misshandelt worden.. Unter diesem Eindruck entstand bei fortschrittlichen Juristenorganisationen und politischen Aktivisten die Idee für ein europaweites Legalteam.Ziel sollte der Aufbau eines Netzwerks fortschrittlicher Verteidiger sein. So sollte gewährleistet werden, dass Angeklagte in politischen Verfahren von einen Verteidige ihres Vertrauens betreut werden. In Deutschland hat sich der Republikanische Anwaltsverein federführend an dieser Initiative beteiligt und dazu sogar eine in Berlin eine Konferenz veranstaltet. Doch mit dem Abflauen der Antiglobalisierungsbewegung und dem Rückgang der länderübergreifende Aktionen ist die Initiative ins Stocken geraten. „Der Aufbau eines europäischen Anwaltsnetzwerks steckt noch immer in den Anfängen“, meint der Berliner Rechtsanwalt Martin Henselmann gegenüber ND. Letztendlich müsste die Initiative für den Aufbau eines solchen länderübergreifenden Netzwerkes seiner Meinung nach von den politischen Aktivisten ausgehen. Die Juristen können hier nur eine Unterstützung geben.Den Aufbau des Netzwerkes hält der Anwalt für sehr erforderlich. Gerade hat er zwei Berliner Antifaschisten verteidigt, die im Dezember bei einer Demonstration in Schweden festgenommen wurden und einen Monat in Untersuchungshaft saßen. Am vergangenen Freitag sind sie Haftstrafen von zwei und einem Monat verurteilt worden. Henselmann sieht seine problemlose Zulassung durch die schwedische Justiz als großen Erfolg an. Bei den Anklagen nach den Protesten gegen den EU-Gipfel in Göteborg im Jahr 2001 war die Zulassung ausländischer Verteidiger in Schweden nicht möglich.. Die nächste Bewährungsprobe für ein europäisches Verteidigernetzwerk könnte im Jahr 2007 kommen. Dann soll der G8-Gipfel im norddeutschen Seebad Heiligendamm tagen. Proteste werden von Aktivisten aus vielen nord- und osteuropäischen Ländern erwartet. Darunter sind auch Staaten, die nicht in der EU sind. Auf den ersten Vorbereitungstreffen haben sich Aktivisten auch zu juristischen Fragen Gedanken gemacht. „Das fängt bei der Visafrage an und geht bis zur Betreuung bei Festnahmen“, meinte eine Aktivistin. Sie hofft, dass vor demProtestbeginn das europäische Legalteam Konturen angenommen hat. [Neues Deutschland vom 23.1.06] ---------------------------------------------------------------------------- WARSAW SUMMIT ARRESTS APRIL 2005 - 10 PEOPLE CALLED TO COURT Ten people who were arrested during the Council of Europe Summit protestin Warsaw last April have received court dates on charges like touching apolice officer, using offensive words to a police officer and obstructionof justice. Among the accused are two people that the court already decided werearrested with due cause, but even though they were arrested improperly,and even though the police committed not only procedural errors but acrime (by beating somebody at the police station), the state wants toprosecute. -------------------------------------------------------------------------- gipfelsoli infogruppe Newsletter mit Nachrichten über Mobilisierungen, Debatten und Repression im Zusammenhang mit Gipfelprotesten. Die AutorInnen der Beiträge, so sie nicht von uns verfasst sind, sind mit eckigen Klammern versehen. Wir können leider keine Verantwortung für die Richtigkeit der Beiträge übernehmen. Auch geben die Beiträge nicht zwangsläufig unsere Meinung wieder. Mehr Infos und Texte sowie ein öffentliches Archiv des Newsletters unter www.gipfelsoli.org. Kontakt, Kritik, Beiträge: gipfelsoli at nadir.org gipfelsoli mailinglist subscribe - unsubscribe https://lists.nadir.org/cgi-bin/mailman/listinfo/gipfelsoli-l -------------------------------------------------------------------------- ================================================ 16 Kanada: Ureinwohnern droht durch Wahlsieg der Konservativen massive Nachteile Von: GFBV Hans Bogenreiter ================================================ GESELLSCHAFT FÜR BEDROHTE VÖLKER PRESSEERKLÄRUNG Göttingen, den 24.01.2006 Kanada: Wahlsieg der Konservativen Partei Ureinwohnern droht Marginalisierung und Plünderung der Arktis Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) befürchtet, dass sich die Lebensbedingungen der 1,3 Millionen Ureinwohner in Kanada durch den Sieg der Konservativen Partei bei den dortigen Parlamentswahlen spürbar verschlechtern werden. So habe die Konservative Partei in ihrem Wahlprogramm eine deutliche Verstärkung der militärischen Sicherung der Arktis angekündigt, um den Abbau von Bodenschätzen zu gewährleisten. "Doch die Aubeutung dieser natürlichen Ressourcen wird den Lebensraum der 93.000 Ureinwohner im Norden des Landes erheblich beeinträchtigen", warnte die Menschenrechtsorganisation. Außerdem werde durch den konservativen Spitzenkandidaten Stephen Harper ein 3,5 Milliarden Euro umfassendes Programm zugunsten der indigenen Bevölkerung in Frage gestellt, das im November 2005 von der Regierung angekündigt worden war, um den Lebensstandard der Urbevölkerung zu heben. Das Programm sah vor allem eine Förderung der Schulbildung, des Wohnungsbaues, der Gesundheitsversorgung und ihrer Integration in das Wirtschaftsleben vor. Nach dem Konflikt mit Dänemark um die Kontrolle der Hans-Insel im Jahr 2005 hatte die Konservative Partei im Dezember 2005 den Acht-Punkte-Plan "Kanada Zuerst" verkündet, der eine deutliche Verstärkung der militärischen Präsenz in der Arktis vorsieht. So sollen Luftlandetruppen auf Militärbasen in Nordkanada stationiert werden, ein Arktisches Militärisches Trainingszentrum in Cambridge Bay (Nunavut) aufgebaut und unbesetzte Drohnen zur Luftüberwachung der Arktis eingesetzt werden. Auch soll mit modernster Unterwassertechnologie ein auf Sensoren gestütztes Überwachungsnetz für die gesamte kanadische Arktis entwickelt werden und die Zahl der in der Region stationierten Kriegsschiffe deutlich erhöht werden. Für Nachfragen ist der GfbV-Referent Ulrich Delius erreichbar unter Tel. 0160 95 67 14 03. ====================================================== Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV) Inse Geismar, Pressereferentin Postfach 2024, D-37010 Goettingen Tel.+49/551/49906-25, Fax:++49/551/58028 E-Mail: presse at gfbv.de, Homepage:http://www.gfbv.de ====================================================== ================================================ 17 Iraqi rebels in western city turn against Qaeda Von: wadi wien ================================================ Iraqi rebels in western city turn against Qaeda By Aseel Kami BAGHDAD (Reuters) - Iraqi nationalist rebels in the Sunni Arab city of Ramadi have turned against their former al Qaeda allies after a bomb attack this month killed 80 people. Residents said on Monday at least three prominent figures on both sides were killed in tit-for-tat assassinations after local insurgent groups formed an alliance against al Qaeda, blaming it for massacring police recruits in Ramadi on January 5. In Baghdad, bomb blasts killed five Iraqi policemen and a U.S. soldier despite a security clampdown on the capital to thwart attacks by Sunni Arab rebels angry over election results. The attacks took place the day before the trial of Saddam Hussein was due to resume. The Ramadi bloodshed, which one resident described as "all-out war," has taken place as political parties prepare for talks on forming a coalition government the United States hopes will undermine support for a Sunni Arab insurgency. Since U.S. forces overthrew Saddam Hussein's Sunni-dominated government in 2003, disparate Iraqi groups have made common cause with foreign Islamists like al Qaeda leader in Iraq, Abu Musab al-Zarqawi, seeking to force out U.S. troops and bring down the U.S.-backed government of Shi'ites and Kurds. But there are signs that their goals may be diverging, with some nationalists seeing political negotiation in Baghdad as a way of attaining some of their goals. Despite increased security throughout Baghdad, a suicide car bomber struck a checkpoint into the Green Zone government compound, close to the Iranian embassy, killing two policemen and a television sports journalist. A burnt-out police vehicle stood still smoldering in the street and the twisted, blackened wreckage of the bomber's car. A foot lay among the blast debris scattered in the street. Bombs killed two more policemen and a U.S. soldier in four other attacks in the capital. Several mortar bombs fell short of the Green Zone into a park that also houses Baghdad zoo and an amusement park. Police said no one was injured. SECURITY CLAMPDOWN Iraq's Interior Ministry said a security clampdown in the capital was still in force, amid fears of a spike in insurgent violence as political parties gear up for negotiations on a coalition government of national unity. The results, announced on Friday, gave the ruling alliance of Shi'ite Islamic parties 128 seats in the 275-seat parliament and 55 seats to two Sunni blocs. The Kurdish Alliance won 53. The United States, anxious for a stable consensus, wants the Kurds and majority Shi'ites to form a government that includes Sunnis, hoping that their involvement in the political process will weaken support for the insurgency. Iraq's parliament will ignore a constitutional provision setting a firm deadline for its first meeting after the election but could meet to choose a president and prime minister from mid-February, officials said on Monday. "I don't think we're going to meet before mid-February. We have to reach an overall deal first in which we name the president, prime minister and the speaker," Abbas al-Bayati, an official in the dominant Shi'ite Alliance bloc. He said there was already consensus on Kurdish leader Jalal Talabani staying on as president and on the Alliance, with a near-majority, having the right to name the prime minister. It hoped to decide by the end of the week between the incumbent Ibrahim al-Jaafari and Adel Abdul Mahdi. As the candidates jockey for position, Saddam is due to return to court on Tuesday, although his defense team have said they will seek a halt to proceedings. The court named a new chief judge on Monday after the original presiding judge resigned and his replacement was accused of being a supporter of the former Iraqi president. The Iraqi High Tribunal has been in turmoil since Kurdish chief judge Rizgar Amin resigned two weeks ago, complaining about government pressure to speed up the trial and clamp down on tirades by Saddam and some of his seven co-accused. His resignation rocked a court whose ability to mount a fair trial amid sectarian and ethnic strife had already been thrown into doubt by the killing of two defense lawyers and mutual accusations of intimidation. Amin's deputy on the five-judge panel, Shi'ite Arab Sayeed al-Hamashi, was chosen by fellow judges last week to preside over Tuesday's session but was swiftly accused of belonging to Saddam's Baath Party, a charge he has denied. The court said on Monday that Raouf Abdel Rahman, 64, a Kurd like Amin, would preside on Tuesday. Rahman's home town is Halabja, where Saddam's security forces are accused of killing 5,000 people in one day in 1988 in a poison gas attack. The massacre is one of the atrocities for which Saddam could ultimately be tried. Saddam is now on trial for crimes against humanity for having 148 men from the Shi'ite town of Dujail killed after an assassination bid there in 1982. -- WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit e-mail: wadi.wien at gmx.at website: www.wadinet.at Tel.: 0699-11365509 Postfach 105 A-1181 Wien Spendenkonto in Österreich: Kontonummer 07.405.301 Evangelische Kreditgenossenschaft eG BLZ 31800 IBAN: AT10 3180 0000 0740 5301 BIC: EVKRATW1 Website mit weiteren Informationen zu Projekten von Wadi und Veranstaltungshinweisen: www.wadinet.at ================================================ INFO ================================================ ================================================ 18 Das akin-Telefonbuch 2006 Von: akin ================================================ > Das akin-Telefonbuch 2006 Treffpunkte und Kontaktadressen politischer Inititiativen Telefonnummern ohne Vorwahl sind Wiener Festnetz-Nummern. Eine Bitte der Redaktion: Wir koennen leider ohne Eure Mithilfe nicht immer am aktuelle Stand bleiben, daher bitten wir alle Gruppen, bei denen sich etwas geaendert hat oder die sich hier nicht wiederfinden sich bei uns zu melden. Auch wenn sich eine Gruppe aufgeloest hat, waeren wir dankbar, wenn wir das erfuehren. Eine jeweils aktualisierte Version ist in der jeweiligen Druck- und Selbstdruckausgabe nachzulesen. REGELMAESSIGE KUNDGEBUNGEN: Mahnwache Frauen i. Schwarz gg. israel. Besatz. palaest. Landes. j. 1. Fr. im Monat 17-19h am Graben, WomenInBlack-Vienna at at, 523 13 64 Botschaft d. Intifada Fr 16 - 18h in der Schottenpassage/U Bahn Schottentor. Widerstandslesungen: j. Do 17-19h, Ballhausplatz, 1010 Wien, ab 20 Uhr Speakerscorner gg. Schwarzblau ARBEITSLOSE: AMSand, Di 18h Amerlingh., 1070 Stiftg.8 Verein "Zum Alten Eisen" / Arbeitssuch +40, T.4024777, Do ab 16h Laudonstueberl, 1080 Laudong.16 Verein. Arbeitsloseninis: NOe, 3100 St. Poelten, A. Hofer Str. 4,T.02742/73440; Salzb.-Itzling 5020, Kirchenstr.34/ ABZ-Beisl, Tel. 0662/ 821833; Klagenf. 9020, Suedbahnguertel 24, Tel. 0463/ 319732; Vlbg. 6805 Feldk.-Giesingen, Runastr. 25, Tel. 05522/37536 Arbeitskreis: Bist a Loser, Softy oder nur arbeitslos?! Mi, 16h, Stammtisch Arbeitsloseninis, 1100 Erlachg.87 FRAUEN: Fuehrungen durch das Wien der Frauen: 5339164, auf at t0.or.at Sprungbrett - Beratungsst. f. Maedchen, etc. 1150 Pilgerimg. 22-24, 7894545; http://www.sprungbrett.or.at LFMZ: Waehringerstr.59/Prechtlg., T+F 4085057; Plenum j. 1. u. 3. Do 18h, 2. St. Beisl-Plenum j. 1. u. 3. Mi 18h; FZ-Beisl: Barbetrieb Fr 20 -1h und Sa 22-4h; WenDo-Kurse, Femin. Widerstandsrat, Fr 19h, 2.Stock, Gespraechsgr. Frauen m. sexueller Gewalterfahrung, Mi 18-19,30 Brot&Rosen: Di bis Fr 18 bis 24 h. J. 2. Sa i. Mon. Frauenfest. 1120 Ratschkyg. 48, Lokal f. Feste etc., 8972260, Fr 10-17h InternetCafe nur f.Frauen. Foto- & Zeitschriftenarchiv d . AUF: Bueroz. Mi, 10-12h, 1010 Kleeblattg.7. Frauen beraten Fr., Mi 18-20h 1010 Seitenstetteng.5/7, 0676/7172957 & 5876750 Mo u. Mi 9:30-12:30, Di & Do 13-16, Inst.f. frauenspez.Sozialforsch. 1060 Leharg. 9/2/17 Kostenl.Kurse f. Frauen: women at web - abz wien: z.B. Internet/EDV, auch in tuerk, serbokr. etc., kostenl. Kinderbetr. Infos Di/Do 10-14, Mi 15-18 T.6670302, F.6670300-4. 1120, Am Schoepfwerk 29/8/R1 NOTRUFE f. vergew. Frauen&Maed.: 5232222; 24h-Frauen-Helpline gg. Maennergew.: 0800/222555; 24h-Frauennotr. Stadt Wien 71719; Wr.Interventionsstelle gegen Gewalt in Familie, 1060 Amerlingstr.1/6, T. 585 3288, istwien at nextra.at, http://www.interventionsstelle-wien.at; Verein Auton. Frauenhaeuser, 1050 Bacherplatz 10/4, Tel.544 08 20 NINLIL - Verein wider d. sex. Gewalt gg. Frauen, die als geistig o. mehrfach behindert klassifiziert werden. Tel. 714 39 39 FRIEDEN: Bew. gg. d. Krieg (1080 Josefstaedterstr. 29, Tel/Fax 971 33 19). Treffen Di 20h: Vorstadtzentr., Gusshausstrasse 14/3, 1040 Wr.Friedensbew., Plenum jed. 1. Di. i. Mon. 19h, Lokal Rotpunkt, 1050 Reinprechtsdorfer Str. 6 Friedenswerkst. Linz, 4020 Dinghoferstr.27, Tel.0732/771094, Fax 0732/ 797391, Buero & Bibl. Mo 13-18, Mi 9-14, Do 17-19 Arge WDV, argewdv at utanet.at, 5359109, Fax 5327416. 1010 Schotteng. 3a/1/4/59. Wehrdienstverweig. u. Zivild.berat. Mo 18h, Deserteurs- u. Fluechtl.berat. Mi 18h; http://www.deserteursberatung.at/ ebda: OeKOLI, oekoli_wien at gmx.net, http://www.oekoli.cjb.net GRUeNE Bezirksgr.: BG2 j. 1. u. 3. Mi,19h, Galerie Vor Ort, 1020 Wohlmutstr.14; BG3 j.1.u.3. Mi 19h Ungargasse 45; BG4 1. Mi, 20h, 1040 Favoritenstr.22; BG5 Di 19,30 1050 Zentagasse 39/1 BG6 Mi 20h Sopherl/Naschmarkt, BG7 j. unger. Wo. Do Cafe Kultur, Westbahnstr.21; BG8 j. Mi 19h, Kochg. 16, Tel.403 36 69; BG9 j. 1. Mi 19h, Pramerg.19, 3.Mi auf Anfrage Tel.92 50 712; BG10 jed Mi, 19h, Pernerstorferg. 42; BG11 j. 1., 2. u. 4. Mi,19h Stadtteilzentr. Schneiderg. 15; BG12 j. 2. u. 4. Do, 19h, Gh. Weidinger, Klaehrg. 3; BG13 jed 1. + 3. Mi, 19,30, Gh Lust. Radfahrer, Rohrbacherstr. 21;BG14 jed. 1. Mi 18,30 Breitenseerstr.vis a vis B.Kino, BG15, Do, 19h Reithofferplatz/Maerzstrasse; BG16, j. 2. + 4. Mi 19,30 Hofferplatz 5 Cafe World; BG17 Mi, 19,30, Club Gandhi, Schadinag. 3; BG19, Mi, 19h, Barawitzkag. 16; BG20, j. 1., 3. + 4. Mi, 19,30; Hannoverg.13; BG21 j.Mi 18,30, neues Lokal: Bruenner Str.26-32/5, BG22 j. 1.+3. Di, 19,30 Wagramerstr. 117/4; BG23 Mi, 20h, Atzgersdorf, Kirchenpl. 7, Init. Gruener SeniorIn. j. 1. u. 3.Di. i. Monat, 17h, 1070 Lindeng. 40 GAJ: Wien: Plenum Di 18,30, jed.letzten Di im Mo Frauenplenum, www.gajwien.at Gruenes Haus, 1070, Lindeng. 40, Tel. 521 25 242, Wr.Neustadt Fr 15h Roseng.9; Stmk: Fr 15h Graz Paulustorg. 3. GAJ-Tirol Mo 19h im Gruenen Buero, Ibk., Adamg.13-15, Vlb.: 6800 Feldkirch Pf73; INFOLAeDEN: Wels: 4600 Wels Spitalhof 3, Tel.07242/910432; Mi, Do 14-18, Fr 14-22, Sa 11-14, infoladen-wels at liwest.at IL Kamtschatka: Zivild.berat., Buecher, Zeitschr., j. 1.u.3. Mi i.Mon. 15,30-16,30. 2100 Korneuburg Laaer Str. 6 IL Linz: Treibsand Rudolfstr.17, Di, Fr, Sa 16 - 20h, http://www.kv-treibsand.at.tf IL Salzburg: Lasserstr.26, Di + Do 16-20h, So 13-19h. infoladen.salzburg at gmx.net IL Bregenz, AJZ Between, Bahnhofstr.47, 05574/44379, juzbuch at gmx.at SONSTIGES SLP: 1070 Kaiserstr. 14/11, T. 5246310, F. 5246311; Treffen: Wien-NO, Mi 19h, Feile, 1020 Novarag. 39; Wien-Mitte, Di 19h, Amerlingh, Raum 14, 1070, Stiftg. 8; Wien-Sued, Fr 19.30, Bunte Kuh, 1050. Ecke Zentag./ Siebenbrunneng.; Wien-NW, Fr 19h, Peer Gynt, 1020, Jaegerstr. 38; Linz, Mo 17h, Alte Welt, Hauptpl.4; Slzbg Di 19.30, Shakespeare, Hubert-Sattler-G. 3 EKH (1100, Wielandg. 2-4): Que(e)r Mittwochs-Beisl 18,30-24h. Infol.X: Mi-Do 14-20, Fr, Sa 14-22h. VOLXbibliothek jed. Mi und Fr von 17 bis 20 Uhr. http://www.med-user.net/ekh Rosa Antifa c/o Rosa Lila Tip, 1060 L.Wienzeile 102, raw@ swi.priv.at, T&F 6415999 VIRUS Di, 20h WUK-Umweltb., 1090 Waehr.Str.59, Eisenstiege Beweg. Rot. Wien, Buero Mo, Di, Fr 10 - 13h, Di-Do 15 - 18h, Tel. 319 04 57. Jour fixe j. 1. u. 3. Do 18-20h, 1090 Liechtensteinstr. 123/20; Stammt. j. 1. u. 3. Do 20-22h, Cafe Singvoegel, 1090 Liechtenst.str. 109 Flughafensoziald. - Ausl.Beratung Mo-Do 16-19h, 1070 Lindeng.42, T 5875999 Politik a. Freitag j. 2. Fr. i. Mo., Wr. Neust., 19,30, Triebwerk/ Neunkirchner Str. 65B Linkswende Di 19,30, Tunnel, 1080, Florianig.39, 0676/6738 222; Mi 19h Amerlingh. 1070 Stiftg.8 SOS-Mitmensch: 1071, Pf. 220; 5249900, F: 524 99 009 Intern. Soli.forum Mo, 19,30, 1070 Stiftg. 8 Literaturtreff Wilde Worte j. 2. Mo i. Mon. 20h, 7stern RKL & Aktionskom. gg. Sozialabbau: Vorstadt-Zentrum, Gusshausstrasse 14/3, 1040, So von 16-22h, Soli-Cafe Di 18h Antidiskrim.stelle f. Lesb., Schw., Transgend.: Di 14-18h., T.4000/81449. 1080 Fr. Schmidt Pl. 3, 3.St. Antif. Linke: http.//www.sozialismus.at, almail at gmx.net, Wien-Nord: Mo 19h, 1200 Allerheiligenpl. 17, Wien-Sued: Di 19h 1050 Rotpunkt, 1050 Reinprechtsdorferstr.6; Graz, Sa 15h Merang. 51/Keller, T.0699/10934921 Wuk-Inforunde: j. 1. Mi. i. Mo. 18h. Permakultur, Selbstversorg., Tauschkreise, Veganes; 1090 Waehr. Str.59 Augustin; jed. 1. Mi im Mo ab 18h Offene Schreibwerkstatt. 1050 Schlossg.6-8; Radio-Werkstatt Mi 10h, 1040 Mostg. 7/3, Infos 5852488 ZARA Beratungsst. fuer Zeugen & Opfer v. Rassis., 1060 Luftbadg.14-16; 9291399, office at zara.or.at http://www.zara.or.at SOL-Stammtisch Wien j. 1. & 3. Di, 19h Jugendprojektgr.Raum 1120 Schedifkapl. 3; Graz: j. 1. Mi 19h im Olypmia, Steyrerg.146; Kufstein j. 2. Mi 19h Gh. Gisela; Salzburg: j. 2. Mo 19h Beisl ABZ Kirchenstr.34 WILI-Wr. Lehr.In.Ini j. 1. Mi i. Monat 19:30 KIV, 1020 Odeong.1/Gr. Mohreng. Forum gg. Antisem., Tel. 53104-255 Mo-Do 9-17h, Fr 9-14h. 24h-Sicherheitszentrale fuer Notfaelle: 3698526 Antiimp. Koord gg. Globalisierung, Kontakt So 18h Vorstadtz., 1040 Gusshausstr.14/3 ai-AG Gewerksch.: Johann Schoen, 1140 Linzer Str. 277/17, T. 9826601/52, http://www.amnesty.at/gruppe/gew johannschoen at chello.at Beweg. f. soz. Befreiung. So: Disk, Videos etc.ab 18h, Vorstadtz. 1040 Gusshausstr.14/3 LICRA - Internat. Liga gg. Rassismus & Antisem., NGO, Jour fixe j. 1. und 3. Mo im Mo, 19:30, Rep.Club, 1010, Rockhg.1/Cafe Hebenstreit AG Marxism. Postfach 62, A-1152 Wien; agm at agmarxismus.net Verein Zebra, Graz, Schoenauguertel 29: u.a. muttersprachl. Wohnrechtsberatung. Tel. Anm. 0316/71 46 42 Mo - Fr 9 - 12h Fawos - Fachstelle f. Wohnungssicherung 218 56 90, fax DW 850 30. 1020 Schiffamtsg. 14, 3. Stock. Mo, Di, Do, Fr: 8,30-12h, Mi 17-19h. MieterInnen-Ini, kostenl. Berat., Liechtensteinstr.123/20, Mo+Di, 14-18h, 3194486 Rechtskomitee Lambda f. pol. & rechtl. interess Lesben, Schwule, Bisexuelle. J. 1. Mo im Monat, 19h, X-Bar, 1060 Mariahilferstr.45, Raimundpassage Buchhandl. Frauenzimmer, Do: Buecherabend, bis 21h, 1080 Zieglerg. 22 ATTAC: 1050 Margaretenstr. 166/ 3.St./25, T 5440010, http://www.attac.at W.E.G.: virt. Kostnixladen ("Ressourcenpool") u.a.: http://www.geldlos.at - Kostnixladen im v.e.k.k.s. 1050 Zentag.26, Mo, Do, Fr jew. 15-20h Anarcho-syndikalistische Gewerkschaftsinitiative "Syndikat" j. Sa, 18h, Lolligo, 1010 Fischerstiege 4-8. haengematte at linuxmail.org; post: Haengematte, 1070 Stiftg.8 Oesterr. Arab. Kulturzentrum OKAZ: 1040 Gusshausstr.10, 0650 2727257, contact at okaz.at http://www.okaz.at DOeW: Museum im Dokumentationsarchiv d.oesterr.Widerstands, 1010 Wipplingerstr.6-8, Infos Tel. 228 94 69/319, Eintritt frei, http://www.doew.at ================================================ B) TERMINE ================================================ ======================== Mittwoch http://www.mund.at/butt/Termine/Januar/2501.htm Donnerstag http://www.mund.at/butt/Termine/ Januar/2601.htm Freitag http://www.mund.at/butt/Termine/Januar/2701.htm ======================== ================================================ D) EDITORIAL ================================================ Für den Inhalt verantwortlich: Ihr. Medieninhaberinnen & Medieninhaber seid Ihr E-Mail-Adresse für Beiträge: widerstand at no-racism.net geschickt. widerst at nd MUND und alle Termine täglich aktualisiert im Web: http://www.no-racism.net/MUND Ziel von MUND (medienunabhängiger Nachrichtendienst) ist die unzensurierte und möglichst rasche Information über gesellschafts- politisch relevante Termine, Hinweise und Diskussionsbeiträge zu Widerstand und Antirassismus sowie verwandte Themen. sollen einen Titel, Namen und Emailadresse der/des AutorIn enthalten und möglichst kurz und prägnant gehalten sein, ev. mit Hinweis, wo weitere Informationen eingeholt werden können. Bitte keine Attachments! Die inhaltliche und sachliche Verantwortung liegt bei der/dem jeweiligen AutorIn bzw. jenen, die uns die Beiträge schicken. Der MUND wird von einzelnen TagesredakteurInnen zusammengestellt. Da Fehler nicht ausgeschlossen sind, bitten wir, nicht veröffentlichte Beiträge nochmals an widerstand at no-racism.net zu senden. Die Weiterleitung (auch auszugsweise) ist erwünscht. Beiträge mit rassistischen oder sexistischen Inhalten werden nicht veröffentlicht. Sehr persönliche Meldungen werden wir an den betreffenden Adressaten weiterleiten, aber nicht im MUND veröffentlichen. Die bisherigen Ausgaben sind unter http://www.no-racism.net/MUND archiviert. Terminankündigungen bitte nach folgender Vorlage: * Wann: Sonntag, 11.11.2001, 11:11 Uhr * * Was: Maskenball: Motto "Schwarzblau ist die Haselnuss" * * Wo: Villa Morgenrot, Grüner Anger 42, 2001 Wendendorf * * Kommentar: Anreise per Anhalter. Maskenzwang. Ende nie. Aber kurz und prägnant.* Die Rubrik "Redaktionelles" am Ende der Ausgabe ist u.a. eine Konsequenz aus der Notwendigkeit, sexistische, antisemitische und rassistische Beiträge nicht zu veröffentlichen, ohne jedoch stillschweigend Zensur zu üben. Hier wird - in anonymisierter Form - auf angehaltene Beiträge hingewiesen und eine kurze Begründung der Tagesredaktion für die Nichtaufnahme geliefert. (Weitere Gründe einen Beitrag nicht aufzunehmen sind z.B.: Attachments, kein erkennbarer Bezug zu den breit gestreuten Themen des MUND, Werbesendungen, sinnlose Kettenbriefe.) Die AbsenderInnen der betroffenen Beiträge werden hiervon informiert. Im Sinne einer "gläsernen Zensur" könnt ihr Euch die Beiträge gerne extra schicken lassen: Ein kurzes Mail an widerstand at no-racism.net genügt. ================================================ E) VERTEILERLISTE ================================================ Zur Eintragung in diesen Verteiler bitte direkt subskribieren unter http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/analle oder von der einzutragenden Adresse aus ein mail schicken an: admin at no-racism.net mit folgendem Text: subscribe no-racism Bitte wegen Automatisierung diesen Wortlaut verwenden! Zur Austragung aus dieser Liste bitte an zusammengestellt. Bitte keine Attachments! (werden nicht angenommen) 2 beiträge nicht angenommen: nwr. Redaktionsschluss für diese Ausgabe: Mi 6.15 Uhr III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III ü, ö, ä, ß, Ü, Ö, Ä III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III widerst at nd-MUND is powered by http://alt.strg.at/ ================================================ From analle at no-racism.net Thu Jan 26 11:15:23 2006 From: analle at no-racism.net (=?iso-8859-1?q?MUND=3A_medienunabh=E4ngiger_Nachrichtendienst?=) Date: Thu, 26 Jan 2006 11:15:23 +0100 Subject: widerst@nd MUND, Donnerstag, 26.1.2006 Message-ID: widerst at nd MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst Medieninhaberinnen & Medieninhaber seid Ihr www.no-racism.net/mund Donnerstag, 26.1.2006 ================================================ A) INHALT ================================================ <>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><><> AKTIONEN/ANKÜNDIGUNGEN <>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><><> ================================================ 01 GEDICHTE WIDERSTANDSLIEDER RAVENSBRÜCK 3.2. von "Frauenhetz - feministische Bildung, Kultur & Politik" ================================================ 02 Do. 26.1. um 18.30: Kundgebung gegen rechtsextremes Treffen in Wien! von Sozialistische LinksPartei ================================================ 03 Quasi02 screening von "Flo (kanalB)" ================================================ 04 Eng. ,Dt.,: Request Call for translators / Anfrage an alle zurTextübersetzung von "The VOICE Refugee Forum" ================================================ <>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><><> MELDUNGEN/MEINUNGEN/KOMMENTARE <>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><><> ================================================ 05 ASt - Repression im Baskenland von ASt-LFI ================================================ 06 ASt - Den Rassismus bekämpfen! von ASt-LFI ================================================ 07 § 209-Polizeidaten: Auch VfGH ordnet Vernichtung manueller Dateien an von "PF209" ================================================ <>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><><> INTERNATIONALES/SOLIDARITÄT <>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><><> ================================================ 08 China: Scharfe Kritik an Google - Schmusekurs mit totalitärem Regime von "GFBV Hans Bogenreiter" ================================================ 09 [gipfelsoli] Heiligendamm von gipfelsoli-l at lists.nadir.org ================================================ 10 [gipfelsoli] Genua von gipfelsoli-l at lists.nadir.org ================================================ 11 Urteil aufgehoben - Österreicher im Irak nach wie vor in Haft von "wadi wien" ================================================ ================================================ B) TEXTE ================================================ ================================================ 01 GEDICHTE WIDERSTANDSLIEDER RAVENSBRÜCK 3.2. von "Frauenhetz - feministische Bildung, Kultur & Politik" ================================================ Werte InteressentInnen, KollegInnen und FreundInnen! Wir möchten Euch auf eine ganz besondere Veranstaltung hinweisen (die wir organisieren) und freuen uns über die Weiterleitung an Euch bekannte Kontexte. "Unter dem Stacheldraht saß ein Vogel" Gedichte & Widerstandslieder von Frauen aus dem KZ Ravensbrück Eine Szenische Lesung zur Flamenco-Gitarre von Constanze Jaiser und Jacob David Pampuch (Berlin). Freitag, 3.02.2006 18.00 Uhr in der Volkshochschule Ottakring Ludo-Hartmann-Platz 7A - 1160 Wien (Erbetener Spendenbeitrag: 8 Euro/ermäßigt 5 Euro) Hintergrund: Im Frühjahr 2005 wurde die Publikation 'Europa im Kampf 1939 -1944. Internationale Poesie aus dem Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück' von Constanze Jaiser veröffentlicht. Es ist eine Sammlung von Gedichten und Widerstandsliedern in elf Sprachen die im KZ heimlich gesammelt und erst Jahrzehnte später in einer Prager Wohnung wieder entdeckt wurden. Die Autorin, die Historikerin Constanze Jaiser und der Musiker David Pampuch haben daraus nicht nur eine lesenswerte Lektüre und eine HörCD, sondern auch eine originäre Szenische Lesung gemacht, die im Jänner letzten Jahres vor nur einem kleinem Publikum in Wien (Kooperation Kosmostheater/Frauenhetz) seine österreichische Erstaufführung hatte. Deshalb versuchen wir nun in Eigeninitiative diese politisch und erinnerungskulturell unglaublich beeindruckende Darstellung einem größeren Publikum zugänglich zu machen. Mehr Infos zum Inhalt der Gedichte, der Musik und den KünstlerInnen sind unter http://www.ravensbrueck-gedichte.de und dem beigefügten Folder zu finden! Roland Engel & Birge Krondorfer Unterstützt wird diese Veranstaltung bislang von: VHS-Ottakring Grünalternative Jugend Frauenhetz sorry for crossposting -- ================================================02 Do. 26.1. um 18.30: Kundgebung gegen rechtsextremes Treffen in Wien! von Sozialistische LinksPartei ================================================ Die gefährlichen rechtsextremen Organisationen AfP und BFJ kündigen für Donnerstag, 26. Jänner eine Veranstaltung in ihrem Vereinslokal, dem sog. „Fritz-Stüber-Heim“ (Koppstrasse 72, 1160 Wien), an. Dieses Treffen soll der Vernetzung der rechtsextremen gewaltbereiten Szene dienen. In diesem Heim der „Aktionsgemeinschaft für demokratische Politik“ (AfP) wurden 1992 Waffen der Neonazi-“Wehrsportgruppe Trenck“ sichergestellt. 2000 flog ein weiteres Treffen unter Führung des gerade aus der Haft entlassen Nazis Gottfried Küssel auf. Treffen wie das am 26.1. finden oft auch unter Beteiligung ausländischer Rechtsextremisten sowie FPÖ-Politiker statt. Zum „Bund freier Jugend“ (BFJ): Dieser ist quasi die Jugendorganisation der AfP. In einem Gutachten des Verfassungsexperten DDr. Heinz Mayer über diesen heißt es: „Die Publikationen verstoßen massiv gegen die Bestimmungen des NS-Verbotsgesetzes.“ Organisationen wie BFJ und AfP stellen eine ernsthafte Bedrohung dar. Nicht nur, dass immer stärker Menschen ausländischer Herkunft und Linke attackiert werden, richtet sich der BFJ auch gegen jegliche demokratische und gewerkschaftliche Errungenschaften von ArbeitnehmerInnen. Da Armut und Arbeitslosigkeit eine Grundlage für rassistische Hetze bieten, stehen wir für gemeinsame Aktionen von In- und AusländerInnen gegen Sozial- und Bildungsabbau sowie die Privatisierungspolitik der Regierung. Nur gemeinsam können wir die rechtsextreme Gefahr zurückdrängen! Kommen auch Sie deshalb zu unserer lautstarken Kundgebung am Donnerstag, 26. Jänner, ab 18:30, Koppstrasse Nr. 72 (Ecke Kreitnergasse), 1160 Wien. Öffentlich zu erreichen: Linie 48A bzw. Linie 9 Mehr Informationen unter www.slp.at ================================================ 03 Quasi02 screening von "Flo (kanalB)" ================================================ Bald ist es wieder soweit. Die näxte Quasi-Ausgabe wird präsentiert. Diesmal im neuen Weltcafe in der Schwarzspanierstr. Ich hoffe, ihr könnt es einrichten. Quasi 02 Am 1. Februar 2006, 21.00 Uhr Weltcafe Schwarzspanierstr.15 1090 Wien Themen der Sendung: http://blogs.okto.tv/quasi/?p=11 ================================================ 04 Eng. ,Dt.,: Request Call for translators / Anfrage an alle zurTextübersetzung von "The VOICE Refugee Forum" ================================================ Request / Call for translators, Dear supporters and activists, We would like to inform you that we are constantly in need of voluntary translators to help and support us in the translation of our texts, some of which are often times of an urgent nature. As our work with refugees deals with communication into and from many different languages, we are calling for people to support us in the following languages: English, German, French, Russian, Arabic, Persian, Spanish, Turkish, Kurdish, amongst others. Many of the texts are first written in English or German and then need to be translated to other languages. Because of the many urgent issues (deportations, criminalization, police brutality) we are no longer to keep up with the need for more coordinated translation work. Consequentially, we are planning to open a pool of translators and would very much appreciate any support we can get. Help us fight racism! If yourself or somebody you know is able to translate into or from any foreign language please let us know: simply send us an e-mail (thevoiceforum at emdash.org) or a postal letter (preferably email) including the following information: your language capabilities, how to reach you for urgent actions (when possible a telephone number), and when you are generally available. Also, please help to spread this request widely. We are grateful for any support you can offer. No matter how small or insignificant we may think our individual Contributions are to the struggle, we should never forget that a few drops of falling rain can multiply and turn into a storm. In solidarity we remain! Osaren Igbinoba The VOICE Refugee Forum Schillergässchen 5 07745 Jena Tel: +49 (0) 3641 - 6652 14 Fax: ++49 (0) 3641 - 420 270 E-Mail : thevoiceforum at emdash.org http://thevoiceforum.org http://thecaravan.org ----------- Deutsch. Anfrage an alle zur Textübersetzung Liebe Unterstützer, Gleichgesinnte und AktivistInnen, die Übersetzung von Nachrichten aus dem internationalen Flüchtlings- und MigrantInnenNetzWerk mit oftmals dringlichem Inhalt braucht breite Unterstützung und persönliche Initiative um wirklich zeitnah effektiv sein zu können. Deshalb suchen wir dringend ÜbersetzerInnen. Nachrichten in verschiedensten Sprachen sollten vorwiegend in oder aus Englisch oder Deutsch übersetzt werden können. Häufige Sprachen im Netzwerk sind außer Französisch und anderen europäischen Kolonialsprachen (z.B.: Portugiesisch und Spanisch...) vorwiegend Russisch, Arabisch und Persisch, Türkisch und Kurdisch ohne alle anderen Sprachen ausschließen zu wollen. Da wir bei den vielen dringlichen Netzwerkinformationen über Abschiebungen, Kriminalisierung, polizeiliche Übergriffe und politischen Hintergrundinformationen die gebotene Reaktionszeit so kurz wie möglich halten wollen, benötigen wir einen offenen ÜbersetzungsPool um bestehende Sprachbarrieren zu minimieren. Jede Hilfe ist wärmstens willkommen! Helft uns im Kampf gegen Rassismus und Mißachtung der Menschenwürde! Wenn Sie oder Bekannte bereit sind, sich an unserem Übersetzungspool zu beteiligen würden wir uns sehr über eine entsprechende mail an thevoiceforum at emdash.org mit Informationen daüber welche Sprachen übersetzt werden, wie Sie gegebenenfalls informiert werden möchten (Telefon/e-mail/Fax) und wann Sie vorwiegend erreichbar sind. Darüber hinaus ist eine Weiterverbreitung dieser Nachfrage ausdrücklich erwünscht! Wir danken im Voraus für jede verfügbare Unterstützung! Viele Tropfen höhlen den Stein! Solidarität verbindet Menschen! The VOICE Refugee Forum Schillergässchen 5 07745 Jena Tel: +49 (0) 3641 - 6652 14 Fax: ++49 (0) 3641 - 420 270 E-Mail : thevoiceforum at emdash.org http://thevoiceforum.org http://thecaravan.org _______________________________________________ Refugee-Info mailing list Refugee-Info at lists.idash.org http://idash.org/mailman/listinfo/refugee-info ================================================ <>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><><> MELDUNGEN/MEINUNGEN/KOMMENTARE <>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><><> ================================================ 05 ASt - Repression im Baskenland von ASt-LFI ================================================ Repression im Baskenland "Es ist eine Straftat, sich bei SEGI zu organisieren" (aus Red Newsletter Nr. 194, 25.Jänner 2005, www.arbeiterInnenstandpunkt.net) Im folgenden veröffentlichen wir ein Interview mit Mikel Martinez über die Repression gegen die baskische Unabhängigkeitsbewegung durch den spanischen Staat. Mikel Martinez wohnt in Donostia/San Sebastian und ist Mitglied der linken baskischen Jugendorganisation SEGI. Er war in mehreren Städten in der BRD, um über den Massenprozess gegen die Pro-Unabhängigkeits-Linke im Baskenland zu sprechen. Das Interview haben wir von der Zeitung der deutschen Jugendorganisation REVOLUTION entnommen. Wie ist die Situation der baskischen Jugend? Der Kapitalismus hat eine sehr beunruhigende Situation geschaffen. Die Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen zwischen 18 und 30 Jahren liegt bei 23%. Unter denen, die Arbeit haben, haben 95% Zeitverträge und damit keine Jobsicherheit. Es gibt 300.000 leer stehende Wohnungen im Baskenland, aber nur 21% der Jugendlichen wohnen außerhalb des Elternhauses. Denn das Durchschnittseinkommen für Jugendliche beträgt 720 Euro, aber die Durchschnittsmiete ist 711 Euro. Und der Besetzung von Häusern wird mit staatlicher Repression begegnet. Was macht SEGI, um das zu ändern? Im Moment ist SEGI eine illegale Organisation. Aber die praktischen Auswirkungen davon sind im Endeffekt null, denn wir arbeiten offen in allen Dörfern, Stadtteilen und Universitäten im Baskenland. Wir haben etwa 1.500 Mitglieder und viel mehr Sympathisanten - in einem Land mit weniger EinwohnerInnen als Berlin. Wir brauchen Jugendliche mit einem kollektiven Bewusstsein, mit dem Bewusstsein, dass sie zu einer unterdrückten Klasse gehören. Um das zu erreichen, organisieren wir Kampagnen, Veranstaltungen und Kämpfe auf der Straße, zum Beispiel gegen Zeitarbeitsfirmen, die Jugendliche ausbeuten, oder zur Verteidigung besetzter Häuser. Welche Art von Repression gibt es gegen SEGI? Dieses Jahr gab es einen Prozess gegen 42 Mitgliedern von SEGI. Der spanische Staat warf ihnen vor, Mitglieder einer terroristischen Vereinigung zu sein. Das Gericht hat den Vorwurf des Terrorismus abgelehnt, dennoch wurde SEGI für gesetzwidrig erklärt. Heutzutage ist es eine Straftat, sich bei SEGI zu organisieren. Plakate zu kleben oder T-Shirts mit dem SEGI-Logo zu tragen, sind ebenfalls Straftaten – in Spanien, in Frankreich ist das legal. Wenn du ein Jugendlicher aus dem Baskenland bist und dich für deine Ideen einsetzt, kannst du sicher sein, dass du Probleme mit der spanischen Justiz bekommst. Was sind eure aktuellen Projekte? Jede Ortsgruppe versucht, die Realität in ihrem Dorf oder Stadtteil zu ändern. Es gibt Dörfer mit mehr Arbeitslosigkeit oder weniger selbstverwalteten Räumen oder mehr Kämpfen in den Schulen usw. Aber wir haben auch nationale Events. Dieses Jahr wird das "Gazte Topagunea" (Jugendtreffen) etwa 20.000 Jugendliche für drei Tage mit Konzerten und Seminaren zusammenbringen. Wir wollen die Kraft und die organisatorische Kapazität von SEGI innerhalb der baskischen Jugend zeigen. Um ein Beispiel zu geben: 3.000 Freiwillige werden mitarbeiten, um Essen und Getränke zu servieren oder Bühnen und Zelte aufzubauen. Die Topagunea soll verschiedene Kämpfe aus dem ganzen Baskenland, aber auch aus anderen Teilen der Welt widerspiegeln. Deshalb laden wir alle Jugendlichen, welche die Welt verändern wollen, ein, im April 2006 zu uns zu kommen. ================================================ 06 ASt - Den Rassismus bekämpfen! von ASt-LFI ================================================ Den Rassismus bekämpfen! Für eine Kampagne gegen das FPÖ-Volksbegehren „Österreich bleibt frei“! Stellungnahme des ArbeiterInnenstandpunkt, 18. 1. 2006 Am 30. November 2005 hat FPÖ-Chef H.C. Strache einen Antrag für ein Volksbegehren eingebracht, das sich gegen den EU-Beitritt der Türkei, für die Erhaltung der Neutralität Österreichs sowie gegen die EU-Verfassung richtet. Der FPÖ geht es in erster Linie nicht darum, ob sich das Parlament ihrem Volksbegehren anschließt oder wie viele Stimmen sie genau für ihr Volksbegehren verbucht. Schon gar nicht geht es ihnen um die Neutralität Österreichs oder die EU-Verfassung. Jahrelang hat die FPÖ selber den Beitritt Österreichs zur NATO oder anderen Militärbündnissen gefordert. Alle FPÖ-Abgeordnete (außer Barbara Rosenkranz) haben im Parlament im Mai 2005 – also vor noch weniger als einem Jahr! – für die EU-Verfassung gestimmt. 5 Jahre lang war die FPÖ in der Regierung und hat diese Politik, die sie jetzt anprangert, selbst betrieben! Sinn und Zweck des FPÖ-Volksbegehrens ist vielmehr, eine rassistische Stimmung aufzupeitschen und Unterstützung für den kommenden Wahlkampf im Herbst zu sammeln. Entlang der Linie des Wiener Wahlkampfes im letzten Herbst wird die FPÖ auch das Volksbegehren mit rassistischen Phrasen vollstopfen. Dieses Vorhaben der FPÖ ist eine weitere Bestätigung der allgemeinen politischen Ausrichtung der FPÖ. Sie wollen – im Gegensatz zur BZÖ – wieder zurück zur Oppositionspolitik für den „kleinen Mann“, gepaart mit rassistischer und populistischer Propaganda, die schon Haider seit 1986 geprägt hat. „Wien darf nicht Istanbul werden“, „Deutsch statt nix verstehen“ – Plakate mit diesen rassistischen Losungen werden auch zur Zeit des Volksbegehrens die Straßen verunstalten. Gegen dieses rassistische Vorhaben der FPÖ muss es Widerstand geben. Im Gegensatz zur Zivilgesellschaft und sonstigen Tagträumern, die von der multikulturellen Gesellschaft philosophieren ohne zu sagen wie diese erreicht werden kann, glauben wir, dass der Kampf gegen die Ausländerhetze von den Opfern des Rassismus und der kapitalistischen Sparpolitik geführt werden kann und muss: den Migrantinnen und Migranten, den Arbeiterinnen und Arbeitern und den Jugendlichen. Integration bedeutet für uns nicht Anpassung der ImmigrantInnen an die vorherrschende deutsch-österreichische Kultur und Sprache. Integration bedeutet für uns als revolutionäre InternationalistInnen ein Zusammenwachsen und wechselseitiges Befruchten der verschiedenen Kulturen und Traditionen, wobei wir das Fortschrittliche und Rebellische aus allen Kulturen stärken und das Unterdrückerische und Patriachale aus allen Kulturen überwinden wollen. Wir setzen nicht auf irgendwelche Politiker des Establishments oder auf Institutionen des bürgerlichen Systems (Medien, Kulturbetriebe, Schule o.ä.). Integration wird nicht durch gutes Zureden wohlmeinender Politiker oder Aufklärung durch Akademiker erreicht, sondern nur durch den gemeinsamen Kampf der in- und ausländischen ArbeiterInnen und Jugendlichen gegen den Rassismus und gegen die kapitalistische Sparpolitik. Es gibt nur revolutionäre Integration – also Integration im und durch den gemeinsamen, gleichberechtigten Kampf der Unterdrückten – oder überhaupt keine. Dieser Widerstand muss sich daher gegen das kapitalistische System richten, durch das der Rassismus seinen Nährboden bekommt. Der Kapitalismus hat ein grundsätzliches Interesse daran, den Rassismus in der Gesellschaft weiter zu schüren, die ArbeiterInnenklasse zu spalten um ihre Widerstandskraft zu schwächen. Die FPÖ ist eine Partei des Bürgertums, die diese Interessen verkörpert und in die Praxis umsetzt. Dabei macht sie sich die dem Kapitalismus innewohnende Widersprüche zunutze. Hohe Arbeitslosigkeit, immer weiter steigende Armut und seit Jahren andauernder Sozialabbau hilft der FPÖ ihre rassistischen Pseudo-Thesen glaubwürdig wirken zu lassen. Wir können wahrscheinlich nicht verhindern, dass die FPÖ mehr als 100.000 Unterschriften für ihr Volksbegehren sammelt und dieses damit im Parlament behandelt wird. Aber es gibt etwas weitaus wichtigeres: Wir können dem FPÖ-Rassismus eine anti-rassistische Kampagne entgegenstellen. Wir können die Ideen der Solidarität, des Antirassismus und des gemeinsame Widerstandes über nationale Grenzen hinweg verbreiten. Wir können das gesellschaftliche Klima in anti-rassistische Bahnen lenken und gemeinsam gegen die FPÖ und ihre Losungen kämpfen. Wir können ImmigrantInnen, ArbeiterInnen und Jugendliche gemeinsam im Kampf organisieren. Wir rufen daher zu möglichst breiten und vielfältigen Aktionen gegen das FPÖ-Volksbegehren auf. Es gilt in Schulen, Lehrwerksstätten und Betrieben Aktionskomitees gegen den Rassismus zu bilden. Wir wollen Aktionen auf der Straße setzen – auch gerade dort, wo die FPÖ auftritt und ihren rassistischen Schmutz verbreitet. Wir schlagen die Organisierung einer breiten antirassistischen Demonstration kurz vor Beginn des Volksbegehrens vor. Die FPÖ organisiert ein Volksbegehren mit dem Namen „Österreich bleibt frei“ – wir halten dem entgegen: Österreich wird frei...vom Rassismus! MigrantInnen, ArbeiterInnen und Jugendlichen – leisten wir Widerstand gegen den Rassismus! Wehren und organisieren wir uns gemeinsam – für eine Zukunft der Solidarität und Gleichheit! ================================================ 07 § 209-Polizeidaten: Auch VfGH ordnet Vernichtung manueller Dateien an von "PF209" ================================================ § 209-Polizeidaten Auch VfGH ordnet Vernichtung manueller Dateien an Plattform gegen § 209: Rehabilitierungsgesetz endlich behandeln! Die Plattform gegen § 209 zeigt sich hocherfreut über das soeben bekannt gewordene Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofs zu den § 209-Polizeidaten. Demnach sind diese Daten, wie bereits der Verwaltungsgerichtshof entschieden hat (VwGH 19.12.2005, 2005/06/0140), nicht nur aus den Computer-Datenbanken zu löschen sondern auch aus den manuellen, auf Papier geführten Dateien (VfGH 15.12.2005, B 1590/03). Nachdem das anti-homosexuelle Sonderstrafgesetz im August 2002 aufgehoben worden war, hatten sich die Sicherheitsbehörden anfangs generell geweigert, die Vormerkungen der § 209-Opfer in den polizeilichen Datenbanken löschen zu lassen. Sie bestanden darauf, diese Daten zur Vollziehung der § 209-Ersatzbestimmung, § 207b StGB, zu benötigen. Innenminister Strasser hat daher im Februar 2003 per Erlaß nur die Löschung jener Daten von § 209-Opfern angeordnet (Erlaß 05.02.2003, 3200/225-II/BK/2.3/03), die freigesprochen oder deren Verfahren eingestellt wurden, was – auf Grund einer Verfassungsgerichtshofentscheidung - ohnehin bei jedem Delikt der Fall ist. Die anschliessenden ein ganzes Jahr dauernden intensiven Bemühungen der Plattform gegen § 209 und von Amnesty International, und die ersten Beschwerdefälle, insb. vor der Datenschutzkommission, haben dann Erfolg gezeitigt. Innenminister Dr. Ernst Strasser hat zum einen per Erlaß die Löschung sämtlicher Vormerkungen nach § 209 im österreichweiten Polizeicomputer EKIS angeordnet (Erlaß der Generaldirektion für die öffentliche Sicherheit vom 10.04.2003, 8181/421-II/BK/1/03) und zum anderen mit Verordnung sämtliche erkennungsdienstlichen Daten (Fingerabdrücke, Fotos, Gendaten etc.) der § 209-Opfer vernichten lassen (VO vom 12.08.2003, BGBl II 361/2003). Gewissensgefangener und Jugendlicher erhielten gegen Datenschutzkommission recht Weiterhin verweigert wurde aber die Löschung aller auf Papier vorhandenen Daten. Diese Rechtsansicht der Polizeibehörden hat auch die Datenschutzkommmission geteilt und alle diesbezüglichen Beschwerden von § 209-Opfern abgewiesen. Die Frage der Papierdaten musste daher an den Verfassungsgerichtshof und den Verwaltungsgerichtshof herangetragen werden. Vor zwei Wochen wurde die Entscheidung des Verwaltungsgerichtshof bekannt, mit dem er in einem ersten Fall einem Beschwerdeführer Recht gegeben hat. Es handelt sich dabei um jenen Mann, der 2001 auf Grund des § 209 inhaftiert wurde und von Amnesty International als erster Gewissengefangener Österreichs seit Jahrzehnten adoptiert worden ist. Im Februar 2005 hat der Europäische Menschenrechtsgerichtshof Österreich in diesem Fall verurteilt (F.L. gg. Österreich 2005). Der Verwaltungsgerichtshof hat nun erkannt, dass – auf Grund des Verhältnismässigkeitsgrundsatzes - nicht nur die Daten in den Computerdatenbanken sondern auch in den manuellen (auf Papier geführten) Dateien, wie den Protokollbüchern, zu löschen sind. Der Verfassungsgerichtshof hat dies mit seinem heute bekannt gegebenen Erkenntnis bestätigt. Im Fall jenes jungen Mannes, der 2000 verurteilt worden war, weil er als 19jähriger mit einem 16jährigen Sex hatte (Österreich wurde deshalb im Oktober 2004 verurteilt: Wolfgang Wilfling & Michael Woditschka gg. Österreich), haben die Verfassungsrichter den Bescheid der Datenschutzkommission aufgehoben. Es sei nicht klar, warum eine Anonymisierung nicht möglich sei. Übrig bleibt nun nur noch die Frage der Vernichtung (auch) der bei den Polizeibehörden verbliebenen Kopien der Ermittlungsakten selbst. Die § 209-Opfer haben geltend gemacht, dass ihnen aus der Europäischen Menschenrechtskonvention ein Anspruch auch auf Vernichtung dieser Akten zukommt. Sowohl der Verfassungsgerichtshof als auch der Verwaltungsgerichtshof haben die Vernichtung abgelehnt, weil Akten keine Dateien im Sinne des Datenschutzgesetzes seien. Mit dem Argument der Beschwerdeführer auf Grund der Europäischen Menschenrechtskonvention haben sie sich nicht auseinander gesetzt. Diese Frage wird nun der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte zu klären haben. „Die Erkenntnisse des Verfassungs- und des Verwaltungsgerichtshofs sind Meilenstein in der Rehabilitierung der § 209-Opfer“, sagt der Wiener Rechtsanwalt Dr. Helmut Graupner, Sprecher der Plattform gegen § 209 und Vertreter der Beschwerdeführer, „Umso schändlicher ist die Untätigkeit des Parlaments, wo ein Gesetzentwurf zur umfassenden Rehabilitierung seit Monaten unbehandelt liegt“. In der überkonfessionellen und überparteilichen Plattform gegen § 209 haben sich über 30 Organisationen zusammengeschlossen, um gegen das in § 209 StGB verankerte diskriminierende zusätzliche Sondermindestalter von 18 Jahren ausschließlich für homosexuelle Beziehungen zwischen Männern (zusätzlich zur allgemeinen, für Heterosexuelle, Lesben und Schwule gleichermaßen gültigen Mindestaltersgrenze von 14 Jahren) anzukämpfen. Der Plattform gehören neben nahezu allen Vereinigungen der Homosexuellenbewegung auch allgemeine Organisationen an, wie Aids-Hilfen, die Kinder- und Jugendanwaltschaften Tirol und Wien, die Österreichische Hochschülerschaft, die Bewährungshilfe, die Österreichische Gesellschaft für Sexualforschung u.v.a.m.. Nach der Aufhebung des § 209 StGB dringt die Plattform auf die Entlassung aller Gefangenen und die Rehabilitierung und Entschädigung aller § 209-Opfer und beobachtet die Vollziehung der § 209-Ersatzbestimmung, § 207b StGB. Das Erkenntnis des VfGH im Wortlaut: http://www.vfgh.gv.at/cms/vfgh-site/attachments/6/5/4/CH0003/CMS1138113809350/datenloeschung__209_b1590-03.pdf Rückfragehinweis: Plattform gegen § 209: 01/876 30 61, 0676/3094737, office at paragraph209.at, www.paragraph209.at 25.01.2006 ================================================ <>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><><> INTERNATIONALES/SOLIDARITÄT <>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><><> ================================================ 08 China: Scharfe Kritik an Google - Schmusekurs mit totalitärem Regime von "GFBV Hans Bogenreiter" ================================================ GESELLSCHAFT FÜR BEDROHTE VÖLKER PRESSEERKLÄRUNG Göttingen, den 25.01.2006 China: Google unterwirft sich Selbstzensur Google auf Schmusekurs mit dem totalitären Regime Chinas Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat dem Internet-Suchdienst Google am Mittwoch vorgeworfen, das totalitäre Regime in China durch "opportunistische Selbstzensur" zu fördern. "Wenn sich Google jetzt an der Errichtung einer digitalen chinesischen Mauer beteiligt, dann wird der Suchdienst zum Gehilfen eines Unrechtregimes, das das Internet systematisch zur Sicherung der eigenen Schreckensherrschaft missbraucht", kritisierte der GfbV-Asienreferent Ulrich Delius den "Schmusekurs" von Google mit Peking. Mit seinem umstrittenen China-Engagement missachte der Suchdienst seine eigene Unternehmensphilosophie, da es nicht zur freien Verbreitung von Nachrichten, sondern zu ihrer Unterdrückung beitrage. Google hatte sich gestern verpflichtet, sich den strengen chinesischen Zensurbestimmungen zu unterwerfen, um in der Volksrepublik einen Internet-Suchdienst anbieten zu können. So würden 110 Millionen Internetnutzer für unmündig erklärt, sagte Delius. "Vergeblich werden sie über die neue chinesische Suchmaschine von Google Informationen über die Verfolgung der Meditationsgruppe Falun Gong, die Unterdrückung in Tibet und Xinjiang (Ostturkestan) und über die Repression gegen Christen suchen." Mit immer neuen Gesetzen und Verordnungen schränken die chinesischen Behörden die freie Nutzung des Internets ein. Am 25. September 2005 wurde eine neue Verordnung veröffentlicht, der zufolge nur noch "gesunde und zivilisierte Nachrichten verbreitet werden dürfen, die der Verbesserung der Qualität der Nation dienen". Ausdrücklich verboten ist die Verbreitung von "Gerüchten" sowie von "Informationen, die der Staatssicherheit und dem öffentlichen Interesse zuwiderlaufen oder die ethnische Gewalt schüren". Seit dem Jahr 2003 haben die chinesischen Behörden eine Internet-Polizei aufgebaut, der schätzungsweise 30.000 Beamte angehören. Sie kontrollieren nicht nur Internet-Cafés, sondern sollen auch die Regierungspropaganda weiterverbreiten. Mehrere tausend Beamte wurden beauftragt, sich regelmäßig in Chat-Räumen einzuschalten und ohne Preisgabe ihrer Identität bei Regierungskritik das Verhalten der Behörden zu rechtfertigen. Für Nachfragen und Interviews ist der GfbV-Asienreferent Ulrich Delius erreichbar unter Tel. 0160 95 67 14 03. ====================================================== Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV) Inse Geismar, Pressereferentin Postfach 2024, D-37010 Goettingen Tel.+49/551/49906-25, Fax:++49/551/58028 E-Mail: presse at gfbv.de, Homepage:http://www.gfbv.de ================================================ 09 [gipfelsoli] Heiligendamm von gipfelsoli-l at lists.nadir.org ================================================ Gipfelinfo - Meldungen über globalisierte Solidarität und die Proteste gegen unsolidarische Globalisierung ------------------------------------------------------ www.gipfelsoli.org -- Antikapitalistische Demonstration in Berlin - Einladung zum Vorbereitungstreffen Am 1. Juli 2006 soll in Berlin im Rahmen der Proteste gegen den G8 eine antikapitalistische Demonstration stattfinden. Ziel der Demonstration ist es, die Wahrnehmung der Öffentlichkeit bezüglich des G8 in Russland, aber vor allem des noch anstehenden G8 2007 in Deutschland zu schärfen. Gerade im Jahr 2006 sollte es die Aufgabe der radikalen Linken sein, die antikapitalistischen Teile der Linken und die gesellschaftliche Öffentlichkeit auf das G8 Treffen in Heiligendamm 2007 einzuschießen. Außerdem soll die Demonstration mobilisierend für das geplante Anti-G8-Camp in Mecklenburg wirken und russischen Genossen die Möglichkeit bieten, über die Situation in Russland zu Berichten. So ist z.B. im Vorfeld der Demo, im Rahmen einer kleinen Veranstaltungsreihe, angedacht auch AntikapitalistInnen aus Russland einzuladen. Da ein Großteil der Linken in Deutschland nicht nach Russland fahren wird, wofür es die unterschiedlichsten Gründe gibt, müssen Handlungsoptionen hier vor Ort gefunden werden. Die Demonstration am 1. Juli 2006 sehen wir als eine Möglichkeiten an. Als Datum wurde bewusst der 1. Juli gewählt, da zur Zeit noch unklar ist, wann genau der G8 in Russland stattfindet. Außerdem wird sich in Deutschland genau zu diesem Zeitpunktvollkommen im Fußball-nationalistischen Rausch befinden. So wollen wir die Demo auch dafür nutzen, eine offensive Kritik an der Fußball WM und dem damit verbundenem nationalistischen deutschen Selbstwertgefühl zu üben. Sie bietet außerdem die Möglichkeit, die lokalen sozialen Probleme auch in einen Globalen Maßstab zu rücken. Schließlich versuchen sich die G8-Staaten, die sich für einen Schuldenerlass der 3. Welt aussprechen, damit in ein besseres Licht zu rücken. Hierbei werden die Probleme des "eigenen Landes" meist gut kaschiert und stellen die jeweilige Nation in einem besseren Licht dar. So auch in Deutschland. So soll die Demo zentrale Punkte mit ablaufen, die symbolhaft für die "Berliner Republik" sowie für deutsch/russische Macht und Herrlichkeit stehen. Weiterhin wird die Demo auch durch die Bezirke Mitte und Prenzlauer Berg führen, welche in den letzten Jahren massiv von Umstrukturierungen betroffen waren. Wir laden hiermit alle interessierten Menschen zum ersten Vorbereitungstreffen ein. Vorraussetzung: keine Parteien und Staats-Gewerkschaften aber auch keine Personen/Gruppen mit einem positiven Bezug auf Lohnarbeit und Nationalismus (in jeder Form). Dasselbe gilt für Personen/Gruppen, die aktiv mit solchen Strukturen zusammen arbeiten. Ansonsten... Everybody is welcome! 16.Februar 2006 / 18.Uhr / Kadterschmiede / Rigaerstr. 94 / Berlin Friedrichshain Antifa Weißensee - Berlin (Januar 2006) Kontakt: weissensee.antifa at web.de Antifa Weißensee [AW] Berlin c/o Buchladen Schwarze Risse Kastanienallee 85 10435 Berlin -------------------------------------------------------------------------- gipfelsoli infogruppe Newsletter mit Nachrichten über Mobilisierungen, Debatten und Repression im Zusammenhang mit Gipfelprotesten. Die AutorInnen der Beiträge, so sie nicht von uns verfasst sind, sind mit eckigen Klammern versehen. Wir können leider keine Verantwortung für die Richtigkeit der Beiträge übernehmen. Auch geben die Beiträge nicht zwangsläufig unsere Meinung wieder. Mehr Infos und Texte sowie ein öffentliches Archiv des Newsletters unter www.gipfelsoli.org. Kontakt, Kritik, Beiträge: gipfelsoli at nadir.org gipfelsoli mailinglist subscribe - unsubscribe https://lists.nadir.org/cgi-bin/mailman/listinfo/gipfelsoli-l ================================================ 10 [gipfelsoli] Genua von gipfelsoli-l at lists.nadir.org ================================================ Gipfelinfo - Meldungen über globalisierte Solidarität und die Proteste gegen unsolidarische Globalisierung ------------------------------------------------------ www.gipfelsoli.org -- - Erste deutsche Zeugen in Genua - Zweiter Auftritt in Genua - Ich entschuldige mich für den Toten von Genua - "Ich bin nur ein Mensch - wie Jesus ein Mensch war" ------------------------------------------------------------------------------ Erste deutsche Zeugen in Genua Prozess gegen 28 Polizeibeamte wegen Misshandlung von Gipfelgegnern geht weiter ROM taz Mit der Anhörung eines britischen Journalisten und voraussichtlich zweier deutscher Zeugen geht heute der Prozess gegen 28 Polizisten in Genua weiter. Die Beamten sind angeklagt, am Rande des G-8-Gipfels von Genua am 21. Juli 2001 beim Sturm auf die von Gipfelgegnern als Schlafstätte genutzte Diaz-Schule zahlreiche Demonstranten misshandelt und einige schwer verletzt zu haben. Zudem haben die Einsatzleiter Beweise gefälscht: Sie brachten zwei Molotowcocktails mit, die sie dann in der Schule gefunden haben wollten, waren aber von einem Fernsehteam gefilmt worden. Der mitternächtliche Einsatz war von großer Brutalität geprägt. Mehrere hundert Polizisten waren in die Schule eingedrungen, hatten die schon Schlafenden zusammengeknüppelt und in den Treppenhäusern eine wahre Menschenjagd veranstaltet. Am Ende mussten mehr als 60 Personen in Krankenhäuser eingeliefert werden. Einige waren - mit Lungenrissen, Schädelprellungen, ausgeschlagenen Zähnen, Rippen- und Armbrüchen - schwer verletzt. Gegen 93 Personen wollte die Polizei Haftbefehl erwirken: Der Fund der Mollis wurde zum "Beweis", dass in der Schule eine "kriminelle Vereinigung" genächtigt habe. Schnell aber stellte sich heraus, wer die wirklichen Täter waren bei diesem Schlusspunkt unter die polizeiliche Gewaltorgie von Genua, der auch der von einem Beamten erschossene Carlo Giuliani zum Opfer gefallen war. Die Staatsanwaltschaft erhob Anklage gegen 28 Polizisten. Seit Wochen nun laufen die Zeugenvernehmungen. Am letzten Mittwoch sagte eine Britin aus, wie sie und ihr Freund am Boden liegend zusammengeschlagen wurden. Das Mädchen trug einen Armbruch davon und ist wegen Angstzuständen noch heute in psychologischer Behandlung. Heute nun soll zunächst der britische Journalist Mark Covell zu Wort kommen. Er war der Polizei noch vor dem Sturm auf die Schule auf offener Straße in die Hände gefallen. Obwohl er keine Gegenwehr leistete, wurde er zusammengeknüppelt und -getreten. Covell schwebte im Krankenhaus mehrere Tage zwischen Leben und Tod. Nach ihm sollen dann auch die ersten der 46 deutschen Zeugen vernommen werden, um über ihre Erlebnisse in der Schule zu berichten. Angesichts der mehr als eindeutigen Beweislage dürfen die Angeklagten kaum auf Freisprüche hoffen. Eine letztinstanzliche Verurteilung müssen sie aber nicht befürchten: Die von Berlusconi durchgesetzte Verkürzung der Verjährungsfristen dürfte dem Verfahren spätestens nach der ersten Instanz den Garaus machen. taz vom 25.1.2006 ------------------------------------------------------------------------------ Zweiter Auftritt in Genua Im Prozess um die Übergriffe von Polizisten beim G-8-Gipfel in Genua vor mehr als vier Jahren sagen ab heute Berliner Demonstranten aus. Einige von ihnen wurden damals brutal verprügelt Im Prozess um die blutigen Ausschreitungen am Rande des G-8-Gipfels in Genua vor viereinhalb Jahren sagen ab heute 20 Berliner Globalisierungskritiker aus. Angeklagt sind 28 italienische zum Teil hochrangige Polizisten wegen schwerer Körperverletzung, widerrechtlicher Durchsuchung und Nötigung. Die Beamten müssen sich verantworten für einen Prügel-Überfall auf globalisierungskritische Gruppen in der Genueser Diaz-Schule in der Nacht des 21. Juli 2001. Damals stürmten vermummte Polizeieinheiten das Gebäude, in dem die Demonstranten übernachteten, verprügelten sie und verletzten 61 schwer. Bis zum 13. März werden in Genua insgesamt 49 deutsche Zeugen vernommen. Im Februar wird die Berlinerin Kirsten Wagenstein vor dem Gericht aussagen. "Nach all der Vertuschung und des Hinhaltens wollen wir zeigen, dass wir nicht locker lassen", sagt die 37-jährige Journalistin. Sie hielt sich während des Polizeieinsatzes in der Schule auf, blieb aber unverletzt, weil sie in eine Besenkammer flüchten konnte. Von dort habe sie Schläge und die Schreie der Verletzten gehört: "Nach einer halben Stunde haben sie mich aus meinem Versteck gezerrt." Ihr bot sich ein schreckliches Bild: "Sanitäter waren gekommen, überall war Blut, auf dem Boden lagen Verletzte." Einer von ihnen war Daniel Albrecht. Mit Knüppeln habe ihn die Polizei blutig geprügelt, erzählt der 26-jährige Berliner. Eine schwere Hirnblutung, Operation und zehn Tage Krankenhaus waren die Folgen. Weil er so stark verletzt wurde, hat ihn das Gericht bereits im November vernommen. "Auch wenn die Verteidigung unsere Glaubwürdigkeit anzweifelt, glaube ich, dass der Prozess aufdecken wird, was damals wirklich passiert ist", sagt Albrecht. "Wir sind einfach zu viele gute Zeugen." Miriam Braermann ist sich da nicht so sicher. Sie hat durch die Ereignisse ihren Glauben an rechtsstaatliche Strukturen verloren, sagt die 26-Jährige. Sie blieb damals unverletzt. "Ich habe mich so ohnmächtig und gleichzeitig schuldig gefühlt, dass mir nichts passiert ist." Braermann wird im März nach Genua fahren, um auszusagen. Die Zeugenaussagen zwingen die Betroffenen dazu, sich genau zu erinnern - an die Bilder, die sie am liebsten aus ihrem Kopf verbannen würden. "Ich habe drei Monate lang mit anderen aus der Diaz-Schule ein Anti-Trauma-Training gemacht", erzählt Wagenstein. Auch Albrecht leidet noch unter Albträumen. Mit einer Entschädigung rechne er nicht. Trotzdem lohne sich der Weg nach Genua. "Wenn die Polizisten verurteilt werden sollten, ist das eine echte Genugtuung." Auch Mitglieder des Bundestages zeigen Interesse am Prozess. Einige wollen nach Genua fahren, unter ihnen Anna Lührmann (Grüne) und Paul Schäfer (Linkspartei). Den Prozess vor Ort beobachten wird auch der Politologe Wolf-Dieter Narr vom Komitee für Grundrechte und Demokratie. Er hält die Vorfälle in der Schule "menschenrechtlich für einen Skandal". taz Berlin lokal vom 25.1.2006, S. 24, 101 Z. (TAZ-Bericht), SANDRA COURANT ------------------------------------------------------------------------------ Ich entschuldige mich für den Toten von Genua Falscher Berlusconi nimmt in Davos Preis für seinen Ministerpräsidenten entgegen Silvio Berlusconi erhält heute am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos den Pinocchio-Preis für unverantwortliches unternehmerisches Handeln. Sein Doppelgänger Maurizio Antonini, 63, spricht die Dankesrede. 25.1.2006 taz ------------------------------------------------------------------------------ "Ich bin nur ein Mensch - wie Jesus ein Mensch war" Silvio Berlusconi erhält heute auf einer Gegenveranstaltung zum Weltwirtschaftsforum in Davos den Public Eyes Award. Erstmals wird ein führender Politiker in Europa als unverantwortlichster Unternehmer des Jahres ausgezeichnet. Stellvertretend für den italienischen Ministerpräsidenten nimmt Maurizio Antonini den Preis entgegen. Die taz dokumentiert vorab seine Dankesrede Verehrte Gäste des Weltwirtschaftsforums in Davos, sehr geehrte Damen und Herren. Ich bin sehr froh, hier in Davos zu sein. In den nächsten Tagen werden wir - im engen Austausch zwischen Politik und Wirtschaft - die aktuellen Herausforderungen unseres Planeten diskutieren und wichtige und richtungweisende Entscheidungen für die Zukunft treffen. Das Weltwirtschaftsforum versucht als eine der wenigen internationalen Veranstaltungen nicht die künstliche und verlogene Trennung zwischen Wirtschaft und Politik. Sondern sie bringt die politischen und wirtschaftlichen Führer an einen Tisch und lässt sie ohne bürokratische Kontrollgremien in Ruhe über die Themen unserer Zeit reden und wichtige internationale Geschäfte abschließen. Das entspricht einem zeitgemäßen und richtigen Bild von Politik und Wirtschaft. Denn Politik und Wirtschaft sind keinesfalls konkurrierende Konzepte, sondern sich gegenseitige wunderbar befruchtende Disziplinen. Die erfolgreiche Zukunft der westlichen Welt, aber auch der internationalen Staatengemeinschaft liegt deshalb maßgeblich in der erfolgreichen Kooperation. Politik und Wirtschaft sollten Komplizen sein. Und um diese zeitgemäße unternehmerische Verantwortung der Politik bzw. die zeitgemäße politische Verantwortung der Wirtschaft geht es nicht nur auf dem Weltwirtschaftsforum, sondern auch auf dieser kritischen Gegenveranstaltung - dem Public Eye Awards 2006. Hier werden heute besonders unverantwortliche Unternehmen hervorgehoben. Diese Awards und Ihr aller Engagement dafür sind eine sehr wichtige und gute Sache. Die Welt soll von den Ungerechtigkeiten einiger schwarzen Schafe der internationalen Wirtschaft erfahren. Diese schwarzen Schafe darf man allerdings nicht mit der allgemeinen Realität verwechseln. Schwarze Schafe gibt es überall. In unserer internationalen Wirtschaftswelt sind sie allerdings, Gott sei Dank, die Ausnahme. Und sie sind keinerlei Beweis dafür, dass die zunehmende Verquickung von Politik und Wirtschaft etwas Schlechtes ist. So wie es viele Linke und Globalisierungskritiker heute behaupten. Im Gegenteil führt der wirtschaftliche Eigennutz eines jeden bekanntermaßen in der Summe zu einem politischen Gleichgewicht. Und eine klare politische Linie ermöglicht es jedem einzelnen, seinen Eigennutz ohne Schaden für Dritte zu optimieren. In den letzten Jahren musste ich immer wieder die gleichen Vorwürfe aus dem Lager der Linken hören: "Berlusconi ist nur an der Macht, um seine eigenen Interessen durchzusetzen und sein Imperium zu vergrößern." Oder "Berlusconi hat in seiner Regierungszeit ein Vermögen von 29 Milliarden Euro angehäuft und ist damit unter den sieben reichsten Männern der Welt!" Aber was soll das heißen? Dass ein Politiker vom wirtschaftlichen Erfolg ausgeschlossen bleiben muss? Dass es eine Sünde ist, wenn die eigenen Firmen um jährlich 30 Prozent wachsen und die Wirtschaft des Landes nur um 0,1 Prozent? Hier zeigen sich der Neid der Linken und ihr fehlendes Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge. Denn wie können solche Zahlen stimmen? Wie kann Italiens Wirtschaft auf der Stelle treten, während der mit Abstand reichste Mann des Landes sein wirtschaftliches Ergebnis mehr als verdoppelt? Diese ideologisch gefärbte Rechnung stimmt hinten und vorne nicht. Aber ich bin nicht hierher gekommen, um italienischen Wahlkampf zu betreiben. Das habe ich nicht nötig. Ich bin hierher gekommen, um Ihnen als Zeichen des Dankes für den Public Eyes Award 2006 zu beweisen, dass ich sehr wohl die Verantwortung für mein Handeln übernehme. Denn als verantwortungsvolle Führungsperson nehme ich meine Verantwortung sehr ernst und lerne aus meinen Fehlern. Ich gebe Ihnen ein ehrliches Beispiel: Mit dem Abstand von über vier Jahren muss ich heute sagen, dass die Polizeistrategie der repressiven Deeskalation während des G-8-Gipfels in Genua falsch war. Damals war ich davon überzeugt, dass eine einschüchternde Polizeimacht die beste Möglichkeit war, um die Proteste im Keim zu ersticken und eine Gewaltspirale zu verhindern. Das sehe ich heute anders. Die Gewalt der Polizei in Genua war falsch. Ich entschuldige mich für den Toten von Genua. Ja, ich bitte Sie dafür um Verzeihung, die ganze Welt und Gott - weil ich ein Mensch bin, so wie Jesus ein Mensch war, und weil jeder Mensch das Recht hat, zu fehlen. Als verantwortungsvolle Führungsperson übernehme ich Verantwortung und ziehe meine Konsequenzen. Diese verantwortungsvolle Führerschaft verlange ich aber auch von allen anderen politischen und wirtschaftlichen Führern, ob links oder rechts, ob erfolgreich oder nicht. Denn wenn alle die Verantwortung für ihr Handeln übernehmen, dann werden wir die Herausforderungen der Zukunft gemeinsam meistern. Meine Damen und Herren, ich danke Ihnen für Ihr Vertrauen. 25.1.2006 taz tazzwei -------------------------------------------------------------------------- gipfelsoli infogruppe Newsletter mit Nachrichten über Mobilisierungen, Debatten und Repression im Zusammenhang mit Gipfelprotesten. Die AutorInnen der Beiträge, so sie nicht von uns verfasst sind, sind mit eckigen Klammern versehen. Wir können leider keine Verantwortung für die Richtigkeit der Beiträge übernehmen. Auch geben die Beiträge nicht zwangsläufig unsere Meinung wieder. Mehr Infos und Texte sowie ein öffentliches Archiv des Newsletters unter www.gipfelsoli.org. Kontakt, Kritik, Beiträge: gipfelsoli at nadir.org gipfelsoli mailinglist subscribe - unsubscribe https://lists.nadir.org/cgi-bin/mailman/listinfo/gipfelsoli-l ================================================ 11 Urteil aufgehoben - Österreicher im Irak nach wie vor in Haft von "wadi wien" ================================================ Urteil aufgehoben - Österreicher im Irak nach wie vor in Haft Erfreuliche Nachrichten überbrachte das Österreichische Außenministerium heute Nachmittag: das Urteil gegen den seit Oktober 2005 wegen "Entehrung der kurdischen Führung und ihres Kampfes" in Erbil/Hawler von den kurdischen Behörden inhaftierten österreichischen Staatsbürger Kamal Said Qadir wurde vom Obersten Gerichtshof (Erbil/Hawler) aufgehoben. Entgegen der APA-Meldung vom heutigen Nachmittag befindet sich Kamal Qadir jedoch nach wie vor in Haft, wie seine Tante Wadi-Mitarbeitern aus dem Irak berichtete. Wann genau seine Enthaftung erfolgen würde und auf welcher juristischer Basis diese beruhe, sei nach wie vor unklar. Man freue sich jedoch und sei zuversichtlich, dass Kamal Qadir noch diese Woche das Gefängnis verlassen könne. Ob und zu welchem Zeitpunkt er nach Österreich zurückkommen wolle habe er noch nicht entschieden. -- WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit e-mail: wadi.wien at gmx.at website: www.wadinet.at Tel.: 0699-11365509 Postfach 105 A-1181 Wien Spendenkonto in Österreich: Kontonummer 07.405.301 Evangelische Kreditgenossenschaft eG BLZ 31800 IBAN: AT10 3180 0000 0740 5301 BIC: EVKRATW1 Website mit weiteren Informationen zu Projekten von Wadi und Veranstaltungshinweisen: www.wadinet.at ================================================ ================================================ C) TERMINE ================================================ Donnerstag http://www.mund.at/butt/Termine/Januar/2601.htm Freitag http://www.mund.at/butt/Termine/Januar/2701.htm Samstag http://www.mund.at/butt/Termine/Januar/2801.htm ================================================ D) EDITORIAL ================================================ Für den Inhalt verantwortlich: Ihr. Medieninhaberinnen & Medieninhaber seid Ihr E-Mail-Adresse für Beiträge: widerstand at no-racism.net geschickt. widerst at nd MUND und alle Termine täglich aktualisiert im Web: http://www.no-racism.net/MUND Ziel von MUND (medienunabhängiger Nachrichtendienst) ist die unzensurierte und möglichst rasche Information über gesellschafts- politisch relevante Termine, Hinweise und Diskussionsbeiträge zu Widerstand und Antirassismus sowie verwandte Themen. sollen einen Titel, Namen und Emailadresse der/des AutorIn enthalten und möglichst kurz und prägnant gehalten sein, ev. mit Hinweis, wo weitere Informationen eingeholt werden können. Bitte keine Attachments! Die inhaltliche und sachliche Verantwortung liegt bei der/dem jeweiligen AutorIn bzw. jenen, die uns die Beiträge schicken. Der MUND wird von einzelnen TagesredakteurInnen zusammengestellt. Da Fehler nicht ausgeschlossen sind, bitten wir, nicht veröffentlichte Beiträge nochmals an widerstand at no-racism.net zu senden. Die Weiterleitung (auch auszugsweise) ist erwünscht. Beiträge mit rassistischen oder sexistischen Inhalten werden nicht veröffentlicht. Sehr persönliche Meldungen werden wir an den betreffenden Adressaten weiterleiten, aber nicht im MUND veröffentlichen. Die bisherigen Ausgaben sind unter http://www.no-racism.net/MUND archiviert. Terminankündigungen bitte nach folgender Vorlage: * Wann: Sonntag, 11.11.2001, 11:11 Uhr * * Was: Maskenball: Motto "Schwarzblau ist die Haselnuss" * * Wo: Villa Morgenrot, Grüner Anger 42, 2001 Wendendorf * * Kommentar: Anreise per Anhalter. Maskenzwang. Ende nie. Aber kurz und prägnant.* Die Rubrik "Redaktionelles" am Ende der Ausgabe ist u.a. eine Konsequenz aus der Notwendigkeit, sexistische, antisemitische und rassistische Beiträge nicht zu veröffentlichen, ohne jedoch stillschweigend Zensur zu üben. Hier wird - in anonymisierter Form - auf angehaltene Beiträge hingewiesen und eine kurze Begründung der Tagesredaktion für die Nichtaufnahme geliefert. (Weitere Gründe einen Beitrag nicht aufzunehmen sind z.B.: Attachments, kein erkennbarer Bezug zu den breit gestreuten Themen des MUND, Werbesendungen, sinnlose Kettenbriefe.) Die AbsenderInnen der betroffenen Beiträge werden hiervon informiert. Im Sinne einer "gläsernen Zensur" könnt ihr Euch die Beiträge gerne extra schicken lassen: Ein kurzes Mail an widerstand at no-racism.net genügt. ================================================ E) VERTEILERLISTE ================================================ Zur Eintragung in diesen Verteiler bitte direkt subskribieren unter http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/analle oder von der einzutragenden Adresse aus ein mail schicken an: admin at no-racism.net mit folgendem Text: subscribe no-racism Bitte wegen Automatisierung diesen Wortlaut verwenden! Zur Austragung aus dieser Liste bitte an zusammengestellt. Bitte keine Attachments! (werden nicht angenommen) nicht aufgenommen: Doubletten Redaktionsschluss für diese Ausgabe: Mi, 21.30 Uhr III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III ü, ö, ä, ß, Ü, Ö, Ä III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III widerst at nd-MUND is powered by http://alt.strg.at/ ================================================ From analle at no-racism.net Mon Jan 30 09:06:05 2006 From: analle at no-racism.net (=?iso-8859-1?q?MUND=3A_medienunabh=E4ngiger_Nachrichtendienst?=) Date: Mon, 30 Jan 2006 09:06:05 +0100 Subject: Mo_Mund300106 Message-ID: widerst at nd MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst Montag, 30. Januar 2006 www.no-racism.net/mund MedieninhaberInnen seid Ihr! ================================================ A) INHALT ================================================ <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN/ANKÜNDIGUNGEN <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 01 Gedichte & Widerstandslieder von Frauen aus dem KZ Ravensbrück von: office at frauenhetz.at ================================================ 02 Ausverkauf - nicht mit uns von: frketic at gmx.at ================================================ 03 impro:augenBlicke - Theater WS - improvise the moment von: karin.hirschmueller at gmx.at ================================================ 04 [Depot-news] Programm 31.Jänner - 02.Februar von: depot-news at mailman.sil.at ================================================ 05 Hinweis auf Radiosendung von: office at gegenargumente.at ================================================ 06 KUNDGEBUNG BEI DER ÖIAG AUFSICHTSRATSITZUNG von: willi.mernyi at oegb.or.a ================================================ 07 Do. 9. Februar 2006 - 20 Uhr : DEMO 6 Jahre Widerstandgegen Schwarzblauorange: Rekordarbeitslosigkeit endlichabbauen . . . von: hilde.grammel at aon.at ================================================ 08 [Netbase] Programm 30. + 31. Jänner 2006 von: wassermair at t0.or.at ================================================ 09 21.2. Premiere BEI SCHÜSSELS / Kasperltheater für Erwachsene von: rabenhof_presse at gamuekl.org ================================================ <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN/MEINUNGEN/KOMMENTARE <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 10 "Artikel 7 - Unser Recht!" muss in den ORF! von: evasi at kinoki.at ================================================ 11 AT: Wie man ein Wertkartenhandy fängt von: depesche at quintessenz.org ================================================ 12 27. Januar - Internationaler Holocausttag von: gfbv.austria at chello.at ================================================ 13 SWPAT: Banana Republic EU - total recall von: depesche at quintessenz.org ================================================ 14 Fwd: Situationistische Internationale - Hefte I und II erschienen von: antiD at gmx.net ================================================ 15 Stmk/KPÖ/Landesvorstand/Öffentliches Eigentum von: kpoe_stmk at hotmail.com ================================================ 16 Aichfeld/Privatisierung/EGAM/Verkauf von: kpoe_stmk at hotmail.com ================================================ 17 Kritik an Rupert Scholz: Plädoyer für deutsche Kriegsverbrechen von: hans.bogenreiter at gfbv.at ================================================ 18 [al_news] Mozart und die Revolution / Demoberichte / Rotes Kino: "Brassed off" von: al at sozialismus.net ================================================ 19 Fremdenrechtspaket: Erste Anfechtung von: office at asyl-in-not.org ================================================ 20 GLB/Dienstleistungsrichtlinie/Abgeordnete/EU-Parlament von: glb at aon.at ================================================ 21 KPÖ/EU/Studie/Verteilung von: info at kpoe.at ================================================ 22 Neues von der Arbeiterfotografie von: arbeiterfotografie at t-online.de ================================================ <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< WELTWEIT <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 23 [gipfelsoli] Heiligendamm -- Genua von: gipfelsoli-l at lists.nadir.org ================================================ 24 Pflicht unter Landsleuten von: wadi.wien at gmx.at ================================================ 25 Hafenarbeiter/innen-Erfolg von: agm at agmarxismus.net ================================================ 26 Argentinien: Die Mütter der Plaza de Mayo organisieren ihren letzten Widerstandsmarsch von: gfbv.austria at chello.at ================================================ 27 NYTimes.com: Climate Expert Says NASA Tried to Silence Him von: hx65 at dial.pipex.com ================================================ <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< LINKS/HINWEISE <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 28 Newsletter andersrum.gruene.at von: andersrum-newsletter at listen.gruene.at ================================================ ================================================ B) TEXTE ================================================ <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN/ANKÜNDIGUNGEN <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 01 Gedichte & Widerstandslieder von Frauen aus dem KZ Ravensbrück von: office at frauenhetz.at ================================================ Werte InteressentInnen, KollegInnen und FreundInnen! Wir möchten Euch auf eine ganz besondere Veranstaltung hinweisen (die wir organisieren) und freuen uns über die Weiterleitung an Euch bekannte Kontexte. "Unter dem Stacheldraht saß ein Vogel" Gedichte & Widerstandslieder von Frauen aus dem KZ Ravensbrück Eine Szenische Lesung zur Flamenco-Gitarre von Constanze Jaiser und Jacob David Pampuch (Berlin). Freitag, 3.02.2006 18.00 Uhr in der Volkshochschule Ottakring Ludo-Hartmann-Platz 7A - 1160 Wien (Erbetener Spendenbeitrag: 8 Euro/ermäßigt 5 Euro) Hintergrund: Im Frühjahr 2005 wurde die Publikation 'Europa im Kampf 1939 -1944. Internationale Poesie aus dem Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück' von Constanze Jaiser veröffentlicht. Es ist eine Sammlung von Gedichten und Widerstandsliedern in elf Sprachen die im KZ heimlich gesammelt und erst Jahrzehnte später in einer Prager Wohnung wieder entdeckt wurden. Die Autorin, die Historikerin Constanze Jaiser und der Musiker David Pampuch haben daraus nicht nur eine lesenswerte Lektüre und eine HörCD, sondern auch eine originäre Szenische Lesung gemacht, die im Jänner letzten Jahres vor nur einem kleinem Publikum in Wien (Kooperation Kosmostheater/Frauenhetz) seine österreichische Erstaufführung hatte. Deshalb versuchen wir nun in Eigeninitiative diese politisch und erinnerungskulturell unglaublich beeindruckende Darstellung einem größeren Publikum zugänglich zu machen. Mehr Infos zum Inhalt der Gedichte, der Musik und den KünstlerInnen sind unter http://www.ravensbrueck-gedichte.de und dem beigefügten Folder zu finden! Roland Engel & Birge Krondorfer Unterstützt wird diese Veranstaltung bislang von: VHS-Ottakring Grünalternative Jugend Frauenhetz sorry for crossposting ================================================ 02 Ausverkauf - nicht mit uns von: frketic at gmx.at ================================================ Ausverkauf - nicht mit uns Der erfolgreiche Protestmarsch am 19. Jänner 2006 war der Anfang einer Reihe von Protestmaßnahmen gegen den Börsegang der Post. Am 30. Jänner 2006 findet am Sitz der ÖIAG Zentrale in der Dresdnerstraße jene Aufsichtsratsitzung statt, bei dem dieser Verkauf beschlossen werden soll. Wir wollen gemeinsam den Kapitalvertretern im Aufsichtsrat einen “gebührenden" Empfang bereiten. Treffpunkt: 30. Jänner 2006 Zeit: 9.00 Uhr Ort: 1200 Wien, Dresdner Straße 87 Die Veranstaltung wird ca 1,5 Stunden dauern. Wir brauchen deine Unterstützung im Kampf gegen den Ausverkauf. Es geht um die Zukunft der Post im Allgemeinen und um die Zukunft jeder Postlerin, jedes Postlers im Besonderen! Lassen wir uns nicht zerschlagen wofür wir tagtäglich arbeiten. Österreich wurde in den vergangenen Jahren Opfer der Zerstörungspolitik dieser Bundesregierung. Hunderte Postämter wurden geschlossen, Dörfer ihrer Infrastruktur beraubt. Sagen wir NEIN zu dieser Politik! Leisten wir gemeinsam Widerstand. Je mehr Personen an dieser Veranstaltung teilnehmen, desto stärker wird unser Druck gegen Minister Grasser und die gesamte Bundesregierung. Informiere daher auch Freunde und Bekannte und motiviere sie auch zu kommen! ================================================ 03 impro:augenBlicke - Theater WS - improvise the moment von: karin.hirschmueller at gmx.at ================================================ mpro.augenBlicke: ein Theaterworkshop für FrauenLesbenTransgenders Körper wahrnehmen - Bewegung variieren - uns in Szene setzen- den Raum erkunden -(non-)verbal in Austausch treten Entlang dieser Aspekte wollen wir spielerisch Theater machen und dabei wie nebenbei Applaus geniessen! Wir stellen Methoden des Improvisationstheaters vor und geben auch Raum für Ideen und Vorstellungen der TeilnehmerInnen. Sa, 4. und So, 5. Februar, jeweils 14-17:30 Ort: R35, Theresianumgasse 35, Ecke Favoritenstrasse, 1040 Teilnahme kostenlos, Anmeldung nötig, bitte angeben ob du an beiden Tagen oder an einem teilnimmst. gerh.p at gmx.net ***** Improvise the Moment! Theater Workshop for women, lesbians and transgenders Being aware of our bodies - experimenting with motions - getting into contact - communicating with space - raising our voices - and feeling the silence Let's give and let's enjoy applause! Together we're gonna create theater scenes with these aspects. We will introduce exercises of improvisation theater. There will also be space for your own ideas. when? Saturday, 4. and Sunday 5. of february, 2 to 5:30 p.m. where? R35, Theresianumgasse 35 (corner Favoritenstrasse) 1040 Vienna The Workshop is for free. You have to register via email: gerh.p at gmx.net. tell us wether you want to participate on both days or on saturday or sunday only. -- karin.hirschmueller at gmx.at ================================================ 04 [Depot-news] Programm 31.Jänner - 02.Februar von: depot-news at mailman.sil.at ================================================ Dienstag, 31. Jänner, 19.00 Kunst und Wirtschaft Wer macht die Kunst? Wirtschaft und Kunst scheinen in den Augen vieler das Dream-Team der Zukunft zu sein. Spezialisierte Netzwerker versuchen, das Verhältnis der beiden Partnerinnen zu optimieren, um den Austausch von ökonomischem und kulturellem Kapital möglichst reibungslos zu gestalten. In den Entwicklungsplänen der Kunstuniversitäten wird eine verstärkte Vernetzung zwischen Hochschulen, Kunstmärkten, Wirtschaft und Gesellschaft anvisiert - Vernetzungen, die dialogisch funktionieren und zur wechselseitigen Stimulierung dieser Bereiche führen sollen. Angesichts dieser Entwicklung stellt sich die Frage, in welcher Weise die Betriebssysteme Wirtschaft und Kunst einander beeinflussen und welche Szenarien für ihre Verquickung wünschenswert wären. Christina Haupt-Stummer, section.a Brigitte Kössner, Initiativen Wirtschaft für Kunst Ulf Wuggenig, Soziologe, Lüneburg Moderation: Anne Katrin Feßler, derStandard.at Donnerstag, 2. Februar, 19.00 Entwicklungszusammenarbeit Podiumsdiskussion In den vergangenen fünfzig Jahren haben nicht nur die Ziele und die leitenden Konzepte der Entwicklungszusammenarbeit häufig gewechselt, sondern auch die AkteurInnen und deren Instrumente. Nach einer zivilgesellschaftlichen Phase in den 1990er Jahren steht heute die Unterstützung staatlicher Strukturen wieder deutlicher im Vordergrund. In diesem Sinne wurde Österreich von der OECD empfohlen, einen größeren Anteil seiner Mittel direkt in den Empfängerländern verwalten zu lassen. Die NGOs der Entwicklungszusammenarbeit sehen darin eine Bedrohung ihrer Existenz und damit jener Entwicklungsprojekte, die sich an den spezifischen Bedürfnissen der betreuten Gesellschaften orientieren. Anton Mair, Stellvertretender Sektionsleiter, BMaA/VII Barbara Nöst, Entwicklungsexpertin im Bereich Governance Walter Schicho, Leiter des Projekts Internationale Entwicklung der Universität Wien Im Anschluss an die Diskussion wird eine Neuerscheinung präsentiert: Bea De Abreu Fialho Gomes, Irmi Hanak-Maral, Walter Schicho (Hg.): Entwicklungszusammenarbeit. Akteure, Handlungsmuster, Interessen. Wien: Mandelbaum Verlag 2005 Depot Breitegasse 3 A-1070 Wien Tel: +43 1 522 76 13 www.depot.or.at _______________________________________________ Depot-news mailing list Depot-news at mailman.sil.at http://mailman.sil.at/mailman/listinfo/depot-news ================================================ 05 Hinweis auf Radiosendung von: office at gegenargumente.at ================================================ Di 31.Jänner 2006 Radiosendung "Gegenargumente" auf Radio Orange 94.0 MHz (Telekabel 92.7 MHz oder per live-stream im Internet) Beginn: 20:00 Thema: "Wie kritische Sozialwissenschafter Staat und Kapital vor übler Nachrede bewahren!" Inhalt: “Mythen der Ökonomie" lautet der Titel eines Buches, welches im Frühsommer vorigen Jahres vom Beirat für gesellschafts-, wirtschafts- und umweltpolitische Alternativen (BEIGEWUM) herausgegeben wurde. Die Sozialwissenschafter des BEIGEWUM setzen sich in diesem mit den von Vertretern der Politik, der Wirtschaft und den Medien laufend in Umlauf gebrachten Begründungen für die Notwendigkeit von Reformen wie “Geht's der Wirtschaft gut, geht's uns allen gut", "Arbeit ist zu teuer.", “Ohne Reformen ist der Wirtschaftsstandort in Gefahr", "Staatsverschuldung ist schlecht" auseinander. In solchen Begründungen für die Notwendigkeit von Kürzungen der Sozialleistungen, Arbeitszeitflexibilisierung, Senkung der Arbeitskosten usw. berufen sich Vertreter von Politik und Wirtschaft auf eine von ihnen hergestellte Abhängigkeit der Arbeitnehmer vom Erfolg einer Wirtschaft, die, wie man den Forderungen leicht entnehmen könnte, ihr Erfolgkriterium gerade nicht im privaten Wohlergehen der Arbeitnehmer hat. Wenn der Standort gleich in Gefahr ist, falls die Arbeits- und damit Lebenszeit der Arbeitnehmer nicht noch besser als schon bisher an die Bedürfnisse der Wirtschaft angepasst werden, wenn der Lohn durch seine Höhe immerzu eine Gefahr für den Erfolg der Wirtschaft darstellt, dann wäre zumindest eine Überprüfung fällig, ob sich die Wirtschaftsweise, der die Politik vorsteht, überhaupt mit den Bedürfnissen und Notwendigkeiten der Arbeitnehmer verträgt. Die Sozialwissenschafter des BEIGEWUM ziehen einen völlig anderen Schluss. Wenn sie diese Begründungen als "Mythen - symbolisch aufgeladene Erzählungen mit zweifelhafter realer Grundlage."(S7) klassifizieren, sind sie sich vorab eines sicher - dass Arbeitnehmer häufig zu kurz kommen, liegt keinesfalls am ökonomischen Zweck einer Wirtschaftsweise namens Kapitalismus und einer Politik, die in ihm ihre ökonomische Grundlage hat, sondern daran, dass die Arbeitnehmer sich ständig Notwendigkeiten einleuchten lassen, die im Kapitalismus in Wahrheit keine oder jedenfalls nur eine “zweifelhafte reale Grundlage" haben. Mit der vorab vorgenommen Klassifizierung der zitierten Begründungen für wirtschafts- und sozialpolitische Reformen als “Mythen" bestehen sie auf der umgekehrten Lesart wie Politik und Wirtschaft: Der Wirtschaftsstandort ist ohne Reformen nicht in Gefahr, Arbeit ist nicht zu teuer für die Wirtschaft, Staatsverschuldung ist nicht schlecht, jedenfalls nicht prinzipiell. Das wollen sie mit ihrem Buch nachweisen. Dafür haben sie “Gegenargumente aus der wirtschaftswissenschaftlichen Forschung zusammengetragen". Dass man mit solchen Gegenargumenten ausgestattet nicht klüger wird über das, was eine kapitalistische Ökonomie und ihre politische Gewalt, den demokratischen Staat ausmacht, das wollen wir in unserer Sendung zeigen. Den vollständigen Text zur Sendung gibt es wenige Tage später auf http://www.gegenargumente.at ================================================ 06 KUNDGEBUNG BEI DER ÖIAG AUFSICHTSRATSITZUNG von: willi.mernyi at oegb.or.at ================================================ KUNDGEBUNG BEI DER ÖIAG AUFSICHTSRATSITZUNG Der Protestmarsch am 19. Jänner war der Anfang einer Reihe von Protestmaßnahmen gegen den Börsegang der Post. Am 30. Jänner findet am Sitz der ÖIAG-Zentrale in der Dresdnerstraße jene Aufsichtsratssitzung statt, bei der dieser Verkauf beschlossen werden soll. Wir laden ein zu einer Protestkundgebung am 30. Jänner um 9 Uhr in 1200 Wien, Dresdner Straße 87 (Ecke Traisengasse, Nähe S-Bahnstation Traisengasse) Es geht nicht nur um die Zukunft der Postlerinnen und Postler, sondern um die Erhaltung der Infrastruktur für die gesamte Bevölkerung. Wir ersuchen euch, an der Kundgebung teilzunehmen und damit die Beschäftigten der Post durch unsere Solidarität zu unterstützen. Mit gewerkschaftlichen Grüßen Willi Mernyi ÖGB- Referat für Kampagnen ________________________________________ ACHTUNG NEUER EINGANG: SCHOTTENRING 14 EBENE 2 ZIMMER 04 ÖGB-Referat f. Kampagnen, Projekte, Zielgruppen Tel: 01/534 44/123 Fax: 01/534 44/477 e-mail: willi.mernyi at oegb.at www.oegb.at/kampagnen ================================================ 07 Do. 9. Februar 2006 - 20 Uhr : DEMO 6 Jahre Widerstandgegen Schwarzblauorange: Rekordarbeitslosigkeit endlichabbauen . . . von: hilde.grammel at aon.at ================================================ 6 Jahre Widerstand gegen Schwarzblauorange DEMO: 6 Jahre Schüssel-Haider Koalition sind genug! Wann: 09. Feber 2006 20:00 - 21:30 Wo: Ballhausplatz Wien 1010 Beschreibung: Alle regierungskritischen Individuen und Gruppierungen sind eingeladen, am 9. Februar zum 6. Jahrestag der Angelobigung der Schüssel-Haider-Koalition ihren Unmut kundzutun. Treffpunkt: 20 Uhr - Ballhausplatz. 9. Februar 2006 Treffpunkt: Ballhausplatz - 20 Uhr * Rekordarbeitslosigkeit endlich abbauen ! * Zweisprachige Ortstafeln endlich aufstellen ! Stationen u.a.: AMS, Verfassungsgerichtshof Gegen Schüssels Ratspräsidentschafts- und Mozartkugelidylle in einer gleichgeschalteten Medienlandschaft! Zeigen wir, dass wir wissen, wer sie sind: Verantwortliche für Rekordarbeitslosigkeit und Einkommensverluste, RassistInnen, NaziverharmloserInnen, Verhinderer zweisprachiger Ortstafeln und VerfassungsbrecherInnen, homophobe SexistInnen, SozialdemontiererInnen ! Heute demonstrieren wir nochmals das wahre Gesicht dieser Regierung und morgen wählen wir sie ab! Am 4.2.2000 wurde die erste Schüssel-Haider-Koalition angelobt und schon am 9.2.2000 stand die Botschaft besorgter BürgerInnen am Ballhausplatz! Es gibt viele gute Gründe, gegen die schwarzblaurange Regierung zu sein. Jeder/Jedem sind andere besonders wichtig. Wir laden alle ein, ihre Gründe mitzubringen, im Kopf oder - noch besser - auf Tafeln, Transparenten etc.. Viele der schwarzblaurangen Grausligkeiten der letzten 6 Jahre sind schon fast in Vergessenheit geraten, aber nicht weil sie so wenig schlimm wären, sondern weil sie nach dem Motto "speed kills" ständig überboten werden. Wer noch alte Demotafeln o.ä. aus den letzten Jahren hat, soll sie mitbringen, damit die Geschichte schwarzblauranger Unappetitlichkeiten in Erinnerung gerufen wird. Neue Transparente, Kleidungszusätze usw. zu den aktuellen Bedrohungen durch die Regierung sind natürlich genauso gern gesehen! Nach wie vor gibt es jeden Donnerstag Widerstandsaktivitäten am Ballhausplatz/Ecke-Heldenplatz (Widerstandslesung ab 17Uhr, Speakerscorner* gegen Schwarzblaurange mit Mahnwache vor dem Kanzleramt ab 20Uhr). Zum sechsten Jahrestag der schwarzblaurangen Machtübernahme ist es an der Zeit, wieder einmal eine größere Protestaktion gegen die schon viel zu lange amtierende Regierung durchzuführen, die über den Ballhausplatz hinausgeht. Daher wird es am 9.2.2006 wieder eine Donnerstagsdemo in Wien geben. Treffpunkt: 20Uhr am Ballhausplatz! Eine möglichst große Weiterverbreitung des Demotermins ist erwünscht! Get up, stand up for your right! * Der einzig wahre Speakerscorner am Ballhausplatz. Beim Versuch, ihn zu imitieren, blamierte sich die Regierung. http://do-speakerscorner.org 6 Jahre Widerstand Donnerstagsdemo gegen Schwarzblaurange 9.Februar 2006, Ballhausplatz, 20Uhr Rekordarbeitslosigkeit endlich abbauen ! Zweisprachige Ortstafeln endlich aufstellen! Stationen u.a.: AMS, Verfassungsgerichtshof Quelle : http://do-speakerscorner.org/news/ ================================================ 08 [Netbase] Programm 30. + 31. Jänner 2006 von: wassermair at t0.or.at ================================================ |--- | VERANSTALTUNGSPROGRAMM |--- | 30. + 31. Jänner 2006 |--- | Netbase | Institut für Neue Kulturtechnologien/t0 |--- | Neustiftgasse 17 | A-1070 Wien |--- | Eintritt frei! |--- |--- | Mo., 30. Jänner 2006, 19.00 Uhr |--- | Im mythischen Lala-Land der Creative Industries |--- | Diskussion zum aktuellen Schwerpunktthema der Zeitschrift | "Kulturrisse" mit anschließender Relaunch-Party. |--- | http://www.netbase.org/t0/programm/1134397734 | http://www.kulturrisse.at/ |--- |--- | Di., 31. Jänner 2006, Achtung: Beginn bereits um 18.00 Uhr! |--- | Netlabels und die Krise der Musikindustrie | Teil 2: Zwischen Marketing-Interessen und offenen Tauschnetzen |--- | Die Reihe "Netlabels und die Krise der Musikindustrie" ist eine | Koproduktion von Netbase und mica (music information center austria) |--- | http://www.netbase.org/t0/programm/1133856729 |--- |--- | Rückfragen: |--- | Netbase | Institut für Neue Kulturtechnologien/t0 | Neustiftgasse 17 | A-1070 Wien |--- | Tel. +43 (1) 522 18 34 | Fax. +43 (1) 522 50 58 |--- | http://www.netbase.org/ |--- ================================================ 09 21.2. Premiere BEI SCHÜSSELS / Kasperltheater für Erwachsene von: rabenhof_presse at gamuekl.org ================================================ Thomas Gratzer und sein Rabenhof Team beehren sich, Ihnen folgende Premiere für Februar anzukündigen: “BEI SCHÜSSELS" The Official European Puppet Porn von und mit: maschek. (Peter Hörmanseder, Ulrich Salamun, Robert Stachel) Puppenspiel: Original Wiener Praterkasperl Konzept & Regie: Thomas Gratzer Ausstattung: Gerhard Haderer Musik: Gustav Bühne: Erich Sperger Skulpturales Design & Puppenproduktion: Ana Maria Heigl Premiere: 21. Februar 2006 23., 24., 25. Februar 2006 2., 3., 4., 9., 10., 11., 20., 21., 22., 31. März 2006 1., 3., 4., 5. April 2006 (Beginn: 20.00 Uhr) Eine Alt-Wiener Tradition wird im Erdberger Boulevardtheater wiederbelebt: Kasperltheater für Erwachsene. Erfahren auch Sie das Geheimnis über Wolfis PuppenkisteŠ Starcartoonist Gerhard Haderer und die Kulttruppe maschek. dringen - gnadenloser als die Yellow Press - in die Privatgemächer des österreichischen Schweigekanzlers vor - musikalisch begleitet von “Amadeus 05"- Preisträgerin GustavŠ Als Stargäste haben sich neben Angela Merkel auch Silvio Berlusconi und Vladimir Putin bei Schüssels angesagt. Ob Wolfi im Mozartjahr für seine Ehrengäste persönlich in die Tasten greift, Gusi zu Spargel auch Rotwein serviert oder Silvio Gigi in den nächsten Swingerclub entführt - die schonungslose Wahrheit erfahren sie ab 21. Februar 2006 im nestroyprämierten Gemeindebautheater. RABENHOF THEATER A-1030 Wien; Rabengasse 3 Kartenreservierungs-Hotline: Tel. 01/712 82 82 Infos + Online-Reservierung unter: http://www.rabenhof.at Kartenpreise: ¤ 20,-- / ¤ 10,-- -- Rabenhof Presse Gabriele Müller-Klomfar Tel: +43-699-1-913 14 11 Fax: +43-1-913 14 11 rabenhof_presse at gamuekl.org <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN/MEINUNGEN/KOMMENTARE <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 10 "Artikel 7 - Unser Recht!" muss in den ORF! von: evasi at kinoki.at ================================================ Film zu Minderheitenkonflikt muss in den ORF! Die AutorInnen von "Artikel 7 - Unser Recht!", Eva Simmler und Thomas Korschil, bestehen auf zugesagter ORF-Ausstrahlung Wir fordern den ORF auf, unseren Film "Artikel 7 - Unser Recht!" nicht länger zurückzuhalten, sondern in unveränderter Form unverzüglich auszustrahlen! Wir fordern die verantwortlichen PolitikerInnen auf, sich für die Freiheit kritischer Meinungsäußerung einzusetzen sowie für die Einhaltung von Minderheitenrechten und die Umsetzung höchstgerichtlicher Urteile Sorge zu tragen! "Artikel 7 - Unser Recht!" thematisiert den problematischen Umgang Österreichs mit seiner slowenischen Minderheit. Der Film geht den Schwierigkeiten nach, die Staat und Gesellschaft bis heute mit der Erfüllung von staatsvertraglichen Verpflichtungen haben. Er lässt dabei primär die Betroffenen dieser Verweigerung von Recht und Anerkennung zu Wort kommen: Angehörige der kärntner-slowenischen Minderheit, deren Sichtweise medial zumeist unterrepräsentiert ist. Gerade jetzt, angesichts der tagesaktuellen Auseinandersetzung um die (fehlenden) zweisprachigen Ortstafeln in Kärnten (die ein Symbol sind für die lange Geschichte der restriktiven und nachlässigen österreichischen Minderheitenpolitik), und gerade im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, der seinem Auftrag nach zur Meinungsvielfalt verpflichtet ist, kann unser Film zum Verständnis der Hintergründe des politischen und rechtsstaatlichen Konflikts beitragen. "Artikel 7 - Unser Recht!" wurde neben dem Bundeskanzleramt, dem Land Salzburg und dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk RTV Slovenija maßgeblich vom ORF gefördert und koproduziert. Unser Film hat nicht nur das reguläre Prozedere mehrerer ORF-Abnahmen ohne jegliche Beanstandung durchlaufen (Endabnahme im Jänner 2005). Gemeinsam mit den zuständigen Redaktionen beider Sender ist er von Beginn an auch auf eine TV-Ausstrahlung hin abgestimmt worden. Während RTV Slovenija den Film mit großem Publikumszuspruch im Oktober 2005 gesendet hat, nahm ihn der ORF wenige Tage vor dem geplanten Ausstrahlungstermin Anfang Dezember plötzlich aus dem Programm. Der ORF begeht damit Wortbruch und enthält den Film genau jener Öffentlichkeit vor, für die er gedacht und produziert wurde! Die Behauptung des ORF, "Artikel 7 - Unser Recht!" widerspreche "in einigen Aspekten deutlich" dem Objektivitätsgebot und dürfe deshalb nicht ausgestrahlt werden, ist nicht nachvollziehbar. Der ORF kann diese Behauptung bis heute auch nicht näher belegen. Vielmehr zwingt er der Produktionsfirma Navigator Film, unter Ausschluss der Öffentlichkeit, eine juristische Auseinandersetzung auf, die angesichts der Produktionsgeschichte des Films absurd ist und offensichtlich von den eigentlichen Ursachen des Ausstrahlungsverbotes ablenken soll. Tatsache ist, dass ein vom ORF mit produzierter und für die Ausstrahlung offiziell abgenommener Film zum Kärntner Minderheitenkonflikt, der die Perspektive bewusst zugunsten der betroffenen Minderheit verlagert und die Nichterfüllung des Staatsvertrages sowie das Ignorieren von Erkenntnissen des Verfassungsgerichtshofes durch die verantwortlichen PolitikerInnen kritisiert - dass dieser Film von demselben ORF unter dem Vorwand der Nichtobjektivität zensuriert wird. Wir fordern die zugesagte ORF-Ausstrahlung von "Artikel 7 - Unser Recht!"! Im Sinne einer öffentlichen Diskussion des inakzeptablen Verhaltens des ORF rufen wir alle KollegInnen, politisch Interessierte, Interessensgemeinschaften, Minderheitenorganisationen, GebührenzahlerInnen etc. zu Stellungnahmen, Protestschreiben u.ä. auf. Die Beiträge möchten wir auf auf unserer Homepage http://www.artikel7.at veröffentlichen und bitten um Zusendungen an: evasi at kinoki.at Wien, 26. Jänner 2006 Thomas Korschil & Eva Simmler, AutorInnen von "Artikel 7 - Unser Recht!" Rückfragen: 01/956 14 33; evasi at kinoki.at, tkorschil at gmx.at http://www.artikel7.at Protestschreiben auch an: franz.grabner at orf.at (Leiter d. ORF-Kultur Dokumentarfilmredaktion), reinhard.skolik at orf.at (Programmdirektion), monika.lindner at orf.at (Generalintendantin) ================================================ 11 AT: Wie man ein Wertkartenhandy fängt von: depesche at quintessenz.org ================================================ From: "q/depesche" Subject: AT: Wie man ein Wertkartenhandy f"ngt q/depesche 2006-01-25T23:26:48 AT: Wie man ein Wertkartenhandy fängt Nach der Klärung des Saliera Diebstahls rückt nun ein anderer Aspekt des Fahnungserfolges in den Mittelpunkt: Wie konnte ein vermeintlich anonymes Wertkartenttelefon rückverfolgt werden. -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- Es gibt Hinweise darauf, daß die Polizei im Fall der Saliera anfangs ähnliche Methoden angewandte, wie sie schon bei anderen Gelegenheiten [1] zu Kritik führten: Für den entsprechenden Zeitraum wurden alle Handybesitzer aller Netzbetreiber ermittelt, die sich im Umkreis des Tatortes aufhielten. Nicht eindeutig zuordnenbare Handybenutzer (weil zb unregistrierter Wertkartenbesitzer) wurden mitunter auch Angerufen und über Identität und den Grund des Aufenthaltes ausgefragt - bestätigte ein Betroffener gegenüber der q/depesche. Bei solchen Datenerhebungen geraten in der Regel mehrere Tausend unbescholtene Bürger ins Fadenkreuz der Justiz. Im Falle der Saliera dürfte die Zahl eine gute fünf Stellige sein - oder mehr: Das Kunsthistorische Museum ist eingeschlossen von zwei innerstädtischen Hauptverkehrsrouten (Ring, '2er-Linie') und von zwei Abendgestaltungsarialen (Volksgarten, MQ & Spitelberg). Mobilfunkzellen sind im Innenstadbereich mehrere hundert Meter im Durchmesser und überlappend angeordnet. Der Salieradieb Robert M. verfing sich allerdings erst im Netz der Polizei, als er per SMS eine Übergabe abbrach. Zur Benutzung eines Handynetzes bedarf es eines Mobiltelefones und einer SIM-Karte. Beide haben eine weltweit eindeutige Seriennummer (IMEI und IMSI). Mit dem Einschalten und Einbuchen in ein Handynetz kennt der Betreiber beide und die Behörden können bei Bedarf die Vorgeschichte (Vorbenutzer und seine Kontakte) - auch bei anderen Netzbetreibern - recherchieren. Robert M. kaufte Beides neu - auf der Rechnung als auch im Computer wurde jedoch die Seriennummer des Telefons vermerkt - eine übliche Vorgehensweise zur Garantieabwicklung. Mit der Uhrzeit der Rechnung konnte dann auch die entsprechenden Aufnahmen hervorgeholt werden. Der Umstand, dass prinzipiell alle Kunden fotografiert werden, führte dann auch prompt zu einiger Kritik[2] in den Medien. Private Betreiber von Videoüberwachungsanlagen müssen diese zwar von der Datenschutzkommission genehmigen lassen und sich an Ihre Auflagen halten, sie tun es aber in der Regel nicht. Der Wildwuchs floriert. Über von Netzbetreibern subventionierte oder verkaufte Geräte wird, wie bei fast alle teureren Elektronikartikel, vom Produzenten, über die Zwischenhändler bis zum Endverkäufer Buch geführt. Am schwierigsten ist die Pirsch noch dort, wo Pfade abseits des gewohnten etablierten Absatzwege beschritten werden - zb bei Diskontern. [1] http://www.quintessenz.at/cgi-bin/index?id=000100003321 http://www.quintessenz.at/cgi-bin/index?id=000100001845 http://www.quintessenz.at/cgi-bin/index?id=000100001843 http://www.quintessenz.at/cgi-bin/index?id=000100001842 [2] http://derstandard.at/?id=2314209 und http://derstandard.at/?ressort=webthema - -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- relayed by Mac Gyver - -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- ================================================ 12 27. Januar - Internationaler Holocausttag von: gfbv.austria at chello.at ================================================ Gesellschaft für bedrohte Völker / Presseerklärung in www.gfbv.it/2c-stampa/2006/060126de.html 27. Januar - Internationaler Holocausttag Für einen Südtiroler Gedenktag am 8. September Bozen, 26. Januar 2006 Am 27. Januar 1945 wurde das KZ-Auschwitz von der Roten Armee befreit. In diesem "Industriekomplex" ermordeten die Nationalsozialisten mehr als eine Million Menschen. Der Jahrestag der Befreiung des NS-Konzentrationslagers Auschwitz wird an diesem Freitag erstmals weltweit als Holocaust-Gedenktag begangen. Im vergangenen November hat die UN-Vollversammlung die Staaten aufgerufen, am 27. Januar der Shoah zu gedenken und die Erinnerung daran für künftige Generationen aufrecht zu erhalten. Die damals von Israel und weiteren 90 Ländern eingebrachte Resolution wendet sich auch gegen jede Relativierung oder Verleugnung von Verbrechen der NS-Zeit. Zugleich wird jede Form von religiöser Intoleranz und Gewalt sowie Diskriminierung verurteilt. Bereits im Jänner 2005 hatte die UN-Vollversammlung erstmals in ihrer Geschichte der Befreiung der nationalsozialistischen Konzentrationslager, der sechs Millionen jüdischer Opfer, der 500.000 Sinti und Roma und aller anderen Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Die Nazis und ihre Südtiroler Helfershelfer vernichteten zwischen 1943 und 1945 die jüdische Gemeinde von Meran. In der offiziellen Geschichtsschreibung wurde die eigene braune Vergangenheit verdrängt. Inzwischen gibt es eine rechtsradikale Jugendszene, deren Aktivitäten auch die Ermittlungsbehörden beschäftigen. Besonders problematisch sind die Verbindungen der Neo-Nazis mit Teilen der Union für Südtirol und den Freiheitlichen. Unions-Landessekretär bezeichnete antisemitische Aktionen des Kameradschaftsringes als "geil", die Freiheitlichen kritisierten das Vorgehen von Polizei und Justiz gegen Neo-Nazis als überzogen. Für die Freiheitlichen scheinen nicht die Rechtsradikalen eine Gefahr zu sein, sondern die Ermittlungsbehörden und Medien, die Ermittlungsprotokolle veröffentlichen. Wenig zielführend sind auch Hinweise von Union und Freiheitlichen auf faschismusverharmlosende Aussagen von Ministerpräsident Berlusconi und anderen Exponenten der Rechtsparteien. Damit wird Südtirol weder von der braunen Vergangenheit entlastet, noch die Existenz der Neo-Nazis aufgehoben. Genauso wenig reicht es aus, mit Spenden einen Gedenkstein für die Shoah-Opfer zu errichten. Das offizielle Südtirol soll sich zur eigenen Geschichte bekennen, eine Geschichte, in der Südtiroler Opfer, aber auch Täter waren. Für die Nachkommen der Täter darf es keine Nachsicht geben, Nazismus ist kein zu verzeihender Lausbubenstreich. Südtirol sollte den 8. September 1943 - Tag des Einmarsches der NS-Wehrmacht und weiterer Terrorverbände des Dritten Reiches - zum Shoah-Tag erklären. Damals begann der Leidensweg der Meraner Juden. ============================================================= Siehe auch* www.gfbv.it: www.gfbv.it/2c-stampa/2005/050124bde.html | ================================================ 13 SWPAT: Banana Republic EU - total recall von: depesche at quintessenz.org ================================================ From: "q/depesche" Subject: SWPAT: Banana Republic EU - total recall q/depesche 2006-01-27T09:47:41 SWPAT: Banana Republic EU - total recall Hartnäckig ist er ja schon, der Kommissar. Nun riskiert er einen weiteren Schiffbruch beim Gemeinschaftspatent weil er Softwarepatente durch die Hintertür durchsetzen will. Wurden die nicht gerade abgelehnt? Egal - es gibt sie ja offiziell gar nicht. Oder doch? -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- Die Pläne zum Gemeinschaftspatent wären ja, als solches, nichts schlechtes. Billiger und besser soll es werden, das Patentieren. Doch das Ringen ist zäh weil kein Staat auf Übersetzungen in seiner Sprache verzichten will. Nun mischt McGreevy in die, sowieso schon schwierige Entwicklung, noch die Softwarepatente. Die rechtliche Grundlage soll nämlich das Fallrecht des Europäischen Patentamtes werden. Und wieder gibt es eine Umfrage. Wir erinnern uns an den ersten Akt: Die Auseinandersetzung begann mit einer Umfrage der Kommission zur Patentierung von Software. Die Auswertung wurde dann gefälscht http://www.quintessenz.at/cgi-bin/index?id=000100002693 Die Parlamentarier waren jedoch "Schlauer als der Kommissar erlaubt". http://www.quintessenz.at/cgi-bin/index?id=000100002758 Das unrühmliche Ende der Direktive ist bekannt. Weniger bekannt ist jedoch, dass das der Chef des Europäische Pat/entamts darauf schmollend verkündete: "the EPO does not grant software patents". http://www.european-patent-office.org/news/pressrel/2005_07_06_e.htm Am selben Tag erhielt SAP ein Patent. Nicht nur, dass die patentierte Innovation in Österreich Stoff der 3. Klasse Hauptschule ist, es ist ein astreines Softwarepatent. - -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- relayed by Bernhard Mayer - -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- ================================================ 14 Fwd: Situationistische Internationale - Hefte I und II erschienen von: antiD at gmx.net ================================================ Texte der Situationistischen Internationale Heft I und Heft II erschienen! Heft I - frühe Schriften, Zeit der Sammlung Aus dem Inhalt: Theorie des Umherschweifens Versuch einer psychogeografischen Beschreibung der Pariser Hallen Nachrichten von der Internationale Situationistische Position zum Verkehr Manifest Signal für den Beginn einer revolutionären Kultur in Israel Die 4. Konferenz der S.I. in London Noch einmal über unsere Auflösung u.v.a.m. Broschüre, geheftet, 84 Seiten, 21 Abbildungen, Preis: 3,- ¤ Heft II - Erste Krise und Konsolidierung Aus dem Inhalt: Anleitung für den Kampf Geopolitik der Schlaftherapie Perspektiven einer bewussten Änderung des alltäglichen Lebens Die 5. Konferenz der S.I. in Göteborg Die S.I. jetzt Die gefesselten Worte Korrespondenz mit einem Kybernetiker Briefe aus der Ferne Der Fragebogen u.v.a.m. Broschüre, geheftet, 92 Seiten, 17 Abbildungen, Preis: 3,- ¤ Die Hefte können bestellt werden unter: hefte_redaktion at gmx.net Oder auch angesehen werden unter www.Klassenlos.tk Versandkosten: bis 3 Hefte zuzüglich 1,- ¤ Versandkosten bis 7 Hefte zuzüglich 2,50 ¤ Versandkosten. Für Wiederverkäufer ab 3 Exemplaren pro Heft versandkostenfrei Alles Weitere auf Anfrage. Teste der Situationistischen Internationale ist eine Broschüren-Reihe mit dem Ziel, Übersetzungen vergriffener und vergessener Texte aus der französischen Zeitschrift ’Internationale Situationiste' und späteren Publikationen von Guy Debord aus den staubigen Archiven hervorzuklauben und dem Publikum günstig zur Verfügung zu stellen. Ausgewählt wurden neben den bekannten Texten auch abseitige, oder solche, die für die linke Debatte unübliche Gebiete behandeln. Sie sind in den einzelnen Heften in groben Zeitabschnitten zusammengestellt, wobei sie dadurch zugleich thematisch gegliedert wurden. Der Gesamtplan dieser Reihe schaut folgendermaßen aus: Bisher erschienen: Hefte I; II; III; IV Heft I - Frühe Schriften - Texte aus der Gründungsphase der SI, Texte zu Kunst, Psychogeografie; Konferenzberichte u.v.a.m. Heft II - Erste Krise und Konsolidierung - Texte aus der ersten Hälfte der 60-iger Jahre, Anleitung zum Kampf, S.I.-Nachrichten, Konferenzberichte u.v.a.m. Heft III - Weltpolitische Schriften - Texte zu Algerien, China, den Aufständen in Watts, China, den Arbeiterräten in Spanien u.v.a.m. Heft IV - Klimbim - Kleine Textschnipsel zwischen 1964 u. Z69, zur Welt, von der wir reden, Polemiken gegen politische Gegner der S.I., über Zeitgenossen sowie deren Bücher u.v.a.m. Heft V - Die Gesellschaft des Spektakels von Guy Debord (erscheint in Kürze) Heft VI - Höhepunkt und zweite Krise - Texte den Pariser Mai Z68 betreffend; Der Beginn einer Epoche, Die Frage der Organisation für die S.I. (April 1968), Über das Elend im Studentenmilieu u.v.a.m. (erscheint in Kürze) Heft VII - Auflösung - Aufzeichnungen, die der Geschichte der S.I. von 1969 bis Z72 dienen, Die wirkliche Spaltung (erscheint in Kürze) Heft VIII - Spätwerk - Texte von Debord aus den späten 70-igern und 80-igern, nach dem Ende der S.I., darunter die Kommentare zur Gesellschaft des Spektakels, Vorwort zur italienischen Ausgabe u.a. (erscheint in Kürze) hefte_redaktion hefte_redaktion at gmx.net ================================================ 15 Stmk/KPÖ/Landesvorstand/Öffentliches Eigentum von: kpoe_stmk at hotmail.com ================================================ Steirische KPÖ plant Tagung über Verstaatlichte Industrie und öffentliches Eigentum "Das öffentliche Eigentum ist keine Sache von gestern!" Unter diesem Motto führt die steirische KPÖ gemeinsam mit der Alfred Klahr-Gesellschaft am 22. und 23. Juni in Leoben eine Konferenz zu Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Verstaatlichung in Österreich durch. Das hat der Landesvorstand in seiner Sitzung am Samstag beschlossen. Anlass dieser Tagung ist der 60. Jahrestag des 1. Verstaatlichungsgesetzes in Österreich. Als Ort wurde Leoben gewählt, weil diese Montanstadt auf das Engste mit dem Schicksal des Hüttenwerkes Donawitz verbunden ist. Ernest Kaltenegger, KPÖ-Klubobmann im Landtag, wies in seinem Referat im Landesvorstand darauf hin, dass die steirische KPÖ auf allen Ebenen gegen die Privatisierung des öffentlichen Eigentums eintritt: "Das haben wir auch mit unserer Initiative bewiesen, die zum gemeinsamen Landtagsbeschluss von KPÖ, SPÖ und Grünen gegen den Ausverkauf der Post geführt hat". Ein weiterer inhaltlicher Schwerpunkt der steirischen KPÖ im ersten Halbjahr ist die kritische Begleitung des österreichischen EU-Vorsitzes. Die negativen Seiten der EU-Mitgliedschaft für die arbeitenden Menschen in unserem Land sollen dabei deutlich sichtbar gemacht werden. Die steirische KPÖ unterstützt die Initiative der Grazer Wohnungsstadträtin Elke Kahr für neue Gemeindewohnungen in aufgelassenen Kasernenstandorten der steirischen Landeshauptstadt. Der Landesvorstand billigte darüber hinaus den Plan, eine gesamtsteirische Zeitung unter dem titel "Steirische Volksstimme" herauszugeben. Die nächste ordentliche Landeskonferenz der steirischen KPÖ soll im ersten Quartal des Jahres 2007 stattfinden. KPÖ-Steiermark Lagergasse 98 a 8020 Graz Tel.: 0316 71 24 36 Fax 0316 71 62 91 email: kp.stmk at kpoe-graz.at; kpoe_stmk at hotmail.com ================================================ 16 Aichfeld/Privatisierung/EGAM/Verkauf von: kpoe_stmk at hotmail.com ================================================ KPÖ Steiermark Lagergasse 98a 8020 Graz Tel. 03 16 / 71 24 36 Fax 03 16 / 71 62 91 email: kpoe_stmk at hotmail.com Freitag, 27. Januar 2006 Presseinformation der KPÖ Steiermark EGAM wird verkauft: 740 Mietwohnungen im Aichfeld vor Privatisierung Jetzt ist es amtlich: Mit heutigem Tag hat das Finanzministerium durch Zeitungsinserate die Privatisierung der Entwicklungsgesellschaft Aichfeld Murboden GmbH (EGAM) ausgeschrieben. Damit gelangen 9 Wohnungsanlagen in den Gemeinden Judenburg, Zeltweg, Knitelfeld, Fohnsdorf und Spielberg mit insgesamt 740 Mietwohnungen und 60.000 Quadratmeter Wohnnutzfläche in die Hände privater, gewinnorientierter Wohnungsgesellschaften . Den Mietern wird keine Möglichkeit geboten, ihre Wohnungen selbst zu erwerben. Der steirische KPÖ-Vorsitzende Franz Stephan Parteder kritisierte am Freitag diesen Schritt: "Der Ausverkauf öffentlichen Wohnraums geht weiter. Nach den Werkswohnungen und den Wohnungsgesellschaften des Bundes ist nun die EGAM an der Reihe. Diese Gesellschaft war gegründet worden, um die Region Aichfeld-Murboden zu entwickeln und dort günstigen Wohnraum zu schaffen. Jetzt wird privatisiert. Die steirische KPÖ warnt vor dieser gefährlichen Entwicklung und fordert das Land Steiermark auf, die Möglichkeit zu prüfen, die Wohnungen in das Eigentum des Lande zu überführen. Die KPÖ-GemeinderätInnen der Region Christine Erschbaumer (sie ist selbst Mieterin einer EGAM-Wohnung in Judenburg), LAbg. Ing. Renate Pacher (Knittelfeld), Elfriede Wieser (Fohnsdorf) und Ernst Wieser (Zeltweg) wiesen darauf hin, dass schon der Verkauf der Bundeswohnungen Verschlechterungen für die Mieter gebracht hat: "Wenn alles auf den Markt geworfen wird, gibt es kein soziales Korrektiv mehr"! Die Bürgermeister der Region werden aufgefordert, ihre Position als Mitgesellschafter der EGAM im Sinne der MieterInnen zu nützen. Die EGAM hat einen Immobilienbestand von 740 Mietwohnungen (rd. 60.000 m2Wohnnutzfläche) 16 Gewerbelokalen (rd. 2.500 m2 Nutzfläche) und 537 Garagen, Tiefgaragen, Abstellplätze und Parkplätze, die in den Jahren 1975 bis 1984 ohne zu Hilfenahme von Wohnbauförderungsmittel errichtet wurden. Die Republik Österreich, vertreten durch das Bundesministerium für Finanzen, ist am Stammkapital dieser Gesellschaft in Höhe von rd. ¤ 1,2 Mio. mit 98,0842 % beteiligt. Mitgesellschafter sind die Stadtgemeinden Judenburg, Zeltweg, Knittelfeld, Fohnsdorf. KPÖ-Steiermark Lagergasse 98 a 8020 Graz Tel.: 0316 71 24 36 Fax 0316 71 62 91 email: kp.stmk at kpoe-graz.at; kpoe_stmk at hotmail.com ================================================ 17 Kritik an Rupert Scholz: Plädoyer für deutsche Kriegsverbrechen von: hans.bogenreiter at gfbv.at ================================================ >GESELLSCHAFT FÜR BEDROHTE VÖLKER >PRESSEMITTEILUNG Göttingen/Berlin, den 27.01.2006 > >Plädoyer für deutsche Kriegsverbrechen am Vorabend des Holocaust- >Gedenktages? > >"Wer sich am Vorabend des Holocaust-Gedenktages und kurz vor dem >Jahrestag der Zerstörung von Dresden wie der ehemalige >Verteidigungsminister Rupert Scholz für die Ausrüstung der Bundeswehr >mit Atomwaffen ausspricht, plädiert in letzter Konsequenz für eine >erneute deutsche Beteiligung an Kriegsverbrechen", kritisiert der >Generalsekretär der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) Tilman >Zülch, "denn mit Atomwaffen gegen wirkliche oder vorgebliche >Terroristen vorzugehen ist für zehntausende unschuldige Zivilisten >das Todesurteil wie in Dresden oder Hiroshima. > >Die GfbV fordert den Ex-Verteidigungsminister auf, sich mit dem >unermesslichen Leid dieser Menschen zu konfrontieren und am 13. >Februar an der Gedenkstunde in Dresden und im Sommer an den >alljährlichen Trauerfeiern in Hiroshima teilzunehmen." > >Tilman Zülch ist auch erreichbar unter Tel. 0151 153 09 888. >====================================================== >Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV) >Inse Geismar, Pressereferentin >Postfach 2024, D-37010 Goettingen >Tel.+49/551/49906-25, Fax:++49/551/58028 >E-Mail: presse at gfbv.de, Homepage:http://www.gfbv.de >====================================================== ================================================ 18 [al_news] Mozart und die Revolution / Demoberichte / Rotes Kino: "Brassed off" von: al at sozialismus.net ================================================ AL-Newsletter Nr. 161 --------------------------- 1. Mozart und die Revolution 2. Demoberichte aus Kärnten und Oberösterreich 3. Rotes Kino, Vol.19 - "Brassed off" ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ 1. Mozart und die Revolution Heute jährt sich zum 250. Mal der Geburtstag des berühmten Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart. Doch Mozart war nicht einfach nur Musiker, er war gleichermaßen Produkt und Akteur einer vorrevolutionäre Periode mit all ihren ökonomischen und politischen Widersprüchen ... (Von Valentin Stimpfl) Mozart ist in aller Munde: Der österreichischen Wirtschaft, verhilft "Amadeus" im Mozartjahr 2006 posthum zu enormen Einnahmen: Wer Mozart liebt, kauft Salzburger Mozartkugeln, Mozartwurst, Mozartdrinks, Mozartjoghurt, Mozartkipferln, Mozartknödel, Mozartkochbücher usw. Wer seine Musik liebt, geht in die Oper: eine "Zauberflöte" gibt es nicht unter 35 Euro, für viele also ein einmaliges Erlebnis. Und auch die Frage, wer Mozart für sich reklamieren darf, wird wiederum geführt, ist aber nicht neu: Als im Jahr 2003 der deutsche Fernsehsender ZDF zu einer Wahl der "bedeutendsten Deutschen der Zeitgeschichte" aufrief und unter anderen AnwärterInnen Mozart anführte, ging ein an Peinlichkeit kaum zu übertreffender Aufschrei durch die in ihrem Nationalstolz beleidigte bürgerliche Gesellschaft Österreichs. Naturgemäß tat sich die "Krone" dabei besonders hervor. Angesichts dieses differenzierten Bezugs auf das Leben und Schaffen des Komponisten, der sich durch nationalistische Vereinnahmung, elitären Kunstgenuss und kapitalistische Verwertbarkeit manifestiert, ist es notwendig, den progressiven Charakter Mozarts dem Vergessen zu entreißen. Doch der Hinweis auf sein - zweifellos fortschrittlichstes - Werk "Die Hochzeit des Figaros" ist bei weitem nicht ausreichend. Vielmehr muss Mozart aus zwei Blickwinkeln gesehen werden: einmal als ein Produkt seiner Zeit und dann als ein Akteur in einer Zeit des Umbruchs. Mozart - ein Produkt seiner Zeit Fast 200 Jahre nach Mozarts Tod, erlangte ein aus der Wiener linken Undergroundszene stammender Sänger und Komponist mit seinem Hit "Rock Me Amadeus" internationales Ansehen. Wenn Falco darin Mozart als "Rockidol" und als "populär" bezeichnet, so bezieht sich diese Aussage vor allem auf seine erfolgreiche Zeit in Wien. In Wirklichkeit kann die Popularität des Komponisten aber auf sein gesamtes Leben ausgeweitet werden und zwar unter Einbeziehung der verschiedensten Bedeutungen des Wortes. Der Komponist und Musiker Wolfgang Amadeus Mozart wurde am 27. Jänner 1756 in Salzburg geboren. Bereits als sein Vater Leopold den achtjährigen Wolfgang und dessen Schwester in einer Tournee durch Europa schleifte, machte er das Kind nicht nur bei allen Adelshäusern bekannt, sondern platzierte es in London auch im Pub vor das Klavier und ein rein bürgerliches Publikum. Für die elitäre Kunstauffassung des 18. Jahrhunderts war dieses Vorgehen reinster Frevel und kam einer Beleidigung gleich: die heute als "klassische Musik" bekannte Kunst war damals für den Adel reserviert. Der Bürgerliche Leopold Mozart scherte sich wenig um feudale Privilegien, ihn interessierte die finanzielle Verwertbarkeit seiner Kinder, wobei es ihm egal war, aus welcher Hand das Geld in seinen Beutel gelangte. Die Tournee, welche Leopold jene Unabhängigkeit von einem einzelnen Adelshaus garantierte, für die Wolfgang lange wird kämpfen müssen, und der Londoner Skandal sind Ausdruck eines Bruchs der Bourgeoisie mit einem auf Privilegien des Adels basierenden System, das sich gegen Mitte des 18. Jahrhunderts längst überlebt hatte und seiner Zersetzung entgegensah. Das Leben Wolfgang Mozarts fällt in eine vorrevolutionäre Periode mit all ihren ökonomischen und politischen Widersprüchen. Nicht nur in Frankreich, wo zwei Jahre vor Mozarts Tod die Revolution ausbrechen sollte, sondern in den meisten Gebieten des europäischen Kontinents wuchs im 17. und 18. Jahrhundert das Selbstbewusstsein der Bourgeoisie zusammen mit ihrem Selbstverständnis als Klasse enorm an. Dies hatte mehrere Gründe: Der Adel war teilweise dermaßen verarmt, dass er keine eigenständige wirtschaftliche Kraft der Gesellschaft mehr darstellte. Ehemalige Großgrundbesitzer fristeten ihr Leben als schmarotzende Höflinge des Königs (in Frankreich) oder einzelner noch mächtiger Feudalherren (Deutschland, Österreich, Italien ...). Obwohl der Adel wirtschaftlich bedeutungslos war und auch keine Steuern zahlen musste, hatte nur er Zugang zu politischen Ämtern. Diese feudalen Privilegien standen in keinem Bezug mehr zur Verteilung der Produktionsmittel bzw. zum realen Stellenwert der Feudalklasse in der Gesellschaft. Dem gegenüber stand die junge Klasse der Bourgeoisie, die nach und nach die wirtschaftliche Bedeutung des Adels übernommen hatte, einen großen Teil der Abgaben entrichtete und folglich auch die politische Kontrolle übernehmen wollte. Bei Entstehen der ökonomischen Voraussetzungen für den Kapitalismus wurde auch die ihm entsprechende politische Gesellschaftsordnung der bürgerlichen Demokratie geboren. Ideen von Aufklärern wie Voltaire, Rousseau und Kant fanden Eingang in das bürgerlich-feudale Kräftemessen und legitimierten es. Mit dem Sturm auf die Bastille in der französischen Revolution im Jahr 1789 fand ein bereits lang andauerndes Tauziehen um die Macht seinen Höhepunkt. (Mehr dazu in: Vive la révolution! (MR 22/03)) Die Vorzeichen der revolutionären politischen Umwälzungen hatten ihre Entsprechung im Bereich der Kunst. Die höfische Musik steuerte auf ihr Ende zu. Mozart wurde einer der ersten populären Musiker und Komponisten. Doch zunächst war auch er von der Gunst des Adels abhängig. Die erste Anstellung am Hof des Erzbischofs von Salzburg als "Dritter Konzertmeister der Salzburger Hofkapelle" war unbesoldet, erst die zweite und die dritte als "Hoforganist" garantierten ihm ein bescheidenes Dasein. Seine gesellschaftliche Position war trotz der klingenden Titel die eines Dieners. Mozart war sich dieser Tatsache und der damit verbundenen Ungerechtigkeit durchaus bewusst: Die Berühmtheit, die Produktivität, seine Bildung und das Genie, von dem er überzeugt war, standen im direkten Gegensatz zu seiner gesellschaftlichen und finanziellen Stellung. In diesem Bewusstsein manifestierte sich der wachsende Widerspruch zwischen der wirtschaftlichen Kraft der Bourgeoisie und der politischen Macht des Adels. Die zahlreichen Reisen, die Mozart während seiner Anstellung am Salzburger Hof unternahm, können als Versuch angesehen werden, sich aus den feudalen Fesseln zu befreien und der buchstäbliche Tritt in den Arsch, mit dem der Fürst auf seine endgültige Kündigung reagierte, ist symptomatisch für das Verhältnis zwischen dem Adel und den bürgerlichen Musikschaffenden: Keine Kunst ist außerhalb von Hof und Kirche akzeptierbar, wer sich nicht beugt und die Abhängigkeit nicht annimmt, wird verstoßen. Zugleich war dieser Tritt die Geburt des freischaffenden, populären Künstlers mit einer - relativen - Möglichkeit zur Kritikausübung. In Wien wird sich Mozart diese Freiheit nehmen. Als Mozart 1781 nach Wien kam, ließ er sich in einer Stadt nieder, die mehr als alle anderen Gebiete des Habsburger Reichs von den Reformen des Regenten betroffen war. Joseph der II. galt und gilt als Monarch, der mit den Ideen der Aufklärung sympathisierte oder sich diese zumindest als Instrument zur Bekämpfung des noch mächtigen Adels aneignete. Die Bourgeoisie gegen die feudalen Konkurrenten auszuspielen, lag durchaus in seinem persönlichen Interesse. Die so genannten "Josephinischen Reformen" beendeten unter anderem die Leibeigenschaft und schafften die Todesstrafe vorübergehend ab mit dem Zweck, die Verurteilten zur Zwangsarbeit heranzuziehen. Auch der Bau von Schulen und Krankenhäuser wurde vorangetrieben. Eine für diese Zeit besonders fortschrittliche Verordnung war das Verbot des Korsetts für Mädchen. Jene, die den Lebkuchen verbot, fällt wohl eher in den Bereich der Kuriositäten. Unter dem Motto "Alles für das Volk; nichts durch das Volk" sollte aber nicht nur jeder kleinste Bereich des gesellschaftlichen Lebens organisiert sondern auch kontrolliert werden. So wurde neben dem Meldewesen auch das erste polizeiliche Überwachungssystem inklusive Spitzel eingeführt. Gewagte Experimente mit der Pressefreiheit wurden bald wieder fallen gelassen. Die unmittelbare Folge dieser Reformen, besonders die rudimentäre Meinungsfreiheit, war ein Aufschwung liberaler bürgerlicher Intellektuellen-Zirkel wie der Logen der Freimaurer in den Städten, besonders in Wien, deren Mitglieder ganz im Geiste der Aufklärung standen und die Politik Joseph II unterstützten (und teilweise auch weit radikaler als diese waren und mit den französischen Jakobinern sympathisierten). Die Politik Joseph II war allerdings auf lange Sicht gegen die Interessen des BürgerInnentums gerichtet, da sie diese durch Zugeständnisse ruhig halten sollte. Und tatsächlich stellte sich mit den ersten Meldungen über die Französische Revolution auch die Repression wieder ein und jeglicher Reformwille von Seiten der Monarchie war wie weggeblasen. Mozart als Akteur Zunächst aber war das durch diese oft als "Revolution von oben" bezeichneten staatlichen Eingriffe geschaffene Klima durchaus günstig, nicht zuletzt auch, um Kritik am herrschenden System sozialer Ungerechtigkeiten in die Kunst und im besonderen Maße in Theater und Oper einfließen zu lassen. In Wien traf Wolfgang Amadeus Mozart auf ein Publikum, das nicht mehr zur Gänze dem Adel angehörte, sondern sich zunehmend aus mehr oder weniger wohlhabenden und entsprechend gebildeten Bürger und Bürgerinnen zusammensetzte. Dass dieselbe Evolution nicht nur im Saal sondern auch auf der Bühne stattfand, bis hin zu proletarischen Protagonisten, dafür waren fortschrittlich gesinnte Musiker, Komponisten, Dichter und Regisseure wie Mozart und Emanuel Schikaneder ausschlaggebend. Diesen fortschrittlichen Intellektuellen boten vor allem die Logen der Freimaurer ein ausgezeichnetes Forum. Ihre Mitglieder (theoretisch waren alle Stände vertreten, faktisch nur Männer des Adels und der Bourgeoisie) formulierten nicht nur die radikalsten Ideen und Forderungen, sie verfügten auch über den größten Einfluss bei Regierung und Hof. Durch die Inquisition der katholischen Kirche gleich nach ihrem Entstehen zu Beginn des 18.Jahrhunderts wegen der Praktizierung mystischer Rituale verfolgt, wurde die Freimaurerei von Joseph II zunächst legalisiert, überwacht und schließlich durch einen bürokratischen Vorwand handlungsunfähig gemacht. Die kuriose Mystik mit all ihren Symbolen und Ritualen hat sich bis heute erhalten und gibt immer wieder Anlass zu Verschwörungstheorien und Bestsellerromanen. Der Einfluss der Freimaurer ist zwar nach wie vor als männerbündische Seilschaft nicht unerheblich, die fortschrittliche Gesinnung der ehemaligen "Meister" und "Gesellen" hat sich aber nicht im Geringsten erhalten. Im Gegenteil: besonders europäische Logen wie die italienische P2 (Propaganda Due) dienen nicht nur kapitalistischen Ausbeutern wie Silvio Berlusconi als Sprungbrett, sondern siedeln sich auch ideologisch oft am rechten Rand der Politik an. Im Jahr 1784 trat Mozart in die radikale Wiener Freimaurerloge "Zur Wohltätigkeit" ein. Hatte er in Salzburg die Ungerechtigkeiten der bestehenden Gesellschaftsordnung am eigenen Leib gespürt, so wurde sein Bewusstsein nun von den aufklärerischen, gesellschaftskritischen Ideen seiner Bekannten geprägt. Emanuel Schikaneder war es, der die "Die Hochzeit des Figaro" von Beaumarchais ins Deutsche übersetzt hatte. Die Entscheidung Mozarts, ein vom vorrevolutionären Geist Frankreichs geprägtes Stück, das bei seiner Premiere in Paris nicht nur einen außerordentlichen Erfolg feiern konnte sondern regelrechte Aufstände ausgelöst hatte, als Vorlage zu einer Oper heranzuziehen, kann durchaus als ein Versuch gewertet werden, den Kampf der französischen RevolutionärInnen nach Wien zu verlagern und populär zu machen. Im Mittelpunkt der Handlung von Mozarts "Le nozze di Figaro" steht der Kammerdiener Figaro, der sich am Tag seiner Hochzeit mit seinem Boss, dem Grafen Almaviva, anlegt. Der Absicht des Grafen, sein Recht auf die erste Nacht mit der Braut wahrzunehmen, sollte Figaro im Laufe des Spiels mit List und Intrigen einen gewaltigen Strich durch die Rechnung machen. Bemerkenswert ist, dass die Solo- Gesangsauftritte der beiden Antagonisten zu gleichen Teilen auf das Stück verteilt sind. Die Aussage ist deutlich genug: Herr und Knecht stehen auf einer Stufe. Dabei galt die Sympathie des Komponisten zweifellos dem Diener und seinem Kampf. Die Oper malt das Bild einer Adelsgesellschaft in all ihren degenerierten, wollüstigen und verdorbenen Auswüchsen. Es hält einer dem Untergang geweihten Klasse den schonungslosen Spiegel vor. Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten: Das von der Bevölkerung gefeierte Werk wurde nach nur neun Aufführungen abgesetzt. Allerdings war der Funke bereits übergesprungen und Prag feierte Mozart noch lange, nachdem er in Wien aus der Mode gekommen war. Dem "Figaro" folgte die Oper "Don Giovanni" und als letztes großes Werk die "Zauberflöte". Sie enthält wesentliche freimaurerische Kennzeichen und wurde offensichtlich als Reaktion auf das Verbot der Logen geschrieben. Der Ausbruch der Revolution in Frankreich hatte den Adel das Fürchten gelehrt. Mozart aus heutiger Sicht Die Annahme, Wolfgang Amadeus Mozart kann unter Einbeziehung der verschiedensten Bedeutungen des Wortes als "populär" bezeichnet werden, hat sich bis zu einem gewissen Grad bestätigt. Er war zweifellos bekannt und beliebt. Er fühlte sich in seiner Ablehnung des Adels dem BürgerInnentum zugehörig. Er trug dazu bei, die Kunst aus den Fängen des Adels zu befreien. Dennoch führte er andererseits einen aufwändigen Haushalt mit unterbezahlten Angestellten und war selbst ein Ausbeuter - wie viele der bürgerlichen Revolutionäre des 18. und 19. Jahrhunderts. Der Sieg des Kapitalismus über das Feudalsystem durch die bürgerlichen Revolutionen in Europa leitete eine historisch notwendige Epoche ein, die längst abgeschlossen ist. Diese Periode hat sich heute ebenso überlebt wie damals die feudale Herrschaft. Die Bourgeoisie hat den Platz der feudalen AusbeuterInnenklasse mit all ihren Privilegien und Repressionen übernommen und längst eine neue Klasse der Unterdrückten geschaffen. Diese Unterdrückten, die ArbeiterInnenklasse, das Proletariat, hat heute die Aufgabe, den geschichtlichen Prozess weiterzuführen und an die Stelle der bürgerlichen RevolutionärInnen von damals zu treten. ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ 2. Berichte von einer Kundgebung gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit in Gallneukirchen/OÖ sowie vom Protest gegen das Arbeits- und SozialministerInnentreffen in Villach/Beljak und der Demo für zweisprachige Ortstafeln finden sich auf unserer Homepage www.sozialismus.at ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ 3. Rotes Kino, Vol. 19 "Brassed off" - Mit Pauken und Trompeten Yorkshire, 1992. Die Gemeinde Grimley versucht im allgemeinen wirtschaftlichen Niedergang im Norden Englands zu überleben. Der ganze Stolz des kleinen Ortes ist ihre traditionsreiche Bergarbeiter- Blaskapelle. Und dieses Jahr könnte der Ruhm der Grimley Brass Band noch beträchtlich steigen. Angetrieben von ihrem engagierten Dirigenten Danny haben die Hobby-Musiker reelle Chancen, das Finale des landesweiten Blasmusik-Wettbewerbs zu erreichen. Doch dann macht ihnen die Sparpolitik der Londoner Regierung einen dicken Strich durch die Rechnung: Ihre Arbeitsstätte, die Zeche von Grimley, soll geschlossen werden. Von Existenzangst geplagt, beginnen die Kumpel das Interesse an ihrer Blaskapelle zu verlieren. Das ändert sich allerdings gravierend, als die junge Flügelhorn- Spielerin Gloria in die Band aufgenommen wird, die von den meisten Männern mehr als erfreut aufgenommen wird, allerdings in der Schließung des Bergwerks eine undurchsichtige Rolle spielt ... In den nächsten Tagen spitzt sich die Situation im Kohlebergwerk zu. Von dessen Besitzern ist den Arbeitern ein Angebot über eine großzügige Abfindung zugegangen, sollten sie eine etwaige Schließung der Zeche ruhig und besonnen hinnehmen, die Diskussionen unter den Kumpeln sind angespannt - streiken oder die Abfindung annehmen? Und was soll aus der Kapelle werden, wenn das Werk geschlossen wird? Der Film liefert eine berührende, realistische, teils komische, teils tragische Sequenz aus den Kämpfen und dem Niedergang der britischen BergarbeiterInnen. Immer wieder gibt es Rückgriffe und Erinnerungen an den großen Streik 1984/85, der von der Regierung Thatcher zerschlagen wurde. Die Kumpel waren zwar geeint, aber der britische Gewerkschaftsdachverband TUC hatte sie im Stich gelassen. Diese Erfahrung wird auch im Film immer wieder wach, beispielsweise als die Frau eines Kumpels ihrem Mann vorwirft, nicht mehr zu kämpfen. Auch die Rolle der Frauen im Kampf gegen die Zechenschließungen wird nicht ausgespart, immer wieder sind am Werkstor Frauen der Woman against Pit-Closures zu sehen. Gedreht wurde der Film im Yorkshire-Städtchen Grimethorpe und Umgebung, der Heimat der noch existierenden Blaskapelle "Grimethorpe Colliery RJB Band", die Herman zu seinem Film über das Sterben von einst blühenden Zechenstädten inspirierte. Brassed off GB/USA 1996, 107min Eintritt frei! (Die AL freut sich über Spenden) Großbildleinwand Montag, 06.02., 19.30 Uhr Amerlinghaus, Stiftgasse 8, 1070 Wien (U3 Neubaugasse, Ausgang Stiftgasse) Wir freuen uns auf euer Kommen! Eure AL-Antifaschistische Linke ================================================ 19 Fremdenrechtspaket: Erste Anfechtung von: office at asyl-in-not.org ================================================ Fremdenrechtspaket: Erste Anfechtung! Individualantrag von Michael Genner an den Verfassungsgerichtshof: Der Anti-NGO-Paragraph 115 muß weg! Liebe Leserinnen und Leser! Als Obmann von Asyl in Not habe ich über die Rechtsanwaltskanzlei Wolfgang Rainer einen Individualantrag an den Verfassungsgerichtshof eingebracht und die Aufhebung des § 115 Absatz 1 des neuen Fremdenpolizeigesetzes verlangt. § 115 (1) lautet: “Wer mit dem Vorsatz, das Verfahren zur Erlassung oder die Durchsetzung aufenthaltsbeendender Maßnahmen hintanzuhalten, einem Fremden den unbefugten Aufenthalt im Hoheitsstaat eines Mitgliedsstaates der Europäischen Union erleichtert, ist vom Gericht mit Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 360 Tagessätzen zu bestrafen." Dieser Paragraph betrifft mich ganz direkt. Ich bin seit 1989 als Rechtsberater und Betreuer von Flüchtlingen tätig. Fast alle meine Klienten waren im Laufe ihrer Verfahren irgendwann einmal illegal. Trotzdem erhielten viele von ihnen am Ende Asyl. Sie sind nämlich Flüchtlinge im Sinne der Genfer Konvention. Ihnen allen habe ich durch meine Arbeit ihren zunächst unbefugten, illegalen Aufenthalt erleichtert, und ich hatte auch den Vorsatz, das zu tun. Heute, nach Inkrafttreten des Prokopgesetzes, ist dieser Aspekt meiner Arbeit wichtiger denn je. Tag für Tag verschwinden Menschen in der Schubhaft. Menschen, die in ihrer Heimat Furchtbares erdulden mussten und schwerst traumatisiert sind. Es verschwinden Minderjährige, Schwangere und Kranke. Für die Flüchtlinge sind in Österreich die Menschenrechte abgeschafft. Zu uns kommen verzweifelte Menschen, voll Sorge um ihre verschleppten Angehörigen und voll Angst vor der eigenen Verhaftung. Diese Menschen brauchen unsere Hilfe. Sie brauchen Rechtsbeistände, die parteiisch an ihrer Seite stehen. Sie brauchen Unterkünfte, Verpflegung, ärztliche und psychologische Betreuung. Aber das Gesetz stellt jede rechtliche und humanitäre Hilfe für Flüchtlinge, die sich “nicht rechtmäßig" im Bundesgebiet aufhalten, unter Strafe. Diese Drohung ist so weit gefasst, daß eine verlässliche Abgrenzung zwischen “erlaubtem" und “strafbarem" Verhalten nicht mehr möglich ist. Somit wird ein “Beliebensstrafrecht" geschaffen, das allen rechtsstaatlichen Grundsätzen Hohn spricht. Betroffen sind zum Beispiel Flüchtlinge, die noch nicht zum Verfahren zugelassen sind oder deren Anträge “zurückgewiesen" wurden, weil man sie in (wie wir wissen, nicht sichere!) “Dublin"-Staaten abschieben will. Diese Menschen stellen wir unter unseren Schutz. Dafür werde ich von Frau Liese und ihrer Beamtenschaft mit sechs Monaten Gefängnis bedroht. Nicht dass mich das schreckt, mir haben schon andere Leute gedroht. Das gehört zu meinem Berufsrisiko. Aber ich möchte einfach noch einmal wissen, ob es Richter gibt in diesem Land, die die Verfassung schützen und die Menschenrechte höher stellen als das fremdenfeindliche Gejaule der Rassisten quer durch die Parteien. Die Regierungsparteien der Schüssel-Haiderei haben sich vor Beschlussfassung des Antifremdenpakets unter dem Eindruck der öffentlichen Proteste darum bemüht, den § 115 zu verharmlosen: nämlich durch einen (auf Antrag der Partik-Pablé beschlossenen) Zusatz, demzufolge Rechtsanwälte davon nicht betroffen seien. Rechtsanwälte - schön und gut! Und NGOs? Davon steht nichts in diesem Gesetz. Sie sind nicht ausgenommen. Umkehrschluß: Sie sind gemeint! Diese (sachlich nicht gerechtfertigte) Ungleichbehandlung von Rechtsanwälten und NGOs, obwohl beide gleichermaßen für die rechtliche Vertretung der Asylwerber sorgen, ist gleichheitswidrig und daher Verfassungsbruch. Dieser Anti-NGO-Paragraph muß weg. Eventualiter beantragen wir die Aufhebung der Ausnahmeklausel für Rechtsanwälte. Selbstverständlich nicht, weil wir etwas gegen die Rechtsanwälte hätten - im Gegenteil, wir arbeiten mit vielen von ihnen eng zusammen; sondern einzig aus dem Grund, weil wir für gleiches Recht für alle sind. Meine Klage habe ich nicht nur meinetwegen, nicht nur im Interesse von Asyl in Not, sondern stellvertretend für alle NGOs eingebracht, denn wir alle sind von diesem Gesetz gleichermaßen bedroht. Ich danke ganz herzlich den Rechtsanwälten Wolfgang Rainer und Herbert Pochieser, die die Idee hatten und mich als Versuchskaninchen für ein solches Musterverfahren ausgewählt haben; der Kanzlei Rainer für die Knochenarbeit, meinem Freund und Lehrer Herbert Pochieser für seinen Rat. Besonders danke ich auch Roland Hermann (Kanzlei Rainer), dessen brillante Schriftsätze schon so manchen rechtswidrigen Bescheid zu Fall gebracht haben. Um Menschen zu schützen, liebe Leserinnen und Leser, brauchen wir auch Ihre Hilfe. Wir brauchen Unterkünfte für Verfolgte; Geld für Verpflegung, Geld für Verfahrenskosten. Bitte, helfen Sie uns helfen! Unser Spendenkonto: Asyl in Not, P.S.K., Kontonummer 92.034.400 Michael Genner Asyl in Not Währingerstraße 59 1090 Wien Tel.: 408 42 10-15, 0676 - 63 64 371 www.asyl-in-not.org ================================================ 20 GLB/Dienstleistungsrichtlinie/Abgeordnete/EU-Parlament von: glb at aon.at ================================================ GLB kritisiert die EU-Dienstleistungsrichtlinie EU-Abgeordnete zur Ablehnung aufgefordert In einem Schreiben fordert die Fraktion Gewerkschaftlicher Linksblock im ÖGB (GLB) die 18 österreichischen EU-Abgeordneten auf, die EU-Dienstleistungsrichtlinie abzulehnen. Wörtlich heißt es in dem von der GLB-Bundesvorsitzenden Karin Antlanger gezeichneten Schreiben: “Sehr geehrte Frau Abgeordnete, sehr geehrter Herr Abgeordneter! Am 14. Februar 2006 trifft das Europäische Parlament mit der Behandlung der EU-Dienstleistungsrichtlinie in erster Lesung eine schwerwiegende Entscheidung über die Zukunft Europas. Diese auch als “Bolkestein-Direktive" bekannte Richtlinie ist die bislang umfassendste Liberalisierungsmaßnahme der EU. Sie musste nach massiven Protesten im Frühjahr 2005 zurückgezogen werden, wurde jedoch von der Kommission im Herbst neuerlich zur Behandlung aufgelegt. Der Binnenmarkt-Ausschuss hat im November 2005 mehrheitlich die jetzt dem Parlament vorliegende und als Kompromiss ausgegebene Version beschlossen, ohne an den grundsätzlichen Zielen etwas zu verändern. Das Kernstück der Richtlinie ist das so genannte “Herkunftslandprinzip", demzufolge für erbrachte Dienstleistungen die Bestimmungen des Herkunftslandes des Dienstleisters gelten sollen. Damit würde einem massiven Dumping bei Arbeitsrecht, Sozialstandards, Löhnen, Umweltbestimmungen und Konsumentenschutz Tür und Tor geöffnet. Außerdem würden dadurch in jedem EU-Mitgliedsstaat 25 unterschiedliche Rechtsordnungen gelten und damit ein juristisches Chaos entstehen. Darüber hinaus unterscheidet die Richtlinie nicht zwischen klassisch privatwirtschaftlichen Dienstleistungen und elementaren öffentlichen Dienstleistungen im Bereich der Daseinsvorsorge bzw. sozialen Dienstleistungen im Interesse der Allgemeinheit. Beinhaltet ist ebenfalls der Bereich der Leiharbeit. Laut einer im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit erstellten Studie der Wirtschaftsuniversität Wien wäre die Realisierung der Richtlinie unterm Strich negativ, da die langfristig davon erwarteten 10.000 Arbeitsplätze angesichts ähnlicher Prognosen bei früheren EU-Projekten kaum erreicht werden und somit die Nachteile für Lohnabhängige, Dienstleister und KonsumentInnen größer sind als die Vorteile. Eine Realisierung der EU-Dienstleistungsrichtlinie würde zudem eine massive Schwächung der Politik vor allem in Hinblick auf eine damit verbundene Aushöhlung der öffentlichen Daseinsvorsorge bedeuten. Sie steht somit im diametralen Widerspruch zu elementaren Ansprüchen eines “sozialen Europas". Antieuropäisch und damit verantwortlich für ein weiteres Anwachsen des Misstrauens gegenüber der EU sind somit nicht die KritikerInnen der Dienstleistungsrichtlinie, sondern vielmehr jene, die sie unter Missachtung aller berechtigten Einwände durchsetzen wollen. Aus den genannten Gründen ersuchen wir Sie im Interesse der von den zu erwartenden negativen Auswirkungen Betroffenen, vor allem von Lohnabhängigen und KonsumentInnen, im Sinne politischer Verantwortung zu handeln und die EU-Dienstleistungsrichtlinie bei der Behandlung im Europäischen Parlament abzulehnen. Über eine Stellungnahme von Ihnen würden wir uns freuen." Der GLB hat bei seiner Bundeskonferenz am 30. April 2005 in zwei Resolutionen der Richtlinie eine klare Absage erteilt und an dieser Haltung hat sich bis dato nichts geändert. ================================================ 21 KPÖ/EU/Studie/Verteilung von: info at kpoe.at ================================================ Nicht “Österreich", sondern das Kapital ist EU-Gewinner EU-Politik erfolgt mit Zustimmung österreichischer Politiker Bei wahrheitsgemäßer Interpretation ist die Meinungsumfrage “Wir und die EU" des SPÖ-nahen Instituts für Trendanalysen und Krisenforschung eine kräftige Watschen für die offizielle Politik, stellt Michael Graber, Wirtschaftspolitischer Sprecher der KPÖ fest. Laut dieser Studie sind die so genannten “Modernisierungsverlierer", also sozial Benachteiligte und Arbeitslose besonders stark EU-kritisch eingestellt. Damit wird aber die allgemeine Ansage von Politik, Wirtschaft, Medien und Experten, “Österreich" hätte vom EU-Beitritt und der Erweiterung profitiert, gründlich widerlegt. “Die von zunehmender Arbeitslosigkeit, Sozialabbau und wachsendem Druck konfrontierten Gruppen der Bevölkerung sehen mit Recht die Entwicklung der EU nicht positiv", so Graber: “Hingegen konnten insbesondere die 14 Euromilliardäre und 63.000 Euromillionäre und die nach Osteuropa expandierenden großen Unternehmen profitieren, was an den Börsekursen und den Rekord-Dividendenausschüttungen ablesbar ist". Festgehalten werden muss in diesem Zusammenhang allerdings auch, dass die EU nicht eine anonyme und quasi außerirdische Macht ist, die dem - wie Populisten glauben machen wollen - “braven" Österreich diese Fehlentwicklungen aufzwingen. Vielmehr erfolgen alle EU-Regelungen mit voller Zustimmung der österreichischen Regierung bzw. des Parlaments. Die Kritik an der EU richtet sich damit eigentlich an die hausgemachte österreichische Politik. Es ist bezeichnend, dass die österreichischen PolitikerInnen zwar allen Regelungen in Brüssel zustimmen, wenn Unmut über die Auswirkungen laut wird, aber dann “denen in Brüssel" die Schuld geben, ganz so als ob sie damit nichts zu tun hätten. Die KPÖ sieht es als eine wesentliche Aufgabe an, diesen Zusammenhang in der Öffentlichkeit stärker deutlich zu machen. Wenn nämlich von “Österreich" als Nutznießer wie auch als Opfer der EU die Rede ist, steckt dahinter die Absicht die sehr unterschiedlichen Auswirkungen und die enorme Umverteilung zugunsten von Kapital und Vermögen zu verwischen und die Betroffenen damit sozusagen in Geiselhaft zu nehmen. Nicht übersehen werden darf auch, dass ein maßgeblicher Teil des EU-Frusts in Österreich einer von rechts bestimmten Sicherheitsdiskurs und Fremdenfeindlichkeit geschuldet ist. Wie auch vom Meinungsforscher Ernst Gehmacher festgestellt wird letztlich entscheidend, ob sich die Ablehnung der EU nach links (“Die ganze Gesellschaft gehört geändert - in Österreich und in der EU") oder nach rechts (“Ohne EU ginge es uns in Österreich besser") entlädt. Hier sieht es die KPÖ als ihre Funktion an, deutlich zu machen, dass ein anderes, nämlich soziales Europa notwendig ist und ein solches nur durch das Zusammenwirken fortschrittlicher Kräfte in den verschiedenen EU-Ländern erreichbar sein wird. ================================================ 22 Neues von der Arbeiterfotografie von: arbeiterfotografie at t-online.de ================================================ Liebe Freundinnen und Freunde, neu auf der Sonderseite 'Kein Krieg!' in der Rubrik 'Rezensionen': Ein Feuerwerk der Dummheit und Geschichtslosigkeit Über den am 6.1.2006 in der ARD ausgestrahlten Film 'Rendezvous mit dem Tod: Kennedy und Castro' von Wilfried Huismann und Gus Russo über den Mord an John F. Kennedy "Wir haben ein Videoband, das ganz klar zeigt, daß John F. Kennedy von vorne erschossen wurde - und nicht von hinten - wo Lee Harvey Oswald sich gemäß der Warren-Kommission in einem Schulbuchlager befunden haben soll." Dieser Satz stammt nicht aus dem Film von Wilfried Huismann... http://www.arbeiterfotografie.com/galerie/kein-krieg/hintergrund/index-rezension-0026.html Horst Schäfer: "Im Fadenkreuz: Kuba" Blockaden, Überfälle, Sabotageakte, Mordunternehmen und andere Terrorakte - über ein Buch von Horst Schäfer zur Politik der USA gegenüber Kuba, 22.1.2006 Kurzrezension mit Buchauszügen (Kapitel 'Die verhinderte Verständigung' und 'Wer erschoss JFK?') http://www.arbeiterfotografie.com/galerie/kein-krieg/hintergrund/index-rezension-0027.html neu auf der Sonderseite 'Kein Krieg!' in der Rubrik 'Kriegsschauplatz Irak': Was wir über den Vorgang, der als Entführung von Susanne Osthoff veröffentlicht wurde, wissen Zusammenfassende Betrachtungen von Andreas Vogel - mit Ergänzungen vom 8.1.2006 http://www.arbeiterfotografie.com/galerie/kein-krieg/hintergrund/index-irak-0014.html neu auf der Sonderseite "Sozialraub": Werden Militarismus, Imperialismus, Nationalismus und Nationalsozialismus in Deutschland wieder hoffähig? Offener Brief in Sachen Kampagne 'Du bist Deutschland' - jetzt mit Reaktionen (Stand: 24.1.2006) "Thyssen und Porsche stehen heute für erfolgreiche Unternehmen Deutschlands. In dieser Eigenschaft werden sie in den Anzeigen aufgegriffen. August Thyssen und Ferdinand Porsche werden in der Kampagne in keiner Weise als Persönlichkeiten verherrlicht oder in ihrem historischen Kontext bewertet. Der Bezug zur Person soll lediglich bewusst machen, dass die eigene Entwicklung und das individuelle Schicksal immer auch das Ergebnis von persönlichem Einsatz und dem Glauben an die eigene Idee und das eigene Talent ist... Eine Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte ist in unserem Interesse, muss aber an anderer Stelle stattfinden." (fischerAppelt) http://www.arbeiterfotografie.com/sozialraub/2005-12-05-du-bist-deutschland-offener-brief.html Gehirnwäsche - Feindliche Übernahme unserer Köpfe Betrachtungen von Hans-Dieter Hey - 18.1.2006 "In Zeiten hoher Verschuldung und sinkender Staatsquote ist es notwendig, die Rolle des Staates zu überdenken und seine Regierungstätigkeiten zu optimieren. Eine Politik, die die Regierungsqualität auf lange Sicht erhöht und zugleich die Bürokratiebelastung der Wirtschaft senkt, birgt die Chance für mehr Dynamik, Wachstum und Arbeitsplätze." (Bertelsmann) Das klingt wie der Bericht einer Unternehmensberatung für eine Firma und vermittelt Zuversicht... http://www.arbeiterfotografie.com/sozialraub/2006-01-18-hdh-gehirnwaesche.html und es gibt neue Reportagen: Unbefristeter Streik gegen die geplante Stilllegung des AEG-Werks Nürnberg, 21.1.2006 Deutschlandweiter Streiktag der Ärzte Berlin, 18.1.2006 (in 2 Teilen) Deutschlands Hauptstadt, die Fußballweltmeisterschaft und der Nationalsozialismus Berlin, 16.1.2006 Luxemburg-Liebknecht-Demonstration Berlin, 15.1.2006 3. Stopptag - Aktionen gegen den Abriß des Palasts der Republik Berlin, 14.1.2006 Enthüllung der Karl-Liebknecht-Büste von Inge Hunzinger im Karl-Liebknecht-Haus Berlin, 14.1.2006 Nazi-Aufmarsch und der Protest dagegen München, 14.1.2006 'White Cube - 36 x 27 x 10' - Ausstellung im Palast der Republik Berlin, 23.12.2005 Weihnachtsfeier für Obdachlose - veranstaltet von Frank und Markus Zander Berlin, 22.12.2005 <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< WELTWEIT <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 23 [gipfelsoli] Heiligendamm -- Genua von: gipfelsoli-l at lists.nadir.org ================================================ Gipfelinfo - Meldungen über globalisierte Solidarität und die Proteste gegen unsolidarische Globalisierung ------------------------------------------------------ www.gipfelsoli.org -- - Einladung zur Informations- und Diskussionsveranstaltung - Genua: Erster Bolzaneto-Gefangener sagte aus -------------------------------------------------------------------------- Einladung zur Informations- und Diskussionsveranstaltung "Das G8-Treffen in Heiligendamm und Perspektiven des Protestes" am 16.02.2006 um 19.00 Uhr Ort: Hauptgebäude der Uni Rostock, Universitätsplatz 1, Hörsaal 218 Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde und Freundinnen, der im Mai 2007 stattfindende G8 Gipfel in Heiligendamm wird in der Öffentlichkeit zunehmend präsenter und verlangt, über die kommunalpolitische Besetzung der Themen hinaus, nach einer grundlegenden Auseinandersetzung mit den Auswirkungen der Politik der G8 und Möglichkeiten des Protestes. Die Gruppe der Regierungschefs der sieben weltweit mächtigsten Industrienationen und Russlands behauptet, nach Lösungen für die Probleme der Welt zu suchen. Tatsächlich zielt ihr Handeln auf Ausbau und Stabilisierung eines ungerechten Systems ab, dass selber Teil der globalen Probleme ist und deren Lösung entgegensteht. Die bisher wahrnehmbare Debatte im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Gipfel blendet solche Überlegungen aus. Sie befasst sich vielmehr mit Themen wie dem Ausbau des Straßennetzes, "Sicherheitsbedenken" oder vermeintlichen Chancen für die Region und ignoriert, dass die G8 Treffen neoliberale Konzepte forcieren, die mit Armut, Verschuldung, Umweltzerstörung und Krieg einhergehen. Diese Sichtweise lässt auch die vor Ort wahrnehmbaren Auswirkungen wie Sozialabbau oder Einsparungen im Bildungsbereich außer Acht. In M/V gibt es seit längerem vielfältige Proteste; sei es gegen die Zumutungen des Hartz IV-Gesetzes, Entlassungen in den Werften oder den drastischen Kürzungen an den Hochschulen. Verschiedene Organisationen, Gruppen und Einzelpersonen arbeiten zu Themenfeldern wie Rassismus, Sozialkahlschlag, Aufrüstung oder Privatisierung. All das kann sich in der Auseinandersetzung mit dem G8 Gipfel wieder finden und in breit getragenen Protesten wahrnehmbar werden. Mit der Veranstaltung "Das G8-Treffen in Heiligendamm und Perspektiven des Protestes" wollen wir auf die grundlegenden Argumente der globalisierungskritischen Bewegung eingehen und einen Überblick bisheriger Mobilisierungen gegen Treffen der G8 und ähnlicher Gipfel internationaler Relevanz (z.B. WTO, IWF/Weltbank) geben. Vertreter der bundesweiten Gruppen dissent, Interventionistische Linke (IL) und Deutsche Friedensgesellschaft (DFG-VK) werden aktuelle Diskussionen und Vorhaben auf regionaler und bundesweiter Ebene vorstellen. Darauf aufbauend erhoffen wir uns einen angeregten Gedankenaustausch mit dem anwesenden Publikum. Wer bereit ist, eigene Vorstellungen und Aktionsformen kritisch zu reflektieren und dabei andere Positionen zu respektieren, ist willkommen. Wir hoffen auf viele Engagierte zu treffen, die die Stärke einer solchen Herangehensweise erkennen. In der Zukunft kann dadurch ein Netzwerk mit einer inhaltlichen Bandbreite entstehen, welches unterschiedlichste Protestmöglichkeiten gegen die G8 zu tragen vermag. Die Veranstaltung wird vom Forum progress 07 in Kooperation mit dem AstA der Universität Rostock organisiert. -------------------------------------------------------------------------- Genua: Erster Bolzaneto-Gefangener sagte aus Während das Verfahren wegen dem Überfall auf die Diaz-Schule bereits den 22. Verhandlungstag erreicht hat und zügig vfortschreitet, kam es im Verfahren wegen den Untaten in der Kaserne Bolzaneto erst am 24. Januar zur Aussage des ersten Geschädigten. Die Zeitung La Repubblica hat eins treffend auf den Punkt gebracht: etwaige "Erinnerungslücken" in Sachen G8 2001 werden dieser Tage durch die Berichte dvon Geschädigten endlich wieder geschlossen. In der Folge Übersetzung des Repubblica Berichts und einer in "Il Secolo XIX" erschienen Kurzmeldung La Repubblica, 25.01.2006 Rubrik: Il Lavoro von: Marco Preve Erste Zeugenaussagen: Sie haben uns beschimpft und geschlagen. Gewalttaten in Bolzaneto - Die Stunde der Wahrheit Das Verfahren Wenn jemand vergessen hatte, dass im Juli 2001 in Genua in einer Haftanstalt der italienischen Republik Gefangene waren, die widerrechtlich verhaftet, getreten, mit Kniestößen in die Genitalien traktiert, der Grundrechte beraubt und - etwa durch Nazi-T-Shirts, die Männer in Uniform zur Schau stellten - auf mannigfache Weise gedemütigt wurden, dann wurde diese Gedächtnislücke am gestrigen Tag durch den Verhandlungstermin im Verfahren wegen den Machtmissbräuchen in der G8 Haftanstalt, die im Inneren der Kaserne Bolzaneto geschaffen worden war wieder geschlossen. Im Verfahren gegen 44 Polizisten, Justizvollzugsbeamte und Carabinieri ist die Stunde der Aussagen der Geschädigten gekommen. Der Erste der einstigen Gefangenen, der gesprochen hat, ist Eugenio A., 24, aus Genua, der vor Kurzem seinen Abschluss in internationaler Diplomatiewissenschaft gemacht hat. Am 21. Juli befand er sich unter den tausenden Demonstranten, die gegen die Globalisierung der großen Mächte protestierten. Wie viele andere, war er auf der Straße festgenommen und nicht vorliegender Straftaten beschuldigt worden, weswegen er selbst freigesprochen und die Verfahren eingestellt wurden. Jetzt verlangt er Gerechtigkeit, im Gerichtssaal ist er noch einmal die in der Kaserne erlebten Momente durchgegangen, von 17-17,30 Uhr bis ein Uhr nachts, als er entlassen wurde. "Ungefähr fünf Stunden lang - hat er beim Antworten auf die Fragen der Staatsanwälte Patrizia Petruzziello und Vittorio Ranieri Miniati erzählt - bin ich aufrecht in der Zelle gestanden, mit dem Gesicht zur Wand, die Hände hinter dem Rücken und mit gespreizten Beinen. Ich hatte um ein Glas Wasser gebeten, aber niemand hat mir Antwort gegeben". "Dann" fuhr er fort, "haben wir Stimmen von draußen gehört, die sagten: 'hier, nimmt dies!' und es wurde Gas durch das Fenster mit den Gittern gesprüht, meine Augen brannten nämlich". Eugenio hat den Moment seines Durchgangs durch den Korridor evoziert, als er ? ein Beamter ging ihm voraus ? in das Büro gehen musste, um Erkennungsdienstlich behandelt zu werden. Er hat berichtet, dass sich ein Dutzend Polizisten an den Seiten des Flurs befand. "Sie taten so, als würden sie mir ins Gesicht schlagen und versetzten mir dann mit ihren Händen Hiebe am Oberkörper und am Gesäß. Als sie mich wieder zurückgebracht haben, wurde mir auch mit dem Knie ein Hieb in die Genitalien versetzt. Ich sahte: 'Genug!' und sie antworteten: 'Für euch gibt es nie genug!'". In der Zelle "kam ein Polizist näher, der sein Uniformhemd hochzog und mir ein T-shirt mit Hakenkreuz zeigte?. Als der Staatsanwalt ihm die Frage stellt, ob er verbal reagiert habe, antwortet er mit einem Lächeln: "Nein, gewiss nicht. In jener Situation wäre es besonders kontraproduktiv gewesen". Vor ihm hatten als Zeugen der Justizvollzugsverwaltungsrichter Salvatore Leopardi und der Vizequästor Giorgio Gaeta, der seinerzeit Chef des Reparto Mobile [1] war, der gesagt hat, dass er sich nicht an Missbrauchhandlungen und Gewalttaten in den Zellen erinnert. Il Secolo XIX 25.01.2006 Kurzmeldungen G8 Verfahren Ein Geschädigter sagt aus Genua - Gestern hat im Verfahren wegen den Gewalttaten in der Kaserne Bolzaneto der erste Geschädigte ausgesagt: Eugenio Arecco, ein 24-Jähriger, der berichtet hat, dass er wiederholt von Poloizisten geschlagen wurde. Er hat auch ausgesagt, dass ein Beamter immerzu die jungen Gefangenen beschimpfte und dass dieser sich dann die Uniform hochzog, und ein Hakenkreuz zeigte, das auf sein T-shirt aufgemalt war. Vor Arecco hatten als Zeugen der Justizvollzugsverwaltungsrichter Salvatore Leopardi und Giorgio Gaeta ausgesagt, der seinerzeit Chef der sechsten Mobile-Abteilung der Kaserne Bolzaneto [1] war. [1] Die Squadra Mobile ist eine aus geschlossenen Einheiten zusammengesetzte Abteilung, die in Deutschland am ehesten mit den kasernierten Einheiten der Bereitschaftspolizei zu vergleichen ist. [indymedia.de, von nichtsowichtig - 26.01.2006 19:06] -------------------------------------------------------------------------- gipfelsoli infogruppe Newsletter mit Nachrichten über Mobilisierungen, Debatten und Repression im Zusammenhang mit Gipfelprotesten. Die AutorInnen der Beiträge, so sie nicht von uns verfasst sind, sind mit eckigen Klammern versehen. Wir können leider keine Verantwortung für die Richtigkeit der Beiträge übernehmen. Auch geben die Beiträge nicht zwangsläufig unsere Meinung wieder. Mehr Infos und Texte sowie ein öffentliches Archiv des Newsletters unter www.gipfelsoli.org. Kontakt, Kritik, Beiträge: gipfelsoli at nadir.org ================================================ 24 Pflicht unter Landsleuten von: wadi.wien at gmx.at ================================================ Quelle: Jungle World Nr. 4 vom 25. Januar 2006 http://www.wadinet.de/analyse/iraq/landsleute.htm Pflicht unter Landsleuten Die Informationen über die Entführung und Freilassung von Susanne Osthoff sind widersprüchlich. Sicher ist, dass der BND eine dubiose Rolle spielte. von Thomas von der Osten-Sacken und Thomas Uwer Was ich möchte, hat mich noch nie im Leben einer gefragt. Das wäre mir jetzt neu, wenn ich diese Frage plötzlich hören dürfte. Ich höre sie gerade, aber ich kann nicht so handeln, wie ich will.« Was da spricht, ist Volkes Stimme, den Mund leiht ihr Susanne Osthoff. Seit sie aus der Geiselhaft entlassen wurde, sprudeln Sätze wie diese nur so aus ihr heraus. Und aus der Presse hallt es zurück. Susanne Osthoff sei eine »bayerische Agatha Christie«, Archäologin und »engagierte Helferin«. Sie habe ihre Tochter sitzen lassen, sei unbelehrbar, undankbar, total verrückt und habe einen ständig besoffenen Bruder, der gerne auch mal gewalttätig wird. Nichts davon stimmt, und doch ist alles richtig. Denn Susanne Osthoff scheint direkt dem kollektiven Unbewussten der Deutschen entsprungen, und wie alles, was von dort aufsteigt, ist auch ihre Person: widersprüchlich, wirr und der Rationalität unzugänglich. Fragt man nach der Entführung, dann erfährt man, dass ihr Vermieter sie rausgeworfen hat. Will man wissen, was die Bundesregierung den Geiselnehmern für ihre Freilassung geboten hat, schwadroniert sie von »jüdischen Geheimdienstoffizieren«. So gerne die Entführung auch als der Fall der Susanne Osthoff dargestellt wird, so trügerisch ist die Konzentration auf ihre Person. Nicht nur, dass bis heute unklar ist, wer überhaupt die Deutsche entführt hat. Wirr und widersprüchlich erscheinen auch der gesamte Ablauf und die Umstände ihrer Freilassung. Die Aussagen der involvierten Behörden Bundesnachrichtendienst und Auswärtiges Amt wirken kaum rationaler als jene der ehemaligen Geisel. Beide Behörden bemühen sich darum, jede Information zum Verlauf der Geiselnahme zu vertuschen. Je mehr aber über den »Fall Osthoff« ans Licht kommt, desto deutlicher zeichnet sich ab, dass die Angelegenheit mehr ist als eine persönliche Lebenstragödie, nämlich eine hausgemachte deutsche Nahost-Posse. Die Rätsel beginnen im Detail: Videotapes mit erniedrigten und vor Angst schlotternden Geiseln sind Teil des Terrors. Islamistische Gruppen im Irak haben daher immer großen Wert auf die Ausstrahlung solcher Botschaften gelegt. Warum aber sandten die Entführer Osthoffs ihr Video ausgerechnet der ARD, einem Sender, der in der arabischen Welt noch seltener geschaut wird als in Deutschland? Aus gutem Grunde trägt ansonsten al-Jazeera die Bildpost des »Widerstands« aus. Und wie kommt es, dass Osthoff von der deutschen Botschaft aus mit ihrem PKW durch einen Landesteil fährt, den andere Irakis meiden und Amerikaner nur in gepanzerten Kolonnen durchqueren? Und vor allem: In wessen Gewalt befand sich Susanne Osthoff eigentlich? Glaubt man dem Auswärtigen Amt, dann stammen die Entführer aus dem Dunstkreis sunnitisch-arabischer Gruppierungen. Davon aber gibt es viele. Glaubt man der ehemaligen Geisel, dann handelte es sich um al-Qaida. Zumindest die Behörde, die in Verhandlung mit den Geiselnehmern stand, sollte in etwa wissen, mit wem sie es zu tun hatte und wem sie das Lösegeld, Gerüchten zufolge immerhin fünf Millionen US-Dollar, überreichte. Es könnte sein, dass der nächste Sprengsatz, der in einer schiitischen Moschee oder auf einem Marktplatz in Bagdad explodiert, mit diesem Geld finanziert wurde. Wie nunmehr gemeldet wird, sollen Mitarbeiter der deutschen Botschaft mehrere tausend Dollar in den Kleidern der Geisel gefunden haben, die aus dem gezahlten Lösegeld stammten. Waren es also Gentleman-Entführer, die der Geisel noch ein Trinkgeld mit auf den Weg gaben? Oder ist die ganze Angelegenheit, wie die FAZ mit der gebotenen Unschärfe formulierte, am Ende »von der Betroffenen selbst inszeniert« worden? Doch das könnte sie nicht allein getan haben. Wie sich herausstellte, pflegte Susanne Osthoff Kontakte zum BND und war zumindest als Informantin für den Dienst tätig. Auch das mag ohne ihr Wissen geschehen sein: Sie habe Mitarbeitern der deutschen Botschaft Hinweise auf »drohende Gefahren oder die Lage in bestimmten Gebieten gegeben«, erklärte sie in der ARD. Das sei eine »Pflicht unter Landsleuten«. Was aber treibt eine deutsche Archäologin eigentlich in »bestimmten Gebieten«, womit nicht die Bar des Hotels Palestine gemeint ist? Welche Informationen über »drohende Gefahren« kann sie aus dem sunnitischen Kernland liefern, die so harmlos sind, dass ihr der Gedanke gar nicht erst kommt, diese könnten nachrichtendienstlich verwertbar sein? Passen würde sie jedenfalls perfekt in das Aufgebot an dubiosen Gestalten, die im Umfeld der deutschen Vertretung in ihrem Fall tätig geworden sind: Da ist Rolfeckhard Giermann, früherer DDR-Handelsattaché in Bagdad, der ein deutsches Kulturzentrum aufbauen soll. Da ist Scheikh Dulaimi, ehemaliger Psychiater Saddam Husseins, der angeblich die Kontakte zu den Entführern herstellte, aber auch ein enger Freund von Osthoff zu sein vorgibt und ihr jenen Fahrer vermittelt haben soll, der wiederum im Verdacht steht, an der Entführung beteiligt gewesen zu sein. Und da ist ein »Deutsch-Irakischer Club«, der in den siebziger Jahren in Bagdad gegründet wurde. Sollte es sich also bewahrheiten, dass Susanne Osthoff, möglicherweise unwissentlich, eine Informantin des BND war, dann wirft dies zugleich auch ein besonderes Licht auf den Dienst selbst. Osthoff kann kaum Sympathie für die neue irakische Regierung nachgesagt werden. In der ARD erklärte sie, sie wünsche sich, der Irak werde wieder so, wie er war, wobei sie sich ausdrücklich auf die späten achtziger Jahre bezog. Zu dieser Zeit, als das Regime Saddam Husseins sich auf dem Höhepunkt seiner inneren Macht befand, »verschwanden« Tausende von Kurden und andere Regimegegner oder wurden mit Giftgas ermordet. Auch dies mag ihr wiederum entgangen sein. Seit den Zeiten, als Klaus Kinkel Chef des BND war, bestehen Kontakte, die vor allem durch die Ausbildung irakischer Nachrichtendienstoffiziere im bayerischen Pullach geknüpft wurden. »Besondere Verbindungen« bestanden auch zwischen deutschen Firmen und dem staatlichen »Rüstungsprogramm«, jener Behörde, welche die Produktion chemischer Kampfstoffe koordinierte. Und nicht zuletzt hat der deutsche Spitzeldienst die nachrichtendienstlichen Erkenntnisse der DDR übernommen und somit auch an jene Kontakte anknüpfen können, die dem Westen verschlossen geblieben waren. All die »guten Kontakte« haben gemein, dass sie über Funktionsträger des gestürzten Regimes entstanden. Heute sind diese Leute, wenn überhaupt, dann nur noch im so genannten Widerstand zu finden. Was immer auch noch zu Tage treten mag, bereits jetzt steht fest, dass der BND einen schwer wieder gut zu machenden Schaden in der Region angerichtet hat. In der wahrscheinlichen Zuarbeit der Nothelferin Osthoff findet sich die pathische Vorstellung all jener im Nahen Osten bestätigt, die hinter jeder ausländischen Organisation nur das Wirken westlicher Geheimdienste vermuten. Auch in diesem Sinne ist der Fall Osthoff ein deutscher Fall: Was als Geheimdiplomatie beginnt, endet in einem lärmigen Tohuwabohu. Artikel erschienen in Jungle World Nr. 4 vom 25. Januar 2006 -- WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit e-mail: wadi.wien at gmx.at website: www.wadinet.at Tel.: 0699-11365509 Postfach 105 A-1181 Wien Spendenkonto in Österreich: Kontonummer 07.405.301 Evangelische Kreditgenossenschaft eG BLZ 31800 ================================================ 25 Hafenarbeiter/innen-Erfolg von: agm at agmarxismus.net ================================================ S i e g f ü r d i e e u r o p ä i s c h e n H a f e n a r b e i t e r / i n n e n Mitte Januar haben sich die Hafenarbeiter/innen Europas bereits zum zweiten Mal erfolgreich gegen eine Verschlechterung ihrer Arbeitsbedingungen gewehrt. Schon das sogenannte Port Package I, das die EU-Kommission 2003 geplant hatte, hätte für die Hafenarbeiter/innen Lohnsenkungen, den Verlust von Arbeitsplätzen, schlechtere Arbeitsbedingungen und den Einsatz von Billigpersonal bedeutet. Mit wochenlangen Streiks und Auseinandersetzungen in vielen europäischen Häfen im November 2003 konnte die Hafenarbeiter/innen diese Pläne abschmettern. Doch die Schiffsbesitzer/innen und anderen Kapitalist/inn/en, die sich größere Profite erhofft hatten, gaben nicht auf. In ihrem Interesse plante die EU-Kommission das Port Package II, eine leicht veränderte Fassung des ersten Angriffs. Aber auch diesmal stießen sie auf massiven Widerstand der Hafenarbeiter/innen. Bereits Ende November 2005 gab es in sechs europäischen Ländern Warnstreiks, Mitte Januar 2006 kam es nun zur entscheidenden Auseinandersetzung. Am 11. Januar legten etwa 40.000 Hafenarbeiter/innen in zwölf europäischen Ländern die Arbeit nieder, vor allem in Deutschland, Finnland, den Niederlanden und Griechenland, aber auch in Dänemark, Schweden, Zypern, Belgien und anderen. Die Häfen wurden blockiert, die Frachter und Tanker wurden weder be- noch entladen. Ein Ausweichen auf andere Häfen war für die Schiffsbesitzer/innen nicht möglich, weil alle bestreikt wurden. Am 16. Januar traten die Hafenarbeiter/innen in Frankreich, Belgien und Spanien für 48 Stunden in den Streik. Dazu kamen Blockaden in den großen griechischen Häfen und kürzere Streiks in Schweden, Dänemark und Portugal. 8000 Hafenarbeiter/innen aus Frankreich, Belgien, Spanien, den Niederlande, Deutschland, Dänemark, Großbritannien, Italien, Finnland, Griechenland, Schweden, Norwegen, Zypern und Portugal kamen nach Strasbourg, um vor dem Europäischen Parlament gegen Port Package II zu demonstrieren. Dabei kam es zu schweren Auseinandersetzungen mit der Polizei. Der EU-weite Kampf der Hafenarbeiter/innen wurde durch zwölf Hafengewerkschaften organisiert. Anfang Januar hatten sich in Le Havre (Frankreich) Arbeitervertreter/innen von über 100 europäischen Häfen auf den gemeinsamen Aktionsplan geeinigt. Wichtig war auch, dass erstmals die beiden großen Gewerkschaftsdachverbände, die Europäische Transportarbeiterföderation (ETF) und der Internationale Hafenarbeiterrat (IDC), gemeinsam agiert haben. Unter dem Druck der Hafenarbeiter/innen und aus Angst vor weiteren Streiks stimmten schließlich im Europäischen Parlament 532 von 677 Abgeordneten gegen Port Package II. Dass eine so deutliche Mehrheit zustande kam, lag daran, dass auch Teile der europäischen Kapitalist/inn/en (zum Beispiel Hafenbetreiberfirmen) durch Port Package II übermächtige internationale Konkurrenz befürchteten - und deshalb auch etliche politische Vertreter/innen des Kapitals dagegen stimmten. Das Abstimmungsergebnis bedeutet jedenfalls eine Niederlage für das europäische Großkapital und die EU-Kommission. Die Hafenarbeiter/innen haben allen anderen Arbeiter/innen Europas eines gezeigt: Kämpfen zahlt sich aus! Und etwas anderes wird auch deutlich: Wenn die Arbeiter/innen international kämpfen, sind die Erfolgschancen am besten. Aber Bernt Kamin, der Betriebsratsvorsitzende des Hamburger Hafen hat völlig recht, wenn er sagt, dass die Hafenarbeiter/innen in den Betrieben und auf der Straße kampfbereit bleiben müssen. Die Schiffskapitalist/inn/en und die EU-Kommission werden es vielleicht mit einem Port Package III probieren (und eventuell auch mit einer Kriminalisierung der Streiks). Sie könnten auch versuchen, im Zuge der allgemeinen Dienstleistungsrichtlinie (siehe Vorderseite) auch die Rechte der Hafenarbeiter/innen zu beschneiden. Es besteht auch die Gefahr, dass die Gewerkschaftsführung zu faulen Kompromissen bereit ist. Allerdings sind die Hafenarbeiter/innen durch die zwei siegreichen europaweiten Kämpfe selbstbewusst geworden, zu Vorreitern des Kampfes gegen die “globalisierten" Angriffe des Kapitals. Und eine selbstbewusste, entschlossene und international agierende Arbeiter/innen/klasse ist nur schwer zu besiegen. Die anderen Lohnabhängigen in Europa können von den Hafenarbeiter/inne/n vieles lernen. Eric Wegner (AGM-Betrieb) Angesichts der abstoßenden Medieninszenierung bezüglich der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft verweisen wir hier nochmals auf unsere Stellungnahme zur Situation der Europäischen Union - http://www.agmarxismus.net/stellungnahmen/EUThesen_2005.htm Außerdem ist in der “Kleinen Schriftenreihe zur österreichischen Arbeiter/innen/geschichte" eine neue Nummer erschienen D o n a u f ö d e r a t i o n , A n s c h l u s s o d e r E i g e n s t ä n d i g k e i t Ö s t e r r e i c h s ? Drei Texte der frühen KPÖ von Koritschoner, Frank und Schlesinger 1920/1921) 60 Seiten A5, Preis: 2,5 ¤ (plus Versandkosten) ================================================ 26 Argentinien: Die Mütter der Plaza de Mayo organisieren ihren letzten Widerstandsmarsch von: gfbv.austria at chello.at ================================================ Gesellschaft für bedrohte Völker / Presseerklärung in www.gfbv.it/2c-stampa/2006/060126ade.html > >Argentinien: Die Mütter der Plaza de Mayo organisieren ihren letzten >Widerstandsmarsch >Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) gratuliert zu 30 Jahren >mutiger Menschenrechtsarbeit > >Bozen, 26. Januar 2006 > >Am 24. März 1977 brachte ein Militärputsch den General Jorge Rafael Videla >an die Macht und führte das Militärgesetz ein. Die Militärdiktatur >(1976-1983) schrieb mit Tausenden von illegal inhaftieren, gefolterten und >ermordeten Regimegegnern eine der dunkelsten Seiten der argentinischen >Geschichte. Die Bilanz des Schreckens zählte 368 Konzentrationslager im >ganzen Land, 2.300 politische Morde, über 10.000 politische Gefangene, >Tausende im Exil und 30.000 Desaparecidos (Verschwundene). Dank einer >grausame Zensur - über 100 Journalisten wurden ermordet oder >verschwanden - vergewisserte man sich, dass über die Desaparecidos nicht >gesprochen noch geschrieben wurde, als ob es sie nicht gäbe. > >In diesem Klima des Schreckens und des Schweigens beschloss am 30. April >1977 eine kleine Gruppe Frauen, aus Liebe zu ihren verschwundenen Söhnen >und Töchtern, die Mächtigen des Landes herauszufordern und begann, mit >einem stillen Umzug am Maiplatz (Plaza de Mayo) die Grausamkeiten des >Regimes öffentlich anzuprangern. Seitdem haben die Mütter der Plaza de >Mayo nie wieder damit aufgehört: 1.500 mal haben sie sich jeden Donnerstag >auf der Plaza de Mayo eingefunden und Gerechtigkeit verlangt. Um ihrer >öffentlichen Anklage mehr Kraft zu verleihen, haben sie vor 25 Jahren den >ersten Widerstandsmarsch (Marcha de la Resistencia) organisiert: ein >24-stündiger, ununterbrochener Marsch um die Maipyramide. > >Heute, nach 1.500 Donnerstagen und 25 Widerstandsmärschen, haben sie >beschlossen, nicht mehr länger 24 Stunden durchzumarschieren. Hebe de >Bonafini, Vorsitzende der Organisation, erklärt so den Grund diesen >Entschlusses: "Der Präsident Kirchner hat den Müttern des Maiplatzes die >Türen der Casa Rosada geöffnet, er hat die schändlichen Gesetze des >gebotenen Gehorsams ausser Kraft gesetzt und er hat versprochen, die >Studienprogramme der Militärschule zu ändern. Wir marschieren heute zum >letzten Mal, denn in der Casa Rosada sind keine Feinde mehr", aber, "wir >werden uns weiterhin jeden Donnerstag in der Plaza de Mayo eintreffen, >denn die Donnerstage sind stille Umzüge, die uns gehören." > >Siehe auch: >* www.gfbv.it: www.gfbv.it/2c-stampa/2006/060116de.html > >* www: www.madres.org ================================================ 27 NYTimes.com: Climate Expert Says NASA Tried to Silence Him von: hx65 at dial.pipex.com ================================================ This page was sent to you by: hx65 at dial.pipex.com SCIENCE / ENVIRONMENT | January 29, 2006 Climate Expert Says NASA Tried to Silence Him By ANDREW C. REVKIN NASA's top climate scientist says the Bush administration tried to stop him from talking about emissions linked to global warming. 1. Climate Expert Says NASA Tried to Silence Him 2. U.S. Regulators Approve Insulin in Inhaled Form 3. Op-Ed Contributor: Finding a Place for 9/11 in American History 4. Public-School Students Score Well in Math in Large-Scale Government Study 5. Seeing Fakes, Angry Traders Confront EBay » Go to Complete List Advertisement Imagine Me & You in select theaters January 27th IMAGINE ME & YOU begins as a young bride discovers love at first sight on the day of her wedding . . . but not with the groom. A refreshingly unconventional and witty comedy about looking at love a little differently, starring Piper Perabo, Lena Headey, and Matthew Goode. http://www.imaginemeandyou.com <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< LINKS/HINWEISE <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 28 Newsletter andersrum.gruene.at von: andersrum-newsletter at listen.gruene.at ================================================ ******************************************** Newsletter andersrum.gruene.at mit den neuen Headlines seit 19. 1. 2006 09:01 ********************************************* ******* INHALT ******* - Initiativantrag 213 - Grün-Rote Umwelt und Energieprojekte - Gastinger gibt Vernunft-Lösung auf - Wie sicher war die Saliera wirklich? ***************************************** *** Initiativantrag 213 *** 25. Januar 2006 Wir haben heute gemeinsam mit der SPÖ einen Antrag zur Änderung des Namensänderungsgesetzes eingebracht. Darin wird gefordert, dass Transgenders ihren Vornamen frei wählen können, auch ohne... http://www.gruene-andersrum.at/oesterreich/artikel/lesen/4593/1396/ ***************************************** *** Grün-Rote Umwelt und Energieprojekte *** 25. Januar 2006 Wir haben ein umfangreiches Projektpaket mit der Stadtregierung geschnürt: es garantiert die Umsetzung Grüner Politik für Wien aus der Oppositionsbank heraus. http://www.gruene-andersrum.at/wien/artikel/lesen/4594/1396/ ***************************************** *** Gastinger gibt Vernunft-Lösung auf *** 24. Januar 2006 Wir fordern erneut Gesamtregelung und nicht "Stückwerk". http://www.gruene-andersrum.at/oesterreich/artikel/lesen/4580/1396/ ***************************************** *** Wie sicher war die Saliera wirklich? *** 23. Januar 2006 Die Saliera ist zurück und ganz Österreich lacht über die den leichtesten Raub der Geschichte. Wir bringen Aussagen der Verantwortlichen zur Sicherheit der Saliera. http://www.gruene-andersrum.at/andersrumgrueneat/kultur_medien/artikel/lesen/4579/1396/ ============================ http://andersrum.gruene.at/ ============================ ================================================ B) TERMINE ================================================ ======================== Montag http://www.mund.at/butt/Termine/Januar/3001.htm Dienstag http://www.mund.at/butt/Termine/Januar/3101.htm Mittwoch http://www.mund.at/butt/Termine/Februar/0102.htm ======================== ================================================ D) EDITORIAL ================================================ Für den Inhalt verantwortlich: Ihr. Medieninhaberinnen & Medieninhaber seid Ihr E-Mail-Adresse für Beiträge: widerstand at no-racism.net geschickt. widerst at nd MUND und alle Termine täglich aktualisiert im Web: http://www.no-racism.net/MUND Ziel von MUND (medienunabhängiger Nachrichtendienst) ist die unzensurierte und möglichst rasche Information über gesellschafts- politisch relevante Termine, Hinweise und Diskussionsbeiträge zu Widerstand und Antirassismus sowie verwandte Themen. sollen einen Titel, Namen und Emailadresse der/des AutorIn enthalten und möglichst kurz und prägnant gehalten sein, ev. mit Hinweis, wo weitere Informationen eingeholt werden können. Bitte keine Attachments! Die inhaltliche und sachliche Verantwortung liegt bei der/dem jeweiligen AutorIn bzw. jenen, die uns die Beiträge schicken. Der MUND wird von einzelnen TagesredakteurInnen zusammengestellt. Da Fehler nicht ausgeschlossen sind, bitten wir, nicht veröffentlichte Beiträge nochmals an widerstand at no-racism.net zu senden. Die Weiterleitung (auch auszugsweise) ist erwünscht. Beiträge mit rassistischen oder sexistischen Inhalten werden nicht veröffentlicht. Sehr persönliche Meldungen werden wir an den betreffenden Adressaten weiterleiten, aber nicht im MUND veröffentlichen. Die bisherigen Ausgaben sind unter http://www.no-racism.net/MUND archiviert. Terminankündigungen bitte nach folgender Vorlage: * Wann: Sonntag, 11.11.2001, 11:11 Uhr * * Was: Maskenball: Motto "Schwarzblau ist die Haselnuss" * * Wo: Villa Morgenrot, Grüner Anger 42, 2001 Wendendorf * * Kommentar: Anreise per Anhalter. Maskenzwang. Ende nie. Aber kurz und prägnant.* Die Rubrik "Redaktionelles" am Ende der Ausgabe ist u.a. eine Konsequenz aus der Notwendigkeit, sexistische, antisemitische und rassistische Beiträge nicht zu veröffentlichen, ohne jedoch stillschweigend Zensur zu üben. Hier wird - in anonymisierter Form - auf angehaltene Beiträge hingewiesen und eine kurze Begründung der Tagesredaktion für die Nichtaufnahme geliefert. (Weitere Gründe einen Beitrag nicht aufzunehmen sind z.B.: Attachments, kein erkennbarer Bezug zu den breit gestreuten Themen des MUND, Werbesendungen, sinnlose Kettenbriefe.) Die AbsenderInnen der betroffenen Beiträge werden hiervon informiert. Im Sinne einer "gläsernen Zensur" könnt ihr Euch die Beiträge gerne extra schicken lassen: Ein kurzes Mail an widerstand at no-racism.net genügt. ================================================ E) VERTEILERLISTE ================================================ Zur Eintragung in diesen Verteiler bitte direkt subskribieren unter http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/analle oder von der einzutragenden Adresse aus ein mail schicken an: admin at no-racism.net mit folgendem Text: subscribe no-racism Bitte wegen Automatisierung diesen Wortlaut verwenden! Zur Austragung aus dieser Liste bitte an zusammengestellt. Bitte keine Attachments! (werden nicht angenommen) Redaktionsschluss für diese Ausgabe: So, 12.00 Uhr III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III ü, ö, ä, ß, Ü, Ö, Ä III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III widerst at nd-MUND is powered by http://alt.strg.at/ ================================================ From analle at no-racism.net Tue Jan 31 07:11:46 2006 From: analle at no-racism.net (=?iso-8859-1?q?MUND=3A_medienunabh=E4ngiger_Nachrichtendienst?=) Date: Tue, 31 Jan 2006 07:11:46 +0100 Subject: widerst@nd! - MUND: Dienstag, 31.1.2006 Message-ID: widerst at nd MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst www.no-racism.net/mund MedieninhaberInnen seid Ihr! Dienstag, 31.01.2006 ================================================ A) INHALT ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN UND ANKÜNDIGUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 01 1.2.: Quasi02 screening "Flo (kanalB)" ================================================== 02 5.2.depot: gedenken an attentat in oberwart Initiative Minderheiten Newsletter ================================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN UND KOMMENTARE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 03 Ortstafelstreit, offener Brief an die FUEV: Kärntner Slowenen brauchen eure Hilfe "GFBV" ================================================== 04 Selbstbestimmung für Südtirol - aber kein zweisprachige Ortstafeln für Kärnten! "GFBV" ================================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< SOLIDARITÄT WELTWEIT ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 05 Mosambik-Info 20, 30.1.2006 "Peter Pils" ================================================== 06 Österreicher im Irak bleibt inhaftiert, ihm drohen bis zu 5 Jahren Haft "wadi wien" ================================================== 07 Christen im Irak auf der Flucht "GFBV Hans Bogenreiter" ================================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< LINKS / VERWEISE / HINWEISE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 08 NYTimes.com: Corporate Wealth Share Rises for Top-Income Americans hx65 at dial.pipex.com ================================================== ================================================ B) TEXTE ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN UND ANKÜNDIGUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 01 1.2.: Quasi02 screening "Flo (kanalB)" ================================================== hi, es ist wieder soweit, die neue Quasi-Ausgabe, produziert von kanalB.at und tv.unitedaliens.at, wird präsentiert. diesmal im neuen Weltcafe in der Schwarzspanierstrasse. eintritt ist natürlich frei! Quasi 02 Am 1. Februar 2006, 21.00 Uhr Weltcafe Schwarzspanierstr.15 1090 Wien themen der sendung: # Subversiver Karneval: Wieder hat die Obdachlosenzeitung Augustin zu einem Aktionstag am Freitag, dem 13. aufgerufen. Diesmal zog ein "subversiver Karneval" durch die Straßen des 7. Bezirks. Wir haben uns das bunte Treiben angesehen, und auch beim Shoppen gestörte KritikerInnen interviewt. # Bacherpark-Besetzung Unter dem Bacherpark im 5. Bezirk soll eine "Volkstiefgarage" errichtet werden. Eine Bürgerinitiative besetzte den Park kurzerhand und hält seitdem Tag und Nacht bei Minusgraden aus.Wir sprachen mit den AktivistInnen. # Artikel 7: Eva Simmler und Thomas Korschil stellen in unserem ausführlichen Interview ihren Film über die Ortstafel-Causa vor und nehmen Stellung zur derzeitigen Situation. # Monomania vs. Raggamaffia: Wir waren im Wiener Bach beim Konzert der unangepassten Bands, die durch ihre sozialkritischen Texte immer wieder aufhorchen lassen. http://blogs.okto.tv/quasi/ ================================================== 02 5.2.depot: gedenken an attentat in oberwart Initiative Minderheiten Newsletter ================================================== *11 Jahre Attentat in Oberwart* Zum 11. Jahrestag des Attentats laden Romani Dori, kinoki, Initiative Minderheiten, der Verein exil und der Augustin zu einer Gedenkveranstaltung am 5.Februar 2006 Beginn 17 Uhr Depot, Breite Gasse 7, 1070 Wien. Am 4.2.1995 wurden 4 Männer ermordet, weil sie Roma waren. Eine Sprengfalle, wenige Meter von der Oberwarter Romasiedlung entfernt, tötete Karl und Erwin Horvath, Peter Sarközy und Josef Simon. Zwar hatte die Staatspolizei schnell das Attentat in die Reihe der rechtsradikalen Briefbombenserie eingeordnet, aber die lokalen Ordnungshüter ließen es sich nicht nehmen, die Häuser der Ermordeten zu perlustrieren. Medien- und Politikerreaktionen bewiesen vor allem, dass man in Österreich bis heute am liebsten die Täter als Opfer und die Opfer als Täter präsentiert. *Gezeigt wird der Film "Stefan Horvath. Zigeuner aus Oberwart" von Peter Wagner, *das feinfühlige Portrait einer beeindruckenden Persönlichkeit. Stefan Horvath verlor durch das Attentat einen Sohn. Danach litt er an Schlafstörungen zu jener Nachtzeit, als die Detonation passierte, bis er eines Tages zu schreiben begann. Was er zunächst aufzeichnete, waren Erzählungen seiner Elterngeneration, die den systematischen Mord an den Roma in der NS-Zeit thematisieren. Stefan Horvath will mit seinen Erzählungen den Roma seiner Heimat eine Erinnerung nachliefern, von der er glaubt, dass sie vielfach befreiende, wenn auch teilweise schmerzhafte Wirkung haben könnte. *Stefan Horvath und Peter Wagner sind zu einem anschließenden Gespräch anwesend.* *Bobana Stojkov wird Passagen aus Elfriede-Jelineks Oberwartstück "Stecken, Stab und Stangl" vortragen. * Musikalisches Programm: *Rahid Jerha * Für Live- Übersetzung von Film und Diskussion ins Romanes ist gesorgt ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN UND KOMMENTARE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 03 Ortstafelstreit, offener Brief an die FUEV: Kärntner Slowenen brauchen eure Hilfe "GFBV" ================================================== Gesellschaft für bedrohte Völker / Presseerklärung in www.gfbv.it/2c-stampa/2006/060127de.html Österreich / Slowenen Ortstafelstreit: Appell an FUEV (Föderalistische Union Europäischer Volksgruppen): Kärntner Slowenen brauchen eure Hilfe Bozen, 27. Januar 2006 Offener Brief an den Vorstand der FUEV Sehr geehrte Damen und Herren, in Österreich bestimmen derzeit Politiker die Richtung in Minderheitenfragen, die die extremer sind als die nationalistischen Kräfte in Italien. Jörg Haider und sein BZÖ weigern sich, die in der Verfassung festgelegten Minderheitenrechte umzusetzen, sie weigern sich sogar, die Kompetenz des Verfassungsgerichtes anzuerkennen. Das ist ein stiller Kärntner Putsch. Erstaunt sind wird, dass sich die FUEV zum Thema nicht öffentlich äußert. Nach vier Jahren der beschämenden Polit-Posse wäre es nun an der Zeit, dass sich die FUEV mit aller Deutlichkeit zu Wort meldet, um dem Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider und seine antislowenischen Hetze entgegenzutreten. In der FUEV sind auch die Slowenen vertreten, also sollte auch die FUEV die Slowenen vertreten und sich für ihre Rechte aussprechen - keine Besonderheiten, nota bene, keine Selbstbestimmung/Sezession, nicht einmal eine Autonomie, sondern nur die von der Verfassung festgelegten Rechte. Die slowenische Sprachgruppe braucht Ihre öffentlich geäußerte Solidarität. Es ist aber auch ein Zeichen zu setzen, dass eine demokratische Verfassung respektiert gehört. Der Rat der Kärntner Slowenen/Narodni svet koroskih Slovencev will gegen Landeshauptmann Haider eine Straf-Anzeige einbringen, sollte er eine Weisung an den Bezirkshauptmann von Völkermarkt richten, die Aufstellung von zweisprachigen Ortstafeln zu unterlassen. Unterstützen Sie die Forderung des ehemaligen slowenischen Nationalratsabgeordneten Karel Smolle nach einem Amtsenthebungsverfahren gegen Haider vor dem Verfassungsgerichtshof. Dafür ist ein Beschluss der Bundesregierung notwendig. Tragen Sie auch das Anliegen des Rates der Kärntern Slowenen mit, die Europäisierung der Ortstafelfrage weiter voranzutreiben. Sollte die Österreich weiterhin Rechtsgrundsätze ignorieren und bis Ende Juni keine zweisprachigen Ortstafeln aufstellen, so soll der Europäischen Gerichtshof wegen Verletzung des Artikels 7 des EU-Vertrages angerufen. Österreich hat sich als "Schutzmacht" für Südtirol einen guten Ruf erworben. Dieser Ruf wurde von Haider demoliert, Schüssel schaute schweigend zu. Österreich will den eigenen Minderheiten nicht einmal die Grundrechte zugestehen, die von der Verfassung gefordert werden. Setzen Sie ein Zeichen der Glaubwürdigkeit, setzen Sie sich ohne Zweideutigkeiten für die Rechte der slowenischen Minderheit ein. ======================================== Siehe auch: * www.gfbv.it: www.gfbv.it/2c-stampa/2006/060120ade.html | www.gfbv.it/2c-stampa/2006/060112de.html | www.gfbv.it/2c-stampa/2005/051214de.html | www.gfbv.it/2c-stampa/2005/050405de.html | www.gfbv.it/2c-stampa/2005/050308ade.html | www.gfbv.it/2c-stampa/2005/050124ade.html | www.gfbv.it/2c-stampa/2005/050112ade.html | www.gfbv.it/2c-stampa/04-1/040705de.html | www.gfbv.it/2c-stampa/04-1/040701de.html | www.gfbv.it/2c-stampa/04-1/040220de.html | www.gfbv.it/2c-stampa/03-2/031110de.html | www.gfbv.it/2c-stampa/03-2/031110de.html | www.gfbv.it/3dossier/oevz/2005/050112.html | www.gfbv.it/3dossier/eu-min/oe-klestil.html | www.gfbv.it/3dossier/eu-min/oe-konvent.html | www.gfbv.it/3dossier/eu-min/regenbogen.html * www: www.prokaernten.at | www.nsks.at/aktualno.php | www.magnifique.at/gradivo/050303_nsks_kancler.pdf | www.magnifique.at/gradivo/050303_nsks_stufenplan.pdf ================================================== 04 Selbstbestimmung für Südtirol - aber kein zweisprachige Ortstafeln für Kärnten! "GFBV" ================================================== Gesellschaft für bedrohte Völker / Presseerklärung in www.gfbv.it/2c-stampa/2006/060130de.html Österreich / Südtirol: Selbstbestimmung für Südtirol - aber kein zweisprachige Ortstafeln für Kärnten! Bozen, 30. Januar 2006 Offener Brief an den Präsidenten des österreichischen Nationalrates Andreas Khol Sehr geehrter Herr Präsident, ihre gemeinsame Petitions-Aktion mit den Tiroler Schützen erweist sich als politischer Boomerang. Nicht von ungefähr kritisierte der SVP-Ulivo-Senator Oskar Peterlini im Sender Bozen der RAI die Aktion als wenig hilfreich für die SVP. Die Aktion gefährdet den Wahlerfolg von Peterlini, der in den vergangenen fünf Jahren die SVP und die italienischen Mitte-Links-Parteien im Senat vertrat. Seit Ihrer Petitions-Initiative sind die Chancen für das italienische Rechtsbündnis um einiges größer geworden, den Senatssitz zu erobern. Ihre Initiative für das Selbstbestimmungsrecht für Südtirol - sind Sie doch Initiator und Adressat - ist mehr als verwunderlich, Herr Präsident. Die großen Parteien Österreichs sind nicht bereit, in der neuen Verfassung die Rechte der sechs Sprachminderheiten festzuschreiben. Das überrascht nicht. Die derzeitige Regierung denkt nicht einmal dran, Urteile des Verfassungsgerichts zu zweisprachigen Ortstafeln in Süd-Kärnten umzusetzen. Das Bundesland Kärnten mit Landeshauptmann Jörg Haider plant gar den Abbau der bestehenden zweisprachigen Ortstafeln. Der Koalitionspartner ÖVP findet kaum Worte der Kritik für dieses Vorgehen, vielmehr schwenken viele - wenn auch nicht so frontal wie Haider - auf eine Reduzierung der vom Verfassungsgericht geforderten Ortstafeln. Einzig Erhard Busek rettet die Ehre Ihrer Partei, denn aufgrund der großen Mehrheit der heutigen Mandatare muss man leider feststellen, dass sich die ÖVP nicht mit der demokratischen Verfassung des Landes und dem in ihr festgeschriebenen Minderheitenschutz abfindet. Zwar haben auch Sie betont, Herr Präsident, daß Urteile des Verfassungsgerichts umgesetzt werden müssen. Aber nur, wenn ein Konsens erzielt wird. Damit machen Sie wieder den Rückzieher, damit verneinen Sie die Umsetzung der Verfassungsvorschriften, damit erteilten Sie dem Auftrag der Verfassungsrichter wieder eine Absage. Die Worte und die Logik sind andere - scheinheiligere - als jene des Herrn Haider, die Richtung aber unterscheidet sich nur unwesentlich. Die nationalistischen "Heimatverbände" in Kärnten sowie Ihr Bündnispartner BZÖ sind gegen die Erfüllung des Minderheitenschutzes wie von den Verfassungsrichtern festgelegt. Also bedeutet ein "Konsens" nichts anderes als den Verzicht der Slowenen auf ihre Minderheitenrechte - sprich: Die Nichtumsetzung mit slowenischem Einverständnis. Ist das alles, was ein Herr Khol zu sagen hat - jener Herr Khol, der für Südtirol die Selbstbestimmung fordert, für die Minderheiten im eigenen Land nicht einmal die Verfassung umzusetzen bereit ist? Sie schlagen vor, an dem bereits im September 2002 erzielten "Kompromiss" anzuschließen und 158 zusätzliche zweisprachige Ortstafeln in Kärnten aufzustellen. Ein Kompromiss, der letztendlich über die Betroffenen hinweg erzielt wurde und die Minderheitenrechten nicht anerkennt. Ein von den großen Parteien und sogenannten "Traditionsverbänden" erzielter Konsens geht auf Kosten der Minderheit, schränkt deren Rechte laut Staatsvertrag gehörig ein: Der Staatsvertrag sieht 800 zweisprachige Ortstafeln vor, das Verfassungsgericht 300. Mit Ihrem "Konsens" müssten die Slowenen auf ihre Rechte verzichten. Erkenntnisse des Verfassungsgerichtes sind aber umzusetzen und nicht zu verwässern und auszutricksen. Wie sagt Erhard Busek: "Da wäre Andreas Khol daran zu erinnern, dass er öfter schon vom Verfassungsbogen gesprochen hat." Busek ist kategorisch, wie man den Ortstafelstreit beenden soll: "Die Ortstafeln aufstellen." Vom der Verwässerung durch einen "Konsens" hält Busek nichts: "Also wenn es ein Erkenntnis gibt, gibt es eigentlich keinen Konsens mehr." Er könne ja auch nicht zu Gericht gehen, dort nicht Recht erhalten und dann beschließen "jetzt reden wir darüber, wie wir das Ergebnis nicht einhalten". Busek hat halt Format. Die innenpolitische Lage gefällt der ÖVP, denn als offizieller Schuldiger steht Jörg Haider da. Haider bremst, die ÖVP gibt sich nach außen konziliant - im Kern verweigert auch sie die Erfüllung der Normen zum Minderheitenschutz - so weit wie Ihre Partei, Herr Khol, geht nicht einmal Alleanza Nazionale. Enttäuschend ist auch die Kärntner SPÖ und deren Bürgermeister, die in Haiders Fahrwasser schwimmen und die Ufer des Rechtsstaates nicht mehr im Blick haben. Erstaunlich hingegen die Wortmeldung des rechten EU-Abgeordneten Andreas Mölzer: Die Ortstafeln seien aufzustellen. Wie man sieht, werden selbst die Deutschnationalen von der ÖVP rechts überholt. Umso erstaunlicher ist die emsige Aktivität in Sachen Südtirol. Minderheitenrechte gelten also nur für Deutschsprachige. Sie werden entgegnen, dass die Ladiner mitberücksichtigt sind. Falsch. Das Recht der Ladiner auf ihre eigene Selbstbestimmung wird nicht erwähnt. Zudem ist nur von den Ladinern Südtirols die Rede. Durch die Selbstbestimmung würde also die ladinische Minderheit also in zwei Staaten aufgeteilt. Benito Mussolini hat die Ladiner zwecks rascherer Assimilierung in drei Provinzen aufteilten lassen, sie machen sich stark für die Aufteilung auf zwei Staaten. Damit würde selbst Mussolinis Unrecht übertroffen. Offenbar gibt es zwei Klassen von Minderheiten: Die deutschsprachigen - für deren Rechte Sie sich einsetzen, und die anderen. Doch nur für die eigenen setzen sich alle ein - auch AN oder der MSI setzen sich für die Italiener in Istrien. Aber nicht für die Slowenen im Friaul. Es ist schlicht und einfach eine Schande, dass die Republik Österreich und das Bundesland Kärnten der Rechtspflicht nicht nachkommen. Österreich ist kein Rechtsstaat mehr, da weder Kanzler noch Parlament willens sind, die eigene Verfassung und die entsprechenden Gerichte anzuerkennen. Gleichzeitig wollen Sie das Recht der Südtiroler auf Selbstbestimmung in der neuen österreichischen Verfassung verankern. Wenn sie belegen wollen, dass dies kein Nationalismus ist, so gewähren Sie doch den Sprachminderheiten in Österreich all jene Rechte und Schutzklauseln - samt Selbstbestimmung -, in deren Genuß die deutschsprachigen Südtiroler durch Österreichs Hilfe gekommen sind. ==================================================== Siehe auch: * www.gfbv.it: www.gfbv.it/2c-stampa/2006/060120ade.html | www.gfbv.it/2c-stampa/2006/060112de.html | www.gfbv.it/2c-stampa/2005/051214de.html | www.gfbv.it/2c-stampa/2005/050405de.html | www.gfbv.it/2c-stampa/2005/050308ade.html | www.gfbv.it/2c-stampa/2005/050124ade.html | www.gfbv.it/2c-stampa/2005/050112ade.html | www.gfbv.it/2c-stampa/04-1/040705de.html | www.gfbv.it/2c-stampa/04-1/040701de.html | www.gfbv.it/2c-stampa/04-1/040220de.html | www.gfbv.it/2c-stampa/03-2/031110de.html | www.gfbv.it/2c-stampa/03-2/031110de.html | www.gfbv.it/3dossier/oevz/2005/050112.html | www.gfbv.it/3dossier/eu-min/oe-klestil.html | www.gfbv.it/3dossier/eu-min/oe-konvent.html | www.gfbv.it/3dossier/eu-min/regenbogen.html * www: www.prokaernten.at | www.nsks.at/aktualno.php | www.magnifique.at/gradivo/050303_nsks_kancler.pdf | www.magnifique.at/gradivo/050303_nsks_stufenplan.pdf ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< SOLIDARITÄT WELTWEIT ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 05 Mosambik-Info 20, 30.1.2006 "Peter Pils" ================================================== Mosambik-Info 20, 30.01.2006 KoordinierungsKreis Mosambik Inhalt: 1. Intensivierung der Notfallvorbereitungen für die Zambezi-Region 2. Guebuza verteidigt Kooperation mit China 1. Intensivierung der Notfallvorbereitungen für die Zambezi-Region Mosambiks Katastrophenpläne könnten bald auf die Probe gestellt werden. Schwere Regenfälle im Zentrum des Landes könnten zu größeren Überschwemmungen führen. Der Wasserstand des Zambezi im Distrikt Marromeu (Provinz Sofala) hatte am letzten Donnerstag einen Stand von 5,54 m erreicht - fast einen Meter über dem Flutwarnungslevel von 4,75 m. "Wir sind auch immer noch besorgt, was den Rest des Landes betrifft. Weitere heftige Regenfälle sind vorhergesagt", teilt Rita Almeida, die Leiterin des Planungsdepartments der nationalen Katastrophenbehörde (INGC) mit. Die INGC hat ihre Katastrophenpläne verbessert, seit die Fluten des Jahres 2000 700 Menschen das Leben kosteten und im Süden des Landes große Schäden an Häusern und Infrastruktur hinterließen. Orlando Francisco, der INGC-Direktor der Provinz Zambezia, teilte IRIN News am Freitag mit, dass es noch regne und dass besonders fünf Distrikte in der Provinz Zambezia bedroht seien: Chinde, Mopeia, Morrumbala, Manganja de Costa und Namacurra. Die Regierung hat die Bevölkerung dazu aufgefordert, sich aus den fruchtbaren aber überflutungsgefährdeten flussnahen Gebieten in höher gelegene Regionen zurückzuziehen. Das Ergebnis dieser Appelle ist gemischt. In Chinde leben zwischen 50.000 und 60.000 Menschen gefährlich nah am Licungu-Fluss. "Es ist schwierig, so viele Menschen von dort fortzubringen, da die höheren Gebiete weit entfernt sind und die Menschen dort kein Land haben, das sie bebauen könnten", stellt Francisco fest. Das Welternährungsprogramm (WFP) plant, die Nothilfe auf die von der Flut betroffenen Menschen auszuweiten. Derzeit unterstützt WFP die 1.900 Menschen, die vor wenigen Tagen von den Inseln des Zambezi in der Nähe von Caia evakuiert wurden. Sollten schwere Überschwemmungen kommen, sind auch Lufteinsätze geplant. "Ein ernsthaftes Problem in Mosambik ist, dass die Straßen bei anhaltendem Regen schnell unpassierbar werden", teilt die WFP- Sprecherin Maria Saldanha fest. 2. Guebuza verteidigt Kooperation mit China Präsident Guebuza verteidigte am vergangenen Donnerstag in einer Rede während einer Diskussionsrunde auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos die zunehmende Kooperation Chinas mit afrikanischen Ländern und nannte sie "höchst willkommen". Im Fall Mosambiks, sagte er, seien die Früchte der Kooperation bereits sichtbar. Dies sei der Grund, dass beide Länder die Zusammenarbeit weiter ausbauen wollten. Für ein Land wie Mosambik gäbe es nichts besseres, als ein relativ entwickeltes Land zu finden, das bereit sei, Mosambik bei der Nutzbarmachung der eigenen Ressourcen zu unterstützen. Guebuza erinnerte daran, dass eines der Probleme Afrikas sei, dass die traditionellen Partner häufig Versprechungen machten, diese dann aber nicht einlösten. Dies sei bei China nicht der Fall, Zusagen seien immer eingehalten und in konkrete Aktivitäten umgesetzt worden. "Deshalb sind wir sehr zufrieden mit Chinas Unterstützung, wenigstens was Mosambik betrifft", stellte Guebuza fest und antwortete damit auf andere Stimmen, wie zum Beispiel den amerikanischen Kongressabgeordneten Jim Kolbe, dass Peking lediglich das Interesse an den afrikanischen Rohstoffen antreibe und nicht das Ansinnen, die Entwicklung der afrikanischen Staaten zu fördern. Guebuza sieht die Kooperation zwischen China und Mosambik nicht als eine Jagd auf Ressourcen: "Diese Beziehungen sind für beide Seiten von Nutzen." Der frühere chinesische Botschafter in Frankreich, Wu Jianmin, der heute an der chinesischen Universität für auswärtige Beziehungen lehrt, bestreitet gleichfalls, dass China lediglich nach Rostoffen für die wachsende Industrie suche. Natürlich wolle China auch von den Beziehungen profitieren, aber es sei kein Raubtier, das alles an sich risse und den Afrikanern dann nicht für sich hinterlasse. "Die Wahrheit ist, dass Afrika und China sich gegenseitig brauchen", sagte Wu, "unsere Zusammenarbeit ist für beide Seiten von Vorteil." Er stellte fest, dass China die afrikanischen Staaten schon bei der Befreiung von den Kolonialherren zur Seite gestanden habe: "Wir haben Afrika schon in seinen schwierigsten Zeiten beigestanden." Die Zusammenarbeit zwischen China und Afrika hat in den letzten Jahren sprunghaft zugenommen. Im letzten Jahr belief sich der Chinesisch-afrikanische Handel auf mehr als 40 Milliarden USD. Vor dreißig Jahren waren es nicht mehr als 30 Millionen USD pro Jahr. (Lesen Sie zu diesem Thema den Artikel "Chinesische Selbstbedienung - Raubbau an den Waldressourcen in der Provinz Zambezia" von Catherine Mackenzie, Mosambik-Rundbrief 69, voraussichtliches Erscheinungsdatum: 24. April 2006) Quellen: allAfrica.com, IRIN News, Expresso Africa ================================================== 06 Österreicher im Irak bleibt inhaftiert, ihm drohen bis zu 5 Jahren Haft "wadi wien" ================================================== Österreicher im Irak bleibt inhaftiert, ihm drohen bis zu 5 Jahren Haft Wie Angehörige des seit Oktober 2005 im nordirakischen Erbil/Hawler inhaftierten österreichischen Staatsbürgers Kamal Qadir soeben mitteilten, befindet er sich entgegen fälschlich in den Medien verbreiteten Informationen auch heute, Sonntag, nach wie vor in Haft. Man habe ihm gestern, Samstag, mitgeteilt, dass sein Verfahren innerhalb der nächsten Tage, vielleicht sogar bereits heute, Sonntag, neu aufgerollt werde. Wie seine Verwandten aus dem Nordirak Wadi-Mitarbeitern berichten, habe er keinen Zugang zu einem Verteidiger und befürchte, dass er erneut in einem Schnellverfahren zu mehreren Jahren verurteilt werde. Er bittet das Österreichische Außenministerium, sich dringend und mit Nachdruck für ihn einzusetzen. In den drei Monaten, die er nun bereits im Gefängnis von Arbil/Hawler verbringen musste, habe er keinen Zugang zu einem eigenen und vertrauenswürdigen Verteidiger bekommen. Kamal Qadir berichtete seiner Schwerster, die ihn im Gefängnis besuchen darf, dass der Menschenrechtsminister der Kurdischen Regionalregierung, Ihsan Nuri, ihm gedroht habe, er müsse "im Gefängnis bleiben und dort verrotten". Was ihm nun, nach der Aufhebung des Urteils vom Dezember 2005 - Kamal Qadir war wegen "Entehrung der kurdischen Führung und ihres Kampfes" zu dreißig (30, nicht 25 Jahre wie Medien in Österreich ebenfalls fälschlicherweise berichteten) Jahren Haft verurteilt worden - vorgeworfen wird, sei nach wie vor unklar. Kamal Qadir ließ über seine Schwester mitteilen, er habe sich bereits wiederholt für seine beleidigenden und verschwörungs- theoretischen Aussagen (dass Massoud Barzani, der Präsident der Kurdischen Regionalregierung des Nordiraks, ein "KGB- und zusätzlich Mossad-Agent" sei, sein Sohn "ein Zuhälter", usw.) entschuldigt. Er wisse nicht, was in ihn gefahren sei, als er diese Zeilen veröffentlichte. Jedoch bleibe er bei seinen Korruptionsvorwürfen gegenüber der kurdischen Regionalregierung und werde auch im Falle seiner Freilassung nicht davon ablassen, die "undemokratische und korrupte kurdische Regionalregierung" zu kritisieren. Ein breites Bündnis von verschiedenen namhaften kurdischen Schriftstellern, Intellektuellen und Akademikern setzt sich mit der Kampagne "Free Dr. Sayid Qadir" für seine sofortige Enthaftung und für Meinungs- und Pressefreiheit im neuen Irak ein. In ihrem Aufruf heißt es u.a.: "In spite of our own criticism about the writings and method of writing of university lecturer Dr Kamal Sayid Qadir, we consider that his trial is unjust one, not only because it has been proceeded according to Ba'athist laws in Kurdistan to silence the opponents of political power, but also because it represents the biggest threat to human rights and all free and independent voices and gives sanctity to the myth that no one is allowed to cross tabooed red lines and level criticism at Kurdish leaders." Eine weitere Schwester, von Kamal Qadir, sowie ihre Tochter, die in Deutschland leben, fühlen sich von den österreichischen Behörden im Sich gelassen. "Mein Onkel [Kamal Qadir] ist österreichischer Staatsbürger. Wieso war es bis heute unmöglich, einen Anwalt für ihn zu organisieren? Wir sind nervlich am Ende und wissen nicht mehr weiter. Einmal heißt es, mein Onkel ist frei, dann stellt sich heraus, dass es nicht stimmt. Dann heißt es er kommt später frei, und wiederum stellt sich die Information als falsch heraus. Wir mussten unser Geschäft zusperren, da wir übermüdet und deprimiert sind. Seit Oktober geht das nun so. Wir fordern die Österreichische Regierung auf, zu handeln, und den Druck auf die Kurdische Regionalregierung zu erhöhen." Das Außenministerium ließ Wadi-Mitarbeiter daraufhin wissen, dass es sich noch heute darum bemühen werde, über die österreichische Außenhandelsstelle in Erbil/Hawler (Nordirkak), Hilfestellung für den österreichischen Staatsbürger Kamal Qadir zu bieten. www.wadinet.at -- WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit e-mail: wadi.wien at gmx.at website: www.wadinet.at Tel.: 0699-11365509 Postfach 105 A-1181 Wien Spendenkonto in Österreich: Kontonummer 07.405.301 Evangelische Kreditgenossenschaft eG BLZ 31800 IBAN: AT10 3180 0000 0740 5301 BIC: EVKRATW1 Website mit weiteren Informationen zu Projekten von Wadi und Veranstaltungshinweisen: www.wadinet.at ================================================== 07 Christen im Irak auf der Flucht "GFBV Hans Bogenreiter" ================================================== Gesellschaft für bedrohte Völker PRESSEERKLÄRUNG Nach Bombenangriffen gegen christliche Kirchen und Kirchgänger im Irak: Gesellschaft für bedrohte Völker befürchtet neue Flüchtlingswelle irakischer Christen. Bundesregierung soll Flüchtlingsprogramme im kurdischen Nordirak unterstützen Göttingen, Wien, 30. Januar 2006 Nach koordinierten Bombenangriffen auf insgesamt sechs christliche Kirchen verschiedener Konfessionen im nordirakischen Kirkuk und in Bagdad durch islamische Fanatiker erwartet die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) eine neue Massenflucht irakischer Christen in den kurdischen Norden des Landes und das benachbarte Ausland. Ziel der Attacken waren Kirchgänger, die die Sonntagsgottesdienste besuchen wollten. In Kirkuk wurden bei Bombenangriffen auf zwei Kirchen im Norden und im Zentrum der Stadt mindestens drei Menschen getötet, darunter ein 13jähriger Junge, und mehr als 10 verletzt. In Bagdad forderten insgesamt fünf Angriffe auf vier Kirchen mehr als 12 Verletzte. Dutzende christliche Studenten der Technischen Hochschule Bagdad und der Universität Mosul waren heftigen Attacken durch islamische Kommilitonen ausgesetzt. Sie wurden verprügelt und als Ungläubige und als amerikanische Agenten beschimpft. Nach vergleichbaren Zwischenfällen war es bereits mehrfach zu Fluchtwellen gekommen. Der Präsident der Kurdenregion Massoud Barzani hatte der assyro-chaldäischen Bevölkerung des Irak die Aufnahme in die drei kurdischen Provinzen angeboten. Der kurdische Nordirak ist die sicherste und stabilste Region des Landes, deren Regierung die Ansiedlung der christlichen Minderheit aktiv unterstützt. So wurden unter anderem 30 neue Dörfer für sie gebaut, ebenso Straßen und Bewässerungssysteme. Auch die medizinische Versorgung ist gewährleistet Die GfbV fordert die Bundesregierung Deutschland und die von Östereich auf, diese Programme für die Ansiedlung christlicher Flüchtlinge im kurdischen Nordirak finanziell zu unterstützen und sich auf der Ebene der Europäischen Union für die Förderung dieser Programme einzusetzen, damit die christlichen Flüchtlinge eine neue Zukunftsperspektive erhalten, ohne außer Landes gehen zu müssen. Insgesamt 3.500 assyro-chaldäische Familien haben sich schon in den kurdischen Norden geflüchtet, das sind mehr als 18.000 Menschen. 350 Familien kamen allein im vergangenen Monat dorthin. Etwa 50.000 Christen flohen nach Syrien. Täglich gehen immer neue christliche Familien auf die Flucht. ====================================================== Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV) Inse Geismar, Pressereferentin Postfach 2024, D-37010 Goettingen Tel.+49/551/49906-25, Fax:++49/551/58028 E-Mail: presse at gfbv.de, Homepage:http://www.gfbv.de Österreich: 1030 Wien, Untere Viaduktgasse 33/7A, Tel. 01/503 13 36 ====================================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< LINKS / VERWEISE / HINWEISE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 08 NYTimes.com: Corporate Wealth Share Rises for Top-Income Americans hx65 at dial.pipex.com ================================================== NATIONAL | January 29, 2006 Corporate Wealth Share Rises for Top-Income Americans By DAVID CAY JOHNSTON New government data indicate that the concentration of corporate wealth among the highest-income Americans grew significantly in 2003. http://www.nytimes.com/2006/01/29/national/29rich.html?emc=eta1 ================================================ C) TERMINE ================================================ ======================== Dienstag http://www.mund.at/butt/Termine/januar/3101.htm Mittwoch http://www.mund.at/butt/Termine/februar/0102.htm Donnerstag http://www.mund.at/butt/Termine/februar/0202.htm ======================== ================================================ D) EDITORIAL ================================================ Für den Inhalt verantwortlich: Ihr. E-Mail-Adresse für Beiträge: widerstand at no-racism.net geschickt. widerst at nd MUND und alle Termine täglich aktualisiert im Web: http://www.no-racism.net/MUND Ziel von MUND (medienunabhängiger Nachrichtendienst) ist die unzensurierte und möglichst rasche Information über gesellschafts- politisch relevante Termine, Hinweise und Diskussionsbeiträge zu Widerstand und Antirassismus sowie verwandte Themen. sollen einen Titel, Namen und Emailadresse der/des AutorIn enthalten und möglichst kurz und prägnant gehalten sein, ev. mit Hinweis, wo weitere Informationen eingeholt werden können. Bitte keine Attachments! Die inhaltliche und sachliche Verantwortung liegt bei der/dem jeweiligen AutorIn bzw. jenen, die uns die Beiträge schicken. Der MUND wird von einzelnen TagesredakteurInnen zusammengestellt. Da Fehler nicht ausgeschlossen sind, bitten wir, nicht veröffentlichte Beiträge nochmals an widerstand at no-racism.net zu senden. Die Weiterleitung (auch auszugsweise) ist erwünscht. 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