Mo_MUND_130206
MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst
analle at no-racism.net
Mon Feb 13 11:46:32 CET 2006
widerst at nd MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst
Montag, 13. Februar 2006
www.no-racism.net/mund
MedieninhaberInnen seid Ihr!
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solidarität mit hagalil - spendenaufruf
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"nach einem sog. hackerangriff wurden donnerstag früh (020206, 06h) alle
daten am server von "haGalil" gelöscht.
neben haGalil.com wurden noch weitere angebote des haGalil e.V., wie
antisemitismus.net, berlin-judentum.de, israel-information.net,
jewish-conspiracy.com, judentum.org, klick-nach-rechts.de, koscher.net,
nahost-politik.de, zionismus.info und viele weitere domains gelöscht.
die
auswertung der log-files und der back-ups dürfte entsprechend viel
zeit in
anspruch nehmen."
die mund-redaktion ruft zu aktiver solidarität mit hagalil auf, die
besonders notwendig ist, weil die deutsche bundesregierung schon
vorher die
subventionierung der seite eingestellt hat.
spendenkonto:
haGalil e.V.: konto 872091, blz 70190000, münchner bank, BIC:
GENODEF1M01,
IBAN: DE05 7019 0000 00008720 91
spenden sind auch direkt auf www.hagalil.com über paypal möglich.
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A) INHALT
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AKTIONEN/ANKÜNDIGUNGEN
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01 [Depot-news] Programm 16.Februar
von: depot-news at mailman.sil.at
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02 monochrom präsentiert : Die Taugshow.
von: presse-monochrom at monochrom.at
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MELDUNGEN/MEINUNGEN/KOMMENTARE
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03 Klagsdrohung gegen Raketa - Bitte um Verbreitung!
von: peter-pils at chello.at
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04 HOSI-Wien-Generalversammlung ruft dazu auf, bei der Nationalratswahl
die Ö VP in Opposition zu schicken
von: Kurt.Krickler at hosiwien.at
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05 Dänische Cartoons: Sind SP Ö und Gr ü ne noch zu retten?
von: Kurt.Krickler at hosiwien.at
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06 Reiter-Abberufung/Erfolg der Friedensbewegung
von: office at werkstatt.or.at
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07 Schwarzbuch/AK/WKÖ/Sozialpartnerschaft
von: leo.furtlehner at liwest.at
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08 EU/Dienstleistungsrichtlinie/Appell/KPÖ
von: Franz.Parteder at stadt.graz.at
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WELTWEIT
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09 [gipfelsoli] Evian -- Genua
von: gipfelsoli-l at lists.nadir.org
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10 [gipfelsoli] Evian -- St. Petersburg
von: gipfelsoli-l at lists.nadir.org
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11 Die Presse: Tschad und Sudan schließen fragilen Frieden
von: wadi.wien at gmx.at
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12 Civilised humanity must take a stand in defence of freedom of
expression, against Islamists and racists
von: wadi.wien at gmx.at
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LINKS/HINWEISE
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13 SoZ - Sozialistische Zeitung Februar 2006
von: w.hanser at gmx.at
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B) TEXTE
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AKTIONEN/ANKÜNDIGUNGEN
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01 [Depot-news] Programm 16.Februar
von: depot-news at mailman.sil.at
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Donnerstag, 16. Februar, 19.00
Pro und contra PID
Reihe Bioethik
Bei der - in Österreich verbotenen - Präimplantationsdiagnostik (PID)
werden in
vitro gezeugte Embryonen auf mögliche Chromosomendefekte hin untersucht.
Aufgrund des Befundes wird dann entschieden, ob der Embryo in die
Gebärmutter
implantiert wird. Zugunsten der PID wird argumentiert, dass sie eine
ethisch
vertretbare Alternative zum embryopathisch begründeten
Schwangerschaftsabbruch
darstelle. KritikerInnen lehnen sie als Methode der eugenischen
Selektion ab,
die dazu führen könnte, dass nicht nur nach Erbkrankheiten gesucht wird,
sondern auch nach erwünschten genetischen Dispositionen und so der
“Mensch nach
Maß" gezüchtet werden könnte.
Paul Aiginger, Vorsitzender Aktion Leben Österreich
Johannes Huber, Professor für Reproduktionsmedizin, Universität Wien
Ulrich Körtner, Professor für Systematische Theologie, Universität Wien
Moderation: Ulrike Felt, Professorin am Institut für
Wissenschaftsforschung,
Universität Wien
Depot
Breitegasse 3
A-1070 Wien
Tel: +43 1 522 76 13
www.depot.or.at
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02 monochrom präsentiert : Die Taugshow.
von: presse-monochrom at monochrom.at
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monochrom präsentiert: Die Taugshow.
live am 16. Februar im dietheater/Konzerthaus
Die Wiener KünstlerInnengruppe monochrom lädt zur ersten Ausgabe der
Taugshow. Los geht's am Donnerstag, dem 16. Februar um 20 Uhr im
dietheater/Konzerthaus.
Gäste:
Angela Dorrer (Künstlerin, München)
Andreas Krach Stoiber (Experte für Kinderhörspielkasetten)
Ella Esque und andere Leute aus der "netznetz"-Community
Die Aufzeichnung findet mit Livepublikum statt und wird auf dem
Wiener Kabelkanal Okto TV ausgestrahlt.
Kartenreservierung unter:
01/587 05 04
16:30 - 19:00 Uhr
Preis: pay as you can
Für genauere Informationen:
Johannes Grenzfurthner
+43 676 7831453
jg at monochrom.at
Ausführliches:
== monochroms TAUGSHOW ==
Host: Johannes Grenzfurthner
Content Manager: Roland Gratzer
Regulars: Evelyn Fürlinger, Harald Homolka-List, eSeL (www.esel.at),
KaCe, u.a.
Showband: Blockwerk (http://www.blockwerkmusic.net) // Oddtime
Records Allstars
Mediengestaltung: Anika Kronberger, Daniel Fabry
Technische Leitung: Franz Ablinger
Produzent: Günther Friesinger
Network deal: Okto TV
Wer mit "Comedy-Talk" zu tun kriegt, wird sofort zum Objekt eines
Ausbeutungsverhältnisses gemacht, aus dem so lange und unnachhaltig
Humorkapital geschlagen wird, bis jemand zusammenbricht (siehe die
Effizienzleistungen von Stahlbademeister Stefan Raab). Statt als
kritische Instanz versteht sich Talk nur noch als
Dienstleistungsunternehmen, orientiert sich auf die Bedürfnisse
spezifischer Publikumsschichten, auch wenn diese Schichten eher
freischwebende, fiktionale Gebilde darstellen und keinesfalls
deckungsgleich sind mit ihren sozialen Pendants. Die flachen
Hierarchien von Talk sind ungefähr so subversiv wie kiffende FDP-
WählerInnen.
Aber nicht mit uns.
Wir produzieren keine Talkshow.
Nö.
Wir produzieren eine TAUGSHOW!
Da bleiben Menschen einfach Personen, sogar juristische.
Das heißt:
Uns taugts.
Die Gäste:
Angela Dorrer (www.andorrer.de) : Kauparties mit Prominenten,
Familienzusammenführungen übers Internet, Menschen, die sich
gegenseitig Tage schenken - Kommunikation und Vernetzung sind die
zentralen Themen von Angela Dorrers Arbeiten. Die Münchner Künstlerin
untersucht und inszeniert Kommunikationsabläufe,
Kommunikationsrituale und die Inhalte, über die kommuniziert wird.
Andreas Krach Stoiber (www.monochrom.at/krach) : Der Siegeszug der
Vorzüge besitzenden "Compact Disc" brachte zu Beginn der 1990er das
Verschwinden der Kassette. Die Kassette wurde (außer zur
Datenspeicherung mittels Datasette) statistisch betrachtet
hauptsächlich für zwei Zwecken eingesetzt: Als Trägermedium für Musik
und -- tataa! -- Hörspiele. Und da besonders Produktionen für Kinder
und Jugendliche. Der Musiker und Performer Andreas Krach Stoiber wird
in einem beispielschwangeren Interview Kinder- und
Jugendhörspielkassetten aus den 1970er und 1980ern präsentieren.
Ella Esque (http://underror.org/)
Und natürlich vieles mehr.
== monochrom INFO ==
monochrom, gegründet 1993, ist eine international agierende Kunst-
Technologie-Philosophie-Neigungsgruppe. monochrom ist eine
uneigenartige Mischung aus proto-ästhetischer Randarbeit,
Popattitüde, Subcultural Science und politischem Aktivismus. Die
KernmitgliederInnen der Gruppe sind: Johannes Grenzfurthner, Evelyn
Fürlinger, Harald List, Anika Kronberger, Franz Ablinger, Frank
Apunkt Schneider, Daniel Fabry, Günther Friesinger. Seit November
2005 ist Roland Gratzer PR Content Manager der Gruppe. Die Gruppe
arbeitet mit den verschiedensten Medien und Kunstformaten und
veröffentlicht die Buch- und Magazinreihe monochrom. monochrom ist
für ihre linkslinkspolitische und extremzivilgesellschaftliche Arbeit
bekannt. Wenn monochrom keine Kunst machen, machen sie >>Kunst<< oder
"Kunst". Das ist aber ganz launeabhängig. Sie sind doch nicht die
Otto Mühl-Kommune des längst fälligen Slacker-Revivals.
Weitere Infos auf Wikipedia unter
http://de.wikipedia.org/wiki/Monochrom_(Gruppe)
monochrom deutsch: http://www.monochrom.at/
monochrom englisch: http://www.monochrom.at/english/
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MELDUNGEN/MEINUNGEN/KOMMENTARE
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03 Klagsdrohung gegen Raketa - Bitte um Verbreitung!
von: peter-pils at chello.at
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Offensichtlich hat sich, anlehnend and die Karikaturen-Diskussion,
die WKO
gedacht, die Gelegenheit sei günstig.
Nach gründlichem Durchstöbern der Archive, wurde eine fast 2 Jahre alte
Satire zum Anlass genommen um das Satiremagazin RAKETA mit einer
Klage zu
bedrohen!
PP
Mehr als ein Jahr nach Weihnachten:
Leitl will Raketa wegen Verwechslungsgefahr klagen - Potthässliches
WKO-Sujet angeblich sauteuer - Verstehen, Denken und Handeln gekauft!
http://raketa.at/?id=5445&rid=0
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04 HOSI-Wien-Generalversammlung ruft dazu auf, bei der Nationalratswahl
die Ö VP in Opposition zu schicken
von: Kurt.Krickler at hosiwien.at
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Medienaussendung der Homosexuellen Initiative (HOSI) Wien vom 12.
Februar 2006
Homosexuelle Initiative Wien: 20 Jahre ÖVP in der Regierung sind genug!
Gestern, 11. 2., hielt die HOSI Wien ihre 27. ordentliche
Jahresversammlung ab. In Hinblick auf die Nationalratswahl 2006
verabschiedeten die Mitglieder einstimmig eine Resolution, in der
Österreichs Lesben und Schwule aufgerufen werden, die ÖVP nach 20
Jahren in der Bundesregierung abzuwählen.
“In all diesen Jahren hat die ÖVP jeden Fortschritt in Sachen
Gleichberechtigung von Lesben und Schwulen blockiert und zu
verhindern versucht", heißt es in der Resolution. “Die einzige
Hoffnung von Lesben und Schwulen auf Verbesserung ihrer rechtlichen
Situation besteht daher darin, dass bei der heuer stattfindenden
Nationalratswahl nach 23 Jahren die bestehende konservative Mehrheit
im Nationalrat endlich überwunden wird."
Die HOSI Wien ruft alle Lesben und Schwulen sowie deren Familien und
FreundInnen zur Mobilisierung für eine solche fortschrittliche
Mehrheit auf. “Wir appellieren auch an jene Lesben und Schwulen, die
üblicherweise konservativ wählen, wenigstens dieses eine Mal über
ihren bürgerlichen Schatten zu springen, um eine solche
fortschrittliche Wende zu ermöglichen", erklären die beiden Obleute
Bettina Nemeth und Christian Högl, die wie die restlichen
Vorstandsmitglieder in ihren Funktionen bestätigt wurden.
Österreichs ältester und größter Lesben- und Schwulenverband kann
wieder auf ein äußerst erfolgreiches Vereinsjahr zurückblicken,
dessen Höhepunkte u. a. der Regenbogen-Ball und die Regenbogen-Parade
waren. Der Wortlaut der verabschiedeten Resolution ist nachzulesen
auf www.hosiwien.at/?p=249.
Rückfragehinweis:
Christian Högl, Obmann: Tel. 0699-11811038
Bettina Nemeth, Obfrau: Tel. 0699-11965265
Kurt Krickler, Generalsekretär: Tel.: 5451310 oder 0664-5767466
office at hosiwien.at; www.hosiwien.at
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05 Dänische Cartoons: Sind SP Ö und Gr ü ne noch zu retten?
von: Kurt.Krickler at hosiwien.at
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Liebe Leute auf dieser Liste, speziell von SoHo und Grüne andersrum!
Diversen Medien ist folgende Reaktion von Hannes Swoboda, MdEP der
SPÖ, zu entnehmen: Bundeskanzler Wolfgang Schüssel hätte "klarer
Respekt für den Islam zeigen sollen". Wie bitte?
Auch die windelweiche Haltung Alexander van der Bellens in einem
Interview im neuen "profil" ist ein Skandal!
Könnten vielleicht SoHo und Grüne andersrum auf ihre Partei-Granden
einwirken, damit sie die Denk- und Meinungsfreiheit gegen die
Angriffe der Religionen energischer verteidigen?! Jeder Kniefall vor
diesen größten Verbrecherorganisationen in der Menschheitsgeschichte
ist überflüssig.
Auf internationaler Ebene werden die islamischen Regime jetzt
versuchen, in internationale Dokumente, speziell der Vereinten
Nationen, "Anti-Blasphemie"-Bestimmungen hineinzureklamieren. Hier
wären Swoboda & Co, gerade auch im Europa-Parlament, gefordert.
Nachstehend findet Ihr einen Beitrag, den ich für die digitale Wochen-
Zeitung "Glocialist Review" zu den dänischen Cartoons aus schwul/
lesbischer bzw. atheistischer Sicht geschrieben habe.
Wehret den Anfängen!
Liebe Grüße
Kurt Krickler
Generalsekretär
Homosexuelle Initiative (HOSI) Wien - 1. Lesben- und Schwulenverband
Österreichs
Novaragasse 40, 1020 Wien
www.hosiwien.at
Tel. privat: (01) 545 13 10; 0664 57 67 466
Manfred Deix, übernehmen Sie!
Von Kurt Krickler
Wenn die dänischen Mohammed-Karikaturen tatsachlich als Provokation
gedacht waren, dann haben sie ihren Zweck voll erfüllt. Sie haben die
VertreterInnen einer Religion(sgemeinschaft) einmal mehr dazu
gebracht, sich ihre Maske vom Gesicht zu reißen und ihr wahres
Gesicht zu zeigen. Dafür, daß jetzt wieder mehr Leute diese häßliche
Fratze der Religionen erkennen können, kann man als Atheist
eigentlich nur dankbar sein! Denn allzu viele Menschen sind geneigt,
über die vergangenen und aktuellen Verbrechen, die im Namen der
großen Religionsgemeinschaften begangen wurden und werden,
hinwegzusehen - und auch zu verdrängen, welches Potential an dumpfer
Manipulation und Mobilisierung der Massen in ihnen immer noch steckt.
Und dieses Potential des Islams ist in der Tat beängstigend, darf
aber den Kampf gegen - alle - Religionen, mit denen weltliche Politik
jenseits demokratischer Regeln gemacht wird, nicht lähmen. Im Gegenteil!
In Europa ist es in jahrhundertelangem Kampf gelungen, den Einfluß
des christlichen Glaubens und seiner VertreterInnen auf Politik und
Gesellschaft entscheidend zurückzudrängen. Und es wäre fatal, ließe
man es in Europa zu, daß irgendeine andere Religionsgemeinschaft die
Rolle übernimmt, die hier die römisch-katholische Kirche im
Mittelalter gespielt hat. In diesem Kampf darf man keinen Millimeter
nachgeben und sich dabei auch nicht vom Killerargument “Islamophobie"
beirren lassen.
Es geht hier gar nicht so sehr um die Trennung von Staat und Kirche -
auch in Dänemark ist die lutherische Kirche Staatskirche, ihr
Oberhaupt ist Königin Margrethe II, und doch zählen die DänInnen wohl
zu den “gottlosesten" und aufgeklärtesten und damit auch zu den
sympathischsten Völkern der Welt -, sondern vielmehr darum, der
Religion die Macht über die Menschen und deren persönliches Leben zu
entreißen.
Es geht hier auch nicht nur um die Pressefreiheit, sondern noch viel
banaler schlicht um das Recht gewöhnlicher AtheistInnen,
Glaubensdogmen nicht nur in Frage stellen, sondern sich über die in
ihren Augen lächerlichen Glaubensinhalte auch in respektloser Weise
lustig machen zu dürfen, auch wenn Gläubige dadurch beleidigt oder
gekränkt werden. AtheistInnen kann doch nicht Respekt vor etwas
abverlangt werden, was sie aus tiefster Überzeugung ablehnen. Sie
wollen daher auch keine theologische Diskussion führen. Und derart
lachhafte religiöse Vorstellungen, wie die primitive und verschwitzte
(heterosexuelle!) Männerphantasie, Selbstmordattentäter im Auftrag
des Islams würden im Paradies von einigen Dutzend Jungfrauen
erwartet, haben in der Tat nichts anderes als Spott und Hohn
verdient. (Und nebenbei bemerkt: Die etablierten Weltreligionen
können ja von Glück reden, daß sie vor der Aufklärung entstanden
sind. Versuchte heute jemand, mit den jüdischen, christlichen oder
islamischen Dogmen und Glaubensinhalten eine neue Religion zu
begründen, würden die Sektenbeauftragten in höchster
Alarmbereitschaft auf den Plan treten.)
Auch MuslimInnen werden lernen müssen, mit Kritik und Kränkung
gewaltfrei umzugehen. Und überhaupt: Wenn Menschen in ihrem Glauben
gefestigt und authentisch davon überzeugt sind, woran sie glauben,
kann dieser doch hoffentlich nicht durch Kritik oder gar ein paar
Karikaturen von Ungläubigen erschüttert werden.
Als Atheist - oder z. B. als schwuler Mann - muß ich ja auch damit
leben, wenn ich durch Aussagen und Handlungen der
Religionsgemeinschaften beleidigt und gekränkt werde, was ja ziemlich
häufig vorkommt. Und da geht es nicht darum, daß sich mein gesunder
Menschenverstand beleidigt fühlt, wenn andere tatsächlich an einen
Gott, ans Paradies oder an die Hölle glauben. Es geht auch nicht nur
um Belästigungen wie das sonntägliche Glockengeläut, den verbalen
Schwachsinn, den Bischöfe wie Andreas Laun regelmäßig absondern, oder
das Androhen ewiger Verdammnis wegen meines Nichtglaubens und meiner
Lebensweise. Da geht es auch nicht um Schwulenwitze (die bösesten und
schärfsten werden ohnehin von den Schwulen selbst erzählt), sondern
da geht es vielmehr um die tagtägliche homophobe Hetze der römisch-
katholischen Kirche im Namen der Bibel insgesamt. Da geht es
beispielsweise um die gewalttätigen An- und Übergriffe des
katholischen Mobs auf Regenbogen-Paraden in Polen, wie in den letzten
Jahren mehrfach geschehen, oder um die Hinrichtung Homosexueller in
islamischen Ländern unter Berufung auf Scharia und Koran.
Dieselben Leute, die nichts dabei finden, Religionsgemeinschaften
anzugehören, die die größten Verbrecherorganisationen in der
Menschheitsgeschichte gewesen sind, und denen kein Wort des Protests
oder des Bedauerns über die Lippen kommt, wenn etwa im Iran oder in
Saudi-Arabien wieder einmal im Namen des Islams Homosexuelle
hingerichtet werden (zumindest ist mir nichts Dergleichen seitens der
islamischen Glaubensgemeinschaften in Österreich in Erinnerung),
wollen jetzt eine Entschuldigung, weil sie sich durch ein paar
läppische Karikaturen subjektiv beleidigt und gekränkt fühlen? Ich
glaub's einfach nicht! Unfaßbar! Was kommt als nächstes? - Diese
Leute sollten sich lieber in Grund und Boden schämen für ihre
Religion bzw. deren VertreterInnen. Und einmal selbstkritisch
beginnen, sich für all die im Namen ihrer Religion begangenen
Verbrechen zu entschuldigen. Da hätten sie ganz schön viel zu tun.
So wenig ich mit der derzeitigen dänischen Rechtsregierung
sympathisiere, so sehr ist die standhafte Haltung Ministerpräsident
Anders Fogh Rasmussens zu begrüßen, diesem frivolen Ansinnen von
MuslimInnen nach einer Entschuldigung nicht nachzukommen. Im übrigen
hat sich entgegen anderslautender Berichte Jyllands-Posten, mit der
ich grundsätzlich genauso wenig sympathisiere (die bürgerliche
Tageszeitung hat wegen ihrer konservativen Blattlinie unter den
fortschrittlicheren DänInnen den Spitznamen Jyllands-Pesten, “die
Pest Jütlands"), für den Abdruck der Karikaturen auch nicht
entschuldigt, sondern bloß bedauert, daß sich MuslimInnen dadurch
gekränkt fühlen.
Die einzig adäquate Reaktion auf solche obszönen Aufforderungen nach
einem Kniefall, wie moderat sie auch vorgetragen werden, ist jene der
französischen Zeitschrift Le canard enchaîné, die in ihrer jüngsten
Ausgabe die Entwicklungen satirisch auf die Schaufel nimmt und jedem
Versuch von Religionsgemeinschaften, die Denk- und Meinungsfreiheit
einschränken zu wollen, eine mehr als deutliche Absage erteilt. In
dieser Frage kann und darf es kein Nachgeben und keinen Kompromiß geben.
Die wichtigsten Forderungen in einer säkularen Gesellschaft müssen
vielmehr sein: Zur Religionsfreiheit muß auch die Freiheit von
Religion gehören, also als Nichtgläubiger von religiöser
Indoktrination und Bigotterie verschont zu werden. Religion muß reine
Privatsache sein und bleiben. Und Religion muß wie eine Ideologie
behandelt werden. Sie darf nicht einfach jeglicher Kritik entzogen
werden, indem sie für “sakrosankt" erklärt oder ihre Protagonisten
mit einem Darstellungsverbot, einem Tabu belegt werden.
Durch die aktuellen Entwicklungen könnte womöglich auch die
katholische Kirche auf die Idee kommen, ihre Glaubensdogmen wieder
verstärkt durch staatliche Gewalt schützen zu lassen.
Daher muß die klare Forderung der aufgeklärten Gesellschaft auf die
jüngsten Ereignisse sein: Weg mit dem Blasphemie-Paragraphen im
Strafrecht! Wird zu Gewalt gegen eine religiöse - oder eine nicht
religiöse Gruppe - aufgerufen, dann reicht ja der
Verhetzungsparagraph des Strafgesetzes. Der muß allerdings dann auch
auf Religionsgemeinschaften angewendet werden. Und spätestens wenn
eine solche zum Töten Anders- oder Nichtgläubiger aufruft, dann ist
wohl ernsthaft und dringend zu überlegen, ob diese Religion - genauso
wie eine mörderische Ideologie, etwa der Nationalsozialismus - nicht
zu verbieten ist.
Und weil manche über die schlechte Qualität der dänischen Karikaturen
die Nase gerümpft haben: Das mag durchaus zutreffen, aber Qualität
kann ja niemals ein Kriterium für Pressefreiheit sein, denn sonst
müßten ja auch die meisten der peinlichen Kommentare des
Chefredakteurs der Wiener Zeitung - und vieler anderer - der Zensur
zum Opfer fallen. Um die Qualität der Karikaturen zu verbessern, kann
der Auftrag daher höchstens lauten: “Manfred Deix, übernehmen Sie!"
Und für die gekränkten und beleidigten Gläubigen darf das
friedfertige und gewaltfreie Motto gerne lauten: “Da hilft nur noch
beten!"
Kurt Krickler ist fanatischer Atheist, Generalsekretär der
Homosexuellen Initiative (HOSI) Wien, Gerichtsdolmetscher für die
dänische Sprache und profunder Kenner Dänemarks.
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06 Reiter-Abberufung/Erfolg der Friedensbewegung
von: office at werkstatt.or.at
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Werkstatt Frieden & Solidarität
Waltherstr. 15, 4020 Linz
Tel. 0732/771094
Fax 797391
Mail: office at werkstatt.or.at
Web: www.werkstatt.or.at
Linz, 10.02.2006
MEDIENINFORMATION
Reiter-Abberufung/EU-Militarisierung/Werkstatt Frieden & Solidarität
Erfolg der Friedensbewegung:
Vorlauter Militarist im Verteidigungsministerium muss seinen Hut nehmen
Jetzt muss der Druck auf die Militarisierer in den Stockwerken
darüber erhöht werden!
Am 21. Jänner fordert der Beauftragte für Strategische Studien Erich
Reiter, einer der höchsten Beamten im Verteidigungsministerium, in
einem Zeitungsinterview den Griff nach der EU-Atombombe und
unterstützt die Aussagen des französischen Präsidenten Chirac, auch
mit dem atomaren Erstschlag zu drohen. Weder der Bundeskanzler, noch
der Verteidigungsminister, auch nicht die Nationalratsabgeordneten
der verschiedenen Parteien, die das Zeitungsinterview wohl gekannt
haben, erheben Widerspruch. Erst als die Werkstatt Frieden &
Solidarität auf der Titelseite der “guernica" und in einem offenen
Brief, Kanzler, Verteidigungsminister und Parlamentsabgeordnete
Anfang Februar auffordert, den Atomfanatiker sofort abzuberufen, erst
als weitere Friedens- und Umweltorganisationen und viele
Einzelpersonen gegen diese Ungeheuerlichkeit aufschreien, kommt es zu
ersten Lebenszeichen in den politischen Führungsetagen. Doch noch am
4./5. Februar - also zwei Wochen nach dem Skandalinterview - ist das
Verhältnis zwischen Platter und Reiter offensichtlich ungetrübt. Der
Verteidigungsminister nimmt Erich Reiter zur Münchner
Sicherheitskonferenz mit, wo sich die Creme de la Creme aus NATO und
EU trifft, um sich über neue Pläne der Aufrüstung und
Kriegsvorbereitung zu unterhalten. Der Druck der Friedensbewegung
erreicht schließlich die Medien, erste Nationalratsabgeordnete
schließen sich dem Protest an. Nachdem Reiter gestern in einem
Interview seine Forderung nach einer “Euro-Atombombe", die “notfalls
auch eingesetzt werden soll" wiederholt, entscheidet sich Platter zum
Zurückrudern und beruft Reiter aus seiner Funktion im
Verteidigungsministerium ab. Das ist ein Erfolg der Friedensbewegung.
Denn ohne unsere Proteste und Öffentlichkeitsarbeit, wäre nichts
passiert. Das zeigt, dass Widerstand etwas bewirkt; das zeigt, wie
wichtig es ist, sich in Organisationen wie der Werkstatt Frieden &
Solidarität zu engagieren.
EU-Strategiepapier: Bei "Expeditionskriegszügen ... Atomwaffen
explizit oder implizit einbeziehen"
Dieser Erfolg ist uns Ansporn gegen das EUropa der Konzerne und
Generäle verstärkt weiterzuarbeiten. Das ist jetzt wichtiger denn je.
Denn es spricht alles dafür, dass die Ausritte von Erich Reiter nicht
“unabgesprochene Alleingänge" (Platter), sondern ein Testballon
waren, die atomare Militarisierung der EU in der Öffentlichkeit
aufzubereiten. So hat das EU-Institut ISS (Institut für
Sicherheitsstudien) im Auftrag des EU-Rats das sog. “European Defence
Paper" (2004) verfasst, um dem Rat “einen Vorschlag für ein Weißbuch"
zu unterbreiten. In diesem Dokument werden “Expeditionskriegszüge"
und die Vorbereitung auf “Regionalkriege zur Verteidigung
europäischer Interessen" eingefordert. Diese “Interessen" werden u.a.
übersetzt mit “Schutz der Handelswege und des freien Flusses von
Rohstoffen". Bei diesen “Expeditionskriegszügen" sollen zudem die
“Atomstreitkräfte von EU-Mitgliedsstaaten explizit oder implizit
einbezogen werden." Im Klartext: Einsatz bzw. Androhung des Einsatzes
von Atomwaffen für Erdöl und Handelswege. Dieses Papier ist im
Auftrag der EU-Staatschefs, also auch von Wolfgang Schüssel,
entstanden. Er hat dagegen genauso wenig Widerspruch erhoben, wie
gegen die Atomkriegspläne von Chirac, die postwendend von der
deutschen Kanzlerin Merkel unterstützt worden sind. Die
österreichische Präsidentschaft hat in einem “Weißbuch" einen Plan
der forcierten EU-Militarisierung vorgelegt: Einsatzbereitschaft der
EU-Schlachtgruppen (“battle groups") ab 2007, ein von der EU-
Verteidigungsagentur zu kontrollierender Aufrüstungskatalog für die
EU-Staaten, um bis 2010 das sog. “Streitkräfteziel 2010" zu
erreichen, sprich: die Fähigkeit zu globalen
“Expeditionskriegszügen". Diese von der Regierung vorgelegten Ziele
der österreichischen Ratspräsidentschaft werden von den Führungen
aller im Parlament vertretenen Parteien mitgetragen.
Unser Druck hat bewirkt, dass ein vorlauter Militarist im
Verteidigungsministerium fallengelassen werden musste. Jetzt gilt es,
den Druck auf die Militarisierer in den Stockwerken darüber zu
erhöhen. Wir rufen auf, sich möglichst zahlreich an den
Demonstrationen in Innsbruck gegen das EU-
Verteidigungsministertreffen (5. März) und in Salzburg gegen das EU-
Außenministertreffen (11. März) zu beteiligen. Wir sind ermutigt.
Denn was wären die großen Erfolge ohne die kleinen.
für die Werkstatt Frieden & Solidarität
Gerald Oberansmayr
Rückfragen auch unter Tel. 0676-6552695
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07 Schwarzbuch/AK/WKÖ/Sozialpartnerschaft
von: leo.furtlehner at liwest.at
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Sozialpartnerschaftsachse Leitl-Verzetnitsch konterkariert
Wütende Reaktion der Wirtschaftskammer auf “Schwarzbuch" der AK
Ein gestörtes Verhältnis zu Demokratie und Meinungsfreiheit hat die
oberösterreichische Wirtschaftskammer, wie die Reaktion von
WK-Präsident Rudolf Trauner auf das von der Arbeiterkammer
veröffentlichte “Schwarzbuch Arbeitswelt" zeigt.
Die AK hat in diesem Schwarzbuch 50 Fälle von
Arbeitsrechtsverletzungen verschiedenster Art dokumentiert und dabei
die zehn
Unternehmen mit den meisten Verstößen auch namentlich genannt. Die
“Top Ten" sind die Spedition Stadler (Peuerbach), die Baufirma
Ornetsmüller (Sigharting), die Spedition Altendorfer (Altenfelden),
die Bäckerei Scherzer (Ried im Innkreis), das Leasingunternehmen
Trenkwalder (Schwadorf), die Bäckerei Bittermann (Steyr), die
Leasingfirma Trust Steiner (Enns), die Leasingfirma TTI (Asten), der
Salzkammergut Reinigungsdienst (Gmunden) und Hubers Landhendl
(Munderfing).
2005 wurden von den AK-ArbeitsrechtsexpertInnen AK 217.000 Beratungen
durchgeführt und in 15.000 Fällen ihre Mitglieder vertreten
und dabei für die betroffenen Beschäftigten 50 Millionen Euro
erstritten, das waren 86,5 Prozent der Ansprüche. 90 Prozent dieser
Summe entfiel auf Unternehmen ohne Betriebsrat.
“Offenbar möchte die Wirtschaftskammer sofort einen Maulkorb
verhängen, wenn die “schwarzen Schafe" in den eigenen Reihen an das
Tageslicht kommen", meint dazu GLB-Bundesvorsitzende Karin Antlanger
(BRV EXIT-sozial Linz). Die Fraktion Gewerkschaftlicher
Linksblock im ÖGB (GLB) begrüßt, dass die Arbeiterkammer endlich auch
jene Unternehmen namentlich anprangert, die glauben mit ihren
Beschäftigten nach Belieben umspringen und geltende Gesetze und
Regelungen notorisch missachten zu können.
Wie die Reaktion der WKÖ beweist, hat eine solche Veröffentlichung
Wirkung, schließlich ist es für das Image der betreffenden
Unternehmen nicht förderlich, als notorischer Gesetzesbrecher in der
Öffentlichkeit dazustehen. Die WKÖ täte freilich gut daran,
statt von Diffamierung zu sprechen auf ihre “schwarzen Schafe"
einzuwirken, die dargestellten Missstände umgehend abzustellen.
Gleichzeitig führt die Wirtschaftskammer mit ihrer wütenden Reaktion
die von ÖGB und AK nachhaltig verteidigte Sozialpartnerschaft
ad absurdum. Die massiven Bestrebungen von ÖGB-Chef Fritz
Verzetnitsch (SPÖ) und WKÖ-Boss Christoph Leitl (ÖVP) im Zuge der
Vorbereitung einer rotschwarzen großen Koalition die
Sozialpartnerschaft wiederzubeleben und dabei etwa auch
BetriebsrätInnen als
Konfliktlöser in den Unternehmen zu instrumentalisieren werden damit
auf recht bezeichnende Weise konterkariert, so Antlanger
abschließend.
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08 EU/Dienstleistungsrichtlinie/Appell/KPÖ
von: Franz.Parteder at stadt.graz.at
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KPÖ Steiermark
Lagergasse 98a
8020 Graz
Tel. 03 16 / 71 24 36
Fax 03 16 / 71 62 91
email: kpoe_stmk at hotmail.com
Samstag, 11. Februar 2006
Presseinformation der KPÖ Steiermark
EU-Dienstleistungsrichtlinie:
Voves und Nagl zu Stellungnahme aufgefordert
"Wir fordern Landeshauptmann Voves und den Grazer Bürgermeister Nagl
auf, im Vorfeld der Abstimmung über die EU-Dienstleistungsrichtlinie
in Straßburg die Proteste von Bewegungen und Gewerkschaften gegen
diesen Anschlag auf die sozialen Rechte der arbeitenden Menschen zu
unterstützen. Schließlich haben Landtag und Grazer Gemeinderat die
geplante Richtlinie eindeutig abgelehnt". Das sagte der steirische
KPÖ-Vorsitzende Franz Stephan Parteder am Samstag.
Parteder: "Am Freitag haben sich 5 italienische Regionen sowie
zahlreiche Provinzen und Stadtgemeinden in einem gemeinsamen Appell
gegen dieses neoliberale und technokratische Vorhaben an das EU-
Parlament gewandt. Es wäre sehr wichtig, wenn auch österreichische
Gebietskörperschaften diese Aktion unterstützen könnten."
Zum angeblichen Kompromiss zwischen SP und VP auf EU-Ebene, der dem
Vorschlag der Dienstleistungsrichtlinie angeblich die Giftzähne
gezogen haben soll, sei auf eine aktuelle Stellungnahme des ÖGB-
Präsidenten Verzetnitsch vom 10. Februar 2006 verwiesen. Darin heißt
es wörtlich:
"So scheint beispielsweise der Begriff Herkunftslandprinzip (im
vorgeschlagenen Text)zwar nicht mehr auf, in der Substanz wird aber
am Herkunftslandprinzip festgehalten.
Weiters sind keine klaren Ausnahmen für die Daseinsvorsorge enthalten
und es fehlt eine wirksame Rechtsdurchsetzung auf europäischer Ebene
hinsichtlich der Kontroll- und Sanktionsmöglichkeiten gegen
ausländische Dienstleistungsanbieter durch die jeweilige nationale
Behörde."
Parteder: "Die geplante EU-Dienstleistungsrichtlinie zielt auf die
Liberalisierung nahezu aller Dienstleistungen. Damit geht der
Generalangriff auf Sozialstandards, Tariflöhne, Arbeitsschutz,
ökologische und Verbraucherstandards und die Daseinsvorsorge in die
entscheidende Phase. Deshalb unterstützt die KPÖ alle Aktionen
dagegen und hofft, dass die Gewerkschafter nicht in letzter Minute
einknicken".
Rückfragehinweis: 0316/ 2151
KPÖ-Steiermark
Lagergasse 98 a
8020 Graz
Tel.: 0316 71 24 36
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WELTWEIT
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09 [gipfelsoli] Evian -- Genua
von: gipfelsoli-l at lists.nadir.org
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Gipfelinfo - Meldungen über globalisierte Solidarität
und die Proteste gegen unsolidarische Globalisierung
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www.gipfelsoli.org --
- Polizei mit einem Fuss im Gefängnis im Fall Aubonne
- G8, Numerus Clausus für die Opfer
- Unter der Dusche massakriert
- G8, weniger Zeugen im Gerichtssaal
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Polizei mit einem Fuss im Gefängnis im Fall Aubonne
Vom 13. bis 15. Februar werden drei Richter den Prozess gegen die beiden
Polizeibeamten führen, die um ein Haar einen englischen Aktivisten
und eine
deutsche Aktivistin getötet hätten, als sie deren Kletterseil während
der
Proteste gegen den G8 in Evian, 2003, durchtrennten. Mehr als 25 Zeugen,
eingeschlossen Führungskräfte der Polizeizentrale sowie Aktivisten
von der
Brücke werden während des Prozesses in Nyon befragt werden. Zentrale
Frage wird
sein, welche Befehle gegeben wurden und wer wann welche Informationen
hatte. Das
Urteil wird vorraussichtlich am Donnerstag oder Freitag verkündet.
Drei Jahre lang wurde starker öffentlicher und juristischer Druck
ausgeübt, der
Fall wurde im Parlament thematisiert, Einspruch beim höheren Gericht
eingelegt
und eine breit angelegte Kampagne verfolgt, um die Entscheidung des
Untersuchungsrichters, den Fall zu archivieren, hinfällig zu machen und
Repression zu thematisieren. In der Regel geniesst die Schweizer
Polizei eine
weitgehende Straflosigkeit in Fällen von Brutalität oder Inkompetenz.
Es ist
mehr als 20 Jahre her, dass sich Polizisten vor einem Gericht dieser
Rangordnung verantworten mussten.
Einer der beiden Angeklagten ist der Polizeiobermeister Claude Poget
aus dem
Schweizer Kanton Waadt. Er war Einsatzleiter auf der Brücke und wird
damit
belastet die lebensgeführliche Situation auf der Brücke erzeugt zu
haben indem
entscheidende Sicherheitsvorkehrungen und -anweisungen missachtet
wurden. Der
andere Angeklagte ist Michael Deiss aus Schaffhausen, der Beamte, der
das Seil
durchschnitten hatte. Er war als Fahrer eingesetzt und im Umgang mit
Demonstranten überhaupt nicht handlungsbefugt.
Beide sind angeklagt werden fahrlässiger schwerer Körperverletzung.
Für einen
der Kletterer, Martin Shaw, bedeutete dies gebrochene Rückenwirbel,
Beckenbruch
und einen Splitterbruch des linken Fusses. Er wird sich nie
vollständig von
seinen Verletzungen erholen und seine Arbeit als Elektriker wieder
aufnehmen
können. Die zweite Kletterin litt mehr als ein Jahr lang unter
posttraumatischen Belastungsstörungen.
Beide sind Nebenkläger in diesem Verfahren.
Die Aktivisten und ihr Anwalt, Jean-Pierre Garbade, sind überzeugt
davon, dass
mehr als nur Fahrlässigkeit im Spiel war. "Wir werden vor Gericht
zeigen, dass
die Polizei wusste, dass KletterInnen unter der Brücke hingen, bevor
Poget und
Deiss am Einsatzort eintrafen", sagte der Anwalt.
"Sie hatten von Anfang an nur ein einziges Ziel - den G8-Konvoi
durchzubringen,
koste es, was es wolle. Der Einsatzleiter sagte klar und deutlich -
es ist mir
egal, ob sich die Kletterer den Hals brechen!", erinnerte sich eine
Aktivistin
der Aubonnebridge-Gruppe, die vor Gericht aussagen wird.
Jean-Pierre Garbade reichte eine Verschärfung der Anklage ein, die
zum einen
Köperverletzung mit "dol eventual", beinhaltet, das heisst, dass die
Angeklagten das Risiko, die beiden Aktivisten zu töten, bewusst
eingegangen
sind. Zum anderen erhöht sie die Anklge auf Lebensgefährdung, begründet
dadurch, dass die Polizei alle von den Aktivisten getroffene
Sicherheitsvorkehrungen auf der Brücke zerstörten.
"Die Art und Weise, wie sich die Polizei auf der Brücke verhalten
hat, spiegelt
wider, wie sich der G8 verhält, wenn er seine neoliberale Politik
durchdrückt -
ohne jeglichen Respekt für Leben. Geld und Macht sind wichtiger als
Mensch und
Natur", sagte Martin Shaw.
Gesine Wenzel sagte, "Ihre systematische Repression ist eine logische
Reaktion
auf den wachsenden Widerstand gegen globalen Neoliberalismus. Wir
haben die
Vision einer Welt, in der Menschen frei und selbstorganisiert leben.
Unsere
Sehnsucht danach und unsere Solidarität geben uns die Kraft dafür zu
kämpfen."
Fotos in hoher Auflösung und Video auf: www.aubonne.ch.vu
[Gruppe Aubonne Support - 9. Februar 2006]
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G8, Numerus Clausus für die Opfer
Anordnung des Gerichts: "Im Gerichtssaal nur noch neue Zeugenaussagen"
Der Vorsitzende der ersten Kammer: "Die Anwälte werden um Benennung
der zu
untersuchenden neuen Vorfälle gebeten".
Die Schaffung von Klarheit über Rollen und Verantwortlichkeiten der
wegen
Fälschungen angeklagten Polizisten und leitenden Beamten wird sich so
aber
schwieriger gestalten.
Mit einer gestern früh besiegelten, überraschenden Anordnung hat der
Vorsitzende
der ersten Strafkammer Gabrio Barone praktisch darum gebeten, es mit den
Zeugenaussagen der 93 von der Polizei im Laufe der berühmt-
berüchtigten Razzia
in der Diaz Schule massakrierten No-Global kurz zu machen. "Der
Vorsitzende
bittet die betroffenen Parteien bis zur zum 15. 02. angesetzten
Verhandlung die
Geschädigten zu nennen, von denen sie die Zu den Aktennahme der
Zeugenaussagen
für unerlässlich halten, unter genauer Angabe, zu welchen neuen,
anderen oder
jedenfalls im Vergleich zu bereits gehörten Zeugen genaueren
Umständen selbige
zu untersuchen seien".
So lautet das Dokument, das auch die Richterinnen Annaleila Dello
Preite und
Fulvia Maggio mitgestalteten. Es scheint so, als wolle sich das
Gericht nicht
länger die Schilderung von Vorfällen anhören, die bereits von anderen
Zeugen
dargestellt und bestätigt wurden. Eine ungewöhnliche Entscheidung,
bei der
nicht klar ist, ob sie aus der Notwendigkeit entsteht, die Dauer oder
die
Kosten des Verfahrens zu reduzieren, die aber Gefahr läuft, das
Verfahren zu
entstellen. Warum? Weil jedes der 93 Opfer eine unterschiedliche
Geschichte
vorzutragen hat. Außerdem beschränken sich die Anklagepunkte gegen
die Polizei
nicht allein auf die Beihilfe zur Körperverletzung, im Gegenteil: es
geht auch
um die von denjenigen, die - zur Rechtfertigung des Gemetzels -
beschlossen,
glauben zu machen, dass sich in der Schule mit Molotows bewaffnete
Black bloc
aufhielten, die fest entschlossen gewesen seien, die Ordnungskräfte
anzugreifen.
Wie wird es möglich sein, dass endgültige Klarheit über Rollen und
Verantwortlichkeiten geschaffen wird, wenn nicht alle widerrechtlich
massakrierte und verhaftete Personen gehört werden? Wegen den
Ereignissen im
Juli 2001 wurde schon zuvor beim Europäischen Gericht für die
Menschenrechte
wegen weniger spektakulären Vorfällen Berufung eingelegt. Wer wird
diesen
jungen ausländischen Menschen erklären, dass sie nach einer fünfjährigen
Wartezeit selbst das Recht, die erlittene Gewalt zu bezeugen verloren
haben?
Positiv wurde die Anordnung hingegen von den Verteidigern der 29
Super-Polizisten und der Beamten im Mittleren und Einfachen Dienst
aufgenommen,
die im zweifellos unbequemsten Verfahren zum G8 unter Anklage stehen.
Laut Marco
Corini, aus der Verteidigerriege, "will das Gericht das Überflüssige
eliminieren
und sich auf neue Gegebeheiten konzentrieren. Die Anklage zielte auf das
emotionale Potential, das von bestimmten Schilderungen ausgeht, es
ist aber
offensichtlich, dass das Manöver gerade scheitert. Wir sind bereit,
uns an die
Protokolle der Vernehmungen der Geschädigten zu halten, die
Staatsanwälte
spielen aber nicht mit: vielleicht weil jene alten Vernehmungsprotokolle
Unbequemes enthalten. Der vorsitzende Richter könnte auch die
Zeugenlisten
kürzen".
Zum Glück wurden Zeugen wie jene, die gestern gehört wurden, noch nicht
"gestrichen". Beginnend mit Laura J., die sich aus Angst vor der
Ankunft der
Polizisten in einem Gewächshaus, das in einem Garten hinter der Diaz-
Schule
stand versteckt hatte. "Sie haben uns gefunden und damit begonnen,
mit ihren
Schlagstöcken auf die Scheiben zu klopfen. Zuerst leicht, dann stark,
dann
wieder leicht. Rhytmisch, um uns Angst zu machen". Wie die Katze mit
der Maus.
"Dann haben sie die Scheiben eingeschlagen und es war beinahe eine
Eleichterung, weil der Terror unerträglich geworden war. Sie haben
angefangen,
uns zu schlagen...". Aus den Verhaftungsprotokollen geht vielmehr
hervor, dass
Laura im Inneren der Schule dingfest gemach worden sei, genau so wie
Jonas S.,
dem "papierne Unterlagen" beschlagnahmt wurden, auf deren Grundlage
er als
"prominenter Vertreter der als black bloc bezeichneten kriminellen
Vereinigung"
ausgewiesen wurde: "Jene Blätter waren die Übersetzung der Biografie
Jesse
Jacksons. Und Notizen die ich mir in den vorausgegangenen Tagen im
Carlin-Stadion gemacht hatte, als ich den Tute Bianche zusah". Der
Dritte Zeuge
war Rafael P.: "Sie haben mich so mit den Schlagstöcken geschlagen, mich
getreten und mir Fußtritte ins Gesicht versetzt, dass ich mir in die
Hose
geschissen habe". Einem haben sie mit einem Messer die Haare
abgeschnitten, der
Polizist hat eine Sträne in seine Tasche gesteckt. Sie haben mich
auch in den
Souterrains des Krankenhauses San Martino geschlagen: ich wurde
gezwungen,
Kniebeugen zu machen und geohrfeigt, die Kacheln waren voller Blut".
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Unter der Dusche massakriert
Il Mercantile
09.02.2006
Punk erzählt: sie haben mir einen Arm gebrochen, ich hatte ein Loch
im Kopf und
blutete.
"Sie hatten mir einen Arm gebrochen, ich hatte ein Loch im Kopf,
Prellungen am
ganzen Körper und ich blutete aus der Nase. Nach dem sie mich eingegipst
hatten, haben sie mich unter eine Dusche gesteckt und mich
geohrfeigt. Ich
musste mein Blut, dass überall hin Spritzte von den Kacheln
wegwischen, sonst
hätten sie mich noch mehr geschlagen". So lautete das dramatische
Zeugnis von
R.P., einem jungen Mann aus Deutschland, der gestern Nachmittag im
Verfahren
wegen dem Einfall in die Diaz-Schule ausgesagt hat. Der ausgesprochen
punkige
junge Mann (mit einem gelben Irokesen, weswegen er zusätzliche Gewalt
erlitten
haben dürfte) war in der Schule von den Polizisten verletzt worden.
Als man ihn
ins Krankenhaus San Martino brachte, wurde er medizinisch versorgt.
Er bekam
einen Gips. Anschließend war er von den Beamten übernommen worden. Ob er
gewusst habe, dass er verhaftet war, wollte Staatsanwalt Zucca von
ihm wissen.
"Nein, sie haben es mir nicht gesagt und ich war nicht in einer
Verfassung, die
es erlaubt hätte, dass ich sonderlich viel von dem, was vor sich
ging, hätte
begreifen können". Hinterher war P immer noch innerhalb des
Krankenhauses San
Martino in das, was er als einen Kellerverlies bezeichnete geführt
worden. Dort
wurde er jener gewalttätigen und erniedrigenden Behandlung unter der
Dusche
ausgesetzt. Geohrfeigt, wobei sein Blut in alle Richtungen spritzte.
"Als sie mich aus der Dusche gezogen haben, sagte mir ein Polizist,
dass ich mit
niemandem mehr reden dürfe. Ich bin an einem weiteren Polizisten vorbei
gegangen, der mir guten Tag gesagt hat, worauf ich aus Furcht nicht
antwortete,
da man mich geheißen hatte, nicht zu sprechen. Der sagte aber wieder
einmal
guten Tag, so habe ich auch guten Tag gesagt. Da hat mich der
Polizist, der
hinter mir war erneut geschlagen, weil gesprochen hatte".
Das ist also eine von vielen Schilderungen von abgrundtiefer und
radikaler
Unmenschlichkeit, die aus den Erinnerungen der Zeugen hervorgehen,
die der
Staatsanwalt geladen hat.
Diesbezüglich hat das Gericht unter dem Vorsitz von Gabrio Barone
eine Anordnung
erlassen, durch die es praktisch dazu auffordert, die Zahl der vor
Gericht zu
vernehmenden Zeugen zu reduzieren und bis zum 15. Februar
ausschließlich solche
Geschädigte zu benennen, bei denen sie es "für unerlässlich halten,
dass die
Zeugenvernehmung zu den Akten genommen wird". Sofern die Parteien
zustimmen
würden, würde man für alle anderen die Verhörprotokolle aus den
Vorermittlungen
zu den Akten nehmen. Die Staatsanwälte Enrico Zucca und Francesco
Cardona
Albini, haben 224 Zeugen, von denen 70 Ausländer sind, aufgestellt.
Für die
Kasse des Justizministeriums würde die Reduzierung der Zahl der
Zeugen auch ein
geringeres Kostenrückerstattungsvolumen bedeuten, weil wenn ein Zeuge
beispielsweise für eine Woche aus Deutschland anreist, weil etwa ein
"Termin
geplatzt ist" zweifellos seine Reise-und Hotelkosten bezahlt werden
müssen. So
wachsen die Kosten beträchtlich an.
Es ist jedoch nicht sicher, ob die Staatsanwälte oder die Nebenkläger
den
Forderungen des Gericht entsprechen werden, weil es im Rahmen eines
internationalen Amtshilfeverfahrens erworbene Aussagen gibt, die
zwingend
Bestätigung benötigen. So, wie etwa im Fall der L.J. Die Übersetzung
von ihrer
Vernehmung ließ die Annahme zu, sie habe eingeräumt, in der Schule
Black Bloc
gesehen zu haben. Gestern erklärte die junge Frau, dass sie Leute mit
schwarzen
T-Shirts oder ähnlichem gesehen hat und dass nich gesagt ist, dass es
sich um
Black Bloc gehandelt habe.
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G8, weniger Zeugen im Gerichtssaal
Il Manifesto
09.02.2006
Gabrio Barone, der Vorsitzende des Gerichts vor dem das Diaz-Verfahren
stattfindet, hat gestern eine Anordnung erlassen in der er dazu
auffordert, vom
15. Februar an nur noch solche Zeugen vernehmen zu lassen, die über
"neue,
andere oder jedenfalls im Vergleich zu bereits gehörten Zeugen genaueren
Umständen" zu berichten wissen. Das Gericht ordnet an, dass
Schilderungen von
gleichen Vorfällen, wegen denen die Zeugen als Nebenkläger angetreten
sind
nicht länger mehrfach wiederholt werden dürfen. Was heißen kann:
"Bezüglich der
Körperverletzung sind wir uns einig, mittlerweile scheint niemand
mehr die
Gewaltakte zu leugnen". Es könnte also sein, dass das Gericht bestimmte
Elemente, die Teil des Verfahrens sind als bereits ausreichen
festgestellt
ansieht, allerdings unter Formulierung eines Zweifels bezüglich der
Glaubwürdigkeit der Zeugen in Hinblick auf "Umstände, die nicht in
striktem
Zusammenhang mit dem beantragten Schadensersatz stehen", also in
Hinblick auf
die Vorwürfe der Fälschung und Falschbeschuldigung, die gegen die
Polizeispitzen erhoben werden. Die Zeugen haben nämlich über zu den
Schlägen,
den Prügeltrachten ausgesagt, aber auch zu den 93 willkürlichen
Verhaftungen,
zu einer wahrlich nicht ordnungsgemäßen Durchsuchung (jene, die der
Staatsanwalt Zucca ironisch als einen "anonymen amtlichen Vorgang"
bezeichnet
hat, weil keiner der Unterzeichner des Durchsuchungsberichts sagte,
er habe den
Ereignissen beigewohnt) und zur Verantwortlichkeit der "Chefs", weil
sie die
Gewaltakt nicht unterbunden haben. Auf diese Gefahr weist
Supportolegale hin -
ein Aktivistenteam, das die Entwicklungen in den Verfahren beobachtet
- das die
Möglichkeit unterstreicht, dass diese Anordnung letztlich dazu führen
könnte,
dass "das Verfahren nur noch als ein gewöhnliches Verfahren wegen einer
Keilerei bewertet wird" und den "politischen Charakter" des
Verfahrens [...?
Hier fehlt im Original klar ein Teil des Satzes, d.Ü.]. Die Anordnung
wurde von
den Verteidigern der Polizisten optimistisch begrüßt, während die
Anwälte der
Nebenkläger eine schriftliche Eingabe zur Sache am 15. Februar
einreichen
werden.
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gipfelsoli infogruppe
Newsletter mit Nachrichten über Mobilisierungen, Debatten und
Repression im Zusammenhang mit Gipfelprotesten.
Die AutorInnen der Beiträge, so sie nicht von uns verfasst sind, sind
mit eckigen Klammern versehen.
Wir können leider keine Verantwortung für die Richtigkeit der
Beiträge übernehmen. Auch geben die Beiträge
nicht zwangsläufig unsere Meinung wieder.
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10 [gipfelsoli] Evian -- St. Petersburg
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und die Proteste gegen unsolidarische Globalisierung
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- Aubonne Support Gruppe zum Prozess
- Russland in der G8: Vorsitz am Katzentisch
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Aubonne Support Gruppe zum Prozess
Im Mai 2003 blockierte eine AktivistInnengruppe die Autobahnbrücke
Aubonne
("Aubonnebrücke") um einer G8 Delegation den Weg zum Gipfel in Evian zu
versperren. Die Polizei durchtrennte das Kletterseil und tötete dabei
beinahe
zwei AktivistInnen. Nun müssen sich der Polizist, der das Seil
kappte, und sein
Vorgesetzter vor Gericht verantworten. Die Anklage lautet "fahrlässige
Körperverletzung"...
Zu dem Prozeß der am 13. Februar stattfindet ist hier der
Diskussionsbeitrag der
Aubonne Support Gruppe.
Dieser Text wurde geschrieben, um einen Beitrag zu leisten zur internen
Diskussion über Sinn und Unsinn von juristischem Vorgehen gegen
Polizeibrutalität.
Text der Aubonne Support Gruppe zum Prozess gegen die Polizei im Fall
Aubonne
Im Mai 2003 blockierte eine AktivistInnengruppe die Autobahnbrücke
Aubonne
("Aubonnebrücke") um einer G8 Delegation den Weg zum Gipfel in Evian zu
versperren. Die Polizei durchtrennte das Kletterseil und tötete dabei
beinahe
zwei AktivistInnen. Nun müssen sich der Polizist, der das Seil
kappte, und sein
Vorgesetzter vor Gericht verantworten. Die Anklage lautet "fahrlässige
Körperverletzung"...
Zu dem Prozeß der am 13. Februar stattfindet ist hier der
Diskussionsbeitrag der
Aubonne Support Gruppe.
Dieser Text wurde geschrieben, um einen Beitrag zu leisten zur internen
Diskussion über Sinn und Unsinn von juristischem Vorgehen gegen
Polizeibrutalität.
Text der Aubonne Support Gruppe zum Prozess gegen die Polizei im Fall
Aubonne
www.aubonnebridge.net
...Wir glauben nicht an euren Rechtsstaat und wir glauben nicht an euer
Justizsystem.
Wir spielen dieses Theaterstück mit, um euch eure Repression nicht so
leicht zu
machen.
Ihr sollt es nicht so einfach haben, Gras über die Sache wachsen zu
lassen...
Jeder Prozess ist ein Theaterstück, in dem im Namen eines Volkes, das
in dieser
Form überhaupt nicht existiert, “Recht" gesprochen wird. Was Recht
und Unrecht
ist und wie dies in verschiedenen Situationen ausgelegt wird, liegt
im Ermessen
der Herrschenden.
Sinn und Zweck der Veranstaltung ist es, ihre Hegemonie und den
Status Quo der
sozialen und ökologischen Ungerechtigkeit zu bewahren.
Der Knast ist der Schlüssel der staatlichen Repression. Ohne das
Mittel Knast,
das heißt, ohne die Möglichkeit abzuschrecken, zu bestrafen und die
Leute
schlichtweg aus dem Verkehr zu ziehen, kann kein Staat (und kein
Kapitalismus)
bestehen.
Das Anstrengen eines Prozesses gegen die Polizei steht im Widerspruch
zur
Ablehnung des Staates und seiner Repressionsorgane. Wie können wir
sagen,
Gerechtigkeit wird nie von Staatsseite kommen und gleichzeitig
einfordern, dass
das polizeiliche Vorgehen auf der Brücke juristische Konsequenzen hat?
Wir erwarten keine Gerechtigkeit von diesem und von keinem Gericht.
Wir glauben nicht an ihre Gesetze, ihre Strafen, ihre Knäste.
Warum also ein Recht einklagen, das uns nichts bedeutet?
Der Widerspruch bereitet uns Kopfzerbrechen, klar. Wir sind uns der
Tatsache
bewusst, dass das Anstrengen eines Prozesses gegen die Polizei ein
reformistischer Ansatz ist.
Helfen wir ihnen nicht eher, wenn von Hunderten von Fällen staatlicher
Misshandlung, die unter den Teppich gekehrt werden, einer vor Gericht
kommt, um
den Schein staatlicher Gerechtigkeit zu wahren?
Wir möchten hier in fünf Punkten kurz erläutern, weshalb wir es
trotzdem tun und
für sinnvoll erachten:
Sand im Getriebe sein
Wir erwarten nichts von diesem Gerichtsverfahren, auch wenn wir
bereit sind,
ihre Waffen gegen sie zu verwenden. Wir möchten den Herrschenden
Kopfschmerzen
bereiten. Wir wollen es ihnen und ihrer Repression nicht zu einfach
machen. Die
schönste Möglichkeit, die Repression zu bekämpfen, wäre sicher die
sofortige
Selbstverwaltung in allen Bereichen, aber bis wir soweit sind, halten
wir es
neben anderen Ansätzen auch für sinnvoll, Mittel zu nutzen, die
eigentlich
ihrem System entspringen - Öffentlichkeit sowie persönliches Ansehen und
Karriere. Die Öffentlichkeit, die wir herstellen, ist für sie ein
Problem.
Bilder in Wanken bringen
Der Staat ist immer darauf bedacht, vor dem Bürgertum seinen
demokratischen
Schein zu wahren. Der Aubonne-Fall ist für die Politik und die
Öffentlichkeit
ein “Skandal". Nichts mehr und nichts weniger. Er wurde zu einem Skandal
aufgrund offensiver Öffentlichkeits- und Medienarbeit, ohne die er
sofort unter
den Teppich gekehrt worden wäre. Ein Skandal ist immer eine
“Ausnahme", - aber
wenn sich Skandale häufen, können Bilder von Recht und Ordnung (z.B. der
Polizei als deinem “Freund und Helfer") ins Wanken geraten. Der
Glaube an den
Rechtsstaat ist irgendwann nicht mehr aufrechtzuerhalten.
Blanko-Scheck einschränken
Des Weiteren halten wir es für positiv, wenn sich Polizisten und
Polizei über
mögliche Konsequenzen ihres Handelns Gedanken machen müssen. Sie
haben es nicht
gern, wenn ihre Brutalität öffentlich gemacht wird. Dies ist aber
meistens nur
möglich im Zusammenhang mit einer Anzeige (auch wenn es nur in
Ausnahmen zu
Gerichtsverfahren kommt und sie mit ihren Lügen meistens eh
durchkommen). Wenn
“Ordnungskräfte" sehen, dass eine Anzeige von AktivistInnen auch mal zur
Anklage und ihre Brutalität zum Tagesgespräch werden können, greift
dies ihr
Gefühl an, freie Hand mit vollständiger Immunität zu haben und
schränkt so
ihren Blanko-Scheck ein.
Gegen das Vergessen
Wir halten es für wichtig, die öffentliche Berichterstattung nicht
der Polizei
zu überlassen, sondern dafür zu sorgen, dass die wirklichen Vorgänge
bekannt
und nicht vergessen werden. In vielen Fällen ist dies ausserhalb
politischer
Bewegungen durch die Zensur der Medien unmöglich. In diesem Fall ist es
möglich, und daher wollen wir es nutzen.
In eigener Sache...
Zu guter Letzt spielen natürlich auch persönliche Gründe eine Rolle,
die wir
durchaus als legitim erachten. Eine ganze Reihe von AktivistInnen hat
aufgrund
der Aubonne-Geschichte eine Menge durchgemacht und es ist einfach eine
persönlicher Genugtuung, wenigstens zwei von der Polizei im Kreuzverhör
schwitzen zu sehen.
Zudem könnte es dazu kommen, dass vom Schweizer Staat aus
Schadensgeld gezahlt
werden müsste, - worauf wir uns kaum Hoffnungen machen, denn bis
jetzt ist noch
nie etwas gezahlt worden -, aber sollte es dazu kommen, wäre es auf
jeden Fall
schön, dafür nie wieder rennen oder klettern zu können, wenigstens
ein paar
Groschen zu sehen.
Soweit unsere Beweggründe. Klar fühlen wir uns schizophren dabei,
neben dem
Staatsanwalt zu sitzen und ihr “Recht" einzuklagen. Trotzdem halten
wir es für
richtig und wichtig, in diesem Fall temporär diese Schiene zu fahren,
auch wenn
wir nicht an dieses System glauben.
Ob es Sinn macht oder nicht, Anzeige gegen die Polizei zu erstatten,
darauf gibt
es wohl keine allgemeingültige Aussage. Diese Entscheidung muss immer
abhängig
vom Einzelfall gemacht werden und abhängig von den betroffenen
Personen. Sicher
ist, dass diese Schiene nie die einzige sein darf, sondern dass
Solidarität und
Druck von der Strasse unsere Hauptaktionsfelder sind.
Wen die Rechtsseite des Falls Aubonne interessiert, kann sich gern die
Zusammenfassung auf dem Internet durchlesen; wir halten diese
Details, die
eigentlich nur von der wirklichen Problematik ablenken, eher für
nebensächlich.
Widerstand wird immer Repression bedeuten.
Unsere Waffe ist unsere Solidarität und unser Antrieb das Verlangen nach
Freiheit.
Aubonne Support Gruppe
Homepage:: http://www.aubonnebridge.net |
[indymedia.de, von Support - 10.02.2006 00:49]
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Russland in der G8: Vorsitz am Katzentisch
Russland mag den G8-Vorsitz innehaben - ein vollwertiges Mitglied des
exklusiven
Klubs ist es deswegen aber noch lange nicht. Am Finanzministertreffen
nimmt das
Land nur ausnahmsweise teil.
Bevor sich die Finanzminister der G8 am Freitag (10.2.2006) in Moskau
treffen,
fand eine Zusammenkunft im kleineren Kreis statt: In London
versammelten sich
nach Informationen der Financial Times Deutschland die
Finanzstaatsekretäre der
sieben führenden Industrienationen - der russische Amtskollege war nicht
eingeladen. Denn obwohl die Erweiterung der G7 zur G8 ursprünglich in
diesem
Jahr abgeschlossen werden sollte, ist Russland auf der Ebene der
Finanzminister
noch nicht eingebunden, weil die USA und Großbritannien Vorbehalte
haben.
Harsche Kritik
Auf der Münchner Sicherheitskonferenz übten amerikanische Redner
harsche Kritik
an der russischen Regierung. "Ich denke manchmal, dass Russlands
Weltsicht aus
dem 19. Jahrhundert stammt", sagte der stellvertretende Außenminister
Robert
Zoellick. Damals hätten starke Staaten ihre Nachbarn dominieren
wollen. Der
US-Senator John McCain erklärte gar: "Unter Herrn Putin ist Russland
heute
weder eine Demokratie noch eine der führenden Volkswirtschaften und
ich stelle
ernsthaft infrage, ob die G8-Führer an dem Gipfel in St. Petersburg
teilnehmen
sollen."
Der Gipfel im Sommer soll bei dem Finanzministertreffen am Wochenende
vorbereitet werden, weswegen auch der russische Minister Alexej
Kudrin dabei
sein wird. Anders als bei früheren Finanzministertreffen bleiben die
Zentralbankchefs zuhause. Ein solcher Austausch fand bereits im
Dezember statt
- bevor Russland den G8-Vorsitz übernahm.
Leichtgewicht Rubel
"Die wichtigen Dinge werden nach wie vor in der In-Group der G7
diskutiert",
sagt Wolfgang Schrettl, Ökonom am Osteuropa-Insitut der Freien
Universität
Berlin. Während einer Übergangsperiode habe sich Russland damit
abgefunden,
doch dauerhaft sei dies nicht durchzuhalten, ohne dass es zu
Konflikten komme.
"Russland könnte sich weniger kooperativ zeigen, als bisher", sagt
Schrettl.
Mit dem Einschwenken auf die westliche Linie im Atomstreit mit Iran sei
Russland "in Vorleistung gegangen" und erwarte nun eine Belohnung. Eine
Eintrittskarte zu den Finanzministertreffen könne die Mitgliedschaft
in der
Welthandelsorganisation sein, doch derzeit sei nicht absehbar, wann
Russland
WTO-Mitglied wird.
Eine wichtige Funktion der Zusammenarbeit zwischen den G7-
Finanzministern sei
es, Verwerfungen im Weltwährungssystem wie die Asienkrise von 1997 zu
verhindern oder zumindest gemeinsam darauf zu reagieren, erklärt
Schrettl. "Das
Weltwährungssystem hängt aber an den drei Fixsternen Euro, Dollar und
Yen - ein
Leichtgewicht wie der Rubel hat da nichts zu suchen."
Geldpolitische Themen werden bei dem Treffen am Wochenende allenfalls
am Rande
eine Rolle spielen. Vor allem wollen die Finanzminister über
Energiesicherheit,
ansteckende Krankheiten und Bildung diskutieren, denn diese drei
Themen stellt
Russland auf dem Gipfel im Sommer in den Mittelpunkt. Der Financial
Times
zufolge sorgte es in G7-Kreisen für "Verwunderung", dass Moskau
ausgerechnet
die Energiesicherheit zum Kernpunkt machte - denn es sei erst der
Gasstreit
zwischen Russland und der Ukraine gewesen, der das Thema im Westen
auf die
Tagesordnung gehoben habe. Auch der zunehmend autoritäre
innenpolitische Kurs
und die Enteignung des privaten Ölkonzerns Yukos sorgen für Vorbehalte.
Die G8-Mitgliegschaft sei primär eine Anerkennung Russlands als
Regionalmacht,
die sich in den vergangenen fünf Jahren kooperativ gegenüber den USA
verhalten
habe, sagt Roland Götz von der Stiftung Wissenschaft und Politik in
Berlin. Mit
der wirtschaftlichen Bedeutung habe dies nichts zu tun, auch wenn die
verbreitete Gleichsetzung der russischen Volkswirtschaft mit der
niederländischen in die Irre führe. Denn wenn man die Kaufkraft
berücksichtige,
entspreche Russlands Wirtschaftsleistung der von Italien oder
Brasilien. "Als
Energiemacht wird Russland überschätzt", sagt Götz. "Es wird seine
Energieproduktion zwar halten, aber nicht steigern können." Unter den
Erdöl
produzierenden Staaten nehme Russland lediglich den siebten Platz ein
und die
riesigen Erdgasvorkommen seien für die Weltwirtschaft weit weniger
wichtig.
Doch darum sei es bei der Einbindung Russlands nicht gegangen: "Man
würde sich
durch einen Ausschluss Russlands einfach mehr schaden als nützen."
[Deutsche Welle 10.2.2006,
http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,1897874,00.html]
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11 Die Presse: Tschad und Sudan schließen fragilen Frieden
von: wadi.wien at gmx.at
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Tschad und Sudan schließen fragilen Frieden
VON HELMAR DUMBS
Ob das Abkommen hält, ist wegen der Vielzahl an Rebellengruppen
ungewiss.
Tripolis/Wien. Libyens Staatschef Muammar Gadhafi gefällt sich
derzeit als
Friedensstifter: Er nützte seine guten Beziehungen zu den Präsidenten
Sudans
und Tschads, Omar al-Bashir und Idriss Déby, um die Nachbarländer zur
Beilegung ihrer Feindseligkeiten zu bringen. Mittwoch unterzeichneten
die
Präsidenten in Libyens Hauptstadt Tripolis ein Friedensabkommen. "Es ist
eine Schande, dass man in Afrika immer zu den Waffen greift, sobald es
Streit gibt", erklärte Gadhafi.
Der Konflikt schwelte seit Jahren, spitzte sich aber im Dezember
gefährlich
zu: Nachdem tschadische Rebellen von Sudan aus den Grenzort Adré
angegriffen
hatten, verkündete Déby, man befinde sich im Kriegszustand. Er
beschuldigte
nämlich Sudan, die Rebellen zu unterstützen.
Die wichtigste Gruppe hört auf den klingenden Namen "Scud". Es
handelt sich
dabei um Ex-Mitglieder von Débys Präsidentengarde. An ihrer Seite ist
Tom
Erdimi: Seit Débys Machtübernahme durch einen - von Sudan aus
geführten -
Putsch 1990 war er dessen Mann fürs Grobe, jetzt betreibt er aus dem
US-Exil
den Sturz des Mentors. Dies ist aber nur die eine Seite des Konflikts.
Die andere heißt Darfur: In der sudanesische Krisenprovinz an der
Grenze zu
Tschad tobt seit 2003 ein Bürgerkrieg zwischen schwarzafrikanischen
Rebellen
und arabischen Janjaweed-Reitermilizen, hinter denen die Regierung in
Khartum steht. Dem mit äußerster Brutalität geführten Konflikt fielen
bisher
geschätzte 200.000 Menschen, großteils Zivilisten, zum Opfer. Drei
Millionen
wurden zu Flüchtlingen.
Sudan beschuldigte jedenfalls Tschad, den Rebellen
Rückzugsmöglichkeiten zu
bieten. Diese gehören der gleichen Ethnie an wie Tschads Elite.
Umgekehrt
beteiligten sich die Janjaweed-Milizen zuletzt an den täglichen
Übergriffen
an der Grenze.
Der Friedensvertrag verpflichtet nun beide Seiten, von ihrem
Territorium aus
keine Angriffe auf das Nachbarland zu dulden und Rebellen keinen
Unterschlupf mehr zu bieten. Es ist auch von einer Friedenstruppe die
Rede.
Unklar ist, wer sie stellen soll. Gadhafi kündigte an, zur Not 100.000
Soldaten zur Verfügung zu stellen, um eine "fremde Intervention in
afrikanische Angelegenheiten" zu verhindern.
Ob das Abkommen sein Ziel erreicht, ist fraglich, vor allem wegen der
Vielzahl der Rebellengruppen und Milizen, die im Grenzgebiet operieren.
Sudans Regierung schien zuletzt die Janjaweed-Milizen immer
schlechter unter
Kontrolle zu haben, viele Milizenführer "arbeiten" mittlerweile ganz auf
eigene Rechnung.
Die Presse, 10.02.2006
www.diepresse.at
--
WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische
Entwicklungszusammenarbeit
e-mail: wadi.wien at gmx.at
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Tel.: 0699-11365509
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Wadi und Veranstaltungshinweisen:
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12 Civilised humanity must take a stand in defence of freedom of
expression, against Islamists and racists
von: wadi.wien at gmx.at
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Source: Organisation of women's freedom in Iraq-UK Branch
Civilised humanity must take a stand in defence of freedom of
expression,
against Islamists and racists
The recent controversy over some caricatures of Mohammed gave the
Islamists
an opportunity to wage a hysterical protest internationally. In many
cases,
this took a violent form and was clearly aimed at silencing those who
dared
to even portray Mohammed.
In these demonstrations - across the world and in London, the very
heart of
Europe - many of the banners on show were emblazoned with shameful
slogans.
These included - "Those who insult Islam must be beheaded" and
"Freedom go
to hell" plus various other fatwa's and threats against cartoonists and
others who have the temerity to "insult" Islam.
This is not the first time these forces have attacked people's rights
in the
Middle East and Europe. Many writers, singers, even barbers and
doctors have
been targeted in the last 30 years let alone the enslavement of women
in the
Middle East under the pretext of the defence of the 'honour' of
Islam. The
furore over these caricatures is simply an excuse to stage another
worldwide
campaign to attack the right of freedom of expression. They want to
turn
Europe into yet another battlefield for their foul ideas.
It is vital for all decent people to be aware of the agenda behind these
attacks on the rights to expression, and belief - the aim is to impose
Islamic law all over the world. Political Islam is coordinating on an
international level to gain momentum in a campaign against the
achievements
of progressive social movements who, after centuries of struggle,
have won
many advances for secularism. They now want to gain a privileged status
under the umbrella of 'multiculturalism' to excuse their crimes against
Muslims, people of other faiths as well as non-believers.
This reactionary campaign complements and acts to provoke further racist
responses from people like Nick Griffin, the leader of British National
Party, a fascist organisation that targets non-indigenous people and
non-whites in the UK.
Western governments have nurtured political Islam, helped the Iranian
regime
come to power and then maintained Taliban rule in Afghanistan. Their
hypocritical 'tolerance' and embrace of regressions of "cultures"
under the
auspices of "multiculturalism" has promoted religious divisions and
raised a
generation of brain-washed fanatics with identity crises that
adherence to
political Islam. These compromised governments cannot stop such
groups and
cannot silence them any further via compromise.
The only forces that can successfully stand against these attacks on
human
achievements are those of civilised humanity of the world. Our task
is to
organise a front of progressives, secularists and leftists to defend
these
precious achievements of humanity - including freedom of speech,
expression
and freedom of choice, personal rights and liberties. This must be
unconditional and universal and that must also mean that Islam, like any
other religion or belief system, must be prepared to be criticised,
questioned and critically evaluated.
We call upon all freedom loving people, organisations and individuals to
join us in this struggle to defend civil liberties and strengthen the
progressive camp against the two poles of racism and Islamic fascism in
Europe and worldwide.
Join our campaign.
There will be a series of activities in London and elsewhere to
publicise
our fight for the protection of freedom of expression.
The details of these activities will be announced soon.
-Organisation of Women's Freedom in Iraq-UK (OWFI)
-Middle East Centre for Women's Rights (MECWR)
-International Federation of Iraqi Refugees (IFIR)
-International Organisation for Iranian Refugees (IOIR)
-Iranian Civil Rights Committee (Iran CRC)
-Organisation for Emancipation of Women Iran (OEWI)
For further information please contact:
Houzan Mahmoud
Email: houzan73 at yahoo.co.uk
Tel: 079 56 88 3001
Tel: 079 51 433386
In defence of freedom of expression join our protest
To defend the rights of all individuals to be able to think freely,
criticize, be able to use their imaginations, to have right to
freedom of
speech, and of expression then join us in our protest in front of BBC TV
station in London.
Date and time: Saturday 11/02/2006 at 3.00-5.00PM
Venue: BBC Television Centre, Wood Lane, London W12 7RJ
Underground - White City (Central line)
Bus - Routes 72, 95, 220 and 272
Organisers of this protest are:
Organisation of women's freedom in Iraq-UK Branch, Middle East Centre
for
Women's Rights (MECWR), International Federation of Iraqi refugees
(IFIR)
International Organisation of Iranian Refugees (IOIR), Iranian Civil
Rights
Committee and others. Iranian Civil Rights Committee (Iran CRC),
Organisation for Emancipation of Women in Iran (OEWI).
We call upon all organisations and freedom loving people in UK to
join our
protest.
--
WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische
Entwicklungszusammenarbeit
e-mail: wadi.wien at gmx.at
website: www.wadinet.at
Tel.: 0699-11365509
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Spendenkonto in Österreich:
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GMX DSL-Flatrate 1 Jahr kostenlos* http://www.gmx.net/de/go/dsl
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13 SoZ - Sozialistische Zeitung Februar 2006
von: w.hanser at gmx.at
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SoZ Sozialistische Zeitung Februar 2006
Deutschland
Betmann for ever * Kolumne von Thies Gleiss
Ein Jahr Hartz IV * Armut und Elend für Menschen mit und ohne
Arbeit / Anne Allex
Das Demokratiespiel * Šunter Aufsicht von Angela Merkel / Arno Klönne
Das Oppositionsspiel * Šunter Aufsicht der Linkspartei.PDS / Thies
Gleiss
Institutionalisierter Rassismus * Organisierter Schul(miss)erfolg /
Larissa Peiffer-Rüssmann
Die Bertelsmannisierung * Wie Bertelsmann u.a. den Neoliberalismus
propagieren / Hans-Dieter Hey
Linke
Für eine Renaissance sozialistischer Theorie * Kolumne von Jakob Moneta
Für einen linken Frauenaufbruch * Ellen Diederich
Rotkäppchen relaunched * Kristian Stemmler
Bildet Räte! * Die neue Linkspartei diskutiert / Christoph Jünke
Betrieb und Gewerkschaft
Telekom-Proteste * Nur ein Strohfeuer? / Franz Meyer
Profit contra Beschäftigung * Die Globalisierungsstrategie der
deutschen Telekom / Conrad Schuhler
Lex Airbus * Eine wirtschaftspolitische Kriminalgeschichte aus
Hamburg / Rolf Euler
Wird Krupp jetzt Kirche? * Krankenhaus fl%uuml;chtet in die
Diakonie / Tobias Michel
International
Richtlinie abgeschmettert * Die Hafenarbeiter machen es vor / Angela
Klein
«Keine Frage ob, sondern wann» * Mohssen Massarat über den Kriegskurs
gegen den Iran und seine Hintergründe
Washingtons Irakpolitik in der Sackgasse * Ein Interview mit Gilbert
Achcar
Napoleon «made in Israel» * Uri Avnery über Ariel Sharon
Lateinamerika * Ende der neoliberalen Hegemonie? / Stefan Schmalz
Morales' Wahlerfolg * Das Bolivien? / Tom Lewis
Der «Delegierte Null» * Marcos' Reise durch Mexiko / Jutta Klaß
Jean Ziegler: Das Imperium der Schande * Buchempfehlung / Werner
Schmiedecke
Lesen, sehen, hören
250 Jahre Mozart * «Ich mag nicht länger Diener sein» / Jürgen Meier
Vorwärts und nichts vergessen? * Geschichtsschreibung als Politik des
Kulturellen / Thomas Goes
Mord und Todschlag * David Lawrence: Der Kreis der Toten / Udo Bonn
Zumutungen und Leiden im deutschen Alltag * Gesellschaft mit
begrenzter Haftung. (Hg.F.Schultheis/K.Schulz) / Angela Klein
Jackson Pollock und der * abstrakte Expressionismus / Kenny McEwan
Musik * Los de Abajo: LdA v. The Lunatics, Realworld / Thomas Schroedter
Der ewige Gärtner * Filmempfehlung: Andreas Bodden
Manfred Behrend (1930-2006) * Nachruf
Hans-Jochen Vogel (1943-2005) * Nachruf
Harry Magdoff (1913-2006) * Nachruf / Ingo Schmidt
SoZ
Aktuell: Flugblatt mit Seite * 1 und Seite * 2.
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B) TERMINE
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Montag
http://www.mund.at/butt/Termine/Februar/1302.htm
Dienstag
http://www.mund.at/butt/Termine/Februar/1402.htm
Mittwoch
http://www.mund.at/butt/Termine/Februar/1502.htm
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D) EDITORIAL
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Für den Inhalt verantwortlich: Ihr.
Medieninhaberinnen & Medieninhaber seid Ihr
E-Mail-Adresse für Beiträge: widerstand at no-racism.net geschickt.
widerst at nd MUND und alle Termine täglich aktualisiert im Web:
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Ziel von MUND (medienunabhängiger Nachrichtendienst) ist die
unzensurierte und möglichst rasche Information über gesellschafts-
politisch relevante Termine, Hinweise und Diskussionsbeiträge zu
Widerstand und Antirassismus sowie verwandte Themen.
sollen einen Titel, Namen und Emailadresse der/des AutorIn
enthalten und möglichst kurz und prägnant gehalten sein, ev. mit
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Terminankündigungen bitte nach folgender Vorlage:
* Wann: Sonntag, 11.11.2001, 11:11 Uhr *
* Was: Maskenball: Motto "Schwarzblau ist die Haselnuss" *
* Wo: Villa Morgenrot, Grüner Anger 42, 2001 Wendendorf *
* Kommentar: Anreise per Anhalter. Maskenzwang. Ende nie.
Aber kurz und prägnant.*
Die Rubrik "Redaktionelles" am Ende der Ausgabe ist u.a. eine
Konsequenz aus der Notwendigkeit, sexistische, antisemitische und
rassistische Beiträge nicht zu veröffentlichen, ohne jedoch
stillschweigend Zensur zu üben.
Hier wird - in anonymisierter Form - auf angehaltene Beiträge
hingewiesen und eine kurze Begründung der Tagesredaktion für die
Nichtaufnahme geliefert.
(Weitere Gründe einen Beitrag nicht aufzunehmen sind
z.B.: Attachments, kein erkennbarer Bezug zu den breit gestreuten
Themen des MUND, Werbesendungen, sinnlose Kettenbriefe.)
Die AbsenderInnen der betroffenen Beiträge werden hiervon informiert.
Im Sinne einer "gläsernen Zensur" könnt ihr Euch die Beiträge gerne
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REDAKTIONELLES:
Diese Ausgabe hat Vlatka Frketic aus Einsendungen an
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Bitte keine Attachments! (werden nicht angenommen)
Redaktionsschluss für diese Ausgabe: So, 19.00 Uhr
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ü, ö, ä, ß, Ü, Ö, Ä
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