widerst at nd mund: Dienstag, 5. Dezember 2006
MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst
analle at no-racism.net
Di Dez 5 05:08:48 CET 2006
widerst at nd MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst
Medieninhaberinnen & Medieninhaber seid Ihr
www.no-racism.net/mund
Dienstag, 5. Dezember 2006
================================================
A) INHALT
================================================
================================================
01 PA: Sofortige Umsetzung der Förderung Freier Radios!
Von: Veronika Leiner <veronika.leiner at freie-radios.at>
================================================
02 Einladung: Spendenprojektfest 5. Dezember, 17.30
Von: lefoe info <info at lefoe.at>
================================================
03 Ungleichbehandlung von Babys als Schande
für Österreich
Von: Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen
================================================
================================================
ANKÜNDIGUNGEN UND VERANSTALTUNGEN
================================================
================================================
04 EINLADUNG IN MEIN ATELIER
Von: Franz Wassermann
================================================
05 Veranstaltungshinweis
Von: gegenargumente
================================================
06 [ W ] is for Women präsentiert - REQUIEM
- 15. - 17. Dezember im TOP KINO
Von: DV8-Film NEWSLETTER <office at identities.at>
================================================
07 [kanalb.at] kanalB.at video: Fremd
Von: webmaster at kanalB.org
================================================
08 Einladung zur CD- und Kalenderpräsentation
Von: GFBV Hans Bogenreiter
================================================
09 que[e]r am 06.12.: Spielen muss auch sein!
Von: Rosa Antifa Wien <raw at raw.at>
================================================
10 [kinoki-mikrokino] #140 ALMfilm:
Erkenntnisgewinn durch zuhören können
Von: augustine.leisch at gmx.at
================================================
11 Frauen reisen in die Fremde
Von: Promedia <promedia at mediashop.at>
================================================
12 [pooool-presse] audio-visuelle performance ::
SIC TRANSIT GLORIA MUNDI :: sammlung essl ::
6.12.06
Von: Andreas Rathmanner <andreas at fox.co.at>
================================================
13 Ernstfall 4: An die Fritzpunkt-Komplizinnen
und -Komplizen /
Donnerstag, 23. November 2006, 19 Uhr
Von: Fritzpunkt <buero at fritzpunkt.at>
================================================
================================================
INTERNATIONALE SOLIDARITÄT
================================================
================================================
14 Srebrenica-Überlebende protestieren gegen
Ehrung von Dutchbat
Von: GFBV Hans Bogenreiter
================================================
15 'Strangers into Citizens' -
for the regularization of UK people without status
Von: John O <ncadc at ncadc.org.uk>
================================================
16 November 2006 - worst month for conflict
prevention in 40 years
Von: John O <ncadc at ncadc.org.uk>
================================================
17 Strafanzeige gegen Rumsfeld und andere
Von: Arbeiterfotografie
================================================
18 ASt - Frankreich: Sarkozys Gesetzesentwurf
zur „Kriminalitätsvorbeugung“
Von: ASt-LFI <ast-lfi at gmx.net>
================================================
19 [Gipfelsoli Newsletter] Genua -- Heiligendamm
Von: Öffentlicher Verteiler der Gipfelsoli-Infogruppe
================================================
20 [info-it] "Reporters sans frontières " condanna il
procedimento intentato contro il sito Bellaciao
Von: newsletter at bellaciao.org <newsletter at bellaciao.org>
================================================
================================================
MELDUNGEN UND MEINUNGEN
================================================
================================================
21 KPÖ/Grundsicherung/Steuerpolitik/Petition
Von: KPÖ-Information <info at kpoe.at>
================================================
================================================
B) TEXTE
================================================
================================================
01 PA: Sofortige Umsetzung der Förderung Freier Radios!
Von: Veronika Leiner <veronika.leiner at freie-radios.at>
================================================
PRESSEMITTEILUNG 04. Dezember 2006
||
||||
|||||| VERBAND FREIER RADIOS ÖSTERREICH (VFRÖ)
||||
||
Sofortige Umsetzung der Förderung Freier Radios!
SPÖ und ÖVP nehmen Forderungen des VFRÖ ins Regierungsprogramm
Der Verband Freier Radios Österreich (VFRÖ) begrüßt die Förderung für elektronische nichtkommerzielle Medien aus Gebührensplitting im Regierungsprogramm von ÖVP und SPÖ, die vergangene Woche beschlossen wurde: „Damit wird eine zentrale Forderung des Verbands Freier Radios Österreich nach über 10 Jahren endlich verwirklicht!“, meint Helmut Peissl, Vorsitzender des VFRÖ. „Wir appellieren aber nach wie vor an die Politik, die Leistungen der Freien Radios im Interesse der Allgemeinheit auch gesetzlich zu berücksichtigen: Der Offene Zugang zu Sendeflächen im Radio, die Vermittlung von Medienkompetenz und die publizistische Ergänzung durch die Freien Radios im lokalen und regionalen Bereich muss als öffentlicher Auftrag auch im Privatradio- und KommAustria-Gesetz ausdrücklich verankert werden!“
In seinem Förderungsmodell fordert der VFRÖ jährlich mindestens 6 Mio. Euro für die 12 bestehenden Freien Radios und weitere Radioprojekte im gesamten Bundesgebiet. Dass auch kommerzielle Anbieter gefördert werden sollen, vermerkt der Kommunikationswissenschafter und Geschäftsführer der Radiofabrik in Salzburg, Wolfgang Hirner mit Skepsis: „Die Liberalisierung des Rundfunks hat bisher abgesehen vom Sektor der Freien Radios kaum zu größerer Meinungs- und Medienvielfalt geführt: Die meisten Privatradios stehen mittelbar oder unmittelbar im Eigentum führender Zeitungstitel; die Medienkonzentration in Österreich hat durch die Zulassung von bundesweitem Privatradio in der Privatradiogesetznovelle von 2004 weiter drastisch zugenommen. Öffentliche Förderungen in diesem Bereich müssen ausschließlich einer Stärkung der zentralen demokratischen Funktionen von Medien zukommen: Meinungsäußerungsfreiheit, Meinungsvielfalt und Medienvielfalt!“. Die Schaffung einer unabhängigen Medienbehörde sei auch vor diesem Hintergrund begrüßenswert.
„Die Umsetzung der Förderung für Freie Radios muss nach einer Regierungsbildung sofort in Angriff genommen werden: Die Freien Radios arbeiten seit der Streichung der Bundesförderungen durch die schwarz-blaue Bundesregierung 2001 am absoluten Limit; die Arbeit mit den österreichweit über 2500 RadiomacherInnen aus allen gesellschaftlichen Bereichen und die Aufrechterhaltung des Sendebetriebs ist derzeit weitgehend nur durch das außerordentliche persönliche Engagement der MitarbeiterInnen möglich!“, fordert Veronika Leiner vom VFRÖ.
Rückfragen:
Veronika Leiner
Verband Freier Radios Österreich
Mail: veronika.leiner at freie-radios.at
Fon: 0676 – 538 0 539
Web: www.freie-radios.at
--
Veronika Leiner
Verband Freier Radios Oesterreich
Mobil: ++43 - (0)676 - 538 0 539
Mail: veronika.leiner at freie-radios.at
Web: www.freie-radios.at
================================================
================================================
02 Einladung: Spendenprojektfest 5. Dezember, 17.30
Von: lefoe info <info at lefoe.at>
================================================
EINLADUNG
Die Aktion "wärmespender | Suppe+Soul" (www.waermespender.at) findet heuer bereits zum 4. Mal in Wien statt und unterstützt mit den gesammelten Spenden diesmal die Arbeit von LEFÖ (www.lefoe.at) für die Rechte von Sexarbeiterinnen.
Die VertreterInnen der Presse sind eingeladen: Spendenprojektfest
Wann: Dienstag, 5. Dezember 06 | 17:30
Wo: wärmespender | Karlsplatz/Resselpark
live: Milagros Pinera (Kuba) | www.milagrospinera.com
an den Turntables: Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny, Bezirksvorsteherin Susanne Reichard u.a.
Nur Rechte verhindern Unrecht! Der Verein LEFÖ – selbst vor 20 Jahren von Migrantinnen gegründet – leistet vor allem in der Arbeit mit Sexarbeiterinnen und Betroffenen von Frauenhandel nach wie vor Pioniersarbeit in Österreich und hat ein umfassendes Beratungs- und Betreuungskonzept zur Unterstützung und Integration von Migrantinnen entwickelt. Der Anteil der Migrantinnen in der Prostitution ist in den meisten EU-Ländern mittlerweile auf über 50% gestiegen. Konfrontiert mit dieser Tatsache arbeitet LEFÖ als erste Organisation in Österreich bereits seit 1991 mit Migrantinnen in der Sexarbeit. Im Rahmen der kulturellen Mediation werden Beratungen angeboten und streetwork durchgeführt. Die öffentliche und politische Arbeit zielt auf eine gesellschaftliche Sensibilisierung und die Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen von Sexarbeiterinnen ab.
Rückfragen: 01.581 18 81.12 oder info at lefoe.at
mit freundlichen Grüßen,
Faika Anna El-Nagashi
All Directions Soul! Die Aktion "wärmespender" verbindet künstlerische Intervention, soziale Anliegen und Wirtschaftspartnerschaften zu einem vernetzten Wärmekreislauf:
-> Sieben Wiener Connaisseur Clubs präsentieren ihr Musikprogramm.
-> Sieben KöchInnen der Spitzengastronomie kochen dazu ihre ausgewählte Suppe.
noch bis 23. Dezember 06 | www.waermespender.at
suppe+soul | Suppen der Haubengastronomie | Musik von Wiener Clubs
Karlsplatz/Resselpark | 24. Nov. - 23. Dez. 06 | täglich von 16:00 - 24:00
================================================
================================================
03 Ungleichbehandlung von Babys als Schande für Österreich
Von: Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen <dieinitiative at gmx.at>
================================================
Vor Beginn des europäischen Jahrs für Chancengleichheit:
Ungleichbehandlung von Babys als Schande für Österreich
Die Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen teilt uneingeschränkt die bisherigen Proteste gegen die durch das Sozialministerium vollstreckte Praxis, die Auszahlung des Kindergeldes für ausländische Babys in Österreich lebender Eltern zu verweigern, bis diese nach langwierigen formalen Wegen einen eigenen Aufenthaltstitel besitzen.
Wir rufen allen politisch Verantwortlichen im Land in Erinnerung, dass das Jahr 2007 als „Europäisches Jahr für Chancengleichheit“ ausgerufen wurde. Es wäre eine Schande für Österreich, wenn auch noch dann Österreich durch die Ungleichbehandlung von Babys und Jungmüttern negative Schlagzeilen in der Welt schreibt.
Dass der FPÖ diese diskriminierende Maßnahme noch zu wenig weit reichend ist und sie für eine generelle Streichung des Kindergeldes für hier legal lebende und Steuer zahlende nichtösterreichische Bürger auftritt, zeigt, dass Diskriminierung und Menschenverachtung für diese Partei nicht nur ein Wahl- sondern ein politisches Programm ist.
Für die Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen
Tarafa Baghajati
Weiterleitung und Veröffentlichung möglich.
Fragen und Kontakt:
***********************************************************
Dipl.- Ing. Tarafa Baghajati
Mitgründer der Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen,
http://www.islaminitiative.at
Vizepräsident von ENAR - European Network against Racism
www.enar-eu.org/en/
Mobil 0043 (0) 664-52150 80, e-mail : baghajati at aon.at
***********************************************
--
================================================
ANKÜNDIGUNGEN UND VERANSTALTUNGEN
================================================
================================================
04 EINLADUNG IN MEIN ATELIER
Von: Franz Wassermann <franz.wassermann at mylivingroom.org>
================================================
BITTE AN FREUNDINNEN UND FREUNDE WEITERLEITEN. DANKE!
EINLADUNG
Ich lade euch herzlich in mein Atelier ein,
Innstrasse 38A (im Innenhof), 6020 Innsbruck,
vom 8 bis zum 10. Dezember,
jeweils von 12.00 bis 18.00 Uhr
und nach telefonischen Vereinbarung 0664/7985005
zu meiner Ausstellung TATENTRÄGER, bereits in Zürich und Solingen zu
sehen waren.
Diese Werkgruppe ist nur wenigen von euch bekannt, und zeigt eine bis
jetzt eher unbekannte künstlerische Arbeitsweise von mir, die hier noch
nie gezeigt wurde. All jene, die mich nur über meine politischen
Kunstaktionen kennen, werden erstaunt sein.
Und übrigens, immer wieder höre ich die Sätze:
„Ich schätz deine Arbeit als politischer Künstler sehr, aber das kann
ich nicht in mein Wohnzimmer hängen.“ „Ich würde gerne deine
Kunstwerke sammeln, aber ich kann es mir nicht leisten.“
Aber ab jetzt sind das nur mehr Ausreden :-) !
Denn, wer mich wirklich sammeln, und damit in meiner Arbeit als
Künstler unterstützen will, hat ab nun verschiedene Möglichkeiten dazu:
1. Barankauf – 10% Nachlass
2. Ankauf auf Raten – Zinsenfrei, bis max. 5 Jahre, ohne Anzahlung
3. Miete – Pauschalbeträge, keine Anzahlung, individuelle Laufzeit
4. Leasing – Achtung! Steuerlich absetzbar!
und für das Wohnzimmer gibt es nicht nur die TATENTRÄGER, auch
Zeichnungen, Fotos, IKONEN......
Ich freue mich auf euer zahlreiches Kommen,
den Rest besprechen wir im Atelier :-) .
Herzlich euer
Franz Wassermann
================================================
================================================
05 Veranstaltungshinweis
Von: gegenargumente <office at gegenargumente.at>
================================================
Die GEGENARGUMENTE – bieten regelmäßig einmal im Monat Gelegenheit zur politischen Diskussion zu den Themen der jeweils letzten Radiosendungen „Gegenargumente“ und „Kein Kommentar“ auf Radio Orange94.0.
Ort:Cafe 7stern, Siebensterng. 31, 1070 Wien, jeweils um 19:00 Uhr
nächster Termin:
Dienstag, 5. Dezember 2006, um 19:00 Uhr
Thema: "Die Gewerkschaft"
Achtung! Keine Solidaritätsveranstaltung!
Was der ÖGB braucht – viel Geld –, haben wir nicht, und wenn wir es hätten, würden wir’s dem ÖGB nicht schenken.
Achtung! Kein Beitrag zur ÖGB-Reform!
näheren Informationen dazu auf http://www.gegenargumente.at unter JOUR FIXE.
================================================
================================================
06 [ W ] is for Women präsentiert - REQUIEM - 15. - 17. Dezember im TOP KINO
Von: DV8-Film NEWSLETTER <office at identities.at>
================================================
DV8-FILM präsentiert
[ W ] is for Women Filmreihe
15. – 17. Dezember
21 Uhr
REQUIEM
D 2006, 93min, OF
Regie: Hans-Christian Schmid
Buch: Bernd Lange – Kamera: Bogumil Godfrejow – Schnitt: Hansjörg Weißbrich, Benrd Schlegel
Mit Sandra Hüller, Burghart Klaußner, Imogen Kogge, Friederike Adolph, Anna Blomeier, u.a.
Silberner Bär “Beste Darstellerin” für Sandra Hüller – Berlinale 2006
Das Mädchen greift nach dem Kruzifix im Zimmer ihres Studentenwohnheims, aber die letzten 20 Zentimeter sind nicht zu überwinden: Die Finger krümmen sich in der Luft, als stießen sie auf eine unsichtbare Barriere, als wäre da etwas Unüberwindliches zwischen ihr und dem Kreuz, zwischen ihr und Gott. Zu Anfang schien das nicht so: Hans-Christian Schmids Requiem beginnt damit, dass das fromme Mädchen Michaela Klingler atemlos zu einer Kapelle im Niemandsland der schwäbischen Provinz radelt, sich hinkniet und ein flehentliches "Bitte!" ausstößt. Kurz darauf ist ein Brief da: Michaela ist zum Pädagogikstudium in Tübingen zugelassen. Die Mutter ist skeptisch: "Wie stellst du dir das vor, mit deiner Sache?"
Die "Sache", das sind die Anfälle, die das hypersensible Mädchen seit der Schulzeit plagen, von den Ärzten als Epilepsie diagnostiziert: In den 1970ern, in dem kleinen süddeutschen Dorf ein Anlass zur Scham für die Mutter, die es offenbar lieber sähe, wenn die Tochter nicht vor die Tür geht, und schon gar nicht in die Stadt. Aber Michaelas sehnsüchtiger Wunsch nach Aufbruch ist stärker, der Vater hat schon das Heimzimmer gemietet. Michaela geht nach Tübingen. Kaum ein Jahr später ist sie tot.
Requiem basiert auf einem Skandalfall von 1976: Die 23-jährige Anneliese Michel war im fränkischen Klingenberg nach monatelanger, kirchlich genehmigter Teufelsaustreibung an den Folgen extremer Unterernährung - angeblich wog sie nur noch 31 Kilo - gestorben, noch heute gibt es Wallfahrten ans Grab der "Märtyrerin". (Christoph Huber, DiePresse.com)
„Der mitreißend gestaltete Film konzentriert sich dabei auf die Beschreibung kleinbürgerlicher Normalität, die starke (religiöse) Normen prägen - und gegen die in den späten Sechziger- und in den Siebzigerjahren nicht von ungefähr eine ganze Generation auf die Barrikaden ging. ... Sandra Hüller spielt Michaela mit bemerkenswerter Intensität und rigorosem Körpereinsatz - die Dynamik, die der Film von seinem Beginn an beibehält, ist in nicht geringem Maße ihr zu verdanken." (Isabella Reicher, Der Standard.at)
"Ohne Retro-Effekt, aber mit großer Präzision zum historischen Detail, erzählt Hans-Christian Schmid die Geschichte einer vergeblichen Jugend-Rebellion, die letztlich am spießbürgerlichen Mief und den beklemmenden Strukturen eines fundamentalisierten Glaubens scheitert." Kurier
„Mit dem beklemmenden Exorzimusdrama „Requiem“ erweist sich Hans-Christian Schmid erneut als Ausnahmetalent des deutschen Kinos. (
) Über das Genre und dessen Bildreservoir setzt sich der Regisseur konsequent hinweg. (
) Mit der Leidensfigur, die Sandra Hüller in Requiem darstellt, hat Schmid nun seine Jeanne dŽArc gefunden: eine Kämpferin, die an den repressiven Kräften ihrer Zeit verglüht. Profil
REQUIEM
15. – 17. 12. 2006
Top Kino
21 Uhr
www.topkino.at
Kartenreservierung bei DV8-FILM unter T. 0699 120 96 100 oder women at identities.at
Ein bewegendes Kinoerlebnis mit REQUIEM wünscht Ihnen
DV8-FILM
Postfach 282
A-1071 Wien
T. +43 1 524 62 74
F. +43 1 522 98 74
office at identities.at
www.identities.at
================================================
07 [kanalb.at] kanalB.at video: Fremd
Von: webmaster at kanalB.org <webmaster at kanalB.org>
================================================
titel des videoclips: Fremd
--: -
beschreibung: Fremd ist die Geschichte eines Mannes aus dem Kongo und einer Österreicherin, die sich auf einen Gesprächstermin bei der Fremdenpolizei über den Sinn und Zweck ihrer Eheschließung vorbereiten. Mit Hilfe eines Fragenkataloges wollen sie sicherstellen, dass ihre Beziehung von den Behörden als "normal" und somit gerechtfertigt angesehen wird. Dabei stellt sich ihnen die Frage was den die "Normalität" in einer Beziehung die zwei Menschen teilen nun eigentlich ausmacht. Was muss man von dem/der PartnerIn wissen? Was ist Wirklichkeit und was ist Schein?
---: -
kategorie: kurzfilm
----: -
clipinfo: http://austria.kanalb.org/clip.php?clipId=1569
--------------: -
laenge: 8,03 min
team: Lisa Kortschak,Mammadou.H.Wane,Nicole Szolga,Lisbeth Kovacic,Jochen Gruber,Matthias Balgavy
erstellt: 2006-11-23
format: rm
datenmenge: 19 MB
-----------------: -
kanalB ersetzt herkoemmliches fernsehen: http://austria.kanalb.org
_______________________________________________
clips_kanalb_at mailing list
clips_kanalb_at at kanalB.org
http://kanalB.org/cgi-bin/mailman/listinfo/clips_kanalb_at
================================================
08 Einladung zur CD- und Kalenderpräsentation
Von: GFBV Hans Bogenreiter <hans.bogenreiter at gfbv.at>
================================================
mit der Bitte um Ankündigung - Danke im voraus!
Herzliche Einladung zur
Kalender- und CD-Präsentation
Märchen, Lieder, Bilder
Donnerstag, 7. Dezember 2006, 19.30 Uhr
Bezirksmuseum Josefstadt, 1080 Wien, Schmidgasse 18 (Nähe U 2 Station Rathaus)
Programm
Tibeterinnen präsentieren Märchen und Lieder mit Tseten Zöchbauer und der Sängerin Deyok
Überreichung der Urkunde über die Ehrenmitgliedschaft bei der Gesellschaft für bedrohte Völker-Österreich
an Tseten Zöchbauer
Präsentation des Farbbildkalenders LEBENSZEICHEN 2007 zum Thema „Musik und Tanz“
mit Bildern, Liedern, Videoclips von indigenen MusikerInnen
Tibetisches Buffet
Infos: Gesellschaft für bedrohte Völker-Österreich, Tel. 01/503 13 36, Home: www.gfbv.at, e-mail: office at gfbv.at
================================================
================================================
09 que[e]r am 06.12.: Spielen muss auch sein!
Von: Rosa Antifa Wien <raw at raw.at>
================================================
Mittwoch 06. Dezember:
Spielen muss auch sein!
Zwischendurch: Ein gemuetlicher Abend mit (Brett)Spielen, Polictivity
und politischer Diskussion - diesmal ohne konkreten Input. Die rollende
Trommel fuer einmal Bingo darf da natuerlich nicht fehlen: Die Einnahmen
gehen diesmal an die Deserteurs- und Fluechtlingsberatung.
Videoscreening und Musik optional. Mal sehen, wie sich der Abend
entwickelt.
siehe auch http://www.deserteursberatung.at
Ort: que[e]r. Wipplingerstrasse 23 / 1010 Wien (die Stiegen hinunter)
Veranstaltungsbeginn: 20:00
geoeffnet von 18:30-24:00
###############
Naechste Woche: Das AMS und du
Weitere Infos siehe: http://raw.at/queer/
--
############ RAW #############
Rosa Antifa Wien
c/o Rosa Lila Tip
Linke Wienzeile 102
A-1060 Wien
AUSTRIA
-------------------------
E-Mail: raw at raw.at
Web: http://www.raw.at
Board: http://www.n3tw0rk.org
-------------------------
PGP-Key available here:
http://www.raw.at/sub/kontakt/raw.asc
############ RAW #############
================================================
10 [kinoki-mikrokino] #140 ALMfilm: Erkenntnisgewinn durch zuhören können
Von: augustine.leisch at gmx.at <augustine.leisch at gmx.at>
================================================
liebe freundInnen und kollegInnen!
wir bitten den nächsten kinoki mikrokino termin anzukündigen und
weiterzuleiten. der ALMfilm war heuer zur duisburger filmwoche geladen
und
wir freuen uns sehr, dass die regisseurin gundula daxecker und einige
der
protagonistInnen des films bei der präsentation anwesend sein werden.
vielen dank!
KINOKIS MIKROKINO
Politische Filmabende, 1x monatlich im depot bei freiem Eintritt.
depot, Breite Gasse 3, 1070 Wien, http://www.depot.or.at
kinoki. Verein für audio-visuelle Selbstbestimmung
mikrokino at kinoki.at | http://www.kinoki.at
Newsletter subskribieren bzw. abbestellen unter:
https://kooperative.at/mailman/listinfo/kinoki-mikrokino
Förderpreis Politische Kulturarbeit 2004 der IG Kultur Österreich.
5. Dezember 2006, 19:00, freier Eintritt.
depot, Breite Gasse 3, 1070 Wien, http://www.depot.or.at/
kinokis mikrokino #140
ALMfilm: Erkenntnisgewinn durch zuhören können
Der ALMfilm ist ein intensiver Dokumentarfilm über den Arbeitsplatz von
Menschen mit geistiger Behinderung, der sogenannten "Alm" oberhalb des
Kahlenberger Dörfls im Wienerwald. Behinderung wird dabei in keiner
Szene
"ausgestellt".
Die MitarbeiterInnen kommen zu Wort in Sprache oder Ausdruck und der
Film bietet
die Gelegenheit, diese Menschen über das Jahr bei ihren Tätigkeiten,
Träumen
und Reflexionen zu begleiten.
ALMfilm erzählt vom Meistern des Alltags und der Kraft und dem
Selbstbewusstsein, die daraus folgen.
(Diagonale 2006)
ALMfilm von Gundula Daxecker
A 2006, 69 min., mit Manuela Hauer, Julia Panholzer, Hans Hoffmann,
Murat
Börekci, Wolfgang Krejar und vielen anderen
Buch, Regie, Schnitt: Gundula Daxecker
Kamera, Postproduktion: Ludwig Löckinger
Eine Nikolaus Geyrhalter Filmproduktion GmbH
http://www.geyrhalterfilm.com
Anschließend Diskussion mit Gundula Daxecker, Murat Börekci, Manuela
Hauer, Julia Panholzer (ALMmitarbeiterInnen) und Achim Schwarz
(Betreuer auf der ALM)
Wozu der ALMfilm?
"Was hat der ALMfilm den Almleuten gebracht? Außer Abwechslung im
Arbeitsalltag an Drehtagen und einem Ausflug nach Graz mit Essen auf
Kosten der Filmproduktionsfirma, außer dem Erlebnis, sich selbst auf
der großen Leinwand zu sehen und dem Applaus nach der Vorführung,
außer der Erfahrung, wie es ist, in einem Film mitzuwirken und was es
heißt, offen über sich zu sprechen, außer der Selbsterkenntnis, zu der
die intensiven Interviews führten, außer der Freundschaft zu den
Filmleuten, die den Filmdreh überdauerte, außer den mehr oder weniger
willkommenen Verzögerungen des Arbeitsbeginns, weil erst noch die
Kamera perfekt positioniert werden musste, außer einem
außergewöhnlichen Dokumentarfilm über eine außergewöhnliche
Beschäftigungstherapie-Einrichtung, eigentlich nicht viel."
Bernhard Girstmair (Leiter der ALM)
Weitere Texte:
Ein berührender Film!
Aus meiner beruflichen Geschichte, ich bin psychiatrischer
Krankenpfleger, hatte ich intensiven Kontakt mit behinderten Menschen.
Das war 1977-80 während meiner Ausbildung. Damals gingen wir, von der
offenen Psychiatrie in Italien inspiriert mit den geistig und
körperlich schwerstbehinderten Menschen von der Institution „Steinhof“
in die Gesellschaft hinaus, machten Ausflüge und Tiergartenbesuche..
Muteten uns und die Patienten der Bevölkerung zu.
Viele der damals hospitalisierten Patienten hätten in alternativen
Wohnprojekten leben können, hätte es solche gegeben.
Der ALM-Film von Gundula Daxecker hat ein Stück meiner Vergangenheit
wachgerufen und mir gezeigt wie Menschen mit Behinderungen heute ihr
Leben meistern können. Mehr noch, der Film hat mir gezeigt, dass diese
Menschen die gleichen Gefühle und Sehnsüchte haben wie sogenannte
Normale, Gesunde.
In Gundulas Film werden diese Menschen mit all ihren Bedürfnissen,
Emotionen und Befindlichkeiten gezeigt. Auf eine unspektakuläre und
sensible Art und weise, die es möglich macht den Menschen zu sehnen, in
seiner Würde und Integrität.
Die Aufmerksamkeit, der Fokus gilt ganz diesen Menschen, wissentlich,
dass das gezeigte nur ein kleiner Abschnitt ihres Lebens ist.
Wissentlich auch der im Film kaum gezeigten Menschen die dieses
Alm-Projekt und die Menschen dort unterstützen.
Gundula Daxecker ist es gelungen mit wenigen Fragen viele Antworten zu
bekommen. Der Film weckt in mir eine Verbindung zu Sten Nadolnys „ Die
Entdeckung der Langsamkeit“ wo auch „andere“ Dimensionen menschlicher
Eigenschaften eine Rolle spielen.
Ein Film der beitragen kann die Kluft zwischen normal und behindert zu
verkleinern und unbedingt einer breiteren Öffentlichkeit gezeigt werden
sollte.
Günter Pichler
Akad. Pflegemanager
SOWAS -Chefredakteur
Realistisch ist nur die Beziehung, die wir zu den Leuten haben – und
wie sie sich vor der Kamera zeigt.“
Gespräch mit Gundula Daxecker über ihren Dokumentarfilm ALMfilm
von Thomas Korschil
Thomas Korschil: Wie bist du dazu gekommen, dich mit Menschen mit
geistigen Behinderungen filmisch auseinanderzusetzen?
Gundula Daxecker: Manuela Hauer, eine der Hauptprotagonistinnen, kenne
ich schon länger, u.a. vom „Siebenstern“, als sie dort noch weniger
integriert war als heute, noch nicht so viele Leute kannte. Aber
zumindest war das ein Lokal, wo sie nicht einfach weggeschickt wurde.
Ich kann mich erinnern, wie sie vorm Eingang am Boden gesessen ist und
Selbstgespräche geführt hat. Mich hat das berührt, dass sie anscheinend
niemanden hatte, mit dem sie kommunizieren konnte. Ich habe dann die
Erfahrung gemacht, dass sie sich verständlich machen und gut ausdrücken
kann.
T: Was mir an deinem Film gut gefällt, ist, dass er offensichtlich
nicht versucht, das „Alm“-Projekt umfassend zu dokumentieren, sondern
sich auf einige wenige Personen konzentriert.
G: Wir haben während der Weinernte zu drehen begonnen und wollten die
Leute ursprünglich insgesamt viel bei der Arbeit zeigen. Es hat sich
für uns dabei aber schnell ein Wiederholungseffekt eingestellt. Schon
in der ersten Drehwoche haben wir auch mit den Interviews begonnen, die
im Laufe der Dreharbeiten immer wichtiger wurden. Das war ein längerer
Prozess. Murat Börekci, z.B., wollte zunächst nicht mitmachen, wurde
dann aber zu einer der wichtigsten Figuren im Film. Beim ersten
Interview hat er geglaubt, schnell eine Antwort geben zu müssen. Er ist
aber nicht schnell und braucht seine Zeit zum Nachdenken und Sprechen,
so dass wir gar nicht richtig ins Gespräch gekommen sind. Am nächsten
Tag wollte er gleich das nächste Interview machen, und das konnten wir
schon für den Film verwenden – da hat es funktioniert und ich habe
gewusst, wie ich mit ihm reden muss.
T: Inwieweit waren die Gespräche Interviews im Sinne von gezielten
Fragen und thematischen Vorgaben für die ProtagonistInnen?
G: Grundsätzlich habe ich mir überlegt, sie einfach erzählen zu lassen,
was sie gerade erzählen wollten. Es gibt viele Stunden
Interviewmaterial, wo sie über Sachen reden, die nicht im Film
vorkommen, weil sie nicht so interessant oder vielleicht auch zu
persönlich waren. Wichtig war, eine Situation zu schaffen, in der sie
nicht darüber nachdenken müssen, was gerade gut oder gescheit zu sagen
wäre – ich wollte jeden Druck wegnehmen, sie frei reden lassen.
Zugleich hatte ich Themen, nach denen ich gefragt habe. Es sollte um
Vergangenheit und Erinnerung gehen, Familie und um das „Hier und Jetzt“.
Durch die Sprechpausen, die auch im Film vorkommen, entsteht ein Raum
zum Nachdenken und Nachspüren. Sprache und Denken waren wichtige Themen
für den Film. Ich wollte, dass man sieht, dass diese Leute – denen man
das Denken für gewöhnlich abspricht – denken.
T: Hatten deine ProtagonistInnen ein Mitspracherecht bei der
Entscheidung, was in den Film kommt und was nicht? Was blieb draußen?
G: Julia Panholzer, z.B., hat viel über ihren Vater erzählt, furchtbare
Geschichten. Ich hätte sie vielleicht dazu bringen können, einer
Verwendung davon im Film zuzustimmen. Ich musste verantwortlich damit
umgehen. Murat wollte nicht, dass seine Eltern vorkommen. Ich bin mit
den ProtagonistInnen alle Interviewpassagen, die im Film vorkommen
sollten, durchgegangen, und habe sie gefragt, ob wir sie verwenden
dürfen.
T: Manche Gesprächsinhalte werden nicht völlig klar, z.B. Murats
Geschichte von seinem Freund und dem Verrat. Hast du erwogen, auf
anderen Ebenen Zusatzinformationen einfließen zu lassen oder wolltest
du manches auch bewusst offen lassen?
G: Ich wollte auf keinen Fall einen Off-Kommentar oder Zusatztexte,
weil ich finde, dass die ProtagonistInnen sehr wohl für sich sprechen
können. Dass dann vielleicht nicht immer alles klar ist, habe ich
bewusst in Kauf genommen. Ich hätte es wirklich öd gefunden,
anzufangen, sie zu erklären. Ich finde es interessant, wenn man nach
dem Film Fragen hat, nicht alles erklärt ist und der Film auch zum
Nachdenken anregt.
T: Mir hat sich wiederholt die Frage aufgedrängt, inwieweit die
ProtagonistInnen ein Bewusstsein über ihre eigene Situation und ihre
Mitwirkung beim Film haben. Dass du sie sich derart öffnen lässt und
unkommentiert zeigst, kann man ja durchaus auch problematisch sehen.
G: Es war für mich schon eine Gratwanderung. Wie Murat z.B. die
Geschichte mit seinem Freund erlebt hat – er will, dass die Leute das
wissen, dass ihm das so passiert ist. Wenn er unterwegs ist und die
Leute auf der Straße glauben, er sei betrunken und sich zu einer
Schlägerei provozieren lässt – er möchte, dass die Leute wissen, dass
er aufgrund seiner Gleichgewichtsstörungen torkelt und nicht, weil er
betrunken ist. Oder wenn er sagt, dass ihn niemand mag und er jemand
sei, den man nicht mögen könne – das ist für ihn nicht zu persönlich
oder privat.
T: Im Unterschied zu Murat, der sich selber viel reflektiert, scheinen
andere mehr in ihrer eigenen Welt zu bleiben, was sich auch im Umgang
mit der Sprache ausdrückt. Manuela könnte man z.B. als virtuose
Sprachkünstlerin sehen, wodurch konkrete Probleme möglicherweise
ästhetisiert und verklärt werden.
G: Ja, vielleicht ist das eine Möglichkeit für das Publikum sich zu
distanzieren, weil die Leute sehr direkt sind. Sie gehen direkt auf
einen zu, und das merkt man eben auch im Film. Einerseits erlebt man
diese Direktheit und andrerseits ist es eben ein Film und eine
Möglichkeit, Distanz herzustellen, weil die Leute einem vielleicht oft
näher kommen, als man das möchte. Aber ich habe kein Problem mit einer
ästhetisierenden Lesart, weil ich glaube, dass man vielleicht Momente
verklären kann, Teile, aber die Personen selber verklärt man nicht.
T: Welche Rolle haben die BetreuerInnen im Film?
G: Die BetreuerInnen sollten im Hintergrund bleiben. Dass sie
vorkommen, war für den Zusammenhang wichtig, dass man sieht, dass die
KlientInnen nicht einfach sich selbst überlassen sind, sondern dass es
diese Realität von Betreuung und einem geschützten Arbeitsplatz gibt.
Ich wollte mit diesem Film vom typischen Bild von KlientInnen oder
„Behinderten“, die auf Hilfe angewiesen sind, wegkommen – zumindest ein
wenig: Die ZuseherInnen haben so die Möglichkeit den ProtagonistInnen
auf einer gleichberechtigten Ebene zu begegnen. Eine Identifikation des
Publikums mit den BetreuerInnen würde den KlientInnen wieder den Platz
zuweisen, den sie in unserer Gesellschaft ohnehin haben. Ich wollte
einen neuen Raum für sie schaffen.
T: Die geografische Abgeschiedenheit der „Alm“, wie sie der Film
vermittelt, scheint symptomatisch für die Position von Menschen mit
Behinderung in unserer Gesellschaft zu sein.
G: Man hat eigentlich kaum Kontakt mit behinderten Leuten und wenn man
jemanden sieht, hat man entsprechende Vorurteile und Ängste. Ich habe
jetzt sicher einen anderen Zugang zu Menschen mit geistiger Behinderung
als vorher und ich finde, dass viel mehr gemacht werden müsste, um sie
zu integrieren. Manuela z.B. hat sich im „Siebenstern“ ihren Platz
geschaffen, in bestimmten Bereichen sind Leute offen. Aber Behinderung
ist in Österreich kein Thema. Die Leute interessieren sich nicht dafür.
Weil sie zu wenig wissen und so mit der ganzen Thematik scheinbar
nichts zu tun haben. Aber es könnte eine Bereicherung sein, und es ist
wichtig für eine Gesellschaft, dass Randgruppen integriert werden. Der
Film schafft Öffentlichkeit und eine Situation, in der man diesen
Menschen zuhört und zuhören muss, wenn man einmal im Kino drinnen ist.
T: Was für Perspektiven haben die „Alm“-Leute?
G: Für die KlientInnen ist die „Alm“ eine selbst gewählte
Arbeitsstätte, die sie auch wieder verlassen können, wenn sie wollen.
Für viele ist die „Alm“ ein Schritt in die Selbstständigkeit, sie
verdienen ihr eigenes Geld (Taschengeld und Sozialhilfe) und werden vom
Verein unterstützt, ein eigenständiges Leben in einer eigenen
(betreuten) Wohnung zu finden. Ich habe die Zeit auf der „Alm“ aber
auch oft als trist und hoffnungslos empfunden. Murat ist depressiv, was
auch im Film spürbar ist. Ich habe mich sehr bemüht, primär das
Positive zu zeigen, das, was das Leben schön macht. Trotz des starken
Lebenswillens der Leute, den ich immer wieder erlebt habe, liegt über
allem eine enorme Schwere. Was macht Julia in 20 Jahren?
T: Wie haben die ProtagonistInnen den Film aufgenommen? Bei der
Diagonale haben sich einige von ihnen offensichtlich amüsiert.
G: Für mich war das wie ein Geschenk und ein schöner Abschluss des
Projekts. Dass sie sich so groß im Kino sehen konnten, war toll für
sie. Sie waren sehr stolz auf sich. Das Ganze hatte auch einen
therapeutischen Effekt. Bernhard Girstmair, der Leiter der „Alm“, hat
gemeint, der ALMfilm hat die „Alm“ verändert. Die Leute hätten in den
vielen Interviews die Möglichkeit gehabt, über sich und ihr Leben
nachzudenken. Das hat viel bewirkt an Selbstreflexion und
Selbstbewusstsein. Murat, der ein so großes Problem damit hatte, sich
zugehörig zu fühlen, teilt sich jetzt das Bürgermeisteramt auf der
„Alm“ mit Manuela. Und die Wickel zwischen Julia und Murat haben sich
auch geklärt.
T: Wickel? Im Film ist es ja so, dass sie am Ende zusammen kommen.
G: In Realität war alles viel komplizierter. Julia hatte einen anderen
Freund und Murat war hasserfüllt und wollte sie nicht mehr sehen etc.
Lustigerweise sind sie dann aber irgendwie zusammen gekommen –
vielleicht auch durch den Film. Ich wollte keine heile Welt vermitteln
– und es wird ja auch klar, wie schwierig diese Beziehung ist –, aber
ich habe dieses Happyend wie ein Geschenk empfunden und schon beim
Drehen gespürt, dass das das Ende des Films ist.
T: Das „konstruierte“ Happyend passt zur Haltung des Films – ihr gebt
nicht vor, bloß von außen zu beobachten. Was habt ihr sonst noch
inszeniert?
G: Es gibt einiges. Z.B. die Arbeitsbesprechung ohne BetreuerInnen, die
so nur für den Film stattfand. Bernhard Girstmair hat die Vision, dass
sich die BetreuerInnen dereinst selbst wegrationalisiert haben werden
und die „Alm“ von den KlientInnen alleine betrieben wird – diese Utopie
ist im Film. Realistisch ist nur die Beziehung, die wir zu den Leuten
haben und wie sie sich vor der Kamera zeigt.
[Das Gespräch wurde am 2. Juni 2006 in Wien geführt.]
revolution will not be televised
*************************************************
kinoki
mikrokino at kinoki.at
http://www.kinoki.at
************************************************************************
********
================================================
================================================
11 Frauen reisen in die Fremde
Von: Promedia <promedia at mediashop.at>
================================================
Das Naturhistorische Museum und der Promedia Verlag laden herzlich zu folgender Veranstaltung ein: Buchpräsentation und Vortrag von Gabriele Habinger: „Frauen reisen in die Fremde“.
Reisende Europäerinnen im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert
Wo?
Naturhistorisches Museum, Burgring 7, Eingang: Maria-Theresien-Platz, 1010 Wien
Wann?
Mittwoch, 6. Dezember, 19:00 Uhr (das Museum hat bis 21 Uhr geöffnet!)
Eintritt?
Der Museumseintritt beträgt 8 Euro bzw. 3,50 für Studierende oder 6 Euro für Ö1 Club- und Vienna Card-BesitzerInnen.
Historische Schaustücke aus dem Museum und von der Autorin sowie ein Buffet mit exotischen Speisen runden den Abend ab.
Mit freundlichen Grüßen
Hannes Hofbauer
Zum Buch:
Frauen, die außereuropäische Länder und Regionen besuchten und darüber Reiseberichte veröffentlichten, stehen im Mittelpunkt der vorliegenden Publikation. Wie sahen die Rahmenbedingungen für ihre Reisen aus, welche Möglichkeiten und Grenzen fanden sie vor, welche Themen bewegten sie besonders und wie gestaltete sich ihre Auseinandersetzung mit dem Fremden, das ihnen begegnete? Schriften der Österreicherinnen Ida Pfeiffer, Maria Schuber, Paula Kollonitz, Anna Hafner-Forneris oder Maria Leitner werden untersucht, dazu Texte von Autorinnen wie Pauline Nostitz, Ida Hahn-Hahn, Johanna Schopenhauer, Caecilie Seler-Sachs, Mary Montagu, Gertrude Bell, Freya Stark u.a.
Gabriele Habinger: Frauen reisen in die Fremde. Diskurse und Repräsentationen reisender Europäerinnen im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert
ISBN 3-85371-254-1, br., 400 Seiten, € 29,90; Edition Forschung
================================================
================================================
12 [pooool-presse] audio-visuelle performance :: SIC TRANSIT GLORIA MUNDI :: sammlung essl :: 6.12.06
Von: Andreas Rathmanner <andreas at fox.co.at>
================================================
SIC TRANSIT GLORIA MUNDI
Audio-visuelle Improvisationsperformance
Mi, 06.12.2006, 19:30
Sammlung Essl - Lieferhof
http://www.sammlung-essl.at/
Doris Steinbichler (A/MEX): Stimme, Violine, Effekte, Overhead-Projektor
Rafael Balboa (MEX): intervenierter 16mm Film
Manuel Trujillo (MEX): intervenierter 16mm Film
Aisel Wicab (MEX): handgearbeitete Dias
Georg Eisnecker (A): 16mm Filmperformance
Klaus Burger (D): Tuba, Cimbasso
================================================
================================================
13 Ernstfall 4: An die Fritzpunkt-Komplizinnen und
-Komplizen / Donnerstag, 23. November 2006, 19 Uhr
Von: Fritzpunkt <buero at fritzpunkt.at>
================================================
Fritzpunkt
http://www.fritzpunkt.at
im Zentrum für Kunst- und Wissenstransfer
Universität für angewandte Kunst Wien
Postgasse 6
A-1010 Wien
(zwischen Café Engländer und Hauptpost)
Das Büro für theatralische Sofortmaßnahmen
bittet zum
Ernstfall 4:
An die Fritzpunkt-Komplizinnen und -Komplizen
Sie sind das Gegenteil von Parasiten.
Sie verwandeln Ihre Angst in Lust.
Sie folgen Affekten, Verführung, Begehren,
etablieren temporäre Strukturen und
sind ein Beispiel für die Kraft des Schwachen.
Weil Sie es sind, werden Sie in die Postgasse gebeten.
Weil Sie in die Postgasse gebeten werden, stehen dort
15 Marianne Fritz-Texte zur Ihrer Verfügung. Weil sich diese
anlaßdramaturgischen Texte rasch aneignen lassen,
können Sie noch bis Ende des Jahres ein Ernstfall werden.
Mit herzlichem Dank an Gesa Ziemer,
Ihr Büro für theatralische Sofortmaßnahmen
Donnerstag, den 7. Dezember 2006, 19 Uhr
Näheres und Weiteres unter:
+43 (0)699 11685616
buero at fritzpunkt.at
http://www.fritzpunkt.at
Eine Kooperation von Fritzpunkt/Stadt Theater Wien
mit dem Zentrum für Kunst- und Wissenstransfer
Universität für angewandte Kunst Wien
Univ.-Prof. Dr. Christian Reder
___________________________________________________________
================================================
INTERNATIONALE SOLIDARITÄT
================================================
================================================
14 Srebrenica-Überlebende protestieren gegen Ehrung von Dutchbat
Von: GFBV Hans Bogenreiter <hans.bogenreiter at gfbv.at>
================================================
> GESELLSCHAFT Für BEDROHTE VÖLKER INTERNATIONAL
> PRESSEMITTEILUNG Göttingen/Assen, den 04.12.2006
>
> Überlebende aus Srebrenica protestieren gegen Ehrung niederländischer
> Blaumhelmsoldaten: "Unser Leben lag in Eurer Hand - Srebrenica trauert!
> Keine Medaillen für Dutchbat III!"
>
> Mit einem Transparent mit der Aufschrift "Unser Leben lag in Eurer Hand -
> Srebrenica trauert! Keine Medaillen für Dutchbat III!" und einem 60 Meter
> langen Transparent mit den Namen von 8106 Toten aus Srebrenica
> protestiert die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am heutigen Montag
> in Assen gegen die Ehrung niederländischer Blauhelme, die 1995 in der
> damaligen UN-Schutzzone stationiert waren. Gemeinsam mit
> Hinterbliebenen der Ermordeten werden Mitarbeiter der internationalen
> Menschenrechtsorganisation für ethnische und religiöse Minderheiten die
> Namen Getöteter verlesen.
>
> In einem offenen Brief an den niederländischen Ministerpräsidenten Dr.
> Jan Pieter Balkenende und Verteidigungsminister Henricus Gregorius
> Jozeph (Henk) Kamp, der zu der Zeremonie für die Dutchbat-Soldaten
> heute in Assen erwartet wird, fordert die GfbV eine offizielle
> Entschuldigung und einen humanitären Fonds für die Überlebenden sowie
> die Initiierung eines internationalen Wiederaufbau- und
> Investitionsprogrammes in der früheren UN-Schutzzone.
>
> Für Nachfragen steht der Präsident der GfbV International, Tilman Zülch,
> in
> Assen zur Verfügung unter Tel. 0151 153 09 888.
>
> Es folgt der offene Brief im Wortlaut:
>
> Offener Brief
>
> An den Ministerpräsidenten der Niederlande
> Herrn Dr. Jan Pieter Balkenende
> Postbus 20001, 2500 EA Den Haag
>
> Das Ministerium der Verteidigung der Niederlande
> Herrn Minister Henricus Gregorius Jozeph (Henk) Kamp
> Postbus 20 701, 2500 ES Den Haag
>
> Göttingen/Assen, 4.12.2006
>
> Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,
> Sehr geehrter Herr Minister,
>
> Sie werden am heutigen Montag, den 04.12.2006, 300 niederländische
> Soldaten des ehemaligen Dutchbat III Verdienstmedaillen verleihen. Dieses
> Bataillon hatte in den Jahren 1994/95 die Aufgabe, die bedrohte
> Bevölkerung der UN-Schutzzone von Srebrenica vor den serbischen
> Belagerern zu schützen. Im umgebenden Drina-Tal, von Zvornik bis
> hinunter nach Foca, hatten serbische Truppen zuvor bereits 1992
> Völkermord an den Bosniaken verübt. Die Region war ethnisch gesäubert.
> Die Überlebenden wurden vertrieben.
>
> Die niederländischen Truppen haben die Menschen von Srebrenica nicht
> geschützt. Sie haben versagt, wie die UNO insgesamt, wie Europa und die
> USA versagt haben. Das Ergebnis ist bekannt: 8376 Jungen und Männer
> wurden ermordet. Hunderte, möglicherweise bis zu 2000 Kinder, Frauen
> und Alte kamen ums Leben. Die Soldaten wurden Augenzeuge dieser
> Morde und sahen die Leichen in den geplünderten Häusern und an den
> Straßen und Plätzen, als die serbischen Einheiten einmarschierten.
> Ungezählte Alte und Kinder fielen den Strapazen, während der Flucht aus
> den 56 Dörfern der Enklave zum Opfer. Junge Mädchen wurden
> vergewaltigt und verschwanden oft für immer.
>
> Das Dutchbat III trägt Mitverantwortung für diese Tragödie. Die
> niederländischen Soldaten sind vor den eindringenden Serben davon
> gelaufen. Sie haben keinen Schuss abgegeben. Sie haben während dieser
> Tage den Verteidigern der Stadt die wenigen letzten Waffen und die
> spärliche Munition abgenommen. Aber sie haben nicht einmal versucht,
> die berüchtigten Mordformationen der maskierten "Weißen Tiger" Arkans,
> der "Schwarzen Adler", die Einheiten von Mladic oder die jugoslawische
> Bundesarmee zu entwaffnen. Und sie haben, laut "Ärzte ohne Grenzen",
> sogar die Behandlung der verwundeten und kranken Bosniaken verweigert.
> 38 verletzte Bosniaken wurden von Dutchbat im serbischen Hospital von
> Bratunac "entsorgt", einer nahgelegenen "bosniakenfreien" Stadt, in der
> 1992 2000 Bosniaken ermordet wurden. "Dutchbat -Soldaten fanden im
> März 1994 in Srebrenica ein schmutziges Chaos vor", heißt es in einer
> holländischen Chronik.
>
> Tausende von Männern irrten ziellos durch die Straßen. Die ständige Schar
> bettelnder Kinder, Menschen, die sich durch Müllhaufen wühlten. Die
> Bevölkerung der isolierten Stadt hungerte, während sogar die Dutchbat-
> Soldaten monatelang von Konserven leben mussten. Jede Verbindung der
> Einwohner mit der Außenwelt war unterbrochen. Ein Funkamateur hielt
> einzig den Kontakt der Eingeschlossen nach draußen aufrecht.
>
> Wofür also wollen Sie, verehrter Herr Ministerpräsident, Sie verehrter
> Herr
> Minister, Ihre erfolglosen, unglücklichen Soldaten eigentlich auszeichnen?
> Wir haben den Eindruck, Sie wollen von der Verantwortung der
> niederländischen Regierung aber auch der anderen international
> Verantwortlichen ablenken!
>
> Denn die damalige niederländische Regierung und nicht die UN gab den
> Befehl zur Evakuierung ihrer Truppen aus Srebrenica, ohne auch nur einen
> Gedanken an die tausenden Einwohner der Stadt zu verschwenden, die
> gerade unbewaffnet um ihr Leben rangen. Ihr Oberkommandierender
> Thomas Karremans tauschte mit Mladic Geschenke und prostete seinem
> Siege zu. Ihre Regierung verbot den Soldaten über den Völkermord zu
> sprechen. Vier Tage wurden sie völlig isoliert. UNO-Sonderberichterstatter
> Tadeusz Mazowiecki wurde das Gespräch mit ihnen verboten. Material,
> Fotos und Videoaufnahmen, verschwanden nach der Rückkehr. Karremans
> wurde befördert und verschwand als Militärattache in die USA.
>
> Weniger die Dutchbat-Soldaten als vielmehr Armeeführung und Regierung
> der Niederlande sind für den Verrat an den gejagten und schließlich
> vieltausendfach ermordeten Menschen von Srebrenica verantwortlich, für
> die verweigerte Hilfeleistung und für die Komplizenschaft mit den Mördern.
>
> Wir fordern:
>
> - dass sich die niederländische Regierung endlich bei den Überlebenden
> von Srebrenica entschuldigt
> - dass sie einen humanitären Fond für die überlebenden Frauen und Mütter
> von Srebrenica einrichtet
> - dass die Niederlande ein internationales Wiederaufbau- und
> Investitionsprogramm für Srebrenica initiieren.
>
> Sehr geehrter Herr Ministerpräsident, sehr geehrter Herr Minister, auch in
> den Niederlanden haben große Teile der Bevölkerung den verfolgten
> Juden damals die Hilfe versagt. Auszeichnungen Israels werden heute an
> jene verliehen, die damals die Bedrohten schützten und versteckten. Bitte
> zeichnen Sie jene mutigen Niederländer aus, die in den schlimmsten
> Stunden den Opfern von Srebrenica zur Hilfe eilten und jene, die ihnen bis
> heute zur Seite stehen.
>
> Mit freundlichen Grüßen
> Tilman Zülch*, Gesellschaft für bedrohte Völker Deutschland
> André Rollinger, Gesellschaft für bedrohte Völker Luxemburg
> Fadila Memisevic, Gesellschaft für bedrohte Völker Bosnien-Herzegowina
>
> *Träger des "Srebrenica Award Against Genocide 1995" der
> Mütterbewegung
> ======================================================
> Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV)
> Inse Geismar, Pressereferentin
> Postfach 2024, D-37010 Goettingen
> Tel.+49/551/49906-25, Fax:++49/551/58028
> E-Mail: presse at gfbv.de, Homepage:http://www.gfbv.de
> ======================================================
>
================================================
15 'Strangers into Citizens' - for the regularization of UK people without status
Von: John O <ncadc at ncadc.org.uk>
================================================
==========
NCADC News Service
==========
'Strangers into Citizens' - for the regularization of UK people without status
Like the campaign to abolish the slave trade, which finally succeeded 200 years ago, 'Strangers into Citizens' is driven by a religious and humanist consciousness of the innate human dignity of all human beings and an indignation at the denial of that dignity.
'Strangers into Citizens' Launched on Thursday 18th November 2006 will be a year-long campaign aimed at placing the destitution and exploitation of irregular ("illegal") migrants onto the political map by means of a public call for a new government policy that would introduce a one-off limited regularization for many thousands of people who have made new lives in the UK. These may be asylum overstayers, who for a host of reasons cannot or do not want to return to their countries; but they also include a large number of "economic migrants" who have made new lives in the UK yet are forced to live and work in a state of illegality, deprived of rights and vulnerable to exploitation.
'Strangers into Citizens' seeks to persuade government and other parties of the need for regularization, by awakening consciences in UK media and society; lobbying of government and opposition parties; building a coalition from business, agriculture, and the health sector; the mobilization of religious groups; a "citizen's report" into the reality of irregular migrants; popular assemblies and meetings; as well as through campaign literature, websites, and so on.
The campaign will be successful if (a) regularization enters public debate; (b) one or more political parties agrees to it; or if not, (c) politicians find policy alternatives that would meet popular disquiet over the plight of irregular migrants; (d) the question of the human rights of irregular migrants becomes a key moral issue in the national political conversation.
A 'Citizen's Campaign'
'Strangers into Citizens' has arisen from concerned citizens from faith communities who have befriended irregular migrants and are indignant at the precariousness of their condition, as well as irregular migrants involved in or connected with those communities.
All of those who care about this issue ask why it is permissible for a wealthy society which has benefited hugely from the influx of migrants in the past 10-15 years should condemn more than half a million people to insecurity, exploitation and a legal condition in many ways worse than that of prisoners. They question the moral legitimacy of allowing such conditions as part of a strategy of "looking tough" on immigration. They say the dignity of human beings should not be sacrificed for political ends. They say it is wrong to condemn to a precarious state of illegality those who, for very human reasons, have chosen to remain in the UK and make a new life here, and who in many cases have children in schools and make a vital contribution to the nation's economy and society.
The religious communities - churches, mosques and temples - who make up the Citizens Organising Foundation alliance are concerned, too, at the effect on the common good of allowing so many people to live beyond the law. Here are a large number of people in Britain who contribute to the flourishing of the British economy and society but who are neither accountable to the law (through the payment of taxes); nor do they enjoy the protection of the law (through employment legislation). Unable to be law-abiding through no fault of their own, they are condemned to live as outlaws. No stable, decent society can allow such a large number of people to exist beyond the reach of the law, without the law and the common good of that society suffering as a result.
'Strangers into Citizens' is a new campaign driven by a very old concern, which has become pressing in the context of globalization and the unprecedented movement of peoples across the world to which it has given rise.
Examples set by other countries
Granting legal status to 'irregular workers' is neither new nor specific to the UK. It has already happened in Spain, Italy, France, Germany, Belgium and the US. Since the 1970s, the EU states have regularized a total of 3.5 million people, mostly between 1995 and 2000. In 1986, the US gave residence permits ("green cards") to 2.7 million people. Spain has had six regularization schemes since 1985, legalizing approximately 1.3 million irregular immigrants. On 14 November 2006 Germany announced legislation that would allow some 190,000 asylum-seekers whose cases have been unresolved for years to legally remain in the country. Netherlands: MPs voted on the 30th December 2006 to grant pardon to 26,000 long term asylum seekers
Our proposal
Regularization schemes need eligibility criteria. Different European countries have applied different criteria at different times. We propose that those who are eligible be admitted to a two-year "sponsored pathway" into full citizenship. This idea of "sponsored regularization" reflects the way in which this idea has flowed upwards from faith and other communities which have befriended irregulars and can vouch for them.
Those who would be eligible would have: five years of continuous residence in Britain; no criminal record; character references from community leaders or businesses; and proficiency in English language.
During their two-year "pathway" the migrants would be allowed to work. At the end of that period, they would present positive character and employer references, and be admitted to full citizenship.
Regularization:
o Recognizes the dignity of human beings who have made new lives in Britain;
o Extends and reinforces the rule of law;
o Makes it easier to police undesirable elements in British society;
o Helps to enforce a stricter immigration policy;
o Levels the playing-field for low-paid workers;
o Enables businesses to employ legally the skilled labour it needs;
o Brings irregular migrants out into the light, allowing them to play a full part in society;
o Ensures that tens of thousands of British workers receive the protection of the law
o Shrinks the black economy;
o Frees up billions of pounds in taxes for the Exchequer;
o Enables local authorities to plan better for the needs of its populations;
o Builds a more cohesive British society, at peace with itself;
o Turns outlaws into neighbours, and strangers into citizens - in the best traditions of British pragmatism and humanitarianism.
Campaigners say UK migrant workers should be made citizens
http://www.ekklesia.co.uk/content/news_syndication/article_061119migrant.shtml
Support Strangers into Citizens
Can you and/or your community support the campaign, either through actively participating or through funding?
Please contact:
Dr Austen Ivereigh
Campaign Co-ordinator
'Strangers into Citizens'
Citizens Organising Foundation
112 Cavell St
London E1 2JA
Tel. 020 7375 1658
Mob. 07905 224860
Email Austen.ivereigh at cof.org.uk
Citizens Organising Foundation
http://www.cof.org.uk/
End of Bulletin:
Source for this Message:
'Strangers into Citizens'
================================================
================================================
16 November 2006 - worst month for conflict prevention in 40 years
Von: John O <ncadc at ncadc.org.uk>
================================================
==========
NCADC News Service
==========
November 2006 - Continuing conflicts that create refugees
CrisisWatch No 40 - 1st December 2006
November was the worst month for conflict prevention since CrisisWatch began publication 40 months ago. Fourteen situations deteriorated in November, with seven conflict risk alerts (in anticipation of new or significantly escalated conflict).
Iraq, Sectarian killings in rose to their worst levels since the U.S.-led invasion in 2003.
Chad, violence in eastern increased dramatically, with over 60 villages attacked and hundreds killed.
Sudan, major fighting erupted in south Sudan between the People's Liberation Army and the Sudanese Armed Forces in the first major violation of the 2005 north-south peace agreement.
Somalia, a draft UN Security Council Resolution recommending a regional intervention force and a partial lifting of the arms embargo threatened to generate a full-scale war.
Lebanon, political killing and Shiite resignations in increased polarization and brought the government close to collapse.
Côte d’Ivoire, became potentially explosive as relations soured further between the prime minister and president, and security forces allied to the latter took to the streets of Abidjan.
Azerbaijan, Bolivia, Burundi, Central African Republic, Colombia, Fiji, India (non-Kashmir) and Tonga also showed deteriorating situations.
Unchanged Situations
Afghanistan, Albania, Algeria, Angola, Bahrain, Bangladesh, Basque Country (Spain), Belarus, Bosnia & Herzegovina, Chechnya (Russia), Cyprus, Democratic Republic of Congo, Ecuador, Egypt, Ethiopia, Ethiopia/Eritrea, Georgia, Haiti, Indonesia, Iran, Israel/Occupied Territories, Kashmir, Kazakhstan, Kosovo, Liberia, Macedonia, Madagascar, Mali, Mauritania, Moldova, Myanmar/Burma, Nagorno-Karabakh (Azerbaijan), Nigeria, North Caucasus (non-Chechnya), North Korea, Northern Ireland (UK), Pakistan, Philippines, Rwanda, Serbia, Sierra Leone, Solomon Islands, Somaliland (Somalia), Sri Lanka, Syria, Taiwan Strait, Tajikistan, Thailand, Timor-Leste, Turkey, Turkmenistan, Uganda, Ukraine, Uzbekistan, Venezuela, Yemen, Zimbabwe
Improving situations
Three conflict situations showed improvement in November 2006. In Nepal, rebel Maoists and the interim government signed a historic peace deal, ending a 10-year war. Senegalese President Wade met with Casamance leaders in an effort to consolidate peace, announcing several measures for reconstruction and reconciliation. A newly adopted constitution in Kyrgyzstan establishing parliamentary checks on presidential power was ratified, thus easing tensions after mass opposition protests.
Conflict Risk Alerts for December
Bangladesh, Central African Republic, Chad, Côte d’Ivoire, Fiji, Lebanon, Somalia.
International Crisis Group
http://www.crisisgroup.org/home/index.cfm?id=4557&l=1
End of Bulletin:
Source for this Message:
International Crisis Group
http://www.crisisgroup.org/home/index.cfm?id=4557&l=1
================================================
17 Strafanzeige gegen Rumsfeld und andere
Von: Arbeiterfotografie <arbeiterfotografie at t-online.de>
================================================
Liebe Leute,
anbei eine eMail des Hamburger Rechtsanwalts Armin Fiand mit der Bitte um Beteiligung (Name und Anschrift eintragen, unterschreiben und per Postabschicken) und Weiterverbreitung...
Mit besten Grüßen
Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann
Arbeiterfotografie - Forum für Engagierte Fotografie
Anneliese Fikentscher
Andreas Neumann
Merheimer Str. 107
D-50733 Köln
Tel: 0221/727 999
Fax: 0221/732 55 88
eMail: arbeiterfotografie at t-online.de
Web: www.arbeiterfotografie.com
Liebe Leute,
die Medien haben darüber berichtet:
Ein internationales Bündnis renommierter Rechtsanwalts- und Menschenrechtsorganisationen sowie elf Folteropfer haben am 14. November 2006 beim Generalbundesanwalt in Karlsruhe Anzeige gegen den ehemaligen US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld, den ehemaligen CIA-Chef George Tenet, die ehemaligen Regierungsjuristen John Yoo und Jay Bybee, General Ricardo Sanchez sowie weitere Mitglieder und Angehörige der US-Regierung und US-Streitkräfte erstattet. Ihnen wird darin vorgeworfen, Kriegsverbrechen begangen sowie gegen die UN-Anti-Folterkonvention verstoßen zu haben.
Die Anzeige hat der bekannte und sehr aktive Berliner Rechtsanwalt Wolfgang Kaleck eingereicht. Sie ist eingehend und juristisch überzeugend begründet (383 Seiten!). Ich meine, daß die Aktion unsere volle Unterstützung verdient. Diese Unterstützung sollten wir konkret in der Weise leisten, daß wir uns der Anzeige anschließen. Nach beiliegendem Muster.
Vervollständigt bitte den Text, unterschreibt ihn und sendet die Erklärung sodann möglichst umgehend mit der normalen Post (bitte keine Mail und kein Fax) an den Generalbundesanwalt. Je mehr sich der Anzeige anschließen, umso besser. Zu wünschen wäre, daß der Generalbundesanwalt ganze Waschkörbe voller Post erhält. Er muß jedem eine Antwort geben.
Die Anzeige selbst und die hierzu herausgegebenen Pressemitteilungen können auf der WebSite der Rechtsanwälte Kaleck http://www.diefirma.net/
abgerufen werden.
Mit den besten Grüßen
Armin Fiand
Rechtsanwalt
Minsbekweg 4 a
22399 Hamburg
tel.: 040-60849595
handy: 0174-4651407
fax: 069-1330-4218963
email: fiand at arcor.de
================================================
================================================
18 ASt - Frankreich: Sarkozys Gesetzesentwurf zur „Kriminalitätsvorbeugung“
Von: ASt-LFI <ast-lfi at gmx.net>
================================================
Frankreich: Sarkozys Gesetzesentwurf zur „Kriminalitätsvorbeugung“
Wie die Regierung auf den Aufstand der Vorstädte reagiert
(aus: Red Newsletter Nr. 245; Informationsdienst des ArbeiterInnenstandpunkt,3. Dezember 2006, www.arbeiterInnenstandpunkt.net)
Seit Jahren bauen die liberalen Politiker soziale Rechte ab und machen die Lage der Lohnabhängigen immer prekärer und die soziale Unsicherheit größer, so z.B. durch die Reform der Sozial- und Krankenversicherung und der Renten, durch die Einschränkungen der Kranken- und Altenpflege, durch die Wohnungsnot. Die EmpfängerInnen des RMI (Mindestlohns) werden immer zahlreicher und die Lebensbedingungen in den Vorstädten schwieriger. Die Ungleichheiten war noch nie so groß: der Kapitalismus produziert Arbeitslosigkeit, Ausgrenzung und Not in immer größerem Maßstab. Der Sozialabbau geht mit immer repressiveren Gesetzen einher, da die Bourgeoisie ihr eigenes System nur so schützen kann. Es geht also für sie darum, die untersten Schichten als „Terroristen“ zu brandmarken.
Der französische Senat hat am 21. September einen Gesetzesentwurf gegen die Kriminalität angenommen, den die Nationalversammlung am 21. November prüfen soll. Am 5. Dezember wird das Gesetz endgültig verabschiedet.
Dieses Gesetz wird seit über drei Jahren auch von allen, die damit beruflich zu tun haben, bekämpft: so von den Beschäftigten im sozialen und medizinisch-sozialen Bereich, der Justiz und der Erziehung, aber auch von verschiedenen Organisationen (z.B. der Liga zur Verteidigung der Menschen- und Bürgerrechte) und den Gewerkschaften (CGT, FSU, Solidaires ...), die zusammenarbeiten und zu einer Demo am 18. November mit einem gemeinsamen Flugblatt aufgerufen haben.
Was beinhaltet dieses Gesetz?
Es stellt die Gleichheit der Grundrechte in Frage und will gewisse Gesellschaftsschichten zum Sündenbock machen, indem es prekäre Familien, Immigranten, Minderjährige, Geisteskranke, Drogenkonsumenten, das fahrendes Volk usw. als gesellschaftliches Risiko amalgamiert. Verdacht und Repression sollen also anstelle von Schutz, Unterstützung, Pflege und Grundversorgung treten.
Zum Beispiel erlangt z.B. ein Bürgermeister mit diesem Gesetz das Recht, polizeiliche Gewalt auszuüben und kann sogar mit einer „Mahnung zur Ordnung“ fast richterliche Gewalt ausüben. Er könnte unliebsame Menschen leichter evakuieren lassen; er könnte auch in die Erziehung und die Gesundheitsvorsorge durch einen „Rat der Familienrechte und -Pflichten“ eingreifen, d.h. einen elterlichen Verantwortungsvertrag abschließen, Familienhilfen kürzen oder in die medizinischen Betreuung eingreifen und so auch die ärztliche Schweigepflicht aufheben. Auch das Vertrauen zwischen Sozialarbeitern und Leuten in Schwierigkeiten würde somit unterhöhlt. Es würde zu einer Stimmung des Misstrauens und einer Vermischung der Befugnisse führen, die Bürgermeister würden zu einer Art „Sheriff“ mutieren - ganz in der gaullistischen Tradition.
Die Gerichtsverfahren für Minderjährige würden ähnlich denen für Volljährige aussehen. Das Gesetz erlaubt den Behörden auch, jemanden von Amts wegen ins Krankenhaus einzuweisen. Alle Krankenorganisationen, Ärzte und Psychiater denunzieren diese Vermischung von Geisteskrankheit und Kriminalität.
Der Oberstaatsanwalt könnte auch Ausweiskontrollen und Blutabnahmen am Arbeitsort ausführen lassen, wenn er jemanden des Drogenverbrauchs verdächtigt, was die Einspruchsrechte der Arbeitsmedizin und der Hygiene- und Arbeitssicherheitsausschüsse, d.h. die VertreterInnen des Personals, aushebeln würde.
Da niemand ausschließen kann, soziale, persönliche oder erzieherische Probleme mit seinen Kindern zu haben, sind praktisch alle von diesem Gesetz betroffen, das die die sozialen Grundrechte und -Freiheiten untergräbt, um einen Polizeistaat zu etablieren.
In ganz Frankreich fanden am 18. November Demos statt, so in Paris, Toulouse, Marseille, Rennes, Nantes, Angers, Bordeaux und Straßburg. Etwa 6.000 waren allein in Paris mit Parolen wie „Mit Sarko werden wir alle Straffällige!“, „Erzieher, keine Denunzianten!“ oder „Greif mein Berufsgeheimnis nicht an!“ unterwegs. Sogar Bürgermeister nahmen an der Demo teil, manche mit einem „Bürgermeister-Cowboy-Hut“.
Im Zusammenhang mit der kommenden Präsidentenwahl 2007 dient dieses provokative Gesetz auch dazu, rechtsextreme Wähler - z.B. die Anhänger Le Pens - zu ködern, ein Ziel, das Sarkozy schon seit Jahren verfolgt.
Nur ein gemeinsamer Kampf gegen die Allmacht der herrschenden Klasse, welche „die Ordnung“, also ihr kapitalistisches Krisensystem schützen will, kann eine solche Demagogie und solche repressiven Maßnahmen vereiteln.
Wir müssen also die Aktivitäten ausweiten und noch mehr Menschen dafür mobilisieren. Statt mehr Repression brauchen wir mehr Mittel für Wohnungen, Gesundheit, Erziehung, garantierte soziale Rechte und öffentliche Daseinsvorsorge!
================================================
================================================
19 [Gipfelsoli Newsletter] Genua -- Heiligendamm
Von: Öffentlicher Verteiler der Gipfelsoli-Infogruppe <gipfelsoli-l at lists.nadir.org>
================================================
Gipfelinfo - Meldungen über globalisierte Solidarität
und die Proteste gegen unsolidarische Globalisierung
------------------------------------------------------ www.gipfelsoli.org --
- "Ich habe Carlo Giuliani nicht erschossen"
- NACHBETRACHTUNG: ROSTOCKER AKTIONSKONFERENZ GEGEN G8
- Portal der deutschen G8-Präsidentschaft 2007 online
- Stadtvertreter entscheiden über Weg zur Seebrücke von Heiligendamm
------------------------------------------------------------------------------
"Ich habe Carlo Giuliani nicht erschossen"
NACHBETRACHTUNG: ROSTOCKER AKTIONSKONFERENZ GEGEN G8
Portal der deutschen G8-Präsidentschaft 2007 online
Stadtvertreter entscheiden über Weg zur Seebrücke von Heiligendamm
Eine kleine kalabrische Zeitung hat am 29. November ein Interview mit Mario
Placanica veröffentlicht, der im Juli 2001 in Genua Carlo Giuliani getötet
haben soll. Das Gespräch sorgte im Ganzen Land für Aufsehen. Carlos Mutter
Haidi forderte daraufhin Personenschutz für den Ex-Carabiniere.
Mario Placanica saß am zweiten Tag der Proteste gegen den G8-Gipfel 2001 in dem
Jeep, aus dem die Schüsse gefallen sein sollen, durch die jene schon im Vorfeld
des Gipfels formulierte Prophezeiung, es werde einen Toten geben, Realität
wurde. Eine seriöse Untersuchung des Ereignisses fand nie statt, eine
gerichtliche Klärung wurde durch den Freispruch des Carabiniere am 5. Mai 2003
verhindert. Von Anfang an hatte die Arbeitsweise der ermittelnden Staatsanwälte
auf einen solchen Ausgang hingedeutet. Die gerichtliche Feststellung eines
rechtmäßigen Waffengebrauchs und einer Handlung in Notwehr, die das Urteil auf
äußerst fragwürdige, ja abenteuerliche Weise begründeten, bestätigten knapp
zwei Jahre später den Verdacht, den kritische Beobachter schon früh
ausgesprochen hatten. Das Fazit der Justiz besiegelte die Deutung des
Geschehens auf der Piazza Alimonda, wie sie offenbar gewünscht war: der
Getötete sollte zum Aggressor, der Mörder zum Opfer gemacht werden. Der arme
Carabiniere aus dem tiefen Süden eignete sich zum Zweck der Stilisierung als
Opfer ausgesprochen gut: blutjung und aus einfachen Verhältnissen, kein
Berufssoldat, sondern Carabiniere im Wehrpflichtigendienst, also ein idealer
Sympathie- und Mitleidskatalysator.
Der Katalog der eklatanten Ungereimtheiten und nicht geahndeten Verbrechen, die
unterschiedlichste Menschen nach und nach dokumentierten wurde von der Justiz
nicht berücksichtigt. So versuchen jene, die der Meinung sind, dass die vom
Gericht unterstellte Wahrheit noch einmal eingehend hinterfragt gehört, über
einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss zu einer Revision und
Vervollständigung der bislang geltenden offiziellen Auslegung der Ereignisse
vor und nach dem Tod von Carlo Giuliani. Nach wochenlangem Tauziehen sollte die
Diskussion des entsprechenden Gesetzesentwurfes exakt nächste Woche von der
Tagesordnung des zuständigen Gremiums genommen werden. Nun sorgte ausgerechnet
der gerichtlich zertifizierte Täter in Unschuld dafür, dass es womöglich doch
noch anders kommt. Der Ex Carabiniere will es nämlich nicht mehr gewesen sein,
was er in einem ausführlichen Interview am 29. November erstmals bekannt gab,
um es alsbald in zahlreichen Interviews an Funk und Presse, um die er wegen der
Brisanz der auf den Seiten von CalabriaOra publik gemachten Aussagen umgehend
gebeten wurde, erneut bestätigte.
Das Interview bestätigt etliche Thesen der Menschen, die sich mit den
Schlussfolgerungen des Gerichts nicht abfinden können und wollen. Die Kräfte Im
Prodi-Bündnis, die für einen Untersuchungsausschuss eintreten und die Familie
Giuliani bekräftigten daraufhin erneut die unabdingbare Notwendigkeit eines
solchen Ausschusses. Das Berlusconi-Lager kündigte seinerseits an, es werde
"auf die Barrikaden gehen",um dies zu verhindern. Die Rechte hüllt sich in
Schweigen, wie erstarrt. Die Kommandantur des Heeres der Carabinieri hat
rechtliche Schritte gegen Placanica angekündigt. Zeitungsberichten zufolge war
das Innenministerium schon am Vorabend der Veröffentlichung informiert. Es
heißt, es habe in den Hallen des Ministeriums eine "vertraulichen Unterredung"
mit Placanica stattgefunden. Die Mutter von Carlo Giuliani forderte nach
Lektüre des Interviews Personenschutz für den ehemaligen Carabiniere. Noch am
Abend des 29. November traf dieser im italienischen Fernsehen mit dem Vater von
Carlo zusammen. Am 1. Dezember berichteten die Medien, Placanica habe, auf
entsprechende Frage eines Interviewers hin zum Ausdruck gebracht, dass er der
Familie Giuliani sagen wolle: "abwarten, wir werden es schaffen, diese Wahrheit
ans Licht zu bringen, ich will es, aber man hat mir schon gesagt, dass nichts
dabei rauskommen wird... Ich sage nicht wer, reden wir nicht davon". Eine
unumwundene, eindeutige Einschätzung wagt niemand. Der Öffentlichkeit im
Ausland fehlt grundsätzlich die Kenntnis von wesentlichen Hintergründen und
Zusammenhängen, die für eine Einschätzung und Bewertung erforderlich sind. Der
Text des Interviews wird vor diesem Hintergrund zunächst ohne weitere
Wiedergabe von Fakten Hintergründen kommentarlos öffentlich gemacht.
"Ich habe Carlo Giuliani nicht erschossen"
CalabriaOra
29.11.2006
Wann bist du in Genua angekommen?
Wir kamen am 17. Juli an
Welchem Bataillon warst du zugewiesen?
Ich war bei dem Bataillon Sicilia
Wie lange warst du Angehöriger des Bataillons?
Seit Dezember 2000
Hattest du zuvor schon Einsätze im Bereich der Sicherung der öffentlichen
Ordnung ?
Ja, einen banalen Ordnungsdienst im Stadion von Palermo
Welches Klima hast du vorgefunden, als du in Genua eingetroffen bist?
Wir waren müde. Die Abläufe zur Unterbringung waren langwierig und entnervend
Gab es Austausch unter Kollegen?
Es herrschte eine unbeschreibliche Anspannung
Bemühten sich die Offiziere darum, euch zu beruhigen?
Die Vorgesetzten brüllten die ganze Zeit
Welche Befehle wurden euch für die G8 Tage erteilt?
Man sagte uns, dass die Situationen ["Lagen", würde die Polizei auf
Polizeideutsch sagen, d.ü.] von einer etwas besonderen Art sein würden, nicht
so, wie Normalfälle im Bereich der öffentlichen Ordnung, sondern etwas mehr als
das
Wie ist das zu verstehen?
Sie sagten uns, dass wir aufpassen müssten, sie erzählten uns, dass man uns mit
Beuteln voll mit infiziertem Blut bewerfen würde. Es fühlte sich an, als
müssten wir in den Krieg ziehen.
Man hat gesagt, dass einige von Drogen Gebrauch machten, um auf Touren zu
bleiben
Soweit ich weiß, nein. Sicher lgab es Aufregung, die außerhalb der Norm war.
Auch das kann [also, A.d.Ü] sein. Ich habe [aber, A.d.Ü] nie davon Gebrauch
gemacht.
Wo hatte man dich an jenem Morgen des 20. Juli eingesetzt?
Man hat uns in der Nähe des Messegeländes aufgestellt, zusammen mit einigen
Polizisten. Es hat einige Sturmeinsätze auf dem Lungomare [Küstenstraße und
Promenade, d.Ü.] gegeben, aber nur, um die Masse zu lockern [Umschreibung für
den Begriff "cariche di alleggerimento", die zumindest theoretisch nicht gleich
die endgültige Auflösung einer Versammlung bezwecken, d.Ü.]. Wir waren an den
Stürmen beteiligt, bei denen der Carabinieri-Mannschaftswagen angezündet wurde.
In jener Situation wurde ich angewiesen, Tränengas abzuschießen, um die
Demonstranten auseinander zu treiben. Kurz darauf nahm mir der Major Cappello
aber den Granatwerfer ab, weil er der Meinung war, dass ich unfähig sei. Ich
schoss in parabolischen Bahnen, so hatte man es mir beigebracht, er aber fing
an, auf Mannshöhe zu schießen, wobei er einige Personen im Gesicht traf.
Vollkommen irre Sachen
Wann war es so weit, dass dir schlecht wurde?
Ich musste den Tränengaspatronen die Lasche abnehmen und sie dem Major Cappello
reichen. Wenn man die Lasche abnimmt, entflieht ein wenig Gas, so kam es dazu,
dass mir schlecht wurde. Daraufhin hat man mich in eine Straße gebracht, die
zur Piazza Alimonda führt [Der Platz, auf dem später Carlo Giuliani umkam, d.
Ü.]. Unterwegs habe ich alles Mögliche gesehen, ich habe gesehen, wie Oberst
Truglio [der in der Rangordnung der Carabinieri in Genua der zweithöchste
überhaupt war, d. Ü.] und Major Cappello [Auch ein Offizier und wie Truglio
Angehöriger des Fallschirmjäger-Elitekorps "Tuscania", d.ü.] einige Personen
mit Fotoapparat schlugen, bis sie bluteten. Ich begann, mich zu übergeben, da
haben sie mich in den Jeep einsteigen lassen
Wer wart ihr, an Bord des Defender?
Da waren ich, Cavataio, Carabiniere im zweijährigen Dienst [Placanica war bloß
Wehrdienstleistender, d.Ü.] und Raffone, ein ausiliario [Carabinere im
Wehrpflichtdienst, d.ü.], der zusammen mit mir hinten saß.
War niemand dabei, der Erfahung hatte?
Ja, nur wir
War noch ein Jeep neben dem euren?
Ja, es gab einen anderen Defender [Serienname des Gefährts der Marke Land Rover,
d.ü.], der den Oberst Truglio an Bord hatte. Verantwortlich für unseren Wagen
war der Major Cappello
Waren weitere Kollegen vor Ort?
Vor uns war der Zug der Carabinieri, der uns beschützte
Die Bilder zeigen, wie der Sturm der Demonstranten losgeht. Was hast du gesehen?
Die Carabinieri sind davon gelaufen,sie haben uns überholt. Wir sind rückwärts
gefahren und bei einem Müllcontainer steckengeblieben
Was ist dir von diesen Augenblicken in Erinnerung geblieben?
Nur höllischer Lärm
Was ist euch durch den Kopf gegangen, als ihr stecken geblieben seid?
Sie haben uns allein gelassen, sie haben uns im Stich gelassen. Sie hatten die
Möglichkeit, einzugreifen, weil Carabinieri da waren und Polizei auch. Sie
konnten stürmen, um die Demonstranten auseinander zu treiben, aber sie haben
nichts getan. Jener Augenblick ist von ewiger Dauer gewesen.
Wann hast du die Pistole gezogen?
Als ich Blut an meinen Händen gesehen habe. Ich war am Kopf getroffen worden.
Ich habe die Pistole gezogen und sie geladen
Was sahst du vor dir?
Ich sah praktisch nichts, ich lag fast in der Horizontalen, nur Raffone war ein
wenig stärker aufgerichtet. Der Feuerlöscher landete gegen mein Schienbein,
durch Treten mit den Füßen habe ich ihn wieder herunter geworfen. Sie fuhren
mit diesem Werfen von Gegenständen fort, ich habe geschrien, dass ich schießen
werde. Dann habe ich in die Luft geschossen.
Bist du überzeugt, dass du in die Luft geschossen hast?
Ich bin überzeugt, dass ich in die Luft geschossen habe. Ich habe nicht gezielt,
es ist die Wahrheit.
Wie viele Schüsse hast du abgefeuert?
Zwei Schüsse, alle beide in die Luft
Befandest du dich im Sitzen?
Ich lag, mit dem nach oben erhobenen Arm, im Innenraum des Defender. Die Hand
war über dem Ersatzreifen des Defender
Hast du nur deine beiden Schüsse gehört?
Ja. Nach den beiden Schüssen ist ein weiterer Carabiniere an Bord gestiegen, der
Rando di Messina heißt und sein Schild vor die Scheibe, die sie zerbrochen
hatten gestellt hat. Vorne ist ein Stabsfeldwebel vom Tuscania eingestiegen,
von dem ich den Namen nicht mehr weiß. Dann sind wir losgefahren. Wir waren auf
dem Weg ins Krankenhaus, aber wir mussten einen Umweg machen, weil auf der
Straße Demonstranten waren, die von Agnoletto [Heute Europaparlamenarier,
damals Sprecher des Genoa Social Forum und Frontgestalt der pazifistischen
G8-Kritiker Gruppen, d.&Üuml;.], die uns nicht durchlassen wollten. In der
Rettungsstelle haben sie mich stationär aufgenommen, weil ich viel Blut
verloren hatte.
Habt ihr nicht gemerkt, was auf der Piazza Alimonda passiert war?
Nein, vom Tod von Carlo Giuliani habe ich um 23 Uhr erfahren, als Carabinieri
mit einem Major ins Krankenhaus kamen. Sie haben mir die Nachricht aber nicht
im Krankenhaus gegeben. Sie haben meine Entlassung veranlasst, mich die
Krankenakte unterschreiben lassen und in die Kaserne geführt. Dort haben sie
mir gesagt, dass ich einen Demonstranten getötet hatte
Wie hast du dich in dem Augenblick gefühlt?
Für mich ist die Welt untergegangen. Ich wusste, dass ich geschossen hatte, ich
war aber überzeugt, in die Luft geschossen zu haben.Sie haben mich verhört, sie
haben mich unter Druck gesetzt und ich habe das beantwortet, was ich zu
beantworten in der Lage war. Sie haben versucht, mich Schwerwiegenderes sagen
zu lassen, aber ich habe es gesagt, dass ich nicht direkt [er meint: geradezu,
d. Ü.] geschossen hatte.
Wie lange dauerte das Verhör?
Zirka eine Stunde, um Mitternacht herum
Und was ist dann passiert?
Sie haben mich zum Messegelände zurückgebracht. [Auf dem Messegelände befand
sich die Einsatzzentrale d.ü.]
Welche Umgebung hast du vorgefunden, als du in die Kaserne zurück gekommen bist?
Sie nannten mich den Killer. Die Kollegen feierten. Sie haben mir eine Barett
des Tuscania geschenkt. "Willkommen im Club der Mörder" haben sie gesagt.
Freuten sich die Kollegen über das, was geschehen war?
Ja, sie freuten sich. Sie sagten: "Morte sua, vita tua" [Abwandlung der
lateinischen Redewendung "mors tua vita mea", dein Tod ist mein Leben. Hier:
Sein Tod ist dein Leben, d. ü.], sie sangen Lieder. Sie haben ein Lied über
Carlo Giuliani gemacht
Wie fühltest du dich?
Ich war abwesend, ich wollte mit niemanden zusammen sein, ich fühlte mich zu
schlecht
Drei Tage später haben sie dich nach Palermo zurück geschickt.
Ich war froh, jenen Ort zu verlassen. Kaum war ich aber in Sizilien aus dem Bus
gestiegen, wurde ich vom Oberst geohrfeigt.
Warum?
Vielleicht wollte er mich aufrütteln, ich weiß es aber nicht
Wie haben dich die Kollegen in Palermo aufgenommen?
Alle stellten Fragen, wollten sich informieren. Das war ein psychischer Druck,
sag' ich dir!
Wann bist du denn nach Hause gekommen?
Nach einer Woche in Palermo haben sie mir dreißig Tage Rekonvaleszenz gegeben.
Sie haben mich aber in die Kaserne in Sellia [d.h. in seiner Heimatregion
Kalabrien, d. Ü.] geschickt und meine Eltern konnten nicht rein. Mein Vater lag
übrigens in Catanzaro im Krankenhaus. Zwar verließ ich heimlich die Kaserne.
Aber bis Catanzaro zu kommen, das habe ich nicht geschafft.
Was hast du dir dazu gedacht: war es, um dich zu beschützen, oder wollten sie
nicht, dass du dich äußerst?
Ob sie mich beschützten wollten, oder ob sie sich vor etwas fürchteten, das weiß
ich nicht. Auch weil sie in jenen Tagen sofort die Psychologen eingesetzt haben,
um mich zu untersuchen. Aber ich, was hatte ich denn überhaupt für eine
Krankheit...
Nun ja, die Tatsache zu akzeptieren, dass man einen jungen Menschen erschossen
hat, ist sicher...
Aber ich war nicht sicher, dass ich ihn getötet hatte. Mich überkamen Zweifel,
weil: wenn ich in die Luft geschossen habe, wie können sie sagen, dass ich ihn
im Gesicht getroffen habe, dass ich ein Scharfschütze bin?
Hattest du vor dem einen Tag schon geschossen?
Drei mal auf dem Schießübungsplatz, ich schaffte keinen einzigen Treffer. Ich
war nicht gut mit der Pistole, deshalb haben sie mich zum Bataillon geschickt.
Auf die Wachen schicken sie die Besseren, die anderen gehen in die Bataillone
Nach der Zeit in Sellia, bist du nach Sizilien zurück...
Da haben die Probleme angefangen. Weil all die Fragen ein unglaublicher Stress
waren. Kurzum, ich habe angefangen, mich krank zu melden. Sie haben mich nach
Catanzaro versetzt, in die Abteilung der Kommandantur, dann habe ich einen
Integrationskurs auf Sardinien besucht. Da ging es aber auch mi der Fragerei
weiter und ich habe den Kurs nicht einmal zu Ende gemacht. Ich bin nach
Kalabrien zurück, wo ich angefangen habe, in unregelmäßigen Abständen zu
arbeiten.
In dieser Zeit kommt es zu einer weiteren Episode, die für Diskussionen gesorgt
hat. Du überlebst auf wundersame Weise einen Autounfall.
Ich hatte plötzlich die Kontrolle über das Fahrzeug verloren. Das Lenkrad war
wie blockiert, ich konnte nicht mehr lenken
Nach dieser schwierigen Phase ging es dir aber langsam besser, am 22. November
2004 hast du dich im Militärkrankenhaus einer psychiatrischen Untersuchung
unterzogen, um wieder in den Dienst zu treten.
Ich hatte lang Zeit nicht mehr gearbeitet, ich wollte wieder anfangen, ich war
wieder gelassener, hatte mich gerade verlobt. Nach dem er mich untersucht
hatte, sagte mir der Dr. Pagnotta vom Militärkrankenhaus, dass ich tauglich
sei. Ich brachte den Attest zur medizinischen Kommission, aber die drei
Offiziere von der Kommission berücksichtigten ihn nicht und sagten mir, ich
solle mich noch einmal untersuchen lassen.
Warum eine weitere Untersuchung?
Das haben sie mir nicht gesagt. Sie haben mich zur Frau DR. Vittorina Palazzo
geschickt. Meiner Meinung nach hatten sie schon beschlossen, mich zu entlassen.
Die Ärztin hatte ich bereits in der Villa Bianca kennengelernt. Ich war da
gewesen, weil ich zum Schlafen bestimmte Tropfen einnahm. Sie aber gab mir,
ohne mich zu untersuchen, Aldol. Ich schlief täglich zwanzig Stunden, sie hat
mich ruiniert, sie hätte mir das nicht verabreichen sollen.
Am 13. Dezember 2004 hast du dich dieser weiteren Untersuchung unterzogen. Was
passierte dann?
Die Ärztin hat mich für untauglich erklärt. Die Welt ist für mich
zusammengebrochen.
Hättest du denn um Zuweisung in den den inneren Dienst bitten können?
Sie haben mir geraten, den Antrag zu stellen und ich habe es getan. Sie haben
dem Antrag nicht statt gegeben, weil ich mich noch im befristeten Dienst befand
und damit keinen regulären Eingliederungsstatus im Heer [Die Carabinieri sind
ein militärische Organisation, d.Ü.] hatte. Die vier Jahre waren bereits
abgelaufen, sie haben es aber nicht berücksichtigt.
Hast Du Widerspruch beim Verwaltungsgericht eingelegt?
Sie sagen aber, dass meine Rückkehr nicht tolerierbar ist. Sie haben meinen
Antrag auf Verwendung im Innendienst angeführt und behauptet, dass ich bereits
bewusst die Bürotätigkeit anstrebte, wo sie es doch waren, die mir dazu rieten,
den Antrag zu stellen. Und sie haben nicht gelten lassen, dass mir der zivile
Einsatz im Innendienst durch den Dienstunfall zusteht
Warum wollen sie dich nicht mehr?
Ich bin ein Sündenbock, der benutzt wird, um jemanden zu decken. Die Tore sind
für Placanica dicht.
Wäre es der Logik nach nicht günstiger gewesen, dich ruhig zu halten und nicht
alleine zu lassen?
Aber wenn ich wegen psychischen Störungen entlassen werde, glaubt mir doch kein
Mensch! Jahrelang haben sie mich unerträglichem psychischen Druck ausgesetzt.
Sie haben mir gesagt, dass die no global mich umbringen werden. Sie sind so
weit gegangen, dass sie gesagt haben, dass sie meine Frau umbringen würden, als
sie schwanger war. Wer wird mir eine Arbeit geben, mit der Art von Entlassung,
die sie mir verpasst haben?
Aber es gibt doch ein drittes Gutachten...
Ich habe ein Gerichtspsychiatrisches Gutachten beantragt, das von Mauro
Notarangelo erstellt wurde, der attestierte, dass ich gesund bin. Ich habe es
geschafft, mich von all den Medikamenten, die sie mich haben einnehmen lassen,
zu entgiften
Was denkst nach fünf Jahren über diese Geschichte?
Ich glaube, dass ich mich in einer Maschinerie wiedergefunden habe, die ein
Zacken zu groß für mich war. Dass ich zur falschen Zeit am falschen Ort war.
Dass man junge unerfahrene Männer bewaffnet mit einer solchen Situation [bzw.
"Lage", er macht hier wahrscheinlich direkt vom polizeilichen "Terminus
technicus" Gebrauch, d.ü.] konfrontieren konnte
Ist deiner Meinung nach über Genua die ganze Wahrheit gesagt worden?
Nein
Was ist im Dunkeln geblieben?
Es gibt zu viele Dinge, die nicht klar sind.
Was meinst du genau?
Das, was auf der Piazza Alimonda geschehen ist. Warum haben einige Militärs
[Carabinieri sind Soldaten, d.Ü.] den Körper von Carlo Giuliani bearbeitet?
Warum haben sie ihm den Kopf mit einem Stein zerschmettert?
Hast du diese Fragen deinen Vorgesetzten gestellt?
Einmal habe ich Major Cappello angerufen. Er sagte mir, ich solle nicht
zweifeln. Er sagte, er habe erst am Abend des 20. Juli erfahren, was passiert
war, aber auf den Bildern, die ich wieder gesehen habe, ist er neben dem Körper
von Carlo Giuliani zu sehen. Ich habe keine weiteren Schüsse gehört, aber die
Kollegen, die mit mir im Defender waren, haben auch meine Schüsse nicht gehört.
Ich denke, dass es ein Fehler gewesen ist, den Körper von Carlo Giuliani
einzuäschern. Womöglich hätte man mehr feststellen können, vielleicht war doch
noch irgendwas in diesem Körper.
Bist du auf der Suche nach der Wahrheit?
Ja. Wie können sie sagen, dass ich ihn im Gesicht angeschossen habe? Es ist
nicht wahr. Es ist unmöglich. Ich konnte Giuliani nicht treffen. Ich habe über
den Ersatzreifen des Defender geschossen.
Warum hast du dich erst jetzt entschlossen, zu sprechen?
Weil Mut dazu gehört und ich diesen endlich gefunden habe. Das ist auch ein
Verdienst des Anwalts, an den ich mich gewendet hatte, Antonio Ludovico, der
mich immer unterstützt hat und mir geraten hat, die Wahrheit zu sagen.
[http://de.indymedia.org/2006/12/163436.shtml]
------------------------------------------------------------------------------
NACHBETRACHTUNG: ROSTOCKER AKTIONSKONFERENZ GEGEN G8
von: Berliner Gruppen des Anti G8 Bündnis für eine revolutionäre Perspektive /
www.antiG8.tk
Etwa 400 Aktive aus zahlreichen Spektren der Anti-G8-Mobilisierung tagten vom
10.-12. November in Rostock. Nach einer anti-rassistischen Demonstration gegen
das Lagersystem, Abschiebungen und die verschärfte politische und soziale
Repression von MigrantInnen, begann die Tagung mit einer "allgemeinen
Aussprache."
Ablauf
Während sich diese am Freitag vor allem auf Ziele, Absichten und "ganz
persönliche Wünsche" konzentrieren sollte, war am Samstagvormittag die
"Choreografie der Proteste", also der zeitliche Ablauf, Gegenstand der
Plenardebatte. Wie so oft bei diesem "Format" wurde eine Reihe Beiträge
vorgestellt. Aber sie blieben "nebeneinander" stehen, ohne in eine inhaltliche
politische Diskussion zu münden. Vor allem aber dienten sie nicht dazu, eine
politische Entscheidung der Konferenz vorzubreiten und die strategischen und
taktischen Fragen und Differenzen dabei sichtbar zu machen.
Die gesamte Diskussion, ja die "Choreographie" der Aktionskonferenz war von
Beginn an so angelegt, dass am Ende die schon im Voraus geplante politische und
zeitliche Choreographie dabei heraus kam. Nach einer "Aussprache" gab es eine
Reihe von Arbeitsgruppen zur Planung und zur "Vernetzung", an deren Ende ebenso
viele Mailinglisten wie AGs standen, rund 20 Kurzberichte für das Plenum am
Samstagabend und eine kurze Aussprache zu strittigen Punkten. Zweifellos haben
einige Arbeitsgruppen für die TeilnehmerInnen neue Informationen und neue
Kontakte gebracht. Sicher haben sie auch ein besseres Bild über den Stand der
Mobilisierung ergeben.
Auch wo Arbeitsgruppen, wie z.B. jene zu "Krieg und Frieden", eine radikalere
inhaltliche Ausrichtung diskutierten und forderten - dass z.B. der Kampf gegen
imperialistischen Krieg und Besatzung eine zentrale Rolle in der ganzen
Gegenmobilisierung spielen müsse -, blieb diese Auseinandersetzung nur Teil der
Arbeitsgruppen und wurde nicht im Plenum weitergeführt.
Auch wo - wie z.B. im Netzwerk zur "Internationalen Mobilisierung" - eine
Diskussion über die inhaltliche Ausrichtung der Mobilisierung eingefordert
wurde, blieb das weitgehend folgenlos: obwohl es in der Diskussion von mehreren
Leuten aufgegriffen wurde. So forderten VertreterInnen des "Anti-G8-Bündnisses
für eine revolutionären Perspektive" und von Arbeitermacht, dass sich die
internationale Mobilisierung klar gegen imperialistische Kriege und Besatzung,
gegen den Generalangriff des Kapitals in Europa und international, gegen
Rassismus und für die Solidarität mit dem Widerstand der ArbeiterInnen und
Unterdrückten aussprechen und das auch inhaltlich ins Zentrum der Aktionen zum
Gipfel gestellt werden müsse. Andere, wie der Vertreter der französischen LCR,
griffen das auf und ergänzten es um eigene Vorschläge (Frage der EU-Verfassung,
der Gewerkschaften). Auch der Vorschlag, um diese Punkte einen internationalen
Aufruf für eine Kampagne zu entwickeln, wurde "zur Kenntnis" genommen, um dann
im allgemeinen Wust der Diskussion technischer und organisatorische Fragen
unterzugehen. Zu einer politischen Debatte darüber, ob die Konferenz insgesamt
oder mehrheitlich eine bestimmte inhaltliche Ausrichtung der Kampagne oder
Aktionsvorstellungen teilt und eine dementsprechende Ausrichtung beschließt,
kam es nicht! Im Gegenteil: das wurde bewusst verhindert. Die Aktionskonferenz
war ganz offenbar nicht dafür vorgesehen, Entscheidungen zu fällen, sondern
dazu, die schon von der "offenen" Vorbereitungsgruppe getroffenen am Ende
abzusegnen und "Anregungen" aus den Arbeitsgruppen "mitzunehmen."
Beispiel Gegengipfel
Deutlich wurde das im Plenum am Samstag bei der Frage des "Gegengipfels." Schon
in der Arbeitsgruppe war klar geworden, dass attac und andere NGOs sowie die
Gewerkschaftsbürokratie einen Gegengipfel zum politischen Lobbying haben wollen
und von diesem Konzept auf keinen Fall abrücken wollten. So bestand attac-Chef
Peter Wahl darauf, dass der Gegengipfel unbedingt am Mittwochvormittag, also
zur Zeit der zentralen Blockadeaktionen stattfinden müsse. Außerdem stellte er
in der Arbeitsgruppe auf der Konferenz klar, dass sich die "Vorbereitungsgruppe
zum Gegengipfel" an Entscheidungen der Konferenz nicht halten werde, dass man
Organisationen wie der IG Metall, die 2,5 Millionen Mitglieder repräsentiert,
ja eine demokratische Beschlussfassung von 400 Leuten nicht "zumuten" könne.
Lassen wir einmal beiseite, wer von den 2,5 Millionen konsultiert wurde, so
ignorierte Wahl auch ganz eindeutig, dass die erste Aktionskonferenz der
Arbeitsgruppe die Vorgabe gab, den Gegengipfel nicht parallel zu den Aktionen
gegen den G-8-Gipfel zu planen.
Im Plenum wurde diese Ignoranz und die Planung der NGOs noch einmal scharf
kritisiert und eine Beschlussfassung eingefordert. Hier zeigte nun attac mit
Pedram Shahyar und Sabine Leidig das "Bewegungsgesicht" - um zu erklären, dass
ein Gegengipfel am Mittwoch "natürlich" überhaupt keine Alternative zu den
Blockaden sei und die Teilnahme an einem Gipfel schließlich auch eine
"Aktionsform" sei, die man nicht gegen direkte Aktionen ausspielen dürfe. Bei
dieser Debatte zeigte sich auch beispielhaft, welche Rolle die "radikale Linke"
aus der "Interventionistischen Linken" (IL) oder ein großer Teil des
"Dissent"-Sprektrums politisch spielen. Moderiert wurde die Sache von einem
Vertreter von "NoLager", die als Mittler in der "offenen Vorbereitung", in der
IL und in Dissent vertreten ist. Obwohl es eine lange Debatte in der
Arbeitsgruppe und im Plenum gab, entschied die Moderation, ohne überhaupt eine
Diskussion über den eigenen Vorschlag zuzulassen, dass die Frage noch einmal in
der Arbeitsgruppe mit der "Suche nach einem Kompromiss" in die Arbeitsgruppe
zurückgehen solle, gewissermaßen in den Vermittlungsausschuss.
Ein Genosse des "Anti-G8-Bündnisses für eine revolutionäre Perspektive" und vom
"Gegeninformationsbüro" durfte diese Machenschaften immerhin noch als das
darstellen, was ist: eine Verzögerungstaktik. Im Plenum hatte sich eine
Mehrheit dafür abgezeichnet, dass der Gipfel nicht am Mittwochvormittag und
nicht am frühen Nachmittag stattfinden und stattdessen am Sonntag beginnen
solle. Einige RednerInnen hatten dafür gesprochen, dass er überhaupt nicht
während des Gipfels, sondern davor stattfinden solle.
Statt jedoch diese einfachen Vorschläge zur Abstimmung zu bringen, endete alles
wie das Hornberger Schießen. Die attac- und NGO-gesteuerte Arbeitsgruppe nimmt
die Vorschläge unter freudiger Mithilfe von PDS und Gewerkschaftsführungen "zur
Kenntnis" - und dann zieht die Lobbyisten-Karawane weiter. Der "Kompromiss"
sieht so aus, dass am Sonntag eine "große Auftaktveranstaltung" stattfinden
soll, der Gegengipfel auch am Mittwochvormittag stattfindet und dass sich
einige Prominente auch zu den Blockaden begeben würden, um dort ihre Reden zu
halten.
Natürlich hätte eine Abstimmung die Manöver von attac und Co. keineswegs
"endgültig" beseitigt, aber es hätte dazu wenigstens den Beschluss einer
Konferenz mit 400 AktivistInnen und VertreterInnen verschiedenster Bündnisse
und Organisationen, die gegen die G8 mobilisieren, gegeben. Attac und die
anderen NGOs hätten sich dann überlegen müssen, ob sie einen solchen Beschluss
offen mit Füßen treten wollen. So kam es aber nicht. Die "radikale Linke" hat
sich durch ihre eigene Weigerung, einen Beschluss zu dieser Frage
durchzufechten und der Mehrheit zu ihrem Recht zu verhelfen, zum Hampelmann von
attac, PDS und anderen Reformisten gemacht. Das ist leider kein Einzelfall,
sondern fast ein Markenzeichen zahlreicher "Linker" geworden. Dahinter steht
u.a. auch die illusorische Vorstellung, durch ewige Zugeständnisse die
Reformisten und die NGOs ihrerseits zu "Zugeständnissen" zu bewegen. Insofern
gab die Konferenz von Rostock einen trüben, aber offenen Einblick in die
aktuelle politische Physiognomie der Anti-G8-Proteste.
Beispiel Demonstration
Ähnlich verliefen Präsentation und Diskussion bei der Debatte um die
internationale Großdemonstration am 2. Juni. Das "Anti-G8-Bündnis für eine
revolutionäre Perspektive" drängte darauf, eine gemeinsame Demo mit einem
Auftakt und einer gemeinsamen Abschlusskundgebung, möglichst in oder an der
Innenstadt zu machen. Erstens, um bessere Möglichkeiten zu haben,
anti-kapitalistische, klassenkämpferische und anti-imperialistische Inhalte
unter allen TeilnehmerInnen der Manifestation zu verbreiten. Zweitens, um die
Gemeinsamkeit in der Aktion hervorzuheben. Drittens, um der Staatsgewalt das
Vorgehen gegen die militanteren DemonstrantInnen zu erschweren.
In der Arbeitsgruppe zum Thema wurde das möglichst ignoriert. Die Frage von
Auflagen wie das Verbot von Seitentransparenten wurde zum
"Nebenkriegsschauplatz" erklärt. Kurzum, eine betont defensive und willfährige
Haltung gegenüber dem Staatsapparat wurde gepuscht. Ein solches Nachgeben wird
die Polizei natürlich zu mehr und nicht zu weniger Auflagen und Zumutungen
ermutigen - doch genau das scheint auch das Ziel von PDS und Co. zu sein: Unter
dem Verweis auf die behördlichen Auflagen eine große, aber möglichst
kontrollierte symbolische Manifestation durchzuziehen, die dann in einem
Konzert weit ab vom Stadtzentrum endet. Eine Begründung, die von Seiten des
PDS-dominierten Rostocker Vorbereitungsbündnisses für ihre Ausrichtung auch ins
Spiel gebracht wurde, war, dass "den Rostockern" eine solche Massenansammlung im
Zentrum der Stadt nicht zuzumuten sein. Mal abgesehen davon, dass weder
Rostocker noch Mecklenburger gefragt wurden, ob ihnen eine Gipfel der G 8
zuzumuten sei, so zeigt diese Haltung auch, dass viel zu wenig unternommen
wird, die Bevölkerung selbst gegen den Gipfel zu mobilisieren. Dabei müsste
genau das auch die Aufgabe einer linken Mobilisierung sein, deutlich zu machen,
dass die Politik und die Kapitalinteressen, die hinter den G 8 stehen, ihren
Niederschlag auch in Massenarbeitslosigkeit, Privatisierung, Verarmung und
Verödung in Meck-Pom finden.
Beispiel Camp
Auch bei der AG Camp kam es zu wichtigen Disputen, die die Konfliktlinien in der
Mobilisierung zeigen. So wollten Teile der Vorbereitungsgruppe des Kongress
allen Ernstes durchdrücken, dass die Versammlung erkläre, dass "vom Camp keine
Gewalt ausgehen" solle, um sich so präventiv von Widerstandsaktionen und
AktivistInnen zu distanzieren, die sich gegen staatliche Gewalt - die wohl
zuhauf zu befürchten ist - verteidigen. Zum Glück ging das Vorhaben diesmal
nicht auf. Wohl aber zeigt sich, dass Organisationen wie die diversen NGOs,
attac, PDS, Gewerkschaftsführungen den Protesten ihren politischen Stempel
aufdrücken, die Kontrolle unter ihren Losungen und Formen durchführen wollen
und dafür eine etwaige Spaltung in "gute" und "böse" ProtestiererInnen
zumindest billigend in Kauf nehmen.
Was zeigte Rostock?
a. Die "offene Vorbereitung" und Koordinierung ist alles andere als "offen." Sie
wird von einem Block dominiert, der vom politischen und gewerkschaftlichen
Reformismus (PDS, linke Gewerkschaftsbürokratie), über die Kirchen, NGOs und
attac reicht. Zentral sind hier natürlich die PDS und die
Gewerkschaftsbürokratie und sowie die Kirchen und einige NGOs als "Teile der
Zivilgesellschaft." Die Bedeutung von attac liegt darin, dass es die Fassade
der "Bewegungsorganisation" spielen kann, auch in der IL u.ä. mitmacht, keine
Partei oder Gewerkschaft ist und damit mit biederem Reformismus auch noch als
"links", "kritisch" und "offen" daherkommt. Attac bietet darüber hinaus den
"Vorteil", dass es den verschiedenen reformistischen und bürgerlichen
Gruppierungen als Plattform dient, um unterschiedliche Positionen auszuhandeln
und Kompromisse zu finden.
b. Diesem Block angelagert ist die Interventionstische Linke, die selbst keine
eigene inhaltliche Ausrichtung einbringt, kein eigenes politisches Profil
gegenüber dem führenden Block vertritt und im Austausch dafür Teilbereiche
"mit"kontrollieren darf (Blockaden, Aktionstag gegen Migration). Eine ähnliche
Rolle spielen Linksruck und die isl.
c. Dissent spielt überhaupt keine eigenständige Rolle. Ein Teil des Spektrums
ist in der IL und macht dieselbe Politik wie diese. Andere (auch einzelne
Mitglieder der IL) wollen der Dominanz von attac und den Reformisten zwar etwas
entgegensetzen, weigern sich aber, politische Beschlüsse herbeizuführen. Hier
wird das unsägliche Konsensprinzip in diesem Spektrum zu einer direkten
politischen Waffe der Reformisten, die einmütig mit den Kräften aus dem
Dissent-Spektrum jede Abstimmung, jede Mehrheitsentscheidung mit dem zynischen
Verweis auf "die undemokratische Dominanz" der Mehrheit blockieren. So wird
sichergestellt, dass erst gar keine "falschen Beschlüsse" gefällt werden, die
der ohnehin schon bekannten Ausrichtung durch attac, PDS, NGOs etc. im Wege
stehen könnten.
d. Mit dieser politischen Mechanik verknüpft ist freilich auch eine gemeinsame
neo-reformistische Ideologie, die von attac, NGOs, VertreterInnen der PDS wie
Katja Kipping bis hin zu Gruppen wie "NoLager" vertreten wird. Im Kampf um
"globale soziale Rechte" (globales Mindesteinkommen, globale Bewegungsfreiheit)
sehen sie das eigentliche politische Ziel der Bewegung und auch den Weg für die
Gewerkschaften, aus ihrer Sackgasse der Standortkonkurrenz zu kommen. Ziel sei
es, die Anti-G8-Kampagne zur Schaffung eines "historischen Blocks" (Kipping)
oder eines "zivilisatorisches Projekts" (Wahl) um diese Forderungen zu nutzen -
eines Blocks, der der kapitalistischen Globalisierung und imperialistischen
Barbarei nicht die Befreiungskampf, den Widerstand, die sozialistische
Revolution, sondern einen neuen Reformweg, die Bändigung des Bestehenden
mittels "globaler Rechte" entgegenstellt.
e. Die Rostocker Aktionskonferenz brachte eine politische Konstellation zum
Ausdruck, wie sie in der BRD - und in modifizierter Form - auch international,
bei Aktionskonferenzen, in den sozialen Bewegungen, beim Sozialforum zu
beobachten ist.
f. Für die klassenkämpferischen, anti-imperialistischen, anti-kapitalistischen
und internationalistischen Kräfte ist es notwendig, diesem Block organisiert
entgegenzutreten, um ihn politisch zu bekämpfen und seine Einheit aufzubrechen.
Natürlich schließt das auch die Einheit in der Aktion mit Gewerkschaften, attac
etc. ein, wo es möglich ist, sich auf gemeinsame Ziele und Aktionen zu
verständigen. Ja, es ist notwendig, diese gemeinsame Mobilisierung gegen
Kapitalisten und Regierungen einzufordern. Doch es geht auch darum, selbst
politisch mobilisierungsfähig zu sein.
g. Ein wichtiger, zentraler Schritt dafür ist es, dass jene Kräfte, die sich im
"Anti-Imperialistischen Netzwerk" des Europäischen Sozialforums
zusammengefunden haben sowie jene, die in Deutschland im Rahmen des
"Anti-G8-Bündnisses für eine revolutionäre Perspektive" oder in anderen
anti-imperialistischen Bündnissen mobilisieren, eine gemeinsame Kampagne zur
Aktion gegen den Gipfel durchführen. Ziel soll es sein, einen gemeinsamen
internationalistischen, anti-imperialistischen und anti-kapitalistischen Block
auf der Großdemo, einen eigenen Raum im Rahmen des Camps sowie eigenständige
Teile des Gegengipfels zu organisieren.
[http://www.antig8.tk]
------------------------------------------------------------------------------
Portal der deutschen G8-Präsidentschaft 2007 online
PRESSE- UND INFORMATIONSAMT DER BUNDESREGIERUNG
PRESSEMITTEILUNG NR.: 428
Fr, 01.12.2006
Das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung bietet zur deutschen
G8-Präsidentschaft 2007 einen umfassenden Online-Informationsservice an.
Deutschland übernimmt zum 1. Januar den Vorsitz für ein Jahr. Unter www.g-8.de
können sich alle Interessierten über den deutschen G8-Vorsitz informieren.
In ihrem Grußwort an die Besucher des Portals betont Bundeskanzlerin Angela
Merkel die Schwerpunkte der deutschen Präsidentschaft: "Als Gastgeber wird sich
Deutschland den drängenden Fragen der Weltwirtschaftsordnung intensiv widmen."
Zugleich werde der Dialog mit Afrika fortsetzt. Die Kanzlerin unterstreicht,
dass die G8 in der Zusammenarbeit mit diesem wichtigen Kontinent schon viel
erreicht hat.
Die Web-Seite bietet neben allgemeinen Informationen zum G8-Prozess und zum
Gastgeberland auch vertiefte Einblicke in die Funktionsweise der G8.
Informationen über die Mitgliedsländer, die Staats- und Regierungschefs sowie
ein großer Servicebereich runden das Angebot ab.
Als Portal informiert das Angebot sowohl über den G8-Gipfel in Heiligendamm als
auch über G8-Treffen der Ministerinnen und Minister.
Für Journalistinnen und Journalisten stellt die Seite alle wichtigen
Informationen bereit. Zum Gipfel in Heiligendamm wird auf der Seite auch die
Onlineakkreditierung stattfinden. Die Akkreditierung der Ministertreffen wird
von den Ressorts durchgeführt.
Ein E-Mail-Abonnement und RSS geben die Möglichkeit zur einfachen
Informationsübermittlung.
Die Seite ist auch auf Englisch verfügbar.
[http://www.bundesregierung.de/nn_1264/Content/DE/Pressemitteilungen/BPA/2006/12/2006-12-01-g8-seite.html]
------------------------------------------------------------------------------
Stadtvertreter entscheiden über Weg zur Seebrücke von Heiligendamm
03.12.2006: Heiligendamm/MVr Am Mittwoch (06-12-06) wird die Bad Doberaner
Stadtvertreterversammlung eine wichtige Entscheidung für die Zukunft des
Ostseebades Heiligendamm zu treffen haben.
Es liegt ein Antrag vor, für fünf Jahre auf den geplanten Bau eines Weges vom
Bahnhof der Gemeinde zur Seebrücke zu verzichten. Der Stichweg würde direkt
durch den Komplex des Kempinski Grand Hotels führen und gäbe beispielsweise an
Sommertagen hunderten Touristen die Möglichkeit, das Gelände zu erkunden. Dies
würde nach Ansicht des Hotelbetreibers das Ruhebedürfnis der Hausgäste stören.
Sie würden in der Folge ausbleiben, die wirtschaftliche Zukunft wäre gefährdet.
Erst Ende November 2006 hatte die Ostsee-Zeitung berichtet, dass Kempinski Grand
Hotel in Heiligendamm kämpfe mit massiven wirtschaftlichen Schwierigkeiten.
Grund dafür sei die zu geringe Auslastung des Fünf-Sterne-Ressorts, so die
Zeitung.
[http://www.mvregio.de/mvr/22885.html]
--------------------------------------------------------------------------
gipfelsoli infogruppe
Newsletter mit Nachrichten über Mobilisierungen, Debatten und Repression im Zusammenhang mit Gipfelprotesten.
Die AutorInnen der Beiträge sind mit eckigen Klammern versehen.
Wir können leider keine Verantwortung für die Richtigkeit der Beiträge übernehmen. Auch geben sie nicht zwangsläufig unsere Meinung wieder.
Mehr Infos und Texte sowie ein Archiv des Newsletters unter www.gipfelsoli.org.
Kontakt, Kritik, Beiträge: gipfelsoli [at] nadir.org
Pressearbeit: presse [at] gipfelsoli.org
Ein- und Austragen Newsletter: https://lists.nadir.org/mailman/listinfo.cgi/gipfelsoli-l
================================================
================================================
20 [info-it] "Reporters sans frontières " condanna il
procedimento intentato contro il sito Bellaciao
Von: newsletter at bellaciao.org <newsletter at bellaciao.org>
================================================
"Reporters sans frontières" condanna il procedimento intentato contro il sito Bellaciao
In seguito ad una denuncia per diffamazione sporta dai Chantiers de l’Atlantique, la Signora Bironneau, giudice istruttore presso il tribunale di Saint Nazaire, ha avviato un’indagine nei confronti del responsabile del sito Bellaciao ( http://bellaciao.org ), Roberto Ferrario. Quest’ultimo é accusato di aver pubblicato un comunicato dell’USM CGT dal titolo "La pirateria dei tempi moderni" che difendeva dei lavoratori polacchi dell’impresa, qualificandoli come "moderni schiavi".
"Condanniamo il procedimento giudiziario intentato contro Roberto Ferrario, che non é l’autore del testo giudicato diffamatorio dai Chantiers de l’Atlantique. Bellaciao ha soltanto pubblicato in extenso il comunicato sindacale, indicando chiaramente la sua fonte. Un tale procedimento, costoso per un singolo, potrebbe portare alla chiusura del sito, il che sarebbe inaccettabile. Invitiamo gli autori della denuncia a ritirarla ed in caso contrario domandiamo alla giustizia di respingerla", ha dichiarato Reporters sans frontières.
Roberto Ferrario é stato informato il 18 ottobre 2006 di essere indagato e che il suo fascicolo sarebbe stato trasmesso al Procuratore della Repubblica. Il comunicato della CGT, pubblicato il 16 settembre 2005, e che é sempre accessibile su Bellaciao, accusava i Chantiers de l’Atlantique di praticare del « banditismo padronale » e di perpetrare « atti mafiosi ».
Philippe Kasse, che era responsabile della comunicazione dei Chantiers de l’Atlantique al momento dei fatti, ha dichiarato a Reporters sans frontières : « Avevamo sporto denuncia anche contro l’USM CGT. Non so perché il giudice ha deciso di perseguire unicamente colui che ha diffuso l’informazione e non gli autori del comunicato. Detto questo, é normale che un sito assuma la responsabilità di quanto pubblica. Altri media avevano menzionato il comunicato, ma nessuno aveva ripreso esattamente i termini dell’USM CGT, che giudichiamo diffamatori. »
Bellaciao é un sito partecipativo di informazione aggiornato da militanti della sinistra alternativa. Una petizione di sostegno al sito ed all’USM CGT é disponibile :
http://bellaciao.org/fr/soutien-bellaciao.php#petition
http://www.rsf.org/article.php3?id_article=19970
--------------------------------------------------
================================================
================================================
MELDUNGEN UND MEINUNGEN
================================================
================================================
21 KPÖ/Grundsicherung/Steuerpolitik/Petition
Von: KPÖ-Information <info at kpoe.at>
================================================
KPÖ-Pressedienst – Drechslergasse 42, 1140 Wien – Telefon +43 (1) 50 36 580 - 0 – Fax +43 (1) 50 36 580 - 499 - Mail info at kpoe.at –
Web www.kpoe.at - News www.kpoe.at/lpd - Ausgabe vom 4. Dezember 2006
Grundsicherung unter der Armutsgrenze verdient ihren Namen nicht
Existenzsicherung und Armutsbekämpfung verlangt andere Steuerpolitik
Mit Almosen abspeisen wollen offensichtlich SPÖ und ÖVP hunderttausende armutsgefährdete Menschen, wenn sie eine Grundsicherung von
726 Euro als „bedeutenden Fortschritt“ hochstilisieren und gleichzeitig 848 Euro als offizielle Armutsgrenze gelten, kritisiert die
KPÖ. Rund 1,04 Millionen Menschen oder 13,2 Prozent der Bevölkerung gelten als armutsgefährdet. Anzumerken ist, dass 2005 das
durchschnittliche Arbeitslosengeld mit 610 Euro und die durchschnittliche Notstandshilfe mit 425 Euro ebenso weit unter der
Armutsgrenze lagen wie die Sozialhilfe, die zwischen 414 Euro (Salzburg) und 532 Euro (Oberösterreich) beträgt
„Wenn der Salzburger SPÖ-Soziallandesrat Erwin Buchinger gar meint, dass von dieser Grundsicherung Menschen ohne eigene Pension,
KleinstverdienerInnen und Teilzeitbeschäftigte profitieren, hat er offensichtlich sein einstiges marxistisches Grundwissen gründlich
verdrängt“, meint KPÖ-Bundessprecher Mirko Messner. Denn der Profit ist in dieser kapitalistischen Gesellschaft immer noch dem
Kapital vorbehalten und das, wie die Bilanzen der Banken und Konzerne zeigen, nicht zu knapp.
Einig sind sich Buchinger und ÖVP-Wirtschaftsminister Martin Bartenstein darüber, dass es eine solche Grundsicherung nur dann gibt,
wenn vorher eigenes Vermögen (selbst bewohnte Eigentumswohnung, Sparbücher, PKW etc.) verwertet und jede „zumutbare“ Arbeit
angenommen wird. Weiterhin besteht für die EmpfängerInnen einer zur Grundsicherung umgewandelten Sozialhilfe eine Regresspflicht:
„Den größten Horror haben die großkoalitionären Politiker offensichtlich aber davor, dass jemand eine Existenzsicherung erhalten
könnte, ohne zu arbeiten. Dass hunderte MultimillionärInnen ohne zu arbeiten recht luxuriös von ihren Renditen leben und davon immer
weniger Steuern zahlen ist ihnen offensichtlich kein Problem“, so Messner.
Im Klartext läuft das rotschwarze Modell auf ein „Hartz IV“-Programm auf österreichisch zur Senkung der Löhne auf breiter Front
hinaus, wie auch Caritas, Volkshilfe, Diakonie und andere Sozialorganisationen mit Verweis auf noch offene Details befürchten.
Buchinger bestätigt dies mit seiner Aussage „Es geht durchaus in diese Richtung, das stimmt, 70 bis 80 Prozent des deutschen
Konzeptes sind ja auch gut, es hapert dort aber an der Umsetzung“ sogar ausdrücklich.
Bezeichnend ist vor allem, dass sich Bund und Länder die Finanzierung einer solchen Grundsicherung wie eine heiße Kartoffel
gegenseitig zuspielen. SPÖ und ÖVP ist offenbar gemeinsam, dass sie eine stärkere Besteuerung der enorm wachsenden Vermögen
überhaupt nicht ins Auge fassen. Die KPÖ vertritt dazu eine gegenteilige Position und verweist auf ihre laufende Petition
„Euromillionen besteuern“: Würde jenes Drittel der Geldvermögen (insgesamt 365 Mrd. Euro), das nur einem Prozent der Bevölkerung,
nämlich den rund 67.000 Euro-MillionärInnen gehört, mit fünf Prozent Vermögenssteuer belastet, stünden damit jährlich rund sechs
Milliarden Euro als Umverteilung zur Finanzierung von Existenzsicherung und Armutsbekämpfung zur Verfügung.
Für eine effiziente Existenzsicherung und Armutsbekämpfung müssten nach Meinung der KPÖ alle Mindestsicherungen zumindest auf das
Niveau der offiziellen Armutsgrenze angehoben werden. Gleichzeitig ist aber auch ein gesetzlicher Mindestlohn von 1.300 Euro bzw.
acht Euro pro Stunde notwendig um den Bestrebungen zu einem allgemeinen Lohndumping im Gefolge einer solchen großkoalitionären
Grundsicherung entgegenzuwirken.
================================================
C) EDITORIAL
================================================
Für den Inhalt verantwortlich: Ihr.
Medieninhaberinnen & Medieninhaber seid Ihr
E-Mail-Adresse für Beiträge: widerstand at no-racism.net geschickt.
widerst at nd MUND und alle Termine täglich aktualisiert im Web:
http://www.no-racism.net/MUND
Ziel von MUND (medienunabhängiger Nachrichtendienst) ist die
unzensurierte und möglichst rasche Information über gesellschafts-
politisch relevante Termine, Hinweise und Diskussionsbeiträge zu
Widerstand und Antirassismus sowie verwandte Themen.
sollen einen Titel, Namen und Emailadresse der/des AutorIn
enthalten und möglichst kurz und prägnant gehalten sein, ev. mit
Hinweis, wo weitere Informationen eingeholt werden können.
Bitte keine Attachments!
Die inhaltliche und sachliche Verantwortung liegt bei der/dem
jeweiligen AutorIn bzw. jenen, die uns die Beiträge schicken.
Der MUND wird von einzelnen TagesredakteurInnen zusammengestellt.
Da Fehler nicht ausgeschlossen sind, bitten wir, nicht veröffentlichte
Beiträge nochmals an widerstand at no-racism.net zu senden.
Die Weiterleitung (auch auszugsweise) ist erwünscht.
Beiträge mit rassistischen oder sexistischen Inhalten werden nicht
veröffentlicht. Sehr persönliche Meldungen werden wir an den
betreffenden Adressaten weiterleiten, aber nicht im MUND
veröffentlichen.
Die bisherigen Ausgaben sind unter http://www.no-racism.net/MUND
archiviert.
Terminankündigungen bitte nach folgender Vorlage:
* Wann: Sonntag, 11.11.2001, 11:11 Uhr *
* Was: Maskenball: Motto "Schwarzblau ist die Haselnuss" *
* Wo: Villa Morgenrot, Grüner Anger 42, 2001 Wendendorf *
* Kommentar: Anreise per Anhalter. Maskenzwang. Ende nie.
Aber kurz und prägnant.*
Die Rubrik "Redaktionelles" am Ende der Ausgabe ist u.a. eine
Konsequenz aus der Notwendigkeit, sexistische, antisemitische und
rassistische Beiträge nicht zu veröffentlichen, ohne jedoch
stillschweigend Zensur zu üben.
Hier wird - in anonymisierter Form - auf angehaltene Beiträge
hingewiesen und eine kurze Begründung der Tagesredaktion für die
Nichtaufnahme geliefert.
(Weitere Gründe einen Beitrag nicht aufzunehmen sind
z.B.: Attachments, kein erkennbarer Bezug zu den breit gestreuten
Themen des MUND, Werbesendungen, sinnlose Kettenbriefe.)
Die AbsenderInnen der betroffenen Beiträge werden hiervon informiert.
Im Sinne einer "gläsernen Zensur" könnt ihr Euch die Beiträge gerne
extra schicken lassen:
Ein kurzes Mail an widerstand at no-racism.net genügt.
================================================
E) VERTEILERLISTE
================================================
Zur Eintragung in diesen Verteiler bitte direkt subskribieren unter
http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/analle
oder von der einzutragenden Adresse
aus ein mail schicken an:
admin at no-racism.net
mit folgendem Text:
subscribe no-racism
Bitte wegen Automatisierung diesen Wortlaut verwenden!
Zur Austragung aus dieser Liste bitte an <admin at no-racism.net
ein mail mit dem Text
unsubscribe no-racism
Bitte wegen Automatisierung diesen Wortlaut verwenden!
REDAKTIONELLES:
Diese Ausgabe hat Heinz Nessizius aus Einsendungen an
<widerstand at no-racism.net> zusammengestellt.
Bitte keine Attachments! (werden nicht angenommen)
Redaktionsschluss für diese Ausgabe: Mo 3 Uhr
III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III
ü, ö, ä, ß, Ü, Ö, Ä
III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III
widerst at nd-MUND is powered by http://alt.strg.at/
================================================