widerst at nd! - MUND: Dienstag, 8.8.2006
MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst
analle at no-racism.net
Die Aug 8 08:54:46 CEST 2006
widerst at nd MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst
www.no-racism.net/mund
MedieninhaberInnen seid Ihr!
Dienstag, 08.08.2006
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A) INHALT
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MELDUNGEN UND KOMMENTARE
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01 [slp-info] Die SLP tritt an - jetzt Unterstützungserklärung
unterschreiben!
Albert Kropf <albert.kropf at inbox.cc>
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02 KPÖ/Pensionen/Verschlechterungen/Finanzierung
KPÖ-Information <info at kpoe.at>
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03 [Werkstatt] Werkstatt-Rundbrief 17-2006
Werkstatt Frieden & Solidarität <office at werkstatt.or.at>
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04 GLB/Arbeitszeit/Flexibilisierung/Gewerkschaften
"Gewerkschaftlicher Linksblock" <glb at aon.at>
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05 Für SLP unterschreiben
"agm" <agm at agmarxismus.net>
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06 [SLP-Pressemeldung] Pressaussendung der SLP - Sozialistische
LinksPartei
Sozialistische LinksPartei <slp at slp.at>
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07 AT: Staatsanwaltschaft ermittelt wegen SWIFT
"q/depesche" <depesche at quintessenz.org>
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08 SW/VHF/UHF: Die letzten Tage der analogen Menschheit
"q/depesche" <depesche at quintessenz.org>
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09 DE/US: Feinabstimmungen und feinste Fehlgriffe in Anti-Terror-DB
"q/depesche" <depesche at quintessenz.org>
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10 KPÖ/Erbschaftssteuer/Steuerpolitik
KPÖ-Information <info at kpoe.at>
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11 KPÖ/Wahlbehörden/Anfechtung
KPÖ-Information <info at kpoe.at>
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DISKUSSION
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12 Projektionsfläche Nahost
WADI Austria <wadi.wien at gmx.at>
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SOLIDARITÄT WELTWEIT
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13 [gipfelsoli] Heiligendamm
gipfelsoli-l at lists.nadir.org
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14 Irak / Christen: Kritik an Urteil gegen Asyl für Christen aus Irak
"GFBV Hans Bogenreiter" <hans.bogenreiter at gfbv.at>
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15 Gastkommentar zur mögl. Ausweitung d. Krieges im Libanon
"Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen" <dieinitiative at gmx.at>
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16 Internationaler Tag der Indigenen Völker
"GFBV Hans Bogenreiter" <hans.bogenreiter at gfbv.at>
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17 "We Don't Need No Stinkin' Recount"
Greg Palast <palast at gregpalast.com>
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LINKS / VERWEISE / HINWEISE
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18 Jetzt neu: Ius Amandi 03/2006
"Rechtskomitee LAMBDA" <office at RKLambda.at>
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19 Pressemitteilung iz3w 295 - Süd-Süd-Migration
"Oeffentlichkeitsarbeit iz3w-freiburg" <oeff at iz3w.org>
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B) TEXTE
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MELDUNGEN UND KOMMENTARE
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01 [slp-info] Die SLP tritt an - jetzt Unterstützungserklärung
unterschreiben!
Albert Kropf <albert.kropf at inbox.cc>
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Liebe Kollegin! Lieber Kollege!
Am 1. Oktober finden in Österreich Nationalratswahlen statt. Die
Bedrohung durch ein Kabinett Schüssel 3 ist groß. Aber auch die
anderen Parteien haben deutlich gemacht, dass sich ihr Programm
nicht wesentlich von jenem der jetzigen Regierung unterscheiden
wird. Weitere Angriffe auf ArbeiterInnen, Frauen, MigrantInnen
und Erwerbslose werden kommen. Deshalb wird die SLP eine
sozialistische Alternative zum Einheitsbrei der etablierten
Parteien anbieten.
****************************************************************************
*Die Hauptforderungen der SLP*
* Durchschnittslohn für PolitikerInnen und
GewerkschaftsfunktionärInnen
- max. 2100.- Euro netto. 90% Aller die arbeiten verdienen
weniger.
* Arbeitszeitverkürzung und Ausbau des Sozialsystems
- statt 300.000 Arbeitslose und 1.000.000 Menschen, die von Armut
bedroht sind
* Mindestlohn von 1100.- Euro netto für Alle (egal ob In- und
AusländerInnen)
- statt 60.000 MillionärInnen die über 300 Milliarden Euro besitzen
****************************************************************************
*Unterstützen Sie die Sozialistische LinksPartei,** Liste gegen
Kapitalismus und Rassismus!*
*Unterschreiben Sie eine Unterstützungserklärung für die SLP!***
Damit die SLP überhaupt antreten kann, müssen wir in den nächsten
Wochen bis 24. August Unterstützungserklärungen sammeln. Es wird
Parteien, die nicht im Nationalrat sind, so extrem schwer
gemacht, zu kandidieren. 2003 hat die Regierung die Bedingungen
weiter verschärft. Wir können unter anderem deswegen nur in Wien
antreten. Aber auch wenn Sie nicht in Wien Ihren Hauptwohnsitz
haben, können Sie uns unterstützen.
- Unterschreiben Sie eine Unterstützungserklärung für die SLP
- Informieren Sie Bekannte in Wien über unsere Kandidatur und die
Notwendigkeit der Unterstützungserklärungen
- Unterstützen Sie unseren Wahlkampf mit einer Spende auf PSK 8812.733
aktuelle Informationen zu unserem Wahlkampf finden Sie immer unter
www.slp.at
****************************************************************************
*So wird's gemacht:***
Damit die SLP antreten kann, brauchen wir Ihre Unterstützung. Sie
können die Unterstützungserklärung in _jedem_ Wiener Bezirksamt
unterschreiben.
_Wer kann unterschreiben? Alle Menschen___
- die in Wien wahlberechtigt sind
- bis spätestens 1.8.2006 in Wien ihren Hauptwohnsitz haben
- österreichische StaatsbürgerInnen sind und
- ihren 18. Geburtstag bis spätestens 1.10.2006 haben
Jede/r kann nur für eine Wahl werbende Liste unterschreiben!
_Was brauche ich?_
- einen amtlichen Lichtbildausweis (Pass, Führerschein oder
Personalausweis; ein StudentInnenausweis wird manchmal nicht akzeptiert)
- die Unterstützungserklärung MUSS im Bezirksamt aufliegen. Sollte das
nicht der Fall informieren Sie uns bitte darüber! Sie können aber unter
xxxxxxxx eine Unterstützungserklärung für die SLP runterladen;
unterschrieben werden darf Sie aber nur direkt auf dem Bezirksamt vor
dem/r BeamtIn!
_Wo kann wann unterschrieben werden?_
- grundsätzlich kann in jedem Wiener Bezirksamt unterschrieben werden.
Eine Liste der Bezirksämter in Wien finden Sie unter: xxxxxxxxx
- Die Eintragungsfrist ist dieses Mal nur sehr kurz. Sie beginnt am
Montag 31. Juli und endet am Freitag 25. August.
- auf allen Bezirksämtern Mo. bis Fr., jeweils 8.00-15.30 Uhr, sowie auf
allen Bezirksämtern am Donnerstag bis 17.30 Uhr.
- in der MA 62, Lerchenfelderstrasse 4, 3.Stock (gegenüber des Aufzuges
hängt ein Aushang) Mo. bis Fr., jeweils 8.-18.00 Uhr.
* *
für weitere Fragen und Anregungen
01-524 63 10
slp at slp.at
mit solidarischen Grüssen
Sonja Grusch
Bundessprecherin der SLP*
*
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02 KPÖ/Pensionen/Verschlechterungen/Finanzierung
KPÖ-Information <info at kpoe.at>
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KPÖ-Pressedienst - Drechslergasse 42, 1140 Wien - Telefon +43 (1)
50 36 580 - 0 - Fax +43 (1) 50 36 580 - 499 - Mail
bundesvorstand at kpoe.at - Web www.kpoe.at - News www.kpoe.at/lpd
- Ausgabe vom 2. August 2006
Wertschöpfungsabgabe und Drittelfinanzierung eingefordert
KPÖ befürchtet weitere Verschlechterungen bei Pensionen
Weitere Verschlechterungen bei den Pensionen nach der
Nationalratswahl befürchtet die KPÖ: "Die Beteuerungen der
Parlamentsparteien sind nur der Rauchvorhang für weitere
unsoziale Pläne", meint Bundessprecher und Spitzenkandidat Mirko
Messner.
ÖVP-Klubchef Wilhelm Molterer bezeichnet die Pensionsfrage als
"erledigt", die SPÖ lockt gar mit einer Rücknahme der
"Pensionsreform" von 2003, die Grünen mit einer Abfederung.
Deutliche Aussagen von "Experten" machen hingegen deutlich, was
wirklich geplant ist. Bekanntlich berufen sich Regierung und
Parlament bei allen sozialen Verschlechterungen auf angeblich
objektive Expertenmeinungen. So fordert Bernd Marin eine
automatische Erhöhung des Pensionsantrittsalters alle zehn Jahre,
während Alois Guger und Theodor Tomandl Handlungsbedarf bei den
Invaliditätspensionen sehen.
Als Ergebnis der "Reform" von 2003 hat die Zahl der
Frühpensionierungen 2005 mit 133.136 den tiefsten Stand seit 1994
erreicht. Für die im ersten Halbjahr 2006 gestellten 83.842
Anträge wurde die Anerkennungsquote gegenüber 2005 von 71,8 auf
68,3 Prozent gesenkt. Die Invaliditätspensionen haben den
Rekordwert von 423,294 erreicht, was einiges über die Belastungen
im Beruf aussagt.
Gleichzeitig zeigt die schon von der rotschwarzen Koalition mit
dem Argument der Unfinanzierbarkeit der Pensionen forcierte
Eigenvorsorge mittlerweile immer deutlicher ihre unsozialen
Auswirkungen. So befürchtet der Schutzverband der
Pensionskassenberechtigten für 2007 weitere Kürzungen von
Zusatzpensionen zwischen fünf und sieben Prozent, weil die Kassen
das Veranlagungssoll von 7,5 Prozent heuer deutlich verfehlen.
Obwohl 2005 die Kassen durchschnittlich 11,4 Prozent Ertrag
erzielten, wurden die Pensionen nur maximal um zwei Prozent
angehoben. Die hohen Verwaltungskosten und der Profit der
Pensionskassen bzw. der dahinter stehenden Banken und
Versicherungen haben demnach klaren Vorrang vor den Interessen
der Versicherten.
Ähnliches gilt für die 2003 einvernehmlich von WKÖ und ÖGB
eingeführte "Abfertigung Neu", die von der Wirtschaftskammer als
betriebliches Vorsorgemodell für eine Zusatzpension betrachtet
wird. Bereits 1,9 Millionen DienstnehmerInnen sind im neuen
System, der Großteil davon durch den immer häufigeren Jobwechsel.
Hingegen sind nur 25.000 DienstnehmerInnen freiwillig in die
wenig attraktive "Abfertigung Neu" gewechselt. Daß sich die
DienstnehmerInnen bei einer Kündigung ihre Abfertigung auszahlen
lassen zeigt das geringe Vertrauen in die Pensionskassen, zumal
die bisher erreichte durchschnittliche Rendite nur 4,33 Prozent
erreichte.
Diese Entwicklungen zeigen nach Meinung der KPÖ, daß hinter der
privaten Pensionsvorsorge einerseits das Bestreben des Staates
sich aus der Pensionsfinanzierung zu verabschieden und
andererseits das Interesse des Bank- und Versicherungskapitals an
zusätzlichen Profiten steht. Der ehemalige Generalsekretär der
CDU, Heiner Geißler hatte dies treffend auf den Punkt gebracht:
"Die Diskussion über die Rente ist nichts anderes als der
gigantische Versuch der Lebensversicherungen an das Geld der
Leute heranzukommen."
"Daher gibt es zum jahrzehntelang bewährten Umlageverfahren nach
dem Generationenvertrag keine Alternative", meint Mirko Messner.
Notwendig ist freilich eine Reform der Finanzierung, indem die
Dienstgeberbeiträge nach der gesamten Wertschöpfung anstatt wie
derzeit nur nach der Bruttolohnsumme bemessen werden, um der
massiven Rationalisierung Rechnung zu tragen.
Auch fordert die KPÖ, daß der Staat seinen Beitrag in Form der
Drittelfinanzierung wie bei der Schaffung des ASVG vereinbart
leistet. Derzeit ist der Staatszuschuß insbesondere zu den
Pensionen der Angestellten und ArbeiterInnen davon weit entfernt:
"Nicht wie immer fälschlich behauptet die demographische
Entwicklung, sondern die massiv gestiegene Produktivität muß er
Pensionsfinanzierung zugrunde gelegt werden", so Messner
abschließend.
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03 [Werkstatt] Werkstatt-Rundbrief 17-2006
Werkstatt Frieden & Solidarität <office at werkstatt.or.at>
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Werkstatt Frieden & Solidarität
Waltherstr. 15
4020 Linz
Tel. 0732/771094
Fax 0732/7973791
e-mail: office at werkstatt.or.at
www.werkstatt.or.at
Werkstatt-Rundbrief 17-2006
Inhalt:
(1) Hiroshima mahnt: Für den sofortigen Austritt Österreichs aus
EURATOM! Für ein Ende der Unterordnung Österreichs unter die EU-
Militarisierung!
(2) Israelische Friedenskräfte protestieren gegen den Krieg:
"Kanonen müssen schweigen - für den Start von Verhandlungen!"
(3) Bundesheer: Streubomben für "internationale Friedenseinsätze"
(4) Nicht auf die Zeit nach den Wahlen warten - Petition "Energie
und Wasser im öffentlichen Eigentum erhalten!" jetzt
unterschreiben!
(1) Hiroshima mahnt:
Für den sofortigen Austritt Österreichs aus EURATOM!
Für ein Ende der Unterordnung Österreichs unter die EU-
Militarisierung!
Am 6. und 9. August jähren sich die Atombomben-Abwürfe auf
Hiroshima und Nagasaki zum 61. Mal. Hunderttausende Menschen
wurden dabei getötet oder schwer verletzt, zwei Städte fast
vollständig zerstört und die Gebiete rund um Hiroshima und
Nagasaki radioaktiv verseucht. Seit Jahrzehnten leiden die
Überlebenden (japanisch: "Hibakusha") an ihren Verletzungen, an
Folgekrankheiten und seelischen Nöten. Bis heute erkranken
Überlebende der Atombomben-Abwürfe an Krebs und sterben daran.
61 Jahre danach ist die Bedrohung durch Atomwaffen wieder
aktueller denn je. Die Sprengkraft der bis heute verbliebenen
28.000 Atomwaffen würde ausreichen, das Leben auf dieser Welt
auszulöschen. Und die Lage wird immer unübersichtlicher: Neben
den bisherigen Atomwaffen-Staaten (USA, Russland, China,
Großbritannien, Frankreich, Israel, Indien und Pakistan) greifen
immer mehr Staaten und nichtstaatliche Akteure nach dieser
Massenvernichtungswaffe. Bei den internationalen Verhandlungen
zur Abrüstung und Rüstungskontrolle herrscht ein völliger
Stillstand.
Heute geben die USA mehr für nukleare Rüstung aus als zu Zeiten
des "Kalten Krieges". Großbritannien will die Ausgaben für sein
Atomwaffenarsenal massiv erhöhen, um eine neue Generation von
Atomraketen zu entwickeln. Frankreich investiert schon länger
eifrig in die Modernisierung seiner Atomwaffen: neue atomare
Lang- und Mittelstreckenraketen und atomare Sprengköpfe, so
genannte "Mini-Nukes", die immerhin ein Drittel der Sprengkraft
der Hiroshima-Atombombe haben, sollen bis zum Jahr 2010
einsatzbereit sein.
Diese "Mini-Atombomben" sind vor allem taktisch nutzbar und
sollen den Atomkrieg wieder führbar machen. Anfang des Jahres hat
der französische Staatspräsident Jacques Chirac unverhohlen mit
dem Ersteinsatz von Atomwaffen gedroht. Die deutsche
Bundeskanzlerin Angela Merkel unterstützte explizit die neue
französische Nukleardoktrin, denn das Ziel ist schließlich die
"Europäisierung" der französischen und britischen Atomwaffen, wie
das bereits im - vom EU-Rat in Auftrag gegebenen - "European
Defence Paper" aus dem Jahr 2004 angedeutet wurde. Das würde auch
Deutschland den lange ersehnten Zugriff auf die Atombombe
ermöglichen.
In Österreich ist sowohl die zivile als auch die militärische
Nutzung der Atomenergie verfassungsmäßig untersagt
(Atomsperrgesetz bzw. seit 1999 "Bundesverfassungsgesetz für ein
atomfreies Österreich"), denn diese sind in der Praxis
siamesische Zwillinge. Über die EU-Ebene werden diese
Verpflichtungen jedoch ständig ausgehöhlt. Österreich ist
Mitglied bei EURATOM, dessen Ziel es ist, "die Voraussetzungen
für die Entwicklung einer mächtigen Kernindustrie zu schaffen".
Im 7. Rahmenprogramm für Forschung sollen die Mittel für das
EURATOM-Programm von derzeit 1,2 auf 4,1 Milliarden Euro erhöht
werden.
Bereits heute zahlt das "Anti-Atomland" Österreich jährlich ca.
40 Millionen Euro in die EU-Atomtöpfe - ein Betrag, der jetzt
weiter steigen wird. Der EURATOM-Vertrag wurde sogar in den
Anhang der derzeit auf Eis liegenden EU-Verfassung übernommen.
Über die Einbindung Österreichs in die EU- Militarisierung droht
auch das Verbot der militärischen Nutzung zunehmend zur Makulatur
zu verkommen. In diesem Jahr begrüßte einer der ranghöchsten
Beamten im "Verteidigungs"ministerium, Erich Reiter, die EU-
Vorhaben zur "Europäisierung der Atomwaffen" und stellte fest:
"Ja, Europa braucht atomare Abschreckung. Es muss bereit sein,
die Atombombe auch einzusetzen".
Hiroshima mahnt! Österreich muss wieder zu einer entschiedenen
Anti-Atom-Politik zurückfinden und seine verfassungsmäßigen
Verpflichtungen erfüllen. Das erfordert den sofortigen Austritt
aus EURATOM und ein Ende der Unterordnung unter die EU-
Militarisierung. Die zur ständigen, militärischen Aufrüstung
verpflichtende EU-Verfassung und die Teilnahme an den EU-
Schlachtgruppen ("Battle-Groups") im Rahmen der EU-
Militärstrategien sind weder mit der verfassungsmäßigen
Atomfreiheit noch mit der Neutralität Österreichs vereinbar. Doch
nur auf dieser Basis kann Österreich glaubwürdig internationale
Initiativen zur Zurückdrängung der Atomenergie, für die weltweite
Vernichtung aller Atomwaffen und zur internationalen Abrüstung
setzen.
Infotisch der Werkstatt Frieden & Solidarität anlässlich des
Hiroshima-Gedenktages
Samstag, 5. August 2006
Beginn: 10 Uhr
Linz, Landstraße/gegenüber Karmeliterkirche
(2) Israelische Friedenskräfte protestieren gegen den Krieg
Auch in Israel rühren sich Stimmen gegen die Kriegspolitik der
eigenen Regierung. Am Sonntag, 16. Juli fand in Tel Aviv eine
Demonstration gegen den Krieg statt, zu der sechs Organisationen
aufriefen: Taayush /Zusammen), Gush Shalom (Friedensblock),
Frauenkoalition für Frieden, Anarchisten gegen den Trennzaun,
Yesh Gvul (Wehrdienstverweigerer), Komitee gegen
Hausdemolierungen.
Die Hauptlosungen der Demonstration waren:
- Gegen den militärischen Wahnsinn!
- Schluss mit der Illusion einer einseitigen Lösung!
- Stopp der Tötung von Zivilisten im Libanon, in Israel und in
Gaza!
- Politische Verhandlungen müssen beginnen!
Im Aufruftext heißt es:
Die Kanonen müssen schweigen - für den Start von Verhandlungen!
Die Illusion, eine starke und feste israelische Regierung könnte
alleine die Grenzen und das Leben in Israel und bei seinen
Nachbarn bestimmen, ist geplatzt, blutige Realität hat Platz
gegriffen. Wir können weitere Opfer, Verwundete, Zerstörungen,
Furcht, wirtschaftliche und gesellschaftliche Lähmung für uns und
unsere Nachbarn erwarten. Das ist der Preis, den wir zahlen
müssen, wenn Israel politische Verhandlungen weiter verhindert.
Barak hat den Friedensprozess mit Syrien einseitig handelnd
gestoppt und gab den Vorzug einem einseitigen Abzug aus dem
Libanon, ohne Verhandlungen oder ein Abkommen. Israel behielt die
Golan Höhen und bekam eine bewaffnete Hisbollah an seiner Grenze.
Dafür bezahlen wir jetzt den Preis. Barak und Ben-Ami, Sharon und
Ben Eliezer, Mofaz und Peres, und jetzt Olmert und Peretz haben
Verhandlungen mit den Palästinensern eingestellt und versuchten -
und sie versuchen es noch immer - einen Rückzug aus einigen
Gebieten, während sie die Besetzung in den übrigen Gebieten
aufrecht erhalten.
... Jetzt ist deutlich geworden: Kein Zaun und keine Mauer können
Israel gegen feindliche Nachbarn schützen. Die israelischen
Streitkräfte haben versagt und werden den Kampf gegen Guerilla-
Kräfte weiter verlieren. Technologische Überlegenheit und
Kriegsgerät ermöglichen zu spionieren, zu zerstören, zu
liquidieren, aber nicht Verletzungen der Grenze oder Angriffe auf
Zivilisten oder Soldaten im eigenen Land zu verhindern. Nach
vielen Jahren vergeblicher militärischer Versuche, Guerilla-
Kräfte im Libanon niederzuringen, kann man nicht erwarten, dass
der jetzige Einsatz von Gewalt irgendetwas lösen wird, ...
Die einzige wirkliche Verteidigung, der einzige Weg zum Erreichen
einer anderen Zukunft, einer Zukunft von Frieden und Sicherheit,
ist die Überwindung der Quellen der Feindseligkeiten, ist die
Lösung des Konfiktes durch Verhandlungen, durch Kompromisse,
durch Beendigung der Besetzung und der Herstellung von
Beziehungen der Gleichheit und gegenseitigen Achtung zwischen
Israelis und Palästinensern und zwischen Israelis und den
benachbarten Nationen.
Klingt das nicht verrückt? Es ist der vernünftige Weg! Verrückt
sind die lauten Explosionen, der Brandgeruch und die Ströme von
Blut.
Klingt das nicht schwierig? Es ist schwierig. Wir sind uns
bewusst, dass die Verhandlungen nicht einfach sein werden, dass
der Konflikt kompliziert ist, dass beide Seiten große und
schmerzende Konzessionen machen müssen. Aber kann irgendjemand
ernstlich glauben, dass militärische Lösungen möglich sind?
Aufruf der Werkstatt Frieden & Solidarität "Stoppt den Krieg!"
auf www.werkstatt.or.at
(3) Bundesheer: Streubomben für "internationale Friedenseinsätze"
Streubomben (Cluster-Bomben) zählen zu den besonders
heimtückischen Waffen. Streubomben bestehen aus einem Behälter,
der bis zu hundert einzelne Sprengkörpfer enthält. Explodiert die
Bombe, wird die innere Munition in alle Richtugnen "gestreut".
Die Schlagkraft ist enorm: eine einzige Streubombe kann ein
Gebiet in der Größe von bis zu vier Fußballfeldern zerstören.
Viele der Sprengköpfe explodieren jedoch nicht sofort, sie
stellen eine ständige Gefahr insbesondere für die
Zivilbevölkerung dar, da sie bei Berührung jederzeit explodieren
können.
Im Jugoslawien-, Afghanistan- und Irakkrieg wurden viele Menschen
durch Streubomben grausam verstümmelt. Auch Israel setzt beim
Krieg gegen den Libanon diese Bomben ein. 2003 hat sich eine aus
85 Non-Profit-Organisationen bestehende "Koalition gegen
Streubomben" gegründet, die sich für ein weltweites Verbot von
Streubomben einsetzt.
Laut Information der Salzburger Nachrichten (21. Juli 2006)
verfügt auch das österreichische Bundesheer über Cluster-Bomben.
Sie seien laut Auskunft des Verteidigungsministeriums "unbedingt
notwendig für die Landesverteidigung und für internationale
Friedenseinsätze".
Was vornehm als "internationale Friedenseinsätze" bezeichnet
wird, sind die zukünftigen Einsätze des Bundesheeres im Rahmen
von EU- Armee und EU-Schlachtgruppen ("battle groups").
Günter Reder, Vorsitzender der Werkstatt Frieden & Solidarität,
dazu: "Österreichs Machtträger schrecken offensichtlich nicht
davor zurück, sich auf den Einsatz besonders brutaler Waffen
vorzubereiten. Österreich muss sich sofort aus den EU-
Battlegroups zurückziehen und dem Beispiel Belgiens folgen, das
vor kurzem ein Gesetz gegen Streubomben erlassen hat".
(4) Nicht auf die Zeit nach der Wahl warten - jetzt Petition
"Energie und Wasser im öffentlichen Eigentum erhalten!"
unterschreiben!
Im Frühjahr ist die Fusionierung von OMV und Verbund gescheitert.
Im Zuge dieser Fusionierung wäre das 2. Verstaatlichtengesetz,
das die Mehrheit der öffentlichen Hand im Bereich der
Elektrizitätswirtschaft im Verfassungsrang vorschreibt, gekippt
worden. Die Werkstatt Frieden & Solidarität hat daraufhin eine
Petition an den Nationalrat gestartet, in der dieser aufgefordert
wird, das 2. Verstaatlichtengesetz nicht anzutasten und auch das
öffentliche Eigentum im Bereich der Wasserwirtschaft per
Verfassungsgesetz zu fixieren.
Gerade im Bereich der Energie- und Wasserwirtschaft hat sich
gezeigt, dass die Privatisierung den Interessen der Allgemeinheit
massiv schadet. Eine langfristig abgesicherte, sozial und
ökologisch orientierte Energie- und Wasserversorgung erfordert
langfristige Planung. Die Erfahrung mit der Privatisierung der
Energiewirtschaft (z.B. Netzzusammenbrüche in Kalifornien) und im
Bereich der Wasserver- und entsorgung (z.B. extremer
Trinkwasserverlust im Großraum London) zeigen, dass für private
Eigentümer kurzfristige Gewinne wichtiger sind als langfristige
Investitionen in die Infrastruktur. Während öffentliches Eigentum
demokratisch beeinflussbar ist, sind private Konzerne in erster
Linie ihren Aktionären verpflichtet.
Wie aktuell diese Petition ist, zeigen jüngste Äußerungen von
Wirtschaftsminister Bartenstein. Für Bartenstein ist die
Fusionierung von OMV und Verbund nur aufgeschoben, nicht
aufgehoben. Laut einem Kurierinterview (OTS, 19.07.2006) will der
Wirtschaftsminister bei der Regierungsbildung nach den
Nationalratswahlen diese Fusion wieder auf die Tagesordnung
setzen und damit das öffentliche Eigentum beim Verbund erneut in
Frage stellen. Umso wichtiger, dass wir nicht zuschauen und bis
in den Herbst warten, sondern gleich aktiv werden. Unterstützt
daher die Petition "Energie und Wasser im öffentlichen Eigentum
erhalten!".
Auf Wunsch schicken wir gerne Petitionslisten zu, sie kann auch
von der Web-Page www.werkstatt.or.at heruntergeladen werden.
Auf Wunsch schicken wir gerne auch kostenlos jene Ausgaben der
"guernica" (Zeitung der Werkstatt Frieden & Solidarität) zu, die
sich schwerpunktmäßig mit den Gefahren der Privatisierung im
Wasser- und Energiesektor auseinandersetzen. Bestellung:
office at werkstatt.or.at
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JETZT UNTERSCHREIBEN!
Petition: "Energie und Wasser im öffentlichen Eigentum erhalten!"
Nähere Informationen auf www.werkstatt.or.at
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04 GLB/Arbeitszeit/Flexibilisierung/Gewerkschaften
"Gewerkschaftlicher Linksblock" <glb at aon.at>
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Pressedienst des Gewerkschaftlichen Linksblocks (GLB), Hugogasse
8, A-1110 Wien - Telefon +43 664 61 45 012 oder +43 1 53 444-308
- Mail glb at aon.at - Web www.glb.at - Ausgabe vom 2. August 2006
Arbeitszeitflexibilisierung öffnete Tür und Tor für weitere
Unternehmervorstöße
Gewerkschaften müssen mit Arbeitszeitverkürzung gegensteuern
"Die demonstrative Bereitschaft für flexible Arbeitszeitmodelle
und der Verzicht auf den Kampf für eine allgemeine
Arbeitszeitverkürzung war offensichtlich eine falsche Strategie
des ÖGB" meint Karin Antlanger, Bundesvorsitzende der Fraktion
Gewerkschaftlicher Linksblock im ÖGB (GLB). Sie verweist dazu auf
die ständigen Vorstöße der Unternehmerseite für längere
Arbeitszeiten sowie auf die Tatsache, dass Österreich mit 44,1
Stunden nach Griechenland (44,3) EU-weit die längste reale
Wochenarbeitszeit aufweist.
Nach dem Motto "Gibst du mir den kleinen Finger, dann will ich
gleich die ganze Hand" nutzen Wirtschaftskammer und
Industriellenvereinigung offensichtlich die Bereitschaft der
Gewerkschaften für flexible Arbeitszeiten für eine weitere
Ausdehnung der Arbeitszeiten. Der bekennende Sozialpartner
WKÖ-Präsident Christoph Leitl forciert dabei sogar eine 60
-Stunden-Woche. Vor allem geht es bei diesen Vorstößen darum,
durch Streichung von Überstundenzuschlägen die über die
Regelarbeitszeit hinaus geleisteten Stunden zur Normalarbeitszeit
zu machen.
"Mit einer solchen Arbeitszeitverlängerung verbunden wäre ein
Kaufkraftverlust, der wirtschaftspolitisch völlig kontraproduktiv
wäre. Dem muss aber von den Gewerkschaften ein Riegel
vorgeschoben werden, insbesondere auch in Hinblick auf den
Widerspruch, dass einerseits ein Teil der Lohnabhängigen ständig
Überstunden zu leisten hat, andererseits immer mehr Menschen
keine Arbeit haben", meint Antlanger dazu.
Der ÖGB hat zwar erstmals beim Bundeskongress 1987 eine
Arbeitszeitverkürzung auf 35 Wochenstunden gefordert und seither
regelmäßig bei jedem Kongress bekräftigt. Realpolitisch wurde
jedoch aus Rücksicht auf die "Standort"-Argumentation der
Unternehmerseite darauf verzichtet, die Arbeitszeitverkürzung
durchzusetzen. Im Ergebnis weist Österreich ein extrem hohes
Ausmaß an Flexibilisierung auf, das auch einkommensmässig
keineswegs abgedeckt wird, wie ein Vergleich der Lohnkosten mit
anderen EU-Ländern beweist.
Der GLB bekräftigt daher neuerlich seine Forderung nach rascher
Arbeitszeitverkürzung mit vollem Lohnausgleich und einen
radikaleren Kurs der Gewerkschaften insbesondere in der
Arbeitszeit- und Lohnpolitik. Antlanger verweist dazu auf die
Ergebnisse der ÖGB-Urabstimmung vom Herbst 2001, bei der die
Gewerkschaftsmitglieder mit 88 Prozent auch für Kampfmaßnahmen
zur Durchsetzung wichtiger Forderungen der Lohnabhängigen
gestimmt hatten.
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05 Für SLP unterschreiben
"agm" <agm at agmarxismus.net>
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Unterstützungserklärung für SLP-Antritt bei Nationalratswahlen
Die SLP (Sozialistische LinksPartei), eine sich in revolutionärer und
trotzkistischer Tradition verstehende Organisation, möchte bei den
Nationalratswahlen in Wien antreten und braucht
Unterstützungserklärungen.
Das österreichische Wahlrecht ist extrem undemokratisch und für
Parteien, die nicht im Nationalrat sind, mit einer Vielzahl von Hürden
versehen (die die Regierung in einer Gesetzesnovelle 2003 noch erhöht
hat). Am 1. August, also mitten im Hochsommer, hat die Eintragungsfrist
begonnen, am 25. August endet sie bereits wieder. Allein für Wien sind
dabei 500 Unterschriften nötig.
Wir haben in verschiedenen Fragen politische Differenzen mit der SLP,
aber gegen die bürokratischen und reaktionären Schikanen des
bürgerlichen Staates sind wir natürlich solidarisch. Diese
Unterstützungserklärung ist keine Stimmabgabe, sondern dient
ausschließlich dazu, dass die SLP überhaupt antreten kann. Wir rufen all
diejenigen, die in Wien wahlberechtigt sind, auf, für die SLP zu
unterschreiben. Dazu hier die nötigen Informationen:
Wer kann unterschreiben?
· Alle Menschen, die in Wien wahlberechtigt sind
· bis spätestens 1.8.2006 in Wien ihren Hauptwohnsitz haben
· österreichische StaatsbürgerInnen sind und
· ihren 18. Geburtstag bis spätestens 1.10.2006 haben.
Was brauche ich mit?
· bitte einen amtlichen Lichtbildausweis mitnehmen (Pass, Führerschein,
Personalausweis, StudentInnenausweis wird manchmal nicht akzeptiert)!
· die Unterstützungserklärung MUSS im Bezirksamt aufliegen. Sollte dies
nicht der Fall sein (was eigentlich nicht erlaubt ist), bitte eine kurze
Information an slp at slp.at. Das Formular für die Unterstützungserklärung
kann auch hier herunter geladen werden:
http://slp.at/uploads/media/UE_SLP_Wien_NR06.pdf
Wo und wann kann man unterschreiben?
· JedeR kann auf jedem Wiener Bezirksamt (Liste unten) unterschreiben.
· Da die Eintragungsfrist nur extrem kurz ist (2-3 Wochen) ersuchen wir,
möglichst rasch nach dem 1. August unterschreiben zu gehen.
· Auf allen Bezirksämtern Mo-Fr jeweils 8.00-15.30
· Auf allen Bezirksämtern am Donnerstag bis 17.30
· in der MA 62, Lerchenfelderstrasse 4, 3.Stock (gegenüber des Aufzuges
hängt ein Aushang wo) Mo-Fr jeweils 8.-18.00
Liste der Bezirksämter
1., Wipplingerstraße 8
2., Karmelitergasse 9
3., Karl-Borromäus-Platz 3
5., Rechte Wienzeile 105
7., Hermanngasse 24-26
9., Währinger Straße 39
10., Laxenburger Straße 43-45
11., Enkplatz 2
12., Schönbrunner Straße 259
13., Hietzinger Kai 1-3
15., Gasgasse 8-10
16., Richard-Wagner-Platz 19
17., Elterleinplatz 14
18., Martinstraße 100
19., Gatterburggasse 14
20., Brigittaplatz 10
21., Am Spitz 1
22., Schrödingerplatz 1
23., Perchtoldsdorfer Straße 2
www.agmarxismus.net <http://www.agmarxismus.net/>
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06 [SLP-Pressemeldung] Pressaussendung der SLP - Sozialistische
LinksPartei
Sozialistische LinksPartei <slp at slp.at>
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Pressaussendung der SLP Sozialistische LinksPartei
Sehr geehrte Damen und Herren,
nachstehend eine Presseaussendung der SLP - Sozialistische
LinksPartei zum Beginn der Eintragungswoche für die
Unterstützungserklärungen für die Nationalratswahlen am 1.
Oktober 2006. Sie finden am Beginn eine Kurzform und anschließend
eine ausführlichere Stellungnahme der SLP zu den
Nationalratswahlen. Beides ist in dem angefügten Word Dokument
enthalten.
Bilder und Logos zum Thema stehen für Sie im Pressebereich der
SLP unter http://slp.at/index.php/presse/ zum Download bereit.
Über eine Vorabinformation von SLP Berichten in Ihrem Medium bzw.
eines Rezensionsexemplares freuen wir uns.
Für weitere Fragen stehen ich Ihnen gerne zur Verfügung.
Sonja Grusch,
Bundessprecherin der SLP - Sozialistische LinksPartei
Tel: 0650 - 424 63 10
Mail: slp at slp.at
www.slp.at
********************************************************
Die SLP - Sozialistische LinksPartei tritt bei den
Nationalratswahlen am 1. Oktober im Wahlkreis Wien an!
Am Montag, den 31. Juli hat die SLP - Sozialistische LinksPartei
mit dem Sammeln der Unterstützungserklärungen für die
Nationalratswahl am 1. Oktober 2006 begonnen.
Bereits in den ersten Tagen konnte eine große Anzahl an
Unterstützungserklärungen gesammelt werden. Sonja Grusch,
Bundessprecherin der SLP, sieht darin eine erste Bestätigung für
die Entscheidung der SLP bei den Wahlen links von SPÖ und Grüne
anzutreten. Die Unterstützung der ersten Tage zeigt die
Notwendigkeit einer neuen Partei für ArbeitnehmerInnen,
Jugendlichen, Erwerbslosen, MigrantInnen und Frauen so Sonja
Grusch.
Der Wahlkampf und das Programm der SLP richtet sich gegen den
Sozialabbau, den zunehmenden Rassismus und die
AusländerInnenfeindlichkeit der etablierten Parteien. Im
Gegensatz zum vorherrschenden Neoliberalismus spricht sich die
SLP klar für eine für einen Ausbau und Erweiterung des
Sozialsystems und eine Gleichstellung von In- und AusländerInnen
aus.
Die SLP ist tatsächlich unabhängig. Hinter ihr stehen keine mehr
oder weniger geheimen Geldgeber oder Sponsoren und auch nicht die
größte Tageszeitung Österreichs. Die SLP finanziert sich nur aus
Spenden und dem Verkauf Ihrer Publikationen. Sie hat keinen Stab
an hochbezahlten Spin Doctoren, Meinungsforschern etc., sondern
stützt sich auf das Engagement ihrer Mitglieder und
SympathisantInnen.
Für die kommenden Wochen lädt die SLP alle Interessierte und
Betroffene ein, sich am Wahlkampf der SLP zu beteiligen - durch
aktive Mitarbeit, einer Unterstützungserklärung, einer Stimme
oder einer Spende für die Kosten des Wahlkampfes (PSK 8812.733).
********************************************************
Gegen Rassismus, Bonzen und Profite
Durchschnittslohn für PolitikerInnen und
GewerkschaftsfunktionärInnnen - maximal 2.100,- Euro netto. 90%
aller Menschen, die arbeiten verdienen weniger!
Arbeitszeitverkürzung und Ausbau des Sozialsystems - statt
300.000 Arbeitslose und 1 Million von Armut bedrohten Menschen
Mindestlohn von 1.100,- Euro netto für Alle (egal ob In- oder
AusländerInnen) - statt 60.000 MillionärInnen, die über 300
Milliarden Euro besitzen!
Warum bei den Nationalratswahlen eine sozialistische Linke nötig
ist und die SLP antritt
Die Bilanz der letzten Jahre ist alles andere als gut. Die
Arbeitslosigkeit steigt, auch wenn die Regierung die Zahlen
verbiegt. Tatsache ist, dass im Mai 62.626 Arbeitslose in
Schulungen versteckt wurden. Das war ein Zuwachs von 21,4 %, der
dann auch prompt dazu führte, dass offiziell im Mai weniger
Menschen arbeitslos waren, weil ja in Schulung. An der echten
Arbeitslosigkeit hat diese kosmetische Maßnahme aber nichts
geändert. Denn Tatsache bleibt auch, dass 60.000 Jugendliche im
Alter von 15 bis 25 Jahren von Arbeitslosigkeit betroffen sind
(das sind 10,4 %). Gleichzeitig werden die Drohungen gegen
Ausländer im Wahlkampf immer schlimmer.
Nur die Krawatte hat eine andere Farbe
Es ist kein Zufall, dass PolitikerInnen oft das Offensichtliche
ignorieren. Nämlich dass es nicht zuviel AusländerInnen, sondern
zuwenig Jobs für die vielen Arbeitslosen egal woher sie auch
kommen gibt. Und natürlich auch noch, dass die angebotenen
Bettellöhne oft zum Leben zuwenig sind. Würden diese
PolitikerInnen das zugeben, dann müssten sie auch zugeben, dass
das System, in dem wir leben, diese Probleme erzeugt. Doch im
Gegensatz zu einem wachsenden Teil der Bevölkerung sind SIE für
weitere Kürzungen und Sozialabbau. Das gilt grundsätzlich für die
VertreterInnen aller Parlamentsparteien. Unterschiede gibt es
v.a. in der Farbe ihrer Krawatten. Keine der Parlamentsparteien
ist gegen Privatisierung (die immer Jobabbau bedeutet). ÖVP und
BZÖ betreiben sie gerade aktiv, die FPÖ ist für echte
Privatisierung, die SPÖ führt sie in Wien unter dem
Deckmäntelchen Ausgliederung im gesamten Sozialbereich durch
und auch die Grünen haben damit - wie bei der Post - kein
prinzipielles Problem. Natürlich sagt niemand offen, er sei für
Sozialabbau, aber alle sind für Budgetkonsolidierung oder für
Eigenverantwortung der BürgerInnen. Auch die Grünen erkennen
an, dass der Markt das effizienteste bisher bekannte
Steuerungsinstrument für wirtschaftliche Aktivitäten ist.
Marktwirtschaft bedeutet Kapitalismus und das bedeutet, dass die
Profite der Unternehmen auf Kosten von Mensch und Umwelt
gesichert werden . Da hilft kein Schönreden - das ist
Kapitalismus.
Wenn es der Wirtschaft gut geht steigt die Arbeitslosigkeit!
Die VertreterInnen der etablierten Parteien folgen letztlich
derselben Logik. Wir müssen die österreichische Wirtschaft
stärken - dafür müssen die Beschäftigten billig arbeiten, damit
wir konkurrenzfähig bleiben/werden. Eine Logik, die aber nicht
stimmt. Wenn es der Wirtschaft gut geht, geht es uns nämlich
NICHT allen gut, sondern nur Wenigen! Zwischen 1997 und 2005 sind
die Gewinne doppelt so stark gestiegen wie die Löhne und
Gehälter. Doch es werden keine Jobs geschaffen, sondern
Bestehende vernichtet, bzw. bestenfalls durch schlechter Bezahlte
ersetzt. Die Folgen: Arbeitslosigkeit und vor allem Armut steigen
- über eine Million Menschen sind in Österreich davon betroffen.
Auf der Suche nach Schuldigen sind sich die etablierten Parteien
nun ebenfalls einig - selbst wenn sich der Tonfall unterscheidet:
Die Ausländer.
Ausländer sind die falsche Adresse
Doch nicht nur bei FPÖ und BZÖ findet ein Duell um den
geschmacklosesten Rassismus statt. Auch die ÖVP versucht den
ihren durch Studien zu untermauern (auch wenn diese falsch und
bewusst fehlinterpretiert werden). SPÖ und Grüne geben
demgegenüber die menschlichere Form der Ausländer-
Halt-Politik zum Besten: Zuwanderung ist kein Recht, sondern
ein Privileg. Die Zuwanderung nach Österreich muss zukünftig auf
Grundlage der österreichischen Interessen definiert werden
schreibt die SPÖ. Als österreichische Interessen sind wohl die
der österreichischen Unternehmen zu verstehen. Eine Logik die
auch das Grüne Punkte-System beinhaltet. Am Besten schon im
Internet sollen so MigrantInnen ausgetestet werden können, ob sie
der Wirtschaft ausreichend von Nutzen sein werden. Für alle
Anderen soll es ebenfalls heißen: (Grüne) Grenzen dicht!
SIE haben keine Lösungen - SLP steht für Alternative
Die etablierten PolitikerInnen sind nicht dumm - aber sie
vertreten nicht unsere Interessen. Sie können Probleme wie
Arbeitslosigkeit, Armut, Umweltzerstörung oder Krieg nicht lösen,
weil sie auf der anderen Seite stehen. Nicht Menschen, sondern
Profite und der Wirtschaftsstandort Österreich stehen im
Vordergrund. Und dafür müssen halt auch Opfer in Kauf genommen
werden. Deswegen ist es höchste Zeit, wirklich andere Lösungen zu
diskutieren und umzusetzen. Warum nicht die Arbeitszeit drastisch
reduzieren und einen Mindestlohn von 1100.- netto einführen? Das
würde die Arbeitslosigkeit effektiv bekämpfen, gäbe ein
Einkommen, von dem man/frau auch leben kann und könnte aus den
gestiegenen Gewinnen der Unternehmen finanziert werden. Warum
nicht eine Wirtschaft, in der wir selbst entscheiden, was wie
produziert und gebaut wird und wo die Bedürfnisse der
Allgemeinheit im Mittelpunkt stehen? Warum nicht eine
Demokratie, wo VertreterInnen für ihre Handlungen grad stehen
müssen und nicht mehr verdienen als die Menschen die sie
vertreten? Eine Utopie? Die wirkliche Utopie ist ein friedlicher,
demokratischer und sozialer Kapitalismus. Die SLP (Sozialistische
LinksPartei) wird deshalb bei den kommenden Wahlen als einzige,
klar sozialistisch positionierte Kraft kandidieren um gerade in
der Wahlauseinandersetzung ein deutliches Zeichen gegen diese
etablierte Politik setzen zu können.
Unterstützen Sie die Kandidatur der SLP!
Die SLP ist tatsächlich unabhängig. Hinter ihr stehen keine mehr
oder weniger geheimen Geldgeber oder Sponsoren und auch nicht die
größte Tageszeitung Österreichs. Die SLP finanziert sich nur aus
Spenden und dem Verkauf unserer Publikationen. Wir haben keinen
Stab an hochbezahlten Spin Doctoren, Meinungsforschern etc.,
sondern stützen uns nur auf das Engagement unserer Mitglieder und
SympathisantInnen.
Leider ist es der SLP aufgrund der undemokratischen Wahlordnung
nicht möglich flächendeckend in Österreich zu kandidieren. Im
Nationalrat vertretene Parteien brauchen nur die Unterschrift von
drei Abgeordneten, um kandidieren zu können. Wir benötigen 500
amtlich beglaubigte Unterstützungserklärungen, alleine nur um in
Wien antreten zu können! Unterstützen Sie uns mit einer
Unterstützungserklärung auf Ihrem Bezirksamt, mit Ihrer Stimme,
mit Ihrer aktiven Mitarbeit oder einer Spende (PSK 8812.733) und
besuchen Sie unsere Homepage unter www.slp.at
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07 AT: Staatsanwaltschaft ermittelt wegen SWIFT
"q/depesche" <depesche at quintessenz.org>
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q/depesche 2006-07-23T23:38:46
AT: Staatsanwaltschaft ermittelt wegen SWIFT
Wie uns die weißen Spatzen von den Netzknoten nächst dem Grauen
Hause gepfiffen haben, ist bei der Staatsanwaltschaft Wien eine
Sachverhaltsdarstellung in der Affäre SWIFT eingetroffen. Ab
Montag wird geprüft, ob durch die Weitergabe von EU-
Finanztransferdaten österreichische Gesetze verletzt wurden und
vor allem: von wem.
-.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.-
Die europäische SWIFT, über die alle Auslands- und
Eil-Überweisungen österreichischer Banken laufen, gibt seit 2001
jährlich mindestens 20 Millionen Überweisungen ohne
Gerichtsbeschluss an US-Behörden weiter. Wer in Erfahrung bringen
will, ob auch die eigenen Überweisungen betroffen sind, dem
stellen wir einen Musterbrief ans Bankinstitut zur Verfügung.
Illegale Weitergabe von Finanzdaten
Ohne jemals einen rechtmäßigen Anspruch vor Gericht geltend
gemacht zu haben, hat das US-Finanzministerium solange Druck
ausgeübt, bis eine Einigung hinter verschlossenen Türen erzielt
war. Nach den Regeln internationaler Datenzentren steht auch in
New York ein Server mit einer vollständigen Kopie aller
Transaktionsdaten. Nach Angaben von SWIFT hätten ohne Einigung
alle Daten beschlagnahmt werden können. Übermittelt wurden mehr
als 100 Millionen Datensätze von Überweisungen.
Verletzung des Bankgeheimnis
Für die Wahrung des Bankgeheimnisses sind in erster Linie die
Banken selbst verantwortlich. Diese können und müssen dafür
sorgen, dass der millionenfache Vertrauensbruch sofort gestoppt
wird.
Offiziell Bescheid wußte in Österreich nur einer: Mitarbeiter der
Raiffeisen Bank und SWIFT Aufsichtsrat Günther Gall. Er hatte
bereits 2001 der Weitergabe von österreichischen
Transaktionsdaten an die CIA zugestimmt. Angeblich wurden die
österreichischen Banken über diese, nach österreichischem Recht
illegalen Datenweitergaben, nicht informiert.
Nach fast fünf Jahren wird es nun Zeit, dass sich die Banken
darum kümmern, wie mit unseren österreichischen Finanzdaten
umgegangen wird, die sie an SWIFT weitergeben. Denn es sind die
Banken, die garantieren müssen, dass Dienstleister den gleichen
Standard beim Datenschutz garantieren, wie sie selbst mit dem
Bankgeheimnis versichern. Eine Sachverhaltsdarstellung wegen
Verstoß gegen das Datenschutzgesetz, der illegalen Zusammenarbeit
mit einem ausländischen Geheimdienst und dem Verstoß gegen das
Bankgeheimnis wurde nach unseren Informationen bereits an die
Staatsanwaltschaft übermittelt.
Ist auch ihr Konto betroffen?
Nehmen Sie Ihr Recht auf Aufklärung wahr und fragen Sie bei Ihrer
Bank nach, ob auch Ihre Überweisungen betroffen waren. Laut
Datenschutzgesetz 2000 besteht hier eine klare Auskunftspflicht.
Nach Download unseres Musterbriefes können Sie diesen um
Kontonummer, An- und Unterschrift ergänzen. Die Anschrift Ihres
Bankinstituts erfahren sie vom Impressum der Webseite oder dem
Schriftverkehr. Selbstverständlich können Sie erweiternd Ihre
persönliche Betroffenheit in der Anfrage zum Ausdruck bringen.
http://www.quintessenz.org/swift/
http://www.quintessenz.at/kampaigns/swift/swift-bank-auskunft-dsg2000.doc
Winword 97/2000/XP DOC
http://www.quintessenz.at/kampaigns/swift/swift-bank-auskunft-dsg2000.odt
OpenOffice OpenText ODT
http://www.quintessenz.at/kampaigns/swift/swift-bank-auskunft-dsg2000.rtf
RichTextFormat RTF
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relayed by Harkank
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Online Version: http://quintessenz.at/cgi-bin/index?id=000100003636
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08 SW/VHF/UHF: Die letzten Tage der analogen Menschheit
"q/depesche" <depesche at quintessenz.org>
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q/depesche 2006-08-07T00:07:45
SW/VHF/UHF: Die letzten Tage der analogen Menschheit
Fast unbemerkt von der digitalen Öffentlichkeit vollzieht sich im
Moment eine Revolution in einer der letzten analogen Hochburgen.
Lange bevor Internet weltumspannende Kommunikation erlaubte,
quoll der Funkäther über vor Nachrichten. Selbst heute, wo Funk
viele digitale Informationen transportiert, ist der Bau eines
Empfängers oder Senders mit viel analogem Schaltungs- und
Messaufwand verbunden und mit dessen Unzulänglichkeiten - immer
noch!
-.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.-
Das ändert sich gerade: der "Missing Link" zwischen digitalen
Computern und analoger Funktechnik erobert die Welt: Software
Defined Radio(SDR) ist eine Technik die direkt ab der Antenne,
oder ab der Zwischenfrequenz digitalisiert, bzw Signale
synthetisiert. Superschnelle A/D und D/A Wandler sind dabei in
der Lage, breitbandig die Brücke zwischen Software und Äther
herzustellen. Tuning, Modulation, Decodierung und Interpretation
wird gänzlich in Software gelöst, und ist daher nur noch eine
Frage von Mathematik - jederzeit änderbar. So ist es möglich
ganze Frequenzabschnitte zu digitalisieren und parallel mehrere
Signale zu verarbeiten. Schnelle Geräte können die ganze oder
signifikante Teile der Kurzwelle, BOS usw auf einmal verarbeiten.
Wer das nicht alles live genießen möchte, der kann das
entsprechende Frequenzspektrum einfach aufzeichnen, und später
nach interessanten Signalen suchen, unterschiedliche Filter,
Frequencyhopping, Modulationen oder Verschlüsselungen
ausprobieren - der entsprechende Ausschnitt des Äthers befindet
sich auf Festplatte - digital.
Viele verfügbare universelle Geräte versprühen noch den Charme
eines Messplatzes, das Potential ist jedoch eindeutig erkennbar.
Eine stetig wachsende Entwicklergemeinde sorgt für immer bessere
Software/module.
SDR-14
http://www.rfspace.com/sdr14.html
Gnu Radio - siehe USRP
http://www.gnu.org/software/gnuradio/
SDR Projects
http://f4dan.free.fr/sdr_eng.html
Unlizensierte Bänder als Keimzelle neuer Funktechnik
http://werbach.com/docs/RadioRevolution.pdf
SDRs bzw wichtige Aspekte dessen, verstecken sich immer öfter
auch in Consumer Produkten: Die WiFi Chipsätze von Atheros und
Broadcom sind gute Beispiele für Vor- und Nachteile solcher
Lösungen: Hoche Flexibilität und Updatefähigkeit werden durch ein
zusätzliches Abhängigkeitsverhältnis zum Hersteller erkauft. Ohne
eine - zumindest Teilweise - Öffnung der SDR-Firmware ist es fast
unmöglich Treiber für alternative Betriebssysteme zu schaffen.
Dort wo es passiert (zb ansatzweise Atheros), können sich die
Treiber zu echten Feature-Monstern entwickeln. MadWifi (die
Linux-Treiber für Atheros) gehören zu den besten, universellsten
und featurereichsten WLAN-Treibern für dieses OS.
- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.-
relayed by Mac Gyver
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Online Version: http://quintessenz.at/cgi-bin/index?id=000100003647
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09 DE/US: Feinabstimmungen und feinste Fehlgriffe in Anti-Terror-DB
"q/depesche" <depesche at quintessenz.org>
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q/depesche 2006-08-01T20:26:59
DE/US: Feinabstimmungen und feinste Fehlgriffe in Anti-Terror-DB
So gut, wie das Herauspicken und das lebenslang Brandmarken von
Unschuldigen in Anti-Terror- Datenbanken in den USA schon
funktioniert, will Deutschland nun um nichts nachstehen. Nur wird
in Deutschland womöglich kein Betroffener jemals was davon
erfahren: die Daten bleiben unter den Geheimdiensten.
-.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.-
(...)
Seit dem 11. September 2001 durchleuchtet die US-Regierung
Einreisende genauer als zuvor. Wer einmal verdächtig wurde, hat
kaum eine Chance, diesen Makel wieder loszuwerden - so wie stern
.de-Autor Florian Güßgen
"Nun ja," sagt der Mann. Er lacht. Nicht höhnisch, eher hilflos,
als ob er mir die Nachricht einer unheilbaren Krankheit
überbringen müsse. "Damit müssen Sie jetzt wohl leben. Ich habe
jedenfalls noch niemanden kennen gelernt, der seinen Eintrag
wieder los geworden wäre."
(...)
http://stern.de/politik/ausland/:Amerika-Teil-1-Damit-Sie/564354.html
-.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.-
Gesetzentwurf zur Anti-Terror-Datei braucht noch Feinabstimmungen
(...)
Insgesamt soll mit dem Gesetzentwurf die Arbeit der 37
Sicherheitsbehörden koordiniert werden, die in Deutschland für
den Kampf gegen den Terror zuständig sind. Die Arbeiten am
Gesetzentwurf für eine Anti-Terror-Datei begannen noch unter der
Ägide von Bundesinnenminister Otto Schily in der rot-grünen
Regierungszeit. Schily schlug damals die Anlage einer so
genannten Indexdatei vor, die einen Suchlauf über alle
Datenbanken der Behörden gestatten sollte.
(...)
Unter der großen Koalition ist aus der einfachen Indexdatei dem
Gesetzentwurf nach eine "erweiterte Indexdatei" geworden, die
neben den Namen von Terrorverdächtigen auch Bankkonten,
Telefonnummern, E-Mail-Adressen, Führerscheindaten und die
Ansprechdaten von einschlägigen Kontaktpersonen enthält.
(...)
Bei der Abfrage dieser erweiterten Indexdatei sollen die Daten
von den verschiedenen Nachrichtendiensten (BND, MAD,
Verfassungsschutz) mit der Technik der "verdeckten Speicherung"
abgefragt werden. Dabei erfährt der Anfragende zunächst nicht, ob
er mit seiner Anfrage einen "Treffer" in den
Geheimdienstdatenbanken erzielt hat. Dafür erfahren die
Nachrichtendienste, wer nach wem geforscht hat und können dann
Kontakt zu der Person aufnehmen, die die Dateiabfrage gestartet
hat. Auf diese Weise soll die Kunst der Datenbankprogrammierung
für die effektive Trennung von Polizei- und Geheimdiensten
sorgen, die gesetzlich festgeschrieben ist.
(...)
http://www.heise.de/newsticker/meldung/76180
- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.-
relayed by Mac Gyver
- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.-
Online Version: http://quintessenz.at/cgi-bin/index?id=000100003642
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10 KPÖ/Erbschaftssteuer/Steuerpolitik
KPÖ-Information <info at kpoe.at>
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KPÖ-Pressedienst - Drechslergasse 42, 1140 Wien - Telefon +43 (1)
50 36 580 - 0 - Fax +43 (1) 50 36 580 - 499 - Mail
bundesvorstand at kpoe.at - Web www.kpoe.at - News www.kpoe.at/lpd
- Ausgabe vom 7. August 2006
Erbschaftssteuer nicht abschaffen, sondern zeitgemäß anpassen
Grasser "Signal der Entlastung" gilt nur den Reichen
Als Sachwalter der Reichen erweist sich Finanzminister Karl-Heinz
Grasser mit seinem Vorstoß zur Abschaffung der Erbschaftssteuer,
kritisiert KPÖ-Bundessprecher Mirko Messner. Das Argument, der
Ertrag aus dieser Steuer für das Budget sei im Verhältnis zu den
Kosten für die Einhebung zu gering beweist nur, dass seit
Jahrzehnten verabsäumt wurde, eine notwendige Anhebung
vorzunehmen. Offenbar wurde die Erbschaftssteuer bewusst zur
"Bagatellsteuer" abgewertet um sie dann leichter abschaffen zu
können.
Während die Erbschaftssteuer stagniert - sie ist im Budget 2006
mit gerade 165.000 Euro veranschlagt - stieg der Umfang der
Vermögen enorm an. Dabei ist zu berücksichtigen, dass auf nur ein
Prozent der Bevölkerung 34 Prozent, weitere neun Prozent 33
Prozent und die restlichen 90 Prozent 32 Prozent des Vermögens
entfallen. Wenn von Vermögensbesteuerung die Rede ist - und dazu
gehört auch die Erbschaftssteuer - geht es vor allem um die
obersten zehn Prozent, der weitaus größte Teil der Bevölkerung
ist davon kaum betroffen.
Was Grasser als "Signal der Entlastung bei der nächsten
Steuerreform" bezeichnet gilt also nur für die Reichen. Die große
Zahl der Lohnabhängigen muss hingegen mit der Lohnsteuer und
Mehrwertsteuer einen zunehmend größeren Anteil der Steuerlast
tragen. Die KPÖ erinnert daran, dass schon in der Regierungszeit
der SPÖ der Spitzensteuersatz auf 50 Prozent gesenkt, die
Vermögenssteuer abgeschafft und die steuerschonenden
Privatstiftungen eingeführt wurden. Finanzminister Grasser setzte
bei der letzten Steuerreform diese Entlastungspolitik der Reichen
durch die Senkung der Körperschaftssteuer auf die Gewinne der
Kapitalgesellschaften und die Aufrechnung von Verlusten im
Ausland mit Gewinnen im Inland fort.
Reformbedürftig ist vor allem die Vererbung von Grundstücken und
Immobilien. Diese werden nämlich mit dem anachronistischen
Einheitswert bemessen anstatt mit dem aktuellen Verkehrswert. Die
unterschiedliche Bemessung der Erbschaftssteuer auf Geldvermögen
und Immobilien ist derzeit auch beim Verfassungsgerichtshof
anhängig. Da hinter einem geerbten Vermögen keine Leistung steht
ist deren volle Besteuerung nicht nur notwendig, sondern auch
gerechtfertigt. Die KPÖ verlangt daher eine zeitgemäße Anpassung
der Erbschaftssteuer ebenso wie die die Wiedereinführung der
Vermögenssteuer und die Abschaffung der Stiftungen.
==================================================
11 KPÖ/Wahlbehörden/Anfechtung
KPÖ-Information <info at kpoe.at>
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KPÖ-Pressedienst - Drechslergasse 42, 1140 Wien - Telefon +43 (1)
50 36 580 - 0 - Fax +43 (1) 50 36 580 - 499 - Mail
bundesvorstand at kpoe.at - Web www.kpoe.at - News www.kpoe.at/lpd
- Ausgabe vom 7. August 2006
Klare Entscheidungen im Konflikt zwischen FPÖ und BZÖ notwendig
Wahlbehörden müssen Anfechtung und Wiederholung der Wahl
verhindern
Klare und eindeutige Entscheidungen der Bundes- und der
Landeswahlbehörden im Streit zwischen FPÖ und BZÖ um die
Verwendung der Listenbezeichnung "Freiheitliche" und die Reihung
auf Platz drei am Stimmzettel fordert die KPÖ: "Es muss gesichert
sein, dass es nicht durch parteitaktische Überlegungen zu einer
Wahlanfechtung oder gar zu einer Wiederholung der Wahl kommt",
verlangt KPÖ-Bundessprecher Mirko Messner.
Die KPÖ lässt dabei auch Argumente von Verfassungsexperten nicht
gelten, die zwar die Gefahr einer Verwechslung durch ähnlich oder
gleich lautende Listenbezeichnungen erkennen, eine Aufhebung der
Wahl wegen Rechtswidrigkeit allerdings davon abhängig machen, ob
das Wahlergebnis beeinflusst wird.
"Es wäre sowohl für die Parteien als auch für WählerInnen
unzumutbar, wenn es zu einer Wahlwiederholung und damit
zusätzlichen Kosten sowohl für die Parteien als auch für die
Verwaltung käme", meint Messner. Der vom BZÖ angeführten
Zulassung von drei grünen Listen bei der Landtagswahl 1985 in
Oberösterreich oder der rechten Tarnliste "GRÜNÖ" bei der
Landtagswahl 2003 in Niederösterreich steht die erfolgreiche
Anfechtung der Gemeinderatswahl 1979 in Linz durch die KPÖ beim
Verfassungsgerichtshof wegen Zulassung einer zweiten sich
"kommunistisch" bezeichnenden Liste gegenüber, die zu einer
Wahlwiederholung im Jahre 1980 führte.
Da bei einer mangelnden Unterscheidbarkeit und
Verwechslungsgefahr zwischen FPÖ und BZÖ in jedem Fall eine
Beeinflussung des Wahlergebnisses zu erwarten ist kommt der
Entscheidung über Listenbezeichnung und Reihung eine ungleich
höhere Verantwortung zu. Und es muss auch die Frage gestellt
werden, wer für zusätzliche Kosten im Falle einer vorhersehbaren
Wahlwiederholung verantwortlich ist.
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DISKUSSION
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12 Projektionsfläche Nahost
WADI Austria <wadi.wien at gmx.at>
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http://www.diepresse.com/textversion_article.aspx?idW5602
Die Presse, 1.8.2006
Projektionsfläche Nahost
GASTKOMMENTAR VON THOMAS SCHMIDINGER
Es ist Krieg und alle wollen mitmachen. Besonders dann, wenn sie
selbst vor dem Fernseher sitzen und andere die Rolle des Sterbens
übernehmen. Dabei ist sich auch bei uns jeder seiner Sache so
sicher, wie es sich nur Kriegsbeteiligte sein können.
Wenn hierzulande über den "Nahen Osten" gesprochen wird, ist es
nie nur die Sache selbst, über die gestritten, polemisiert oder
die analysiert wird. Der "Nahe Osten" ist immer auch eine
Projektionsfläche. Allein schon die Quantität der
Berichterstattung, die auch in relativ ruhigen Zeiten in keinem
Verhältnis zur Medienpräsenz anderer Langzeitkonflikte von Sri
Lanka bis Kaschmir steht, ist ein Indiz dafür, dass der
israelisch-arabische Konflikt oder sagen wir besser die
israelisch-arabischen Konflikte für uns weit mehr sind als
irgendein Konflikt, dass es um mehr oder eher ganz etwas anderes
geht als nur um die Konflikte selbst.
Sowohl im Diskurs um den jüngsten Irak-Krieg, als auch und
insbesondere im Diskurs um die israelisch-arabischen Konflikte
geben weniger die Konflikte selbst als - so mein Verdacht -
dahinter liegende andere Fragen den Ausschlag für die eigenen
Positionierung. War es im jüngsten Irak-Krieg vor allem das
Verhältnis zu den USA vor dem Hintergrund einer zunehmenden
europäisch-US-amerikanischen Rivalität und einem anwachsenden
Antiamerikanismus und weniger die konkreten Lebensbedingungen der
irakischen Bevölkerung, die den Ausschlag für die Positionierung
für oder gegen den Krieg gaben, so spielen in den israelisch-
arabischen Konflikten der Antisemitismus und der (antiarabische
oder antiislamische) Rassismus eine wichtige Rolle für die eigene
Verortung.
Dabei beweisen politische Bewegungen ständig, dass sie durchaus
antisemitisch und rassistisch zugleich sein können. Für die
Positionierung im Nahostkonflikt ist dann ausschließlich die
Frage, welches Ressentiment überwiegt. Dabei ist es keineswegs
nur der klassische Rechtsextremismus, der sich auf diese Weise
entweder als proisraelisch (AN in Italien oder FN in Frankreich)
oder antiisraelisch (FPÖ, BZÖ, aber auch die italienische AN-
Abspaltung um Duce-Enkelin Alessandra Mussolini) gebärdet. Längst
ist der Nahost-Konflikt zu einem der Leitthemen der Linken und
der innerhalb der Linken ausgetragenen Konflikte geworden.
So demonstrierten auch in Wien kürzlich proisraelische
"antideutsche" Linke gemeinsam mit der Israelischen
Kultusgemeinde und der Zionistischen Föderation, um ihre
Unterstützung für Israel in der jüngsten militärischen
Auseinandersetzung deutlich zu machen. Interessantes Detail am
Rande - auch dies nur ein Indiz für meinen Verdacht: Während der
Aufruf der jüdischen Organisationen noch von "zivilen Opfern auf
beiden Seiten" sprach, tönte der Schlachtruf der beteiligten
nichtjüdischen Gruppe Cafe Critique wie eine Kriegserklärung an
den Libanon.
Der größere Teil der Linken fand sich die letzten Tage hingegen
auf antiisraelischen Demonstrationen wieder. Dabei waren es nicht
nur die notorischen AntisemitInnen der Antiimperialistischen
Koordination (AIK) oder österreichische Hisbollah-Fans mit
Nasrallah-Plakaten, sondern auch immer noch weithin anerkannte
Persönlichkeiten wie der sich bei jeder Gelegenheit in Szene
setzende "Globalisierungskritiker" Leo Gabriel oder Anas Shakfeh,
der Präsident der offiziellen islamischen Glaubensgemeinschaft,
die gemeinsam mit Hamas- und Hisbollah-Unterstützern, der
Kommunistischen Jugend, irakischen Baathisten, der
Palästinensischen Gemeinde und der "Syrischen Gemeinde" - einer
Vorfeldorganisation der syrischen Botschaft in Wien - durch die
Straßen Wiens zogen, um ihre Solidarität mit der Hisbollah zum
Ausdruck zu bringen.
Seine "Hochachtung für die Hisbollah" drückte dabei in einer Rede
auch der teilentmündigte selbst ernannte "Rabbiner" Moishe Arye
Friedman, der im Wesentlichen aus ihm selbst bestehenden
"Orthodoxen antizionistischen jüdischen Gemeinde Wiens", aus.
Beide Seiten sind sich sicher, dass sie nicht nur auf der
moralisch richtigen Seite stehen, sondern auch, dass diese ihre
Seite völlig richtig handelt. Zweifel werden nicht geduldet.
Genau dieses Recht zu zweifeln gilt es aber zu verteidigen,
wollen wir nicht den gesamten Globus zum globalisierten
(Bürger-)Kriegsschauplatz machen, in dem sich religiös oder
ethnisch definierte Zwangskollektive gegenüberstehen. Dabei kann
selbstverständlich ein bürgerlich-demokratischer Staat nicht mit
einer antisemitische Terrororganisation wie der Hisbollah
gleichgesetzt werden. Es ist legitim, den Krieg gegen den Libanon
als von der Hisbollah provoziert zu betrachten und für Israel
keine Alternative zu sehen, als diesen zu führen.
Es ist aber auch legitim, daran zu zweifeln, ob dieser Krieg
tatsächlich ein Ende der militärischen Bedrohung Hisbollah mit
sich bringt oder ob dieser Krieg nicht die Gefahr einer
Ausweitung auf Syrien oder andere Teile der Region mit sich
bringt. In beiden Fällen wäre ein Minimum an Empathie, ein Fragen
nach den zivilen Opfern auf beiden Seiten eine bessere
Ausgangshaltung als die kindische Sehnsucht, auch einmal
Militärstratege zu spielen. Für völlig indiskutabel halte ich
hingegen eine Haltung, die entweder die Existenz Israel und sein
Recht auf Selbstverteidigung delegitimiert oder die das Leben
arabischer oder muslimischer Menschen geringer schätzt als das
Leben anderer und tote ZivilistInnen implizit oder explizit zu
Kolateralschäden erklärt.
Ich gestehe allerdings, dass ich froh bin, nicht entscheiden zu
müssen, was nun zu tun ist, um ein rasches Ende der
Kampfhandlungen herbeiführen zu können und eine Situation zu
schaffen, die sowohl Israel als auch dem Libanon eine sichere
staatliche Existenz ermöglichen. Diese Ratlosigkeit mögen manche
teilen, sie wird jedoch nur selten formuliert. Auch in der
österreichischen Öffentlichkeit gibt es geradezu einen Zwang, zum
"Nahostkonflikt" eine Position zu beziehen, und zwar eine
möglichst eindeutige, die keinerlei Ambivalenzen zulässt.
So lautet denn mein Verdacht, dass das, was "wir" zu diesem
Konflikt zu sagen haben, mehr über den Sprecher oder die
Sprecherin aussagt als über den Konflikt selbst. Vergessen wir
nicht, dass die Region für christlich sozialisierte Menschen
nicht nur eine reale, sondern auch eine mythische Region
darstellt. Jeder von uns "kennt" Jerusalem, Jericho, Ägypten oder
das Zweistromland aus den Erzählungen der Kindheit, aus der Bibel
oder zumindest als Teil unserer kulturellen Erzählungen,
allerdings eben nicht als reale, sondern als mythische Orte, die
in das (christliche) Unterbewusstsein eingedrungen sind.
Es gibt jedoch noch eine andere Erinnerung. Vermutlich ahnen wir
- wenn wir dieses "wir" als eines der nichtjüdischen und
nichtmuslimischen Österreicher und Österreicherinnen, also der
Nachkommen der NS-Täter definieren - doch irgendwo, dass die
Existenz Israels direkt mit dem Antisemitismus zusammenhängt, mit
dem unsere Vorfahren einen großen Teil der jüdischen Bevölkerung
Europas vertrieben haben. Und vermutlich wissen wir auch irgendwo
- und sei es nur in einem ständig zu verdrängenden Unterbewussten
-, dass die israelische Angst vor der Zerstörung ihres Staates
nicht zuletzt mit der Erfahrung der Shoah zusammenhängt, die
tatsächlich zur millionenfachen Vernichtung führte.
Umgekehrt ist auch die Angst vor dem Islam tief in das
europäische Bewusstsein eingeschrieben. Egal ob es sich um
Rechtsextremisten, Linke, Konservative, evangelikale Christen
oder Multikultibegeisterte handelt: Der Antisemitismus und der
Rassismus spielen nur allzu oft mit, wenn es hier in Europa um
den Nahen Osten geht. Was über den angeblich "realen" Nahen Osten
gesagt und geschrieben wird, ist in den meisten Fällen nichts als
Ideologie.
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Thomas Schmidinger lehrt Politikwissenschaft an der Uni Wien, ist
Vorstandsmitglied der Hilfsorganisation WADI, sowie des
Österr.-Irakischen Freundschaftsvereins Iraquna.
--
WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische
Entwicklungszusammenarbeit
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Im Juni erschien die erste Ausgabe von: WADI-News, Schwerpunkt:
Frauen im Irak. Wird kostenlos per Post zugeschickt, schreiben
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13 [gipfelsoli] Heiligendamm
gipfelsoli-l at lists.nadir.org
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Gipfelinfo - Meldungen über globalisierte Solidarität
und die Proteste gegen unsolidarische Globalisierung
------------------------------------------------------ www.gipfelsoli.org --
- Kleiner Anti-G-8-Gipfel an der Ostsee
- Campen gegen den Kempinski-Gipfel
- G8-Gegner formieren sich
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Kleiner Anti-G-8-Gipfel an der Ostsee
Bis zu 500 G-8-KritikerInnen bereiten sich eine Woche lang auf
den G-8-Gipfel vor, der 2007 in Deutschland stattfindet
BERLIN taz Das CampInski öffnet seine Pforten: In dem Do-it-
yourself-Protestlager in Mecklenburg-Vorpommern beraten sich ab
heute bis zu 500 GlobalisierungsgegnerInnen aus Deutschland und
dem europäischen Ausland. Sie werden eine Woche lang in der
Gemeinde Kirch Mulsow ihren Anti-G-8-Gipfel vorbereiten. Er soll
im Juni 2007 das Treffen der Regierungschefs der acht größten
Industrieländer begleiten, das im Ostseebad Heiligendamm
stattfindet.
Während die Politiker dort im mondänen Hotelkomplex Kempinski
absteigen, sind die GegnerInnen bescheidener. Selbstorganisation
wird beim Vorbereitungstreffen groß geschrieben. Das gilt für den
Bau von Duschen und Toiletten oder die Zubereitung des natürlich
streng veganen Essens. Es gilt aber auch für das umfangreiche
kulturelle und politische Programm, das im Internet zu finden
ist. Die BewohnerInnen der Region und ihre Proteste sollen von
Anfang an mit einbezogen werden. Am Sonnabend geht es um die
Frage, wie sich der Widerstand gegen den Bombenabwurfplatz
Bombodrom bei Wittstock mit dem G-8-Widerstand verbinden lässt.
Am Montagnachmittag haben sich die GipfelgegnerInnen im nahen Bad
Doberan zum Door Knocking verabredet. Bei dieser aus
Großbritannien importierten Protestform klingeln die
AktivistInnen an den Wohnungstüren und verteilen
Informationsmaterial. Bisher sind unter den BewohnerInnen die
Meinungen über den Gipfel durchaus gespalten, wie AktivistInnen
bei einer Infoveranstaltung am Mittwochabend in Berlin
berichteten. Eine Minderheit erhofft sich Arbeitsplätze durch das
G-8-Treffen und reagiert auf die Proteste mit Unverständnis. Doch
in Heiligendamm und Umgebung wehren sich Initiativen gegen die
zunehmende Privatisierung öffentlicher Wege und Plätze. Sie sind
den Anliegen der GipfelgegnerInnen aufgeschlossen.
Ein weiterer Campschwerpunkt ist der Kontakt mit Flüchtlingen,
die teilweise fernab von den Städten untergebracht sind. Ein
eigener Flüchtlings-Aktionstag soll im nächsten Jahr die Proteste
gegen den Gipfel begleiten. Auch mit der Marineshow Hanse Sail,
die vom 10. bis 13. August in Rostock stattfindet, wollen sich
GipfelteilnehmerInnen kritisch befassen. Ziel ist es, eigene
politische Akzente zu setzen und doch bei der Bevölkerung einen
guten Eindruck zu hinterlassen.
Schließlich will man ja im nächsten Jahr mit noch mehr Freunden
wiederkommen. Für den Juni 2007 suchen die G-8-GegnerInnen in der
Region Doberan noch einen Campingplatz für 15.000 Menschen.
Infos: www.camp06.org
[taz vom 4.8.2006, S. 8]
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Campen gegen den Kempinski-Gipfel
G-8-Gegner proben Protest gegen Spitzentreffen in Heiligendamm -
Merkels Staatsgäste sollen nicht ungestört konferieren dürfen Von
Jürgen Oeder +++
Berichtigte Fassung des KORR von 13.46 Uhr +++
Karlsruhe, 3. August (AFP) - Für die deutschen
Globalisierungskritiker wird es ein Großereignis, ebenso wie für
die Polizei. Denn wenn sich im Juni 2007 die Staats- und
Regierungschefs der führenden Industrienationen (G-8) im
traditionsreichen Kempinski Grand Hotel im Ostseebad Heiligendamm
treffen, dann sollen die Gäste von Bundeskanzlerin Angela Merkel
(CDU) nicht ungestört konferieren dürfen. Bei mehreren
Vorbereitungstreffen, darunter einem "Camp Inski" in der Nähe von
Heiligendamm, proben die G-8-Gegner schon jetzt den Protest gegen
den Gipfel. "Aktivisten aus ganz Europa stehen für dieses
Ereignis in den Startlöchern", sagt ein Camp-Sprecher.
Wenn sich die Mächtigen der Welt zu ihren Gipfeln treffen,
fürchten sie nichts mehr als medienwirksame Massenproteste und
suchen deshalb immer abgelegenere Orte auf. Proteste sind
wiederum sind aus der Sicht von Sozialaktivisten,
Globalisierungskritikern sowie Friedens- und Ökologiebewegten nur
dann erfolgreich, wenn sie möglichst bis in die Nähe der Staats-
und Regierungschefs getragen werden. Wie das gelingen könnte,
darüber wollen die Teilnehmer des "Camp Inski" ebenso beraten wie
die Besucher der ebenfalls am Freitag beginnenden Attac-
Sommerakademie in Karlsruhe, die sich vor allem die inhaltliche
Vorbereitung des G-8-Gipfels vorgenommen hat.
Die von der Sommerakademie unabhängige zehntägige Camping-
Veranstaltung in Steinhagen, einem Ortsteil von Kirch Mulsow in
Mecklenburg-Vorpommern, wird von unterschiedlichsten Gruppen
besucht. Das Spektrum reicht dabei von militanten Autonomen über
das bundesweite Netzwerk interventionistische Linke und die PDS-
Jugend bis hin zur deutschen Sektion des Netzwerkes Dissent.
Dieses Netzwerk entstand 2003 in England, um nach eigenen Angaben
den "radikalen Widerstand" gegen den G-8-Gipfel von 2005 im
schottischen Hochland zu koordinieren. Übrigens mit Erfolg: Das
luxuriöse Golfressort, war zwar rundherum durch eine
Metallbarriere gesichert. Demonstranten gelangten allerdings
dennoch bis in Sichtweite der Staats- und Regierungschefs.
Damit das in Heiligendamm möglichst auch gelingt, soll laut Camp-
Sprecher Carl Kemper von den bis zu 1000 erwarteten Teilnehmern
zufolge zunächst diskutiert werden, was an Aktionen möglich ist
und welche Blockade-Konzepte am ehesten aufgehen könnten. Das
reicht etwa von Störungen rund um das Hotel bis hin zur Blockade
der Zufahrtswege vom Flughafen Rostock-Laage. Je nach politischer
Heimat der Teilnehmer reichen die Protestformen vom friedlichen
Hinsetzen und Wegtragenlassen über Anketten und womöglich darüber
hinaus: Auch autonome Gruppen haben sich angesagt.
"Unser Konzept ist aber nicht auf Eskalation ausgerichtet", sagt
Kemper und erhofft sich dies mit Blick auf den Gipfel 2001 in
Genua auch von der Polizei. Während damals die Politiker auf
schwer bewachten Luxusschiffen übernachteten, entwickelte sich
eine zunächst friedliche Demonstration von rund 300.000
Globalisierungskritikern zur Straßenschlacht. Der Demonstrant
Carlo Giuliani wurden von einem Militärpolizisten erschossen.
"Solche Exzesse wollen wir nicht. Wenn in Heiligendamm von der
Gegenseite aber Gewalt ausgeht, sind die Leute auch autonom
genug, darauf selbst zu reagieren", sagt Kemper.
[afp vom 03.08.06 14:01:52]
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G8-Gegner formieren sich
Knapp 500 Teilnehmer aus verschiedenen Nationen werden ab Freitag
bei einem Vorbereitungscamp der G8-Gegner in Steinhagen erwartet.
Steinhagen Bis zum 13. August wollen sich verschiedenste
Gruppierungen zu Themen rund um die Globalisierung austauschen.
"Wir hatten große Schwierigkeiten, einen geeigneten Ort zu
finden", meint ein anonym bleiben wollender Sprecher namens Carl
Camper. Das Stirnrunzeln über den eigenwilligen Namen erklärt
Camper wie folgt: "Wir wollen die Aussagen nicht an einzelnen
Leuten festmachen. Es geht um die Sache, wir treten mit einer
Meinung auf", sagt Camper. In Rostock wollten die Organisatoren
ihr Camp auf dem Gelände einer ehemaligen Poliklinik durchführen,
dies aber klappte nicht. Angst vor gewaltbereiten Teilnehmern und
unruhigen Zeiten. Ebenso holten sich die Organisatoren eine
Abfuhr in Bad Doberan. In Steinhagen bei Kirch Mulsow würde man
dann doch fündig. Auf einer Fläche am Ortsausgang soll nun
debattiert werden.
In einer Pressemitteilung, die die Organisatoren vor wenigen
Tagen auf der Internetseite www.camp06.org veröffentlicht haben,
werden die Leser mit den Worten "Die Chaoten kommen" begrüßt.
"Natürlich ist dies ironisch gemeint", sagt Camper. Wohl wissend,
dass man sich mit dieser Art Eigenwerbung nicht unbedingt Freunde
verschafft. Die Camp-Organisatoren hatten Ende letzter Woche die
Bewohner der umliegenden Dörfer informiert, Bürgermeister und
Amtsvorsteher Thomas Jenjahn bekam die Mitteilung erst am
Sonntagmittag. Etwas unbedarft scheinen die Organisatoren an die
Veranstaltung heranzugehen, denn bis die endgültige Genehmigung
erteilt wird, müssen noch einige Auflagen in Bezug auf
Brandschutz, Rettungswege und Wasserversorgung erfüllt werden.
"Das Camp soll nicht verboten werden. Wir gehen davon aus, dass
die Veranstaltung genehmigungsfähig ist", meinte Jenjahn nach
einer Begehung zusammen mit anderen Verantwortlichen. Sollten die
Auflagen allerdings nicht erfüllt werden, würde das Camp
untersagt werden müssen. Ob die Teilnehmer eine Absage allerdings
akzeptieren würden, bleibt fraglich.
Bei den Anwohnern in der Umgebung herrscht Skepsis. Marco Bruhn
wohnt in Steinhagen. "Ich habe keine Angst vor Chaoten, die
sollen lieber diskutieren", meint der 16-Jährige. Für den Fall,
dass die Sache außer Kontrolle gerät, wüsste er ja, welche Nummer
zu wählen sei. "Wichtig ist, dass keine Autos auf den
Privatgrundstücken parken".
Komisch kommt dem Jungen das Ganze aber doch vor: "Ich habe den
Eindruck, die suchen hier nur einen kostenlosen Campingplatz."
Burkhard Köpnick (39) hat die Broschüre im Briefkasten gefunden,
überflogen und gleich entsorgt. "Alles Quatsch, das Ganze
interessiert mich eigentlich nicht. Die sollen sich ruhig da
treffen, jeder soll seine Meinung sagen", meint der 39-Jährige,
wirft aber die Frage auf, wer das Ganze am Ende bezahlen soll.
Ein gutes Geschäft wittert Andreas Pöhlig. "Erste Kontakte mit
zwei Leuten vom Camp gab es bereits, wir können den Umsatz
ordentlich in die Höhe schrauben", sagt der Mitarbeiter der Kirch
Mulsower Gaststätte "Storchenblick". Mit dem Ansinnen der
potenziellen Kunden aber kann der 31-Jährige nicht viel anfangen.
"Ich befürchte, dass die Gruppen, die nach Steinhagen kommen,
andere, weniger friedliche Typen anziehen".
Ostseezeitung 3. August 2006
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gipfelsoli infogruppe
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Repression im Zusammenhang mit Gipfelprotesten.
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14 Irak / Christen: Kritik an Urteil gegen Asyl für Christen aus Irak
"GFBV Hans Bogenreiter" <hans.bogenreiter at gfbv.at>
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GESELLSCHAFT FÜR BEDROHTE VÖLKER
PRESSEMITTEILUNG
Göttingen/Stuttgart, den 03.08.2006
Gerichtsurteil gegen Asyl für assyro-chaldäische Christen aus dem
Irak ist "bedenkliche Fehlentscheidung"
Als "bedenkliche Fehlentscheidung", die sich gegen eine extrem
verfolgte christliche Minderheit richtet, hat die Gesellschaft
für bedrohte Völker (GfbV) heute das Urteil des
baden-württembergischen Verwaltungsgerichtshofs zur Situation der
assyrisch-chaldäischen Christen aus dem Irak bezeichnet. Das
Gericht in Mannheim hatte am Mittwoch entschieden, dass Assyro-
Chaldäer keinen Anspruch auf Asyl in Deutschland haben, weil sie
mit dem kurdischen Nordirak eine inländische Fluchtalternative
hätten (Az: A2S 571/05).
"Während im Süd- und Mittelirak, der Heimatregion von 95 % der
irakischen Christen, Monat für Monat Tausende Kinder, Frauen und
Männer aller Volksgruppen Bombenanschlägen zum Opfer fallen und
Christen in alle Richtungen flüchten, ermordet werden, will der
Verwaltungsgerichtshof christliche Flüchtlinge aus dem Irak in
ihre ehemalige Heimat deportieren, die zum Pulverfass geworden
ist", kritisierte der GfbV-Generalsekretär Tilman Zülch in
Göttingen. Etwa 20.000 Christen aus dem Irak leben als
Flüchtlinge in Deutschland. Ihnen könnte nach diesem
Gerichtsurteil die Abschiebung drohen.
Christen leben heute im Irak im Untergrund. Sie müssen sich wie
Muslime verschleiern und ihre Identität verbergen. Bereits 31
ihrer Kirchen wurden gezielt in die Luft gesprengt, viele ihre
Priester und Gottesdienstbesucher ermordet. Wahllos werden
Angehörige der assyrisch-katholischen, der syrisch-orthodoxen,
der chaldäischen, der assyro-anglikanischen, der altapostolisch-
nestorianischen, der armenisch-katholischen, der armenisch-
orthodoxen und der adventistischen Missionskirche angegriffen,
verfolgt, misshandelt, vergewaltigt oder ermordet. Wer irgendwie
kann, versucht das Land zu verlassen.
Die GfbV kritisierte entschieden die Argumentation des
schwäbischen Verwaltungsgerichtshofes, diese Christen aus dem
Irak, die meist die Muttersprache Christi, das Aramäische,
sprechen, könnten in der irakischen Kurdenregion hinreichend
sicher leben. Dieses Gebiet sei zwar befriedet, aber mit
Flüchtlingen völlig überfüllt und überlastet. Die dortige
Bevölkerung habe in 40 Jahren permanenter Verfolgung unter Saddam
Hussein selbst 500 000 Angehörige durch Völkermord verloren.
Jetzt drängen von allen Seiten Flüchtlingsströme, unter ihnen
auch Christen, in die Region: Aus dem eigentlichen Irak kommen
sunnitische und schiitische Araber auf der Flucht vor den
täglichen Bombenangriffen. Mandäer, deren Religion auf Johannes
den Täufer zurückgeht, werden gejagt und stranden in Kurdistan
ebenso wie Faili-Kurden, eine rund 100.000 Angehörige zählende
schiitische Minderheit in Bagdad.
"Die schon jetzt hoffnungslos überforderten kurdischen Behörden
und humanitären Organisationen befürchten zudem ein Übergreifen
des Terrors auf ihre Region", warnte Zülch. "Zudem droht die
türkische Regierung immer wieder mit dem Einmarsch türkischer
Truppen in Irakisch- Kurdistan." Noch im Mai dieses Jahres hatte
die türkische Artillerie die beiden christlichen Dörfer Dore und
Kani Masi im Nord-Irak beschossen.
Mindestens 100.000 christliche Flüchtlinge aus dem Irak, deren
Zahl täglich zunimmt, kämpfen unter schwierigsten Umständen in
den arabischen Nachbarstaaten des Irak um ihr Überleben und
versuchen, Auswanderungsvisa für westliche Länder zu erlangen.
Wer unter diesen Umständen diese bedrohten Christen aus
Deutschland verjagen möchte, handelt verantwortungslos, inhuman
und muss an jene Zeiten erinnert werden, als zwischen 1933 und
1938 jüdische und andere Deutsche aus Deutschland verjagt und
zwischen 1944 bis 1989 Millionen Deutsche zu Flüchtlingen und
Vertriebenen wurden.
Die GfbV fordert die 17 Innenminister des Bundes und der Länder
dringend dazu auf, den in Deutschland lebenden Christen aus dem
Irak eine langfristigen Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis zu
geben und ihre Einbürgerung zu ermöglichen. "In einem
mehrheitlich christlichen Land sollte es ein Minimum von
Solidarität mit extrem verfolgten und täglich bedrohten
Glaubensgenossen geben", mahnte Zülch und erinnerte in diesem
Zusammenhang an die Aufnahme und Integration der Hugenotten in
Deutschland. Bei den Christen aus dem Irak handele es sich um
eine besonders integrationsbereite Minderheit. In Deutschland
leben bereits etwa 20 000, meist aramäischsprachige Christen aus
dem Irak, sowie 140 000 dieser Assyro-Chaldäer aus der Türkei,
Irak, Iran und Syrien.
Auszug aus einer GfbV-Dokumentation über die Verfolgung der
assyro- chaldäischen Christen im Irak:
Chronik der Anschläge auf christliche Kirchen /Institutionen im
Irak
Ende 2003 Ende 2003 finden verschiedene Angriffe auf christliche
Institutionen statt: Ein Raketenangriff auf einen Konvent in
Mosul, Sprengsätze in zwei christlichen Schulen in Bagdad und
Mosul, an Heiligabend eine Explosion an einer Kirche in Bagdad.
In der Nähe eines Klosters in Mosul wird eine Bombe gefunden und
entschärft. (Daniel Pipes, Vom Verschwinden der irakischen
Christen, in: New York Sun, 24.8.2004)
26.6.2004 Zwei Unbekannte werfen einen Sprengsatz aus einem
silbernen Opel auf die Heilig Geist Kirche (al-Rooh al-Qudos) im
Akha` Viertel in Mosul. Bei der Explosion wird die Schwester des
Priesters verletzt. (www.christiansofiraq.com, 3.12.2004)
1.8.2004 Bei Anschlägen gegen vier christliche Kirchen in Bagdad
und eine Kirche in Mosul werden zwölf Menschen getötet und 61
verletzt.. Ein weiteres Attentat kann verhindert werden. Die
Anschläge richten sich gegen eine syrisch-katholische, eine
armenisch-katholische, zwei römisch- katholische und eine
chaldäische Kirche. (Beate Seel, Christen werden zu
Anschlagszielen, in: taz, 3.8.2004, S. 10, FAZ.net, 17.10.2004;
kath.net, 26.10.2004, Daniel Pipes, Vom Verschwinden der
irakischen Christen, in: New York Sun, 24.8.2004)
10.9.2004 Die Kirche Sankt Georg und die Wohnung von Pater Sabah
Kamura in Doura, in einem Vorort von Bagdad, werden Ziel eines
Anschlags mit Handgranaten und Maschinengewehrfeuer. Der Pater
entgeht dem Attentat nur knapp. (kath.net, 28.9.2004)
11.9.2004 Im Zentrum von Bagdad explodiert eine Autobombe an der
Virgin Mary Seventh-Day Kirche der Adventisten im Al-Sa´doun
Park. (www.christiansofiraq.com, 3.12.2004.)
9.10.2004 Bei der assyrischen anglikanischen Kirche bei der al-
Andalus Straße in Bagdad explodiert in der Nacht eine Bombe
(www.christiansofiraq.com, 3.12.2004).
16.10.2004 Gegen sechs christliche Kirchen in Bagdad werden
Anschläge verübt. Dabei wird eine Person getötet und neun weitere
verletzt. Die Kirchen werden zum Teil schwer beschädigt; die aus
Holz gebaute römisch-katholische Kirche Sankt Georg brennt
vollständig ab. Die Anschläge am zweiten Tag des Ramadan waren,
so die SZ, offensichtlich gezielt geplant. (FAZ.net, 17.10.2004;
Süddeutsche.de, 17.10.2004.)
8.11.2004 Bei Anschlägen auf zwei orthodoxe Kirchen in Bagdad
kommen mindestens acht Personen ums Leben. Die Anschläge richten
sich gegen die syrisch-orthodoxe Kirche St. Georg und die St.
Matthäus Kirche der assyrischen Kirche des Ostens. Bei den
Anschlägen sei, so Cindy Wooden vom Catholic News Service, auch
die chaldäische Kirche St. John beschädigt worden.
(www.christiansofiraq.com, 8.11.2004)
7.12.2004 Sprengsätze explodieren in zwei Kirchen in Mosul: Die
neue, noch nicht eröffnete armenisch-orthodoxe Kirche in dem
Viertel Al Wihda wird um 14.30 Uhr angegriffen. Dabei werden drei
Personen verletzt. Die chaldäische Kirche Al Tahira und
Erzdiözese in dem Stadtteil Alshafa wird um 16.30 Uhr
angegriffen. Bewaffnete Männer bringen die Gläubigen aus der
Kirche, bevor sie die Explosion lösen. (Rev. Emmanuel aus dem
Irak, 8.12.2004)
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15 Gastkommentar zur mögl. Ausweitung d. Krieges im Libanon
"Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen" <dieinitiative at gmx.at>
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Ein mögliches Szenario zur Ausweitung des Libanonkriegs?
Es sind bereits drei Wochen vergangen, seit die Israelische Armee
begann, Ziele im Libanon anzugreifen. Als Kriegsgründe galten die
Befreiung der zwei entführten israelischen Soldaten und die
Entwaffnung der Hisbollah-Milizen. Zu Letzterem diente die
Anwendung der UNO-Resolution 1559 als Vorwand. Die israelische
Armee nahm dabei das Töten von Zivilisten und die Zerstörung der
Infrastruktur, sowie den Angriff auf Stellungen der libanesischen
Armee in Kauf. Die mittlerweile bekannten Bilder des Massakers
von Kana, die durch die ganze Welt gingen, lösten überall große
Empörung aus. Dabei sind 60 Zivilisten, darunter 37 Kinder, ums
Leben gekommen.
Israel war in seiner 58-jährigen Geschichte gegenüber seinen
arabischen Nachbarn in allen Belangen siegreich. Es besitzt die
zweitstärkste Armee der Welt, ist bewaffnet mit den modernsten
Technologien, finanziert durch ein riesiges Militärbudget und
verfügt über eine große Menge von aktiven Soldaten (Männer und
Frauen) bzw. von Militärreservisten, die die Mehrheit der
israelischen Bevölkerung ausmachen. Diese können jederzeit
einberufen und in Kriegen eingesetzt werden. Israel kann aber
auch stets mit der gewohnheitsmäßigen Solidarität der westlichen
Welt rechnen und die teils unreflektierten, pflichtgemäßen
Sympathien in der Berichterstattung westlicher Medien ließen
einen Sieg Israels in der psychologischen Kriegsführung und in
der Weltöffentlichkeit sicher scheinen. Dies alles bedeutet
Stärke und somit auch Recht, denn Stärke geht bekanntlich Hand in
Hand mit Recht. Nur der Starke kann sich das, was er für Recht
hält auch nehmen.
Die israelische Gesellschaft ist auf Sicherheit bedacht, dies
zeigt sich im Wahlverhalten der Bürger, im Militärdienst, den
fast jeder Bürger absolviert und vor allem aber bei der
Argumentation zur Kriegsführung.
Wir erleben jedoch tagtäglich, wie Israel klare Verluste
hinnehmen muss, denn erstmalig in seiner Geschichte schlägt eine
große Anzahl von Raketen in israelischen Städten, in die Tiefe
seines Gebietes bis nach Haifa, ein. Die Städte und Ortschaften
von Nordisrael scheinen wie ausgestorben. Viel mehr Augenmerk
verlangt jedoch die Tatsache, dass die Vorstöße der berüchtigten
Golani-Spezialeinheit der israelischen Armee in Marun-el-Ras und
in Aita el-Shaab verhindert werden. Noch immer gibt es nur einen
sehr eingeschränkten Raumgewinn und es tobt ein unerbittlicher
Kampf mit unglaublicher Zerstörungswut um jede Ortschaft im
Südlibanon.
Der Mythos der unbesiegbaren Armee Israels ist scheinbar bedroht,
denn das erklärte Ziel - die Hisbollah zu entwaffnen - scheint
in unerreichbare Weite gerückt zu sein. Zur Erinnerung: Auch
durch die 18-jährige Besatzung Israels des Südlibanons war es
nicht möglich, die Hisbollah-Milizen zu entwaffnen, ganz im
Gegenteil, sind jene gestärkt aus diesem Guerillakampf
hervorgegangen und haben ihre politische und militärische Macht
ausgebaut. Was passiert jedoch, wenn Israel diesen Mythos
aufrechterhalten will? Eine Lösung scheint zu sein: Man nehme
sich ein Land und seiner regulären Armee vor, das ein mögliches
Ziel abgibt. Ein Kriegsgewinn der zweitstärksten Armee der Welt
gegen eine reguläre Armee eines umliegenden Landes wäre
realistisch - der Mythos des Unbesiegbaren könnte damit
weiterleben.
Es bleibt nur die Frage: Um welches Land handelt es sich?
Syrien! Ein denkmögliches Szenario mit dem zu rechnen ist.
DI. Mouddar KHOUJA
Mitbegründer der Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen und
gebürtiger Syrer
--
Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen
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16 Internationaler Tag der Indigenen Völker
"GFBV Hans Bogenreiter" <hans.bogenreiter at gfbv.at>
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Internationaler Tag der Indigenen Völker
GESELLSCHAFT FÜR BEDROHTE VÖLKER
PRESSEMITTEILUNG Göttingen, Wien den 07.08.2006
Internationaler Tag der Indigenen Völker (9. August)
Ureinwohner weltweit zunehmend an den Rand der Existenz gedrängt
Auf allen Kontinenten werden die Ureinwohnergemeinschaften
zunehmend an den Rand ihrer Existenz gedrängt. Diese Bilanz zieht
die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) anlässlich des
Internationalen Tages der indigenen Völker, der am 9. August
begangen wird. Selbst in unwirtlichen, ökologisch jedoch oft
sensiblen und manchmal sogar geschützten Rückzugsgebieten sind
indigene Gemeinschaften nicht sicher vor Bergbau- und
Energieunternehmen, vor Ölkonzernen oder Holzfirmen, die die
natürlichen Ressourcen auf ihrem Land rücksichtslos für sich
nutzen wollen. Dabei wird oft nicht nur die irreparable
Zerstörung der Umwelt in Kauf genommen, sondern auch die
Vernichtung der Lebensgrundlage und damit der Kultur indigener
Gemeinschaften.
Der Kreislauf der Zerstörung beginnt in vielen Ländern mit dem
Kahlschlag der Wälder, in und von denen viele Ureinwohner leben,
zeigt die GfbV in ihrem neuen 45-seitigen Menschenrechtsreport
zur Situation der indigenen Völker an mehreren Beispielen. Das
Holz der Bäume und die Förderung von Erdöl und Erdgas auf dem
abgeholzten Land versprechen hohe Gewinne, die sich mit der
nachhaltigen Wirtschaftsweise der indigenen Völker nicht erzielen
lassen. Durch Erdöl- und Erdgasförderung akut bedroht sind
beispielsweise die Lubicon Lake Cree-Indianer in Kanada oder die
Gwich´in in Alaska im Naturschutzgebiet Alaska National Wildlife
Refuge, die Huaorani in Ecuador im von der UNESCO zum Welterbe
erklärten Yasuní-Nationalpark oder die indigenen Völker in
Sibirien. Wälder indigener Völker fallen aber auch für
Kaffeeplantagen in Vietnam, für Eukalyptusplantagen der
Zellstoffindustrie in Brasilien und Chile oder für die Zellstoff-
und Sperrholzproduktion im Gebiet der Sámi in Finnland.
Vielfach sind indigene Völker schwerster Diskriminierung
ausgesetzt wie die Pygmäen in den zentralafrikanischen Staaten,
die bei der jeweiligen Mehrheitsbevölkerung als "Untermenschen"
gelten und denen angemessene Gesundheitsversorgung oder Bildung
vorenthalten werden. Oder sie werden in Notsituationen
vernachlässigt wie die isoliert lebenden Bewohner
einigerAndamanen Inseln beim Ausbruch einer Masernepidemie oder
die Tuareg- und Peulh-Nomaden während einer lang anhaltenden
Dürre in Niger und Mali. Nicht selten verlieren Indigene mühsam
erkämpfte Rechte wieder. So hat die konservative Regierung in
Australien die halbstaatliche Selbstverwaltung der Aborigines
abgeschafft und durch Regierungsinstitutionen ersetzt.
Auf internationalem Parkett jedoch haben die Repräsentanten der
indigenen Völker erste Erfolge beim Kampf um ihre Rechte erringen
können, berichtet die GfbV. Immerhin habe der UN-
Menschenrechtsrat, der die Menschenrechtskommission bei seiner
ersten Sitzung im Juni 2006 ablöste, nach einer Kampfabstimmung
mit der Stimme Deutschlands eine Deklaration der Rechte der
indigenen Völker angenommen und an die UN-Vollversammlung zur
endgültigen Verabschiedung überwiesen.
Indigene Völker sind die Hüter der kulturellen Vielfalt der Erde.
Ihr Reichtum sind ihre vielen Sprachen und Kulturen, die Weisheit
ihrer Religionen und ihres Umgangs mit der Natur. Weltweit wird
derzeit von 350 bis 400 Millionen Menschen ausgegangen, die einem
der ca. 5.000 indigenen Völker in 75 Staaten angehören. Der 09.
August wurde von den Vereinten Nationen 1994 zum Internationalen
Tag der indigenen Völker bestimmt. Zwölf Jahre zuvor hatte sich
an diesem Tag zum ersten Mal die UN-Arbeitsgruppe Indigene
Bevölkerungen in Genf getroffen, die seitdem jährlich tagt. Zu
den Indigenen zählen die etwa 70 Millionen Adivasi in Indien, die
Sami im Norden Europas, die Indianer in Nord-, Mittel- und
Südamerika, die Aborigines in Australien, die San im südlichen
Afrika und viele andere.
Gern übersenden wir Ihnen unseren Report zur Situation der
indigenen Völker per E-Mail. Er ist auch auf der Homepage
www.gfbv.de zu finden.
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Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV)
Inse Geismar, Pressereferentin
Postfach 2024, D-37010 Goettingen
Tel.+49/551/49906-25, Fax:++49/551/58028
E-Mail: presse at gfbv.de, Homepage:http://www.gfbv.de
Österreich: Hans Bogenreiter, Tel. 01/503 13 36
E-Mail: hans.bogenreiter at gfbv.at
Datum: 07. August 2006
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17 "We Don't Need No Stinkin' Recount"
Greg Palast <palast at gregpalast.com>
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"WE DON'T NEED NO STINKIN' RECOUNT"
Mexico's Lesson In The Dangers Of The Paper Ballot
By Greg Palast
for The Guardian, Comment is Free
Monday August 7, 2006
In the six years since I first began investigating the burglary
ring we call "elections" in America, a new Voting Reform industry
has grown up. That's good. What's worrisome is that most of the
effort is focused on preventing the installation of computer
voting machines. Paper ballots, we're told, will save our
democracy.
Well, forget it. Over the weekend, Mexico's ruling party showed
how you can rustle an election even with the entire population
using the world's easiest paper ballot.
On Saturday, Mexico's electoral tribunal, known as the "TRIFE"
(say "tree-fay") ordered a re-count of the ballots from the
suspect July 2 vote for president. Well, not quite a recount as
in "count all the ballots" -- but a review of just 9% of the
nation's 130,000 precincts.
The "9% solution" was the TRIFE's ham-fisted attempt to chill out
the several hundred thousand protesting supporters of Andres
Manuel Lopez Obrador who had gathered in the capital and blocked
its main Avenue. Lopez Obrador, the Leftist challenger known by
his initials AMLO, supposedly lost the presidential vote by just
one half of one percent of the vote.
I say "supposedly" lost because, while George Bush congratulated
his buddy Felipe Calderon on his victory, the evidence I saw on
the ground in Mexico City fairly shrieks that the real winner was
challenger AMLO.
President Bush should consider some inconvenient truths about the
Mexican vote count:
First: The exit poll of 80,000 voters by the Instituto de
Mercadotecnia y Opinion showed that AMLO bested Calderon by 35.1%
to 34.0%.
Second: The precinct-by-precinct returns were quite otherworldly.
I used to teach statistics and what I saw in Mexico would have
stumped my brightest students.
Here's the conundrum: The nation's tens of thousands of polling
stations report to the capital in random order after the polls
close. Therefore, statistically, you'd expect the results to
remain roughly unchanged as vote totals come in. As expected,
AMLO was ahead of the right-wing candidate Calderon all night by
an unchanging margin -- until after midnight. Suddenly, precincts
began reporting wins for Calderon of five to one, the ten to one,
then as polling nearly ended, of one-hundred to one.
How odd. I checked my concerns with Professor Victor Romero of
Mexico's National University who concluded that the reported
results must have been a "miracle." As he put it, a "religious
event," but a statistical impossibility. There were two
explanations, said the professor: either the Lord was fixing the
outcome or operatives of the ruling party were cranking in a
massive number of ballots when they realized their man was about
to lose.
How could they do it? "Easy pea-sy," as my kids would say. In
Mexico, the choices for president are on their own ballot with no
other offices listed. Those who don't want to vote for President
just discard the ballot. There is no real ballot security. In
areas without reliable opposition observers (about a third of the
nation), anyone can stuff ballots into the loosely-guarded
cardboard boxes. (AMLO showed a tape of one of these ballot-
stuffing operations caught in the act.) It's also absurdly easy
to remove paper ballots, disqualify them or simply mark them
"nulo" ("null," unreadable).
The TRIFE, the official electoral centurions, rejected AMLO's
request to review those precincts that reported the miracle
numbers. Nor would the tribunal open and count the nearly one
million "null" votes -- allegedly "uncountable" votes which
totaled four times Calderon's putative plurality.
Mexico's paper ballot, I would note, is the model of clarity --
with large images of each party which need only be crossed
through. The ruling party would have us believe that a million
voters waited in line, took a ballot, made no mark, then
deliberately folded the ballot and placed it in the ballot box,
pretending they'd voted. Maybe, as in Florida in 2000, those
"unreadable" ballots were quite readable. Indeed, the few boxes
re-counted showed the "null" ballots marked for AMLO. The
Tribunal chose to check no further.
The only precincts the TRIFE ordered re-counted are those where
the tally sheets literally don't tally -- precincts in which the
arithmetic is off. They refuse even to investigate those
precincts where ballot boxes were found in city dumps.
There are other "miracles" which the TRIFE chose to ignore: a
weirdly low turnout of only 44% in the state where Lopez Obrador
is most popular, Guerrero (Acapulco), compared to turnouts of
over 60% elsewhere. The votes didn't vanish, the ruling party
explained, rather the challenger's supporters, confident of
victory, did not bother to vote. Confident ... in Mexico?
In other words, despite the right to paper ballots, the election
was fiddled, finagled and fixed.
Does this mean US activists should give up on the fight for paper
ballots and give in to robo-voting, computerized democracy in a
box. Hell, no! Lopez Obrador has put hundreds of thousands in the
street week after week demanding, "vota por vota" -- recount
every vote. But AMLO's supporters can only demand a re-count
because the paper ballot makes a recount possible. Were Mexico's
elections held on a Diebold special, there would be no way to
recount the electrons floating in cyberspace.
Paper ballots make democracy possible, but hardly guarantee it.
"Null" votes, not voters, have chosen Mexico's president. The
only other nation I know of with such a poisonously high
percentage of "null" votes is the "Estados Unidos," the USA.
And just as in Mexico, the "null" vote, the trashed, spoiled,
rejected ballots, overrode the voters' choice, so it was north of
the Rio Grande in 2000 and 2004. Ballot spoilage, not computer
manipulation, stole Ohio and Florida in those elections -- and
will steal Colorado and New Mexico in the 2008 election.
In other words, my fellow gringo activists, we'd better stop
fixating on laptop legerdemain and pledge our lives and fortunes
to stopping the games played with registration rolls, provisional
ballots, absentee ballots, voter ID demands and the less
glamorous, yet horribly effective, methods used to suppress,
invalidate and otherwise ambush the vote.
*****
Greg Palast is the author of the just-released New York Times
bestseller, " ARMED MADHOUSE: Who's Afraid of Osama Wolf?, China
Floats Bush Sinks, the Scheme to Steal '08, No Child's Behind
Left and other Dispatches from the Front Lines of the Class War."
Go to
www.GregPalast.com.
See Palast's July 12 investigation of the Mexican election on
Democracy Now!
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18 Jetzt neu: Ius Amandi 03/2006
"Rechtskomitee LAMBDA" <office at RKLambda.at>
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Jetzt neu online!
Ius Amandi
Zeitschrift für gleichgeschlechtliche Liebe und Recht
Ausgabe 03/2006
15 Jahre Rechtskomitee LAMBDA
FESTAKT IM PARLAMENT
Scheidungszwang
VfGH hebt Transsexuellenerlass auf
www.RKLambda.at
(Zeitschrift Ius Amandi)
_____
Linke Wienzeile 102, 1060 Wien
Tel/Fax +43(0)1/876 3061
office at RKLambda.at
<http://www.RKLambda.at> www.RKLambda.at
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19 Pressemitteilung iz3w 295 - Süd-Süd-Migration
"Oeffentlichkeitsarbeit iz3w-freiburg" <oeff at iz3w.org>
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Wir möchten Sie auf das Erscheinen der aktuellen Ausgabe Nr. 295
der nord-süd-politischen Zeitschrift iz3w aufmerksam machen. Die
Zeitschrift kann für 4.- plus Porto beim Informationszentrum 3.
Welt (iz3w) bezogen werden.
iz3w Nr. 295 (September 2006)
Themenschwerpunkt:
Grenzüberschreitungen - Migration von Süd nach Süd
Migration wird häufig ausschließlich als Phänomen der
Arbeitsmigration aus dem Süden in den Norden wahrgenommen. Über
die Bedeutung der Migration von Süd nach Süd ist wenig bekannt.
Dabei machen sich rund zwei Drittel von den weltweit 191
Millionen MigrantInnen nicht auf den Weg in den Norden oder
Westen, sondern verlegen ihren Wohnsitz meist in ein benachbartes
Land im Süden.
Der Blick auf die Süd-Süd-Migration kann das in Europa
verbreitete Bild der Migration verändern: Zum einen können
MigrantInnen als mehr oder weniger autonome AkteurInnen
verstanden werden, die ihre ökonomischen und kulturellen
Freiräume kreativ, wenngleich meist unter prekären Bedingungen
gestalten. Zum anderen darf diese Sichtweise aber nicht
verdrängen, dass MigrantInnen Leidtragende der repressiven
Ausgrenzungspolitik in vielen Ländern - auch im Süden - sind.
Themen im Schwerpunkt:
Austausch statt Assimilation - Zur Autonomie der Migration im
Süden + Die Feminisierung der Migration + Kontrollregime und neue
Grenzgebiete - Prostitution an der Grenze Guatemala-Mexiko +
Bleiben darf, wer billig ist - Südafrikas repressive
Migrationspolitik + Salaam Mumbai - Das kosmopolitische Tor zu
Indien
Weitere Themen im Heft:
Politik und Ökonomie:
Nahostkonflikt: Vier kontroverse Beiträge aus der Region + Kongo
I: Teile und Herrsche - eine vorläufige Bilanz der Staatlichkeit
+ Kongo II: Demokratisierungsprozesse auf dem Land + G-8-Gipfel:
Die Proteste in St. Petersburg stießen auf Hindernisse + Fair
Trade: Denn Preise lügen doch
Kultur und Debatte:
Debatte: Vernichtung von Gemeinschaft? Eine Antwort auf Gerhard
Scheit + FernWeh: Can I be a Jamaican, please? - eine karibische
Migrationsgeschichte
Weitere Informationen zum aktuellen Heft finden Sie unter:
www.iz3w.org/iz3w/index.htm <http://www.iz3w.org/iz3w/index.htm>
iz3w - Verlag und Redaktion Tel: 0049-(0)761-74003 Fax: -709866
Postfach 5328 E-mail: info at iz3w.org
D-79020 Freiburg Internet: www.iz3w.org
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* Wann: Sonntag, 11.11.2001, 11:11 Uhr *
* Was: Maskenball: Motto "Schwarzblau ist die Haselnuss" *
* Wo: Villa Morgenrot, Grüner Anger 42, 2001 Wendendorf *
* Kommentar: Anreise per Anhalter. Maskenzwang. Ende nie.
Aber kurz und prägnant.*
Die Rubrik "Redaktionelles" am Ende der Ausgabe ist u.a. eine
Konsequenz aus der Notwendigkeit, sexistische, antisemitische und
rassistische Beiträge nicht zu veröffentlichen, ohne jedoch
stillschweigend Zensur zu üben.
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hingewiesen und eine kurze Begründung der Tagesredaktion für die
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REDAKTIONELLES:
Diese Ausgabe hat Albert Brandl <albert.brandl at chello.at> aus Einsendungen an
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Für diese Ausgabe nicht aufgenommen:
Redaktionsschluss für diese Ausgabe: 20:00 Uhr
III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III
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