widerst@nd MUND: Donnerstag, 13.04.2006
MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst
analle at no-racism.net
Don Apr 13 08:59:04 CEST 2006
widerst at nd MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst
Medieninhaberinnen & Medieninhaber seid Ihr
www.no-racism.net/mund
Donnerstag, 13.04.2006
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A) INHALT
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AKTIONEN/ANKÜNDIGUNGEN
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01 22.04. Demo in Graz - KI-Aufruf
von Otto Bruckner <ottobruckner at netscape.net>
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02 24.4. Premiere GUGGING GOES BALLHAUSPLATZ
von GAMUEKL <office at gamuekl.org>
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03 Benefizkonzert gegen Rassismus zugunsten von ZARA
von ZARA - Stefan Kaltseis <stefan.kaltseis at zara.or.at>
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04 Veranstaltung mit Stalin Perez Borges
von "agm" <agm at agmarxismus.net>
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05 [gipfelsoli] St. Petersburg von gipfelsoli-l at lists.nadir.org
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MELDUNGEN/MEINUNGEN/KOMMENTARE
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06 ASt - Wir leben in einer großen Demokratie
von ASt-LFI <ast-lfi at gmx.net>
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07 Aktionseinheit „BUSH GO HOME!“ : Erste Beschlüsse wurden getroffen
von ASt-LFI <ast-lfi at gmx.net>
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08 Schlussdsokument, Wiener Erklärung der europäischen Imame-Konferenz
von "Liga Kultur Infoline" <info at ligakultur.net>
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09 [Widerstand] Relly
von <office at asyl-in-not.org> Asyl in Not
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B) TEXTE
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AKTIONEN/ANKÜNDIGUNGEN
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01 22.04. Demo in Graz - KI-Aufruf
von Otto Bruckner <ottobruckner at netscape.net>
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VON DEN HAFENARBEITERN LERNEN - KÄMPFEN STATT PACKELN!
Aufruf der Kommunistischen Initiative (KI) zur Demonstration am 22. April in
Graz:
22.04.2006,
Treffpunkt: 11:30
Grazer Hauptbahnhof
Der EU-"Wettbewerbsgipfel" am 22. April in Graz soll der weiteren Packelei
zwischen den Mächtigen Europas dienen, um die Arbeits- und Lebensbedingungen
der arbeitenden Menschen zu verschlechtern und die Verwertungsbedingungen
des Kapitals zu verbessern. In willfähriger Abwarteposition befindet sich
dabei die europäische Gewerkschaftsbürokratie, so auch die ÖGB - Spitze.
Immer noch und trotz vieler gegenteiliger Erfahrungen wollen sie den
arbeitenden Menschen weismachen, man könnte Erfolge "erknien" statt erkämpfen.
Dabei haben die europäischen Hafenarbeiter vor kurzem gezeigt, dass es genau
andersrum ist. Sie haben gegen die geplante Hafenrichtlinie einen
länderübergreifenden Kampf geführt und gewonnen.
Wenn die Vertreter des Kapitals sich auf EU-Ebene zusammenfinden - zu
"Gipfeln" wie jenem in Graz - dann sprechen sie gerne von großen Zielen, wie
"Freiheit". Doch welche Freiheit meinen sie? Sie meinen die Freiheit, die
Menschen grenzenlos ausbeuten, Rohstoffe grenzenlos ausplündern und Kapital
spekulativ grenzenlos verschieben zu können.
Die Freiheit des/der Einzelnen, die Freiheit in Menschenwürde leben zu
können meinen sie nicht. Dieses Geklimper überlassen sie den "Ärzten am
Krankenbett des Kapitals", den Sozialdemokraten, Gewerkschaftsbürokraten und
Wendehals"kommunisten" wie der "Europäische Linkspartei", deren
österreichische "Sektion" die KPÖ ist. Diese "Ärzte" wollen uns weismachen,
aus dem Europa der Konzerne und Generäle, wie es die EU darstellt, wäre ein
"soziales und friedliches" Europa zu machen. Das ist wie der Versuch, aus
einem Tiger einen Vegetarier zu machen.
Deshalb ruft die Kommunistische Initiative auf:
· Protestiert gegen diesen Gipfel der Scheinheiligkeit und Heuchelei!
· Weg mit der "Dienstleistungsrichtlinie"!
· Hände weg von allen erkämpften sozialen Rechten!
· 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich!
· Wertschöpfungsabgabe statt Sozialabbau!
· Lehrstellen und Arbeitsplätze für die Jugend!
· Herabsetzung des Pensionsantrittsalters!
· Solidarität gegen Rassismus - wir sind KollegInnen, nicht KonkurrentInnen!
RAUS AUS DER EU!
[Vorstand der Kommunistischen Initiative, im April 2006]
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02 24.4. Premiere GUGGING GOES BALLHAUSPLATZ
von GAMUEKL <office at gamuekl.org>
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Hubsi Kramar eröffnet am 24. April 2006 sein neues 3RAUM-ANATOMIETHEATER
im Anatomiegebäude des ehemaligen Veterinärmedizinischen Instituts.
Er folgt damit seinem Kurs, architektonisch interessante Räume, die brach
liegen, Künstlerinnen und einer interessierten Öffentlichkeit als
Veranstaltungsräume zu öffnen, bevor sie der Spitzhacke zum Opfer fallen.
· SONDERVORSTELLUNG
SCHÜLER HITLER
mit Hubsi Kramar und Hermann J. Kogler
Do., 20. 4. 2006 (20.30h)
Eintritt: * 15,-- / * 10,--
· 24. 4. (20.30 Uhr) ERÖFFNUNGSPREMIERE:
„SCHLUSS MIT DEM THEATER!
GUGGING GOES BALLHAUSPLATZ“
Ein gar schröckliches Theater über den politischen Notstand, eine
Staats-Groteske mit Untertreibungen und Chor
von und mit HUBSI KRAMAR
Es spielen:
Silvia Amort, Heidi Gross, Helmi Eichberger, ER-ICH, Nicola Filipelli,
Werner Kaizar, Hubsi Kramar, Hannes Lengauer, Eva Schuster, Sascha
Tscheik, Biggie Waite, Stefan Weber, Christian Viszterczill u.a.
Premiere: Mo., 24. 4. 2006 (20.30 Uhr)
Weitere Vorstellungen:
26., 27., 28., 29. 4. 2006 (20.30h)
Eine Produktion von: TAT t.atr Theater SHOWinisten
Eintritt: * 15,--/ * 10,--
3raum-Anatomietheater
A-1030 Wien; Beatrixgasse 11
Information und Karten :
http://www.3raum.or.at
Tel. 0650/32 33 377
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03 Benefizkonzert gegen Rassismus zugunsten von ZARA
von ZARA - Stefan Kaltseis <stefan.kaltseis at zara.or.at>
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Liebe WiderständlerInnen,
der Anti-Rassismus-Verein ZARA veranstaltet am 26. April 2006 das erste
einer Reihe von Benefizkonzerten, dessen Erlös zur Gänze der
Aufrechterhaltung der von ZARA geleiteten Beratungsstelle für Opfer und
ZeugInnen von Rassismus zugute kommt. Das jiddische Ensemble Scholem
Alejchem wird das erste Konzert im Theater Odeon in Wien mit jiddischen
Evergreens und Klezmermusik von Folk bis Jazz absolvieren. Wir würden uns
freuen, wenn Ihr diesen Termin auf Eurer Website bekanntgeben würdet, der
Pressetext mit allen nötigen Infos befindet sich im Anhang an diese Mail.
Ihr könnt ihn in dieser Form übernehmen.
Herzlichen Dank im Voraus und liebe Grüße,
Stefan Kaltseis, ZARA-Volunteer
--
Mit freundlichen Grüßen,
Stefan KALTSEIS
Beratungsstelle für Opfer & ZeugInnen von Rassismus
______________________________________________________________________
ZARA - Verein für Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit
Beratungsstelle für Opfer und ZeugInnen von Rassismus
Luftbadgasse 14-16, 1060 Wien | Tel.: +43 (1) 929 13 99
http://www.zara.or.at/
Ihre Unterstützung macht uns arbeitsfähig:
http://www.zara.or.at/kontakt/stopp-rassismus
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04 Veranstaltung mit Stalin Perez Borges
von "agm" <agm at agmarxismus.net>
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Veranstaltung mit
S t a l i n P é r e z B o r g e s
Die Plattform für ein sozialistisches Venezuela (AGM, AL, GRA, Labournet
Austria und Einzelpersonen) lädt Mitte Mai einen Vertreter des
klassenkämpferischen Flügels ("Clasistas") des größten venezolanischen
Gewerkschaftsdachverbands (UNT) auf eine Tour durch Österreich und
Deutschland ein.
Stalin Pérez Borges ist Co-Vorsitzender der UNT und führendes Mitglied der
aus trotzkistischer Tradition kommenden PRS (Partido Revolucion y
Socialismo). Am Freitag, den 12. Mai 2006 wird er in Wien sprechen.
Veranstaltung
S o z i a l i s t i s c h e R e v o l u t i o n i n V e n e z u e l a ?
Findet in Venezuela eine Revolution statt? Welche Rolle spielt die
Chavez-Regierung? Was sind die Ziele der venezolanischen
ArbeiterInnenbewegung? Was kann die Linke in Europa tun?
Fr., 12. Mai, 19:00 Uhr, Haus der Begegnung 2, Praterstern 1 (U1, S-Bahn, etc.)
AGM-Artikel zu Venezuela
http://www.agmarxismus.net/aktartikel/klassenkaempfe_venezuela.htm
Außerdem verweisen wir auf einen Artikel von Nick Brauns (Marxistische
Initiative), der sich mit dem türkisch-chauvinistischen Film „Das Tal der
Wölfe: Irak“ (und einer Rezension dieses Films von Jürgen Elsässer in der
JungenWelt) auseinandersetzt:
http://www.ak-marxismus.de/debatte/tuerkei/woelfe.html
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05 [gipfelsoli] St. Petersburg von gipfelsoli-l at lists.nadir.org
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Gipfelinfo - Meldungen über globalisierte Solidarität
und die Proteste gegen unsolidarische Globalisierung
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www.gipfelsoli.org --
G8 RUSSIA
"International support means a huge amount to us"
In 2006, the G8 will meet in Russia for the first time. While for the majority
of apolitical Russians this is a totally uninteresting occurrence, the Russian
government and all shades of opposition consider it to be a highly significant
event. The Russian elite is eager to ensure it does not end up with egg on its
face and that all these high-powered meetings run smoothly.
To that end the corrupt, but nonetheless powerful, apparatus of the Russian
special forces has been called into action. They have already started calling
people in for "chats" with the FSB, and began filming all activists while in
detention. Our "counterintelligence" has informed us of infiltration into
anarchist activist groups by two FSB officers. Any mention of the G8 draws
serious attention. When Food Not Bombs handed out pancakes and G8 leaflets on
pancake day, the event ended in arrests.
Another peculiarity of Russia is the high level of activity among a variety of
rightwing, nationalist and patriotic-oriented Stalinists, who consider
themselves to be the true anti-globalists. A variety of social demands from
these groups are combined with a chauvinistic anti-American mood, a desire to
re-establish the Russian empire, or the idea that all illegal immigrants should
be sent to forced labour camps.
In these conditions we consider international organisation against the G8 in
Russia absolutely vital, as the success of the movement must not be taken over
by the right-wing. One of the qualities of the antiglobalisation movement is
its truly global nature, and that's why it's important year after year to
repeat the phrase "We are everywhere".
The opposition
Amongst the opposition we can see two essential forces. The first is the
"alternative globalists"- which includes socialist reformers, Trotskyites,
trade unions, a whole range of civilian initiatives, the antiauthoritarian
left, and various kinds of academics who "research the problems of
globalisation". They are preparing the second social forum, to be held in St
Petersburg, and have already put the call out for action under the banner
"Citizens 8", created by the authorities to work with the NGOs (and be
controlled by them).
The first social forum took place in April 2005
and 1000 people gathered - which
is quite a lot for Russia. The majority of these anti-gloablisationists are
demonstrating for the protection of social guarantees for Russian citizens -
against the long-term privatisation of the public sector, and neoliberal
reform. The second force is the "near anarchist" scene. It comprises several
hundred people and includes various different groups - anti-fascists, Food Not
Bombs, the hardcore-punk scene, squatters, feminists, radical ecologists, and
so no. By no means do all participants consider themselves anarchist, but the
common basis of cooperation is an anti-government stance and ideas of equality
and social justice. In November 2005 a network against the G8 was set up which
formulated five key principles of its existence and resistance to the politics
of the G8, you can find these principles on the website mentioned below.
International solidarity
In February 2006 there was an international meeting of activists held in Kiev,
Ukraine, where strategy decisions were taken as to how the network should
operate. Working groups were set up on street action in St Petersburg, media,
opposing repression, organising the "One Day of Action" (solidarity actions
around the world), and so on. It was decided that on 2 June - 12 days before
the beginning of the summit - training sessions and discussion forums for
activists would take place in Moscow.
Why Moscow? One reason is that we suggest that
Moscow will be less the target of
government control than St Petersburg. Another is that there is a group of
activists in Moscow who are ready to take on the responsibility of creating
this space, and the training will be essential as there are so many new
activists. We are hoping that this space will attract lots of foreigners too,
who are keen to share their experience and who want to meet Russian activists
and find opportunities for future cooperation.
The three-day summit will happen in an
environment of great stress and hurry, so
we are inviting all who have the opportunity, to
come to Moscow or St Petersburg
earlier, so as to take part in the preparation
for actions around the summit and
not just participate in the street actions.
Even if the actions in St Petersburg are blocked by the authorities, and one
must never exclude this possibility, then your journey to Russia will not be
completely in vain if you are able to take part in the Moscow training camp.
We really hope that we will get support from people from other countries. We
want to use this summit more than anything for the development of the movement
in Russia, and international support means a huge amount to us.
A couple of practical notes
* Visa: Start thinking about getting your visa well in advance as it tends to
take a very long time. Get a tourist visa through a tourist agency and name the
main town you intend to visit as any town other than St Petersburg.
* Safety: Foreigners from Western Europe or the USA in Russia can face greater
danger than others. Of course they can refuse to let you pass the border, but
if you're arrested the cops will try to get you out of their hair as quickly as
possible, even if you have committed a minor crime. They panic lest foreign
embassies get involved, which would mean media and an international scandal.
Fascists never target European looking foreigners, and the crime level in
Russia is no higher than in Italy.
[http://www.peacenews.info/issues/2472/2472052.html]
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gipfelsoli infogruppe
Newsletter mit Nachrichten über Mobilisierungen, Debatten und Repression im
Zusammenhang mit Gipfelprotesten.
Die AutorInnen der Beiträge, so sie nicht von uns verfasst sind, sind mit
eckigen Klammern versehen.
Wir können leider keine Verantwortung für die Richtigkeit der Beiträge
übernehmen. Auch geben die Beiträge
nicht zwangsläufig unsere Meinung wieder.
Mehr Infos und Texte sowie ein öffentliches Archiv des Newsletters unter
www.gipfelsoli.org.
Kontakt, Kritik, Beiträge: gipfelsoli at nadir.org
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MELDUNGEN/MEINUNGEN/KOMMENTARE
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06 ASt - Wir leben in einer großen Demokratie
von ASt-LFI <ast-lfi at gmx.net>
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Wir leben in einer großen Demokratie
Von Stefan Gröbner
(aus: Red Newsletter Nr. 209, Informationsdienst des
ArbeiterInnenstandpunkt, 12. April 2006, www.arbeiterinnenstandpunkt.net)
Als Revolutionäre, die für eine sozialistische Rätedemokratie kämpfen,
dürfen wir nie den Klassenkampf in all seinen Schattierungen übersehen.
Unterdrückung und Klassenkampf tritt nicht nur in Betrieben, sondern
beispielsweise auch in Form des Kampfes einer junger Frau namens Alex gegen
das Sozialamt auf. Dabei sind Institutionen wie das Sozialamt, die
sicherlich auch notwendige Aufgaben erfüllen, nicht abgetrennt und
unabhängig vom bestehenden System, sondern mit dem herrschenden Kapitalismus
verbunden.
Wir leben in einer großen Demokratie. Alle Bürger können scheinbar gemeinsam
bestimmen, was der Staat für eine Politik macht. Jeder Mensch hat scheinbar
grundsätzlich die Möglichkeit selbstständig zu entscheiden, wie er sein
Leben gestaltet. Diese Aussage ist richtig für Individuen, aber nicht wahr
für unsere Gesellschaft. Dem Gesamten kommt mehr zu als der Summe der
Einzelheiten. Denn jeder Einzelne hat die Möglichkeit sich zu verwirklichen
– im Gegensatz zum Feudalismus, als die Klassenzugehörigkeit auf die
Abstammung gebunden war, gibt es heute keine Beschränkung - aber wenn auch
ein Kind aus der Vorstadt theoretisch Millionär werden kann, so niemals alle
Kinder einer Vorstadt; es bleibt immer der Aufstieg einer Minderheit zu
Lasten der Mehrheit. Die Vorzüge des Kapitalismus bleiben einer kleinen
Gruppe vorbehalten. Weder hat die bürgerliche Politik die Demokratie als
Grundlage noch der Kapitalismus die Gleichberechtigung.
In Frankreich etwa wurden die demokratischen Bürgerrechte so lange nicht in
Frage gestellt, so lange sie für das Kapital unbedrohlich waren. Als z.B. im
vergangenen November bei der französischen Vorstadtjugend das Bedürfnis
bestand, diese Rechte als Kampfmittel zu verwenden, wurde der Notstand
ausgerufen. Den Bürgern wurde verboten, sich immer und überall frei zu
bewegen und sich zu versammeln.
Was aber ist die Grundlage im Kapitalismus, wenn nicht die Demokratie? Als
Kommunisten beurteilen wir jemanden nicht nach dem, was er/sie sagt, sondern
nach dem was er oder sie tut. Sind Chirac und Villepin vielleicht nur naiv,
weil sie versucht haben die Jugendarbeitslosigkeit zu senken, und jetzt auf
unerwarteten Widerstand stoßen und falsch darauf reagieren? Würden es ihre
Nachfolger vielleicht besser machen?
Wenn wir nicht darauf hören, was uns die Politiker der herrschenden Klasse
sagen, sondern darauf blicken, was in Folge passiert, sehen wir, daß in
Frankreich die Rechte der MigrantInnen drastisch reduziert wurden und die
jungen ArbeiterInnen und Angestellte attackiert werden. Die Tatsachen
zeigen, daß die Arbeiterklasse angegriffen wird. Von außen mit den losesten
und unorganisiertesten Teilen beginnend, bis der geschwächte Kern direkt
attackiert werden kann. Politik und Staat sind dem Kapital verpflichtet, und
Demokratie, Wohlstand oder Recht auf Arbeit sind nur die aufgesetzten Masken.
In allen wesentlichen Teilen unseres Staates bestimmt nicht die Demokratie,
sondern bestimmen undemokratische Institutionen, die darauf ausgerichtet
sind, die bestehende Ungerechtigkeiten einzuzementieren. Dort wo der
Widerstand groß ist, und der Spielraum des Staates gering ist, werden diese
Institutionen repressiv vorgehen (Staaten der sogenannten Dritten Welt sind
im wesentlichen nicht undemokratischer eingestellt, sondern die
Möglichkeiten Zugeständnisse zu machen sind dort bei Weitem geringer). Wo
das Kapital die Möglichkeit besitzt, wird es im Kampf mit den ArbeiterInnen
und Angestellten zurückweichen, indem es eine Idylle von Mitbestimmung und
Gleichberechtigung für den Kern der Arbeiterklasse aufbaut. Dadurch kann das
Kapital wesentliche Teile der ArbeiterInnen und Angestellte aus dem
Klassenkampf herausreißen und ruhig stellen.
Da aber der Kapitalismus auf wachsenden Klassengegensätzen beruht, wird das
Erreichte immer nur zeitlich beschränkt sein, und im nächstbesten Moment
werden die Zugeständnisse (wie Sozialleistungen, höhere Löhne, freier
Bildungszugang usw.) zurückgenommen.
Die Institutionen übernehmen dabei eine wichtige Funktion, und obwohl sie
notwendige Arbeit leisten, darf das nicht über ihren wahren Charakter
hinwegtäuschen. Die Polizei etwa mag in bestimmten Situationen Freund und
Helfer alter Damen bei einer befahrenen Straße sein, sie sind es aber
sicherlich nicht für MigrantInnen. Die Justiz bestraft Räuber, aber die
Objektivität hört schnell auf, wenn Staat oder Kapital selbst als Räuber in
Aktion treten. Das Jugendamt schützt unsere Kinder vor der Willkür von
Eltern, aber der Schutz wird zum Angriff, wenn die Eltern nicht in das
Weltbild passen.
Weder Richter noch Jugendarbeiter werden demokratisch gewählt oder
abgesetzt. In Beiden konzentriert sich in Einzelpersonen eine ungeheure
Macht. Im Schnellverfahren bestimmen sie oft über das Schicksal von
Menschen, und es gibt keine Lobby der Benachteiligten im Kapitalismus. Einen
richtigen Ausweg gibt es innerhalb des Kapitalismus nicht, aber deswegen muß
„jeder Kampf und sei er noch so klein, um die Lebensbedingungen hier und
jetzt zu verbessern“ unterstützt werden und eine „Brücke vom Heute zur
Befreiung der Arbeiterklasse“ (ArbeiterInnenstandpunkt - Wofür wir kämpfen)
werden.
Ein solcher Kampf ist der Streit einer jungen Frau mit dem Jugendamt, das
sich bei einem Krankenhausaufenthalt einschaltete. Der Vorwurf, daß die
Mutter die Kinder nicht gut genug versorgen würde, war bald unwesentlich,
aber weil die Frau nicht in das Weltbild der Sozialarbeiterin passt, muß sie
nun um das Sorgerecht bangen. Die antiautoritäre Erziehung und die
Miteinbeziehung der Kinder in alle Entscheidungen wird schlichtweg als
Partnerersatz abgestempelt. Die Versuche der Frau, sich gegen die Willkür zu
wehren, werden als unkooperative Einstellung bezeichnet (was im Widerspruch
zu den Berichten des Krankenhause steht). Da sich das Jugendamt nicht
genügend Zeit nimmt, sich mit der Situation der Familie ausführlich zu
beschäftigen, werden Entscheidungen schnell und ohne genau Analyse
getroffen. Die junge Frau wird automatisch in die Defensive gedrängt und ihr
wird klar gemacht, daß sie auf das Gutdünken des Jugendamtes angewiesen ist.
Es findet eine Vorverurteilung und Unterdrückung statt, die nichts mehr mit
dem Wohl der Kinder zu tun hat.
Wir sind gegen das Recht von Eltern, ausschließlich über das Wohl ihrer
Kinder entscheiden zu können. Kindern gebührt der besondere Schutz gegen
jegliche psychische und physische Gewalt, aber wir sprechen dem Jugendamt
die Berechtigung ab, über das Leben der jungen Frau zu urteilen und im
Schnellverfahren Urteile über sie zu fällen, die auf Mutmaßungen basieren.
Wir akzeptieren nicht, daß einzelne Personen Beurteiler und Richter sind und
ihr Urteil die einzige Grundlage für das Sorgerecht ist. Wir sind vielmehr
dafür, daß die Gemeinschaft für das Wohl der Kinder sorgen muß. Kinder
müssen in Tagesheimen eine unentgeldliche, weltliche und allseitige - dem
Alter entsprechende - Bildung erfahren, für die die Lehrer und Eltern
gemeinsam verantwortlich sind, und die Kinder selbst in den
Entscheidungsprozeß miteinbezogen werden, da wir glauben, daß Kinder sehr
wohl in der Lage sind, mitzubestimmen. Lehrer als auch Sozialarbeiter müssen
wählbar und abwählbar sein. Nur so kann die Willkür gestoppt werden, und den
Kindern bestmöglichste Ausbildung und Kindheit garantiert werden.
Daher Solidarität mit Alex und ihren Kindern!
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07 Aktionseinheit „BUSH GO HOME!“ : Erste Beschlüsse wurden getroffen
von ASt-LFI <ast-lfi at gmx.net>
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Aktionseinheit „BUSH GO HOME!“:
Erste Beschlüsse wurden getroffen
(aus: http://www.labournetaustria.at/)
Die im Februar gebildete Aktionseinheit gegen den bevorstehenden Besuch des
US-Präsidenten und Kriegsverbrechers George Bush im Juni traf bei ihrer
jüngsten Sitzung erste Beschlüsse. Die Sitzung war von der
TeilnehmerInnenzahl her fast doppelt so groß wie die vorhergehenden Treffen,
was auch eine Verbreiterung der unterstützenden Organisationen
widerspiegelt. So waren diesmal vertreten (in alphabetischer Reihenfolge):
Anatolische Föderation, Antiimperialistische Koordination,
ArbeiterInnenstandpunkt, Arabischer Palästina Club, Austrian Social Forum -
Vorbereitungsgruppe, ATIGF - Föderation der Arbeiter und Studenten aus der
Türkei in Österreich, HÖC - Front für Rechte und Freiheit, Funke,
Gewerkschaft der Privatangestellten - Jugend, Irakische Gemeinde,
Kommunistische Jugend Österreich - Ost, Kommunistische Initiative, Leo
Gabriel, Linkswende, Netzwerk gegen eine EU der Konzerne und Militärs, ÖDP -
Partei für Freiheit und Solidarität, Palästinensische Gemeinde, REVOLUTION,
Sozialistische Alternative, Sozialistische Jugend Wien, Werkstatt für
Frieden und Solidarität.
Wir bereits berichtet, ist es das zentrale Ziel der Aktionseinheit BUSH GO
HOME!, eine Großdemonstration während des Bush-Besuches zu organisieren.
Ebenso wird es andere Protestaktionen geben wie z.B. einen Schulstreik.
(Eine SchülerInnen-Aktionskonferenz zur Organisierung dieses Schulstreiks
findet am 26. April statt.)
In der Frage der RednerInnen bei der Großdemonstration einigten sich die
TeilnehmerInnen darauf, daß jede am Bündnis teilnehmende und mobilisierende
Organisation das prinzipielle Recht hat, eine/n RednerIn bei der Auftakt-
oder Zwischenkundgebung zu stellen. Keiner Organisation steht das Recht zu,
einer anderen das Rederecht abzuerkennen. Es wird angestrebt, die Zahl der
RednerInnen zu einem späteren Zeitpunkt zu diskutieren, wobei angeregt wird
- falls zu viele Organisationen eine/n RednerIn stellen möchten - daß sich
jeweils mehrere Organisationen, bei denen dies möglich ist, auf eine/n
gemeinsame/n RednerIn verständigen. Für die Abschlußkundgebung sollen
möglichst prominente, repräsentative Gäste als RednerInnen eingeladen
werden. Konsens besteht darüber, daß George Galloway (GB), Cindy Sheehan
(USA) und Awni Al Kalemji (Irak) eingeladen werden. Zu Kalemji, der der
Irakischen Patriotischen Allianz (IPA) – einer breiten politischen
Widerstandsbewegung im Irak – angehört und im Exil in Dänemark lebt, wurde
festgehalten, daß falls seine Teilnahme nicht möglich sein sollte (er wurde
z.B. im März bei einer Solidaritätsveranstaltung in Deutschland kurzfristig
verhaftet), ein anderer Vertreter der IPA sprechen soll. Eine Erweiterung
dieser Liste ist noch möglich und wird angestrebt.
Bezüglich des Aufruftextes wurde nach längerer Diskussion entschieden, mit
der endgültigen Ausformulierung des Textes ein 5-köpfiges Redaktionsteam zu
beauftragen. Der Aufruf soll endgültig bei der nächsten Sitzung der
Aktionseinheit beschlossen werden. Explizit festgehalten wurde, daß eine
Formulierung gefunden werden soll, die das Selbstbestimmungsrecht des
palästinensischen Volkes zum Ausdruck bringt.
Mit der endgültigen Version des Aufrufes und einer breiten
UnterstützerInnenliste werden wir uns dann am 1. Mai an eine breitere
Öffentlichkeit wenden. Auch wenn sicherlich noch weitere Fragen geklärt
werden müssen, so stimmen uns die bisherigen Fortschritte beim Aufbau eines
breiten, kämpferischen Bündnisses zuversichtlich, daß es uns gelingen wird,
einen entschlossenen Widerstand gegen den Bush-Besuch zu organisieren.
6. April 2006
Otto Bruckner
Michael Pröbsting
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08 Schlussdsokument, Wiener Erklärung der europäischen Imame-Konferenz
von "Liga Kultur Infoline" <info at ligakultur.net>
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Sehr geehrte Damen und Herren! liebe FreundInnen und Geschwistern,
nach dem erfolgreichen Ende der Konferenz von europäische Imamen und
Seelsorgerinnen möchten wir Ihnen anbei das Schlussdsokument übermitteln.
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Konferenz Europäischer Imame und Seelsorgerinnen Wien 2006
Veranstaltet von der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich
in Zusammenarbeit mit dem österreichischen Außenministerium, der Stadt Wien
und der Europäischen Islamischen Konferenz
Schlusserklärung der Konferenz
Den Islam in Europa theologisch als kompatibel mit den Prinzipien der
Demokratie, der Rechtsstaatlichkeit, des Pluralismus und der Menschenrechte
zu verorten, ist der Standortbestimmung der "Konferenz Leiter islamischer
Zentren und Imame in Europa" im Jahre 2003 in der damaligen europäischen
Kulturhauptstadt Graz gelungen. Gleichzeitig wurden jegliche Form von
Fanatismus, Extremismus und Fatalismus klar verurteilt. Damit wurde nicht
nur innermuslimisch ein wichtiges Zeichen der Orientierung gesetzt, sondern
es sollte auch der Integrations- und Identifikationsprozess der Muslime, die
in der Vielfalt ihrer ursprünglichen Herkunft ca. 50 Millionen Personen in
Gesamteuropa umfassen, durch die Betonung des Partizipationsgedankens
befördert werden. Als Zeugnis muslimischen Selbstverständnisses sollte aber
auch nach außen ein wichtiges aufklärendes Signal getätigt werden, das
Ängsten und Vorbehalten entgegenwirken könnte, um das friedliche und von
gegenseitigem Verständnis und Respekt getragene Miteinander zu bestärken.
2006 muss von den Konferenzteilnehmern nüchtern festgestellt werden, dass es
noch großer Anstrengungen auf allen Seiten bedürfen wird, um die Akzeptanz
der Muslime in der Mehrheitsgesellschaft zu erreichen. In verschiedenen
europäischen Ländern sind soziale und wirtschaftliche Spannungen
gleichzeitig in Zusammenhang mit einer oft aggressiv und emotional geführten
"Ausländerdebatte" zu bringen. Muslime werden pauschalierend benutzt, um ein
Bild des "Fremden" entstehen zu lassen, das in Zeiten der Unsicherheit Halt
in einer negativen Abgrenzung bietet. Es scheint, als solle damit ein
"Wir"-Gefühl erzeugt werden, das Gesellschaften, die massiv unter einem
Verlust des sozialen Zusammenhangs leiden, zunehmend abhanden kommt.
Gleichzeitig sehen sich Muslime einem starken Rechtfertigungsdruck
ausgesetzt, da nach dem Prinzip "bad news is good news" in der öffentlichen
Wahrnehmung die Krisenberichterstattung Bilder von Aggression und Gewalt,
oft an außereuropäischen Schauplätzen, in den Vordergrund rückt. In der
Diskussion tauchen immer wieder Kritikpunkte auf, die anhand einzelner
Missstände eine Unverträglichkeit "islamischer" mit "westlichen" Werten zu
konstruieren suchen. Hier wird es von Seiten muslimischer Gelehrter nicht
genügen, sich mit dem Verweis, dass solcherlei negative Erscheinungsformen
im Gegensatz zur islamischen Lehre in überkommenen Traditionen wurzelten,
als nicht weiter zuständig zu erklären. In der theologischen Argumentation
liegen schließlich große und erprobte Möglichkeiten, nachhaltige
Bewusstseinsveränderungen herbeizuführen. Diese sollen als Teil der Lösung
aber auch erkannt, respektiert und im öffentlichen Diskurs gefördert werden.
Die Moderne rückt die persönliche Verantwortung jedes einzelnen mündigen
Bürgers stärker als je in den Mittelpunkt. Wir stehen vor gewaltigen
Herausforderungen, was die Bewahrung von Frieden und Sicherheit, die Frage
sozialer Gerechtigkeit und den Erhalt der Umwelt betrifft. Die Religionen
leisten mit ihrem Appell zu verantwortlichem Handeln, das vom Gedanken an
das Wohl anderer getragen sein soll, einen entscheidenden Beitrag. Sie
können einen positiven Ausgleich zu auf Konsum ausgerichteten, an der
individuellen Spaßoptimierung abgestellten Lebenseinstellungen schaffen.
Der Islam trägt einen lösungsbezogenen Ansatz in sich, indem Vielfalt als
gottgewollt nicht in Frage gestellt werden soll, sondern gelassen in mehr
Kenntnis mündend nutzbar zu machen ist. "Gute Werke" bilden eine Maxime des
Handelns. Wie eng Friede und Gerechtigkeit zusammen liegen, zeigt der
Anspruch diskriminierungsfreien, gerechten Umgangs miteinander auf,
unabhängig von Herkunft, Religion, gesellschaftlichem Ansehen oder Alter:
"Diejenigen, die glauben und ihren Glauben nicht mit Unrecht vermischen, sie
sind es die Sicherheit haben und sie sind es, die rechtgeleitet sind." (Sure
6, Vers 82)
Die Konferenz beschäftigte sich in Arbeitsgruppen detailliert mit einzelnen
Aspekten:
Daraus gingen folgende Überlegungen hervor:
Integrationssoziologie
Der religiöse Anspruch persönliche Bereitschaft zu zeigen, Verantwortung für
das Allgemeinwohl zu übernehmen, bildet die Grundlage eines integrativen
Zugangs, der den jeweiligen Lebensmittelpunkt zum vordringlichen Radius
macht. So ist es natürlich, dass Muslime das Gastarbeiterimage zu überwinden
suchen. Sie betrachten sich nicht als "Fremdkörper", sondern als lebendigen
Teil Europas. Große historisch gewachsene muslimische Populationen sind eine
Tatsache. Der Islam ist auch aus der Leistung seines großen
wissenschaftlichen und kulturellen Erbes direkter Bestandteil der
europäischen Identität.
Integration und Assimilation dürfen als Begrifflichkeiten nicht vermischt
werden, wie dies bisher oft der Fall ist. Die Interaktion mit der
Mehrheitsgesellschaft darf nicht zur Voraussetzung haben, bedingungslos
Religion, Kultur und sprachliche Vielfalt aufgeben zu sollen. Die mit
Assimilationsforderungen implizierte Annahme der Minderwertigkeit des
"anderen" führt zu Abkapselung und Ghettoisierung.
Integration ist keine Einbahnstraße, sondern als beidseitiger Prozess zu
verstehen. Als aktiver und sichtbarer Teil suchen sich Muslime auf allen
Gebieten bereichernd und ergänzend zu beteiligen: wirtschaftlich, kulturell,
wissenschaftlich, politisch, sozial. Voraussetzung hierzu ist die
Beherrschung der Landessprache als Instrument der Kommunikation. Von der
Mehrheitsgesellschaft erwarten wir ein Bekenntnis zu Diversität, eine
Haltung gegen Tendenzen von Rassismus und Diskriminierung. Anreize und
Möglichkeiten der verbesserten Partizipation liegen in der erleichterten
Einbürgerung bei gelungener Integration, bei der Familienzusammenführung,
beim Zugang zum Arbeitsmarkt, diversitiy management, positiver
Diskriminierung und Quoten, der Nostrifizierung ausländischer Bildungsgänge,
der demokratischen Teilhabe (z.B. kommunales Wahlrecht).
Bei der Definition und der Verwendung des Begriffs "Parallelgesellschaft"
soll mehr Sorgfalt gehegt werden. Die berechtigte Pflege von Kultur und
Religion innerhalb eines geschützten Raumes soll nicht bereits unter den
Generalverdacht von bewusster Abkapselung gestellt werden. Die
Querverbindungen, Vernetzungen und der Dialog nach draußen zeigen, dass es
hier nicht um eigene Abschottung, sondern um "community"-Bildung geht, deren
Ziele, etwa in der Aufgabe sozialer Aufgaben, der Gesellschaft zugute kommen
können. In einer Zeit wachsenden Pluralismus wäre es von Vorteil, wenn sich
eine Einstellung durchsetzen könnte, die es als selbstverständliche
Gegebenheit betrachtet, dass die Bevölkerung verschiedenste Interessens- und
Neigungsgruppen umfasst, die möglichst in Ergänzung und Bereicherung
vielfältige Überlappungen und Schnittstellen bilden.
Unter diesem Aspekt sind auch Anstrengungen von muslimischer Seite zu
betrachten, die Institutionalisierung eigener Einrichtungen anzustreben.
Kindergärten, Schulen oder auch die Moscheeaktivitäten dürfen nicht als
"antiintegratives Gegenmodell" mit einer Vorverurteilung belegt werden. Denn
erste Erfahrungen beweisen, dass kluge und pädagogisch ausgereifte Konzepte,
die auch Elemente der Kooperation und Vernetzung mit anderen Einrichtungen
aufweisen, das Empowerment der jungen Generation stärken können, aber auch
Brückenbaufunktionen übernehmen können.
Moscheen stellen einen wesentlichen Aspekt im muslimischen Gemeindeleben
dar. Ihre Unabhängigkeit, auf geistig-moralischer Ebene wie finanziell, ist
ein Schlüssel für die authentische Entwicklung der Identität eines "Islam in
Europa". Imame und andere Funktionsträger, Männer und Frauen, innerhalb der
muslimischen Community sind wichtige Multiplikatoren und haben
Vorbildfunktion. Die Beteiligung von Frauen ist zu fördern. Um die
Lebenswirklichkeit der Gemeinde in der Arbeit aufgreifen zu können, ist
nicht nur sprachliche Kompetenz (Erwerb der Landessprache) eine
Voraussetzung, sondern auch Wissen um gesellschaftliche Strukturen und
Entwicklungen. Denn im Islam sind gesellschaftliche Rahmenbedingungen
unbedingt bei der Beantwortung religiöser Fragen auf Basis der Quellen zu
berücksichtigen. In der Aus- und Fortbildung der Imame steckt in Europa noch
ein großes Entwicklungspotenzial. Sie sollen aus der Rolle der Respektperson
heraustreten und zur Vertrauensperson werden, wozu es vermehrter sozialer
Kompetenz bedürfen wird. Gebraucht werden eigene Bildungsinstitutionen, aber
auch gezielte Weiterbildungsprogramme, die an den lokalen Bedürfnissen
orientiert sind. Die Moschee soll auch in ihrer traditionellen Rolle als
sozialer Knotenpunkt ins allgemeine Bewusstsein treten, indem entsprechende
Aktivitäten von einer offenen Haltung nach draußen begleitet werden.
Viel versprechend erscheinen hier die Ansätze von Bradford / England, wo
eine Einbindung der lokalen Moschee-Gemeinden und Imame in
Fortbildungsprojekte erfolgt.
Presse- und Meinungsfreiheit sind ein unverzichtbares und allgemeines Gut.
Es besteht kein Widerspruch zur Religionsfreiheit, da beide eng miteinander
verknüpft sind. Meinungsfreiheit soll in Verantwortung ausgeübt werden und
in Beachtung gegenseitigen Respekts. In Europa hat sich - von Land zu Land
teilweise auch mit Unterschieden- doch ein gewisser gesellschaftlicher
Konsens gebildet, wo Bereiche liegen, die eines besonderen Feingefühls
bedürfen. Auch Gesetze kennen - wieder in unterschiedlicher Form -
Paragraphen mit Schutzbestimmungen. Wir sehen, dass sich im Umgang mit dem
Islam ein solcher Konsens erst noch bilden muss. Da wir uns zum Dialog als
beste Lösung im Konfliktfall bekennen, sehen wir hier auch die beste
Möglichkeit mehr gegenseitiges Verständnis zu erreichen.
Bildung
Bildung ist im Islam geradezu eine Lebenseinstellung, da lebenslängliches
Lernen vorausgesetzt wird. Die Zugänglichkeit ist unabhängig von der
sozialen Schicht zu gewährleisten. Viele Probleme ließen sich über
Bildungsmaßnahmen konstruktiv angehen, indem damit eine Stärkung der
Persönlichkeit, die Fähigkeit zu Selbstreflexion und Eigenkritik einhergeht.
Horizonte zu erweitern wird aber auch gezielter Förderung der
Mehrheitsgesellschaft bedürfen. Die soziale Durchlässigkeit des
Bildungssystems ist in vielen europäischen Staaten problematisch, wovon
Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund besonders betroffen sind.
Die Problematik von "Ghettoschulen" oder die hohe Zahl von Migrantenkindern
in Sonderschulen soll vor dem sozialen Hintergrund gesehen werden und nicht
als kulturell oder religiös bedingtes Phänomen.
Chancengleichheit muss aktiv gefördert werden. Dazu gehören Investitionen in
frühzeitigen Spracherwerb, Lernbegleitung und Lernberatung und beidseitige
interkulturelle Kompetenz. Moscheen und muslimische Vereine können hier
aktiv eingebunden sein. Gleichzeitig geht es um den Abbau von Rassismus und
Islamfeindlichkeit. Schulbildung prägt fürs Leben, weshalb Stereotypen, die
über den Islam auf diesem Wege verbreitet wurden, besonders schwer zu
überwinden sind, wie eine Schulbuchstudie von Frau Prof. Susanne Heine für
Deutschland und Österreich nachwies. Heute bemüht man sich stärker und der
Problematik bewusster um einen einfühlsamen und aufklärerischen Ansatz bei
der Behandlung des Islam in Schulbüchern. Diese Tendenz ist noch zu
verstärken und unterstützen.
Unbestritten ist die positive Rolle des Kindergartens auf die Entwicklung
des Kindes. Die Vorteile für sprachliche und soziale Entwicklung sind so
groß, dass hier der Keim für ein späteres positives Fortkommen liegt. Die
Empfehlung für den Kindergartenbesuch ist verbunden mit dem Hinweis, dass
die Attraktivität für muslimische Eltern wesentlich zu steigern wäre, könnte
auf ihre speziellen Bedürfnisse unter den Stichworten Interkulturalität und
Beachtung religiöser Praxis (halal-Speiseangebot) besser eingegangen werden.
Muslimische Kindergärten, die hier ein maßgeschneidertes Angebot haben,
können oft gerade Kinder erreichen, deren Eltern sonst von einem Besuch
Abstand genommen hätten. Als Programm zur späteren besseren Integration in
die Regelschule sollen sie mehr Förderung erfahren.
Religionsunterricht im Islam im Rahmen des Regelunterrichts an öffentlichen
Schulen soll endlich als wirksames Instrument der Integration wahrgenommen
werden. Die sichtbare Gleichstellung mit anderen Religionsgemeinschaften
wirkt sich günstig auf das Zugehörigkeitsgefühl aus. Der in seiner Bedeutung
unbestrittene Dialog der Religionen wird sich nur an die Basis tragen, wenn
auch seine Mitglieder religiöse Wurzeln und Werte kennen. Darüber hinaus
trägt Religionsunterricht zur Identitätsbildung aktiv bei, indem
Unterschiede zwischen religiöser Lehre und kulturell bedingten Traditionen
aufgezeigt werden und das Bewusstsein als Teil der europäischen Gemeinschaft
gestärkt wird. Realitätsbezogener Unterricht in der jeweiligen Landessprache
soll extremistische Meinungen als solche bloßstellen und einer
Selbstethnisierung durch sprachliche oder vom Ursprungsland herrührende
Ghettoisierung vorbeugen. Diese Qualität des Unterrichts soll sich auch auf
die Entwicklung der Koranschulen in den Gemeinden mit ihrem zusätzlichen
Angebot vor allem auf dem Gebiet der Koranrezitation und der Pflege der
Muttersprache positiv niederschlagen. Dabei ist besonderes Augenmerk auf die
Entwicklung didaktisch geeigneter Lehrmaterialien zu legen. Liedtexte,
Kopiervorlagen und Bücher sollen im Einklang mit dem offiziellen
approbierten Lehrplan und seiner Zielrichtung stehen. Die Lehrpläne und
Lehrbücher werden ständig reformiert und an die neuen Gegebenheiten
angepasst.
Erwachsenenbildung ist mehr als einzig Sprachunterricht. Hier sollen
gezielte Programme sinnvolle Freizeitgestaltung fördern.
Politik
Eine Wurzel von großen Missverständnissen liegt in dem Vorwurf an die
Muslime, ein gespaltenes Verhältnis zum Staat zu haben, indem sie den
Gedanken der Trennung von Macht- und Aufgabenbereichen zwischen politischer
und geistlicher Führung nicht vollzogen hätten. Hier wäre ein historisch
genaueres Bewusstsein sehr hilfreich, das auch die Entwicklung der
islamischen Länder berücksichtigt, was in den schulischen Lehrplänen fast
völlig vernachlässigt wird. Dieses Wissen könnte von Muslimen vielfach als
überheblich empfundene eigenzentrierte Sichtweisen positiv erweitern und die
prinzipielle Vergleichbarkeit historischer Abläufe hinterfragen, die jetzt
unter dem Stichwort "mangelnde Aufklärung" im europäischen Diskurs zum
Allgemeinplatz wurde. Die Aufgeschlossenheit gegenüber den Wissenschaften
wurde ein wesentlicher Faktor für die Entwickeltheit islamischer
Gesellschaften, von der auch Europa gerade als Impulse für die Aufklärung
profitierte. De facto war die politische Führung über weiteste Strecken der
islamischen Geschichte autonom und gestaltete sich nicht in Personalunion
mit den religiösen Würdenträgern.
Umgekehrt kann besseres historisches Verständnis der europäischen Geschichte
Muslimen gewisse Befindlichkeiten erklären und das gegenseitige Verständnis
vertiefen.
Auch der Begriff "Scharia" wird immer wieder völlig falsch interpretiert
(etwa als "Strafrecht") und angewendet, woraus große Ängste und
Abwehrhaltungen resultieren. Auch hier appellieren wir an die gebotene
Sachlichkeit und korrekte Definition, die in der Betonung des dynamischen
Charakters bei der Auslegung der Quellen gerade geeignet ist, Vorurteile zu
entkräften. Wie kontraproduktiv Scheinwissen ist, zeigt die wiederholt laut
gewordene Forderung nach "Abschaffung der Scharia", die völlig absurd ist,
da die Scharia die Glaubenspraxis auf Grundlage der Quellen regelt, also
etwa Fragen nach der Gebetswaschung, der Höhe der sozial-religiösen
Pflichtabgabe für Bedürftige usw. Solche unqualifizierten Äußerungen können
dem nötigen vertrauensbildenden Prozess nur abträglich sein, da er von
Muslimen als Ruf nach Abschaffung des Islam verstanden werden muss.
Die Vereinbarkeit einer demokratischen Ordnung mit dem Islam wurde
wiederholt durch offizielle muslimische Erklärungen unterstrichen. Die
Identifikation mit dem Staat ist dann naturgemäß besonders hoch, wenn eine
größtmögliche Deckungsgleichheit mit persönlichen Wertvorstellungen damit
einhergeht. Somit ist das Modell des Anerkennungsstatus für den Islam, wie
es in Österreich besteht, tatsächlich besonders geeignet, da es über die
emotionale Ebene der Zugehörigkeit einen institutionalisierten Dialog mit
sich bringt. Damit wird mit und nicht über Muslime geredet, können
Sachfragen im Lande geklärt werden, ohne dass man auf ausländische Gutachten
zurückgreifen müsste, die immer die Problematik in sich bergen, weder der
konkreten Situation völlig angemessen zu sein, noch eigenständig aus der
lokalen muslimischen Community erwachsen zu sein, die sich statt mit der
geforderten Eigenständigkeit oft "von außen" bestimmt sehen würde.
Die Teilhabe von Menschen mit muslimischem Hintergrund an demokratischen
Entscheidungsfindungsprozessen soll gesteigert werden. Die Imame weisen
nicht nur darauf hin, passiv persönlich vom Wahlrecht Gebrauch zu machen,
sondern auch aktive Möglichkeiten der Partizipation z.B. in
Elternvertretungen von Schulen oder bei ArbeitnehmerInnenvertretungen aktiv
zu unterstützen, aber auch innerhalb der Parteienlandschaft.
Die Politik ist gefordert ihren Part im beidseitigen Prozess der Integration
ernst zu nehmen. Hand in Hand mit integrationspolitischen Maßnahmen sollten
solche zum Abbau von Fremdenfeindlichkeiten in all ihren Erscheinungsformen,
auch jener der Islamfeindlichkeit, greifen. Mit Besorgnis sind Tendenzen
festzustellen, wo diskriminierende Haltungen gegen Muslime in die Politik
Eingang finden. Hier soll es keine Sondergesetze geben, denn Muslime dürfen
nicht mit einer Art Generalverdacht belegt werden. Die Beweislastumkehr ist
ein Verstoß gegen die Rechtsstaatlichkeit.
Rassismus ist Unrecht und jede Herrschaft, die darauf gründet, ist
illegitim. Antisemitismus und Islamfeindlichkeit sind
aufarbeitungsbedürftig. Auch Muslime sind nicht vor Rassismus gefeit. Die
Imamekonferenz spricht sich gegen jede Form von Rassismus und von ethnischer
Diskriminierung innerhalb der muslimischen Gemeinden Europas aus.
Wirtschaft
Wohlstand soll im Islam nicht auf Kosten anderer erworben werden, sondern
mit
Verantwortung verbunden sein - Gesellschaftlich unter dem Aspekt
sozialer
Gerechtigkeit und ökologisch unter dem Gesichtspunkt nachhaltigen
Wirtschaftens,
das sorgsam mit den Ressourcen umgeht und die Schöpfung zu pflegen
und zu
bewahren sucht.
Menschenwürdiges Leben in Gegenwart und Zukunft zu sichern ist aus
islamischer ökonomischer Sicht mit einer Reihe ethischer Richtlinien
verbunden. Dazu gehören ein Zinsverbot, ein Monopolverbot, das Verbot von
Spekulationen und die Pflicht zu einem verantwortungsvollen Umgang mit
Konsum und Rohstoffen.
Islamische Wirtschaftsgebote setzen darauf, dass Geld im Fluss bleiben soll.
Parallel dazu ist auch die dritte Säule des Islam zu sehen, die als
sozial-religiöse Pflichtabgabe einen Anteil von 2,5% des stehenden Vermögens
als zu leistende "Reinigung" an Bedürftige abzugeben befiehlt. Hier geht es
um Umverteilung im Sinne der Sicherung der Grundbedürfnisse jedes einzelnen
Mitglieds der Gemeinschaft.
Zinsgeschäfte bringen durch den damit verbundenen Mechanismus des
Kapitalhortens durch Banken mit sich, dass Geld im Umlauf fehlt. Die
Reduzierung des Investitionsvolumens kann Arbeitslosigkeit verursachen, den
Wettbewerb verfälschen, gesellschaftliche Spannungen verursachen.
Staatverschuldung ist ein gewaltiges Problem nicht nur der dritten Welt.
Ruin und Verelendung betreffen ganz Bevölkerungsgruppen.
Alternativen zum Zinsgeschäft wären durch Muslime weiterzuentwickeln und zu
fördern. Die Nachfrage zeitigte bereits jetzt, dass westliche Banken
islamische Geschäftszweige anbieten und dabei muslimische Experten
beschäftigen.
Muslime in Europa werden als Konsumenten ein immer stärkerer Faktor. Der
Markt reagiert zunehmend, etwa auf dem Lebensmittelsektor, wo
Halalzertifizierung Bedürfnisse dieser Käuferschicht decken soll. Das
islamische Reinheitsgütesiegel wäre europaweit in standardisierter Form zu
verwenden und sollte nach einheitlichen Kriterien vergeben werden, um hier
muslimischen Konsumenten Sicherheit zu gewähren.
Frauen
Mann und Frau sind im Islam gleichwertige Partner, die gegenseitige
Verantwortung tragen und gleich an Menschenwürde sind. Das Recht auf Lernen
und Lehre, das Recht auf Arbeit, finanzielle Unabhängigkeit, aktives und
passives Wahlrecht, Teilhabe im gesellschaftlichen Diskurs sind Pfeiler,
die den Status absichern sollen. Chancengleichheit und mündige und freie
Orientierung soll Frauen ermöglicht werden. Diese grundsätzlichen Aussagen
der vorausgegangenen Konferenzen sollen im Folgenden weiter vertieft werden.
Denn Frauenanliegen sind von gesamtgesellschaftlichem Interesse.
Daher soll jede Form von Verletzung von Frauenrechten kritisiert und
bekämpft werden. Zwangsehe, FGM, Ehrenmorde und familiäre Gewalt haben
keine Grundlage im Islam.
In der Außensicht manifestiert sich am Bild der Frau im Islam häufig die
Einstellung gegenüber der Religion an sich. Begründet wird damit oft eine
Position der Überlegenheit seitens der Mehrheitsgesellschaft. Mangelndes
Wissen erschwert eine sachliche Auseinandersetzung. Werden Musliminnen vor
allem als "Opfer" wahrgenommen, so drängt sie dies in ein Rollenklischee.
Sich daraus zu lösen gelingt paradoxerweise schwer, solange die
Mehrheitsgesellschaft an der Vorstellung der "religiös gefesselten" passiven
muslimischen Frau festhält und Barrieren bereithält, will sie als sichtbar
den Glauben praktizierende aktive Muslimin das Klischee brechen.
Hier sollen wir zu einer solidarischen Denkens- und Handlungsweise finden.
Frauenfeindliche Strukturen haben verschiedene Ausformungen. Religions- und
kulturübergreifendes Denken wendet sich gemeinsam gegen familiäre Gewalt und
strukturelle Benachteiligungen von Frauen. Die Reflexion über traditionelle
Rollenzuschreibungen und Stereotype kann diese überwinden und Vernetzung und
Zusammenarbeit fördern.
Eine stärkere Differenzierung zwischen Religion und Tradition, die häufig
Frauen benachteiligt und dem Islam zuwiderläuft, ist unabdingbar. Ansonsten
besteht die Gefahr, dass die Religion pauschal verantwortlich für Missstände
gemacht wird und man übersieht, welche theologischen Argumentationsschienen
gerade aufklärend und derartige Traditionen überwindend angezeigt sind.
Gleichzeitig wäre eine Verengung auf eine einzig religiöse Perspektive
unzulässig. Denn die Lebenswirklichkeit von muslimischen Frauen in Europa
ist geprägt von diversen Faktoren, die als solche analysiert werden müssen.
Der Ehrbegriff soll von Imamen analysiert und aus der Religion, im Gegensatz
zu lokalen traditionellen und kulturbedingten Vorstellungen, begreiflich
gemacht werden.
Die verstärkte Partizipation muslimischer Frauen bedarf durchdachter
politischer Konzepte, die Ausgrenzungstendenzen und Diskriminierungen
entgegen treten. Maßnahmen zur Mädchen- und Frauenförderung, die eine
religiöse Grundhaltung anerkennen, wären ein solcher Schritt. Staatlich
geförderte kultur- und religionssensible Beratungs- und Hilfseinrichtungen
von und für muslimische Frauen bieten ein besonders niederschwelliges
Angebot und setzen Impulse der Selbstermächtigung. Frauen sollen frei von
Abhängigkeitsverhältnissen sein. Der ungehinderte Zugang zum Arbeitsmarkt
ist dabei vordringlich. Unabhängigkeit ist stark an finanzielle
Ungebundenheit und damit Beschäftigung gebunden, wobei die Politik
ausgleichende und gerechte Vorkehrungen treffen kann, damit Väter und
Ehemänner nicht vordringlich als Versorger betrachtet werden müssen.
Kopftuchverbote sind kontraproduktiv, da sie Frauen von wesentlichen
Bereichen des Lebens ausschließen. Im Widerspruch zum Recht auf freie
Religionsausübung grenzen sie islamisch gekleidete Frauen aus und bewirken
damit in vielen Fällen genau jenen Rückzug, den sie zu bekämpfen vorgeben.
Zusätzlich laden Verbote die Diskussion emotional weiter auf und festigen
Klischees, indem sie ihre Begründung just aus der Argumentation beziehen,
die Kopftuchträgerinnen mit ihrem sichtbaren Teilhaben an der Gesellschaft
überwinden können: Das Kopftuch sei ein Symbol der Unterdrückung und des
Zwangs, ein politisches Zeichen für eine extremistische Haltung und nicht
konform mit europäischen Vorstellungen des Geschlechterverhältnisses. Die
Bevormundung muslimischer Frauen, indem ein Teil der Glaubenspraxis von
außen interpretiert und verurteilt wird, spricht ihnen ihre Mündigkeit ab
und kann damit Polarisierungstendenzen verschärfen. Das
Selbstbestimmungsrecht der Frau soll aber außer Frage stehen - nach innen
wie nach außen.
Auch innerhalb der muslimischen Gemeinschaft besteht vermehrter
Handlungsbedarf. Bewusstseinsbildung gegen jeden Missbrauch von Religion
soll gefördert werden. Gleichzeitig bekennt sich die Konferenz dazu, dass
auch im Bereich Ehe und Familie auf Herausforderungen der Moderne auf dem
Boden der Theologie neue islamische Antworten gefunden werden sollen. Diese
können auch in einem Wiederentdecken und neu nutzbar gemachtem Element wie
dem islamischen Ehevertrag liegen. Dieser bietet dem Brautpaar die
Möglichkeit die Zukunft gemeinsam zu überdenken und Vereinbarungen
festzuhalten.
Jugend
Jugendliche verkörpern als Zukunftsträger in besonderem Maße die Vision
muslimischer Europäer - europäischer Muslime, die durch ihre als
selbstverständlich wahrgenommene Identitätszugehörigkeit in beide Richtungen
Brückenbauer und Bindeglieder zwischen den Kulturen sein können.
Die muslimische Jugend soll sich ihrer speziellen Verantwortung in dieser
Richtung bewusst sein. Dazu muss ein entsprechendes, ihre besonderen
Kompetenzen schätzendes Klima vorhanden sein, das Mehrsprachigkeit, rasche
Anpassungsfähigkeit im interkulturellen Bereich und eine aufgeschlossene
Grundhaltung als persönliche Werte erkennt und fördert. Die Aufgabe eine
solche Wertschätzung zu vermitteln und daran angeknüpft Programme zur
gezielten Förderung dieser Talente zu schaffen, liegt sowohl bei den
muslimischen Familien und Gemeinschaften, als bei der Mehrheitsgesellschaft.
Das Potential der muslimischen Jugendlichen soll anerkannt werden. Ihr
Selbstbewusstsein ist zu stärken.
Vorurteile und latente Fremdenfeindlichkeit können zu Abschottung und
Isolation führen, durch die wiederum eine ablehnende Einstellung gegenüber
"den anderen" gezüchtet werden kann. Dadurch können sich Polarisierungen
aufbauen, die gesellschaftspolitischen Sprengstoff bieten. Diese präventiv
anzugehen, bedarf es der im Bereich "Bildung" angesprochenen Maßnahmen.
Muslimische Jugendliche sollen gleiche Möglichkeiten nutzen können wie
Jugendliche der Mehrheitsgesellschaft (Beispiel: Europäische
Austauschprogramme in Schul- und Berufs/Studienbildung, unabhängig von
Staatsbürgerschaft). Jugendliche brauchen eine Perspektive. Sie sollen die
gleichen Chancen vorfinden, im Berufsleben Fuß zu fassen oder eine Wohnung
zu finden.
Jugendliche Selbstorganisation von Muslimen und ihre Vernetzung mit anderen
Jugendorganisationen soll darüber hinaus gefördert werden. Vereine
jugendlicher Muslime weisen jene Merkmale auf, die bei jenen der ersten
Generation noch nicht zu finden sind: die Landessprache als
Kommunikationssprache, keine Einengung der Mitglieder auf ein bestimmtes
Herkunftsland, ein auf die Lebenswirklichkeit im Lande verstärkt
zugeschnittenes Angebot von Aktivitäten. Hier eine sinnvolle
Freizeitgestaltung, emotionale Zugehörigkeit und Verantwortungsgefühl für
ein funktionierendes Miteinander zu erfahren, gibt Halt. Damit werden
indirekt auch Jugendkriminalität, Drogenkonsum und die Verbreitung von
Extremismus wirksam bekämpft.
Die meinungsbildende Rolle der Medien ist besonders bei dem Bereich der
Jugend anzusprechen. Die Wissenschaft soll sich verstärkt besonderen
Phänomen, die die muslimische Jugend betreffen widmen und mit seriösen
Ergebnissen helfen die Diskussion zu versachlichen.
Ökologie
Der Mensch trägt in seiner Funktion als Sachwalter der Schöpfung hohe
Verantwortung für deren Pflege und Erhalt. Natürliche Ressourcen dürfen
daher nur unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit sorgsam genutzt werden.
Der Koran warnt den Mensch vor Überheblichkeit in Ausübung seiner
Statthalterschaft: "Siehe, Wir boten die Verantwortung ("amana" - die
Ausübung von freiem Willen und Verstand) den Himmeln und der Erde und den
Bergen an, doch weigerten sie sich, sie zu tragen und schreckten davor
zurück. Der Mensch lud sie sich jedoch auf; denn er überschätzt sich und ist
eingebildet." (33.72) Das natürliche Gleichgewicht der Natur soll geschützt
und bewahrt werden. Denn so wie sich Wasser, Luft, Erde, belebte und
unbelebte Natur, Tier- und Pflanzenreich aufeinander beziehen, wird im Koran
ein Kreislauf des Lebens wiedergegeben, bei dem Eingriffe negative
Auswirkungen für das gesamte System zur Folge haben könnten. Respekt vor dem
Wunder der Schöpfung Gottes ist geboten, aus dem Respekt im Umgang mit
dieser resultieren soll. Zur Tierwelt heißt es etwa: "Es gibt kein Getier
auf Erden und keinen Vogel, der auf seinen zwei Schwingen dahinfliegt, die
nicht Gemeinschaften wären so wie ihr." (6:38)
Die Balance zwischen Nutzbarmachung der Natur und ihrem Schutz schlägt sich
häufig zu deren Ungunsten nieder. Umweltzerstörung als Konsequenz
menschlicher Gier nach maximaler Ausbeutung wird in 20:41 angesprochen: "In
Erscheinung getreten ist Unheil zu Land und Meer als Folge dessen, was die
Menschen anrichteten, damit Er sie einiges von ihrem (Fehl)verhalten spüren
ließe, auf dass sie umkehren." Muslime sind angehalten sich hier durch ihr
persönliches Verhalten problembewusst zu zeigen und aktive Beiträge zum
Umweltschutz zu leisten.
Um das Wasser kreisen besonders zahlreiche Aussagen. Sparsamkeit im Umgang
wird empfohlen. Etwa ist es verpönt bei der Gebetswaschung unnötig Wasser
rinnen zu lassen. Es bestehen Regelungen zum Gewässerschutz. Wasser wird
als ein so wichtiges Gut betrachtet, dass ein Grundrecht des Menschen darauf
besteht. Trinkwasser soll darum allgemein zugänglich sein, kann nicht zu
einem Privateigentum mutieren. Im Bereich der frommen Stiftungen, die
testamentarisch von Gläubigen verfügt werden, ist besonders das Schlagen
eines Brunnens empfohlen, um für die Nachwelt eine andauernde gute Tat zu
setzen.
Das Gebot des "Maßhaltens" konkretisiert sich rund um das Thema der Nahrung.
Verwirklicht werden soll der im Islam empfohlene "Weg der Mitte", hier
zwischen Genuss und Gesundheitsbewusstsein, zwischen Konsum und Bewusstheit
für größere wirtschaftliche Zusammenhänge, die nicht zum Schaden der Umwelt,
seien es Mitmenschen oder Natur gereichen dürfen. Diese Haltung lässt sich
direkt beziehen auf die moderne Forderung nach mündigen Konsumenten, die mit
ihren bewussten Kaufentscheidungen nach ethischen Standards ("fair trade")
handeln.
Muslime sollen sich verstärkt des Themas "Umweltschutz" annehmen und aktiv
Vernetzungen mit Umweltexperten und zuständigen Abteilungen der
Stadtverwaltung für spezifische Projekte eingehen.
Zu beleben sind islamische Traditionen wie die Stiftung für Fütterung und
Aufnahme für obdachlose Tiere und die Tradition des Bäume Pflanzens als
nachhaltige gute Tat.
Islamische Gebetsstätten sollen das ökologische Bewusstsein der Muslime
widerspiegeln und mit ökologisch verträglichem Baumaterial gebaut zu
Aushängeschildern dieser Einstellung werden.
Dezidiert zu betonen ist, dass Muslime die negativen Auswirkungen der Kriege
und eingesetzter chemischer Waffen auf die gesamte Natur besorgt verfolgen
und eine Dokumentation verlangen. Die Kriegsbetreiber sind zur
Wiedergutmachung auch dieser Zerstörungen und ihrer Wirkungen auf den
Menschen zu fordern.
Wien, am 8. April 2006
--
Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen
e-mail:dieinitiative at gmx.at
für Rückfragen und Korrespondenz kontaktieren sie bitte:
Omar Al Rawi +43-650-3831942 al-rawi at gmx.at
Amina & Tarafa Baghajati +43-1-2595449 baghajati at aon.at
Mouddar Khouja +43-1-9685096 mouddar at gmx.net
Andrea Saleh +43-1-7965652 salehand at gmx.at
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09 [Widerstand] Relly
von <office at asyl-in-not.org> Asyl in Not
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Relly und Maria dürfen bleiben
Ein Sieg der Solidarität
Der Protest der Schülerinnen und Schüler des GRG Ödenburgerstraße war
erfolgreich. Das Innenministerium hat eingelenkt. Prokops Pressesprecher
Rauch (der vor einigen Tagen zum „Puls TV“ noch gemeint hatte, er sähe keine
große Chance) hat nun öffentlich erklärt, Relly könne bei der MA 20 einen
Antrag auf Aufenthaltsbewilligung als Schülerin stellen.
Das ist ein Zugeständnis, da solche Anträge eigentlich vom Ausland aus zu
stellen sind; aber das Gesetz sieht auch vor, daß das Innenministerium aus
humanitären Gründen die Antragstellung im Inland zulassen kann. Das ist nun
der Fall, wenn wir Herrn Rauch richtig verstehen. Wir gehen aus heutiger
Sicht davon aus, daß das Ministerium zu seinem Wort steht und uns nicht
irreführt.
Rellys Mutter wurde aus der Schubhaft entlassen. Wie ihr Aufenthalt
legalisiert werden kann, weiß der Innenministerium noch nicht; wir hoffen,
daß es auch in ihrem Fall eine vernünftige Lösung geben wird.
Offen bleibt die Frage, wer für den Unterhalt der beiden aufkommen wird. Wir
appellieren an das Arbeitsmarktservice, Rellys Mutter eine
Beschäftigungsbewilligung zu erteilen. Eine Firma, die den Antrag stellt,
findet sich bestimmt.
Das glückliche Ende ist ein großartiger Erfolg der Klassengemeinschaft, der
es gelungen ist, in kürzester Zeit eine wirklich professionelle Kampagne
durchzuziehen. Herzlichen Glückwunsch! Und ein Dankeschön an die Lehrschaft,
die sich konsequent hinter Relly und hinter die Aktion der SchülerInnen
gestellt hat.
Es ist zugleich ein Erfolg aller derer, die sich durch Emails an das
Innenministerium an unserer Aktion „Notruf Asyl“ beteiligt haben; ihnen
allen danken wir sehr.
Die Zivilgesellschaft ist durch diese Aktion stärker geworden. Wie schon die
Bewegung „Ehe ohne Grenzen“ (ein Zusammenschluß von der Abschiebung eines
Partners betroffener Paare), hat nun auch die Protestaktion der Schüler neue
Schichten der Bevölkerung mobilisiert.
Immer mehr Menschen erkennen, wie unmenschlich und ungerecht die herrschende
Politik gegenüber den „Fremden“ ist. Das gibt uns Hoffnung und Kraft. Es
wird anders werden in diesem Land.
Licht ins Dunkel der Schubhaft !
Vergessen wir über diesem Erfolg in einem Einzelfall nicht die vielen
tausenden Menschen, die in der Schubhaft verschwinden und keine Lobby haben.
Ihnen zu helfen, wird in den kommenden Monaten unsere vornehmste Aufgabe sein.
Michael Genner
Asyl in Not
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Die bisherigen Ausgaben sind unter http://www.no-racism.net/MUND
archiviert.
Terminankündigungen bitte nach folgender Vorlage:
* Wann: Sonntag, 11.11.2001, 11:11 Uhr *
* Was: Maskenball: Motto "Schwarzblau ist die Haselnuss" *
* Wo: Villa Morgenrot, Grüner Anger 42, 2001 Wendendorf *
* Kommentar: Anreise per Anhalter. Maskenzwang. Ende nie.
Aber kurz und prägnant.*
Die Rubrik "Redaktionelles" am Ende der Ausgabe ist u.a. eine
Konsequenz aus der Notwendigkeit, sexistische, antisemitische und
rassistische Beiträge nicht zu veröffentlichen, ohne jedoch
stillschweigend Zensur zu üben.
Hier wird - in anonymisierter Form - auf angehaltene Beiträge
hingewiesen und eine kurze Begründung der Tagesredaktion für die
Nichtaufnahme geliefert.
(Weitere Gründe einen Beitrag nicht aufzunehmen sind
z.B.: Attachments, kein erkennbarer Bezug zu den breit gestreuten
Themen des MUND, Werbesendungen, sinnlose Kettenbriefe.)
Die AbsenderInnen der betroffenen Beiträge werden hiervon informiert.
Im Sinne einer "gläsernen Zensur" könnt ihr Euch die Beiträge gerne
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REDAKTIONELLES:
Diese Ausgabe hat Angela Mores aus Einsendungen an
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Beitrag mit Attachment
2 Beitraege nicht WR
Redaktionsschluss für diese Ausgabe: Mi 22.00 Uhr
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ü, ö, ä, ß, Ü, Ö, Ä
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