From analle at no-racism.net Sun Nov 6 23:17:34 2005 From: analle at no-racism.net (=?iso-8859-1?q?MUND=3A_medienunabh=E4ngiger_Nachrichtendienst?=) Date: Sun, 6 Nov 2005 23:17:34 +0100 Subject: MUND: Donnerstag, 3. November 2005 Message-ID: <006801c5e31f$e8bcb620$4e046d50@chello.at> widerst at nd MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst Medieninhaberinnen & Medieninhaber seid Ihr www.no-racism.net/mund Donnerstag, 3. November 2005 ================================================ A) INHALT ================================================ ================================================ 01 Strafprozess wegen Tötung von Seibane Wague, 31. Oktober 2005 Von: bluemchenblau ================================================ 02 Donnerstag 3.11./Seibane-Prozess geht in Endphase Von: August Faschang ================================================ 03 operation spring, virno-lesekreis, abos, kapitalismus reloaded Von: redaktion grundrisse ================================================ ================================================ ANKÜNDIGUNGEN, TERMINE, MELDUNGEN ================================================ ================================================ 04 Paris/Allerheiligen/Film: Der 4. Weltkrieg Von: AL-Antifaschistische Linke ================================================ 05 Ankündigung Podiumsdiskussion: "polit. Kultur in Österreich " Von: Promedia ================================================ 06 w.a.s. - die donau - der katalog Von: ursprung ================================================ 07 Die abgeschaffte Mutter Von: Promedia ================================================ 08 Filmeinladung 4.11., 19.30 uhr Von: Lolligo - Kindercafé ================================================ 09 Christa Urbanek & friends / WEIHNACHTSSPÄSCHL im Aera Von: GAMUEKL ================================================ 10 Mosambik-Info 11, 2.11.2005 Von: Peter Pils ================================================ 11 [gipfelsoli] Gleneagles Von: gipfelsoli-l at lists.nadir.org ================================================ 12 Tschetschenien: Steuerfahndung wird zum Erfüllungsgehilfen Russlands Von: GFBV ================================================ 13 Türkei - Festnahme Eren Keskin Von: GFBV Hans Bogenreiter ================================================ 14 ASt - Marxismus 2005 Von: ASt-LFI ================================================ 15 Programm antideutsche Konferenz Berlin Von: Café Critique ================================================ 16 Österreichischer Staatsbürger kurdischer Herkunft in KDP-Haft Von: wadi wien ================================================ 17 Asyl in Not: Zwanzig Jahre Kampf Von: office at asyl-in-not.org ================================================ 18 Oliver Rathkolb: Die paradoxe Republik - 13.11.2005, 20.00 Uhr im Kasino Von: Media Austria ================================================ 19 Pressemitteilung iz3w 289 - Umschlagplatz für Liberales - Zehn Jahre WTO Von: Oeffentlichkeitsarbeit iz3w-freiburg ================================================ ================================================ B) TEXTE ================================================ ================================================ 01 Strafprozess wegen Tötung von Seibane Wague, 31. Oktober 2005 Von: bluemchenblau ================================================ link: http://no-racism.net/article/1419/ Mitschrift von 9.00 - 12.45 Uhr. Befragt wurden einige AnrainerInnen am Stadtpark und mehrere PolizistInnen. ((Die folgende Mitschrift ist leider unvollständig. Anders als im UVS-Prozess wurden die Aussagen nicht fürs Protokoll wiederholt, und es wird bei den Aussagen wenig nachgebohrt, wodurch der Redefluss schneller und das Mitkommen beim Schreiben schwieriger ist, außerdem wurde nur teilweise Mikrophon verwendet sodass hinten nicht alles gut zu verstehen war. Die Mitschrift ist kein Wortprotokoll - die meisten Aussagen und Fragen werden sinngemäß wiedergegeben)). Handelnde Personen: R: Richter V1: Verteidigerin des angeklagten Notarztes V2: Verteidiger von 2 angeklagten Polizisten V3: Verteidiger von 2 weiteren angeklagten Polizisten V4: Verteidiger der angeklagten Polizistin und eines Polizisten V5: Verteidiger von 2 Sanitätern V6: Verteidiger eines Sanitäters P1, P2, P3, P4, P5, P6: angeklagte PolizistInnen S1, S2, S3: angeklagte Sanitäter Dr. K.: der beschuldigte Notarzt A: Nadja Lorenz - Anwältin der privatbeteiligten Witwe von Seibane Wague. STA: Staatsanwältin D: Prof. Risser (Gerichtsmediziner, Gutachter) M: ehemaliger Leiter des Afrikadorfes Z1: Zeugin, Anrainerin am Stadtpark Z2: Zeuge, Anrainer am Stadtpark Z3: Zeugin, ehemalige Lebensgefährtin von M. Z4: Zeuge, Anrainer am Stadtpark, nahm das Video von der Amtshandlung auf Z5: Zeugin, Anrainerin am Stadtpark Z6: Zeuge, Polizist, kam mit Wagen Anton 1 Z7: Zeuge, Polizist, Fahrer von Anton 1 Z8: Zeugin, Polizistin, kam mit Wagen Anton 2 Z9: Zeuge, Polizist, Hundeführer von Tasso 5 R: Zuerst eine erfreuliche Nachricht: es soll kühler im Saal werden (es ist unerträglich heiß im Gerichtssaal). Das hängt vom Kesselraum ab. Mir wurde versprochen, dass das veranlasst wird. Vernehmung von Z1 - Mag.a. H. - Anrainerin - wohnt am Heumarkt R: Se sind als Zeugin geladen, falsche Zeugenaussage ist strafbar. Sie wohnen in der Reisnerstrasse, haben vom Fenster den Vorfall beobachtet. Z1: Ich war zuhause, die Uhrzeit weiß ich nicht mehr, sah Blaulicht und schaute aus dem Fenster. Am Eingang zum Stadtpark standen Seibane Wague und mehrere Polizisten. Sie standen um Seibane Wague herum. Sie versuchten Herrn Wague zu beruhigen. Ich nahm an, dass er unter Alkohol oder Drogen steht. Am anderen Eingang zum Stadtpark waren 2 andere Personen und ein Polizist. Ich hatte den Eindruck, dass die Polizisten Wague von den 2 Personen weghielten. Die Person (Wague) begann sich auszuziehen ? beruhigte sich wieder, es war keine dramatische Situation ? ich ging vom Fenster. Dann ging ich wieder zum Fenster, alles war beruhigt, die Polizisten standen herum. Als ich weggehen wollte sprang Wague aus dem Rettungswagen, Sanitäter versuchten ihn festzuhalten da er auf die Strasse wollte. Dann war der Afrikaner nicht mehr zu sehen. Ein Polizist riss die Hand rauf und dürfte gebissen worden sein. R: Sahen sie Blut? Z1: Nein, da war ich zu weit weg. R: Dass er die Hand in die Höhe riss ist in Erinnerung? Z1: Ja. Beim Blut kann es sein dass ich es gelesen habe. R: Herr P1 behauptet verletzt gewesen zu sein (bittet P1 aufzustehen). Kann das P1 gewesen sein? Z1: Ich weiß nicht genau, kann sein. Der Schwarzafrikaner war angehalten. Mein Mann hatte Angst um unser Auto, wir suchten die Autoschlüssel. Mein Mann ging dann runter, dann weiß ich die Reihenfolge nicht mehr. Mein Mann war unter, durfte aber das Auto nicht wegfahren wegen der Amtshandlung. R: Ich sage jetzt einige Sachen: sagen sie, ob sie sich erinnern können oder nicht. Am 20.07.2003 wurden sie vom Büro für interne Angelegenheiten (BIA) einvernommen, ist das richtig was sie damals gesagt haben? Sie sagten damals, dass Wague nicht misshandelt wurde, heute sagen sie dass sie den Schlüssel holen gingen. Z1: Als mein Mann unten war ging ich wieder zum Fenster. R: War da mehr Polizei da? Z1: Das weiß ich nicht mehr. R: Sie sagten, dass sie Misshandlungen nicht wahrgenommen haben. Z1: Ja, am Anfang war alles sehr vorsichtig, es kam zuerst zu keinem Kontakt. Erst als er aus dem Wagen sprang hat das angefangen. R: Eine andere Zeugin sagte aus, sie hörte ?Du Sau?. Z1: Das habe ich nicht gehört, das Wohnzimmer bei uns geht auf den Heumarkt, ich suchte den Schlüssel hinten. R: Sie sagten, sie beobachteten M. und seine Freundin. Was war da besonderes? Z1: Es war ständig Polizei bei ihnen und nahm Dinge auf. R: Sie sagten: zu jeder Zeit hielten sich M. und seine Freundin im hinteren Bereich auf. Als sie wieder rausschauten standen sie unterändert? Z1: Ja. STA: Was sie hören konnten: war die Entfernung so, dass ein Hören möglich war? Z1: Einen lauten Schrei schon. A: Sahen sie den Zugriff? Z1: Die Situation war vorher nicht aufsehenserregend. Erst als der Schwarzafrikaner aus dem Auto sprang war es eine Situation mit der alle nicht gerechnet hatten. Diese Situation und das Abstoppen sah ich. A: Sahen sie Oberkörper oder Köpfe? Z1: Die Situation als Herr Wague zu Boden gebracht wurde sah ich nicht da mein Blickwinkel von Autos verdeckt war. A: Nahmen sie neben M. und seine Freundin drei zivile Personen und einen Afrikaner wahr? Z1: Das kann ich nicht mehr sagen. V2: Ich rege an, dass die Zeugin eine Skizze machen soll. R: Können sie die Aktenseite mit der Skizze sagen? V2 (sucht): 125. R (zu Z1): Können sie vorkommen? Hier haben sie die Skizze. Z1 (zeige ihre Position auf der Skizze an) V5: Haben sie beobachtet wie die Fesseln angelegt werden? Z1: Nein. Die beiden ZeugInnen Z3 - ehemalige Lebensgefährtin von M. - und Z2 - Anrainer, werden aufgerufen. R: Frau Z3, können sie bitte draußen warten? Vernehmung von Z2 - Herr H. - Anrainer am Heumarkt R: Sie werden als Zeuge vernommen. Das Thema wissen sie. Können sie uns ihren Eindruck schildern? Z2: Das ist schon lange her, hab schon einiges vergessen. Wir kamen spät nach Hause, ich sah aus dem Fenster, glaubte an einen Verkehrsunfall, sah Polizei und einen Afrikaner. Der Afrikaner tanzte herum, ich schaute eine zeitlang zu, der Afrikaner wollte weglaufen, die Polizisten hielten ihn, das ganze kam mir fast lustig vor weil nix passierte. Es waren 2 ? 3 Polizeifahrzeuge und ein Krankenwagen da. Ich ging runter weil ich unser Auto wegstellen wollte. Die Situation wo der Afrikaner zu Boden gebracht wurde sah ich nicht weil ich runterging. Ich schaute nicht dauernd zu. Als es unten zu Bewegung kam ging ich runter. R: Sie sagten beim U-Richter, dass Wague ohne Widerstand in die Rettung einstieg. Z2: Ja, das sah ich. Er war zwei mal im Wagen, das erste mal ging er freiwillig rein, dann wurde er reingeschoben. Als er gefesselt wurde war ich auf dem Weg nach unten. Zuerst ging er allein in den Wagen, dann lief er weg. Ich hatte Angst um mein Auto. Ein Polizist verwies mich und sagte Wague werde reanimiert. M. und seine Freundin Z3 fielen mir auf weil sie abseits standen. R: Warum fiel ihnen das auf? Z2: Weil sie Zuschauer waren. R: Ging jemand weg? Z2: Die standen immer dort. Z2 wird die Skizze vorgelegt, zeigt wo sein Fenster ist. A: Sie sagten ?irrsinnig herumgehaut?. Z2: Ja, ich sah das, dachte, er tanzt den Polizisten was vor. A: Vorhalt aus dem UVS-Akt. R: Den haben wir schon ausgeschieden. Eine Kopie geht zum Akt. Wird verlesen. Protokolle wurden in Kopie zum Akt genommen ? ?irrsinnig herumgehaut? ? das war eine Schlussfolgerung aus dem Handeln der Polizisten, aus der Zahl der Beteiligten, akustischer Eindruck, es ging ziemlich Durcheinander. Z2: Ja, das ist richtig. V1: Wie war der Abstand zwischen der Personengruppe und Wague? Z2: Zwischen 20 und 30 Meter. V3: Wir waren die Lichtverhältnisse? Z2: Gut. V3: Vorhalt ihrer Aussage beim BIA: Warum sollen Personen die Schläge sahen die Schläge nicht gesehen haben? Z2: Wenn die im vorhinein ..., es war nie ein Raufhandel. V3: Vorhalt: Auffallend für sie war die Personengruppe die ca. 15 ? 20 m weg stand. Nach meiner Einschätzung hatten diese keinen Blick auf die Situation. Z2: Zuerst schon, als die Situation eskalierte nicht mehr. Vernehmung von Z3 - Frau A. - ehemalige Lebensgefährtin von M. R: Sie waren an diesem Tag im Afrikadorf. Herr Wague war erregt an diesem Tag. Sie setzten sich in das Auto und hatten Angst. Z3: Herr Wague schlug aus unerklärlichen Gründen auf das Auto ein. Wir hatten Angst und riefen die Polizei. R: Wo war Herr Wague. Z3: Er schlug auf das Auto ein. Ich hatte ein gutes Verhältnis zu Herrn Wague. Er schlug weiter auf das Auto ein, schmiss sich auf die Windschutzscheibe. R: Man hört auf dem Band beim Polizeinotruf ihre Erregung. Was passierte als die Rettung eintraf? Z3: Zuerst war er eher ruhig, dann wieder aggressiv. Herr Wague wurde von Polizisten auf das Bett gelegt. R: Sagen sie nur an was sie sich erinnern. Wie war er als Wague auf die Bahre gelegt wurde. Z3: Zuerst ruhig, dann sprang er wieder auf. R: Wie genau? Musste gedrückt werden? Z3: Es waren 3 Personen. R: Musste nachgedrückt werden? Z3: Lange nicht, erst später. R: Was war die nächste Szene? Z3: Er wollte vom Rettungsauto zu uns laufen: Ich sah nur seinen Kopf: Die Polizistin P5 kam zu uns und fragte ob er Drogen oder Alkohol nahm. Nach 5 Minuten fragte P5 was mit Wague los war weil er ruhig wurde. Ich sah wie der Notarzt die Spritze hielt. Polizisten standen herum, Wague wurde ruhig. R: Was war ihr Standort (Skizze wird vorgelegt)? Z3 (zeigt Position an): Ich konnte den Kopf sehen, der Rest war von Autos verdeckt. R: Haben sie gesehen wie Herr Wague zu Boden gebracht wurde? Z3: Ziemlich brutal, Herr Wague schlug herum. R: Was war brutal? Z3: Zuerst waren es 2 Polizisten, er schrie herum, andere Polizisten schritten ein. Sie brachten ihn auf den Boden. Die Art und Weise war brutal weil Wague herumschlug, er hatte irrsinnige Kräfte, 2 Polizisten waren anscheinend zu wenig. Ich sah nur Polizisten um ihn herum stehen. R: Sahen sie den Vorfall durchgehend? P4 stand bei ihnen? Z3: Ein Polizist stand bei mir. Dann ging der Polizist von uns weg. Wohin weiß ich nicht. R: Sie sahen wie die Spritze aufgezogen wurde? Wann wurde sie gesetzt? Das ist nicht auf dem Video. Verging da Zeit? Z3: Nach meiner Erinnerung am Anfang. R: Sahen sie die Fußfesseln? Z3: Sah ich nicht. R: Nahmen sie Widerstand im Liegen wahr? Z3: Am Anfang bewegte er den Kopf, dann nicht mehr. Man sagte mir, dass er eine Beruhigungsspritze bekam. Ob er nach den Spritze den Kopf bewegte weiß ich nicht. R: Standen sie immer am selben Ort? Z3: Nur einen halben bis einen Meter Unterschied. M. schaute sich das Auto an. M. war immer um das Auto herum. R: Als Wague zu Boden gebracht wurde war da M. in der Nähe? Z3: In der Nähe immer. R: Beim U-Richter sagten sie sie hörten ?Gibst immer noch keine Ruh du Drecksau? und drei Schläge. Z3: Sie fragten mich nicht danach. Ich hörte schimpfen. Ich sah Schlagbewegungen als er schon lag, dürfte vor oder nach der Spritze gewesen sein. Es war ein großer Mann in Polizeibekleidung ? ich weiß nicht mehr genau ob P1 oder P4 ? eher P1. STA: Sie sagten er bewegte den Kopf. Wie? Z3: Nach rechts, links, weiß nicht ob aus Wut oder weil er keine Luft bekam. R: Ist dass er keine Luft bekam eine Schlussfolgerung oder dachten sie das schon damals? Z3: Damals nahm ich an, dass es Wut ist. R: Sahen sie Fixierung am Kopf? Z3: Nein. STA: Sahen sie Aufschlagen mit dem Kopf? Z3: Nein. Er wurde ziemlich bald ruhig. STA: Sahen sie, dass was unter den Kopf gelegt wurde? Z3: Nein, ich weiß nicht mehr genau. STA: Sie sagten, dass er um sich schlug, deshalb die Anwendung von Körperkraft. Z3: Er lag im Rettungsauto, niemand rechnete mehr mit Widerstand. STA: Wie kann er gefesselt herumschlagen? Z3: Er hatte die Hände frei. Er beschimpfte M. und wollte zu ihm. STA: Sahen sie Tritte gegen Polizisten als er aus dem Auto sprang? Z3: Er schlug mit Händen und Füssen her. STA: Um auf sie zuzulaufen oder als Widerstand gegen die Festnahme? Z3: Das weiß ich nicht mehr. A: Was sagte die Polizistin P5? Z3: Dass er Spritze bekam, fragte, ob er Drogen genommen hatte. Die Spritze könnte sich mit den Drogen nicht vertragen. A: Bei der ersten Einvernahme beim BIA sagten sie: P5 fragte weil sich die Spritze anders auswirkte als vorgesehen. Z3: Das ist 2 Jahre her. P5 wies darauf hin, dass die Spritze sich mit Drogen nicht vertragen könnte. A: Das klingt jetzt anders. Z3: Was ich damals sagte ist eher richtig. P5 war bei uns als Wague am Boden war. R: Wann genau war sie bei ihnen? Z3: Als Wague schon am Boden war. Ich fragte warum Herr Wague so ruhig war. Sie sagte, Wague dürfte bewusstlos sein. R: War da Wague schon im Rettungswagen zur Reanimation? Im Video sieht man, dass P5 auf Wague steht. Kann es sein, dass das 2. Gespräch schon später war? Z3: Ja. P5 sagte, dass Wague reanimiert werde. A (Vorhalt aus dem UVS-Protokoll): Können sie sich erinnern ob Wague nach der Spritze gleich ruhig wurde? Z3: Ja. V1: Wo befand sich der Notarzt vor und nach Verabreichung der Spritze? Z3: Vorher auf der Seite, nachher hinten bei den Beinen. R: Im Video sieht man, dass er beim Kopf stand. Z3: Der Notarzt stand hinter dem Körper. V1: Stand der Notarzt hinter den Polizisten? Z3: Entweder daneben oder ein Stück dahinter. V2: Sie sprachen von 2 Polizisten die geschlagen haben. Vorhalt aus der Aussage beim BIA: ?einer der schlug war groß mit Handschuhen?. Waren es ein oder zwei Polizisten? Z3: Ich sah zwei Polizisten, In Erinnerung ist mir ein großen Polizist. V2: Beim Untersuchungsrichter sagten sie, dass sie den Polizisten wiedererkennen würden. Auch der zweite Polizist hätte geschlagen. Z3: Stimmt. V2: Beim Untersuchungsrichter sagten sie dass sie sie nicht identifizieren können. Z3: An P1 kann ich mich erinnern, an den zweiten nicht. V2: Sie sagten aus, dass der Polizist 40 Jahre war und Handschuhe trug. Z3: Ja, Handschuhe sah ich. V2: Vorhalt: P1 zog sich die Handschuhe erst später an. Aus der Aussage von P1: ?P2 hat mich gebeten ihn zu fixieren, ich hatte die Handschuhe nicht an?. Zu welchem Zeitpunkt der Fixierung sahen sie Schläge? Z3: Am Anfang, um ihn ruhig zu stellen. V3: Hatte der Polizist eine Kopfbedeckung auf? Z3: An eine Kopfbedeckung kann ich mich nicht erinnern. V3: Die Spritze wurde bald nach dem auf den Boden bringen verabreicht? Z3: Ja. V3: Hatten sie den Eindruck, dass der Notarzt von Polizisten behindert wurde? Z3: Ich sah den Notarzt mit verschränkten Armen. V4: P5 soll zeigen wo sie stand. Was sprachen sie mit Z3? P5: Ich ging zu M., ging in den Container. Als wir zurückkamen vom Container kam P1 zu mir und sagte, dass Wague aggressiv wurde. Z3: Ich kann mich nicht erinnern, dass P5 mit M. im Container war. Daran, dass wir mindestens zweimal gesprochen haben, schon. V4: Vorhalt: sie haben ausgesagt, dass Herr Wague in den Wochen vorher traurig war. Z3: Wague erzählte mir über Probleme in der Ehe. Er fühlte sich im Afrikadorf nicht wohl, Arbeit wurde ihm weggenommen weil er wenig schlief. V4: Hat er Alkohol getrunken? Z3: An diesem Abend war ich an der Bar. Er wollte Bier, ich gab ihm nichts. Über Drogen weiß ich nichts. V4: Vorhalt: ?Wague hielt sich an den Scheibenwischern fest. Wague schlug auf die Scheibe. M. wollte zurückschieben, Wague nahm ein Einkaufswegerl und fuhr damit hinter das Auto?. Z3: Wague schob das Wagerl auf das Auto. V4: Vorhalt: ?Er wurde immer aggressiver, begann das Auto zu zerkratzen?. Z3: Ich weiß nicht mehr. V4: Vorhalt: ?Er riss die Türschnalle vom Alpha, Wague stürzte, die Polizisten kamen?. Z3: Er dürfte sich an den Unterschenkeln verletzt haben. V4: ?Wague wurde aggressiv? ? was meinen sie damit? Z3: Am Anfang war er nicht aggressiv, erst 5 ? 10 Minuten später. R: Herr V4, das haben wir schon M. gefragt. Z3, bleiben sie bei ihrer Aussage? Z3: Ja. V4: Was meinten sie mit ?toben?? Sie sagten, dass sich die Polizistin für die Kollegen entschuldigt. Z3: An das kann ich mich nicht erinnern. Das ist jetzt 2 Jahre her. R: Kann sich das auf Z2 beziehen? Z3: Ja, jetzt kann ich mich erinnern. P5 entschuldigte sich bei ihm. V5: M. sagte aus, dass Wague Drohungen ausgesprochen hatte, dass er Todesangst hatte. R: Das hatten wir schon. V5: Die Versuche von Wague waren, dass er in s Auto kommt? Z3: Ja. V5: Heute sagen sie, dass sie sicht auf Kopf und Schulter hatten. Heute sagen sie wo Dr. K. war. Z3: Ich sah Dr. K. stehend. A: Sie sagten bei der Aussage, dass sie Wague kein Bier gaben weil er kein Geld hatte. Z3: Das kann auch der Grund gewesen sein. Er war nicht unbedingt alkoholisiert. D: Sie sagten, dass M. im Schritttempo fuhr und dass die Schnalle bei Schritttempo abriss. Z3: Beim Losfahren hängte sich Herr Wague an. D: Stürzte Wague auf die Strasse? Z3: Wir waren bei der Ausfahrt zum Heumarkt.. D: Sie sahen Blut? Z3: Ja, auf den Unterschenkeln. Pause (11 Uhr) Vernehmung von Z4 - Mag. M. - er hat das Video zur Amtshandlung aufgenommen R: Wie wurden sie auf den Vorfall aufmerksam? Z4: Ich arbeitete noch, das Fenster war offen, es war eine heiße Nacht. Ich wurde durch Rufe aufmerksam, sah beim Aufgang zum Stadtpark einen Mann liegen. Zuerst glaubte ich an einen Unfall. Er lag dort, sprang plötzlich auf, ich bin mir nicht sicher ob schon Polizisten da waren. Er machte einen leicht verwirrten Eindruck. Die Polizisten standen dann im Halbkreis um ihn. Eine Rettung kam dazu, der Mann wurde zu der Rettung gebracht. Irgendwann kam ich auf die Idee zu filmen, ich weiß nicht mehr warum. Vielleicht die Erinnerung an Rodney King. Irgendwie war der Film kaputt, ich tauschte ihn aus, das dauerte ein paar Minuten. Draußen wurde es lauter, ich sah, wie der Mann von ein paar Polizisten niedergerungen wurde. Dann funktionierte die Kamera wieder, ich filmte das ganze. R: Der erste Film ist kaputt, es wurde versucht ihn zu rekonstruieren, das funktionierte nicht. Sie sahen wie Wague in den Rettungswagen kam, war das freiwillig? Z4: Es kam mir ruhig vor, ich sah nur den vorderen Teil der Rettung, nicht genau. R: Das Austauschen des Filmes war zwischen dem Bringen in den Rettungswagen und dem Niederringen? Z4: Ich sah ein Getümmel, hörte laute Stimmen, sah aus dem Fenster und filmte dann. R: Was beobachteten sie beim Niederringen? Z4: Es kam mir grob und brutal vor. Es war aber weit, das Video ist gezoomt. Ich wohne im oberen Geschoss in der Reisnerstrasse. Die akustische Sache ?pass auf? hörte ich. R: Hörten sie was wie ?du Sau?? Z4: Nein, ?pass auf?. R: Vorhalt aus dem Akt: ?ich versuchte den Defekt zu beheben, dann kam der Ruf und ich wurde aufmerksam?. Z4: Ja. R: Ca. 1 ? 3 Minuten sagten sie. Was machten sie zwischen dem Niederringen und dem Filmen? Z4: Ich versuchte die Kamera einzuschalten. R: Vorhalt aus dem Akt: ?erst als ich zwei Tage später vom Tod eines Schwarzafrikaners erfuhr kam ich auf das Video zurück. Ein Redakteur des Falter kam zu mir?. Sie haben das Video abgelegt? Z4: Ich habe nicht mitbekommen was passiert. R: Sie haben den Falter kontaktiert? Z4: Herr Klenk war im Haus. Jemand sagte, ?der hat gefilmt?. So kam er zu mir. A: Sie sagten, dass Wague niedergerungen wurde, wie nahmen sie ihn wahr? Z4: Das weiß ich nicht mehr. V4: Vorhalt aus dem Akt: ?Wague machte von Anfang an einen verwirrten Eindruck?. Z4: Weil er vorher lag und nachher aufhüpfte. Das erschien mir irrational. Ich hatte den Eindruck, er ist kein gut orientierten Mann. Beim Ausziehen nahm ich an, dass er von Polizisten aufgefordert wurde. Vernehmung von Z5 - Anrainerin am Heumarkt R: Was beobachteten sie? Z5: Ich war schon im Bett, es war nach Mitternacht. Hörte, dass zwei Personen hintereinander her liefen. Vorher schon gab es Streit, dann Stöhnen und einer lief hin. Es gibt öfter Ruhestörungen beim Stadtpark, ich wartete kurz, dachte ich muss wieder die Polizei rufen. Dann hörte ich die Polizei und sah aus dem Fenster. Ich sah einen Afrikaner, zwei Polizisten. Der Mann sah gesund aus, ich legte mich wieder nieder. Wague bewegte sich komisch, er sah aus als ob er seinen Kreislauf wieder in Gang bringen wollte. R: Wann hatten sie die Assoziation mit dem Kreislauf? Z5: Ich hörte ein Stöhnen, wie wenn einer Niedergeschlagen wird, deshalb. Ich ging dann ins Bett. Einige Leute hatten sich schon versammelt, Polizei, Rettung. Im Bett hörte ich Stimmen, ein Polizist schrie ?du Sau? mehrmals, die Stimmen wurden lauter. R: Welche Stimmen hörten sie? Z5: Ich nahm an die Stimmte von Herrn Wague, wegen der Sprache. R: Was schrie er? Z5: Einen kurzen kehligen Laut, ich habs nicht verstanden. R: Gingen sie zum Fenster? Z5: Ich blieb im Bett. Es war leise, die Rettung fuhr weg. V4: Vorhalt zur Aussage, dass er vermutlich in der Muttersprache schrie. ?Ich hörte eine Mischung aus deutsch und englisch?. Z5: Das war vorher. Ich hörte auch das Wort ?Peace?. Vernehmung Z6 - Sicherheitswachebeamter - kam mit dem Streifenwagen Anton 1[/h3) R: Wenn sie sich durch wahrheitsgetreue Aussagen belasten können sie sich entschlagen. Z6: Ich sage aus. Wir wurden über einen Funkspruch vom Parkring angefordert wegen der Fußfessel. R: Wie fuhren sie hin? Z6: Ich sah im Fach nach ob die Fußfessel da waren. Wir fuhren mit Blaulicht hin über die Johannesgasse zum Heumarkt. Es war wenig Verkehr. Ich war Beifahrer, wir fuhren einsatzmäßig mehr als 50 km/h. Wir stiegen aus, P1 sagte, dass es sich um eine Psychose handelt. Mein Kollege ging zum Auto, fand des Schlüssel nicht. Ich lief hin, die Sperre bei den Fußfesseln machte ich auf, das Funkgerät drückte ich Dr. K. in die Hand. Das ganze ging sehr schnell, einsatzmäßig. R: Sie kannten P1? Z6: P1 fixierte knieend am Boden. R: Wo kniete er? Z6: Ich nehme an am Asphalt. R: Wo berührte er Herrn Wague? Z6: Ich sagte zu P1: ?servas, wos brauchst?? Wer wo fixiert hat weiß ich nicht mehr. Die Fußfesseln waren im Auto. R: Soll jeder Wagen Fußfessel haben? Z6: Das weiß ich nicht. R: Fußfessel sind als letztes Mittel zu verwenden laut Vorschrift. Wer leitete die Amtshandlung? Z6: P1 war ausführendes Organ. Die Fußfessel blockierten ein wenig, deshalb habe ich herumhantiert. R: Hatten sie Angst vor Verletzungen, schlug Wague herum? Z6: Bei Psychose kann das sein. Ob es eine Gegenwehr gegeben hat weiß ich nicht mehr. R: War das Bein vielleicht schon schlaff? Wie schauen Fußfessel aus? Z6: Wie Handschellen, nur größer. R: Die Beine waren in V-Stellung, sie haben die Fessel mit S1 angelegt. Z6: Das weiß ich nicht mehr. D: Wie groß ist der Abstand der Eisenringe? Z6: Nicht weit. R: Anweisung: Hand- und Fußfessel sollen beigebracht werden. D: Wie legen sie Fußfessel an? Z6: Es war das erste Mal, es ging so schnell, ich weiß nicht mehr. STA: Wir das Anlegen von Fußfesseln geübt? Z6: Nein, Handfessel schon, Fußfessel nicht. STA: Wie war der Verkehr? Z6: Wir fuhren in einem durch. STA: Sie sagten, dass P1 an der rechten Schulter war aber nicht wie er fixierte. Z6: Nein. P1 war der erste den ich sah und den ich kannte. STA: Wie lange brauchten sie für das Anlegen der Fußfessel? Z6: Zuerst gab es Probleme mit dem Aufsperren, dann gleich das Anlegen. A: S1 sagte beim BIA: ?es kam ein Polizist mit Fußfesseln, tat herum?, was war das? Z6: Wahrscheinlich das Öffnen der Fessel. A: Nahmen sie Gespräche, Schreie, Bewegungen von Wague wahr? Z6: Es war ein hin und her, heans, des is zweieinhalb Jahr her. A: Wie war die Wahrnehmung von Wague, haben sie die Füße bewegt? Z6: Sie wurden ja fixiert. A: Wer hat sie fixiert. V1: Wo befand sich der Notarzt? Z6: Rechts vom Mercedes. Im Kopfbereich. V1: Wieso gaben sie das Funkgerät einem Notarzt und nicht einem Kollegen. Z6: Ich lief zurück zum Wagen, Dr. K. stand da, deshalb gab ich es ihm. V1: Kann man sagen, dass sie keinen Handlungsbedarf für Dr. K. sahen? Z6: Er stand einfach da, deshalb. V1: Blieben die Füße beim Anlegen der Fußfessel hoch? Z6: Das weiß ich nicht mehr. V4: Ich habe gerade Fußfessel bestellt. Wenn Z6 bleiben kann kann er das dann demonstrieren. V5: Beim BIA sagten sie: ?P1 sagte, dass ich ...? Z6: Wenn ich das beim BIA gesagt habe stimmt das. V1: Waren sie beim Tragen auf die Bahre dabei? Z6: Ja, ich nahm die Füße. R: Ich frage alle Beteiligten über Wahrnehmungen zum Anlegen der Fußfessel. Wenig Wahrnehmung bei allen. S3: Ob der Fuß schlaff war weiß ich nicht mehr. Diskussion um das Anlegen der Fußfessel. Alle werden gefragt ob sie schon Fußfessel angelegt haben. Alle Polizisten verneinen. [h3]Vernehmung von Z7 - Sicherheitswachebeamter - Fahrer des Streifenwagens Anton 1 R: Sie waren im Einsatzfahrzeug mit Z6. Sie kamen wegen Anforderung von Fußfesseln? Z7: Wir standen am Parkring, Höhe Marriott. Ich war der Fahrer, wir fuhren direkt einsatzmäßig zum Stadtpark, das Blaulicht war eingeschaltet. Ob das Folgetonhorn eingeschalten war weiß ich nicht mehr. R: Wie war die Geschwindigkeit? Z7: Mit Blaulicht waren wir schneller unterwegs. R: Fuhren sie in einem durch? Z7: Das weiß ich nicht mehr. R: Was sahen sie? Z7: Wir parkten ein, es ging um Fußfessel, meine Aussage beim BIA ist besser. R: Damals sagten sie, dass sie den Eindruck hatten, dass Wague sich beruhigte. Z7: Ich stieg glaube ich mt Z6 aus. R: Sie sagten, er wehrte sich nicht mehr heftig. Sahen sie das oder hörten sie das? Sahen sie Bewegungen von Wague? Z7: Das kann ich nicht mehr sagen. Ich weiß auch nicht wie er fixiert wurde. Ich hörte auch nicht ob jemand was wegen Pulsmessung sagte. Meine Aussage beim BIA war so wie es war. A: Beim BIA sagten sie: ?wir trafen ca. 2 Minuten nach dem Funkspruch ein?. Z7: Das wird schon stimmen. V1: Über das Anlegen der Fußfessel haben sie keine Wahrnehmung? Z7: Der Kollege Z6 war schneller, ich nahm Dr. K. das Funkgerät ab da ich sah wie Z6 ihn das gab. Ich nahm an, dass die Fußfessel schon angelegt waren. Zwischen 5 ? 8 Metern stand Dr. K. R: Wie weit schätzen sie den Abstand zwischen den Bänken hier? Z7: Ca. 7 Meter. V1: Beim BIA sagten sie was von 4 Metern. Blieb der Notarzt auf seinem Standpunkt? Z7: Ich nehme an er blieb. Vernehmung Z8 - Sicherheitswachebeamtin - kam im Streifenwagen Anton 2 R: Sie hörten den Funkspruch von P5? Z8: Den Funkspruch nicht, da er auf einem anderen Funkkanal lief. Ein Fahrzeug mit Fußfessel wurde angefordert. Nach dem Funkspruch fuhren wir mit Blaulicht hin da wir Fußfessel im Auto hatten. Wir sind einsatzmäßig gefahren. R: Wie lange ungefähr? Z8: Ca. 2 Minuten. R: Man sieht sie im Video, was fiel ihnen auf? Z8: Es waren mehrer Polizisten und Sanitäter, eine Person wurde am Boden fixiert, ich sah den Beinbereich. R: Sie standen dem Video im Weg, können natürlich nichts dafür. Haben sie beobachtet wie Z6 die Fußfessel angelegt hat? Z8: Nein. R: Beim BIA sagten sie, dass wenn die Kraft nicht reicht mit den Füssen fixiert wird. Z8: Wenn man eine tobende Psychose erlebt kann es gerade als Frau zu schweren Verletzungen kommen. Ich nahm aber keine Gegenwehr von Wague wahr. V1: Beim BIA sagten sie, dass P5 die Fußfesseln angefordert hat, kann es auch wer anderer gewesen sein? Z8: Nein, das passt schon. Vernehmung Z9 - Sicherheitswachebeamter - Hundeführer im Wagen Tasso 5 R: Wieso kamen sie zum Einsatz? Z9: Über Funkt kam eine tobende Psychose am Stadtpark. R: Als sie eintrafen, was für ein Bild war da? Z9: Da waren zahlreiche Einsatzkräfte, Rettung. Herr Wague war auf einer Bahre im Rettungsauto. Als ich aus dem Auto ausstieg sah ich Wague, ob auf dem Boden oder auf der Bahre weiß ich nicht mehr. Die Fußfessel werden gebracht nach Anforderung der Verteidiger der Angeklagten. Z6 demonstriert die Handhabung. Die Fessel werden aber nicht zum Akt beigefügt, da die Fessel gebraucht werden. R: Das Anlegen funktioniert so: nach dem Öffnen wird der Schlüssel abgezogen und an den Fuß angepasst. Um zu verhindern, dass sie zu fest werden befindet sich auf den Fesseln ein Arretierungsknopf. Bei den Handfesseln ebenso, aber nicht mit Arretierungsknopf sondern ein Schlüssel mit Stift. R. demonstriert das Anlegen mit der Frage, ob das Bein beim Anlegen bewegt sein muß. Ein Sachverständiger konnte noch nicht erreicht werden. V5: Bei der Feuerwehr wurde ein Versucht mit einem Alpha Romeo durchgeführt. Ca. 120 ? 129 kp (?) sind nötig um einen Türgriff rauszureißen. Ich stelle den Beweisantrag zum Beweis dafür, dass dafür nahezu unmenschliche Kräfte nötig sind. R: Das Videoband wird nicht in den Akt aufgenommen da es von privat aufgenommen wurde. Sie haben schon den Beweisantrag zurückgezogen. Soll das revidiert werden? V5: Ich beantrage als Zeugen den Brandmeister. R: Abweisung, da er kein gerichtlich beeideter Sachverständiger ist. Ende ca. 12.45 Uhr Am Mittwoch, 2.11., werden Zeugen zum Ausbildungsstand von Arzt und Sanitätern Stellung nehmen. Es soll auch am Mittwoch zwischen 12 und 13 Uhr Schluss sein. ================================================ 02 Donnerstag3.11./Seibane-Prozess geht in Endphase Von: August Faschang ================================================ Liebe Leute! 1) Donnerstag 3.11./Vorankündigung Speakerscorner 10.11.:Seibane-Prozess und Konsequenzen 2) Seibane-Prozess - Fortsetzung & Veranstaltung dazu am 4.11. ++++++++++++1) DONNERSTAG 3.11./VORANKÜNDIGUNG:SPEAKERSCORNER 10.11.: SEIBANE-PROZESS UND KONSEQUENZEN Da mensch sich Prozesstermine nicht aussuchen kann und diese Woche auch noch einschließlich Donnerstag und Freitag mehrere Speakerscornermenschen in der Prozessbeobachtung im Seibane-Verfahren aktiv sind, wird es an diesem Donnerstag keinen Speakerscorner geben, da unser aller Ressourcen begrenzt sind. Sehrwohl gibt es aber von 20Uhr-20Uhr15 eine MAHNWACHE gegen SCHWARZORANGE in Österreich und ORANGEROT in Kärnten am Ballhausplatz vor dem Bundeskanzleramt. Und danach sind wieder alle Teilnehmerinnen zu Erholung, Diskurs usw. im Stammlokal in der Neustiftgasse willkommen! Voraussichtlich wird es am 10.11. dann einen Speakerscorner zum Seibane-Prozess und die daraus zu ziehenden Konsequenzen geben, voraussichtlich mit Werner Rotter (Menschenrechtskomitee Seibane), Sidy M. Wane (gale) u.a. - Bitte den Termin gleich vormerken!!! Und wie jeden Donnerstag gibt es schon ab 17Uhr die WIDERSTANDSLESUNG (Ecke Ballhausplatz/Heldenplatz). +++++++++++2) SEIBANE-PROZESS - FORTSETZUNG UND VERANSTALTUNG DAZU AM 4.11./MANIPULATIONSVERSUCHE AUS POLIZEIKREISEN -----Seit 28.10.2005 wird nach langen Verzögerungen endlich der öffentliche PROZESS gegen zehn Personen (PolizistInnen, SanitäterInnen, Notarzt) fortgesetzt, die am 15. Juli 2003 den mauretanischen Staatsbürger Seibane Wague in Bauchlage fixierten und sich auf ihn stellten, sodaß er leblos ins Krankenhaus transportiert werden mußte, wo nur noch der Tod festgestellt werden konnte. --A) Skandale um Manipulationsversuche aus Polizeikreisen --B) Geplantes Programm für die 2 letzten Prozeßtage --C) AM FREITAG 04 NOVEMBER AB 19 Uhr Veranstaltung zum Prozess im AMERLINGHAUS Stiftgasse 8 A-1070 Wien --A) Skandale um Manipulationsversuche aus Polizeikreisen 1. Am ersten Prozesstag schon kam es zu einem Eklat, weil durch einen "Versprecher" eines Polizisten ans Licht kam, dass sich wenige Tage vor dem Prozessbeginn viele Polizisten zu einer Besprechung trafen, bei dem sie sich gemeinsam auf den Prozess "vorbereiteten" - dass dabei die Aussagen beim Prozess abgesprochen wurden, kann aufgrund der Aussagen als höchstwahrscheinlich angenommen werden, die über die Besprechung gemacht wurden, nachdem sie nicht mehr verheimlicht werden konnte. 2. Ein Zeuge hat heute (2.11.) während der Verhandlung den Richter angerufen, dass er morgen nicht aussagen wolle, weil er von einem Polizisten bedroht worden sei... Er muss morgen trotzdem kommen, der Richter hat den Saalschutz angewiesen, speziell für seine Sicherheit zu sorgen. Der Polizist, der ihn bedroht haben soll, ist morgen auch vorgeladen. Ein reger Besuch der Prozesstage könnte dazu beitragen, dass vielleicht trotz offensichtlicher Obstruktion aus Polizeikreisen und trotz politischen Drucks ein halbwegs faires Verfahren durchgezogen wird. (Ex-Innenminister Strasser hatte ja von vornherein immer behauptet, es habe sich um eine korrekte Amtshandlung gehandelt.) --B) Geplantes Programm für die 2 letzten Prozeßtage, Beginn jeweils 9Uhr im großen Schwurgerichtssaal (Erdgeschoss), Landesgericht für Strafsachen, Wickenburggasse 22, 1080 Wien (Ausweis (Führerschein etc.) wird von Besucherinnen verlangt): Donnerstag 3.11.: 1.Ab 9Uhr: 3 Zeugeneinvernahmen - jene Wachzimmerkommandanten und Polizeiausbildner (für "angemessenen Einsatz von Körperkraft"), die beim ersten Termin verhindert waren. 2.Zeuge, der nicht kommen wollte, weil er nach eigenen Angaben von einem Polizisten unter Druck gesetzt wurde/Polizist der ihn bedroht haben soll. 3. Sachverständige/GutachterInnen Freitag 4.11.: 1.Schlussplädoyers von VerteidigerInnen, Staatsanwältin, Nadja Lorenz (Nebenklägerin, Vertreterin der Witwe Seibanes, Menschenrechtsanwältin, Vorsitzende von SOS Mitmensch) - Reihenfolge unbekannt. 2.Urteilsverkündung. --C) AM FREITAG 04 NOVEMBER AB 19 Uhr Im AMERLINGHAUS Stiftgasse 8 A-1070 Wien dubV ((NACHT)) -Matratzen Instalation, Westafrikanische TeemacherInnen (von Gudrun und Sidy) -Die Verhandlung und das Urteil vom 1. Wiener Leser Theater -Verschiedene akustische Auftritte:(Topoke von Tresmonos)(Aisha-Sangerin)(Mame Birane von Kambis culture)(Gernot Fischer) -Sidy "Augenblick Fernreise" Erzählung (Christof Schwarz und Freunde)(Cultures-Unit)(Chibo Onyeji -Poems) ================================================ 03 operation spring, virno-lesekreis, abos, kapitalismus reloaded Von: redaktion grundrisse ================================================ liebe leserInnen, liebe interessierte, 1999 führte die groesste polizeiaktion der 2. republik zu hunderten verhaftungen und letztlich zu 140 meist langjährigen haftstrafen für die "mitglieder der nigerianischen drogenmafia". der dokumentarfilm "operation spring" zeigt falsche zeugenaussagen, unbrauchbares überwachungsmaterial, vermummte zeugen, eingeschüchterte schöffInnen, ... wir denken, dass es wichtig ist, auf die zuständigen stellen druck auszuüben und nicht zuletzt die existenz des filmes einer breiten öffentlichkeit bekannt zu machen und rufen euch deshalb auf, das protestinserat von sos-mitmensch zu unterstützen. hier der aufruf: Operation Spring Protestinserat Mit dem Inserat in einer Österreichischen Tageszeitung wollen wir uns an das Justizministerium richten. Es muss endlich gehandelt werden. Dafür bitten wir dringend um Ihre Mithilfe. Der Dokumentarfilm "Operation Spring" hat viele empört. Er hinterlässt den Eindruck, dass die Angeklagten der umstrittenen Polizeiaktion keine Chance auf ein faires Verfahren hatten. Falsche Zeugenaussagen, verschwommenes Überwachungsmaterial und falsche Übersetzungen haben zum Teil zu drakonischen Strafen geführt. Doch das Justizminsterium will nicht handeln und systematisch überprüfen, welche Rolle die fragwürdigen Beweise in allen Verfahren gespielt haben. Das wäre aber notwendig, um zumindest jene Prozesse neu aufzurollen, bei denen die Angelagten keine faire Chance auf Verteidigung hatten. Inserat mit Aufruf Mit dem angefügten Aufruf als Inserat in einer Österreichischen Tageszeitung wollen wir uns an das Justizministerium richten. Es muss endlich gehandelt werden. Dafür bitten wir dringend um Ihre Mithilfe. Bitte sagen Sie uns ehestmöglich Ihre Mitwirkung mit 30 Euro an der Kostendeckung des Inserats zu. Sie ermöglichen damit eine gute Platzierung des Appells und werden auf Wunsch als UnterstützerIn genannt. So funktionierts Das brauchen wir von Ihnen: Senden Sie uns ein Mail an mailto:operationspring at sosmitmensch.at in dem sie uns mitteilen, * mit welchem Namen Sie oder Ihre Organisation als UnterstützerIn genannt werden soll. Aus organisatorischen Gründen können wir keine Titel, Funktionen, Berufbezeichnungen oder ähnliches angeben (Wenn Sie anonym bleiben wollen, teilen sie uns das bitte ebenfalls mit.) * wenn Sie eine Bestätigung für den Druckkostenbeitrag brauchen, ihre Postanschrift. Wir informieren Sie dann bei Zustandekommen der Schaltung über die Modalitäten der Einzahlung. (Wie immer bitten wir um Verständnis, dass wir zur Unterstreichung des strikt überparteilichen Charakters der Initiative auf die Unterstützung von wahlwerbenden Gruppen und deren bekannten VertreterInnen verzichten wollen.) Der Aufruf Für das Menschrecht auf ein faires Verfahren! Das Bundesministerium für Justiz muss handeln. Nach der umstrittenen Polizeiaktion "Operation Spring" des Jahres 1999 haben österreichische Gerichte insgesamt 140 Verfahren gegen Afrikaner durchgeführt. Ein Dokumentarfilm hat nun Justiz-Fehler öffentlich gemacht, die bislang nur wenig bekannt waren. Aufgrund fragwürdiger Beweise wurden zum Teil drakonische Strafen verhängt: Unrichtige Übersetzungen, verschwommenes Überwachungsmaterial, Falschaussagen eines anonymen Hauptbelastungszeugen und mehr. Das Bundesministerium für Justiz räumt Fehler ein, wurde aber bislang nicht tätig. Deshalb fordern wir nun: Das Justizministerium muss die Auswirkung der zweifelhaften Beweismittel auf alle Verurteilungen in Bezug auf Schuldspruch und Strafausmaß überprüfen. Wo sie Einfluss auf das Urteil hatten, müssen die Verfahren neu aufgerollt werden. Es geht um das Recht auf ein faires Verfahren für alle Angeklagten! ---------------------------- -------------------- Der Lesekreis zu Paolo Virnos "Grammatik der Multitude" ist angelaufen. Aktuelle Infos nebst eines Grußwortes von Paolo Virno gibt´s auf dem Wiki von keineuni: http://not.priv.at/keineuni/Paolo_Virno ----------------------------- --------------------- Abos sind unser Rückgrad. Seid auch ihr dabei? Seid auch ihr dabei! Und Weihnachten naht und überhaupt: http://www.unet.univie.ac.at/~a9709070/abo.htm ------------------------------ -------------------- Der Großteil der grundrisse-Redaktion ist von 11.-13.11. beim kapitalismus-reloaded kongress. Seid auch ihr dabei ... http://www.kapitalismus-reloaded.de/ Auf eine Inseratsunterschrift, ein Lesekreiswiedersehen, ein, zwei, viele Abos und ein Wiedersehen in Berlin freut sich die grundrisse-redaktion -- ================================================ ANKÜNDIGUNGEN, TERMINE, MELDUNGEN ================================================ ================================================ 04 Paris/Allerheiligen/Film: Der 4. Weltkrieg Von: AL-Antifaschistische Linke ================================================ AL Newsletter 155 ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ 1. Straßenschlachten in Paris, von V. Stimpfl, Paris 2. Allerheiligen und Allerseelen ... Das schwarze Kreuz 3. Rotes Kino: Der vierte Weltkrieg ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ 1. Straßenschlachten in Paris Nach dem Tod zweier Jugendlicher auf der Flucht vor der Polizei im ArbeiterInnen- und MigrantenInnenviertel Clichy-sous-Bois, einem Vorort der französischen Hauptstadt, und den darauf folgenden Aufständen gegen die Staatsgewalt drängen sich einige dringliche Fragen auf. Das Innenministerium der konservativen französischen Regierung antwortet auf eine ihm eigene Art. Wie starben Ziad und Banou? Die Untersuchungen der Ereignisse, die zum Tod von Ziad und Banou und den lebensgefährlichen Verletzungen eines dritten Jungen geführt haben, sind voller Widersprüche und zeigen deutlich, wie sich Polizei und Regierung ihrer Verantwortung entledigen wollen. Aus mehreren Aussagen geht hervor, dass die drei Jugendlichen migrantischer Herkunft zusammen mit sechs weiteren am Donnerstag, dem 27. Oktober, gegen Abend von einem Fußballspiel kommend, von Beamten angehalten wurden. Wie so oft in den letzten Monaten, sollte eine Kontrolle der Identität und (vor allem) der Aufenthaltsgenehmigung durchgeführt werden. Doch an diesem Tag ergriffen vier von ihnen die Flucht. Ob dies aus Angst vor Repression, vor Abschiebung oder aus einem spontanen Protest gegen eine seit langem herrschende rassistische Politik und diskriminierenden Vorgehensweise der Polizeikräfte geschah, ist weniger von Bedeutung als die Tatsache, dass diese Flucht das gestörte Verhältnis der BewohnerInnen der Pariser Vorstadt zur Ordnungsmacht eindringlicher offenbart als alles andere. Ab dem Zeitpunkt der Flucht gehen die Aussagen von Polizei und ZeugInnen in die entgegengesetzte Richtung: Die Polizeibeamten erklären, sie hätten die Verfolgung der flüchtenden Gruppe nicht aufgenommen - wohl ein eher seltenes Ereignis, es handelt sich immerhin um vier Personen, die sich der Staatsgewalt entziehen wollen. Demgegenüber wird Sofiane, einer der Flüchtenden später aussagen, er hätte aus einem Versteck beobachtet, dass die drei Kameraden bis zum Gelände der Stromgesellschaft verfolgt worden wären, wo sich ein Stromwandler als ein fataler und letztlich tödlicher Zufluchtsort erwiesen hatte. Die beiden Polizisten machten sich dabei zumindest der unterlassenen Hilfeleistung schuldig, da sie offenbar nicht daran gedacht hatten, die Stromgesellschaft vom Aufenthalt dreier Personen in der Todeszone zu informieren. Vom Unfall zum Straßenkampf Das Ereignis in Clichy-sous-Bois wäre unter anderen Umständen als tragischer, aber nicht weiter Aufsehen erregender, Unfall in die französische Chronik eingegangen. Doch die Umstände waren und sind nicht anders, sondern symptomatisch für die repressive und rassistische Innenpolitik der französischen Regierung, vertreten durch Minister Nicolas Sarkozy. Noch am selben Abend begannen die Ausschreitungen, die sich bisher über fünf Tage mehr oder weniger heftig erstreckten und sich gegen alles wandten, das eine Uniform trägt und somit für die Staatsgewalt steht (neben der Polizei stellt in den Augen vieler Jugendlicher auch die Feuerwehr eine Repräsentation des Staates dar). Die Bilder der 28.000 EinwohnerInnen zählenden Stadt im Osten der Region Paris erinnerten am Donnerstag und Freitag an Straßenkämpfe in Südamerika. Brennende Autos und Mülleimer versperrten barrikadenartig die Straßen, Molotowcocktails hatten die Fassaden von Polizeipräfekturen und das Rathaus als Zielscheibe. Hunderte aufgebrachte Jungendliche standen hunderten bis zu den Zähnen bewaffneten PolizeibeamtInnen gegenüber. Pflastersteine auf der einen, Tränengasgranaten und Gummigeschosse auf der anderen Seite. Die Unzufriedenheit der Bevölkerung, die sich seit Jahren an massiver Arbeitslosigkeit, übelsten Wohnverhältnissen, Diskriminierung und polizeilicher Gewalt genährt hatte, hat im Tod der beiden Jugendlichen den Zünder zur Detonation gefunden. Warum in Clichy? Der Hinweis ist nur allzu deutlich. Am Vorort Clichy-sous-Bois lassen sich die Folgen einer asozialen Politik viel unmissverständlicher ablesen als in den noblen Arrondissements (= Bezirken) im Zentrum der Metropole: ein Viertel der Bevölkerung ist arbeitslos, von den Beschäftigten sind 71% ArbeiterInnen und Angestellte, 17% davon haben keine fixe Anstellung. Die verschiedenen ethnischen Gruppen der ImmigrantInnen werden immer mehr von Paris in die nördlichen und östlichen Vorstädte abgedrängt, wo die Wohnungen zwar etwas billiger aber miserabel sind und MigrantInnen einen beträchtlichen Teil der Bevölkerung stellen. Dementsprechend gibt es in breiteren Teilen der Bevölkerung durchaus Verständnis für die jetzige Explosion. Seit dem Antritt der Regierung Villepin-Sarkozy und dem Vorsatz des Innenministers, die Anzahl der Abschiebungen "illegaler" ImmigrantInnen bis Jahresende auf 24.000 anzuheben, sind besonders in diesen Regionen Razzien an der Tagesordnung. Mit Blick auf die Präsidentschaftswahlen von 2007 und die WählerInnen des ultrarechten Front National von Jean-Marie Le Pen, macht Sarkozy aus seiner Xenophobie keinen Hehl, wenn er davon spricht, den "Kärcher aufzuräumen" und die Jugendlichen der Vorstädte eine "racaille" (Gesindel, Pack) schimpft, während seine Regierung die Mittel der Schulen und öffentlichen Einrichtungen immer mehr beschneidet. Vor diesem Hintergrund und dieser feindseligen Atmosphäre sind die Ausschreitungen zu beurteilen, die am Samstag durch einen Schweigemarsch unterbrochen wurden, um am Sonntag und Montag wieder aufzuflammen. Nach dem Besuch des Innenministers am Montag, der den Dank an die Polizeikräfte für die Niederschlagung der Unruhen zum Zweck hatte, was zweifellos als zynische Provokation aufzufassen ist, brannten wieder die Autos. Vor allem die Verurteilung von zwei am Aufstand vom Freitag Beteiligten zu zwei Monaten Gefängnis im Schnellverfahren führte zur Weiterführung der Proteste und sogar zu ihrer Ausweitung auf benachbarte Gemeinden, in denen die soziale Lage ähnlich ist. Auch wenn abzusehen ist, dass sich die Situation in den nächsten Tagen nicht zuletzt auf Grund der Vermittlung durch die "älteren Brüder" der Jugendlichen entspannen wird, sollten die Ereignisse in Clichy-sous-Bois der Regierung eigentlich eine Lehre sein. Aussagen wie "zéro-tolérance" und das Versprechen, die lokalen Polizeikräfte sobald wie möglich mit mobilen Überwachungskameras auszustatten, sind allerdings eindeutige Reaktionen einer Regierung, die kein Interesse daran hat, die Lebenssituation der ArbeiterInnen- und MigrantInnen zu verbessern. Einer Regierung, die die Mittel für Bildung, Wohnung und Sozialleistungen vielmehr dem Kapital in den Rachen stopft (siehe dazu: Wenn Regierung und Kapital sich verbinden (MR 34/05). Das ist zweifellos eine Frage des Klientels, doch was, wenn sich beim nächsten Mal die großen Brüder und Schwestern mit den kleinen zusammen tun? Die weißen mit den schwarzen? Der Autor, Valentin Stimpfl, ist Aktivist der AL und lebt derzeit in Paris ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ 2. Allerheiligen und Allerseelen Übertreibung kann tödlich sein - Das Österreichische Schwarze Kreuz All jene unter uns, die hin und wieder auf einem Friedhof ihrer Verstorbenen gedenken, sind wohl schon mit SoldatInnen und/oder ZivilistInnen konfrontiert worden, die am Eingang stehen und für eine ganz bestimmte Organisation Geld sammeln: das ÖSK. Das "Österreichische Schwarze Kreuz" führt laut Selbstdefinition "zum Gedenken an die Opfer der Kriege ethisch und kulturell hochwertige Aufgaben im Sinne der Republik Österreich durch".(1) Wer weiß, was alles im Sinn dieser Republik ist, schöpft Verdacht und liegt richtig ... Zweifellos ist die Arbeit des ÖSK beeindruckend. Neben der großen Zahl an Kriegsgräbern allein in Österreich, die sich alle in bestem Zustand befinden, betreut es Kriegsgräber in allen Teilen Europas und im Nahen Osten, spürt vergessene und verfallene Gräberanlagen auf, organisiert deren Instandsetzung und veranstaltet Gedenkfeiern. Die Erfolgsbilanz des 86 Jahre alten ÖSK beruht zu einem Gutteil auf der freiwilligen und unentgeltlichen Arbeit zahlreicher idealistisch gesinnter Menschen, die zum einen von der tausende Jahre alten Ehrfurcht vor den Toten geleitet sind, zum anderen von dem Gedanken, mit der Pflege von Kriegsgräbern einen Beitrag zum Frieden zu leisten. Diesen Beitrag zum Frieden hebt das ÖSK in seinen Zeitungen immer wieder hervor: "Kriegsgräberanlagen sollen an die Gefallenen und Toten der Kriege erinnern, .... und für die Zukunft sollen sie auch Mahnmale für den Frieden darstellen." "Der Blick geht von diesen Gedenkstätten nicht nur zurück, sondern auch nach vorne. Die Erinnerung an die leidvolle Vergangenheit bedingt die Verpflichtung und zugleich Mahnung, dass sich die Ereignisse von damals nicht mehr wiederholen sollten."(2) In Anbetracht der 60-jährigen Abwesenheit von Krieg in Österreich und weiten Teilen Europas wähnt sich das ÖSK im Recht. Hinzu kommen gemeinsame Gedenkfeiern einst verfeindeter und nun befreundeter Staaten, die für das ÖSK ein Beweis für die Sinnhaftigkeit seiner Arbeit sind. Dazu noch einmal das ÖSK: "Über Gräber und Grenzen hinweg sind das Österreichische Schwarze Kreuz und seine Schwesterorganisation, der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge (...) die mit Abstand erfolgreichsten Organisationen auf vereinsrechtlicher Grundlage zur Völkerversöhnung und Friedenssicherung. Längst schon hat es sich erwiesen, dass sie durch ihre weltumspannende Arbeit auf moralischer und christlicher Grundlage, die - oft sehr einseitig und zweckorientiert agierenden - sogenannten Friedensbewegungen, im Erfolg weit hinter sich gelassen haben und zu verlässlichen Partnern offizieller, staatlicher Bemühungen geworden sind!"(3) Das bedeutet also aus der Sicht des ÖSK, das der Umstand, dass Österreich und Deutschland seit 60 Jahren keinen Krieg mehr geführt haben, auch auf der unermüdlichen, oben skizzierten Arbeit dieser beiden Organisationen beruht. Ferner ist es dem ÖSK zu verdanken, dass Österreich zu den in den beiden Weltkriegen verfeindeten Ländern nunmehr freundschaftliche Beziehungen unterhält. Ebenfalls auffällig ist der Seitenhieb auf die "sogenannten Friedensbewegungen", die ausschließlich "einseitig und zweckorientiert" agieren würden. Kein Wunder, dass die großteils links dominierte Friedensbewegung schlecht gemacht wird, beruht sie doch nicht auf "christlicher Grundlage" (Sprechen wir nicht davon, dass auf eben jener Grundlage viele Kriege der letzten hundert Jahre ausgetragen wurde). Um es kurz zu sagen, das Ganze ist Dummheit und Arroganz und spiegelt eine in der österreichischen Bevölkerung weit verbreitete Überzeugung wieder, dass "von uns" nichts Böses in die Welt getragen wird. Es negiert die Tatsache einer völlig veränderten politischen Lage, die mit den Interessen einzelner europäischer Staaten vor 50 oder gar vor 90 Jahren nichts zu tun hat. Was sich in den letzten Jahrzehnten und verstärkt mit dem Fall der stalinistischen Staaten in Europa ereignet, also die Bildung der EU bzw. ihres Vorläufers EG, ist vergleichbar mit dem Zusammenschluss aller deutschen Fürstentümer zum 2. deutschen Kaiserreich im Jahr 1871 mit dem Hintergedanken der Bündelung der militärischen und ökonomischen Kräfte. Die EU ist im Begriff, eine gesamteuropäische (die EU betreffend) Streitmacht aufzustellen, die in allen Teilen der Welt zum Einsatz kommen soll. Die Mitgliedsländer der EU verpflichten sich zu ständiger Aufrüstung. Gemeinsame Manöver verschiedener EU-Länder (einst verfeindet) werden verstärkt stattfinden. Vor diesem Hintergrund von Völkerversöhnung und Friedenssicherung zu sprechen, die laut ÖSK in Europa erreicht wurde, ist fatal und freut die Mächtigen in der EU aus Politik, Wirtschaft und Finanzwesen, können doch auf einer solchen gedanklichen Basis militärische Auslandseinsätze leicht als Frieden stiftende Missionen dargestellt werden. Die EU-Länder, die einander seit 60 Jahren nicht mehr bekämpften, haben in dieser Zeit den Nimbus friedliebender und hoch zivilisierter Staaten erfolgreich aufgebaut und die Überzeugung davon in der Bevölkerung verankert. Deshalb ist es dermaßen schwierig, klar zu machen, in welch großem Ausmaß EU-Länder an Kriegen, Hunger, Elend, Ausbeutung und Umweltzerstörung auf der ganzen Welt beteiligt sind. Das ÖSK hilft mit, dass es so bleibt und kann mit Recht von sich behaupten, "ein verlässlicher Partner offizieller, staatlicher Bemühungen geworden zu sein". Pflicht und Ehre? Diesen Bemühungen entspricht auch die Darstellung der Soldaten durch das ÖSK. Grundsätzlich ist jeder im Krieg gefallene Soldat ein Held. Gedenksteine mit Aufschriften wie: "Den Helden des 1. Weltkrieges" finden wir vom Bodensee bis zum Neusiedlersee. Das "Vaterland" mit der Waffe zu verteidigen oder für das "Vaterland" zu kämpfen (aus welchem Grund auch immer) gilt als Pflichterfüllung. Die Gefallenen haben "in opfervoller Weise ihr Leben gelassen"(4) und waren "treu bis in den Tod".(5) Bei so viel Anteilnahme können einem leicht die Tränen kommen, doch ist Sentimentalität hier nicht am Platz. Diese übersteigerte Wertschätzung Gefallener, die zugleich Überlebende herabsetzt, impliziert ein "Vaterlandsverständnis", in dem der Begriff Heimat zu einem unantastbaren, von unzähligen Geistlichen gesegneten Gut hochstilisiert wird. Da das nun für jedes Land gilt, existiert die kuriose Situation, dass es in Europa eine Vielzahl von Staaten gibt, für die zu sterben eine Ehre ist. Dieses Potential an Pflichtbewussten und bis in den Tod Treuen zu bündeln, ist Ziel der EU, das ÖSK ist dabei ein williger Helfer. Ungeniert formuliert es, dass Sterben im Krieg nicht sinnlos ist, denn die Toten sind "Teil jener Saat, aus der Frieden und Freiheit in einem gemeinsamen Europa erwächst!"(6) Hintergründe von Kriegen sind für das ÖSK kein Thema. Im Mittelpunkt der Berichterstattung steht die heldenhafte Leistung eines Regiments oder auch eines einzelnen Soldaten, der die Goldene Tapferkeitsmedaille erhielt. Deserteure, WiderstandskämpferInnen, in KZs umgekommene und bei Verhören zu Tode gefolterte sind kein Thema, diese Leute haben ihr "Vaterland" nicht verteidigt. Das ÖSK ist zu einer Reihe kritikloser, staatlich anerkannter Hilfsorganisationen zu zählen, deren Funktion darin liegt, Kriegen eine humane Note zu verleihen. Seine massive Hinwendung zu den im Krieg Gefallenen und deren Glorifizierung, fördert das ÖSK die Bereitschaft zum Dienst mit der Waffe und kann somit als Wegbereiter für Krieg bezeichnet werden. AL-Redaktion Steyr/Oberösterreich Fußnoten: 1 Zeitung des ÖSK, 120. Folge, Nr.1/2005 2 ebd. 3 ebd. 4 ebd. 5 ebd. 6 Zeitung des ÖSK, 119. Folge, Nr. 2/2004 7 Oberösterreich aktuell (ÖSK, Landesgeschäftsstelle OÖ), Ausgabe 2005 ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ 3. Rotes Kino, Vol. 16: Der Vierte Weltkrieg "ein radikaler Schrei aus den vordersten Fronten des Krieges gegen die Menschen" Naomi Klein, Autorin von 'No Logo!' Der Vierte Weltkrieg taucht das Publikum in die vordersten Fronten aktueller sozialer Konflikte in Mexiko, Argentinien, Israel/Palästina, Korea, Südafrika, Nordamerika und Europa ein. Millionen Obdachlose in Südafrika kämpfen für das Recht auf eine Unterkunft und gegen die Wasserprivatisierung. In Chiapas vertreiben Indigenas die Armee der mexikanischen Regierung, die ihr Land an den globalen Markt ausverkauft. Nach dem ökonomischen Zusammenbruch in Argentinien im Dezember 2001, sehen wir den Aufstand und den Versuch einer Bevölkerung, ein Leben jenseits von Staat und Markt zu organisieren. Nach einer drastischen Liberalisierung des Arbeitsmarktes in Süd- Korea 1997 gehen Millionen Arbeiter und Arbeiterinnen auf die Straße in einem der größten Streiks der jüngsten Geschichte. Massiver ziviler Ungehorsam gegen Wirtschafts- und Regierungsgipfel in Quebec und Genua lösen bürgerkriegsähnliche Zustände in den Metropolen der Industriestaaten aus. Hier kommen Menschen zu Wort, die sich weigern sich dem Terror zu beugen und die ihre Träume von einer gerechten Welt nicht durch Armeen, Angst oder Verzweiflung besetzen lassen. Ein Film, der mit inspirierenden Bildern und poetischen Worten über die weltweiten sozialen Bewegungen gegen Neoliberalismus erzählt. Er zeigt eine Welt, die zunehmend auf Gewalt und den sogenannten "Krieg gegen den Terror" angewiesen ist, um ihre Regierbarkeit aufrecht zu erhalten. Der Vierte Weltkrieg 2003, 74 min Regie: Cinerebelde Eintritt frei! (Die AL freut sich über Spenden) Großbildleinwand Montag, 07.11., 19.30 Uhr Amerlinghaus, Stiftgasse 8, 1070 Wien (U3 Neubaugasse, Ausgang Stiftgasse) Wir freuen uns auf euer Kommen! Eure AL-Antifaschistische Linke ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ AL-Antifaschistische Linke Gegen Rassismus, Sexismus, Sozialabbau! Für Solidarität und Sozialismus! mail: al at sozialismus.net web: www.sozialismus.at phon: ++43 (0) 699 817 15 915 post: AL c/o Amerlinghaus, Stiftgasse 8, A-1070 Wien ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ ================================================ ================================================ 05 Ankündigung Podiumsdiskussion: "polit. Kultur in Österreich " Von: Promedia ================================================ Bitte um Ankündigung: Podiumsdiskussion über das Buch: "Politische Kultur in Österreich 2000 - 2005" von Nikolaus Dimmel / Josef Schmee (Hg.) Es sprechen: Thomas Rothschild Trautl Brandstaller Josef Schmee (Hg.) Wo: Leseforum im Rathaus Wann: Am Donnerstag, den 17.11.2005 Um 14:15 Uhr ================================================ 06 w.a.s. - die donau - der katalog Von: ursprung ================================================ W.A.S. (Womyn´s Art Support) The Danube Streaming Show revisited: Der Bericht Katalogpräsentationog und multimediale Lesung Veronika Dreier, Doris Jauk-Hinz, Eva Ursprung Texte von: Doris Jauk-Hinz (A), Nucu Argesanu (RO), Zora del Buono (D), Flora Madritsch-Marin (RO/A), Ida Pfeiffer (A), sowie Daten und Fakten um die Donau. Videos: Doris Jauk-Hinz, Eva Ursprung, Sounds: Eva Ursprung Katalog: 196 Seiten, 21 x 27 cm, 4-farbig, zweisprachig (Deutsch/Englisch). Hrsg: Kunstverein W.A.S., email: was at mur.at, http://was.mur.at. tel.0699.12370352 Do 10. 11 um 20:00 Uhr Literaturhaus Graz, Elisabethstraße 30 Im Jahr 2000 startete der Kunstverein W.A.S. die Arbeit am Reise- Kunst- und Kommunikationsprojekt "The Danube Streaming Show". Die Reise konnte erst 2003 in die Tat umgesetzt werden. Verzögerungen gab es zuerst wegen der durch den Krieg zerstörten Brücken um Novi Sad, die jeden Schiffsverkehr blockierten, später auch wegen der Hochwasserkatastrophe. 2003 wurde ein Ausschnitt des gesammelten Bild- und Videomaterials in Graz (Kulturzentrum Minoriten) gezeigt, die gesamte audiovisuelle Produktion wurde 2004 im MuseumsQuartier Wien (Freiraum Transeuropa/PiroschkaREV) installiert. Gleichzeitig erfolgte die Aufarbeitung aller gesammelten Eindrücke, Analysen, Sammlung von Daten und Fakten um die Donau sowie kunsttheoretischen und literarischen Beiträgen von Autorinnen um das Thema. Nun liegt das Resultat vor:ein Katalolg mit 196 Seiten und Beiträgen von mehr als 64 KünstlerInnen und etwa 22 AutorInnen. Stationen der Reise: Bratislava - Budapest - Novi Sad - Beograd - Vidin - Russe - Sulina (Schwarzes Meer). der kunstverein W.A.S. (Womyn´s Art Support) ist ein zusammenschluß von künstlerinnen zur realisierung interkultureller und interdisziplinärer projekte und hat zum ziel, ein dichtes physisches und virtuelles netzwerk zu bilden und damit die position der künstlerinnen zu stärken. netzwerkartiges, kollektives zusammenarbeiten bildet die basis für die arbeits- und experimentierplattform und entspringt einem immatriellen, sich vom materialen werkcharakter abwendenden kunstbegriff. kunst ist prozeßhaft, sie interveniert in alltagsbereiche und stellt beziehungen her, sie ist kommunikativ. neue orte für kunst - sogenannte aktionsherde - zu definieren, zu finden und zu besetzen ist dabei die absicht. Wir danken dem Literaturhaus Graz, KulturKontakt Austria, Freiraum Transeuropa, Kulturamt der Stadt Graz, Land Steiermark, BKA Kunst, Österreichisches Kulturforum Budapest, Österreichisches Kulturforum Beograd, sowie allen beteiligten KünstlerInnen und AutorInnen. ================================================ ================================================ 07 Die abgeschaffte Mutter Von: Promedia ================================================ Der Promedia Verlag lädt zur Buchpräsentation im Rahmen der WienerBuchwoche:HILDE SCHMÖLZER: DIE ABGESCHAFFTE MUTTER DER MÄNNLICHE GEBÄRNEID UND SEINEFOLGEN Wann? Mittwoch, den 16.11.05 um 12:45 Uhr Wo? Literarisches Café im Wiener Rathaus Das Buch "Die abgeschaffte Mutter. Der männliche Gebärneidund seine Folgen ist eine patriarchatskritische Analyse der neuen Gen- und Reproduktions-Technologien,die einen neuen Prozess der Enteignung und Entmachtung, der Ausbeutung und Vermarktungdes weiblichen Körpers mit sich bringen. Hilde Schmölzer ist Mitglied bei den IG-AutorInnen. Mit ihren Büchernsetzt sie neue Akzente im Gender-Diskurs. Es freut sich auf Ihr Kommen Sarah Wiener für den Promedia Verlag Das Buch kann in jeder Buchhandlung oder direkt beim Verlag bestelltwerden: Hilde Schmölzer DIE ABGESCHAFFTE MUTTER Der männliche Gebärneid und seine Folgen ISBN 3-85371-241-X, br., 256 Seiten, 21,90 Euro, 37,20sFr. ================================================ ================================================ 08 Filmeinladung 4.11., 19.30 uhr Von: Lolligo - Kindercafé ================================================ 4. November, 19.30 Uhr, Lolligo The Yes Men (USA 2003, 78 min., Regie: Dan Olman, Sarah Price und Chris Smith) Dokumentation Über eine gefälschte Homepage bekommen die "Yes Men" Einladungen zu Vorträgen auf Konferenzen der WTO. Die positiven Reaktionen auf ihre als Persiflage gedachten Vorträge über die Erfindung der geraden Banane und eines neuartigen Sicherheitsanzuges sind jedoch bezeichnend. Ein aufschlussreicher Blick auf die Funktionsweise der Welthandelsorganisation und die erstaunliche Welt jener ExpertInnen, die vorgeben den globalen Kapitalismus regeln zu können. www.theyesmen.org Danach: Überraschungsfilm (bei Interesse) ---------------------------------------------------------------------------- Lolligo - Fischerstiege 4-8 - 1010 Wien Öffnungszeiten (Kinder-Café): DO FR 16-19 Uhr, SO 15-18 Uhr Veranstaltungsprogramm unter lolligo at earthling.net anfordern ! "lolligo" / blz 14000 / konto-nr. 10010-036-203 ================================================ 09 Christa Urbanek & friends / WEIHNACHTSSPÄSCHL im Aera Von: GAMUEKL ================================================ Sehr geehrte Damen und Herren, werte Redaktion, Alle Jahre wieder bittet das Wiener Kleinkunst-Original Christa Urbanek zum bereits legendären "WEIHNACHTSSPÄSCHL": einem kunterbunten, schrägen Adventabend mit Überraschungsgästen aus Kleinkunst & Theater & Musik. Heuer in gemeinsamer vorweihnachtlicher Mission auf der Bühne: Ursula Baumgartl, André Blau, Eva Dité, El Awadalla, Elvis & Marylin, Gonzo & Qualle, Natascha Gundacker, Stefan Haider, Pepi Hopf, Edith Leyrer, Ludwig Müller, Mike Supancic, Richard Weihs & Claus Tieber, ZAPPA & The Wild Irish Lassies u. a. Am 18. 12. 05 (ab 18h) im im AERA: 1010 Wien; Gonzagagasse 11 Karten: Tel. 533 53 14 oder lokal-theater at aera.at Der Eintrittspreis wird erwürfelt, der Reingewinn kommt wie jedes Jahr der "Aktion Schlafsack" für Obdachlose zugute ================================================ 10 Mosambik-Info 11, 2.11.2005 Von: Peter Pils ================================================ 1. Anzahl der Menschen, die Nahrungsmittelhilfen benötigen verdoppelt sich 2. "Brain drain" in Mosambik 1. Anzahl der Menschen, die Nahrungsmittelhilfen benötigen verdoppelt sich Eine Reihe von Faktoren einschließlich des starken Anstiegs der Maispreise hat dazu geführt, dass sich die Anzahl der Menschen, die Nahrungsmittelhilfen benötigen sich in den letzten sechs Monaten fast verdoppelt hat. Gegenwärtig würden 800.000 Menschen in Mosambik Nahrungsmittelhilfen benötigen, teilt ein Verantwortlicher für Ernährungssicherung IRIN-News mit. "Unsere Erhebung hat ergeben, dass die Maipreise in einigen der von der Dürre betroffenen Distrikten um mehr als 100 Prozent angestiegen sind," sagt Marcela Libombo, Koordinatorin des mosambikanischen Sekretariats für Ernährungssicherung (SETSAN). Gut die Hälfte der 128 Distrikte des Landes wurden durch die letzte SETSAN-Erhebung abgedeckt. Eine frühere Erhebung im Mai hatte 420.000 Menschen in 35 Distrikten als Nahrungsmittelhilfebedürftig identifiziert. Im Mai war auch darauf hingewiesen worden, dass diese Zahl zwischen Oktober 2005 und März 2006 voraussichtlich auf über 580.000 ansteigen würde. Die neuen Daten zeigen auf, dass 801.000 Menschen in 62 Distrikten zwischen November (2005) und März (2006) humanitäre Hilfe benötigen würden. Die dürrebedingte Missernte in weiten Teilen des Landes und die langsame Reaktion der Geber sind andere Faktoren, die die Anzahl der hilfsbedürftigen Menschen ansteigen lassen, sagt Libombo. Nahrungsmittelhilfe erreicht derziet nur 30% der Bedürftigen. Die Unterfinanzierung der Hilfsorganisationen wie dem Welternährungsprogramm (WFP) wird als Hauptgrund für die schleppende Hilfe angegeben. Das WFP hatte 30 Millionen US $ für das Nahrungsmittelhilfsprogramm in Mosambik vorgesehen, hat aber derzeit nur 8,9 Millionen US $ zur Verfügung. "Mosambik erlebt eine ernste Krise, wie auch die anderen Länder im südlichen Afrika. Finanzmittel werden dringend benötigt, um eine humanitäre Katastrophe zu verhindern," stellt WFP-Sprecher Mike Huggins fest. Auch die Regierung bemüht sich um Bereitstellung von Mitteln. SETSAN-Sprecher Gustavo Mahoque teilt mit, dass die Regierung einen Notfallplan ausgearbeitet hat, für den sie 24 Millionen US $ benötigt, um die Auswirkungen der Dürre zu bekämpfen. "Wir haben allerdings nur die Hälfte der notwendigen Finanzmittel." "Wir benötigen Wasser, Nahrungsmittel und landwirtschaftliche Inputs," betont Libombo. Die Verfügbarkeit und Qualität des Wassers hat sich verschlechtert. In einigen Regionen sind 50% der Handpumpen der Dörfer nicht funktionstüchtig. "Während es auf einigen Märkten Nahrungsmittel gibt, ist es für viele viel zu teuer." stellt Libombo fest. Saatgut für die anstehende Aussaat ist "fast nicht zu bekommen. Sowohl die Regierung als auch private Anbieter schaffen es nicht, die Bauern damit zu versorgen. Saatgutmärkte der Regierung, die 50.000 Kleinbauern erreichen sollen reichen nicht aus, um den Bedarf abzudecken. Das macht uns große Sorgen, weil es auch die nächste Ernte negativ beeinflussen wird," sagt Mahoque. Die regierungseigene Nachrichtenagentur AIM berichtet, dass die Provinz Tete am schlimmsten betroffen ist. Hier sind 198.000 Menschen von der Dürre betroffen. In Gaza sind es 146.000, in Inhambane 119.000. Mosambik und auch die meisten anderen Länder des südlichen Afrika erleben im 4.Jahr in Folge ein Dürrejahr. 2. "Brain drain" in Mosambik Eine Studie der Weltbank stellt fest, dass Mosambik eines der am stärksten betroffenen Länder der Welt ist bezüglich der "Flucht der Gehirne". 45 % der Hochschulabsolventen leben im Ausland. Hochschulabsolventen verlassen ihre armen Länder und ziehen in reichere Länder, ein Phänomen das als "Brain drain" bekannt ist. Viele Experten sind der Ansicht, dass dieses Phänomen die Schwierigkeiten der Entwicklungsländer noch vergrößert. Das Dokument der Weltbank sieht Mosambik mit 45% Hochschulabsolventen im Ausland auf dem 25. Platz der globalen Liste. Zieht man Länder mit weniger als 5 Millionen Einwohnern ab, dann liegt Mosambik auf dem dritten Platz hinter Haiti (83,6%9 und Ghana (46,9%). Einige Ökonomen kritisieren, dass die Statistik der Weltbank nicht der realität entspricht, da auch Migranten mitgezählt werden, die schon als Kind in andere Länder zogen und Menschen, die außerhalb ihres Landes studierten. Die Weltbank, trotz Anerkennung der Schwächen der Studie, ist der Ansicht, dass die Studie trotzdem ein klarer Indikator für den "Brain drain" aus den armen in die reichen Länder ist. In Afrika südlich der Sahara haben nur 4% der berufstätigen Bevölkerung einen Hochschulabschluss. Diese Gruppe ist aber unter den Migranten mit 40% vertreten. Experten vertreten die Ansicht, dass die Abwanderung derjenigen, die "Institutionen aufbauen und stärken" wie Krankenhausverwalter, Direktoren von Regierungsinstitutionen, Politikern mit neuen Ideen und anderen dazu beiträgt, den Teufelskreis der Armut in der südlichen Hemisphäre fortzuschreiben. Neben dem Verlust der professionellen Fertigkeiten verlieren diese Länder auch einen substanziellen Teil ihrer Mittelschicht. Die Mittelschicht gilt aber als Rückgrat für die Entwicklung eines jeden Landes. Alan Winters, der Direktor der Forschungsgruppe der Weltbank, stellt fest, dass die kurzfristige Migration von qualifizierten Fachkräften positive Auswirkungen für die Herkunftsländer haben kann. Mittel- und langfristige Migration habe allerdings verhehrende Konsequenzen. "Wenn es Länder gibt, in denen ein Drittel oder mehr Universitätsabsolventen außerhalb des Landes lebt, dann müssen wir auf diese Situation reagieren," sagt er. Südafrika hatte vor kurzem Kanada darum gebeten, die Einwanderung von Ärzten und anderem Personal des Gesundheitswesens zu erschweren, die Südafrika in Richtung Kanada verlassen. Das gesuch wurde abgelehnt. Quelle: IRIN News, Expresso Africa ================================================ 11 [gipfelsoli] Gleneagles Von: gipfelsoli-l at lists.nadir.org ================================================ Gipfelinfo - Meldungen über globalisierte Solidarität und die Proteste gegen unsolidarische Globalisierung -------------------------------------------------------------------------- Police promise more arrests as pursuit of G8 rioters goes on The following article, entitled 'Police promise more arrests as pursuit of G8 rioters goes on' was publsihed in last Sunday's (30/10/2005) 'Scotland on Sunday' newspaper. The original version is available online at: http://news.scotsman.com/edinburgh.cfm?id=2167532005 MURDO MACLEOD SCOTTISH police are still gathering evidence against dozens of demonstrators who brought chaos and destruction to Edinburgh during the G8 summit. Detectives are studying hours of video footage of the violence which led to large areas of central Edinburgh being closed off last July in order to identify around 30 offenders and bring them to justice. Senior insiders say that they will travel overseas if necessary to catch those who attacked police and damaged property around Princes Street as part of anti-capitalist demonstrations. A Lothian and Borders Police source said: "We are going through the videos so we can pick them all out. We are not letting up on this at all. They are going to get some very nasty shocks. Supposing they are abroad and think that we have forgotten about them, we are going to get them. "The view round here is that coming to Edinburgh and causing riots and smashing things up is simply not on. You can have your riots in Barcelona or wherever, but not here. This is Edinburgh and we won't stand for it at all." The charges are understood to include breach of the peace, assault and vandalism. So far a total of 29 people have been charged in connection with offences in Edinburgh at the time of the G8 summit. A spokesman for Lothian and Borders Police confirmed that officers were still studying video footage with a view to having about 30 demonstrators charged. Scottish and Russian police representatives have already held talks about policing the next G8 summit which will be held in Moscow next year. -------------------------------------------------------------------------- gipfelsoli infogruppe Newsletter mit Nachrichten über Mobilisierungen, Debatten und Repression im Zusammenhang mit Gipfelprotesten. Die AutorInnen der Beiträge, so sie nicht von uns verfasst sind, sind mit eckigen Klammern versehen. Wir können leider keine Verantwortung für die Richtigkeit der Beiträge übernehmen. Auch geben die Beiträge nicht zwangsläufig unsere Meinung wieder. Kontakt, Kritik, Beiträge: gipfelsoli at nadir.org gipfelsoli mailinglist subscribe - unsubscribe https://lists.nadir.org/cgi-bin/mailman/listinfo/gipfelsoli-l -------------------------------------------------------------------------- ================================================ 12 Tschetschenien: Steuerfahndung wird zum Erfüllungsgehilfen Russlands Von: GFBV ================================================ GESELLSCHAFT FÜR BEDROHTE VÖLKER PRESSEMITTEILUNG Göttingen, den 02.11.2005 Prozess gegen Geschäftsführer der Gesellschaft für tschetschenisch- russische Freundschaft beginnt Steuerfahndung wird zum Erfüllungsgehilfen für Verfolgung von Menschenrechtlern in Tschetschenien Die russische Steuerfahndung wird zum Erfüllungsgehilfen für die Verfolgung von Menschenrechtlern in Tschetschenien. Diesen Vorwurf hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) anlässlich des Prozesses gegen den Geschäftsführer der Menschenrechtsorganisation "Gesellschaft für russisch-tschetschenische Freundschaft" und Chefredakteur der Zeitung "Recht und Schutz", Stanislav Dmitriewski, erhoben, der am Mittwoch in Nischny Nowgorod beginnt. Seine Gesellschaft wurde am 16. Juni 2005 von der Steuerfahndung aufgefordert, 35.000 US Dollar Einkommenssteuer für die Jahre 2002 bis 2004 nachzuzahlen. Gegen diesen Bescheid hat sie Widerspruch eingelegt. Die Menschenrechtsorganisation finanziert ihre Arbeit mit Geldern der Europäischen Kommission und US-amerikanischer Sponsoren. "Nun sollen die wenigen mutigen Menschenrechtler mundtot gemacht werden, die es trotz Gefahr für Leib und Leben wagen, die Blockade gegen Informationen aus Tschetschenien zu durchbrechen", warnte die GfbV-Kaukasus-Expertin Sarah Reinke am Dienstag in Göttingen. Seit 1994 seien mindestens 13 Menschenrechtsaktivisten ums Leben gekommen, einige von ihnen waren Mitglieder der "Gesellschaft für russisch- tschetschenische Freundschaft". Diese dokumentiert und veröffentlicht Nachrichten über schwere Menschenrechtsverletzungen in Tschetschenien und unterstützt Angehörige von "Verschwundenen" bei der Suche nach ihren verschleppten Verwandten. Die Steuerbehörde beruft sich bei ihrer Forderung gegen die "Gesellschaft" auf ein Gesetz, nach dem 24 Prozent der ausländischen Einkommen in Russland als Steuern abgeführt werden müssen. Es gibt jedoch eine Liste all jener ausländischen Organisationen, die von dieser Besteuerung ausgenommen wurden, darunter auch die Europäische Kommission. Dem ersten Protest der "Gesellschaft" gegen den Steuerbescheid wurde deswegen zuerst auch stattgegeben. Gleichzeitig wurde jedoch ein neuer Vorwurf erhoben, berichtete Reinke. Die "Gesellschaft" habe die von der Europäischen Kommission zugeteilten Gelder nicht so verwendet, wie es das die russischen Steuergesetzte vorsehen, hieß es. Die Mittel seien für Publikationen und nicht für Bildungs-, Kultur-, Kunst- und Umweltprojekte eingesetzt worden, wie in den Bestimmungen vorgesehen. Die Menschenrechtsorganisation hat auch gegen diesen Bescheid Klage eingereicht. Trotzdem wurden die gesamten Gelder der Organisation eingezogen. ====================================================== Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV) Inse Geismar, Pressereferentin Postfach 2024, D-37010 Goettingen Tel.+49/551/49906-25, Fax:++49/551/58028 E-Mail: presse at gfbv.de, Homepage:http://www.gfbv.de ====================================================== ================================================ 13 Türkei - Festnahme Eren Keskin Von: GFBV Hans Bogenreiter ================================================ GESELLSCHAFT FÜR BEDROHTE VÖLKER-INTERNATIONAL PRESSEMITTEILUNG Göttingen/Wien/Luxemburg, den 2. November 2005 Menschenrechtsanwältin bei Rückkehr aus Deutschland in Istanbul verhaftet Nach Einsatz für die Türkei bei der EU muss sich EU-Erweiterungskommissar Olli Rehn jetzt für die Freilassung von Eren Keskin einsetzen Die Gesellschaft für bedrohte Völker-International (GfbV) hat EU-Erweiterungskommissar Olli Rehn am Montag dringend dazu aufgefordert, sich sofort für die Freilassung der türkischen Menschenrechtsanwältin Eren Keskin einzusetzen. Keskin wurde am 31. Oktober bei ihrer Rückkehr von einer Konferenz in Berlin auf dem Istanbuler Flughafen festgenommen. In dem Schreiben des Präsidenten der GfbV-International, Tilman Zülch, heißt es: "Sie haben sich so entschieden für die Aufnahme der Türkei in die Europäische Union eingesetzt, dass die Verhaftung der Menschenrechtsanwältin Eren Keskin jetzt für Sie unerträglich sein muss. Sie ist erst im vergangenen Jahr mit dem Aachener Friedenspreis ausgezeichnet worden. Wir bitten Sie dringend, sofort die nötigen Schritte zu unternehmen, damit Frau Keskin umgehend aus der Polizeihaft entlassen wird. Frau Keskin hat sich unter anderem immer wieder für türkische und kurdische Frauen eingesetzt, die in türkischer Haft vergewaltigt wurden. Besondere Aufmerksamkeit erzielte sie mit dem Fall einer kurdischen Frau, die von 405 türkischen Soldaten und Offizieren vergewaltig wurde. Keiner der angeklagten Offiziere oder Soldaten musste vor Gericht erscheinen. Weil sie das Schweigen über die sexuelle Folter in türkischen Gefängnissen gebrochen hatte, musste sie sich wegen Beleidigung der Sicherheitskräfte vor Gericht verantworten. Ende 2002 wurde ein einjähriges Berufsverbot über die Juristin verhängt. Auch gegen 16 der 138 Frauen, die es gewagt hatten, über ihre Qualen zu sprechen, wurde Anklage erhoben." Rückfragehinweise: Tilman Zülch (GfbV-D), Tel. 0049/151 153 09 888, Mustafa Akgün (Vorstandsmitglied GfbV-Ö), Tel. 0676/75 33 851. ========================================================= Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV) Inse Geismar, Pressereferentin Postfach 2024, D-37010 Goettingen Tel. +49/551/49906-25, Fax:+49/551/58028 E-Mail: presse at gfbv.de, Homepage:http://www.gfbv.de ========================================================== ================================================ 14 ASt - Marxismus 2005 Von: ASt-LFI ================================================ Marxismus 2005 Eine Veranstaltung von ArbeiterInnenstandpunktundREVOLUTION Samstag, 26. November 14.00-20.00 Ort: Amerlinghaus, Stiftg. 8, 1070 Wien (U3Neubaugasse) Mit Diskussionen und Film Essen und Getränke werden bereitgestellt 14.00-16.00 China: Die Einführung des Kapitalismus und der Widerstandder ArbeiterInnen (ArbeiterInnenstandpunkt) Bildungsabbau und Schulstreß - wie sieht unsere Alternative aus? (REVOLUTION) Diese Veranstaltung findetparallel zu der Veranstaltung zur Diskussion über China statt 16.00-18.00: Welcher Weg führt zum Sozialismus? Wie weit können im Kapitalismus Reformen durchgesetztwerden? Welche Strategie ist nötig, um den Kapitalismus zu überwinden?Wieschätzen wir die Politik der Sozialdemokratie ein und gibt es eineAlternative? Eine Debatte zwischen ArbeiterInnenstandpunkt und AndreasBabler (Andreas Babler ist SPÖ-Gemeinderat in Traiskirchen, SJ Stamokap undehemaliger Verbandssekretär der Sozialistischen Jugend) 18.00-20.00 Generalstreiks in Frankreich, Belgien und Italien,SchülerInnen- und StudentInnenproteste in Italien...: Der Klassenkampf in der EU - was sind unsere Perspektiven inÖsterreich und international? Nähere Informationen unter: e-mail: ast-lfi at utanet.at 0650/406 83 14 ================================================ ================================================ 15 Programm antideutsche Konferenz Berlin Von: Café Critique ================================================ Kritik und Parteilichkeit Antideutsche Konferenz am 18. und 19. November 2005 in Berlin Im Saal der Jerusalemgemeinde, Lindenstraße / Ecke Markgrafenstraße (gegenüber dem Jüdischen Museum), U-Bahn Hallesches Tor (Linien 1, 6 und 15) Programm Freitag, 18.11.2005 Podium 1: 19:00 Uhr Die Zurichtung der Kritischen Theorie durch die 68er: Kritik als Gruppentherapie Clemens Nachtmann: Die Rezeption der Kritischen Theorie durch die 68er. Heute ist Adorno den einen Kronzeuge für das unvermeidliche Abgleiten von Aufklärung in ein Programm zur Vernichtung, den anderen dagegen Apologet des liberalen Rechtsstaates angelsächsischer Prägung. Daß notwendig die Kritische Theorie verfälschen muß, wer sie als Mittel zur Begründung einer linksradikalen oder einer neoliberalen Bewegung mißbraucht, sie also vom Gegengift zur Mitgift umlügt, zeigt die Rezeption der Kritischen Theorie durch die 68er und ihre Nachfolger, die sich als eine Nicht-Rezeption auf den Begriff bringen läßt. Manfred Dahlmann: Das Gesellschaftliche Immunsystem und die Einsamkeit des Kritikers. Man wundert sich schon bisweilen, was nicht alles Freunde und (auch langjährige) Mitstreiter so alles auskramen an schon längst überwunden geglaubten "linken" Vorurteilen, um ja nur nicht dem Schicksal eines Kritikers in der Sache zu verfallen: nämlich vom Kritiker in der linken Gemeinschaft zum Kritiker an der linken Gemeinschaft zu werden. Aber es ist genau dieser Schritt, der früher schon Reformatoren der Gesellschaft von ihren Kritikern unterschied. Der erstgenannte möchte das Immunsystem der Gesellschaft stärken und sperrt sich als dezidierter Anti-Metaphysiker genau deswegen gegen allzu gründliche Erkenntnis seines Zustandekommens und seiner Wirkweise - der letztgenannte hat umgekehrt ein eingehendes diagnostisches Interesse an diesem System, um es zerstören zu können. Samstag, 19.11.2005 10:00 Uhr: Frühstückskaffee, (tageszeitlich angemessenes Essen und Getränke werden den ganzen Tag über angeboten) Podium 2: 10:30-12:30 Uhr Der Abgrund des Liberalismus Martin Blumentritt: Dialektik des Liberalismus - Dialektik der Emanzipation. Zyklisch wie die ökonomischen Krisen quillt die Managerschelte aus den Medien. Plötzlich verwandeln sich die Lichtgestalten des Aufschwungs in die "Herren der Scherben". Die liberalistische Behauptung von der Souveränität des Marktsubjekts geht so wenig auf wie die Hoffnung auf die autoritäre Krisenlösung von Staats wegen. Die "Dialektik des Liberalismus" gilt es daher auszuhalten, soll sie nicht in Barbarei münden: Sowohl die Identifikation mit dem Liberalismus wie mit dessen totalitären Feinden ist zu verweigern. Gerhard Scheit: Das sogenannte Böse und der Jargon der Demokratie. "Im Namen der Demokratie Antisemit zu sein". Damit lässt sich nicht nur das Selbstverständnis Kerneuropas in seinem Appeasement gegenüber den islamischen Rackets und Theokratien auf den Punkt bringen, sondern darüber hinaus der ganze Abgrund des Liberalismus. Ein Abgrund, den auch amerikanische Neokonservative auf Dauer nicht überbrücken können, auch nicht durch ihr im Grunde sympathisches Insistieren auf der Bedrohung des "Westens" durch "das Böse". Podium 3: 13:00-15:00 Uhr Demagogen des Sozialstaats Natascha Wilting: Die Frau und die Sozialisten. Ausgerechnet die Linke, die stolz auf ihren Beitrag zu Quotierung und Emanzipation verweist und darauf, dass sie ehemals gegen traditionelle Geschlechterrollen zu Felde zog, drückte im Bundes-Wahlkampf einem männlichen Demagogen die Daumen und verteufelte die Herausforderin. Damit machte sie ihre Verbeugung vor der archaischsten aller Herrschaftsformen: Der Diktatur des Hordenältesten, der mit starker Hand Zweifel, Schwäche und Nachdenklichkeit verscheucht. Uli Krug: 200 Jahre deutsche Ideologie. Marx hielt die "Deutsche Ideologie" für verschrobenes Hinterwäldlertum, was sie der Sache nach auch war und geblieben ist. Fatal aber, daß sich das eigentlich damals Rückständige als attraktives Katastrophenmodell für die Zukunft erweisen sollte. Daß der vom präsozialdemokratischen Kathedersozialismus geforderte "Volksstaat" sein barbarisches Potential erst richtig entfalten konnte, ist in allererster Linie ein Verdienst derer, die meinten ausgerechnet in Marx' Namen zu sprechen, also nahezu sämtlicher Vertreter der deutschen Arbeiterbewegung. In Konsequenz ist das Musterland der Sozialdemokratie deshalb auch das Musterland des Radikalfaschismus. Deshalb auch schuldet der orthodoxe, Marx verpflichtete Kritiker der Arbeiterbewegung keinerlei Loyalität, steht in keiner ihrer wirkmächtigen Traditionen und ist ihren Abkömmlingen spinnefeind. Podium 4: 16:00-18:00 Uhr Freunde der Juden - Feinde Israels? Sören Pünjer: Mobilisierung des Alltagsverstandes für Israel? Es ist kaum möglich, neue Freunde Israels zu gewinnen, ohne dabei die Kritik des Antisemitismus auf der Höhe der Zeit zu verwässern. Denn der begnügt sich keineswegs mit den Protokollen der Weisen von Zion oder den Videos arabischer Suicide Bomber, sondern bedient sehr wohl den Alltagsverstand des dem Frieden, der Völkerfreundschaft und der Gerechtigkeit verpflichteten Durchschnittseuropäers. Allein der Umstand, daß viele Freunde Israels die antisemitische Kino-Offensive "Paradise Now" nicht als Aufforderung zur Vernichtung des "zionistischen Gebildes" zu erkennen vermögen, sollte erhebliche Zweifel an der unmittelbaren Aufklärbarkeit des europäischen Alltagsverstandes aufkommen lassen. Tjark Kunstreich: Der undenkbare Souverän. Alle achten sie die heilige jüdische Religion (Ahmadinedschad) oder die jüdische Identität (attac, UN, etc.). Sie sind keineswegs gegen Juden, nur gegen die Zionisten (Rafsandschani, AIK Wien) und ihren Staat. Dagegen wenden sich viele ganz israelsolidarisch. Was aber, wenn jüdische Intellektuelle und Funktionäre aus der europäischen Diaspora sich öffentlich beklagen, daß wegen Israel jüdische Normalität sich nicht einstellen könne? Änderte ein jüdisches Plebiszit gegen Israel, das sich viele Gutmenschen herbeiwünschen, etwas an dem einzigen Emanzipationsfortschritt für Juden seit dem Code Civil, nämlich der Aufrichtung eines Souverän aller Juden, der auch jene nachhaltig schützt, die im antisemitischen Nachbarn einen im Grunde guten Menschen erkennen wollen? Podium 5: 18:30-20:30 Uhr Was links ist? Die Desertion vom Kollektiv! Philipp Lenhard: Plädoyer gegen die Politisierung des Privaten. Das Subjekt sei tot, verkündet stolz die allerneueste Theorieproduktion, die sich angeblich auch Marx und Adorno verpflichtet sieht. Nationalsozialismus, globalisierter Kapitalismus und Kulturindustrie hätten mit Individualität so gründlich aufgeräumt, daß auch jede Beschäftigung mit der Dichotomie von öffentlich und privat obsolet sei. Solche interessierten Missverständnisse haben den Gedanken der Versöhnung beider Sphären längst in die eine Richtung aufgegeben: Etatistisch abgesicherter Kollektivismus ist der regressive Traum jener, die meinen theoretisch begründen zu können, warum es nicht schade ist ums Individuum. Justus Wertmüller: Was ist "links" an antideutscher Kritik? In Bebels Partei wollte Marx nicht Mitglied sein, aus Lenins Partei wäre er herausgeflogen, unter Stalin oder Mao an die Wand gestellt worden, und die Globalisierungskritiker hätten ihn als Vertreter westlicher Dominanzkultur aus ihren Reihen gesäubert. Kritik, die sich keiner Bewegung oder deren "klassenkampftheoretisch" bzw. völkisch aufgemöbelter Gefolgschaft unterordnet, die ihren Gegenstand stets so ernst nimmt, daß sie ihre Gegner nicht nur sistieren, sondern auch polemisch befehden kann, weil sie mit Adorno auf ein Leben ohne Angst zielt und mit Oscar Wilde den Sozialismus im Dienste des Individualismus wirken sehen will, solche Kritik ist nicht nur dissident und antideutsch, sondern eben auch links. ausführlicher Aufruftext auf www.redaktion-bahamas.org http://www.cafecritique.priv.at ================================================ 16 Österreichischer Staatsbürger kurdischer Herkunft in KDP-Haft Von: wadi wien ================================================ Österreichischer Staatsbürger kurdischer Herkunft in KDP-Haft Der kurdische Jurist Dr. Kamal Said Qadir wurde laut kurdischen Medien am 27. Oktober 2005 im nordirakischen Hawler/Arbil von KDP-Funktionären verhaftet. Kamal Said Qadir war lange Zeit im Exil in Wien und ist österreichischer Staatsbürger. Vor seiner Rückkehr in die von der KDP Masud Barzanis regierte Stadt Hawler/Arbil veröffentlichte er einen betont kritischen Brief an Masud Barzani auf der kurdischen Website www.kurdistanpost.com, in dem er den Parteichef der KDP und seine Söhne für eine Reihe von Menschenrechtsverletzungen verantwortlich machte und KDP-Chef Barzani bezichtigte KGB-Spion gewesen zu sein. In einem Offenen Brief der Redaktion von Kurdistanpost an das österreichische Außenministerium, das Weiße Haus, Human Rights Watch, Reporter ohne Grenzen, und die US-Botschaft in Bagdad wird der von Masrur Barzani geführte KDP-Parteigeheimdienst für die Verhaftung Kamal Said Qadirs verantwortlich gemacht und dessen sofortige Freilassung gefordert. Laut Kurdistanpost ist der Aufenthalt Kamal Said Qadirs seit seiner Verhaftung unbekannt. Neben der Redaktion der Kurdistanpost verurteilte auch das Internationale Komitee des Kurdistan Referendum Movement (ein Zusammenschluss kurdischer Intellektueller für eine Volksabstimmung über die Unabhängigkeit Kurdistans) die Verhaftung Qadirs und brachte diese in Zusammenhang mit der Verhaftung von 50 Bürgern in der ebenfalls KDP-kontrollierten Stadt Akre, die vor wenigen Tagen nach Protesten gegen das Benzin-Monopol KDP-naher Unternehmer verhaftet und gefoltert wurden. KDP-Vertreter in Wien erklärten auf Nachfrage eines Wadi-Mitarbeiters, dass Kamal Said Qadir ihres Wissens nach aufgrund seiner Beschimpfungen angezeigt worden wäre und im Gefängnis von Hawler/Arbil auf seinen Prozess warten müsse. Sie versicherten, dass in den Gefängnissen der KDP nicht gefoltert werde und auch Kamal Said Qadir nichts zu befürchten habe. Belege über den Verbleib des verhafteten österreichischen Staatsbürgers konnten jedoch keine erhalten werden. -- WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit e-mail: wadi.wien at gmx.at Tel.: 0699-11365509 Postfach 105 A-1181 Wien Spendenkonto in Österreich: Kontonummer 07.405.301 Evangelische Kreditgenossenschaft eG BLZ 31800 IBAN: AT10 3180 0000 0740 5301 BIC: EVKRATW1 Website mit weiteren Informationen zu Projekten von Wadi und Veranstaltungshinweisen: www.wadinet.at Highspeed-Freiheit. Bei GMX supergünstig, z.B. GMX DSL_Cityflat, DSL-Flatrate für nur 4,99 Euro/Monat* http://www.gmx.net/de/go/dsl ================================================ 17 Asyl in Not: Zwanzig Jahre Kampf Von: office at asyl-in-not.org ================================================ Asyl in Not: Zwanzig Jahre Kampf Vor zwanzig Jahren, im November 1985, gründeten iranische Flüchtlinge und österreichische Künstler das "Unterstützungskomitee für politisch verfolgte Ausländerinnen und Ausländer". Zehn Jahre später änderten wir den Namen auf "Asyl in Not". Hervorgegangen aus dem Widerstand gegen das Mullahregime, entwickelte sich unser Verein zur führenden Rechtsberatungsstelle für Asylwerber aus allen Ländern. Wir stellen uns den Anspruch, Speerspitze zu sein im Kampf gegen die (in Österreich und Europa) herrschende Asylpolitik. So mancher beamtete Rassist hat unter unserem Druck das Handtuch geworfen; zwei Innenminister, Löschnak und Strasser, ebenso. Aber wir haben unsere Wurzeln nicht vergessen: Wir waren und sind Feinde des islamischen Faschismus. Heute zeigt er sich von neuem im Iran, wo der Kurdenmörder Ahmadi-Nejad ans Ruder gekommen ist. Eben hören wir von seinem Plan, die "moralische Verderbtheit der jungen Iraner" zu bekämpfen, Parties zu verbieten, wo Burschen und Mädchen einander begegnen könnten, und Satellitenschüsseln auszureißen, damit die Menschen im Iran keine "fremden" Programme ("Feindsender" hieß das bei uns in der Nazizeit) empfangen können: Nichts fürchten die die Islamofaschisten so sehr wie die Verbreitung der Wahrheit - und den freien Umgang junger Menschen miteinander. Auch in Afghanistan sitzt der Islamismus - vier Jahre nach der US-Invasion - noch immer fest im Sattel: Eben erst wurde der Schlächter Sayyaf ins Parlament gewählt; Frauen wagen nicht ohne Schleier auf die Straße zu gehen. Attentate auf Mädchenschulen, selbst auf UNO-Mitarbeiterinnen, die den Frauen Unterricht geben, sind an der Tagesordnung. Nichts hassen Islamisten so sehr wie die Bildung: Am Beginn der Konterrevolution in Afghanistan (um 1980) haben die Mudjaheddin in den Dörfern als erstes die Lehrer umgebracht. Wir vergessen auch nicht unsere Toten. Wir vergessen nicht Said Soltanpour, den iranischen Dichter, unerschrockener Kämpfer gegen Khomeiny wie vorher gegen den Schah - die islamischen Faschisten haben ihn umgebracht. Willi Resetarits widmete ihm ein damals oft gesungenes Lied. Wir vergessen auch Kyumars nicht; er hatte in der Schahzeit in Österreich gelebt und gehörte zur Tudeh-Partei, zu den moskautreuen Kommunisten, die in selbstmörderischer Verblendung an die "Revolution" im Iran glaubten und Khomeiny im Kampf gegen die Linken unterstützten - bis sie selber an der Reihe waren. Auch er ist den Islamisten zum Opfer gefallen. Und unzählige andere auch. Wir vergessen nicht die Gefolterten wie Shahnaz, langjährige Aktivistin der Volksfedayin, eingekerkert unter Khomeiny wie vorher unter dem Schah, ihren Kopf hatten die Islamisten in eine Schädelklemme gepresst, die Spuren sah man noch viele Jahre danach. Ihr Asylantrag wurde abgewiesen, ein Beamter Walter Ruscher im Innenministerium (der übrigens dort noch heute sein Wesen treibt) schrieb allen Ernstes, ihre Mitgliedschaft bei den Volksfedayin sei nicht erwiesen... Sie war dann jahrelang illegal, saß in Schubhaft, wir retteten sie durch Proteste. Die Gemeinsame Flüchtlingskommission (GFK) - ein von Asyl in Not initiierter Zusammenschluß von NGOs - erkannte sie als Flüchtling an. UNHCR stellte ihr einen Schutzbrief aus, dann endlich erhielt sie in einem zweiten Verfahren Asyl. Wir vergessen aber auch nicht die unnützen Idioten in Europa wie im Iran, die allen Ernstes vermeinten, wahre Menschenrechte kämen erst durch den Islam; der Schleier schütze die Frauen doch nur vor den lüsternen Blicken der Männer und vor der Verwestlichung, vor dem Verfall ihrer angestammten Kultur; vor allem aber: die Mullah seien Feinde Amerikas, da dürfe man sie nicht angreifen. Man müsse mit ihnen kooperieren. Solche Leute gibt es auch heutzutage, sie sitzen in allzu vielen Plattformen und versuchen uns einzureden, wer den Islam kritisiere, sei ein "Rassist". Wir vergessen nicht die ungezählten Frauen, die gepeitscht, gesteinigt, geschlachtet wurden im Iran, in Algerien, in Afghanistan - aus keinem anderen Grund als weil sie frei sein wollten, weil sie leben wollten wie normale Menschen. Wir vergessen auch nicht das tatenlose Zusehen, die faktische Komplizenschaft der "westlichen Demokratien". Der iranische Mörderpräsident hat kürzlich eine "Welt ohne Zionismus verlangt. Nun, man möge mich nicht falsch verstehen: Ich bin kein Freund des Zionismus; er hat viel Unheil gestiftet, viel Blut vergossen. Aber er ist trotz allem ein örtlich begrenztes Phänomen - in den Auswirkungen, in der Opferzahl nicht entfernt vergleichbar mit dem politischen Islam. Was wir heute vor allem brauchen, ist eine Welt ohne Mullahs, ohne Einmischungen der Religion in die Politik und ins Leben der Menschen, und nicht zuletzt: eine Welt ohne Herrn Ahmadi-Nejad. So, und jetzt wenden wir uns wieder der Frau Prokop und ihren Hilfswilligen zu. Michael Genner Asyl in Not Währingerstraße 59 1090 Wien Tel.: 408 42 10-15, 0676 - 63 64 371 www.asyl-in-not.org Spendenkonto: Asyl in Not, P.S.K., Kontonummer 92.034.400 Kunst Asyl Kunstauktion zu Gunsten von Asyl in Not Mittwoch, 16. November 2005, 19 Uhr Semperdepot (Atelierhaus der Akademie der bildenden Künste Wien) Lehárgasse 6, 1060 Wien Vorbesichtigung: 15. und 16. November 2005, jeweils 10-19 Uhr (Eingang zur Vorbesichtigung: eine Tür weiter, Lehárgasse 8). Der Katalog kann bei uns angefordert werden. Die Bilder sind auch online zu sehen: www.kunstasyl.at ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Die Zusendungen können Sie bei Bedarf unter http://asyl-in-not.org/abo/ abbestellen. Asyl in Not, Währingerstraße 59, A-1090 Wien Telefon +43/1/408 42 10, Fax +43/1/405 28 88 mailto:office at asyl-in-not.org http://asyl-in-not.org ================================================ ================================================ 18 Oliver Rathkolb: Die paradoxe Republik - 13.11.2005, 20.00 Uhr im Kasino Von: Media Austria ================================================ Guten Tag! Danke für die Information via safari-Mailingliste. Klingt ja interessant. Zu den paradoxen Zuständen gehoert für mich auch, dass fuer diese Veranstaltung ein Eintritt verlangt wird, den sich die Erwerbsarbeitslose und andere am Rande oder direkt in Armut lebende Menschen nicht leisten koennen und somit die hauptsaechlich von diesen "paradoxen" Zustaenden betroffenen Menschen ausgeschlossen werden (scheint ja eigentlich ganz "normal" zu sein?!) . Vielleicht aendert sich das noch? Mit freundlichen Gruessen Martin Mair Burgtheater und Paul Zsolnay Verlag bitten zur Buchpraesentation und Diskussion Oliver Rathkolb: Die paradoxe Republik. Oesterreich 1945 bis 2005 am Sonntag, den 13. November 2005, um 20.00 Uhr Kasino am Schwarzenbergplatz, Schwarzenbergplatz 1, 1010 Wien. 60 Jahre Kriegsende, 50 Jahre Staatsvertrag, 10 Jahre EU-Mitgliedschaft: Was ist das Besondere an Oesterreich? Einfuehrende Worte: Franz Vranitzky Mit dem Autor diskutieren Anneliese Rohrer und Herbert Krejci Moderation: Barbara T=F3th "Rathkolb folgt in seinem Werk nicht den ausgetretenen WegenOesterreichis= cher Geschichtsschreibung, sondern waehlt durchaus ungewoehnliche = Zugaenge. Bildlich gesprochen fuehrt er den Leser in die hinteren Ecken = des oesterreichischen Labyrinths, zeigt kuriose Details wie ueberraschende Querverbindungen auf - und liefert damit jene Einblicke, die man sich gerade im Gedankenjahr wuescht." Barbara T=F3th, Der Standard Eintritt: 7,- EUR Karten an allen bekannten Vorverkaufsstellen der Bundestheater oder Tel.: 01-51 444-4140. Pressekontakt: Friederike Rumschoettel, Tel.: 01-505 76 61-28, rumschoettel at zsolnay.at -- ================================================= Martin Mair - Publizist virtuell & traditionell Krottenbachstrasse 40/9/6, A-1190 Wien Tel. + Fax: +43 1 3677487, Mobil: + 43 676 3548310 Email: martin.mair at mediaaustria.at http://www.mediaaustria.at - Webhosting & Webdesign http://www.bannertausch.info http://www.mediaweb.at - Medienplattform http://journalisten.mediaweb.at - Journalistenplattform http://www.arbeitslosennetz.org - Arbeitslosenplattform ================================================= ================================================ 19 Pressemitteilung iz3w 289 - Umschlagplatz für Liberales - Zehn Jahre WTO Von: Oeffentlichkeitsarbeit iz3w-freiburg ================================================ Wir möchten Sie auf das Erscheinen der aktuellen Ausgabe Nr. 289 der nord-süd-politischen Zeitschrift iz3w aufmerksam machen. Die Zeitschrift kann für ¤ 4.- plus Porto beim Informationszentrum 3. Welt (iz3w) bezogen werden. iz3w Nr. 289 (November-Dezember 2005) Themenschwerpunkt: Umschlagplatz für Liberales - Zehn Jahre WTO Seit gut zehn Jahren schickt sich die Welthandelsorganisation als eine der bedeutendsten institutionellen Verdichtungen des neoliberalen Typus von Kapitalismus an, den Freihandel zur globalen Maxime zu machen. Jedoch war die Durchsetzung der neoliberalen Agenda durch und in der WTO auch von Rückschlägen begleitet, etwa bei der Vorbereitung der WTO-Konferenz in Hongkong. Anlass genug, die Praxis und Theorie der Freihandelsdoktrin kritisch nachzuzeichnen. Themen im Schwerpunkt: Global verfasst - Die WTO garantiert den Bestand des hierarchischen Weltsystems + Die WTO ist zurück! Von Cancún über Genf nach Hongkong + Mit heißer Nadel gestrickt - Die Textilbranche vor der totalen Handelsliberalisierung + Süßes Gift - EU und WTO im Streit über den globalen Zuckermarkt + Konkurrenz unter Nachbarn - Regionale Freihandelsabkommen und ihre Bedeutung im Welthandel + Ideal und Wirklichkeit - Freihandelstheoretiker und ihre Kritiker haben einiges gemeinsam Weitere Themen im Heft: Politik und Ökonomie: Türkei: Die nach wie vor ungelöste kurdische Frage + Afrika: Europa hilft - Die EU bekämpft Arme statt Armut + Sudan: Interview mit Amna Mohamed Salah Dirar über die Lage der Beja im Ostsudan + Marokko I: Reform in Korsettstangen + Marokko II: Interview mit dem Menschenrechtler Abdelhamid Amine über die Wahrheitskommission in Marokko + Argentinien: Soziale Bewegungen zwischen Selbstorganisation und Klientelismus + Zweiter Weltkrieg: Vergangenheitspolitik in Asien 60 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs (Teil II) Kultur und Debatte: FernWeh: Kein unbeschwerter Genuss - Widerstandsidentitäten der Anti-Tourismus-Bewegung von Goa + Postkolonialismus: Kein Heim im Reich - Die Deutschen in Südwestafrika und ihr Verhältnis zum Nationalsozialismus Weitere Informationen zum aktuellen Heft finden Sie unter: www.iz3w.org/iz3w/index.htm iz3w - Verlag und Redaktion Tel: 0049-(0)761-74003 Fax: -709866 Postfach 5328 E-mail: info at iz3w.org D-79020 Freiburg Internet: www.iz3w.org ================================================ ================================================ B) TERMINE ================================================ ======================== Mittwoch http://www.mund.at/butt/Termine/November/0311.htm Donnerstag http://www.mund.at/butt/Termine/November/0411.htm Freitag http://www.mund.at/butt/Termine/November/0511.htm ======================== ================================================ D) EDITORIAL ================================================ Für den Inhalt verantwortlich: Ihr. Medieninhaberinnen & Medieninhaber seid Ihr E-Mail-Adresse für Beiträge: widerstand at no-racism.net geschickt. widerst at nd MUND und alle Termine täglich aktualisiert im Web: http://www.no-racism.net/MUND Ziel von MUND (medienunabhängiger Nachrichtendienst) ist die unzensurierte und möglichst rasche Information über gesellschafts- politisch relevante Termine, Hinweise und Diskussionsbeiträge zu Widerstand und Antirassismus sowie verwandte Themen. sollen einen Titel, Namen und Emailadresse der/des AutorIn enthalten und möglichst kurz und prägnant gehalten sein, ev. mit Hinweis, wo weitere Informationen eingeholt werden können. Bitte keine Attachments! Die inhaltliche und sachliche Verantwortung liegt bei der/dem jeweiligen AutorIn bzw. jenen, die uns die Beiträge schicken. Der MUND wird von einzelnen TagesredakteurInnen zusammengestellt. Da Fehler nicht ausgeschlossen sind, bitten wir, nicht veröffentlichte Beiträge nochmals an widerstand at no-racism.net zu senden. Die Weiterleitung (auch auszugsweise) ist erwünscht. Beiträge mit rassistischen oder sexistischen Inhalten werden nicht veröffentlicht. Sehr persönliche Meldungen werden wir an den betreffenden Adressaten weiterleiten, aber nicht im MUND veröffentlichen. Die bisherigen Ausgaben sind unter http://www.no-racism.net/MUND archiviert. Terminankündigungen bitte nach folgender Vorlage: * Wann: Sonntag, 11.11.2001, 11:11 Uhr * * Was: Maskenball: Motto "Schwarzblau ist die Haselnuss" * * Wo: Villa Morgenrot, Grüner Anger 42, 2001 Wendendorf * * Kommentar: Anreise per Anhalter. Maskenzwang. Ende nie. Aber kurz und prägnant.* Die Rubrik "Redaktionelles" am Ende der Ausgabe ist u.a. eine Konsequenz aus der Notwendigkeit, sexistische, antisemitische und rassistische Beiträge nicht zu veröffentlichen, ohne jedoch stillschweigend Zensur zu üben. Hier wird - in anonymisierter Form - auf angehaltene Beiträge hingewiesen und eine kurze Begründung der Tagesredaktion für die Nichtaufnahme geliefert. (Weitere Gründe einen Beitrag nicht aufzunehmen sind z.B.: Attachments, kein erkennbarer Bezug zu den breit gestreuten Themen des MUND, Werbesendungen, sinnlose Kettenbriefe.) Die AbsenderInnen der betroffenen Beiträge werden hiervon informiert. Im Sinne einer "gläsernen Zensur" könnt ihr Euch die Beiträge gerne extra schicken lassen: Ein kurzes Mail an widerstand at no-racism.net genügt. ================================================ E) VERTEILERLISTE ================================================ Zur Eintragung in diesen Verteiler bitte direkt subskribieren unter http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/analle oder von der einzutragenden Adresse aus ein mail schicken an: admin at no-racism.net mit folgendem Text: subscribe no-racism Bitte wegen Automatisierung diesen Wortlaut verwenden! Zur Austragung aus dieser Liste bitte an zusammengestellt. Bitte keine Attachments! (werden nicht angenommen) 3 nicht so brandaktuelle meldungen nicht drin. Redaktionsschluss für diese Ausgabe: Do 2.00 Uhr III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III ü, ö, ä, ß, Ü, Ö, Ä III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III widerst at nd-MUND is powered by http://alt.strg.at/ ================================================ From analle at no-racism.net Sun Nov 6 23:18:36 2005 From: analle at no-racism.net (=?iso-8859-1?q?MUND=3A_medienunabh=E4ngiger_Nachrichtendienst?=) Date: Sun, 6 Nov 2005 23:18:36 +0100 Subject: MUND: Freitag, 04.11.2005 Message-ID: <006e01c5e320$08a7cb00$4e046d50@chello.at> widerst at nd MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst www.no-racism.net/mund Freitag, 04.11.2005 ================================================ A) INHALT ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN UND ANKÜNDIGUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 01 9. November Aspangbahnhof Initiative Aspangbahnhof ================================================== 02 Arbeitslosensyndikat "haenge matte" ================================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN UND KOMMENTARE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 03 Kleinkind in Schubhaft ! office at asyl-in-not.org ================================================== 04 10. November: § 209-Gewissengefangener wieder vor Gericht "PF209" ================================================== 05 Newsletter andersrum.gruene.at Andersrum Newsletter ================================================== 06 Graz/Gemeinderat/Stadträtin Kahr/Stellungnahme "Parteder Franz" ================================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< SOLIDARITÄT WELTWEIT ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 07 [CUADPUpdate] 1, 000th Execution - Get Ready Now to TAKE ACTION! "Abraham J. Bonowitz" ================================================== ================================================ B) TEXTE ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN UND ANKÜNDIGUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 01 9. November Aspangbahnhof Initiative Aspangbahnhof ================================================== 17:30 Uhr Niemals vergessen! Mahnwache und Kundgebung In den Jahren 1939-1942 wurden von ehemaligen Aspangbahnhof zehntausende österreichische Jüdinnen und Juden deportiert und kehrten nicht mehr zurück. Antifaschistischer Gedenkstein vor dem ehemaligem Aspangbahnhof (1030 Wien, Aspangstraße 2/Platz der Deportierten) Unterstützt von: Aktion gegen den Antisemitismus, Bund sozialdemokratischer Juden -- Avoda, Betriebsrat Lebenshilfe Wien, Context XXI, Forum gegen Antisemitismus, Gewerkschaftlicher Links Block (GLB), GO-Dogma, Grünalternative Jugend Wien (GAJ), Jüdische Österreichische HochschülerInnen, LIAB/SOWI, LOGO - Linke Ottakringer Grundorganisation, monochrom, Ökologische Linke (ÖKOLI), ÖH Uni Wien, Studienvertretung Politikwissenschaft, Young Communists Niemals vergessen! Gegen Antisemitismus und den antizionistischen Konsens! ================================================== 02 Arbeitslosensyndikat "haenge matte" ================================================== Das Arbeitslosensyndikat Wien trifft sich wieder um selbstorganisierten Widerstand gegen die Zumutungen der Arbeits(losen)gesellschaft vorzubereiten. Wie der Widerstand konkret aussieht hängt von den Beteiligten ab, fest steht jedoch das wir kein reiner Diskutierklub sind sondern konkrete Solidarität gefragt ist. Wann? Samstag 5.11. 16.00 Wo? Lolligo 1.Fischerstiege 4-8 (Nähe Schwedenplatz) ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN UND KOMMENTARE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 03 Kleinkind in Schubhaft ! office at asyl-in-not.org ================================================== Kleinkind in Schubhaft ! Notruf Asyl: Prokops Polizei hat eine Mutter mit ihrem drei Monate alten Kind eingesperrt. Der UBAS hat noch nicht entschieden - die Abschiebung ist jederzeit durchsetzbar. Will die Polizei vollendete Tatsachen schaffen? Frau X. ist mit ihrem Lebensgefährten im Mai 2005 aus dem Kosovo nach Österreich geflüchtet, weil ein Bekannter aus politischen Gründen ermordet worden war. Sie kamen mit einem französischen Visum, weil das rascher zu haben war als ein österreichisches. Auf der Flucht ist man nicht wählerisch. Frau X. war schwanger zur Zeit der Flucht. In Österreich leben ihre vier Brüder, österreichische Staatsbürger; sie leben hier seit vielen Jahren, haben selbst Familien; sie sorgen für Frau X., sie sorgen für ihr mittlerweile geborenes Kind, sie haben ihr und ihrem Mann eine Wohnung zur Verfügung gestellt. Die Asylanträge, die Frau X. und ihr Lebensgefährte stellten, wurden vom Bundesasylamt, Erstaufnahmestelle West, in Thalham als unzulässig zurückgewiesen. Weil Österreich nicht zuständig sei. Sie sollten es in Frankreich versuchen, wo sie niemanden kennen. So will es die Logik von "Dublin". Frau X. machte geltend, dass sie hochschwanger sei und gerade jetzt die Nähe ihrer Angehörigen brauche. Die Erstaufnahmestelle (EAST) meinte aber, von einer Schwangerschaft sei "optisch" (!) nichts zu bemerken; Frau X. sei unglaubwürdig. Eine ärztliche Untersuchung sei nicht erforderlich. Wenige Wochen danach brachte Frau X. ihr Kind zur Welt. Der Unabhängige Bundesasylsenat (UBAS) hob den Bescheid auf und schickte den Fall an die Erstaufnahmestelle zurück: Sie möge ermitteln, wie eng die Bindungen Frau X.'s an ihre Brüder sei. Die Erstaufnahmestelle machte wieder einen Bescheid: Frau X.'s Bindung an ihre Brüder könne nicht so eng sein, da sie jahrelang ohne sie im Kosovo gelebt habe. Daß aber die Brüder seit jeher für sie sorgten, Geld für sie nach Hause schickten und auch jetzt für ihren Unterhalt aufkommen - einerlei. Kein Wort steht im Bescheid davon, welches "öffentliche Interesse" es erfordern sollte, Frau X.'s Recht auf Familienleben (garantiert durch Artikel 8 der Menschenrechtskonvention) so schamlos zu brechen. Dafür aber ein wichtiger Zusatz: die aufschiebende Wirkung einer Berufung wird ausgeschlossen. Eine Maßnahme, die nach dem Allgemeinen Verwaltungsverfahrensgesetz nur bei "Gefahr in Verzug" vorgesehen ist. Welche "Gefahr" geht von Frau X. und ihrem drei Monate alten Kind aus? Gleich lautende Bescheide erließ die EAST auch gegen den Mann und gegen das in Österreich geborene Kind. Frau X. erhob Berufung; der UBAS setzte für Donnerstag, den 3. November, eine Verhandlung an. Kurz vorher, am 26. Oktober, wurden Frau X. und ihr Baby von der Prokop-Polizei aus der Wohnung geholt. Der Mann ist untergetaucht. Die verzweifelten Brüder sind zu uns gekommen. Asyl in Not hat Schubhaftbeschwerden für Mutter und Kind eingebracht. Heute, am 3. November, haben wir sie auch vor dem UBAS vertreten. Sie wurden von der Polizei vorgeführt. Zwei der Brüder waren als Zeugen da und bestätigten, daß sie heute wie seit eh und je für den Unterhalt der Schwester sorgen. Daher hat Österreich von seiner Selbsteintrittspflicht Gebrauch zu machen. Das zuständige Senatsmitglied hat uns eine Entscheidung bis spätestens Montag zugesagt. Frau X. und ihr Kind wurden ins Gefängnis zurückgebracht. Bis Montag besteht ständige Abschiebungsgefahr. Das ist Prokopland, Ende 2005, unmittelbar vor Inkrafttreten des neuen Fremdenrechtspakets. Asyl in Not fordert, dass Frau X. und ihr Kind freigelassen werden, und zwar sofort. Daß sie bei ihren Brüdern in Österreich bleiben kann. Liebe Leserinnen und Leser, bitte schicken Sie Protesttelegramme und Emails an Frau Liese Prokop, Bundesministerin für Inneres, ministerbuero at bmi.gv.at, und zugleich an die Fremdenpolizei, bpdw.frb at polizei.gv.at (Kopien bitte an uns). Michael Genner Asyl in Not Währingerstraße 59 1090 Wien Tel.: 408 42 10-15, 0676 - 63 64 371 www.asyl-in-not.org Spendenkonto: Asyl in Not, P.S.K., Kontonummer 92.034.400 Kunst Asyl Kunstauktion zu Gunsten von Asyl in Not Mittwoch, 16. November 2005, 19 Uhr Semperdepot (Atelierhaus der Akademie der bildenden Künste Wien) Lehárgasse 6, 1060 Wien Vorbesichtigung: 15. und 16. November 2005, jeweils 10-19 Uhr (Eingang zur Vorbesichtigung: eine Tür weiter, Lehárgasse 8). Der Katalog kann bei uns angefordert werden. Die Bilder sind auch online zu sehen: www.kunstasyl.at ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Asyl in Not, Währingerstraße 59, A-1090 Wien Telefon +43/1/408 42 10, Fax +43/1/405 28 88 mailto:office at asyl-in-not.org http://asyl-in-not.org ================================================== 04 10. November: § 209-Gewissengefangener wieder vor Gericht "PF209" ================================================== § 209-Gewissengefangener in dritter Runde vor Gericht Der Oberste Gerichtshof hat - nach Verurteilung Österreichs durch den Europäischen Menschenrechtsgerichtshof - die Verurteilung jenes Mannes aufgehoben, der im Frühjahr 2001 von Amnesty International als erster Gewissengefangener auf Grund des antihomosexuellen Sonderstrafgesetzes § 209 StGB adoptiert worden ist. Im erneuerten Verfahren steht der Mann nun zum dritten Mal vor Gericht und wieder vor Richter Dr. Thomas Schrammel, der den Mann nur widerstrebend und über Auftrag des Oberlandesgerichtes Wien verurteilt hatte. Im Gerichtssaal erklärte Richter Schrammel wiederholt, dass der Angeklagte seinen jungen Freunden gegenüber so rücksichtsvoll war wie man sich das von manchen Ehemännern wünschen würde, die angeheitert nach Hause kommen und ihre ehelichen Pflichten einfordern. Justizminister Böhmdorfer verweigerte auch nach der Aufhebung des § 209 hartnäckig die Begnadigung des Mannes, den er als schlimmen Missbraucher darstellte. Erst vor dem Menschenrechtsgerichtshof kam Österreichs erster Gewissensgefangener im Februar 2005 zu seinem Recht. Die Hauptverhandlung findet statt am Donnerstag, 10. November 2005 (10.30) Landesgericht für Strafsachen Wien Wien 8, Wickenburggasse 22 Saal 309 (3. Stock) Die Verhandlung ist öffentlich. Jede/r, der/die mindestens 14 Jahre alt und unbewaffnet ist, hat Zutritt. Es wird jedoch darauf hingewiesen, daß die Veröffentlichung des Bildes bzw. des Namens (auch abgekürzt oder Initialen) des Beschuldigten gesetzlich verboten ist und ausdrücklich untersagt wird. Dies gilt auch für jede sonstige Veröffentlichung, die Rückschlüsse auf die Identität des Beschuldigten zuläßt. Rückfragehinweis: Plattform gegen § 209, Tel.: 01/8763061, 0676/3094737, office at paragraph209.at, www.paragraph209.at Der Hintergund: Der 37jährige homosexuelle Mann wurde auf Grund eines Haftbefehls des Landesgerichts für Strafsachen Wien festgenommen, weil er im Verdacht stand, mit Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren sexuelle Kontakte gehabt zu haben, was nach österreichischem Recht nur zwischen Männern, nicht aber bei Heterosexuellen und Lesben strafbar ist (§ 209 StGB). Die Gendarmerie berichtete dem Gericht, dass sie auf Grund eines "vertraulichen Hinweises" (von wem wurde nicht offengelegt) erfuhr, dass der Mann eine sexuelle Beziehung mit einem 15jährigen jungen Mann hat. Nachdem sich auf Grund der "im Umfeld getätigten Erhebungen" der Verdacht erhärtet habe, holten sie den Jugendlichen von der Schule und befragten ihn insbesondere zu mutmaßlich von ihm selbst begangenen Ladendiebstählen und anderen Delikten. Dabei verhörten sie ihn auch intensiv über seinen Freund, wobei er die sexuelle Beziehung bestätigte. Bei der Vernehmung (die am ersten Tag über 9 Stunden und am zweiten Tag 2 ½ Stunden dauerte) betonte der Jugendliche, dass der Mann ihn liebt und dass alle sexuellen Kontakte in vollem Einvernehmen erfolgten. Die Gendarmeriebeamten behaupteten dann einen angeblichen Verdacht des Besitzes von kinderpornographischem Material und erwirkten einen auf § 207a StGB gestützten Hausdurchsuchungsbefehl., obwohl (bis heute) nicht auch nur der leiseste Hinweis in diese Richtung besteht. Gegenüber der Staatsanwaltschaft behaupteten sie auch, daß sich in der Wohnung des Mannes ein 15jähriger Junge befinde und der Mann auch mit diesem sexuelle Kontakte habe, obwohl es keinerlei Hinweise auf solche sexuellen Kontakte gab und die Beamten wußten, daß dieser Jugendliche nur einen Monat vor seinem 18. Geburtstag stand. Die Gendarmerie muß den Mann derart als gefährlichen "Kinderschänder" hingestellt haben, daß er vom Gericht als "hemmungslosen Triebtäter" (wörtliches Zitat aus dem Haftbefehl!) in Haft genommen wurde. Der Mann wurde festgenommen, seine Wohnung durchsucht und er selbst dreimal intensiv einvernommen. Während dieser Verhöre (von denen die letzten beiden mehr als 6 Stunden dauerten) gestand er die sexuelle Beziehung mit dem oben erwähnten und drei anderen Jugendlichen innerhalb der letzten sieben Jahre. Nach seiner Einlieferung in das Landesgericht für Strafsachen Wien wurde über ihn die Untersuchungshaft verhängt. Alle Jugendlichen waren zum Zeitpunkt der Kontakte über 14 Jahre alt. In allen bis auf einen Fall erschöpften sich die sexuellen Kontakte in (gegenseitiger) Masturbation. In nur einem einzigen Fall hat er einen Jugendlichen oral befriedigt. Der Mann ist unbescholten und in leitender Position in der Privatwirtschaft tätig. Auf Grund der Haft musste er auch um seinen Arbeitsplatz fürchten. Die "Plattform gegen § 209" informierte Amnesty International, die den Mann umgehend als Gewissengefangenen adoptierten und seine sofortige Freilassung forderten. Es ist viele Jahre her, dass ein österreichischer Gefangener durch das Londoner Internationale Sekretariat von amnesty gemäß deren strengen Richtlinien als Gewissengefangener adoptiert wurde. Selbst die österreichische Amnesty-Sektion konnte sich an den letzten Fall nicht mehr genau erinnern. Der Generalsekretär von Amnesty-Österreich, Mag. Heinz Patzelt, hat die Haftverhandlung als Vertrauensperson des Inhaftierten besucht, in der die Staatsanwaltschaft auf der Fortsetzung der Haft bestand. Die Untersuchungsrichterin folgte allerdings den Argumenten der Verteidigung, erfüllte die Forderung von Amnesty und entließ den Mann aus der Haft. Im August 2001 hat das Landesgericht für Strafsachen Wien (Richter Dr. Thomas Schrammel) dann von der Möglichkeit der Diversion Gebrauch gemacht (§ 90a ff StPO) und das Verfahren gegen Zahlung einer Geldbuße von öS 20.000,-- eingestellt. Zur Begründung führte der Richter u.a. an, daß der Angeklagte so rücksichtsvoll mit seinen Partnern umgegangen sei, wie er sich "das bei manchen Heterosexuellen, die nach ein paar Bier auf eheliche Pflichten pochen, wünschen" würde. Der Staatsanwalt hat gegen die Einstellung Beschwerde erhoben, woraufhin das Oberlandesgericht (Vorsitz: Dr. Gerhard Gallent), ohne mündliche Verhandlung, die Entscheidung aufgehoben und dem Erstgericht die Fortsetzung des Verfahrens aufgetragen hat. Der Angeklagte habe schwere Schuld auf sich geladen und daß er rücksichtsvoll und einfühlsam vorgegangen sei, sei irrelevant. Was die Menschenrechtswidrigkeit des § 209 anlangt, verwies das OLG auf ein "abschlägige(s) Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes von Anfang Dezember 2001" , obwohl es ein solches (inhaltliches) Erkenntnis des VfGH vom Dezember gar nicht gab. Vielmehr hat der VfGH am 29. November in einem (rein formalen) Beschluß ausdrücklich und unmissverständlich appelliert, diesen Beschluß nicht in diesem Sinne mißzuverstehen, daß § 209 StGB verfassungsmäßig sei. Den Richtern war sowohl der Beschluß des VfGH bekannt als auch die Beschlüsse des Europäischen Menschenrechtsgerichtshofs, mit denen er im Dezember 2001 die ersten Beschwerden in Sachen § 209 für zulässig erklärt hatte. In seiner zweiten Entscheidung wiederholte Richter Dr. Schrammel dann seine Feststellung vom Sommer 2001, daß der Angeklagte so "rücksichtsvoll und einfühlsam" mit seinen Partnern umgegangen ist, wie er sich "das bei manchen Heterosexuellen wünschen" würde, "die am Monatsersten auf die ehelichen Pflichten pochen und sich einen Schmarren darum kümmern, was der Partner will". Er zitierte aus den Akten Aussagen der Jugendlichen, in denen sie ihr Unverständnis über die Verfolgung ihres Freundes bekundeten, der "immer so lieb" zu ihnen gewesen ist, und weigerte sich ausdrücklich, sie als "Opfer" zu bezeichnen. Daher machte Richter Schrammel vom außerordentlichen Milderungsrecht Gebrauch und verhängte drei Monate bedingter Freiheitsstrafe; denn eigentlich sah der Strafrahmen für das "Sexualverbrechen" des § 209 sechs Monate bis fünf Jahre Haft vor. "Das ist genau so wie bei einer Vergewaltigung, wo eine Frau traumatisiert wird", gab der Richter kopfschüttelnd zu bedenken. "Ich bin halt an das Gesetz gebunden", erklärte er. Das Oberlandesgericht Wien bestätigte noch fünf Monate nach Aufhebung des § 209 die Verurteilung des Gewissensgefangenen und verweigerte auch dann noch eine Verfahrenseinstellung ("Diversion"), weil der Mann, so die Senatspräsidentin damals zum Angeklagten, durch die Kontakte mit den (14- bis 18jährigen!) "Kindern" "schwere Schuld" auf sich geladen habe. Auch Justizminister Böhmdorfer weigerte sich trotz Aufhebung des § 209, den Gewissensgefangenen dem Bundespräsidenten zur Begnadigung vorzuschlagen. Erst vor dem Menschenrechtsgerichtshof kam Österreichs erster Gewissensgefangener im Februar 2005 zu seinem Recht. Die Republik Österreich musste dem Gewissensgefangenen nun EUR 30.500,-- Schadenersatz zahlen. An Beitrag zu den Anwaltskosten als auch an Ersatz für die Belastungen durch das Strafverfahren, insb. durch das an die Öffentlichkeit Zerren intimster Details seines Privatlebens; und für die zwei Wochen Untersuchungshaft. Die Verfahren waren für den Gewissengefangenen schwer erschütternde Ereignisse in seinem Leben mit nach wie vor erheblichen emotionalen und psychischen Folgen, so die Richter. Insgesamt musste die Republik den bislang neun erfolgreichen § 209-Beschwerdeführern über EUR 300.000,-- Schadenersatzzahlungen leisten. ================================================== 05 Newsletter andersrum.gruene.at Andersrum Newsletter ================================================== ******************************************** Newsletter andersrum.gruene.at mit den neuen Headlines seit 27. 10. 2005 09:01 ********************************************* ******* INHALT ******* - Marco Schreuder hat Mandat im Landtag errungen - Die Grünen Andersrum sagen: Danke! ***************************************** *** Marco Schreuder hat Mandat im Landtag errungen *** 27. Oktober 2005 Neben Marco Schreuder ziehen acht lesbische, schwule, bisexuelle und transgender KandidatInnen in die Bezirksvertretungen ein. Im 15. Bezirk wird Jennifer Kickert Bezirksvorsteher- Stellvertreterin. http://www.gruene-andersrum.at/wien/artikel/lesen/3424/1396/ ***************************************** *** Die Grünen Andersrum sagen: Danke! *** 27. Oktober 2005 Die Wiener Wahl ging mit einem Plus zu Ende. Zu Platz 2 hat es zwar leider nicht gereicht, aber wir freuen uns auf die zukünftige Aufgaben. Wir bedanken uns bei allen FreundInnen, die uns... http://www.gruene-andersrum.at/wien/artikel/lesen/3423/1396/ ============================ http://andersrum.gruene.at/ ============================ ================================================== 06 Graz/Gemeinderat/Stadträtin Kahr/Stellungnahme "Parteder Franz" ================================================== PRESSEMITTEILUNG DES GRAZER KPÖ-GEMEINDERATSKLUBS Donnerstag, 3. November 2005 Elke Kahr zur KPÖ-Stadträtin in Graz gewählt Der Grazer Gemeinderat wählte ein seiner Sitzung am 3. November Elke Kahr (44) als Nachfolgerin von Ernest Kaltenegger zur Wohnungsstadträtin der steirischen Landeshauptstadt. Sie erhielt alle Stimmen von KPÖ, ÖVP, SPÖ und Grünen. Elke Kahr in einer ersten Stellungnahme: "Es geht darum, in den kommenden Jahren in Graz die Wohnungspolitik fortzusetzen, die mit dem Namen Ernest Kaltenegger verbunden ist. Das wird nicht leicht werden. Wir müssen den Einbau von Nasszellen fortsetzen, damit die Losung "Ein Bad für jede Gemeindewohnung" Wirklichkeit wird, es geht um die Sanierung weiterer Gemeindebauten und um den Neubau von Wohnungen zu erschwinglichen Mieten. In diesem Zusammenhang möchte ich vor allem das Projekt Grünanger nennen. Mir ist bewusst, dass sich die finanziellen Rahmenbedingungen auch für das Wohnungsressort verschlechtert haben und weiter verschlechtern werden, wenn die Stadt Graz nicht durch Land und Bund in stärkerem Ausmaß als bisher unterstützt wird. Wie mein Vorgänger werde ich aber darauf schauen, dass es zu keinen Belastungen für die Bevölkerung kommt. Ganz entschieden wende ich mich gegen jede Form der Ausgliederung oder des Verkaufs der Grazer Gemeindewohnungen. Ich freue mich darüber, dass es im Wohnungsamt und im Stadtratsbüro ein sachkundiges und eingespieltes Team gibt, das umsichtig und aktiv im Sinne der BürgerInnen arbeitet." Sie betonte auch die gute Zusammenarbeit mit ihrer KPÖ-Kollegin im Stadtsenat, Wilfriede Monogioudis. Nachfolger von Elke Kahr als Klubobmann der KPÖ ist Gemeinderat Sepp Schmalhardt, Gemeinderätin Ina Bergmann wurde zu seiner Stellvertreterin gewählt. In der Sitzung am 10. November wird Christine Schönberg (53) als Gemeinderätin nachrücken. Die bisherige Bezirksvorsteherstellvertreterin in Jakomini hat in dieser Funktion bereits große kommunalpolitische Erfahrungen gesammelt. Als neuer Bezirksvorsteherstellvertreter in Jakomini wird der bisherige Bezirksrat Herbert Wippel (38) vorgeschlagen. Rückfragehinweis: 872 2151 ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< SOLIDARITÄT WELTWEIT ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 07 [CUADPUpdate] 1, 000th Execution - Get Ready Now to TAKE ACTION! "Abraham J. Bonowitz" ================================================== Sent to ALL Abolitionists - At least once! Please Excuse Cross-posts Please Forward Greetings All, Before the end of the year, the United States is expected to reach the appalling milestone of its 1000th execution in the current death penalty era (post-Furman/1972 to present). A committee has been working to develop resources with which anyone can TAKE ACTION. We must make the most of this opportunity to raise awareness about the issue and point out the many examples which demonstrate why the death penalty is a public policy failure. TAKE ACTION INDIVIDUALLY: Visit www.1000executions.org to track the grim countdown to 1000, and to add your photo and message to the collection of photos of people (and a few pets, too) who are standing up to say "NO!" Draft your letters to the editor and your state and national elected officials. And see below to take part in collective actions. IF YOU ARE AN ACADEMIC, OR A FAITH COMMUNITY LEADER, OR IF YOU KNOW SUCH PERSON(S), we are seeking signatures on several "sign-on letters." We have two open letters -- one from faith leaders and one from law school, graduate, and undergraduate professors -- for which we aim to secure 1,000 signatures (each). Please help by circulating the letters to local faith leaders and academics and asking them to sign. To receive a brief introductory message and the letters in a separate email, for easy forwarding, send a request to Kristin Houle . TAKE ACTION LOCALLY: Write to Kristin Houle to request the Grassroots Organizing Kit that has been developed for this occasion. On pages 11-12, you will find Ideas for Local Action. PLAN NOW to organize an event around this ugly milestone, and post your plans on the dedicated website, www.1000executions.org. IS YOUR STATE GROUP INVOLVED?: If you have not heard about your state abolitionist organization's plans to participate in this national action, please contact your state organization to request the details and to offer your assistance. PLAN TO BE ON SITE: If at all possible, plan to be part of the protest at the site of the 1000th execution. The location/date is a moving target. When we planned actions around the 500th extermination in 1998, the date changed four times in the week leading up to #500. Currently the schedule suggests that #1000 will be in Ohio, Virginia or North Carolina. California and Texas are outside, but very real, possibilities. More details will be posted as the date looms closer. POSSIBLE NONVIOLENT CIVIL RESISTANCE: The on-site action team is considering a separate protest at the time of the execution that may involve risking arrest. Such an action, if it happens, would be distinct from the main legal protest so as not to discourage protesters not seeking to risk arrest. We did this with no problems what-so-ever at the 500th execution. If you would consider joining the Abolitionist Action Team in this aspect of the protest at the site of the 1000th execution, please e-mail . SUPPORT THE ABOLITIONIST ACTION COMMITTEE'S ON-SITE ACTION TEAM. We'd like to develop special banners and signs for use at the execution site. Also, because the date is a moving target, we may need to purchase last-minute plane tickets to ensure the presence of the volunteer leaders developing and implementing direct action plans for the site of the 1000th execution. We would also like to assist additional activists who might travel to the site but who would need help to do so. If you can donate frequent flier tickets, please e-mail . To donate funds to this particular aspect of the organizing around #1,000, please visit https://www.compar.com/donation/donateform.html -- be sure to check the funds designation box that says "The Upcoming Abolitionist Action Committee Event." Thank You. Yours in the Struggle, --abe **************************************************************** The Abolitionist Action Committee is an ad-hoc group of individuals committed to highly visible and effective public education for alternatives to the death penalty through nonviolent direct action. AAC c/o CUADP PMB 335 2603 NW 13th Sr. Gainesville, FL 32609 800-973-6548 http://www.abolition.org **************************************************************** For financial & legal purposes only, the AAC is a project of CUADP CONTRIBUTIONS TO CUADP ARE NOT TAX DEDUCTIBLE A COPY OF THE OFFICIAL REGISTRATION AND FINANCIAL INFORMATION MAY BE OBTAINED FROM THE [FL] DIVISION OF CONSUMER SERVICES BY CALLING TOLL FREE 800-435-7352 (FL only) OR 850-413-0840. REGISTRATION DOES NOT IMPLY ENDORSEMENT, APPROVAL, OR RECOMMENDATION BY THE STATE. REGISTRATION # SC-11170. NO PROFESSIONAL SOLICITOR IS CURRENTLY ENGAGED WITH CUADP. 100% OF ANY CONTRIBUTION GOES TO THE ORGANIZATION. ================================================ C) TERMINE ================================================ ======================== Dienstag http://www.mund.at/butt/Termine/November/0411.htm Mittwoch http://www.mund.at/butt/Termine/November/0511.htm Donnerstag http://www.mund.at/butt/Termine/November/0611.htm ======================== ================================================ D) EDITORIAL ================================================ Für den Inhalt verantwortlich: Ihr. E-Mail-Adresse für Beiträge: widerstand at no-racism.net geschickt. widerst at nd MUND und alle Termine täglich aktualisiert im Web: http://www.no-racism.net/MUND Ziel von MUND (medienunabhängiger Nachrichtendienst) ist die unzensurierte und möglichst rasche Information über gesellschafts- politisch relevante Termine, Hinweise und Diskussionsbeiträge zu Widerstand und Antirassismus sowie verwandte Themen. sollen einen Titel, Namen und Emailadresse der/des AutorIn enthalten und möglichst kurz und prägnant gehalten sein, ev. mit Hinweis, wo weitere Informationen eingeholt werden können. Bitte keine Attachments! Die inhaltliche und sachliche Verantwortung liegt bei der/dem jeweiligen AutorIn bzw. jenen, die uns die Beiträge schicken. Der MUND wird von einzelnen TagesredakteurInnen zusammengestellt. Da Fehler nicht ausgeschlossen sind, bitten wir, nicht veröffentlichte Beiträge nochmals an widerstand at no-racism.net zu senden. Die Weiterleitung (auch auszugsweise) ist erwünscht. Beiträge mit rassistischen oder sexistischen Inhalten werden nicht veröffentlicht. Sehr persönliche Meldungen werden wir an den betreffenden Adressaten weiterleiten, aber nicht im MUND veröffentlichen. Die bisherigen Ausgaben sind unter http://www.no-racism.net/MUND archiviert. Terminankündigungen bitte nach folgender Vorlage: * Wann: Sonntag, 11.11.2001, 11:11 Uhr * * Was: Maskenball: Motto "Schwarzblau ist die Haselnuss" * * Wo: Villa Morgenrot, Grüner Anger 42, 2001 Wendendorf * * Kommentar: Anreise per Anhalter. Maskenzwang. Ende nie. Aber kurz und prägnant.* Die Rubrik "Redaktionelles" am Ende der Ausgabe ist u.a. eine Konsequenz aus der Notwendigkeit, sexistische, antisemitische und rassistische Beiträge nicht zu veröffentlichen, ohne jedoch stillschweigend Zensur zu üben. Hier wird - in anonymisierter Form - auf angehaltene Beiträge hingewiesen und eine kurze Begründung der Tagesredaktion für die Nichtaufnahme geliefert. (Weitere Gründe einen Beitrag nicht aufzunehmen sind z.B.: Attachments, kein erkennbarer Bezug zu den breit gestreuten Themen des MUND, Werbesendungen, sinnlose Kettenbriefe.) Die AbsenderInnen der betroffenen Beiträge werden hiervon informiert. Im Sinne einer "gläsernen Zensur" könnt ihr Euch die Beiträge gerne extra schicken lassen: Ein kurzes Mail an widerstand at no-racism.net genügt. ================================================ E) VERTEILERLISTE ================================================ Zur Eintragung in diesen Verteiler bitte direkt subskribieren unter http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/analle oder von der einzutragenden Adresse aus ein mail schicken an: admin at no-racism.net mit folgendem Text: subscribe no-racism Bitte wegen Automatisierung diesen Wortlaut verwenden! Zur Austragung aus dieser Liste bitte an aus Einsendungen an zusammengestellt. Bitte keine Attachments! (werden nicht angenommen) Für diese Ausgabe nicht aufgenommen: Ein Beitrag mit Bezug zum IL/Pal-Konflikt Redaktionsschluss für diese Ausgabe: 20:00 Uhr III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III widerst at nd-MUND is powered by http://alt.strg.at/ From analle at no-racism.net Mon Nov 7 08:00:49 2005 From: analle at no-racism.net (=?iso-8859-1?q?MUND=3A_medienunabh=E4ngiger_Nachrichtendienst?=) Date: Mon, 7 Nov 2005 08:00:49 +0100 Subject: MUND: Montag, 7. November 2005 Message-ID: <000b01c5e368$fd2e48a0$4e046d50@chello.at> widerst at nd MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst Montag, 7. November 2005 www.no-racism.net/mund MedieninhaberInnen seid Ihr! ================================================ A) INHALT ================================================ ================================================ 01 Geheimsache Leben von: office at geheimsache.at ================================================ <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN/ANKÜNDIGUNGEN <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 02 [al_news] Rotes Kino, Vol. 16: "Der Vierte Weltkrieg" von: al at sozialismus.net ================================================ 03 [kinoki-mikrokino] #129 - Di 8.11., depot: NOVEMBER (Hito Steyerl, René Vienet) von: p at kinoki.at ================================================ 04 [Depot-news] Programm 8.-11. November von: depot-news at mailman.sil.at ================================================ 05 Tod im Afrikadorf: Veranstaltung zum Prozessende am 9. Nov 2005 von: global at no-racism.net ================================================ 06 einladung zu einem abend der poesie und musik auf spanischer sprache von: tamara.haprichkov at gmx.at ================================================ 07 27.11. Literatursalon / Eric-Emmanuel Schmitt im Rabenhof von: rabenhof_presse at gamuekl.org ================================================ 08 Einladung zur PK: Schwermetallvergiftung in UN-Lagern im Kosovo - Missbrauch deutscher Hilfsgelder befürchtet von: gfbv.austria at chello.at ================================================ <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN/MEINUNGEN/KOMMENTARE <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 09 Entwicklung im Prozess zum Tod im Afrikadorf: Urteilsspruch wird verschoben von: fewor at no-racism.net ================================================ 10 [SOSMM - Info] Operation Spring - Protestinserat - last call ! von: operationspring at sosmitmensch.at ================================================ 11 OPERATION SPRING - 7. Kinowoche startet! - Pressegespräch am 8.11. - Protestinserat: Last Call - Filmpreis: Sehnsucht nach Glamour? - Was fehlt? von: tristan.sindelgruber at chello.at ================================================ 12 GLB/Lohnnebenkosten/Wohnbauförderung/Industriellenvereinigung von: glb at aon.at ================================================ 13 Seniorenclub oder lieber Golden Girls? | Ausstellung "geheimsache:leben" von: norbert.fischer at gruene.at ================================================ 14 Format: Fritz Edlinger bestätigt den Erhalt von 100.000,- aus Oil for Food Geldern von: wadi.wien at gmx.at ================================================ <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< WELTWEIT <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 15 [gipfelsoli] Genua von: gipfelsoli-l at lists.nadir.org ================================================ 16 [gipfelsoli] Genua von: gipfelsoli-l at lists.nadir.org ================================================ 17 Die kurdische Frage ist in der Türkei nach wie vor ungelöst von: wadi.wien at gmx.at ================================================ 18 Syria's opposition creeps out of the shadows as crisis grows von: wadi.wien at gmx.at ================================================ 19 Lesenswertes zu Venezuela von: office at venezuela-info.net ================================================ 20 Agency-News Venezuela von: office at venezuela-info.net ================================================ 21 [gipfelsoli] Gleneagles -- St. Petersburg von: gipfelsoli-l at lists.nadir.org ================================================ 22 Äthiopien: Drohender Krieg überschattet Bonner Afrika-Konferenz von: gfbv.austria at chello.at ================================================ 23 [CUADPUpdate] Birmingham News: A Death Penalty Conversion von: abe at cuadp.org ================================================ ================================================ B) TEXTE ================================================ ================================================ 01 Geheimsache Leben von: office at geheimsache.at ================================================ endlich! Die technischen Störungen im Gebäude sind behoben und die Ausstellung geheimsache:leben schwule und lesben im wien des 20. jahrhunderts ist ab Freitag, 4. November, 11 Uhr zugänglich und damit ungeheime, öffentliche Geschichte. Wir freuen uns auf alle BesucherInnen und bitten all jene, die uns unterstützen wollen, dieses Mail an möglichst viele Menschen weiterzuleiten. Bis bald in der Neustifthalle! Führungen können unter der Tel.-Nr. 0664/56 021 56 gebucht werden. Neustiftgasse 73-75, 1070 Wien Dienstag - Sonntag von 11 - 19 Uhr Freitag bis 21 Uhr Alle Details zur Ausstellung unter: www.geheimsache.at <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN/ANKÜNDIGUNGEN <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 02 [al_news] Rotes Kino, Vol. 16: "Der Vierte Weltkrieg" von: al at sozialismus.net ================================================ AL-Newsletter Nr. 156 --------------------------- 1. Rotes Kino, Vol. 16: Der Vierte Weltkrieg ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ 1. Rotes Kino, Vol. 16: Der Vierte Weltkrieg "ein radikaler Schrei aus den vordersten Fronten des Krieges gegen die Menschen" Naomi Klein, Autorin von 'No Logo!' Der Vierte Weltkrieg taucht das Publikum in die vordersten Fronten aktueller sozialer Konflikte in Mexiko, Argentinien, Israel/Palästina, Korea, Südafrika, Nordamerika und Europa ein. Millionen Obdachlose in Südafrika kämpfen für das Recht auf eine Unterkunft und gegen die Wasserprivatisierung. In Chiapas vertreiben Indigenas die Armee der mexikanischen Regierung, die ihr Land an den globalen Markt ausverkauft. Nach dem ökonomischen Zusammenbruch in Argentinien im Dezember 2001, sehen wir den Aufstand und den Versuch einer Bevölkerung, ein Leben jenseits von Staat und Markt zu organisieren. Nach einer drastischen Liberalisierung des Arbeitsmarktes in Süd- Korea 1997 gehen Millionen Arbeiter und Arbeiterinnen auf die Straße in einem der größten Streiks der jüngsten Geschichte. Massiver ziviler Ungehorsam gegen Wirtschafts- und Regierungsgipfel in Quebec und Genua lösen bürgerkriegsähnliche Zustände in den Metropolen der Industriestaaten aus. Hier kommen Menschen zu Wort, die sich weigern sich dem Terror zu beugen und die ihre Träume von einer gerechten Welt nicht durch Armeen, Angst oder Verzweiflung besetzen lassen. Ein Film, der mit inspirierenden Bildern und poetischen Worten über die weltweiten sozialen Bewegungen gegen Neoliberalismus erzählt. Er zeigt eine Welt, die zunehmend auf Gewalt und den sogenannten "Krieg gegen den Terror" angewiesen ist, um ihre Regierbarkeit aufrecht zu erhalten. Der Vierte Weltkrieg 2003, 74 min Regie: Cinerebelde Eintritt frei! (Die AL freut sich über Spenden) Großbildleinwand Montag, 07.11., 19.30 Uhr Amerlinghaus, Stiftgasse 8, 1070 Wien (U3 Neubaugasse, Ausgang Stiftgasse) Wir freuen uns auf euer Kommen! Eure AL-Antifaschistische Linke ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ AL-Antifaschistische Linke Gegen Rassismus, Sexismus, Sozialabbau! Für Solidarität und Sozialismus! mail: al at sozialismus.net web: www.sozialismus.at phon: ++43 (0) 699 817 15 915 post: AL c/o Amerlinghaus, Stiftgasse 8, A-1070 Wien ================================================ 03 [kinoki-mikrokino] #129 - Di 8.11., depot: NOVEMBER (Hito Steyerl, René Vienet) von: p at kinoki.at ================================================ hallo, kommenden dienstag ist hito steyerl mit NOVEMBER im mikrokino zu gast. wir laden herzlich zu diesem abend bei freiem eintritt im depot, an dem wir auch einen klassiker des situationistischen (anti-)kinos zeigen: LA DIALECTIQUE PEUT-ELLE CASSER DES BRIQUES? unten gibts die vorschau auf unsere dezember-veranstaltung zum jugoslawischen partisanInnenfilm sowie hinweise auf die gerade laufende juedische filmwoche, verlaengerte spieltermine von ARTIKEL 7 - UNSER RECHT und schließlich auf einen kinoki-videoabend im kontext der auffuehrung von elfriede jelineks STECKEN, STAB UND STANGL, welche uebrigens am 16.11. premiere hat! siehe http://www.steckenstabundstangl.info/ mit herzlichem gruss, kinok p KINOKIS MIKROKINO Politische Filmabende, 1x monatlich im depot bei freiem Eintritt. kinoki. Verein für audio-visuelle Selbstbestimmung mikrokino at kinoki.at | http://www.kinoki.at Newsletter subskribieren bzw. abbestellen unter: http://www.kinoki.at/mailman/listinfo/kinoki-mikrokino Förderpreis Politische Kulturarbeit 2004 der IG Kultur Österreich. Einladung #129 Dienstag 8.11.2005, 19:00, freier Eintritt. depot, Breite Gasse 3, 1070 Wien, http://www.depot.or.at/ #129 kinokis mikrokino präsentiert: Hito Steyerl DIE EPOCHE DES NOVEMBER November Hito Steyerl, A/D 2004, Schnitt: Stefan Landorf, Assistenz: Yasmina Dekkar. Englische Originalfassung, 25 Minuten, DVD. "An age that has lost its gestures is, for this reason, obsessed by them. For human beings who have lost every sense of naturalness, each single gesture becomes a destiny. And the more gestures lose their ease under the action of invisible powers, the more life becomes indecipherable". (Agamben 2000:53) Meine beste Freundin als ich 17 war, hiess Andrea. Wolf. 1998 wurde sie als kurdische Terroristin in Ostanatolien erschossen. In Deutschland wurde sie gesucht. Sie wurde verdächtigt, die Rote Armee Fraktion bei der kompletten Zersörung des Abschiebegefängnisses in Weiterstadt unterstützt zu haben. 1996 beschloß sie, nach Kurdistan zu gehen, um sich der Frauenarmee der PKK anzuschliessen. Sie nahm den Namen Ronahi an, und trainierte für einige Monate mit der Frauenarmee, meist in Lagern in Nordirak. Im Oktober 1998 wurde ihre Einheit von der türkischen Armee nah an der irakischen Grenze aufgespürt. Ein schweres Gefecht fand statt. Nur einige der Kämpfer überlebten. Sie waren unter schwerem Helikopterbeschuss. Die meisten Überlebenden versteckten sich in einem Erdloch. Später erzählt eine dieser Zeuginnen, Andrea sei nach ihrer Gefangennahme, vermutlich durch Angehörige der türkischen Sicherheitskräfte, exekutiert worden. "Gesture is the name of this intersection between life and art, act and power, general and particular, text and execution. It is a moment of life subtracted from the context of individual biography as well as the moment of art subtracted from the neutrality of aesthetics: it is pure praxis." (Agamben 2000:79) Der Film November stellt die Frage nach dem, was heute Terrorismus genannt wird und früher Internationalismus genannt wurde. Die Arbeit untersucht die Gesten und Posen, die damit in Verbindung stehen, und ihr Verhältnis zur Populärkultur, vor allem dem Kino. Der Ausgangspunkt des Films ist ein feministischer Kungfu-Film, den Andrea Wolf und ich zusammen auf S-8 drehten, als wir 17 Jahre alt waren. Jetzt ist dieser Amateurtrashfilm plötzlich ein Dokument geworden. November ist kein Film über Andrea Wolf. November ist kein Film über die Situation in Kurdistan. Er reflektiert stattdessen die Gesten der Befreiung nach dem Ende der Geschichte, wie sie in der Popkultur und durch reisende Bilder verbreitet werden. Der Film handelt von der Epoche des November, in der die Revolution vorbei zu sein scheint, und nur ihre Gesten weiter zirkulieren. Agamben, G. (2000) 'Notes on Politics' Means Without End: (Theory Out of Bounds, V. 20), trans Binetti, V & Casarino, C University of Minnesota Press. La dialectique peut-elle casser des briques? (Can dialectics break bricks ? / Kann die Dialektik Ziegelsteine zerbrechen?) René Viénet & Gerard Cohen, F 1973, Französische Originalfassung mit englischen Untertiteln, 90 Minuten, VHS. ,,Stellen Sie sich einen Kung-Fu-Film vor, in dem die Kampfkünstler situationistische Aphorismen über die Überwindung der Entfremdung von sich geben, während dekadente Bürokraten sich ironisch über eine abgewürgte Revolution auslassen. Genau das begegnet Ihnen in René Viénets greller Zweckentfremdung eines chinesischen Faustkampffilmes. Viénet, ein einflussreicher Situationist, entfernte den Soundtrack von dem mittelmäßigen Hong Kong-Export und pappte seine eigenen wahnwitzigen Dialoge darauf. (...) Eine brilliante, bittere und aufrührerische Kritik am Scheitern des Sozialismus, worin die Kampfkünstler ideologische Rückschläge durch theoretische Vorstöße nach Debord, Reich und anderen kontern. (...) Viénet zielt auch auf den Mechanismus des Kinos und die Art, wie dieser der Ideologie dient." (Pacific Film Archive, Berkeley 1992) Gespräch mit Hito Steyerl. *** Vorschau: Dienstag 6. Dezember, 19:00 kinokis mikrokino #130 Hvala partizanke! Der jugoslawische PartisanInnenfilm seit 1945 "Javol, Her Ober?turmbanfirer!" Lichtbildervortrag der PartizanInnenFilmForschungsBrigade. Ganz anders als in Österreich war die Geschichte des PartisanInnenkriegs das zentrale Narrativ der jugoslawischen Filmproduktion. Slavica Vjekoslav Afric, Jugoslawien 1947, 94 Min., OF mit dt. Live-Übersetzung (Jasmina Jankovic) Titelgebende Hauptfigur des Films ist die Partisanin Slavica, die mit Marin und einer Gruppe von der Fischerei-Kooperative ein gerade gebautes Fischerboot vor den italienischen Besatzern versteckt. Sie werden entdeckt und gefangen genommen, doch die Partisanen befreien sie. In der Folge nehmen sie an einer Reihe von deren Aktionen teil. Slavica stirbt schließlich in einer Seeschlacht und ihr Schiff, eines der ersten der jugoslawischen Kriegsflotte, wird nach ihr benannt. Slavica war die erste jugoslawische Spielfilm-Produktion nach 1945. Vjekoslav Afric drehte den Film mit bescheidenen Mitteln und fast ausschließlich mit LaiendarstellerInnen, die selbst bei den PartisanInnen gekämpft hatten. *** Hinweise: Am Donnerstag, 24.11. um 20 Uhr findet im Rahmen der Inszenierung von Elfriede Jelineks "Stecken, Stab und Stangl" um 19 Uhr 30 im ehemaligen jüdischen Theater im Nestroyhof. Nestroyplatz 1. ein KINOKI - Videoabend statt: Stefan Horvath, Zigeuner aus Oberwart Regie: Peter Wagner, A 2004, Video Stefan Horvath, der im aktuellsten Film Peter Wagners porträtiert wird, lebt in der Roma-Siedlung in Oberwart. 1995 verlor er bei der Detonation der Oberwarter Rohrbombe unweit der Siedlung einen Sohn. Danach litt er an Schlafstörungen zu jener Nachtzeit, als die Detonation passierte, bis er eines Tages ein probates Mittel zur Überbrückung dieser Zeit fand: er begann zu schreiben. Was er zunächst aufzeichnete, waren in der Ich-Form gehaltene Erzählungen seiner Elterngeneration, die den systematischen Mord an den Roma thematisieren. Gerade das, sagt er, sei das Problem der Roma: sie hätten sich niemals mit ihrer Deportation und Vernichtung während der NS-Zeit auseinander gesetzt. Stefan Horvath will mit seinen Erzählungen den Roma seiner Heimat eine Erinnerung nachliefern, von der er glaubt, dass sie vielfach befreiende, wenn auch teilweise schmerzhafte Wirkung haben könnte. In Anwesenheit von Stefan Horvath Mehr zur Inszenierung unter www.steckenstabundstangl.info *** Jüdische Filmwoche 2005 3.-17.11., Votivkino/De France http://www.jfw.at/ *** Artikel 7 - unser Recht! verlängert bis 10.11., Top Kino, 20:15 http://www.artikel7.at/ revolution will not be televised ************************************************* kinoki Gumpendorfer Str. 63B Buerogemeinschaft 1. Stock 1060 Wien Fax: ++43 (0)1 403 87 94-17 mikrokino at kinoki.at http://www.kinoki.at ================================================ 04 [Depot-news] Programm 8.-11. November von: depot-news at mailman.sil.at ================================================ Dienstag, 8. November, 19.00 November kinokis mikrokino #129 November ist ein feministischer Kung-Fu-Film, von Andrea Wolf und Hito Steyerl im Alter von 17 Jahren auf S-8 gedreht. Jetzt ist dieser Amateur- Trashfilm ein Dokument geworden. Denn 1998 wurde Wolf als kurdische Terroristin in Anatolien erschossen. Zuvor war sie in Deutschland gesucht worden, weil sie angeblich die Rote Armee Fraktion unterstützt hatte. René Viénets Zweckentfremdung eines chinesischen Faustkampffilmes wiederum ist eine Kritik am Scheitern des Sozialismus, worin die Kampfkünstler ideologische Rückschläge mit theoretischen Vorstößen nach Debord, Reich und anderen kontern. Viénet zielt auch auf den Mechanismus des Kinos und die Art, wie dieser der Ideologie dient. November (R: Hito Steyerl, A/D 2004), engl. OF, 25 Min. Can dialectics break bricks? (R: René Viénet & Gerard Cohen, F 1973), frz. OF mit engl. Untertiteln, 90 Min. Im Anschluss an die Vorführungen: Gespräch mit Hito Steyerl, Filmemacherin. Freitag, 11. November, 21.15 Camp im Kino Film & Theorie Regisseur Wayne Kramer gibt in seinem Film The Cooler Wohleingeführtem eine neue Wendung: dem Genre des Melodrams, der Idee eines ?Spielerparadieses?, dem Sprichwort vom ?Glück im Spiel und Pech in der Liebe?. Er tut dies auf eine doppelbödige Weise, die über ironisch-postmodernes Collagieren hinaus in die als Camp bezeichnete Ästhetik hineinreicht. Camp ist ein Begriff, der ? vor achtzig Jahren geprägt ? in den sechziger Jahren von Susan Sontag in einem folgenreichen Essay umrissen wurde. Er beschreibt eine Art der ästhetischen Produktion und Rezeption, die gekennzeichnet ist durch Übertreibung, Stilisierung und Ironie, verbunden mit einem gewissen Pathos und der Aura von Kult und Theatralik. Hans Christian Leitich, Filmredakteur The Cooler (R: Wayne Kramer, USA 2003) wird um 19.00 im cinemagic, gezeigt. ================================================ 05 Tod im Afrikadorf: Veranstaltung zum Prozessende am 9. Nov 2005 von: global at no-racism.net ================================================ Am Tag der Urteilsverkündung im Prozess zum Tod im Afrikadorf findet eine Diskussionsveranstaltung im EKH statt. ANKUENDIGUNGTEXT: Mittwoch, 9. November 2005, ab 20:30 Uhr Politdiskubeisl im EKH Wielandgasse 2-4, 1100 Wien http://med-user.net/ekh 9. November 1938 in Wien ... in dieser Nacht wurden 20.000 Menschen jüdischen Glaubens verhaftet, zahlreiche Synagogen niedergebrannt, Warenhäuser und Geschäfte jüdischer BesitzerInnen in Brand gesteckt, 36 Menschen ermordet und zahllose weitere verletzt. 9. November 2005 ... es kommt wieder zur Verfolgung von Menschen in Wien, diesmal aufgrund rassistischer Kriterien. Wir wollen im Rahmen der Diskussionsveranstaltung keine Gleichsetzung zwischen nationalsozialistischer Vernichtungspolitik und alltäglichen wie institutionalisierten Rassismen im 21. Jahrhundert vornehmen. Jedoch ist eine gewisse Ähnlichkeit zu den nationalsozialistischen Anfängen und unserer Gegenwart nicht von der Hand zu weisen. Seibane Wague starb am 15. Juli 2003 im Wiener Stadtpark im Rahmen eines rassistischen Polizei- und Rettungseinsatzes. Nun stehen zehn Beteiligte (6 PolizistInnen, 3 Sanitäter, 1 Notarzt) vor Gericht. Sie sind angeklagt der fahrlässigen Tötung von Seibane Wague. Das Thema Rassismus kam jedoch während des gesamten Prozesses nie zur Sprache, es wurde ausgeblendet. Medial gesehen kommt es zu einer TäterInnen-Opfer-Umkehr. Ob es zu einer Verurteilung kommt, können wir beim Verfassen dieser Zeilen nicht sagen, jedoch ist realistisch betrachtet nicht davon auszugehen, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Das sagt uns zumindest die Erfahrung aus vergleichbaren Vorfällen. Denn der Tod von Seibane Wague ist kein Einzelfall. Immer wieder kommt es in Österreich, in allen Ländern der Festung Europa zu Toten. Bewusst in Kauf genommen oder kaltblütig abgeknallt, wie erst kürzlich an den Zäunen der spanischen Enklaven Ceuta und Melilla in Marokko, oder beim Brand im Abschiebegefängnis Schipol am Flughafen in Amsterdam, bei de 11 Menschen ums Leben kamen. Dies sind die Auswirkungen einer rassistischen Politik, die wir an diesem Abend thematisieren wollen. U.a. stehen folgende Fragen zur Diskussion: - Welche Auswirkungen hat der Prozess zum Tod im Afrikadorf? - Warum werden die Verantwortlichen so gut wie nie zur Rechenschaft gezogen? - Wohin führen immer restriktivere rassistische Gesetzgebungen (wie Asyl- und Fremdenrechtsnovelle 2005)? - Und vor allem: Was können wir dagegen tun? Flyer als pdf: http://at.indymedia.org/usermedia/application/3/flyer09nov2005.pdf Weitere Informationen: http://no-racism.net http://afrikanet.info ================================================ 06 einladung zu einem abend der poesie und musik auf spanischer sprache von: tamara.haprichkov at gmx.at ================================================ Programm für den 11. November 2005 im Kulturzentrum CentrOnce Stadtteil Zentrum Simmering Schneidergasse 15. 1110 Wien centronce at chello.at Tel: 01 95 30 326 Freitag 11. November. 19:30 Uhr Dichterlesung mit der chilenischen Autorin Monika Haprichkov, (Matchornikova). seit dem 13. Lebensjahr schreibt sie Gedichte in spanischer Sprache. Lieder und Musik von Liedermacherin: ?Josephine? Tamara Haprichkov und Liedermacher:David Pressler. Eintritt:Frei ------------------------------------------------------------------------ Actividad del Taller Cultural Programa 11 de Noviembre 2005 CentrOnce StadtteilZentum Simmering Noviembre 2005 Viernes 11 de Noviembre. 19.30 hrs Noche de Poesía, Música y Canciones con la Poeta Chilena Mónica Haprichkov (Matchornikova) Lieder und Musik von Cantautor: Tamara Haprichkov und Cantautor : David Pressler. Bajo el seudónimo Matchornicova escribe desde los trece años. Salió semifinalista en el concurso de centro at centropoetico.com, quienes publicaron su poema "Canto XIII Sonidos del silencio", en un libro titulado: Regalos del Alma. Entrada: liberada. ================================================ 07 27.11. Literatursalon / Eric-Emmanuel Schmitt im Rabenhof von: rabenhof_presse at gamuekl.org ================================================ Sehr geehrte Damen und Herren, werte Redaktion, Thomas Gratzer und sein Rabenhof-Team freuen sich darauf, demnächst gemeinsam mit dem Publikum das nächste Kapitel im LITERATURSALON IM GEMEINDEBAU aufzuschlagen: Sonntag, 27. 11. 05 (11 Uhr/Matinee): ERIC-EMMANUEL SCHMITT liest ?Mein Leben mit Mozart? Moderation: Ao. Prof. Dr. Peter Cichon Die deutsche Übersetzung liest Florentin Groll Mozart endlich auch im Gemeindebau Theater! Noch bevor die Mozart- Hysterie des kommenden Jahres im ganzen Lande losstürmt, präsentiert das Rabenhof Theater ein Mozart-Buch der anderen Art: Eric-Emmanuel Schmitt, international bekannt geworden vor allem durch Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran, soll in einem früheren Leben ein großer Pianist gewesen sein. Seine Affinität zu Mozarts Musik im Speziellen verarbeitet er jetzt in literarischer Form: ?Eines Tages schickte mir Mozart eine Melodie. Und sie hat mein Leben verändert. Seitdem schreibe ich ihm oft. Wenn es im gefällt, antwortet er mir - immer überraschend, immer überwältigend schön.? Eric-Emmanuel Schmitt Mozart rettet Schmitt das Leben. Und sein Weihnachten. Und seine Erinnerungen. Wie? Das beantwortet der vielfach ausgezeichnete Schriftsteller ganz leicht und unbeschwert in sehr persönlichen Briefen, in Briefen, die eine Antwort sind auf die musikalischen Botschaften des verehrten Komponisten, und zugleich eine lebendige, mitreißende Einführung in dessen Werk. Schmitts Liebe zu Mozart ist unbeständig, gelegentlich schwindet sie, wird vergessen und gar verraten, nur um noch stärker zurückzukehren. Wahre Liebe eben. ?Ein neues Buch von Eric-Emmanuel Schmitt ist immer ohne Einschränkung zu genießen.? (Le Bien Public) BIOGRAFIE Eric-Emmanuel Schmitt geboren im März 1960 in St.-Foy-les-Lyon studierte in Lyon und Paris Zunächst Lehrbeauftragter für Philosophie an den Universitäten Besançon und Chambéry, begann er Anfang der 90er Jahre als Autor für Theater, Film und Fernsehen zu arbeiten. Seine erste Prosapublikation in deutscher Sprache Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran (2003 im Ammann Verlag) begeisterte Hunderttausende von Leserinnen und Lesern und wurde mit dem Deutschen Bücherpreis 2004 als »Publikumsliebling des Jahres« ausgezeichnet. Außerdem sind bereits erschienen: Oskar und die Dame in Rosa (2003), Die Schule der Egoisten (2004) und Das Kind von Noah (2004). RABENHOF THEATER A-1030 Wien; Rabengasse 3 Kartenreservierungs-Hotline: Tel. 01/712 82 82 Infos + Online-Reservierung unter: http://www.rabenhof.at Kartenpreise: ? 15,-- / ? 12,-- Beiliegendes Foto: Cabrol, Abdruck bei Namensnennung honorarfrei Wir ersuchen um Berichterstattung stehen in allen weiteren Fragen, für die Vereinbarung von Interviewterminen und die Reservierung Ihrer Pressekarten jederzeit sehr gerne unter Tel. 0699-1-913 14 11 oder rabenhof_presse at gamuekl.org zu Ihrer Verfügung. Pressefotos (Fotocredits siehe letzte Seite dieser Presseinformation) können unter http://www.gamuekl.org/rabenhofliteratursalon downgeloadet werden. Mit freundlichen Grüßen Gabriele Müller-Klomfar -- Rabenhof Presse Gabriele Müller-Klomfar Tel: +43-699-1-913 14 11 Fax: +43-1-913 14 11 rabenhof_presse at gamuekl.org ================================================ 08 Einladung zur PK: Schwermetallvergiftung in UN-Lagern im Kosovo - Missbrauch deutscher Hilfsgelder befürchtet von: gfbv.austria at chello.at ================================================ GESELLSCHAFT FÜR BEDROHTE VÖLKER EINLADUNG ZUR PRESSEKONFERENZ Berlin/Göttingen, den 04.11.2005 Untersuchungsteam der GfbV aus dem Kosovo zurück Stichproben erhärten furchtbaren Verdacht: 560 Roma in UN-Flüchtlingslagern im Kosovo droht tödliche Schwermetallvergiftung - GfbV befürchtet Missbrauch deutscher Hilfsgelder Den in drei Flüchtlingslagern der Vereinten Nationen (UN) im Kosovo untergebrachten 560 Roma droht eine tödliche Schwermetallvergiftung. Diesem furchtbaren Verdacht ist ein Untersuchungsteam der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) - darunter ein renommierter Umweltmediziner und ein Kameramann - nachgegangen, das vor wenigen Tagen aus dem Kosovo zurückgekehrt ist. Jetzt liegen die Ergebnisse der Analyse von 66 Haar- und Blutproben von Flüchtlingen vor. Sie bestärken die schweren Vorwürfe der GfbV gegen die UNMIK, die "zwischenzeitliche Verwaltungsmission der Vereinten Nationen im Kosovo", die für die drei vor allem mit Blei verseuchten Lager Zitkovac, Cesmin Lug und Kablare verantwortlich ist. Die UNMIK ignoriert - trotz eindringlicher Warnungen und Appelle der GfbV - die extreme gesundheitliche Gefahr für die Roma und ihre Kinder seit Jahren. Die Lager wurden unmittelbar nach der Nato- Intervention 1999 ganz in der Nähe von Abraumhalden einer Mine errichtet. Die GfbV befürchtet außerdem, dass die UNMIK die vor kurzem von Deutschland zur Verfügung gestellten 500.000 Euro nicht dafür nutzt, die Roma in Sicherheit zu bringen, sondern diese Gelder in die sinnlose Umsiedlung der Flüchtlinge in einen nur wenige Meter entfernten und deshalb von den Umweltgiften fast ebenso verseuchten ehemaligen Stützpunkt der französischen Kfor stecken will. Auf einer Pressekonferenz der GfbV wird der renommierte Umweltmedizi- ner Dr. Klaus-Dietrich Runow die Ergebnisse der Analyse von Haar- und Blutproben der Roma-Flüchtlinge sowie von Boden- und Wasserproben aus der unmittelbaren Umgebung präsentieren. Dazu laden wir Sie und Ihre Kolleginnen und Kollegen von den Bildredaktionen herzlich ein: PRESSEKONFERENZ am Dienstag, den 08. November 2005, um 10.30 Uhr im Hotel Albrechtshof, Albrechtstraße 8, 101117 Berlin (Mitte) mit - Dr. Klaus-Dietrich Runow, Ärztlicher Leiter des Institutes für Functional Medicine und Umweltmedizin IFU (Bad Emstal) - Tilman Zülch, GfbV-Generalsekretär - Paul Polansky, Leiter des GfbV-Kosovo-Teams Außerdem stehen Miradija und Argentina Gidzic vom GfbV-Kosovo-Team für Fragen zur Verfügung ebenso wie das GfbV-Untersuchungsteam mit Jasna Causevic (GfbV-Südosteuropa-Referentin), Francoise Geiger (Stiftung Vielfalt der Kulturen) und Frank Witte (GfbV- Aktionsreferent). ACHTUNG BILD- und TV-REDAKTIONEN: Das GfbV-Untersuchungs-team hat die Arbeit von Dr. Klaus-Dietrich Runow in den Flüchtlingslagern gefilmt und fotografiert und dabei die deprimierende Situation der Roma dokumentiert. Bei Interesse überlassen wir Ihnen gern Rohmaterial zur Durchsicht. Gern stellen wir Ihnen auch Fotos zur Veröffentlichung zur Verfügung. ====================================================== Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV) Inse Geismar, Pressereferentin Postfach 2024, D-37010 Goettingen Tel.+49/551/49906-25, Fax:++49/551/58028 E-Mail: presse at gfbv.de, Homepage:http://www.gfbv.de ====================================================== <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN/MEINUNGEN/KOMMENTARE <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 09 Entwicklung im Prozess zum Tod im Afrikadorf: Urteilsspruch wird verschoben von: fewor at no-racism.net ================================================ Die Urteilsverkündung im Prozess gegen die zehn Angeklagten wegen der fahrlässigen Tötung Seibane Wagues wird nicht wie vorgesehen am Freitag, 4. Nov 2005 stattfinden. Wann genau es zur Urteilsverkündigung kommen wird, wird sich erst klären. Im folgenden Infos zum 7. Prozesstag (3. Nov 2005) und Ankündigungen von Veranstaltungen zum Prozess. EIN PAAR ANMERKUNGEN ZUM VERLAUF DES 7. GERICHTSTAGES Am Donnerstag, 3. Nov 2005 kam es zur Einvernahme von drei Zeugen und anschließend zur Präsentation der medizinischen und eines polizeilichen Gutachtens. Alles verzögerte sich und schlussendlich wurde die Befragung der Sachverständigen nach der ersten Verteidigerin auf Antrag des zweiten Verteidigers abgebrochen, da die Konzentration aufgrund der lange dauernden und sehr intensiven Befragung nachließ. Somit findet am Freitag, 4. Nov 2005 ab 8:30 (Termin eine halbe Stunde früher!) die Befragung der Sachverständigen durch die VerteidigerInnen statt. Es ist unklar, wie lange dies dauern wird. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird jedoch nicht mehr genügend Zeit für die Einvernahme und das Schlussplädoyer bleiben. Da der Große Schwurgerichtssaal in den kommenden beiden Wochen immer von Mo-Fr besetzt ist, ist noch nicht klar, wie der weitere zeitliche Ablauf sein wird. So steht die Möglichkeit offen, den Urteilsspruch am Sa, 5. Nov oder am Sa, 12. Nov zu machen. Oder in einen kleineren Saal zu wechseln, in dem es jedoch nur insgesamt 48 Sitzplätze gibt. Doch schon am heutigen Tag, dem 4. Nov, waren wesentlich mehr Leute anwesend und es wird am letzten Gerichtstag wohl zu einem vermehrten Andrang von JournalistInnen kommen, weshalb in diesem Fall zahlreiche Leute keinen Platz im Saal haben werden. Dies bedeutet, dass es im Falle einer Verlegung in einen kleineren Saal zu einem Ausschluss der interessierten Öffentlichkeit kommen wird. Der Richter hielt sich vor, den weiteren zeitlichen Ablauf am Freitag, dem 4. November 2005 zu klären. WEITERE PROZESSBEOBACHTERINNEN GESUCHT! Aufgrund der längeren Dauer der Prozesses werden noch Leute gesucht, die am Freitag, 4. Nov mitschreiben können. Bisher gibt es für diesen und die voraussichtlich folgenden Tag zu wenig Personen - vor allem weil die intensive Befragung der Sachverständigen weitergeführt wird. Auch für zumindest einen zusätzlichen Gerichtstag werden noch PorzessbeobachterInnen gesucht. Es ist aber noch nicht klar, wann dies sein wird. Möglich sind Sa, 5. oder Sa, 12. Nov im großen Schwurgerichtssaal, oder aber an einem anderen Tag (möglicherweise Mo, 7. Nov.) in einem kleineren Saal, wobei im Falle der Verlegung in einen kleineren Saal nur begrenzt Leute Zugang haben. Es wäre toll, wenn sich einzelne die genannten Termine freihalten könnten und sich dann schnell dazu entschließen könnten, die Mitschrift der Prozesse zu übernehmen. Die genauen Termine werden auf no-racism.net bekannt gegeben, sobald wir sie wissen. Bei Interesse meldet euch bitte über http://no-racism.net/contact VERANSTALTUNGEN ZUM PROZESS: FREITAG, 4. NOVEMBER 2005, 19:00 Uhr im Amerlinghaus, Stiftgasse 8, 1070 Wien Tod im Afrikadorf - eine Amtshandlung dubV ((NACHT)) Veranstaltungsreihe zum Prozess Info: http://no-racism.net/article/1389 -Matratzen Instalation, Westafrikanische TeemacherInnen (von Gudrun und Sidy) -Die Verhandlung und das Urteil vom 1. Wiener Leser Theater -Verschiedene akustische Auftritte Topoke von www.tresmonos.com Aisha-Sangerin Mame Birane von Kambis culture Gernot Fischer www.gernot-fischer.at, www.sandmann.at Sidy "Augenblick Fernreise" Erzählung Christof Schwarz und Freunde www.orchestrarecycled.at Cultures-Unit www.cultures-unit.at.tc Chibo Onyeji - Poems MITTWOCH, 9. NOVEMBER 2005, ab 20:00 UHR Veranstaltung im Rahmen des Politdiskubeisls im EKH Wielandgasse 2-4, 1100 Wien http://med-user.net/ekh Diskussion zu institutionalisierten Rassismen und Reflexion des Prozesses. Alle sind eingeladen, sich daran zu beteiligen. U.a. stehen folgende Fragen zur Diskussion: Welche Auswirkungen hat der Prozess zum Tod im Afrikadorf? Warum werden die Verantwortlichen so gut wie nie zur Rechenschaft gezogen? Wohin führen immer restriktivere rassistische Gesetzgebungen (wie Asyl- und Fremdenrechtsnovelle 2005)? Und vor allem: Was können wir dagegen tun? WEITERE INFORMATIONEN IM INTERNET: Zum Prozess gegen die zehn Angeklagten wegen der fahrlässigen Tötung von Seibane Wague, incl. der Mitschriften der ProzessbeobachterInnen und Aussendungen der Plattform Gerechtigkeit für Seibane Wague auf: http://no-racism.net/rubrik/98 http://www.afrikanet.info ================================================ 10 [SOSMM - Info] Operation Spring - Protestinserat - last call ! von: operationspring at sosmitmensch.at ================================================ Sehr geehrte Dame, sehr geehrter Herr, Wir bedanken uns für die zahlreichen Unterstützungszusagen, die bereits eingetroffen sind. Für eine noch wirkungsvollere Inserat-Platzierung fehlen uns noch 60 UnterstützerInnen - Sie machen den Unterschied! Nochmals unser Aufruf, falls Sie sich noch nicht entschlossen haben: *** INSERAT MIT AUFRUF Mit dem angefügten Aufruf als Inserat in einer Österreichischen Tageszeitung wollen wir uns an das Justizministerium wenden. Es muss endlich gehandelt werden. Dafür bitten wir dringend um Ihre Mithilfe. Bitte sagen Sie uns ehestmöglich Ihre Mitwirkung mit 30 Euro an der Kostendeckung des Inserats zu. Sie ermöglichen damit eine gute Platzierung des Appells und werden auf Wunsch als UnterstützerIn genannt (Bei eingeschränkten finanziellen Möglichkeiten ist ein geringerer Betrag möglich). *** SO FUNKTIONIERTS Das brauchen wir von Ihnen: Senden Sie uns ein Mail an mailto:operationspring at sosmitmensch.at in dem sie uns mitteilen, + mit welchem Namen Sie oder Ihre Organisation als UnterstützerIn genannt werden soll. Aus organisatorischen Gründen können wir keine Titel, Funktionen, Berufbezeichnungen oder ähnliches angeben (Wenn Sie anonym bleiben wollen, teilen Sie uns das bitte ebenfalls mit.) + wenn Sie eine Bestätigung für den Druckkostenbeitrag brauchen, Ihre Postanschrift. Wir informieren Sie dann bei Zustandekommen der Schaltung über die Modalitäten der Einzahlung. Mit freundlichen Grüssen, Philipp Sonderegger, Sprecher Wien, 25. Oktober 2005 PS: Wie immer bitten wir um Verständnis, dass wir zur Unterstreichung des strikt überparteilichen Charakters der Initiative auf die Unterstützung von wahlwerbenden Gruppen und deren bekannten VertreterInnen verzichten wollen. *** DER AUFRUF ?Für das Menschrecht auf ein faires Verfahren! Das Bundesministerium für Justiz muss handeln. Nach der umstrittenen Polizeiaktion ?Operation Spring? des Jahres 1999 haben österreichische Gerichte insgesamt 140 Verfahren gegen Afrikaner durchgeführt. Ein Dokumentarfilm hat nun Justiz-Fehler öffentlich gemacht, die bislang nur wenig bekannt waren. Aufgrund fragwürdiger Beweise wurden zum Teil drakonische Strafen verhängt: Unrichtige Übersetzungen, verschwommenes Überwachungsmaterial, Falschaussagen eines anonymen Hauptbelastungszeugen und mehr. Das Bundesministerium für Justiz räumt Fehler ein, wurde aber bislang nicht tätig. Deshalb fordern wir nun: Das Justizministerium muss die Auswirkung der zweifelhaften Beweismittel auf alle Verurteilungen in Bezug auf Schuldspruch und Strafausmaß überprüfen. Wo sie Einfluss auf das Urteil hatten, müssen die Verfahren neu aufgerollt werden. Es geht um das Recht auf ein faires Verfahren für alle Angeklagten!? ================================================ 11 OPERATION SPRING - 7. Kinowoche startet! - Pressegespräch am 8.11. - Protestinserat: Last Call - Filmpreis: Sehnsucht nach Glamour? - Was fehlt? von: tristan.sindelgruber at chello.at ================================================ 04.11.2005 - Neuigkeiten rund um OPERATION SPRING 1.) OPERATION SPRING - 7. Kinowoche startet! - Jetzt im Stadtkino und Filmhauskino in Wien! Mit dem heutigen Tag beginnt die 7. Kinowoche, die 8.000-er BesucherInnengrenze ist gefallen, und der Film läuft und läuft ... Die VIENNALE und die Feiertage sind vorüber - nunmehr gibt es keine Ausreden mehr: Hingehen, ansehen, empfehlen, ... In Wien: Stadtkino (18:30, 20:15, 22:00) und Filmhauskino (17:30, 19:15, 21:00)!! Informationen zum Wiener Kinoeinsatz unter: www.stadtkinowien.at In Innsbruck: Premiere am 8.11. um 19 Uhr im Leokino (In Anwesenheit von Angelika Schuster), ab 11.11. regulär im Cinematograph! Informationen zum Kinoeinsatz in Innsbruck unter: www.cinematograph.at Alle Termine und Neuigkeiten stets aktuell unter www.operation- spring.com 2.) Einladung zum (Presse-) Gespräch: Wir leiten weiter - Eine Aussendung des Amerlinghauses: Operation Spring - AZ 3000 nimmt seine Aussagen zurück. Interview mit einem anonymisierten Zeugen. Videovorführung der ungekürzten Fassung: Zeit: Dienstag 8. November 13.30 Uhr Ort: Amerlinghaus, 1070 Wien, Stiftg. 8 Initiiert von und mit: Ehemalige GEMMI - AktivistInnen und BuchautorInnen von "1000 Jahre Haft" Dr. Lennart Binder - Anwalt von Emanuel Chukwujiekwu Anwesend: Tristan Sindelgruber - einer der FilmemacherInnen von "Operation Spring" AZ 3000 war unter anderem im Verfahren gegen Emanuel Chukwujiekwu ein Hauptbelastungszeuge. Das wiederaufgenommene Verfahren gegen Emanuel Chukwujiekwu wird am 16. November fortgeführt. Die Aussagen des AZ 3000 werden nicht als Beweismittel zugelassen, mit der Begründung, "dass die Zeugen, die nicht persönlich vernommen wurden, deren Aussagen auch nicht verlesen werden." Nachdem das Video im Gerichtssaal nicht gezeigt werden wird, machen wir es öffentlich. Aus den Aussagen des Ex-anonymen Zeugen wird ersichtlich, dass Gericht und Polizei zusammenarbeiteten, um möglichst viele und möglichst hohe Urteile in den Verfahren zu erzielen und damit das rassistische Konstrukt der nigerianischen Drogenmafia zu untermauern und den Lauschangriff als Erfolg darzustellen. Das uns vorliegende Material zeigt, dass sich die Verurteilungen nicht als Folge von "Kinderkrankheiten" des Lauschangriffs ergaben - wie aktuell als Reaktion auf den Film Operation Spring von offizieller Seite vielfach behauptet wird - sondern auch von Seiten der Justiz geplant und gezielt agiert wurde. Die Justiz kann sich nicht der Verantwortung für diesen Skandal entziehen. Aussendung des Amerlinghauses (www.amerlinghaus.at) 3.) Operation Spring - Protestinserat - Last Call - Jetzt unterzeichnen! Wir leiten weiter - Eine Aussendung von SOS-Mitmensch: Sehr geehrte Dame, sehr geehrter Herr, Wir bedanken uns für die zahlreichen Unterstützungszusagen, die bereits eingetroffen sind. Für eine noch wirkungsvollere Inserat-Platzierung fehlen uns noch 60 UnterstützerInnen - Sie machen den Unterschied! Nochmals unser Aufruf, falls Sie sich noch nicht entschlossen haben: INSERAT MIT AUFRUF Mit dem angefügten Aufruf als Inserat in einer Österreichischen Tageszeitung wollen wir uns an das Justizministerium wenden. Es muss endlich gehandelt werden. Dafür bitten wir dringend um Ihre Mithilfe. Bitte sagen Sie uns ehestmöglich Ihre Mitwirkung mit 30 Euro an der Kostendeckung des Inserats zu. Sie ermöglichen damit eine gute Platzierung des Appells und werden auf Wunsch als UnterstützerIn genannt (Bei eingeschränkten finanziellen Möglichkeiten ist ein geringerer Betrag möglich). SO FUNKTIONIERTS Das brauchen wir von Ihnen: Senden Sie uns ein Mail an mailto:operationspring at sosmitmensch.at in dem sie uns mitteilen, + mit welchem Namen Sie oder Ihre Organisation als UnterstützerIn genannt werden soll. Aus organisatorischen Gründen können wir keine Titel, Funktionen, Berufbezeichnungen oder ähnliches angeben (Wenn Sie anonym bleiben wollen, teilen Sie uns das bitte ebenfalls mit.) + wenn Sie eine Bestätigung für den Druckkostenbeitrag brauchen, Ihre Postanschrift. Wir informieren Sie dann bei Zustandekommen der Schaltung über die Modalitäten der Einzahlung. Mit freundlichen Grüssen, Philipp Sonderegger, Sprecher Wien, 04.November 2005 PS: Wie immer bitten wir um Verständnis, dass wir zur Unterstreichung des strikt überparteilichen Charakters der Initiative auf die Unterstützung von wahlwerbenden Gruppen und deren bekannten VertreterInnen verzichten wollen. DER AUFRUF "Für das Menschenrecht auf ein faires Verfahren! Das Bundesministerium für Justiz muss handeln. Nach der umstrittenen Polizeiaktion ?Operation Spring? des Jahres 1999 haben österreichische Gerichte insgesamt 140 Verfahren gegen Afrikaner durchgeführt. Ein Dokumentarfilm hat nun Justiz-Fehler öffentlich gemacht, die bislang nur wenig bekannt waren. Aufgrund fragwürdiger Beweise wurden zum Teil drakonische Strafen verhängt: Unrichtige Übersetzungen, verschwommenes Überwachungsmaterial, Falschaussagen eines anonymen Hauptbelastungszeugen und mehr. Das Bundesministerium für Justiz räumt Fehler ein, wurde aber bislang nicht tätig. Deshalb fordern wir nun: Das Justizministerium muss die Auswirkung der zweifelhaften Beweismittel auf alle Verurteilungen in Bezug auf Schuldspruch und Strafausmaß überprüfen. Wo sie Einfluss auf das Urteil hatten, müssen die Verfahren neu aufgerollt werden. Es geht um das Recht auf ein faires Verfahren für alle Angeklagten!" Mit dem Inserat in einer Österreichischen Tageszeitung wollen wir uns an das Justizministerium richten. Es muss endlich gehandelt werden. Dafür bitten wir dringend um Ihre Mithilfe. Aussendung von SOS Mitmensch (www.sosmitmensch.at) 4.) Wiener Filmpreis für OPERATION SPRING - "Nachlese" Im Rahmen der VIENNALE wurde der Wiener Filmpreis an OPERATION SPRING vergeben. Unsere Freude war riesig - vielen Dank für all die Glückwünsche, Gratulationen, etc. Einhergehend mit dieser Preisverleihung fand OPERATION SPRING daher erneut Einzug in die Kulturberichterstattung aber auch in die Gesellschaftsseiten der Medien. Um die Sehnsucht nach etwas "Glamour" auch an dieser Stelle zu stillen und um unter Beweis zu stellen, dass wir auch wirklich nichts verheimlichen ... - hier einige Links: http://www.seitenblicke.at/society/diashow/ansehen/386/22/ http://www.seitenblicke.at/society/diashow/ansehen/386/23/ http://derstandard.at/?id=2224395 http://your.orf.at/wiewebcam/bheute/player.php? day=2005-10-27&offset=00:15:49 5.) Was fehlt? Jegliches weiteres Lebenszeichen von Justiz- und Innenministerium ... Schweigen und Aussitzen scheint die altbekannte Devise zu lauten. Wir verbleiben mit der Bitte um Veröffentlichung / Weiterleitung. Etwaige Mehrfachzusendungen bitten wir zu entschuldigen. Sindelgruber Tristan, Schuster Angelika Schnittpunkt - Sindelgruber Tristan, Film- & Multimediaproduktion Große Sperlgasse 19/3 1020 Wien Austria UID-Nr.: ATU 46990608 e-mail: schnittpunkt at gmx.at web: www.schnittpunkt-film.com www.operation-spring.com ================================================ 12 GLB/Lohnnebenkosten/Wohnbauförderung/Industriellenvereinigung von: glb at aon.at ================================================ Pressedienst des Gewerkschaftlichen Linksblocks (GLB), Apostelgasse 36/12, A-1030 Wien - Telefon +43 1 718 26 23-0 - Fax +43 1 718 26 23-30 - Mail glb at aon.at ? Web www.glb.at ? Ausgabe vom 4. November 2005 Industriellenvereinigung will Kürzung des Wohnbauförderungsbeitrages GLB: Lohnnebenkosten sind Sozialleistungen Als unverschämten Versuch die Profite der Unternehmer zusätzlich zu steigern bezeichnet die Fraktion Gewerkschaftlicher Linksblock im ÖGB (GLB) den Vorstoß von Industriellen-Boss Veit Sorger, die Lohnnebenkosten durch eine Kürzung der Wohnbauförderung zu senken: ?Niemand wird ernsthaft annehmen, daß die Unternehmen im Gegenzug die Löhne erhöhen oder mehr Arbeitsplätze schaffen?, meint dazu die GLB-Bundesvorsitzende Karin Antlanger. Derzeit führen die Unternehmen im Rahmen der Dienstgeberbeiträge 0,5 Prozent der Bruttolöhne bzw. ?gehälter als Wohnbauförderungsbeitrag ab, die für die Finanzierung des Wohnbaues verwendet werden. Eine Kürzung dieser Abgabe hätte negative Auswirkungen für die Finanzierung des Wohnbaus, was angesichts der seit Jahren weit über der allgemeinen Inflationsrate steigenden Wohnkosten sozialpolitisch kontraproduktiv wäre. Die Gewerkschaft Bau- Holz hatte 2004 im Rahmen der ?Plattform Wohnbauförderung? darauf hingewiesen, dass eine Kürzung der Wohnbauförderung weniger leistbare Wohnungen, höhere Wohnkosten und einen Arbeitsplatzverlust im Wohnbau zur Folge hätte. Für die Wettbewerbsfähigkeit sind auch nicht die Lohnnebenkosten, sondern die gesamten Arbeitskosten und vielmehr noch die Stückkosten ausschlagend gebend: Bei den Arbeitskosten pro Stunde in der Industrie rangiert Österreich laut EU-Kommission mit 23,6 Euro pro Stunde erst an siebter Stelle nach Schweden (28,56), Dänemark (27,10), Deutschland (26,34), Frankreich (24,39), Luxemburg (24,23) und Großbritannien (23,85). Die relativen Lohnstückkosten sind laut Angaben der oö Arbeiterkammer von 1996 bis 2001 um 13,7 Prozent gesunken. Lohnnebenkosten sind Sozialleistungen, eine Senkung ginge also auf Kosten des sozialen Netzes und damit zu Lasten der Lohnabhängigen. Pensions-, Arbeitslosen-, Unfall und Krankenversicherung, Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Insolvenzfonds, Wohnbauförderung, Familienlastenausgleichsfonds sind daher elementare Bestandteile des Einkommens und der sozialen Sicherheit der Lohnabhängigen. Die Kommunalabgabe ist eine wichtige Grundlage der Gemeindefinanzen. Als Alternative zu den auf einen Sozialabbau zielenden Unternehmervorstößen fordert der GLB seit Jahren die Bemessung der Unternehmerbeiträge für die Lohnnebenkosten nach der gesamten Wertschöpfung statt wie bisher nach der reinen Lohnsumme: ?Damit würde der gestiegenen Rationalisierung Rechnung getragen und nicht Unternehmen, die vergleichsweise viele Arbeitsplätze sichern bestraft?, so Antlanger abschließend. ================================================ 13 Seniorenclub oder lieber Golden Girls? | Ausstellung "geheimsache:leben" von: norbert.fischer at gruene.at ================================================ Seniorenclub oder lieber Golden Girls? Die Arbeitsgruppe "Golden Girls" bei den Grünen Andersrum hat in den vergangenen zwei Jahren Gespräche mit ExpertInnen geführt und Konzepte gesammelt. In vielen Städten gibt es bereits Versuche, die Wünsche und die Lebensrealität jener Generation von Lesben und Schwulen zu berücksichtigen, die die letzten Jahrzehnte out waren und nicht vorhaben, sich auf ihre alten Tagen wieder zu verstecken. Doch die derzeitig in Wien bevorzugten Konzepte von Betreuung oder Pflege scheinen nur wenig Interesse daran zu haben, auf Individuen einzugehen und alternative Lebensformen zu berücksichtigen. Sexualität ganz allgemein wird verschämt ausgeklammert, Homo- oder Transsexualität existiert in den Köpfen der PlanerInnen erst gar nicht. Im Dialog mit interessierten Menschen wollen wir bei Kaffee und Kuchen herausfinden, welche Konzepte für Wien brauchbar sind, welcher Bedarf bei lesbischen, schwulen und transgender SeniorInnen herrscht und wie sich jüngere Generationen ihr Alter werden vorstellen können. Sonntag, 13. November, 16 Uhr Eintritt frei mit Kaffee und Kuchen Alte Lampe, 1040 Wien, Heumühlgasse 13 ------------------------------------ Ausstellung "geheimsache:leben" macht Leben von Lesben, Schwulen und TransGender öffentlich sichtbar Die Grünen Wien begrüßen die Großausstellung "geheimsache:leben", die heute eröffnet wird und die dem teilweise unbekanntem Leben von Lesben, Schwulen und TransGender im Wien des 20. Jahrhundert gewidmet ist. Der designierte Gemeinderat und Sprecher der Grünen Andersrum, Marco Schreuder, erinnert daran, dass "Sichtbarkeit und Bewusstsein Vorurteilen am besten entgegenwirken kann. Daher ist diese Ausstellung von großer Bedeutung und gibt Anlass zur Hoffnung, das die Politik für das 21. Jahrhundert neue Wege gehen wird." Um dieses Ziel zu erreichen sind Stadt und Bund gefordert so Schreuder: "Es ist dringend an der Zeit, offen mit dem Thema umzugehen. Auf Bundesebene müssen dringend rechtliche Gleichstellungsmaßnahmen umgesetzt werden. Aber auch die Stadt Wien kann noch viel tun. Coming-out-Krisen von Jugendlichen, niederschwellige Beratungsangebote und gesellschaftspolitische Sichtbarkeit müssen gewährleistet werden um Diskriminierungen und Diffamierungen entgegenzuwirken", so Schreuder. Abschließend empfiehlt Schreuder besonders den Menschen, die wenig oder nichts über die Lebensrealität von Lesben, Schwulen und TransGender wissen, die Ausstellung zu besuchen: "Hingehen und Anschauen!" Die Ausstellung "geheimsache:leben" wird heute um 18 Uhr eröffnet und ist von 4.11.05 bis 8.1.06 geöffnet. Ort: Neustifthalle, 1070 Wien ================================================ 14 Format: Fritz Edlinger bestätigt den Erhalt von 100.000,- aus Oil for Food Geldern von: wadi.wien at gmx.at ================================================ Oil for Food: Saddams Netzwerk in Österreich Fritz Edlinger bestätigt den Erhalt von 100.000,- "Es war eine humanitäre Spende" "Ich bin überhaupt nicht überrascht", sagt Mufid Jazairi, Kulturminister in der Übergangsregierung im Irak. Jazairi bezieht sich damit im FORMAT-Gespräch auf den UN-Bericht über den Oil-for-Food-Skandal, der letzte Woche veröffentlicht wurde und penibel auflistet, wie Saddam Hussein an den UN und den Sanktionen vorbei durch Zahlungen ausländischer Firmen große Teile seines Regimes finanzierte: 37 österreichische Firmen sollen demnach in Form von Kick-Back-Zahlungen im Ausmaß von insgesamt sieben Millionen Dollar das Regime des Diktators zumindest indirekt unterstützt haben. (Die Unterrnehmen dementieren oder sprechen von "international üblichen Provisionszahlungen".) Jazairi: "Das überrascht mich deshalb nicht, weil Österreich immer schon ein wichtiger Partner für Saddam Hussein war. Das hat sich bis in höchste Kreise gezogen, und Österreich ist eines der ganz wenigen Länder der westlichen Welt, aus dem bis heute Sympathie und Unterstützung für Saddam Husseins Leute kommt." Jazairi bezieht sich damit nicht nur auf Jörg Haider, der Saddam Hussein mehrmals besuchte und darüber auch noch ein Buch verfasste (s. Kasten), sondern auch auf SPÖ-nahe Kreise - genauer die Gesellschaft für Österreichisch-Arabische Beziehungen, geleitet von Fritz Edlinger, Bruder des ehemaligen SP-Finanzministers. Der Bericht listet Edlinger unter den Privatpersonen und Vereinen auf, die vom Regime für ihren Einsatz für den Irak belohnt worden sein sollen. Höhe der Spende, die über die Front- Firma al Hoda abgewickelt wurde: 100.000 Dollar, "in favor of Fritz Edlinger." Al Hoda war eine der Front-Firmen, über die Saddam Hussein viele seiner illegalen Öl-Transaktionen laufen ließ. "Ich bestreite nicht, dass dieses Geld geflossen ist", bestätigt Edlinger gegenüber FORMAT, "aber es war eine Spende für unser Projekt für krebskranke Kinder im Südirak." Edlinger hatte die Spende in Amman über einen "gemeinsamen Bekannten" von der Familie Al-Khawan bekommen, die eine Hälfte der Firma al Hoda besaß - die andere Hälfte gehörte laut UN-Bericht der irakischen Regierung selbst. Da ein Teil der sunnitischen Familie wegen Hussein im Exil lebte, habe er nicht vermuten können, dass hinter der großzügigen Gabe das Saddam-Hussein-Regime stecken könnte, meint Edlinger. Nachsatz: "Es geht hier um das Leben behinderter Kinder. Ich hätte dieses Geld von jedem genommen, der keine Bedingungen daran knüpft." Doch die Herkunft der Spende - an die sich Edlinger bisher öffentlich nicht erinnern konnte - ist nun, da die UN das ausgeklügelte System von Zahlungen westlicher Firmen an Saddam Hussein durchforstet hat, wenig überraschend. Die Gesellschaft für Österreichisch-Arabische Beziehungen ist während der Zeit der Oil-for-Food-Sanktionen mit mehreren der nun wegen der Schmiergeld-Zahlungen von der UN aufgelisteten Unternehmen in engem Kontakt gestanden, einige sind Mitglieder der GÖAB. Hotwell Services etwa, gelistet mit angeblichen Schmiergeldzahlungen von 161.250 Euro an das Saddam- Regime, taucht in der Liste der GÖAB-Spender 2004 auf, ebenso wie Hot Engineering (laut UN-Bericht 49.421 Euro Schmiergeld). Das W&H Dentalwerk Bürmoos, das angeblich 65.865 Euro Schmiergeld zahlte, spendete 2005 an Edlingers Verein. Marquette (mutmaßliche 1,17 Millionen Euro Schmiergeld), Odelga, Ortolan und Siemens unterstützten ein Symposium, das die GÖAB im November 1998 in Baghdad ausrichtete. Mit seiner Consulting Firma "Arab Consult" hat Edlinger bisher im Irak nicht gearbeitet. Weiß aber: "Korruption gibt es überall." Mufid Jazairi, der auf der Flucht vor Saddam Hussein jahre im Exil verbrachte, drückt es so aus: "Manche gehen für ein gutes Geschäft sogar einen Pakt mit dem Satan ein. Und Saddam Hussein war ein Satan." Corinna Milborn Format, 44/05 -- WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit e-mail: wadi.wien at gmx.at Tel.: 0699-11365509 Postfach 105 A-1181 Wien Spendenkonto in Österreich: Kontonummer 07.405.301 Evangelische Kreditgenossenschaft eG BLZ 31800 IBAN: AT10 3180 0000 0740 5301 BIC: EVKRATW1 Website mit weiteren Informationen zu Projekten von Wadi und Veranstaltungshinweisen: www.wadinet.at <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< WELTWEIT <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 15 [gipfelsoli] Genua von: gipfelsoli-l at lists.nadir.org ================================================ Gipfelinfo - Meldungen über globalisierte Solidarität und die Proteste gegen unsolidarische Globalisierung ------------------------------------------------------------------------ -- [Bolzaneto-Verfahren] Zweiter Verhandlungstag [Pressemitteilung Supportolegale] Die häufigste Frage, die heute im genuesischen Schwurgericht aufkam, wo vor der dritten Strafkammer die zweite Verhandlung im Bolzaneto-Verfahren abgehalten wurde, lautete: ?Aber das Cirielli-Gesetz [1] ? ist es bereits ratifiziert worden??. Alle Anwesenden hatten nämlich das Gefühl, dass die Verhandlung am heutigen Vormittag eher ein langes Warten sei. Langes Warten, wegen den unendlichen Beratungen des Kollegiums im Richterzimmer: eine halbe Stunde des Wartens, um über einen banalen Antrag auf Gewährung von Prozesskostenhilfe zu befinden, der dann abgewiesen wurde, weil eine notariell beglaubigte Unterschrift fehlte, dann weitere zweieinhalb Stunden (!) um zwei vom Anwalt Onofrio erhobene Einsprüche wegen Nichtigkeit zweier Bescheide an die Adresse seiner Mandanten. Das wahre Warten aber ? zumindest seitens der Anwälte der Verteidigung und, vielleicht sogar selbst des Richterkollegiums gilt aber der Ratifizierung des ehemaligen Cirielli-Gesetzes (salva-Previti), das dieses Verfahren voll und ganz hinfällig machen wird [2]. Am Ende eines Redebeitrags des Anwalts Vaccaro, Verteidiger des Arztes Toccafondi [3], über die Schwierigkeiten und die Kosten für das Gericht und das Gemeinwesen, dieses Verfahren fortzuführen, sagte dieser, dass das Verfahren ?mit Freisprüchen und Verjährungen enden wird?, woraufhin dem Gerichtsvorsitzenden der Kommentar hinausrutschte: ?Davon sind wir alle überzeugt?. (Eine Originalaufnahme in italienischer Sprache kann hier abgerufen werden: https://supportolegale.org/public/audio/bolza_02udienza/ vaccaro_delucchi.mp3). Selbst wenn man diesen Satz lediglich auf die Verjährungsproblematik beziehen wollte, spricht er dafür, wie die geamte Verhandlung auch, dass dieser Prozess nichts als eine Farce ist, und dass das Richterkollegium nichts unternehmen wird, um diese Zustände zu ändern. Einen der Sache würdigen Ausgang lieferte die Festlegung der nächsten Verhandlungstermine: Diese sind für den 24. November, den 1., 15 und 22. Dezember vorgesehen und damit weit davon entfernt, den Anträgen der Staatsanwälte und der Anwälte der Nebenklage entgegenzukommen, welche um die Festlegung von zwei Terminen pro Woche gebeten hatten. Zwei der vier festgelegten Termine überschneiden sich zudem mit Verhandlungen im Diaz-Verfahren. Die Verhandlungen werden in einem für den Zweck nicht geeigneten Raum stattfinden. Sie werden zudem voraussichtlich durch Einsprüche der Verteidigung, Vertagungen und Zeitverbummelungen aller Art hinausgezögert werden? während man wartet, dass das Cirielli-Gesetz greift. Anm. SupportoLegale Berlin: [1] Laut Beschluss der Fraktionsvorsitzenden des italienischen Parlaments soll am 8. und 9. November ebendort über das Gesetz entschieden werden. Ein Bericht vom Tagesspiegel zum Gesetz hier http://www.poppress.de/Politik/Nachrichten/Nachricht_lesen/g/ 3516167.html [2] Für die Opfer und Nebenkläger sind es besonders niederschmetternde Worte. Allerdings ignorieren die Herren, die auf Verjährung und Freispruch setzen und mit ihrer Haltung die Opfer und Nebenkläger wahrscheinlich sehr frustrieren und verunsichern, dass es nach den Wahlen zu einer erneuten Änderung der gesetzlichen Lage kommen könnte. Mittelinks hat gute Chancen und es wird von einer solchen Regierung immerhin schon recht dezidiert erwartet, dass sie diesbezüglich handelt und das Gesetz Rückgängig macht) Der Europarlamentarier Vittorio Agnoletto hat zudem längst angekündigt, dass es ein Nachspiel bzw eine Fortsetzung der Verfahren gegen die Polizei wegen Diaz und Bolzaneto vor dem Europäischen Gerichtshof kommen wird, falls die Angeklagten auf italienischem Territorium doch noch davon kommen sollten. Das sehen zumindest Nebenkläger in Italien anscheinend auch so. [3] Toccafondi ist der Mann., der als ?Der Arzt im Tarnanzug? traurige Berümtheit erlangte. Er tat sich in der Riege der Peiniger der Bolzaneto-Insassen ganz besonders hervor und hält folgerichtig den Rekord an Vorwürfen gegen eine einzelne Person im Verfahren. [SupportoLegale] ------------------------------------------------------------------------ -- gipfelsoli infogruppe Newsletter mit Nachrichten über Mobilisierungen, Debatten und Repression im Zusammenhang mit Gipfelprotesten. Die AutorInnen der Beiträge, so sie nicht von uns verfasst sind, sind mit eckigen Klammern versehen. Wir können leider keine Verantwortung für die Richtigkeit der Beiträge übernehmen. Auch geben die Beiträge nicht zwangsläufig unsere Meinung wieder. Kontakt, Kritik, Beiträge: gipfelsoli at nadir.org ================================================ 16 [gipfelsoli] Genua von: gipfelsoli-l at lists.nadir.org ================================================ Gipfelinfo - Meldungen über globalisierte Solidarität und die Proteste gegen unsolidarische Globalisierung ------------------------------------------------------------------------ -- [Diaz-Prozess] VI Verhandlungstag ? Zusammenfassung Sechster Verhandlungstag im Diaz-Verfahren, Hochsicherheitssaal des genuesischen Gerichtshofs. Mit der Vernehmung der ersten Zeugen kommt der Prozess endlich in Gang. Bei den angehörten Zeugen handelt es sich um zwei Offiziere der Carabinieri, die am 23. Juli 2001 im Auftrag der Staatsanwälte Canepa und Canciani [1] die Spurensicherung in den Gebäuden der Diaz-Schulen-Komplexes [2] durchführten: Die Schule Pertini ? bekannt als ?die Diaz-Schule?-, und die Pascoli- Schule, in der das Genoa Legal Forum und das media center untergebracht waren. Damals handelte es sich natürlich um Untersuchungen zum Zweck der Sicherstellung von Beweismitteln zu Lasten der 93 damals dort festgenommenen und später freigesprochenen Personen. Jenes im besagten Rahmen sichergestellte Material, also Fotos und Pläne der Gebäude, wurde nun aber Teil der gerichtlichen Beweisaufnahme im derzeit laufenden Verfahren gegen 29 Polizisten. Tatsächlicher Zweck dieser ersten Zeugenvernehmungen ist die amtliche Feststellung im Sinne der Prozessordnung, dass jenes Material tatsächlich auf jene Örtlichkeiten bezogen ist, die Schauplatz der Ereignisse waren, die das Verfahren begründen und die Definition der Räumlichkeiten sowie des Zustandes, in dem sie aufgefunden wurden. Die Verhandlung wurde vom Rechtsanwalt Corini sogleich unterbrochen. Dieser ist Verteidiger von Gilberto Caldarozzi, der damals als Vize von Francesco Gratteri (heute Chef der Antiterrorpolizei und Mitangeklagter) in der zentralen Einsatzleitung im Amt war und vertritt zusätzlich vier weitere Offiziere im Mittleren Dienst. Corini forderte für die im Saal anwesenden Nebenkläger, die auf der Zeugenliste stehen, den Ausschluss aus der Verhandlung, weil noch nicht vernommene Zeugen bei anderen Vernehmungen nicht zugegen sein dürfen. Ein weiterer Paragraph sieht aber vor, dass die Nebenkläger das Recht haben, dem Prozess beizuwohnen. Die Richter zogen sich in ihren Beratungsraum zurück. Schließlich verfügte der Vorsitzende Barone unter Hinweis darauf, dass die Anwesenheit von Nebenklägern später die Bewertung ihrer eigenen Aussage beeinflussen könnte, dass ebensolche zu entfernen seien [3]. Der einzige zu dem Zeitpunkt anwesende Betroffene, ein Nebenkläger für die Ereignisse in der Pascoli-Schule, verließ daraufhin den Gerichtssaal. Anschließend erläuterte der erste Zeuge, der Oberfeldwebel Giuseppe Piritore, der die Spurensicherung in der Pertini-Schule durchführte anhand von über 150 Bildern betont leidenschaftslos die Beschaffenheit des Gebäudes und die vorgefundenen Schäden und Beweisstücke, darunter eine lange Reihe von ? Blutspuren?, Raum für Raum, Flur für Flur. Sofern es irgend möglich war, jenen leidenschaftslosen Ton des Vorgängers zu übertreffen, schilderte daraufhin der Oberfeldwebel Giacomo Russo die Räumlichkeiten der Pascoli-Schule. Im Gegenverhör verlangte der RA Corini Rechenschaft über eine Liste von vorgefundenen Gegenständen, welche vermutlich dazu dienen sollen, die These der Anwesenheit von gewaltbereiten Personen in den Räumen des Genoa Legal Forums zu untermauern [4]: zwei Gasmasken, acht ?aus Utensilien gewonnene Metallstangen, eine Tränengaspatrone, Ketten, einen mit der Schrift ?Scheissbullen versehenen Helm... Der Zeuge bestätigt. Mit der nächsten Verhandlung am Mittwoch, den 9. November, wird die Vernehmung der Nebenkläger beginnen. [Ende des Communiquès von Supportolegale] Von SL-Berlin hinzugefügte Fußnoten und Anmerkungen: [1] Das Duo Canepa und Canciani gehört zum staatsanwaltlichen Pool, der die Untersuchungen in Zusammenhang mit dem G8 durchführte. Es ergaben sich bald mehrere Ermittlungsstränge, Canepa und Canciani untersuchten dabei schwerpunktmäßig etwaige Verstöße durch Protestteilnehmer. Auch die Opfer des Überfalls auf die Schulen des Diaz-Komplexes wurden bis zum Freispruch 2004 als Täter behandelt. Derzeit führen die beiden Staatsanwälte die Anklage im Verfahren wegen Verwüstung gegen 25 Protestteilnehmer in Zusammenhang mit den Unruhen auf den Straßen. [2] Zum Schulen-Komplex und zum Geschehen in der Nacht vom 21. Juli siehe: http://germany.indymedia.org/2004/07/87073.shtml [3] Es ist unklar, ob der Gerichtsvorsitzende tatsächlich verfügte, dass sich Nebenkläger zu entfernen hätten. Eine weitere Schilderung des Hergangs durch eine Person, die der Verhandlung beiwohnte besagt, dass das Richterkollegium verfügt hat, dass die Anwesenheit von Nebenklägern nicht grundsätzlich untersagt werden kann, wobei die Aussage von ebensolchen, sofern sie den Zeitpunkt ihrer Aussage vorausgehenden Verhandlungen beigewohnt haben, zu gegebener Zeit unter Ausschluss der Öffentlichkeit einer Prüfung auf Güte bzw. Zulässigkeit auf Güte durch das Richterkollegium unterzogen werden wird. Jene, die parallel das ebenfalls in Genua laufende Verfahren gegen die 25 Protestteilnehmer verfolgen, können sich vermutlich nicht dem Gefühl entziehen, dass in den Gerichtssälen mit zweierlei Maß vorgegangen wird. Im Verfahren gegen die 25 halten sich scheinbar ? so berichteten Besucher der Verfahren - öfter Zeugen auf, die keineswegs Nebenkläger sind und damit tatsächlich nicht anwesend sein dürften. [4] Die Opfer der Gräuel in Schule und Kaserne mittlerweile wurden mit dem Urteil der Untersuchungsrichterin Ivaldi am 12.05.2003 von allen Beschuldigungen bis auf eine entlastet [Siehe: http://germany.indymedia.org/2003/07/56864.shtml ]. Auch für die letzte Beschuldigung kam es im darauf folgenden Jahr zum Freispruch. Es ging hierbei um den Vorwurf der Bildung einer Kriminellen Vereinigung. Die Untersuchungsrichterin befand hierzu schließlich, der Vorwurf der ?Beteiligung an einer kriminellen Organisation [?], die sich die Stadtverwüstung anlässlich des G-8-Gipfels zum Ziel gesetzt hatte? könne nicht aufrecht gehalten werden. Das wichtigste Beweisstück in der Sache hatte sich als Beweisfälschung durch die Polizei entpuppt. Es handelt sich um zwei Brandflaschen, die nachweislich von der Polizei selbst in einem der Gebäude deponiert worden waren. Brandflaschen gelten nach italienischem Recht als Kriegswaffen. Es wurde versucht, den Schulinsassen den ?kollektiven? Besitz derselben zu unterstellen, um auf diesem Weg den Vorwurf der Bildung einer kriminellen Vereinigung zu untermauern. Der Fall mit den Brandflaschen ist neben den Gewaltakten und anderen Straftaten Gegenstand des Verfahrens gegen die 29 Polizeibeamten im Diaz-Verfahren. Die Politische Konspiration und damit auch Bildung einer subversiven und kriminellen Vereinigung in Zusammenhang mit den Ereignissen in Genua und wegen Protesten in Neapel wenige Monate vor dem G8 2001 werden derzeit 13 Personen, die größtenteils aus dem Süden Italiens stammen, im süditalienischen Cosenza vorgeworfen. Es handelt sich um ein weniger bekanntes, aber höchst umstrittenes Verfahren, das auf gewisse Weise ein ?politisches? Gegenstück zum Verfahren gegen 25 Protestteilnehmer in Genua darstellt, denen die Staatsanwalt die Begehung von einzelnen, konkreten Straftaten im Bereich der Beschädigung und der Entwendung von öffentlichen oder privatem Gut vorwirft. So wie im Verfahren gegen die 25 sieht das Gesetz auch im Verfahren in Cosenza bei etwaigem Schuldspruch sehr hohe Strafmaße vor. [SupportoLegale Berlin] ------------------------------------------------------------------------ -- gipfelsoli infogruppe Newsletter mit Nachrichten über Mobilisierungen, Debatten und Repression im Zusammenhang mit Gipfelprotesten. Die AutorInnen der Beiträge, so sie nicht von uns verfasst sind, sind mit eckigen Klammern versehen. Wir können leider keine Verantwortung für die Richtigkeit der Beiträge übernehmen. Auch geben die Beiträge nicht zwangsläufig unsere Meinung wieder. Kontakt, Kritik, Beiträge: gipfelsoli at nadir.org ================================================ 17 Die kurdische Frage ist in der Türkei nach wie vor ungelöst von: wadi.wien at gmx.at ================================================ Von Saddam zu George Die kurdische Frage ist in der Türkei nach wie vor ungelöst von Jan Keetman Mitte Oktober entschieden die Iraker über eine Verfassung, in der Kurdisch als zweite Landessprache anerkannt wird. Die Türkei wird wohl kaum nachziehen. Um nicht noch mehr Staub aufzuwirbeln, wird das Thema von türkischen Politikern möglichst gemieden. Doch es gehört nicht viel Phantasie dazu, sich vorzustellen, dass man in Ankara mit Sorge auf den Irak blickt. Tatsächlich hat die dortige Entwicklung das Selbstbewusstsein der Kurden überall in der Region gestärkt. Im Frühjahr 2004 erschütterten Unruhen die syrische Djezire (ein Gebiet zwischen Euphrat und Tigris). Es begann mit einem Fußballspiel zwischen Mannschaften aus dem arabischen Deir ez- Zor am Euphrat und dem vorwiegend von Kurden bewohnten Qamischli an der türkischen Grenze. Die Kurden feuerten ihre Mannschaft mit "George Bush!" an, die Araber mit "Lang lebe Saddam Hussein!" Die Fans gerieten aneinander, öffentliche Gebäude wurden angesteckt und Militär musste in die großteils von Kurden bewohnte Djezire verlegt werden. Es starben etwa 30 Menschen. Im Sommer 2005 folgten Unruhen im iranischen Teil Kurdistans. In Syrien hatte es noch nie größere Kurdenunruhen gegeben, im Iran seit fast zwei Jahrzehnten nicht mehr. Die iranischen und syrischen Kurden sehen nicht nur, was die irakischen Kurden bereits erreicht haben, sie wissen auch, dass ihre Regime Washington ebenso ein Dorn im Auge sind, wie es Saddam war. In der Türkei liegen die Dinge etwas anders. Angesichts wachsender Unruhe von Seiten der PKK flog der türkische Premier Tayyip Erdogan im August 2005 hastig in die kurdische Hochburg Diyarbakir und versprach in einer groß angekündigten Rede, das "kurdische Problem" im Rahmen der Verfassung mit demokratischen Methoden zu lösen. Für diese Wortwahl wurde er von türkischen Nationalisten kräftig gescholten. Der Ministerpräsident gebrauche die gleichen Worte wie der gefangene PKK-Chef Abdullah Öcalan. Doch während Erdogan den Mut hatte, von einem kurdischen Problem zu reden, hatte er keine Vorstellung davon, wie er es denn lösen wolle. Jüngste Umfragen zeigen, dass Erdogan in Diyarbakir deshalb nur wenige überzeugt hat. Indessen haben rechte und linke Nationalisten die Instrumentalisierung des Kurdenproblems längst als einen Weg erkannt, um Erdogans Europapolitik zu torpedieren. Als Jugendliche am Rande einer Newroz-Feierlichkeit im März in Adana versuchten, eine türkische Fahne anzuzünden, rief der Generalstab zu Protesten dagegen auf. Das Land ertrank in einem Meer türkischer Fahnen. In dem Kleinstädtchen Delen, das in den letzten Jahren viel kurdischen Zuzug aus dem Osten gesehen hat, wurden Cafés und Häuser von Kurden mit Steinen beworfen und Arbeitgeber bedroht, keine Kurden mehr einzustellen. Die Zeitschrift "Die türkische Linke" veröffentlichte einen Aufruf, in dem es unter anderem hieß: "Jeder Türke soll nur bei einem Türken einkaufen. Das Geld, welches an einen Kurden geht, bedeutet eine Unterstützung für die PKK..." Im Sommer 2005 kam es zu einer ganzen Reihe von Lynchversuchen an wirklichen oder vermeintlichen PKK-Sympathisanten. Diese Aktionen hätten sich leicht zu bürgerkriegsartigen Unruhen ausweiten können. Das wäre allerdings das größte Geschenk gewesen, das die türkischen Nationalisten der PKK hätten machen können. Schließlich wurde es dem Generalstabschef Hilmi Özkök unheimlich und er sprach sich gegen die von örtlichen Sicherheitsbehörden oft mit Sympathie begleiteten Ausschreitungen aus. Dabei hätte die Türkei gute Chancen, den Blick der türkischen Kurden von ihren irakischen Nachbarn wegzulenken. Gerade die Kurden werden von der EU-Perspektive der Türkei angezogen. Die hauptsächlich von ihnen bewohnten Regionen im Osten und Südosten sind das Armenhaus des Landes. Entsprechend hoffen sie am meisten auf die ökonomischen Vorteile der EU- Mitgliedschaft. Außerdem sehen sie ihre Rechte in Brüssel besser aufgehoben als in Ankara. Während unter den türkischen Kurden ein durch die Ereignisse im Irak gewachsenes Selbstvertrauen und die Hoffnung auf die EU zu spüren ist, folgt die PKK vor allem inneren Gesetzmäßigkeiten. Nach der Verurteilung ihres Führers Abdullah Öcalan legte die Partei angeblich für immer die Waffen nieder. Doch fünf Jahre Waffenstillstand haben die Organisation weder auf dem Weg zur legalen Partei weiter gebracht, noch besteht Aussicht auf eine Begnadigung von Öcalan. Deshalb gab es immer mehr Absplitterungen von der PKK. Sogar Abdullah Öcalans Bruder Osman verließ die Hauptgruppe. In dieser Situation eröffnete die zwischenzeitlich umbenannte Partei, die erst seit kurzem ihren alten Namen wieder gebraucht, im Sommer 2004 erneut den bewaffneten Kampf. Sie setzt verstärkt Minen und ferngezündete Bomben ein. Auch wenn diese Operationen letztlich nur Nadelstiche sind, konnte die PKK damit eine gewisse Schlagkraft demonstrieren. Weniger erfolgreich waren die Versuche, durch Bombenanschläge den Tourismus zu treffen. Einige Bomben explodierten vorzeitig. Außerdem zögerte die Führung, diese Angriffe zu sehr auszuweiten, denn die PKK strebt noch immer das Ziel an, eine legale Kraft unter Führung von Öcalan zu werden. Die PKK kämpft derzeit nicht nur in der Türkei, sondern auch im Iran. Damit wird eine andere Dimension der PKK-Politik deutlich: eine subversive Partei im Nahen Osten braucht, um effektiv zu sein, immer die Unterstützung irgendeines Staates. Die PKK begann ihren Kampf 1984 im Schatten des iranisch-irakischen Krieges an der Seite Irans, Syriens und des irakischen Kurdenführers Barzani, während die Türkei Saddam unterstützte. Später unterstützte Syrien wegen seiner Grenzstreitigkeiten mit der Türkei die PKK am meisten, während sich Barzani der Türkei zuwandte. Die PKK fand ein Gegengewicht bei Barzanis Konkurrenten Talabani. Solche Zweckbündnisse gab es auch mit Saddam. Nach der Gefangennahme Öcalans bot sich die PKK sogar der Türkei als verlängerter Arm an, wenn auch vergeblich. In letzter Zeit versucht man es offenbar mit den USA. Doch abgesehen davon, dass die PKK wegen ihres Vorgehens in der Türkei ein problematischer Partner ist, ist fraglich, ob die USA die kurdische Karte gegen Iran und Syrien gebrauchen wollen. Vorerst könnten Unruhen in den kurdischen Landesteilen die Regime in Damaskus und Teheran innenpolitisch eher stärken. Die Kurden mögen von der Aussicht, dass diese Staaten unter westlichem Druck zerfallen, begeistert sein. Für die jeweiligen Mehrheiten ist dies aber ein guter Grund, sich um ihre Regierungen zu scharen, gleichgültig welches Regime an der Macht ist. Jan Keetman ist Journalist in Istanbul. iz3w Nr. 289 - November 2005 www.iz3w.org ================================================ 18 Syria's opposition creeps out of the shadows as crisis grows von: wadi.wien at gmx.at ================================================ Syria's opposition creeps out of the shadows as crisis grows Dissent brutally put down but Islamists and liberals unite to rally support Rory McCarthy in Damascus Friday November 4, 2005, The Guardian It was early in the morning as Anwar al-Bouni drove to the court in Damascus where he works as a human rights lawyer. He had just spent 10 days in hiding, afraid that the regime was trying to frame him in a criminal case to silence his outspoken views. He barely noticed the two motorbikes next to him. When he slowed to make a turn, the second bike pulled up and the pillion passenger kicked at Bouni's door. He stopped the car. "What happened? What's the matter?" he said. The man jumped off the bike, opened the door and began punching and kicking Bouni. "He didn't say anything. He just beat me on my head, my nose, my mouth. He hit me, he kicked me and then when people started to gather around us, he got on the bike and drove off," said Bouni, sitting in his apartment chain smoking, and sipping black coffee. He was bruised and badly shaken, but escaped serious injury. The incident was a crude reminder of the perils of criticism in Syria's closed society. During decades of dictatorship all opposition movements have been firmly repressed. There are few who dare to publicly condemn the regime. Bouni is one of them and now he is too scared to go back to work. Others have been forced into exile or sent to jail. Prisoners of conscience "I know there is a price to pay. If they are going to arrest me, then I am ready. But I was surprised to see it happen this way," said Bouni, who first became a lawyer to represent the six members of his family who were jailed as political prisoners. Syria is now facing its greatest challenge for more than 20 years, a crisis that may bring down the Damascus regime. Senior Syrian officials have been implicated in the assassination of the former Lebanese prime minister, Rafik Hariri, and a unanimous UN security council resolution this week ordered the regime to cooperate with the on-going inquiry or face "further action". Yet the ultimate dilemma for the country as a whole is that at a time when the regime's survival is threatened there is no credible opposition ready to take power. There is a small, secular, liberal movement made up of leftwing dissidents and human rights activists, like Bouni, who propose a democratic future but have little support on the streets. And there is a larger Sunni Islamist movement which has more street power and a more conservative agenda, but has been crushed by the regime. "The opposition hasn't been able to make a real relationship with the people because they have no media that reaches ordinary people," said Bouni. Newspapers and television channels are state controlled, which means most Syrians' only access to news about the opposition comes from Arabic- language satellite channels, radio, or for a few, the internet. This means the opposition's progress is often more closely followed by western diplomats and think-tanks, than by ordinary Syrians on the street. While many Syrians privately criticise the regime and accept it was probably involved in the Hariri assassination, they are also defensive about pressure from the west. "People don't understand what's happening. They think America is attacking Syria and they are afraid of change," said Bouni. Reform agenda Last month the opposition drew up an agreement calling for reform and elections. It united secular liberals with Kurdish activists and, most importantly, with Islamists - even the outlawed Muslim Brotherhood, the largest Sunni religious movement, signed up. The Damascus Declaration for Democratic National Change blamed 30 years of authoritarianism for Syria's problems and called for a "radical change in the country and the rejection of all forms of cosmetic, partial, or circumspect reform." It was carefully phrased but important because it meant the opposition finally stated that the regime itself was the problem. Among those who signed up publicly was Riyad Sayf, a prominent Damascus businessman and MP, who is still in jail after a crackdown on political openness five years ago. Haitham al-Maleh, a veteran human rights lawyer with Islamist links who also signed the declaration, was encouraged by the support of the Muslim Brotherhood. Under Bashar Assad's father, Hafez, the Brotherhood in Syria was crushed in the early 1980s, leaving tens of thousands dead and many more in jail. "The Islamists have paid a high price and they are still afraid and until now they have been sleeping," said Maleh. "Maybe this declaration will make the opposition stronger than before. If the Islamist side moves, then maybe something will happen." Activists have waited for years for Mr Assad to live up to his claims to be a reformer. It is true that jails are less crowded with political prisoners than they were in his father's time and that vast portraits of his father have been replaced by advertising hoardings. This is not like Iraq under Saddam Hussein: mobile phones and satellite television are freely available. But membership of the Muslim Brotherhood is still punishable by death, intelligence agencies operate with impunity, and political critics are often jailed. Shadow of Iraq On Wednesday 190 political prisoners were freed, which may have been a gesture for the Muslim holiday of Eid or, as some government officials promise, the beginning of a reform programme. Absent among those released, however, was the dissident MP Riyad Sayf. Always, the shadow of Iraq hangs in the background. President Assad's regime likes to argue it is the only reasonable alternative to civil war and an Islamist-run state. "The experience in Iraq has hurt us a lot," said Michel Kilo, a writer and left-wing political activist. "Bashar has pushed his country into a final struggle with international forces. Society is without hope and we worry that there will be a catastrophic finale." The opposition groups Muslim Brotherhood The Sunni Muslim religious movement, outlawed in Syria. Led by Ali Bayanouni from exile in London, but has members operating secretly inside the country. Probably the largest opposition force. Secular liberals A small group, many of whom are leftwing, who campaign for democratic reform. Among them are MPs who took part in an experiment in political openness only to end up in jail. Kurds Several Kurdish parties have campaigned for years for civil rights in Syria. Exiles Farid Ghadry, a Syrian living in the US, runs the Reform Party of Syria, which calls for democratic change in Damascus but has limited support inside the country. -- WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit e-mail: wadi.wien at gmx.at Tel.: 0699-11365509 Postfach 105 A-1181 Wien ================================================ 19 Lesenswertes zu Venezuela von: office at venezuela-info.net ================================================ Weitere Artikel finden Sie gesammelt auf http://www.venezuela-info.net ----------------------------------------------------------- Aktuelle Artikel ----------------------------------------------------------- Ermittlungen gegen US-Agenten Venezuela: Indizien für Beteiligung von Washingtoner Behörde an Drogenhandel und Ermordung von Staatsanwalt Anderson http://www.jungewelt.de/2005/10-18/009.php jW, 18.10.2005 ------------------------------------------------------------------ Nuklearstreit um Venezuela Iran in Südamerika? Nun will auch Caracas in die Atomwirtschaft einsteigen http://www.heise.de/tp/r4/artikel/21/21187/1.html heise.de, 22.10.2005 ------------------------------------------------------------------ Öl für Arme Fidel Castro stellt für die US-Regierung keine Gefahr mehr dar. Aus amerikanischer Sicht hat sich der Krisenherd nach Venezuela verschoben - wegen Hugo Chávez. http://www.zeit.de/online/2005/42/chavez ZEIT online, 18.10.2005 ------------------------------------------------------------------ Venezolanische Gewerkschafter diskutieren über Arbeiterverwaltung und Fabrikbesetzungen Arbeitervertreter und Gewerkschaftsaktivisten aus dem gesamten Land trafen sich vom 21.- 22. Oktober in Caracas zu einer nationalen Versammlung der ArbeiterInnen für die Wiederinstandsetzung von Firmen. http://www.zmag.de/artikel.php?id=1628 ZNet, 26.10.2005 ------------------------------------------------------------------ Frontstellung erkennbar Der »Amerika-Gipfel« sollte die US-Dominanz über Lateinamerika stärken. Nun verspricht er, ein Ort der Rebellion zu werden http://www.jungewelt.de/2005/11-03/005.php jW, 03.11.2005 ------------------------------------------------------------------ Analphabetenfreies Territorium Venezuela erfüllt schon heute UN-Millenniumsziel bei Lese- und Schreibkundigen. http://www.jungewelt.de/2005/11-01/010.php jW, 01.11.2005 ------------------------------------------------------------------ Allianz für eine multipolare Welt Venezuela: Kontakte zu Afrika verstärkt. Initiative gegen Unilateralismus der USA http://www.jungewelt.de/2005/11-02/007.php jW, 02.11.2005 ------------------------------------------------------------------ `Mitverwaltung` in der Aluminiumfabrik Alcasa Anfang 2005 ernannte Präsident Chávez Carlos Lanz zum Direktor der verstaatlichten Aluminiumfabrik Alcasa. Diese Ernennung kam überraschend, da es sich bei Lanz um einen ehemaligen Guerillakämpfer handelt, der sich heute als Soziologe eindeutig mit der revolutionären Linken identifiziert. http://www.derfunke.de/rubrik/international/amerika/venezuela/ mitverwaltung_in_aluminumfabrik.html derfunke.at, 02.11.2005 ------------------------------------------------------------------ Venezolanische Gewerkschafter diskutieren über Arbeiterverwaltung und Fabrikbesetzungen Arbeitervertreter und Gewerkschaftsaktivisten aus dem gesamten Land trafen sich vom 21.- 22. Oktober in Caracas zu einer nationalen Versammlung der ArbeiterInnen für die Wiederinstandsetzung von Firmen... http://www.marxist.com/venezolanische-arbeiterverwaltung.htm marxist.com, 27.10.2005 ----------------------------------------------------------- HINTERGRUND ----------------------------------------------------------- Sozialismus steht wieder auf der Tagesordnung Wie die venezolanische Revolution vorangebracht werden kann http://www.sozialismus.info/index.php?name=News&sid=1425 sozialismus.info, 02.11.2005 ----------------------------------------------------------- Sie wollen den Newsletter von venezuela-info.net abbestellen? 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Oil-rich Venezuela is to sell cheap petroleum to 13 Caribbean nations, but while the deal offers much needed protection from crippling energy prices it also threatens to draw these nations into a row between Caracas and Washington. http://www.venezuelanalysis.com/articles.php?artno=1578 venezuelanalysis.com, 16.10.2005 ----------------------------------------------------------- Venezuela Increases Spending Social Programs and Balances Budget Yesterday the Venezuelan Finance Minister, Nelson Merentes, presented a 2006 budget of $40.5 billion to the National Assembly. This budget is 27% higher than last year`s and 41% of it is committed to the social programs. http://www.venezuelanalysis.com/news.php?newsno=1789 venezuelanalysis.com, 19.10.2005 ----------------------------------------------------------- Venezuelan Workers of Occupied Factories Hold Conference Over 150 representatives from several worker-occupied factories and other labor organizations in Venezuela met on October 21 and 22 in Caracas to discuss the future direction of the movement. http://www.venezuelanalysis.com/news.php?newsno=1796 venezuelanalysis.com, 25.10.2005 ----------------------------------------------------------- Worker Takeovers Recover Venezuelan Sovereignty from the US, Says Chavez At the opening rally for the First Meeting of Latin American Worker Occupied Factories last night, President Hugo Chavez said that the state is expropriating two more Venezuelan factories on behalf of their workers. http://www.venezuelanalysis.com/news.php?newsno=1801 venezuelanalysis.com, 28.10.2005 ----------------------------------------------------------- Venezuelan land reform: More large land owners offering to negotiate More and more large land owners are offering to peacefully negotiate with the government about giving up part of their land for the country?s land reform program, said Venezuela?s President Hugo Chavez during his weekly television show `Alo Presidente.` http://www.vheadline.com/readnews.asp?id=46509 vheadline.com, 25.10.2005 ----------------------------------------------------------- ================================================ 21 [gipfelsoli] Gleneagles -- St. Petersburg von: gipfelsoli-l at lists.nadir.org ================================================ Gipfelinfo - Meldungen über globalisierte Solidarität und die Proteste gegen unsolidarische Globalisierung ------------------------------------------------------------------------ -- - Police looks for G8-Protestors ? Photos published in the Web - Police promise more arrests as pursuit of G8 rioters goes on - G8 2006 à St. Petersbourg ------------------------------------------------------------------------ ----- Police looks for Protestors ? Photos published in the Web This is a link to the Lothian and Borders Police website. They've put up photographs of people that they're looking for: http://www.lbp.police.uk/Appeals/G8/ mostly in relation to the 'Carnival for Full Enjoyment' in Edinburgh on Monday 4th July. ------------------------------------------------------------------------ ----- Police promise more arrests as pursuit of G8 rioters goes on The following article, entitled 'Police promise more arrests as pursuit of G8 rioters goes on' was publsihed in last Sunday's (30/10/2005) 'Scotland on Sunday' newspaper. The original version is available online at: http://news.scotsman.com/edinburgh.cfm?id=2167532005 MURDO MACLEOD SCOTTISH police are still gathering evidence against dozens of demonstrators who brought chaos and destruction to Edinburgh during the G8 summit. Detectives are studying hours of video footage of the violence which led to large areas of central Edinburgh being closed off last July in order to identify around 30 offenders and bring them to justice. Senior insiders say that they will travel overseas if necessary to catch those who attacked police and damaged property around Princes Street as part of anti-capitalist demonstrations. A Lothian and Borders Police source said: "We are going through the videos so we can pick them all out. We are not letting up on this at all. They are going to get some very nasty shocks. Supposing they are abroad and think that we have forgotten about them, we are going to get them. "The view round here is that coming to Edinburgh and causing riots and smashing things up is simply not on. You can have your riots in Barcelona or wherever, but not here. This is Edinburgh and we won't stand for it at all." The charges are understood to include breach of the peace, assault and vandalism. So far a total of 29 people have been charged in connection with offences in Edinburgh at the time of the G8 summit. A spokesman for Lothian and Borders Police confirmed that officers were still studying video footage with a view to having about 30 demonstrators charged. Scottish and Russian police representatives have already held talks about policing the next G8 summit which will be held in Moscow next year. ------------------------------------------------------------------------ ----- G8 2006 à St. Petersbourg Sommet du G8 2006 Un appel à protester contre le sommet du G8 de 2006 à St Petersbourg, Russie En juillet 2006, le G8 tiendra son sommet à St Petersbourg, Russie Le G7 fut créé en 1975 pour des discussions informelles sur les questions économiques et politiques entre les chefs des états capitalistes les plus puissants. La Russie les a rejoint en 1998 - elle a été acceptée grâce à son arsenal nucléaire et ses vastes ressources naturelles (en 2004, la Russie était seulement la 16ème puissance économique mondiale ; nb la Chine n'a pas été invitée au club). Le G8 n'a aucun statut juridique, il existe donc en dehors de tout cadre démocratique. Mais il est quand même devenu une importante plateforme où les grands dirigeants du monde pourraient chercher un consensus entre eux avant d'imposer leur politique à leurs populations. Nous ne nous faisons pas d'illusion sur toute démocratie parlementaire, nous sommes contre tout gouvernement. L'état actuel du monde prouve bien qu'avec les médias traditionnels dociles qui diffusent une hystérie anti-terroriste, les pouvoirs sont maintenant capables de soumettre leurs citoyens à leur politique de guerre et de destruction. La Russie a été un des précurseurs de ce développement avec une guerre sans fin dans le Caucase du Nord et la suppression des médias indépendants. Nous sommes anticapitalistes, et nous n'avons aucune illusion au sujet du capital national comme alternative au capital global. Des petits arrangements diplomatiques entre les grandes puissances ont rapidement été établis au sujet des guerres en Caucase du Nord et en Irak, et tous les états du G8 ont au moins donné leur soutien passif aux politiques de l'un et de l'autre. La solidarité entre les élites n'a pas de frontière, notre solidarité doit donc en faire autant. Malgrès les étiquettes que les médias nous collent dessus, nous ne sommes pas "antiglobalistes". Nous sommes pour une libre circulation des personnes, des idées et des luttes, au delà de toute frontière. Quand les dirigeants du G8 déclarent qu'ils se battent pour la liberté, ils se battent pour la liberté d'accumulation du capital - selon laquelle le nucléaire (" nuclear waste ") doit être libre de traverser les frontières russes, alors que le peuple n peut pas avoir ce droit. Les dirigeants du G8 déclarent aussi se battre contre la pauvreté, mais en réalité c'est leurs politiques qui causent la pauvreté en premier lieu. Moscou a plus de millionnaires que n'importe quelle autre ville au monde, alors que la vaste majorité de la population russe n'a en rien profité des politiques dites de " croissance économique " qui, dans tous les cas, ne durera que temps qu'il y a des ressources naurelles à piller. Au contraire, ce sont les plus pauvres qui ont été touchés par les réformes néolibérales comme le retrait des prestations sociales gratuites ou l'augmentation des prix des taxes communales (" communal payments "), qui est liée à l'intention de la Russie de rejoindre l'OMC. Nous appelons à protester dans tout le monde pendant le sommet du G8 à St Petersbourg. Nous appelons aussi à une convergence massive à St Petersbourg pendant le sommet - attention le monde entier sera dirigé vers le spectacle du G8, et nous devons montrer qu'ils seront confrontés à la résistance partout où ils iront ! Nous sommes partout! Network Against G8 (Russia / ex-USSR) ------------------------------------------------------------------------ -- gipfelsoli infogruppe Newsletter mit Nachrichten über Mobilisierungen, Debatten und Repression im Zusammenhang mit Gipfelprotesten. Die AutorInnen der Beiträge, so sie nicht von uns verfasst sind, sind mit eckigen Klammern versehen. Wir können leider keine Verantwortung für die Richtigkeit der Beiträge übernehmen. Auch geben die Beiträge nicht zwangsläufig unsere Meinung wieder. Kontakt, Kritik, Beiträge: gipfelsoli at nadir.org ================================================ 22 Äthiopien: Drohender Krieg überschattet Bonner Afrika-Konferenz von: gfbv.austria at chello.at ================================================ GESELLSCHAFT FÜR BEDROHTE VÖLKER PRESSEERKLÄRUNG Göttingen/Bonn, den 04.11.2005 Bundespräsident Köhler lädt afrikanische Staatschefs zu Konferenz nach Bonn ein Drohender Krieg Äthiopiens überschattet Bonner Afrika-Konferenz - Kritik an Einladung von Diktator Meles Zenawi Angesichts des drohenden Krieges von Äthiopien gegen Eritrea hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Freitag scharf kritisiert, dass der äthiopische Premierminister Meles Zenawi zu der von Bundespräsident Horst Köhler angeregten Konferenz "Partnerschaft mit Afrika" nach Bonn eingeladen worden ist. "Auf dieser für Afrika wichtigen Konferenz sollte kein Platz für ruchlose Diktatoren sein", erklärte der GfbV-Afrikareferent Ulrich Delius. "Äthiopiens starker Mann symbolisiert nicht Frieden und Demokratie für Afrika, sondern ist für den Tod von 100.000 Menschen in einem absurden Krieg mit Eritrea verantwortlich." Mit seiner unnachgiebigen Haltung im Grenzstreit mit dem Nachbarland provoziere er nun erneut Krieg im Horn von Afrika. Auch der gewaltsame Tod von mindestens 25 Demonstranten bei blutigen Auseinandersetzungen zwischen Polizisten und Unterstützern der Oppositionsparteien in Addis Abeba in den vergangenen drei Tagen sei eine denkbar schlechte Referenz für seine Teilnahme an der Konferenz in Bonn. Die GfbV begrüßte die Initiative des Bundespräsidenten, gemeinsam mit führenden Politikern aus Afrika, Schriftstellern und Afrikakennern über Perspektiven einer Partnerschaft mit Afrika am 5./6. November auf dem Petersberg bei Bonn zu beraten. Doch nur wenige der aus Afrika eingeladenen Teilnehmer hätten sich bislang durch großes Engagement für Menschenrechte, Frieden und Demokratie hervorgetan, kritisierte Delius. So wisse sich Nigerias demokratisch gewählter Präsident Olusegun Obasanjo nur mit dem Einsatz des Militärs zu helfen, um das Auseinanderbrechen seines Landes zu verhindern. Seine Regierung habe sich als unfähig erwiesen, die zunehmenden ethnischen und religiösen Konflikte in Nigeria friedlich zu lösen und sei mitverantwortlich für den Tod von mehr als 10.000 Menschen bei ethnischen Auseinandersetzungen. Äthiopiens Premierminister Meles Zenawi verletze das Völkerrecht, wenn er sich heute weigere, das im Dezember 2000 mit Eritrea vereinbarte Friedensabkommen umzusetzen. In Artikel 4, Paragraph 15 des Abkommens hatten sich die Vertragsparteien verpflichtet, die Entscheidung einer unabhängigen eritreisch-äthiopischen Grenzkommission über den zukünftigen Verlauf der Grenze zu respektieren. Da Äthiopien heute trotzdem auf Neuverhandlungen bestehe, missachte es einen völkerrechtlich gültigen Vertrag und heize die zwischen beiden Staaten ohnehin schon bestehenden Spannungen weiter an. "Meles Zenawis Politik kann schon bald ein neues Massensterben am Horn von Afrika auslösen", warnte Delius, "und ist Ausdruck des seit Jahrzehnten beklagten Desinteresses afrikanischer Despoten am Schicksal ihrer Völker. Daher darf für ihn kein Platz an Bonner Verhandlungstischen sein." Für Nachfragen und Interviews ist der GfbV-Afrikareferent Ulrich Delius erreichbar unter Tel. 0160 95 67 14 03. ====================================================== Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV) Inse Geismar, Pressereferentin Postfach 2024, D-37010 Goettingen Tel.+49/551/49906-25, Fax:++49/551/58028 E-Mail: presse at gfbv.de, Homepage:http://www.gfbv.de ====================================================== ================================================ 23 [CUADPUpdate] Birmingham News: A Death Penalty Conversion von: abe at cuadp.org ================================================ Hello All, Last week as we drove home from Texas, Beth, Isaac and I stopped for a few hours at the Civil Rights Institute in Birmingham, which is basically a museum to the history of the U.S. civil rights movement of the 1950's and 1960's. The history lesson (re)received included newspaper headlines demonstrating that city's racism and the role its newspaper played in fostering same. Today's revelation from the largest newspaper in Alabama is nothing short of revolutionary, although we all know it is really just naturally Evolutionary. If it can be done in Alabama, it can be done *anywhere*. Congratulations Esther Brown & PHADP, Bryan Stevenson & the Equal Justice Initiative, and ALL whose ongoing efforts have contributed to this landmark event. --abe PS - Below PHADP's press release is PART ONE of a five day series. Follow it for the rest of this week at http://www.al.com/birminghamnews/ ******** PROJECT HOPE TO ABOLISH THE DEATH PENALTY P.O. Box 1362, Lanett, AL 36863 334 499 0003 For Immediate Release: November 6, 2005, Contact: Esther Brown-334 499 0003 THE BIRMINGHAM NEWS COMES OUT FOR ABOLITION The Board of Project Hope to Abolish the Death Penalty would like to express its gratitude and deep appreciation to the Birmingham News, Alabama's largest newspaper, for its courageous stand in announcing that it opposes the death penalty in all cases. It takes this stand as part of its commitment to a culture of life and is the outcome of months' long research into Alabama's capital punishment system by its editorial board. The Birmingham News bases its stand on the serious flaws in the system relating to indigent defense, biased and political prosecutions, and the high rate of error. Recently the ACLU released its study, Broken Justice: The Death Penalty in Alabama which also identified major areas of concern: inadequate defense, prosecutorial misconduct, judicial override of jury recommendations, execution of the mentally retarded, racial discrimination, and geographical disparities. Prior to that, the Capital Survey Research Center poll found that 57% of Alabamians would support a moratorium. It is to be hoped that all of these voices, including the 514 groups in Alabama that support a moratorium, will persuade Alabama legislators that the time has come to end unfair and discriminatory practices in Alabama's criminal justice system. Please show your appreciation to the Birmingham News by writing letters in support of their belief in the dignity of human life, all life. To learn more about the Project Hope to Abolish the Death Penalty moratorium initiative and to view the complete lists visit www.phadp.org/ ************ A death penalty conversion Sunday, November 06, 2005 "The dignity of human life must never be taken away, even in the case of someone who has done great evil." Pope John Paul II a statement by the late pope in 1999 John Peoples Executed in September In his last moments of life, John Peoples smiled, lifted a thumb toward his brother Gerry and said a few final words: "I hope I've handled everything ... with dignity." Peoples lay his head back on the gurney. A chaplain knelt beside him and held his hand. Peoples' lips moved along with the chaplain's prayer. Then, the state of Alabama killed him. As the first drugs entered his veins, Peoples gasped twice and went still. For the next 15 minutes, as more poisons flowed into his body, the color of life slowly drained from his face. Peoples was put to death for murdering Paul and Judy Franklin and their 10-year-old son, Paul Jr. Prosecutors said he killed the Franklins in 1983 to get their red Corvette. Authorities couldn't determine how Paul Franklin died. Judy Franklin and Paul Jr. were beaten to death with a rifle. The family's loved ones and friends waited 22 years to see Peoples die for his crime. Their long wait for justice ended Sept. 22 at 6:27 p.m. Peoples was the 737th person the state of Alabama has executed - the 10th by lethal injection. "I think we do it as dignified and humane as you can execute a person," said Grantt Culliver, the warden of Holman Correctional Facility and, as such, the state's executioner. "There's no glory in it. It's a matter of law." It's a matter of law that deeply troubles The News' editorial board. After decades of supporting the death penalty, the editorial board no longer can do so. Today and over the next five days, we will explain our change of mind and heart. We know that many of our readers, including families and friends of murder victims, will disagree. We acknowledge we cannot grasp the profound grief experienced by those who lose loved ones in senseless, savage killings. We well understand some crimes are so great that those who commit them don't deserve to live in the free world ever again, and that some don't deserve to live at all. Yet we can no longer in good conscience continue to advocate the death penalty in Alabama. A broken system: Why? Because we have come to believe Alabama's capital punishment system is broken. And because, first and foremost, this newspaper's editorial board is committed to a culture of life. Put simply, supporting the death penalty is inconsistent with our convictions about the value of life, convictions that are evident in our editorial positions opposing abortion, embryonic stem-cell research and euthanasia. We believe all life is sacred. And in embracing a culture of life, we cannot make distinctions between those we deem "innocents" and those flawed humans who populate Death Row. Faith tells us we all are imperfect, but we're not beyond redemption. We believe it's up to God to say when a life has no more purpose on this Earth. We are not turning soft on crime. Remember, the alternative to the death penalty is not leaving predators free to kill again. The alternative to execution is life in prison without any chance, ever, for parole. That is enough to protect the public. "We don't have to execute people to prove we are outraged about a crime," said Bryan Stevenson, executive director of the Equal Justice Initiative of Alabama, a Montgomery nonprofit group that defends Death Row inmates. Even people who embraced the death penalty in the past are having second thoughts. One is George Ryan, the Republican former governor of Illinois who commuted all the death sentences in his state after a string of exonerations. Another is U.S. Sen. Rick Santorum, a conservative Republican from Pennsylvania who has expressed growing reservations about the nation's use of the death penalty. "I still see it as potentially valuable," he said, "but I would be one to urge more caution than I would have in the past." Some of the most poignant reflections on the issue came from the late Pope John Paul II, who shifted Catholic Church teaching on the death penalty and spoke pointedly against capital punishment. "The new evangelization calls for followers of Christ who are unconditionally pro-life, who will proclaim, celebrate and serve the Gospel of life in every situation. A sign of hope is the increasing recognition that the dignity of human life must never be taken away, even in the case of someone who has done great evil," the pope said in 1999. No doubt, some sincerely believe executing killers shows reverence for the lives of victims. But how much regard does a society hold for life if it uses the death penalty in a haphazard fashion? This is a crucial question - and one that must matter to Alabamians. Many misgivings: While a strong majority of Alabamians support capital punishment in theory, a number of them have misgivings about the death penalty in practice. More than seven in 10 Alabamians strongly support capital punishment, according to a July survey of 863 people by the Alabama Education Association's Capital Survey Research Center. Yet almost six in 10 among those polled say they want the death penalty halted while the state studies questions of fairness and reliability. Only 47 percent believe the death penalty is applied fairly in Alabama, according to the poll. But the most troubling number is this: Eighty percent of those polled think the state could execute someone who is not guilty. There is plenty of reason to fear that possibility. In the past dozen years, five men have walked free from Alabama's Death Row - not because they escaped, but because juries acquitted them in new trials or prosecutors dropped charges. Across the nation, more than 120 people have been released from Death Row, some of them having come harrowingly close to being executed. A startling number of death penalty cases are also overturned because of errors in the prosecution and trial. A massive study in 2000 by Columbia University Law School professors put the national error rate for capital cases at 68 percent and at 77 percent in this state. Incompetent defense lawyers, prosecutors suppressing evidence, misinstruction of juries, and biased judges and jurors led to most reversals, the study found. Two professors at John Jay College attacked the Columbia figures because the study made no distinction between errors on conviction and sentencing. Even as they estimated a national error rate of 27 percent for conviction, they noted Alabama's conviction reversals during the study period were higher than 60 percent. Then-Attorney General Bill Pryor criticized the Columbia study because it covered the years 1973 to 1995, but did not take into account cases from 1995 through 2000. During those years, Pryor wrote, "so-called" error rates for each phase of the capital process ranged from 3 percent to 14 percent. But he reported error rates only from each phase of the process, and not the overall error rate, which would be much higher. When possibly innocent lives are at stake, even Pryor's figures are too high. Some say overturned cases are a sign the system works, or that it shows how much scrutiny death penalty cases receive. That's true, to a point. But it should be no comfort to death penalty supporters that in the process leading to execution, mistakes are so common. As a result of these kinds of questions, some states have halted executions and/or embarked on serious studies about the death penalty. More than a dozen states either have done or are doing death penalty studies, said Richard Dieter, executive director of the Death Penalty Information Center in Washington, D.C. California is among those just launching a broad review of the death penalty, he said. Commuting sentences: The most noted example is Illinois. In 2000, a series of exonerations led then-Gov. Ryan, a supporter of capital punishment, to declare a moratorium on executions, create a study commission and ultimately commute the sentences of all 167 people facing the death penalty in his state. The moratorium remains in place, and Illinois lawmakers have since passed a number of the reforms recommended by Ryan's commission on capital punishment. Among other things, the state limited the number of crimes that result in a death sentence, improved police procedures, created pretrial hearings to determine the credibility of jailhouse informants, and established a method for courts to toss out death sentences in the interest of "fundamental justice." At the heart of what has happened in Illinois and elsewhere - including Alabama - are disturbing questions about the fallibility of our justice system. Cases where inmates have been convicted and later cleared challenge long-held notions about the reliability of eyewitness identification, the use of jailhouse snitches and, in some cases, the integrity of police and prosecutors. These cases highlight other problems as well, such as incompetent and/or inadequate legal defense, and the role race plays. While these questions apply to all criminal cases, they are particularly troubling in death penalty cases where mistakes can go, literally, to the grave. At the very least, we should be assured the ultimate punishment is inflicted fairly and accurately. That's not the case. Alabama has one of the nation's broadest capital punishment laws, allowing the death penalty for 18 varieties of murder. Despite the sizable number of murders that qualify, only a fraction end up with a death sentence. The factors that determine which cases end with death are arbitrary. The prestige and wealth of defendants, the quality of their defense, even the race of their victims can play into the outcome of a case. While blacks are far more likely to be murder victims, the overwhelming number of murders that lead to a death sentence involve victims who are white. Many other problems exist. Before the U.S. Supreme Court ruled it unconstitutional in 2002, Alabama had condemned and executed killers who were mentally retarded. Before the high court struck down the execution of juvenile offenders this year, the state had sent people to Death Row for crimes they committed when they were as young as 16. In addition, some inmates who have been executed and others still on Death Row have had histories of serious mental illnesses. Hit-or-miss lawyers: Even when capital defendants are mentally sound, they are usually poor. This means they can't afford to hire their own lawyers or mount a vigorous defense. They rely largely on court-appointed attorneys who make less than the going rate and whose skills can be hit-or-miss. "It's better to be rich and guilty than innocent and poor," said Richard Jaffe, a criminal defense lawyer in Birmingham who has represented a number of capital defendants. As important as a strong defense is to anyone accused of a crime, it's decidedly more important for those charged with capital crimes. It's not just that the stakes are so high, but emotions are, too. The most heinous crimes often create a public outcry that may tempt police and prosecutors to take shortcuts. These are the cases where people may be most at risk for a wrongful conviction. And yet, 70 percent of those on Alabama's Death Row were convicted when defense lawyers were capped at $1,000 in pay for out-of-court work - a critical stage of any defense that should involve hundreds of hours of investigation, legwork and legal preparation. But at least the state has some system for providing for the legal defense, however spotty, of death penalty defendants at trial. There is no such system of assuring lawyers for defendants for the crucial second and third round of appeals where miscarriages of justice are most often uncovered. These cases are spread out largely among a small collection of nonprofit defense firms and volunteer lawyers. Some defendants luck out with great appeals lawyers; others have missed filing deadlines for appeals because they had no lawyer at all. Who gets a thorough and top-notch review on appeals is mostly a matter of chance. Despite these problems, Alabama Attorney General Troy King said, "We have a system that works as well as any in the world." At the end of the day, we grant King this: Most of those on Death Row indeed are guilty. They committed vicious crimes, terrorizing old people, even children. They cut precious lives short and forever altered the lives of grieving survivors. "Those victims have had the most horrible things happen to them, and we speak for them," said Talladega County District Attorney Steve Giddens. Profound sorrow: We hear the profound sorrow in the voices of those left behind, people like Judy Franklin's brother Bill Choron and his wife, Gail, who in September went to Holman to watch John Peoples die. The Chorons believe Peoples died an easy death compared to his victims. "It's not easy to watch a man die," Gail Choron said after witnessing Peoples' last breath. "But it's not easy to think about what he did to deserve this death." The Equal Justice Initiative's Stevenson argues the question is not whether these killers merit the state's ultimate punishment. "The question has to be not whether they deserve to die," he said. "The question is, do we deserve to kill?" The News' editorial board strongly believes the answer to that question is no. ************* SENT BY: Abraham J. Bonowitz Director, CUADP ******************************************************** YES FRIENDS! There is an Alternative to the Death Penalty Citizens United for Alternatives to the Death Penalty (CUADP) works to end the death penalty in the United States through aggressive campaigns of public education and the promotion of tactical grassroots activism. Visit or call 800-973-6548 PMB 335, 2603 NW 13th St (AKA Dr. MLK Jr. Hwy) Gainesville, FL 32609 ******************************************************** ================================================ B) TERMINE ================================================ ======================== Montag http://www.mund.at/butt/Termine/November/0711.htm Dienstag http://www.mund.at/butt/Termine/November/0811.htm Mittwoch http://www.mund.at/butt/Termine/November/0911.htm ======================== ================================================ D) EDITORIAL ================================================ Für den Inhalt verantwortlich: Ihr. Medieninhaberinnen & Medieninhaber seid Ihr E-Mail-Adresse für Beiträge: widerstand at no-racism.net geschickt. widerst at nd MUND und alle Termine täglich aktualisiert im Web: http://www.no-racism.net/MUND Ziel von MUND (medienunabhängiger Nachrichtendienst) ist die unzensurierte und möglichst rasche Information über gesellschafts- politisch relevante Termine, Hinweise und Diskussionsbeiträge zu Widerstand und Antirassismus sowie verwandte Themen. sollen einen Titel, Namen und Emailadresse der/des AutorIn enthalten und möglichst kurz und prägnant gehalten sein, ev. mit Hinweis, wo weitere Informationen eingeholt werden können. Bitte keine Attachments! Die inhaltliche und sachliche Verantwortung liegt bei der/dem jeweiligen AutorIn bzw. jenen, die uns die Beiträge schicken. Der MUND wird von einzelnen TagesredakteurInnen zusammengestellt. Da Fehler nicht ausgeschlossen sind, bitten wir, nicht veröffentlichte Beiträge nochmals an widerstand at no-racism.net zu senden. Die Weiterleitung (auch auszugsweise) ist erwünscht. Beiträge mit rassistischen oder sexistischen Inhalten werden nicht veröffentlicht. Sehr persönliche Meldungen werden wir an den betreffenden Adressaten weiterleiten, aber nicht im MUND veröffentlichen. Die bisherigen Ausgaben sind unter http://www.no-racism.net/MUND archiviert. Terminankündigungen bitte nach folgender Vorlage: * Wann: Sonntag, 11.11.2001, 11:11 Uhr * * Was: Maskenball: Motto "Schwarzblau ist die Haselnuss" * * Wo: Villa Morgenrot, Grüner Anger 42, 2001 Wendendorf * * Kommentar: Anreise per Anhalter. Maskenzwang. Ende nie. Aber kurz und prägnant.* Die Rubrik "Redaktionelles" am Ende der Ausgabe ist u.a. eine Konsequenz aus der Notwendigkeit, sexistische, antisemitische und rassistische Beiträge nicht zu veröffentlichen, ohne jedoch stillschweigend Zensur zu üben. Hier wird - in anonymisierter Form - auf angehaltene Beiträge hingewiesen und eine kurze Begründung der Tagesredaktion für die Nichtaufnahme geliefert. (Weitere Gründe einen Beitrag nicht aufzunehmen sind z.B.: Attachments, kein erkennbarer Bezug zu den breit gestreuten Themen des MUND, Werbesendungen, sinnlose Kettenbriefe.) Die AbsenderInnen der betroffenen Beiträge werden hiervon informiert. Im Sinne einer "gläsernen Zensur" könnt ihr Euch die Beiträge gerne extra schicken lassen: Ein kurzes Mail an widerstand at no-racism.net genügt. ================================================ E) VERTEILERLISTE ================================================ Zur Eintragung in diesen Verteiler bitte direkt subskribieren unter http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/analle oder von der einzutragenden Adresse aus ein mail schicken an: admin at no-racism.net mit folgendem Text: subscribe no-racism Bitte wegen Automatisierung diesen Wortlaut verwenden! Zur Austragung aus dieser Liste bitte an zusammengestellt. Bitte keine Attachments! (werden nicht angenommen) Redaktionsschluss für diese Ausgabe: So, 17.00 Uhr III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III ü, ö, ä, ß, Ü, Ö, Ä III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III widerst at nd-MUND is powered by http://alt.strg.at/ ================================================ From analle at no-racism.net Tue Nov 8 08:39:03 2005 From: analle at no-racism.net (=?iso-8859-1?q?MUND=3A_medienunabh=E4ngiger_Nachrichtendienst?=) Date: Tue, 8 Nov 2005 08:39:03 +0100 Subject: widerst@nd! - MUND: Dienstag, 8.11.2005 Message-ID: widerst at nd MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst www.no-racism.net/mund Dienstag, 08.11.2005 MedieninhaberInnen seid Ihr! ================================================ A) INHALT ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN UND ANKÜNDIGUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 01 8.11.: Neutralitaet / Staatsvertrag "Alois Reisenbichler - Stadtteilzentrum Simmering" ================================================== 02 11./12.11.: Graz: Fruchtbare Wege der Begegnung in Europa "Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen" ================================================== 03 16.11. Premiere STECKEN, STAB UND STANGL/Tina Leisch GAMUEKL ================================================== 04 Die panierte Hexe: Die Welt der Kinder- und Jugendhörspielkassette die-panierte-hexe at monochrom.at ================================================== 05 17.11.: Podiumsdiskussion: Politische Kultur in Österreich Promedia ================================================== 06 18.-20.11.: Dritte Österreichische Entwicklungstagung "Julia Günther" ================================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN UND KOMMENTARE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 07 Kritik am Staatsbürgerschaftsrecht auch aus eigenen Reihen "Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen" ================================================== 08 Newsletter 06.11.05 ekhaus at med-user.net ================================================== 09 KPÖ/Bank Burgenland/Verkauf/SPÖ KPÖ-Kommunikation ================================================== 10 GLB/Elektroindustrie/Arbeitszeit/Kündigungsschutz "Gewerkschaftlicher Linksblock" ================================================== 11 Parallelbericht den UN-Sozialausschuß, Abreise einer NGO Delegation nach Genf am 6.11. / Sitzung des Komitees beginnt am 7.11. Lisa Sterzinger ================================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< SOLIDARITÄT WELTWEIT ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 12 Amna Mohamed Salah Dirar (BNC) über die Lage im Ostsudan "wadi wien" ================================================== 13 Trade Agreement Stalled as Americas Meeting Ends! SIUHIN at aol.com ================================================== 14 China: GfbV warnt vor Ausverkauf der Menschenrechte unter Steinmeier "GFBV" ================================================== 15 Fwd: From Ceuta caravan Neva Cocchi ================================================== 16 Canada: BC teachers’ illegal strike wins concessions newswire at lists.fifthinternational.org ================================================== ================================================ B) TEXTE ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN UND ANKÜNDIGUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 01 8.11.: Neutralitaet / Staatsvertrag "Alois Reisenbichler - Stadtteilzentrum Simmering" ================================================== GESCHICHTE UND ZUKUNFT DER NEUTRALITÄT Das Gedankenjahr 2005 ist nicht nur das 50-Jahr- Jubiläum des Staatsvertrages, sondern auch der Beschlussfassung der Bundesverfassungsgesetzes der immerwährenden Neutralität Österreichs. Die Friedensinitiative Donaustadt hat daher zum Thema "Staatsvertrag und Neutralität - wie es dazu kam, was davon blieb" den bekannten Rechtsanwalt Dr. Alfred NOLL eingeladen. Der Vortrag von Dr. Alfred Noll beginnt am Dienstag, 8. November 2005 um 19.00 Uhr im Klubraum der Donaucitykirche, 1220 Wien, Donaucitystraße 2. Für den Wiener Terminkalender: Dienstag, 8. November 2005 19.00 Uhr, Staatsvertrag und Neutralität, Dr. Alfred Noll, Donaucitykirche, 1220 Wien, Donaucitystraße 2. Friedensinitiative Donaustadt. Eintritt frei. Informationen: Ernst Toman, Friedensinitiatve Donaustadt, Tel. 01 263 61 92 Andreas Pecha, Wiener Friedensbewegung, pax.vienna at chello.at Alois Reisenbichler, Tel. 0664 39 51 809 ALOIS REISENBICHLER 1110 Wien, Schneidergasse 15/9 Tel. 0664 39 51 809 ================================================== 02 11./12.11.: Graz: Fruchtbare Wege der Begegnung in Europa "Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen" ================================================== ORIENT - OKZIDENT Fruchtbare Wege der Begegnung in Europa 11. - 12. November 2005, Graz Karl-Franzens Universität, Hörsaal A Eintritt frei http://www.sekemoesterreich.at/BegegnungNov05.html Die Schicksale von Ost und West ... haben sich im Laufe der Geschichte, in jüngster Zeit aber immer schneller und intensiver mit einander verflochten. Wie können wir diese Begegnung zu beiderseitigem Nutzen gestalten? Die Veranstaltung kann als Schritt auf dem Weg zu einer institutionalisierten Begegnung der Kulturkreise ORIENT - OKZIDENT angesehen werden. Wo Menschen guten Willens sind, kann auch in Zeiten momentaner Entfremdung und Verunsicherung Heilsames entstehen - dafür setzen sich die Veranstalter ein. FREITAG, 11. NOVEMBER 18:00 - 21:30 UHR Vorträge zu dem Thema "Historie und Gegenwart muslimisch- christlicher Begegnung und Nicht-Begegnung in Europa" (mit Seitenblick auf Nordamerika sowie auf den Mittleren und den Nahen Osten). - Dipl. Ing. Tarafa BAGHAJATI, Wien - Dr. Mohamed Bashar ARAFAT Baltimore/USA (mit deutscher Übersetzung) - Dr. Bruno SANDKÜHLER Stuttgart/D SAMSTAG, 12. NOVEMBER, 9:00 - 12:00 UHR 14:00 - 16:00 UHR Seminaristische Arbeit mit den Referenten in Gruppen zu Fragen wie: - Welche gemeinsamen Ziele entdecken wir im Christentum und im Islam? - Welche Ängste leben zwischen den beiden Kulturkreisen? Wie könnten diese Ängste überwunden werden? Was kann der Okzident vom Orient, was kann der Orient vom Okzident lernen? - Wie kann unter Wahrung der muslimischen Identität Öffnung, Integration, Partnerschaft mit den Menschen der christlichen Kultur in Europa gelebt werden? - Wie kann unter Wahrung der christlichen Identität die muslimische Kultur in Europa als Bereicherung empfunden werden? - Welche Grundlage und Motivation bilden die Abschlusserklärungen der Imamkonferenzen in Graz (2003) und Wien (2005) zur Schaffung partnerschaftlicher Institutionen wie es etwa eine Begegnungsstätte Orient-Okzident sein könnte? - Welche Rolle können im Rahmen von Bildung pädagogische Konzepte (insbesondere auch die Waldorfpädagogik) spielen, um die Begegnung mit der muslimischen Kultur in Europa (und anderswo) sinnvoll und fruchtbar zu gestalten. - In welcher Weise kann der Islam den bisherigen Bildungskonzepten Anregung sein, sich noch stärker für den Menschen und seine Menschenwürde, ja für den Frieden weltweit einzusetzen? Dr. Mohamed Bashar ARAFAT Geboren und aufgewachsen in Damaskus / Syrien. Studium für Arabisch und Islamisches Recht. Doktorat in Philosophie und Theologie. 1981 -1989 Imam in Damaskus. 1989 - 2003 Imam in USA: Baltimore, Carney, John Hopkins Universität (Maryland). 1993 Gründung des An-Nur-Instituts für Islamische Studien und Kultur (Baltimore) und dessen Direktor. Seit 2001 Präsident des Islamischen Rats von Maryland. Derzeit ist er muslimischer Kaplan bei der Stadtpolizei von Baltimore. Seit seiner Übersiedlung in die USA engagierte er sich für die Thematisierung interkonfessioneller Fragen (national und international) und gründete 2000 die Stiftung für den Austausch und die Kooperation der Kulturen, die als Netzwerk dazu dient, die Menschen immer mehr in die Lage zu versetzen, durch Austausch und gegenseitiges Verständnis zur Schaffung einer besseren Welt beizutragen. Dipl. Ing. Tarafa BAGHAJATI Geboren 1961 in Damaskus/Syrien. Dort parallel zum Gymnasium Koranstudium und Islamwissenschaften bei verschiedenen Gelehrten. 1980 bis 1987 Studium des Bauingenieurwesens in Temesvar, Rumänien. 1990-2005 Weiterbildung in den Bereichen Projekt- und Qualitätsmanagement, Finanzmanagement, Konfliktmanagement. Teilnahme an Konferenzen und Seminaren im Bereich Migration, Antirassismus, Minderheiten in Europa, religiöse Diskriminierung. Seit 1987 Mitarbeit in verschiedenen Architektur- und Zivilingenieurbüros in Wien, Betreuung von Großprojekten in Wien sowie in Sarajewo, Bosnien, Bratislava ... Mitglied der interreligiösen Konferenz: Kulturhauptstadt Europas - Graz 2003 / (Konzeption + Workshopleitung). Mitgründung der Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen (seit 1999). Seit November 2004: Vizepräsident von ENAR (European Network against Racism). Kurator Foyer Islam: der Literatur im März 2005, Wien, Kunsthalle. Gastkommentare in verschiedenen österreichischen und arabischen Medien. Dr. Bruno SANDKÜHLER Geboren 1931. Studium der Romanistik und Orientalistik in Florenz, Perugia, Paris und Freiburg. Von 1961 bis 2001 Lehrer an verschiedenen Waldorfschulen und an einer Bildungs- und Studienstätte für die Zusammenarbeit mit der Bevölkerung der Dritten Welt. Ausgedehnte Reisen in den Nahen und Mittleren Osten. Seit 1988 Mitarbeiter im Europäischen Rat der Freien Schulverbände. Seit der Pensionierung Vortrags- und Beratungstätigkeit, u.a. für Schulinitiativen in islamischen Ländern. Aktuelle Veröffentlichung: Bruno Sandkühler: Begegnung mit dem Islam, Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2005, ISBN 3-7725-2038-3 Vereinsadresse: Sparbersbachgasse 56 A-8010 Graz tel/fax +43(0)316 3810 9715 sekemoesterreich at gmx.at Dr. Ernst Rose (Obmann) **************************************** -- Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen e-mail:dieinitiative at gmx.at für Rückfragen und Korrespondenz kontaktieren sie bitte: Omar Al Rawi +43-664-3831942 al-rawi at gmx.at Amina & Tarafa Baghajati +43-1-2595449 baghajati at aon.at Mouddar Khouja +43-1-9685096 mouddar at gmx.net Andrea Saleh +43-1-7965652 salehand at gmx.at Liebe Brüder und Schwestern, liebe Interessierte! Wir hoffen, dass die so an Euch zugehenden Informationen auf Euer Interesse stoßen. Wir versenden über den Verteiler nicht nur Neuigkeiten, die die eigenen Aktivitäten betreffen, sondern auch Zeitungsartikel, die im weitesten Sinn mit dem Islam und Integration zu tun haben oder ähnliches. Diese spiegeln natürlich nicht unbedingt unsere eigene Meinung wieder, sind aber gut, um das Meinungsspektrum zu sichten. Wir freuen uns über jede Rückmeldung. Selbstverständlich kann auch alles an Freunde,Bekannte usw.weitergemailt werden. Für die Publikation in eigenen Homepages bitten wir jedoch um vorherige Rücksprache. Bitte achten Sie bei Zeitungsartikeln auf das Copyright. Alle Inhalte dienen der persoenlichen Information. Eine Weiterverwendung und Reproduktion ueber den persoenlichen Gebrauch hinaus ist nicht gestattet. ================================================== 03 16.11. Premiere STECKEN, STAB UND STANGL/Tina Leisch GAMUEKL ================================================== Elfriede Jelineks STECKEN, STAB UND STANGL Ein entlarvendes Stück zur jüngeren österreichischen Zeitgeschichte aus der Feder der Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek, inszeniert von der Nestroypreisträgerin Tina Leisch: Mit einem außergewöhnlichen, multikulturellen und fast ausschließlich weiblichen Ensemble. An mit Bedacht gewählten, nicht minder außergewöhnlichen Auftrittsorten. Es spielen: Tania GOLDEN, Sevgi EFE, Kristina ZOUFALY, Cigdem GÜLCEHRE Güllü AY, Magdalena FORTON, Bobana STOJKOV, Sevim KUSKAN Saray SAHAN, Seyhan KURT, Lisbeth KOVACIC, Lisa KORTSCHAK, Alexander PEER, Lenny LAKATOS, u.a. Regie: Tina LEISCH Musikkonzept: Gini MÜLLER Videoprojektionen: Alenka MALY PREMIERE: Mi., 16. November 2005 Weitere Vorstellungen: 18., 19., 20., 22.,23., 25., 26., 27., Nov. 2005 und 7., 8., 9.,10., Dez.2005 (Beginn: jeweils 20 Uhr) im ehem. Jüdischen THEATER IM NESTROYHOF A-1020 Wien; Nestroyplatz1 (U1 Nestroyplatz) Eintritt: 15,-- / 12,-- Reservierung: 0699/101 94 579 Zusatzvorstellungen: 2., 3., 4. Dez. 2005 (Beginn: jeweils 20 Uhr) Im EKH/Ernst-Kirchweger-Haus A-1100 Wien; Wielandgasse 2-4 (U1 Keplerplatz) Eintritt: 7,-- (plus Spende!) Reservierung: Tel. 0699/101 94 579 An beiden Auftrittsorten: Eintritt für AsylwerberInnen und AugustinverkäuferInnen frei! ================================================== 04 Die panierte Hexe: Die Welt der Kinder- und Jugendhörspielkassette die-panierte-hexe at monochrom.at ================================================== Die panierte Hexe. Oder: Die Welt der Kinder- und Jugendhörspielkassette in Ton und Bild. ------------------------------------------------------------------- Ein Vortrag von Andreas Stoiber. Dienstag, 8. November 2005, 20 Uhr, monochrom Project Speis/Museumsquartier. ------------------------------------------------------------------- Der Siegeszug der Vorzüge besitzenden "Compact Disc" brachte zu Beginn der 1990er das Verschwinden der Kassette. Die Kassette wurde (außer zur Datenspeicherung mittels Datasette) statistisch betrachtet hauptsächlich für zwei Zwecken eingesetzt: Als Trägermedium für Musik und -- tataa! -- Hörspiele. Und da besonders Produktionen für Kinder und Jugendliche. Die Kinder- und Jugendhörspielkassette ist noch nicht gänzlich vom Markt verschwunden, aber sie kränkelt in arger Deutlichkeit vor sich hin. Neu aufgelegte bekanntere Serien wie "Die drei ???", "Benjamin Blümchen" oder "TKKG" werden mittlerweile als CD verkauft und büßen mit steigender Ordnungszahl (Folge 100+) an Liebenswürdigkeit und Charmanz ein. Aber genau diese irgendwie undefinierbaren Eigenschaften waren das Gütesiegel der in der Zeit zwischen 1970 und 1990 in unzähligen Klein- und Kleinststudios hergestellten Audio- Abenteuer. Märchen, Gruselgeschichten und große Sagas der Weltliteratur finden sich hier... aber auch merkwürdig verschrobene Seltenheiten wie etwa Playmobil-Promotion-Tapes, "Friedel der Hausaufgabenwicht" und verschiedene unwitzige Witzekassetten (etwa Tünnes&Schäl). Oftmals tauchten sogar in kommerzplagiatistischem Ansinnen verfertigte Nachahmungen bekannterer Serien auf, so wie etwa die auf "Hui Buh das Schloßgespenst" Bezug nehmenden "Schubiduu..uh", "Spuki", "Hatschi Pitsch der Burg Geist" und "Lakenludwig". ----------------------------------------------------------------- Andreas Stoiber besitzt eine mittlerweile schätzungsweise 500 Exemplare umfassende Sammlung. Und er hat sich bereit erklärt einen abendfüllenden, beispielschwangeren Mixed-Media-Vortrag über Kinder- und Jugendhörspiele zu halten. So wird also eine thematisch gegliederte Auswahl, die versucht, der extremen Bandbreite von Erscheinungsweisen des Phänomens gerecht zu werden, am 8. November 2005 um 20 Uhr (wurde vom 9. November auf den 8. November verschoben) in der monochrom Project Speis im Museumsquartier Wien zu hören sein... wobei stärkstens anzunehmen ist, dass es ausgesprochen heiter zugehen dürfte. ----------------------------------------------------------------- -- www.monochrom.at ================================================== 05 17.11.: Podiumsdiskussion: Politische Kultur in Österreich Promedia ================================================== Der Promedia Verlag lädt anlässlich der "Wiener Buchwoche" zur Podiumsdiskussion ins Rathaus: "Politische Kultur in Österreich 2000 - 2005" von Nikolaus Dimmel / Josef Schmee (Hg.) Es sprechen: Thomas Rothschild Trautl Brandstaller Josef Schmee (Hg.) Wo: "Leseforum" im Rathaus im Rahmen der "Wiener Buchwoche" Wann: Am Donnerstag, den 17.11.2005, um 14:15 Uhr Das Buch: Nikolaus Dimmel / Josef Schmee (Hg.): Politische Kultur in Österreich 2000 - 2005 ISBN 3-85371-243-6, br., 344 Seiten, 21,90 Euro Mit Beiträgen von Clemens Jabloner, Udo Jesionek, Konrad Paul Liessmann, Trautl Brandstaller, Thomas Rothschild, Alfred Noll, Claudia von Werlhof, u.a. Das Buch erscheint rechtzeitig zum Ende der ÖVP-FPÖ-Periode. Herausgeber und AutorInnen rechnen mit der Politik der Regierungspolitik ab, die von Konrad Paul Liessmann als "moralisch enthemmten Reformterrorismus" bezeichnet wird. Das Buch kann in jeder Buchhandlung oder direkt beim Verlag bestellt werden. Wir freuen uns über Ihr Erscheinen! Promedia Verlag Tel.: 4052702 E-Mail: promedia at mediashop.at Näheres unter: www.mediashop.at ================================================== 06 18.-20.11.: Dritte Österreichische Entwicklungstagung "Julia Günther" ================================================== Vom 18.-20. November findet in den Räumen der Johannes Kepler Universität die Dritte Österreichische Entwicklungstagung zum Thema Eigentum anders statt. Die Tagung versucht Konzepte und Strategien zu entwickeln, wie Eigentum nicht ausschließend wirken, sondern für alle nutzbar gemacht werden kann. Vorträge von ExpertInnen sowie Foren und Workshops sollen den TeilnehmerInnen eine Vertiefung in diese Thematik ermöglichen. Eingeladen sind MitarbeiterInnen entwicklungspolitischer Institutionen, JournalistInnen, PolitikerInnen, Studierende, Universitätslehrende und LehrerInnen, die sich mit globalen Fragen beschäftigen, sowie Interessierte dieses Thema kritisch zu beleuchten und zu hinterfragen. Weitere Informationen unter www.entwicklungstagung.at! Liebe Grüße Julia Günther ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN UND KOMMENTARE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 07 Kritik am Staatsbürgerschaftsrecht auch aus eigenen Reihen "Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen" ================================================== Kritik am Staatsbürgerschaftsrecht auch aus eigenen Reihen Kanzleramt und Sozialministerium kritisch - Anwälte warnen - Vor allem Flüchtlings- und Schülerregelungen umstritten http://derstandard.at/ Wien - Gut eine Woche vor dem geplanten Beschluss im Ministerrat (15. November) trudeln die letzten Begutachtungsstellungnahmen zum neuen Staatsbürgerschaftsrecht ein. Kritik am Entwurf von Innenministerin Liese Prokop (V) und Justizministerin Karin Gastinger (B) kommt dabei sogar aus den eigenen Reihen. Sowohl Kanzleramt als auch Sozialministerium haben an dem Gesetz einiges auszusetzen. Besonders scharfe Kritik äußert die Rechtsanwaltskammer. Bemühen um Verschärfung In der Stellungnahme des Rechtsanwaltskammertags heißt es wörtlich: "Der Entwurf der Novelle ist offenkundig mehr vom Bemühen um Verschärfung, als von sachgerechter Auseinandersetzung mit erkannten Detailproblemen getragen." Diese Mängel sehen die Anwälte darain begründet, dass praktische Erfahrung in Sachen Staatsbürgerschaft "fast ausschließlich" bei den Ländern angesiedelt sei. Frist ab Asylgewährung Kritisiert wird ferner, dass anerkannte Flüchtlinge gegenüber niedergelassenen Fremden benachteiligt würden, da die Frist für die Zuerkennung des österreichischen Passes erst ab Asylgewährung berechnet wird. Das heißt, die während des Asylverfahrens im Land verbrachten Zeiten fallen weg. Dadurch kann es passieren, dass Asylsuchende bei langen Verfahren aus jener Gruppe fallen, denen nach zehn Jahren die Staatsbürgerschaft verliehen werden darf - für die Rechtsanwälte eine "unsachliche Differenzierung". Ausschlussgrund Freiheitsstrafe Ebenfalls als "sachlich nicht gerechtfertigt und überzogen" abgelehnt wird, dass jegliche Freiheitsstrafe (bisher nur bei mehr als drei Monaten) als Ausschlussgrund für die Staatsbürgerschaft determiniert wird. Das Bundeskanzleramt fordert hier zumindest eine Prüfung auf den Gleichheitssatz, da bei Finanzstrafverfahren nur eine mehr als dreimonatige Strafe die Staatsbürgerschaft verhindert. Bedenken haben die Rechtsanwälte zusätzlich bei der Regelung, wonach ein Naheverhältnis zu einer "extremistischen oder terroristischen Gruppierung" zu einer Passverweigerung führen kann. Hier fehle es an entsprechenden Definitionen. Unverschuldete Notlage Skeptisch ist man beim Rechtsanwaltskammertag auch, was die Verweigerung der Staatsbürgerschaft betrifft, wenn der Werber bestimmte finanzielle Voraussetzungen nicht erfüllt. Bekrittelt wird, dass auch bei unverschuldeter Notlage kein Pass verliehen wird: "Es erscheint nicht einsichtig, weshalb diese unverschuldete persönliche Notlage durch den Wegfall der Möglichkeit zur Erlangung der Staatsbürgerschaft noch sanktioniert werden soll." In diesem Punkt treffen sich die Rechtsanwälte mit dem Sozialministerium. Dessen Experten verstehen nicht, warum der Bezug der Notstandshilfe explizit als zu wenig für die Berechtigung zum Passerwerb festgeschrieben wird. Schließlich sei die Notstandshilfe wie das Arbeitslosengeld eine beitragsabhängige Versicherungsleistung. Eine verfassungsrechtliche Abklärung sei hier erforderlich. Nämliches empfiehlt das Bundeskanzleramt. Bestimmungen für Kinder Kein Gefallen im Sozialressort finden auch die Bestimmungen für Kinder, die laut Begutachtungsentwurf positive Schulnoten als Voraussetzung für die Staatsbürgerschaft vorbringen müssen. Das Bildungsministerium stellt dazu in seiner Stellungnahme lapidar fest: "Insgesamt wird daher die Auffassung vertreten, dass ein wie im vorliegenden Entwurf vorgesehenes Abstellen auf schulrechtliche Bestimmungen untauglich ist." Zielführender wäre es, auf den Schulbesuch an sich abzustellen. Noch härter formuliert das Bundeskanzleramt: "Die Gleichsetzung von schulischem Erfolg/Misserfolg und erfolgter/nicht erfolgter Integration ist nicht nachzuvollziehen." Die im Gesetz vorgesehene Möglichkeit, das Sitzenbleiben durch eine außerschulische Prüfung wettzumachen, findet auch keinen Anklang: "Inwieweit beispielsweise ein Achtjähriger...bei einer schriftlichen Prüfung den Nachweis der Integration auf dem Niveau des Lehrplans der 4. Klasse Hauptschule zu erbringen vermag, ist in sachlicher Hinsicht nicht nachvollziehbar." Eine Überarbeitung werde "dringend empfohlen". Mit dieser beschäftigt sind derzeit die Beamten des Innenministeriums. Ressortchefin Prokop hat in den letzten Wochen noch einige Abfederungen angekündigt. So sollen Volksschulkinder unter neun nun doch vom Sprach- und Staatsbürgerschaftstest ausgenommen werden. Bei Älteren könnte auf die Deutschnote im Unterricht abgestellt werden. SPÖ fordert Rücknahme Die SPÖ fordert unterdessen überhaupt eine Rücknahme der Gesetzesinitiative auf Grund der vielen kritischen Stellungnahmen zum Entwurf für ein neues Staatsbürgerschaftsrecht. Aus der Sicht von SPÖ-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos ist der Entwurf "undurchdacht", wie beispielsweise am völlig inakzeptablen Sitzenbleiber-Passus klar geworden sei. Die ÖVP und Innenministerin Liese Prokop (V) könnten keinen stichhaltigen Grund für die Notwendigkeit einer Änderung des Staatsbürgerschaftsrechts vorbringen, so Darabos am Montag in einer Aussendung. Grüne: "Praxisfremd und unbrauchbar" Der Entwurf zum Staatsbürgerschaftsrecht ist für die Grünen "praxisfremd und völlig unbrauchbar". Zusätzlich gebe es keine einzige Verbesserung. Der Entwurf sollte daher als Gesamter zurückgezogen werden", erklärte Minderheitensprecherin Terezija Stoisits in einer Aussendung. Hinter der Vorlage stehe eine nicht vorhandene Integrationspolitik der Regierung; "Abschreckung, nicht Integration ist das Motto dieses Gesetzes." (APA) *************************** -- Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen e-mail:dieinitiative at gmx.at für Rückfragen und Korrespondenz kontaktieren sie bitte: Omar Al Rawi +43-664-3831942 al-rawi at gmx.at Amina & Tarafa Baghajati +43-1-2595449 baghajati at aon.at Mouddar Khouja +43-1-9685096 mouddar at gmx.net Andrea Saleh +43-1-7965652 salehand at gmx.at Liebe Brüder und Schwestern, liebe Interessierte! Wir hoffen, dass die so an Euch zugehenden Informationen auf Euer Interesse stoßen. Wir versenden über den Verteiler nicht nur Neuigkeiten, die die eigenen Aktivitäten betreffen, sondern auch Zeitungsartikel, die im weitesten Sinn mit dem Islam und Integration zu tun haben oder ähnliches. Diese spiegeln natürlich nicht unbedingt unsere eigene Meinung wieder, sind aber gut, um das Meinungsspektrum zu sichten. Wir freuen uns über jede Rückmeldung. Selbstverständlich kann auch alles an Freunde,Bekannte usw.weitergemailt werden. Für die Publikation in eigenen Homepages bitten wir jedoch um vorherige Rücksprache. Bitte achten Sie bei Zeitungsartikeln auf das Copyright. Alle Inhalte dienen der persoenlichen Information. Eine Weiterverwendung und Reproduktion ueber den persoenlichen Gebrauch hinaus ist nicht gestattet. ================================================== 08 Newsletter 06.11.05 ekhaus at med-user.net ================================================== Newsletter 06.11.2005 Tja, der letzte Newsletter ist ja nun doch schon eine ganze Weile her, was zum Teil an unserer eigenen Lahmarschigkeit, aber auch an anderen Faktoren gelegen hat. Aus diesem Grunde wollen wir euch wieder einmal über den neuesten Stand der Dinge rund ums EKHaus informieren: Wir befinden uns immer noch in Verhandlungen mit der Stadt bzw. mit dem Fonds Soziales Wien. Diese verlaufen jedoch sehr schleppend, es geht um mühsame Detailfragen, wie z.B. wer für welche Bereiche Hauptmietverträge bekommen soll. Klar scheint, dass unser jetziger Eigentümer, die Porr AG, keine Mietverträge vergeben will, dies soll durch den erst zu gründenden Trägerverein passieren. De Facto haben wir also immer noch keine Verträge, und die Räumungsverfahren sind auch immer noch nicht eingestellt. Alles was es gibt, ist eine mündliche Zusage der Porr AG, auf eine Räumung bis zum Juni 2006 zu verzichten. Es ist nicht immer leicht, die wahren Intentionen unserer VerhandlungspartnerInnen bzw. unseres Mediators zu durchschauen, vor allem letzterer tut sich gerade in letzter Zeit durch Parallelverhandlungen und Verbreiten unseriöser Gerüchte hervor. Es hat auf alle Fälle eine baupolizeiliche Begehung gegeben, grob gesagt passt da jetzt alles, nur ein paar Kleinigkeiten müssen noch behoben werden... Ein weiteres großes Anliegen der Wiener Sozialdemokratie sind unsere lieben Nachbarn. Deshalb soll es bald ein Treffen mit NachbarschaftsvertreterInnen geben, das in der evangelischen Pfarre (!) stattfinden und dem Zweck dienen soll, die Nachbarschaft "zu befrieden"...naja, soweit sogut... Hausintern hat sich auch einiges getan in den letzten Wochen und Monaten, manche Projekte haben sich verabschiedet, andere haben sich gegründet, wieder andere machen weiter, aber das ist durchaus gut so, denn Stillstand ist der Tod. Auf alle Fälle wird es ganz, ganz bald schon wieder einen kontinuierlichen Infoladenbetrieb geben, auch eine Bibliothek ist wieder im Entstehen, und eines der spannendsten neuen Projekte ist wohl eine geplante Medienwerkstatt... Näheres dazu, sobald die Dinge druckreif sind...ein neues Mittwochs-Politbeisl mit regelmässigem Programm gibt es ja bereits, aber das habt ihr wahrscheinlich eh schon mitbekommen. Ein öffentliches Plenum wird es auch wieder geben, den genauen Termin werden wir euch noch mitteilen... Bis dahin könnt ihr uns ja bei den vielen tollen Veranstaltungen besuchen, die es in nächster Zeit geben wird... EKH, 06.11.2005 Kontakt: ekhaus at med-user.net www.med-user.net/ekh www.ekhbleibt.info 0676/94 27 520 ================================================== 09 KPÖ/Bank Burgenland/Verkauf/SPÖ KPÖ-Kommunikation ================================================== KPÖ-Pressedienst - Drechslergasse 42, 1140 Wien - Telefon +43 (1) 50 36 580 - 0 - Fax +43 (1) 50 36 580 - 499 - Mail bundesvorstand at kpoe.at - Web www.kpoe.at - News www.kpoe.at/lpd - Ausgabe vom 7. November 2005 KPÖ lehnt Verkauf der Bank Burgenland weiterhin ab SPÖ einmal mehr als neoliberale Privatisierungspartei "Nichts geändert hat sich an der ablehnenden Haltung der KPÖ zum Verkauf der im öffentlichen Eigentum stehenden Bank Burgenland", stellt Michael Graber, wirtschaftspolitischer Sprecher der KPÖ, zum nunmehr dritten Anlauf dieser Privatisierung fest. Im Juni 2004 war ein Verkauf an die Hypo Alpe-Adria gescheitert, im September 2005 eine Übernahme durch den Investor Mirko Kovats. Nach der Landtagswahl unternimmt der politisch gestärkte Landeshauptmann Hans Niessl nun den dritten Anlauf, als Hauptinteressenten gelten Raiffeisen, die Hypos Tirol, Vorarlberg und Alpe-Adria, die litauische Bankas Snoras, das britische Finanzkonsortium ELB mit Ex-Innenminister Karl Schlögl und wiederum Kovats. Der Verkauf der landeseigenen Bank ist der Abschluss eines politisch hauptsächlich von der SPÖ als Landeshauptmannpartei im Burgenland zu verantwortenden Desasters, das im Jahre 2000 mit gefälschten Bilanzen durch den Manager Walter Alexander Thom begonnen hatte. Ex-Bankchef Ernst Gassner wurde wegen Untreue zu zehn Jahren Haft verurteilt. Der entstandene Schaden von fast 400 Millionen Euro musste durch Garantieerklärungen und Haftungen des Landes in Höhe des halben Landesbudgets saniert werden. Die Bank Austria übergab im Jahre 2000 ihren 34-Prozent-Anteil an das Land Burgenland. Mit dem Verkauf der Bank Burgenland handelt das Land Burgenland nach dem Motto "Aus den Augen, aus dem Sinn". Und die dabei federführende SPÖ erweist sich einmal mehr als eine neoliberale Privatisierungspartei. Nach dem Verkauf der Bank Austria im Jahre 2000 an die deutsche HypoVereinsbank durch die SPÖ-regierte Stadt Wien und der Zustimmung zur Teilprivatisierung von Landesbanken - wie etwa dem Verkauf von 49 Prozent der Hypo-Landesbank in Oberösterreich an Raiffeisen - wird das lautstarke Lamento gegen die Privatisierungs- und Ausverkaufspolitik der ÖVP-geführten Bundesregierung immer unglaubwürdiger. Graber erinnert abschließend an die Privatisierung der ehemaligen Verstaatlichten in der Ära der rotschwarzen Regierung von 1986 bis 2000, die der Ex-Verstaatlichtenminister Rudolf Streicher mit der Aussage "Unser Katechismus ist das Aktienrecht" treffend auf den Punkt gebracht und vom derzeitigen SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer mit der Ankündigung "Es wird keine Privatisierung rückgängig gemacht" ergänzt wurde. ================================================== 10 GLB/Elektroindustrie/Arbeitszeit/Kündigungsschutz "Gewerkschaftlicher Linksblock" ================================================== Pressedienst des Gewerkschaftlichen Linksblocks (GLB), Apostelgasse 36/12, A-1030 Wien - Telefon +43 1 718 26 23-0 - Fax +43 1 718 26 23-30 - Mail glb at aon.at - Web www.glb.at - Ausgabe vom 7. November 2005 Elektroindustrie will längere Arbeitszeit und weniger Kündigungsschutz GLB: Arbeitszeitverkürzung als logische Antwort Scharf abgelehnt wird von der Fraktion Gewerkschaftlicher Linksblock im ÖGB (GLB) der Vorstoß des oberösterreichischen Siemens-Chefs Wolfgang Laub nach Ausdehnung der Wochenarbeitszeit auf 55 Stunden. Laub trat mit diesen Forderungen als Sprecher der Sparte Elektro- und Elektronikindustrie in der Wirtschaftskammer an die Öffentlichkeit. Andere Vertreter dieser Branche fordern eine Lockerung des Kündigungsschutzes für Behinderte und Lehrlinge. "Das Ansinnen der keineswegs Not leidenden Elektroindustrie zielt auf eine kalte Lohnsenkung", kritisiert GLB-Bundesvorsitzende Karin Antlanger (BRV EXIT-sozial Linz) und weist auch darauf hin, dass solche Maßnahmen arbeitsmarktpolitisch kontraproduktiv sind. Es ist ein Widersinn, wenn einerseits Österreich mit einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 42 Stunden EU-weit ein Spitzenreiter ist, gleichzeitig aber die Zahl der Arbeitslosen mit rund 300.000 (inklusive TeilnehmerInnen von Schulungen etc.) Ende Oktober den höchsten Stand der zweiten Republik erreicht hat. Mit der Grundregel des neoliberalen Kapitalismus "Senkung der Lohnkosten = höhere Profite = mehr Arbeitslose" kann und wird sich der GLB nicht abfinden. Eine logische Antwort auf diese Entwicklung ist eine radikale Verkürzung der Arbeitszeit, die angesichts der hohen Produktivität und der Gewinne auch zu finanzieren ist. Auch kann nicht akzeptiert werden, dass die Konzerne angesichts laufender Steuersenkungen - Stichwort Senkung der Körperschaftssteuer von 34 auf 25 Prozent - zunehmend weniger Steuern zahlen und die Steuerlast daher immer stärker nur mehr den Lohnabhängigen aufgebürdet wird. Eine Anhebung der Gewinnbesteuerung sowie Umstellung der Unternehmerbeiträge zur Sozialversicherung auf eine Wertschöpfungsabgabe sind daher notwendig. Laut "trend TOP 500" steigerte die Siemens Österreich AG von 2003 auf 2004 den Gewinn (EBIT) von 5,7 auf 9,8 Prozent des Umsatzes. Bei einem für 2004 ausgewiesenen Umsatz von 2.347 Millionen Euro waren dies satte 230 Millionen Euro. ================================================== 11 Parallelbericht den UN-Sozialausschuß, Abreise einer NGO Delegation nach Genf am 6.11. / Sitzung des Komitees beginnt am 7.11. Lisa Sterzinger ================================================== Presseerklärung 7.11. 2005 Österreichische NGOs präsentieren erstmals einen Parallelbericht vor dem UN-Sozialausschuss in Genf. Der Bericht beleuchtet jene Aspekte der Sozialpolitik, die im offiziellen Bericht nicht vorkommen oder geschönt dargestellt werden. Mit ihrer Initiative wollen Sie das Verständnis von sozialen Menschenrechten in Österreich fördern und die Bundesregierung an ihre Pflichten als Mitgliedsstaat des internationalen Pakts über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Menschenrechte erinnern. Menschenrechte müssen von den politisch Verantwortlichen auch gegen die Interessen der Wirtschaft durchgesetzt werden! Im ökumenischen Sozialwort setzen sich auch die christlichen Kirchen Österreichs dafür ein, dass Menschenrechts- und Umweltverträge gegenüber Wirtschaftsabkommen Priorität haben müssen. "Im Mittelpunkt wirtschafts- und sozialpolitischer Strategien müssen die diskriminierten Gruppen der Gesellschaft, allen voran Frauen und Kinder stehen. Der Staat muss ihre Menschenrechte respektieren, gegenüber Dritten schützen und in Form von Sozialprogrammen gewährleisten. Dies gilt sowohl als Grundsatz für die nationale Politik als auch für die internationale Zusammenarbeit", bekräftigt Lisa Sterzinger, Koordinatorin des Projekts von FIAN Österreich, der Menschenrechtsorganisation für das Recht auf Nahrung, und der Evangelischen Entwicklungszusammenarbeit. Vor ihrer Abreise nach Genf stellten die Delegierten die im Parallelbericht angesprochenen Themen, vor und forderten infrastrukturelle Maßnahmen zur besseren Umsetzung von sozialen Grundrechten in Österreich: Verankerung von sozialen Grundrechten in der Verfassung Wenn die WSK-Rechte in der Verfassung verankert wären, könnten sie in Österreich eingeklagt werden. Zu all den Rechten gibt es ja mittlerweile Kommentare hinsichtlich Ihrer Auslegung vom UN- Komitee. "Wir müssen wegkommen von der Vorstellung, dass WSK- Rechte nicht justiziabel und nur politische Ziele sind, die je nach Füllung der Staatskassen mehr oder weniger erreicht werden- in letzter Zeit eher weniger, wie im Parallelbericht nachzulesen ist," kommentiert Gertrude Klaffenböck von FIAN Österreich. Die Arbeit des Verfassungskonvents muss fortgeführt werden und ein Katalog sozialer Grundrechte in die reformierte Verfassung integriert werden! Steuergerechtigkeit ist eine weitere höchst wichtige Forderung Als Mitgliedsstaat des Internationalen Pakts über WSK-Rechte ist Österreich verpflichtet, die Steuerlast gerecht aufzuteilen und für ein entsprechendes Steueraufkommen zu sorgen, das die Finanzierung des Gesundheits-, Sozial- und Bildungssystems sicherstellt. Die Vermögenssteuer muß in Österreich wieder eingeführt werden, Gewinne aus Kapitalanlagen müssen ebenso wie Einkommen aus unselbständiger Arbeit progressiv besteuert werden. Innerhalb der EU soll sich die Österreichische Bundesregierung für eine Schließung von Steueroasen, die Lockerung des Bankgeheimnisses und die Beendigung des "Steuerwettlaufs", einsetzen, bei dem sich die EU Staaten bei steuerlichen Vergünstigungen für internationale Unternehmen gegenseitig unterbieten. Einrichtung einer Nationalen Menschenrechtsinstitution Diese Forderung wurde bereits in der Wiener Erklärung von 1993 von Österreich mit beschlossen. Leider gibt es in Österreich bis heute keine nationale Institution, die die Staatenpflichten und Defizite ihrer Erfüllung im Auge behält. Ein nationaler Aktionsplan zur Verbesserung der Menschenrechtssituation in Österreich ist ebenfalls längst überfällig. Der Dialog mit den zivilgesellschaftlichen Organisationen liegt insgesamt im Argen, was auch vom UN Ausschuss wiederholt kritisiert wurde. Durch unsere Initiative hoffen wir, dass ein neuer Dialog in Gang kommen wird. t: 01 876 956 59 f: 01 405 55 19 m: 0699 887 989 36 e:lisa.sterzinger at tele2.at w:www.fian.at ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< SOLIDARITÄT WELTWEIT ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 12 Amna Mohamed Salah Dirar (BNC) über die Lage im Ostsudan "wadi wien" ================================================== "Gemeinsamer Kampf gegen Ausgrenzung" Interview mit Amna Mohamed Salah Dirar über die Lage im Ostsudan Wie sieht aus Ihrer Sicht die Situation der Beja-Bevölkerung im Osten des Sudan aus? Der Osten ist eines der am stärksten marginalisierten Gebiete des Sudan. Die Beja haben so gut wie keinen Zugang zu Bildung, die Analphabetenquote ist sehr viel höher als in den Zentralregionen des Sudan. Dieser Mangel an Bildungschancen ist eng verbunden mit der ökonomischen Katastrophe. Die neoliberale Wirtschaftspolitik der Regierung hat der Bevölkerung der peripheren Regionen des Sudan nichts gebracht, sondern nur regierungsnahen Geschäftsleute. Dazu kommt, dass wir kaum Zugang zu den innersudanesischen Märkten haben. Die Produkte der Nomaden sind nicht mehr so gefragt wie jene der großen Agrarproduzenten, insbesondere Importwaren. All dies verschärft sich noch durch die ökologischen Probleme. Der Sudan als Land am Südrand der Sahara ist besonders empfindlich gegenüber Klimaveränderungen. In einer Region, die wie die sudanesische Rotmeerküste extremen Wassermangel aufweist, ist das Versiegen von Brunnen oder das Verschwenden von vorhandenem Wasser für den Anbau von cash crops ein echtes Problem. Im Sudan gibt es sehr wohl auch fruchtbare Böden. Genau dort jedoch, wo zumindest in der Regenzeit Wasser vorhanden ist, wie etwa in der Region um Kassala, wurden diese Böden zunehmend den Beja entzogen. In der Nähe von Kassala wurden bereits in den 1960er Jahren die Nubier angesiedelt, die durch den Aswan-Damm aus der Region an der ägyptischen Grenze vertrieben wurden und ihre Städte, Dörfer und Felder verloren hatten. Gab oder gibt es Spannungen zwischen den Beja und den Nubiern? Eigentlich nicht. Wir hatten damals die Nubier herzlich willkommen geheißen. Schließlich hatten auch sie ihr Land verloren und kamen als Flüchtlinge, nicht als Kolonisatoren. Das Problem war aber, dass sich die sudanesische Regierung schon damals nicht genau überlegt hat, was mit den Nomaden geschehen sollte. Die Beja-Nomaden waren ja auch im Norden ihres Lebensraumes, in Ägypten, nicht über den Bau des Dammes informiert worden und standen dann plötzlich vor ihren überfluteten Winterweiden. Ja, die hatte es damals besonders hart getroffen. Das Problem ist ein Grundsätzliches: Wie geht ein Nationalstaat mit einer nomadischen segmentären Gesellschaft um? Darauf hat der Sudan bisher keine Antwort gefunden. Zwischen welchen Gruppen spielen sich die aktuellen Landkonflikte ab? Um die Nubier geht es dabei überhaupt nicht, nur um die Regierungspolitik. Bereits das damalige Regime versuchte die Nubier im heutigen New Halfa dazu zu benutzen, die Landwirtschaft zu industrialisieren. Heute sind es die privatisierten Großfarmen, die zwar im internationalen Vergleich ökonomisch unbedeutend sind, die aber auf den besten Böden angelegt werden und deren Gewinne nur an Günstlinge der Regierung fließen, mit denen wir uns auseinandersetzen müssen. Deshalb wird auch die nomadische Wirtschaftsweise immer schwieriger. Immer mehr Beja müssen in die großen Städte abwandern und leben dort als unqualifizierte Arbeitskräfte von Tagelöhnerei und anderen schlecht bezahlten Hilfstätigkeiten. Mittlerweile sollen mehr Beja als städtisches Subproletariat in den Armenvierteln von Port Sudan leben denn als Nomaden. Port Sudan ist ein einziges Flüchtlingslager und Armenviertel für die Beja geworden. Sie sollten sich einmal diese Viertel ansehen. Die Lebensbedingungen dort sind wirklich schrecklich, die Lebenserwartung so gering wie kaum sonst im Sudan. Betroffen davon sind im Ostsudan nicht nur die Beja, sondern auch andere nomadisierende Bevölkerungsgruppen. Die arabischsprachigen Rashayda haben ja mittlerweile mit den "Freien Löwen" schon ihre eigene Guerilla gegen die Regierung aufgebaut. Wie sieht das Verhältnis zwischen Beja und Rashayda aus? Obwohl die Rashayda Araber sind und erst im 19. Jahrhundert von der arabischen Halbinsel herkamen, zählen sie aufgrund ihrer Lebensweise mittlerweile ebenso zu den marginalisierten Gruppen des Sudan. In unserem Kampf gegen diese Marginalisierung sind wir uns einig. Wir wollen ja keinen ethnischen Kampf der Beja gegen die Araber propagieren, sondern einen gemeinsamen Kampf gegen Ausgrenzung. Wie sieht in diesem Kampf das Verhältnis zwischen dem von Ihnen vertretenen "legalen" BNC und jenem BNC aus, der weiterhin einen bewaffneten Kampf führt? Unsere politischen Ziele sind ähnlich, wir kämpfen aber mit unterschiedlichen Methoden. Ich hoffe, dass der derzeit stattfindende Friedensprozess zwischen Regierung und SPLA bald auch alle anderen Gruppen umfassen wird. Bislang hat jedoch die Regierung die Einbeziehung des BNC verweigert. Ohne eine umfassende Demokratisierung, die alle Gruppierungen des Landes einbindet, wird aber auch ein Frieden zwischen Regierung und SPLA nicht von Dauer sein. Sie sind nicht nur im Sudan die einzige Frau, die eine politische Partei anführt, sondern meines Wissens sogar in ganz Afrika. Am Anfang dachten selbst viele unserer eigenen Leute, dass es nicht gut gehen könne, wenn ausgerechnet eine Frau den neuen Beja National Contress anführt. Ich musste durchaus um Anerkennung kämpfen. Nach einigen Jahren der politischen Arbeit werde ich aber nicht nur von den Beja, sondern auch von meinen politischen Gegnern respektiert. Sie haben erkannt, dass eine Frau genauso gut in der Öffentlichkeit auftreten und genauso gut reden kann wie ein Mann, dass meine politischen Analysen genauso viel Gewicht haben können. Die Männer haben den Sudan in ein solches politisches und ökonomisches Desaster geführt, dass nun manche Männer Frauen akzeptieren. Haben die Beja-Frauen einen besonderen Status, der es erleichtert, dass eine Frau eine wichtige politische Organisation anführt? Die Beja lebten schon lange vor der Islamisierung in dem Gebiet zwischen Nil und Rotem Meer. Bevor das Christentum und später der Islam in den Sudan kamen, hatten wir eine matrilineare Gesellschaft. Die Macht wurde in der weiblichen Linie vererbt. Selbstverständlich sind diese Traditionen nach Jahrhunderten der Islamisierung und der arabischen Herrschaft überlagert und verschüttet. Trotzdem würde ich sagen, dass die Position der Frauen in der Beja-Gesellschaft tendenziell stärker ist als in arabischen Gesellschaften. Dies trifft aber nicht nur auf die Beja, sondern auch auf einige andere vorarabische Gesellschaften des Sudan zu. Heute haben die Beja-Stämme sicher weitgehend eine patriachale Gesellschaftsform übernommen. Vielleicht gibt es noch eine ferne Erinnerung an Zeiten, in denen die Frauen mehr zu sagen hatten. Amna Mohamed Salah Dirar ist neben ihrer Tätigkeit als Generalsekretärin des Beja National Congress Professorin an der Ahfad University, der einzigen Frauenuniversität des Sudan. Das Interview führte Thomas Schmidinger. aus: iz3w, Nr. 289 - November 2005 Die Zeitschrift kann bestellt werden unter: www.iz3w.org -- WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit e-mail: wadi.wien at gmx.at Tel.: 0699-11365509 Postfach 105 A-1181 Wien Spendenkonto in Österreich: Kontonummer 07.405.301 Evangelische Kreditgenossenschaft eG BLZ 31800 IBAN: AT10 3180 0000 0740 5301 BIC: EVKRATW1 Website mit weiteren Informationen zu Projekten von Wadi und Veranstaltungshinweisen: www.wadinet.at ================================================== 13 Trade Agreement Stalled as Americas Meeting Ends! SIUHIN at aol.com ================================================== Argentina in the Streets Against Bush and the FTAA! November 6, 2005 Americas Watch - Project of ActionLA Coalition URL: _http://www.ActionLA.org_ (http://www.ActionLA.org) 11/5 NYT: Trade Agreement Stalled as Americas Meeting Ends (http://actionla.org/features/view.php?id10) (Nov 4 San Diego Indymedia) (http://argentina.indymedia.org/news/2005/11/344341.php) Over 87 people have been arrested and 5 people are missing. 10AM: _More photos, audio and reports translated by sd indymedia_ (http://sandiego.indymedia.org/en/2005/11/111656.shtml) >From _Argentina Indymedia_ (http://argentina.indymedia.org/features/resistencia/) As was planned, at 2:30 today, actions against Lockheed Martin began. There was a march and rally where various organizations spoke including The Antiimperialist Movement for World Peace, Anti-Imperialist Call of Cordoba Against Bush, The Third Summit of Communities, United Left, MTR Cuba, Unidhos and independent people who were present. Approximately some 250 people cut the Carlos Paz-Cordoba route and expressed their rejection of Lockheed Martin and Bush with songs, burning flags and tires. We should note that Lockheed Martin is the principal US corporation dedicated to the production of planes, helicopters and weapons with which the people of Iraq have been massacred for more than two years. In Argentina, Lockheed fired more than 1,500 workers from Cordoba when they took possesion of the Material Area of Cordoba, July 1st, 1996. Como estaba previsto hoy se realizó desde las 14.30 el repudio y escrache a la empresa Loockeed Martin. Fue convocado y estuvieron presentes varias organizaciones sociales y políticas entre las que se encuentran el Movimiento Antiimperialista y Por la Paz Mundial (MAP), Convocatoria Antiimperialista de Córdoba por el NO a Bush, III Cumbre de los Pueblos, Izquierda Unida, MTRCuba, Unidhos y gente independiente que se sumó en el lugar. Aproximadamente unas 250 personas cortaron la ruta Carlos Paz-Córdoba a la altura del Barrio Aeronático y expresaron su repudio con cantos, quemas de banderas yankis y entrega de volantes. ================================ ActionLA Action for World Liberation Everyday! Tel: (213)403-0131 URL: _http://www.ActionLA.org_ (http://www.actionla.org/) e-mail: _Info at ActionLA.org_ (mailto:Info at ActionLA.org) Please Donate to ActionLA! Send check pay to: The Peace Center/ActionLA 8124 West 3rd Street, Suite 104 Los Angeles, CA 90048 (at the memo line write donations to ActionLA/SEE, all donations are tax deductible) Please join our ActionLA Listserv go to: _http://lists.riseup.net/www/subscribe/actionla_ (http://lists.riseup.net/www/subscribe/actionla) or send e-mail to: _actionla-subscribe at lists.riseup.net_ (mailto:actionla-subscribe at lists.riseup.net) -- This mail was sent through the strg.at network. http://strg.at ================================================== 14 China: GfbV warnt vor Ausverkauf der Menschenrechte unter Steinmeier "GFBV" ================================================== GESELLSCHAFT FÜR BEDROHTE VÖLKER PRESSEMITTEILUNG Göttingen/Berlin, den 7. November 2005 Chinesischer Präsident besucht Deutschland (10.-12.11.) GfbV warnt vor Ausverkauf von Menschenrechten in der China- Politik unter Außenminister Steinmeier Unter dem designierten Außenminister Frank-Walter Steinmeier droht in der deutschen China-Politik ein Ausverkauf der Menschenrechte. Davor hat anlässlich des bevorstehenden Deutschland-Besuches des chinesischen Staatspräsidenten Hu Jintao (10.-12.11.) die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Montag gewarnt. "Steinmeier war der Architekt der China-Politik des scheidenden Bundeskanzlers Gerhard Schröder, in der Wirtschaftsinteressen Vorrang vor Menschenrechten eingeräumt wurde", sagte der GfbV-Asienreferent Ulrich Delius. Habe Außenminister Joschka Fischer aufgrund seiner massiven Kritik an der China-Politik seines Amtsvorgängers Klaus Kinkel noch die Bedeutung der Menschenrechte betont, so wird nun ein Fürsprecher für die Menschenrechte in der deutschen China-Politik fehlen, befürchtet die GfbV. Steinmeier sei ein erklärter Befürworter der Aufhebung des EU-Waffenembargos gegen China, die Joschka Fischer noch abgelehnt habe. Präsident Hu Jintao hat angekündigt, bei seinem Deutschland- Besuch erneut für ein Ende des Waffenembargos zu werben. Die GfbV verlangte ein Umdenken in der deutschen China-Politik, da Bundeskanzler Gerhard Schröder mit seinem Kotau vor der Pekinger Führung gescheitert sei. "Obwohl der Handel mit China starke Zuwächse meldet, ist der vom Bundeskanzler versprochene demokratische Wandel in der Volksrepublik ausgeblieben", erklärte Delius. Im Gegenteil, trotz boomender Wirtschaft würden Menschenrechte immer massiver verletzt. Auch habe alle Anbiederung Berlins nicht geholfen, um Chinas Unterstützung für die Durchsetzung deutscher Interessen zu bekommen. Bezeichnend sei Pekings Ablehnung des deutschen Wunsches nach einem ständigen Sitz im Weltsicherheitsrat gewesen. "Für die verfolgten Tibeter, Uiguren, Mongolen, Christen, Anhänger der Demokratiebewegung oder der Meditationsbewegung Falun Gong wird eine deutsche China-Politik ohne Blick auf die Menschenrechte schwerwiegende Folgen haben", warnte Delius. "Dabei könne sich gerade die deutsche Regierung wirksam für mehr Menschenrechte und Demokratie in der Volksrepublik einsetzen, gelte Deutschland bei der Pekinger Führung doch als bester Freund." Ein Plädoyer für Menschenrechte in China sei kein überflüssiger Luxus, sondern entspräche auch langfristig deutschen Interessen, da nur eine Demokratisierung Chinas und eine Verbesserung der Menschenrechtslage auf längere Sicht die Stabilität in der Volksrepublik sichern könnten, die für einen Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen notwendig sei. ====================================================== Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV) Inse Geismar, Pressereferentin Postfach 2024, D-37010 Goettingen Tel.+49/551/49906-25, Fax:++49/551/58028 E-Mail: presse at gfbv.de, Homepage:http://www.gfbv.de ====================================================== ================================================== 15 Fwd: From Ceuta caravan Neva Cocchi ================================================== Ceuta - Saturday, 5th novembre 000 Day One of Mobilitization http://www.meltingpot.org/articolo6219.html Today the European caravan in Ceuta has begun to denounce the barbery comitted in the name of European democracy. In response to the recent border shootings commited against people crossing into Spanish territory, groups from all parts of Europe have come together for two days of mobilitation against the so-called Death Fence. This morning the caravan has in a march through the city of Ceuta, heading towards the heavily militarized border zone. The initiave against the Death Fence will be follwed by an incursion into the immigrant detention center located a few kilometers from the Spanish - Maroccan border where border people are inhumanly detained for not having documents. The first day of mobilitation will finish with various assemblies and a Fiesta NoBorder entitled "Libertad de Movimiento. Juntos/as, sí se puede". On Sunday, November 6th, a demonstration will cross the town of Ceuta demanding the immediate stop to immigrant deportations and the regulalization of all immigrants. ================================================== 16 Canada: BC teachers' illegal strike wins concessions newswire at lists.fifthinternational.org ================================================== >> Canada: BC teachers' illegal strike wins concessions << On 7 October 42, 000 teachers across the Canadian province of British Columbia walked out of the classrooms and onto the picket line after 90.5 per cent had voted to strike against Bill 12, the legislation pushed through by the provincial Liberal government to impose a new two-year contract that included a pay freeze and a ban on industrial action by teachers. Jinny Sims, president of the British Columbia Teachers Federation (BCTF), said: "We will not be bullied into accepting another legislated contract that doesn't meet the needs of our students and doesn't respect our rights as workers." The teachers were fighting for three main demands: free collective bargaining for teachers, improved working and learning conditions, and a substantial salary increase. Teachers were seeking a 15% pay increase over three years and the ability to limit class sizes. They had not received a real (above inflation) pay increase since 2000. During the Liberals' regime, Premier Gordon Campbell removed the teachers' right to negotiate class sizes; implemented their inclusion under essential services labour legislation which means it is illegal for them to take strike action; and then imposed two successive government contracts. The last imposed contract in January 2002 eliminated existing provisions that restricted class sizes and ensured many support services would be there for students. The contract also decreed a 2.5 per cent a year salary increase over three years. But even that paltry increase was unfunded, so local school boards cut the number of teachers by 2,600. > Strike Action The BCTF picket lines were lively and militant. Many wore placards saying "Anti-teacher legislation fails to solve a single problem for our students" and "If you can read this, it's because of a teacher." Students were vocal in supporting their teachers, joining the picket lines, painting banners and touring around to speak at different rallies. The BCTF organised flying pickets across the province to build the strike. Support groups were set up that included parents fighting for their children's education. Over the course of the strike, the BC Liberal government used every bullying tactic they could to crush the teachers. The government passed Bill 12 after three days of limited job action and then fuelled media attacks on the "illegal" teachers' strike. "We do not get to obey the laws that we like and disobey the laws that we don't like," said Premier Gordon Campbell. But they seem to be able to contravene international labour rights without a blinking an eye. The government took the BCTF to court and obtained an injunction to freeze the strike fund. It threatened to arrest Sims and even the 42,000 teachers taking action. Finally, the courts also fined the union $50,000 on the last day of the strike. But despite the government's attempts to demonise the teachers, support from other trade unionists and the general public was overwhelming. The Canadian Union of Public Employees (CUPE) was the most supportive, organising rolling walkouts in each region during the strikes. The BC teachers' strike received such strong support as workers across the province are increasingly fed up with the Liberals' offensive against workers' rights and public services. The BC government had ripped up legal contracts stripped university workers of the right to strike (Bill 21), disregarded BC Supreme Court and Labour Board rulings and stuck up two fingers at the International Labour Organisation. On 17 October, some 15,000 demonstrated at the Parliament Buildings in Victoria. With CUPE members on strike there was no bus service, some government offices were closed along with BC liquor stores and many construction sites. There were rolling labour protests throughout the week in support of the teachers' strike in cities and towns across the province, culminating on 21 October in Vancouver and the Lower Mainland where 40, 000 walked off the job. A general strike was on the cards for 24 October. In a desperate measure, the Liberal government called in a negotiator, Vince Ready, and finally went to the bargaining table. The real threat of the general strike had shaken their confidence. The government had attacked so many layers of workers across the province and big private sector disputes were still unresolved, such as the lock-out by Telus, the BC and Alberta telecommunications company. As the pressure started to mount, the top layer of the union bureaucracy rode to the rescue. The leaders of several unions and Jim Sinclair, president of the BC Federation of Labour, started to weaken even though public support was growing. Sinclair was heavily criticised as he pulled BCFL's support of the regional walkouts after the demonstration in Victoria was so successful and butted in to announce that the teachers would vote on facilitator Vince Ready's recommendations before he or anyone else had actually seen them. On 23 October the teachers voted to end the strike. The main disappointment was the absence of a binding government commitment to guarantee limits on class sizes. The additional $20 million for class size and special education is not enough to have any serious impact on the system. The Ready report does not at all address guarantees on class composition and workload limits for non-enrolling teachers such as librarians, counsellors, ESL teachers, which have a big effect on the overall learning and working conditions of a school. Although not a complete victory for the teachers, it was an impressive strike that yielded tangible results. After seven legislated agreements in the public sector by the Campbell government, the BCTF's courage in taking illegal strike action forced the government to appoint a mediator and to come to the negotiation table, breaking the pattern of passive acceptance of unilateral imposed contracts. Of course, the war for workers' rights has not ended. Most of the public sector contracts expire in March 2006. George Heyman, head of the BC Government and Service Employee's Union, says that the teachers have inspired other public sector unions and they will ensure no more imposed contracts. ================================================ C) TERMINE ================================================ ======================== Dienstag http://www.mund.at/butt/Termine/November/0811.htm Mittwoch http://www.mund.at/butt/Termine/November/0911.htm Donnerstag http://www.mund.at/butt/Termine/November/1011.htm ======================== ================================================ D) EDITORIAL ================================================ Für den Inhalt verantwortlich: Ihr. E-Mail-Adresse für Beiträge: widerstand at no-racism.net geschickt. widerst at nd MUND und alle Termine täglich aktualisiert im Web: http://www.no-racism.net/MUND Ziel von MUND (medienunabhängiger Nachrichtendienst) ist die unzensurierte und möglichst rasche Information über gesellschafts- politisch relevante Termine, Hinweise und Diskussionsbeiträge zu Widerstand und Antirassismus sowie verwandte Themen. sollen einen Titel, Namen und Emailadresse der/des AutorIn enthalten und möglichst kurz und prägnant gehalten sein, ev. mit Hinweis, wo weitere Informationen eingeholt werden können. Bitte keine Attachments! Die inhaltliche und sachliche Verantwortung liegt bei der/dem jeweiligen AutorIn bzw. jenen, die uns die Beiträge schicken. Der MUND wird von einzelnen TagesredakteurInnen zusammengestellt. Da Fehler nicht ausgeschlossen sind, bitten wir, nicht veröffentlichte Beiträge nochmals an widerstand at no-racism.net zu senden. Die Weiterleitung (auch auszugsweise) ist erwünscht. 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(Weitere Gründe einen Beitrag nicht aufzunehmen sind z.B.: Attachments, kein erkennbarer Bezug zu den breit gestreuten Themen des MUND, Werbesendungen, sinnlose Kettenbriefe.) Die AbsenderInnen der betroffenen Beiträge werden hiervon informiert. Im Sinne einer "gläsernen Zensur" könnt ihr Euch die Beiträge gerne extra schicken lassen: Ein kurzes Mail an widerstand at no-racism.net genügt. ================================================ E) VERTEILERLISTE ================================================ Zur Eintragung in diesen Verteiler bitte direkt subskribieren unter http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/analle oder von der einzutragenden Adresse aus ein mail schicken an: admin at no-racism.net mit folgendem Text: subscribe no-racism Bitte wegen Automatisierung diesen Wortlaut verwenden! Zur Austragung aus dieser Liste bitte an aus Einsendungen an zusammengestellt. Bitte keine Attachments! (werden nicht angenommen) Nicht aufgenommen: Eine Mail, deren Hauptteil ein Attachment ist Redaktionsschluss für diese Ausgabe: 20:30 Uhr III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III widerst at nd-MUND is powered by http://alt.strg.at/ From analle at no-racism.net Wed Nov 9 08:56:15 2005 From: analle at no-racism.net (=?iso-8859-1?q?MUND=3A_medienunabh=E4ngiger_Nachrichtendienst?=) Date: Wed, 9 Nov 2005 08:56:15 +0100 Subject: widerst@nd - MUND: Mittwoch, 9.11.2005 Message-ID: widerst at nd MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst Medieninhaberinnen & Medieninhaber seid Ihr www.no-racism.net/mund Mittwoch, 9. November 2005 ================================================ A) INHALT ================================================ ================================================ 01 Kosovo: "Höchste Bleibelastung, die jemals in menschlichem Haar nachgewiesen wurde" von "GFBV" ================================================ ================================================ AKTIONEN UND ANKÜNDIGUNGEN ================================================ ================================================ 02 16. November - Religionen im Brennpunkt von "Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen" ================================================ 03 [7stern] 7stern/Korrektur 2 von <7stern.kultur at kpoe.at> ================================================ 04 filmtermin von "ruth altenhofer" ================================================ 05 GM Workshop von vlatka ================================================ 06 Gastarbajteri - 40 Jahre Arbeitsmigration auf www.gastarbajteri.at von Cornelia Kogoj ================================================ 07 Termine ab Mittwoch, den 9.November 2005 von "akin" ================================================ 08 10.11.:Speakerscorner von ================================================ ================================================ MELDUNGEN, MEINUNGEN und KOMMENTARE ================================================ ================================================ 09 Einfältig und Staatstreu - Der Herr Direktor und das Recht von noborder at no-racism.net ================================================ 10 10. November: § 209-Gewissengefangener wieder vor Gericht von "PF209" ================================================ 11 KPÖ/Gemeinden/Finanzausgleich von ================================================ 12 ÖBB, Strache-FPÖ, Albanien von "agm" ================================================ 13 DDr. Landau antwortet Zivildiener von "GLOCALIST REVIEW" ================================================ 14 Nach(k)wahlbetrachtungen: Eine Frage des Stils von "akin" ================================================ 15 Letzte Worte: EU gegen Geheimgefaengnisse? von "akin" ================================================ ================================================ SOLIDARITÄT/WELTWEIT ================================================ ================================================ 16 Britain: Demo at BNP court case shows potential for antifascist movement von newswire at lists.fifthinternational.org ================================================ 17 Peace for the Basque Country von anar.wien-bounces at no-racism.net ================================================ 18 France: Youth uprising demands end to racism von newswire at lists.fifthinternational.org ================================================ ================================================ B) TEXTE ================================================ ================================================ 01 Kosovo: "Höchste Bleibelastung, die jemals in menschlichem Haar nachgewiesen wurde" von "GFBV" ================================================ GESELLSCHAFT FÜR BEDROHTE VÖLKER EINLADUNG ZUR PRESSEKONFERENZ Berlin/Göttingen, den 08.11.2005 "Höchste jemals in menschlichen Haarproben nachgewiesene Bleibelastung" 560 Roma in UN-Flüchtlingslagern im Kosovo tödlich giftigen Schwermetallen ausgesetzt Die "höchste jemals in menschlichen Haarproben nachgewiesene Bleibelastung" hat nach eigenen Angaben der renommierte Umweltmediziner Klaus-Dietrich Runow bei seinen Untersuchungen in UN- Flüchtlingslagern für Roma und Aschkali im Kosovo feststellen müssen. Das ist eines der erschütternden Ergebnisse der Analyse von 66 Haar- und Blutproben unter den seit 1999 in den Lagern untergebrachten 560 Angehörigen dieser Minderheiten, die der Ärztliche Leiter des Institutes für Functional Medicine und Umweltmedizin (Bad Emstal) am heutigen Dienstag auf einer Pressekonferenz der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) in Berlin vorstellen wird. Die GfbV hatte den Arzt mit einem Untersuchungsteam in den Kosovo entsandt, nachdem die gesundheitliche Situation der Flüchtlinge immer schlechter wurde. Vor allem Kinder zeigen deutliche Symptome von Bleivergiftung wie Konzentrationsschwäche, Krämpfe, Apathie und komatöse Zustände. Das GfbV-Kosovo-Team befürchtet, dass etliche Todesfälle in den Lagern auf Bleivergiftung zurückzuführen sind. Die UNMIK, die "zwischenzeitliche Verwaltungsmission der Vereinten Nationen im Kosovo", ist für die drei Lager Zitkovac, Cesmin Lug und Kablare verantwortlich. Sie wurden - trotz eindringlicher Warnungen auch der GfbV - ganz in der Nähe von Abraumhalden einer Mine errichtet. Seither wird die extreme gesundheitliche Gefahr für die Roma und ihre Kinder ignoriert. Wir laden Sie und Ihre Kolleginnen und Kollegen von den Bildredaktionen noch einmal herzlich zu unserer Pressekonferen ein: PRESSEKONFERENZ am Dienstag, den 08. November 2005, um 10.30 Uhr im Hotel Albrechtshof, Albrechtstraße 8, 101117 Berlin (Mitte) mit - Dr. Klaus-Dietrich Runow, Ärztlicher Leiter des Institutes für Functional Medicine und Umweltmedizin IFU (Bad Emstal) - Tilman Zülch, GfbV-Generalsekretär - Paul Polansky, Leiter des GfbV-Kosovo-Teams ACHTUNG BILD- und TV-REDAKTIONEN: Das GfbV-Untersuchungsteam hat die Arbeit von Dr. Klaus-Dietrich Runow in den Flüchtlingslagern gefilmt und fotografiert und dabei die deprimierende Situation der Roma dokumentiert. Bei Interesse überlassen wir Ihnen gern Rohmaterial zur Durchsicht. Gern stellen wir Ihnen auch Fotos zur Veröffentlichung zur Verfügung. ====================================================== Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV) Inse Geismar, Pressereferentin Postfach 2024, D-37010 Goettingen Tel.+49/551/49906-25, Fax:++49/551/58028 E-Mail: presse at gfbv.de, Homepage:http://www.gfbv.de ================================================ ================================================ AKTIONEN UND ANKÜNDIGUNGEN ================================================ ================================================ 02 16. November - Religionen im Brennpunkt von "Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen" ================================================ Religionen im Brennpunkt Podiumsdiskussion mit Vertreterinnen der großen Religionsgemeinschaften: "Religionen - Chance oder Hindernis bei der Verwirklichung der Frauenrechte?" Mittwoch, 16. November 2005, 19:00 Altes Rathaus, 1010 Wien, Wipplinger Straße 8, Festsaal In der europ. Frauenbewegung des 20. Jahrhunderts spielte das Thema Religion nur eine untergeordnete Rolle. Die Forderung nach Emanzipation und Gleichberechtigung wurde primär säkular-menschenrechtlich begründet. Welchen Beitrag können die Religionen heute für die Verwirklichung der Frauenrechte leisten? Können sie eine Vorreiterrolle spielen oder bremsen sie die feministische Bewegung? Referentinnen: Eva Maroscheck (Vizepräsidentin Österr. Buddhistische Religionsgesellschaft), Barbara Heyse-Schaefer (Direktorin der evangelischen Frauenarbeit), Christa Schnabl (Institut für Moraltheologie, Kath.-theol. Fakultät der Univ. Wien), Christina Kundu (Hindugemeinschaft, Obfrau Aswattha-Forum zur Integr. von Hindus in Österr.), Andrea Saleh (Frauenbeauftragte d. Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österr.), Irit Shillor (Rabbinerin, jüdische Gemeinde Or Chadasch) Moderation: Thomas M. Fiedler (PFIRB - Plattform für interreligiöse Begegnung) Eine Veranstaltung der Plattform für interreligiöse Begegnung (PFIRB), mit Unterstützung derEvangelischen Akademie Wien, gefördert v.d. Kulturabteilung der Stadt Wien, Wissenschafts- u. Forschungsförderung ******************************** -- Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen e-mail:dieinitiative at gmx.at für Rückfragen und Korrespondenz kontaktieren sie bitte: Omar Al Rawi +43-664-3831942 al-rawi at gmx.at Amina & Tarafa Baghajati +43-1-2595449 baghajati at aon.at Mouddar Khouja +43-1-9685096 mouddar at gmx.net Andrea Saleh +43-1-7965652 salehand at gmx.at Liebe Brüder und Schwestern, liebe Interessierte! Wir hoffen, dass die so an Euch zugehenden Informationen auf Euer Interesse stoßen. Wir versenden über den Verteiler nicht nur Neuigkeiten, die die eigenen Aktivitäten betreffen, sondern auch Zeitungsartikel, die im weitesten Sinn mit dem Islam und Integration zu tun haben oder ähnliches. Diese spiegeln natürlich nicht unbedingt unsere eigene Meinung wieder, sind aber gut, um das Meinungsspektrum zu sichten. Wir freuen uns über jede Rückmeldung. Selbstverständlich kann auch alles an Freunde,Bekannte usw.weitergemailt werden. Für die Publikation in eigenen Homepages bitten wir jedoch um vorherige Rücksprache. Bitte achten Sie bei Zeitungsartikeln auf das Copyright. Alle Inhalte dienen der persoenlichen Information. Eine Weiterverwendung und Reproduktion ueber den persoenlichen Gebrauch hinaus ist nicht gestattet. ================================================ 03 [7stern] 7stern/Korrektur 2 von <7stern.kultur at kpoe.at> ================================================ Entschuldigung!!! Kulturzentrum 7stern Siebensterngasse 31 Tel. 0699/15236157 www.7stern.net Koordinierung des Kulturprogrammes und des Veranstaltungsraumes: 0676/5421638 Veranstaltungen im November Di 8.11. 19.30: Erste Wiener Lesetheater: Lesung des „Manifests der Kommunistischen Partei“ Sa 12.11. 20.00: Film: „wir leben ewig“, von Carla Knapp Mo 14.11. 20.00: Wilde Worte: Patricia Brooks: “RADIO ROSA” Do 17.11. 19.00: Das Erste Wiener Lesetheater: "Die Räuberinnen", Friedrich Schiller Di 22.11. 19.30: Film: „Zwischen Magie und Realität“ Sa 26.11. 20.00: Konzert mit Carla Knapp -------------------------------- Dienstag, 8. November, 19.30 Uhr Das Erste Wiener Lesetheater präsentiert die Lesung des „Manifests der Kommunistischen Partei“ von Karl Marx und Friedrich Engels Ein politisches Manifest, erschienen 1848, im Jahr der Revolutionen in Europa noch vor deren Ausbruch! Eineinhalb Jahrhunderte später: Eine Gesellschaftsanalyse aktueller denn je! Es lesen: Claudia Groiss (VA), Werner J. Grüner (VA), Ottwald John und Gabriela Schmoll ----------------------------- Samstag, 12. November, 20 Uhr Filmvorführung wir leben ewig Dokumentarfilm von Carla Knapp Vom Publikum begeistert aufgenommen – „wir leben ewig“, ein berührender Dokumentarfilm, der sich in äußerst subtiler und leiser Art mit dem Holocaust und dessen Aufarbeitung auseinandersetzt. „Hier wird Hoffnung spürbar – Hoffnung, auf ein „nie mehr“. (Wiener Zeitung) „wir leben ewig“ begibt sich auf die Spurensuche nach dem „Jerusalem von Litauen“, dem einstigen Zentrum des Ostjudentums in Wilna. Während die nichtjüdische Musikgruppe Gojim („die Nicht-Juden“) den musikalischen Spuren folgt, erfahren wir von sechs Zeitzeuginnen deren persönlichen Blick auf diese Zeit. „Ein Volk, das seine Kultur vergisst, kann nicht mehr weiterleben.“ (Chasia Spanerflig) Anschl. Diskussion mit der Regisseurin. UKB: 7.- ---------------------------- Montag, 14. November, 20 Uhr Wilde Worte Gastgeber: Michaela Opferkuh, Franz Hütterer, Richard Weihs Gast: Patricia Brooks RADIO ROSA Die Medien haben heute eine beinahe religiöse Funktion inne, sie moderieren uns durch den Tag, manövrieren uns durch Jahreszeiten wie ehemals der kirchliche Kalender. Sie manipulieren unsere Emotionen durch ein Wechselbad von Schreckensmeldungen und Erbaulichem. Radiosender bilden Gemeinden. Moderatoren sind die Priester des Medienzeitalters. Sie buhlen um Quoten und versprechen Erlösung durch Unterhaltung. ------------------- Donnerstag, 17.11., 19 Uhr Zum 200. Todesag von Friedrich Schiller präsentiert das Erste Wiener Lesetheater DIE RÄUBERINNEN Es lesen: Gabriele Burghart, Eva Fillipp, Katharina Grabher, Ingrid Jantzen, Susanne Litschauer, Christina Mitaroff, Lilo Perchtold, Christine Renhardt, Marlene Schönwetter, Gabriela Schmoll, Rolf Schwendter (VA), Christoph Vivent, Agnes Zaunegger. --------------------------------- Dienstag, 22. November, 19.30 Uhr Filmvorführung Zwischen Magie und Realität „Zwischen Magie und Wirklichkeit“ ist ein Streifzug durch Aracata, das Geburtsdorf des großen kolumbianischen Schriftstellers Gabriel García Márquez. Mit seinem Roman „100 Jahre Einsamkeit“ setzte er dem Dorf in der heißen Magdalenatiefeben ein Denkmal. Musiker, Esel, Maler und Hähne formen den Alltag: so magisch und doch ganz real. Uraufführung war im April 2005 in Aracataca selbst. Ein filmischer Versuch von Michaela Krimmer und Friedrich Ofner. (39 min., span.OV, engl.UT) ------------------------------ Samstag, 26. November, 20 Uhr Konzert Carla Knapp: Reise zum dritten Ort Mit ihrer Gitarre im Gepäck und jeder Menge Power begibt sich die Liedermacherin gemeinsam mit dem Publikum auf die „Reise zum dritten Ort“. Unverwechselbar mit ihrer markanten Stimme, originell in ihren Geschichten, verspricht Carla Knapps Konzertprogramm einen Abend der besonderen Art. hingehen – anhören – mitreisen UKB * 5,- -------------------------- Vorankündigung: Samstag, 3.12., 17 - 2 Uhr "Die lange Nacht des Boris Gruschenko" eine siebenstündige filmische hommage zm 70. geburtstag von woody allen. eine veranstaltung der go dogma eintritt frei! 17.00 "bananas" 18.30 "der schläfer" 20.00 "die letzte nacht des boris gruschenko" 21.30 "zelig" 23.00 "schatten und nebel" 00.30 "anything else" _______________________________________________ 7stern mailing list 7stern at kpoe.at http://www.kpoe.at/mm/listinfo/7stern ================================================ 04 filmtermin von "ruth altenhofer" ================================================ ich möchte einen filmabend zum thema tschetschenienkrieg ankündigen: "Komsomol´sk" RU 2002, eine Dokumentation, und "Nedetskaja Istorija" RU 2002, der Krieg aus der Sicht tschetschenischer Kinder beide im russischen original mit deutscher übersetzung einleitung von v. banjaev, vorsitzender der organisation für häftlinge von konzentrations- und filtrationslagern tschetscheniens anschließend einladung zu büffet und diskussion am 9. november 05 um 19 uhr im klub der slowenischen studenten 1070 mondscheingasse 11 ================================================ 05 GM Workshop von vlatka ================================================ EINLADUNG zum 1. Workshop Gender Mainstreaming der EP InterCulturExpress ANTIDISKRIMINIERUNGSGESETZE, GLEICHSTELLUNGSGESETZE, GENDER MAINSTREAMING UND DIE (AUS)WIRKUNG AUF FRAUEN UND MÄNNER mit: Univ.Doz. Dr.in Sabine Strasser Institut für Ethnologie, Kultur- und Sozialantropologie in Wien Arbeitsschwerpunkte: Politische Anthropologie: Migrations-, Integrations- und transnationale Forschung; Gleichheit und Antidiskriminierung; soziale und religiöse Bewegungen. Feministische Anthropologie: Machtverhältnisse und gegenhegemoniale Strategien; Differenzen, Identitäten und soziale Gerechtigkeit. Regionale Forschungsschwerpunkte: Europäische Union, Türkei, Österreich. Inhalt des Workshops: Gleichheit, Differenzen und Intersections (theoretische Hintergründe) Geschichte der Anti-Diskriminierungspolitik in der Europäischen Union Intersections und seine Bedeutung für eine Politik der Gleichheit Antidiskriminierungs/Gleichbehandlungspolitik Vorteile und Mängel der möglichen Ansätze anhand von Beispielen Vergleich von Gender Mainstreaming, Equality und Diversity Mainstreaming Auseinandersetzung zu Konstruktion und Dekonstruktion der Geschlechter Moderation: Mag.a Maria Rösslhumer, Gender Mainstreaming Beauftragte/ICE Datum: 14. November 2005, 9.30 - 16.30 Ort: Österreichische Beamtenversicherung, Grillparzerstr.14, 1010 Wien (mit U2 bis Rathaus, dann ca. 3 Min. Richtung Universitätsstraße) Anmeldung: max. 25 Personen Hiermit melde ich mich verbindlich zum 1. Workshop Gender Mainstreaming am 14. November 05, 9.30 - 16.30 an. Name: Organisation/PartnerIn: Adresse: Tel: + Fax:. E-Mail: Unterschrift: Datum: Anmeldungen bitte an Maria Rösslhumer, Fax: 01/544 08 20 - 24 oder maria.roesslhumer at aoef.at Für Fragen: 0664/793 07 89 ================================================ 06 Gastarbajteri - 40 Jahre Arbeitsmigration auf www.gastarbajteri.at von Cornelia Kogoj ================================================ Gastarbajteri - 40 Jahre Arbeitsmigration. Eine virtuelle Ausstellung. Die Ausstellung Gastarbajteri - 40 Jahre Arbeitsmigration, die von der Initiative Minderheiten in Kooperation mit dem Wien Museum kuratiert wurde und vom 22. Jänner bis zum 11. April 2004 im Wien Museum Karlsplatz und in der Hauptbücherei am Gürtel zu sehen war, ist nun in eine virtuelle Ausstellung umgewandelt worden. Sämtliche Texte sowie alle Bildaufnahmen und Videoinstallationen wurden digitalisiert und sind unter Beibehaltung der ursprünglichen Ausstellungsstruktur unter http://www.gastarbajteri.at abrufbar. Die zahlreichen Filme aus der Ausstellung sind aufgrund des grossen Bedarfs an Speicherplatz leider nur begrenzte Zeit abrufbar. Interessierte können die Filme aber bis zum 30. November 2005 downloaden. Webside Grafik Toledo i Dertschei Grafische Produktion Zsuzsa Demeter Videokomprimierung Muzaffer Hasaltay Content Management System Ivan Averintsev und Jürgen Schmidt (strg.at) Relaunch Ivan Averintsev Koordination Andreas Görg und Gerd Valchars (BUM - Büro für ungewöhnliche Maßnahmen / Initiative Minderheiten) Mit freundlicher Unterstützung von gangart (Simonetta Ferfoglia und Heinrich Pichler) und strg.at Mit herzlichen Grüßen Cornelia Kogoj -------------------------------- Dr. Cornelia Kogoj Initiative Minderheiten Gumpendorfer Str. 15/13 1060 Wien tel ++43 1 586 12 49-18 www.initiative.minderheiten.at www.gastarbajteri.at ================================================ 07 Termine ab Mittwoch, den 9.November 2005 von "akin" ================================================ akin-Pressedienst. Aussendungszeitpunkt: Dienstag, 8. November 2005; 18:49 ********************************************************** >>>>>>>> Termine ab Mittwoch, den 9.November 2005 Telefonnummern ohne Vorwahl sind Wiener Nummern > Allgemeines Juedisches Museum, Ausstellung bis 08.01.2006: Mahleriana, vom Werden einer Ikone. http://www.jmw.at, info at jmw.at, Tel. 535 04 31. Geoeffnet So - Fr 10-18h, Do -20h, 1010 Doroetheerg.11 Museum Judenplatz, bis 19.02.06: So einfach war das - juedische Kindheiten und Jugend seit 1945 in Deutschland, Oesterreich und der Schweiz. 1010 Judenplatz 8, So - Do 10-18h, Fr 10-14h Wien Museum, bis 29.1.06: Moderat Modern - Erich Boltenstern und die Baukultur nach 1945. Di bis So und Feiertag 9-18h, Mi 9-20h. Mittwoch 26.10. Eintritt 1 Euro, freier Eintritt bis 14 Jahre. Jed. Freitag von 9 - 12h freier Eintritt! ebenda, bis 29.01.06: Maennerwelten - Frauenzimmer Filmmuseum Wien, bis 21. 11: Bonjour Cinema: Jean Epstein und das franzoesische Kino der 20er Jahre. Infos unter 533 70 54-19, und www.filmmuseum.at, 1010 Augustinerstr.1 Filmhaus am Spittelberg zeigt den Dokumentarfilm von Angelika Schuster und Tristan Sindelgruper : Operation Spring - ein Film ueber die Erprobung neuer Ermittlungsmethoden, Gesetze und Gerichtsverfahren in Oesterreich. Beginn 18,30, 20,15 und 22h, 1070 Spittelbergg.3 Graz, Forum Stadtpark.: 10. bis 13.11. - 3. Normale, politisches Filmfestival VHS Hietzing, bis 18.11.: Ausstellung ueber Viktor Matejka, Kultur-Politiker, Volksbildner, Querkopf: Wo der Mensch ist, koennte Kultur leben. Dokumentation ueber das Leben des ersten Kulturpolitikers nach der Befreiung in Wien. 1130 Hofwieseng.48 Straba 60 und 62 Neustifthalle: geheimsache:leben - Schwule und Lesben im Wien des 20. Jahrhunderts - Oesterr. erste Grossausstellung zur Geschichte des versteckten, verschwiegenen und vergessenen Lebens gleichgeschlechtlich liebender Menschen in Wien. 1070 Neustiftg.73-75, Tel. 925 76 25, www.gemeinsache.at Richard WEIHS und Claus Tieber treten wieder im Weinhaus Sittl auf: WIEN TOeDLICH - eine stets stilvolle staedtische Sterbebegleitung. Nur noch bis 12. 11. 05 jew. Do bis Sa 20 Uhr. 1060 Linke Wienzeile 36/7, Karten unter Tel. 586 33 95 und richard.weihs at aon.at > Mittwoch, 9.11. Uni-Campus Hof 6, Denk-Mal Marpe Lanefesch ab 17,30 Gedenkveranstaltung zum Novemberpogrom. 1090 Alserstrasse/Spitalgasse Antifaschistischer Gedenkstein vor dem ehem.Aspangbahnhof 1030 Aspangstr.2/Platz der Deportierten. Ab 17,30 Mahnwache und Kundgebung: Niemals vergessen - gegen Antisemitismus und den antizionistischen Konsens! Vor der ehem. Synagoge 1020 Zirkusgasse/Schmelzgasse, 19h Kundgebung: Niemals vergessen! Gegen Anti8semitismus und Faschismus! Gegen den antizionistischen Konsens! Solidaritaet mit Israel! Rep.Club, 14-18,30, Attac-Forum zu "Grundeinkommen". 1010 Rockhg.1 Renner-Institut, 19h, Vortrag und Disk: Bartholomaeus Grill: Das suedliche Afrika - Politik, Gesellschaft und Kultur. 1120 Hoffingerg.26-28, Anm: 804 65 01-0 VHS Favoriten, 19h, Klaus Lohrmann: Die Paepste und die Juden. 1100 Arthaberplatz 18 Juedisches Museum, 19h, Vortrag von Margret Heymann/Hamburg: ... und vor Sonnenuntergang ist es auch wirklich gewesen. Eine Sternstunde des Theaters der zwanziger Jahre. 1010 Dorotheerg.11 Langenlois Vereinssaal, 19,30, GA-Projekt: Future4Uganda - Oesterr. hilft Kindern in Uganda. Rudolfsstr.1 Wels, Pollheimerpark,Juedisches Mahnmal, 19h, Gedenkkundgebung fuer die Opfer von Rassismus und Fremdenhass! Innsbruck, HdB, 19h, Asyl und Menschenrechte in Oesterreich. Ein Parallelbericht. Podiumsdisk. veranst. von FIAN. Rennweg 12 ebenda, 19,30, Attac Tirol: Fair Steuern - Steuergerechtigkeit statt leere Gemeindetoepfe > Donnerstag, 10.11. Wr.Rathaus, Festsaal, 19h: Islam am Balkan, Vortrag, Praes. und Disk. des Heftes: Islam am Balkan - Wr.Zeitschrift zur Geschichte der Neuzeit. 1010 Lichtenfelsg.2 Zukunftswerkstatt, 19h, Bild, Macht, Meinung. Welche Sprache sprechen Bilder? 1010 Schoenlaterng.9 IWK, 18,30, Frauen schreiben gegen Hindernisse: Irma Miriam Singer: Prag - Wien - Israel. 1090 Bergg.17 Juedisches Museum, 19h, Buchpraes: Historische Strukturen der Stadtgemeinde Bad Aussee und des Ausseerlandes VHS Favoriten, 19h, Vortrag: Aug um Aug, Zahn um Zahn - zur Frage eines paedagogischen Mehrwerts von Strafe und Strafhaft Graz, AAI, 15-18h: Ach, Afrika - zwischen Entwicklungshilfe, Selbstkritik und Hoffnung. Wege zu neuen Perspektiven. Disputation mit Barholom.Grill/D "Die Zeit" und Dr.Degol Hailu/Aethiopien. Leechg.22 ebenda, 19h, Lesung und Diskussion: Ach, Afrika - Berichte aus dem Inneren eines Kontinents > Freitag, 11.11. Unicampus, HS B, 15h, Vortrag: Black identities, protests and ideologies in 20th century Brazil. 1090 Spitalg.2 Kolpinghaus Alsergrund, 19h, Juedische Stimme fuer gerechten Frieden in Nahost - Gesellschaft fuer Oesterr.-Arabische Beziehungen: Raeumung des Westjordanlandes - Weg zum Frieden! Vortrag und Disk. mit Ludwig Watzal. 1090 Liechtensteinstr.100 VHS Favoriten, ab 16h Herbstakademie der Gruenen Bildungswerkstatt Wien bis 13.11.: Leistung macht frei - Verlockungen und Verirrungen des Liberalismus. Anm: Tel. 562 91 12, per e-mail gbw-wien at gruene.at, Veranst.Ort:1100 Arthaberplatz 18 Gfoehl, 19h, Bildungstankstelle, Kremserstr.27, Attac-Veranst: Globale Steuergerechtigkeit Graz, Attac-Abend bei der Normale, 19,30-22,30: Oekonomisierung der Bildung - Steuergerechtigkeit. Gleichzeitigíg und anschl. Filme. Forum Stadtpark Graz, K.Franzens-Univ., HS A/06.01, ab 18h bis Sa 12.11. von 9 -12h, Gratis-Seminar: Orient - Okzident: Fruchtbare Wege der Begegnung in Europa. > Samstag, 12.11. Don Bosco Haus, Studientag fuer eine Kultur des Friedens und der Gewaltfreiheit 10-17h: Die Waffen nieder! 100 Jahre Friedensnobelpreis fuer Bertha von Suttner. 1130 St.Veit Gasse 25, Anm. 408 06 95-0, e-mail: akademie at evang.at Linz, ab 15h R.Bernaschek-Symposion des Renner-Inst. und des Bundes sozialdem.Freiheitskaempfer, mit Helmut Fiereder, Peter Lhotzky und Gerhard Senft. Landstr.36 > Sonntag, 13.11. Graz, Forum Stadtpark, 10h Filmfruehstueck: Das Ende der Chimaere? GMO - genmanipulierte Organismen. Anschl. Gespraech > Montag, 14.11. Amerlinghaus, 19,30, Mexiko: Krieg im Paradies - Kampf um Wasser und Wald. 1070 Stiftg.8 Linz, 19h, Werkstatt Frieden & Solidaritaet, Vortrag und Disk: Euro versus Dollar. Waehrungskonkurrenz und Supermachtsrivalitaet mit Winfried Wolf/D. Waltherstr.15 > Dienstag, 15.11. Kardinal Koenig Haus, 9-17h, Tagung: Liebe, Sex ... und Betreuung?? Wie kann eine gute Sexualitaetsbegleitung fuer Menschen mit Lernschwierigkeiten aussehen? 1130 Lainzer Strasse 138, Tel. 804 75 93-614 VHS Favoriten, 19h, Vortrag: Alles Mist? Die ganze Wahrheit ueber Muelltrennung und Muellverwertung in Wien. 1100 Arthaberplatz 18 Kleingewerbe global Aktionstag - moving cultures favoriten entwickelt globale Perspektiven fuer Kleingewerbe und Einzelhandel. 10 - 13h Roundtable in der Diplomatischen Akademie, 1040 Favoritenstr.15a. Anm: Alexa Bluma 713 35 94-94 und bluma at vidc.org Rundgaenge in Kleingruppen durch Favoriten 15-17h, Ausgangspunkt 1100 Keplerplatz 5 - vor der Bezirksvorstehung Abschluss mit einem Fest von 18 bis 22h in der VHS 1100 Arthaberplatz 18, Abschluss des Gesamtprojektes, Berichte von den Rundgaengen, Filmpraesentation, Musik > Mittwoch, 16.11. Oesterr.Orientges., 19h, Entwicklungs- und Gesellschaftspolitik - Vision 2020: The Right to Sight. 1010 Dominikanerbastei 6/6 Juedisches Museum, 19h, Buchpraes: Peter Stephan Jungk: Die Reise ueber den Hudson Altes Rathaus, 19h, Podiumsdisk: Religionen - Chance oder Hindernis bei der Verwirklichung der Frauenrechte? 1010 Wipplinger Str.8 Graz, ETC Mozarthof, 19h, Podiumsdisk: Der EU-Beitritt der Tuerkei unter dem Gesichtspunkt der Menschenrechte. Schuberstr.29 > Donnerstag, 17.11. Amerlinghaus, 19,30, Dokumentarfilm aus Palaestina/Israel: Arna´s Children TU Wien, Prechtlsaal, 9-17h, Konferenz: Frauen in Naturwissenschaft und Technik - wie weiter? Mit Brigitte Ratzer, 1040 Argentinierstr.8 Juedisches Museum, 19h, Klezmerabend mit dem Ens. Scholem Alejchem und Buchpraes. Klezmermusik aus Moldawien und der Ukraine vom XIX. bis ins XXI. Jahrhundert. 1010 Dorotheerg.11 VHS Favoriten, Sympsium bis 18.11.: Die Wiederentdeckung der Demokratie. Oesterreich vor und nach 1945, Beginn jew. 14h Do: Widersprueche im Gedankenjahr. Oesterr. vor 1938: Widerstand gegen oder Vorbereitung auf den Nationalsozialismus. Ab 17h: Jugend und Politik im Oesterr. der 1930er Jahre. 1100 Arthaberplatz 18, Tel. 603 40 30 > Freitag, 18.11. Haus Panorama, 19h, LINKE Allianzen in Europa - welche Chancen hat ein Linksbuendnis in Oesterreich. 1200 Brigittenauer Laende Amerlinghaus, 19,30, film: Eine verschwundene Welt. Die Bukowina war eine Region, in der viele versch. Ethnien friedlich miteinander lebten. Cafe Dreiklang/Freiraum, 11-15h, 16.Treffen Grundeinkommen. 1090 Wasag.28 VHS Favoriten, ab 14h, Oliver Rathkolb: Der Einfluss der Alliierten auf die oesterr,. Demokratie nach 1945., ab 15,30 Walter Manoschek: Wehrmacht und Widerstand und der Umgang damit heute. Ab 17h Sieglinde Rosenberger: Zum Zustand der oesterr. Demokratie heute IWK, Tagung bis 19.11., 15,30: Aufklaerung, Demokratie und die radikale Veraenderung der gesellschaftlichen Verhaeltnisse. Sa ab 14h, Tagung ueber Literatur und Politik in Erinnerung an Walter Grab. 1090 Bergg.17, Tel. 317 43 42 Kulturv.Zwischenraum, 19h, Vickerl und Melina Klaus erzaehlen Geschichten ueber die Geschichte Kretas, Musik, Video. 1200 Hannoverg.13 Linz, AGEZ Paulo Freire Zentrum: Ursulinenhof und Univ.Linz: Entwicklungstagung bis 20.11.: Eigentum anders. Infos und Anm: www.entwicklungstagung.at Linz, Chamaeleon, 21h, Regenbogenfest der Gruene Andersrum OOe. Museumstr.7a > Samstag, 19.11. Haus Panorama, Gesamtoesterr.Arbeitstagung der LINKE - Opposition fuer ein solidarisches Europa. Infos http://linke,cc > Montag, 21.11. Skydome, 19h, Paul Singer: Solidarische Oekonomie - praktische Wege jenseits des Kapitalismus. Veranst. der Gruenen Bildungswerkstatt. 1070 Schottenfeldg.29 AK, Grosser Sitzungsaal, 19h, Podiumsdisk. mit Ewald Nowotny, Ferdinand Lacina und Claudia von Werlhof: Alternativen zur neoliberalen Globalisierung. 1040 Theresianumg.16-18, Anm. Tel. 601 18 - 4000, e-mail: office at pib-wien.ac.at dietheater Kuenstlerhaus, bis 26.11.:Theater des Lachens Berlin: Die Legende vom MANIFEST der Kommunistischen Partei. 1010 Karlsplatz 5, Tel. 587 05 04 > Dienstag, 22.11. Innsbruck, HdB, 19h: Internat. Staatenpflichten Oesterr. als Mitgliedsstaat des internat. Pakts ueber wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte. Innrain 52 *************************************************** Der akin-pd ist die elektronische Teilwiedergabe der nichtkommerziellen Wiener Wochenzeitung 'akin'. Texte im akin-pd muessen aber nicht wortidentisch mit den in der Papierausgabe veroeffentlichten sein. Nachdruck von Eigenbeitraegen mit Quellenangabe erbeten. 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Wassermair zum "Gedankenjahr 2005" 3) Seibane-Prozess - letzter Tag am 9.11. mit Urteilsverkündung ++++++++++++1)SPEAKERSCORNER 10.11.: SEIBANE-PROZESS UND KONSEQUENZEN Auch am DONNERSTAG (10.11.) gibt es zusätzlich zur wöchentlichen Mahnwache gegen Schwarzorange in Österreich und Orangerot in Kärnten vor dem Kanzleramt wieder einen SPEAKERSCORNER, diesmal mit Werner Rotter (Menschenrechtskomitee Seibane Wague) und Sidy M. Wane (Verein gale) zum SEIBANE-PROZESS. Am Mittwoch wird ja das URTEIL verkündet. Zeit also für eine Analyse des Urteils sowie der sich aus dem Urteil ergebenden Folgen und Handlungsnotwendigkeiten. Hintergrundinfo: Seit 28.10.2005 wird nach langen Verzögerungen endlich der öffentliche Prozess gegen zehn Personen (PolizistInnen, SanitäterInnen, Notarzt) fortgesetzt, die am 15. Juli 2003 den mauretanischen Staatsbürger Seibane Wague in Bauchlage fixierten und sich auf ihn stellten, sodaß er leblos ins Krankenhaus transportiert werden mußte, wo nach 5-stündigen vergeblichen Wiederbelebungsversuchen nur noch der Tod festgestellt werden konnte. Im Zuge der Bemühungen um eine Aufklärung der Vorgänge vom 15.7.2003 gab es offensichtliche Behinderungen aus Polizeikreisen (z.B. Absprachen der Zeugenaussagen von Polizisten, Polizisten untersuchen Polizisten, ein Gerichts-"Sachverständiger" des Innenministeriums, der selbst Polizist ist) und politischen Druck (Ex-Innenminister Strasser hatte ja von vornherein immer behauptet, es habe sich um eine korrekte Amtshandlung gehandelt.) Treffpunkt ist um 19Uhr45 Ecke Ballhausplatz/Heldenplatz, Beginn 20Uhr. Und danach sind wieder alle Teilnehmerinnen im Stammlokal in der Neustiftgasse willkommen! Und wie jeden Donnerstag gibt es schon ab 17Uhr die WIDERSTANDSLESUNG (Ecke Ballhausplatz/Heldenplatz). +++++++++++2)NACHTRAG ZUM SPEAKERSCOPRNER MIT M.WASSERMAIR ZUM "GEDANKENJAHR 2005" Auf allgemeinen Wunsch jetzt auch in schriftlicher Form: Der Text von Martin Wassermair zur Begleitbroschüre in der Belvedere-Ausstellung ist zu finden unter: http://oesterreich-2005.at/txt/1119434852/ +++++++++++3) SEIBANE-PROZESS - 9.11.:LETZTER TERMIN MIT URTEILSVERKÜNDUNG Mittwoch 9.11., Beginn 9Uhr, Saal 203 (2.Stock), Landesgericht für Strafsachen, Wickenburggasse 22, 1080 Wien (Ausweis (Führerschein etc.) wird von Besucherinnen verlangt). Ausständig sind nur mehr die Plädoyers und die Urteilsverkündung, sodass eine weitere Verzögerung des Prozessendes praktisch auszuschließen ist. Aufgrund der Verlängerung des Prozesses steht ausgerechnet für den letzten Prozesstermin, bei dem mit dem größten öffentlichen und medialen Interesse zu rechnen ist, der große Schwurgerichtssaal nicht mehr zur Verfügung. Im Saal 203 ist nur Platz für 48Personen, sodass es diesmal sehr schwierig werden wird, einen Platz zu bekommen. Trotzdem wäre eine starke Präsenz einer kritischen Öffentlichkeit wichtig, notfalls halt vor den Türen des Verhandlungssaals. Am besten wäre es, schon zwischen 8Uhr und 8Uhr30 zu kommen. ================================================ ================================================ MELDUNGEN, MEINUNGEN und KOMMENTARE ================================================ ================================================ 09 Einfältig und Staatstreu - Der Herr Direktor und das Recht von noborder at no-racism.net ================================================ zum prozess gegen die volXtheaterkarawane in lambach aufgrund einer kustaktion im rahmen des festivals der regionen 2003. quelle/infos: http://lambach.volxtheater.at Einfältig und Staatstreu - Der Herr Direktor und das Recht Am 19. Oktober 2005 wurde der Prozess gegen vier AktivistInnen des VolXtheaters zuende verhandelt. Ein Kommentar. Nach vier langen Verhandlungstagen, nach mehr als einem Jahr Prozessführung sprach der werte Richter sein Urteil. Schuldig, nicht im Sinne der Anklage, aber schuldig. Die Aktion war keine Amtsanmaßung aber eine Täuschung im Sinne des Gesetzes. Die Urteile selbst vielen mehr als mild aus. Ein Prozess der als besondere Groteske in die Geschichte des Bezirksgericht Lambach eingehen darf. Als ZeugInnen wurden SchülerInnen und LehrerInnen gehört, eine Journalistin, die Vorsitzende des Festivals der Regionen, zwei Kunstsachverständige und als besonderer Leckerbissen der Herr Direktor. Die Aussagen der SchülerInnen selbst waren dabei noch am klarsten. Die jüngsten Beteiligten an der Aktion waren wohl die einzigen die auf das Spiel nicht reinfielen. So ziemlich alle erklärten in ihren Aussagen, dass sie das Theater durchschauten. Sie wunderten sich über Haare und Kleidung der angeblichen WissenschafterInnen. Sie stellten die gesamte Aktion in Frage und hielten fest: " ... Ich hab von Anfang an gedacht, dass es sich dabei um eine Theateraktion handelt, ernst genommen hab ich das nie ...". Tja, so fit und schnelldenkend die Kinder auch waren, so unverständlich verhielt sich das Lehrpersonal. Nicht nur während der Aktion, auch im Prozess selbst schafften sie es, Aussagen zu treffen die wohl eher zu einem Disziplinarverfahren führen hätten sollen als, zu einer Verurteilung der TheateraktivistInnen. "Was waren das für Fragen die an die Kinder gestellt wurden?" "Das weiss ich nicht, ich hab nicht zugehört, ich hab inzwischen mit den anderen Kindern weitergespielt ... ". "Was passierte nach dem der Direktor in die Aula kam?", wollte der Richter weiter wissen. "Nun, das weiss ich auch nicht. Mein Dienst endete um 12.00 Uhr, das war ja schon nach 12.00." Aha, zugehört hat sie keinen Moment. Sie übergab uns die Klassenliste und damit war ihre Pflichterfüllung auch schon getan, und mit dem Ende der Dienstzeit sind die SchülerInnen gleich ganz allein. Die "Schulfremden Personen" sind zwar noch anwesend, und wir müssen sie auch verklagen, aber die werte Frau Professor hat das nicht mehr interessiert. Ihr Dienst endete an diesem Tag ja um 12.00 Uhr. Andere Lehrkörper haben das Spiel sehr wohl durchschaut. " ... Ich hab mitgespielt und die Theaterleute aus dem Raum geworfen. ... wir hatten ja gerade einen Workshop ... ". Im gleichen Raum, so will uns die Staatsanwältiin in ihrem Schlussplädoyer weismachen, wurden Kinder verängstigt und beinahe missbraucht. Und dieser Lehrer hat das einfach mitangesehen? Dem wurde nicht bewusst, was hier mit seinen armen Kinderchens passiert? Ach ja er war gar nicht allein. Es war noch eine zweite Lehrerin im Raum. Der ist das auch nicht aufgefallen. " ... Die Kinder haben gelacht ...", sagt sie aus. "... Sie haben sich amüsiert ...". Ein besonderer Leckerbissen war jedoch die dümmliche Kühnheit des werten Herrn Direktor. Mit richtiger Begeisterung hüpfte er während der Aktion und auch später im Prozess von Fettnäpfchen zu Fettnäpfchen. Bereits in seiner ersten Aussage, am ersten Prozesstag war er der Lacherfolg des Tages. Zu Beginn der Aktion gingen zwei VolXtheatermenschen in seine Kanzlei um ihn über die Aktion zu informieren. Ganz theatralisch natürlich. Es wurde ihm ein Schreiben vorgelegt, dass kurz zuvor stümperhaft hergestellt worden war. Es war eigentlich ein anderer Text, der einfach mit schwarzem Markerstift ein wenig umgestaltet wurde. Am Kopf des Schreibens fand sich eine äusserst schlechte Kopie des Staatswappens. Als Stempel diente eine Zwei-Euro Münze. Unterschrieben war das Papier, dass quasi den Befehl zur Biometrischen Datenerfassung enthielt, von einer Richterin namens Iris Scanner. Den Direktor hielt das alles nicht davon ab, an die Echtheit der Aktion zu glauben. Erst als ihm die Staatsanwältin das Papier erneut vorlegte und ihn nochmal fragte ob er das tatsächlich für glaubwürdig hielt musste er eingestehen, dass selbständiges Denken nicht zu seinen grossen Fähigkeiten zählt. Wir wären ?absolut Glaubhaft? gewesen und hätten durch unser Auftreten alles getan um ihn davon zu überzeugen, dass es sich hier tatsächlich um eine Aktion des Amtes für biometrische Datenerfassung handle. Weder die schlechten Requisiten noch die Ausweisschilder mit Sonnenbrillen konnten daran rütteln. Der Direktor glaubte, was ihm vom scheinbar existierenden Amt diktiert wurde und er gefiel sich noch dazu dabei. Weniger gefiel ihm jedoch die Art wie er von der Staatsanwältin befragt wurde. Er fühlte sich in seiner Funktion als Kronzeuge der Anklage nicht bestätigt. Natürlich sie hatte ihn auch ziemlich bloß gestellt. Sie fragte ihn, ob ihm denn nicht aufgefallen sei, dass hier von einem Paragraphen 00 geschrieben werde. Und weil er darauf wieder nicht antworten konnte fügte sie hinzu: "Selbst einem Nichtjuristen wie ihnen müsste es doch bekannt sein, dass es einen Paragraphen 00 nicht geben kann". Das musste Folgen haben wie wir am letzten Verhandlungstag bei einer weiteren Einvernahme des Direktors mit staunenden Ohren verfolgen durften. Weil die Staatsanwältin unangenehme Fragen gestellt hatte, schrieb ihr der Direktor einen persönlichen Brief. Er wollte sie darauf aufmerksam machen, dass er ein Zeuge der Anklage sei und wohl mit gebührenden Respekt von ihr behandelt werden wollte. Dass das im Sinne eines bürgerlichen Gerichts nicht im geringsten zu ihren Aufgabe zählt war ihm einfach nicht bekannt. Muss es ja auch nicht, was weiss schon ein Schuldirektor. Ein Resumee ist schwer, vielleicht dieses: Wenn ich um unser schlechtes Auftreten nicht selbst Bescheid wüsste, wenn ich nicht wüsste, dass Requisiten wie der Irisscanner aus einer schwarzen Schachtel und einer aufgeklebten Taschenlampe bestanden, wenn ich nicht dabei gewesen wäre, wie den SchülerInnen völlig irrelevante Fragen gestellt wurden ... Wenn ich das alles nicht selbst gesehen hätte, dann würde ich wohl davon ausgehen, dass diese Aktion hervorragend geplant und durchgeführt wurde. Tja, so ist es aber nicht, und bis heute frag ich mich wie es ein derartiges Maß an Machtgläubigkeit, vorauseilendem Gehorsam und einfacher Dummheit geben kann, an einer Schule, unter den Lehrkräften. In seiner letzten Aussage bringt es der Herr Direktor noch einmal auf den Punkt. "Diese Leute haben unsere Einfältigkeit und unser Staatstreue ausgenützt". Ja Herr Direktor das haben wir getan, sie haben zwei Jahre gebraucht um das auch nur halbwegs verstehen zu können und nun wären sie gut beraten darüber nochmal in aller Stille nachzudenken. ein angeklagter ================================================ 10 10. November: § 209-Gewissengefangener wieder vor Gericht von "PF209" ================================================ § 209-Gewissengefangener in dritter Runde vor Gericht Der Oberste Gerichtshof hat – nach Verurteilung Österreichs durch den Europäischen Menschenrechtsgerichtshof - die Verurteilung jenes Mannes aufgehoben, der im Frühjahr 2001 von Amnesty International als erster Gewissengefangener auf Grund des antihomosexuellen Sonderstrafgesetzes § 209 StGB adoptiert worden ist. Im erneuerten Verfahren steht der Mann nun zum dritten Mal vor Gericht und wieder vor Richter Dr. Thomas Schrammel, der den Mann nur widerstrebend und über Auftrag des Oberlandesgerichtes Wien verurteilt hatte. Im Gerichtssaal erklärte Richter Schrammel wiederholt, dass der Angeklagte seinen jungen Freunden gegenüber so rücksichtsvoll war wie man sich das von manchen Ehemännern wünschen würde, die angeheitert nach Hause kommen und ihre ehelichen Pflichten einfordern. Justizminister Böhmdorfer verweigerte auch nach der Aufhebung des § 209 hartnäckig die Begnadigung des Mannes, den er als schlimmen Missbraucher darstellte. Erst vor dem Menschenrechtsgerichtshof kam Österreichs erster Gewissensgefangener im Februar 2005 zu seinem Recht. Die Hauptverhandlung findet statt am Donnerstag, 10. November 2005 (10.30) Landesgericht für Strafsachen Wien Wien 8, Wickenburggasse 22 Saal 309 (3. Stock) Die Verhandlung ist öffentlich. Jede/r, der/die mindestens 14 Jahre alt und unbewaffnet ist, hat Zutritt. Es wird jedoch darauf hingewiesen, daß die Veröffentlichung des Bildes bzw. des Namens (auch abgekürzt oder Initialen) des Beschuldigten gesetzlich verboten ist und ausdrücklich untersagt wird. Dies gilt auch für jede sonstige Veröffentlichung, die Rückschlüsse auf die Identität des Beschuldigten zuläßt. Rückfragehinweis: Plattform gegen § 209, Tel.: 01/8763061, 0676/3094737, office at paragraph209.at, www.paragraph209.at Der Hintergund: Der 37jährige homosexuelle Mann wurde auf Grund eines Haftbefehls des Landesgerichts für Strafsachen Wien festgenommen, weil er im Verdacht stand, mit Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren sexuelle Kontakte gehabt zu haben, was nach österreichischem Recht nur zwischen Männern, nicht aber bei Heterosexuellen und Lesben strafbar ist (§ 209 StGB). Die Gendarmerie berichtete dem Gericht, dass sie auf Grund eines „vertraulichen Hinweises“ (von wem wurde nicht offengelegt) erfuhr, dass der Mann eine sexuelle Beziehung mit einem 15jährigen jungen Mann hat. Nachdem sich auf Grund der „im Umfeld getätigten Erhebungen“ der Verdacht erhärtet habe, holten sie den Jugendlichen von der Schule und befragten ihn insbesondere zu mutmaßlich von ihm selbst begangenen Ladendiebstählen und anderen Delikten. Dabei verhörten sie ihn auch intensiv über seinen Freund, wobei er die sexuelle Beziehung bestätigte. Bei der Vernehmung (die am ersten Tag über 9 Stunden und am zweiten Tag 2 ½ Stunden dauerte) betonte der Jugendliche, dass der Mann ihn liebt und dass alle sexuellen Kontakte in vollem Einvernehmen erfolgten. Die Gendarmeriebeamten behaupteten dann einen angeblichen Verdacht des Besitzes von kinderpornographischem Material und erwirkten einen auf § 207a StGB gestützten Hausdurchsuchungsbefehl., obwohl (bis heute) nicht auch nur der leiseste Hinweis in diese Richtung besteht. Gegenüber der Staatsanwaltschaft behaupteten sie auch, daß sich in der Wohnung des Mannes ein 15jähriger Junge befinde und der Mann auch mit diesem sexuelle Kontakte habe, obwohl es keinerlei Hinweise auf solche sexuellen Kontakte gab und die Beamten wußten, daß dieser Jugendliche nur einen Monat vor seinem 18. Geburtstag stand. Die Gendarmerie muß den Mann derart als gefährlichen "Kinderschänder" hingestellt haben, daß er vom Gericht als "hemmungslosen Triebtäter" (wörtliches Zitat aus dem Haftbefehl!) in Haft genommen wurde. Der Mann wurde festgenommen, seine Wohnung durchsucht und er selbst dreimal intensiv einvernommen. Während dieser Verhöre (von denen die letzten beiden mehr als 6 Stunden dauerten) gestand er die sexuelle Beziehung mit dem oben erwähnten und drei anderen Jugendlichen innerhalb der letzten sieben Jahre. Nach seiner Einlieferung in das Landesgericht für Strafsachen Wien wurde über ihn die Untersuchungshaft verhängt. Alle Jugendlichen waren zum Zeitpunkt der Kontakte über 14 Jahre alt. In allen bis auf einen Fall erschöpften sich die sexuellen Kontakte in (gegenseitiger) Masturbation. In nur einem einzigen Fall hat er einen Jugendlichen oral befriedigt. Der Mann ist unbescholten und in leitender Position in der Privatwirtschaft tätig. Auf Grund der Haft musste er auch um seinen Arbeitsplatz fürchten. Die „Plattform gegen § 209“ informierte Amnesty International, die den Mann umgehend als Gewissengefangenen adoptierten und seine sofortige Freilassung forderten. Es ist viele Jahre her, dass ein österreichischer Gefangener durch das Londoner Internationale Sekretariat von amnesty gemäß deren strengen Richtlinien als Gewissengefangener adoptiert wurde. Selbst die österreichische Amnesty-Sektion konnte sich an den letzten Fall nicht mehr genau erinnern. Der Generalsekretär von Amnesty-Österreich, Mag. Heinz Patzelt, hat die Haftverhandlung als Vertrauensperson des Inhaftierten besucht, in der die Staatsanwaltschaft auf der Fortsetzung der Haft bestand. Die Untersuchungsrichterin folgte allerdings den Argumenten der Verteidigung, erfüllte die Forderung von Amnesty und entließ den Mann aus der Haft. Im August 2001 hat das Landesgericht für Strafsachen Wien (Richter Dr. Thomas Schrammel) dann von der Möglichkeit der Diversion Gebrauch gemacht (§ 90a ff StPO) und das Verfahren gegen Zahlung einer Geldbuße von öS 20.000,-- eingestellt. Zur Begründung führte der Richter u.a. an, daß der Angeklagte so rücksichtsvoll mit seinen Partnern umgegangen sei, wie er sich „das bei manchen Heterosexuellen, die nach ein paar Bier auf eheliche Pflichten pochen, wünschen“ würde. Der Staatsanwalt hat gegen die Einstellung Beschwerde erhoben, woraufhin das Oberlandesgericht (Vorsitz: Dr. Gerhard Gallent), ohne mündliche Verhandlung, die Entscheidung aufgehoben und dem Erstgericht die Fortsetzung des Verfahrens aufgetragen hat. Der Angeklagte habe schwere Schuld auf sich geladen und daß er rücksichtsvoll und einfühlsam vorgegangen sei, sei irrelevant. Was die Menschenrechtswidrigkeit des § 209 anlangt, verwies das OLG auf ein „abschlägige(s) Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes von Anfang Dezember 2001“ , obwohl es ein solches (inhaltliches) Erkenntnis des VfGH vom Dezember gar nicht gab. Vielmehr hat der VfGH am 29. November in einem (rein formalen) Beschluß ausdrücklich und unmissverständlich appelliert, diesen Beschluß nicht in diesem Sinne mißzuverstehen, daß § 209 StGB verfassungsmäßig sei. Den Richtern war sowohl der Beschluß des VfGH bekannt als auch die Beschlüsse des Europäischen Menschenrechtsgerichtshofs, mit denen er im Dezember 2001 die ersten Beschwerden in Sachen § 209 für zulässig erklärt hatte. In seiner zweiten Entscheidung wiederholte Richter Dr. Schrammel dann seine Feststellung vom Sommer 2001, daß der Angeklagte so „rücksichtsvoll und einfühlsam“ mit seinen Partnern umgegangen ist, wie er sich „das bei manchen Heterosexuellen wünschen“ würde, „die am Monatsersten auf die ehelichen Pflichten pochen und sich einen Schmarren darum kümmern, was der Partner will“. Er zitierte aus den Akten Aussagen der Jugendlichen, in denen sie ihr Unverständnis über die Verfolgung ihres Freundes bekundeten, der „immer so lieb“ zu ihnen gewesen ist, und weigerte sich ausdrücklich, sie als „Opfer“ zu bezeichnen. Daher machte Richter Schrammel vom außerordentlichen Milderungsrecht Gebrauch und verhängte drei Monate bedingter Freiheitsstrafe; denn eigentlich sah der Strafrahmen für das „Sexualverbrechen“ des § 209 sechs Monate bis fünf Jahre Haft vor. "Das ist genau so wie bei einer Vergewaltigung, wo eine Frau traumatisiert wird", gab der Richter kopfschüttelnd zu bedenken. „Ich bin halt an das Gesetz gebunden“, erklärte er. Das Oberlandesgericht Wien bestätigte noch fünf Monate nach Aufhebung des § 209 die Verurteilung des Gewissensgefangenen und verweigerte auch dann noch eine Verfahrenseinstellung („Diversion“), weil der Mann, so die Senatspräsidentin damals zum Angeklagten, durch die Kontakte mit den (14- bis 18jährigen!) „Kindern“ „schwere Schuld“ auf sich geladen habe. Auch Justizminister Böhmdorfer weigerte sich trotz Aufhebung des § 209, den Gewissensgefangenen dem Bundespräsidenten zur Begnadigung vorzuschlagen. Erst vor dem Menschenrechtsgerichtshof kam Österreichs erster Gewissensgefangener im Februar 2005 zu seinem Recht. Die Republik Österreich musste dem Gewissensgefangenen nun EUR 30.500,-- Schadenersatz zahlen. An Beitrag zu den Anwaltskosten als auch an Ersatz für die Belastungen durch das Strafverfahren, insb. durch das an die Öffentlichkeit Zerren intimster Details seines Privatlebens; und für die zwei Wochen Untersuchungshaft. Die Verfahren waren für den Gewissengefangenen schwer erschütternde Ereignisse in seinem Leben mit nach wie vor erheblichen emotionalen und psychischen Folgen, so die Richter. Insgesamt musste die Republik den bislang neun erfolgreichen § 209-Beschwerdeführern über EUR 300.000,-- Schadenersatzzahlungen leisten. ================================================ 11 KPÖ/Gemeinden/Finanzausgleich von ================================================ KPÖ-Pressedienst - Drechslergasse 42, 1140 Wien - Telefon +43 (1) 50 36 580 - 0 - Fax +43 (1) 50 36 580 - 499 - Mail bundesvorstand at kpoe.at - Web www.kpoe.at - News www.kpoe.at/lpd - Ausgabe vom 8. November 2005 Staatssekretär Finz will Gemeinden gegeneinander ausspielen FAG-Steuertopf vergrößern, mehr Mittel für Gemeinden Als durchsichtiges Manöver um die Gemeinden gegeneinander auszuspielen bezeichnet die KPÖ den neuerlichen Vorstoß von Finanzstaatssekretär Alfred Finz (ÖVP) für einen interkommunalen Finanzausgleich. Finz beruft sich dabei auf die Tatsache, dass verschiedene Gemeinden im „Speckgürtel“ um Wien, aber auch Graz, Linz, Salzburg usw. durch die Ansiedlung von Einkaufszentren und Betrieben, aber auch durch Zuwanderung aus den Städten immer finanzkräftiger werden, während den Städten zunehmend eine Finanzmisere droht. Was Finz wohlweislich verschweigt ist freilich, dass der 2004 zwischen Bund, Ländern und Gemeinden paktierte Finanzausgleichsgesetz (FAG) für 2005 bis 2008 die Finanzkraft der Städte und Ballungszentren geschwächt hat, weil der abgestufte Bevölkerungsschlüssel zugunsten der Gemeinden bis 10.000 Einwohner verändert wurde. Mit dem laufenden Finanzausgleich wurde zwar die jahrzehntelange Forderung der Gemeinden nach einem einheitlichen Aufteilungsschlüssel der gemeinschaftlichen Bundesabgaben erfüllt. Allerdings bedeutet der Aufteilungsschlüssel - 73,223 Prozent Bund, 15,196 Prozent Länder, 11,581 Prozent Gemeinden - eine unübersehbare Präferenz des Bundes zu Lasten der Gemeinden. Dazu kommen noch zahlreiche Abgaben - Landesumlage, Spitalsfinanzierung, Sozialhilfe usw. - der Gemeinden an das Land bzw. an Verbände. Dem steht gegenüber, dass die Gemeinden (ohne Wien) 54 Prozent aller öffentlichen Investitionen tätigen. Als Konsequenz ergibt sich, dass die Gemeinden um Bedarfszuweisungen beim jeweiligen Land betteln müssen, um die dringlichsten Investitionen finanzieren zu können und gleichzeitig mit Mittelentzug gedroht wird, wenn nicht bestimmte Mindesttarife für kommunale Leistungen eingehoben werden. Die Finanzlage der Gemeinden hat sich vor allem als Auswirkung der rigiden Auflagen für eine Euro-konforme Budgetierung drastisch zugespitzt. Aus Sicht der Gemeinden ist daher eine Aufkündigung des Stabilitätspaktes sowohl auf EU- als auch auf Österreich-Ebene eine zentrale Frage. Während der Bund seit dem EU-Beitritt Österreichs im Jahre 1995 durchgehend Jahr für Jahr ein Budgetdefizit aufweist, wiesen die Länder ebenso durchgehend einen Überschuss auf und - abgesehen von den 1995 und 1996 - ebenso die Gemeinden: „Der zunehmende Finanzdruck auf die Gemeinden ist demnach ein direktes Ergebnis der ausschließlich nach monetären Kriterien ausgerichteten EU-Politik mit der Europäischen Zentralbank als Wächter des Euro“, meint dazu KPÖ-Kommunalsprecher Leo Furtlehner. Die KPÖ lehnt es daher entschieden ab, Städte und Gemeinden bzw. große und kleine Gemeinden gegeneinander auszuspielen. Notwendig ist vielmehr, den Anteil der Gemeinden an den gemeinschaftlichen Bundesabgaben zu erhöhen und den FAG-Topf insgesamt durch eine höhere Besteuerung von Kapital und Vermögen, Eintreibung der Steuerschulden der Unternehmer und Aufhebung der steuerschonenden Privatstiftungen zu vergrößern. Ebenso ist eine Umstellung der Bemessung der Kommunalabgabe als der wichtigsten Gemeindesteuer auf die gesamte Wertschöpfung anstatt wie bisher mit drei Prozent der Lohnsumme der in der jeweiligen Gemeinde ansässigen Unternehmen notwendig. ================================================ 12 ÖBB, Strache-FPÖ, Albanien von "agm" ================================================ Anlässlich des relativen Erfolges der neu formierten Strache-FPÖ bei den Wiener Wahlen und neuerlichen Auseinandersetzungen um das Dienstrecht bei den Österreichischen Bundesbahnen verweisen wir hier noch einmal auf unsere Einschätzung der politischen Situation in Österreich vom Frühjahr 2005. Darin haben wir bereits eine Spaltung und rechtspopulistische Neuausrichtung der FPÖ vorweggenommen und gleichzeitig die Klassenkämpfe des Jahres 2003, unter anderem den Streik bei den ÖBB, bilanziert: http://www.agmarxismus.net/stellungnahmen/oe_thesen.htm Außerdem verweisen wir auf einen neuen Beitrag, der detaillierte Informationen zur politischen Situation in Albanien nach der Regierungsübernahme durch die konservative Partei von Sali Berisha beinhaltet: http://www.agmarxismus.net/aktartikel/Albanien_Wahlen_2005.htm ================================================ 13 DDr. Landau antwortet Zivildiener von "GLOCALIST REVIEW" ================================================ DDr. Landau, Caritasdirektor der Erzdiözese Wien, antwortet auf den Offenen Brief der Zivildiener auf Glocalist Daily News unter Nachrichtenpunkt: Verschiedenes www.glocalist.at Mit besten Grüßen Christian Neugebauer _____ Glocalist Medien - Medien für Zivilgesellschaft und NGOs Eine andere Information ist möglich GLOCALIST Daily News - Tages-Online-Zeitung GLOCALIST Review - Digitale Wochenzeitschrift GLOCALIST Magazine - Monatliches Printmagazin Barmherzigengasse 17 - stiege 6 - top 1 A-1030 Wien t: 01/597 2001 f: 01/597 6855 m: 0699 11 88 16 43 e: office at glocalist-review.com ================================================ 14 Nach(k)wahlbetrachtungen: Eine Frage des Stils von "akin" ================================================ Nach(k)wahlbetrachtungen: > Eine Frage des Stils Die Wiener Gemeinderatswahlen sind geschlagen -- lustigerweise sind eigentlich alle Rathausfraktionen Verlierer und Gewinner gleichermassen: SPOe und Gruene haben gewonnen, hatten sich aber mehr erwartet. Die FPOe hat formal massiv verloren, war aber aus einer ziemlichen aussichtlosen Position gestartet. Die OeVP hat trotz einer miesen Situation auf Bundesebene doch noch einiges dazugewonnen, zugegeben -- aber ehrlich: Sieger sehen anders aus. Nur das BZOe hat weder verloren noch gewonnen -- Totgeburten koennen nichts verlieren. Drei Wochen ist das jetzt her, der Staub hat sich gelegt. Die erhoffte Regierungskrise nach der FPOe-Wiederauferstehung ist bislang ausgeblieben und auf Landesebene gilt wieder das klassische: "Alles Haeupl!" Aber sollten man sich angesichts der Ergebnisse nicht doch Gedanken machen? Jetzt will ich mal zwei Dinge wild durcheinandermixen, die dem ersten Anschein nach nichts miteinander zu tun haben: Das Gerangel in Wien um Platz 2 und die franzoesischen Unruhen. Zugegeben, es ist ein wenig gewagt, aber doch haben sie etwas gemeinsam: Das vollstaendige Versagen der Linken, die frustrierten Massen anzusprechen. Der Reihe nach: Wer am Abend des 23.Oktobers sich die gruene Wahlfeier angesehen hat, dem musste eigentlich das Kotzen kommen: Gruene Schickis, frustriert darueber, dass sie keine 20% eingefahren haben, wie sie im hochpiekfeinen Palais Auersperg Sekt schluerfen -- das Geld, das dort an einem Abend verpulvert wurde, ist locker ein akin-Jahresbudget. Aber genau das entspricht dem Stil, den die Gruenen heute in der Oeffentlichkeit praesentieren: Eine Seitenblicke-Partei, die zwar in ihrem Programm durchaus einiges sozial Engagiertes zu bieten hatte (spuerbare Anhebung der Sozialhilfe etc.), aber das nicht nur nicht denjenigen vermitteln konnte, die davon profitieren wuerden, sondern das gar nicht erst wollte. So sah dann auch das Wahlergebnis aus: In den meisten gut betuchteren Bezirken waren die Gruenen stark -- vor allem dort, wo ein juengeres, urbanes, gut ausgebildetes Publikum logiert. Zum einen vielleicht auch deswegen, weil diese Menschen sich noch an ihre vielleicht nicht ganz so gut bemittelten Studententage erinnern koennen, zum Teil aber auch sicher deswegen, weil die Gruenen -- aehnlich der OeVP -- ihnen vermitteln konnte: "Wir sind wie ihr!" Das koennen die Gruenen offensichtlich aber nicht den "Hacklern" vermitteln -- mit Abstand die schlechtesten Ergebnisse erhielten sie in Favoriten und Simmering, am beinharten Grund derjenigen, fuer die das gruene Programm doch am ehesten geeignet scheint. Ebenso bekommt dort die OeVP kein Bein auf den Boden, dafuer haben die Sozialdemokraten und die FPOe abgesahnt. Ja, richtig, das sind alles keine Ueberraschungen, bei den letzten Wahlen war es nicht viel anders -- aber warum ist das so? Warum kann eine Partei, die das noch am ehesten sozial orientierte Programm bietet, dort nicht punkten? Warum punktet ein Strache? Das liegt nicht am Rassismus. Der Rassismus ist ein Symptom -- wenn es den Menschen dreckig geht und man zeigt ihnen einen Feind, der sich leicht hauen laesst, dann tun sie das auch. Es geht darum, dass im Auftreten einer politischen Funktionaersclique glaubwuerdig Wut und Mut dargestellt werden muss -- die Gruenen schrieben den Mut auf ihre Plakate, aber ihr Auftreten war halt nicht besonders mutig. Von Wut gar nicht zu reden. Wenn jetzt Gruene ueber das Wieder-Erstarken der FPOe entsetzt sind, muss man ihnen daher schon sagen: "Ihr seid schon auch mitschuldig daran." Und gerade den Linken innerhalb der Gruenen muss man sagen: "Warum versucht ihr nicht eure Schickimicki-Wahlkaempfer von ihrem hohen Ross herunterzuholen?" Denn man hat genau gar nichts aus dieser Wahl gelernt: Dieses Wochenende waehlte die gruene Wiener Basis ihre Landesliste fuer die Nationalratswahlen -- und prompt wurde die photogene Oeko-Tante zur Spitzenkandidatin gewaehlt, die man sich eher beim Spargelessen mit Andreas Khol vorstellen kann, als in Favoriten in einem kleinen Tschoch bei einem Bier. Dass die Umwelt vor die Hunde geht, ist sicher nicht unwichtig. Aber jetzt gehts ans Eingemachte, es geht um massive Verarmungstendenzen, um den Verteilungskampf. Das sind die brennenden Themen der Zeit. Jetzt ist es mir im Grunde scheissegal, wie gut die Gruenen abschneiden. Aber es ist gerade diese Partei, die viel linkes Potential aufsaugt. Und dieses Potential haette die Aufgabe, Unmut zu formulieren ueber die Umstaende im Land, in der EU, in der Welt. Es braeuchte Menschen, die zu den aermeren Schichten sagen: "Das ist ein Scheisssystem! Und nicht die Auslaender sind schuld, dass es euch dreckig geht und ihr Angst vor dem Morgen habt. Denn Dragana und Mehmet hackeln mit euch gemeinsam und haben meistens noch beschissenere Wohnungen als ihr! Ja, ihr habt recht, wenn ihr auf die Sozialschmarotzer schimpft, aber die wohnen nicht in der selben Strasse wie ihr, sondern in den Villenvierteln in Doebling und Hietzing!" Ich hoer schon: "Aber nicht doch diese alten Klassenkampfparolen!" Und mit schreckgeweiteten Augen wuerden Glawischnigg und Co. ihre Koalitionschancen schwinden sehen, traeten Gruene wirklich so auf. Den Josefstaedter Bezirksvorsteher koennte man damit vergessen. Aber man kann eine Welt damit gewinnen! Nein, nicht die Stimmen in den Arbeiterbezirken meine ich, ich meine, dass man damit Einfluss auf das Denken der Menschen ausueben kann. Denn wenn die nichtetablierten linken Kleingrueppchen das sagen, hoert ihnen keiner zu, aber die Gruenen sind im Fernsehen und sie haben noch genug Leute, die tatsaechlich bereit waeren, so einen Protest zu formulieren. Nur diese Leute sind erstens nicht in den Spitzengremien und zweitens gefangen in der Parteidisziplin. Von der SPOe-Linken kann man sich keinen Protest mehr erwarten, die orientieren sich daran, dass ihre Partei wieder den Kanzler stellen will, aber die Gruenen haben noch ein Potential und damit eine Verantwortung. In Frankreich brennen die Vorstaedte. Vorausgegangen sind massive, ueber Jahrzehnte hinweg immer wieder eintretende Wahlerfolge der Rechten. Kaum glaubte man die Front National einigermassen in die Schranken verwiesen zu haben, schlaegt Le Pen Jospin bei den Praesidentschaftswahlen. Die etablierte Linke hat dagegen kein Konzept, sie spricht die Sprache der Menschen einfach nicht -- weder die der Le Pen-Waehler noch die der Minderheitenangehoerigen, gegen die die extreme Rechte hetzt. Und jetzt zuenden wildgewordene Menschen, die sich einfach nur angeschissen fuehlen, voellig entpolitisiert in den Ghettos sogar Kindergaerten an -- das ist der Hass, die blanke Wut, die sich gegen alles richtet, was ihnen in die Quere kommt. Das sind keine Fundamentalisten und keine Systemkritiker und keine Faschisten oder sonstwas, das sind nur Menschen mit einer ueber Jahrzehnte aufgestaute Wut, die sich jetzt entlaedt. Und die franzoesische Politik will immer noch nicht verstehen, was sie da angerichtet hat. Protest muss formuliert werden! Redet nicht grossspurig von der "Globalisierung" oder von "Modernisierungsverlierern"! Mit Gucci-Taeschchen-Rhethorik ist es nicht gemacht. Redet vom Kapitalismus! Redet von den Grenzen zwischen oben und unten! Redet von der Armut, die bewusst gemacht wird. Straches Wahlergebnis ist ein Signal. Das muss die etablierte Linke begreifen! Da gibt es ein Pulverfass und das ist nicht nur geladen mit Molotow-Cocktails, sondern mit einem Zerfall der Gesellschaft in Ghettos und Gated Communities. Noch ist es nicht soweit, dass diese Bombe hochgeht, noch schaut alles irgendwie ertraeglich aus bei uns. Aber schaut nicht weg: Die Lunte brennt bereits! *Bernhard Redl* *************************************************** Der akin-pd ist die elektronische Teilwiedergabe der nichtkommerziellen Wiener Wochenzeitung 'akin'. Texte im akin-pd muessen aber nicht wortidentisch mit den in der Papierausgabe veroeffentlichten sein. Nachdruck von Eigenbeitraegen mit Quellenangabe erbeten. Namentlich gezeichnete Beitraege stehen in der Verantwortung der VerfasserInnen. Ein Nachdruck von Texten mit anderem Copyright als dem unseren sagt nichts ueber eine anderweitige Verfuegungsberechtigung aus. Der akin-pd wird nur als Abonnement verschickt. Wer versehentlich in den Verteiler geraten ist, kann den akin-pd per formlosen Mail an akin.buero at gmx.at abbestellen. ************************************************* 'akin - aktuelle informationen' a-1170 wien, Lobenhauerngasse 35/2 vox: ++43/1/535-62-00 (anrufbeantworter, unberechenbare buerozeiten) http://akin.mediaweb.at akin.buero at gmx.at Bankverbindung lautend auf: föj/BfS, Bank Austria, BLZ 12000, 223-102-976/00, Zweck: akin ================================================ 15 Letzte Worte: EU gegen Geheimgefaengnisse? von "akin" ================================================ Letzte Worte: > EU gegen Geheimgefaengnisse? Zu den Berichten, die CIA unterhalte Geheimgefaengnisse in einigen Staaten Osteuropas, erklaerte Johannes Voggenhuber, Vize-Praesident des Verfassungsausschusses des Europaeischen Parlaments: "Wenn es auf europaeischem Boden Geheimgefaengnisse gibt, in denen Menschen rechtlos und willkuerlich eingesperrt werden, ohne Bekanntgabe ihrer Identitaet, ohne Recht auf Richter, Verteidigung oder Beistand, womoeglich unter Folter und entwuerdigender Behandlung, im Auftrag eines fremden Staates, wuerde dies einen der schwersten denkbaren Anschlaege auf die rechtsstaatlichen und menschenrechtlichen Grundlagen der Europaeischen Union bedeuten. Es waere dies ein schwerer und andauernder Verstoss gegen den Artikel 6 der EU-Vertraege und muesste ein Sanktionsverfahren nach Artikel 7 nach sich ziehen. Die Kommission, als Hueterin der Vertraege, muss diesen ungeheuerlichen Verdacht auf die schnellstmoegliche Weise lueckenlos aufklaeren. Dabei muss auch ausgeschlossen werden, dass einzelne Mitgliedsstaaten mit der Bush-Regierung gegen die Menschenrechte konspirieren und ihre Infrastruktur, Flughaefen oder welche Mittel auch immer fuer derartige Verbrechen zur Verfuegung stellen. Die Reaktion von Innenkommissar Franco Frattini, dies sei eine ´heikle´ Angelegenheit, die Kommission sei nicht direkt zustaendig und wuerde die Vorwuerfe lediglich auf technischer Ebene pruefen, ist voellig unangemessen und eine grobe Verkennung der Situtation. Die Achtung der Vertraege liegt in der direkten Verantwortung der Kommission. Kommissionspraesident José Barroso muss die Aufklaerung unverzueglich in die Hand nehmen. Die Gruenen werden darauf bestehen, dass die Kommission ihrer Verantwortung ungeschraenkt nachkommt und die beispiellosen Vorwuerfe restlos aufklaert. Sollte es bis zur Plenarsitzung in Strassburg nicht dazu gekommen sein, werden die Gruenen eine dringliche Debatte zu diesem Thema beantragen." (Aussendung EU-Gruene) *** Sehr schoen! Das von Menschenrechten und Rechtsstaatlichkeit gerne gesungen wird, wenn es um Beitrittsverhandlungen geht, kennen wir ja und bisweilen sollen angeblich auch groebere Missstaende beseitigt worden sein. Aber seit der moderne Duce in Italien regiert, wissen wir, wie wurscht rechtsstaatliche Verhaeltnisse sind, wenn ein Land erstmal in der EU ist. Es scheint, als waeren die Zugriffsmoeglichkeiten auf diesem Gebiet ausserhalb der Grenzen der EU groesser als innerhalb. Tja, was machen wir denn da...? -br- *************************************************** Der akin-pd ist die elektronische Teilwiedergabe der nichtkommerziellen Wiener Wochenzeitung 'akin'. Texte im akin-pd muessen aber nicht wortidentisch mit den in der Papierausgabe veroeffentlichten sein. Nachdruck von Eigenbeitraegen mit Quellenangabe erbeten. Namentlich gezeichnete Beitraege stehen in der Verantwortung der VerfasserInnen. 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The BNP had called a national demonstration for the day, which peaked at 300. The anti-fascist response saw them out numbered, three to one. In addition, the Unite Against Fascism counter demo was far larger - and far more militant - than two previous protests called during the trial. The charge originates from an undercover film taken at BNP Bradford events, where the two whipped up their audience with anti-Muslim rhetoric. The demonstration was called nationally and so coaches came from Sheffield, Manchester, Birmingham, and Newcastle, boosting the numbers. It was built in partnership with the TUC, so that it had a much higher proportion of trade union banners and delegations, with a coach laid on by Newcastle PCS union. The hard work of antifascist activists on campus - Revolution, Workers Power, Socialist Workers Party and National Union of Students officers - paid off with a march of 80 students down from Leeds University to the protest. The march route went past the fascist demonstration of about 200 BNP members: everyone shouted abuse at them. The UAF demo pen was right across the road from the BNP, with the court door that Griffin would enter through directly between. This face-off, and later Griffin walking by, radicalised the demonstration, with the BNP shouted down with the standard chants and a few antifascist impromptu football songs thrown in: “you’re scum and you know you are”. Eggs were thrown at the other side and at Griffin himself. When Griffin and Collett came by, the protestors began to shake apart the barriers and push the police back, nearly succeeding, and only retreating when the police threatened a baton charge that unfortunately the crowd was not prepared for: a lesson to learn for the future. The police started dragging protesters in, but thanks to the quick de-arresting tactics of Revolution, nobody was arrested. When a police officer got a lift up to film people with a video camera, he was knocked down by protesters! Yet the stewards of the demo condemned this. Before Griffin had come out, and as the BNP numbers were swelling to their maximum, their supporters coming out on their lunch breaks, the demo broke off and marched down the road for a planned lunchtime rally in the Art Gallery square, a couple of streets away from the centre of the action. The mass of the demonstration left, while arguments took place between some who wanted to stay and felt to leave was to let Griffin and Collett exit surrounded by their supporters in front of the camera. The rally had some quite militant and good speakers from TUC heads, trade unionists, UAF and SWP leaders. The trade unions had made up a decent portion of the demonstration earlier. DEMO SHOWS POTENTIAL Workers Power members in UAF and on Leeds University campus have not just been building flat out for the demonstration but arguing for the tactics that could really make it a public relations disaster for the BNP. First off, we have argued that UAF’s limited focus on only leafleting against the BNP, where they stand, is a mistake. It means we react to them and organise where they are strongest - they set our priorities for us. And they build a movement while we don’t; UAF won’t organise an antifascist and antiracist movement in the multiracial communities, where we are potentially strongest. Rather than just reacting to BNP activity when they march or leaflet, the antifascist movement should leaflet and demonstrate in black and Asian areas, building a community led movement that will tackle racist lies as well as fascism. The movement should be anti-racist, because it is racism, which blames social and economic problems on the most vulnerable sections of society. Here we can organise events in relative safety, where potentially the most militant sections are based, those with most to lose from the rise of the BNP. Tackling issues of racism against refugees in a climate where Labour’s failed reforms and tough stance on immigrants has exacerbated the problem should be a top priority for the movement. The lack of such organising was clear on the day. For all its strengths, the demonstration was predominantly white, showing we had failed to bring out the Asian communities of Hyde Park and Beeston. Revolution did some good exemplary work, leafleting Hyde Park for the demonstration, but we need UAF’s resources and national spread to make this consistent. Under the SWP and TUC’s leadership, UAF doesn’t just drop antiracism, it also drops the central part of the socialist strategy for defeating the BNP: the tactic of No Platform. Head of UAF and leading SWP member Weyman Bennett compared UAF in his speech to the antifascist movement that physically smashed the Nazis at Cable Street and Lewisham in the 1970s. "I believe we still need to smash them". But the UAF strategy for ‘smashing’ fascism has been to argue for state bans. UAF called on the police to ban the fascists from marching in Keighley on 5th November. When this call succeeded, they cancelled the counterdemonstration planned - because all protests on the day were banned! This illustrates a simple truth: the capitalist state will only ban the fascists if it fears the antifascists are going to mobilise. Bans are to prevent the left from feeling its strength and smashing the Nazis ourselves. Now there is the real possibility that hundreds of fascists will leaflet in Keighley and other West Yorkshire towns, leaving communities with small or no antifascist bases to cope with the abuse and racist violence that this will lead to. Just at a time when the antifascist movement needs to extend its reach into the black and Asian communities of Leeds, the movement is deserting them. To rely on the state to fight the fascists plays into the BNP’s hands, as it not only allows them to masquerade as an anti-establishment party. The state will use the same laws, and the same measures to persecute the anti-racist and anti-fascist movement too. Instead, we need to build a movement embedded in working class communities, that fights the racist lies against asylum seekers and immigrants, and offers class answers to the deprivations the fascists breed off, like lack of council housing and poor public services. We need to fight for an answer that puts the blame at the door of the rich not the most vulnerable. We need a movement that is willing to take direct action to boot the fascist menace out of our towns and cities. That’s the movement Workers Power is fighting to build today. ================================================ 17 Peace for the Basque Country von anar.wien-bounces at no-racism.net ================================================ Newsletter 18. October-November 2005 Peace for the Basque Country 1. Presentation This document contains the October 2005 Newsletter "In favour of peace and dialogue in the Basque Country". The author of these reflections and proposals is the social movement for dialogue and agreement, Elkarri. For any additional information related to this newsletter or the activities of Elkarri, visit our website at http://www.elkarri.org http://www.elkarri.org/en/latestnews/object.php?o=2168 2. Latest events if we analyze the events in the last few months from a process perspective, we can state that the difficulties remain, but that the opportunities are being reinforced. Violence, exclusion, and violations of human rights impede advancing and opening a solution process, and it is necessary to make an effort to remove these obstacles, but regardless, a wide range of possibilities still continue to open. Click here for more information regarding the following: http://www.elkarri.org/en/latestnews/object.php?o=2168#Latest 3. The necessary humanization of the conflict Elkarri denounces six areas of vulnerability of human rights: (1) attacks and threats; (2) exclusion and the lessening of rights and liberties; (3) violence in the street; (4) dispersion; (5) torture; and (6) the unjust treatment of the victims. In this sense, all of the events and unilateral commitments of humanization that in this period represent a substantial amelioration in these six areas will constitute a decisive foundation for the process Click here for more information regarding the following: http://www.elkarri.org/en/latestnews/object.php?o=2168#humanization 4. All party talks in Navarra On November 5, 1998, coinciding with a truce that ETA declared two months before, the Parliament of Navarra approved a resolution in which it showed its will and demand to be present in all forums that could be created in relation to a peace process. Click here for more information regarding the following: http://www.elkarri.org/en/latestnews/object.php?o=2168#navarra 5. Elkarri’s initiatives Elkarri put in motion a campaign under the theme: «All party talks now. An end to violence, dialogue without exclusions, and humanization now». On the other hand, Elkarri presented the 5,558 testimonies collected to respond to the question, «Why do you need peace?». Click here for more information regarding the following: http://www.elkarri.org/en/latestnews/object.php?o=2168#elkarri 6. Collaborate with Elkarri If you want to collaborate with Elkarri, you can do so in this page:http://www.elkarri.org/en/textos/colabora.php If you don´t want to receive this newsletter send us a mail to info at elkarri.org ================================================ 18 France: Youth uprising demands end to racism von newswire at lists.fifthinternational.org ================================================ >France: Youth uprising demands end to racism After 12 nights of rioting in the suburbs of Paris and many other French towns and cities, the premier Dominique de Villepin and president Jaques Chirac have resorted to further repression. They have invoked a law (3 April 1955) passed during the Algerian War of Liberation giving the prefects the right to declare a state of emergency in their regions, involving curfews, closing of places of entertainment and draconian penalties for breaches of it. The “riots” are in fact a youth uprising with few recent parallels in mainland Europe. Britain has seen its urban riots under Thatcher, Major and Blair too but they were not such a nationwide phenomenon. In France the running battles with the police, the torching of cars, shops and public buildings are beginning to stand comparison with the uprisings of the ghettoes of the United States in the 1960s and 1980s. They also come against the background of the 4 October one day general strike and day of action by called by all the main French unions, and a rash of strikes against closures and privatisation. Neighbouring Belgium too has seen two general strikes in October, and Italy has witnessed a widespread youth upheaval against education reform. It seems that mainland Europe is having a hot autumn of resistance to neoliberal “reform” and to the deep social deprivation it has given rise to. This is also leading to spontaneous resistance to the “iron fist” policing, deployed to enforce the “hidden hand” of the market. The youth uprising has long term roots: poverty, inequality, mass unemployment, added to police racism and repression. France’s structural unemployment rate of 10 per cent is not evenly spread either socially or geographically. It rises to 25 per cent amongst youth and from 30 to 50 per cent on the run down estates in the Parisian suburbs. Here it coincides with the fact that these estates have become neglected ghettoes for citizens of Arab and African origins. Most are not “immigrants” at all in the accepted sense Their parents and grandparents came to France to work in the years of the post-war boom. The long decades of economic retreat, job losses, declining social services have left them, above all the young, in a condition the French call précarité, an insecure hand to mouth existence. Young people find it difficult or impossible to find a job, and suspect, rightly, that an Arab or African name or face dooms their application from the start. They are constantly stopped by the police and made to produce their papers, taking lots of vile racist abuse in the process. This certainly drives some to crime, others to low level vandalism. Now, finally it has driven the youth to a fullscale revolt. The bourgeois press - even the most liberal - presents it as mindless violence, simple criminality, lumpenproletarian rage. This is a vile lie. If the rising has deep social roots, it also has an immediate provocation, and this centres on the actions and words of Nicolas Sarkozy the sinister Minister of the Interior. Having lit the fire he is now claiming that it is the product of an Islamist conspiracy, and talked darkly of al Qa’ida connections. In an informative article - »Why is France is Burning?« by Doug Ireland - carried on Znet, which nails these lies, Claude Angeli, editor of »Le Canard Enchainé«, is quoted: "That's not true - this isn't being organised by the Islamist fundamentalists, as Sarkozy is implying to scare people. Sure, kids in neighborhoods are using their cellphones and text messages to warn each other where the cops are coming so they can move and pick other targets for their arson. But the rebellion is spreading because the youth have a sense of solidarity that comes from watching television - they imitate what they're seeing, and they sense themselves targeted by Sarkozy's inflammatory rhetoric. The rebellion is spreading spontaneously - driven especially by racist police conduct that is the daily lot of these youths. It's incredible the level of police racism - they're arrested or controlled and have their papers checked because they have dark skins, and the police are verbally brutal, calling them 'bougnoules' [a racist insult, something like the American "towel-heads", only worse] and telling them, 'Lower your eyes! Lower your eyes!' as if they had no right to look a policeman in the face.” Instead of liberty, equality and fraternity, the French Republic has given the ten per cent of its people of Arab and Black African origin- plus a large number of “French” working class youth too - précarité, inequality and racism. The insulting ban on the wearing of Islamic headscarves in schools was meant to underline the forcible character of the “republican” demand for integration. This says we will integrate you - not by freeing you from racist discrimination, not by integrating you into the workforce, not by providing you with the social services that encourage solidarity amongst ordinary citizens but forcibly, by the threats of the headmaster, the bureaucrat and the policeman. No wonder such integration is failing. It will fail more and more. But the spark that lit this prairie fire of resistance did not come from Islamists or criminal gangs but from none other than Sarkozy, himself. In the early autumn Sarkozy launched, with great publicity, a law and order campaign, targeted at the suburban estates. This was his answer to their manifest social problems rather than any attempt to counter mass unemployment and deprivation. Chirac and “socialist” Lionel Jospin before him have been slashing various social programs in the name of “reform”. Since 2003, there have been, according to the daily Le Monde, cuts of 20 per cent per annum in subsidies for neighborhood groups that work with youths, cuts in youth job training and in tax credits for hiring youth, cuts in education and literacy programs, cuts too in neighborhood policing. This latter is regarded as a big part of the solution for all social liberals. Of course a police force that knows “its” community may be less blatantly racist to them, in part in the hope of getting more information about petty crime, but it will never solve the social problems of these areas. But Sarkozy will have none of such “soft” solutions. On a trip to Toulouse, he even told the neighborhood police: "You're job is not to be playing soccer with these kids, your job is to arrest them!" His solution is to treat these estates like an occupied country and send in the notorious paramilitary CRS (Compagnies Republicaines de Securité), and their delightfully named SWAT teams. He combines budget cuts for social provisions with soaring expenditure on repression. That is neoliberalism in action against the “enemy within”. On 25 October Sarko - as he is called by the youth - visited the Paris suburb of Argenteuil to see how his law and order onslaught was going down. In fact his whole campaign is designed to attract support for his presidential ambitions for the 2007 election, by playing the racist card. Unsurprisingly he was pelted by angry crowds. In reply he said that such neighbourhoods needed to be “karcherised “(after a brand of sand blasting) " to get rid of such "scum" (racaille). The police duly obliged. On 27 October, two teenagers Zyed Benna (17) and Bouna Traore (15) were electrocuted after being chased into an electricity sub-station in the Paris suburb of Clichy-sous-Bois. This led to the first serious night of fighting with the police and setting fire to vehicles. This was no rash of criminal acts but an uprising against Sarko and his racist police force. The uprising swept across the Seine-Saint-Denis region, and Sarkozy’s response was to declare "zero tolerance" and send major police reinforcements to Clichy-sous-Bois. On 1 November, rioting spread out of Seine-Saint-Denis to three other regions in the Paris area. On 3 November, the uprising spread well beyond the Paris region to Dijon and parts of the south and west. In many cases the spark was in fact the actions of Sarko’s police, treating these areas as territory to be re-occupied. The anti-racist site Les mots sont importants (words are important) reports how the police acted on the Chêne-Pointu housing estate, in Clichy-sous-Bois, the home of the two youths electrocuted in the EDF substation. Antoine Germa, a geography and history teacher, reports that on 30 October, the day of the silent march in commemoration of Zyad Benna and Bouna Traore, organised by the local mosque, “everything seemed calm throughout the day and the forces of the law kept out of sight”. But then: “On Saturday night, at the end of the Ramadan fast, at about 6:30pm, 400 CRS and gendarmes came… in cohorts like the Roman legions, at a run, visors down, shields on their arms and rubber and plastic bullet guns in their hands, they went through each street against an invisible enemy. At this time, everyone is eating and nobody is outside. Why this demonstration of force when the streets were particularly calm? ‘Police provocation,’ reply as one the local people.” The only problem they faced was that they totally underestimated the anger of the youth and the numbers willing to fight back. Naturally they had resort to a conspiracy theory. Islamist preachers of hate were turning the minds of the young. This too is a pack of lies. Olivier Roy, one of the most intelligent writers on political Islam, has scornfully rejected Sarkozy’s claims that this is an Islamist uprising. Though many youth are from Muslim backgrounds, many are not. “These guys are building a new idea of themselves based on American street culture. It's a youth riot - they are protesting against the fact that they are supposed to be full French citizens and they are not.” No what we are certainly witnessing is an uprising similar in kind to the fightbacks in Britain and the United States - a fightback by impoverished working class youth, many unemployed, those who suffer regular racist abuse and police harassment. It has been provoked by Sarkozy but he has got more than he bargained for. Of course the almost total absence of political and trade union organisation amongst the suburban youth - not their fault but that of the big bureaucratic forces of the reformist Labour movement - means that the present movement has formulated no demands - other than the resignation of Sarkozy - and not been able to consider its tactics. The task of revolutionaries faced with spontaneous upheavals is not to arrogantly upbraid them for this lack of strategy or for some self-defeating actions (e.g. burning down schools in their own district). But it is their duty to argue for a way forward both to the youth and to the working class movement. To the youth, faced with occupation of their districts by SWAT squads we say - • “Self defence is no offence” Organise the protection of your estates as well as you can: protect the old an vulnerable as well as yourselves and you will weld the working class communities together against the CRS intruders. Form disciplined defence organizations. Appeal for help to the left parties and militant unions. • Assert your right to demonstrate, calling for the immediate withdrawal of the police from the estates, the instant dismissal of the hated Sarkozy, the release of the hundreds arrested during the uprising. Call for the workers movement and the left to organise a big solidarity demonstration with the youth protests and to link the social struggles against privatisation of EDF etc. with the issue of racism and youth unemployment. • Demand instead of Chirac and de Villepin’s latest empty promises of reform, training and jobs, the deployment of all the resources needed to improve the estates, employing local youth and unemployed, on trade union rates and conditions, and under the residents’ own democratic control and planning. Demand too a massive programme of public works and the cessation of the attacks on the eight hour day so that the work time can be reduced with no loss of pay to absorb all the unemployed. “Where is the money?” the politicians and economists will cry. Make the rich pay! And if they “cannot” then declare their whole system, capitalism, bankrupt. Youth across Europe and the world must declare their solidarity with their French comrades. Struggles like theirs, along with that of the Italian university and school students shows the need too for mass youth organisations in every country, united in a new revolutionary youth international. As this newswire goes out, it is hard to predict how the uprising will develop. In and of themselves, riots on this scale can, and often do bring about reforms; indeed, this is the consciously acknowledged strategy of some of the youth. As one rioter said, “Cars make good barricades and they burn nicely, and the [TV] cameras like them. How else are we going to get our message across to Sarkozy? It is not as if people like us can just turn up at his office.” Without union cards, access to the overwhelmingly white and middle class dominated Attac altermondialiste movement, or a socialist youth organisation, however, these reforms - improved housing, more low paid jobs and apprenticeships for 14 year olds have been mentioned by Chirac - will prove superficial, and be tied to new forms of social control. Already, pressure has been put on the Union of French Islamic Organisations to rein in the youth. It has duly obliged by issuing a fatwa, forbidding Muslims from attacking “private or public property,” and will now vie with the ultramoderate Dalil Boubakeur of the Muslim Council and Grand Mosque of Paris, as to who will become the official conduit for reforms and social control. Despite the gloating of most British and some American liberal commentators, this Anglo-Saxon policy is not going to solve the problems of France’s alienated African and Arab youth, any more than it has solved the problems facing racial minorities in the UK or US. Indeed, it has already been tried in France. As one activist on the estates told »The Observer«, “Twenty years ago we had a wave of policies aimed at supporting neighbourhood associations. But these groups were, in time, co-opted by politicians and lost their credibility. Other associations had their funding cut.” This is precisely what has happened in the US since the 1960s and Britain since the 1980s. There may even have been a black mayor of New Orleans, but that didn’t help the African American masses, when Hurricane Katrina revealed their précarité. For the uprising to achieve more than momentary reforms and career opportunities for a new layer of ”community leaders”, the French labour and altermondialiste - i.e. antiglobalisation - movements have to support the demands of the youth, stop hiding behind the empty rhetoric of French bourgeois republicanism, and take special measures to integrate the seven million African and Arab workers into their ranks. • Unban the hijab! The FSU teachers union should launch a campaign of defiance, refusing to exclude Muslim girls for wearing the headscarf. • CGT, organise the unemployed, and re-establish the militant tactics of Action Contre Chômage in the 1990s, taking the campaign into the suburban estates. Work or full pay! • For the right of black and Arab workers to caucus independently within the unions and the social movements, so that they can discuss racism within the movement and develop demands to fight around. The unions must launch special campaigns to unionise those industries where black and Arab workers are concentrated. • For the labour movement and black and Arab organisations to establish the real extent of racial oppression in jobs, education, housing, and so forth, and demand funds, real jobs and training - all under trade union and working class control - to combat racist discrimination and oppression. • Launch a vigorous campaign for an all out general strike, linking the demand to stop the privatisation of the electricity monopoly, EDF, to the demands of the youth and the unemployed, and centring on the call, “Down with Sarkozy, de Villepin and Chirac!” ================================================ ================================================ C) TERMINE ================================================ ======================== Mittwoch http://www.mund.at/butt/Termine/November/0911.htm Donnerstag http://www.mund.at/butt/Termine/November/1011.htm Freitag http://www.mund.at/butt/Termine/November/1111.htm ======================== ================================================ D) EDITORIAL ================================================ Für den Inhalt verantwortlich: Ihr. Medieninhaberinnen & Medieninhaber seid Ihr E-Mail-Adresse für Beiträge: widerstand at no-racism.net geschickt. widerst at nd MUND und alle Termine täglich aktualisiert im Web: http://www.no-racism.net/MUND Ziel von MUND (medienunabhängiger Nachrichtendienst) ist die unzensurierte und möglichst rasche Information über gesellschafts- politisch relevante Termine, Hinweise und Diskussionsbeiträge zu Widerstand und Antirassismus sowie verwandte Themen. sollen einen Titel, Namen und Emailadresse der/des AutorIn enthalten und möglichst kurz und prägnant gehalten sein, ev. mit Hinweis, wo weitere Informationen eingeholt werden können. Bitte keine Attachments! Die inhaltliche und sachliche Verantwortung liegt bei der/dem jeweiligen AutorIn bzw. jenen, die uns die Beiträge schicken. Der MUND wird von einzelnen TagesredakteurInnen zusammengestellt. Da Fehler nicht ausgeschlossen sind, bitten wir, nicht veröffentlichte Beiträge nochmals an widerstand at no-racism.net zu senden. Die Weiterleitung (auch auszugsweise) ist erwünscht. Beiträge mit rassistischen oder sexistischen Inhalten werden nicht veröffentlicht. Sehr persönliche Meldungen werden wir an den betreffenden Adressaten weiterleiten, aber nicht im MUND veröffentlichen. Die bisherigen Ausgaben sind unter http://www.no-racism.net/MUND archiviert. Terminankündigungen bitte nach folgender Vorlage: * Wann: Sonntag, 11.11.2001, 11:11 Uhr * * Was: Maskenball: Motto "Schwarzblau ist die Haselnuss" * * Wo: Villa Morgenrot, Grüner Anger 42, 2001 Wendendorf * * Kommentar: Anreise per Anhalter. Maskenzwang. Ende nie. Aber kurz und prägnant.* Die Rubrik "Redaktionelles" am Ende der Ausgabe ist u.a. eine Konsequenz aus der Notwendigkeit, sexistische, antisemitische und rassistische Beiträge nicht zu veröffentlichen, ohne jedoch stillschweigend Zensur zu üben. Hier wird - in anonymisierter Form - auf angehaltene Beiträge hingewiesen und eine kurze Begründung der Tagesredaktion für die Nichtaufnahme geliefert. (Weitere Gründe einen Beitrag nicht aufzunehmen sind z.B.: Attachments, kein erkennbarer Bezug zu den breit gestreuten Themen des MUND, Werbesendungen, sinnlose Kettenbriefe.) Die AbsenderInnen der betroffenen Beiträge werden hiervon informiert. Im Sinne einer "gläsernen Zensur" könnt ihr Euch die Beiträge gerne extra schicken lassen: Ein kurzes Mail an widerstand at no-racism.net genügt. ================================================ E) VERTEILERLISTE ================================================ Zur Eintragung in diesen Verteiler bitte direkt subskribieren unter http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/analle oder von der einzutragenden Adresse aus ein mail schicken an: admin at no-racism.net mit folgendem Text: subscribe no-racism Bitte wegen Automatisierung diesen Wortlaut verwenden! Zur Austragung aus dieser Liste bitte an zusammengestellt. Bitte keine Attachments! (werden nicht angenommen) nicht aufgenommen: 2 Beiträge wg IL/PAL, 3 Beitrag NWR Redaktionsschluss für diese Ausgabe: Di 21.45 Uhr III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III ü, ö, ä, ß, Ü, Ö, Ä III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III widerst at nd-MUND is powered by http://alt.strg.at/ ================================================ From analle at no-racism.net Wed Nov 9 23:11:17 2005 From: analle at no-racism.net (=?iso-8859-1?q?MUND=3A_medienunabh=E4ngiger_Nachrichtendienst?=) Date: Wed, 9 Nov 2005 23:11:17 +0100 Subject: MUND: Donnerstag, 10. November 2005 Message-ID: <002701c5e57a$83660800$4e046d50@chello.at> widerst at nd MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst Medieninhaberinnen & Medieninhaber seid Ihr www.no-racism.net/mund Donnerstag, 10. November 2005 ================================================ A) INHALT ================================================ ================================================ 00 Demo gegen Polizeijustiz ================================================ ================================================ AKTIONEN UND ANKÜNDIGUNGEN ================================================ ================================================ 01 Hymnen - Revier für der Heimat großer Söhne > Radio Stimme - 10.11 von ================================================ 02 Ab 8.12.: Hubsi Kramars LEBENDER ADVENTKALENDER von GAMUEKL ================================================ 03 Bitte um Ankündigung von Promedia ================================================ ================================================ MELDUNGEN, MEINUNGEN und KOMMENTARE ================================================ ================================================ 04 Solidarität mit dem Aufstand der französischen Jugendlichen! von ASt-LFI ================================================ 05 Frankreich: Geschlossene Gesellschaft von "wadi wien" ================================================ 06 Strache fragt wieder und bekommt die Antwort von ================================================ 07 Ägypten: Kopten fürchten stärkere Marginalisierung und mehr Gewalt von "GFBV" ================================================ ================================================ B) TEXTE ================================================ ================================================ 00 Demo gegen Polizeijustiz ================================================ Skandalurteil: Demo gegen Polizeijustiz Demo: Samstag, 12.11.2005, Treffpunkt 15 Uhr Ballhausplatz Hinkommen, weitersagen! GEGEN POLIZEIJUSTIZ - Es sind in den letzten Jahren zu viele Menschen aus der afrikanischen Diaspora unter staatlicher Gewalt gestorben. So die Verantwortlichen nicht belobigt oder frei gesprochen wurden, gab es unter Berücksichtigung mildernder Umstände maximal bedingte Freiheitsstrafen von maximal 8 Monaten. weitere Infos: www.afrikanet.info www.no-racism.net ================================================ AKTIONEN UND ANKÜNDIGUNGEN ================================================ ================================================ 01 Hymnen - Revier für der Heimat großer Söhne > Radio Stimme - 10.11 von ================================================ RADIO STIMME - DIE SENDUNG DER INITIATIVE MINDERHEITEN Sendungsankündigung und Festankündigung: Donnerstag, 10. November 2005 13.00 Uhr, Orange 94.0 / Wien Hymnen - Revier für der Heimat großer Söhne Die Initiative Minderheiten präsentierte zum österreichischen Nationalfeiertag inoffizielle "Minderheitenhymnen". Es sind Identitätslieder von Minderheitengruppen - bearbeitet, verfremdet oder parodiert. Mit kreativen Mitteln wurden Machtmechanismen und Nationalismen hinterfragt und Gegenstimmen propagiert. Am 26. Oktober fanden sich MusikerInnen mit verschiedensten Hintergründen in der Sargfabrik ein. Radio Stimme war dabei. Weitere Sendungsthemen: - Offener Kanal - Freies Fernsehen: Was unterscheidet freies Fernsehen vom üblichen Fernsehgeschehen? - Politik. Macht. Medien. Diese Sendung wird weiters ausgestrahlt auf: FREIRAD (Innsbruck) Do, 17. November, 12.00 Uhr Radio FRO (Linz) So, 27. November, 11.00 Uhr Radio HELSINKI (Graz) Sa, 03. Dezember, 19.00 Uhr ****** Festankündigung: Darf's ein bißchen mehr sein? RADIO STIMME FEST FEIERN Live: Dust Collective dj jasemine (homoriental) Fr., 25. November 2005, ab 21.00 Uhr Club U (Karlsplatz - Künstlerhauspassage) ****** -> Sendung verpaßt? Das Internet-Archiv. Diese und alle anderen Ausgaben von Radio Stimme sind in unserem digitalen Sendungsarchiv jederzeit als Download und Stream abrufbar: http://www.initiative.minderheiten.at/Radio ****** -> Sendung über's Internet hören. Die Sendungen sind über den Internet-Livestream der Radiosender zur jeweils angegebenen Sendezeit auch über das Internet zu hören. Orange 94.0: http://streamintern.orange.or.at/live3.m3u FREIRAD: http://www.freirad.at/live.m3u Radio FRO: http://www.fro.at/livestream.php HELSINKI: http://www.helsinki.at/live-stream.php ***** -> aus der Mailinglist austragen? leeres Mail bitte an radio.stimme_news-unsubscribe at initiative.minderheiten.at ***** -- Radio Stimme ? Die Sendung der Initiative Minderheiten Das politische Magazin zu den Themen Minderheiten - Mehrheiten - Machtverhältnisse on air: Wien - Do, 13.00 Uhr - Orange 94.0 - http://www.orange.or.at Innsbruck - Do, 12.00 Uhr - FREIRAD - http://www.freirad.at Linz - So, 11.00 Uhr - Radio FRO - http://www.fro.at Graz - Mo, 08.00 Uhr - Radio Helsinki - http://www.helsinki.at on line: weltweit - jederzeit - http://www.initiative.minderheiten.at ================================================ 02 Ab 8.12.: Hubsi Kramars LEBENDER ADVENTKALENDER von GAMUEKL ================================================ Hubsi Kramars LEBENDER ADVENTKALENDER: Ein weihnachtliches Spektakel für alle Sinne. Eine himmlische Pilgerreise in 24 Stationen: Türchen um Türchen öffnet sich, um den Blick auf Kunstminiaturen frei zu geben, die die Zuschauer auf eine lustvolle und Gedanken anregende Advent-Expedition entführen. 8.(Premiere) ­ 11. Dezember 2005 Beginn 8. ­ 10. 12.: 19.30 Uhr Beginn 11.12.: 15 Uhr JUGENDSTILTHEATER A-1140 Wien; Baumgartner Höhe 1 Karten: ? 18,-- / ? 15,-- Reservierung unter: Tel. 01/ 577 22 65 bzw. http://www.hubsikramar.net Mitwirkende: Die Asylanten, Nina Gabriel, Heidi Gross/Augustin, Oliver Hangl, Margot Hruby, Er-Ich Joham, Hubsi Kramar, Erwin Leder,Hannes Lengauer, Andreas Lungenschmid, maschek., Mara Mattuschka, monochrom, Sylvia Moritz, Peter Plos, Sonja Romei, Eva Schuster, Cynthia Schwertsik, Michael Smulik, Erich Sperger, Spiegelgrund, United Aliens, Christian Strasser, Stefan Weber Alexander und Konstantin Wladigeroff u. v. a. Künstlerische Leitung: Hubsi Kramar Produktionsleitung: Alexandra Reisinger Technische Leitung: Erich Sperger Ton: Gary Maurer Licht: Martin Knaupp Eine Produktion des Theater SHOWinisten in Kooperation mit dem JUGENDSTILTHEATER Unterstützt von MA 7 ­ Kulturamt der Stadt Wien und ERSTE Bank ­ Nestroy Preis DER LEBENDE ADVENTKALENDER 2005 ?Die letzte Konsequenz des Konsums ist der Kannibalismus? Bereits zum dritten Mal beschenken Hubsi Kramar und KünstlerInnen aus den unterschiedlichsten Genres ihr Publikum wieder mit diesem weihnachtlichten Spektakel für alle Sinne. In den letzten Jahren wurde es im MuQua / Tanzquartier zum fulminanten Publikumserfolg, heuer steht es erstmals in der faszinierenden Atmosphäre des JUGENDSTILTHEATERs auf dem Programm. DER ABLAUF: Das Publikum betritt den Raum und steht vor einer riesengroßen Weihnachts-Kitsch-Postkarte - gestaltet nach dem Bild ?Zwei Engel - Detail aus Die Sixtinische Madonna? von Raffael (1513): Ein überdimensionaler Adventkalender (4 x 8 Meter groß) mit 24 Türchen. Dahinter befinden sich Kästchen von jeweils 1 Kubikmeter. Vorweihnachtliche Musik. Ein Gong ertönt. Eine zarte Kinderstimme sagt den ersten Adventtag an. Das erste Türchen öffnet sich und in der Folge werden es noch weitere 23 Türchen sein, die sich öffnen, um dem staunenden Publikum 23 weitere Kunstminiaturen zu schenken. Gestaltet werden diese Geschichten - live - von KünstlerInnen aus den verschiedensten Kunstsparten. Jede dieser Episoden dauert etwa 2,30 Minuten. Das 24ste Türchen, das sich öffnet, ist dann die ganz besondere Weihnachts-Überraschung? ================================================ 03 Bitte um Ankündigung von Promedia ================================================ Einladung zur Sonntagsmatinée Buchpräsentation des Buches IN WIEN ERBAUT Lexikon der Wiener Architekten des 20. Jahrhunderts von Helmut Weihsmann Wann Am Sonntag, den 20. November Um 13:00 Uhr Wo Im Filmcasino Margaretenstraße 78 1050 Wien Zum Buch Helmut Weihsmann IN WIEN ERBAUT Lexikon der Wiener Architekten des 20. Jahrhunderts ISBN 3-85371-234-7, geb., 448 Seiten, großes Format, über 350 Photos, 44,90 Euro. Das Buch ist ein biographisches Lexikon und stellt in über 800 Portraits eine Gesamtschau der BaukünstlerInnen und ihrer Werke im 20. Jahrhundert dar, von renommierten Stars wie Otto Wagner, Adolf Loos, Josef Hoffmann, Josef Maria Olbrich, Josef Frank, Clemens Holzmeister, Richard Neutra und Hans Hollein bis hin zum gesamten Wirken der Wiener Architektenschaft, welche die Wiener Architektur- und Kulturgeschichte entscheidend mitgeprägt haben. Näher Informationen über das Buch sind im Attachment angehängt. Wir freuen uns über Ihr Kommen! Ihr Promedia Verlag ================================================ ================================================ MELDUNGEN, MEINUNGEN und KOMMENTARE ================================================ ================================================ 04 Solidarität mit dem Aufstand der französischen Jugendlichen! von ASt-LFI ================================================ Frankreich: Der Aufstand der Vorstädte (aus: Red Newsletter 184, Informationsdienst des ArbeiterInnenstandpunkt, 8. November 2005, www.arbeiterInnenstandpunkt.net) Seit über einer Woche toben in mehreren Pariser Vororten und anderen französischen Städten Straßenschlachten: Barrikaden werden errichtet, Müllcontainer werden angezündet, Autos stehen in Flammen, Schaufenster gehen zu Bruch. Am Tage schleppt sich das Öffentliche Leben noch so dahin, nachts ist Bürgerkrieg. Die Bilder in den Medien erinnern an Gavroche, den jugendlichen Barrikadenhelden aus dem Roman ?Die Elenden? von Victor Hugo. Die Revoltierer sind Gangs aus Jugendlichen überwiegend nordafrikanischer Herkunft, die meisten aber schon in Frankreich geboren. Erster Anlass für die Ausbrüche von Gewalt war der Tod zweier Jugendlicher, die auf der Flucht vor der Polizei in ein Trafohaus geflüchtet waren und dort einen Stromschlag erlitten. Diese Episode war nur eine Eskalation des permanenten Kleinkriegs zwischen der Polizei und den Jugendlichen, die sich oft mit Kleinkriminalität oder illegalem Handel durchschlagen müssen. Die Ursachen der Unruhen in den Vorstädten, die seit Jahren immer wieder aufflackern, liegen freilich tiefer. Die Pariser Vorstädte sind Beton-Gettos ähnlich denen von Berlin-Marzahn oder Berlin-Gropiusstadt. Dort wohnen vor allem ImmigrantInnen, oft Nachkommen von AlgerierInnen, die nach Ende des Kolonialkrieges nach Frankreich gekommen waren. Keine Regierung hatte in den Jahrzehnten ernsthaft versucht, diesen Menschen eine gleichberechtigte Teilnahme am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. So verstärkten sich die Tendenzen der sozialen Desintegration immer mehr: schlechtere Bildung, weniger Infrastruktur, hohe Arbeitslosigkeit, Separierung und Gettoisierung des sozialen Lebens der ImmigrantInnen. In den letzten Jahren hat sich deren Lage durch die diversen Sparprogramme der Regierung weiter verschlechtert. Die Ausgaben für Schulen, Jugendeinrichtungen, soziale Unterstützungen usw. wurden gerade in den Pariser Randbezirken gekürzt. Das Gefühl der Jugendlichen dort, Menschen zweiter Klasse zu sein, nicht gebraucht zu werden, überflüssig zu sein, hat handfeste soziale Ursachen. Arbeitslosenraten um die 40% sind keine Seltenheit. Hinzu kommt die politische Krise der herrschenden Klasse in Frankreich ? das NEIN beim EU-Referendum, die Streiks und Blockaden korsischer und französischer Hafenarbeiter, der landesweite Massenstreik im Oktober und die Planung eines weiteren Aktions- und Streiktages im November. Sarkozy?s Eskalation In dieser Situation hat Innenminister Sarkozy die Situation bewusst eskaliert. Nach dem Tod der beiden Jugendlichen inszenierte er seine rassistischen Provokationen in den Vorstädten und im Fernsehen. Die Jugendlichen seien ?Gesindel, das man wegpusten müsse?. Chirac und De Villepin ließen verlauten, dass man sich in der Sprache mäßigen müsse ? und überließen Sarkozy das Feld. SP-Chef Hollande forderte Sarkozy?s Rücktritt ? jedoch nur solange, wie sich die Aufstände noch nicht ausgeweitet hatten. Die Regierung hat deutlich gemacht, dass sie die Jugendrebellion mit allen Mitteln niederschlagen und nun die Notstandsgesetze aus der Zeit des Algerienkriegs in Kraft setzen will. Zugleich werden über die Medien gezielt rassistische Lügen verbreitet. Der Aufstand der Jugend soll als sinnlose Krawallmacherei oder ?bestenfalls? als Ausdruck von Empörung gesehen werden, ?der jetzt jedoch beendet werden müsse ?. In dieser Situation stimmt auf die oppositionelle SP damit überein, dass die Hauptaufgabe die ?Wiederherstellung der Ordnung? sein müsse, um dann die Jugend mit Knüppel, Sozialarbeit und leeren Versprechungen zu befrieden. Vor allem aber geht es darum, die Mittelschichten und Teile der Arbeiterklasse mit der ?Angst vor dem Chaos? und durch rassistische Hetze auf die Seite der Unterdrückung zu ziehen, um die Lohnabhängigen zu spalten und den eigenen sozialen Frust auf die ?Fremden? zu projizieren. Eine landesweite Rebellion In Wirklichkeit handelt es sich bei der Bewegung nicht um Aktionen einzelner ?Jugendgangs?. Es handelt sich um eine landesweite Rebellion, um einen Aufstand der Vorstädte, der sich auf die Masse der überwiegend migrantischen Jugendlichen vor allem aus subproletarischen Schichten stützt und die Sympathie der Mehrheit der BewohnerInnen dieser Vorstädte genießt. Sarkozy hatte spekulierte, dass die von ihm provozierten Jugendlichen in den Pariser Vorstädten isoliert blieben, dass er sie tatsächlich ohne landesweiten Widerstand mit schweren Polizeieinheiten ?säubern? und niedermachen könne. Diese Rechnung ging nicht auf. Er spielte mit dem Feuer ? jetzt brennt es. Der Aufstand ist ein spontaner Versuch, eine Art Aufruhr, um sich gegen den staatlichen Rassismus, gegen die Massenarbeitslosigkeit und gegen die Verelendung zur Wehr zu setzen. Deshalb hält er seit fast zwei Wochen an und wird auch weitergehen ? trotz der massiven Repression und der Inhaftierung von weit über 1000 Jugendlichen. Es ist eine reaktionäre Lüge, dass es sich um ?blindwütige Krawallmacher handeln würde. Die meisten Aktionen, von denen berichtet wird, wenden sich gegen die Polizei. Brennende Autos und Barrikaden sind das unvermeidliche Nebenprodukt jedes Straßenkampfes. Solche ?Vorwürfe? laufen darauf hinaus, den Jugendlichen vorzuwerfen, dass sie sich gegen die hochgerüsteten französischen Bullen zu Wehr setzen. Eine andere Aktion der Jugendlichen (und wohl nicht nur von Jugendlichen) ist die Plünderung von Supermärkten. Die bürgerliche Presse ist empört über diesen ?Vandalismus?, darüber, dass die Hungernden ihren Hunger stillen. Die von den Jugendlichen artikulierten Forderungen, die im Grunde alle auf die nach sozialer und politischer Gleichberechtigung hinauslaufen, stehen in einem, auf den ersten Blick krassen Gegensatz zu den von ihnen gewählten Kampfformen. Doch in Wirklichkeit drücken sie das tiefe Ausmaß angestauter Wut, die Desillusionierung über Staat und Politik und die Bereitschaft zu kämpfen aus. In dem, was oberflächlich als ?Vandalismus? und ?Krawallmacherei? bezeichnet wird, zeigt sich der Charakter des Aufstandes als einer spontanen Emeute, einer Art Aufruhr, die sich gegen die staatliche Ordnung richtet, diese vor Ort herausfordert, der es jedoch auch (noch) an einer politischen Perspektive und Organisierung fehlt. Die bürgerliche Presse und ?Migrationsforscher? versuchen, den Aufstand in rassistischer Manier als ?islamistische? Aktion darzustellen. Das ist nicht nur lächerlich. Es wird dabei auch die Haltung der islamischen Organisationen in Frankreich vollkommen ausgeblendet ? diese unterstützen nämlich die Regierung und nicht die Jugendlichen. So hat die den Moslembrüdern nahe stehende ?Union der islamischen Organisationen Frankreichs? (UOIF) sich in einer Fatwa gegen die Aufständischen ausgesprochen, d.h. ihnen mit religiöser ?Verdammung? gedroht, falls sie den Aufstand nicht beenden! Zweifellos gibt es bei den Kämpfen auch Aktivitäten Einzelner oder von Gangs, die nicht die Polizei treffen, sondern andere BewohnerInnen der Vorstädte. Solche Akte werden von der Polizei und der Rechten nur zum Vorwand für die Repression oder die Forderung nach reaktionäre Bürgerwehren genommen. Anstatt dieser reaktionären ?Lösungsversuche? ist es notwendig, den spontanen Rebellionen eine organisierte, koordinierte Form zu geben ? durch den Aufbau von Selbstverteidigungskomitees, die den Widerstand gegen die Polizei koordinieren und Verbindung zur organisierten Arbeiterbewegung und zur Linken herstellen. So kann die von der Regierung beabsichtige Isolierung der Jugend und die Vertiefung der rassistischen Spaltung der Gesellschaft verhindert werden, indem der Aufstand in den Vorstädten mit dem Kampf gegen die Angriffe auf die sozialen Sicherungssysteme, gegen die Privatisierung, mit dem Kampf für ein Programm gesellschaftlich nützlicher öffentlicher Arbeiten unter Kontrolle der Beschäftigten verbunden wird. Verteidigt die Jugend! De Villepin, Chirac, Sarkozy setzen ? bei allen Differenzen in der Rhetorik ? alles daran, diese Bewegung niederzuschlagen, zu isolieren und die Mehrheit der französischen Bevölkerung dafür zu gewinnen. Mögen sie auch versprechen, irgendwann Jobs zu schaffen und Legionen von Sozialarbeitern und Lehrern in die Vororte zu bringen ? zunächst schicken sie nur 10.000 Polizisten. Gegen die Polizeiangriffe ist es notwendig, die spontane Rebellion zu einer organisierten Bewegung zu entwickeln, welche die Selbstverteidigung in den Wohnvierteln organisiert. Solche Selbstverteidigungskomitees müssen von der Arbeiterbewegung, von der französischen Linken, von den Komitees gegen die EU-Verfassung unterstützt werden! Vor allem aber muss die Arbeiterbewegung die Solidarität mit den Jugendlichen in den Vorstädten in die städtischen Zentren tragen - mit Massendemonstrationen unter folgenden Forderungen: - Rücknahme der Notstandsgesetze! - Sofortiger Rückzug der Polizei aus den Vorstädten! Sofortige Freilassung aller festgenommenen Jugendlichen! - Aufbau von Selbstverteidigungskomitees gegen die Angriffe! - Sofortiger Rücktritt Sarkozy`s und Untersuchung der rassistischen Provokationen der Polizei und der Regierung durch die Arbeiterbewegung und Migrantenorganisationen! Die Verteidigung der Revolte in den Vorstädten steht nicht nur vor der Aufgabe des gemeinsamen Kampfes gegen Staat und Kapital. Sie muss auch verbunden werden mit einer landesweiten Kampagne für den Aufbau einer unabhängigen, revolutionären Jugendorganisation, die die Jugendlichen der Vorstädte, die jungen ArbeiterInnen und BilligjobberInnen, die SchülerInnen und Studierenden umfasst! Die Rebellion der Jugend, die Koordinierung des gemeinsamen Widerstandes und Kampfes gegen die Regierung verweist jedoch auch und vor allem auf die Frage des Aufbaus einer neuen revolutionären Arbeiterpartei, einer politischen Organisation der Klasse, die BewohnerInnen der Pariser Vorstädte ebenso umfasst wie die korsischen Hafenarbeiter. Der Aufstand der Vorstädte speist sich aus der zunehmenden Zerstörung des sozialen Zusammenhangs, der fortschreitenden sozialen Polarisierung, der Deklassierung immer größerer Teile der Gesellschaft in Folge der Krise des Kapitalismus und der neoliberalen ?Lösungsversuche?. Die brennenden Mülltonnen in den Betonwüsten um Paris sind ein Fanal! ================================================ 05 Frankreich: Geschlossene Gesellschaft von "wadi wien" ================================================ Geschlossene Gesellschaft GASTKOMMENTAR VON THOMAS SCHMIDINGER (Die Presse) 09.11.2005 www.diepresse.at EU-Europa schottet sich als Staatenbund nach außen und gegenüber den eigenen marginalisierten Perspektivenlosen nach innen ab. Dass FPÖ-EU-Abgeordneter Andreas Mölzer zu den Unruhen in Frankreich nichts anderes zu sagen weiß, als dass "die multikulturelle Gesellschaft gescheitert" sei und es "vielleicht einfach zu leicht" wäre, nach Europa einzuwandern, verwundert nicht. Dass auch der EU-Kommissarin für Außenbeziehungen Benita Ferrero-Waldner wenig mehr einfällt, als von Europa zu fordern, es müsse eine gemeinsame Migrations- und Asylpolitik finden, ist schon etwas beunruhigender. Als Antwort auf eine Rebellion deklassierter Jugendlicher in Frankreich, deren Großeltern bereits nach Europa eingewandert waren - teilweise als deren Länder noch Bestandteil des französischen Kolonialreiches waren - fällt der EU-Kommissarin nur ein, dass Schlepperbanden stärker bekämpft werden müssten. Eine "Hauptsache" bei der Lösung des Zuwanderungsproblems sei es, den Menschen in den Herkunftsländern "eine Lebensperspektive" zu geben. "Dann werden sie dort bleiben, wo sie zu Hause sind." Noch beunruhigender wird es, wenn sie in diesem Punkt die Zustimmung von SPÖ-EU-Abgeordneten Hannes Swoboda erhält, der - solange Araber dort bleiben, wo sie wohl seiner Meinung nach hingehören - immer wieder für jeden erdenklichen politischen Wahnsinn Verständnis aufbringt. Aber wehe, sie kommen zu uns . . . Das reiche EU-Europa schottet sich zur Zeit gleich doppelt ab. Einerseits als Staatenbund nach außen und andererseits gegenüber den eigenen marginalisierten Perspektivenlosen nach innen. Während erst vor wenigen Wochen die Festung Europa mit den Todesschüssen an den Grenzzäunen, die die spanischen Vorposten Ceuta und Melilla in Nordafrika vor Einwanderern und Flüchtlingen bewachen, und den folgenden Deportationen von Afrikanern in die marokkanische Wüste sein wahres Gesicht zeigte, sieht man nun in Frankreich, wohin soziale Verelendung innerhalb Europas führen kann. Die jungen Männer, die in Frankreich Autos und Schulen abfackeln und sich mit Polizisten jede Nacht Straßenschlachten liefern, sind nämlich keine erst jüngst durch "Schlepperbanden" illegal nach Europa geschleusten Flüchtlinge oder Einwanderer auf der Suche nach einem besseren Leben. Sie sind die Nachkommen jener, die in der Folge der französischen Kolonialherrschaft schon seit den 60er-Jahren aus Nordafrika ins (ehemalige) Mutterland gekommen sind. Die meisten von ihnen sind französische Staatsbürger und sprechen besser Französisch als Arabisch oder eine der Berbersprachen. Sie sind keine Islamisten, sondern hören Rap-Musik, trinken Alkohol und haben Sex ohne verheiratet zu sein. Sie sind weder links noch rechts politisch organisiert. Ihre Rebellion ist nicht die Folge eines "Integrationsproblems", sondern sozialer Verelendung. Jugendliche, die keine Perspektive auf Ausbildung, einen Job, auf sozialen Aufstieg oder politische Partizipation haben, Jugendliche, die nichts zu verlieren haben und deren Leben schon lange von der kleinen alltäglichen Gewalt geprägt war, haben sich hier erstmals seit dem Ende des zweiten Weltkriegs in Europa spontan zusammengefunden um dem reichen Europa ein zorniges, diffuses, gewaltgeladenes "Nein!" entgegenzurufen. Wie bei anderen Elendsrebellionen auch, kommt dieses "Nein" weder politisch organisiert noch sehr sympathisch daher. Sie sind nicht zuletzt auch Ausdruck eines sehr männlichen Selbstbildes und spätestens, wenn sich die Aktionen nicht mehr mit Sachbeschädigungen begnügen, sondern auch unbeteiligte Menschen verletzt werden, zeigen solche Aufstände auch die Fratze der Gewalt. Was der Psychiater, Autor und Theoretiker der antikolonialen Befreiungskämpfe Frantz Fanon 1961 über die Großeltern dieser aufständischen Jugendlichen in Algerien schrieb, gilt jedoch trotz eines heute unzeitgemäß klingenden Pathos in mancherlei Hinsicht immer noch: "Das Lumpenproetariat, das mit allen seinen Kräften auf die ,Sicherheit' der Stadt drückt, ist die uneindämmbare Fäulnis, der Krebsschaden mitten in der Kolonialherrschaft. (. . .) Diese Arbeitslosen und Untermenschen rehabilitieren sich gegenüber sich selbst und gegenüber der Geschichte." Die Jugendlichen, die heute in Frankreich rebellieren, sind jedoch nicht die Kolonialisierten, und Frankreich ist - bis auf winzige Reste - keine Kolonialmacht mehr. Allerdings hat sich in diesem halben Jahrhundert auch Europa verändert. Die ehemals Kolonisierten pochen nun an die Tore Europas und werden nicht eingelassen. An der Südgrenze Europas ist die EU mittlerweile mit einem Ring von Lagern umgeben, in denen afrikanische Flüchtlinge bereits vor den Toren Europas angehalten werden, wobei vom Großteil dieser Lager in Tunesien, Libyen, Algerien oder Marokko nicht einmal der Standort bekannt ist, geschweige denn die Lebensbedingungen. Sollte sich die Reaktion von Ferrero-Waldner durchsetzen, werden wir in Europa in Zukunft in einer doppelten Gated Community leben. Die EU als Ganzes ist bereits eine solche. Sollte der Politik als Antwort auf die Rebellion der französischen Vorstadtjugend nichts Besseres als Repression einfallen, dann werden sich die Reichen auch innerhalb Europas mittelfristig in Gated Communities einsperren müssen, um das Elend und die Gewalt der Perspektivenlosen außen vor halten zu können. Thomas Schmidinger ist Lehrbeauftragter am Institut für Politikwissenschaft in Wien, Redakteur der Zeitschrift Context XXI und Mitarbeiter der im Irak tätigen Hilfsorganisation Wadi. -- WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit e-mail: wadi.wien at gmx.at Tel.: 0699-11365509 Postfach 105 A-1181 Wien Spendenkonto in Österreich: Kontonummer 07.405.301 Evangelische Kreditgenossenschaft eG BLZ 31800 IBAN: AT10 3180 0000 0740 5301 BIC: EVKRATW1 Website mit weiteren Informationen zu Projekten von Wadi und Veranstaltungshinweisen: www.wadinet.at ================================================ 06 Strache fragt wieder und bekommt die Antwort von ================================================ Liebe FreundInnen, da wir annehmen, dass diese Umfrageergebnisse (siehe unten) bald aus der http://www.hcstrache.at/umfrage.php verschwinden, möchten wir hiermit diese amüsante Momentaufnahme unserem Verteiler nicht vorenthalten und hiermit dokumentieren. Herr Strache weiß offenbar noch immer nicht, dass die jegendliche in Frankreich fast ausnahmslos perfekt Französisch können und dass dort sogar der Beweis vorliegt, dass Sprachekenntnisse eben nicht alles sein kann. Teilnahme noch unter http://www.hcstrache.at/umfrage.php noch möglich. Herzliche Grüße & Salam Tarafa Baghajati **************************** Aus http://www.hcstrache.at/umfrage.php Wie kann eine derartige Eskalation von vornherein verhindert werden? - Indem man den bösen Inländern die Schuld an der sozialen Ausgrenzung der Zuwanderer und Neostaatsbürger gibt und sie zwingt, mehr Ausländer einzustellen? 70.51% - Indem man die Situation weiter schön redet und die Augen verschließt wie SPÖ, ÖVP und Grüne das tun? 18.38% - Indem jeder, der die österreichische Staatsbürgerschaft erhält, zuerst ausreichende Deutschkenntnisse vorweisen muss und sich verpflichten muss, dafür zu sorgen, dass seine Kinder noch vor Schulantritt Deutschkurse besuchen, wie HC Strache das vorschlägt? 11.11% Abgegebene Stimmen: 234 ================================================ 07 Ägypten: Kopten fürchten stärkere Marginalisierung und mehr Gewalt von "GFBV" ================================================ GESELLSCHAFT FÜR BEDROHTE VÖLKER PRESSEERKLÄRUNG Göttingen, den 09.11.2005 Heute beginnen Parlamentswahlen in Ägypten Kopten fürchten weitere Marginalisierung und mehr Gewalt Zu Beginn der Parlamentswahlen in Ägypten hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Mittwoch vor einer weiteren Marginalisierung der Kopten in Politik und Gesellschaft Ägyptens gewarnt. "Angesichts eines wachsenden politischen Einflusses der Muslimischen Brüderschaft und jüngster Zusammenstöße zwischen Muslimen und Kopten fürchten viele Christen eine neue Welle der Gewalt gegen Kopten", warnte der GfbV-Referent Ulrich Delius. Zwar seien nach den Ausschreitungen von Muslimen gegen Kopten, bei denen am 21. Oktober 2005 in Alexandria drei Menschen getötet worden waren, christliche Kirchen unter Polizeischutz gestellt worden. Doch die ägyptischen Behörden täten zu wenig, um die latente Gewalt zu stoppen. So seien inzwischen 104 gewalttätige muslimische Demonstranten, die an den Ausschreitungen in Alexandria beteiligt waren, aus der Haft entlassen worden. Mit weiteren Ermittlungen müssten sie nach bisherigen Erfahrungen nicht rechnen. 17 Personen würden wegen ihrer Verstrickung in die Gewalttaten noch verhört. Erneut drohten Verantwortliche für gewalttätige Übergriffe auf Christen straflos zu bleiben. Schon in der Vergangenheit hatten sich Kopten darüber beschwert, dass politisch motivierte Morde an Christen nur selten juristisch geahndet wurden. "Mit dem einfachen Slogan `Islam ist die Lösung`hat die Muslimische Brüderschaft im Wahlkampf gezielt auf eine religiöse Spaltung der ägyptischen Gesellschaft hingearbeitet", kritisierte Delius. Die Behörden seien nicht eingeschritten, obwohl die Regierung zuvor religiöse Wahlslogans untersagt hatte, die die nationale Einheit gefährden. "Viele Kopten fühlen sich nun verunsichert, in Alexandria hat nach den Unruhen bereits ein koptischer Politiker seine Bewerbung um ein Parlamentsmandat zurückgezogen". Die Kopten stellen rund zehn Prozent der 74 Millionen Bürger Ägyptens. Erst am gestrigen Dienstag hatte das US-Außenministerium in seinem jährlich veröffentlichten Bericht zum Stand der Religionsfreiheit in der Welt festgestellt, dass Kopten in Ägypten an der Ausübung ihres Glaubens gehindert würden, da staatliche Stellen immer wieder den Bau neuer Kirchen oder die Reparatur baufälliger Gotteshäuser behinderten. Für Nachfragen und Interviews ist der GfbV-Referent Ulrich Delius auch erreichbar unter Tel. 0160 95 67 14 03. ====================================================== Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV) Inse Geismar, Pressereferentin Postfach 2024, D-37010 Goettingen Tel.+49/551/49906-25, Fax:++49/551/58028 E-Mail: presse at gfbv.de, Homepage:http://www.gfbv.de ================================================ ================================================ C) TERMINE ================================================ ======================== Donnerstag http://www.mund.at/butt/Termine/November/1011.htm Freitag http://www.mund.at/butt/Termine/November/1111.htm Samstag http://www.mund.at/butt/Termine/November/1211.htm ======================== ================================================ D) EDITORIAL ================================================ Für den Inhalt verantwortlich: Ihr. Medieninhaberinnen & Medieninhaber seid Ihr E-Mail-Adresse für Beiträge: widerstand at no-racism.net geschickt. widerst at nd MUND und alle Termine täglich aktualisiert im Web: http://www.no-racism.net/MUND Ziel von MUND (medienunabhängiger Nachrichtendienst) ist die unzensurierte und möglichst rasche Information über gesellschafts- politisch relevante Termine, Hinweise und Diskussionsbeiträge zu Widerstand und Antirassismus sowie verwandte Themen. sollen einen Titel, Namen und Emailadresse der/des AutorIn enthalten und möglichst kurz und prägnant gehalten sein, ev. mit Hinweis, wo weitere Informationen eingeholt werden können. Bitte keine Attachments! Die inhaltliche und sachliche Verantwortung liegt bei der/dem jeweiligen AutorIn bzw. jenen, die uns die Beiträge schicken. Der MUND wird von einzelnen TagesredakteurInnen zusammengestellt. Da Fehler nicht ausgeschlossen sind, bitten wir, nicht veröffentlichte Beiträge nochmals an widerstand at no-racism.net zu senden. Die Weiterleitung (auch auszugsweise) ist erwünscht. Beiträge mit rassistischen oder sexistischen Inhalten werden nicht veröffentlicht. Sehr persönliche Meldungen werden wir an den betreffenden Adressaten weiterleiten, aber nicht im MUND veröffentlichen. Die bisherigen Ausgaben sind unter http://www.no-racism.net/MUND archiviert. Terminankündigungen bitte nach folgender Vorlage: * Wann: Sonntag, 11.11.2001, 11:11 Uhr * * Was: Maskenball: Motto "Schwarzblau ist die Haselnuss" * * Wo: Villa Morgenrot, Grüner Anger 42, 2001 Wendendorf * * Kommentar: Anreise per Anhalter. Maskenzwang. Ende nie. Aber kurz und prägnant.* Die Rubrik "Redaktionelles" am Ende der Ausgabe ist u.a. eine Konsequenz aus der Notwendigkeit, sexistische, antisemitische und rassistische Beiträge nicht zu veröffentlichen, ohne jedoch stillschweigend Zensur zu üben. Hier wird - in anonymisierter Form - auf angehaltene Beiträge hingewiesen und eine kurze Begründung der Tagesredaktion für die Nichtaufnahme geliefert. (Weitere Gründe einen Beitrag nicht aufzunehmen sind z.B.: Attachments, kein erkennbarer Bezug zu den breit gestreuten Themen des MUND, Werbesendungen, sinnlose Kettenbriefe.) Die AbsenderInnen der betroffenen Beiträge werden hiervon informiert. Im Sinne einer "gläsernen Zensur" könnt ihr Euch die Beiträge gerne extra schicken lassen: Ein kurzes Mail an widerstand at no-racism.net genügt. ================================================ E) VERTEILERLISTE ================================================ Zur Eintragung in diesen Verteiler bitte direkt subskribieren unter http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/analle oder von der einzutragenden Adresse aus ein mail schicken an: admin at no-racism.net mit folgendem Text: subscribe no-racism Bitte wegen Automatisierung diesen Wortlaut verwenden! Zur Austragung aus dieser Liste bitte an zusammengestellt. Bitte keine Attachments! (werden nicht angenommen) nicht aufgenommen:1 Beitrag nicht WR Redaktionsschluss für diese Ausgabe: Di 21.30 Uhr III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III ü, ö, ä, ß, Ü, Ö, Ä III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III widerst at nd-MUND is powered by http://alt.strg.at/ ================================================ From analle at no-racism.net Fri Nov 11 09:02:02 2005 From: analle at no-racism.net (=?iso-8859-1?q?MUND=3A_medienunabh=E4ngiger_Nachrichtendienst?=) Date: Fri, 11 Nov 2005 09:02:02 +0100 Subject: MUND: Freitag, 11. November 2005 Message-ID: <017001c5e696$33b4d8a0$4e046d50@chello.at> MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst www.no-racism.net/mund Freitag, 11. November 2005 ================================================ A) INHALT ================================================ ============================================== 01 Skandalurteil: Demo gegen Polizeijustiz From: kogoj at initiative.minderheiten.at ============================================== 02 Erweitertes Speakerscorner anlässlich Seibane-Urteil From: august.faschang at oeticket.com ============================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN UND ANKÜNDIGUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ============================================== 03 KunstAsyl From: office at asyl-in-not.org ============================================== 04 f13.Vorbereitungstreffen From: augustin at nextra.at ============================================== 05 Schauen Sie nicht weg! From: mario at augustin.or.at ============================================== 06 Parallelgesellschaft - Integration From: Veranstaltungen.Initiative at gmx.at ============================================== 07 Programm From: office at frauenhetz.at ============================================== 08 Depot-Programm From: depot-news at mailman.sil.at ============================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN UND KOMMENTARE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ============================================== 09 Die Blumen aus Galiläa From: hx65 at dial.pipex.com ============================================== 10 Abolitionists win in Key Elections From: abe at cuadp.org ============================================== 11 nach VfGH-Erkenntnis From: Christian.Hoegl at hosiwien.at ============================================== 12 Riesenerfolg der Klagsoffensive From: office at RKLambda.at ============================================== 13 Gipfelsoli: Hong Kong From: gipfelsoli-l at lists.nadir.org ============================================== 14 Nationalkonferenz der Syrischen Opposition From: wadi.wien at gmx.at ============================================== 15 Protest gegen Internet-Zensur in China From: gfbv.austria at chello.at ============================================== 16 Proteste in Frankreich - Analyse From: al at sozialismus.at ============================================== ================================================ B) TEXTE ================================================ ============================================== 01 Skandalurteil: Demo gegen Polizeijustiz From: kogoj at initiative.minderheiten.at ============================================== Die Initiative Minderheiten findet das gestrige Gerichtsurteil im Fall der Tötung von Seibane Wague skandalös und leitet folgenden Demoaufruf gerne weiter: > In Österreich dürfen BeamtInnen anscheinend ungestraft töten. Dem muss > Widerstand entgegengesetzt werden! > Demo: Samstag, 12.11.2005, Treffpunkt 15 Uhr Ballhausplatz > > Bis jetzt vorgeschlagene Ziele der Demo: Innen- und Justizministerium. > Wer Richter Pohnert seinen Unmut faxen will: 01 40127 1537. > > Aufrufkurztext: > GEGEN POLIZEIJUSTIZ - Es sind in den letzten Jahren zu viele Menschen > aus der > afrikanischen Diaspora unter staatlicher Gewalt gestorben. So die > Verantwortlichen nicht belobigt oder frei gesprochen wurden, gab es > unter > Berücksichtigung mildernder Umstände maximal bedingte Freiheitsstrafen > von > maximal 8 Monaten. > > Am Donnerstag, 10.11.2005, findet der Speakerscorner zur wöchentlichen > Mahnwache > gegen Schwarzorange in Österreich und Orangerot in Kärnten am > Ballhausplatz wie > immer um 19.45 Uhr statt. Diesmal zum Thema Seibane-Prozess. Mit > Werner Rotter > (Menschenrechtskomitee Seibane Wague) und Sidy M. Wane (Verein gale). > > weitere Infos: > www.no-racism.net > www.afrikanet.info ============================================== 02 Erweitertes Speakerscorner anlässlich Seibane-Urteil From: august.faschang at oeticket.com ============================================== Nach dem Alibiurteil (8 Freisprüche, 2x7Monate bedingt) muss etwas geschehen! Zusätzlich zu den unten angeführten Gästen werden am Donnerstag weitere Menschen aus den African Communities kommen, um mögliche Aktivitäten zu besprechen (u.a. Di Tutu Bukasa - Bunte; Simon Inou - Afrikanet). Es wäre ein erstes Zeichen des Protests, wenn am Donnerstag möglichst viele Menschen zum Ballhausplatz kommen könnten! Es wäre sehr wünschenswert, wenn sich auch Leute aus Organisationen einfinden könnten, die bereit sind bei Aktivitäten, Demomobilisierungen etc. mitzuwirken, um gemeinsam zu überlegen, welche Aktivitäten jetzt am besten gesetzt werden können! Konkret vorgeschlagen ist schon eine kurzfristige DEMO GEGEN POLIZEIJUSTIZ am Samstag (12.11.), ab 15Uhr, Treffpunkt Ballhausplatz, Ziele: Innen- und Justizministerium. vorgeschlagener Aufrufkurztext:GEGEN POLIZEIJUSTIZ - Es sind in den letzten Jahren zu viele Menschen aus der afrikanischen Diaspora unter staatlicher Gewalt gestorben. So die Verantwortlichen nicht belobigt oder frei gesprochen wurden, gab es unter Berücksichtigung mildernder Umstände maximal bedingte Freiheitsstrafen von maximal 8 Monaten. Für die Einhaltung des Artikels 2 der Menschenrechte. Dieser Vorschlag stammt von W.Rotter (Menschenrechtskomitee Seibane Wague). Auch er wird am Donnerstag am Ballhausplatz sein, sodass der Vorschlag noch diskutiert werden kann. Eine weitere Möglichkeit wäre, aus der (möglichen) Demo vom Samstag heraus Leute und eine Dynamik für eine längerfristige Mobilisierung für eine große Demonstration zu einem späteren Zeitpunkt zu gewinnen. Passende Terminmöglichkeiten könnten sich aus den Terminen für die zu erwartenden Berufungsverfahren ergeben. Auch alle anderen möglichen Aktionsformen/Handlungsmöglichkeiten können besprochen werden! Wer Ideen hat, bitte einbringen! Wer Richter Pohnert seinen Unmut faxen will: 01 40127 1537. Bitte keine Reaktionen per Antwortmail (bin unterwegs) - dringendenfalls telefonisch: 0650 9451650; viel besser: Am Donnerstag kommen! Im Anhang noch die ursprüngliche Speakerscorner-Einladung für Donnerstag 10.11. mit Beginnzeit, Hintergrundinfos etc.. ANHANG: Liebe Leute! ++++++++++++SPEAKERSCORNER 10.11.: SEIBANE-PROZESS UND KONSEQUENZEN Auch am DONNERSTAG (10.11.) gibt es zusätzlich zur wöchentlichen Mahnwache gegen Schwarzorange in Österreich und Orangerot in Kärnten vor dem Kanzleramt wieder einen SPEAKERSCORNER, diesmal mit Werner Rotter (Menschenrechtskomitee Seibane Wague) und Sidy M. Wane (Verein gale) zum SEIBANE-PROZESS. Am Mittwoch wird ja das URTEIL verkündet. Zeit also für eine Analyse des Urteils sowie der sich aus dem Urteil ergebenden Folgen und Handlungsnotwendigkeiten. Hintergrundinfo: Seit 28.10.2005 wird nach langen Verzögerungen endlich der öffentliche Prozess gegen zehn Personen (PolizistInnen, SanitäterInnen, Notarzt) fortgesetzt, die am 15. Juli 2003 den mauretanischen Staatsbürger Seibane Wague in Bauchlage fixierten und sich auf ihn stellten, sodaß er leblos ins Krankenhaus transportiert werden mußte, wo nach 5-stündigen vergeblichen Wiederbelebungsversuchen nur noch der Tod festgestellt werden konnte. Im Zuge der Bemühungen um eine Aufklärung der Vorgänge vom 15.7.2003 gab es offensichtliche Behinderungen aus Polizeikreisen (z.B. Absprachen der Zeugenaussagen von Polizisten, Polizisten untersuchen Polizisten, ein Gerichts-"Sachverständiger" des Innenministeriums, der selbst Polizist ist) und politischen Druck (Ex-Innenminister Strasser hatte ja von vornherein immer behauptet, es habe sich um eine korrekte Amtshandlung gehandelt.) Treffpunkt ist um 19Uhr45 Ecke Ballhausplatz/Heldenplatz, Beginn 20Uhr. Und danach sind wieder alle Teilnehmerinnen im Stammlokal in der Neustiftgasse willkommen! Und wie jeden Donnerstag gibt es schon ab 17Uhr die WIDERSTANDSLESUNG (Ecke Ballhausplatz/Heldenplatz). ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN UND ANKÜNDIGUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ============================================== 03 KunstAsyl From: office at asyl-in-not.org ============================================== Kunst Asyl Eine Auktion zu Gunsten von Asyl in Not Mittwoch, 16. November 2005, 19 Uhr, Semperdepot (Atelierhaus der Akademie der bildenden Künste Wien) Lehárgasse 6, 1060 Wien Vorbesichtigung der Exponate: 15. und 16. November 2005 jeweils 10-19 Uhr Achtung: Der Eingang zur Vorbesichtigung befindet sich eine Tür weiter, Lehárgasse 8! Auktionatorin: Andrea Jungmann Managing Director, Sotheby's Austria Organisation: Robert Schlesinger Der Reinerlös dient zur Gänze der Arbeit von Asyl in Not. Der Katalog kann bei uns angefordert werden. Die Bilder sind auch online zu sehen: www.kunstasyl.at Treffpunkt Kultur, Live-Versteigerung Kunst Asyl ist am kommenden Montag (14.11., 22.30 Uhr) zu Gast in der ORF-Sendung "Treffpunkt Kultur". Drei Werke aus unserem Katalog werden live in der Sendung versteigert: die Losnummern 2 (Ilse Haider, Modell für Skulptur, Rufpreis 1000.- Euro), 13 (Hans Staudacher, ohne Titel - Drachensteigen, Rufpreis 1500.- Euro) und 85 (Peter Kogler, ohne Titel, Rufpreis 250.- Euro). "KURIER"-Gewinnspiel Unser Medienpartner, der "KURIER", veranstaltet für diese Auktion ein Gewinnspiel: http://www.kurier.at/gewinnspiele Die ersten 50 Teilnehmer erhalten ein Kunst Asyl-VIP Paß. Er bietet zwei Vorteile: Auf alle Auktionsgewinne gibt es einen VIP-Rabbat von fünf Prozent. Weiters ist das Ticket auch die Einladung zu einem gemütlichen Buffet im kleinen Kreis für Sammler und Künstler unmittelbar vor der Auktion. Das afrikanische Buffet wird von Asylwerberinnen aus dem Wohnheim Greifenstein in NÖ zubereitet. Dank an die KünstlerInnen ! Den Künstlerinnen und Künstlern, die uns so großzügig subventionieren und damit das tun, was eigentliche Aufgabe des Staates wäre, danken wir sehr ! Otto Zitko, Warum ich Asyl in Not unterstütze: "Idealzustand wäre, wenn die öffentliche Hand eine Asylpolitik betriebe, die Institutionen wie z.B. Asyl in Not erübrigen würde. Davon ist Österreich mehr denn je entfernt - und die Zivilgesellschaft daher mehr denn je gefordert, sich für Menschenwürde einzusetzen." Otto Zitko ist seit vielen Jahren einer der treuesten Freunde von Asyl in Not und hat auch an der Konzeptentwicklung für Kunst Asyl regen Anteil genommen. Asyl in Not Währingerstraße 59 1090 Wien Tel.: 408 42 10-15, 0676 - 63 64 371 www.asyl-in-not.org Spendenkonto: Asyl in Not, P.S.K., Kontonummer 92.034.400 ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Die Zusendungen können Sie bei Bedarf unter http://asyl-in-not.org/abo/ abbestellen. Asyl in Not, Währingerstraße 59, A-1090 Wien Telefon +43/1/408 42 10, Fax +43/1/405 28 88 mailto:office at asyl-in-not.org http://asyl-in-not.org ============================================== 04 f13.Vorbereitungstreffen From: augustin at nextra.at ============================================== Montag, 21. November, 19.00 Uhr Wien 4, Salon Uhudla, Phorusgasse 7 Liebe Freundinnen & Freunde des subversiven Fasching! Der kommende Freitag der Dreizehnte ist der 13. Jänner 2006, er fällt also tatsächlich in den Fasching. Da der Karneval historisch betrachtet alles vom Untersten ins Oberste kehrt, nehmen wir uns die Freiheit, an seine rebellische Tradition anzuknüpfen und den öffentlichen Raum für unser Treiben zu reklamieren. Wir laden alle interessierten Menschen, KünstlerInnen, Gruppen und Projekte aus dem kulturellen und/oder sozialen Bereich, alle Eigeninitiativen diskriminierter Gruppen und alle, die in deren Interesse handeln, zum 1. Vorbereitungstreffen ein. F 13 gehört niemanden, alle Gruppen bestimmen Ort, Tageszeit und Typus der Aktivitäten am Freitag dem Dreizehnten selbst. Der Augustin als Teil des sich bildenden F 13-Netzwerks denkt über einen subversiven Faschingsumzug nach, an dem sich auch andere Gruppen - als soziale Figuren, als Performanceprojekt, als Spaßguerilla oder als wandelnde Livemusik - beteiligen können. Wir würden uns freuen, den alternativen Volksbrauch F 13 gemeinsam mit euch von einem ungedrehten "Unglückstag" zum anderen zunehmend unüberhörbar zu machen. Das Augustin-Team ============================================== 05 Schauen Sie nicht weg! From: mario at augustin.or.at ============================================== Schauen Sie nicht weg! Was 1938 in Wien vor aller Augen geschah, soll als irritierendes Bild in aller Öffentlichkeit mit dieser Aktion erinnert werden. Als Mahnung gegen Ausgrenzung und Gewalt, die immer ihren Anfang mitten unter uns haben. Als Aufruf zu Wachsamkeit gegenüber allen aktuellen Versuchen, die Nazi-Verbrechen zu verharmlosen und erneut die Würde und Freiheit von Menschen zu verletzten. Fotos: mario lang Eine Aktion (Kärntner Straße, 10. Nov.) von: Hanne Hiob, Wolfram P. Kastner, Hubert Kramar Verantwortlich: Wolfram P. Kastner ============================================== 06 Parallelgesellschaft - Integration From: Veranstaltungen.Initiative at gmx.at ============================================== und Pfarre Floridsdorf laden zur P O D I U M S D I S K U S S I O N "PARALLELGESELLSCHAFTEN - INTEGRATION" am Dienstag 22. November 2005 um 19.00 Uhr herzlich ein. WO? Pfarrzentrum Floridsdorf 21, Pius Parsch Platz 2, 1. Stock Podium: Al Rawi Omar /Gemeinderat, Barnet Günther/Gemeinderat a.D., Sari Riza/"Echter Wiener" mit türkischen Wurzeln, Sirvan Ekeci/Gemeinderätin, Sommer Mag. Ludwig/Direktor d. Islamischen Realgymnasiums Wien Moderation: Dr. Andreas Koller (Salzburger Nachrichten) -- Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen e-mail:dieinitiative at gmx.at für Rückfragen und Korrespondenz kontaktieren sie bitte: Omar Al Rawi +43-664-3831942 al-rawi at gmx.at Amina & Tarafa Baghajati +43-1-2595449 baghajati at aon.at Mouddar Khouja +43-1-9685096 mouddar at gmx.net Andrea Saleh +43-1-7965652 salehand at gmx.at ============================================== 07 Programm From: office at frauenhetz.at ============================================== Frauenhetz Newsletter "Unkenruf"/ Programm Arbeit und Politik - Teil III Subversive Wirklichkeiten? Nov./Dez. 2005 (Übersicht) 26.11. "Mir ist scheißegal, was du über meinen Arsch denkst!" Wider den Angriff der Parkbankromeos oder: die Wortfindung ist der erste Schritt zu einer Bewegung 16.00-18.00 Uhr, Workshop 29.11. Islam in Österreich 19.00-20.30 Uhr, Vortrag und Diskussion 9.12. Juchitán - Teotitlán: Frauenräume und Männerräume - Gelebte Realitäten 19.30 Uhr, Vortrag und Diskussion 10.12. Das D.I.Y. Konzept in der Riot Grrl-Bewegung als feministische Utopie? 15.00-18.00 Uhr, Workshop 10.12. "We all live subsidized lives." Bedürftigkeit als menschlicher Normalzustand und als Ausgangspunkt für eine erneuerte Politik des Sozialen 19.30 Uhr, Vortrag und Diskussion 11.12. Utopien und Konzepte der ArbeiterInnenbewegung als Zukunftsprojekt 10.30 Uhr, Frühstück 11.00 Uhr, Vortrag und Diskussion _______________________________ Die Frauenhetz ist seit Jänner 2004 auch für Rollifahrerinnen bequemer zugänglich. Es gibt kostenlose Kinderbetreuung im Montessori-Kinderhaus vis à vis (Hetzgasse 45). Anmeldung für Workshops und Kinderbetreuung bis 23.11. erbeten! Unkostenbeiträge Einzel Vortrag/Lesung: Euro 3,- einzel Workshop: Euro 5,- Pauschale Euro 15,- _______________________________ zum Programm: Subversive Wirklichkeiten? Eigentlich wollten wir den dritten Teil des Jahresschwerpunktes dem Thema 'Utopien' widmen. Doch dies ist als Denk- und Handlungshorizont scheint´s gestorben. Diese historisch momentane Bestandsaufnahme hat ein Doppelgesicht. Einerseits kann Utopie als 'Nichtort' in einer Welt ohne Grenzen keine Transzendenz mehr finden, andererseits sind die Realitäten derart in schlech- ten Widersprüchen verfangen, dass jedes Begehren nach Veränderung nur noch in der Immanenz des Vorfindbaren gefangen ist. Zukünftiges speist sich aus Rekapitulation von Fernem: anderen Ländern, Geschichte und der Fremdheit in uns selbst. Dekonstruktion der Wirklichkeiten ist dennoch ohne subversives Tun nicht zu haben. _______________________________ 26.11. "Mir ist scheißegal, was du über meinen Arsch denkst!" Wider den Angriff der Parkbankromeos oder: die Wortfindung ist der erste Schritt zu einer Bewegung 16.00-18.00 Uhr, Workshop Eine Kooperation von: Phoolan Devi Kollektiv, Frauenhetz und dem Frauenreferat der Uni Wien. Ort: UFO- Uni-Frauen-Ort, Berggasse 5/24, 9. Bezirk Wütend, weil du nicht zur Bäckerei gehen kannst, ohne dass dich irgendein Typ blöd anmacht? Pfiffe, die dich beim Joggen belästigen, Blicke, die ausziehen, die tägliche Bewertung deines Äußeren durch die Männerwelt: Wir wollen dem einen Namen geben, was noch keinen Namen hat! Lasst uns diese gesellschaftlich akzeptierte Form von sexueller Belästigung bekämpfen! "when she walks, the revolution's coming/ in her hips, there's revolution / when she talks, I hear the revolution/ [...]" Bikini Kill Street harassment (~Straßenbelästigung): der engl. Ausdruck für eine Form patriarchaler Unterdrückung, für die es im dt. Sprachraum noch keine Bezeichnung gibt. _______________________________ 29.11. Islam in Österreich 19.00-20.30 Uhr, Vortrag und Diskussion Carla Amina Baghajati Medienreferentin der Islamischen Glaubensgemeinschaft Moderation: Kati Hellwagner und Birge Krondorfer In Kooperation mit der Bundesjugendvertretung Nicht erst seit dem 11. Sept. 2001 ist der Islam in den Brennpunkt gerückt. Geht es um Integrations- und Zuwanderungsthemen, wird immer wieder auch der muslimische Hintergrund von MigrantInnen thematisiert. So verbreitet das Bewusstsein auch ist, eigentlich wenig über die Religion Islam zu wissen, so sehr haben sich doch gewisse Vorstellungen in den Köpfen festgesetzt. Dabei wird häufig kaum zwischen Religion und Tradition oder Sozialisation unterschieden. Die Außensicht wird auch in Österreich stark durch das Bild von der Frau im Islam geprägt. Innermuslimisch aber wird das Motto "Integration durch Partizipation" gerade von Frauenseite stark aufgegriffen. _______________________________ 9.12. Juchitán - Teotitlán: Frauenräume und Männer- räume - Gelebte Realitäten 19.30 Uhr, Vortrag und Diskussion Andrea Kessler (CH) Studium der Ethnologie, Kultur- und Sozialanthropologie Moderation: Andrea Strutzmann Die Zapotekengemeinschaft in Juchitán gewann durch die Medien an Popularität. Besser bekannt ist Juchitán unter "Die Stadt der Frauen" oder "Matriarchat mitten in Mexiko". Die Frauen kontrollieren den Handel, verwalten und besitzen das Geld. Die Wirtschaft wird durch sie wesentlich bestimmt. Die Politik hingegen ist Sache der Männer. Diese Arbeitsteilungen und Konstruktionen von Frauen- und Männerräumen werden im Vortrag aufgerollt und nachgezeichnet. Angesprochen sollen auch die Muxe werden, das dritte Geschlecht, und ihre Funktionen. Neben dieser als matriarchal bezeichneten Gemeinschaft existieren noch weitere, die einen anderen Weg beschritten haben und im Vortrag ebenfalls vorkommen werden. _______________________________ 10.12. Das D.I.Y. Konzept in der Riot Grrl-Bewegung als feministische Utopie? 15.00 - 18.00, Workshop Marike Korn und Marlies Wilhelm Frauenhetz "Riot Grrl" entstand innerhalb der Punkbewegung, als Reaktion auf die politischen Strukturen. Ein Feminismus, der seine eigene Sprache erfand und den aus dem Punk stammenden Arbeitsbegriff "D.I.Y" (do it yourself) zum Werkzeug machte, um Frauen zu stärken. Auf einmal heißt es: Du kannst alles tun! In einer Band spielen, ein Label gründen, Festivals organisieren, schreien und deine Wut zum Ausdruck bringen, wie auch immer du möchtest. Wir werden im Workshop die Annahmen des "D.I.Y." Konzepts hinterfragen, die Strukturen betrachten und Handlungsmöglichkeiten für eine feministisch-politische Praxis erörtern. 10.12. "We all live subsidized lives." Bedürftigkeit als menschlicher Normalzustand und als Ausgangs- punkt für eine erneuerte Politik des Sozialen 19.30 Uhr, Vortrag und Diskussion Michaela Moser Theologin, Österr. Armutskonferenz, European Anti Poverty Network Moderation: Edith Futscher Die derzeit gängige Sozialpolitik, wie sie sich etwa in "Hartz IV" verkörpert, beruht auf drei "Lebenslügen": dem Mythos der Autonomie, der krampfhaft aufrecht erhaltenen Vorstellung, wir lebten in einer Erwerbsarbeitsgesellschaft, und der längst widerlegten Idee, Leistung gäbe es nur gegen Geld - und umgekehrt. Im Anschluss daran - und unter Bezug auf der gemeinsam mit Ina Praetorius, Antje Schrupp und weiteren Frauen entwickelten Perspektive einer "Weltsicht der Freiheit in Bezogenheit" - werde ich eine Gesellschaft aus "Caring Citizens" und eine Politik und Wirtschaft, in der menschliche Bedürftigkeit als Normalzustand anerkannt ist, skizzieren. Buchhinweis: Ina Praetorius (Hg.): Sich in Beziehung setzen. Die Weltsicht der Freiheit in Bezogenheit. Königstein: Ulrike Helmer Verlag 2005 _______________________________ 11.12. Utopien und Konzepte der ArbeiterInnenbewegung als Zukunftsprojekt 10.30 Uhr, Frühstück 11.00 Uhr, Vortrag und Diskussion Erika Thurner Institut für Politikwissenschaft, Innsbruck Moderation: Birge Krondorfer Lange bevor der Begriff "Gender Mainstreaming" geboren wurde und bevor Frauen per Gesetz rechtliche Gleichberechtigung erlangten, haben Frauen, aber auch Männer, über geschlechterdemokratische und menschenwürdige Lebenskonzepte nachgedacht. Frühsozialistinnen, VertreterInnen der Ersten Frauen- sowie der ArbeiterInnenbewegungen (SozialdemokratInnen und KommunistInnen) setzten den jeweiligen patriarchalen Verhältnissen gegengesellschaftliche Konzepte entgegen. Einiges davon konnte zumindest ansatzweise - bspw. im "Roten Wien" der Zwischenkriegszeit - realisiert werden. Eine Auseinandersetzung mit den "alten Utopien" für mögliche Zukunftsprojekte ist durchaus lohnend. ________________________________________________ Frauenhetz-feministische Bildung, Kultur & Politik Untere Weißgerberstr. 41, 1030 Wien fon/fax: 01/7159888 office at frauenhetz.at www.frauenhetz.at -- ============================================== 08 Depot-Programm From: depot-news at mailman.sil.at ============================================== Donnerstag, 17. November, 19.00 Mythen privater Pensionsvorsorge Podium Seit Jahren wird uns erzählt, dass das öffentliche Pensionssystem vor dem Zusammenbruch stehe und private Vorsorge die einzige Rettung wäre. Was steckt an ökonomischen und politischen Überlegungen hinter dieser üblen Prophezeiung? Werden wir mit Hilfe privater Versicherungen tatsächlich so glücklich wie die Menschen aus den TV-Spots, die dafür werben? VertreterInnen des Beirats für gesellschafts-, wirtschafts- und umweltpolitische Alternativen (BEIGEWUM) liefern eine kritische Analyse der Bilder und Zahlen aus dem aktuellen Pensionsdiskurs. Christine Mayrhuber, Ökonomin, BEIGEWUM Vrääth Öhner, Filmwissenschafter Vanessa Redak, Ökonomin, BEIGEWUM Moderation: Werner Raza, Wirtschaftswissenschafter -------------------- Depot Breitegasse 3 A-1070 Wien Tel: +43 1 522 76 13 www.depot.or.at ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN UND KOMMENTARE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ============================================== 09 Die Blumen aus Galiläa From: hx65 at dial.pipex.com ============================================== 8 November 2005 >JTA - French publisher guilty of anti-Semitism A French court found a publishing house guilty of anti-Semitism. The court ruled against Al Oalam for publishing the book "The Other Face of Israel," by Israel Shamir. Publisher Abdelila Cherifi Alaoui was sentenced to three months in jail and fined some $12,000 in damages, and the book has been banned from bookstores. The publisher also is being ordered to pay more than $12,000 in damages and legal fees to the International League against Racism and Anti-Semitism, which brought the suit. The court's decision was based on the fact that the term "Jews" is always used in the plural in the book, in order to present Jews as world dominators who could trigger a third world war. The court also found that the author resorted to the oldest forms of anti- Semitic discourse, including citations from "The Protocols of the Elders of Zion." ============================================== 10 Abolitionists win in Key Elections From: abe at cuadp.org ============================================== Sent *ONLY* to the recipients of CUADPUpdate Feel Free to Forward Greetings All, FYI, in the most watched major election races this year (VA & NJ Governors & NYC Mayor and DA) well known opponents of the death penalty appear to have won. VA In Virginia, attempts to smear Tim Kaine with the "anti-death penalty" label backfired. His opponent unleashed a massive advertising blitz on Kaine's stance. Kaine's poll numbers surged in backlash to that ad campaign. It is possible Kaine won because of, not in spite of, his position on the issue. Unfortunately, despite his abolitionist stance, Kaine has repeatedly said he would "follow the law" and allow executions to proceed. Hopefully he will order the release of evidence for DNA testing in the case of Roger Coleman. See the article below for more on that and this election.... NJ In New Jersey both candidates came out in opposition to state killing, to one degree (Corzine opposes the death penalty) or another (Forrester appears to have supported a moratorium). Corzine won, with the media not addressing the issue despite the strong likelihood that an abolitionist bill will likely make it to the floor (and may very well pass!) in the coming months. Here is the published position of Senator Corzine in response to a question about the death penalty from the NJ Lawyer: >NJ LAWYER: Do you favor the death penalty? Would you seek to eliminate it >or, in the alternative, take steps to limit the time for appeals? > >CORZINE: "I do not support the death penalty. For individuals who are >convicted of capital offenses, I believe that life without parole is >appropriate." NYC In NYC abolitionists won the District Attorney and Mayor's race. Mayor Mike Bloomberg pilloried his opponent's retentionist position on the death penalty in a hard hitting ad campaign. DA Robert Morgantheau earlier this year devastated his opponent in the primary in an ad campaign focusing heavily on the issue of the death penalty. SO, it can no longer be said that opposition to the death penalty kills the chances of a politician to win an election. It is a new day, once again.... --abe (with thanks to Karl Keys and Celeste Fitzgerald, from whom I plagiarized.) LEONARD PITTS JR.: Truth haunts death penalty October 21, 2005 BY LEONARD PITTS JR. FREE PRESS COLUMNIST He is facing the camera. Facing you. Voice husky with emotion, Stanley Rosenbluth tells you about his son and daughter-in-law, killed in a drug deal gone south. He shares his loss gravely, bravely. And then, the coup de grace. "I don't trust Tim Kaine when it comes to the death penalty," says Rosenbluth. "And I say that as a father who's had a son murdered." Tim Kaine is a man who wants to be governor of Virginia. But first, he's got to deal with Rosenbluth and with policeman's widow Kelly Timbrook, stars of two commercials aired by opposing candidate Jerry Kilgore. The spots have put Kaine on the defensive by making him out to be soft on the death penalty. Beyond Virginia Them's fightin' words in Virginia because Virginia loves its death penalty. Hence, Kaine's conundrum: He's a Catholic who says he has moral objections to state-sanctioned execution. But he has promised voters he would absolutely uphold the law. At this point, you might wonder why we're talking Virginia politics. The answer is, we're not. We're talking about the United States. Let me try a theory out on you: This contretemps is not about the future of the death penalty. With either man as governor, Virginia will continue to execute malefactors. Granted, in order to believe that, you must believe Kaine's vow to uphold the law. I do, given that it would be political suicide to do otherwise. And if you accept that both men are willing to support the death penalty, then what's at issue here is, which one will do it with enthusiasm? For supporters of capital punishment, you see, mere acquiescence is insufficient. Anything less than hard moral clarity opens the door on issues they'd rather not face. An answer no one wants to hear It's fitting that this is happening in Virginia, whose present governor, Mark Warner, has been dithering Hamlet-like nearly four years now over whether to permit DNA testing in the case of Roger Keith Coleman. Coleman, executed 13 years ago for the murder of his sister-in-law, went to his death saying, "An innocent man is going to be murdered tonight." Serious questions have been raised about Coleman's guilt. Now we have sophisticated DNA testing, unavailable during his lifetime, that would definitively settle the question. You'd think if the governor were interested in truth, or simply in the vindication of his legal system, he'd jump on the offer. Instead, he stalls. Because again, there are things death penalty proponents would rather not face. One is that capital punishment is not about truth. Rather, it is about the need to feel righteous and potent in the face of evil. Coleman may or may not turn out to be the man who proves this point. But if he's not the one, it will be somebody. It's just a matter of time. One wonders what will become of the illusion of moral clarity then. Will survive its impending collision with truth. Or will we finally face the long-deferred indictment of conscience? You see, Virginia is asking the wrong question. It's not whether Tim Kaine loves the death penalty too little. The question is whether we love it entirely too much. LEONARD PITTS JR. appears most Wednesdays and Fridays in the Free Press. Reach him at the Miami Herald, 1 Herald Plaza, Miami, FL 33132; at 888-251-4407 or at lpitts at herald.com. ************ Find something useful? Please support CUADP at this time. Donations are down and the bills are due, so any help you can provide at this time will make a BIG difference. Help keep CUADP going with whatever you can offer on a one-time OR monthly basis by using CUADP's secure server to make a contribution now. Please click here: . If you would like to contribute but don't wish to do so over the internet, please call 800-973-6548 or mail your contribution to the address shown below. Send checks or money orders to: CUADP PMB 335 2603 NW 13th St. Gainesville, FL 32609 CUADP thanks you for your consideration and looks forward to hearing from you. Yours in the Struggle, --abe Abraham J. Bonowitz Director, CUADP (the small print) CONTRIBUTIONS TO CUADP ARE NOT TAX DEDUCTIBLE A COPY OF THE OFFICIAL REGISTRATION AND FINANCIAL INFORMATION MAY BE OBTAINED FROM THE [FL] DIVISION OF CONSUMER SERVICES BY CALLING TOLL FREE 800-435-7352 (FL only) OR 850-413-0840. REGISTRATION DOES NOT IMPLY ENDORSEMENT, APPROVAL, OR RECOMMENDATION BY THE STATE. REGISTRATION # SC-11170. NO PROFESSIONAL SOLICITOR IS CURRENTLY ENGAGED WITH CUADP. 100% OF ANY CONTRIBUTION GOES TO THE ORGANIZATION. ============================================== 11 nach VfGH-Erkenntnis From: Christian.Hoegl at hosiwien.at ============================================== Medienaussendung der Homosexuellen Initiative (HOSI) Wien vom 10. November 2005 Nach VfGH-Erkenntnis: HOSI Wien fordert generelle Gleichstellung aller Lebensgemeinschaften "Seit der richtungsweisenden Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) vom Juli 2003 in der von der Homosexuellen Initiativen (HOSI) Wien mitbetreuten Beschwerde Karner gegen Österreich ist klar gewesen, dass jedwede Diskriminierung von gleich- gegenüber verschiedengeschlechtlichen Lebensgemeinschaften eine Verletzung der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) darstellt. Daher musste auch der Verfassungsgerichtshof die entsprechende Einschränkung der Mitversicherungsmöglichkeiten in den österreichischen Sozialversicherungsgesetzen als verfassungswidrig aufheben", zeigt sich HOSI-Wien-Obfrau Bettina Nemeth wenig überrascht über das heute veröffentlichte Erkenntnis des VfGH. "In der damaligen Mietrechtssache hatte der EGMR ausdrücklich festgestellt, dass eine rechtliche Differenzierung aufgrund des Geschlechts bzw. der sexuellen Orientierung - und damit eine Ungleichbehandlung von verschieden- und gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften - nur dann keine Verletzung der EMRK darstelle, wenn von Seiten des Gesetzgebers ,schwerwiegende' Gründe für eine solche Differenzierung ins Treffen geführt werden können. Da es bei sämtlichen relevanten Rechtsbereichen jedoch faktisch ausgeschlossen ist, solche ,schwerwiegenden' Gründe zu finden, war für uns seit Juli 2003 klar, dass gleich- und verschiedengeschlechtliche LebensgefährtInnen dieselben Rechte haben müssen." Bundesregierung hat EGMR-Entscheidung auf Kosten der SteuerzahlerInnen bisher ignoriert "Die Bundesregierung hat die weitreichenden Konsequenzen des EGMR-Urteils in der Beschwerde Karner allerdings bis heute ignoriert und ist untätig geblieben", ergänzt HOSI-Wien-Obmann Christian Högl. "Die ÖVP will uns indes seit Herbst 2004 die Gleichstellung von Lebensgemeinschaften als ihre Variante der Eingetragenen PartnerInnenschaft und als große Errungenschaft verkaufen, wobei es bisher ohnehin bei einer bloßen Ankündigung geblieben ist. Nur: Das ist eine Mogelpackung, denn zur völligen rechtlichen Gleichstellung der Lebensgemeinschaften ist Österreich nach dem denkwürdigen Karner-Urteil Straßburgs und dem jetzigen VfGH-Erkenntnis ohnehin verpflichtet. Wir fordern die Bundesregierung daher dringend auf, zumindest die Lebensgemeinschaften in allen relevanten Rechtsbereichen auch formal jetzt endlich gleichzustellen, damit sich Lesben und Schwule weitere Beschwerden an den VfGH und diesem damit Arbeit ersparen können - und die SteuerzahlerInnen weitere Kosten für Entschädigungen an die Betroffenen. - Von ÖVP/BZÖ erwarten wir ohnehin keine Angleichung der Rechte an die Ehe." VfGH in der Bredouille "Höchst peinlich ist die Sache auch wieder für den Verfassungsgerichtshof, der jetzt seine erst fünf Jahre alte Entscheidung korrigieren musste", erklärt HOSI-Wien-Generalsekretär Kurt Krickler. "2000 hatte er eine ähnliche Beschwerde noch zurückgewiesen (B 2116/98). Schön langsam haben wir die Nase voll davon, dass uns die VerfassungsrichterInnen erst dann unsere vollen Verfassungs- und Menschenrechte gewähren, wenn ihnen Straßburg entsprechend Beine macht. Das war beim § 209 nicht anders, da hat es fünf Beschwerden und 16 Jahre gedauert, bis der VfGH die Verfassungswidrigkeit dieser Bestimmung erkennen konnte. Diesmal war der VfGH wenigstens klug genug, nicht auf ein ,neues Bedenken' zu bestehen wie beim § 209 - das sich dann ohnehin als nicht neu herausstellte -, sondern sich bei seinem Sinneswandel auf die geänderte Judikatur des EGMR zu berufen. Das hätte er beim § 209 auch tun können." Fall in Straßburg anhängig "Wir erwarten jetzt auch von der Bundesregierung", so Krickler abschließend, "dass sie diese diskriminierenden Bestimmungen im Sozialversicherungsrecht in Straßburg nicht weiter verteidigt. Dort liegt seit drei Jahren die Beschwerde Nr. 18984/02, P. B. und J. S. gegen Österreich, jener von der HOSI Wien unterstützte Fall, den der VfGH 2000 zurückgewiesen hatte. Im Rahmen der Zulässigkeitsprüfung ist Österreich aufgefordert, dem EGMR bis 13. Dezember 2005 Argumente für diese rechtliche Ungleichbehandlung vorzulegen. Das hat sich durch das VfGH-Erkenntnis jetzt wohl erübrigt." HINWEIS: Da in den letzten Wochen und Monaten in zahlreichen Printmedien nicht korrekte Informationen über die Rechtslage betreffend "Lesben- und Schwulenehe" im europäischen Ausland veröffentlich worden sind, hat die HOSI Wien auf ihrer Web-Abteilung "Wir wollen heiraten!" eine ausführliche Übersicht zusammengestellt und durch eine einschlägige, einfach zu lesende Europa-Karte ergänzt. Noch ein Hinweis: Bitte den EGMR in Straßburg nicht mit dem Gerichtshof der Europäischen Gemeinschaften (EuGH) in Luxemburg zu verwechseln. Rückfragehinweis: Christian Högl, Obmann: Tel. 0699-11811038 Bettina Nemeth, Obfrau: Tel. 0699-11965265 Kurt Krickler, Generalsekretär: Tel.: 5451310 oder 0664-5767466 office at hosiwien.at; www.hosiwien.at ============================================== 12 Riesenerfolg der Klagsoffensive From: office at RKLambda.at ============================================== Riesenerfolg der RKL-Klagsoffensive VfGH: Ausschluss von Homosexuellen aus Mitversicherung verfassungswidrig Rechtskomitee LAMBDA: "Regierung manövriert sich in ausweglose Situation" Voller Erfolg der RKL-Klagsoffensive. Wie soeben bekannt wurde, hat der Verfassungsgerichtshof die gesetzlichen Bestimmungen über die Mitversicherung von LebensgefährtInnen in der Krankenversicherung aufgehoben, weil sie homosexuelle Paare diskriminieren. Diese Diskriminierung diene nicht der Familienförderung. Die Sozialversicherungsgesetze bestimmen, daß LebensgefährtInnen in der Krankenversicherung seines Partners/ihrer Partnerin anspruchsberechtigt sind. Allerdings bestimmt das Gesetz auch ausdrücklich, daß diese Lebensgefährten verschiedengeschlechtlich sein müssen. Das RKL hat Anfang des Jahres eine Klagsoffensive zur Gleichstellung homosexueller Paare gestartet. Im Zuge dieser Klagsoffensive wurde mit zwei Beschwerden an den Verfassungsgerichtshof auch die Aufhebung dieser diskriminierenden Bestimmungen sowohl im ASVG als auch im GSVG begehrt. Einen ersten Erfolg erzielte die RKL-Klagsoffensive bereits im August als der Unabhängige Finanzsenat aussprach, dass gleich- und verschiedengeschlechtliche Lebensgefährten bei der Schenkungssteuer gleich zu behandeln sind. Keine besonders schwerwiegenden Gründe Nun hat der Verfassungsgerichtshof auch die diskriminierenden Bestimmungen zur Mitversicherung von LebensgefährtInnen in ASVG und GSVG aufgehoben. Die Bundesregierung verteidigte den Ausschluss homosexueller Paare von der Mitversicherung mit der Förderung von Familien. Der Verfassungsgerichthof hat diese Begründung zurückgewiesen. Der Gesetzgeber habe die behauptete Absicht der Familienförderung verfehlt, so die Verfassungsrichter, weil das Gesetz gar nicht auf das Vorhandensein von Kindern abstellt sondern auf das Geschlecht. Verschiedengeschlechtliche Paare ohne Kinder können die Mitversicherung in Anspruch nehmen, gleichgeschlechtliche mit Kindern nicht. Nach dem Geschlecht oder der sexuellen Orientierung dürfe, so der VfGH (in Anlehnung an den Europäischen Menschenrechtsgerichtshof) nur bei besonders schwerwiegenden Gründen differenziert werden. Solche Gründe konnten die Verfassungsrichter für den Ausschluss homosexueller Paare von der Mitversicherung nicht finden. Also hoben sie die betreffenden Bestimmungen im ASVG und GSVG mit Wirkung vom 01.08.2006 auf. "Unsere Klagsoffensive, die wir angesichts der Untätigkeit der Politik gestartet haben, ist ein voller Erfolg", sagt der Wiener Rechtsanwalt Dr. Helmut Graupner, Präsident der Homosexuellen-Bürgerrechtsorganisation Rechtskomitee LAMBDA und Anwalt des Beschwerdeführers, "Die Bundesregierung sollte nun schön langsam einsehen, dass sie sich mit der fortgesetzten Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Paare in eine immer ausweglosere Situation manövriert". Das 1991 gegründete Rechtskomitee LAMBDA (RKL) arbeitet überparteilich und überkonfessionell für die umfassende Verwirklichung der Menschen- und Bürgerrechte gleichgeschlechtlich l(i)ebender Frauen und Männer. In seinem Kuratorium vereinigt es so prominente Mitglieder wie den SPÖ-Vorsitzenden Dr. Alfred Gusenbauer, Präs. NRAbg. Peter Schieder,, NRAbg. Mag. Terezija Stoisits, den renommierten Kinder- und Jugendpsychiater Univ.-Prof. Dr. Max Friedrich und die Kinder- und JugendanwältInnen von Wien DSA Monika Pinterits und Dr. Anton Schmid, den Generalsekretär von Amnesty International Österreich Mag. Heinz Patzelt und die bekannten Menschenrechtsexperten Dr. Lilian Hofmeister und Univ.-Prof. Dr. Manfred Nowak, die Sexualwissenchafter Univ.-Prof. Dr. Josef Christian Aigner, Prof. Dr. Rotraud Perner und Mag. Johannes Wahala, den Theologen Univ.-Prof. Dr. Kurt Lüthi, Günter Tolar u.v.a.m. Rückfragehinweis: 0676/3094737; 01/8763061, office at RKLambda.at, www.RKLambda.at ============================================== 13 Gipfelsoli: Hong Kong From: gipfelsoli-l at lists.nadir.org ============================================== Gipfelinfo - Meldungen über globalisierte Solidarität und die Proteste gegen unsolidarische Globalisierung -------------------------------------------------------------------------- Aufruf zu Aktionen gegen die Ministerkonferenz der WTO in Hong Kong (14. -18. Dezember 2005) 10 Jahre WTO - 10 Jahre Raubbau und Zerstörung Seit dem 10 jährigen Bestehen der WTO mußten viele Menschen dabei zusehen, wie ihre alltäglichen Lebenszusammenhänge zerstört wurden. Das Ziel der WTO, einen einzigen globalen Markt zu schaffen, stellt eine große Bedrohung für die Vielfalt der Lebensformen auf der Welt dar. Um die WTO Bestimmungen zu erfüllen findet heute in jedem Land eine Deregulierung der Verfassung und von Gesetzen statt. Die Ausweitung der Monopole und der Kontrolle von Unternehmen im Zuge der Privatisierung bedeutet, dass für die Armen der Welt der Zugang zu Wasser, Boden, Saatgut, Wäldern, natürlichen Ressourcen und Energie zu einem fortwährenden Kampf ums Überleben wird. Dies führt auf verschiedenen Wegen zur Vernichtung von Menschenleben - infolge der von der WTO vorangetriebenen Liberalisierung der Landwirtschaft haben beispielsweise, 5o ooo indische BäuerInnen in den letzten zehn Jahren Selbstmord begangen. Millionen von BäuerInnen, landwirtschaftlichen ArbeiterInnen, indigene Gemeinschaften, FischerInnen, und andere BewohnerInnen ländlicher Gebiete wurden dazu gezwungen, ihr Zuhause zu verlassen, und in die Slums der großen Städte zu ziehen, um sich dort in einem von Elend, Diskriminierung und Unterdrückung geprägten Leben über Wasser zu halten. Die WTO Bestimmungen führen nicht nur zu einer Zerstörung der Lebensgrundlagen auf dem Land, sondern auch zu einer Beschleunigung des Klimawandels und einer Abnahme der Biodiversität, was die Zukunft des ganzen Planeten zerstört. Sie führen zudem zu einer zunehmenden Konzentration von Reichtum und Macht und verstärken die Ausbeutung von ArbeiterInnen weltweit, indem sie eine uneingeschränkte Mobilität von Geld und Waren ermöglichen. Die Menschen in den verarmten Ländern werden dieser Freiheit jedoch beraubt und die, die versuchen ihrer Not zu entfliehen, indem sie sich in diejenigen Länder begeben, die die Reichtümer ihrer Heimatregionen ausbeuten, sind wachsendem Rassismus, Gewalt und Ausbeutung ausgesetzt. Die WTO Gesetzte fördern auch den Abbau wohlfahrtsstaatlicher Maßnahmen und öffentlicher Dienstleistungen, was vor allem für Frauen, Kinder und Ältere verheerende Auswirkungen hat. Und schließlich tragen sie zur Zerstörung der kulturellen Vielfalt und indigener Kulturen bei, indem sie Wissen und Lebensformen in privates Eigentum umwandeln und indem sie es den westlichen Medien- Monopolen ermöglichen ihre Macht und ihren Einfluß auszuweiten, mit schrecklichen Konsequenzen in Bezug auf die Manipulation von Information und der Zerstörung kultureller Werte. Kapitalismus ist seiner Natur nach undemokratisch und die WTO, als eine seiner Hauptantriebskräfte, ist ebenso undemokratisch. Die WTO stützt sich auf undemokratische nationalstaatliche Regierungen aus der ganzen Welt (einschließlich angeblich demokratischer Staaten) deren Wirtschaftspolitik vom Kapital diktiert wird. Dieser Mangel an Demokratie zeigt sich unter anderem in der zunehmenden Gewalt gegen Protestaktionen und soziale Bewegungen, in der Einschränkung bürgerlicher Freiheiten und in neo-kolonialen Angriffskriegen über die Kontrolle natürlicher Ressourcen, getarnt als sogenannter "Krieg gegen den Terror". Deshalb ist es besonders wichtig dezentrale, alternative Strukturen an der Basis aufzubauen. Wenn wir einen positiven Wandel erleben möchten, müssen die Menschen, die unterdrückt werden, auf der ganzen Welt zusammen gegen den "manufactured consent" (die mit Hilfe der Massenmedien produzierte Zustimmung) der WTO organisieren. Die WTO steht in enger Verbindung mit anderen globalen Institutionen, wie den G8, dem IWF und der Weltbank und ist auch in regionale Integrationsprozesse und Handelsabkommen eingebunden. All dies wurde von den globalen Supermächten und von Unternehmen manipuliert. Der erste Globale Aktionstag gegen Kapitalismus fand 1998 statt, zeitgleich zu der WTO Ministerkonferenz in Genf und dem G8 Gipfel in Großbritannien. Eine wachsende "Bewegung der Bewegungen" entwickelte sich unter anderem aus diesen Mobilisierungen. Wir fordern Gruppen, AktivistInnen und Bewegungen überall auf der Welt dazu auf, sich an kollektiven Aktionen zu beteiligen, und dezentrale Aktionen (egal wie groß sie sind, egal wo sie stattfinden) gegen die WTO Ministerkonferenz in Hong- Kong (14.-18. Dezember 2005) zu organisieren. Der Gipfel wird in einer Unternehmensfestung stattfinden, die durch das Meer abgeschirmt ist, mit dem Ziel allen effektiven direkten Aktionen vorzubeugen. Aber wir werden nicht zulassen, dass die TeilnehmerInnen des Gipfels sich der Verantwortung für die negativen Folgen der WTO für Menschen auf der ganzen Welt entziehen. Eine Vielzahl von Aktionen könnte den Grundstein für unsere Zukunft bilden. Handelt aus Opposition und entwickelt Alternativen, leistet Widerstand und schafft Neues. Heute ist der Kampf gegen die WTO überall auf der Welt lebendig. Es ist notwendig sich sowohl der Implementierung von WTO Bestimmungen auf der nationalen Ebene zu widersetzten als auch den Kapitalismus an sich auf globaler Ebene zu bekämpfen. Teilt Eure Geschichten des Widerstands gegen die WTO mit anderen Menschen auf der Welt indem ihr sie über indymedia (www.indymedia.org) und andere alternative Medien- Netzwerke (z. B. www.all4all.org) verbreitet. Wir möchten Eure Geschichten für ein Bulletin (papiergedruckt und online, auf Englisch und Spanisch) verwenden, das in verschiedene Sprachen übersetzt und weltweit verteilt werden kann, um uns dabei zu unterstützen unser Wissen und unseren Widerstand auszuweiten. * Indian Coordination Committee of Farmers' Movements: BKU (All India), KRRS, Shektari Sangathana,Tamilnadu Farmers Association (TVS), Kerala Coconut Farmers Association, Nandi Raitha Samkya * All-Nepal Peasant Association, Nepal * Krishok Federation, Bangladesh * Assembly of the Poor, Thailand * Thai Labour Campaign -------------------------------------------------------------------------- gipfelsoli infogruppe Newsletter mit Nachrichten über Mobilisierungen, Debatten und Repression im Zusammenhang mit Gipfelprotesten. Die AutorInnen der Beiträge, so sie nicht von uns verfasst sind, sind mit eckigen Klammern versehen. Wir können leider keine Verantwortung für die Richtigkeit der Beiträge übernehmen. Auch geben die Beiträge nicht zwangsläufig unsere Meinung wieder. Kontakt, Kritik, Beiträge: gipfelsoli at nadir.org ============================================== 14 Nationalkonferenz der Syrischen Opposition From: wadi.wien at gmx.at ============================================== WENDEPUNKT SYRIEN Vorabdruck aus: "Zeitschrift für Entwicklungspolitik", Frankfurt Nationalkonferenz der Syrischen Opposition in Paris Nur an die 25 Schlüsselpersonen trafen sich Ende September im Pariser Salon "Marceau", einem respektablen Ort, den die französische Regierung denen empfohlen hatte, die sich hier in der Absicht versammelten, die baathistische syrische Republik aus der Welt zu schaffen. Die Hauptarbeit war bereits monatelang im Vorfeld geleistet worden: mühevolles Taktieren und Finassieren zwischen den für Außenstehende oft undurchschaubar erscheinenden Terrains der syrischen Oppositionsparteien und Gruppen, samt den Notablen und Einflusspersonen, den Stammesvertretern, den Ethnien - und nicht zuletzt der kurdischen Population des Landes. Am Ende des langwierigen Verständigungsprozesses waren Vertreter aller relevanten Fraktionen der Opposition präsent. Bei alledem hatte die Regierung Chirac eine federführende Rolle im Hintergrund gespielt. Am erstaunlichsten aber, dass auch Diplomaten des US State Departement den ihnen geläufigen Mitgliedern der syrischen Opposition die Teilnahme an dem Pariser meeting ausdrücklich empfohlen hatten. Allein diese Tatsache einer durchaus strategisch gemeinten Kooperation der USA mit dem Frankreich Chiracs signalisierte eine signifikante Abweichung von jenem Dissens in der Nah Ost Politik, der konfrontativ das Irak Ereignis beherrscht hatte. Jacques Chirac hat eine generelle Kehrtwende in der Nah Ost Politik Frankreichs beschlossen, die sich nun erstmals und ganz besonders am Fall Syrien manifestierte. Noch 2001 hatte Chirac für den jungen Staatschef Bashar al Assad in Paris den Roten Teppich ausrollen lassen und sich diesem als wohlwollender Mentor in der Hoffnung angedient, auf diese Weise einen Wandel im Libanon und auch in Syrien herbeizuführen. Doch hatte sich Chirac in Bashar al Assad arg getäuscht: dieser konterkarierte vor allem die Bemühungen von Chiracs Duzfreund, dem damaligen libanesischen Staatspräsidenten Rafik Hariri, Wirtschaftsreformen voranzutreiben und die Finanzen des Libanon zu sanieren. Chirac selbst hatte sich in die Umschuldungsverhandlungen eingeschaltet. Assads Entscheidung, Hariri zum Rücktritt zu drängen und den Reformprozeß zu Erliegen zu bringen, beendete alle gegenseitigen Sympathien. Ungeachtet seiner gerade in der Öffentlichkeit fixierten Rolle als "Fürsprecher der arabischen Welt" nach seiner Veto-Drohung im Irak-Konflikt, entschloß sich Chirac zu einer gravierenden Wende. Beim G-8-Gipfel in Sea Island schlug er dem amerikanischen Präsidenten vor, an einer UN-Resolution zu arbeiten, mit der Syrien zum Truppenabzug im Libanon gezwungen werden sollte. Der turning point Chiracs sollte Frankreich zu einem verlässlichen Verhandlungspartner der USA im UN-Sicherheitsrat werden lassen. Die Ermordung seines Freundes Hariri (der unweit des Elysee-Palastes ein großzügiges Haus unterhalten hatte) im Februar 2005 empfand Chirac als weiteren schweren persönlichen Schlag. Seither ist der französische Staatspräsident der Ansicht, dass nur eine robuste Politik gegenüber Syrien Wirkung zeigen kann. Der Vorschlag einer internationalen, unter der Ägidie der Vereinten Nationen geführten Untersuchung zum Mord an Hariri wurde von Chirac ins Gespräch gebracht - und von den USA mit großer Genugtuung quittiert. Diese fand sofort ihren Ausdruck darin, dass Außenministerin Rice bei ihrer Visite in Paris (2005) von einem "neuen Kapitel" der französisch-amerikanischen Beziehungen sprechen konnte: nachdem man sich en passant 2 Stunden lang in Sachen Syrien gegenseitig abgesprochen hatte. Das Resultat lautete: Syrien muß eine "vollständige Zusammenarbeit" mit der internationalen Untersuchungskommission akzeptieren, deren Leitung dem deutschen Staatsanwalt Mehlis übertragen wurde. Damit war allerdings einiges ins Rollen gekommen und synchronisiert worden, um das letzte baathistische System im Nahen Osten demnächst begraben zu können: Frankreich und die USA in Kooperation mit einem deutschen Juristen. Schließlich auch verbesserte sich auf der Stelle das Verhältnis zwischen Paris und Israel. "Die unwahrscheinliche Allianz zwischen Paris und Washington", wie Le Monde Diplomatique schrieb, "hatte Wirkung gezeigt". Unter solchen Vorzeichen wurde die eingangs erwähnte erste gemeinsame Konferenz der Schlüsselgruppierungen der syrischen Opposition zu einer realistischen Angelegenheit. Bei den Übereinkünften, die bei dieser Gelegenheit fixiert wurden, bestachen die Namen und das Gewicht der Beteiligten: Die "Demokratische Nationale Sammlung", als wohl stärkste Fraktion innerhalb des arabisch-oppositionellen Spektrums, erteilte in wesentlichen Fragen ihre Zustimmung. Bemerkenswert dabei, dass diese traditionell eher panarabisch (nasseristisch) ausgerichtete Sammlung die uneingeschränkte Anerkennung der syrischen Kurden bestätigte. Die Tatsache des nunmehrigen Bündnisses zwischen einer sunnitischen Fraktion und der (kurdischen) Syrian Democratic Coalition, (in welcher die Demokratische Partei Kurdistan - Syrien den Ton angibt), lässt für die Zukunft eine ganz andere Entwicklung als im Irak erkennen. Beide Seiten gehen demonstrativ aufeinander zu: während die arabische Seite die Anerkennung der kurdischen Realität auch in der zukünftigen Syrien Verfassung akzeptiert, erklärt sich die kurdische Seite positiv zur Unantastbarkeit der nationalen syrischen Geographie und nennt Damaskus als die Zentrale des Landes. Alle in Paris beteiligten Seiten verpflichteten sich zudem auf einen "friedlichen Weg der Veränderung". "Damit", so der in Deutschland als Kardiologe tätige Dr. Dr. Taufik Hamdosch (SDC), " wollen wir schon heute verbürgen, dass sich Spaltungen und Auseinandersetzungen im zukünftigen Syrien verhindern lassen, die aktuell im Irak eine so unheilvolle Rolle spielen". In diesem Geist entstand in Paris erstmals in der Geschichte des Baath Regimes eine relevante, glaubwürdige und potentiell wirkungsvolle Opposition, die sich in der Schlusserklärung ausdrücklich für grundlegende demokratische Reformen in einem nichtreligiös fundierten Staat aussprach. Es überwog eine allgemeine Tendenz zur Kooperation und zur gemeinsamen politischen Formierung mit dem Ziel der Konstituierung einer alsbaldigen formellen Syrischen Nationalkonferenz. Tendenzen einer für die syrische Opposition gänzlich ungewohnten Harmoniebestrebung, die sicher auch daraus resultierte, dass man allseitig mit baldigen gravierenden Veränderungen im Herrschaftsapparat rechnet, bei denen jeder unbedingt gern mit von der Partie sein möchte. Sogar die islamistischen Muslim-Brüder (die in London residieren) waren auf der Pariser Konferenz mit Beobachtern zugegen, die organisatorisch von Fahad al Masri vorbereitet worden war, einem langjährigen Mitarbeiter des im Exil lebenden Rifaat al Assad. Iraks Staatspräsident, der Kurde Jelal Talabani, hatte eine erfreuliche Grußadresse verlesen lassen, Vertreter seiner Partei (PUK) waren permanent im Saal versammelt. Aus der US-Diaspora war offenbar mit Zustimmung Washingtons Najdat al Asfari angereist und von den Anwesenden begrüßt worden: ein Ex-Muslim-Bruder, der für nun für einen säkularen syrischen Staat eintrat - und sich anmerken ließ, in diesem Sinne auch über eine Art Mandat der US-Regierung zu verfügen. Als einziger ausgeschlossen von der Teilnahme am Pariser meeting war die Reform Party of Syria (Sitz Washington) und deren Chef Farid N. Ghadry, der in der Vergangenheit als Favorit neokonservativer US-Kreise präsentiert worden war. Erst in Anbetracht der überzeugenden Resultate der Begegnung erklärte auch Ghadry nach der Konferenz seine Zustimmung zu den inhaltlichen Festlegungen - um nicht ganz den Anschluß an die neue Dynamik zu verlieren. Die generelle Perspektive dieser initialen Formierung der syrischen Opposition zu einem handlungsfähigen Bündnis lautet: Die USA und Europa sowie die Vereinten Nationen werden Bashar al Assad (der seine Gattin bereits vorsorglich in London leben lässt) so sehr unter Druck setzen, dass er sich in Kürze gezwungen sehen wird, mit der Opposition zu verhandeln - sonst verliert er allen Halt. Mehrfach wurde von Seiten der Konferenzteilnehmer an den Verfasser die drängende Frage gerichtet, wann denn eigentlich die deutsche Nah Ost Politik sich auf die Perspektiven einer bevorstehenden unübersehbaren syrischen Veränderungsdynamik einrichten möchte? Die bisherige Passivität der Berliner Wilhelmstrasse sei doch allein schon deshalb unverständlich, weil die Deutschen traditionell viel Sympathien unter den Syrern hätten. Hans Branscheidt Syrian Democratic Coalition -- WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit e-mail: wadi.wien at gmx.at Tel.: 0699-11365509 Postfach 105 A-1181 Wien Spendenkonto in Österreich: Kontonummer 07.405.301 Evangelische Kreditgenossenschaft eG BLZ 31800 IBAN: AT10 3180 0000 0740 5301 BIC: EVKRATW1 Website mit weiteren Informationen zu Projekten von Wadi und Veranstaltungshinweisen: www.wadinet.at ============================================== 15 Protest gegen Internet-Zensur in China From: gfbv.austria at chello.at ============================================== GESELLSCHAFT FÜR BEDROHTE VÖLKER EINLADUNG ZUR MENSCHENRECHTSAKTION Göttingen/Berlin, den 9.11.2005 Chinesischer Staatspräsident besucht Berlin Protest gegen Internet-Zensur in China Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) wird am kommenden Freitag anlässlich des Deutschlandbesuches des chinesischen Staatspräsidenten Hu Jintao in Berlin mit einer Menschenrechtsaktion gegen die Internet- Zensur in China protestieren. Denn dort beschränken die Behörden mit immer neuen Gesetzen mehr und mehr die freie Nutzung des Internets. So werden Websites von ethnischen Minderheiten und Anhängern der Demokratiebewegung von den Behörden geschlossen. Seit September 2005 ist die Verbreitung von Aufrufen für Versammlungen und Demonstrationen über das Internet verboten. Auch die Weitergabe angeblicher Gerüchte und politischer Bekenntnisse wurde unter strenge Strafen gestellt mit der Begründung, dies gefährde die staatliche Ordnung. Westlichen Internet-Anbietern wirft die GfbV vor, mit ihrer Unterstützung der Internet-Zensur dafür zu sorgen, dass 103 Millionen Internet-Nutzer in China für unmündig erklärt werden. Denn westliche Unternehmen filterten auf Wunsch der Behörden Internet-Seiten zum Thema Tibet, Xinjiang, Taiwan, Menschenrechte, Religionsfreiheit und Demokratisierung heraus und ersetzten sie durch regierungskonforme Seiten. Wir laden Sie und Ihre Kolleginnen und Kollegen von den Bildredaktionen herzlich ein zu unserer Aktion ZENSUR BEENDEN! Chinas Staatsfeind Nummer 1: Das Internet am Freitag, den 11. November 2005, von 10.30 Uhr bis 13.00 Uhr vor der chinesischen Botschaft (Brückenstraße, gegenüber S-Bahnhof Jannowitzbrücke) in Berlin Wir sind in Berlin erreichbar unter Tel. 0160 95 67 14 03. ACHTUNG REDAKTIONEN: Neben Transparenten mit unseren Forderungen werden Teilnehmer unserer Menschenrechtsaktion mit über den Kopf gestülpten Computer-Monitoren und verbundenem Mund gegen die Zensur in China demonstrieren. An der Mahnwache werden auch zahlreiche Uiguren und Tibeter teilnehmen. ====================================================== Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV) Inse Geismar, Pressereferentin Postfach 2024, D-37010 Goettingen Tel.+49/551/49906-25, Fax:++49/551/58028 E-Mail: presse at gfbv.de, Homepage:http://www.gfbv.de ====================================================== GESELLSCHAFT FÜR BEDROHTE VÖLKER PRESSEERKLÄRUNG Göttingen/Berlin, den 10.11.2005 Chinas Präsident will in Berlin für eine Aufhebung des EU-Waffenembargos werben "Beugen Sie sich nicht dem chinesischen Druck, Frau Merkel!" Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat am Donnerstag an die designierte Bundeskanzlerin Angela Merkel appelliert, dem Werben des chinesischen Staatspräsidenten Hu Jintao um eine Aufhebung des EU- Waffenembargos eine klare Absage zu erteilen. "Die Glaubwürdigkeit von Frau Merkel steht auf dem Spiel", sagte der GfbV-Asienreferent Ulrich Delius. Denn die CDU-Vorsitzende hatte in einer Debatte des Deutschen Bundestages am 14. April 2005 den Versuch von Bundeskanzler Gerhard Schröder heftig kritisiert, die Aufhebung des Embargos gegen mehrheitlichen Widerstand in der EU zu erzwingen. Frau Merkel wird vom chinesischen Präsidenten während seines Staatsbesuches in Deutschland am Freitagmorgen im Hotel Adlon in Berlin empfangen. Die ablehnende Haltung der CDU gegenüber einer Beendigung des Embargos hatten die außenpolitischen Sprecher der Partei, Armin Laschet (Vorsitzender des Bundesfachausschusses Internationale Zusammenarbeit und Menschenrechte) und Elmar Brok (Vorsitzender des Bundesfachausschusses Europapolitik), schon in einer gemeinsamen Erklärung am 21. März 2005 bekräftigt. Angesichts der anhaltenden Menschenrechtsverletzungen gehe von einer Aufhebung des Embargos ein falsches politisches Signal aus, hatten die CDU-Experten damals erklärt. Auch sei eine Beendigung der Sanktionen sicherheitspolitisch äußerst bedenklich und würde die Beziehungen zu den USA weiter belasten. "Seit der Kritik führender CDU-Politiker an der Haltung Schröders zum Embargo hat sich weder die Menschenrechtslage in der Volksrepublik gebessert, noch hat sich die Lage in Ostasien sicherheitspolitisch entspannt", sagte Delius. Im Gegenteil, das Verhältnis zwischen der Volksrepublik und Taiwan sowie Japan habe sich weiter verschlechtert. Auch in den USA zeigten sich Politiker angesichts der chinesischen Hochrüstung und wachsender militärischer Zusammenarbeit zwischen China und Russland immer besorgter. Das Embargo war 1989 nach dem Massaker chinesischer Soldaten an Studenten auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking verhängt worden. Ulrich Delius ist erreichbar unter Tel. 0160 95 67 14 03. Gern übersenden wir Ihnen auf Anfrage unsere zwölf Argumente für eine Beibehaltung des EU-Waffenembargos gegen China per Fax oder per E- Mail (Tel.0551 499 06-25, presse at gfbv.de). ====================================================== Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV) Inse Geismar, Pressereferentin Postfach 2024, D-37010 Goettingen Tel.+49/551/49906-25, Fax:++49/551/58028 E-Mail: presse at gfbv.de, Homepage:http://www.gfbv.de ====================================================== ============================================== 16 Proteste in Frankreich - Analyse From: al at sozialismus.at ============================================== AL-Newsletter Nr. 157 --------------------------- 1. Proteste in Frankreich: Eine Analyse (von Valentin Stimpfl, AL-Aktivist in Paris) 2. Rotes Kino, Vol.17 - F.I.S.T ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Wer Wind sät ... Proteste in Frankreich: Eine Analyse "Villepin zieht in den Krieg" spottet die französische Tageszeitung Libération zu Recht über die Entscheidung des Premiers, den Ausnahmezustand zu verhängen. Tatsächlich eskaliert die Krise in den französischen Vorstädten und beleuchtet damit das Scheitern des real existierenden Kapitalismus ... Das Gerede über Angriffe organisierter Banden, die "nichts spontanes" haben, wie Innenminister Sarkozy glaubt zu wissen, deutet neben vielen anderen Faktoren auf ein arrogantes Unverständnis von Seiten einer Regierung hin, die mit immer größerer Mühe ihre Verantwortung für die momentane Situation von sich zu weisen versucht. Dass die protestierenden Jugendlichen nach einigen Tagen Strategien entwickelt haben, um sich nicht der direkten Konfrontation mit den schwer bewaffneten Spezialeinheiten der Polizei auszuliefern, ist ebenso selbstverständlich wie ihr Vorteil durch die Kenntnis der geographischen Lage in den Vororten. Aber davon ausgehend von organisierten AngreiferInnen zu sprechen, zeugt nicht nur von einer falschen Einschätzung der Lage, sondern vor allem vom Versuch einer gezielten Spaltung der Bevölkerung in den vernachlässigten Vorstädten ganz Frankreichs. Dabei wird diese Strategie der Regierung gar nicht nötig sein, da sich bei der Fortsetzung der Ausschreitungen in dieser Form eine Entsolidarisierung der Bevölkerung ganz von selbst einstellen wird. Im Unterschied zu den Aussagen des Ministers folgen die Jugendlichen nämlich nicht einer Strategie bzw. einer politischen Stoßrichtung, sondern ihre Antriebskraft ist der blanke Hass. So berechtigt dieses Gefühl des Hasses ist, wahllos Autos abzufackeln, die nicht etwa Firmenbossen gehören, sondern arbeitenden Menschen, die oft im selben maroden Gemeindebau wohnen, wird weder ihnen nützen noch ihren Familien oder anderen, die unter denselben unsozialen Zuständen zu leiden haben wie sie. Vor allem brennende Schulen und Sozialeinrichtungen werden naturgemäß auf wenig Verständnis hoffen können. (Dennoch warnen wir vor der selektiven Wahrnehmung der bürgerlichen Medien. Die täglich zehntausenden Menschen auf dieser Welt, die an den Folgen von Unterernährung oder längst heilbaren Krankheiten sterben, sind ihnen bestenfalls eine Fußnote wert. Brennende Autos - also zerstörtes Privateigentum, die heiligste aller kapitalistischen Götzen - führen zu seitenlanger Sonderberichterstattung). Tatsächlich sind große Teile der Bevölkerung der Vorstädte von Anfang an nicht mehrheitlich und vor allem nicht uneingeschränkt hinter den Ausschreitungen gestanden, allerdings - und das mag für MinisterInnen in ihren Pariser Eigentumswohnungen schwer verständlich sein - wussten die Menschen in den Gemeinden von Seine- Saint-Denis in der Pariser Region (wo die Unruhe begonnen hatten) und andernorts zu jeder Zeit um die Beweggründe Bescheid, die die Jugend zu derartigen Wutausbrüchen motivieren und sagten dies auch ohne Umschweife in zahlreichen Fernsehinterviews. Dies geht einher mit Umfragen, die zeigen, dass sehr viele Menschen in Frankreich insgesamt Verständnis für die Unruhen äußern, auch wenn sie ihre Form mißbilligen. Auch, um dieses Verständnis zu brechen, wird nun von "islamistischen" Anstiftern phantasiert. Natürlich mag es stimmen, dass unter den Jugendlichen auch solche sind, die fundamentalistischen Ideen nahestehen (oder mit ihren Symbolen spielen, weil sie wissen, dass das schockiert). Sicherlich ist es so, dass islamische Institutionen oft die Arbeit der fehlenden SozialarbeiterInnen übernehmen und damit natürlich auch eine religiöse Manipulation einher geht, doch gleichzeitig lehnen die offiziellen islamischen Organisationen, etwa die Union der islamischen Organisationen Frankreichs" (UOIF), die Bewegung der Jugendlichen ab. Die UOIF hat sogar eine eigene Fatwa gegen die Jugendbewegung herausgegeben (hier herrschen oft Missverständnisse: eine Fatwa an sich ist keine Verdammung, sondern ein islamisches Rechtsgutachten, das zu einem speziellen Thema herausgegeben wird, um eine bestimmte bedeutende Frage zu klären). Eine gezielte fundamentalistische Unterwanderung oder gar Ausrichtung oder der Bewegung zu behaupten, ist jedenfalls absurd. Damit soll nur die spontane Wut der Jugendlichen in ein vertrautes Muster ("islamistischer Terror") abgewandelt werden, um sich nicht mit den sozialen Ursachen auseinandersetzen zu müssen. Ghettoisierung Die Einschätzung der französischen trotzkistischen Partei Lutte Ouvrière in ihrer Zeitung vom vergangenen Freitag (4.11.), die Gewalt hätte sich auch in den Vororten von Lyon, Strassburg, Lille und anderswo entzünden können, war nicht nur prophetisch, wie wir heute wissen, sondern trifft den Kern des Problems. Denn zwar folgten die Ausschreitungen dem Tod von zwei Jugendlichen, die sich von Polizeibeamten verfolgt in einem Stromwandler-Häuschen versteckt hatten, doch dieses Ereignis stellte nur den Funken dar, der die jahrelange Frustration und den aufgestauten Hass letztlich zur Explosion gebracht hat. Durch die allgemeine Verarmung der ArbeiterInnenklasse und die Arbeitslosigkeit, die in vielen Vorstädten bis zu 25% der Bevölkerung betrifft und in einigen Gemeinden 40% erreicht, verwandelt sich die Peripherie vieler französischer Großstädte in Ghettos: Es fehlt vor allem an Infrastruktur, an Sozialeinrichtungen für Jugendliche, die in den meisten Fällen gezwungen sind, nach Absolvierung der Pflichtschuljahre von den hoffnungslos überfüllten Schule zu gehen und sich ohne Beschäftigung wieder finden. Die privaten Unternehmen ziehen sich aus diesen Orten wegen der schwindenden Kaufkraft der BewohnerInnen zurück, und/oder weigern sich ImmigrantInnen einzustellen. Dienstleistungen wie der öffentliche Nahverkehr, der gerade in den so genannten "sensiblen urbanen Zonen" an private Firmen übergeben wird, reduzieren ihre Dienstleistungen auf ein Minimum. Auch die Post, die vor ihrer Teilprivatisierung steht, schließt "unrentable" Postämter. Mit dem Antritt der bürgerlichen Regierung 2002 verschlimmerte sich die Lage noch, hat diese doch die Budgets für Bildung, Sozial-, Kultur- und Sporteinrichtungen gerade in den Banlieues radikal reduziert. Die von Sarkozy als "Abschaum" bezeichneten Jugendlichen dieser Städte, von denen er die "ehrbaren" BewohnerInnen befreien möchte, sind nicht einzelne kriminelle und gewalttätige Banden. Der überwiegende Teil von ihnen gehört jener Generation an, die in Frankreich geboren ist. Ihre Eltern oder Großeltern waren meist Flüchtlinge aus den verschiedensten Regionen Afrikas, den ehemaligen französischen Kolonien. Bei ihnen ruft die ausgrenzende Politik der wechselnden Regierungen die meiste Empörung hervor, werden ihre Familien doch seit Jahrzehnten in monströse Betonsiedlungen weitab von den urbanen Zentren abgeschoben und bewusst vergessen. Nicht wenige haben bereits den Arm des Gesetzes am eigenen Leib gespürt: rassistische Vorurteile sind in den Reihen der Polizei sehr verbreitet. Die Verringerung der permanent anwesenden Polizeikräfte, die einen gewissen Bezug zum Ort und der speziellen Situation der EinwohnerInnen hatten, und der verstärkte Einsatz gezielter Trupps von Spezialeinheiten aus anderen Regionen mit nicht zu vergleichenden sozialen Verhältnissen, hat in den letzten Jahren zur Diskriminierung beigetragen und vermehrt zu einem Gefühl des Ausschlusses gegenüber der restlichen französischen Bevölkerung geführt (womit natürlich nicht gesagt sein soll, dass die Situation davor begrüßenswert gewesen wäre). Die regelrechten Menschenjagden auf der Suche nach "illegalen" ImmigrantInnen tragen das ihre dazu bei. Verfehlte Maßnahmen Beinahe zwei Wochen nach Beginn der Ausschreitungen präsentierte Premier Dominique de Villepin am Montagabend im Privatsender TF1 eine Art Maßnahmenkatalog zur Etablierung der Ordnung einerseits und der Verbesserung der Situation in den Vorstädten andererseits. Was die Ordnung betrifft, so gedenkt die Regierung diese durch die Verhängung des Ausnahmezustands inklusive Ausgangsverbot, Hausdurchsuchungen, Versammlungsverbot sowie dem Verbot bestimmter Parteien und Organisationen wiederherzustellen. Die rechtliche Grundlage dieser Unterdrückung bürgerlicher Freiheiten stammt aus dem Jahre 1955 und wurde zur Bekämpfung der Unruhen in der damaligen französischen Kolonie Algerien eingesetzt. In Folge dessen kam es 1961 in Paris zu einem gigantischen Massaker, als zehntausende AlgerierInnen aus den Vorstädten in die Innenstadt von Paris zogen, um gegen die polizeistaatlichen Methoden zu demonstrieren. Rund 100 Menschen wurden laut HistorikerInnen am 17. Oktober 1961 von der Polizei umgebracht. Die meisten wurden in die Seine getrieben, anschließen sahen die Polizisten zu, wie sie ertranken, viele wurden aber auch auf Polizeistationen zu Tode gefoltert. Verantwortlich für dieses Massaker war Maurice Papon, damals Polizeipräsident von Paris und späterer Minister, der während der NS-Zeit als Beamter der französischen Kollaborationsregierung die Deportation von Jüdinnen und Juden organisiert hatte (und 1998 dafür zu zehn Jahren Haft verurteilt wurde). Angesichts der nun erfolgten Polizeimaßnahmen, ihrer Geschichte (die vielen älteren arabisch-stämmigen Franzosen und Französinnen noch gut in Erinnerung ist) sowie der provokanten Aussagen des Innenministers in der Vorwoche, dem Einsatz von Helikoptern zwecks Identifikation des "Feindes" durch Videoaufnahmen und der nun angekündigten Mobilisierung von 15.000 Reservisten, drängt sich der Verdacht auf, dass die Regierung mit ihren unangemessen Reaktionen erst recht Öl ins Feuer gießt. Dazu kommt noch erschwerend die Forderung Sarkozys vom Mittwoch (09.11) hinzu, die wegen Teilnahme an den Ausschreitungen Verurteilten "ohne Aufschub aus dem Territorium abzuschieben [.] inklusive jene, die eine Aufenthaltsgenehmigung haben" (Libération, 09.11). Sie verweist den Innenminister endgültig an den äußeren rechten Rand. Denselben Effekt werden wohl auch die lächerlichen Maßnahmen haben, die Villepin den Jugendlichen anbietet: Sie bestehen im wesentlichen in der Aufstockung der finanziellen Mittel für soziale Organisationen (dieselben Mittel wurden von derselben Regierung zuvor gestrichen), die Herabsetzung des Lehrlingsantrittsalter auf 14 Jahre, um eine Bitte an das Arbeitsamt (ANPE), der Jugend Angebote zu machen sowie eine Erinnerung an ein Anti- Diskriminierungsgesetz vom Vorjahr. Diese Versprechen sind nicht nur dürftig sondern teilweise skandalös. Die Herabsetzung des Lehrlingsalters wird nur noch mehr unzureichend gebildete SchulabgängerInnen mit sich bringen und noch mehr unzureichend bezahlte Lehrlinge. Die Aufforderung an das Arbeitsamt ist heiße Luft: die Arbeitsplätze, welche mit Hilfe großzügiger Steuergeschenke an die Wirtschaft anscheinend entstehen hätten sollen, sind nicht vorhanden, das Arbeitsamt mag suchen, so lange es will. Denn nicht genug damit, dass die Privatwirtschaft lieber entlässt als einstellt, auch wenn sie Rekordgewinne erzielt, durch zahlreiche Privatisierungen vergibt der Staat auch noch die Möglichkeit, Stellen zu schaffen. Seit 30 Jahren gibt es nun schon Pläne zur Verbesserung der Lebenssituation in der Peripherie, trotzdem erweist sich heute die Bilanz der verschiedenen Regierungen von rechts und links als katastrophal. Innerhalb des kapitalistischen Systems wird sich die Spirale Arbeitslosigkeit - Verelendung - Abzug der Betriebe - Arbeitslosigkeit noch viele Jahre lang weiter drehen. Die Krise beleuchtet das Scheitern des Kapitalismus ... Was wir in diesen Novembertagen miterleben, ist sicherlich kein bewusster Versuch, aus diesem kapitalistischen Teufelskreis auszubrechen, dennoch werden durch die Ausschreitungen die Folgen des Kapitalismus sichtbar. An die 6000 Fahrzeuge brannten seit Beginn der Krise am 27. Oktober. Mehr als 1500 Verhaftungen wurden durchgeführt. Die Situation eskaliert bis hin zu Schüssen mit Schrotkugeln. Die ganze Welt schaut in diesen Tagen auf die Armenviertel Frankreichs, auf Städte, die bisher, von einigen Meldungen über die Kriminalität abgesehen, für die Weltöffentlichkeit nicht existiert haben. Zusammen mit den sicherlich diskreditierenden Bildern von randalierenden Kindern und Jugendlichen kommen auch Bilder über deren Lebenssituation in die Wohnzimmer der europäischen Bevölkerung. Zur prime time erfährt das offensichtlich erstaunte Volk der französischen Republik, dass es in der "Grande Nation" Wohnungen gibt, wo hunderte von Menschen an manchen Tagen ohne Strom und Heizung leben, wo kaputte Fensterscheiben nicht repariert werden und Ratten die Keller bevölkern. Durch die mediale Aufmerksamkeit wird das Elend westeuropäischer Vorstädte mit den Flammen der brennenden Fahrzeuge beleuchtet. Allerdings wäre es nicht besser, wenn diese Menschen in Afrika statt in Europa unter unmenschlichen Bedingungen leben müssten. Der Idee eines Einwanderungsstopps erteilen wir folglich eine klare Absage. Wenn der Kapitalismus nicht fähig ist, großen Teilen der Weltbevölkerung auch nur eine Grundversorgung zu bieten, dann muss er weg, und nicht jene, die darunter leiden. ... doch es fehlt an einer revolutionären Stoßrichtung Die Straßenschlachten in Paris, Bordeaux, Toulouse, Lyon und anderen französischen Städten sind sicher ein Ausdruck des Klassenkampfs, doch es handelt sich hier nicht um eine soziale Bewegung mit einer breiten Verankerung in den Massen. "Sie wissen nicht, was eine soziale Klasse ist, was ein Kampf." bedauert ein älterer Funktionär der lokalen kommunistischen Partei von Seine-Saint-Denis. Sie wissen es nicht, weil es ihnen niemand gesagt hat, weil auch die reformistische Arbeit der nur dem Namen nach Kommunistischen Partei (PCF), die in vielen der betroffenen Gemeinden die Mehrheit stellt, versagt hat. Auf keinen Fall werden wir uns als MarxistInnen an der reaktionären Hetze der Herrschenden beteiligen und für einen härteren Polizeieinsatz, oder gar den Einsatz der Armee in den betroffenen Gebieten fordern. Im Gegenteil, wir fordern die Rücknahme der Notstandsgesetze und die sofortige Freilassung aller inhaftierten Jugendlichen, die jetzt mittels mehr als fragwürdigen Schnellverfahren zu durchwegs hohen Strafen verurteilt werden. (Die Rede ist von bis zu sieben (!) Jahren Haft. Auch wurden bereits die Urteile über 120 Abschiebungen gefällt). Vergessen wir nicht, dass die beteiligten Jugendlichen im Durchschnitt vielleicht 16 Jahren alt sind; ihre Handlungen, wie beispielsweise der absurde Angriff auf TV-Mannschaften in Paris und Strassburg, sind kontraproduktiv und lassen nicht auf eine bewusste fortschrittliche Perspektive schließen. Gerade deshalb wäre es notwendig, den unkontrollierten Ausschreitungen eine politische Stoßrichtung zu geben, die chaotischen Krawalle zu kanalisieren und so die Solidarität aller vom Elend Betroffenen zu erreichen. In diesem Fall würde es der Regierung auch wesentlich schwerer fallen, die Bewegung zu kriminalisieren und die Unterdrückten zu spalten. Erst wenn sich alle BewohnerInnen der verarmten Vorstädte Frankreichs durch Streiks und Massendemonstrationen am Aufstand beteiligen und die Bewegung nicht isoliert kämpft, erst wenn die Jugendlichen eine breitere Perspektive entwickeln und beispielsweise gemeinsam mit den Streikenden der Verkehrsbetriebe in Marseille, den korsischen HafenarbeiterInnen oder mit den DemonstrantInnen gegen die Privatisierung der Stromgesellschaft auf die Straße gehen, werden sie die Verhältnisse wirklich zum Tanzen bringen. Valentin Stimpfl, Paris ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Rotes Kino, Vol. 17 F.I.S.T. - Ein Mann geht seinen Weg Die Vereinigten Staaten in den 30er Jahren: Der Sohn armer ungarischer Einwanderer Johnny Kovak (Sylvester Stallone) arbeitet als Fahrer für die Speditionsfirma von Win Talbot. Als er nach einem Streik entlassen wird, geht er zur Fernfahrer-Gewerkschaft F.I.S.T. Schnell steigt er zum militanten Führer der Organisation hoch. Als er jedoch beginnt, mit dem organisierten Verbrechen zu kollaborieren, bekommt er Schwierigkeiten ... Der atmosphärisch genaue Film zeigt Stallone in einer ambitionierten Rolle. Er porträtiert seinen Johnny Kovak als zwiespältige Figur, die das richtige Ziel vor Augen hat, aber in der Wahl der Mittel nicht eben zimperlich ist. F.I.S.T USA 1977 Regie: Norman Jewison Sylvester Stallone, Rod Steiger, Peter Boyle, Melinda Dillon Eintritt frei! (Die AL freut sich über Spenden) Großbildleinwand Montag, 05.12., 19.30 Uhr Amerlinghaus, Stiftgasse 8, 1070 Wien (U3 Neubaugasse, Ausgang Stiftgasse) ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ AL-Antifaschistische Linke Gegen Rassismus, Sexismus, Sozialabbau! Für Solidarität und Sozialismus! mail: al at sozialismus.net web: www.sozialismus.at phon: ++43 (0) 699 817 15 915 post: AL c/o Amerlinghaus, Stiftgasse 8, A-1070 Wien ================================================ C) TERMINE ================================================ ======================== Freitag http://www.mund.at/butt/Termine/November/1111.htm Samstag http://www.mund.at/butt/Termine/November/1211.htm Sonntag http://www.mund.at/butt/Termine/November/1311.htm ======================== ================================================ D) EDITORIAL ================================================ Für den Inhalt verantwortlich: Ihr. E-Mail-Adresse für Beiträge: widerstand at no-racism.net geschickt. widerst at nd MUND und alle Termine täglich aktualisiert im Web: http://www.no-racism.net/MUND Ziel von MUND (medienunabhängiger Nachrichtendienst) ist die unzensurierte und möglichst rasche Information über gesellschafts- politisch relevante Termine, Hinweise und Diskussionsbeiträge zu Widerstand und Antirassismus sowie verwandte Themen. sollen einen Titel, Namen und Emailadresse der/des AutorIn enthalten und möglichst kurz und prägnant gehalten sein, ev. mit Hinweis, wo weitere Informationen eingeholt werden können. Bitte keine Attachments! Die inhaltliche und sachliche Verantwortung liegt bei der/dem jeweiligen AutorIn bzw. jenen, die uns die Beiträge schicken. Der MUND wird von einzelnen TagesredakteurInnen zusammengestellt. Da Fehler nicht ausgeschlossen sind, bitten wir, nicht veröffentlichte Beiträge nochmals an widerstand at no-racism.net zu senden. Die Weiterleitung (auch auszugsweise) ist erwünscht. 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(werden nicht angenommen) nicht drin: 4 massenaussendungen ohne sonderlichen informationsgehalt, 1 newsletter (bitte abonniert die widerstands-adresse NICHT spontan auf irgendwelche listen), 4 nwr Redaktionsschluss für diese Ausgabe: Do 2:00 III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III ü, ö, ä, ß, Ü, Ö, Ä III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III widerst at nd-MUND is powered by http://alt.strg.at/ ================================================ From analle at no-racism.net Mon Nov 14 14:25:32 2005 From: analle at no-racism.net (=?iso-8859-1?q?MUND=3A_medienunabh=E4ngiger_Nachrichtendienst?=) Date: Mon, 14 Nov 2005 14:25:32 +0100 Subject: MUND_141105 Message-ID: <59E231D9-D99A-45A6-965D-B282ACC44988@no-racism.net> widerst at nd MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst Montag, 14. November 2005 www.no-racism.net/mund MedieninhaberInnen seid Ihr! ================================================ A) INHALT ================================================ <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN/ANKÜNDIGUNGEN <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 01 Prike amende - Über uns - Roma-Filme und Diskussion von: kogoj at initiative.minderheiten.at ================================================ 02 Einladung ksoe-Diskurscafe von: office4 at ksoe.at ================================================ 03 In Wien erbaut/ Helmut Weihsmann von: promedia at mediashop.at ================================================ 04 Veranstaltungshinweis: Ska-Festival in Wels von: infoladen-wels at liwest.at ================================================ <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN/MEINUNGEN/KOMMENTARE <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 05 MigrantInnenkinder ? bei 5 zurück an die Grenze? von: ingrid.gogl at aks.at ================================================ 06 Fahrscheinlos und ?südländisch?: doppelter Frevel von: augustin at nextra.at ================================================ 07 Streit um die Flaktürme von: augustin at nextra.at ================================================ 08 Unsere OTS-Aussendung von heute mittag von: Kurt.Krickler at hosiwien.at ================================================ 09 Minarett lässt die Volksseele kochen von: dieinitiative at gmx.at ================================================ 10 Aks: Schulpaket II - nichts als leere Reformen von: ingrid.gogl at aks.at ================================================ 11 Stmk/AK-Vollversammlung/GLB/Initiativen von: kpoe_stmk at hotmail.com ================================================ 12 AT: Absatzmarktsuche in der Sicherheitspolitik von: depesche at quintessenz.org ================================================ 13 Pressestunde/Strache/Kommentar/Kaltenegger-KPÖ von: kpoe_stmk at hotmail.com ================================================ 14 Präsident der kurdischen Provinzen im Irak bei Bundespräsident Fischer von: wadi.wien at gmx.at ================================================ <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< WELTWEIT <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 15 [womeninblack] Belgrade & Novi Sad: International Day against Fascism von: angela.mores at chello.at ================================================ 16 Festnahme von 40 Uiguren nach GfbV-Menschenrechtsaktion von: gfbv.austria at chello.at ================================================ 17 Nicht nur in Österreich, sondern auch in Deutschland: Das Öl lief wie geschmiert von: wadi.wien at gmx.at ================================================ 18 China: Aktion in Berlin - Internet-Zensur in China beenden! von: gfbv.austria at chello.at ================================================ 19 Verhaftung des oppositionellen Politikers Dr. Kamal Libwani von: wadi.wien at gmx.at ================================================ 20 Kamal Said Qadir von: wadi.wien at gmx.at ================================================ <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< LINKS/HINWEISE <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 21 [kanalb.at] kanalB.at video: operation spring - interview mit lennart binder von: webmaster at kanalB.org ================================================ 22 Kanafani - Newsletter November von: kulturverein at kanafani.at ================================================ 23 Manifest des Aufstandes aus Paris: MIB auf Glocalist Daily von: office at glocalist-review.com ================================================ ================================================ B) TEXTE ================================================ <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN/ANKÜNDIGUNGEN <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 01 Prike amende - Über uns - Roma-Filme und Diskussion von: kogoj at initiative.minderheiten.at ================================================ Die Initiative Minderheiten leitet folgende Einladung gerne weiter: 19. November, 14.00-17.00 Uhr ORF KulturCafe ?Prike amende ? Über uns? Roma?Filme und Diskussion mit Peter Wagner Mod: Adrian C. Ga?par Die Charly & Pepi-Show, 63 Min. Der Film ?Die Charly&Pepi-Show?, bei dem es sich vielleicht um die erste Sitcom der Roma-Volksgruppe handelt, ist letztlich ein Sprachunterricht der völlig anderen Art. In ?Die Charly&Pepi- Show? zeigen etwa 20 Roma aus dem Südburgenland vor der Kamera, dass Roma herzlich lachen und auch das beherrschen, was Gadsche (Nicht-Roma) als Schmäh bezeichnen. Ein Film für alle, die noch nie in der Küche eines Romahaushaltes gesessen sind. Gestaltung: Emmerich Gärtner-Horvath (Roma-Service), Josef Horvath (Roma-Service), Peter Wagner (Regie). Seelen Suchen, 26 Min. Das Schülerprojekt ?Seelen Suchen? versteht sich als Versuch einer Sensibilisierung auf die Folgewirkungen von Gewalt. Der Ausgangspunkt dafür ist das Attentat auf vier Roma in Oberwart. Schülergruppen der Oberwarter Hauptschule erarbeiteten auf bildnerischer Ebene vier großformatige Tafeln, die jeweils für einen der Toten stehen. Nach einer Idee von Peter Wagner Filmische Dokumentation: Herbert Kopitar Anschließend Roma-Musik mit dem ?Adrian Ga?par-Quartett? ================================================ 02 Einladung ksoe-Diskurscafe von: office4 at ksoe.at ================================================ "Gesellschaftliche Verantwortung zahlt sich aus!" Freitag, 25.11.2005, 19.30 - 21.30 Uhr Blauer Salon, Wirtschaftskammer Wien, Schwarzenbergplatz 14, A-1010 Wien Welche gesellschaftliche Verantwortung haben private Unternehmen? Diese Frage steht im Mittelpunkt des aktuellen Diskurscafés: Sehen sich Unternehmen gesellschaftlich verantwortlich für Ihr Handeln und in welcher Weise? Freiwillig oder durch verbindliche Rahmenbedingungen? Ist der Ansatz CSR (Corporate Social Responsibility) bloßer Imagegewinn oder gar ein Wettbewerbsvorteil für Österreichs Unternehmen? Wo ist CSR anzusiedeln: in der Managementstrategie oder im Marketing? Welcher Beitrag zum Gemeinwohl ist dadurch möglich? www.ksoe.at/index-poleb-cafe.htm ksoe - Kath. Sozialakademie Österreichs Schottenring 35 DG A-1010 Wien Tel: 0043 - 1 - 310 51 59 Fax: 0043 - 1 - 310 68 28 www.ksoe.at ================================================ 03 In Wien erbaut/ Helmut Weihsmann von: promedia at mediashop.at ================================================ Einladung zur Sonntagsmatinée Präsentation des Buches IN WIEN ERBAUT Lexikon der Wiener Architekten des 20. Jahrhunderts von Helmut Weihsmann Wann am Sonntag, den 20. November 2005, um 13:00 Uhr Wo Filmcasino Margaretenstraße 78 1050 Wien Zum Buch Helmut Weihsmann IN WIEN ERBAUT Lexikon der Wiener Architekten des 20. Jahrhunderts ISBN 3-85371-234-7, geb., 448 Seiten, großes Format, über 350 Photos, 44,90 Euro Das Buch ist ein biographisches Lexikon und stellt in über 800 Portraits eine Gesamtschau der BaukünstlerInnen und ihrer Werke im 20. Jahrhundert dar, von renommierten Stars wie Otto Wagner, Adolf Loos, Josef Hoffmann, Josef Maria Olbrich, Josef Frank, Clemens Holzmeister, Richard Neutra und Hans Hollein bis hin zum gesamten Wirken der Wiener Architektenschaft, welche die Wiener Architektur- und Kulturgeschichte entscheidend mitgeprägt haben. Nähere Informationen über das Buch sind im Attachment angehängt. Wir freuen uns über Ihr Kommen! Ihr Promedia Verlag ================================================ 04 Veranstaltungshinweis: Ska-Festival in Wels von: infoladen-wels at liwest.at ================================================ If I can't dance to it... Skafestival am 30.12.2005 ab 21 Uhr, mit: - Bluekilla (www.bluekilla.de/) (ska, rocksteady & reggae aus münchen) - Ska-2-Tonics (www.ska2tonics.sk) (ska, rocksteady & reggae aus bratislava) - Skaputnik (ska aus oö) - Skaladian Funkensteins (ska & funk aus oö) + DJing im ALTEN SCHLACHTHOF, Dragonerstraße 22, A-4600 Wels Konzerthomepage: http://www.skafestiwels.at.tf Eintritt: 11,- AK/9,- VVK (Vorverkaufsstellen werden auf der Homepage in Kürze bekannt gegeben!) veranstaltet von: Kulturverein Infoladen Wels, Spitalhof 3, 4600 Wels, Tel.: 07242-910432, Email: infoladen-wels at liwest.at, offen: Mi/ Do: 14-18, Fr: 14-19.30 Uhr --------- Vielen Dank im Voraus! Grüße, Kulturverein Infoladen Wels 07242-910432 <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN/MEINUNGEN/KOMMENTARE <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 05 MigrantInnenkinder ? bei 5 zurück an die Grenze? von: ingrid.gogl at aks.at ================================================ MigrantInnenkinder ? bei 5 zurück an die Grenze? Utl: aks spricht sich vehement gegen Sitzenbleiben-Passus im StaatsbürgerInnenschaftrecht aus Der momentane Entwurf zum StaatsbürgerInnenschaftsrecht ist für die Aktion kritischer SchülerInnen (aks) einmal mehr ein Beweis für die menschenverachtende Politik der österreichischen Bundesregierung. ?Zwar wurde der ?Sitzenbleiben-Passus? abgeändert und entschärft, trotzdem ist eine Verknüpfung zwischen Schulleistungen und Erwerb der Österreichischen StaatsbürgerInnenschaft, unmenschlich. Schulnoten haben, erwiesenerweise, kaum Aussagekraft. Diese jetzt über etwas derart wichtiges im Leben vieler Kinder entscheiden zu lassen, bedeutet im Bereich der schulischen Intergation ein Schritt zurück.? so Ingrid Gogl, Bundesvorsitzende der aks. Die laut Gogl ohnehin schon miserable Intergrationspolitik der Regierung würde durch diese Änderung nur noch einen Schritt lächerlicher. ?Es stellt sich die Frage was Liese Prokop und Konsorten unter Integration verstehen. MigrantInnenkinder, die es in unserem selektiven Bildungssystem ohnehin schon schwer genug haben, weitere Steine in den Weg zu legen und den Druck auf die SchülerInnen zu erhöhen, verstärkt nur einmal mehr das Bild eines Gegeneinanders in unseren Schulen.? ?Wir alle sollten es uns als Ziel setzen, Integration zu leben und uns gerade in der Schule für Förderung für ALLE einzusetzen. Zwang, Durck und Angstmacherei verschlechtern nur die Situation von allen Beteiligten.? schließt die aks-Vorsitzende. Rückfragehinweis: Ingrid Gogl (aks Bundesvorsitzende): 0699/ 11 40 81 42 ================================================ 06 Fahrscheinlos und ?südländisch?: doppelter Frevel von: augustin at nextra.at ================================================ Augustin-Information Fahrscheinlos und ?südländisch?: doppelter Frevel Gewürgter Schwarzfahrer Zeuge einer ?unglaublich brutalen? Behandlung eines beim Schwarzfahren ertappten Ausländers wurde Augustin-Leser Florian Krammer am 4. November. Das Protokoll seiner Wahrnehmungen schickte er an die Wiener Linien und an den Augustin: ?04.11.2005, 10:05, Bahnhof Wien Heiligenstadt beim U4-Abgang beim ?Mann?. Ein junger südländisch aussehender Mann wird von zwei bulligen Männern, die, wie sich herausstellt, Kontrolleure der Wiener Linien sind, die Stiege herabgedrängt und festgehalten. Anscheinend wurde sein Anzug dadurch beschädigt. Er wird festgehalten und an die Wand gedrückt, sein Arm wird ihm auf den Rücken gebogen. Er windet sich los, geht Richtung Karl-Marx-Hof, wird aber wieder festgehalten und schlägt sich abermals los. Beim Weglaufen in Richtung Muthgasse tritt ihm einer der Kontrolleure brutal zwischen die Füße. Während der junge Mann zu Fall kommt, wird er vom zweiten Kontrolleur aufgefangen, in die Ecke beim Süßwarenverkäufer gedrängt und gewürgt. Der junge Mann kriegt kaum noch Atem, sein Anzug ist mittlerweile zerfetzt. Der andere Kontrolleur hält in fest und verbiegt den Fuß des jungen Mannes. Ein Zivilpolizist kommt hinzu, die Sache beruhigt sich ein wenig, der junge Mann kann sich nicht ausweisen. Zwei Streifenpolizisten kommen hinzu, die Zuschauer/Zeugen werde von einem der Kontrolleure aufgefordert zu gehen. Der Mann wird von den Streifenpolizisten abgeführt, der junge Mann protestiert laut. Der Polizist sagt ihm, er solle leiser sein. Als der junge Mann nicht aufhört zu protestieren, boxt ihm einer der uniformierten Beamten mit dem Ellbogen in die Seite. Weil ich feige bin und mich von den Polizisten und den Kontrolleuren eingeschüchtert fühle, gehe ich rauf auf Bahnsteig 3 und nehme die S45. Ich weiß, ich habe falsch gehandelt, ich hätte als Zeuge auftreten können. Ich würde Sie nun bitten, den Fall unter die Lupe zu nehmen, ich glaube nicht, dass diese unglaublich brutale Vorgangsweise der Wiener Linien-Beamten gegenüber Schwarzfahrern (es geht hier um 60 Euro) gerechtfertigt ist.? Der Wiener Linien-Kundendienst versprach inzwischen dem Augustin, dem Anliegen des Zeugen ?so rasch wie möglich nachzugehen? und sich ?gerne nach Abschluss der Recherchen? in der Augustin-Redaktion zu melden. ================================================ 07 Streit um die Flaktürme von: augustin at nextra.at ================================================ Außerparlamentarischer Parlamentarismus Streit um die Flaktürme Jede/r interessierte/r Besucher/in ist Parlamentarierin. Diese ?Hohehausordnung? gilt für die beiden Foren ParkParlament und StadtParlament, die die Kulturinitiative ?Aktionsradius Augarten? eingerichtet hat. Während das ältere ParkParlament eine Plattform für AnrainerInnen und BenutzerInnen des Wiener Augartens darstellt, sind die Sitzungen des Stadtparlaments Teil des soziokulturellen Experiments ?Stadterhebung von unten?, das die Entwicklung der fiktiven AugartenStadt zum Ziel hat. Im November bietet sich die Gelegenheit, beide Hohen Häuser kennen zu lernen. Das ParkParlament am 24. November hat die Zukunft der Augarten- Flaktürme zum Thema ? eine heiße Angelegenheit, die eine heiße Debatte verspricht. Eine Schlagzeile hatte die AugartenbenützerInnen aufhorchen lassen: "Bildungsministerium überstimmte das Denkmalamt. Jetzt muss Stadt Wien Aufbauten für Datenlager bewilligen". Nachdem das Denkmalamt im Sommer 2004 die umstrittenen Pläne eines Umbaus des großen Flakturms im Augarten zu einem Speicher für elektronische Daten abgelehnt hatte, wird den Betreibern nun seitens der Regierung grünes Licht gegeben. Die Firma Daten Center Vienna (DCV) darf den Turm mit drei Etagen aufstocken. Zum Thema Wirtschaftsinteressen versus Denkmalschutz - und zur Rolle von Bundesministerin Gehrer in diesem klassischen Konfliktfeld ? diskutieren unter der Gesprächsleitung von Alfred Worm Vertreter der Stadt, des Bundesdenkmalamts, der Firma DCV und der Bürgerinitiative BauStopp. Das Gehrer-Ministerium lehnte eine Teilnahme ab. Mit einem kulturellen Gustostückerl wird das StadtParlament am 29. November eröffnet. Die offizielle Hymne der fiktiven Stadt (Text: Bürgermeister Otto Lechner und Christian Loidl, Musik: Erke Duit) wird vom Chor ?Gegenstimmen? uraufgeführt. Thema der anschließenden Diskussion sind die zukünftigen Formen der ?Kleinarbeit? des Stadterhebungsspiels, das von Aktionsradius-AktivistInnen als eine Mischung von Kunstprojekt, Spiel und Bürgerinitiatve beschrieben wird. Do 24.11. ParkParlament Di 29.11. StadtParlament Ort: 1200, Gaußplatz 11 Beginn: 19.30 Uhr www.augartern-kultur.at www.augartenstadt.at Tel. 332 26 94 ================================================ 08 Unsere OTS-Aussendung von heute mittag von: Kurt.Krickler at hosiwien.at ================================================ Medienaussendung der Homosexuellen Initiative (HOSI) Wien vom 10. November 2005 Nach VfGH-Erkenntnis: HOSI Wien fordert generelle Gleichstellung aller Lebensgemeinschaften ?Seit der richtungsweisenden Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) vom Juli 2003 in der von der Homosexuellen Initiativen (HOSI) Wien mitbetreuten Beschwerde Karner gegen Österreich ist klar gewesen, dass jedwede Diskriminierung von gleich- gegenüber verschiedengeschlechtlichen Lebensgemeinschaften eine Verletzung der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) darstellt. Daher musste auch der Verfassungsgerichtshof die entsprechende Einschränkung der Mitversicherungsmöglichkeiten in den österreichischen Sozialversicherungsgesetzen als verfassungswidrig aufheben?, zeigt sich HOSI-Wien-Obfrau Bettina Nemeth wenig überrascht über das heute veröffentlichte Erkenntnis des VfGH. ?In der damaligen Mietrechtssache hatte der EGMR ausdrücklich festgestellt, dass eine rechtliche Differenzierung aufgrund des Geschlechts bzw. der sexuellen Orientierung ? und damit eine Ungleichbehandlung von verschieden- und gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften ? nur dann keine Verletzung der EMRK darstelle, wenn von Seiten des Gesetzgebers ?schwerwiegende? Gründe für eine solche Differenzierung ins Treffen geführt werden können. Da es bei sämtlichen relevanten Rechtsbereichen jedoch faktisch ausgeschlossen ist, solche ?schwerwiegenden? Gründe zu finden, war für uns seit Juli 2003 klar, dass gleich- und verschiedengeschlechtliche LebensgefährtInnen dieselben Rechte haben müssen.? ? Details zu diesen Rechtsbereichen auf: www.hosiwien.at/?page_id=33. Bundesregierung hat EGMR-Entscheidung auf Kosten der SteuerzahlerInnen bisher ignoriert ?Die Bundesregierung hat die weitreichenden Konsequenzen des EGMR- Urteils in der Beschwerde Karner allerdings bis heute ignoriert und ist untätig geblieben?, ergänzt HOSI-Wien-Obmann Christian Högl. ?Die ÖVP will uns indes seit Herbst 2004 die Gleichstellung von Lebensgemeinschaften als ihre Variante der Eingetragenen PartnerInnenschaft und als große Errungenschaft verkaufen, wobei es bisher ohnehin bei einer bloßen Ankündigung geblieben ist. Nur: Das ist eine Mogelpackung, denn zur völligen rechtlichen Gleichstellung der Lebensgemeinschaften ist Österreich nach dem denkwürdigen Karner- Urteil Straßburgs und dem jetzigen VfGH-Erkenntnis ohnehin verpflichtet. Wir fordern die Bundesregierung daher dringend auf, zumindest die Lebensgemeinschaften in allen relevanten Rechtsbereichen auch formal jetzt endlich gleichzustellen, damit sich Lesben und Schwule weitere Beschwerden an den VfGH und diesem damit Arbeit ersparen können ? und die SteuerzahlerInnen weitere Kosten für Entschädigungen an die Betroffenen. ? Von ÖVP/BZÖ erwarten wir ohnehin keine Angleichung der Rechte an die Ehe.? VfGH in der Bredouille ?Höchst peinlich ist die Sache auch wieder für den Verfassungsgerichtshof, der jetzt seine erst fünf Jahre alte Entscheidung korrigieren musste?, erklärt HOSI-Wien- Generalsekretär Kurt Krickler. ?2000 hatte er eine ähnliche Beschwerde noch zurückgewiesen (B 2116/98). Schön langsam haben wir die Nase voll davon, dass uns die VerfassungsrichterInnen erst dann unsere vollen Verfassungs- und Menschenrechte gewähren, wenn ihnen Straßburg entsprechend Beine macht. Das war beim § 209 nicht anders, da hat es fünf Beschwerden und 16 Jahre gedauert, bis der VfGH die Verfassungswidrigkeit dieser Bestimmung erkennen konnte. Diesmal war der VfGH wenigstens klug genug, nicht auf ein ?neues Bedenken? zu bestehen wie beim § 209 ? das sich dann ohnehin als nicht neu herausstellte ?, sondern sich bei seinem Sinneswandel auf die geänderte Judikatur des EGMR zu berufen. Das hätte er beim § 209 auch tun können.? Fall in Straßburg anhängig ?Wir erwarten jetzt auch von der Bundesregierung?, so Krickler abschließend, ?dass sie diese diskriminierenden Bestimmungen im Sozialversicherungsrecht in Straßburg nicht weiter verteidigt. Dort liegt seit drei Jahren die Beschwerde Nr. 18984/02, P. B. und J. S. gegen Österreich, jener von der HOSI Wien unterstützte Fall, den der VfGH 2000 zurückgewiesen hatte. Im Rahmen der Zulässigkeitsprüfung ist Österreich aufgefordert, dem EGMR bis 13. Dezember 2005 Argumente für diese rechtliche Ungleichbehandlung vorzulegen. Das hat sich durch das VfGH-Erkenntnis jetzt wohl erübrigt.? HINWEIS: Da in den letzten Wochen und Monaten in zahlreichen Printmedien nicht korrekte Informationen über die Rechtslage betreffend ?Lesben- und Schwulenehe? im europäischen Ausland veröffentlich worden sind, hat die HOSI Wien auf ihrer Web- Abteilung ?Wir wollen heiraten!? eine ausführliche Übersicht zusammengestellt und durch eine einschlägige, einfach zu lesende Europa-Karte ergänzt. Noch ein Hinweis: Bitte den EGMR in Straßburg nicht mit dem Gerichtshof der Europäischen Gemeinschaften (EuGH) in Luxemburg zu verwechseln. Rückfragehinweis: Christian Högl, Obmann: Tel. 0699-11811038 Bettina Nemeth, Obfrau: Tel. 0699-11965265 Kurt Krickler, Generalsekretär: Tel.: 5451310 oder 0664-5767466 office at hosiwien.at; www.hosiwien.at ================================================ 09 Minarett lässt die Volksseele kochen von: dieinitiative at gmx.at ================================================ Minarett lässt die Volksseele kochen Die Forderung nach Muezzin-Rufen hat in Tirol wütende Proteste hervorgerufen. Die Diözese versucht zu beruhigen. Das geplante Minarett in Telfs löst heftige Streitereien aus. Bild: Böhm Die Aussagen des Präsidenten der islamischen Glaubensgemeinschaft sind Öl auf die Wunden der Minarett-Gegner in Tirol. Professor Anas Schakfeh erklärte im TT-Interview, dass für ihn Moschee und Minarett eine Einheit darstellen würden. Außerdem müsse auch in Tirol eine moderate Form des Gebetsrufs durch einen Muezzin möglich sein. Schakfeh heizte mit seinen Worten die Diskussion über den Minarett- Bau beim türkisch-islamischen Kulturzentrum in Telfs weiter an. Im Internet- Forum auf www.tirol.com ließen Gegner wie Befürworter gestern den ganzen Tag über Dampf ab. Vor diesem Hintergrund betonte Jakob Bürgler, der neue Generalvikar der Diözese Innsbruck, die Bedeutung "tragfähiger Kontakte im interreligiösen Dialog" und "gelebter Toleranz", ohne die ein friedliches Miteinander nicht möglich sei. Es sei eine Tatsache, dass in Tirol viele muslimische Gläubige wohnen. Bürgler: "Wenn diese Tatsache geleugnet oder verdrängt wird, kann das zum Nährboden für Aggression und Gewalt werden." Was die Minarett-Debatte in Telfs anbelangt, schlägt Bürgler versöhnliche Töne an: "Ein Minarett erinnert Muslime an das Gebet. Es erinnert uns Christen auch an die Tatsache, dass wir mit Menschen anderer Religionen zusammenleben. Einem Minarett, das als Zeichen des Glaubens und des Gebetes und nicht als Zeichen der Provokation verstanden und im Einvernehmen mit den Verantwortlichen vor Ort errichtet wird, wollen wir als Kirche nicht entgegen stehen, denn Religion und Frieden gehen Hand in Hand." Keine Stellungnahme wollte der Generalvikar zu Schakfehs Forderung nach Muezzin-Rufen auch in Tirol abgeben: Das sei kein Thema, erklärte er der Tiroler Tageszeitung, weil es vor Ort anders ausgemacht sei. Die politischen Reaktionen stammen großteils aus dem freiheitlichen Lager. "Minarett und Muezzin ja, aber in der Türkei", erklärt LA Willi Tilg von den Freien, "Tirol muss Tirol bleiben", fordert FP-Landeschef Gerald Hauser: Die Moslems hätten den Weg zur Moschee ja auch bisher gefunden - "ohne den Ruf eines Muezzins von einem Minarett". Auch LA Rudi Federspiel wehrt sich gegen die Muezzin-Rufe: "Das polarisiert nur - und genau das brauchen wir nicht." Für FP-Bundesobmann Heinz-Christian Strache passen Minarette und Muezzins nicht nach Tirol. Zwar sei die Religionsfreiheit nicht anzutasten, sagt Strache, "aber auch Religionen müssen sich in ihrem Auftreten der Leitkultur anpassen". LH Herwig van Staa rief im Minarett-Streit zur Mäßigung beider Seiten auf. So sehr er für einen harten Kurs beim Ausländer-Zuzug oder gegen straffällig gewordene Asylwerber sei, so sehr sollte aber auch Toleranz gegenüber allen Integrationswilligen geübt werden. Dazu gehöre auch die freie Religionsausübung. -- Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen e-mail:dieinitiative at gmx.at für Rückfragen und Korrespondenz kontaktieren sie bitte: Omar Al Rawi +43-650-3831942 al-rawi at gmx.at Amina & Tarafa Baghajati +43-1-2595449 baghajati at aon.at Mouddar Khouja +43-1-9685096 mouddar at gmx.net Andrea Saleh +43-1-7965652 salehand at gmx.at Liebe Brüder und Schwestern, liebe Interessierte! Wir hoffen, dass die so an Euch zugehenden Informationen auf Euer Interesse stoßen. Wir versenden über den Verteiler nicht nur Neuigkeiten, die die eigenen Aktivitäten betreffen, sondern auch Zeitungsartikel, die im weitesten Sinn mit dem Islam und Integration zu tun haben oder ähnliches. Diese spiegeln natürlich nicht unbedingt unsere eigene Meinung wieder, sind aber gut, um das Meinungsspektrum zu sichten. Wir freuen uns über jede Rückmeldung. Selbstverständlich kann auch alles an Freunde,Bekannte usw.weitergemailt werden. Für die Publikation in eigenen Homepages bitten wir jedoch um vorherige Rücksprache. Bitte achten Sie bei Zeitungsartikeln auf das Copyright. Alle Inhalte dienen der persoenlichen Information. Eine Weiterverwendung und Reproduktion ueber den persoenlichen Gebrauch hinaus ist nicht gestattet. ================================================ 10 Aks: Schulpaket II - nichts als leere Reformen von: ingrid.gogl at aks.at ================================================ Aks: Schulpaket II - nichts als leere Reformen Utl: Gehrer vertut laufend Chancen In der Debatte um das am Montag, 8.November, im MinisterInnenrat beschlossene Schulpaket II, scheint sich wenig geändert zu haben. ?Statt über die Sinnhaftigkeit der Nachprüfungen an sich nachzudenken, werden kleinste Änderungen in deren Organisation vorgenommen und als der große Coup verkauft?, ärgert sich Ingrid Gogl, Bundesvorsitzende der Aktion kritischer SchülerInnen (aks). Die Forderung nach Abschaffung des Sitzenbleibens und Modelle für ein Modul- bzw. Kurssystem habe die aks schon zu Schulbeginn an die Öffentlichkeit getragen. Auch die vieldiskutierte LehrerInnenausbildung geht an der Bundesvorsitzenden nicht vorbei: ? Zwar werden die Pädagogischen Akademien zu Pädagogischen Hochschulen nun auch für PflichtsschullehrerInnen, jedoch wird erneut die Chance vertan, grundlegende Veränderungen in der LehrerInnenausbildung vorzunehmen und diese endlich zu vereinheitlichen?. Laut Gogl gäbe es immer noch starke Defizite in der Ausbildung der LehrerInnen, besonders im Berufsschulbereich. ?Das Schulpaket sieht zwar Förderstunden für Kinder mit migrantischem Hintergrund vor, doch leider wird weder an erstsprachlichen Unterricht gedacht, noch wird versucht, den allgemeinen Unterricht durch StützlehrerInnen integrativer zu gestalten. Auch diese Forderungen hat die aks schon vor bekannt werden des Schulpakets II geäußert?, so Ingrid Gogl ?Das Ministerin Gehrer ihre Ohren vor den Vorschlägen der aks verschließt, ist für uns leider nichts Neues. Doch jegliche Verbesserungsvorschläge - mit Ausnahme jener aus den eigenen Reihen - zurückzuweisen, zeugt nicht gerade von politischer Größe?, schließt Gogl Rückfragehinweis: Ingrid Gogl (aks Bundesvorsitzende): 0699/ 11 40 81 42 ================================================ 11 Stmk/AK-Vollversammlung/GLB/Initiativen von: kpoe_stmk at hotmail.com ================================================ PRESSEMITTEILUNG DES GEWERKSCHAFTLICHEN LINKSBLOCKS (GLB) STEIERMARK Donnerstag, 10. November 2005 AK-Steiermark beschließt Forderungskatalog? Peter Scherz (GLB) für Privatisierungsstopp Die Vollversammlung der steirischen AK beschloss am Donnerstag einstimmig einen Forderungskatalog an die Steiermärkische Landesregierung. Die Steiermark wird darin als "Standort für die ArbeitnehmerInnen" bezeichnet und ein Vorrang für die Beschäftigungspolitik verlangt. AK-Rat Peter Scherz vom KPÖ-nahen GLB begrüßte in seiner Stellungnahme auf der Vollversammlung diesen Forderungskatalog, der davon ausgeht, dass der Wirtschaftsstandort nicht ausschließlich den Kapitalinteressen einiger weniger dienen darf. Nach Auffassung des Linksblocks müsste darin aber auch die Forderung nach einem Privatisierungsstopp enthalten sein. Außerdem fehlen in diesem Programm Vorschläge für neue Einnahmequellen zur Finanzierung von Reformen. Scherz nannte als Beispiele die Wertschöpfungsabgabe oder eine Steuer auf Spekulationsgewinne. Die Vollversammlung nahm einen Antrag des GLB an, in dem die Landesregierung aufgefordert wird, über die "Steiermark Holding" eine strategische Beteiligung bei VA Tech Hydro Weiz anzustreben. Peter Scherz: "Die Steiermark-Holding ist ein erster Schritt in die richtige Richtung, den wir begrüßen. Es muss aber mit Entscheidungen im Interesse der arbeitenden Menschen weitergehen". Auch zwei weitere Anträge des Linksblocks wurden angenommen: Die 5. Vollversammlung der steirischen AK fordert die österreichische Bundesregierung, die steiermärkische Landesregierung und den steiermärkischen Landtag auf, die geplante Dienstleistungsrichtlinie der EU abzulehnen und in dieser wichtigen Angelegenheit die Interessen der Beschäftigten zu vertreten. Außerdem wird die Offenlegung der Vorstandsgehälter aller börsennotierten Kapitalgesellschaften in Österreich verlangt. Rückfragehinweis: 404 52 33 KPÖ-Steiermark Lagergasse 98 a 8020 Graz Tel.: 0316 71 24 36 Fax 0316 71 62 91 email: kp.stmk at kpoe-graz.at; kpoe_stmk at hotmail.com ================================================ 12 AT: Absatzmarktsuche in der Sicherheitspolitik von: depesche at quintessenz.org ================================================ q/depesche 2005-11-12T16:39:31 AT: Absatzmarktsuche in der Sicherheitspolitik Kaum entschließt sich der Österreichische Datenschutzrat starke Worte gegen die ausufernde Videoüberwachung zu finden, da wird zufällig genau am Tag darauf eine Umfrage fertig, wonach sich 57% der Wiener durch Videoüberwachung sicherer fühlen und eine Ausdehnung fordern. Durchgeführt wurde Sie vom Marktforschungsinstitut MARKANT, die sonst Bekanntheitswerte von Baumärkten testen, Blumen am Mutertag eine florierende Zeit vorhersagen oder im Auftrag der Apothekerkammer den Österreichern/innen nahe legen, mehr Medikamente für die Hausapotheke zu kaufen. -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- Post/scrypt: Kann man die Wirksamkeit nicht nachweisen, weist man eben die Leichtgläubigkeit nach. -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- Im Datenschutzgesetz soll künftig genau geregelt sein, wer wann was überwachen darf und wann das Gefilmte herausgegeben werden muss. Unterdessen steht das Sicherheitspolizeigesetz weiter unter Beschuss (..) Notwendig dafür wäre eine Novelle des Datenschutzgesetzes, das der Rat innerhalb eines Jahres beschlossen sehen will. Das teilten der Vorsitzende des Datenschutzrates, Harald Wögerbauer [ÖVP], und sein Stellvertreter Johann Maier [SPÖ] mit.Wer darf wann wo überwachenMaier: "Es geht vor allem darum, wann videoüberwacht werden darf, wann ein Rechtsanspruch für Dritte zur Herausgabe des Materials besteht."Geregelt werden müsse auch, unter welchen Voraussetzungen Private den öffentlichen Raum überwachen dürfen, wobei es in jedem Fall zu einer Interessenabwägung kommen müsse. "Schwammiges Datenschutzgesetz" Wögerbauer wies darauf hin, dass dieser Beschluss nicht bedeute, dass Videoüberwachung durch die Polizei nicht erlaubt oder rechtswidrig sei. Sie sei derzeit genehmigt auf Grund der "schwammigen Bestimmungen im Datenschutzgesetz". "Grundrechtswidriger Freibrief" So könne mit den neuen Befugnissen unter dem Titel der "erweiterten Gefahrenerforschung" privates Videomaterial missbraucht werden, um etwa das Einkaufs-, Kommunikations- oder Freizeitverhalten von Jugendlichen, Arbeitslosen oder ethnischen Minderheiten zu studieren, erklärte die ARGE. "Der Zugriff auf privates Daten- und Videomaterial würde auch die Beschränkungen der Strafprozessordnung StPO, nach denen Lauschangriffe geführt werden dürfen, völlig aushebeln." (...) "Aus unserer Sicht hat die Bevölkerung ein Grundrecht auf Sicherheit, dafür muss alles getan werden", sagte Johannes Rauch, Sprecher von Innenministerin Liese Prokop [ÖVP]. "Es geht bei diesem Entwurf nur um eine schwere Gefährdung der öffentlichen Sicherheit, also um Terrorprävention." (...) http://futurezone.orf.at/futurezone.orf?read=detail&id=277046 http://derstandard.at/?url=/?id=2235251 -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- Vor allem Frauen und ältere Menschen wünschen eine Ausweitung der Videoüberwachung. Zustimmung erntet die Videoüberwachung in Wien: 57 Prozent von 1.000 interviewten Wienern gaben in einer Umfrage an, sie fühlten sich durch die Videoüberwachung allgemein sicherer. Das teilte das Marktforschungsinstitut Markant, das die Studie telefonisch im Oktober durchgeführt hat, am Mittwoch mit. Allerdings gab es auch Kritik von Seiten der Befragten: 50 Prozent der Wiener kennen demnach die Standorte nicht, an denen überwacht wird, knapp die Hälfte fühlt sich nicht ausreichend informiert. (...) Sechs von zehn Wienern wünschen sich laut den Marktforschern, dass die Videoüberwachung ausgeweitet wird - auch hier sind vor allem Frauen und ältere Menschen verstärkt dafür. Drei Viertel gaben an, sich nicht in ihrer Anonymität beeinträchtigt zu fühlen. 17 Prozent sehen jedoch sehr wohl eine Störung ihrer Privatsphäre. Überproportional viele Befragte unter 30 waren dieser Meinung. http://derstandard.at/?url=/?id=2236149 = http://www.kurier.at/chronik/1171859.php http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx? TabID=3902&Alias=wzo&cob=206572¤tpage=0 - -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- relayed by Mac Gyver - -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- quintessenz is powered by http://www.onstage.at subscribe/unsubscribe/digest http://www.quintessenz.at/cgi-bin/index?funktion=subscribe comments to depesche at quintessenz.org ================================================ 13 Pressestunde/Strache/Kommentar/Kaltenegger-KPÖ von: kpoe_stmk at hotmail.com ================================================ PRESSEMITTEILUNG DER STEIRISCHEN KPÖ Sonntag, 13. November 2005 Österreichweite Kaltenegger-KPÖ reduziert Straches Chancen Eine Kaltenegger-KPÖ, die österreichweit das gleiche Profil zeigt wie in der Steiermark, würde die Erfolgschancen der Strache-FP von vornherein reduzieren. Das sagte der steirische KPÖ-Vorsitzende Franz Stephan Parteder zum Auftritt des FP-Politikers in der ORF-Pressestunde. Parteder: ?Viele Menschen wenden sich von der herrschenden Politik ab und suchen eine Alternative. Die abgehobenen österreichischen Grünen können diese Teile der Bevölkerung nicht mehr ansprechen. Deshalb steigt die Wahlenthaltung. Auch die Stimmen für eine Rechtsaußen-Partei wie die FP können damit teilweise erklärt werden. Bei der Landtagswahl in der Steiermark hat es ein anderes Angebot gegeben. Als Partei der sozialen Gerechtigkeit, der konkreten Hilfe für Menschen in Not und der ausgeprägten EU-Kritik ist die KPÖ mit Ernest Kaltenegger zur drittstärksten Kraft geworden. Die FP hat den Landtag verlassen müssen. Das sollte man nicht vergessen, wenn man an die Vorbereitung der Nationalratswahl 2006 denkt. KPÖ-Steiermark Lagergasse 98 a 8020 Graz Tel.: 0316 71 24 36 Fax 0316 71 62 91 email: kp.stmk at kpoe-graz.at; kpoe_stmk at hotmail.com ================================================ 14 Präsident der kurdischen Provinzen im Irak bei Bundespräsident Fischer von: wadi.wien at gmx.at ================================================ Präsident der kurdischen Provinzen im Irak bei Bundespräsident Fischer Barzani: Derzeit kein Interesse an kurdischer Unabhängigkeit Wien - Eine Unabhängigkeit der kurdischen Gebiete im Nordirak steht derzeit nicht auf der Tagesordnung. Das Interesse der irakischen Kurden sei es, "in dieser Phase", innerhalb des Irak zu bleiben, sagte der Präsident der kurdischen Provinzen im Irak, Massud Barzani, am Freitag nach einem Gespräch mit Bundespräsident Heinz Fischer in der Wiener Hofburg vor Journalisten. Gleichzeitig betonte er, das Selbstbestimmungsrecht sei "ein natürliches Recht für uns". "Die Kurden werden das sicherlich nie aufgeben." Gute Sicherheitslage in Kurdistan "Immer, wenn der politische Prozess vorangeht, wird auch die Sicherheitslage besser", sagte Barzani im Hinblick auf die anstehenden irakischen Parlamentswahlen am 15. Dezember. "Aber wir haben sehr große Probleme mit der Sicherheit gehabt." Die Sicherheitslage in Kurdistan sei sehr gut. Auf die Frage nach einem angemessenen Urteil für Ex-Diktator Saddam Hussein antwortete Barzani: "Was die Richter entscheiden, das akzeptieren wir." Der Prozess gegen den Ex-Diktator hat am 19. Oktober in Bagdad begonnen. (APA) www.derstandard.at -- WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit e-mail: wadi.wien at gmx.at Tel.: 0699-11365509 Postfach 105 A-1181 Wien Spendenkonto in Österreich: Kontonummer 07.405.301 Evangelische Kreditgenossenschaft eG BLZ 31800 <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< WELTWEIT <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 15 [womeninblack] Belgrade & Novi Sad: International Day against Fascism von: angela.mores at chello.at ================================================ We would like to inform you about the activities that Women in Black participated in on Wednesday, November 9, International Day against Fascism and anti-Semitism. To mark this day, we organized the street action "Let's banish fascism together!" on Republic Square in Belgrade. Our partners in this action were Stani Pani kolektiv, the Social Democratic Union and Social Democratic Youth. The action consisted firstly of a street performance conceptualized to remind passersby that silence about crime is a crime in itself, and we symbolized the waking up from apathy and its transformation into positive action. Encircling the performance we held banners reading "For the extradition of all accused before the Hague", "Women in Black against fascism", "Forgetting and silence about crimes is a crime", "Against: nationalism, xenophobia", etc. and we passed out flyers about the significance of the day and stickers that read "Death to Fascism". Afterwards we held an "Anti-fascist" party, with music and jugglers. The action was successful, concluded with a festive, positive atmosphere. Additionally, Women in Black's Draft Resolution "Women Peace, Security" that was delivered to the National Assembly of Serbia on October 31st, was introduced to Parliament. However, this does not guarentee that it will be acted upon. For this reason, we are keeping constant pressure on the legislators to ensure that this important piece of legislation that requires the Serbian Parliament to ratify and apply UN Security Council Resolution 1325. Unfortunately, on the same day in Novi Sad, a group of 25 youths disrupted an anti-fascist tribune, that local Women in Black activists helped to organize, being held at the Faculty of Philosophy. The neo-Nazis physically and verbally attacked several individuals. They focused their threats on Milenko Perovic, a professor and panel participant, calling him an "Ustasa pig", saying that they would be waiting for him in a dark place, and making threats against his son. The police arrived too late to make any arrests, and the investigation is currently ongoing. However, charges have been brought against the Dean of the University of Novi Sad for not registering the conference, a fact which the media has used to minimilize the seriousness of the attack. We believe such media coverage represents the continued equalizing of victim and perpretrator. This incident serves as a grave reminder of the relevance of our actions and the very current importance of this day, which was established to mark Crystal Night and ensure that the crimes of the Holocaust are never forgotten, nor repeated. Yet, the incident at the tribune is just one in a string of continuing fascistic, nationalistic occurences in Serbia that clearly show the rise of fascism in the region. Therefore, it remains important and relevant for us to stay vigilant in our obligation to constantly remind the public and exert pressure state institutions to counter these rising fascistic tendencies. Women in Black - Belgrade ?ene u Crnom Women in Black +381 11 262 3225 ================================================ 16 Festnahme von 40 Uiguren nach GfbV-Menschenrechtsaktion von: gfbv.austria at chello.at ================================================ GESELLSCHAFT FÜR BEDROHTE VÖLKER EILT - EILT - EILT - EILT - EILT - EILT PRESSEMITTEILUNG Berlin, den 11.11.2005 Menschenrechtsaktion anlässlich des Besuches des chinesischen Staatspräsidenten in Berlin 40 uigurische Flüchtlinge aus dem chinesischen Sinkiang von Berliner Polizei festgenommen Nach einer Menschenrechtsaktion der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) anlässlich des Besuches des chinesischen Staatspräsidenten Hu Jintao in Berlin wurden heute am frühen Nachmittag 40 uigurische Flüchtlinge, die mit einem Bus aus München zu der GfbV-Mahnwache gekommen waren, von der Berliner Polizei festgenommen. Sie befinden sich zurzeit in den Händen der Polizei. "Wir haben keinerlei Verständnis dafür, dass uigurische Flüchtlinge deutscher und chinesischer Staatsangehörigkeit nach einer Menschenrechtsmahnwache der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) offensichtlich aufgrund von Hinweisen des totalitären kommunistischen Regimes der Volksrepublik China von deutschen Behörden ihrer Freiheit beraubt und von deutschen Behörden schikaniert werden", erklärte der GfbV-Generalsekretär, Tilman Zülch. "Die amtierende Bundesregierung unter Bundeskanzler Gerhard Schröder hat alles unternommen, um dieses Terrorregime durch die Kündigung des europäischen Waffenembargos zu stärken. Wir sind überrascht, dass nun eine internationale Menschenrechtsorganisation bei ihrer Arbeit behindert wird." Gemeinsam mit aus China geflüchteten Uiguren und Mongolen hatten Mitglieder der GfbV mit über den Kopf gestülpten Computer-Monitoren und verbundenem Mund während des Besuches des chinesischen Staatspräsidenten Hu Jintao am Freitag in Berlin gegen die Internet- Zensur in China protestiert. Dort ist es praktisch unmöglich, im Internet legal über Menschenrechtsverletzungen an ethnischen und religiösen Minderheiten zu berichten. Tilman Zülch ist auch erreichbar unter Tel. 0151 153 09 888. ====================================================== Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV) Inse Geismar, Pressereferentin Postfach 2024, D-37010 Goettingen Tel.+49/551/49906-25, Fax:++49/551/58028 E-Mail: presse at gfbv.de, Homepage:http://www.gfbv.de ====================================================== ================================================ 17 Nicht nur in Österreich, sondern auch in Deutschland: Das Öl lief wie geschmiert von: wadi.wien at gmx.at ================================================ Das Öl lief wie geschmiert Über 60 deutsche Firmen sollen im Rahmen des Programms »Oil for food« in Korruptionsgeschäfte mit dem Irak verwickelt sein. Das behauptet ein Bericht der UN. Der Bericht sei »voreilig und ungerechtfertigt«, meinte der Sprecher des Siemens-Konzerns. Außerdem handele es sich bei den genannten Firmen nur um Tochterfirmen des Unternehmens. Bei Daimler-Chrysler hingegen bemühte man sich gar nicht um Rechtfertigungen oder Ausreden. Jeglicher Kommentar wurde einfach abgelehnt. Dass sich diese simple Strategie der beiden Konzerne auf Dauer durchhalten lassen wird, ist fraglich. In der vorigen Woche forderte Mark Pieth, ein Schweizer Mitarbeiter der so genannten Volcker-Kommission, juristische Verfahren gegen Daimler-Chrysler und Siemens einzuleiten. »Das, was wir hier auf den Tisch legen, begründet einen Anfangsverdacht. Das heißt, das ist die Schwelle zur Einleitung eines Verfahrens«, sagte er dem stern. »Es ist auf jeden Fall eine Sanktionsverletzung.« Inzwischen beschäftigt der UN-Bericht, der unter der Leitung des ehemaligen Vorsitzenden der US-Notenbank, Paul Volcker, erarbeitet und Ende Oktober vorgestellt wurde, auch deutsche Ermittler, und zwar die Stuttgarter Staatsanwaltschaft. »Erst wenn wir den Bericht durchgearbeitet haben, werden wir entscheiden, ob und was zu veranlassen ist«, sagte eine Sprecherin Spiegel online. Dem Bericht zufolge zahlten in den neunziger Jahren zahlreiche internationale Firmen im Rahmen des Programs »Oil for food« Schmiergelder an die irakische Regierung und erhielten dafür preisgünstige Öllieferungen. Außerdem lieferten sie humanitäre und andere Güter in den Irak und schickten im Gegenzug illegale Kommissionen nach Bagdad. Insgesamt nennt der Bericht 2 200 Unternehmen aus 66 Ländern, die an Korruptionsgeschäften mit dem Regime Saddam Husseins beteiligt gewesen sein sollen, darunter 60 deutsche Firmen. Das Programm »Oil for food« mit einem Volumen von 64 Milliarden Dollar erlaubte der Ba?ath-Regierung in den Jahren von 1996 bis 2003, in kontrolliertem Maße Öl zu verkaufen und aus dem Erlös Lebensmittel und Medikamente zu importieren. Es sollte die Folgen der Wirtschaftssanktionen für die irakische Bevölkerung mildern. Nach Angaben der Kommission konnte Saddam Hussein im Rahmen des Programms jedoch rund 1,8 Milliarden Dollar an Schmiergeld einstreichen. Der Vorsitzende des deutschen Zweigs der Antikorruptions-Organisation Transparency International, Hansjörg Elshorst, bezeichnete die Schmiergeldzahlungen als den vielleicht »größten Skandal der vergangenen Jahrzehnte«. Der größte Teil der illegalen Gelder, nämlich 1,5 Milliarden Dollar, stammt aus dem Handel mit humanitären Gütern. Hunderte von Unternehmen, die Saddam Husseins Entourage mit Maschinen, Nahrungsmitteln und weiteren Waren belieferten, waren dazu bereit, zehn Prozent des Kaufpreises an irakische Mittelsmänner zurückzuzahlen, darunter offenbar namhafte deutsche Firmen wie Daimler-Chrysler und Siemens. So wird Siemens beschuldigt, dass drei Firmen aus dem Konzernverbund (Siemens France, Siemens Türkei sowie die in den Vereinigten Arabischen Emiraten ansässige Osram Middle East) für die Vermittlung von Aufträgen aus dem Irak im Umfang von 124,3 Millionen Dollar mehr als 1,6 Millionen Dollar Schmiergelder an Mittelsmänner aus irakischen Ministerien zurücküberwiesen haben sollen. Die Schmiergelder sollen prozentual auf die Rechnungen aufgeschlagen worden sein. Bei Osram Middle East fanden die Ermittler drei schriftliche Verträge mit dem irakischen Ölministerium, aus denen hervorging, dass auf die Rechnungssumme für technische Ausrüstungen ein Betrag von zehn Prozent aufgeschlagen wurde, bevor die Uno den Vorgang zur Genehmigung vorgelegt bekam. Der aufgeschlagene Betrag landete auf Konten in Jordanien, auf die ein irakischer Mittelsmann Zugriff hatte. »Nach vorliegenden Beweisen haben drei Siemens-Töchter bewusst Kickbacks bezahlt«, heißt es im Bericht der Komission. Als »Kickbacks« werden Schmiergelder bezeichnet, die prozentual auf Rechnungen aufgeschlagen werden und nach dem Geschäft als Dank für die Vermittlung an die Mittelsmänner zurückgeführt werden. Nach demselben Prinzip überwies offenbar auch Daimler-Chrysler »bewusst« illegale Aufpreise, um Geschäfte zu machen. Die Konzernbuchhaltung berechnete demnach bei den Aufträgen in Millionenhöhe, in deren Rahmen Daimler pikanterweise gepanzerte Geldtransporter für das irakische Ölministerium lieferte, grundsätzlich zehn Prozent des Auftragsumfangs als Schmiergeld für die Entscheidungsträger in Bagdad mit ein. Der Vorgang ist durch schriftliche Abmachungen, unterschrieben von einem Angestellten der Firma, belegt. Das irakische Regime konnte seine Geschäftspartner im Rahmen des Programms »Oil for food« selbst bestimmen und wählte meist Unternehmen aus Staaten, die sich gegen die seit der Invasion in Kuwait vom Jahr 1990 verhängten internationalen Sanktionen ausgesprochen hatten und die Diktatur Saddam Husseins unterstützten. Dazu gab es eine Liste mit Ländern, die von den Ministerien bevorzugt werden sollten. Neben deutschen Konzernen wurden offenbar besonders viele Firmen aus Russland, Frankreich und China bedacht, denn die drei ständigen Mitglieder des Sicherheitsrats waren für ihre wohlwollende Einstellung zur Diktatur im Irak bekannt. In diesem Zusammenhang erscheint die Erklärung des Auswärtigen Amtes vom Jahr 2002, die deutsche Wirtschaft »genieße Präferenzen bei den Entscheidungsträgern der irakischen Wirtschaft« in neuem Licht. Im Jahr 2001 kam das größte Ausstellerkontingent auf der so genannten Bagdad- Messe aus Deutschland. Bereits in den siebziger und achtziger Jahren waren deutsche Unternehmen führend am Aufbau der irakischen Infrastruktur und der Errichtung von Industrie- und Ölförderanlagen beteiligt. So wurden 70 Prozent der Giftgasanlagen im Irak von deutschen Firmen geliefert. Nach Saddams Husseins Überfall auf Kuwait im August 1990 wurde bekannt, dass mehrere Angestellte dieser Firmen für den Bundesnachrichtendienst gearbeitet hatten. 90 Prozent der Lieferungen, mit denen das irakische Regime seine Scud-Raketen verbessern wollte und eigene Raketen produzierte, kamen nach Angaben von Unscom, den Waffeninspektoren der Uno, aus Deutschland. Ein Raketenspezialist des BND war führend in das irakische Programm involviert. Auch spielten deutsche Firmen eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung des Gaszentrifugenprogramms zur Urananreicherung im Irak; Bundesbehörden wie das Bundesamt für Wirtschaft in Eschborn, zuständig für Ausfuhrgenehmigungen, hatten Firmen bei Ausfuhren in den Irak direkt unterstützt. Der Bericht der Volcker-Kommission verdeutlicht jedenfalls, warum gerade die Regierungen Deutschlands, Frankreichs, Russlands und Chinas den von der USA herbeigeführten Sturz Saddam Husseins ablehnten: Er war ein guter Geschäftspartner. Die Profiteure der guten Geschäfte könnten jedoch ungeschoren davonkommen. Denn keiner der Verträge über die Schmiergeldzahlungen belege direkte Anweisungen aus der Führung der Konzerne, schreibt Spiegel online. Da die Manager offenbar befugt waren, die Geschäfte eigenmächtig einzufädeln, könnten die Führungen der Konzerne behaupten, von illegalen Geldern nichts gewusst zu haben. Klaus Thörner © Jungle World 2005 www.jungle-world.com ================================================ 18 China: Aktion in Berlin - Internet-Zensur in China beenden! von: gfbv.austria at chello.at ================================================ GESELLSCHAFT FÜR BEDROHTE VÖLKER PRESSEMITTEILUNG Berlin, den 11.11.2005 Menschenrechtsaktion anlässlich des Besuches des chinesischen Staatspräsidenten in Berlin Zensur beenden! Chinas Staatsfeind Nummer 1: Das Internet Mit über den Kopf gestülpten Computer-Monitoren und verbundenem Mund haben Mitglieder der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) gemeinsam mit Uiguren und Tibetern während des Besuches des chinesischen Staatspräsidenten Hu Jintao am Freitag in Berlin gegen die Internet-Zensur in China protestiert. "China ist die Verkörperung von George Orwells schlimmsten Phantasien eines totalen Überwachungsstaates", sagte der GfbV-Asienreferent Ulrich Delius. "Seit einer erneuten Verschärfung der chinesischen Internet- Verordnung am 25. September 2005 ist es praktisch unmöglich, dort im Internet legal über Menschenrechtsverletzungen an ethnischen und religiösen Minderheiten zu berichten." Nur einen Tag nach Veröffentlichung der Verordnung seien zwei Internetseiten von der Polizei geschlossen worden, die regelmäßig über Menschenrechtsverletzungen an Angehörigen der Minderheit der Mongolen informierten. "Chinas Bevölkerung hat gar keine Chance, sich über die Hintergründe der Jahrzehnte langen Verfolgung der Uiguren zu informieren, da unsere Internetseiten von den Behörden geschlossen werden und ausländische Websites systematisch blockiert werden", erklärte der Generalsekretär des Weltkongresses der Uiguren, Dolkun Isa, während der GfbV-Menschenrechtsaktion vor der chinesischen Botschaft. "Westliche Computerfirmen unterstützen Peking bei der Unterdrückung der Internetfreiheit und sorgen dafür, dass 103 Millionen chinesische Internet-Nutzer keine Informationen über die Verfolgung von Uiguren, Tibetern, Mongolen und Anhängern der Demokratiebewegung erhalten", ergänzte Delius. "Statt weltweit für einen freien Fluss von Informationen zu sorgen, helfen Yahoo, Google und Microsoft der kommunistischen Führung der Volksrepublik beim Aufbau einer neuen digitalen Mauer." Rund 20.000 international zugängliche Internetseiten sind der GfbV zufolge dank der Mithilfe westlicher Computerkonzerne gesperrt. Ungeachtet ihrer ethischen Unternehmensprinzipien hätten sich die Firmen gegenüber den Behörden verpflichtet, in ihrem chinesischen Internet-Angebot Filter zu installieren, die verbotene Begriffe und Internetseiten eliminieren. "Chinas Führung will mit ihrer Internetrepression aber nicht nur die Informationsfreiheit einschränken, sondern auch verhindern, dass Regimekritiker das Internet nutzen, um zu Protesten gegen die Politik Pekings aufzurufen", warnte Delius. Mit rund 30.000 Internet- Polizisten, einer strikten Überwachung von SMS-Kurznachrichten und Internet-Cafés setzen die chinesischen Machthaber auf eine totale Gleichschaltung der Gesellschaft. Ulrich Delius ist während der GfbV-Menschenrechtsaktion in Berlin erreichbar unter Tel. 0160 95 67 14 03. Auf Anfrage übersenden wir Ihnen gern unser Hintergrundpapier über die Internet-Zensur in China (Tel. 0551 499 06-25, presse at gfbv.de) ====================================================== Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV) Inse Geismar, Pressereferentin Postfach 2024, D-37010 Goettingen Tel.+49/551/49906-25, Fax:++49/551/58028 E-Mail: presse at gfbv.de, Homepage:http://www.gfbv.de ====================================================== ================================================ 19 Verhaftung des oppositionellen Politikers Dr. Kamal Libwani von: wadi.wien at gmx.at ================================================ Erklärung der Demokratischen Partei Kurdistans - Syrien zur Verhaftung von Kamal Libwani Die Verhaftung des oppositionellen Politikers Dr. Kamal Libwani stellt einen erneuten schweren Rückschlag für den erhofften politischen demokratischen Öffnungsweg in Syrien dar Das syrische Baath- Regime in Damaskus, das in seiner starren Haltung und Verkrampfung auf seiner nicht zeitgemäßen Position verharrt, empfängt auf internationaler Ebene zunehmend politische Rückschläge, insbesondere nach der Veröffentlichung des Ermittlungsberichtes, von Herrn Mehlis, des deutschen Staatsanwalt im Auftrag der UNO im Monat Oktober 2005. Das Regime betrachtet jeden kleinen Tropfen Morgentau der Demokratie, der in Richtung des Landes weht, als Gefahr gegen seine Existenz, seine Stützorgane und seine Institutionen; und bewegt sich noch einen weiteren Schritt rückwärts statt in Richtung demokratischer Freiheiten und politischer Öffnung. Anstatt sich dem eigenen Volk, seiner demokratischen Organisationen und seiner Persönlichkeiten zu öffnen, übt es eine Politik der Unterdrückung und Verfolgung im Lande aus. So wird Herr Haitham Maleh vor ein Militärgericht gestellt. Es werden Personen beauftragt, um den Menschenrechtler RA Anwar Bouni in Damaskus am helllichten Tage zusammen zu geschlagen. Herr Dr. Kamal Libwani wird nach seiner Rückkähr aus Washington im Flughafen verhaftet. So wird die Serie der Verfolgung und Unterdrückung der Andersdenkenden, die eine andere freiheitlich demokratische Weltanschauung haben, die nicht konform im Interesse des diktatorischen Regimes und seiner Baathisten-Elite stehen, fortgesetzt und als Verräter und Kollaborateure des Auslands gestempelt und verfolgt. Nach der Rede des syrischen Präsidenten Assad versteht man unmissverständlich und eindeutig, dass das Regime entschlossen ist, seinen politischen Kurs wie bisher gegen die Freiheit, Demokratie und Menschenrechte fortzusetzen. Die Auffassung des Regimes und seine Haltung gegen Freiheit und Demokratie muss vom syrischen Volk und der Weltöffentlichkeit angeprangert und verurteilt werden. Die Verhaftung von Dr. Kamal Libwani und weiterer wichtiger Persönlichkeiten der syrischen Opposition stellt nicht nur eine Verletzung der Prinzipien der Menschenrechte, sondern stellt einen erneuten Schlag dar gegen die Richtung der demokratischen Entwicklung und der politischen Eröffnung in unserem Land. Jetzt sind alle patriotischen demokratischen Kräfte Syriens aufgefordert, so schnell wie möglich ihre oppositionelle Front vereinigt zu verstärken, um gegen diese feindliche Richtung, die das Land in eine noch größere Katastrophe steuert, einen Halt ein zu bieten und eine auf internationaler Ebene glaubwürdige, zuverlässige politische Alternative zu repräsentieren. Wir lehnen das politische Vorgehen von Verhaftungen, Drohungen, Erpressungen und Unterdrückung politischer Freiheiten ab und verurteilen diese Politik. Wir fordern die demokratische Weltöffentlichkeit, die UNO und alle europäischen Staaten und die Weltmacht USA mit Nachdruck auf, das Baath-Regime auf allen Ebenen, nationaler und internationaler Art, zu diffamieren und weltweit zu isolieren, bis dieses seine zunehmenden Angriffe gegen die patriotischen und demokratischen Kräfte und ihre Repräsentanten einstellt und die sofortige Freilassung von Dr. Kamal Libwani, Aref Dalila, Riad Sayif, Fauzi Tallow und alle anderen politischen Häftlinge erzielt wird. Demokratische Partei Kurdistan - Syrien Presse- und Informationsstelle, 10.11.2005 -- WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit e-mail: wadi.wien at gmx.at Tel.: 0699-11365509 Postfach 105 A-1181 Wien Spendenkonto in Österreich: Kontonummer 07.405.301 Evangelische Kreditgenossenschaft eG BLZ 31800 ================================================ 20 Kamal Said Qadir von: wadi.wien at gmx.at ================================================ Kamal Said Qadir, ein österreichischer Staatsbürger kurdischer Herkunft, der ? wie wir bereits vor 10 Tagen berichtet hatten ? nach der Veröffentlichung eines Offenen Briefes an Masud Barzani, in dem er den Präsidenten des kurdischen Autonomiegebietes bezichtigte KGB-Spion und israelischer Agent zu sein, verschwunden war, befindet sich nach Auskunft des österreichischen Außenministeriums in Arbil/Hawler in Haft. Er durfte mittlerweile auch von seiner Familie besucht werden, der er versicherte gut behandelt worden und nicht gefoltert worden zu sein. (so lautet die Auskunft des Österreichischen Außenministeriums) Laut Auskunft von KDP-Funktionären in Wien, wird ihm Ehrenbeleidigung vorgeworfen. Nachdem Anfangs der Aufenthaltsort Kamal Said Qadirs unbekannt war, befürchteten manche Bekannte des psychisch labilen Juristen, dass ihm in Gefangenschaft etwas zustoßen könnte. Insbesondere das Internationale Komitee des Kurdistan Referendum Movement (ein Zusammenschluss kurdischer Intellektueller für eine Volksabstimmung über die Unabhängigkeit Kurdistans) hatte sich für die Freilassung Kamal Said Qadirs eingesetzt. Aber auch amnesty international hatte sich des Falles angenommen. Nun, da der Aufenthaltsort Kamal Said Qadirs bekannt ist und klar ist, dass er nicht gefoltert wurde, hoffen wir auf einen fairen Prozess, bei dem auch die psychische Situation des Angeklagten berücksichtigt wird. -- WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit e-mail: wadi.wien at gmx.at Tel.: 0699-11365509 Postfach 105 A-1181 Wien Spendenkonto in Österreich: Kontonummer 07.405.301 Evangelische Kreditgenossenschaft eG BLZ 31800 <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< LINKS/HINWEISE <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 21 [kanalb.at] kanalB.at video: operation spring - interview mit lennart binder von: webmaster at kanalB.org ================================================ titel des videoclips: operation spring - interview mit lennart binder --: - beschreibung: am 27. Mai 1999 fand eine rassistische razzia unter dem namen 'Operation Spring' statt, bei der über 100 AfrikanerInnen verhaftet wurden. Lennart Binder ist rechtsanwalt und vertritt einen der angeklagten, dessen prozess aufgrund von falschaussagen eines zeugen, neu aufgerollt wird. ---: - kategorie: interview ----: - clipinfo: http://austria.kanalb.org/clip.php?clipId=1210 -----: - video: http://austria.kanalb.org/video.php?clipId=1210&Viam=Clip ------: - download: http://austria.kanalb.org/download.php?clipId=1210 --------------: - laenge: 7,09 min team: craz / flo erstellt: 2005-11-12 format: rm datenmenge: 11 MB -------------: - weitere informationen: http://no-racism.net/rubrik/160/ ---------: - weitere clips zum thema rassismus toetet!: http://austria.kanalb.org/ topic.php?clipId=67 ----------------: - video-player: http://austria.kanalb.org/realplayer.php -----------------: - kanalB ersetzt herkoemmliches fernsehen: http://austria.kanalb.org _______________________________________________ clips_kanalb_at mailing list clips_kanalb_at at kanalB.org http://kanalB.org/cgi-bin/mailman/listinfo/clips_kanalb_at ================================================ 22 Kanafani - Newsletter November von: kulturverein at kanafani.at ================================================ Kanafani - Newsletter November 2005 1) Solidarität mit den Beurs! Eine Stellungnahme aus Paris 2) Sreening "La haine" in der Sense 3) Protest gegen das schändliche Urteil im Wague - Prozess 4) Keine Gerechtigkeit in Strassburg 5) Stellungnahme des Büros für ungewöhnlich Massnahmen zur Wiener Wahl 6) Spendenaufruf ---------- 1) Stellungnahme der "Bewegung der Immigration und der Vororte" aus Paris (MOUVEMENT DE L'IMMIGRATION ET DES BANLIEUES), vom 9. November 2005 ?In Frieden krepieren, meine Brüder, aber in Stille krepieren, sodass man nur das ferne Echo eurer Leiden wahrnimmt ...? Diejenigen, die heute die Gründe für die Aufstände nicht verstehen, leiden entweder an einer Amnesie, sind blind oder beides. Tatsächlich verlangen die Vororte seit dreissig Jahren Gerechtigkeit. 25 Jahre Revolten, Aufstände, Demonstrationen, Protestmärsche, öffentliche Versammlungen und Wutschreie, die präzise formulierte Forderungen zum Ausdruck bringen. Schon vor 15 Jahren ist das Stadt-Ministerium gegründet worden, um eine Antwort zu finden auf den Ausschluss und auf das soziale Elend der Viertel, die unterprivilegiert genannt werden. Die Minister wechseln ihre Posten und mit ihnen wechseln die Versprechungen: Marshall Plan, Freizonen, DSQ, ZEP, ZUP, Jugendbeschäftigung, sozialer Zusammenhalt ? Die Minister, Gewählten und Medien reagieren sich am Banlieu mit dringend benötigten kleinen Killerphrasen ab, wie die "rechtlosen Gebiete", "die unverantwortlichen Eltern", die Mafiaisierung und andere "Folgeerscheinungen des Islamismus". Die EinwohnerInnen der Viertel und besonders die jungen Leute sind stigmatisiert und werden derart dargestellt, als ob sie verantwortlich wären für alle negativen Folgeerscheinungen unserer Gesellschaft. Es ist nicht teuer, Lektionen zu erteilen in staatsbürgerlichem Pflichtgefühl und mit dem Finger auf das "Gesindel" oder die "Verwilderten" zu zeigen, um sie der Lynchjustiz ausliefern. Und darüber kann dann groß berichtet werden. Die Vororte werden eine Problematik für sich, die man der Polizei und der Justiz zur Verwaltung überträgt. Heute präsentiert man uns die "Jugend der Vorstädte" die niederbrennt (wohlverstanden dass sie Schwarz sind und Araber), wie Fremde, die gekommen sind um Chaos nach Frankreich zu bringen. Dennoch, Minguettes (1981) Vaulx-en-Velin (1990), Mantes-la-Jolie (1991), Sartrouville (1991), Dammarie-les-Lys (1997), Toulouse (1998), Lille (2000) Clichy, die Botschaft ist klar und deutlich: Zuviele Verbrechen von unbestraften Polizisten, zu viele Gesichtskontrollen, zu viele Mistkübel-Schulen, zu viel vorprogrammierte Arbeitslosigkeit, zu viele gesundheitsschädigende Wohnungen, zu viele Gefängnisse, zuviel hagra (arab/franz. Slang für Diskriminierung, Demütigung) und zuviele Demütigungen. Auch zu viel Doppelbödigkeit der Justiz, die die korrupten politischen Menschen beschützt und die systematisch die Schwächsten verurteilt. Diese Schreie sind nicht gehört worden oder sind erstickt worden. So wie immer die stillen Leiden von Millionen Familien erstickt worden sind, von Männern und Frauen, die täglich soziale Gewalt erleiden, die viel zerstörerischer ist, als ein brennendes Auto. Durch Ausgangssperren antwortet die Regierung mit Kollektivstrafen und einem Ausnahmegesetz, das die ganze Macht der Polizei überträgt. Man gibt einen Deckel über den Kochtopf, und das wird für lange Zeit das Gedächtnis unserer Viertel prägen. Es wird niemals Frieden in unseren Vierteln geben, wenn es keine Gerechtigkeit und keine wirkliche Freiheit geben wird. Weder Befriedung noch Ausgangssperren werden uns daran hindern den Kampf dafür fortzusetzen, selbst wenn die Kameras ihre Augen wieder abgewendet haben ? KEINE GERECHTIGKEIT, KEIN FRIEDE! http://mib.ouvaton.org/ Übersetzung: Kulturverein Kanafani ---------- 2) Sreening "La haine" in der Sense La Haine - Der Hass R: Mathieu Kassovitz Frankreich 1996 Deutsche Synchronisation Freitag 18. November 2005, 19:00 Die Sense. Das Lokal zum Verein. Sensengasse 5/3, 1090 Wien Eintritt frei. Der Film beginnt mit authentischen Aufnahmen aus einer der vielen militanten Revolten, die in den Banlieues immer wieder aufflammen. Drei junge Männer aus einem dieser Ghettos werden in "der Hass" portraitiert. Es sind Vincent - ein Jude, Hubert - ein Afrikaner, und Said, ein Araber. In episodischer Struktur begleitet der Film die drei Freunde über 24 Stunden hinweg durch ihren Alltag und nimmt vollkommen ihre Subjektivität ein. Der 16-jährige Abdel wurde bei einem Polizeiverhör gefoltert und schwebt nun in Lebensgefahr. Vincent droht, einen Polizisten zu erschiessen, sollte Abdel seinen Verletzungen erliegen... Die kritische Gesellschaftsstudie hat Regisseur Matthieu Kassovitz 1995 beim Festival von Cannes die Silberne Palme für die beste Regie eingebracht. ---------- 3) Keine Gerechtigkeit für unseren Bruder Cheibane! Die österreichische Justiz hat wieder einmal gezeigt, wieviel das Menschenleben eines Schwarzen in Österreich wert ist. Wir werden diese schreiende Ungerechtigkeit nicht widerspruchslos hinnehmen. Kommt alle zur DEMONSTRATION GEGEN POLIZEIJUSTIZ am Samstag (12.11.), ab 15Uhr Treffpunkt Ballhausplatz, Ziele: Innen- und Justizministerium. Es sind in den letzten Jahren zu viele Menschen aus der afrikanischen Diaspora unter staatlicher Gewalt gestorben. So die Verantwortlichen nicht belobigt oder frei gesprochen wurden, gab es unter Berücksichtigung mildernder Umstände maximal bedingte Freiheitsstrafen von maximal 8 Monaten. Für die Einhaltung des Artikels 2 der Menschenrechte. Für Gerechtigkeit! Im Gedenken an Cheibane Wague, azam allahu ajrakum, dessen einziges Verbrechen darin bestand, die "falsche" Hautfarbe zu haben. ---------- 4) Keine Gerechtigkeit in Strassburg Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg hat gestern das erstinstanzliche Urteil bestätigt, wonach das Kopftuchverbot an den türkischen Hochschulen rechtens sei. Das Gericht kam zu dem Schluss, dass der Emanzipation der Frau durch das Fernhalten von muslimischen Frauen von den Universitäten, Vorschub geleistet wird. Weitere Informationen: http://press.coe.int/cp/2005/608a(2005).htm ---------- 5) Wie sollen wir die Wiener Wahlen beurteilen? Zunächst einmal sehe ich keinen Grund für Panik. Die sozialliberalen Parteien haben dazu gewonnen und die Rechtsliberalen haben insgesamt verloren, wenn wir die Wahlresultate der beiden letzten Wahlen vergleichen. Dies bedeutet aber keineswegs, dass wir wegen dem Sieg der Sozialliberalen einen Grund zum Feiern haben. Die Ratlosigkeit und Vogel-Strauss-Politik der Wiener Regierung bezüglich der MigrantInnen wird weiter andauern. Die Mutlosigkeit bezüglich der - noch von Ex-Integrationstadrätin Renate Brauner initierten ? sehr mutigen Wahlrechtsinitiative hat sich schon beim aller ersten Inteview der neuen Integrationstadträtin Sonja Wehsely gezeigt und dieser Zustand dauert bis heute, wie wir aus den Presseberichten über ihre Tätigkeit und aus den Presseaussendungen ihres Büros entnehmen können. Den neuen Restriktionen im ?Fremdenpaket? haben die SozialdemokratInnen auf Bundesebene mit dem Argument, dass es noch schlimmer hätte werden können, zugestimmt. Die Häftlinge der rassistischen Operation Spring sitzen nach wie vor hinter Gittern. Der Menschenrechtsbeirat ? installiert nach der Tötung von Marcus Omofuma ? ist zur einem reinem Alibiinstrument verkommen. Und die Gefängnisse springen aus allen Nähten, weil sie mit MigrantInnen überfüllt sind. 45% der Insassen dort sind nach den Worten der Justizministerin ?Ausländer?. Diese Liste ist keineswegs zu Ende gedacht und könnte sicher nach einem grundlegenden Rekapitulationsvorgang der Migrationspolitik in Bund und Stadt in den letzten Jahren noch viel länger werden. Darum bitte nicht immer dem ersten Reflex nachgeben und in die braune Scheiße treten. Dieser Reflex hat wie bisher eine Funktion in dem für den österreichischen Staat spezifischen Rassismus. Diese Funktion ist die der Rechtfertigung der diskriminierenden Gesetze. Während sie in einem lauen Jännerlüfterl 1993 mit einer Kerze in der Hand auf dem Ring gegen ?Fremdenfeindlichkeit?spazieren gingen, riefen die Sozialliberalen: ?Gesetze statt Hetze?. Und die Gesetze sind dann auch geworden. Diese Gesetze (z.B. Aufenthaltgesetz von den Herren Löschnak und Matzka) haben durch die Hetze sowohl eine politische (??Wir? zeigen Stärke gegenüber ?Ausländern?!?) als auch eine moralisierende (??Wir? zeigen Stärke gegen den ?braunen Sumpf?!?) Rechtfertigung gehabt. In dieser Tradition steht auch das neue Wiener Kasperltheater. Die Gesetzgebenden und ihre öffentlichen WortspenderInnen werden sehr wohl wissen, wie sie diese Inszenierung zur Fortsetzung des staatlichen Rassismus einsetzen werden. Stichwort dazu wäre zum Beispiel das neue Staatbürgerschaftsgesetz. Wir werden sehen, wie die Sozialliberalen sich da verhalten. Bei den Rechtsliberalen scheint mir eine restriktive Richtung wegen der Totgeburt BZÖ fast vorprogrammiert. Jedenfalls werden sich alle auf den angeblichen Volkswillen berufen, der sich durch die Wiener Wahl gezeigt hat. Noch einmal: Die Hetze ist nicht ausserhalb des Systems, sondern dessen integraler Bestandteil. Dass sie sich jetzt in ihren schlimmsten Auswirkungen gegen die Menschen mit islamischem Bekenntnis richtet, ist nur folgerichtig entlang der immer wieder stattfindenden, durchaus undifferenzierten und dümmlichen, aber umso wirksameren Umstrukturierung des MigrantInnenkörpers. Wieder einmal wird eine bestimmte Gruppe von MigrantInnen zum Haupfeind ausgerufen und wieder einmal gib es linke und rechte selbsternannte ?RetterInnen des Abendlandes?. Wieder einmal versuchen ?weiße Männer die braunen Frauen von braunen Männern zu schützen? wie Gayatri Spivak sehr zutreffend schrieb. Wir sollten diese hegemonialen rassistischen Transformationen rational analysieren und ihnen mit einer entsprechenden antirassistischen Strategie entgegentreten. Und unsere Schreie und unsere Wut in Richtung Handeln umlenken. Eine Militanz ist heutzutage angesichts der Bedrohungen, die auf uns zurollen, durchaus angebracht. Und noch ein letztes Wort zur Wiener Wahl. Ich bin der Meinung, dass diese Wahlen - da 18% der in Wien lebenden Menschen nicht wählen dürfen - keine legitimen Wahlen sind. Alle zukünftigen Entscheidungen, die von den letzte Woche gewählten RepräsentantInenn geetroffen werden, können die MigrantInenn nicht als legitime Entscheidungen betrachten. Es handelt sich - von der migrantischer Seite her gesehen - um reine Willkürakte dieser Personen und Gremien. Was das für die hier vermeintliche Demokratie heisst, darüber können wir weiter diskutieren. Ljubomir Bratic Büro für ungewöhnliche Massnahmen - BUM ---------- 6) Der Kulturverein Kanafani braucht dringend Geld! Als unabhängiges Projekt stehen wir permanent am Rande des finanziellen Abgrundes. Alle Arbeit im Verein ist ehrenamtlich. Die Kanafanis leben zum überwiegenden Teil weit unter der Armutsgrenze. Also ist genau deine Hilfe gefragt. Ein Förderabo kostet 10,- ? / Monat und ist ein wertvoller Beitrag unsere Infrastruktur aufrechtzuerhalten. selbstverständlich freuen wir uns auch über einmalige Spenden. Kontonummer: 50363873101, BLZ 12000, BA-CA kulturverein kanafani - redaktion der.wisch sensengasse 5/3, 1090 wien www.kanafani.at, 00431/4092480 die welt ist unser zuhause - al alamu bajtuna ================================================ 23 Manifest des Aufstandes aus Paris: MIB auf Glocalist Daily von: office at glocalist-review.com ================================================ GLOCALIST Daily News publiziert das Manifest von MIB - MOUVEMENT DE L'IMMIGRATION ET DES BANLIEUES - vom 9. November in deutscher Übersetzung und Link zum franzöischen Originaltext. In deutscher Sprache wurde der Text erstmalig vom Kulturverein Kanafani (www.kanafani.at) publiziert. Die GLOCALIST Medien werden die Augen nicht abwenden. >> www.glocalist.com auf Menüpunkt Politik >> >> _____ Glocalist Medien - Medien für Zivilgesellschaft und NGOs Eine andere Information ist möglich GLOCALIST Daily News - Tages-Online-Zeitung >> www.glocalist.com GLOCALIST Review - Digitale Wochenzeitschrift GLOCALIST Magazine - Monatliches Printmagazin Barmherzigengasse 17 - stiege 6 - top 1 A-1030 Wien t: 01/597 2001 f: 01/597 6855 m: 0699 11 88 16 43 e: office at glocalist-review.com ================================================ B) TERMINE ================================================ ======================== Montag http://www.mund.at/butt/Termine/November/1411.htm Dienstag http://www.mund.at/butt/Termine/November/1511.htm Mittwoch http://www.mund.at/butt/Termine/November/1611.htm ======================== ================================================ D) EDITORIAL ================================================ Für den Inhalt verantwortlich: Ihr. Medieninhaberinnen & Medieninhaber seid Ihr E-Mail-Adresse für Beiträge: widerstand at no-racism.net geschickt. widerst at nd MUND und alle Termine täglich aktualisiert im Web: http://www.no-racism.net/MUND Ziel von MUND (medienunabhängiger Nachrichtendienst) ist die unzensurierte und möglichst rasche Information über gesellschafts- politisch relevante Termine, Hinweise und Diskussionsbeiträge zu Widerstand und Antirassismus sowie verwandte Themen. sollen einen Titel, Namen und Emailadresse der/des AutorIn enthalten und möglichst kurz und prägnant gehalten sein, ev. mit Hinweis, wo weitere Informationen eingeholt werden können. Bitte keine Attachments! Die inhaltliche und sachliche Verantwortung liegt bei der/dem jeweiligen AutorIn bzw. jenen, die uns die Beiträge schicken. Der MUND wird von einzelnen TagesredakteurInnen zusammengestellt. Da Fehler nicht ausgeschlossen sind, bitten wir, nicht veröffentlichte Beiträge nochmals an widerstand at no-racism.net zu senden. Die Weiterleitung (auch auszugsweise) ist erwünscht. Beiträge mit rassistischen oder sexistischen Inhalten werden nicht veröffentlicht. Sehr persönliche Meldungen werden wir an den betreffenden Adressaten weiterleiten, aber nicht im MUND veröffentlichen. Die bisherigen Ausgaben sind unter http://www.no-racism.net/MUND archiviert. Terminankündigungen bitte nach folgender Vorlage: * Wann: Sonntag, 11.11.2001, 11:11 Uhr * * Was: Maskenball: Motto "Schwarzblau ist die Haselnuss" * * Wo: Villa Morgenrot, Grüner Anger 42, 2001 Wendendorf * * Kommentar: Anreise per Anhalter. Maskenzwang. Ende nie. Aber kurz und prägnant.* Die Rubrik "Redaktionelles" am Ende der Ausgabe ist u.a. eine Konsequenz aus der Notwendigkeit, sexistische, antisemitische und rassistische Beiträge nicht zu veröffentlichen, ohne jedoch stillschweigend Zensur zu üben. Hier wird - in anonymisierter Form - auf angehaltene Beiträge hingewiesen und eine kurze Begründung der Tagesredaktion für die Nichtaufnahme geliefert. (Weitere Gründe einen Beitrag nicht aufzunehmen sind z.B.: Attachments, kein erkennbarer Bezug zu den breit gestreuten Themen des MUND, Werbesendungen, sinnlose Kettenbriefe.) Die AbsenderInnen der betroffenen Beiträge werden hiervon informiert. Im Sinne einer "gläsernen Zensur" könnt ihr Euch die Beiträge gerne extra schicken lassen: Ein kurzes Mail an widerstand at no-racism.net genügt. ================================================ E) VERTEILERLISTE ================================================ Zur Eintragung in diesen Verteiler bitte direkt subskribieren unter http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/analle oder von der einzutragenden Adresse aus ein mail schicken an: admin at no-racism.net mit folgendem Text: subscribe no-racism Bitte wegen Automatisierung diesen Wortlaut verwenden! Zur Austragung aus dieser Liste bitte an zusammengestellt. Bitte keine Attachments! (werden nicht angenommen) Redaktionsschluss für diese Ausgabe: So, 18.00 Uhr III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III ü, ö, ä, ß, Ü, Ö, Ä III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III widerst at nd-MUND is powered by http://alt.strg.at/ ================================================ _______________________________________________ Analle mailing list Analle at no-racism.net http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/analle _______________________________________________ Techred mailing list Techred at no-racism.net http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/techred From analle at no-racism.net Tue Nov 15 08:50:49 2005 From: analle at no-racism.net (=?iso-8859-1?q?MUND=3A_medienunabh=E4ngiger_Nachrichtendienst?=) Date: Tue, 15 Nov 2005 08:50:49 +0100 Subject: widerst@nd! - MUND: Dienstag, 15.11.2005 Message-ID: widerst at nd MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst www.no-racism.net/mund Dienstag, 15.11.2005 ================================================ A) INHALT ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN UND ANKÜNDIGUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 01 25.11.: "Made in India" Frauensolidarität Redaktion ================================================== 02 16.11. 19h | AUFENTHALT und BESCHAEFTIGUNG | Ein Survival-Training für KuenstlerInnen "IG BILDENDE KUNST" ================================================== 03 16.11.: Kunst Asyl office at asyl-in-not.org ================================================== 04 21.11.: F13 Vorbereitungstreffen augustin ================================================== 05 Dezember-Programm Kosmos-Theater KosmosTheater ================================================== 06 OPERATION SPRING - Letzter offener Prozess geht weiter! - AZ3000 nimmt Aussagen zurück! - Protestinserat wird veröffentlicht! - Protestschreiben! - Parlamentarische Anfragen - Wissenschaftliches - 8.Kinowoche-9.000er Grenze fällt! - Festivalteilnahmen "Tristan Sindelgruber" ================================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN UND KOMMENTARE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 07 Zum Beispiel Apartheidsjustiz "Amerlinghaus" ================================================== 08 KPÖ/Reichensteuer/Vermögen/Kapital KPÖ-Kommunikation ================================================== 09 Die Folgen einer überhasteten Aktion (Zur EU-Linkspartei) "Parteder Franz" ================================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< DISKUSSION ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 10 Daumenschraubstock "kohlerdi" ================================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< SOLIDARITÄT WELTWEIT ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 11 Marshallplan für den Irak: Jalal Talabani in Österreich "wadi wien" ================================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< LINKS / VERWEISE / HINWEISE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 12 Promedia-Veranstaltungen in dieser Woche Promedia ================================================== ================================================ B) TEXTE ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN UND ANKÜNDIGUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 01 25.11.: "Made in India" Frauensolidarität Redaktion ================================================== 14. November 2005 Presseinformation Anlässlich des "Internationalen Tages gegen Gewalt gegen Frauen" lädt die FRAUENSOLIDARITÄT zu "Made in India" Filmvorführung und Vortrag Zeit: Fr, 25. November, 18.00 Uhr Ort: Aula des AAKH am Campus Spitalgasse 2, 1090 Wien Im Mittelpunkt dieser Veranstaltung steht die ökonomische Gewalt gegen Frauen und die Einforderung der wirtschaftlichen Rechte, die in den wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Menschenrechten (WSK) festgeschrieben sind. "Made in India" (Indien/Schweiz, 91 Minuten) ist ein Film von und über die "Self Employed Womens Asociation" (SEWA) in Nordindien, eine Gewerkschaft von Frauen im informellen Wirtschaftssektor. "Can Codes Protect Women Workers" (Indien/Österreich 2004, 25 Minuten) ist ein Film zur zwiespältigen Rolle von Verhaltenskodizes von transnationalen Konzernen in der Weltmarktproduktion. Input zu den wirtschaftlichen Rechten von Frauen von Karin Lukas (Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte, Wien) Anlass: Der Internationale Tag gegen Gewalt gegen Frauen erinnert jährlich am 25. November an den Todestag der drei Schwestern Patria, Minerva und Maria Teresa Mirabal, drei dominikanische Oppositionelle, die im Hinterhalt vom damaligen Diktator Trujillo im Jahr 1960 ermordet wurden. In aller Welt machen Frauenorganisationen an diesem Tag ihre Anliegen in der Öffentlichkeit sichtbar und erinnern an die Möglichkeit, als Frau in Würde und ohne Gewalt zu leben. Eine Veranstaltung im Rahmen der "16 Tage gegen Gewalt gegen Frauen" Veranstalterin: Frauensolidarität in Kooperation mit feministAttac, der Studienvertretung für Kultur- und Sozialanthropologie, der Institutsgruppe Ethnologie und der ÖH Uni Wien. Information: Helga Neumayer, redaktion at frauensolidaritaet.org Redaktion Frauensolidarität Editorial "Solidarity Among Women" Berggasse 7/1, A-1090 Wien, Austria Fon:++43/1/317 40 20/352 (Fax:---/355) www.frauensolidaritaet.org ================================================== 02 16.11. 19h | AUFENTHALT und BESCHAEFTIGUNG | Ein Survival-Training für KuenstlerInnen "IG BILDENDE KUNST" ================================================== Einladung zur Veranstaltungsreihe ========== [X] =========== Alles was RECHT ist. Ein Survival-Training für KünstlerInnen. ========== [X] =========== Mittwoch, 16.11.2005, 19 Uhr AUFENTHALT und BESCHÄFTIGUNG Artikel 17a des österreichischen Staatsgrundgesetzes schreibt die Freiheit künstlerischen Schaffens fest. Daraus sollte sich für ausländische KünstlerInnen quasi ein Rechtanspruch auf Aufenthalt und Berufausübung in Österreich ableiten lassen. Ein gültiger Aufenthaltstitel und Beschäftigungsbewilligung werden dennoch verlangt. Auch Nachweise über die künstlerische Tätigkeit und, dass das Einkommen aus der Kunst das wirtschaftliche Überleben sichert, sind zu erbringen. Aber wo und wie sind all diese Vorrausetzungen, Nachweise und schließlich Dokumente zu erhalten? Wer definiert wer KünstlerIn ist oder nicht? Wie weiter nach dem Studium, wenn der Aufenthaltstitel bislang an die Ausbildung gebunden war? Und welche Veränderungen bringt das neue Niederlassungs- und Aufenthaltsgesetz (NAG) ab 1.1.2006? == Vortrag und Auskunft: Mag.a Doris Einwallner (Rechtsanwältin) == Veranstaltungsort: IG BILDENDE KUNST 1060 Wien, Gumpendorfer Straße 10-12 Information zur Veranstaltungsreihe == Alles was RECHT ist == Ein Survival-Training für KünstlerInnen In der IG BILDENDE KUNST hat 2002 eine Veranstaltungsreihe mit dem Titel "Alles was RECHT ist. Ein Survival-Training für KünstlerInnen" gestartet - eine Serie, die sich an KünstlerInnen richtet und besonders um Fragen zu zeitgenössischen Arbeitsbedingungen kreist. ExpertInnen geben Auskunft über rechtliche Möglichkeiten und praktische Tipps zum alltäglichen wirtschaftlichen Überleben von Kunstschaffenden. Die Aufbereitung und Vermittlung der verschiedenen Themen findet mittels kurzer moderierter Podiumsdiskussion oder Vortrag mit jeweils anschließender Publikumsdiskussion statt. Praktisch verwertbarer Informationsgehalt für KünstlerInnen steht dabei im Vordergrund. Die gesammelten Informationen werden anschließend auf der Website und/oder in der Zeitung der IG BILDENDE KUNST veröffentlicht. Zu folgenden Themen fanden bisher Veranstaltungen statt: Sozialversicherung, Arbeitsverhältnis Künstlerin - Galerie, Subventionsansuchen / Projektförderung, Artotheken, Steuer, Pressearbeit, Urheberrechte (in der Fotografie), Kunst im öffentlichen Raum. == Rückfragen: Daniela Koweindl =================== = IG BILDENDE KUNST = Gumpendorfer Straße 10-12 = A-1060 Wien = = Öffnungszeiten: Di - Fr 13-18 Uhr = = Tel +43 (0)1 524 09 09 = Fax +43 (0)1 526 55 01 = = Interessenvertretung: office at igbildendekunst.at = Galerie: galerie at igbildendekunst.at = = Url: http://www.igbildendekunst.at = ================================================== 03 16.11.: Kunst Asyl office at asyl-in-not.org ================================================== Kunst Asyl Eine Auktion zu Gunsten von Asyl in Not Mittwoch, 16. November 2005, 19 Uhr Semperdepot (Atelierhaus der Akademie der bildenden Künste Wien) Lehárgasse 6, 1060 Wien Heute, Montag, 14.11., ab 22.30 Uhr: Live-Versteigerung in "Treffpunkt Kultur" ! Kunst Asyl ist heute, Montag (14.11., 22.30 Uhr) zu Gast in der ORF-Sendung "Treffpunkt Kultur". Drei Werke aus unserem Katalog werden live in der Sendung versteigert: die Losnummern 2 (Ilse Haider, Modell für Skulptur, Rufpreis 1000.- Euro), 13 (Hans Staudacher, ohne Titel - Drachensteigen, Rufpreis 1500.- Euro) und 85 (Peter Kogler, ohne Titel, Rufpreis 250.- Euro). Vorbesichtigung der Exponate: 15. und 16. November 2005 jeweils 10-19 Uhr Achtung: Der Eingang zur Vorbesichtigung befindet sich eine Tür weiter, Lehárgasse 8! Auktionatorin: Andrea Jungmann Managing Director, Sotheby's Austria Organisation: Robert Schlesinger Der Reinerlös dient zur Gänze der Arbeit von Asyl in Not. Der Katalog kann bei uns angefordert werden. Die Bilder sind auch online zu sehen: www.kunstasyl.at Warum ich Asyl in Not unterstütze Auswahl einiger Statements von KünstlerInnen aus unserem Katalog: Ilse Haider: "Damit Menschen, die Schreckliches erlebt haben, wieder Hoffnung schöpfen können." Andreas Leikauf: "Das ist selbstverständlich und nebensächlich. Die wichtigere Frage ist, warum politische Flüchtlinge von unserem Staat nicht oder nicht ausreichend anerkannt und unterstützt werden und wie sich dieser Zustand ändern lässt." Birgit Sauer: "Mir ist in scheinbar unlösbaren Situationen sehr geholfen worden, schön, wenn ich Hilfe unterstützen kann." Irene Andessner: "Ehrenbürgerschaft für alle Schutzsuchenden!" ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Asyl in Not, Währingerstraße 59, A-1090 Wien Telefon +43/1/408 42 10, Fax +43/1/405 28 88 mailto:office at asyl-in-not.org http://asyl-in-not.org ================================================== 04 21.11.: F13 Vorbereitungstreffen augustin ================================================== Einladung zum F13 Vorbereitungstreffen Montag, 21. November, 19.00 Uhr Wien 4, Salon Uhudla, Phorusgasse 7 Liebe Freundinnen & Freunde des subversiven Fasching! Der kommende Freitag der Dreizehnte ist der 13. Jänner 2006, er fällt also tatsächlich in den Fasching. Da der Karneval historisch betrachtet alles vom Untersten ins Oberste kehrt, nehmen wir uns die Freiheit, an seine rebellische Tradition anzuknüpfen und den öffentlichen Raum für unser Treiben zu reklamieren. Wir laden alle interessierten Menschen, KünstlerInnen, Gruppen und Projekte aus dem kulturellen und/oder sozialen Bereich, alle Eigeninitiativen diskriminierter Gruppen und alle, die in deren Interesse handeln, zum 1. Vorbereitungstreffen ein. F 13 gehört niemanden, alle Gruppen bestimmen Ort, Tageszeit und Typus der Aktivitäten am Freitag dem Dreizehnten selbst. Der Augustin als Teil des sich bildenden F 13-Netzwerks denkt über einen subversiven Faschingsumzug nach, an dem sich auch andere Gruppen - als soziale Figuren, als Performanceaktion, als Spaßguerilla oder als wandelnde Livemusik - beteiligen können. Wir wollen die Bedeutung der "Unglücksttage" umdrehen und einen alternativen Volksbrauch entwickeln: F13. Vielleicht ist das ein utopischer Gedanke. Vielleicht können wir aber am 13. Jänner 2006 erneut ein paar Deka Utopie schon vor der Zeit verwirklichen. Das Augustin-Team ================================================== 05 Dezember-Programm Kosmos-Theater KosmosTheater ================================================== Anfang Dezember schlammen Angela Merkel und Laura Bush mit Samples von Judith Butler bis Maria Rauch-Kallat: Grand Schlamm. Merkel, Bush Mit ihrem neuen Programm (...) hat die großartige Kabarettistin Natascha Gundacker ihr Können auf ein Neues übertroffen. Eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit! (dieStandard, 20.09.2005) Die bemerkenswerte Dame mit dem lila Hütchen... führt mit erstaunlichem Unernst durchs Programm... Das Publikum war entzückt... (webwomen.at) ... rausgekommen bin ich ganz agatheisiert wie immer... (Klein & Kunst Onlein) Termin MO 12.12. / 20:30 PreisEuro 14,- / ermäßigt 12,- Ladies NightZweite Runde Mit: Eva D., Susanne Draxler, Christina Förster, Natascha Gundacker, Ingeborg Schwab, Gerti Tröbinger, Christa Urbanek u.v.a. Bunt schillernd und vielfältig wie nie zuvor. Die Augen weit geöffnet. Alle 2 Wochen frisch aufgetankt. Eine Stunde vor dem neuen Tag. Alles ist möglich. Mit 9,50 Euro inklusive 1 Getränk sind Sie mittendrin. Ladies Night... macht müde Fische wieder munter! Termin FR 09.12. / 23:00 Uhr VeranstalterWeiberstammtisch PreisEuro 9,50 inkl. 1 Getränk KosmosTheater / A-1070 Wien Siebensterngasse 42 / Tel. 01 5231226 / http://www.kosmostheater.at / email: office at kosmostheater.at / an Veranstaltungstagen geöffnet ab 19:00 / Büro Mo-Fr 11:00 bis 15:00 ================================================== 06 OPERATION SPRING - Letzter offener Prozess geht weiter! - AZ3000 nimmt Aussagen zurück! - Protestinserat wird veröffentlicht! - Protestschreiben! - Parlamentarische Anfragen - Wissenschaftliches - 8.Kinowoche-9.000er Grenze fällt! - Festivalteilnahmen "Tristan Sindelgruber" ================================================== 14.11.2005 - Neuigkeiten rund um OPERATION SPRING 1.) OPERATION SPRING - letzter offener Prozess geht weiter Der letzte noch offene Prozess im Rahmen der "Operation Spring" geht weiter: Die Verhandlungstermine: Mittwoch, 16. November 2005, 9.15 Uhr, Saal 305 Mittwoch, 23. November 2005, 9.15 Uhr, Saal 305 Donnerstag, 24. November 2005, 9.15 Uhr, Saal 303 (voraussichtlich Urteilsverkündung) jeweils offenes Ende Landesgericht für Strafsachen Wickenburggasse 18-20 1080 Wien Es ist jener Prozess gegen Emanuel C., vertreten durch den Rechtsanwalt Lennart Binder, der auch im Film OPERATION SPRING thematisiert wird. Wir würden uns freuen, wenn MedienvertreterInnen und Interessierte diesen Prozess besuchen, um ihm jene öffentliche Aufmerksamkeit zuteil werden zu lassen, der ihm unserer Meinung nach zusteht. Interessierten sei empfohlen, möglichst früh zu den Verhandlungen zu kommen. Gerade am Tag der Urteilsverkündung ist damit zu rechnen, dass schon relativ frühzeitig viele Plätze durch interessierte Vertreter der Exekutive belegt sind. An dieser Stelle eine kleine Randbemerkung: Wir würden uns wünschen, dass auch in diesem Prozess der Leitspruch "Im Zweifel für den Angeklagten" zur Anwendung kommt. 2.) Operation Spring - AZ 3000 nimmt seine Aussagen zurück Interview mit einem anonymisierten Zeugen auf Video AZ 3000 war einer der vielen Anonymisierten Zeugen in den Verfahren der Operation Spring, unter anderem im Verfahren gegen Emanuel Chukwujiekwu aber auch in mehreren weiteren Operation Spring Verfahren. Im zweiten Durchgang des Verfahrens gegen Emmanuel Chukwujekwu hat er vor Gericht seine belastenden Aussagen zurückgenommen. Im wiederaufgenommen aktuellen Verfahren gegen Emanuel Chukwujiekwu, das bislang noch nicht abgeschlossen ist, wurden vom Richter die entlastenden Aussagen des AZ 3000, die auf Video aufgenommen worden waren, nicht als Beweismittel zugelassen, mit der Begründung, 'dass die Aussagen von Zeugen, die nicht persönlich vernommen wurden, auch nicht verlesen werden.' Das gesamte Video wurde am 8.11. im Amerlinghaus, in Wien, der Öffentlichkeit präsentiert. Nun steht es auch zur Nachlese im Internet zur Verfügung. http://no-racism.net/article/1454/ 3.) Protestinserat - Offener Brief an das Justizministerium erscheint Ende dieser Woche! Mehr als 200 Menschen haben den untenstehenden, offenen Brief an das Justizministerium unterzeichnet und zusätzlich die Schaltung als Inserat finanziert. Initiiert wurde das ganze von SOS-Mitmensch - weitere Informationen unter: www.sos-mitmensch.at Der Aufruf Für das Menschrecht auf ein faires Verfahren! Das Bundesministerium für Justiz muss handeln. Nach der umstrittenen Polizeiaktion "Operation Spring" des Jahres 1999 haben österreichische Gerichte insgesamt 140 Verfahren gegen Afrikaner durchgeführt. Der Dokumentarfilm "Operation Spring" macht Justiz-Fehler öffentlich, die bislang nur wenig bekannt waren. Aufgrund fragwürdiger Beweise wurden zum Teil drakonische Strafen verhängt: Unrichtige Übersetzungen, verschwommenes Überwachungsmaterial, Falschaussagen eines anonymen Hauptbelastungszeugen und mehr. Das Bundesministerium für Justiz räumt Fehler ein, wurde aber bislang nicht tätig. Deshalb fordern wir nun: Das Justizministerium muss die Auswirkung der zweifelhaften Beweismittel auf alle Verurteilungen in Bezug auf Schuldspruch und Strafausmaß überprüfen. Wo sie Einfluss auf das Urteil hatten, müssen die Verfahren neu aufgerollt werden. Es geht um das Recht auf ein faires Verfahren für alle Angeklagten! Das Inserat erscheint am Freitag, den 18.11. in der Tageszeitung "Die Presse"; es wird wohl nicht zu übersehen sein. Medien, die das Inserat kostenlos abdrucken wollen, setzen sich bitte mit SOS-Mitmensch in Verbindung. Wir sind schon gespannt, ob es zu einer Reaktion seitens des Justizministeriums kommen wird ... 4.) Protestschreiben Nicht nur mit dem obigen offenen Brief muss sich das Justizministerium beschäftigen, es gibt auch zahlreiche Briefe von Einzelpersonen sowohl an das Justizministerium, als auch an das Innenministerium. Nunmehr gibt es auch Antwortschreiben aus den betreffenden Ministerien. Nachzulesen unter: http://no-racism.net/article/1436/ http://no-racism.net/article/1453 Vorlagen und Adressen für derlei Schreiben finden sich unter: http://no-racism.net/article/1396/ 5.) Parlamentarische Anfragen Parteipolitisch nehmen sich derzeit lediglich die Grünen des Themas an. Terezija Stoisits, Justizsprecherin der Grünen, hat zwei weitere Anfragen eingebracht. Eine richtet sich an die Justizministerin, die zweite an die Innenministerin. Nachzulesen sind diese Anfragen auf unserer homepage unter: http://www.operation-spring.com/spring/sites/pressestimmen.htm 6.) Wissenschaftliches Seitens des Justizministeriums ist eine Argumentationslinie, wieso jetzt nichts gemacht werden "kann", immer wieder: Die Kritikpunkte des Films kommen eben aus einer filmischen, künstlerischen Perspektive. Die Kritik sei zwar legitim, reiche aber nicht aus, um die Verfahren erneut aufzurollen, ... Das sehen wir zwar nicht so, liefern aber an dieser Stelle noch gerne wissenschaftliches "Beweismaterial", das zu ähnlichen Schlussfolgerungen wie der Film OPERATION SPRING kommt. Es handelt sich dabei um den Beitrag "Schwarze Stereotype und weiße Behörden - Afrikaner, Drogenkriminalität und Strafverfolgung durch Polizei und Justiz" von Simon Kravagna, erschienen in der SWS-Rundschau (www.sws-rundschau.at ); Nr. 1/05. Nachzulesen ist er auf unserer homepage unter: http://www.operation-spring.com/spring/sites/interviews.htm 7.) OPERATION SPRING - jetzt in der 8. Kinowoche - 9.000-er Grenze fällt! Die 9.000-er BesucherInnengrenze fällt heute Abend - darauf werden wir anstossen und bedanken uns bei allen! Besonderen Dank unserem Verleih - dem Stadtkino-Filmverleih - dafür, dass er den Film so liebevoll und engagiert betreut! Rund um den Filmstart hatten wir drei Wünsche und Hoffnungen: - OPERATION SPRING soll für Aufmerksamkeit und möglichst breite Diskussionen sorgen und das Thema ins öffentliche Bewusstsein rücken. - Der Film soll zumindest bis zum Prozessbeginn im Kino laufen. - Mehr als 10.000 Menschen sollen nach Möglichkeit den Weg ins Kino finden. Tja, was sollen wir sagen: Auch in Zeiten wie diesen können Wünsche in Erfüllung gehen! Jetzt noch etwas Mundpropaganda und die 10.000-er Hürde wird übersprungen ... Zu sehen ist OPERATION derzeit: In Wien: Filmhauskino (täglich: 17:30, 19:15, 21:00) und noch bis zum 17.11. im Stadtkino (18:30, 20:15, 22:00)! Informationen zum Wiener Kinoeinsatz unter: www.stadtkinowien.at In Innsbruck: seit 11.11. im Cinematograph! Informationen zum Kinoeinsatz in Innsbruck unter: www.cinematograph.at Demnächst in Villach, St. Pölten, Dornbirn, Krems, ... - und zum "Drüberstreuen" gibt es noch eine Oberösterreichtournee im Dezember. Alle Termine und Neuigkeiten stets aktuell unter www.operation-spring.com 8.) Internationale Festivals In den letzten Wochen war OPERATION SPRING auf Filmfestivals in Leipzig, Lissabon, Jihlava, Maribor und Kopenhagen zu sehen. Das Dokumentarfilmfestival in Maribor wählte OPERATION SPRING als Eröffnungsfilm. Nach dem Film gab es jeweils eine Diskussion mit reger Publikumsbeteiligung. Eine der ersten Fragen lautete jeweils: "Was hat sich nun in Österreich geändert?" Tja, siehe oben. Weitere Einladungen werden wohl noch folgen... Wir verbleiben mit der Bitte um Veröffentlichung / Weiterleitung. Etwaige Mehrfachzusendungen bitten wir zu entschuldigen. Sindelgruber Tristan, Schuster Angelika Schnittpunkt - Sindelgruber Tristan, Film- & Multimediaproduktion Große Sperlgasse 19/3 1020 Wien Austria UID-Nr.: ATU 46990608 e-mail: schnittpunkt at gmx.at web: www.schnittpunkt-film.com www.operation-spring.com ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN UND KOMMENTARE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 07 Zum Beispiel Apartheidsjustiz "Amerlinghaus" ================================================== Zum Beispiel Apartheidsjustiz Fall 1: Seibane Wague Die Umstände sind bekannt. Der Tote ist Afrikaner. Die Angeklagten sind österreichische Beamte. Der Richter ist österreichischer Beamter. Die ursprüngliche Anklage lautete auf § 81. (1) Wer fahrlässig den Tod eines anderen herbeiführt unter besonders gefährlichen Verhältnissen ist mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren zu bestrafen. Zusatz: (2) Der Täter ist nach Abs. 1 Z 3 auch zu bestrafen, wenn er sich mit einer Rechtsvorschrift oder einem behördlichen Auftrag nicht bekannt gemacht hat, obwohl er seinem Beruf, seiner Beschäftigung oder sonst den Umständen nach dazu verpflichtet gewesen wäre, oder wenn ihm der Irrtum über die Rechtsvorschrift oder den behördlichen Auftrag sonst vorzuwerfen ist. Tatsächlich wurde verurteilt nach § 80 Fahrlässige Tötung mit einem Strafrahmen bis zu einem Jahr. Das Urteil begründet Richter Pohnert folgendermaßen: "Der Vorfall ließ niemanden unberührt. Es wurde ein aufwendiges Strafverfahren geführt. Das Strafverfahren soll einen Beitrag leisten, dass so etwas nicht mehr passiert. Ich verweise auf den Kaprun-Prozeß: ein Unglücksfall muß keine strafrechtliche Verurteilung nach sich ziehen. Ist jedem Beschuldigten ein strafrechtlicher Vorwurf zu machen? In Österreich gibt es ein modernes Strafrecht: Im Zweifel für den Angeklagten." Weiters: "Bei der Fixierung ist die Kausalität zu prüfen. Ist das Verhalten jedes einzelnen Beschuldigten kausal für den Tod Seibane Wagues? Die Schläge waren nicht kausal für den Tod. Sie sind verwerflich, aber es ist nicht festzustellen, wer tatsächlich geschlagen hat." Weiters: "Das Zusammenspiel zwischen Notarzt, Polizei und Sanitätern muss beleuchtet werden. Die ersten Verhandlungstage im Juli waren geprägt von gegenseitigen Schuldzuweisungen. P4 wies den Arzt darauf hin, dass die Fixierung gelockert werden solle. Dr. K. meinte, dass man ihn noch liegen lassen solle. Es wurden keine Vorkehrungen für die Reanimation getroffen, obwohl Dr. K. bereits über die Atemprobleme informiert worden war. Die Schuld des Dr. K. ist evident. Eine Schuld der Polizisten ist hier nicht gegeben, weil der Arzte ja anwesend war. Alle waren beschäftigt, aber die Koordination war in der Polizei nicht geschult worden. Es ist der § 80 anzunehmen (Höchststrafe: 1 Jahr), nicht der §81. Die Strafen werden bedingt nachgesehen." Fall 2: Zum Vergleich Der Angeklagte ist Afrikaner, Gefangener der Operation Spring. Angeklagt wurde auf § 28. Suchtmittelgesetz Zusatz: (3) Mit Freiheitsstrafe von einem bis zu zehn Jahren ist zu bestrafen, wer die im Abs. 2 bezeichnete Tat gewerbsmäßig oder als Mitglied einer Bande begeht. Wer jedoch selbst an ein Suchtmittel gewöhnt ist und die Tat vorwiegend deshalb begeht, um sich für den eigenen Gebrauch ein Suchtmittel oder die Mittel zu dessen Erwerb zu verschaffen, ist nur nach Abs. 2 zu bestrafen. (4) Mit Freiheitsstrafe von einem bis zu fünfzehn Jahren ist zu bestrafen, wer die im Abs. 2 bezeichnete Tat 1. als Mitglied einer Bande begeht und schon einmal wegen einer im Abs. 2 bezeichneten strafbaren Handlung verurteilt worden ist, 2. als Mitglied einer Verbindung einer größeren Zahl von Menschen zur Begehung solcher strafbarer Handlungen begeht oder 3. mit Beziehung auf ein Suchtgift begeht, dessen Menge zumindest das Fünfundzwanzigfache der Grenzmenge (Abs. 6) ausmacht. Er wurde zu 5 Jahren verurteilt, die er bis zum letzten Tag abgesessen hat. Das Urteil wurde wie folgt begründet: "Aus der mit der Dealertätigkeit dokumentierten hochgradig ablehnenden Haltung des Angeklagten gegenüber dem fundamentalen Gut des Lebens bzw. der Gesundheit anderer Menschen," Menschen welcher Hautfarbe? "seiner auch aus dem Vorurteil sich ergebenden generellen Gleichgültigkeit gegenüber der österreichischen Rechtsordnung sowie der völligen Wirkungslosigkeit des verspürten Haftübels erhellt die hohe kriminelle Energie des Angeklagten." Wie war das? "In Österreich gibt es ein modernes Strafrecht: Im Zweifel für den Angeklagten" "Die generalpräventiven Ziele der Strafhöhe wiederum werden durch eine schuldangemessene Zumessung am besten erreicht, denn die als gerecht empfundene Strafe ist generalpräventiv am wirksamsten." Generalprävention - Abschreckung vor Wiederholung. Was hat nun eine Polizist für strafrechtliche Konsequenzen, zu erwarten, der bei der Arbeit einen Menschen tötet, einen Afrikaner, einen Obdachlosen, eine Sexarbeiterin? Davon ausgehend und unter Berücksichtigung der Strafzumessungsgründe kann ... eine im Bereich von weniger einem Drittel des gesetzlichen Strafrahmens ausgemessene Freiheitsstrafe spezial und generalpräventiven Erfordernissen nicht genügen, weshalb die Freiheitsstrafe moderater Anhebung bedarf." ================================================== 08 KPÖ/Reichensteuer/Vermögen/Kapital KPÖ-Kommunikation ================================================== KPÖ-Pressedienst - Drechslergasse 42, 1140 Wien - Telefon +43 (1) 50 36 580 - 0 - Fax +43 (1) 50 36 580 - 499 - Mail bundesvorstand at kpoe.at - Web www.kpoe.at - News www.kpoe.at/lpd - Ausgabe vom 14. November 2005 Eine Reichensteuer, die diesen Namen auch verdient Höhere Besteuerung von Kapital und Vermögen notwendig Für eine Reichensteuer die diesen Namen auch verdient tritt die KPÖ ein: "Die Einhebung von Sozial- und Krankenversicherungsbeiträgen bei reichen Privatiers als Aufputz für eine Senkung der Lohnnebenkosten für Unternehmer wie das SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer vorschlägt, geht am Kern der Sache vorbei", meint KPÖ-Wirtschaftssprecher Michael Graber. Bei 63.000 Euro-MillionärInnen in Österreich kann man nicht von einem "Trittbrettfahren einzelner ganz Wohlhabender" sprechen, wie Gusenbauer meint. Allein die hundert reichsten ÖsterreicherInnen besitzen laut "trend" ein Vermögen von über 52 Milliarden Euro, zumeist steuerschonend in Privatstiftungen angelegt. Unter Reichensteuer versteht die KPÖ etwa die Wiedereinführung der 1994 vom damaligen SPÖ-Finanzminister Ferdinand Lacina abgeschafften Vermögenssteuer. Ebenso ist die Aufhebung der ebenfalls von Lacina geschaffenen Steuerbegünstigung der 2.542 Privatstiftungen (Stand Oktober 2004) notwendig, wo geschätzte 55 Milliarden Euro steuerschonend geparkt sind. Die KPÖ fordert auch die Besteuerung von Zinseinkommen nach dem Einkommensteuergesetz bis zum Höchststeuersatz anstatt wie derzeit einheitlich mit 25 Prozent. Wenn dazu das Bankgeheimnis gelockert wird, ist das völlig legitim, derzeit verstecken sich die ZinsmillionärInnen hinter den kleinen SparerInnen, deren vernachlässigenswerte Zinsen ebenso hoch besteuert werden. Als gerechtfertigt sieht die KPÖ auch eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes für sehr hohe Einkommen - etwa ab 75.000 Euro im Jahr. Derzeit werden Einkommensbestandteile über 51.000 Euro mit 50 Prozent besteuert. Als Aushungerung der finanziellen Grundlage der öffentlichen Hand bezeichnet Graber die Senkung der Körperschaftssteuer - also der Einkommensteuer für Kapitalgesellschaften - von 34 auf 25 Prozent. Damit wird gerade den Konzernen ein Bonus dafür ausgestellt, dass sie Maximalprofite aus der Vernichtung von Arbeitsplätzen herauspressen. Schon in der Ära der rotschwarzen Regierung ist Österreich zu einem Steuerparadies für die Superreichen und Konzerne verkommen, bei der Besteuerung von Kapital, großen Vermögen und riesige Erbschaften rangiert Österreich EU-weit am untersten Ende. Eine höhere Besteuerung von Kapital und Vermögen zur Finanzierung des Sozialstaates und der Grundversorgung im Interesse eines funktionierenden Gemeinwesens wird immer dringlicher, als seit Jahren die Steuerlast immer stärker den Lohnabhängigen aufgebürdet wird, während Konzerne und Superreiche zunehmend keine Steuern mehr zahlen. ================================================== 09 Die Folgen einer überhasteten Aktion (Zur EU-Linkspartei) "Parteder Franz" ================================================== Montag, 14. November 2005 Internationale Rundschau: Einige Kommentare zum 1. Kongress der EU-Linkspartei Der 1. Parteitag der EU-Linkspartei hat keine großen politischen Wellen geschlagen. Diese Feststellung kann man guten Gewissens treffen. In sehr vielen Stellungnahmen, die nach dem Kongress veröffentlicht worden sind, dominieren die kritischen Töne. Dabei meine ich nicht solche Parteien wie KKE oder KP Portugals, die dieser Vereinigung mit gutem Grund sehr kritisch gegenüberstehen, sondern auch Mitglieder und Beobachter der ELP. So berichtet die FKP sehr diskret über den Kongress. Selbst die KPÖ schwächt in einer Erklärung des Bundesvorstandes vom 13. 11. 2005 die noch vor einem Jahr vorhanden gewesene Euphorie über die EU-Linkspartei deutlich ab. Die zypriotische Partei AKEL (eine Beobachterpartei) kritisiert in ihren Thesen für den bevorstehenden 20. Parteitag überhastete Aktionen, die dazu geführt haben, dass die Partei gegründet wurde, bevor die Bedingungen dafür wirklich reif waren. (Wir erinnern uns daran, dass eine der Parteiführungen, die an der überhasteten Gründung der EU-Linkspartei beteiligt waren, jene der KPÖ war). AKEL betont die Notwendigkeit einer breiten Einheit der Linken in Europa und betont, dass man in diesem Prozess sehr überlegt vorgehen muss. Der Vertreter der Kommunistische Partei der Slowakei übte bereits auf dem Kongress Kritik am Kurs der EU-Linkspartei. Auf der Homepage der Partei wird die Stellungnahme der Vorsitzenden der Kommunistischen Partei Griechenlands (KKE), Aleka Papariga, prominent wiedergegeben, in der sie begründet, warum die griechischen Kommunisten die Mitgliedschaft in der EU-Linkspartei ablehnen. Die Kommunistische Partei Böhmens und Mährens (KSCM) hat - entgegen der Behauptung, die Günther Hopfgartner in einem Artikel der Zeitschrift "Volksstimmen" aufgestellt hat - ihre Stellung gegenüber der EU-Linkspartei nicht verändert. Sie bleibt weiterhin eine aktive Beobachterin. Auf einer Pressekonferenz in Prag am 3. November 2005 wurde darauf hingewiesen, dass eine europäische Partei vom Atlantik zum Ural reichen müsse, und die Nichtmitgliedschaft solcher Parteien wie der KP Portugals, der KP Griechenlands, der zypriotischen AKEL, der KP der Russischen Föderation, der KP der Ukraine und von "kommunistischen Subjekten" vom Balkan und aus Skandinavien konstatiert. Außerdem berichtete man dort über die kritische Haltung der Strömung "Essere Communista" innerhalb der Rifondazione Communista. (Ich habe diese Positionen in früheren Beiträgen referiert). Die zweite KP in Italien "Communisti Italiani", ebenfalls eine Beobachterpartei der ELP, charakterisiert den Kongress von Athen so: "Hinter den Lichtern der Show von Athen wächst die Unzufriedenheit." Jacopo Venier bezeichnet die Aufnahme des Begriffs Sozialismus in die Kongressresolution als Zeichen dafür, dass Fausto Bertinotti einen Rückschlag in seinem Versuch hinnehmen musste, zum "europäischen Superstar und "absoluten Herrscher der EU-Linken" zu werden. (5. 11. 05) Er meint auch, erste "schüchterne, aber bezeichnende Distanzierungsversuche" der kleinen osteuropäischen Mitgliedsparteien der ELP vernommen zu haben. Man fordert die Solidarität der dominierenden Kräfte in dieser supranationalen Formation mit den Opfern der antikommunistischen Diskriminierung in früheren sozialistischen Ländern ein. So sind beispielsweise in Ungarn Symbole unserer Bewegung wie Hammer und Sichel und der rote Stern gesetzlich verboten. Die größte Übereinstimmung - innerhalb der ELP und darüber hinaus - besteht mit den Zielen der Erklärung von Athen. Aber dazu hätte man keine eigene Partei gebraucht und man hätte sich viele Konflikte innerhalb der und zwischen den kommunistischen Parteien ersparen können. Denn die Behauptung, dass die EU-Linkspartei ein Element der Vereinigung und nicht der Spaltung wäre, wird nicht wahrer, wenn man sie immer wieder verkündet oder beschließen lässt. Die EU- Linkspartei war bisher kein Mittel zur Überwindung der Spaltung der Linken in Europa, sondern hat im Gegenteil das gegenseitige Misstrauen verstärkt, sie hat die Rechtsentwicklung der Führungen und bei den innenpolitischen Orientierungen einiger Mitgliedsparteien beschleunigt und sie befördert Illusionen in den Charakter und in die Reformierfähigkeit der EU. Die steirische KPÖ hat sich stets gegen den Beitritt der KPÖ zur EU-Linkspartei ausgesprochen und nimmt nicht an der Arbeit ihrer Strukturen teil. Wir schlagen vor, dass unsere Partei so bald wie möglich die Mitgliedschaft in einen Beobachterstatus umwandelt. Das könnte mithelfen, die europaweite Zusammenarbeit der kommunistischen und Linksparteien in Europa auf eine neue Grundlage zu stellen und das entstandene gegenseitige Misstrauen zurückzudrängen. Franz Stephan Parteder ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< DISKUSSION ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 10 Daumenschraubstock "kohlerdi" ================================================== In ihrem Beitrag "Daumenschraubstock" (DER STANDARD v. 14.11.) schreibt Luise Ungerboeck betreff ÖBB-Nebenbahnen: ".., dass der Bund jährlich zwar 600 Millionen Euro für Sozialtarife, Schüler-, Lehrlings- und Pendlerfahrten ausgibt, den Geldfluss aber nicht an Qualitätsvorgaben koppelt. Auch Zielvorgaben fehlen." Das wirft Fragen auf, die nicht nur an den zuständigen Minister Gorbach und seinen Staatssekretär Kukacka, sondern an politische Entscheidungsträger im allgemeinen zu richten sind: Halten sich Berufspolitiker an die Zielvorgaben des Souveräns? Ist der Geldfluss (Österreich hat weltweit das teuerste politische System mit den zweithöchsten Politikereinkommen) an Qualitätsvorgaben gekoppelt? Wenn nicht, soll doch Minister Gorbach zuerst einmal vor der eigenen Tür kehren! Es wäre erfreulich, einen diesbezüglichen Kommentar im STANDARD zu lesen Dietmar Köhler ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< SOLIDARITÄT WELTWEIT ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 11 Marshallplan für den Irak: Jalal Talabani in Österreich "wadi wien" ================================================== Ein Marshallplan für den Irak Appell an das vereinte Europa und an Österreich, den mühsamen Kampf der irakischen Bevölkerung um eine demokratische Zukunft ihres Landes zu unterstützen - Ein Kommentar der anderen von Jalal Talabani Es war nicht leicht für die Bevölkerung meines Landes, sich von einem kriminellen Regime zu befreien, das 35 Jahre lang das Schicksal der Menschen - nicht nur im Irak, sondern auch in der gesamten Region - bestimmt hat. Jährlich wurden tausende Iraker getötet, inhaftiert oder aus ihrem eigenen Land deportiert. Die Kurden im Norden des Landes waren unter dem Baath-Regime einer gezielten genozidalen Verfolgung ausgesetzt; die Schiiten im Süden erlitten ebenso wie Turkmenen, Christen und Yeziden systematische religiöse und politische Repressionen; und die oppositionellen Sunniten aus dem Zentralirak wurden verfolgt, sobald sie ihre Stimme gegen Saddam Hussein erhoben. Letztlich litten nicht nur die Angehörigen einer Bevölkerungsgruppe, sondern alle Iraker, die sich für die Freiheit ihres Landes einsetzten, unter einem totalitären Regime, das keinen Widerspruch zuließ. Wir wurden im Jahr 2003 durch Hilfe unserer amerikanischen Freunde und Koalitionspartner von diesem Regime befreit. Wir haben versucht, diesem Krieg zu entgehen, da gerade uns, den Kämpfern für und Verteidigern der Freiheit, bewusst ist, was Krieg bedeutet. Das Regime hat uns jedoch keine andere Wahl gelassen. Dieser Krieg war die einzige - wenn auch vielleicht nicht die beste - Methode, dem Leiden des irakischen Volkes ein Ende zu bereiten. Das Baath-Regime war nicht nur eine Gefahr für die eigene Bevölkerung, sondern auch für die ganze Welt. Es hat drei Kriege geführt und die Region damit in ein Blutbad getaucht, und es war bereit, noch weitere Kriege zu führen, um sich an der Macht zu halten - und zwar ohne jede Rücksicht auf das Völkerrecht oder die internationale Zusammenarbeit. Diese Periode der irakischen Geschichte ist beendet. Auch die Diskussion über die Kriegsgründe und -motive interessieren meine Bürger heute nicht mehr. Wir gründen im neuen Irak eine junge Demokratie, in der alle Bevölkerungsgruppen gleiche Rechte und Pflichten haben und wo die Menschenrechte und verfassungsgemäß garantierten Freiheiten respektiert werden. Von Europa lernen Wir hatten in diesem Jahr zwei erfolgreiche Erfahrungen mit dieser jungen Demokratie: Die erste war die Wahl des Parlaments, an der ca. 8,5 Millionen Wähler trotz Terrorbedrohungen teilgenommen haben. Zum ersten Mal in der Geschichte wurde der irakische Staatspräsident demokratisch gewählt. Und vor wenigen Wochen schließlich haben mehr als zehn Millionen Iraker auch der neuen Verfassung zugestimmt. Die irakischen Bürger haben sich für diesen Weg entschieden, um einen modernen demokratischen Staat im Vorderen Orient zu gründen. Dieser Weg zur Demokratie ist keine Agenda aus dem Ausland, sondern entspricht dem ureigensten Wunsch der irakischen Bevölkerung. Dabei brauchen wir aber auch die Hilfe unserer Freunde in Europa, die schon lange Demokratie und Freiheit genießen. Und vielleicht werden wir ja im neuen Irak von ihren Erfahrungen bei der Bewältigung des Wandels von einem totalitären Regime zur Demokratie lernen. Wir haben großes Interesse an europäischer Unterstützung und wünschen uns eine noch stärkere Rolle der EU-Staaten beim Aufbau und in der Entwicklung des Irak. Das wäre nicht nur in unserem Sinn, sondern auch im Sinn der europäischen Bürger, denn Europa braucht demokratische Partner im Nahen Osten, mit denen stabile politische, kulturelle und wirtschaftliche Beziehungen aufgebaut werden können. Wir wollen dieses Aufbauprojekt für eine erfolgreiche Zukunft nicht zuletzt deshalb betreiben, um in verschiedenen internationalen Zusammenhängen aktiv werden zu können. Noch versuchen allerdings Terroristen aus aller Welt, den demokratischen Prozess im Irak zu zerstören. Auf Österreich hoffen Ich hoffe, dass die in Europa verbreitete Kritik an der Politik der Koalitionspartner kein Grund sein wird, die Gefährlichkeit dieser Gruppen zu unterschätzen und den Konflikt zwischen dem neuen Irak und den Feinden der Demokratie zu ignorieren. Die Anschläge im Irak sind nicht nur gegen die Vereinigten Staaten und den neuen Irak gerichtet, sondern auch gegen die Zivilisation an sich. Mit ihren Massakern gegen irakische Zivilisten wollen die Terroristen jede Basis für einen Frieden in Nahen Osten zerstören. Der Kampf gegen diese zerstörerischen Kräfte ist nicht nur unser Krieg. Das wahre Gesicht des Terrors können Sie, liebe Österreicher, heute nicht nur im Irak, sondern auch in New York, London, Madrid oder - wie zuletzt - in Amman erkennen. Es gab während der finsteren Jahre des Baath-Regimes im Irak einerseits jene Österreicher, die uns in unserem Kampf für die Freiheit unterstützt haben, anderseits aber auch etliche österreichische Firmen, Organisationen und Einzelpersonen, die im Zuge des Oil-for-Food-Korruptionsskandals vom Regime profitierten. Der neue Irak wird es jenen - Ersteren - danken, die uns auf dem mühsamen Weg in die Demokratie begleitet haben und uns nun beim Wiederaufbau des Landes zur Seite stehen. Der neue Irak braucht einen Marshallplan, wie ihn das neue Europa nach 1945 erhalten hatte. Wir sind uns sicher, dass uns Österreich dabei in Freundschaft und Verbundenheit zur Seite stehen wird. ------------------------------------------------------- Jalal Talabani ist Präsident des Irak und Vorsitzender der Patriotischen Union Kurdistans (PUK). (DER STANDARD, Printausgabe, 15.11.2005) -- WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit e-mail: wadi.wien at gmx.at Tel.: 0699-11365509 Postfach 105 A-1181 Wien Spendenkonto in Österreich: Kontonummer 07.405.301 Evangelische Kreditgenossenschaft eG BLZ 31800 IBAN: AT10 3180 0000 0740 5301 BIC: EVKRATW1 Website mit weiteren Informationen zu Projekten von Wadi und Veranstaltungshinweisen: www.wadinet.at ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< LINKS / VERWEISE / HINWEISE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 12 Promedia-Veranstaltungen in dieser Woche Promedia ================================================== Werte Lesende, lassen Sie uns bitte die kommenden Veranstaltungen des Promedia- Verlages kurz in Erinnerung rufen: *) Im Rahmen der "Wiener Buchwoche": Hilde Schmölzer, Die abgeschaffte Mutter. Der männliche Gebärneid und seine Folgen Wann? Mittwoch, den 16.11.2005 um 12:45 Uhr Wo? Literarisches Café im Wiener Rathaus *) im Rahmen der "Wiener Buchwoche": Dimmel/Schmee (Hg.), Politische Kultur in Österreich 2000-2005 Es diskutieren: Thomas Rothschild, Trautl Brandstaller, Josef Schmee Wann? Am Donnerstag, den 17.11.2005, um 14:15 Uhr Wo? "Leseforum" im Rathaus im Rahmen der "Wiener Buchwoche" *) Sonntagsmatinée zur Präsentation des Buches Helmut Weihsmann, In Wien erbaut. Lexikon der Wiener Architekten des 20. Jahrhunderts Wann? am Sonntag, den 20.11.2005, um 13:00 Uhr Wo? Filmcasino, Margaretenstraße 78, 1050 Wien *) Helmut Dahmer (Hg.), Leo Trotzki. Sozialismus oder Barbarei! Eine Auswahl aus seinen Schriften Wann? Dienstag, 22.11. 2005, 19 Uhr Wo? Zentralbuchhandlung, Schulerstr. 1-3, 1010 Wien Wir freuen uns auf Ihr Kommen. Promedia Verlag, Sarah Wiener ================================================ C) TERMINE ================================================ ======================== Dienstag http://www.mund.at/butt/Termine/November/1511.htm Mittwoch http://www.mund.at/butt/Termine/November/1611.htm Donnerstag http://mund.at/butt/Termine/November/1711.htm ======================== ================================================ D) EDITORIAL ================================================ Für den Inhalt verantwortlich: Ihr. E-Mail-Adresse für Beiträge: widerstand at no-racism.net geschickt. widerst at nd MUND und alle Termine täglich aktualisiert im Web: http://www.no-racism.net/MUND Ziel von MUND (medienunabhängiger Nachrichtendienst) ist die unzensurierte und möglichst rasche Information über gesellschafts- politisch relevante Termine, Hinweise und Diskussionsbeiträge zu Widerstand und Antirassismus sowie verwandte Themen. sollen einen Titel, Namen und Emailadresse der/des AutorIn enthalten und möglichst kurz und prägnant gehalten sein, ev. mit Hinweis, wo weitere Informationen eingeholt werden können. Bitte keine Attachments! Die inhaltliche und sachliche Verantwortung liegt bei der/dem jeweiligen AutorIn bzw. jenen, die uns die Beiträge schicken. Der MUND wird von einzelnen TagesredakteurInnen zusammengestellt. Da Fehler nicht ausgeschlossen sind, bitten wir, nicht veröffentlichte Beiträge nochmals an widerstand at no-racism.net zu senden. Die Weiterleitung (auch auszugsweise) ist erwünscht. Beiträge mit rassistischen oder sexistischen Inhalten werden nicht veröffentlicht. Sehr persönliche Meldungen werden wir an den betreffenden Adressaten weiterleiten, aber nicht im MUND veröffentlichen. Die bisherigen Ausgaben sind unter http://www.no-racism.net/MUND archiviert. Terminankündigungen bitte nach folgender Vorlage: * Wann: Sonntag, 11.11.2001, 11:11 Uhr * * Was: Maskenball: Motto "Schwarzblau ist die Haselnuss" * * Wo: Villa Morgenrot, Grüner Anger 42, 2001 Wendendorf * * Kommentar: Anreise per Anhalter. Maskenzwang. Ende nie. Aber kurz und prägnant.* Die Rubrik "Redaktionelles" am Ende der Ausgabe ist u.a. eine Konsequenz aus der Notwendigkeit, sexistische, antisemitische und rassistische Beiträge nicht zu veröffentlichen, ohne jedoch stillschweigend Zensur zu üben. Hier wird - in anonymisierter Form - auf angehaltene Beiträge hingewiesen und eine kurze Begründung der Tagesredaktion für die Nichtaufnahme geliefert. (Weitere Gründe einen Beitrag nicht aufzunehmen sind z.B.: Attachments, kein erkennbarer Bezug zu den breit gestreuten Themen des MUND, Werbesendungen, sinnlose Kettenbriefe.) Die AbsenderInnen der betroffenen Beiträge werden hiervon informiert. Im Sinne einer "gläsernen Zensur" könnt ihr Euch die Beiträge gerne extra schicken lassen: Ein kurzes Mail an widerstand at no-racism.net genügt. ================================================ E) VERTEILERLISTE ================================================ Zur Eintragung in diesen Verteiler bitte direkt subskribieren unter http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/analle oder von der einzutragenden Adresse aus ein mail schicken an: admin at no-racism.net mit folgendem Text: subscribe no-racism Bitte wegen Automatisierung diesen Wortlaut verwenden! Zur Austragung aus dieser Liste bitte an aus Einsendungen an zusammengestellt. Bitte keine Attachments! (werden nicht angenommen) Für diese Ausgabe nicht aufgenommen: - Einen m.E. nicht widerstandsrelevanter Beitrag - Zwei Attachment-lastige Beiträge - Eine veraltete Terminankündigung Redaktionsschluss für diese Ausgabe: 20:00 Uhr III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III widerst at nd-MUND is powered by http://alt.strg.at/ _______________________________________________ Techred mailing list Techred at no-racism.net http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/techred From analle at no-racism.net Wed Nov 16 08:04:16 2005 From: analle at no-racism.net (=?iso-8859-1?q?MUND=3A_medienunabh=E4ngiger_Nachrichtendienst?=) Date: Wed, 16 Nov 2005 08:04:16 +0100 Subject: widerst@nd MUND, Mittwoch 16.11.2005 Message-ID: widerst at nd MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst Medieninhaberinnen & Medieninhaber seid Ihr www.no-racism.net/mund Mittwoch, 16. November 2005 ================================================ A) INHALT ================================================ ================================================ 1 ZeugInnen, Fotos, Videos dringend gesucht - Polizerepression nach Eat The Rich-Demo!!! Von: solidaritaetsgruppe at chello.at ================================================ ================================================ ANKÜNDIGUNGEN UND TERMINE ================================================ ================================================ 2 Karl Kraus und der Nationalsozialismus 24. November 2005, 20 Uhr Von: Café Critique ================================================ 3 Das Que(e)r-Beisl ist tot - Lang lebe das que[e]r! Von: Rosa Antifa Wien ================================================ 4 Einladung zum Gitarrekonzert von Pirai Vaca Von: Edgar Medina ================================================ 6 Roböxotica 2005 - Festival für Cocktailrobotik Von: ================================================ 7 Hinweis auf Radiosendung Von: gegenargumente ================================================ 8 Zur politischen Ökonomie des Wetters: NATUR und KAPITALISMUS - WAS IST HIER DIE KATASTROPHE? Von: by way of Edgar Ernstbrunner ================================================ 9 Wenn die Ghettos brennen - Veranstaltung und Buchpräsentation Von: agm ================================================ 10 NATUR und KAPITALISMUS - WAS IST HIER DIE KATASTROPHE? Von: GegenStandpunkt at gmx.at ================================================ 11 Zukunfts und Kulturwerkstätte 29.11.: Mythen der Arbeit, Filmtipp Von: Zukunfts- und Kulturwerkstätte + ================================================ 12 Kunst Asyl Von: ================================================ ================================================ MELDUNGEN UND MEINUNGEN ================================================ ================================================ 13 EU/Fahrverbote/EUGH/Protest/KPÖ Von: KPÖ Steiermark ================================================ 14 Karzai: "Gobalisierung bringt Kulturen näher" Von: wadi wien ================================================ 15 Aviso: AKS startet Herbstkampagne Von: Ingrid Gogl ================================================ 16 Neues Beiratsmitglied Glocalist Medien: Wolfgang Pekny (GREENPEACE) Von: GLOCALIST REVIEW ================================================ 17 KPÖ/Wegekostenrichtlinie/EU/Kostenwahrheit Von: KPÖ-Kommunikation ================================================ 18 Shirin Ebadi: "Werde in Iran mit dem Tod bedroht" Von: wadi wien ================================================ ================================================ B) TEXTE ================================================ ================================================ ZeugInnen, Fotos, Videos dringend gesucht - Polizerepression nach Eat The Rich-Demo!!! 1 Von: solidaritaetsgruppe at chello.at ================================================ ZeugInnen, Fotos, Videos dringend gesucht - Polizerepression nach Eat The Rich-Demo!!! Prozess gegen Teilnehmer der Eat the Rich-Demo wegen »Tätlichen Angriff« auf einen Beamten wurde vertagt auf 19. Dezember 2005. Bis dahin suchen wir noch dringend entlastende Fotos, Videos und ZeugInnen, die den Ablauf vor allem vor der Verhaftung gesehen haben. Kurz über den Hintergrund: Am 15. Mai 2005 fand die Eat the Rich-Demo im Rahmen des Wiener Kongresses (wienerkongress.info/) statt. Im Anschluss an die Demo kam es zu einer Hausbesetzung in der Weihburggasse im ersten Wiener Gemeindebezirk (at.indymedia.org/newswire/display/53957). Transparente wurden aus den Fenstern gehängt, Knallkörper und Feuerwerk vom Balkon abgefeuert. Vor dem Haus fanden sich etwa 50 Personen ein, die sich mit den BesetzerInnen solidarisierten. Die Polizei hatte den Hauseingang anfangs blockiert und nach einer Weile sperrte sie auch die Straße vor dem Haus ab, wobei ein (offener) Kessel entstand. Etwa 30 Personen waren noch vor dem Hauseingang, als die Polizei die Leute wegdrängte und hinter die Absperrung beförderte. Im Zuge dieser Polizeiaktion kam es zu einem Zwischenfall: A., der die Kundgebung eigentlich verlassen wollte, prallte dabei gegen einen Polizeibeamten, der gerade mit Schildern beladen war, die er seinen KolegInnen bringen sollte. Wenn zwei nicht richtig schauen, wo sie hinlaufen, hat einer nachher ernsthafte Schwierigkeiten mit der Justiz. Aus einem unbeabsichtigen Zwischenfall entwickelte sich dann nämlich eine Amtshandlung: A. wurde vor dem Hotel Marriot von anderen BeamtInnen relativ brachial festgenommen und erlitt dabei eine Abschürfung im Gesicht (er wurde während der Festnahme am Boden fixiert); bis ca. 22 Uhr wurde A. dann auf der Polizeistation am Deutschmeisterplatz festgehalten. Am 19. Dezember 2005 ist der nächste Verhandlungstermin (wegen § 270 Abs. 1 STGB - Tätlicher Angriff auf einen Beamten) angesetzt. Das Delikt des tätlichen Angriffs beinhaltet nicht einmal eine Körperverletzung oder Gesundheitsschädigung und dient in diesem Fall als eine Art Auffangdelikt, um das zufällige Zusammenstoßen mit einem Beamten zu kriminalisieren. Bis zum nächsten Verhandlungstermin (je früher desto besser) wäre es sehr wichtig, dass sich FotografInnen, Leute die gefilmt haben oder den Ablauf vor der Verhaftung gesehen haben, melden. Bitte diesen Text an alle Leute die ihr kennt und die auf der Demo gewesen sein könnten weiterleiten. Für Anwaltskosten und eine mögliche Geldstrafe wird dringend Geld benötigt - Spendensparbuch: 104410-010177, lt. auf Solidaritätsgruppe, Sparkasse Oberösterreich, BLZ 20320 Watch out for Spendenbüchsen & Soliparty! Bilder der Scheinhausbesetzung: at.indymedia.org/newswire/display/53958 Kontaktmöglichkeiten: Solidaritätsgruppe Schottengasse 3A/1/4/59 1010 Wien Tel.: (0699) 112 25 867 Fax: (01) 532 74 16 E-Mail: solidaritaetsgruppe at chello.at Liebe Freundinnen und Freunde, noch eins: Wir haben diese Nachricht an einen relativ weiten Empfängerkreis verschickt. Belästigen wollen wir niemand. Falls ihr aus dem Verteiler gestrichen werden möchtet, bitten wir um eine kurze Rückmeldung. -- ================================================ ANKÜNDIGUNGEN UND TERMINE ================================================ ================================================ Karl Kraus und der Nationalsozialismus 24. November 2005, 20 Uhr 2 Von: Café Critique ================================================ Dritte Walpurgisnacht Karl Kraus und der Nationalsozialismus Vortrag von Irina Djassemy 24. November 2005, 20 Uhr Neues Institutsgebäude, Hörsaal 2 Universitätsstraße 7, 1010 Wien Karl Kraus' Abrechnung mit dem Nationalsozialismus gehört bis heute zu den am wenigsten beachteten Gegenständen seines Gesamtwerks. Von Germanistik wie Politikwissenschaft gleichermaßen ignoriert, erfährt die 1933 verfasste "Dritte Walpurgisnacht" in der Presse vor allem die Zitation ihres Anfangssatzes: "Mir fällt zu Hitler nichts ein." Dass mit diesem Satz der längste Essay beginnt, den Kraus je geschrieben hat, wird wohlweislich verschwiegen. Solche Ignoranz dient einerseits der Abwehr der bis heute instruktiven Erkenntnisse, welche die "Dritte Walpurgisnacht" über den NS und auch über seine intellektuellen Mitläufer bietet, andererseits beruht sie auf dem Missverständnis, Kraus habe sich durch seine Fixierung auf Kulturkritik und durch seine Unterstützung des Dollfuß-Regimes als Faschismuskritiker disqualifiziert. Doch gerade das in jenem Anfangssatz artikulierte Bewusstsein des Inkommensurablen wird in der Dritten Walpurgisnacht zum Ausgangspunkt zentraler Einsichten in die historische Bedeutung des Nazismus als Zivilisationsbruch, in seine politisch-propagandistische Funktionsweise und nicht zuletzt in die psychologischen Voraussetzungen des Antisemitismus. Kraus' hellsichtige Diagnose, die sich auf Überlegungen aus über drei Jahrzehnten seiner Zeitschrift "Die Fackel" stützen konnte, weist - wie in diesem Vortrag gezeigt wird - weitreichende Übereinstimmungen mit der Antisemitismusanalyse der Kritischen Theorie auf, insbesondere in der Darstellung der antisemitischen Projektion, der Verschränkung von Rationalität und Irrationalität und der Dialektik von Kontinuität und Bruch im Verhältnis des NS zur formalen Demokratie. Indessen entfalten die Krausschen Darstellungsformen als künstlerische eine spezifische Wirkung, die in kognitiver Erkenntnis allein nicht aufgeht. Der Vortrag versteht sich deshalb auch als Plädoyer für eine Kraus-Rezeption, die trotz der bedenklichen Aspekte des Krausschen Verhältnisses zum Judentum seine Antisemitismuskritik zur Kenntnis nimmt, um aus ihr relevante Impulse für aktuelle Debatten zu beziehen. Irina Djassemy ist Verfasserin der Studie "Der 'Productivgehalt kritischer Zerstörerarbeit'. Kulturkritik bei Karl Kraus und Theodor W. Adorno" (2002) sowie Lektorin an der Universität Freiburg i.Brsg. und an der Universität Frankfurt am Main. Eine Veranstaltung von Café Critique und Studienvertretung Politikwissenschaft ______________ Unsubscribe Email an: cafe.critique at gmx.net ________________ Impressum: Café Critique Verein für Gesellschafts- und Kulturkritik Wickenburggasse 16/5 A-1080 Wien Email: cafe.critique at gmx.net Web: http://www.cafecritique.priv.at ================================================ ================================================ 3 Das Que(e)r-Beisl ist tot - Lang lebe das que[e]r! Von: Rosa Antifa Wien ================================================ que[e]r ist /*mobil*/ jetzt ist es soweit - das que(e)r-beisl setzt sich zur ruhe! nach sieben jahren - unzaehligen vortraegen, diskussionen, filmen und workshops ist es soweit - es ist zu ende ... denn que(e)r-beisl geht - aber que[e]r /*mobil*/ ist da! alles neu? nein! wir werden weiterhin fuer interessante veranstaltungen sorgen. wir werden weiterhin weder kosten (naja bis zu einem gewissen mass) noch muehen (da sind wir flexibel) scheuen um euch und auch uns ein spannendes programm zusammenzustellen! natuerlich sind wir auch fuer vorschlaege und anregungen offen Wink que[e]r ist /*mobil*/ aber lange noch nicht weg! also - auf ein wiedersehen oder neu kennenlernen! fuer spannende diskussionen und gemuetliche plaudereien! watch out! ########### Als erste Veranstaltung gibt es: Ladyfest wien goes que[e]r + ein rück- und ausblick + als queer-feministische vernetzungsplattform für musik und performances, künstlerisches schaffen aller art und lautstarke vermittlung politischer anliegen von "ladies" ist anfang oktober 2005 zum zweiten mal in wien ein ladyfest über die bühne gegangen. welche konzepte stehen hinter dem ladyfest? wie funktioniert - wenn es denn funktioniert - so ein "ladyspace"? kann mensch gleichzeitig geschlechtergrenzen verwischen wollen und trotzdem ausschlüsse in der offenheit von veranstaltungen festlegen? und welche perspektiven ergeben sich daraus für weitere queer-feministische projekte in wien und anderswo? organisatorinnen des ladyfests wien 05 diskutieren ihre vorstellungen von ladyfest und deren umsetzung in die praxis - und lassen per video- und fotomaterial das festival nochmals revue passieren. Zeit: Mittwoch 23. November um 20:00 Ort: Netbase (7. Neustiftg. 17 / U2+U3 Volkstheater) -- ############ RAW ############# Rosa Antifa Wien c/o Rosa Lila Tip Linke Wienzeile 102 A-1060 Wien AUSTRIA ------------------------- E-Mail: raw at raw.at Web: http://www.raw.at Board: http://www.n3tw0rk.org ------------------------- PGP-Key available here: http://www.raw.at/sub/kontakt/raw.asc ############ RAW ############# ================================================ 4 Einladung zum Gitarrekonzert von Pirai Vaca Von: Edgar Medina ================================================ Einladung - Invitación Zum Gitarrekonzert von Pirai Vaca - Al concierto de Guitarra de Pirai Vaca www.piraivaca.com Freitag, 18. November 2005 20:00 Uhr MAGISTRAT DER STADT WIEN WÄHRINGER STRASSE 43 A-1090 WIEN Details in der Anlage - Detalles en el anexo - Attachment Ich bitte um Weiterleitung. Danke, Edgar ================================================ ================================================ 5 Roböxotica 2005 - Festival für Cocktailrobotik Von: roboexotica at monochrom.at ================================================ ROBÖXOTICA - Festival für Cocktailrobotik (www.roboexotica.org) 16. - 20. November, Museumsquartier Wien ============================== Die Roböxotica ist seit 1999 die weltweit erste und zwangsläufig führende Veranstaltung zum Thema Cocktail-Robotik. Diese beiden Themenkomplexe werden zu einem radikalhedonisitschen Mix vermengt und verzaubern den Besucher mit einer angenehmen Atmosphäre aus Metall und Cocktailschirmchen. Die Roboter zeigen sich von ihrer charmanten Seite und verwöhnen die Gäste mit erlesenen Getränken. Werfen Sie sich in Schale und treten Sie ein in die wundersame Welt der Cocktailrobotik! Mitwirkende aus aller Welt befreien die Roboter aus den sterilen Fabrikshallen und bieten dem/der BesucherIn einen stilvollen Überblick über die Entwicklungen im Bereich der technisierten Cocktail-Kultur. Neben Ausstellung, Workshops und musikalichen Acts gibt es auch heuer wieder ein Symposium, das sich mit dem Themenbereich "Public Fiction" beschäftigen wird. Unter anderem soll diskutiert werden, wie Gesellschaft und Technik zu einem großen Teil auch von gemeinsam hervorgebrachten Fiktionen strukturiert werden. Praktiken der Technikentwicklung sind nicht von gesellschaftlichen Vorstellungswelten zu isolieren. Ein weiterer Aspekt ist die Entstehung neuer kooperativer Fiktionen durch die Möglichkeiten der digitalen Vernetzung. Die Roböxotica wird veranstaltet von: monochrom (http://www.monochrom.at) Shifz (http://www.shifz.org) Bureau für Philosophie (http://bureau.philo.at) Für genauere Informationen und weiterführendes Material wenden Sie sich bitte an: Johannes Grenzfurthner (Festival, Konferrenz) jg at monochrom.at Magnus Wurzer (Ausstellung) magnus at shifz.org ============================== http://www.roboexotica.org/ ================================================ ================================================ 6 Hinweis auf Radiosendung Von: gegenargumente =============================================== Di 15.November 2005 Radiosendung "Gegenargumente" auf Radio Orange 94.0 MHz (Telekabel 92.7 MHz oder per live-stream im Internet) Beginn: 20:30 Thema: Fortschritte des US-Antiterrorkrieges im Nahen Osten - 1. Israels Rückzug aus dem Gazastreifen, 2. Wie die palästinensische Autonomiebehörde durch mehr Demokratie unter Anleitung der USA und durch die gewaltsame Durchsetzung eines Gewaltverzichts gegen Hamas und andere radikale Gruppen Israel dazu bringen will, doch noch einen palästinensischen Staat zuzulassen. "Gegenargumente" können seit kurzem auch in Linz und Umgebung gehört werden in Radio FRO auf 105.0 MHz an jedem 3.Freitag im Monat von 20:00 bis 21:00 Nächste Sendung: Freitag 18.November 2005 Beginn: 20:00 Thema: 1. Fortschritte des US-Antiterrorkrieges im Nahen Osten 2. Hurrikan Katrina und wie Amerika eine Katastrophe bewältigt Homepage: www.gegenargumente.at ================================================ ================================================ 7 Darf's ein bisschen mehr sein? RADIO STIMME FEST FEIERN, Fr. 25.11 Von: Radio Stimme ================================================ Darf's ein bisschen mehr sein? RADIO STIMME FEST FEIERN Live: Dust Collective dj yasemin (homoriental) Fr., 25. November 2005, ab 21.00 Uhr Club-U (Karlsplatz - U4 Ausgang Resselpark) -- Radio Stimme - Die Sendung der Initiative Minderheiten Das politische Magazin zu den Themen Minderheiten - Mehrheiten -Machtverhältnisse on air: Wien - Do, 13.00 Uhr - Orange 94.0 - http://www.orange.or.at Innsbruck - Do, 12.00 Uhr - FREIRAD - http://www.freirad.at Linz - So, 11.00 Uhr - Radio FRO - http://www.fro.at Graz - Mo, 08.00 Uhr - Radio Helsinki - http://www.helsinki.at on line: weltweit - jederzeit - http://www.initiative.minderheiten.at ================================================ ================================================ 8 Zur politischen Ökonomie des Wetters: NATUR und KAPITALISMUS - WAS IST HIER DIE KATASTROPHE? Von: by way of Edgar Ernstbrunner ================================================ Zur politischen Ökonomie des Wetters: NATUR und KAPITALISMUS - WAS IST HIER DIE KATASTROPHE? Vortrag von Dr. H. L. Fertl (GegenStandpunkt, München) am 21.11.2005 um 20:00 Neues Institutsgebäude (NIG) im HS 3, Universitätsstraße 7, 1010 Wien 1. Bemerkungen zur Natur und ihren Gesetzen "Das praktische Verhalten zur Natur ist durch die Begierde, welche selbstsüchtig ist, überhaupt bestimmt; das Bedürfnis geht darauf aus, die Natur zu unserem Nutzen zu verwenden, sie abzureiben, aufzureiben, kurz, sie zu vernichten." (G. W. F. Hegel, Enzyklopädie II, Einleitung) Dass die Benutzung der Natur zum Zwecke des gesellschaftlichen Stoffwechsels mit ihr sie tendenziell verhunzt, das setzt freilich eine Produktionsweise voraus, deren Zwecke nicht durch die vernünftige Planung der Ökonomie im Interesse der optimalen Reproduktion der Individuen gesetzt werden, sondern durch die effektivste Be- und Ausnutzung aller Ressourcen, der menschlichen und der naturstofflichen im Privatinteresse der exklusiven Eigentümer von Produktionsmitteln. Andererseits produziert erst die bürgerliche Gesellschaft mit dem Kapital das Interesse an einer systematischen Erforschung der Natur zum Zwecke ihrer Anwendung. Das Eigentümliche der Naturwissenschaft, im Unterschied zum wissenschaftlichen Sozialismus liegt jedoch darin, dass bei ihr die Erkenntnis von Gesetzmäßigkeiten noch nicht mit der Beherrschung der dadurch auf den Begriff gebrachten Verhältnisse zusammenfällt. 2. Die Verhunzung der Natur durch ihre kapitalistische Benutzung. Exkurse zu Naturschutz und Tierliebe. 3. Die Ideologie von der Naturkatastrophe nebst Katastrophenhilfe und Caritas "Welche Kräfte die Natur auch gegen den Menschen entwickelt und loslässt, Kälte, wilde Tiere, Wasser, Feuer - er weiß Mittel gegen sie, und zwar nimmt er diese Mittel aus ihr, gebraucht sie gegen sie selbst ... Aber der Natur selbst, des Allgemeinen derselben, kann er auf diese Weise nicht sich bemeistern, noch es zu seinem Zweck abrichten." (ebenda) So sind zwar die Tsunamis, Katrinas und auch das Virus hinter der Vogelgrippe das Wirken natürlicher Phänomene, die in ihrer Wirkung auf den Menschen zur zerstörerischen Naturgewalt werden - zur Katastrophe aber werden sie richtig erst im System der freien Marktwirtschaft, das mit seinen natürlichen Voraussetzungen voll auf das "Restrisiko" setzt und mit dem Desaster nach allen Regeln der Konkurrenz verfährt. 4. Hunger & Armut als Folge von Wetter und Bodenerosion: Kritik der ökologischen Entschuldigung des Weltmarkts "Bevor Meister Ka-meh kam, glaubte man, der Reichtum komme davon, dass die Erde ausgebeutet wurde. Meister Ka-meh lehrte, dass der Reichtum davon kommt, dass Menschen ausgebeutet werden." (B. Brecht, Me-ti/Buch der Wendungen) Angeblich sollen Dürre und Bodenerosion in der Sahel-Zone da unten für Hunger sorgen, während sie z. B. in und um Palm Springs (California), Las Vegas (Nevada) und Almeria (Spanien) Freizeitparadiese und eine Paradeiser-Überproduktion auf die Welt gebracht haben. Die jüngste Katastrophe, an der auch schon wieder und unter anderem die Natur schuld sein soll, brandet in Gestalt einer Flüchtlingswelle an die vorgeschobenen Schutzwälle Europas und wird von der zivilisierten Menschheit bekämpft wie ein Hochwasser: Auf -und Ausbau der Dämme. 5. Ausnahmsweise bei diesem Thema 1 konstruktive & konkrete Alternative "In Stadt und Land, ihr Arbeitsleute, wir sind die stärkste der ParteiZn. Die Müßiggänger schiebt beiseite! Diese Welt wird unser sein; unser Blut sei nicht mehr der Raben und der nächtZgen Geier Fraß! Erst wenn wir sie vertrieben haben, dann scheint die Sonn' ohn' Unterlass ..." (Emil Luckhardt, Die Internationale) www.gegenstandpunkt.com www.gegenargumente.at ================================================ 9 Wenn die Ghettos brennen - Veranstaltung und Buchpräsentation Von: agm ================================================ AGM-Veranstaltung W e n n d ie G h e t t o s b r e n n e n Diskussion über die Vorstadt-Revolten in Frankreich (mit einem französischenGenossen) und Präsentation unseresneuen Buches: S c h w a r z e Be f r e i u n g und revolutionäreBewegung in den USA und Südafrika Freitag, 18. November2005, 19 Uhr Amerlinghaus, Stiftgasse 8, 1070 Wien Unser neues Buch(Marxismus Nr. 26) umfasst 164 Seiten und kostet 8 Euro (plus Versandkosten).Die Verschickung der Abos und der bis dahin bestellten Exemplare erfolgt Anfangkommender Woche. Auf der Veranstaltung am 18. November gibt's das Buchzum Handverkaufspreis von 7 Euro. E d i t o r i a l Die USA sinddas weltweit vorherrschende imperialistische Land. Im Inneren funktioniert dieHerrschaft der US-Bourgeoisie unter anderem über ethnische Hierarchien undSpaltungen und insbesondere über die rassistische Unterdrückung der schwarzenBevölkerung. Der Schwerpunkt dieser dritten Nummer von Marxismus, die sich dernationalen Frage widmet, beschäftigt sich mit den verschiedenen Ansätzen zurBefreiung der Schwarzen in den USA. DerHauptbeitrag von KaneshkaShokrananalysiert insbesondere die entsprechenden Positionsentwicklungen derKommunistischen Internationale und der trotzkistischen Bewegung. Philipp Djokic und Alexander Roedeluntersuchen den Aufstieg und die Zerschlagung der Black Panther Party, JohannesWolf rezensiert das klassische Buch Rassismus und Sexismus von Angela Davis. Ergänzt wirdder Schwerpunkt zu den Schwarzen in der US-Klassengesellschaft durch Beiträgezu verwandten Themenbereichen: Der zweite Text von Shokranbeschäftigt sich mit dem Befreiungskampf der schwarzen Bevölkerung in Südafrikaund den Konzepten der kommunistischen und trotzkistischen Bewegung. MarkusKadlec zeichnet die Positionsentwicklungen der 2. und der 3. Internationale zurMigrationsfrage nach. Ebenfalls die nationale Fragebetrifft der Beitrag von VassoSeirinidouzu Diaspora-Nationalismus, der die Begrifflichkeiten von Diaspora und Transnationalismus - beliebte Konzepte der liberalenBourgeoisie sowie im akademischen Raum - kritisch hinterfragt. Hinzukommen im Anhang einige zentrale Dokumente der kommunistischen Bewegung zudiesem Thema. Insgesamtdenken wir, dass wir mit diesen Dokumenten und Beiträgen diemarxistisch-kommunistische Tradition zu diesen Fragen in Grundlinienaufgearbeitet haben - und einige grundlegende Positionen zu schwarzerBefreiung und Migration darstellen konnten. Der vorliegende Marxismus-Band wirddurch einen Text von Karl Grabke zuAvantgarde-Konzept und revolutionäre Organisation komplettiert, mit dem wir denInhalt eines Referates einer Schulung der Arbeitsgruppe Marxismus zu einemgrundsätzlichen Thema der Linken Öffentlichkeit zugänglich machen wollen. ================================================ 10 NATUR und KAPITALISMUS - WAS IST HIER DIE KATASTROPHE? Von: GegenStandpunkt at gmx.at ================================================ Zur politischen Ökonomie des Wetters: NATUR und KAPITALISMUS - WAS IST HIER DIE KATASTROPHE? Vortrag von Dr. H. L. Fertl (GegenStandpunkt, München) am 21.11.2005 um 20:00 Neues Institutsgebäude (NIG) im HS 3, Universitätsstraße 7, 1010 Wien 1. Bemerkungen zur Natur und ihren Gesetzen "Das praktische Verhalten zur Natur ist durch die Begierde, welche selbstsüchtig ist, überhaupt bestimmt; das Bedürfnis geht darauf aus, die Natur zu unserem Nutzen zu verwenden, sie abzureiben, aufzureiben, kurz, sie zu vernichten." (G. W. F. Hegel, Enzyklopädie II, Einleitung) Dass die Benutzung der Natur zum Zwecke des gesellschaftlichen Stoffwechsels mit ihr sie tendenziell verhunzt, das setzt freilich eine Produktionsweise voraus, deren Zwecke nicht durch die vernünftige Planung der Ökonomie im Interesse der optimalen Reproduktion der Individuen gesetzt werden, sondern durch die effektivste Be- und Ausnutzung aller Ressourcen, der menschlichen und der naturstofflichen im Privatinteresse der exklusiven Eigentümer von Produktionsmitteln. Andererseits produziert erst die bürgerliche Gesellschaft mit dem Kapital das Interesse an einer systematischen Erforschung der Natur zum Zwecke ihrer Anwendung. Das Eigentümliche der Naturwissenschaft, im Unterschied zum wissenschaftlichen Sozialismus liegt jedoch darin, dass bei ihr die Erkenntnis von Gesetzmäßigkeiten noch nicht mit der Beherrschung der dadurch auf den Begriff gebrachten Verhältnisse zusammenfällt. 2. Die Verhunzung der Natur durch ihre kapitalistische Benutzung. Exkurse zu Naturschutz und Tierliebe. 3. Die Ideologie von der Naturkatastrophe nebst Katastrophenhilfe und Caritas "Welche Kräfte die Natur auch gegen den Menschen entwickelt und loslässt, Kälte, wilde Tiere, Wasser, Feuer - er weiß Mittel gegen sie, und zwar nimmt er diese Mittel aus ihr, gebraucht sie gegen sie selbst ... Aber der Natur selbst, des Allgemeinen derselben, kann er auf diese Weise nicht sich bemeistern, noch es zu seinem Zweck abrichten." (ebenda) So sind zwar die Tsunamis, Katrinas und auch das Virus hinter der Vogelgrippe das Wirken natürlicher Phänomene, die in ihrer Wirkung auf den Menschen zur zerstörerischen Naturgewalt werden - zur Katastrophe aber werden sie richtig erst im System der freien Marktwirtschaft, das mit seinen natürlichen Voraussetzungen voll auf das "Restrisiko" setzt und mit dem Desaster nach allen Regeln der Konkurrenz verfährt. 4. Hunger & Armut als Folge von Wetter und Bodenerosion: Kritik der ökologischen Entschuldigung des Weltmarkts "Bevor Meister Ka-meh kam, glaubte man, der Reichtum komme davon, dass die Erde ausgebeutet wurde. Meister Ka-meh lehrte, dass der Reichtum davon kommt, dass Menschen ausgebeutet werden." (B. Brecht, Me-ti/Buch der Wendungen) Angeblich sollen Dürre und Bodenerosion in der Sahel-Zone da unten für Hunger sorgen, während sie z. B. in und um Palm Springs (California), Las Vegas (Nevada) und Almeria (Spanien) Freizeitparadiese und eine Paradeiser-Überproduktion auf die Welt gebracht haben. Die jüngste Katastrophe, an der auch schon wieder und unter anderem die Natur schuld sein soll, brandet in Gestalt einer Flüchtlingswelle an die vorgeschobenen Schutzwälle Europas und wird von der zivilisierten Menschheit bekämpft wie ein Hochwasser: Auf -und Ausbau der Dämme. 5. Ausnahmsweise bei diesem Thema 1 konstruktive & konkrete Alternative "In Stadt und Land, ihr Arbeitsleute, wir sind die stärkste der ParteiZn. Die Müßiggänger schiebt beiseite! Diese Welt wird unser sein; unser Blut sei nicht mehr der Raben und der nächtZgen Geier Fraß! Erst wenn wir sie vertrieben haben, dann scheint die Sonn' ohn' Unterlass ..." (Emil Luckhardt, Die Internationale) www.gegenstandpunkt.com www.gegenargumente.at ================================================ 11 Zukunfts und Kulturwerkstätte 29.11.: Mythen der Arbeit, Filmtipp Von: Zukunfts- und Kulturwerkstätte + ================================================ Zukunfts und Kulturwerkstätte Newsletter 17/2005 ================================================= Mythen der Arbeit * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * Am Beginn des 21. Jahrhunderts verschwindet manuelle Schwerarbeit in den westlichen Industrieländern mehr und mehr von der Bildfläche. Wissen und Bildung sind die Rohstoffe der Zukunft. In den meisten Regionen dieser Welt ist körperliche Schwerstarbeit jedoch nachwievor die einzige Realität - von Partizipation am techonolgischen Fortschritt keine Spur. Dieses atemberaubende Ungleichgewicht wird durch neoliberale Globalisierungspolitik keineswegs geringer. Eine Diskussion über ökonomische Dogmen, individuelle Auswege und politische Alternativen. * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * Podiumsdiskussion am Dienstag, 29. November 2005, 18.30 Uhr in der Zukunfts- und Kulturwerkstätte Schönlaterngasse 9, 1010 Wien mit: > Manfred Anderle Leitender Sekretär der Gewerkschaft Metall-Textil Bereich: Internationale Arbeit > Christoph A. Baubin Vorstandsvorsitzender der Austro Control GmbH, Wien Mitglied des Föhrenbergkreises > Michael Glawogger Regisseur des Films "Workingman's death" > Gertraud Knoll Abg.z.BR, Leiterin der Zukunfts- und Kulturwerkstätte > Moderation: Günter Kaindlstorfer Journalist * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * Filmtipp: Workingman's Death Ein Film von Michael Glawogger Österreich/Deutschland 2005, 122 Min Mit Hunderten von Arbeitern Hier geht's zur homepage von workingman's death Freikarten für ZUK-InteressentInnen Filmpremiere workingman's death am Donnerstag, 24. November 2005, 20 Uhr im Gartenbaukino. Die Zukunfts- und Kulturwerkstätte vergibt für die Filmpremiere 5o Freikarten an ihre InteressentInnen. Teilnahmebedingungen Teilnahmeberechtigt sind alle AbonnentInnen des elektronischen Newsletters der Zukunfts- und Kulturwerkstätte. Senden Sie uns bis spätestens 21. November ein Antwortmail und geben Sie Vor- und Zunamen bekannt. Pro Abo stehen maximal 2 Karten zur Verfügung, solange der Vorrat reicht. Ihre Kinokarte ist für Sie reserviert, sobald Sie ein Bestätigungsmail der Zukunfts- und Kulturwerkstätte erhalten haben. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * Buchtipp: Globalisierung und Zivilgesellschaft Aspekte der neuen Weltordnung Hg.: Zukunfts- und Kulturwerkstätte, Wien 2004, Euro: 5.- Mit Beiträgen von: Petra Bayr, Jose Ramon Cabanas Rodriguez, Gerald Demmel, Leo Gabriel, Evamaria Glatz, Monika Kemperle, Elisabeth Klatzer, Gertraud Knoll, Gustavo Marquez Marin, Ingrid Nikolay-Leitner, Barbara Prammer, Gabor Rose, Elisabeth Schinzel, Paul Singer, Johann Zauner und Jean Ziegler * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * In Kooperation mit Gewerkschaft Metall-Textil Mit freundlicher Unterstützung filmladen * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * > Nähere Infos unter: Zukunfts- und Kulturwerkstätte Schönlaterngasse 9, 1010 Wien Tel.: 01/513 86 82 www.diezuk.at zuk at spoe.at > An- und Abmeldung des Veranstaltungsabos: Gehen Sie bitte auf die Seite www.diezuk.at/online/page.php?P=10180 Impressum/Offenlegung gem. §§ 24, 25 MedienG: www.diezuk.at/online/page.php?P=10942 ================================================= ================================================ ================================================ 12 Kunst Asyl Von: office at asyl-in-not.org ================================================ Kunst Asyl Eine Auktion zu Gunsten von Asyl in Not Mittwoch, 16. November 2005, 19 Uhr Semperdepot (Atelierhaus der Akademie der bildenden Künste Wien) Lehárgasse 6, 1060 Wien Großer Erfolg der Live-Auktion in “Treffpunkt Kultur" ! Die drei Werke, die am Montag in der ORF-Sendung “Treffpunkt Kultur" als Vorgriff auf unsere Auktion versteigert wurden, haben einen Erlös von 8700.- Euro gebracht. Wir danken dem ORF, wir danken “Treffpunkt Kultur" ganz herzlich für die großartige Unterstützung! Jetzt bleiben aber noch weitere 88 hochkarätige Werke, die am Mittwoch im Semperdepot versteigert werden. Liebe Leserinnen und Leser, bitte kommen Sie und steigern Sie mit! Der Reinerlös dient zur Gänze der weiteren Arbeit von Asyl in Not. Ab 1. Jänner 2006 gibt es ein neues Asylgesetz und ein Fremdenpolizeigesetz. Wir werden vor neuen, schweren Herausforderungen stehen. Unsere Kasse sollte nicht leer sein. Vorbesichtigung der Exponate: 15. und 16. November 2005 jeweils 10-19 Uhr Achtung: Der Eingang zur Vorbesichtigung befindet sich eine Tür weiter, Lehárgasse 8! Auktionatorin: Andrea Jungmann Managing Director, Sotheby's Austria Organisation: Robert Schlesinger Die Bilder sind auch online zu sehen: www.kunstasyl.at Warum ich Asyl in Not unterstütze Einige Statements von KünstlerInnen aus unserem Katalog Adolf Frohner: “Als Künstler habe ich die Aufgabe, die Gesellschaft so oft und so deutlich wie möglich zu konfrontieren." Hans Staudacher: “Liebe Deinen Übernächsten wie Dich selbst." Michael Kienzer: “Daß eine Organisation wie Asyl in Not Versäumnisse der öffentlichen Hand nachholt und dafür mit lächerlichen bis gar keinen öffentlichen Mitteln bedankt wird, ist ein skandalöser Zustand und Grund genug, Asyl in Not zu unterstützen." Eva Mraziková und Martin Mrázik: “Als TschechInnen haben wir unsere Erfahrungen mit dem Totalitarismus gemacht, und unsere Kunst reflektiert die Probleme der gegenwärtigen Gesellschaft; aber wir glauben, daß Kunstwerke (und Künstler) Hilfe leisten können, ohne dabei leere politische Deklarationen nachzuahmen." Unter dem Titel “Fremde Nachbarn" ist jedes Jahr ein neues EU-Land bei Kunst Asyl “zu Gast". 2004 waren es polnische Künstler, deren Werke in der Auktion übrigens großen Erfolg hatten, und heuer ist Tschechien an der Reihe. Unserer Kuratorin für den “Fremde Nachbarn"-Bereich, Frau Margarethe Makovec (Leiterin des Grazer Kunstvereins ), die für Kunst Asyl fünf schöne Werke aus Tschechien ausgewählt hat, vielen herzlichen Dank! Asyl in Not Währingerstraße 59 1090 Wien Tel.: 408 42 10-15, 0676 - 63 64 371 www.asyl-in-not.org Spendenkon., Kontonummer 92.034.400 ================================================ MELDUNGEN UND MEINUNGEN ================================================ ================================================ 13 EU/Fahrverbote/EUGH/Protest/KPÖ Von: KPÖ Steiermark ================================================ KPÖ Steiermark Lagergasse 98a 8020 Graz Tel. 03 16 / 71 24 36 Fax 03 16 / 71 62 91 email: kpoe_stmk at hotmail.com Sektorale LKW-Fahrverbote sind EU-widrig Stellungnahme der steirischen KPÖ Wer sich darüber wundert, dass der Gedanke eines Austritts Österreichs aus der EU von sehr vielen Menschen in unserem Land geteilt wird, sollte sich den Beschluss des EU-Gerichtshofes zu Gemüte führen, mit dem die sektoralen LKW-Fahrverbote in Tirol verboten werden. Eine Vereinigung, für welche die besten Bedingungen für Großkonzerne und Transportunternehmen Vorrang vor der Gesundheit der Bevölkerung und dem Umweltschutz haben, sorgt für Misstrauen, Distanz und Widerstand bei der Bevölkerung. Man sieht eben ganz genau, welche Interessen die EU vertritt. Das sagte der steirische KPÖ-Vorsitzende Franz Stephan Parteder am Dienstag. Parteder: "Auch die Steiermark als Transitland ist von dieser Entscheidung betroffen. Es wird jetzt noch schwieriger werden, im Rahmen der EU-Gremien die Interessen der steirischen Bevölkerung entlang den Autobahnen und den Durchzugsstrecken zwischen Slowenien, Ungarn, Österreich, Deutschland und Italien zu vertreten. Wenn wir sagen: Die EU kommt uns zu teuer, dann meinen wir Entwicklungen wie jene, die durch den Spruch des EUGH ausgedrückt werden." Rückfragehinweis: 0316/872 2151 KPÖ-Steiermark Lagergasse 98 a 8020 Graz Tel.: 0316 71 24 36 Fax 0316 71 62 91 email: kp.stmk at kpoe-graz.at; kpoe_stmk at hotmail.com ================================================ ================================================ 14 Karzai: "Gobalisierung bringt Kulturen näher" Von: wadi wien ================================================ Karzai: "Gobalisierung bringt Kulturen näher" (diepresse.com) 15.11.2005 Karzai und Talabani sprachen in Wien über Islam und Demokratie. Außenministerin Plassnik kündigte eine weitere Imame-Konferenz an. Die internationale Islam-Konferenz in Wien zum Thema "Islam in einer pluralistischen Welt" ist am Dienstag mit Redebeiträgen der Präsidenten Afghanistans, Hamid Karzai, und des Irak, Jalal Talabani, fortgesetzt worden. Karzai wies darauf hin, dass der Islam historisch immer eine tolerante Religion war und andere Kulturen anerkannte. Für Talabani wird der Islam durch terroristische Gruppen "entstellt". Der Kampf gegen den Terror sei ein gemeinsames Anliegen der Weltgemeinschaft, sagte Außenministerin Ursula Plassnik (VP) am zweiten Tag der Konferenz. Es sei falsch, Attentate als Produkt von Religionen darzustellen. Ferner sagte Plassnik, das Außenministerium wolle während der kommenden österreichischen EU-Präsidentschaft in Zusammenarbeit mit der islamischen Glaubensgemeinschaft Österreichs eine weitere Konferenz der europäischen Imame durchführen. Ein solches Treffen islamischer Geistlicher hatte bereits im Juni 2003 in Graz stattgefunden. Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (VP) freute sich über das "unglaubliche Interesse" an der Islam-Konferenz in der Wiener Hofburg. Die Veranstaltung unterstreiche den Standortvorteil Wiens als Platz für den Dialog der Zivilisationen und Kulturen, meinte Schüssel nach dem Ministerrat. Er sieht in der Veranstaltung außerdem einen wichtigen "Mehrwert" im Vorfeld der österreichischen EU-Präsidentschaft. Die Unterschiede im Glauben seien kein Hindernis für den Aufbau einer neuen Gesellschaft in seinem Land, erklärte der afghanische Präsident Karzai bei der Konferenz. Die "progressive Verfassung" auf Basis des Islam garantiere die gleichen Menschenrechte für alle, anerkenne die soziale und sprachliche Vielfalt in Afghanistan und habe dazu geführt, dass 71 der 249 afghanischen Parlamentsabgeordneten Frauen seien. Der Aufbau einer afghanischen Zivilgesellschaft zeige sich auch in der Vielfalt der Medien und der Gründung von Menschenrechtsorganisationen. Karzai wurde Dienstag Mittag auch von Bundespräsident Heinz Fischer zu einem bilateralen Besuch empfangen. Der irakische Präsident Talabani beklagte, das dass irakische Volk vom Terrorismus der Al-Kaida heimgesucht werde. "Terroristen führen Krieg gegen Schiiten und Kurden", so Talabani. Die religiösen Führer, namentlich der Sunniten, seien aufgefordert, gegen "Sektierer" aufzutreten und "die Verbrecher" zur Rechenschaft zu ziehen, so Talabani. Der Islam als tolerante Religion öffne die Tür zum Dialog. Zehn Millionen Iraker, das seien 46 Prozent der Bürger, hätten beim Verfassungsreferendum abgestimmt. In der Verfassung sei eine pluralistische föderale Demokratie festgeschrieben worden. "Wir sind stolz auf die Verfassung, die in der arabischen Welt einzigartig ist", so der Kurde Talabani. Ein weiterer Redner war der stellvertretenden Präsident der irakischen Nationalversammlung und Schiitenvertreter Hussain al-Shahristani. Im Irak werde derzeit versucht, eine Demokratie zu schaffen, die die Bedürfnisse aller im Lande vertretenen Gruppen befriedigt - mittels einer Verfassung, die sowohl im Einklang mit den islamischen Werten als auch mit den internationalen Prinzipien stehe, erklärte Shahristani. Adnan Pachachi, der frühere irakische Außenminister und ehemalige Präsident des Regierungsrates - vor beziehungsweise nach Saddam Hussein -, sagte gegenüber der APA, der Weg des Irak zur Demokratie sei unumkehrbar, auch wenn es noch einige Gefahren zu meistern gebe. Vor den Konferenzteilnehmern meinte der Sunnit, die Geburt der irakischen Verfassung sei wegen des sunnitischen Wahlboykotts schwierig gewesen, weil die Nationalversammlung nicht vollständig repräsentativ gewesen sei. Für den ägyptischen Religionsminister Mahmoud Zakzouk will der Westen Demokratie und seine Werte in der moslemischen Welt verbreiten, um diese gewissermaßen zu "zivilisieren". Allerdings gebe es im Islam schon seit dem 14. Jahrhundert eine Demokratie in Form der "Shura" (Ratsversammlung), ebenso wie einen Kulturpluralismus, sagte Zakzouk. Die Moslems lehnten es ab, wenn man ihnen bestimmte Werte mit Gewalt aufzwingen wolle. Abdul Hamid Othman, Berater des Premiers von Malaysia in Islam-Fragen, hob in seinem Redebeitrag die ethnische und religiöse Vielfalt seines mehrheitlich moslemischen Landes mit einer großen chinesischen Minderheit hervor. Der Islam gebe allen Bürgern völlige Freiheit bei der Ausübung ihrer jeweiligen Religion. www.diepresse.at -- WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit e-mail: wadi.wien at gmx.at Tel.: 0699-11365509 Postfach 105 A-1181 Wien Spendenkonto in Österreich: Kontonummer 07.405.301 Evangelische Kreditgenossenschaft eG BLZ 31800 IBAN: AT10 3180 0000 0740 5301 BIC: EVKRATW1 Website mit weiteren Informationen zu Projekten von Wadi und Veranstaltungshinweisen: www.wadinet.at Telefonieren Sie schon oder sparen Sie noch? 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SchülerInnen haben so gut wie keine Möglichkeit sich dagegen zu wehren" so die aks Bundesvorsitzende Ingrid Gogl Hauptaktion: Wien, Untere Mariahilferstraße (vor Museumsquatier), ab 09:30 Uhr Weitere Aktionen: Bregenz, am Leutbühl ab 12:45 Graz, Hauptplatz, 14:30 Rückfragehinweis: Ingrid Gogl (aks-Bundesvorsitzende): 0699/ 11 40 81 42 ================================================ ================================================ 16 Neues Beiratsmitglied Glocalist Medien: Wolfgang Pekny (GREENPEACE) Von: GLOCALIST REVIEW ================================================ Sehr geehrte Damen und Herren, werte Redaktion, anbei (attacment) wollen wir Sie über die Erweiterung des Beirates der GLOCALIST MEDIEN informieren. Neu im Beirat ist: Wolfgang Pekny (GRRENPEACE). Wir ersuchen um redaktionelle Berücksichtung und stehen für Fragen gerne zur Verfügung. Mit freundlichen Grüßen Christian Neugebauer Anhang: Presseaussendung und Bild Pekny _____ Glocalist Medien - Medien für Zivilgesellschaft und NGOs Eine andere Information ist möglich GLOCALIST Daily News - Tages-Online-Zeitung >> www.glocalist.com GLOCALIST Review - Digitale Wochenzeitschrift GLOCALIST Magazine - Monatliches Printmagazin Barmherzigengasse 17 - stiege 6 - top 1 A-1030 Wien t: 01/597 2001 f: 01/597 6855 m: 0699 11 88 16 43 e: office at glocalist-review.com ================================================ ================================================ 17 KPÖ/Wegekostenrichtlinie/EU/Kostenwahrheit Von: KPÖ-Kommunikation ================================================ KPÖ-Pressedienst - Drechslergasse 42, 1140 Wien - Telefon +43 (1) 50 36 580 - 0 - Fax +43 (1) 50 36 580 - 499 - Mail bundesvorstand at kpoe.at - Web www.kpoe.at - News www.kpoe.at/lpd - Ausgabe vom 15. November 2005 EU-Wegekostenrichtlinie: Schwammig und unausgegoren Anspruch auf totale Mobilität wird nicht hinterfragt Wenn die Wegekostenrichtlinie der EU nicht eine rasche und spürbare Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf die Schiene erreicht, hat sie ihren Zweck verfehlt, stellt die KPÖ zum Ergebnis der Verhandlungen im EU-Verkehrsausschuss fest. Die beschlossene Vorlage für das Europäische Parlament als Grundlage für eine europaweit einheitliche LKW-Maut beinhaltet zwar die Mautpflicht bereits für Lkws ab 3,5 Tonnen. Davon sind aber Länder mit höheren Limits ausgenommen, ebenso gibt es Ausnahmebestimmungen für wirtschaftlich unterentwickelte Regionen. Ausgesprochen kontraproduktiv ist ein 13-prozentiger Rabatt für Vielfahrer. Zwar ist eine Einbeziehung von Umwelt- und Gesundheitskosten auf Vorschlag der EU-Kommission bis spätestens in fünf Jahren vorgesehen, ansonsten die EU-Mitgliedsländer einen Zuschlag von bis zu 60 Prozent auf ihre Maut einheben können. Dieser Regelung werden aber geringe Chancen für eine Mehrheit im Parlament gegeben. Gelingt dem EU-Parlament keine Einigung mit dem Rat, muss sich der nächste Verkehrsministerrat damit befassen und in einem Vermittlungsverfahren weiter über die Richtlinie verhandelt werden. “Das grundlegende Problem der Wegekostenrichtlinie ist, dass keine Hinterfragung des Anspruchs auf totale Mobilität als eigentliche Ursache eine ständig wachsenden Verkehrs der immer mehr kontraproduktiv wird, erfolgt", kritisiert KPÖ-Verkehrssprecher Leo Furtlehner. Das würde freilich auch eine kritische Hinterfragung der vier Grundfreiheiten der EU, wie sie im Maastricht-Vertrag und auch in der geplanten Verfassung verankert sind, erfolgt und die EU als “Europa der Konzerne" in Frage gestellt wird. Dringend notwendig ist eine gezielte Umschichtung der finanziellen Mittel zugunsten der umweltfreundlichen Bahn. Einnahmen aus der LKW-Maut dürften demnach nicht mehr ausschließlich für den Straßenbau gebunden werden, sondern müssten als Querfinanzierung zum Ausbau der Bahn umgeleitet werden. Der LKW-Transport muss langfristig auf den regionalen Bereich beschränkt werden, während der Ferntransport durch die Bahn erfolgt. Eine zentrale Frage ist die Kostenwahrheit: Laut dem Schweizer Forschungsinstitut INFRAS verursacht der LKW-Güterverkehr allein in Österreich jährlich Kosten von 6,6 Milliarden Euro - das sind 820 Euro pro Kopf - in ganz Europa solche von 223,1 Milliarden Euro. Diese Kosten werden aber nicht vom LKW-Schwerverkehr als Verursacher bezahlt, sondern aus Steuergeldern. Während staatliche Zuschüsse für den Betrieb und Ausbau der Bahn in Frage gestellt werden, wird die Finanzierung des Straßenverkehrs aus Steuergeldern als normal empfunden. Im Richtlinienentwurf sind auch keine Mittel für umweltfreundliche Verkehrsträger in sensiblen Gebieten - wie den Transitstrecken Pyhrn, Tauern, Arlberg, Südbahn, Karawanken - sowie für städtische Ballungszentren vorgesehen. die Zustimmung aller 25 EU-Länder und der Kommission vorausgesetzt ist lediglich für Bergregionen eine geringe Querfinanzierungsmaut bis zu 15 Prozent, für den Brenner von 25 Prozent möglich. Von einem “Wendepunkt für eine schärfere Anti-Transitpolitik" von dem die Grün-Abgeordnete Eva Lichtenberger schwärmt kann daher noch lange keine Rede sein, dazu ist die Wegekostenrichtlinie viel zu schwammig und unausgegoren, der Einfluss der Transportlobby mit den Konzernen im Hintergrund viel zu stark. ================================================ 18 Shirin Ebadi: "Werde in Iran mit dem Tod bedroht" Von: wadi wien ================================================ Shirin Ebadi: "Werde in Iran mit dem Tod bedroht" VON HELMAR DUMBS UND CHRISTIAN ULTSCH (Die Presse) 15.11.2005 Friedensnobelpreisträgerin: Shirin Ebadi im "Presse"-Gespräch über Repressionen in ihrer Heimat. Islam-Gipfel in Wien: Hochkarätig besetzte Konferenz begann unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen. WIEN. Sie gehört neben den Präsidenten Afghanistans und Iraks zu den Stargästen der jetzigen Islam-Konferenz in Wien: Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi. Im "Presse"-Interview schildert die Anwältin, wie sie in ihrer Heimat, der Islamischen Republik Iran, unter Druck gesetzt wird. Die Presse: Schützt Sie der Friedensnobelpreis, den Sie 2003 erhalten haben, vor Repressionen in Iran? Ebadi: In der internationalen Arena schon, in Iran nicht. Ich erhalte ständig anonyme Drohbriefe. Welchen Inhalts? Ebadi: Mir wird vorgeworfen, westliche Menschenrechte zu verteidigen und mich gegen die Interessen Irans einzusetzen. Was wird Ihnen angedroht? Ebadi: Ich werde in Iran mit dem Tod bedroht. Ich war bereits einmal im Gefängnis, und es gab zwei versuchte Terroranschläge gegen mich. Ich bin wie durch ein Wunder am Leben geblieben. Hat sich die Lage in Iran seit der Wahl Mahmud Ahmadinejads zum Staatspräsidenten im Juni dieses Jahres verschärft? Ebadi: Der Staatspräsident hat in Iran laut Verfassung keine großen Machtbefugnisse. Aus diesem Grund hat auch der frühere Präsident Mohammed Khatami nicht viel ausrichten können. Aber Khatami hat wenigstens das Lager der Reformer vertreten, was man von Ahmadinejad ja nicht behaupten kann. Ebadi: Es stimmt: Khatami hat tief in seinem Herzen an Reformen geglaubt. Aber er konnte nichts durchsetzen. Während seiner Präsidentschaft wurde ich festgenommen. Khatami meinte, es tue ihm sehr Leid. Helfen konnte er nicht. Jetzt ist es nicht viel anders, nur entschuldigt sich der Staatspräsident nicht mehr dafür. Abgesehen davon scheint wieder ein deutlich schärferer Wind zu wehen in Teheran? Ebadi: Es ist strenger geworden. So werden neuerdings alle Internetseiten gefiltert, die mit Frauen zu tun haben. Die Regierung Ahmadinejads hat sämtliche literarische und künstlerische Werke verboten, die Nihilismus, Säkularismus und Feminismus verbreiten. Da bleibt nicht mehr viel übrig, worüber die Leute noch reden können. Ist das System der Islamischen Republik überhaupt reformierbar? Ebadi: Ein erster Schritt wäre es, der Bevölkerung zu erlauben, ihre Parlamentsabgeordneten selber auszusuchen und zu wählen. Derzeit müssen alle Personen, die als Abgeordnete kandidieren wollen, vom Wächterrat bestätigt werden. Haben Sie jetzt mehr Angst vor der Regierung? Abdolfattah Soltani, ein bekannter Menschenrechtsanwalt, wurde im Juli verhaftet. Ebadi: Sich für Menschenrechte in Iran einzusetzen, ist nie einfach gewesen. Soltani ist bereits seit drei Monaten im Gefängnis. Er ist mein Mandant, und ich habe ihn nicht besuchen dürfen. Soltani hat kein Vergehen begangen, außer sich für politische Häftlinge einzusetzen. Die Festnahme von Soltani ist als ein Einschüchterungsversuch gegenüber allen Anwälten zu verstehen, die sich für politische Gefangene einsetzen. Wie lange lässt sich Irans Jugend die Einschränkung ihrer Freiheit noch gefallen? Ebadi: Das iranische Volk hat das Blutvergießen satt. Eine Revolution und acht Jahre Krieg gegen den Irak sind genug. Die Iraner werden nicht zur Gewalt greifen, um mehr Demokratie zu erreichen. Sie werden es weiterhin auf friedlichem Weg versuchen. Hat der Streit um das iranische Atomprogramm die Hardliner politisch stärker gemacht? Ebadi: Ja. Und eine Kriegsdrohung von außen würde erst recht dazu führen, dass sich die Bevölkerung auf die Seite der Regierung stellt. Ahmadinejad hat vor kurzem damit gedroht, Israel von der Landkarte zu tilgen. Wie beurteilen Sie diese Aussage? Ebadi: Kein Staat, der Mitglied der UNO ist, darf die Beseitigung eines anderen Staates fordern. Abgesehen davon hat Iran gar nicht die Macht dazu. Das sind Parolen, die islamische Regierungen von sich geben. Mit den Gefühlen der Menschen in den islamischen Ländern darf das nicht durcheinandergebracht werden. Zur Person: Shirin Ebadi Das Regime in Teheran hatte wenig Freude, als die iranische Anwältin Shirin Ebadi 2003 den Friedensnobelpreis zuerkannt bekam. 24 Stunden lang erwähnte der staatliche Rundfunk die Würdigung mit keinem Wort. Erst als sich öffentlicher Protest regte, wurde die Sensation auch in Iran publik gemacht - möglichst versteckt, in den Spätnachrichten. Shirin Ebadi, geboren 1947 in Teheran, war von 1975 bis 1979 eine der ersten Richterinnen Persiens. Nach der Islamischen Revolution musste sie ihr Amt aufgeben. Sie wurde Anwältin und setzte sich fortan für Menschenrechte ein, insbesondere für Frauen. Immer wieder übernahm sie die Verteidigung von politisch Verfolgten. Sie selbst wurde wiederholt verhaftet. www.diepresse.at -- WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit e-mail: wadi.wien at gmx.at Tel.: 0699-11365509 Postfach 105 A-1181 Wien Spendenkonto in Österreich: Kontonummer 07.405.301 Evangelische Kreditgenossenschaft eG BLZ 31800 IBAN: AT10 3180 0000 0740 5301 BIC: EVKRATW1 Website mit weiteren Informationen zu Projekten von Wadi und Veranstaltungshinweisen: www.wadinet.at ================================================ B) TERMINE ================================================ ======================== Mittwoch http://www.mund.at/butt/Termine/November/1611.htm Donnerstag http://www.mund.at/butt/Termine/November/1711.htm Freitag http://www.mund.at/butt/Termine/November/1811.htm ======================== ================================================ D) EDITORIAL ================================================ Für den Inhalt verantwortlich: Ihr. Medieninhaberinnen & Medieninhaber seid Ihr E-Mail-Adresse für Beiträge: widerstand at no-racism.net geschickt. widerst at nd MUND und alle Termine täglich aktualisiert im Web: http://www.no-racism.net/MUND Ziel von MUND (medienunabhängiger Nachrichtendienst) ist die unzensurierte und möglichst rasche Information über gesellschafts- politisch relevante Termine, Hinweise und Diskussionsbeiträge zu Widerstand und Antirassismus sowie verwandte Themen. sollen einen Titel, Namen und Emailadresse der/des AutorIn enthalten und möglichst kurz und prägnant gehalten sein, ev. mit Hinweis, wo weitere Informationen eingeholt werden können. Bitte keine Attachments! Die inhaltliche und sachliche Verantwortung liegt bei der/dem jeweiligen AutorIn bzw. jenen, die uns die Beiträge schicken. Der MUND wird von einzelnen TagesredakteurInnen zusammengestellt. Da Fehler nicht ausgeschlossen sind, bitten wir, nicht veröffentlichte Beiträge nochmals an widerstand at no-racism.net zu senden. Die Weiterleitung (auch auszugsweise) ist erwünscht. Beiträge mit rassistischen oder sexistischen Inhalten werden nicht veröffentlicht. Sehr persönliche Meldungen werden wir an den betreffenden Adressaten weiterleiten, aber nicht im MUND veröffentlichen. Die bisherigen Ausgaben sind unter http://www.no-racism.net/MUND archiviert. Terminankündigungen bitte nach folgender Vorlage: * Wann: Sonntag, 11.11.2001, 11:11 Uhr * * Was: Maskenball: Motto "Schwarzblau ist die Haselnuss" * * Wo: Villa Morgenrot, Grüner Anger 42, 2001 Wendendorf * * Kommentar: Anreise per Anhalter. Maskenzwang. Ende nie. Aber kurz und prägnant.* Die Rubrik "Redaktionelles" am Ende der Ausgabe ist u.a. eine Konsequenz aus der Notwendigkeit, sexistische, antisemitische und rassistische Beiträge nicht zu veröffentlichen, ohne jedoch stillschweigend Zensur zu üben. Hier wird - in anonymisierter Form - auf angehaltene Beiträge hingewiesen und eine kurze Begründung der Tagesredaktion für die Nichtaufnahme geliefert. (Weitere Gründe einen Beitrag nicht aufzunehmen sind z.B.: Attachments, kein erkennbarer Bezug zu den breit gestreuten Themen des MUND, Werbesendungen, sinnlose Kettenbriefe.) Die AbsenderInnen der betroffenen Beiträge werden hiervon informiert. Im Sinne einer "gläsernen Zensur" könnt ihr Euch die Beiträge gerne extra schicken lassen: Ein kurzes Mail an widerstand at no-racism.net genügt. ================================================ E) VERTEILERLISTE ================================================ Zur Eintragung in diesen Verteiler bitte direkt subskribieren unter http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/analle oder von der einzutragenden Adresse aus ein mail schicken an: admin at no-racism.net mit folgendem Text: subscribe no-racism Bitte wegen Automatisierung diesen Wortlaut verwenden! Zur Austragung aus dieser Liste bitte an zusammengestellt. Bitte keine Attachments! (werden nicht angenommen) 3 nicht so brandaktuelle meldungen nicht drin. Redaktionsschluss für diese Ausgabe: Mi 6.00 Uhr III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III ü, ö, ä, ß, Ü, Ö, Ä III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III widerst at nd-MUND is powered by http://alt.strg.at/ ================================================ From analle at no-racism.net Thu Nov 17 07:48:01 2005 From: analle at no-racism.net (=?iso-8859-1?q?MUND=3A_medienunabh=E4ngiger_Nachrichtendienst?=) Date: Thu, 17 Nov 2005 07:48:01 +0100 Subject: MUND: Donnerstag, 17. November 2005 Message-ID: widerst at nd MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst Medieninhaberinnen & Medieninhaber seid Ihr http://no-racism.net/mund Donnerstag, 17. November 2005 ================================================ A) INHALT ================================================ ================================================ AKTIONEN UND ANKÜNDIGUNGEN ================================================ ================================================ 01 Termine ab Mittwoch, den 16.November 2005 von "akin" ================================================ 02 Darf's ein bisschen mehr sein? RADIO STIMME FEST FEIERN, Fr. 25.11 von ================================================ 03 Bitte um Ankündigung! von Promedia ================================================ 04 PARADISE NOW im Votivkino von "Eva Brantner" ================================================ 05 Dahmer (Hg.): LEO TROTZKI von Promedia ================================================ 06 Donnerstag17.11./Demo gg.Bildungsraub18.11. u.a.Termine von "August Faschang" ================================================ 07 termine von Lolligo - Kindercafé ================================================ 08 Veranstaltungen im FZ-Beisl von ================================================ 09 Auftakt-Pressekonferenz der Kampagne 16 TAGE GEGEN GEWALT AN FRAUEN von "claudia c. dietl" ================================================ ================================================ MELDUNGEN, MEINUNGEN und KOMMENTARE ================================================ ================================================ 10 Polizei: SiPolG im Ministerrat von "akin" ================================================ 11 WWWebtips: Seibane Wague, Gastarbajteri, Stop WTO, FolTerror, Alternativengipfel in Wien von ================================================ 12 EU/Dänemark/Kommunalwahl/Einheitsliste von KPÖ Steiermark ================================================ 13 Staat und Kirche/Glosse: Der Hl. Vertrag von "akin" ================================================ 14 Das Letzte/ Moderne Zeiten: Sonys heisse Scheiben von "akin" ================================================ 15 GLB/Gesundheit/Einsparung/Ausglied von "Gewerkschaftlicher Linksblock" ================================================ 16 Presseerklärung zu Attentaten in der Türkei von "GFBV Hans Bogenreiter" ================================================ 17 Rassistisch motivierter Anschlag auf Moschee in Wien ? von "wadi wien" ================================================ 18 Zivildienst/Verfassungsgerichtshof/Bundesheer/YC von KPÖ-Kommunikation ================================================ ================================================ B) TEXTE ================================================ ================================================ AKTIONEN UND ANKÜNDIGUNGEN ================================================ ================================================ 01 Termine ab Mittwoch, den 16.November 2005 von "akin" ================================================ ********************************************************** akin-Pressedienst. Aussendungszeitpunkt: Dienstag, 15. November 2005; 19:17 ********************************************************** >>>>>>>>>>>> Termine ab Mittwoch, den 16.November 2005 Telefonnummern ohne Vorwahl sind Wiener Nummern > Derzeitiges Juedisches Museum, Ausstellung bis 08.01.2006: Mahleriana, vom Werden einer Ikone. http://www.jmw.at, info at jmw.at, Tel. 535 04 31. Geoeffnet So - Fr 10-18h, Do -20h, 1010 Doroetheerg.11 ebenda, Ausstellung 30.11. bis 26.03.06: Endstation Schein-Heiligenstadt - Eric Zeisls Flucht nach Hollywood. Museum Judenplatz, bis 19.02.06: So einfach war das - juedische Kindheiten und Jugend seit 1945 in Deutschland, Oesterreich und der Schweiz. 1010 Judenplatz 8, So - Do 10-18h, Fr 10-14h Wien Museum, bis 29.1.06: Moderat Modern - Erich Boltenstern und die Baukultur nach 1945. Di bis So und Feiertag 9-18h, Mi 9-20h. Mittwoch 26.10. Eintritt 1 Euro, freier Eintritt bis 14 Jahre. Jed. Freitag von 9 - 12h freier Eintritt! ebenda, bis 29.01.06: Maennerwelten - Frauenzimmer Filmmuseum Wien, bis 21. 11: Bonjour Cinema: Jean Epstein und das franzoesische Kino der 20er Jahre. Infos unter 533 70 54-19, und www.filmmuseum.at, 1010 Augustinerstr.1 Filmhaus am Spittelberg zeigt den Dokumentarfilm von Angelika Schuster und Tristan Sindelgruper : Operation Spring - ein Film ueber die Erprobung neuer Ermittlungsmethoden, Gesetze und Gerichtsverfahren in Oesterreich. Beginn 18,30, 20,15 und 22h, 1070 Spittelbergg.3 - zumindest noch bis 24.11. VHS Hietzing, bis 18.11.: Ausstellung ueber Viktor Matejka, Kultur-Politiker, Volksbildner, Querkopf: Wo der Mensch ist, koennte Kultur leben. Dokumentation ueber das Leben des ersten Kulturpolitikers nach der Befreiung in Wien. 1130 Hofwieseng.48 Straba 60 und 62 Neustifthalle: Ausstellung bis 08.01.2006: geheimsache:leben - Schwule und Lesben im Wien des 20. Jahrhunderts - Oesterr. erste Grossausstellung zur Geschichte des versteckten, verschwiegenen und vergessenen Lebens gleichgeschlechtlich liebender Menschen in Wien. 1070 Neustiftg.73-75, Tel. 925 76 25, www.geheimsache.at. Geoeffnet Di bis So 11-19h, Fr 11 bis 21h Literaturhaus, AUSSTELLUNG vom 25.11. bis 21.12.05: Erster Internationaler Schriftstellerkongress zur Verteidigung der Kultur, Paris 1935! Geoeffnet Mo, Mi 9-17h, Di 9-19h, Fr 9-15h Eingang 1070 Seideng.13, und waehrend der Abendveranst. Eingang Zieglerg.26a Theater im Nestroyhof, ab 16.11. wird das Stueck von Elfriede Jelinek: Stecken, Stab und Stangl gespielt. Weitere Speiltage 18.-20.11., 22.u.23., 25.-27.11., sowie 7.-10.12., jew. 20h, 1020 Nestroypl. 1. Mit einem multikulturellen, fast ausschl. weiblichen Ensemble. Zusatzvorstellungen am 2., 3. und 4. Dez. jew. 20h im EKH 1100 Wielandg.2-4. An beiden Spielorten Eintritt fuer AsylwerberInnen und AugustinverkaeuferInnen frei!!! Richard WEIHS und Claus Tieber treten wieder im Weinhaus Sittl auf: WIEN TOeDLICH - eine stets stilvolle staedtische Sterbebegleitung. Nur noch bis 12. 11. 05 jew. Do bis Sa 20 Uhr. 1060 Linke Wienzeile 36/7, Karten unter Tel. 586 33 95 und richard.weihs at aon.at 25. 11. bis 10. 12.: 16 Tage gegen Gewalt an Frauen. Alle Veranstaltungen dazu unter w. ww.aoef.at/start.htm > Mittwoch, 16.11. WU Wien, Festsaal, 1.Stock Kern B, 19h, Buchpraes.: Losarbeiten-arbeitslos? Globalisierungskritik und die Krise der Arbeitsgesellschaft. Veranst. von Attac und GRAS-WU. Mit Markus Marterbauer, Klaudia Paiha, Karl Reiter. 1090 Aug.2-6 Attac-Regionalgruppe Wien, 18,30 Treffen fuer Interessierte. Attac-Buero: 1050 Margartenstr.166/3/25 Oesterr.Orientges., 19h, Entwicklungs- und Gesellschaftspolitik - Vision 2020: The Right to Sight. 1010 Dominikanerbastei 6/6 Juedisches Museum, 19h, Buchpraes: Peter Stephan Jungk: Die Reise ueber den Hudson Altes Rathaus, 19h, Podiumsdisk: Religionen - Chance oder Hindernis bei der Verwirklichung der Frauenrechte? 1010 Wipplinger Str.8 Graz, ETC Mozarthof, 19h, Podiumsdisk: Der EU-Beitritt der Tuerkei unter dem Gesichtspunkt der Menschenrechte. Schuberstr.29 Graz, Traminer Weinstube, 19,30, Attac Stammtisch - Disk zu den Themen: Entschuldung und Grundeinkommen. Klosterwiesg.2 > Donnerstag, 17.11. depot, 19h, Podiumsdisk: Mythen privater Pensionsvorsorge. 1070 Breite Gasse 3 Amerlinghaus, 19,30, Dokumentarfilm aus Palaestina/Israel: Arna´s Children. 1070 Stiftg.8 TU Wien, Prechtlsaal, 9-17h, Konferenz: Frauen in Naturwissenschaft und Technik - wie weiter? Mit Brigitte Ratzer, 1040 Argentinierstr.8 Juedisches Museum, 19h, Klezmerabend mit dem Ens. Scholem Alejchem und Buchpraes. Klezmermusik aus Moldawien und der Ukraine vom XIX. bis ins XXI. Jahrhundert. 1010 Dorotheerg.11 VHS Favoriten, Sympsium bis 18.11.: Die Wiederentdeckung der Demokratie. Oesterreich vor und nach 1945, Beginn jew. 14h Do: Widersprueche im Gedankenjahr. Oesterr. vor 1938: Widerstand gegen oder Vorbereitung auf den Nationalsozialismus. Ab 17h: Jugend und Politik im Oesterr. der 1930er Jahre. 1100 Arthaberplatz 18, Tel. 603 40 30 > Freitag, 18.11. Wien Oper - 9 h SCHULSTREIK gegen Bildungsabbau Haus Panorama, 19h, LINKE Allianzen in Europa - welche Chancen hat ein Linksbuendnis in Oesterreich. 1200 Brigittenauer Laende Amerlinghaus, 19h, AGM-Veranst: Wenn die Ghettos brennen. Disk. ueber die Vorstadt-Revolten in Frankreich, mit einem franz. Genossen. Buchpraes: Schwarze Befreiung und revolutionaere Bewegung in den USA und Suedafrika. Amerlinghaus, 19,30, film: Eine verschwundene Welt. Die Bukowina war eine Region, in der viele versch. Ethnien friedlich miteinander lebten. Cafe Dreiklang/Freiraum, 11-15h, 16.Treffen Grundeinkommen. 1090 Wasag.28 VHS Favoriten, ab 14h, Oliver Rathkolb: Der Einfluss der Alliierten auf die oesterr,. Demokratie nach 1945., ab 15,30 Walter Manoschek: Wehrmacht und Widerstand und der Umgang damit heute. Ab 17h Sieglinde Rosenberger: Zum Zustand der oesterr. Demokratie heute IWK, Tagung bis 19.11., 15,30: Aufklaerung, Demokratie und die radikale Veraenderung der gesellschaftlichen Verhaeltnisse. Sa ab 14h, Tagung ueber Literatur und Politik in Erinnerung an Walter Grab. 1090 Bergg.17, Tel. 317 43 42 Kulturv.Zwischenraum, 19h, Vickerl und Melina Klaus erzaehlen Geschichten ueber die Geschichte Kretas, Musik, Video. 1200 Hannoverg.13 Sargfabrik, Seminarraum, ab 20h HerbstTanz - Eintritt 5,-, Musik und Getraenke vorhanden. 1140 Goldschlagstr.169 Linz, AGEZ Paulo Freire Zentrum: Ursulinenhof und Univ.Linz: Entwicklungstagung bis 20.11.: Eigentum anders. Infos und Anm: www.entwicklungstagung.at Linz, Chamaeleon, 21h, Regenbogenfest der Gruene Andersrum OOe. Museumstr.7a > Samstag, 19.11. Haus Panorama, Gesamtoesterr.Arbeitstagung der LINKE - Opposition fuer ein solidarisches Europa. Infos http://linke,cc. Beginn 10h, Vormittags: In welchem politischen Ambiente bewegt sich die Linke? Wie weit ist die Linke organisatorisch gediehen? Nachmittags Arbeitsgruppen, anschl. Berichte aus den AG und Diskussion, sowie Beschluesse. 1200 Brigittenauer Laende Vor dem Haus 1090 Porzellang.49a, 15h Enthuellung des Erinnerungssteines fuer Armin und Margarethe Weisz. 1939 aus Wien vertrieben, 1941 von den Nazis in Polen ermordet > Sonntag, 20.11. Filmcasino, 12h, Buchpraes.: In Wien erbaut - Lexikon der Wr.Architekten des 20. Jahrhunderts. 1050 Margaretenstr.78 > Montag, 21.11. Juedisches Museum, 19h, Spezialveranst. Schule & Museum. Buchpraes. mit Terezija Stoisits: Das blieb vom juedischen Wien... und Budapest. 1010 Dorotheerg.11 Skydome, 19h, Paul Singer: Solidarische Oekonomie - praktische Wege jenseits des Kapitalismus. Veranst. der Gruenen Bildungswerkstatt. 1070 Schottenfeldg.29 AK, Grosser Sitzungsaal, 19h, Podiumsdisk. mit Ewald Nowotny, Ferdinand Lacina und Claudia von Werlhof: Alternativen zur neoliberalen Globalisierung. 1040 Theresianumg.16-18, Anm. Tel. 601 18 - 4000, e-mail: office at pib-wien.ac.at Salon Uhudla, 19h, Vorbereitungstreffen der naechsten F 13 Aktion am 13. 1. 2006 - tatsaechlich im Fasching, daher wird an einen subversiver Faschingsumzug gedacht. 1040 Phorusg.7 dietheater Kuenstlerhaus, bis 26.11.:Theater des Lachens Berlin: Die Legende vom MANIFEST der Kommunistischen Partei. 1010 Karlsplatz 5, Tel. 587 05 04 > Dienstag, 22.11. depot, 9,30, Workshop u. Podiumsdisk.: Grenzen des Wohnungsmarkts. Die Erfahrungen der zahlreichen Wohnungslosen-Hilfsorg. in Oesterr. vergleichend diskutieren. Blick auf die Verhaeltnisse in der EU. 1070 Breite Gasse 3 Literaturhaus, 19h, Auschwitz-Ueberlebende spricht in Wien: Susan Cernyak-Spatz/Historikerin stellt ihr soeben in den USA erschienene Autobiografie vor: Protecitve Custody Prisoner 34042. 1070 Zieglerg.26a Gruenes Haus, 17-19h, IGS, Disk. mit Freya Brandl ueber die Tagung: Zivilgesellschaft - DIE Herausforderung. 1070 Lindeng.40 Linz, Moviemento, 19h, Attac, Suedwind, Junge Normale, Moviemento zeigen den Film: The Coorporation - das pathologische Streben der Konzerne nach Geld und Macht. Anschl. Disk. mit Rudi Anschober. Landstrasse, Eingang Gasthaus Gelbes Krokodil Innsbruck, HdB, 19h: Internat. Staatenpflichten Oesterr. als Mitgliedsstaat des internat. Pakts ueber wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte. Innrain 52 > Mittwoch, 23.11. netbase, 20h, ein Rueck- und Ausblick zum Lady-Fest von Dani Rechling. anschl. ladyfest-dj-line. 1070 Neustiftg.17 Buchhandlung Frauenzimmer, 19,30 Erica Fischer liest aus ihrem neuen Buch. 1070 Zieglerg.28 Leopoldsdorf, Rest.Goldener Anker/NOe, 20h, Vortrag und Disk: Weg vom Oel und Atom - mit energieautarken Gemeinden Innsbruck, AK, 19h, Menschenrechte statt Armutsfallen: Arbeitslosigkeit und prekaere Arbeitsverhaeltnisse in Oesterr. Maximilianstr.7 > Donnerstag, 24.11. Pressekonferenz zum Auftakt der 16 Tage gegen Gewalt, mit Marlene Streeruwitz u.a., ab 10,30 in der Kunsthalle am Karlsplatz, Infos: informationsstelle at aoef.at Skydome, 19h, Hans-Juergen Bieling: Europa des Kapitals - Konflikte rund um den Verfassungsvertrag. 1070 Schottenfeldg.29, Veranst. der Gruebi AK, 8,30-17h, Fachtagung: Das Fremdenrechtspaket 2005 und aktuelle Entwicklungen im Migrationsrecht der EU. 1040 Theresianumg.16, Anm. unter am at akwien.at Disk. ab 19h zum Wirtschaftsstandort Oesterreich mit Erhard Fuerst/Industriellenverein. und Christian Felber/attac. 1070 Zieglerg.7/Kellereingang depot, 19h, Podiumsdisk.: Wer macht die Kunst? Aktionsradius Augarten, 19,30, ParkParlament:: Die Zukunft der Flaktuerme - Wirtschaft und/oder Denkmalschutz? 1200 Gaussplatz 11 Amerlinghaus, 19h, Wilhelm Reich Forum Zukunftswerkstatt, 19h, Ethik.Macht.Meinung - wieviel Voyeurismus braucht die Aufmerksamkeit? Mit Petra Grimm/Stuttgart. 1010 Schoenlaterng.9 VHS Favoriten, 19h: Mathausen als oesterr. und europaeischer Gedaechtnisort. 1100 Arthaberplatz 18 Graz, Mozarthof/ETC, 19h, Menschenrechte statt Armutsfalllen. Schubertstr.29 Salzburg, AAI, 19,30, Rechtlos? Opfer des internat. Frauenhandels in Oesterr. Philharmonikerg.2 > Freitag, 25.11. Linz, AK-BH Jaegermayrhof, 17-21,30 Vortrag und Disk: Contra die Normalisierung des Absurden. Grundzuege und Herausforderungen der Globalisierung. Mit Sylke Tempel/Berlin, Christian Felber, Maria Woelflingseder. > Samstag, 26.11. Amerlinghaus, ArbeiterInnenstandpunkt und Revolution, 14-20h: Marxismus 2005 - mit Disk. und Film, Essen und Getraenke. 14h: China: Die Einfuehrung des Kapitalismus und der Widerstand der ArbeiterInnen. Ebenfalls ab 14h: Bildungsabbau und Schulstress - wie sieht die Alternative aus? Ab 16h: Welcher Weg fuehrt zum Sozialismus? Ab 18h: Generalstreiks in F, B und I, SchuelerInnen/StudentInnenproteste in I.., der Klassenkampf in der EU - was sind die Perspektiven in Oe und International? 1070 Stiftg.8 Tauschkreis LETS Wien 10 Jahres Fest, ab 17h Ausstellung, Buffet. Ab 19h Voralpenethno und Powidlrock. 1070 Lindeng.40 > Sonntag, 27.11. Amtshaus Simmering, Festsaal, 10,30, Martin Kukacka: Ein historisches Puzzle - virtuelle Rekonstruktion der Synagoge in der Braunhubergasse im 11. Bezirk > Montag, 28.11. depot, 19h, Transformationen gesellschaftlicher Erinnerung - Buchpraes. 1070 Breite Gasse 3 Rep.Klub, 19h, Vortrag und Disk: Die Handelspolitik der EU mit Lateinamerika. 1010 Rockhg.1 > Dienstag, 29.11. depot, 19h, Reihe Bioethik - die Kommission II - welche Aufgaben hat beispw.der Lenkungsausschuss zur Bioethik des Europarates, u.a. Wie kann Politikberatung durch die Wissenschaft heute funktionieren? Amerlinghaus, 19h, ai Netzwerk und Frauensolidaritaet: Internat. lesibischer Aktivismus im Kampf gegen Homophobie: Standing up for our Rights. Mit Ulrike Lunacek, Jelena Djordjevic. 1070 Stiftg.8 KIV-Club, 19h, SocialATTAC. 1020 Odeongasse/Grosse Mohrengasse > Mittwoch, 30.11. Cafe Sperlhof, 19h, Treffen der "Gegenstimmen"/ BV-Kandidatur 2. Bezirk - Planung der Konferenz "Raus aus der EU ". 1020 Grosse Sperlgasse 41 Museum Moderner Kunst/MUMOK, 15h, Museum fuer SeniorInnen - Fuehrung mit Dieter Schrage: Was macht die Kunst zur Kunst? Oder Das kann doch jede/r!! Eintritt fuer SeniorInnen 4,- euro Wr.Rathaus, 18h, Wappensaal: Die Zukunft der Ertragsbesteuerung in europa: Welcher Spielraum bleibt den Mitgliedsstaaten in der EU noch? 1010 Lichtenfelsg.2, Feststiege II Linz, AK-BH Jaegermayerhof, Symposium bis 1.12.: Made in China - was steckt dahinter? > Freitag, 2.12. AUF-Redaktion, 18,30, Vorbesprechung AUF-Projekt: Erinnerungsarbeits-Kollektiv. 1010 Kleeblattg.7, Wichtig! Anmeldung auf at auf-einefrauenzeitschrift.at Linz, Architekturforum, 9 bis 17h Symposium: frauen.macht.zukunft. Anmeldung und Infos OOe Gruene Tel. 0732/739444, und http://www.linz.gruene.at *************************************************** Der akin-pd ist die elektronische Teilwiedergabe der nichtkommerziellen Wiener Wochenzeitung 'akin'. Texte im akin-pd muessen aber nicht wortidentisch mit den in der Papierausgabe veroeffentlichten sein. Nachdruck von Eigenbeitraegen mit Quellenangabe erbeten. Namentlich gezeichnete Beitraege stehen in der Verantwortung der VerfasserInnen. Ein Nachdruck von Texten mit anderem Copyright als dem unseren sagt nichts ueber eine anderweitige Verfuegungsberechtigung aus. Der akin-pd wird nur als Abonnement verschickt. 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November 2005, ab 21.00 Uhr Club-U (Karlsplatz - U4 Ausgang Resselpark) -- Radio Stimme – Die Sendung der Initiative Minderheiten Das politische Magazin zu den Themen Minderheiten - Mehrheiten - Machtverhältnisse on air: Wien - Do, 13.00 Uhr - Orange 94.0 - http://www.orange.or.at Innsbruck - Do, 12.00 Uhr - FREIRAD - http://www.freirad.at Linz - So, 11.00 Uhr - Radio FRO - http://www.fro.at Graz - Mo, 08.00 Uhr - Radio Helsinki - http://www.helsinki.at on line: weltweit - jederzeit - http://www.initiative.minderheiten.at ***** Newsletter der Initiative Minderheiten Gumpendorfer Straße 15/13 A-1060 Wien Tel. 586 12 49-18 Fax 586 82 17 http://www.initiative.minderheiten.at http://www.gastarbajteri.at ***** ================================================ 03 Bitte um Ankündigung! von Promedia ================================================ Promedia Verlag, Verein für Geschichte und Sozialkunde, Grüne Bildungswerkstatt und Südwind Verlag laden zur Buchpräsentation mit anschließender Debatte: Joachim Becker/ Gerald Hödl/ Peter Steyrer (Hg.) KRIEG AN DEN RÄNDERN Imperialismus und Gewalt von Sarajevo bis Kuito Wann? Mittwoch, 30.11.2005 um 18 Uhr Wo? Österreichisches Institut für Internationale Politik, Operngasse 20 b, 1040 Wien Es diskutieren: Joachim Becker (WU-Wien) Walter Feichtinger (Bundesministerium für Landesverteidigung) Heinz Gärtner (Österreichisches Institut für Internationale Politik) Silvia Michal-Misak (Universität Wien) Anschließend wird zu einem Gläschen Wein geladen. Das Buch: Joachim Becker/ Gerald Hödl/ Peter Steyrer (Hg.) KRIEG AN DEN RÄNDERN Imperialismus und Gewalt von Sarajevo bis Kuito ISBN 3-85371-237-1, br., großes Format, 280 S., 24,90 Euro Reihe ”Historische Sozialkunde”/ Internationale Entwicklung Die Überwindung des ”Kalten Krieges” hat den heißen Krieg zum Mittel für die Durchsetzung ökonomischer, politischer und kultureller Interessen werden lassen. An den Rändern der Welt ist daraus ein lang andauernder, ein permanenter Krieg geworden. Den AutorInnen des vorliegenden Bandes geht es um weit mehr als die Analyse der strukturellen Gewalt, die dem kapitalistischen Weltsystem inhärent ist. Es geht ihnen um manifeste, kollektive, (para)militärische, kurz: um die das beginnende 21. Jahrhundert prägende physische Gewalt und ihre Protagonisten. Diese soll sowohl in innerstaatlichen als auch in zwischenstaatlichen Konflikten analysiert werden. Die zentralen Fragestellungen entwickeln sich aus der Dialektik von militärischer und ökonomischer Macht, jeweils in sozio-ökonomischer und historischer Perspektive. Die AutorInnen fragen nach der Souveränität der Kriegsbeteiligten, verweisen auf Traditionslinien, die in die Zeit des Kolonialismus zurückreichen und zeigen komplexe Begründungszusammenhänge für die neue Gewalt auf. Geographisch spannt sich dabei der Themenbogen von der atomaren Drohgebärde im Konflikt zwischen Indien und Pakistan über die Destabilisierungskriege und ihre Erben in Angola/Mocambique bis zur Rolle Japans als Konkurrent oder Brückenkopf von US-Interventionen. Auf Ihr Kommen freut sich Hannes Hofbauer, für den Verlag Promedia ================================================ 04 PARADISE NOW im Votivkino von "Eva Brantner" ================================================ Sehr geehrte Damen und Herren, ab Freitag, 18. November, bringt das Wiener Votivkino den Film PARADISE NOW des Regisseurs Hany Abu-Assad (NL/D/F 2004)in arabisch-hebräischer Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Der Film erhielt den Friedenspreis von Amnesty International auf den 55. Internationalen Filmfestspielen Berlin. Ich ersuche um Vorankündigung und stehe für Fragen gerne zur Verfügung. Mit besten Grüssen, Eva Brantner Infos zum Film: http://www.votivkino.at/textkurz/k7751pan.htm Eva Brantner VOTIVKINO Marketing Mariahilferstrasse 58/7, 1070 Wien T: (01)523 43 62-28 e.brantner at votivkino.at www.votivkino.at ================================================ 05 Dahmer (Hg.): LEO TROTZKI von Promedia ================================================ Promedia Verlag und Zentralbuchhandlung laden zur Buchpräsentation mit anschließender Debatte: Helmut Dahmer (Hg.) LEO TROTZKI: SOZIALISMUS ODER BARBAREI ! Eine Auswahl aus seinen Schriften Wann? Dienstag, 22. November 2005 um 19 Uhr Wo? Zentralbuchhandlung, 1010 Wien, Schulerstraße 1-3 Gespräch mit dem Herausgeber. Anschließend wird zu einem Glas Wein geladen. Das Buch: Helmut Dahmer (Hg.) LEO TROTZKI: SOZIALISMUS ODER BARBAREI ! Eine Auswahl aus seinen Schriften ISBN 3-85371-240-1, br., 176 Seiten, 12,90 Euro, Edition Linke Klassiker In Trotzkis Schriften verbindet sich die Klarheit der politisch-soziologischen Analyse mit der Imagination des Literaten. Die von Helmut Dahmer edierten und fachkundig kommentierten Texte beschäftigen sich mit der grundsätzlichen politischen Analyse („Nation und Weltwirtschaft“ sowie „Revolution – Inspiration“) ebenso wie mit der revolutionären Methodik („Jakobinismus“, „Terrorismus“ und „Permanente Revolution“) und stellen Trotzki als scharfen Beobachter der Zeitgeschichte vor („Porträt des Nationalsozialismus“, „Verteidigung der spanischen Republik“, „Zwillingsgestirn Stalin – Hitler“ und „Prognose der Judenausrottung“). Solange dazu noch Zeit war, versuchte er, die deutschen Arbeiterorganisationen gegen die Hitlerbewegung zu mobilisieren; minutiös analysierte er alle Etappen der Stalinisierung der Sowjetunion und rief die sowjetischen Arbeiter und Bauern zum Kampf gegen die Despotie auf. Jahrzehntelang gelang es den Stalinisten, unter Einsatz aller ihrer Propagandamittel, aus Trotzki einen Popanz zu machen. Erst durch die Veröffentlichung der dreibändigen Trotzki-Biographie Isaac Deutschers (in den Jahren 1954-63) wurde der von Stalin über seinen Widersacher verhängte Bann gebrochen. Auf Ihr Kommen freut sich Hannes Hofbauer, für den Verlag Promedia ================================================ 06 Donnerstag 17.11./Demo gg.Bildungsraub18.11. u.a.Termine von "August Faschang" ================================================ Liebe Leute! ++++++++SPEAKERSCORNER 17.11.:TONBANDDOKUMENTATION ÜBER KÄTHE SASSO & DANKE!!! #### Auch am DONNERSTAG (17.11) gibt es zusätzlich zur wöchentlichen Mahnwache gegen Schwarzorange in Österreich und Orangerot in Kärnten vor dem Kanzleramt wieder einen SPEAKERSCORNER, diesmal statt mit einem Referat in Ergänzung zum Speakerscorner vom 27.10. über die Hingerichteten der Gruppe 40 mit einer Tonbanddokumentation über KÄTHE SASSO. Sie kämpfte nach einer Zerstörungsaktion des Strasser-Innenministeriums jahrelang für die Wiederherstellung der Gräbergruppe 40, wo unter vielen Opfern der Nazijustiz auch FreundInnen aus ihrer Widerstandsgruppe begraben sind. Treffpunkt ist um 19Uhr45 Ecke Ballhausplatz/Heldenplatz, Beginn 20Uhr. Und danach sind wieder alle Teilnehmerinnen im Stammlokal in der Neustiftgasse willkommen! #### DANKE allen, die dazu beigetragen haben, dass die Demo am letzten Samstag anlässlich des Skandalurteils im Seibane-Prozess trotz äußerst kurzer Vorbereitungszeit durch eine gemeinsame Kraftanstrengung zu so einem großen Erfolg werden konnte!!!!!!!!! ++++++++WEITERE TERMINTIPPS: #### Donnerstag 17.11., ab 17Uhr: WIDERSTANDSLESUNG (Ecke Ballhausplatz/Heldenplatz). #### Donnerstag 17.11., 20Uhr: SPEAKERSCORNER "Tonbanddokumentation über KÄTHE SASSO" , siehe oben. #### Freitag 18.11., 9Uhr, Karlsplatz/Oper: SCHULE- UNI- LEHRE! STOPPT DIE REGIERUNG! STOPPT DIE MISERE! -schulstreik und demo gegen bildungsraub #### Freitag 18.11., 19Uhr-21Uhr30: MENSCHENRECHT PARTNERWAHL - BINATIONLE PAARE UNTER GENERALVERDACHT - Podiumsdiskussion zum neuen Fremdengesetz (Das Recht auf freie Partnerwahl und Familienleben ist in den Menschenrechtskonventionen verankert. Noch weit massiver als bisher wird dieses Recht nun durch einige Bestimmungen im neuen österreichischen Fremdengesetz bedroht und ausgehöhlt. Mit: Dunja Bogdanovic-Juristin im Beratungszentrum für Migrantinnen, Sebastian Schumacher-Fremdenrechtsexperte, Jörg Hornberg(angefragt)-MA 61 der Stadt Wien (Staatsbürgerschaft und Standesämter), VertreterInnen von Organisationen für binationale Partnerschaften aus anderen EU-Ländern). Anmeldung erbeten unter 01/2127664 oder fibel at verein-fibel.at, Ort: Jüdisches Institut für Erwachsenenbildung, Praterstern 1, 1020 Wien. Veranstalterin: FIBEL-Fraueninitiative bikulturelle Ehen und Lebensgemeinschaften. #### Samstag 19.11., 15Uhr: Vor dem Haus 1090 Wien-Porzellang.49a, ENTHÜLLUNG des ERINNERUNGSSTEINES fuer Armin und Margarethe Weisz. 1939 aus Wien vertrieben, 1941 von den Nazis in Polen ermordet ligrü Gustl ================================================ 07 termine von Lolligo - Kindercafé ================================================ liebe leut’ !!! ----- vorübergehend und bis auf weiteres ändern bzw. reduzieren wir die „normalen“ öffnungszeiten des kinder-cafés. daher haben wir ab sofort nur mehr jeden freitag von 16 bis 19 uhr und jeden sonntag von 15 bis 18 uhr offen. ----- am 18. november 2005, also kommenden freitag, findet ab 20 uhr im lolligo ein soliabend für das „queer beograd collectiv“ (vgl. www.queeruption.org/queerbeograd) statt, bei dem die ladyz des lf05 kollektivs (vgl. www.ladyfestwien.org/ladyfest.html drei kurzfilme über die Pride Parades 2001 in beograd, zagreb und ljubljana und einen film über QueerBeograd, a group of eight people, who decided to stand against the violence zeigen (näheres und genaueres zu den filmen findet ihr auf http://www.lolligo.net/programm/yugo.htm). ----- am freitag darauf, 25. november 05 zeigt die gruppe „Schwarzwurzeln“ ab 19.30 uhr den letzten teil der serie „vergessene opfer“ von angelika schuster und tristan sindelgruber, nämlich jenen über „wehrmachtsdeserteure.“ (vgl. http://www.lolligo.net/programm/wada.htm) ----- an den sonntagen, 4. und 18. dezember (dauert eh noch ein bisserl), bleibt das lolligo (wegen privater kindergeburtstagsparties) leider geschlossenen. ----- schließlich suchen wir noch freundliche zauberer/innen, clowns od. ähnliche, die einmal einen nachmittag für kinder im lolligo gestalten wollen. wer lust und zeit hat, kann sich jederzeit via mail bei uns melden. ----- außerdem erlauben wir uns, auf unsere konto-nummer (ganz am ende dieser mail) zu verweisen, damit wir zumindest die miete für die näxten monate bezahlen können ... J ----- allerherzlichst, euer lolligo ---------------------------------------------------------------------------- Lolligo - Fischerstiege 4-8 - 1010 Wien Öffnungszeiten (Kinder-Café): FR 16-19 Uhr, SO 15-18 Uhr www.lolligo.net Veranstaltungsprogramm unter lolligo at earthling.net anfordern ! "lolligo" / blz 14000 / konto-nr. 10010-036-203 ================================================ 08 Veranstaltungen im FZ-Beisl von ================================================ Veranstaltungen im FrauenLesbenMädchen-Zentrum's Beisl 9., Währingerstrasse 59/Stiege 6 Eingang Prechtlgasse (ums Eck) !!! Einlass nur für Frauen!!! ==================================================== :::: SA. 19. NOVEMBER 2005 :::: 16:00 :::: FEMINISMUSCAFÉ :::: ==================================================== EINLADUNG ZUM FEMINISMUSCAFÉ Was versteht ihr unter Feminismus? Erlebt ihr Feminismus zwischen wissenschaftlicher Theorie und Esoterik? Könnt ihr mit Begriffen wie z.B. "feministischer Dekonstruktivismus" oder "Gro sse Göttin" etwas anfangen? Fragt ihr euch, was Frau-Sein ausmacht und bedeutet und wie Feminismus im Alltag gelebt werden kann? Diese und ähnliche Fragen wollen wir in gemütlicher Runde diskutieren. Geplant ist keine moderierte "Lehrveranstaltung", sondern ein ungezwungener Austausch zwischen Frauen. Beginn 16.00 Uhr, Ende 18.00 Uhr wegen nachfolgender Veranstaltung. Eintritt frei! ==================================================== ==================================================== :::: SA. 19. NOVEMBER 2005 :::: 21:00 :::: QUOTE IN DER FZ-BAR :::: ==================================================== Das bekannte DJ-Kollektiv "quote" lädt zur Frauenparty mit Konzert QUOTE IN DER FZ-BAR live: Cherry Sunkist (Linz) DJ-Ringerl cyclona lyn miss klang shushu spring chick subsilk whitegirl vina yun Infos: quote at gmx.at ==================================================== :::: D0. 24. NOVEMBER 2005 :::: 19:30 :::: FRAUENLESETHEATER :::: ==================================================== Frauenlesetheater HILDE SCHMÖLZER: DIE ABGESCHAFFTE MUTTER Hilde Schmölzer liest aus ihrem neuen Buch: Die abgeschaffte Mutter. Der männliche Gebärneid und seine Folgen (Promedia, Wien 2005) Mit einer parodistischen Gestaltung von Aloise Roth und Freundinnen Die Theorie Freuds vom Penisneid ist wahrscheinlich sein grösster Irtum gewesen. Denn im Grunde hat der Mann immer die Frau um ihre Gebärkraft beneidet. Hilde Schmölzer beschreibt auf ihrem Streifzug durch die Geschichte eine Entwicklung von den gebärenden Göttern im Mythos der Antike über die Geburt einer Frau a us dem Mann im christlichen Schöpfungsmythos, der Philosophie eines Aristoteles, nach der nur der männliche Same eine Seele besitzt, dem Bemühen der Alchimisten im Mittelalter, einen "homunkulus" in der Retorte zu erzeugen bis herauf zur Gen-und Reproduktionsmedizin, in der die Frau als Mutter gänzlich abgeschafft werden soll. Sie zeigt weiter, dass es in diesem Prozess der Ent-Eignung um Macht geht und im Zusammenhang damit um Kontrolle, um patriarchale Gewalt und schließlich um Ausbeutung und Vermarktung des weiblichen Körpers. Auch die zeitweise Mutterverherrlichung änderte- und ändert- wenig an der tatsächlichen Diskriminierung der Frau, die auch aus h eutiger Perspektive beschrieben wird. Mehr Infos zum Buch auf der Verlagsseite: www.mediashop.at/024frau/204schmoelzermutter.htm Eine Rezension demnächst auf Wolfsmutter.com: http://wolfsmutter.com/modules.php?name=Kultur ================================================ 09 Auftakt-Pressekonferenz der Kampagne 16 TAGE GEGEN GEWALT AN FRAUEN von "claudia c. dietl" ================================================ liebe frauen, wir möchten euch alle HERZLICH EINLADEN zur >auftaktveranstaltung von '16 tage gegen gewalt an frauen'! >nach den (kurzen) beiträgen gibts noch früchstücksbuffet und plaudern, >lg, >cc > > > >Einladung zur > >Auftakt-Pressekonferenz der Kampagne > > >16 TAGE GEGEN GEWALT AN FRAUEN > >Do, 24. November 2005, 10.30 >in der Kunsthalle am Karlsplatz, Wien > >mit Statements von > >Marlene Streeruwitz > >Daniela Almer - Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser >Claudia Dietl - AUF eine Frauenzeitschrift >Melitta Nicponsky - Notruf für vergewaltigte Frauen und Mädchen > >und künstlerischen Interventionen von Barbara G. Wochner > >Die VertreterInnen der Medien und alle Interessierte sind herzlich >eingeladen! >------------------------------------------------------------------------ >16 TAGE GEGEN GEWALT AN FRAUEN ist eine internationale Kampagne zur >Anerkennung von Frauenrechten als Menschenrechte. Von 25. November >Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen) bis 10. Dezember machen >Fraueneinrichtungen in Form verschiedenster Aktivitäten auf die >Bedrohung von Frauen durch männliche Gewalt aufmerksam. > >Bei der Pressekonferenz wird das Veranstaltungsprogramm der 16 TAGE >GEGEN GEWALT in Österreich präsentiert. > >Weitere Informationen: > >Daniela Almer >für die Koordinationsplattform 16 TAGE GEGEN GEWALT AN FRAUEN >Tel. 01/544 08 20 >informationsstelle at aoef.at >www.aoef.at/start.htm ================================================ ================================================ MELDUNGEN, MEINUNGEN und KOMMENTARE ================================================ ================================================ 10 Polizei: SiPolG im Ministerrat von "akin" ================================================ akin-Pressedienst. Aussendungszeitpunkt: Dienstag, 15. November 2005; 19:36 ********************************************************** Polizei: > SiPolG im Ministerrat Die Novelle zum Sicherheitspolizeigesetz war heute, Dienstag, Thema im Ministerrat. Im Mittelpunkt stehen praeventive Ueberwachungsmassnahmen fuer Grossveranstaltungen -- in erster Linie auf die Fussball-EM 2008 und damit Hooligans abzielend Laut dem Entwurf duerfen Sicherheitsbehoerden an oeffentlichen Orten, an denen nationale oder internationale Ereignisse stattfinden und Vertreter auslaendischer Staaten oder internationaler Organisationen zusammentreffen, zum Schutz dieser Menschen personenbezogene Daten Anwesender in Bild und Ton zu speichern. Eine kritische Stellungnahme kommt aus der Praesidentschaftskanzlei: Bei Aufzeichnung und Speicherung sowie Verwendung personenbezogener Daten seien der Schutzbereich des Artikels 8 der Europaeischen Menschenrechtskonvention betroffen, ausserdem die Verfassungsbestimmung im Paragraf 1 des Datenschutzgesetzes, nach der fuer den Betroffenen ein Recht auf Auskunft und Richtigstellung besteht. Die verfassungsrechtliche Problematik werde im Gesetzesentwurf ueberhaupt nicht erwaehnt, bemaengelt die Praesidentschaftskanzlei. Die Richtervereinigung kritisierte in Zusammenhang mit der vorgesehenen Ermaechtigung fuer die Sicherheitsbehoerden, notfalls auch auf Bild- und Tonmaterial Privater zuzugreifen und im Rahmen der "Vorfeldaufklaerung" verdeckt aufzuzeichnen, dass der Zugewinn an Sicherheit bescheiden bleibe, die Moeglichkeit der Ueberwachung jedoch betraechtlich gestaerkt werde. Ausserdem zweifelt die Vereinigung an der Effektivitaet und Unabhaengigkeit des im Innenministerium angesiedelten Rechtsschutzbeauftragten, der verdeckte Ermittlungen zwar kontrollieren soll, aber darauf angewiesen sei, dass er von den Sicherheitsbehoerden von solchen Ermittlungen informiert wird. (APA/gek.) *************************************************** Der akin-pd ist die elektronische Teilwiedergabe der nichtkommerziellen Wiener Wochenzeitung 'akin'. Texte im akin-pd muessen aber nicht wortidentisch mit den in der Papierausgabe veroeffentlichten sein. Nachdruck von Eigenbeitraegen mit Quellenangabe erbeten. Namentlich gezeichnete Beitraege stehen in der Verantwortung der VerfasserInnen. Ein Nachdruck von Texten mit anderem Copyright als dem unseren sagt nichts ueber eine anderweitige Verfuegungsberechtigung aus. Der akin-pd wird nur als Abonnement verschickt. 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November 2005; 19:51 ********************************************************** > WWWebtips http://at.indymedia.org/newswire/display/54703/index.php http://de.wikipedia.org/wiki/Seibane_Wague http://www.streamload.com/SuperFloW/videos/20030722_video_shibane_wague_divX.avi http://www.streamload.com/SuperFloW/videos/20030722_video_shibane_wague.rm Das Urteil im Fall Seibane Wague ist gesprochen: Er starb unter ungluecklichen Bedingungen und niemand war wirklich schuld -- so zumindest kann man das Urteil lesen. Wie es nach diesem Urteil mit dem schuldig gesprochenen Notarzt weitergehen wird, ist vielleicht noch fraglich, die beteiligten Polizisten werden alle (auch der Verurteilte) ihren Dienst weiter versehen koennen, als waere nicht passiert. Vergessen ist diese Geschichte aber hoffentlich noch lange nicht. Zur Chronologie des Geschehenen sind die Schilderung von Indymedia sowie der Lexikon-Eintrag in Wikipedia sehr empfohlen. Das Video, das dafuer sorgte, dass eine Vertuschung des Falls unmoeglich wurde, ist auf URL drei und vier in den Formaten divX und RealMedia abrufbar. -br- * http://www.gastarbajteri.at Die Ausstellung "Gastarbajteri - 40 Jahre Arbeitsmigration", die von der Initiative Minderheiten in Kooperation mit dem Wien Museum kuratiert wurde und vom 22. Jaenner bis zum 11.April 2004 im Wien Museum Karlsplatz und in der Hauptbuecherei am Guertel zu sehen war, ist nun in eine virtuelle Ausstellung umgewandelt worden. Saemtliche Texte sowie alle Bildaufnahmen und Videoinstallationen wurden digitalisiert und sind unter Beibehaltung der urspruenglichen Ausstellungsstruktur abrufbar Die zahlreichen Filme aus der Ausstellung sind aufgrund des grossen Bedarfs an Speicherplatz leider nur begrenzte Zeit abrufbar. Interessierte koennen die Filme bis zum 30. November 2005 downloaden. (Aussendung) * http://www.stop-wto.org/index.php?lang=DE Wiedermal eine Online-Demo. Irgendwann soll einmal ein Bild aus lauter Einzelbildern entstehen, bei dem man "Stop WTO" lesen kann und einer Erdkugel ansichtig wird. Aber erst, wenn moeglichst viele Menschen ihr Konterfei (etwa 240 x 180 Pixel) auf den Server geladen haben, um damit eine Grundlage fuer das Gesamtbild zu schaffen -- derzeit sieht das ganze noch ein bisserl sehr unfertig aus. Wenn das Ganze fertig ist, soll es in den realen Raum wechseln und auf ein riesiges Transparent gedruckt werden. Anlaesslich der 6.WTO-Ministerkonferenz in Hong Kong vom 13.-18. Dezember 2005 soll das Transparent dort aufgespannt werden, um damit die Minister zu beeindrucken. -br- * http://www.amnesty.at/aktionen/folterror Die Europaeische Union legte in einer Leitlinie fest, dass die Verhuetung und Abschaffung von Folter und Misshandlung eines der wichtigsten Ziele der gemeinsamen Aussen- und Sicherheitspolitik ist. Dennoch sind sowohl EU-Mitgliedsstaaten als auch Beitrittswerberlaender im Namen des "Krieges gegen den Terror" bereit, Menschen in Laender auszuliefern, in denen ihnen Folter droht, oder ueber eine Aufweichung des absoluten Verbots der Folter nachzudenken. Die Welt sieht zu, wie Menschen in geheime Haftzentren auf Guantánamo, im Jemen, in Jordanien und Afghanistan verschleppt und dort jahrelang ohne Verfahren inhaftiert, misshandelt und gefoltert werden. Bei der URL koennen fuenf zentrale Forderungen von amnesty international an Kanzler Schuessel online unterstuetzt werden. (Aussendung/bearb.) * http://www.alternativas.at Zum vierten Mal seit 1999 wird im Mai 2006 in Wien im Rahmen der EU-Praesidentschaft Oesterreichs ein Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs der Europaeischen Union (EU) und der Staaten Lateinamerikas und der Karibik stattfinden, in dem die Beziehungen zwischen den beiden Kontinenten auf hoechster politischer Ebene zum Ausdruck kommen. Parallel zu diesem offiziellen Gipfel findet vom 10. bis 13. Mai ein Alternativengipfel "Enlazando Alternativas 2" statt. Dieser Gipfel wird von soziale Bewegungen, Nicht-Regierungsorganisationen und andere Akteuren aus Lateinamerika und Europa vorbereitet. Attac Oesterreich koordiniert als TraegerInnenorganisation gemeinsam mit der DKA, der Igla, dem Suedwind und dem Versoehnungsbund die Vorbereitungen des Gipfels und ruft mit zahlreichen anderen Organisationen und Bewegungen nach Wien auf. Zur Vorbereitung des Gipfels findet das Wochenende vom 25. bis 27. November in Wien ein internationales Arbeitstreffen statt. (Attac) *************************************************** Der akin-pd ist die elektronische Teilwiedergabe der nichtkommerziellen Wiener Wochenzeitung 'akin'. Texte im akin-pd muessen aber nicht wortidentisch mit den in der Papierausgabe veroeffentlichten sein. Nachdruck von Eigenbeitraegen mit Quellenangabe erbeten. Namentlich gezeichnete Beitraege stehen in der Verantwortung der VerfasserInnen. Ein Nachdruck von Texten mit anderem Copyright als dem unseren sagt nichts ueber eine anderweitige Verfuegungsberechtigung aus. Der akin-pd wird nur als Abonnement verschickt. 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Die dänische linke Einheitsliste, in der auch die Dänische KP vertreten ist, hat bei den Kommunalwahlen am Dienstag einen durchschlagenden Erfolg erzielt und die Zahl ihrer Mandate mit 23 (12) fast verdoppelt. In der Hauptstadt Kopenhagen erreichte sie 9,5 % (8,1%) und 6 (5) Mandate. Die fortschrittliche und mit der Arbeiterbewegung verbundene Partei ist künftig in fast allen der neu eingerichteten Regionsversammlungen mit insgesamt 6 Mandaten vertreten. Schon bei den Parlamentswahlen im Februar 2005 hatte man die Mandatszahl im Reichstag auf 6 (4) erhöhen können. Die Einheitsliste ist ausgesprochen EU-kritisch und tritt in ihrem Programm für einen Austritt Dänemarks aus der EU ein. Bei diesem Wahlgang spielten aber kommunalpolitische Fragen die Hauptrolle. Rückfragehinweis: 0316/872 2151 KPÖ-Steiermark Lagergasse 98 a 8020 Graz Tel.: 0316 71 24 36 Fax 0316 71 62 91 email: kp.stmk at kpoe-graz.at; kpoe_stmk at hotmail.com ================================================ 13 Staat und Kirche/Glosse: Der Hl. Vertrag von "akin" ================================================ Staat und Kirche/Glosse: > Der Hl. Vertrag Betrachtungen ueber das Voelkerrecht im Allgemeinen und das Konkordat im Besonderen Hei, welch eine Aufregung darueber, dass ein gruener Bezirksrat in einem Nebensatz etwas gegen das Konkordat gesagt hat. Sofort musste man beim Aktuellen Dienst des ORF nachschieben, dass Voelkerrechtler einhellig der Meinung waeren, dass man diesen Vertrag nicht so ohne weiteres kuendigen koennten. Man sei sich nur nicht darueber im klaren, ob der Vertrag zur Aufloesung eines beiderseitigen Einverstaendnisses beduerfe oder ueberhaupt unaufloesbar sei. Formal liegen die Voelkerrechtler natuerlich nicht ganz so falsch. Denn dass es sich bei diesem Vertragswerk um ein Abkommen zweier demokratisch nicht legitimierter Staatsrepraesentanten handelt, ist voelkerrechtlich irrelevant, denn das das Voelkerrecht ist per se ademokratisch. Das hat zwei Gruende: Zum einen stammen die Usancen des Voelkerrechts aus einer Zeit absolutistischer Herrscher, in der sich Koenige zusammensetzten, um ihre Abmachungen zu treffen, die sie von niemanden legitimieren lassen mussten. Die in buergerlichen Zeiten eingefuehrten Ratifikationsbestimmungen sind da leider nur unzureichend, da es sich in den meisten Faellen einfach nur um Absegnungen bereits vollendeter Tatsachen handelt und die nationale Akzeptanz fuer die Gueltigkeit des Vertrags keine Bedeutung hat. Zum anderen liegt die mangelnde demokratische Kontrolle in der Wesenheit solcher Vertraege selbst, da der Staat als juristische Person auftritt, der von den vertretungsbefugten Regierungsmitgliedern repraesentiert wird. Es ist daher voellig egal, ob eine Regierung, die diese juristische Person vertritt, eine wie auch immer geartete demokratische Legitimation besitzt oder nicht. Es geht darum, ob diese Regierung voelkerrechtlich anerkannt ist, um ihren Akten Rechtswirksamkeit zu verleihen. Das gilt auch fuer das Konkordat, das bekanntermassen von der Dollfuss´schen Putschregierung als einer ihrer ersten Rechtsakte nach Ausschaltung des Parlaments abgeschlossen worden war. Zwar wurde das Konkordat in demokratischen Zeiten erneuert, dies war aber nur fuer die innerstaatliche Legitimitaet von Bedeutung, fuer die voelkerrechtliche Anerkennung jedoch voellig irrelevant. Der Staat war so oder so voelkerrechtlich verpflichtet, den Vertrag einzuhalten. Selbst bei einer voelligen Zerschlagung eines Staates aendert sich in den meisten Faellen an diesem Prinzip nicht viel, da zumeist ein Rechtsnachfolger vorhanden ist -- selbst wenn diese Nachfolge nicht selbstgewaehlt ist. So mussten auch die Vertreter von "Deutschoesterreich" 1919 akzeptieren, dass sie die nicht gerade sehr vorteilhafte Rechtsnachfolge der Donaumonarchie anzutreten hatten, auch wenn ihnen das damals recht willkuerlich erschien. Dieses Prinzip eines ewig gleichen Subjekts ist der Notwendigkeit der Vertragstreue geschuldet. Wenn der Vertragspartner sich nicht darauf verlassen kann, dass diese Treue trotz der Unwaegbarkeiten innenpolitischer Veraenderungen gewaehrleistet ist, waere jeglicher Vertrag mit einem Staat unmoeglich. Das ist auch einer der Gruende, warum die deutsche rotgruene Regierung unfaehig war, den Atomausstieg zu realisieren -- denn die BRD hatte Vertraege mit dem Nuklearbusiness, die zwar von schwarzgelben Regierungen geschlossen worden waren, die sie aber nichtsdestotrotz einhalten mussten. Eine juristische Frage, ... Tatsaechlich ist es so einfach aber auch wieder nicht. Erstens tauchen immer wieder Voelkerrechtler auf, die sagen, dass Vertraege oft genug einfach durch historische Tatsachen ueberholt werden und dann nicht mehr als in Kraft befindlich zu gelten haben -- man erinnere sich an diesbezuegliche Meldungen betreffs einzelner Bestimmungen des Staatsvertrags von Wien. Und auch das ist richtig: Vertraege, die durch Wegfall des Vertragsgegenstands, dem voelligen Desinteresse der Vertragspartner an einer Aufrechterhaltung oder weil sie zumindest einem Partner wurscht geworden sind, weil dieser bei Vertragsverletzung keine Konsequenzen mehr fuerchtet, sind als de facto ungueltig anzusehen. Das ist die vielzitierte normative Kraft des Faktischen. Folglich muss man zweitens feststellen, dass das Voelkerrecht alles andere als sakrosankt ist. Speziell maechtige Staaten wie die USA oder Russland brechen staendig Vertraege oder ratifizieren sie nicht, wodurch diese keinen Rueckhalt in der nationalen Gesetzgebung und Rechtssprechung haben und damit niemals Rechtswirksamkeit erlangen koennen.. Drittens koennte man im konkreten Fall die provokante Frage stellen, ob Bundesregierung und Parlament nicht selbst bereits das Konkordat gebrochen haben -- die christlichen Feiertage sind naemlich nicht nur gesetzlich definiert, sondern auch im Konkordat abgesichert: Die Aufhebung des 8.Dezembers als Feiertag fuer weite Teile der Handelsbetriebe ist sicher nicht als konkordatskonform anzusehen. Zuletzt und vor allem ist fraglich, was hoeher steht: Die Unterschrift eines Putschisten oder die doch ach so heilige buergerliche Demokratie. Denn von oesterreichischer Bundesregierung und dem Parlament wurde der Vertrag zwar nach 1945 mehrmals durch Zusatzvereinbarungen mit dem Vatikan bestaetigt (zuletzt 1995), meines Wissens wurde der urspruengliche Vertrag aber in buergerlich-demokratischen Zeiten niemals ratifiziert -- was auch nicht verwunderlich ist, denn die Notwendigkeit einer Verfassungsmehrheit ist ziemlich wahrscheinlich. Eventuell koennte der VfGH sogar der Meinung sein, dass eine Ratifikation auch ein Plebiszit verlange. Die Bundesverfassung sowohl in der geltenden als auch in der Fassung von 1929 (die fuer den Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung relevant ist) kennt keine klaren Feststellungen ueber das Verhaeltnis von Staat und Kirche. Durch die Defintion des Machtmonopols beim Souveraen (also dem Wahlvolk) kann aber sehr wohl der Ausschluss der Kirche aus der Machteinflussnahme angenommen werden -- immerhin handelt der Vatikan hier nicht nur als Voelkerrechtssubjekt, sondern vor allem als Religionsgemeinschaft. Was ausserdem gegenueber den anderen Religionsgemeinschaften und den Atheisten als Bruch der diesbezueglichen Nichtdiskrimierungsbestimmungen ausgelegt werden kann. D.h., dass sehr wohl durch das Konkordat eine Totalaenderung der Verfassung angenommen werden kann oder zumindest strittig ist -- was wiederum bei einer Ratifikation eine Volksabstimmung noetig machen wuerde. Andersherum wird auch ein Schuh daraus: Es ist naemlich sehr fraglich, ob nach den Praemissen des buergerlich-demokratischen Systems das Konkordat ueberhaupt jemals als in Kraft getreten gelten darf, auch weil es sich eben um einen Vertrag handelt, der als verfassungsaendernd angesehen werden muss. Eine faktische Akzeptanz durch Nichtdiskussion alleine kann wohl keine rechtliche Grundlage darstellen. Auch die sogenannte Ratifikation der klerikalfaschistischen Putschregierung 1933 in illegitimer Berufung auf das kriegswirtschaftliche Ermaechtigungsgesetz darf wohl in einer buergerlich-demokratischen Rechtsordnung nicht schlagend sein. ... aber vor allem eine politische! Das Ganze jetzt aber ernsthaft auf einer juristischen Ebene zu diskutieren ist ohnehin muessig -- denn es kann wohl nicht rechtens sein, dass ein 72 Jahre alter Vertrag (und damit oesterreichischer Rechtsbestand, der angeblich vom Souveraen zu bestimmen ist) nicht diskutiert und auch abgeschafft werden kann. Man kann doch nicht einfach behaupten, dieses Regelwerk sei einmal aufgestellt worden und gelte jetzt fuer ewig. Dann koennte man ja gleich wieder einen Habsburger auf den Thron setzen, da deren Herrschaftsanspruch so wohl auch legitim waere. Es ist also eine politische Frage, die auch politisch diskutiert werden muss. Diese Frage des Konkordats wird allerdings wohl auch deswegen ungern aufgegriffen, weil in der oesterreichischen Innenpolitik die reaktionaeren Eliten froh sind ueber die de facto-Akzeptanz der Staatskirche, waehrend die maessig fortschrittlichen Eliten sich entweder vor einer moeglichen de jure-Festschreibung fuerchten oder -- und das wird wohl ausschlaggebend sein -- vor dem Zorn der katholischen Fundamentalisten, um deren Stimmen ja alle Parteien buhlen. Solange aber niemand diese Thematik ernsthaft diskutiert, bleibt Oesterreich auch weiterhin ein Staat mit einem schlampigen Verhaeltnis zu einer Religionsgemeinschaft, die sich immer noch als Amtskirche versteht und damit Staatskirche meint. Selbst wenn man also eine Rechtskonformitaet des Konkordats annehmen will, stellt sich doch sehr die Frage, ob dieses sakrosankt zu sein hat. Dass man von Seiten der katholischen Kirche, die sich ja bekanntlich fuer Heiligsprechungen zustaendig fuehlt, der Meinung ist, dass alles, was sie fuer richtig haelt, auch fuer die Ewigkeit richtig sein muss, darf das wohl fuer einen demokratischen Rechtsstaat nicht gelten. Wenn man sich aber anschaut, wie die hiesigen Polit-Eliten auch nur auf eine geringfuegige Andeutung einer Debatte reagieren, muss man schon fragen duerfen, welches Demokratieverstaendnis sich in den heiligen Hallen des Parlaments breitgemacht hat. *Bernhard Redl* *************************************************** Der akin-pd ist die elektronische Teilwiedergabe der nichtkommerziellen Wiener Wochenzeitung 'akin'. Texte im akin-pd muessen aber nicht wortidentisch mit den in der Papierausgabe veroeffentlichten sein. Nachdruck von Eigenbeitraegen mit Quellenangabe erbeten. Namentlich gezeichnete Beitraege stehen in der Verantwortung der VerfasserInnen. Ein Nachdruck von Texten mit anderem Copyright als dem unseren sagt nichts ueber eine anderweitige Verfuegungsberechtigung aus. Der akin-pd wird nur als Abonnement verschickt. Wer versehentlich in den Verteiler geraten ist, kann den akin-pd per formlosen Mail an akin.buero at gmx.at abbestellen. ************************************************* 'akin - aktuelle informationen' a-1170 wien, Lobenhauerngasse 35/2 vox: ++43/1/535-62-00 (anrufbeantworter, unberechenbare buerozeiten) http://akin.mediaweb.at akin.buero at gmx.at Bankverbindung lautend auf: föj/BfS, Bank Austria, BLZ 12000, 223-102-976/00, Zweck: akin ================================================ 14 Das Letzte/ Moderne Zeiten: Sonys heisse Scheiben von "akin" ================================================ Das Letzte/ Moderne Zeiten: > Sonys heisse Scheiben Die Musikindustrie kann es nicht lassen, sich bei ihren Kunden unbeliebt machen zu wollen. Nach den mittlerweile als Un-CDs bekannt gewordenen Audio-Datentraegern, die auf PCs und so manchem Auto-CD-Player nicht funktionieren, gibt es jetzt CDs (bislang nur auf dem US-Markt) der Firma Sony BMG, die Computer halt ein bisserl kaputt machen. Denn die Sony-CDs der letzten Generation verlangen von Benutzer, die die CDs auf PCs abhoeren moechten, dass er sich eine Software installiert, damit ein ungestoerter Musikgenuss moeglich ist. Allerdings: Diese Software schuetzt nicht nur Musiktitel vor vermeintlichen Raubkopierern, sondern stoert auch andere Software -- so Programme zur Erstellung von MP3s. Und das unabhaengig davon, ob da gerade eine Sony-CD "gerippt" wird oder die nicht geschuetzte CD eines Konkurrenten -- selbst wenn sich jemand voellig legal seine gekaufte Musik auf den MP3-Player laden will. Denn die Sony-Ware installiert sich fix im System und wird bei jedem Neustart wieder geladen. Laut Computer-Experten ist diese Software schwieriger zu entfernen als so mancher "Trojaner". Und faktisch handelt es sich dabei auch um einen Trojaner, denn die Software oeffnet Sicherheitsloecher im System, die bereits erwiesenermassen zu Angriffen auf PCs genutzt werden kann. Aber auch ohne Internetzugang koennte das System laut Expertenmeinung zum Spinnen anfangen und Daten verschrotten. Von der Tatsache, dass ein Programm, das bei jedem Systemneustart mitgestartet wird, ganz nonchalant Computerressourcen blockiert, gar nicht zu reden. Nachdem diese Probleme bekannt wurden -- und damit Klagen wegen Computersabotage drohten (und immer noch drohen) --, versucht Sony Schadensbegrenzung oder was man bei Sony halt darunter versteht: Wer die Anti-Sony-Kopierschutz-Software vom Server herunterladen moechte, um sich von diesem Kauf-Trojaner wieder zu befreien, wird zuerst einmal um Anmeldung am Server mit Name und Email-Adresse gebeten. Schliesslich will man ja wissen, wer es wagt, seinen Rechner zu entsonyfizieren -- was natuerlich viele Anwender abschreckt, die sich fragen muessen, ob sie lieber ihre Computerdaten oder ihre persoenlichen Daten vor Sony schuetzen wollen. Diese Anwender koennen sich nur mit einem troesten: Den Marktanteil von Sony werden solche Aktionen sicher nicht heben. -br- * Quellen und mehr Infos dazu: http://www.medienrauschen.de/archiv/2005/11/01/sony-music-drm-reicht-nicht-mehr-nun-wird-gehackt/ http://www.netzwelt.de/news/72909-streit-um-sonycds-geht-weiter.html http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID4925660_REF1,00.html *************************************************** Der akin-pd ist die elektronische Teilwiedergabe der nichtkommerziellen Wiener Wochenzeitung 'akin'. Texte im akin-pd muessen aber nicht wortidentisch mit den in der Papierausgabe veroeffentlichten sein. Nachdruck von Eigenbeitraegen mit Quellenangabe erbeten. Namentlich gezeichnete Beitraege stehen in der Verantwortung der VerfasserInnen. Ein Nachdruck von Texten mit anderem Copyright als dem unseren sagt nichts ueber eine anderweitige Verfuegungsberechtigung aus. Der akin-pd wird nur als Abonnement verschickt. Wer versehentlich in den Verteiler geraten ist, kann den akin-pd per formlosen Mail an akin.buero at gmx.at abbestellen. ************************************************* 'akin - aktuelle informationen' a-1170 wien, Lobenhauerngasse 35/2 vox: ++43/1/535-62-00 (anrufbeantworter, unberechenbare buerozeiten) http://akin.mediaweb.at akin.buero at gmx.at Bankverbindung lautend auf: föj/BfS, Bank Austria, BLZ 12000, 223-102-976/00, Zweck: akin ================================================ 15 GLB/Gesundheit/Einsparung/Ausglied von "Gewerkschaftlicher Linksblock" ================================================ Pressedienst des Gewerkschaftlichen Linksblocks (GLB), Apostelgasse 36/12, A-1030 Wien - Telefon +43 1 718 26 23-0 - Fax +43 1 718 26 23-30 - Mail glb at aon.at - Web www.glb.at - Ausgabe vom 16. November 2005 Einsparung von 300 Millionen Euro bis 2010 GLB: Wird Gesundheit zur Luxusware? Mit 7,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes liegt Österreich bei den Ausgaben für das Gesundheitssystem deutlich unter dem Durchschnitt der Europäischen Union. Nun soll noch weiter eingespart werden. Bund und Länder haben sich darauf geeinigt, im Zuge der Verwaltungsreform weitere 300 Millionen Euro bis 2010 im Gesundheitssystem einzusparen. Dies soll durch Effizienzsteigerungen im Verwaltungsbereich und durch die Schaffung besserer Einkaufsorganisationen erreicht werden. „Das ist die offizielle Lesart. Wer sich allerdings halbwegs in der Materie auskennt, weiß, dass das dem Bereich der Schauermärchen zuzuordnen ist“, meint dazu Gerhard Haupt (KAV Magistrat Wien, Wilhelminenspital) namens der Fraktion Gewerkschaftlicher Linksblock im ÖGB (GLB) in der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten (GdG). Berücksichtigt man nämlich die Vorstellungen der EU, wonach gerade im Gesundheitssystem Qualitätskriterien gesetzt und auch laufend überprüft werden sollen, weiß man, dass gerade im dafür zuständigen Verwaltungsbereich mit einer gewaltigen Aufstockung des Personalstandes zu rechnen ist. Dass bereits in fast allen Bundesländern Einkaufsorganisationen für die Krankenhäuser bestehen und Einsparungsmöglichkeiten hier nur im Promillebereich vorhanden sind, ist ebenfalls nicht neu. Das Einsparungsziel von 300 Millionen Euro kann daher - no naa - wieder nur auf dem Rücken der PatientInnen erreicht werden. Das Mittel dazu ist längst vorgegeben. Es heißt: Privatisierung. In den meisten Bundesländern wurden die Krankenhäuser und Geriatriezentren bereits ausgegliedert und in Betriebsgesellschaften umgewandelt, die nach streng betriebswirtschaftlichen, d.h. profitorientierten Richtlinien arbeiten müssen: „Damit wird die Gesundheit, wie sie von der WHO definiert ist, endgültig zur Luxusware“, so Gerhard Haupt. ================================================ 16 Presseerklärung zu Attentaten in der Türkei von "GFBV Hans Bogenreiter" ================================================ ATTENTATE GEGEN KURDEN UND DIE (NICHT)-AUFKLÄRUNG DURCH TÜRKISCHE BEHÖRDEN Presseerklärung der Gesellschaft für bedrohte Völker-Österreich vom 16. November 2005 Am 9.11.2005 wurde in der Kreisstadt Semdinli ein Bombenattentat auf eine Buchhandlung verübt. Es war der bisher jüngste von 14 Bombenanschlägen innerhalb von drei Monaten im türkischen Kurdengebiet. Dabei wurden die drei Attentäter von kurdischen Zivilisten gefasst und entwaffnet. Im Auto der Attentäter fand man weitere Waffen, Bomben, sowie Namenslisten von kurdischen AktivistInnen. Die alarmierten Sicherheitskräfte begannen auf die Zivilpersonen zu schießen und brachten die Attentäter anschließend auf das Polizeirevier. Es handelt sich bei diesen um zwei Offiziere der türkischen Armee und einen PKK-Überläufer. Einer der beiden Offiziere, Ali Kaya, rief den Vorsitzenden der Gerechtigkeitspartei DYP, Agar Mehmet, der von der Öffentlichkeit für die meisten der unaufgeklärten politischen Morde verantwortlich gemacht wird, an und ersuchte ihn um Hilfe. Daraufhin wurden die Täter innerhalb einer Stunde frei gelassen und in einer Militärkaserne beherbergt. Laut einer Stellungnahme von General Büyükanit, dem Oberkommandierenden der Landstreitkräfte, handelt es sich bei den Attentätern um Offiziere der geheimen Militärpolizei (JIT), die ihm persönlich als „seriöse und verantwortungsvolle Personen“ bekannt sind. Während der Ermittlungen des Staatsanwaltes wurde auf diesen geschossen, worauf er seine Tätigkeit abbrechen musste. Seitdem kommt es zu Demonstrationen in kurdischen Städten, die Transparenz in den Ermittlungen fordern. In der Kreisstadt Yüksekova wurde am 15.11. von türkischen Sicherheitsskräften auf die friedlichen DemonstrantInnen geschossen, wobei drei Personen getötet und 14 verletzt wurden. Letzten Meldungen zufolge wurde auch heute Nachmittag bei einer Demonstration von Kurden in der Stadt Hakkari von türkischen Sicherheitskräften auf DemonstrantInnen geschossen. Die GfbV-Österreich fordert die türkische Regierung daher auf, - die Angriffe auf friedliche Demonstrationen zu unterbinden; - unabhängige Ermittlungen in Semdinli zu ermöglichen; - die Verantwortlichen für dieses Attentat und die vorangegangenen sowie ihre Hintermänner vor Gericht bringen zu lassen; - und schließlich alles daranzusetzen, dass alle seit 1980 unaufgeklärten politischen Morde untersucht und die Beteiligten zur Verantwortung gezogen werden. Rückfragehinweis: Mag. Mustafa Akgün, Tel. 0676/75 33 851 Gesellschaft für bedrohte Völker - Österreich Untere Viaduktgasse 53/7A A-1030 Wien Tel: +43/1/503 49 90 Fax: +43/1/503 13 36 Homepage: www.gfbv.at E-mail: office at gfbv.at Vereinskonto: 7.238.909 BLZ: 60000 ================================================ 17 Rassistisch motivierter Anschlag auf Moschee in Wien ? von "wadi wien" ================================================ Anrainer vermuten Anschlag auf Moschee Explosion in Wien-Hernals Von APA / WZOnline Eine heftige Explosion hat am Mittwoch gegen 2.30 Uhr die Bewohner eines Wohnhauses in der Mariengasse in Wien-Hernals aus dem Schlaf gerissen. Fenster- und Autoscheiben gingen zu Bruch - die hölzerne Eingangstür des Hauses Nummer 8 wurde schwer beschädigt. Verletzt wurde niemand. Wie es zu der Explosion gekommen ist, war zunächst noch unklar. Anrainer sprachen von einem Anschlag gegen die im Haus befindliche Moschee und die überwiegend ausländischen Bewohner des Gebäudes. Die Polizei wollte einen Anschlag zunächst nicht bestätigen. Es handle sich um eine Explosion mit Sprengstoff, die Ermittlungen seien in alle Richtungen im Gange, hieß es. Von einer gegen einen Einzelnen gerichteten Eifersuchtstat über einen terroristisch oder rassistisch motivierten Anschlag seien alle Möglichkeiten denkbar, sagte Polizeisprecher Walter Hladik. Nähere Aufschlüsse soll die kriminaltechnische Analyse der insgesamt 58 Fundstücke geben, welche die Tatortgruppe am und um den Tatort herum sichergestellt hat. Mit Ergebnissen sei frühestens in zwei bis drei Wochen zu rechnen, sagte Hladik. Gefunden wurden unter anderem Batterien, Batteriehalter, Dosenböden, Drähte und Schnüre. Der Sprengstoff dürfte nach ersten Erkenntnissen vor der hölzernen Eingangstür detoniert sein, die sowohl zu der Moschee als auch in das Wohnhaus führt. Die Ermittlungen finden in einer Kooperation zwischen verschiedenen Einrichtungen der Polizei statt: Experten des Entschärfungsdienstes sind für die Analysierung der Tatortfundstücke verantwortlich, die Kriminaldirektion 1 erforscht einen eventuellen kriminellen Hintergrund und das Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung ermittelt hinsichtlich eines eventuellen terroristischen oder rassistisch motivierten Hintergrunds, sagte Hladik. Anrainer erklärten im Gespräch mit der APA, dass es in der betroffenen Gegend in Wien-Herrnals in der Vergangenheit immer wieder zu kriminellen Zwischenfällen gekommen sei. Im Hausflur, der meist offen steht, würden außerdem des Öfteren Drogensüchtige logieren. In dem Mietshaus Mariengasse 8 leben nach Angaben eines Bewohners insgesamt zehn vorwiegend türkischstämmige Familien. Im Erdgeschoss befindet sich neben einem muslimischen Gebetshaus außerdem ein türkisches Obst- und Gemüsegeschäft, das bei dem Vorfall nicht in Mitleidenschaft gezogen wurde. Allerdings hatte sich durch die Explosion die Haupttüre zum Gebetshaus derart verzogen, dass sie nicht mehr geöffnet werden konnte. Der zuständige Gotteshaus-Betreuer musste die heiligen Räume daraufhin durch das Fenster betreten. Wiener Zeitung Mittwoch, 16. November 2005 http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=3940&Alias=wzo&cob=207472 -- WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit e-mail: wadi.wien at gmx.at Tel.: 0699-11365509 Postfach 105 A-1181 Wien Spendenkonto in Österreich: Kontonummer 07.405.301 Evangelische Kreditgenossenschaft eG BLZ 31800 IBAN: AT10 3180 0000 0740 5301 BIC: EVKRATW1 Website mit weiteren Informationen zu Projekten von Wadi und Veranstaltungshinweisen: www.wadinet.at ================================================ 18 Zivildienst/Verfassungsgerichtshof/Bundesheer/YC von KPÖ-Kommunikation ================================================ KPÖ-Pressedienst - Drechslergasse 42, 1140 Wien - Telefon +43 (1) 50 36 580 - 0 - Fax +43 (1) 50 36 580 - 499 - Mail bundesvorstand at kpoe.at - Web www.kpoe.at - News www.kpoe.at/lpd - Ausgabe vom 16. November 2005 Young Communists zum Zivildienst-Spruch des VfGH Richtiger Schritt auf dem falschen Weg Als „richtigen Schritt auf dem falschen Weg” bezeichnet Martin Just, Bundessprecher der Young Communists (YC), die vom Verfassungsgerichtshof (VfGH) angeregte Erhöhung des Pflegegeldes für Zivildiener auf 13,60 Euro: „Damit wäre wohl eine der gröbsten Diskriminierungen der Zivildiener gegenüber Präsenzdienern beseitigt. Das ist zwar gut und zu befürworten. Das Ende dieser Debatte kann das aber nicht sein“. Denn wahr ist auch, dass es unhaltbar ist, dass z.B. der Wehrersatzdienst ungleich länger dauert als der Wehrdienst selbst. Und wahr ist auch, dass die Zivildiener der kostengünstige Notnagel einer jahrzehntelang verfehlten Sozial- und Arbeitsmarktpolitik sind. Die YC fordern die Auflösung des Bundesheeres und den Aufbau eines hauptamtlichen Katastrophenschutzdienstes. Davon wäre natürlich auch die gegenwärtige Zivildienerpraxis betroffen, da mit dem Wegfall des allgemeinen Wehrdienstes natürlich auch der Wehrersatzdienst ersatzlos zu streichen wäre. „Österreich könnte es sich als einer der reichsten Staaten der Erde ohne Probleme erlauben, die gegenwärtigen und zweifellos wichtigen Tätigkeiten der Vereine, welche Zivildiener beschäftigen, auf Basis eines öffentlichen d.h. demokratisch vergesellschafteten Beschäftigungssektors umzustellen. Ein Großteil des dafür notwendigen Geldes würde ohnehin schon durch die Abschaffung des Bundesheeres in der öffentliche Haushaltskassa vorhanden sein”, so Just abschließend. ================================================ ================================================ C) TERMINE ================================================ ======================== Donnerstag http://www.mund.at/butt/Termine/November/1711.htm Freitag http://www.mund.at/butt/Termine/November/1811.htm Samstag http://www.mund.at/butt/Termine/November/1911.htm ======================== ================================================ D) EDITORIAL ================================================ Für den Inhalt verantwortlich: Ihr. Medieninhaberinnen & Medieninhaber seid Ihr E-Mail-Adresse für Beiträge: widerstand at no-racism.net geschickt. widerst at nd MUND und alle Termine täglich aktualisiert im Web: http://www.no-racism.net/MUND Ziel von MUND (medienunabhängiger Nachrichtendienst) ist die unzensurierte und möglichst rasche Information über gesellschafts- politisch relevante Termine, Hinweise und Diskussionsbeiträge zu Widerstand und Antirassismus sowie verwandte Themen. sollen einen Titel, Namen und Emailadresse der/des AutorIn enthalten und möglichst kurz und prägnant gehalten sein, ev. mit Hinweis, wo weitere Informationen eingeholt werden können. Bitte keine Attachments! Die inhaltliche und sachliche Verantwortung liegt bei der/dem jeweiligen AutorIn bzw. jenen, die uns die Beiträge schicken. Der MUND wird von einzelnen TagesredakteurInnen zusammengestellt. Da Fehler nicht ausgeschlossen sind, bitten wir, nicht veröffentlichte Beiträge nochmals an widerstand at no-racism.net zu senden. Die Weiterleitung (auch auszugsweise) ist erwünscht. Beiträge mit rassistischen oder sexistischen Inhalten werden nicht veröffentlicht. Sehr persönliche Meldungen werden wir an den betreffenden Adressaten weiterleiten, aber nicht im MUND veröffentlichen. Die bisherigen Ausgaben sind unter http://www.no-racism.net/MUND archiviert. Terminankündigungen bitte nach folgender Vorlage: * Wann: Sonntag, 11.11.2001, 11:11 Uhr * * Was: Maskenball: Motto "Schwarzblau ist die Haselnuss" * * Wo: Villa Morgenrot, Grüner Anger 42, 2001 Wendendorf * * Kommentar: Anreise per Anhalter. Maskenzwang. Ende nie. Aber kurz und prägnant.* Die Rubrik "Redaktionelles" am Ende der Ausgabe ist u.a. eine Konsequenz aus der Notwendigkeit, sexistische, antisemitische und rassistische Beiträge nicht zu veröffentlichen, ohne jedoch stillschweigend Zensur zu üben. Hier wird - in anonymisierter Form - auf angehaltene Beiträge hingewiesen und eine kurze Begründung der Tagesredaktion für die Nichtaufnahme geliefert. (Weitere Gründe einen Beitrag nicht aufzunehmen sind z.B.: Attachments, kein erkennbarer Bezug zu den breit gestreuten Themen des MUND, Werbesendungen, sinnlose Kettenbriefe.) Die AbsenderInnen der betroffenen Beiträge werden hiervon informiert. Im Sinne einer "gläsernen Zensur" könnt ihr Euch die Beiträge gerne extra schicken lassen: Ein kurzes Mail an widerstand at no-racism.net genügt. ================================================ E) VERTEILERLISTE ================================================ Zur Eintragung in diesen Verteiler bitte direkt subskribieren unter http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/analle oder von der einzutragenden Adresse aus ein mail schicken an: admin at no-racism.net mit folgendem Text: subscribe no-racism Bitte wegen Automatisierung diesen Wortlaut verwenden! Zur Austragung aus dieser Liste bitte an zusammengestellt. Bitte keine Attachments! (werden nicht angenommen) nicht aufgenommen:diverse Beiträge nicht WR Redaktionsschluss für diese Ausgabe: Di 21.00 Uhr III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III ü, ö, ä, ß, Ü, Ö, Ä III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III widerst at nd-MUND is powered by http://alt.strg.at/ ================================================ From analle at no-racism.net Fri Nov 18 08:18:12 2005 From: analle at no-racism.net (=?iso-8859-1?q?MUND=3A_medienunabh=E4ngiger_Nachrichtendienst?=) Date: Fri, 18 Nov 2005 08:18:12 +0100 Subject: MUND: Freitag, 18. November 2005 Message-ID: <00f801c5ec10$3cee28c0$4e046d50@chello.at> MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst www.no-racism.net/mund Freitag, 18. November 2005 ================================================ A) INHALT ================================================ ============================================== 01 Operation Spring Prozessbericht From: tristan.sindelgruber at chello.at ============================================== 02 neu auf doew.at From: aktion at gegendenantisemitismus.at ============================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN UND ANKÜNDIGUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ============================================== 03 GMT-Jugendkundgebung From:martin.mair at mediaaustria.at ============================================== 04 Depot-Programm From: depot-news at mailman.sil.at ============================================== 05 Stimme 56 erschienen From: news at initiative.minderheiten.at ============================================== 06 roter stern 4 erschienen From: agm at agmarxismus.net ============================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN UND KOMMENTARE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ============================================== 07 EUGH - Gemeindebetriebe From: glb at aon.at ============================================== 08 Übergriffe gegen Kurden From: hans.bogenreiter at gfbv.at ============================================== 09 Female Politicians in Iraq From: wadi.wien at gmx.at ============================================== 10 Heiligendamm From: gpfelsoli-l at lists.nadir.org ============================================== 11 Movement Dispatch From: abe at cuadp.org ============================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< SERVICE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ============================================== 12 Newsletter From: andersrum.gruene.at ============================================== ================================================ B) TEXTE ================================================ ============================================== 01 Operation Spring Prozessbericht From: tristan.sindelgruber at chello.at ============================================== 17.11. - Neuigkeiten rund um OPERATION SPRING: Letzter "Operation Spring" - Prozess: Richter befangen? Prozess vor Neuauflage? Anzeige wegen Verleumdung gegen den Rechtsanwalt? In der gestrigen Verhandlung - die nunmehr ohne die Anwesenheit von MedienvertreterInnen stattfand - überschlugen sich die Ereignisse. Es ist jener Prozess gegen Emanuel C., vertreten durch den Rechtsanwalt Lennart Binder, der auch im Film OPERATION SPRING thematisiert wird. Nach übereinstimmenden Berichten einiger ProzessbeobachterInnen und nach Rückfrage bei Rechtsanwalt Binder lässt sich folgender Prozessverlauf skizzieren: Zu Beginn der Verhandlung stellt der vorsitzende Richter Wilhelm Mende fest, dass es unmöglich sei eine weitere Zeugin aus Linz in Wien, aufgrund familiärer Verpflichtungen, zu vernehmen. Auch Anwalt Binder verzichtet auf die Vernehmung dieser Zeugin. Richter befangen? Darauf stellt RA Binder einen Antrag auf Befangenheit des Richters und begründet dies folgendermaßen: Ihm liegen Aussagen des vormals anonymisierten Zeugen "AZ3000", namens James I. vor, die darauf schließen lassen, dass AZ 3000 von Staatsanwalt Bauer, Untersuchungsrichterin Weiss und dem Richter Mende zu falschen Zeugenaussagen angestiftet worden sei. Im Zuge des Gesprächs sei dem AZ 3000 in seinem eigenen Verfahren eine Freiheitsstrafe von 13 Jahren angedroht worden, falls er nicht andere Angeklagte schwer belasten würde. Weiters stellt RA Binder fest, dass der AZ 3000 entgegen den früheren Behauptungen des Richters, sehr wohl im Laufe dieses Verfahrens zur Einvernahme vor Gericht auffindbar gewesen wäre, da er zu diesem Zeitpunkt in Österreich inhaftiert war. Verleumdung? Nach Beendigung der Ausführungen durch RA Binder, teilt die Staatsanwältin mit, dass sie nunmehr überlegt Anzeige wegen Verleumdung gegen RA Binder zu erstatten. Richter und Staatsanwältin ziehen sich daraufhin zu Beratungen zurück. Neuauflage? Der vorsitzende Richter Mende erklärt nach der Rückkehr, dass er nicht selbst über den Antrag auf Befangenheit entscheiden werde und sich zuerst darüber mit der Präsidentin des Wiener Landesgerichts beraten werde. RA Binder überlässt dem Richter eine Kopie des Videobandes, auf dem der vormals anonymisierte Zeuge AZ 3000 seine belastenden Aussagen erneut widerruft und seine Anschuldigungen gegenüber Gericht und Polizei äußert (Anm: eine Abschrift dieser Aussagen findet sich unter: http://no-racism.net/article/1454/). Es handelt sich dabei um jenes Videoband, das der Richter in der letzten Verhandlung nicht als Beweismittel zugelassen hatte. Die Verhandlung endet mit der Ankündigung des Richters, dass die nächsten Gerichtstermine aufrecht bleiben. Daher an dieser Stelle erneut die nächsten und voraussichtlich letzten Verhandlungstermine: Mittwoch, 23. November 2005, 9.15 Uhr, Saal 305 Donnerstag, 24. November 2005, 9.15 Uhr, Saal 303 (voraussichtlich Urteilsverkündung) jeweils offenes Ende Landesgericht für Strafsachen Wickenburggasse 18-20 1080 Wien Interessierten sei empfohlen, möglichst früh zu den Verhandlungen zu kommen. Gerade am Tag der Urteilsverkündung ist damit zu rechnen, dass schon relativ frühzeitig viele Plätze durch interessierte Vertreter der Exekutive belegt sind. Wir würden uns freuen, wenn MedienvertreterInnen und Interessierte diesen Prozess besuchen, um ihm jene öffentliche Aufmerksamkeit zuteil werden zu lassen, der ihm unserer Meinung nach zusteht. Es handelt sich dabei um das letzte noch offene Verfahren im Rahmen der Operation Spring und es ist jener Prozess, dessen Ausgang auch seitens des Justizministeriums mit großem Interesse erwartet wird. In den Augen des Justizministeriums soll der Ausgang dieses Verfahrens mitentscheidend sein, ob es zu einer Wiederaufnahme der Prozesse, die im Rahmen der Operation Spring stattfanden, kommt. Er sollte nicht vor leeren Publikumsreihen vonstatten gehen. Protestinserat online! Das von SOS-Mitmensch initiierte und am 18.11. in der Tageszeitung "Die Presse" erscheinende Protestinserat ist nunmehr online (http://www.sosmitmensch.at/stories/519/). Darin fordern mehr als 200 UnterzeichnerInnen das Justizministerium dazu auf, die Verfahren neu aufzurollen, um das Recht auf ein faires Verfahren zu gewährleisten. Wir verbleiben mit der Bitte um Veröffentlichung / Weiterleitung. Etwaige Mehrfachzusendungen bitten wir zu entschuldigen. Sindelgruber Tristan, Schuster Angelika Schnittpunkt - Sindelgruber Tristan, Film- & Multimediaproduktion Große Sperlgasse 19/3 1020 Wien Austria UID-Nr.: ATU 46990608 e-mail: schnittpunkt at gmx.at web: www.schnittpunkt-film.com www.operation-spring.com ============================================== 02 neu auf doew.at From: aktion at gegendenantisemitismus.at ============================================== Neues von ganz rechts - November 2005 Irving verhaftet Der britische Holocaust-Leugner David Irving wurde laut einer aktuellen Meldung auf seiner Homepage am 10. November in Österreich verhaftet. Die Behörden exekutierten damit einen 1989 wegen wiederholter Verstöße gegen das NS-Verbotsgesetz ausgestellten Haftbefehl. Eingeladen hätten ihn "couragierte Studenten", wobei aus einem Link unter dieser Meldung hervorgeht, dass es sich bei diesen um die berüchtigte Burschenschaft Olympia handelt. Tatsächlich begingen die "Olympen" zwischen 11. und 13. November ihr "Stiftungsfest", bei welchem Irving offenbar hätte auftreten sollen. Schon in der Vergangenheit traten zahlreiche neonazistische Aktivisten bei der Olympia, die auch FPÖ-Politiker zu ihren Mitgliedern zählt, auf. Romig lobt Jermas Wie nicht anders zu erwarten, traf das im Wiener Promedia Verlag erschienene antisemitische Machwerk "Blumen aus Galiläa" von Israel Shamir alias Jöran Jermas (s.: http://doew.at/aktuell/aktion/pfeifer2.html ) voll und ganz den Geschmack von Friedrich Romig. In der aktuellen Ausgabe von Zur Zeit (45/2005, S. 21) schreibt er vom Eindruck, den dieses Buch bei ihm und allen anderen, "deren Blick und Urteilsvermögen durch die Medienabteilung der Holocaust-Industrie noch nicht ganz getrübt ist", hinterlassen hat. Das gilt insbesondere für Jermas' Phantasiegebilde von der jüdischen Weltherrschaft, dem ja auch Romig anhängt: "Für ihn [Jermas] gehört jetzt sogar Washington, ähnlich wie das Westjordanland, der Irak oder Afghanistan, zu einem von israelisch-zionistischen Terroristen besetzten Territorium." Eine Veranstaltung mit dem Herausgeber der "Blumen aus Galiläa", Fritz Edlinger, an der Universität Graz wurde am 10. November vom Rektorat untersagt, nachdem die antisemitischen Ausfälle Jermas' publik gemacht worden waren. ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN UND ANKÜNDIGUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ============================================== 03 GMT-Jugendkundgebung From:martin.mair at mediaaustria.at ============================================== Unglaublich, dass einmal auch eine Gewerkschaftsorganisatione eine Domo zum Thema Erwerbsarbeitslosigkeit organisiert ;-) Mi, 16.Nov 2005 GMT-Jugend-Kundgebung: "Arbeit, von der wir auch leben können" Bartenstein will demokratische Rechte der Jugendlichen beschneiden Wien (GMT/ÖGJ/ÖGB) - Unter dem Motto "Wir wollen Arbeit, von der wir auch leben können" veranstaltet die Jugendabteilung der Gewerkschaft Metall - Textil am Freitag, 18. November, eine Kundgebung vor dem Wirtschaftsministerium. Scharfe Kritik übt die GMT Jugend an Wirtschaftsminister Bartenstein: "Aus seinem Ministerium kommt eine Weisung an das Arbeitsmarktservice, den demonstrierenden Jugendlichen für die Zeit der Teilnahme das ohnehin magere Einkommen nicht zu bezahlen", sagt Jürgen Eder, Vorsitzender der Österreichischen Gewerkschaftsjugend. "Es geht beim Thema Jugendarbeitslosigkeit nicht um Zahlen, Statistiken und Vergleiche, sondern um junge Menschen die Chancen brauchen, und das sollen sie auch sagen dürfen", so Eder. Die Bundesregierung setzt gegen die hohe Jugendarbeitslosigkeit nur unzureichende Maßnahmen, die die Statistiken schönen sollen, den Jugendlichen aber nicht helfen. Ein Beispiel dafür ist die nach dem Jugendausbildungssicherungsgesetz (JASG) finanzierte Ersatzausbildung von 10 Monaten mit einer monatlichen Lehrlingsentschädigung von knapp 150 Euro und ohne das Recht auf eine gesetzliche Interessenvertretung. Eder: "Junge Menschen brauchen Arbeit, von der sie auch leben können, und sie brauchen Rechte." Nach der Veranstaltung werden sich die TeilnehmerInnen der Demonstration "Schule, Uni, Lehre - stoppt die Misere" anschließen, zu der die Österreichische HochschülerInnenschaft, die LandesschülerInnenvertretung, die Gewerkschaft Metall - Textil und die Gewerkschaft der Privatangestellten aufrufen. Termin: Freitag, 18. November 2005, 11:00 Uhr BM für Wirtschaft und Arbeit, 1010, Stubenring 1 ÖGB, 16. November 2005 Rückfragehinweis: GMT-Presse, Nani Kauer, Tel.: (01) 501 46 242 Mobil: 0664 6145 915 www.metaller.at -- ================================================= Martin Mair - Publizist virtuell & traditionell Krottenbachstrasse 40/9/6, A-1190 Wien Tel. + Fax: +43 1 3677487, Mobil: + 43 676 3548310 Email: martin.mair at mediaaustria.at http://www.mediaaustria.at - Webhosting & Webdesign http://www.bannertausch.info http://www.mediaweb.at - Medienplattform http://journalisten.mediaweb.at - Journalistenplattform http://www.arbeitslosennetz.org - Arbeitslosenplattform ================================================= _______________________________________________ ============================================== 04 Depot-Programm From: depot-news at mailman.sil.at ============================================== Dienstag, 22. November, 9.30 Grenzen des Wohnungsmarkts Workshop und Podiumsdiskussion Die Veranstaltung muss leider abgesagt werden. Donnerstag, 24. November, 19.00 Wer macht die Kunst? Podium Die neue Veranstaltungsreihe im Depot thematisiert die Spielregeln des Kunstsystems hinsichtlich der Genese neuer Tendenzen. In der zweiten Podiumsdiskussion soll der Blick auf die Kunstuniversitäten gerichtet werden. Durch die Bestellung von ProfessorInnen werden bestimmte Kunstrichtungen und -konzeptionen gefördert, andere in den Hintergrund gedrängt. Doch wer entscheidet darüber, welche Formen der künstlerisch-kulturellen Praxis zukunftsfähig sind? Wie gehen die Lehrenden damit um, dass von den AbsolventInnen in steigendem Ausmaß Marktkompatibilität gefordert wird? Und wie gestalten sie ihre Lehre, damit sie nicht bloß als Reproduktion der Sprache der Lehrenden funktioniert? Gunter Damisch, Akademie der bildenden Künste Gabriele Werner, Universität für angewandte Kunst Moderation: Franziska Maderthaner, IG Bildende Kunst Depot Breitegasse 3 A-1070 Wien Tel: +43 1 522 76 13 depot at depot.or.at www.depot.or.at ============================================== 05 Stimme 56 erschienen From: news at initiative.minderheiten.at ============================================== Stimme N° 56 soeben erschienen 50 Jahre Staatsvertrag - ohne den Artikel 7? Im so genannten Gedankenjahr 2005 - in dem alles gefeiert wird, was der Stiftung und dem Erhalt einer österreichischen Bilderbuch-Identität dient - wird noch darüber diskutiert, ob und wie viele zweisprachige Ortstafeln in Kärnten aufgestellt werden könnten. Dabei bildet die Aufstellung zweisprachiger topografischer Bezeichnungen ein verbrieftes, aber nie vollständig praktiziertes Recht von Kärntner (und Steirischen) SlowenInnen sowie Burgenländischen KroatInnen - festgehalten im Artikel 7 des Staatsvertrags 1955. Die österreichische Regierung scheint in dem Jubiläumsjahr, dessen wichtigsten Eckpfeiler der Jubelschrei "50 Jahre Staatsvertrag" darstellt, just den Artikel 7 dieses für die Zweite Republik fundamentalen Rechtstextes durch Stillschweigen ins Reich des Vergessens befördern zu wollen. Nachdem wir in der ersten Ausgabe dieses Jahres (Nr. 54/Winter 2005) das Jubiläumsjahr im Allgemeinen kritisch ins Visier genommen haben, wollen wir nun mit dem vorliegenden Schwerpunkt-Thema dieser "bewussten Amnesie" der offiziellen Seite entgegentreten. Die STIMME kann online bei der Initiative Minderheiten unter abo at initiative.minderheiten.at bestellt werden. Auszüge daraus sind auch auf unserer Homepage unter www.initiative.minderheiten.at zu lesen. ---------------------------------------------------------------------------- ---- ***** Newsletter der Initiative Minderheiten Gumpendorfer Straße 15/13 A-1060 Wien Tel. 586 12 49-18 Fax 586 82 17 http://www.initiative.minderheiten.at http://www.gastarbajteri.at ***** ============================================== 06 roter stern 4 erschienen From: agm at agmarxismus.net ============================================== Die Nummer 4 unserer Flugschriftzeitung roter stern ist erschienen. Hier die Vorderseite http://www.agmarxismus.net/flugschriften/RS4/RS4vorderseite_homepage.pdf und die Rückseite http://www.agmarxismus.net/flugschriften/RS4/RS4rueckseite_homepage.pdf ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN UND KOMMENTARE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ============================================== 07 EUGH - Gemeindebetriebe From: glb at aon.at ============================================== Pressedienst des Gewerkschaftlichen Linksblocks (GLB), Apostelgasse 36/12, A-1030 Wien - Telefon +43 1 718 26 23-0 - Fax +43 1 718 26 23-30 - Mail glb at aon.at - Web www.glb.at - Ausgabe vom 17. November 2005 Verlust zigtausende Arbeitsplätze vorprogrammiert Europäischer Gerichtshof begünstigt private Anbieter Um den Maastricht-Kriterien gerecht zu werden und angesichts knapper Budgets zu sparen, gründeten in den vergangenen Jahren viele Gemeinden Gemeinschaftsfirmen mit Privaten oder lagerten Teilbereiche in gemeindeeigene quasiprivate Betriebsgesellschaften aus. Diesen erteilten sie dann ohne Ausschreibung Aufträge. Das galt als sogenannte In-house-Vergabe, für die das geltende Vergaberecht keine Ausschreibung erforderlich machte. Wie "Die Presse" berichtet, hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) seinen diesbezüglichen Standpunkt radikal geändert. Künftig müssen sämtliche Leistungen, wenn ihr Wert geringfügige Beträge übersteigt, öffentlich ausgeschrieben werden. Gemeindeeigene Betriebe haben bei solchen Ausschreibungen, so sie korrekt erfolgen, kaum eine Chance auf den Zuschlag, warnt die Fraktion Gewerkschaftlicher Linksblock im ÖGB (GLB). Private Anbieter haben es leicht, nahezu jeden Preis zu unterbieten. Sie können in vielen Bereichen mit Leiharbeitskräften oder prekär Beschäftigten arbeiten, was die Lohnnebenkosten drastisch reduziert. Daraus ergibt sich ein gewaltiger Wettbewerbsvorteil gegenüber den Gemeindebetrieben. "Der Verlust zigtausender Arbeitsplätze ist durch diese neue Spruchpraxis des EuGH - die übrigens vollinhaltlich den Intentionen des GATS-Abkommens entspricht - vorprogrammiert", resümiert Gerhard Haupt (KAV Magistrat Wien, Wilhelminenspital) für den GLB in der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten (GdG). ============================================== 08 Übergriffe gegen Kurden From: hans.bogenreiter at gfbv.at ============================================== Presseerklärung der Gesellschaft für bedrohte Völker vom 17.11.2005 Rassistische Übergriffe in der Türkei: Schutz für die Täter, Verfolgung für die Opfer? GfbV besorgt über ansteigende Gewalt gegen Kurden Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) ist besorgt über die steigende Anzahl von Übergriffen türkischer Nationalisten auf Kurden und andere ZivilistInnen (siehe auch gestrige Presseerklärung vom 16. November 2005). In der folgenden auf Recherchen der GfbV-Österreich beruhenden Chronik spiegelt sich wider, dass der Einstellungswandel, der in den Beziehungen des Nationalstaates Türkei zu den Kurden notwendig ist, noch nicht einmal begonnen hat. Übergriffe türkischer Nationalisten werden immer noch nicht konsequent strafrechtlich verfolgt, im Gegenteil, es entsteht der Eindruck, als ob der Staat blind gegenüber Menschenrechtsverletzungen gegen Kurden ist. Türkische Behörden drücken nicht nur beide Augen gegenüber nationalistischen Gewalttätern zu, sondern kriminalisieren perfiderweise die Opfer (!) solcher Gewalttaten. Wie in der folgenden Chronik ersichtlich wird, kam es zu Verhaftungen und sogar zu Folterungen von Opfern der Übergriffe. Die EU muss ihre Einflussmöglichkeiten im Zuge des Beitrittsprozesses noch viel konsequenter für die Durchsetzung der Rechte der Kurden und anderer Minderheiten in der Türkei nutzen, forderte daher die GfbV in einem Brief an EU-Erweiterungskommissar Olli Rehn, der am 9. November 2005 den diesjährigen "Türkei- Fortschrittsbericht" vorgelegt hatte, in dem die Lage der Kurden nach Ansicht der GfbV nicht ausreichend behandelt wurde. Chronologie der Übergriffe Seit dem 21. März 2005, als Bilder von kurdischen Kindern* bei Feiern zum kurdischen Neujahr in Mersin beim Zertrampeln der türkischen Flagge im türkischen Fernsehen ausgestrahlt wurden, kam es zu Ausschreitungen von türkischen Nationalisten, nachdem der türkische Generalstab zum Schutz der nationalen Werte und Symbole aufgerufen hatte. Unter der Annahme, dass es sich bei der Herabwürdigung der türkischen Flagge um eine geplante Aktion von kurdischen oder systemfeindlichen AktivistInnen gehandelt hat, sammelten sich seit diesem Vorfall immer wieder türkische Nationalisten und versuchten Kurden und Oppositionelle zu lynchen. Zahlreiche Opfer der Lynchversuche wurden mit der Begründung, sie hätten "öffentliches Ärgernis" erregt, von türkischen Behörden verhaftet. Angesichts einschlägiger Stellungnahmen zweier AKP-Politiker und der zahlreichen Festnahmen von Opfern (!) der Übergriffe wird deutlich, dass es sich dabei um zentral organisierte, tolerierte und geförderte politische Aktionen handelt. In einem funktionierenden Rechtsstaat sind Straftaten in Strafgesetzen genau definiert und für die Verfolgung von Straftaten sind unabhängige Gerichte zuständig. Privatpersonen, die sich anstelle eines Gerichts oder der Sicherheitskräfte als Justizvollzieher gebärden und öffentlich Personen zu lynchen versuchen, führen selbst rechtswidrige Strafhandlungen aus und sollten daher wegen versuchten Totschlags angeklagt werden. Bis jetzt wurden aber gegen keine dieser Personen, die auf den in der türkischen Presse und Fernsehen ausgestrahlten Bildern eindeutig identifizierbar wären, juristische Schritte eingeleitet. Im Gegenteil: Die Unruhestifter wurden seitens des Generalstabs und der Regierung dazu ermuntert, ihre strafbaren Handlungen fortzusetzen. 22.März 2005 Der türkische Generalstab veröffentlicht eine Presseerklärung mit dem Titel "Die große türkische Nation". Darin ist die Rede von "angeblichen Staatsbürgern" - gemeint sind die Kurden - die die Geduld der türkischen Nation und der Streitkräfte nicht herausfordern sollen. "Wenn sie wissen wollen, was passieren kann, sollen sie in die Geschichte schauen", heißt es weiters. Anlass für diese verhöhnenden Worte sind die eingangs geschilderten Ereignisse in Mersin. 09.04.2005 Trabzon: Mitglieder des Solidaritätsvereines für politische Gefangene TAYAD werden von hundert Personen angegriffen, die versuchen, sie zu töten. Sie werden für Kurden gehalten, weil einer der Aktivisten einen rot-gelben Anorak trägt (Rot, Grün und Gelb sind die kurdischen Nationalfarben). Ministerpräsident Erdogan, Außenminister Gül und der Generalstabschef sprechen von "gereizten Staatsbürgern und harmlosen Reaktionen". Obwohl die Gewalttäter in Pressebildern eindeutig identifiziert werden können, werden die Opfer der Lynchversuche verhaftet. Als Anklagegrund wird "verursachte Empörung innerhalb der Bevölkerung" angegeben. 26.8.2005 Ayvlik: In der Kreisstadt von Balikesir werden kurdische Arbeiter von aufgebrachten Nationalisten angegriffen. Sie fordern die Kurden auf, das Land zu verlassen. 21.8.2005 Seferihisar/ Izmir: Vor einer Konditorei wird ein Mann belästigt, weil die Musik im Auto, in dem dessen Familienmitglieder sitzen, kurdisch klingt. Innerhalb weniger Minuten versammeln sich über tausend Personen, die versuchen, die Familie zu lynchen. Sie werden für Kurden gehalten, weil sie auf die Frage, woher sie kommen, mit Diyarbakir antworten. Tatsächlich sind sie jedoch Araber aus Diyarbakir. Die ganze Familie wird verhaftet, die Angreifer jedoch nicht. Bei der Polizei werden die Verhafteten gefoltert. 23.8.2005 Macka: Tausende Personen versuchen, kurdische PKK-Kämpfer, die unbewaffnet in die Stadt gekommen sind, um Verpflegung zu kaufen, umzubringen. Es kommt zu einer Schießerei, ein Kurde wird getötet, ein weiterer schwer verletzt gefangen genommen. Als eine Person von Sicherheitskräften angehalten wird, versucht eine aufgebrachte Menge den Zivlisten zu lynchen. 23.8.2005 Kinaliada/ Istanbul: Nicht-moslemische BewohnerInnen werden von unbekannten Personen belästigt und aufgefordert, das Land zu verlassen. Man dringt in Häuser ein und fordert die BewohnerInnen auf, freiwillig zu gehen. 5.9.2005 Bozöyük Bilecik: Kurden, die von einer Solidaritätsveranstaltung für Öcalan zurückkommen, werden von einer aufgebrachten Menge angegriffen, und man versucht sie aus den Autobussen zu zerren und zu lynchen. Die Autobusse werden beschädigt und in Brand gesteckt. 144 Personen werden zum Teil schwer verletzt, keiner der Angreifer wird verhaftet. Der Gouverneur der Provinz spricht von "vernünftigen Staatsbürgern, die die Aufgaben der Sicherheitskräfte übernehmen". In den kurdischen Städten Siirt, Diyarbakir, Hakkari, Van und Mersin wird von Sicherheitskräften auf DemonstrantInnen geschossen. Der Ministerpräsident spricht von Provokationen und der Vorsitzende der DEHAP-Partei, Tuncay Bakirhan, wird für das Empfangen verletzter Personen angeklagt. 6.9.2005 Düzce: Kurdische Saisonarbeiter werden von unbekannten Personen angegriffen und ein Arbeiter kommt ums Leben. Istanbul: Eine Ausstellung über türkische Minderheiten wird von Nationalisten gestürmt und die Räume sowie die Bilder werden zerstört. Die Aggressoren werden von der Polizei in Gewahrsam genommen und nach drei Stunden wieder freigelassen. 2. 11. 2005 Trabzon: Eine Gruppe von Mitgliedern der TAYAD, die sich auf der Durchreise zu einer Gedenkfeier befindet, entkommt nur knapp gewalttätigen Übergriffen aufgebrachter türkischer Nationalisten. Die Stellungnahmen des Bürgermeisters von Trabzon, Halil Bakirc, ("Auch ich hätte zugeschlagen") und des Abgeordneten Abdulkadir Kart ("Sie haben ihre verdiente Antwort erhalten") zu den Lynchversuchen lassen den Schluss zu, dass türkische Behörden die Übergriffe nicht nur dulden, sondern sogar aktiv unterstützen. Mit diesen Aussagen der beiden Mandatare der Regierungspartei AKP wird der Status der Türkei als Rechtsstaat im formellen Sinne und die Erfüllung des politischen Teils der Kopenhagener Kriterien in Frage gestellt. * Die politischen Hintergründe dieser Aktion sind unklar. Es gibt Hinweise, dass es sich bei den Jugendlichen um Kinder von kurdischen Dorfschützern (die vom türkischen Staat bezahlt werden) handelt. Rückfragehinweise: Mag. Mustafa Akgün, Tel. 0676/75 33 851, Dr. Hans Bogenreiter 017503 13 36. Gesellschaft für bedrohte Völker - Österreich Untere Viaduktgasse 53/7A A-1030 Wien Tel: +43/1/503 49 90 Fax: +43/1/503 13 36 Homepage: www.gfbv.at E-mail: office at gfbv.at Vereinskonto: 7.238.909 BLZ: 60000 ============================================== 09 Female Politicians in Iraq From: wadi.wien at gmx.at ============================================== 16.11.2005 | Iraq Crisis Report | Raghad Ali Female Politicians face glass ceiling Women in politics continue to confront gender barriers that prevent them from holding positions of real power. Iraqi women are gaining political power and influence, but many question whether they will ever reach the upper echelons of government. Women now make up one-quarter of Iraq's national assembly members, their highest level of parliamentary representation in the Arab world.According to Leith Kuba, adviser to Prime Minister Ibrahim al-Ja'afari, women provide a "real balance" in building the post-Ba'athist Iraqi state, "Their roles in government institutions inspire us, as officials, with hope. We get our strength from the support they offer." But while Iraqi women have made strides, they continue to face traditional gender barriers that historically kept them from holding more than token leadership positions under British rule or the Ba'athist regime. And despite a quota ensuring women are represented in parliament, female politicians are often lackeys of their parties and do not speak or act independently, say analysts. Azhar al-Sheikhly, the state minister for women affairs, noted that women have not yet held prominent political posts such as national assembly speaker or deputy speaker. Women are also "prevented from holding important leadership positions [outside government], such as university president," she said. Parties often choose female representatives not based on their experience or competency but because they are party loyalists. Because of this, and despite the quota, women's representation in the national assembly "did not meet our goals," said Sheikhly. "We need to have women lawmakers in the next assembly based on their competency, not because of sectarianism and party affiliations," agreed Shatha al-Abusy, a representative with the Iraqi Islamic Party, referring to the December 15 parliamentary election. Zeinab Ali, a 35-year-old university professor, criticised female leaders for not forming a women's party or running for the national assembly independently. She doubted that in the current political landscape, a woman would attempt to become deputy prime minister. "I have yet to find a woman who challenges [the system] and says she wants to put her words into action," she said. Samira Mousawi, a national assembly lawmaker on the Shia United Iraqi List, agreed that only a small number of women vote independently, but argued that the problem is not one of gender. "No one performs his role as he should," she said. "Why should this be expected of women?" There is little doubt that many women are interested in politics and leadership, however. There are 1,290 civil society organisations in Iraq, about 400 of which are dedicated to women's issues, said Iman Abdul-Jabbar, director of the Rafaddayn Women's Alliance. But most are still in their infancy and have not had significant impact, said Jenan Mubarak, director of the Iraqi Centre for Women's Rehabilitation and Employment. Shukria Kokez, an independent researcher and media and culture specialist, polled 100 women aged 18 to 60 this year on women and democracy issues, finding that 93 per cent of respondents wanted to participate in building democracy and 90 per cent said the media had an influence on their political engagement. She said there was a real need for a women's magazine or satellite channel that specifically addressed politics and women's affairs. Basma Khatib, local coordinator of UNIFEM, a United Nations organisation working for the welfare and empowerment of women, argued that the media needed to document women's stories and struggles. She said Iraqi women, who often look after up to 20 family members, were "natural leaders". Abdul-Razaq al-Na'as, a political analyst, also expressed confidence in women's leadership abilities, which he argued would blossom if they break from their political parties. "If a women runs a ministry," he said, "can she not lead a political movement?" Raghad Ali is an IWPR trainee journalist in Baghdad. © IWPR 2005 -- WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit e-mail: wadi.wien at gmx.at Tel.: 0699-11365509 Postfach 105 A-1181 Wien Spendenkonto in Österreich: Kontonummer 07.405.301 Evangelische Kreditgenossenschaft eG BLZ 31800 IBAN: AT10 3180 0000 0740 5301 BIC: EVKRATW1 Website mit weiteren Informationen zu Projekten von Wadi und Veranstaltungshinweisen: www.wadinet.at ============================================== 10 Heiligendamm From: gpfelsoli-l at lists.nadir.org ============================================== Gipfelinfo - Meldungen über globalisierte Solidarität und die Proteste gegen unsolidarische Globalisierung -------------------------------------------------------------------------- - "Gib 8" Soziale Bildung e.V. organisiert fünfte Woche des politischen Films in Rostock - Regierung lehnt Extra-Zuschuss für Gipfel in Heiligendamm ab - Vor dem Gipfel Gerangel ums Geld - Freie Fahrt zum Gipfeltreffen - Bund zahlt Polizei für G-8-Gipfel -------------------------------------------------------------------------- "Gib 8" Soziale Bildung e.V. organisiert fünfte Woche des politischen Films in Rostock 15.11.2005 Eine Pressemitteilung von Sobi. Nun schon zum fünften Mal veranstaltet der Verein Soziale Bildung e.V. die "Woche des politischen Films". Wie bei den bereits stattgefundenen Wochen widmet sich die Veranstaltungsreihe auch dieses Mal einem Schwerpunktthema: Dieses Mal ist es das weite Feld der Globalisierung und das aus guten Gründen. In zirka anderthalb Jahren wird in Heiligendamm bei Kühlungsborn der G8-Gipfelstattfinden. Rostock als nächstgrößere Stadt bei Heiligendamm wird dann zum Mekka der unterschiedlichsten Gruppierungen von Globalisierungskritikern. Gleichzeitig wird Rostock und Umgebung zu einem Sicherheitsgebiet höchster Stufe, was sich u.a. in einem riesigen Aufgebot von Polizei und Militär und starken Einschränkungen der Bewegungsfreiheit zeigen wird. Warum gibt es einen solchen Trubel rund um den Gipfel? Was wollen die nach vorsichtigen Schätzungen voraussichtlich etwa 50000 aus der ganzen Welt anreisenden GlobalisierungskritikerInnen? Und was haben auf der anderen Seite die zirka 20.000 GipfelteilnehmerInnen für Ziele? Die bisherigen öffentlichen Verlautbarungen bezeichnen den Gipfel als eine Chance für das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern oder sehen darin gar einen kleinen Ausgleich zur Entscheidung, dass Rostock nicht Olympiastadt wird. Doch die notwendige öffentliche Diskussion zum Gipfeltreffen der 8 mächtigsten Staaten, dessen demokratische Legitimation und seinen Folgen ist bisher noch nicht im Gange. Die Woche des politischen Films mit dem Motto "Gib 8" möchte hierfür einen Anstoß geben. Die Veranstaltungen: Montag/ 21.November/ 20:00 Uhr/ MoMo: Sound & Vision "Gib 8" Dienstag/ 22. November/ 20:00 Uhr/ Median: Stripped - Ein Leben in Kontoauszügen Mittwoch/ 23. November/ 20:00 Uhr/ Ökohaus: Die Proteste gegen den G8-Gipfel 05 in Schottland: Berichte eines Aktivisten Donnerstag/ 24.November/20:00 Uhr/ Waldemarhof: Salvador Allende (Veranstaltung der JuSo Rostock in Kooperation mit Talide e.V.) Freitag/ 25. November/ 20:00 Uhr/ Median: Feminime Chancen oder Kämpfe weltweit? Frauen und Globalisierung Sonnabend/ 26.November/ 20:00 Uhr/ Literaturhaus Kuhtor: Flucht und globale Migrationskontrolle - Fortress Europe or Freedom of movement (Veranstaltung der Antirassistischen Initiative Rostock) Sonntag/ 27. November/ ab 16:00 Uhr/ Warmbad - Phase 2: Konspiratives Globalisierungskaffee (Veranstaltung von sense.lab) Die Woche des politischen Films wird organisiert von Soziale Bildung e.V. in Kooperation mit Median e.V., JUSO Rostock, Talide e.V.,Literaturhaus Kuhtor, Ökohaus e.V., Frauencafé FCKW, Antirassistische Initiative Rostock (AIR), sense.lab und wird von der Rosa-Luxemburg-Stiftung MV unterstützt. -------------------------------------------------------------------------- Regierung lehnt Extra-Zuschuss für Gipfel in Heiligendamm ab 23.08.2005 Schwerin/Berlin (ddp) Für die Sicherung des Weltwirtschaftsgipfels 2007 in Heiligendamm erhält MV angeblich finanzielle Unterstützung vom Bund. Dies teilte der Schweriner SPD-Bundestagsabgeordnete Hans-Joachim Hacker gestern in Berlin unter Berufung auf den Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Fritz Rudolf Körper (SPD), mit. Das Bundesfinanzministerium habe seine Zustimmung für eine Vereinbarung mit Schwerin erteilt. Die Vereinbarung beinhalte die Bereitschaft des Bundes, für den Einsatz der Bundespolizei beim G-8-Gipfel aufzukommen, sagte Hacker. Die Einsparungen für das Land betragen fünf Millionen Euro. Insgesamt wird mit 45 Millionen Euro Kosten gerechnet. Hacker betonte, die Sicherung des Gipfels dürfe nicht einem einzelnen Bundesland überlassen werden. Es sei folgerichtig, dass die Bundesregierung die Kosten für den Einsatz der Bundespolizei übernehme. Weitere Finanzierungsfragen im Sicherheitsbereich müssten im Rahmen der Haushaltsplanungen des Bundes für 2007 und in Gesprächen mit den anderen Ländern, die ebenfalls Polizeikräfte abstellen, erörtert werden. Ministerpräsident Harald Ringstorff (SPD) hatte sich im Juni mit einem Brief an Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) gewandt und finanzielle Unterstützung vom Bund gefordert. [Ostseezeitung ] -------------------------------------------------------------------------- Vor dem Gipfel Gerangel ums Geld Hinter den Kulissen des für 2007 in Heiligendamm geplanten G-8-Gipfels schachern Land, Bund und Investor um Millionen. Die Zeit drängt. 17.09.2005 Rostock (OZ) Im Moment geht nichts. Die Bundesregierung hat sich zwar für das noble Ostseebad Heiligendamm als Tagungsort des Gipfeltreffens der Regierungschefs der acht führenden Industrienationen der Welt und Russlands (G-8) im Jahr 2007 entschieden. Die Vorbereitungen von Land und Bund stocken jedoch durch die vorgezogenen Wahlen in Deutschland. Es geht um eine Menge Geld, das in den Haushalten von Land und Bund möglichst geräuschlos verschoben werden soll. Und die Förderung des Investors, der Kölner Immobiliengruppe Fundus. Sie ist quasi Eigentümerin Heiligendamms. weiterlesen [Ostseezeitung ] -------------------------------------------------------------------------- Freie Fahrt zum Gipfeltreffen Bis auf Holperstraßen in Doberan befindet sich das Straßennetz im Landkreis in einem guten Zustand. Der Gipfel bringt weiteres Geld. 12.10.2005 Bad Doberan "In den vergangenen Jahren hat sich viel getan, da haben die Kommunen viel in den Straßenbau investiert", lobt Frank Pastow. Er ist Verkehrstechnologe beim Regionalverkehr Küste (RVK), dem Verkehrsverbund, der für den Linienbusbetrieb im Landkreis Bad Doberan verantwortlich ist. Pastow weiß über jedes Straßenbauvorhaben in der Region Bescheid. Es gäbe zwar noch die einen oder anderen Schwachstellen, aber die lägen nicht auf den Verkehrshauptachsen, sondern meist auf kleinen Nebenstraßen. Einziger Wermutstropfen bei den vielen Straßensanierungen seien die Baustellen, so Pastow. Allein auf der Strecke nach Rerik müssen sich die Autofahrer an fünf Baustellen vorbeiquälen. Wobei alle größeren Bauvorhaben unter der klaren Priorität des G 8-Gipfeltreffens in Heiligendamm stehen. Entscheidend ist, wie schnell und sicher die Staatskarossen samt Tross nach Heiligendamm kommen. So wird gerade die 13 Kilometer lange Strecke von der Autobahn A 20 bis nach Bad Doberan in drei Bauabschnitten saniert. Die Straße wird unter anderem durchgängig von 6,30 Meter auf sieben Meter verbreitert. Wirtschaftsminister Otto Ebnet hatte vor einigen Tagen beim Baubeginn in Satow unterstrichen, dass Heiligendamm bis zum Gipfel bestens an das überregionale Straßennetz angeschlossen sein muss. weiterlesen -------------------------------------------------------------------------- Bund zahlt Polizei für G-8-Gipfel 26.10.2005 Schwerin/Berlin (ddp) Für die Sicherung des Weltwirtschaftsgipfels 2007 in Heiligendamm erhält MV angeblich finanzielle Unterstützung vom Bund. Dies teilte der Schweriner SPD-Bundestagsabgeordnete Hans-Joachim Hacker gestern in Berlin unter Berufung auf den Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Fritz Rudolf Körper (SPD), mit. Das Bundesfinanzministerium habe seine Zustimmung für eine Vereinbarung mit Schwerin erteilt. Die Vereinbarung beinhalte die Bereitschaft des Bundes, für den Einsatz der Bundespolizei beim G-8-Gipfel aufzukommen, sagte Hacker. Die Einsparungen für das Land betragen fünf Millionen Euro. Insgesamt wird mit 45 Millionen Euro Kosten gerechnet. weiterlesen [Ostseezeitung ] -------------------------------------------------------------------------- gipfelsoli infogruppe Newsletter mit Nachrichten über Mobilisierungen, Debatten und Repression im Zusammenhang mit Gipfelprotesten. Die AutorInnen der Beiträge, so sie nicht von uns verfasst sind, sind mit eckigen Klammern versehen. Wir können leider keine Verantwortung für die Richtigkeit der Beiträge übernehmen. Auch geben die Beiträge nicht zwangsläufig unsere Meinung wieder. Kontakt, Kritik, Beiträge: gipfelsoli at nadir.org ============================================== 11 Movement Dispatch From: abe at cuadp.org ============================================== MOVEMENT DISPATCH Sent to ALL Abolitionists Please Excuse Cross-Posts Please Forward Greetings All, It's a busy busy time for all of us. Here's some of what to stay on top of.... CONTENTS Countdown to 1000 - Updates New Death Row Exoneree (#122) Status of the Streamlined Procedures Act Catholic Bishops Issue New Statement Massachusetts says NO! to the DP... Death Penalty Case Gives a Clue to Alito's Methods Cities for Life *************** COUNTDOWN TO 1000 If tonight's scheduled Texecution goes through, we'll be at 996 executions since the resumption of executions in 1977. Many groups and individuals are standing up to say "NO MORE!" and making plans to be visible when doing so. Please join us. As of the new date in Nevada, #1000 is currently looking like it will be in Virginia on Nov. 30. Stay on top of the schedule at http://www.1000executions.org/pending.php or send an e-mail to tollbells-subscribe at yahoogroups.com to get on the For Whom the Bells Toll weekly update list of scheduled US executions. Please make your plans known by filling out the form at http://www.1000executions.org/events.html A FEW EVENTS HAVE ALREADY TAKEN PLACE - see links to news coverage (including op-eds and letters to the editor) as well as PHOTOS of Monday's event in Toledo at http://www.1000executions.org/press.html BE THERE: If you are near Virginia, please plan to be there at the killing site. Killing time is 9pm, and Jarratt is at exit 20 (20 miles north of the NC border) on I-95. GET THE BANNER: The 1000 Executions planning committee is have a special banner made for use by groups which will be taking action. See it at http://www.1000executions.org/banner.html. We need to get enough advance orders of this banner to get a bulk price discount. The price per piece will probably end up being between $100 and $200 (or maybe less), depending on how much of this part of the project will be subsidized by national groups, and whether we can get it done in time to avoid overnight shipping. If YOU or YOUR GROUP might want one of these banners, please let me know your interest asap at . SIGN ON!!! We still need a lot of help reaching out to clergy and academics to add their names to the Clergy sign-on letter and the Academic sign-on letter, We're about half way to the 1000 signature goal on each letter. If YOU are, or SOMEONE YOU KNOW is, an academic or a member of the Clergy, please send a note to Kristin Houle and she will send you the info that you need. ADD YOUR PHOTO - http://www.1000executions.org/ **************** NEW DEATH ROW EXONEREE (#122) DPIC press release: http://www.deathpenaltyi nfo.org/122Exoneration.pdf Here is a first hand report from Rob Dunham. This case is a good example of someone who gets relief in habeas on a non-innocence ground and then turns out to be innocent once he gets a fair trial. >From: "Robert Dunham" >Sender: habeas-l-bounces at ruckus.law.cornell.edu > >Earlier this afternoon we received word that Harold Wilson -- a former >death-row inmate who won a new trial because of racial discrimination by >the Philadelphia District Attorney's office in selecting his death penalty >jury -- was acquitted of all charges in his retrial. He was brilliantly >represented in the retrial by Marc Bookman and Karl Schwartz of the >Philadelphia public defender's homicide unit. (In case you hadn't already >noticed, these guys are GOOOOOD!!!!) With his family in the courtroom, >Harold wept as the jury read the verdict. > >Harold was sentenced to three death sentences in October 1989. He was >prosecuted by Jack McMahon, the Assistant District Attorney now infamous >for the training videotape teaching junior Philadelphia prosecutors how to >racially discriminate in selecting death penalty juries. Harold was >represented by the old Pennsylvania death penalty resource center and pro >bono counsel Michael Wasserman on his PCRA petition. That petition was the >first to raise the McMahon jury discrimination issue. In August 1999, the >trial court overturned Harold's death sentence as a result of counsel's >failure to investigate and present mitigating evidence. Because of the >demise of the resource center, the habeas unit took over Harold's >representation. We appealed the denial of a new trial, and the >Pennsylvania Supreme Court remanded for a hearing on the jury >discrimination issue. After putting together one of Dave Baldus' most >extensive expert reports to date (the odds that McMahon's strikes over 24 >cases were a product of chance instead of discrimination was literally one >in a quadrillion), we had an evidentiary hearing in late 2002. (I have to >admit, I actually enjoyed the hearing.) In January 2003, the trial court >found that McMahon had discriminatorily exercised his peremptory strikes to >strike black jurors on the basis of race and granted a new trial. The DA's >office did not appeal. > >At that point, the case went over the Defender Association's homicide unit. >Marc and Karl filed a double jeopardy motion to bar reprosecution. The >trial court barred the death penalty because the passage of time resulting >from the prosecution's misconduct had led to the unavailablility of >mitigating evidence that could have been presented at trial fifteen years >earlier. New DNA evidence became available, and it contained blood that >did not belong to Harold and suggested the involvement of someone other >than Harold or any of the victims. After an initial mistrial, the case >went back to trial last week. Karl and Marc picked apart the State's >witnesses and evidence, and the jury initially reported that it was >deadlocked. At the defense's insistence, the court asked the jury to >continue deliberating, and this afternoon they reached unanimous verdicts >of acquittal on all charges. > >Can't say enough about those guys! If I get in trouble, I know who I want >representing me. ******** STATUS OF THE SO-CALLED STEAMLINED PROCEDURES ACT The L.A. Times has an article on the status of the Streamlined Procedures Act, which would severely limit the possibility of exonerations like that described above: http://www.latimes.com/news/nationworld/nation/la-na-habeas16nov16,1,6277948 .story?coll=la-headlines-nation&ctrack=1&cset=true ************ CATHOLIC BISHOPS ISSUE NEW STATEMENT >Dear Colleagues: > >We are pleased to announce another new resource, "The Culture of Life and >the Penalty of Death" which the U.S. Catholic bishops approved unanimously >just a few hours ago. This Statement compliments the bishops' ongoing >"Catholic Campaign to the Use of the Death Penalty." > >We hope it will be a valuable resource as you continue to work on ending >the use of the death penalty in your state or in keeping the death penalty >from becoming law in those few states who do not have capital punishment. > >The statement can be found at: >http://www.usccb.org /sdwp/national/penaltyofdeath.pdf > >In a couple of months, it will be available for purchase in a booklet form >from USCCB Publishing. > >The website for our ongoing Catholic Campaign to End the Use of the Death >Penalty is: www.ccedp.org >________________________________________________________________ > >Dan Misleh >Director of Diocesan Relations >United States Conference of Catholic Bishops >3211 4th Street, NE >Washington, DC 20017 >202-541-3195 >Fax: 202-541-3339 >E-mail: dmisleh at usccb.org >www.usccb.org/sdwp *** Nov-15-2005 By Patricia Zapor Catholic News Service WASHINGTON (CNS) -- A new statement on the death penalty that calls on society to "reject the tragic illusion that we can demonstrate respect for life by taking life", was approved by the U.S. Catholic bishops Nov. 15 in a nearly unanimous vote. http://www.catholi cnews.com/data/stories/cns/0506545.htm ****************** MASSACHUSETTS SAYS NO! TO THE DP.... David Elliot wrote: >Sent: 11/15/2005 10:21:16 PM >Subject: [NCADPAffiliates] Reinstatement bill in Mass OVERWHELMINGLY defeated > >Dear NCADP Affiliates: > >An attempt by the governor of Massachusetts to reinstate the death penalty >in Massachusetts has fallen by a vote of 99 to 53 in the House of >Representatives. > >Many of you may recall that some years ago -- I want to say in 2001 -- a >reinstatement bill failed by only one vote, and even then after a state >representative changed his vote. > >Momentum? I think so. > >David Elliot >NCADP Communications Renny Cushing responded >David, > >Yesterday's defeat by the Massachusetts House of Representatives of >Governor Romney's bill to establish a "gold standard" death penalty by a >greater than 65-35 % margin should hearten abolitionists elsewhere. It was >just 8 years ago that the Massachusetts House passed, by a 1 vote margin, a >reinstatement bill, and only the decision by Representative John Slattery >to ask for reconsideration and change his vote prevented Massachusetts from >becoming the 39th death penalty state. > >Eight years ago the drive to reinstate the death penalty was led by Bob >Curley, whose 10 year old son Jeffrey had been abducted and murdered by >homicidal pedophiles. Over time and with discussions with other family >members of murder victims Bob Curley rethought his position on the death >penalty. This summer, when hearings were held on the Romney Bill, Bob >Curley joined with other members of Murder Victims' Families for Human >Rights to oppose the reinstatement of the death penalty. > >Thanks to all those in Massachusetts and beyond who helped defeat the bill >and who continue to struggle to end the death penalty. > >Solidarity, > >Renny > >Renny Cushing, Executive Director >Murder Victims' Families for Human Rights >2161 Massachusetts Avenue >Cambridge, MA 02140 USA >617 491- 9600 Office >617 930 5196 Mobile Phone >rrcushing at earthlink.net >www.murdervictimsfamilies.org Here's the news item: Mass. House Defeats Death Penalty Bill By STEVE LeBLANC, Associated Press Writer Tuesday, November 15, 2005 (11-15) 17:22 PST BOSTON, (AP) -- House lawmakers on Tuesday soundly rejected a bill put forward by Gov. Mitt Romney to restore capital punishment in Massachusetts. Romney had said the bill had strict safeguards and would seek the death penalty only in "very, very rare circumstances," such as terrorism, serial killing or murdering police officers or other public servants. But critics said innocent people could still have been put to death. The House defeated the bill on a 99-to-53 vote. The Senate has not debated the bill. Romney, who is weighing a Republican presidential run in 2008, said his plan would have set the nation's highest standard of proof for ensuring that only the guilty were executed, using scientific evidence such as DNA and multiple checks and balances, including review by the Massachusetts Supreme Judicial Court. But Rep. Eugene O'Flaherty, a Democrat, said scientific evidence presented at trial can sometimes be flawed or misinterpreted. Some death penalty supporters who voted for the bill said Romney's legislation was too cautious and should also have included those found guilty of first-degree murder or the killing of children. Supporters said the death penalty would not only deter people from committing murders, but is also fair justice. Without the death penalty, the life of the murderer is given greater value than the life of their victim, supporters said But opponents said the death penalty is unfairly applied to the poor and racial minorities, is too expensive and runs counter to the worldwide trend. Increasing numbers of countries have abolished capital punishment. Massachusetts has not executed anyone since 1947. It's one of a dozen states without capital punishment. URL: http://sfgate.com/cgi-bin/article.cgi?file=/news/archive/2005/11/15/national /a172230S88.DTL ©2005 Associated Press **************** DEATH PENALTY CASE GIVES A CLUE TO ALITO'S METHODS http://www.nytimes.com/2005/11/16/politics/politicsspecial1/16death.html Wednesday, November 16, 2005 Death Penalty Case Gives a Clue to Alito's Methods By LINDA GREENHOUSE ********** CITIES FOR LIFE >Subject: BERKELEY: City Considers Decorations to Protest Death Penalty > > By JINGCHENG XU >Contributing Writer >Tuesday, November 15, 2005 > Berkeley city officials may opt to temporarily decorate a public > building at the end of the month to symbolize the city's opposition to > the death penalty. > >http://www.dailycal.org/artic le.php?id=20419 Learn more at http://www.santegidio.org/no_death_penalty/2005/pdm_edit_en.htm *************** Find something useful? Please support CUADP at this time. Donations are down and the bills are due, so any help you can provide at this time will make a BIG difference. Help keep CUADP going with whatever you can offer on a one-time OR monthly basis by using CUADP's secure server to make a contribution now. Please click here: . If you would like to contribute but don't wish to do so over the internet, please call 800-973-6548 or mail your contribution to the address shown below. Send checks or money orders to: CUADP PMB 335 2603 NW 13th St. Gainesville, FL 32609 CUADP thanks you for your consideration and looks forward to hearing from you. Yours in the Struggle, --abe Abraham J. Bonowitz Director, CUADP (the small print) CONTRIBUTIONS TO CUADP ARE NOT TAX DEDUCTIBLE A COPY OF THE OFFICIAL REGISTRATION AND FINANCIAL INFORMATION MAY BE OBTAINED FROM THE [FL] DIVISION OF CONSUMER SERVICES BY CALLING TOLL FREE 800-435-7352 (FL only) OR 850-413-0840. REGISTRATION DOES NOT IMPLY ENDORSEMENT, APPROVAL, OR RECOMMENDATION BY THE STATE. 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November 2005 Neben dem Zivilpakt (Zip) ist die Öffnung der Ehe der zweite Teil des Grünen Paketes für die rechtliche Gleichstellung für gleichgeschlechtliche Paare. http://www.gruene-andersrum.at/zip_ehe/artikel/lesen/3689/1396/ ***************************************** *** Bilder Seniorenclub oder lieber Golden Girls? *** 14. November 2005 © Rupert Bergmann http://www.gruene-andersrum.at/queer_life/artikel/lesen/3694/1396/ ***************************************** *** ÖVP soll Blockade bei Gleichstellung endlich aufgeben *** 11. November 2005 Wenn nicht 'Ehe zweiter Klasse', dann eben 'Ehe erster Klasse'. http://www.gruene-andersrum.at/zip_ehe/artikel/lesen/3600/1396/ ***************************************** *** Freude über VfGH-Urteil zur Mitversicherung von gleichgeschlechtlichen PartnerInnen *** 10. November 2005 Jetzt ist es dringend an der Zeit, sämtliche Gesetze von Diskriminierungen zu befreien. Dazu zählt auch das Eherecht. http://www.gruene-andersrum.at/oesterreich/artikel/lesen/3545/1396/ ***************************************** *** Nur mehr Schüssel verwehrt Homosexuellen Gleichstellung *** 10. November 2005 Regierung hinkt gesellschaftlicher und juristischer Realität nach. http://www.gruene-andersrum.at/oesterreich/artikel/lesen/3546/1396/ ============================ http://andersrum.gruene.at/ ============================ ================================================ C) TERMINE ================================================ ======================== Freitag http://www.mund.at/butt/Termine/Februar/2502.htm Samstag http://www.mund.at/butt/Termine/Februar/2602.htm Sonntag http://www.mund.at/butt/Termine/Februar/2702.htm ======================== ================================================ D) EDITORIAL ================================================ Für den Inhalt verantwortlich und damit MedieninhaberInnen: Ihr. E-Mail-Adresse für Beiträge: widerstand at no-racism.net geschickt. widerst at nd MUND und alle Termine täglich aktualisiert im Web: http://www.no-racism.net/MUND Ziel von MUND (medienunabhängiger Nachrichtendienst) ist die unzensurierte und möglichst rasche Information über gesellschafts- politisch relevante Termine, Hinweise und Diskussionsbeiträge zu Widerstand und Antirassismus sowie verwandte Themen. sollen einen Titel, Namen und Emailadresse der/des AutorIn enthalten und möglichst kurz und prägnant gehalten sein, ev. mit Hinweis, wo weitere Informationen eingeholt werden können. Bitte keine Attachments! Die inhaltliche und sachliche Verantwortung liegt bei der/dem jeweiligen AutorIn bzw. jenen, die uns die Beiträge schicken. Der MUND wird von einzelnen TagesredakteurInnen zusammengestellt. Da Fehler nicht ausgeschlossen sind, bitten wir, nicht veröffentlichte Beiträge nochmals an widerstand at no-racism.net zu senden. Die Weiterleitung (auch auszugsweise) ist erwünscht. Beiträge mit rassistischen oder sexistischen Inhalten werden nicht veröffentlicht. Sehr persönliche Meldungen werden wir an den betreffenden Adressaten weiterleiten, aber nicht im MUND veröffentlichen. Die bisherigen Ausgaben sind unter http://www.no-racism.net/MUND archiviert. Terminankündigungen bitte nach folgender Vorlage: * Wann: Sonntag, 11.11.2001, 11:11 Uhr * * Was: Maskenball: Motto "Schwarzblau ist die Haselnuss" * * Wo: Villa Morgenrot, Grüner Anger 42, 2001 Wendendorf * * Kommentar: Anreise per Anhalter. Maskenzwang. Ende nie. Aber kurz und prägnant.* Die Rubrik "Redaktionelles" am Ende der Ausgabe ist u.a. eine Konsequenz aus der Notwendigkeit, sexistische, antisemitische und rassistische Beiträge nicht zu veröffentlichen, ohne jedoch stillschweigend Zensur zu üben. Hier wird - in anonymisierter Form - auf angehaltene Beiträge hingewiesen und eine kurze Begründung der Tagesredaktion für die Nichtaufnahme geliefert. (Weitere Gründe einen Beitrag nicht aufzunehmen sind z.B.: Attachments, kein erkennbarer Bezug zu den breit gestreuten Themen des MUND, Werbesendungen, sinnlose Kettenbriefe.) Die AbsenderInnen der betroffenen Beiträge werden hiervon informiert. Im Sinne einer "gläsernen Zensur" könnt ihr Euch die Beiträge gerne extra schicken lassen: Ein kurzes Mail an widerstand at no-racism.net genügt. ================================================ E) VERTEILERLISTE ================================================ Zur Eintragung in diesen Verteiler bitte direkt subskribieren unter http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/analle oder von der einzutragenden Adresse aus ein mail schicken an: admin at no-racism.net mit folgendem Text: subscribe no-racism Bitte wegen Automatisierung diesen Wortlaut verwenden! Zur Austragung aus dieser Liste bitte an zusammengestellt. Bitte keine Attachments! (werden nicht angenommen) nciht drin: 1 zur verifizierung zurückgestellt, 1 zeitungsartikel, 1 schon gebrachter und im terminkalender enthaltener termin Redaktionsschluss für diese Ausgabe: Do 2:00 III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III ü, ö, ä, ß, Ü, Ö, Ä III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III widerst at nd-MUND is powered by http://alt.strg.at/ ================================================ From analle at no-racism.net Mon Nov 21 11:53:35 2005 From: analle at no-racism.net (=?iso-8859-1?q?MUND=3A_medienunabh=E4ngiger_Nachrichtendienst?=) Date: Mon, 21 Nov 2005 11:53:35 +0100 Subject: MO_Mund_211105 Message-ID: widerst at nd MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst Montag, 21. November 2005 www.no-racism.net/mund MedieninhaberInnen seid Ihr! ================================================ A) INHALT ================================================ <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN/ANKÜNDIGUNGEN <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 01 22 Jahre WEN DO - feministische Selbstverteidigung von: LesbenFrauenNachrichten at gmx.at ================================================ 02 Veranstaltung: Perspektiven des Syndikalismus von: syndinit at yahoo.de ================================================ 03 Do 25.11.06, 19.30 h, FZ-Beisl Wien Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen von: angela.mores at chello.at ================================================ 04 24. November: Prozeß gegen Aktivisten des ArbeiterInnenstandpunkt von: ast-lfi at utanet.at ================================================ 05 Veranstaltungshinweis von: office at gegenargumente.at ================================================ 06 Forum Sexualität (29.11.05): Was tun mit SexualstraftäterInnen? von: hg at graupner.at ================================================ 07 Geheimsache Leben von: office at geheimsache.at ================================================ 08 14.12. Premiere DIE NASE / Franzobels Kinderoper von: rabenhof_presse at gamuekl.org ================================================ 09 DAS UNBEHAGEN im KABINETT F Ü R WORT UND BILD von: heinz.wolf at chello.at ================================================ <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN/MEINUNGEN/KOMMENTARE <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 10 Kommentar zu skandalösen Urteilsspruch zum Tod von Seibane Wague von: ast-lfi at utanet.at ================================================ 11 GLB/Schwarzunternehmer/Strafen/Sozialbetrug von: glb at aon.at ================================================ 12 Konferenz WIC: IT-Korridore erschweren das Überleben! von: wassermair at t0.or.at ================================================ 13 DRM: wahrscheinlich Raubkopien auf Sony CDs von: depesche at quintessenz.org ================================================ <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< WELTWEIT <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 14 Peoples Caravan for Justice and Sovereignty 2005 von: fewor at no-racism.net ================================================ 15 [gipfelsoli] Genua von: gipfelsoli-l at lists.nadir.org ================================================ 16 Abschiebungen abgewiesener Asylwerber in den Irak von: wadi.wien at gmx.at ================================================ 17 Mosambik-Info 13 von: peter-pils at chello.at ================================================ 18 The Promise of Iraq von: wadi.wien at gmx.at ================================================ <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< LINKS/HINWEISE <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 19 Presseausgabe Glocalist Nr.92 von: office at glocalist-review.com ================================================ ================================================ B) TEXTE ================================================ <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN/ANKÜNDIGUNGEN <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 01 22 Jahre WEN DO - feministische Selbstverteidigung von: LesbenFrauenNachrichten at gmx.at ================================================ Anläßlich 22 Jahre WEN DO - feministische Selbstverteidigung Im Rahmen 16 Tage gegen Gewalt Veranstaltung zu: Feministische Strategien gegen sexistische Männergewalt Am: Freitag, 16. 12. 2005, ab 16 h - ca. 23 h FrauenLesbenFest: Wir feiern WEN DO oder wieder lernen die Doppelaxt zu schwingen Am: Samstag, 17. 12. 2005 Film: "born in flames" , 19 h Fest ab 21 h Im FZ - Autonomes Feministisches FrauenLesbenzentrum Währingerstr. 59/Stiege 6, 1090 Wien Eingang Prechtlgasse, schwarz/rote Tür, läuten für Frauen freier Eintritt, Spenden (für FZ) ================================================ 02 Veranstaltung: Perspektiven des Syndikalismus von: syndinit at yahoo.de ================================================ Samstag 26. November 2005: Syndikalistische Initiative und AUGE/UG präsentieren Perspektiven des Syndikalismus Diskussionsveranstaltung Sa. 26. November 2005 - 16:00 Uhr Weinhaus Sittl - Pelikan-Stüberl 16. Neulerchenfelder Gürtel 51 gegenüber U6 Josefstädterstraße * Gibt es heute eine Chance für eine radikale syndikalistische Gewerschaftsbewegung in Österreich? * Wie könnte sich eine solche Bewegung organisieren? *Gibt es Möglichkeiten innerhalb des ÖGB oder müssen eigene Strukturen aufgebaut werden? * Wie könnte eineBetriebsarbeit aussehen? * Welche Möglichkeiten der Arbeitsverfassung sind für syndikalistische Gewerkschaftsarbeit brauchbar, wenn überhaupt? TeilnehmerInnen: AUGE/UG (Alternative und Grüne GewerkschafterInnen), Hängematte (Anarchosyndikalistische Zeitschrift), SAC (Syndikalistische Gewerkschaft aus Schweden), Dieter Schrage (Pierre Ramus Gesellschaft, Alternativer Gewerkschafter) Kapitalismus -- das kann nicht alles gewesen sein Nachdem der Rausch des Freudentaumel über den Zusammenbruch des "real-existierenden Sozialismus" verzogen ist, stellt sich Ernüchterung ein: der Kapitalismus ist auch nicht das Gelbe vom Ei. Die "real-existierende Marktwirtschaft" agiert ohne fehlende Bedrohung, genauso so wie es die KritkerInnen aus den diversen sozialistischen Lagern immer analysiert hatten. Ja, der Kapitalismus ist noch immer das gleiche ausbeuterische und menschenverachtende System, das er vor 150 Jahren auch gewesen ist. Mit dem Fall des "Eisernen Vorhangs" haben auch die hiesigen -- durchaus moderaten, allenfalls reformistischen -- Organistionen der ArbeiterInnenbewegung in den Augen der VertreterInnen des freien Marktes ihre Schuldigkeit getan. Ihnen wird ein gemütlicher Platz auf dem Misthaufen der Geschichte zugewiesen. Ohne einer Notwendigkeit zur Beruhigung und Besänftigung der arbeitenden Klassen, sehen die KapitalistInnen keinen Grund, warum sie "ihre" Gewinnmargen mit den armen Schluckern teilen sollen. Darum sollen wir jetzt den Gürtel enger schnallen: Soziale Sicherheit ist nur mehr ein Hemmschuh für die wirtschaftliche Entwicklung (sprich Profitmargen). Von der Bildung über das Gesundheitsystem bis zur Altersvorsorge soll alles dem Mechanismen des Marktes unterworfen werden, privatisiert und ausgegliedert. Wer auch schön brav fleißig und bescheiden ist, leistet sich eben eine private Vorsorge. Die Reaktion der traditionellen Organistionen der ArbeiterInnenbewegung und der reformistischen Linken sind eher verhalten zwischen Affirmation und Rückzugsgefecht. Sich selbst im -- vermeintlich goldenen -- Weg der Mitte verortend, werden keine Alternativen zum Kapitalismus entworfen, den "Sachzwängen" gehuldigt. Wir wollen uns nicht mit struktureller Perspektivenlosigkeit abspeisen lassen. Wir suchen nach Möglichkeiten nicht nur dem rasant fortschreitenden Kapitalismus Widerstand zu leisten, sondern auch wieder die Offensive erlangen zu können, um der trüben Aussicht eines totalen Kapitalismus unsere Bedürfnisse und Begierden entgegen stellen zu können. Weder wollen wir reformistisch nur die ärgsten Auswüchse des Kapitalismus beheben und damit zu einem aufgeklärten Kapitalismus mit "menschlichem Ansicht" beitragen, noch im Stile der Spiel- und Abarten des "real existierenden Sozialismus" autoritären Gesellschaftsformen in die Hände spielen. Kann der Syndikalismus, der als Strömung der ArbeiterInnenbewegung am Beginn des 20. Jahrhunderts aufgetreten ist, diese Alternative zwischen Kapitalismus und autoritären Sozialismus darstellen? Der Syndikalismus ist die gewerkschaftlich orientierte Selbstorganisation von ProletarierInnen in egalitären, basisdemokratischen und föderalistischen Strukturen mit dem Ziel der Selbstverwaltung der ProduzentInnen und der Vergesellschaftlichung (nicht Verstaatlichung) der Produktionsmittel. Die meisten syndikalistischen Strömungen sind stark am Anarchismus angelehnt und dementsprechend allen hierarchischen und autoritären Strukturen gegenüber sehr kritisch eingestellt. Als Spielart des libertären Sozialismus strebt der Syndikalismus eine Gesellschaft an, in der jedeR nach ihren Wünschen, Bedürfnissen und Interessen leben kann, die autoritäre staatliche Ordnung durch eine herrschaftsfreie Ordnung auf Basis von Selbstverwaltung, egalitärer Kommunikation und Föderalismus ersetzt wird. Das "Reich der Notwendigkeiten" wird durch Planung und Organisation auf ein Minimum reduziert, um genügend Zeit und Ressourcen für das eigentliche Leben übrig zu haben. Grundlage der Ökonomie sind die Bedürfnisse der Menschen, also der Gebrauchswert der Güter, statt der Tauschwert von Waren als Basis privater Gewinnmaximierung. Kontakt : E-Mail: syndinit at yahoo.de, Homepage: www.syndinit.org, Anschrift: 7. Stiftgasse 8 Broschüre: http://syndinit.org/broschuere.pdf + http://syndinit.org/broschuere.html ================================================ 03 Do 25.11.06, 19.30 h, FZ-Beisl Wien Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen von: angela.mores at chello.at ================================================ Rahmenprogramm: Filme zu Schwerpunkten in der Auseinandersetzung um sexistische Gewalt, Strategien und Widerstand Do 25.11.06, 19.30 h Zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, Filme zu: Feministische Selbstverteidigungen "Common places", von Fiona Rukschcio, A 1999, Dt, 47min Alltägliche Selbstverteidigung von Frauen "Mit den Waffen einer Frau", Berlin 1986, 50 min Strategien und Wege feministischer Selbstverteidigung "Selbstverteidigung für/von Frauen mit Behinderungen", mit Lydia Zeijdel, NL, 23 min "Bill Posters will be prosecuted", von Fiona Rukschcio, GB 1999/A2002, Engl., 22 min. Frau überläßt es nicht dem Gericht, nicht der Polizei und nicht dem Mann..... nur für Frauen!!!!! FZ-Beisl, 1090 Wien, Währingerstr. 59/Stg. 6 (Eingang Prechtlgasse um die Ecke rote Tür läuten) ================================================ 04 24. November: Prozeß gegen Aktivisten des ArbeiterInnenstandpunkt von: ast-lfi at utanet.at ================================================ 24. November: Prozeß gegen Aktivisten des ArbeiterInnenstandpunkt Antinationale holen bürgerliche Justiz zur Hilfe (aus: Red Newsletter 186, Informationsdienst des ArbeiterInnenstandpunkt, 17. November 2005, www.arbeiterInnenstandpunkt.net) Sowohl auf der Ebene der Argumenten als auch der Mobilisierungsstärke mussten die Antinationalen bislang nur Niederlagen gegen das Lager der AntiimperialistInnen und InternationalistInnen einstecken. Nun greifen sie zu ihrer letzte Waffe: der Hilfe durch den bürgerlichen Staatsapparat. Wie wir vor einigen Monaten berichteten, wollten die Antinationalen am 9. März im KPÖ-Lokal Siebenstern eine Veranstaltung mit einem deutschen BAHAMAS-Journalisten und Kriegsbefürworter zum Thema ?Der Iran und die Bombe? abhalten. Sowohl VeranstalterInnen (Cafe Critique) als auch der geladene Journalist sind als BefürworterInnen der Besatzung des Iraks und Palästinas sowie eines imperialistischen Krieges gegen den Iran bekannt. Rund 50 Linke - darunter eine Reihe von AktivistInnen von ASt und REVOLUTION ? gingen zu diesem Treffen, um ihre Antikriegshaltung zu bekunden. Die verschreckten Antinationale holten daraufhin die Polizei, die die AktivistInnen eine Stunde lang im Saal einkesselte und dann die Personalien aufnahm. Eine der antinationalen OrganisatorInnen, Mary Kreutzer, erhob gegen Michael Pröbsting, Aktivist des ArbeiterInnenstandpunkt, die groteske Beschuldigung, sie körperlich angegriffen und verletzt zu haben. Die Beschuldigung ist vollkommen absurd und zeugt von dem verzweifelten Bemühen der Antinationalen, internationalistischen AktivistInnen mit Hilfe des bürgerlichen Gerichts finanziell und strafrechtlich zu schaden. Das Verfahren wurde von der Staatsanwaltschaft bereits zurückgelegt, doch nach Intervention von oben wieder aufgenommen. Damit zeigt sich einmal mehr der reaktionäre Charakter dieser Leute, die leider in Funktionärscliquen der Sozialdemokratie (z.B. SJ Wien) und der KPÖ noch viel zu viele Freunde haben. Wir rufen alle UnterstützerInnen und KriegsgegnerInnen zur Solidarität auf. Helft uns mit Spenden, denn auf uns kommen wahrscheinlich höhere Prozesskosten zu. Ebenso ersuchen wir um politische Solidarität gegen die Einschüchterungsversuche der Antinationalen. Die Verhandlung findet am Donnerstag, 24.11. 9.00 im Bezirksgericht Josefstadt (Gerichtsabteilung 11, Saal C, Erdgeschoß) statt. Spenden bitte auf das Konto der Bank Austria, BLZ: 12000, Kontonummer: 237-112-957/00 ================================================ 05 Veranstaltungshinweis von: office at gegenargumente.at ================================================ Zur politischen Ökonomie des Wetters: NATUR und KAPITALISMUS - WAS IST HIER DIE KATASTROPHE? Vortrag von Dr. H. L. Fertl (GegenStandpunkt, München) am 21.11.2005 um 20:00 Neues Institutsgebäude (NIG) im HS 3, Universitätsstraße 7, 1010 Wien 1. Bemerkungen zur Natur und ihren Gesetzen "Das praktische Verhalten zur Natur ist durch die Begierde, welche selbstsüchtig ist, überhaupt bestimmt; das Bedürfnis geht darauf aus, die Natur zu unserem Nutzen zu verwenden, sie abzureiben, aufzureiben, kurz, sie zu vernichten." (G. W. F. Hegel, Enzyklopädie II, Einleitung) Dass die Benutzung der Natur zum Zwecke des gesellschaftlichen Stoffwechsels mit ihr sie tendenziell verhunzt, das setzt freilich eine Produktionsweise voraus, deren Zwecke nicht durch die vernünftige Planung der Ökonomie im Interesse der optimalen Reproduktion der Individuen gesetzt werden, sondern durch die effektivste Be- und Ausnutzung aller Ressourcen, der menschlichen und der naturstofflichen im Privatinteresse der exklusiven Eigentümer von Produktionsmitteln. Andererseits produziert erst die bürgerliche Gesellschaft mit dem Kapital das Interesse an einer systematischen Erforschung der Natur zum Zwecke ihrer Anwendung. Das Eigentümliche der Naturwissenschaft, im Unterschied zum wissenschaftlichen Sozialismus liegt jedoch darin, dass bei ihr die Erkenntnis von Gesetzmäßigkeiten noch nicht mit der Beherrschung der dadurch auf den Begriff gebrachten Verhältnisse zusammenfällt. 2. Die Verhunzung der Natur durch ihre kapitalistische Benutzung. Exkurse zu Naturschutz und Tierliebe. 3. Die Ideologie von der Naturkatastrophe nebst Katastrophenhilfe und Caritas "Welche Kräfte die Natur auch gegen den Menschen entwickelt und loslässt, Kälte, wilde Tiere, Wasser, Feuer - er weiß Mittel gegen sie, und zwar nimmt er diese Mittel aus ihr, gebraucht sie gegen sie selbst ... Aber der Natur selbst, des Allgemeinen derselben, kann er auf diese Weise nicht sich bemeistern, noch es zu seinem Zweck abrichten." (ebenda) So sind zwar die Tsunamis, Katrinas und auch das Virus hinter der Vogelgrippe das Wirken natürlicher Phänomene, die in ihrer Wirkung auf den Menschen zur zerstörerischen Naturgewalt werden - zur Katastrophe aber werden sie richtig erst im System der freien Marktwirtschaft, das mit seinen natürlichen Voraussetzungen voll auf das "Restrisiko" setzt und mit dem Desaster nach allen Regeln der Konkurrenz verfährt. 4. Hunger & Armut als Folge von Wetter und Bodenerosion: Kritik der ökologischen Entschuldigung des Weltmarkts "Bevor Meister Ka-meh kam, glaubte man, der Reichtum komme davon, dass die Erde ausgebeutet wurde. Meister Ka-meh lehrte, dass der Reichtum davon kommt, dass Menschen ausgebeutet werden." (B. Brecht, Me-ti/Buch der Wendungen) Angeblich sollen Dürre und Bodenerosion in der Sahel-Zone da unten für Hunger sorgen, während sie z. B. in und um Palm Springs (California), Las Vegas (Nevada) und Almeria (Spanien) Freizeitparadiese und eine Paradeiser-Überproduktion auf die Welt gebracht haben. Die jüngste Katastrophe, an der auch schon wieder und unter anderem die Natur schuld sein soll, brandet in Gestalt einer Flüchtlingswelle an die vorgeschobenen Schutzwälle Europas und wird von der zivilisierten Menschheit bekämpft wie ein Hochwasser: Auf und Ausbau der Dämme. 5. Ausnahmsweise bei diesem Thema 1 konstruktive & konkrete Alternative "In Stadt und Land, ihr Arbeitsleute, wir sind die stärkste der Partei ´n. Die Müßiggänger schiebt beiseite! Diese Welt wird unser sein; unser Blut sei nicht mehr der Raben und der nächt´gen Geier Fraß! Erst wenn wir sie vertrieben haben, dann scheint die Sonn' ohn' Unterlass ..." (Emil Luckhardt, Die Internationale) www.gegenstandpunkt.com www.gegenargumente.at ================================================ 06 Forum Sexualität (29.11.05): Was tun mit SexualstraftäterInnen? von: hg at graupner.at ================================================ Was tun mit SexualstraftäterInnen? Therapie ? Wegsperren? Di., 29. November 2005, um 20.00 Uhr Die Anzahl der Sexualdelikte ist in den vergangenen Jahrzehnten sexueller Liberalisierung deutlich zurückgegangen. Erheblich gestiegen ist in dieser Zeit die gesellschaftliche Sensibilität für Verletzungen der sexuellen Selbstbestimmung. Dazu gehört ? neben den Anliegen der Opfer ? die Frage nach der richtigen Behandlung der TäterInnen: nach der richtigen therapeutischen Behandlung sexueller Störungen einerseits und der richtigen Behandlung der TäterInnen durch Polizei, Justiz und Strafvollzug andererseits. Sollen TäterInnen therapiert oder weggesperrt werden, oder beides; und wenn ja: wie lange? Können SexualstraftäterInnen erfolgreich therapiert werden? Welche Therapien sind zielführend und ethisch vertret bar (Psychotherapie, medikamentöse Behandlung, chirurgische Eingriffe ?)? Wie gefährlich sind Sexual straftäterInnen? Wie hoch ist die Rückfallrate? Wie und nach welchen Kriterien kann die Gefährlichkeit im Einzelfall beurteilt werden? Warum begeht jemand Sexualstraftaten? Wie wird mit SexualstraftäterInnen im Straf- und Massnahmenvollzug umgegangen und welche Auswirkung hat dieser Umgang auf die Rückfallgefahr und damit den Opferschutz? Wie sehen die gesetzlichen Regelungen in diesen Bereichen aus? ExpertInnen gehen diesen Fragen nach und stellen sich der Diskussion Podium - Mag. Jonni BREM, Psychotherapeut, Männerberatung Wien - Dr. Patrick FROTTIER, Zentrale Dokumentations- und Koordinationsstelle für Sexualstraftäter - Dr. Helmut GRAUPNER, Rechtsanwalt, Co-Präsident der ÖGS - Dr. Michael HALHUBER ? AHLMANN, externer Psychotherapeut im Strafvollzug, Lehrbeauftragter FH Magdeburg-Stendal - Dr. Roland MIKLAU, Bundesministerium für Justiz - Dr. Sigrun ROßMANITH, Psychiaterin und Gerichtssachverständige - Peter WANKE, Kinder- und Jugendanwalt schaft, Obmann des Vereins LIMES - Ein/e VertreterIn der Richterschaft Begrüßung Renate KAUFMANN, Bezirksvorsteherin Mariahilf Moderation Mag. Johannes WAHALA, Präsident der ÖGS Ort Festsaal der Bezirksvorstehung Mariahilf; 1060 Wien, Amerlingstraße 11 Rückfragen DSA Elisabeth Cinatl, Generalsekretärin der ÖGS Tel.: 585 69 60; Email: office at oegs.or.at Mit freundlichen Grüßen DSA Elisabeth Cinatl _________________________________________ A-1060 Wien, Windmühlgasse 15, Stiege 1 Tür 7 Tel: + 43/1/585 69 60, Fax: + 43/1/585 69 61 Email: office at oegs.or.at www.oegs.or.at ================================================ 07 Geheimsache Leben von: office at geheimsache.at ================================================ Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde von "Wien ist andersrum" und der "Geheimsache"! Ecce Homo erlebt einen heißen Dezember: Der Trägerverein des andersrum-Festivals betreibt derzeit die Ausstellung "GEHEIMSACHE LEBEN. Schwule und Lesben im Wien des 20. Jahrhunderts", bereitet aber gleichzeitig zwei Gastspiele im Stadttheater Walfischgasse vor: LUCY MCEVIL wird dort Anfang Dezember Schuberts "Winterreise" in einer radikalen, dramatischen Fassung präsentieren, zwei Wochen später gibt Christoph Marti alias Ursli Pfister alias URSULA WEST ihr Gastspiel "A Legend in our time". (Karten online gibt's unter www.stadttheater.org.) Die Ausstellung "Geheimsache Leben" wird während des ganzen Monats, insgesamt bis einschließlich 8. Jänner 2006 zu sehen sein, lediglich am 24., 25. und 31. Dezember ist die Neustifthalle geschlossen. Um mehr Menschen die Gelegenheit zu geben, an einer ÖFFENTLICHEN FÜHRUNG teilzunehmen, haben wir uns entschlossen, mehrere Termine wöchentlich dafür anzubieten: Do, 16 Uhr, öffentl. Führung für Studierende; keine Führungsgebühr Fr, 18 Uhr; Sa und So, 14 Uhr: öffentliche Führung, Führungsgebühr EUR 3,- Einfach hinkommen und teilnehmen! Führungen für Gruppen können selbstverständlich auch gebucht werden (um eine Gebühr von EUR 35,-): Reservierungen unter 01/5233668 oder 0664 56 021 56. Schließlich erlauben wir uns, Sie noch auf die Veranstaltungen des "Geheimsache Leben"-Rahmenprogrammes hinzuweisen. Mehr Information unter: www.geheimsache.at Wir hoffen, Sie bei einer unserer Veranstaltungen sowie in der Ausstellung "Geheimsache Leben" begrüßen zu dürfen! Herzlichen Gruß, Das GEHEIMSACHE-Team Rahmenprogramm Verschiebung Film Nacht ================================================ 08 14.12. Premiere DIE NASE / Franzobels Kinderoper von: rabenhof_presse at gamuekl.org ================================================ Thomas Gratzer und sein Rabenhof-Team freuen sich, Ihnen für 14. Dezember 2005 (15h) die Premiere von Franzobels Kinderoper DIE NASE (Musik: Michael Mautner, Regie: Georg Staudacher) ankündigen zu dürfen. Weitere Vorstellungen: 16., 17., 18., 20., 21., 22. Dezember 2005 (Beginn: jeweils 15 Uhr) 9., 10., 11., 12., 13., 15., 16., 19., 20., 22., 23., 24., 25., 28., 30., 31. Jänner 2006 1., 2., 14., 15.,17. Februar 2006 (Beginn: jeweils 15.30 Uhr) 14., 21., 29. Jänner & 16. Februar 2006 (Beginn: jeweils 15.00 & 18.00 Uhr) RABENHOF THEATER A-1030 Wien; Rabengasse 3 Kartenreservierungs-Hotline: Tel. 01/712 82 82 Infos + Online-Reservierung unter: http://www.rabenhof.at Kartenpreise: ? 16,-- / ? 12,-- / ? 8,-- Die Nase ? die Kinderoper von Franzobel Nach dem Kinderbuch ?Die Nase? von Franzobel Gottfried war ein schöner Bub. Nur einen kleinen Fehler hatte er, seine Nase war zu groß. Gottfrieds Nase hat die Nase voll. Beschimpft, geschmäht und verachtet verlässt sie ihren undankbaren Besitzer, um sich in der großen weiten Welt nach neuen Herausforderungen umzusehen. Die Wanderschaft auf der Suche nach der eigenen Bestimmung führt sie und den sie verfolgenden, reuigen Gottfried von einem Abenteuer zum nächsten. In einer spannenden Aufholjagd versucht dieser, seine Nase wieder für sich zu gewinnen. ?Die Nase? erzählt eine Geschichte über Selbstverständnis und Schönheitsideale, die Kindern Mut zum selbstbewussten Auftreten und ?Zu-sich-Stehen? macht. Ohne altkluge Besserwisserei, erhobenen Zeigefinger oder banale Anbiederung an Pop- und Spaßkultur wagt sich das Rabenhof Theater erstmals an das Abenteuer Oper für Kinder. Erwachsene und Kinder können sich ohne Schwellenangst vor der sogenannten ?Hochkultur? auf ein interaktives Zusammenspiel zeitgenössischer Musik und Dramatik einlassen. Das Gemeindebau Theater präsentiert die Oper für Kinder von 6 -10 Jahren, als aufregendes Roadmovie, jenseits von bürgerlich-geschmäcklerischer Kindertheaterästhetik. · MICHAEL MAUTNER (Komposition) geb. 1959 in Salzburg studierte an der Hochschule Mozarteum Komposition und Dirigieren und an der Universität Salzburg Musikwissenschaften. Musikalischer Leiter der Elisabethbühne Salzburg von 1980?1985, Dozent für angewandte Komposition am Mozarteum. Zahlreiche Arbeiten im Bereich Musiktheater, z. B. «Com.media» nach Dante Aligheris «Göttlicher Komödie». Daneben Bühnenmusiken für das Volkstheater Wien, Rabenhof u. a. Ebenso Filmmusiken für Xaver Schwarzenberger und interdisziplinäre Projekte mit dem Künstler Franz West. · FRANZOBEL (Libretto) Geb. als Stefan Griebl 1967 in Vöcklabruck / Oberösterreich Lebt heute in Wien, Pichlwang und Buenos Aires. Studierte Germanistik und Geschichte. Er arbeitet erst als Maler (Concept Art bis 1992) und publizierte im Eigenverlag, in Kleinverlagen und innerhalb von Mail-Art-Projekten. Von 1994 bis 1998 betreute er den Kleinverlag "Edition ch" 1995 Ingeborg Bachmann Preis 2005 Nestroy Preis Er veröffentlichte zahlreiche Theaterstücke, Prosatexte und Lyrik. Theaterstücke (Auswahl): 2003 "Black Jack" 2004 "Flugangst" 2005 "Hunt oder der totale Februar" 2005 ?Wir wollen den Messias jetzt oder Die beschleunigte Familie? Bücher (Auswahl): Lusthaus oder Die Schule der Gemeinheit. Roman. (Wien / Zsolnay, 2002) Mundial. Gebete an den Fußballgott. (Graz, Wien / Droschl, 2002) Austrian Psycho oder Der Rabiat Hödlmoser. Ein Trashroman in memoriam Franz Fuchs. (Bibliothek der Provinz, 2002) Luna Park. Vergnügungsgedichte. (Wien / Zsolnay 2003) Das Fest der Steine oder Die Wunderkammer der Extentrik. (Wien / Zsolnay 2005) · GEORG STAUDACHER (Regie) geb.1965 in Wien Ausbildung: Matura, Schauspielschule am Seminar für Schauspielpädagogik am Volkstheater (Reife:1987) Als Schauspieler Engagements am: Burgtheater Wien, Volkstheater Wien, Schauspielhaus Graz, Landestheater Linz, Stadttheater St. Gallen, Theater Phönix Linz, Landestheater Salzburg, Schauspielhaus Wien,...diverse Film und Fernsehrollen. Inszenierungen u.a.: Stadttheater St. Gallen, Elisabethbühne Salzburg, Theater Phönix Linz, Landestheater Salzburg, Steirischer Herbst, Volkstheater Wien, Rabenhof Theater Wien Nestroy- Preis Gewinner 2001 (bester männlicher Nachwuchs) für ?Café Tamagotchi? (von W. Bauer, Rabenhof Theater Wien) -- Rabenhof Presse Gabriele Müller-Klomfar Tel: +43-699-1-913 14 11 Fax: +43-1-913 14 11 rabenhof_presse at gamuekl.org ================================================ 09 DAS UNBEHAGEN im KABINETT F Ü R WORT UND BILD von: heinz.wolf at chello.at ================================================ Das KABINETT FÜR WORT UND BILD präsentiert: Nicolas Mahler DAS UNBEHAGEN Humorzeichnungen Buchpräsentation und Ausstellungseröffnung Dienstag 22. November 2005, 18.00 Uhr, Eintritt frei Kabinett für Wort und Bild Quartier 21 / Museumsquartier Museumsplatz 1, 1070 Wien Ausstellung bis 29. Jänner 2006, Täglich von 10 - 20 Uhr, Eintritt frei Das KABINETT zeigt Humorzeichnungen von Mahler, die in den letzten 5 Jahren u.a für DER STANDARD, DIE PRESSE, und die NEUE FRANKFURTER SONNTAGSZEITUNG entstanden. Zeitgleich zur Ausstellung erscheint im Verlag Edition Moderne sein Buch DAS UNBEHAGEN. <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN/MEINUNGEN/KOMMENTARE <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 10 Kommentar zu skandalösen Urteilsspruch zum Tod von Seibane Wague von: ast-lfi at utanet.at ================================================ Kommentar zu skandalösen Urteilsspruch zum Tod von Seibane Wague (aus: Red Newsletter 186, Informationsdienst des ArbeiterInnenstandpunkt, 17. November 2005, www.arbeiterInnenstandpunkt.net) Am 9. November 2005 endete am Landesgericht Wien der Prozess gegen mehrere PolizistInnen, Sanitäter und einen Notarzt. Sie waren der fahrlässigen Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen angeklagt. Seibane Wague starb im Zuge ihrer Beamtshandlung in der Nacht vom 14. auf dem 15. Juli 2005 im Wiener Stadtpark. Das Urteil - sieben Monate bedingt auf drei Jahre für den Notarzt und einen Polizisten, der Rest der Angeklagten wurde freigesprochen ? sorgte zurecht für Empörung. Polizisten und andere Amtspersonen können offenkundig in Österreich Schwarze umbringen, ohne mit ernsthaften Konsequenzen rechnen zu müssen. Kleine Anleitung von Estege Falls sie einen persönlichen Feind haben, falls Ihnen Ihr Nachbar wieder einmal auf die Nerven geht, oder Sie einfach Ihre Aggressionen an einem anderen Menschen auslassen wollen: bringen Sie ihn doch einfach um! Aber bitte, stechen Sie ihm nicht einfach ein Messer in den Rücken ? wir leben doch in einem zivilisierten Land ? soviel Blut überall ist nicht schicklich. Machen Sie es doch klüger: schnappen Sie sich zwei Freunde. Sie brauchen ihn dann lediglich am Boden zu fixieren und sich mit Ihrem ganzen Gewicht auf seine Brust zu stellen (falls das nicht reicht, müssen Ihre Freunde eben mithelfen). Falls Sie gefragt werden, warum Sie das getan haben, brauchen Sie bloß zu sagen, sie hätten nicht gewußt, daß er gleich sterben würde, oder besser: sagen Sie einfach, daß Sie in einer aufgeregten Verfassung waren. Das kann doch mal vorkommen! Also ehrlich. Falls da ein Richter wirklich anderer Meinung sein sollte, bekommen Sie schlimmstenfalls ein paar Monate bedingt. Was ist das schon, da kriegt ja jeder Ausländer mehr (also jeder richtige Ausländer. Sie wissen was ich meine. Die, die eben besser draußen blieben) wenn er eine Zahnbürste stiehlt. Aber Vorsicht! Diese Anleitung gilt natürlich nur, wenn er so einer Ethnie angehört oder halt irgendwie verdächtig ist. Wir leben ja schließlich in einer Demokratie. Und in einer kapitalistischen noch dazu. Da kann man eben nicht so mir-nichts dir-nichts einem unbescholtenen Bürger was antun. Das wäre ja noch schöner! ================================================ 11 GLB/Schwarzunternehmer/Strafen/Sozialbetrug von: glb at aon.at ================================================ Pressedienst des Gewerkschaftlichen Linksblocks (GLB), Apostelgasse 36/12, A-1030 Wien - Telefon +43 1 718 26 23-0 - Fax +43 1 718 26 23-30 - Mail glb at aon.at ? Web www.glb.at ? Ausgabe vom 18. November 2005 Wirtschaftskammer wehrt sich gegen höhere Strafen Illegale Beschäftigung als Kavaliersdelikt Nach wie vor betrachten Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung offensichtlich illegale Beschäftigung als Kavaliersdelikt, kritisiert die Fraktion Gewerkschaftlicher Linksblock im ÖGB (GLB). Anders ist nämlich die vehemente Ablehnung höherer Strafen für Schwarzunternehmer und die Einführung einer Generalunternehmerhaftung durch WKÖ-Generalsekretär Reinhold Mitterlehner nicht zu erklären. Ab Jänner 2007 müssen Dienstgeber neu aufgenommene Beschäftigte bereits ab dem ersten Arbeitstag bei der Gebietskrankenkasse anmelden und nicht wie bisher erst bis zum siebten Tag. Damit soll ein Schlupfloch geschlossen werden, das bislang von zahlreichen Unternehmen gezielt zur illegalen Beschäftigung genutzt wurde. Das Sozialbetrugsgesetz wurde zwar bereits im Dezember 2004 beschlossen, das zwei Jahre verspätete Wirksamwerden der Sofortanmeldung erklärt Mitterlehner mit ?technischen und mentalen Problemen? der Unternehmer. Bei von Jänner bis September 2005 durchgeführten 50.430 Personenkontrollen in 13.600 Betrieben durch die KIAB (Kontrolle der illegalen Ausländerbeschäftigung) wurden 4.500 Personen ohne Bewilligung angetroffen. Am Bau wurden bei 4.500 Kontrollen 907 illegal Beschäftigte, in der Gastronomie bei 3.500 Kontrollen 1.389 erwischt. In Oberösterreich stieg die Zahl der Strafbescheide wegen Verstoßes gegen das Ausländerbeschäftigungsgesetz von 2002 bis 2004 von 137 auf 190, die Gesamtsumme der verhängten Geldstrafen von 0,13 auf 0,28 Millionen Euro, die Höchststrafe im Einzelfall von 4.000 auf 20.000 Euro und das durchschnittliche Strafausmaß von 955 auf 1.496 Euro. Allerdings ist es nach wie vor üblich, dass von den Bezirksverwaltungsbehörden verhängte Strafen vom Landeshauptmann annulliert werden. ?Unternehmer die illegal beschäftigen betrügen die Allgemeinheit, indem sie für die dabei Betroffenen keine Dienstgeberabgaben zur Sozialversicherung leisten?, betont GLB-Bundesvorsitzende Karin Antlanger. Da die bezahlten Löhne durchwegs weit unter den Kollektivvertragslöhnen liegen, wird aus der Not vielfach illegal anwesender AusländerInnen ein Zusatzgewinn herausgepresst. Nach Meinung des GLB ist es notwendig, das Personal der Kontrollorgane wie KIAB und Arbeitsinspektorat aufzustocken, da derzeit aus Personalmangel nur ein Bruchteil der Unternehmen kontrolliert werden kann. Weiters ist es notwendig bei Verstößen höhere Strafen vor allem bei Wiederholungstätern bis hin zum Entzug von Konzession bzw. Gewerbeberechtigung zu verhängen und die Generalunternehmerhaftung einzuführen. ================================================ 12 Konferenz WIC: IT-Korridore erschweren das Überleben! von: wassermair at t0.or.at ================================================ |--- | PRESSEMITTEILUNG |--- | Netbase | Institut für Neue Kulturtechnologien/t0 |--- | 19.11.2005 |--- |--- | World Information City: IT-Korridore erschweren das Überleben! |--- | Konferenz in Bangalore diskutierte neue Informationslandschaften im | Spannungsfeld von Stadt und Geistigem Eigentum |--- "Die Korridore der Informationsindustrie schaffen Sicherheitszonen für die Privilegierten der Globalisierung, inmitten eines Meeres lokaler Verzweiflung!" ? Eine eindrückliche Metapher der renommierten Schriftstellerin Arundhati Roy beendete am Freitag, 18. November 2005, eine zweitägige Konferenz, die sich unter dem Titel "World Information City" mit zentralen Fragen im Spannungsverhältnis von Stadt und Geistigem Eigentum auseinander setzte. Zahlreiche internationale Gäste waren der Einladung in die indische IT-Metropole Bangalore gefolgt, um die Herausbildung neuer Informationslandschaften im Hinblick auf Transformationsprozesse urbaner Gesellschaften zu diskutieren. Im Mittelpunkt der Debatten in der "Sri Jaya Chamara Jendra Victory Hall" standen die Einengung der Zugänge zu Wissen und Information, Copyright- und Patent-Regime sowie auch soziale Kontrolle und Überwachung. "Der städtische Raum wird immer mehr zum Brennpunkt einer Verschmelzung von staatlichen Überwachungsmethoden und der Datenerfassung privaten Konsumverhaltens", erklärte David Lyon, Wissenschafter an der Queen University in Kingston Ontario. Von bislang nicht gekannten Formen der Enteignung durch eine rücksichtslose Ansiedlungspolitik der IT-Industrie in Entwicklungsregionen berichtete in weiterer Folge unter anderem der indische Urbanist Solly Benjamin: "Während Bangalore weltweit als Erfolgsmodell dargestellt wird, erweist sich das Überleben für die überwiegende Mehrheit in dieser Stadt als immer schwieriger." "World Information City" ist zentraler Bestandteil einer internationalen Zusammenarbeit im Rahmen des EU-Indien-Projekts "Towards a Culture of Open Networks" und umfasst neben der Konferenz auch eine Ausstellung und künstlerische Interventionen im Zentrum der Stadt. Die Bedeutung der Zusammenarbeit mit Sarai (Delhi), Alternative Law Forum (Bangalore) und De Waag (Amsterdam) liegt für die Wiener Medienkultur-Institution Netbase in der Herausforderung, nun auch mit einem Projekt in Indien öffentliches Interesse und mediale Aufmerksamkeit zu wecken. Dazu Netbase-Leiter Konrad Becker: "Bangalore gilt heute als Symbol für das Aufeinandertreffen vieler Realitäten der neuen Informationsökonomien. Angesichts der tiefgreifenden kulturellen und gesellschaftlichen Verwerfungen ist es umso wichtiger, in enger Anbindung an derartige Orte kultur- medienpolitische Strategien zu entwickeln, um die Wissenssysteme als Existenzgrundlagen der Informationsgesellschaft für alle zugänglich zu machen." |--- | Informationen zu "World-Information City": |--- | http://world-information.org/bangalore |--- |--- | Rückfragen: |--- | Netbase | Institut für Neue Kulturtechnologien/t0 | Neustiftgasse 17 | A-1070 Wien |--- | Tel. +43 (1) 522 18 34 | Fax. +43 (1) 522 50 58 |--- | http://www.netbase.org/ |--- ================================================ 13 DRM: wahrscheinlich Raubkopien auf Sony CDs von: depesche at quintessenz.org ================================================ q/depesche 2005-11-18T12:29:03 DRM: wahrscheinlich Raubkopien auf Sony CDs Bei Sonys Einbruchswerkzeug für Kundenrechner haben sich die Hersteller anscheinend bei freier Software bedient. Natürlich ohne die Rechte der Urheber zu beachten. Stimmen die Vorwürfe, so enthalten die CDs Raubkopien. -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- Dass die selbsternannten Verteidiger des geistigen Eigentums es mit fremdem Eigentum nicht ganz so genau nehmen, ist seit SCO ja bekannt. Die Grenze zwischen dem beschwören des Geistigen Eigentums und dem Kriminal wird dünn beim Digitalen Restriktionsmanagement (DRM). Während man nämlich den eigenen Inhalt verbissen gegen die eigenen Kunden schützt, wird anscheinend woanders nach belieben geklaut: http://www.theregister.co.uk/2005/11/18/sony_copyright_infringement/ Für Sonys Trojanersoftware dürften sich die Autoren von First4Internet bei dem mp3 Player LAME und bei der DVD-Software VLC bedient haben. Die Bestimmungen der Lizenzen wurden dabei einfach ignoriert. - -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- relayed by Bernhard Mayer - -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- quintessenz is powered by http://www.onstage.at subscribe/unsubscribe/digest http://www.quintessenz.at/cgi-bin/index?funktion=subscribe comments to depesche at quintessenz.org <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< WELTWEIT <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 14 Peoples Caravan for Justice and Sovereignty 2005 von: fewor at no-racism.net ================================================ Latest Updates!* *Date: 10 November, 2005* * * *Peoples Caravan for Justice and Sovereignty 2005* *Website: www.peoplescaravan.com & email caravan05 at gmail.com* * * *Inter-Country protest participation starts at Asia level* * * *Asian mass organizations, groups and activists are coming together to participate in the inter-country events of the "Peoples' Caravan for Justice and Sovereignty 2005" in Asia . This participation is to link up the peoples' struggle in Asia mainly in the Caravan countries**. A Nepali trade Union representative** is participating in the public meetings and other Caravan events at Robertsganj, UP state in India on 11 - 12 November 2005. Similarly, a trade Union activist from **Sri Lanka** and a representative of the Indian Forest Workers are** joining a People's Convention at Bagerhat and Satkhira in Bangladesh from 15-17 November 2005. A series of such participations are coming up in our collective run up to the December WTO Hong Kong Ministerial 2005. *** The concern of the inter-country participations, however small in representation, is to enhance solidarity among the Asians in their intense collective struggle against the forthcoming 6th Ministerial of WTO Negotiations at Hong Kong and its anti-people policies. This inter- country participation happens as a part of the collective protest against WTO negotiations and particularly the Hong Kong Ministerial in December 2005. The Caravan is a journey in the quest for "Justice and Sovereignty". The journey includes a wide range of activities all over Asia which took off with the launch of the "Peoples' Caravan for Justice and Sovereignty 2005" on 6, 15, 17, 18 and 24 October 2005 in many Asian countries. The inter-country participation is premised on inter-exchanging of issues that concerns the Asians due to the dominating economic policies set by WTO and international agencies which directly confronts the lives of the developing and lesser developed countries. It is against the backdrop of such a commonality of experiences, the Asian joint delegations are carried out to establish links among the Asian countries which faces similar and varying challenges from the international agencies like WTO. Fro instance, Vietnam takes up the issues of Migrant workers, women, farmers and people living with HIV-AIDS which is quite a common concern for all the Asian countries. Vietnam, thus, expects to see participation and solidarity from fellow Asians. Similarly, to mention a few more cases, Nepal, Philippines, Sri Lanka, Cambodia, India, Thailand, Pakistan and Bangladesh takes up the issues of democracy and issues of industrial workers, farmer's, sex worker's and urban poor's rights in connection with the anti-people WTO policies and Negotiations. The country delegations will join the specific common events like 25 November common events on the International Day for Elimination of Violence against Women in 12 Asian Caravan countries. The Caravan is expected to have small joint delegations for solidarity during the culmination period of *"Peoples' Caravan for Justice and Sovereignty 2005" *from 1 December to 10 December. In this period it will also collectively observe 1 December: World AIDS Day, 2 December: International Day for Abolition of Slavery, 3 December: International Day for Disabled Persons, 5 December: World Dignity Day and 10 December: International Human Rights' Day. People's organizations, mass fronts, groups and activists from Bangladesh, Cambodia, China, India, Japan, Indonesia, Nepal, Pakistan, Philippines, Sri Lanka, Thailand and Vietnam are waging its anti-WTO struggle in the spirit of all the historical people's protests like that of in Seattle and Cancun through this vehicle of Peoples' Caravan. The Caravan is an Asian peoples' fight for their rights and concerns focusing on Resisting WTO, Privatization and TNCs, Food Sovereignty and Poverty, democracy, women's rights, land, water, education, indigenous knowledge rights, natural resources, peasants, labourers and industrial workers and many more. The Caravan Journey comprises all available modes of transportations ranging from Bullock Carts to Bicycles, Elephants to Camel and Horses and Trucks to Buses resulting into a wide range of peoples' struggle in the form of Mass Rallies, Sit-in-Protests, public meetings, cultural performances, film shows, People's Petitions and media briefings etc. Thus, the inter-country Asia participation, though minimal in number, is expected to promote a collective affinity and strengthen the objective of Peoples' Caravan in its quest for "Justice and Sovereignty" consequently dismantling the WTO negotiations. *LONG LIVE PEOPLES' STRUGGLE!* * JOIN US!* Prepared By Noni Meetei( Mr.) Coordinator, Regional Team Peoples Caravan 2005 Address: A 91 Navjeevan Vihar New Delhi Ph: 0091 11 26691993/94 ================================================ 15 [gipfelsoli] Genua von: gipfelsoli-l at lists.nadir.org ================================================ Gipfelinfo - Meldungen über globalisierte Solidarität und die Proteste gegen unsolidarische Globalisierung ------------------------------------------------------------------------ -- - [Pressemitteilung] Diaz: Erste Wiedererkennungen - ?Sie haben sich umgedreht? - [Pressemitteilung] Diaz: ?Das ist euer letzte G8? - [Pressemitteilung] Diaz: Mit der ersten Zeugenaussage kommt das Prozess im Gange ------------------------------------------------------------------------ -------- [Pressemitteilung] Diaz: Erste Wiedererkennungen - ?Sie haben sich umgedreht? Genua, den 17.11.2005 Zehnter Verhandlungstag im Prozess gegen 29 wegen Koerperverletzung, Verleumdung und Beweisfaelschung angeklagte Mitglieder der Ordnungskraefte infolge der Razzia in den Gebauden der Schule Diaz. Es gab zwei Zeugenaussagen in dieser langen Verhandlung (um 17:30 erst beendet). Der erste Zeuge ist D.A., ein deutscher Junge, der auf dem ersten Stock der Pertini Schule blutig geschlagen wurde. Als er aus einem Fenster die Ankunft der Polizei sieht und anfaengt, Schreie zu hoeren, entscheidet er zusammen mit anderen, mit hocherhobenen Haenden stehen zu bleiben. Die Polizisten schreiten schnell hinein, ?sie schrien und haben uns mit Gesten zu verstehen gegeben, dass wir uns setzen sollten. Dann sind sie vor jedem von uns stehen geblieben und haben angefangen, uns mit den Schlagstoecken hauptsaechlich auf dem Kopf zu schlagen. Es sah aus, als wuerden sie absichtlich mit ihrer ganzen Kraft auf die Koepfe zielen.? Es wird systematisch geschlagen. Alle Leute, die sich im Flur befinden, werden geschlagen und bleiben blutig auf dem Boden liegen. Zu diesem Zeitpunkt erinnert sich D. an zwei in zivil gekleidete Beamte, von denen einen mit Helm und Bart. Eine Wiedererkennung findet im Gerichtssaal nicht statt, aber in der Diaz Schule gibt es nur einen Beamten mit Bart und Helm: Francesco Gratteri, der damalige Leiter der Sco (Servizio Centrale Operativo, Zentraler Einsatzdienst). D. sieht darueberhinaus die als Rechtfertigung der Razzia verwendete Episode: den angeblichen Angriff gegen einige von Di Bernardini geleitete Polizeiwagen. D. ist sehr praezise und sicher: ?Es gab viele Leute im Hof und auf der Strasse. Die Ankunft der Polizeiwagen schien eine Provokation zu sein. Viele Leute haben ?Assassini? geschrien, aber niemand hat etwas gegen die Autos geworfen und sie haben sich entfernt ohne anzuhalten?. D. kommt ins Krankenhaus, wo ihm am Tag danach ein Bluterguss im Gehirn diagnostiziert wird, und er wird notoperiert. Als er wieder erwacht, wird ihm bewusst, dass er rund um die Uhr von der Polizei bewacht wird, ohne dass ihm mitgeteilt wird, dass er verhaftet worden sei. Die Tragoedie wird zur Farce, als er eines Tages auf einer Bahre zur Spintomographie getragen wird und ein Carabiniere den genialen Einfall hat, ihn mit Handschellen an die Bahre festzubinden. Schade nur, dass niemand dann diese Handschellen oeffnen kann: sie werden erst sechs Stunden spaeter von einem Handwerker ?mit Handwerkskasten? geoeffnet. Die zweite Zeugin ist V.B., auch sie Nebenklaegerin, die sich in der Sporthalle befand. Sie hat mehr Glueck als D. gehabt, denn ?ich hatte andere Menschen vor mir, die als Schild dienten?, mit Genauigkeit erzaehlt sie die ganze Phase des Massakers in der Halle, so wie die Anwesenheit einiger Befehlshaber in zivil, waehrend die anderen Beamten mit Tritten und Schlaegen die aus den oberen Etagen heruntergezogenen jungen Leute verpruegeln: ?ich erinnere mich daran, dass die Befehlshaber sich umgedreht haben, als die Polizeibeamten die Leute weiter verpruegelten. Ich habe den Eindruck gehabt, dass sie wie angesichts eines Kinderstreichs einen Auge zudruecken wollten?. Einen dieser Befehlshaber hat V.B. genau gesehen und sie erinnert sich an ihm, weil sie ihn ein Paar Tage spaeter im Fernsehen sieht, als sie noch im Gefaengniss ist. Er gibt gerade einen Interview in der Tageschau. Als ihr einen Videoauschnitt gezeigt wird, in dem eine Gruppe von Polizeileitern vor der Eingangstuer der Pertini-Schule zu sehen ist, zoegert sie nicht: ?Er ist es. Ich habe ihn auch letztes Jahr bei der ersten Vorverhandlung von diesem Prozess wiedergesehen. Mein Anwalt hat mir gesagt, dass er Giovanni Luperi heisst?. [SupportoLegale] ------------------------------------------------------------------------ -------- [Pressemitteilung] Diaz: ?Das ist euer letzte G8? Genua, den 16.11.2005 Neuenter Verhandlungstag im Prozess gegen 29 wegen Koerperverletzung, Verleumdung und Beweisfaelschung infolge der Razzia in den Gebauden der Schule Diaz angeklagte Mitglieder der Ordnungskraefte. Heute hat der Journalist Lorenzo Guadagnucci - Redakteur der Zeitung ?Il Resto del Carlino?, aber nach Genua am Samstag, den 21.07.2001, aus persoenlichem Interesse gekommen - ausgesagt. Er wurde in der Sporthalle der Schule geschlagen und spaeter in der Nacht vom Samstag ins Krankenhaus eingeliefert. Seine Aussage ist klar und einfach. Er kehrte zum Gebaeude um 22 Uhr zurueck, nachdem er um 20Uhr vorbeigekommen war, um seine Sachen dort zu lassen, und schlief ein. Kurz danach wird er von Laerm und Geschrei aufgewacht, dann stuermt die Polizei die Halle, in der er sich zusammen mit anderen befand. ?Ich habe Gruppen von Polizeibeamten hineinrennen gesehen, sie schrien, sie sind sofort auf die Menschen zugegangen, die sie vor sich fanden, an der langen Wand der Halle. Diese ersten Beamten haben angefangen, die Menschen zu treten und mit Schlagstoecken zu verpruegeln, Spucken, ich erinnere mich, dass sie gespuckt haben, sie sagten einige Saetze wie ?das ist euer letzte G8?, ?heute abend amuesiert ihr euch weniger?. Dann wird er geschlagen, zuerst von zwei Beamten, spaeter von einem anderen, als er bereits ?ausser Gefecht war?. Danach, im Krankenhaus ueberwacht, mit Schnitt- und Schlagwunden am Rumpf und Ruecken, entdeckt er aus der Lektuere der Tageszeitung, dass er wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung zum Zweck der Verwuestung und Pluenderung festgenommen worden ist. Alle in jener Nacht festgenommene 93 Demonstraten sind spaeter von allen Anklagen freigesprochen worden. Die Verteidiger haben nur schwache Argumente, zielen darauf ab, den Zeuge zu verunsichern, welcher antwortet und bestaetigt, was er bei der Befragung der Staatsanwaltschaft gesagt hatte. Er hat nicht bereits vor der Razzia verletzte Personen gesehen, aber die Verteidiger wenden ein, dass er sich nur im Erdgeschoss aufgehalten habe und deshalb nicht auschliessen koenne, dass es welche auf den oberen Stockwerken gegeben habe. Offensichtlich, unterbricht der Hauptrichter. Das Verhalten der Verteidiger der Polizei zeigt ihre Schwierigkeiten in einem Prozess, der absolut klar zu sein scheint, was die Schlaege, die Gewalt, physisch aber nicht nur, von Seiten der Ordnungskraefte in jener genuesischen Nacht betrifft. Ihr Gelaechter waehrend der Erzaehlungen jener Gewalttaten laesst vermuten, dass sie auf der Hoehe ihrer Klienten sind. Morgen zehnter Verhandlungstag, um 9:30 im Hochsicherheitsaal des genuesischen Gerichtshofes. [SupportoLegale] ------------------------------------------------------------------------ -------- [Pressemitteilung] Diaz: Mit der ersten Zeugenaussage kommt das Prozess im Gange Genua, den 9.11.2005. Im Hochsicherheitssaal des genuesischen Gerichtshofs gegenueber dem ersten Kollegium der ersten Strafabteilung, Vorsitzender Richter Barone, hat heute morgen L.Z. ausgesagt. Sie ist eine der 93 von der Polizei massakrierten Personen bei der Stuermung der Diaz-Schule in der Nacht vom 21. zum 22. Juli 2001. Die lange Aussage von L. verlaeuft fast 4 Stunden lang klar und praezise und bietet wenig Raum fuer die zahlreichen Einwaende der Verteidigung. L. erzaehlt, dass sie zusammen mit ihrem Freund in der Diaz-Schule angekommen sei; er war im Laufe des Tages nach dem Ende des Demonstrationszueges ohne Anlass von der Polizei bereits verpruegelt worden, was sie gezwungen hatte, sich an die Notaufnahme zu wenden. Darum, anstatt am gleichen Abend zu verreisen, hatten sie entschieden, ?in einem ruhigen Ort? zu uebernachten. Aber wenige Minuten spaeter kommt die Polizei an, L. sieht vom Fenster auf dem zweiten Stock, wie sie massenweise ankommen. Sie und Niels sind sehr erschrocken, laufen bis auf die letzte Etage der Schule und verstecken sich in einen Kammer. Sie bleiben dort mit erhobenen Haenden, und hoeren dabei die schweren Schritte der Polizeistiefel sich naehern. Als sie entdeckt werden, werden sie herausgezogen und wild geschlagen: L. wird mit Schlagstoecken auf Kopf und Ruecken geschlagen, sie faellt auf den Boden, bekommt weitere Schlaege und spuert, wie ihre Rippen zerbrechen, sie wird hochgezogen und gegen die Wand geschleudert. Dann wird sie auf den Bauch die Treppe hinuntergezogen, dabei bekommt sie immer noch Tritte und Schlaege. Danach wird sie an den Haaren hochgezogen, weitere Treppen hinuntergezerrt, weitere Tritte auf den Ruecken und auf die Beine. Sie ist nicht mehr in der Lage aufzustehen und wird auf zwei weitere auf dem Boden liegenden Menschen geworfen. Sie faellt in Ohnmacht und als sie wieder zu sich kommt, erinnert sie sich neben dem unertraeglichen Schmerz der zerbrochenen Rippen (die ihre Lungen perforiert haben) deutlich daran, dass zahlreiche Polizisten vorbeigehen und anhalten, um auf sie zu spucken. Eine unendliche Zeit, waehrend dessen hat sie die Gelegenheit, weitere blutende am Boden liegende Personen zu sehen. Endlich kommen die Sanitaeter, sie tragen sie auf einer Bahre aus der Schule hinaus und von dort zur Notaufnahme des Krankenhauses San Martino. L. wird im Krankenhaus 11 Tage verbringen, von denen die ersten drei in Gewahrsam, von der Polizei bewacht. L. hat schwere Verletzungen erlitten und traegt davon permanente Schaden: ihre Lungenkapazitaet ist um 30% geschrumpft, sie hat Atemschwierigkeiten und kronische Schmerzen am Ruecken und an andere Koerperteile. Waehrend der Gegenbefragung des RA Romanelli (Verteidiger von Canterini) erkennt L. zweifellos die Polizei-Uniform fuer oeffentliche Ordnung, mit dem Detail des dunklen Guertels, der die VII Gruppe der roemischen Bereitschaftspolizei I, die von Vincenzo Canterini geleitet wird kennzeichnet. Mit der dramatischen so wie detallierten Aussage von L. wird der erste Stein fuer die Rekonstruktion des Massakers in der Diaz-Schule gelegt. Naechster Verhandlungstag: Mittwoch, der 16. November. [SupportoLegale] ------------------------------------------------------------------------ -- gipfelsoli infogruppe Newsletter mit Nachrichten über Mobilisierungen, Debatten und Repression im Zusammenhang mit Gipfelprotesten. Die AutorInnen der Beiträge, so sie nicht von uns verfasst sind, sind mit eckigen Klammern versehen. Wir können leider keine Verantwortung für die Richtigkeit der Beiträge übernehmen. Auch geben die Beiträge nicht zwangsläufig unsere Meinung wieder. Kontakt, Kritik, Beiträge: gipfelsoli at nadir.org gipfelsoli mailinglist subscribe - unsubscribe https://lists.nadir.org/cgi-bin/mailman/listinfo/gipfelsoli-l ================================================ 16 Abschiebungen abgewiesener Asylwerber in den Irak von: wadi.wien at gmx.at ================================================ Abschiebungen abgewiesener Asylwerber in den Irak Ab heute will Großbritannien, laut einem Bericht des Fernsehsenders Channel 4, irakische Asylwerber in den Irak abschieben, obwohl es im Irak täglich zu Selbstmordanschlägen und Angriffen von Terrorgruppen kommt. Die Mehrzahl der rund 20.000 irakischen Asylsuchenden, die in den vergangenen drei Jahren nach Großbritannien gekommen seien, sollen in den Nordirak zurückgeflogen werden. Zwar ist der Norden des Landes tatsächlich wesentlich sicherer, allerdings finden IrakerInnen aus dem Süden oder dem Zentralirak dort keinerlei Lebensperspektiven und müssen angesichts der zunehmenden Spannungen zwischen sunnitisch-arabischen und kurdischen Gruppen, mit einer teilweise ablehnenden Haltung der Bevölkerung rechnen. Zudem ist die weitere Entwicklung im Irak keineswegs gesichert. Auch im kurdischen Nordirak kam es bereits zu einzelnen Anschlägen. Auch in Deutschland werden zur Zeit kurdische und assyrische AsylwerberInnen unter Beteiligung einiger kurdischer und assyrischer Organisationen zur "freiwilligen" Rückkehr überredet. Auch wenn die Rückkehr von politisch oder wissenschaftlich aktiven irakischen Intellektuellen, die einen Beitrag zum Aufbau des Landes leisten wollen, Vorteile mit sich bringt, so lehnt selbst die irakische Regierung die massenhafte Rückkehr von Flüchtlingen zum jetzigen Zeitpunkt ab. Der Irak ist für die Betreuung und Aufnahme Tausender RückkehrerInnen zur Zeit nicht gerüstet. Die seit 1993 im Irak tätige Hilfsorganisation Wadi fordert die europäischen Staaten dazu auf keinerlei Abschiebungen in den Irak vorzunehmen und bis auf weiteres von Werbemaßnahmen für eine ?freiwillige Rückkehr? Abstand zu nehmen. Zuerst muss sich die Sicherheitslage im gesamten Land stabilisieren vor eine Förderung der freiwilligen Rückkehr angedacht werden kann. -- WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit e-mail: wadi.wien at gmx.at Tel.: 0699-11365509 Postfach 105 A-1181 Wien Spendenkonto in Österreich: Kontonummer 07.405.301 Evangelische Kreditgenossenschaft eG BLZ 31800 IBAN: AT10 3180 0000 0740 5301 BIC: EVKRATW1 Website mit weiteren Informationen zu Projekten von Wadi und Veranstaltungshinweisen: www.wadinet.at ================================================ 17 Mosambik-Info 13 von: peter-pils at chello.at ================================================ Inhalt: 1. Dürrefolgen führen zu Tod und Nahrungsmittelknappheit 2. US-Millennium Dollars fließen spärlich 3. Viele Lehrer ohne Ausbildung 4. Guebuza prangert Korruption im Rechtssystem an 5. Weltbank fordert Einhaltung der Geberkonditionen 6. Wiederaufnahmeverfahren des Cardoso-Mordes beginnt am 1. Dezember 7. Schwierigkeiten bei privaten Bahnbetreibern 1. Dürrefolgen führen zu Tod und Nahrungsmittelknappheit Mindestens 800.000 Menschen in acht Provinzen leiden an Nahrungsmittelknappheit infolge der Dürre. Der Gouverneur der Provinz Gaza, Djalma Lourenco, berichtete am 7.November von mindestens 43 Hungertoten in Gaza. Auch aus anderen Provinzen werden Todesfälle gemeldet, die auf Hunger zurückzuführen sind. Die Dürre betrifft das gesamte südliche Afrika, aber die Geldgeber haben nur die Hälfte der vom Welternährungsprogramm (WFP) geforderten Mittel bereitgestellt. Das WFP kündigte an, dass im November und Dezember 28.800 Tonnen Nahrungsmittelhilfe in den mosambikanischen Häfen eintreffen werden. Premierministerin Luisa Diogo hat Ende Oktober scharfe Kritik an der Haltung geübt, darauf zu warten, dass Geber Hilfe zur Verfügung stellen anstatt Mittel aus dem mosambikanischen Staatshaushalt zu entnehmen. "Einige denken, dass man warten sollte, bis das WFP Getreide kauft. Das ist nicht in Ordnung", erklärte Diogo. "Es ist unnötig, dass Mosambik über ungenutzte Mittel verfügt, während wir auf das WFP warten. Wenn Hilfe nicht kommt, wenn sie dringend benötigt wird, dann muss die Regierung einspringen um Tote zu verhindern, selbst wenn dadurch Entwicklungsprogramme leiden", sagte sie. Die Notsituation muss dann Vorrang haben. Und wenn dadurch Entwicklungsprogramme verzögert werden, wir sollten trotzdem so handeln. Es gibt Lösungen, die wir bislang vernachlässigen." Diogo sagte, dass die Getreideernte 2005 von ca. 1,9 Millionen Tonnen nur 5% niedriger ausgefallen ist als die Vorjahresernte. In einigen Landesteilen gibt es noch Produktionsüberschüsse. Manchmal gibt es Mangel- und Überflussregionen in derselben Provinz. Zum Beispiel wurde Mais für den von der Dürre betroffenen Machangadistrikt in der Zentralprovinz Gorongosa in Gorongosa gekauft, das auch in Sofala liegt. Agrarminister Tomal Mandlate ist zuversichtlich, dass die Überschussproduktion im Norden des Landes und in Teilen des Zentrums das ganze Land versorgen könnten, wenn es gelänge die Transport- und Verteilungsprobleme in den Griff zu bekommen. Eine Parlamentarierdelegation besuchte Inhambane und übte Kritik an der dortigen Nahrungsmittelverteilung. Die Verteilung sei gänzlich den Nichtregierungsorganisationen überlassen worden und es gäbe Vorräte in Warenlagern während bedürftige Menschen durch das Sammeln von wilden Früchten und Wurzeln überlebten. Laut dem mosambikanischen Sekretariat für Ernährungssicherung (SETSAN) sind über 800.000 Menschen von extremer nahrungsmittelknappheit betroffen. Nachdem ihre Vorräte aufgebraucht sind, verkaufen Haushalte zunehmend ihre wenigen Habseligkeiten oder tauschen sie gegen Nahrungsmittel. Es wurde festgestellt, dass der Verkauf von Fahrrädern, Decken, Radios und sogar Mobiltelefonen zugenommen hat. Die Nahrungsmittelpreise sind zwischen 30 und 100% angestiegen, viele Menschen verkaufen ihr Vieh. Es werden zunehmend "Hungernahrungsmittel" konsumiert, die normalerweise nicht gegessen werden, z.B. Tierhäute und wilde Bohnen und Wurzeln. In Zambezia und Nampula wird von Lähmungen durch Cyanit berichtet, dass in Cassava vorkommt. Diese Lähmungen treten auf, wenn die Cassava nicht richtig zubereitet wird, ein typisches Vorkommnis, wenn die Menschen kaum Lebensmittel und Wasser haben. Die Wasserknappheit wird immer dramatischer. Die Menschen holen Wasser aus Löchern in den ausgetrockneten Flussbetten und laufen zum Teil 40 Kilometer um Wasser zu holen. 2. US-Millennium Dollars fließen spärlich Die US-Gesellschaft für die Millenniumsaufgaben (MCC) hat armen Ländern Milliarden Dollar versprochen. Zu diesen armen Ländern zählt auch Mosambik, das schon im dritten Jahr in Folge als anspruchsberechtigt eingestuft wurde. Bislang sind jedoch lediglich 6 Millionen Dollar für Studien freigegeben worden. MCC sollte in seiner Vergabepraxis, an Stelle sperriger Regeln für Hilfsleistungen, effiziente Geschäftsmethoden anwenden. Stattdessen ist die Vergabe noch weniger effizient geworden und MCC war nicht in der Lage, die zur Verfügung stehenden Mittel zu verteilen. Mosambik hatte eigens Personal bereitgestellt, um einen Antrag an das MCC auszuarbeiten. Zu Beginn schien sich diese Investition zu lohnen. Als der ehemalige Geschäftsführer des MCC, Paul Applegarth, Mosambik im Oktober 2004 besuchte, präsentierte die Regierung einen Antrag über 262 Millionen Dollar für die Entwicklung der Infrastruktur und der Landwirtschaft in den nördlichen Provinzen. Applegarth schien diesen Vorschlag gutzuheißen und erklärte Reportern, dass mit einer Finanzierungsentscheidung des MCC Anfang 2005 zu rechnen sei. Die Langsamkeit des MCC wurde zu Beginn des Jahres heftig kritisiert und Applegarth trat im Juni von seinem Amt zurück. Im September diesen Jahres erklärte der MCC die Freigabe von 6 Millionen US $ für weitere Studien und kündigte im Oktober an, dass Mosambik auch im nächsten Jahr als anspruchsberechtigt eingestuft werde. 3. Viele Lehrer ohne Ausbildung Neben der hohen Lehrersterblichkichkeitsraten aufgrund von AIDS (Mosambik-Info 10) stellt auch der schnelle Anstieg der Schülerzahlen ein Problem im Bildungsbereich dar. Die Schüleranzahl im Primarbereich 1 (Klassen 1 bis 5) steig von 2,3 Millionen in 1999 auf 3 Millionen im Jahr 2004 an. Auch die Anzahl der Schüler im Primarbereich 2 (Klassen 6 und 7) und im Sekundarbereich steigt. Bildungsminister Aires ALy räumte ein, dass die Lehrerausbildungsinstitutionen nicht die Kapazitäten haben, den Anstieg durch eine entsprechend höhere Anzahl von ausgebildeten Lehrern auszugleichen. Das führe dazu, dass zunehmend nicht ausgebildete Lehrer eingesetzt würden. Zur Zeit verfügen 41% der Primarschullehrer und 33% der Sekundarlehrer über keine pädagogische Ausbildung. In Kürze wird voraussichtlich die Mehrzahl der Lehrer über keinerlei Lehrerausbildung verfügen. Es existieren schon Schulen, an denen kein Lehrer als Lehrer ausgebildet ist. 4. Guebuza prangert Korruption im Rechtssystem an Präsident Armando Guebuza prangerte in einer Rede vor führenden Vertretern der Gerichtsbarkeit die Korruption, Trägheit und Ineffektivität des Rechtssystems an, "das de facto jene Rechte verweigere, für die die Freiheitsbewegung gekämpft habe". Guebuza sagte: "Wir können nicht damit fortfahren, die Indifferenz und Apathie unserer Rechtssystems zu tolerieren." Justizministerin Esperanca Machavela erinnerte daran, dass Guebuza im März davor gewarnt habe, dass das Fehlen einer funktionierenden Gerichtsbarkeit zu einer Frustration derer führe, die vergeblich für ihre Rechte kämpfen würden. Die demokratische Autorität des Staates werde geschwächt. Sie stellte fest, dass die Informationen aus den Gemeinden darauf hindeuteten, dass sich in den letzten sechs Monaten kaum etwas geändert habe. Während der letzten Wochen sind mehrere führende Regierungsvertreter entlassen worden, die von den Medien der Korruption beschuldigt wurden: - Vicente Veloso, Vorsitzender der regierungseigenen Elektrizitätsgesellschaft EDM, wurde am 8. November entlassen. Er weist Vorwürfe der Korruption, die von der Presse gegen ihn erhoben wurden zurück, hat aber keine Verleumdungsklage gegen die Presse eingereicht. - Der Delegierte des Arbeitsministeriums in Südafrika, Pedro Taimo, wurde ohne Vorwarnung am 17. Oktober nach 14 Jahren im Amt entlassen. "Mediafax" teilt mit, dass die Entscheidung getroffen wurde, "nachdem mehrere Unregelmäßigkeiten in seiner Amtsführung festgestellt wurden einschließlich finanziellen Missmanagements". Wegen der hohen Anzahl der mosambikanischen Minenarbeiter ist dieser Posten politisch und finanziell bedeutend. - Aguiar Mazula ist Ende Oktober von seinem Posten als Vorstandsvorsitzender des Nationalen Instituts für Soziale Sicherung (INSS), das wegen Korruption in die Schlagzeilen geriet, zurückgetreten. AIM stellt fest, dass Rücktritte in Mosambik sehr selten seien. Vermutlich habe Mazula angenommen, dass seine Position als Vorstand einer Organisation, die in den letzten Monaten von Skandalen geschüttelt wurde, nicht länger zu halten gewesen sei. Mazulas Rücktritt folgt der Entlassung der Geschäftsführerin Elina Gomes im August. Gomes wird beschuldigt, Mittel der Institution veruntreut zu haben. Mazula war früher Minister der Staatsverwaltung, Minister für Arbeit und Verteidigungsminister. - Der Vorstandsvorsitzende der Mozambique Airports Company, Jose Solomone Coss, wurde am 25. Oktober entlassen. - Daniel Fumo, Vorstandsvorsitzender des Nationalen Ingenieurlabors (LEM) wurde im Juli entlassen. Mediafax berichtete, dass Fumo beschuldigt wurde, ein extrem schlechtes Verhältnis zu den Angestellten des Labors zu haben. Beschwerden über Fumo gehen zurück bis ins Jahr 2002, aber die Angestellten sagen, der ehemalige Minister Roberto White sei dem nie nachgegangen. Die Angestellten berichten, sie hätten rückdatierte Lohnerhöhungen niemals erhalten und dass das Geld verschwunden sei. Fumo wurde vom Minister für öffentliche Arbeiten und Wohnen, Felicio Zacarias, entlassen, der schon früher drei Direktoren der nationalen Straßenverwaltung (ANE) und den Leiter des staatlichen Häuserfonds entlassen hatte. Im September entließ Zacarias führende Beamte in Maputo und Nampula und stellte fest, dass der Staat erhebliche Probleme mit Diebstahl habe. Der Direktor des Zentralgefängnisses in Maputo, Jorge Microsse, wurde am 21.Oktober getötet. Die Presse berichtete, dass er von Paulo "Dangerman" Estevao getötet worden sei. Estevao sitzt im Hochsicherheitsgefängnis ein und wartet auf sein Verfahren im Mordfall des Anwalts Albano Silva, der 1999 getötet wurde. Es wird behauptet, dass Estevao das Gefängnis am Nachmittag der Tat als Polizist verkleidet und in Begleitung von zwei Gefängniswächtern verließ. Es hattte bereits in den vergangenen Jahren Presseberichte darüber gegeben, dass Gefangene aus dem Hochsicherheitstrakt des Gefängnisses als gedungene Mörder eingesetzt würden. AIM weist darauf hin, dass, sollten diese Geschichten wahr sein, "die Möglichkeit besteht, dass das Hochsicherheitsgefängnis in einen Pool für gedungene Mörder verwandelt worden ist mit dem vollen Wissen und der Beteiligung einiger Wächter." 5. Weltbank fordert Einhaltung der Geberkonditionen Die Weltbank fordert die Einhaltung von Geberkonditionen vor allem im Bereich der Korruptionskontrolle. Im Mai haben die Geber, die den Staatshaushalt von Mosambik mitfinanzieren und die mosambikanische Regierung sich auf ein "Performance Assessment Framework" (Leistungsbeurteilungsrahmen) geeinigt. Dieser Rahmen erstreckt sich über die nächsten zwei Jahre und beinhaltet 57 Ziele. Nach Bekanntgabe der letzten Kreditzusage über 120 Millionen US $ an Mosambik, teilte die Weltbank mit, dass die zweite Hälfte des Kredits erst ausgezhalt werde, wenn sechs der Ziele erreicht seien: - Vorbereitung eines modernen Beschaffungssystems (um das zu beenden, was als korruptes Beschaffungssystem eingeordnet wird). - Verbreitung des neuen Finanz- und Buchhaltungssystems der Regierung (SISTAFE) und Anwendung im Erziehungsministerium - Nicht im Budget erfasste Gesundheitsausgaben im Budget erfassen. - Budgeterhöhung für die Anti-Korruptionseinheit, so dass mehr qualifiziertes Personal rekrutiert werden kann. - Einführung neuer Handelsverordnungen, die die Handelsverordnungen von 1888 aus der zeit der portugiesischen Kolonialmacht ersetzen. - Gesetzgebung zur Reformierung der Gerichtsbarkeit und des Notarsystems. 6. Wiederaufnahmeverfahren des Cardoso-Mordes beginnt am 1. Dezember Das Wiederaufnahmeverfahren gegen den Mann, der als Anführer des Mörderkommandos des mosambikanischen Topjournalisten Carlos Cardoso verurteilt wurde, soll am 1. Dezember beginnen. Anibal dos Santos Junior (Anibalzinho) wurde in Abwesenheit verurteilt, nachdem er aus einem Hochsicherheitsgefängnis geflohen war. Anibalzinho wurde von der südafrikanischen Polizei festgenommen und am 30. Januar 2003 zurück nach Mosambik überführt, nur einige Stunden nach Verkündigung des Urteils. Er ging in Berufung und der Oberste Gerichtshof verkündete im Dezember 2004, dass alle Personen, die in Abwesenheit zu einer Freiheitsstrafe von zwei oder mehr Jahren verurteilt werden, ein Anrecht auf ein Wiederaufnahmeverfahren haben. Zum Zeitpunkt der Verkündung dieses Urteils war der Verurteilte bereits ein zweites Mal aus dem Hochsicherheitsgefängnis geflohen. Er wurde im letzten Jahr von Kanada zurück nach Mosambik überführt. Während der ersten Gerichtsverhandlung zwischen November 2002 und Januar 2003 waren Anibalzinho und fünf weitere Angeklagte des Mordes für schuldig befunden und zu langen Haftstrafen verurteilt worden. Zwei Mitglieder des Mörderkommandos, der Schmieresteher Manuel Fernandes und der Mann, der die Todesschüsse abgab, Carlitos Rachid, legten ein volles Geständnis ab. Sie berichteten, wie Anibalzinho sie angeheuert hatte und den Wagen fuhr, der bei dem Mord verwendet wurde. Cardoso war am 22. November 2000 ermordet worden. 7. Schwierigkeiten bei privaten Bahnbetreibern Die Verpachtung der mosambikanischen Eisenbahnlinien an private Betreiber ist in zwei von drei Fällen fehlgeschlagen, berichtet Transportminister Antonio Mungwambe während einer Befragung im Parlament am 2. November. Die Regierung hat die Verpachtung der Bahnlinie von Maputo nach Südafrika widerrufen. Im Jahr 2002 war diese Bahnlinie nach jahrelangen Verhandlungen an die südafrikanische Eisenbahngesellschaft Spoornet verpachtet worden. Auf der nördlichen Bahnlinie vom Hafen Nacala nach Malawi hat der Pächter, die Nacalakorridor Entwicklungsgesellschaft (SDNC), deren größter ausländischer Teilhaber die American Railroad Corporation ist, wenigstens zu Beginn des Jahres das Management der Bahnlinie übernommen. Die Regierung wirft der Gesellschaft jedoch vor, Bahnhöfe zu schließen und die Kommunikationssysteme zwischen den Stationen und Zügen abzubauen. Auch würde die Zusage über eine regelmäßige Verbindung zwischen Cuamba und Lichinga nicht eingehalten. Die Bahnlinie im Zentrum des Landes, die von dem indischen Konsortium Rites und Ircon International übernommen wurde, scheint gut zu funktionieren. Die Arbeiten an dem Wiederaufbau der Senalinie vom Hafen in Beira bis zu den Kohleminen in Moatize gehen wie geplant voran. Quelle: Joe Hanlon ================================================ 18 The Promise of Iraq von: wadi.wien at gmx.at ================================================ The Promise of Iraq Maysoon al-Damluji Rosemary Bechler 14 - 11 - 2005 Maysoon al-Damluji returned to her homeland for a week in May 2003, and stayed for two and a half years. She tells Rosemary Bechler about why she stayed, and her work with Iraq?s women?s movement. ------------------------------------------ Maysoon al-Damluji was sitting in a Bayswater coffee-shop, being hailed and hugged by a succession of friends, when Rosemary Bechler met her for this interview. Their greetings had the air of a conversation satisfactorily regained after a short, frustrating interruption. But there was nothing brief about it. The Iraqi exile had returned to her homeland for a week in 2003, and stayed for two and a half years. She has served as Deputy Minister of Culture under two administrations, in perhaps the stormiest period in Iraq?s history. She kindly kept her friends waiting a little longer? openDemocracy: How did this happen, that you stayed on, and what has it done to your life? Maysoon al-Damluji: Oh God ? you should ask my accountant! I returned on 1 May 2003, shortly after the invasion. I was only supposed to stay one week or ten days at most. But I decided to stay when I found there was so much work to be done. At first, it was always an immediate goal. Then: I will stay for one month until the elections, or two months until the referendum. Somehow it never let up. In the last two and a half years, I feel I have achieved much more than I did in many years before that. Six months after my return, I was asked to become the Deputy Minister for Culture. I have always been interested in my native culture. When I lived in the UK, I spent a lot of time promoting it ? ancient Iraqi culture, Islamic and modern. So it was natural terrain for me in helping to rebuild the country. The other development that has kept me going is my work mobilizing Iraqi women?s voices. openDemocracy: You are a founder-member of the Iraqi Women?s Movement? MD: That?s right. I was politically active as an exile in the UK ? never on women?s issues. But at that early stage, well before Iraq?s Governing Council was formed, there were very few people who came from abroad and who had the connections to make things happen. There was a dearth of people to work with, especially women on women?s issues. Against a background of rapidly spreading extremism, which was having a particularly regressive impact on the lives of Iraqi women, on 9 May we invited a few women to what was meant to be a small meeting in the home of Dr Adnan Pachachi, Chairman of the Iraqi Independent Democratic Party. Dr Mahdi Al Hafedh, the party?s Vice Chairman, was present, and later became the Minister for Planning for Iraq. But each of the women we asked invited a few more and no less than fifty women came, all very clear and specific about what their vision was, what they wanted for the new Iraq. We held a larger meeting a fortnight later at the Alwiya Club in Baghdad, and five hundred women attended. We worked out a statement of nineteen general principles that we could all agree with, voted on democratically, in a series of meetings. We are now called the Iraqi Independent Women?s Group. I was elected President in our first elections, and since then we have been learning by trial and error. We had no model to follow, but have learnt from our mistakes. We now have a monthly magazine that disseminates five thousand copies. Then as now, the issue these women were most concerned about was security. There is an unalleviated concern about the future, especially for their families and children. This hasn?t changed, as you can imagine. Next, individual rights ? especially the right to dress as you wish, without the hijab. Then as now, we looked to the international community for support ? the international community, the media, and international organizations such as the UN. openDemocracy: Since that time, how has your movement progressed? MD: So much has happened. Two of our members were murdered. The first was in the early days of the Governing Council. Dr Akila Al-Hashimi, who had just become a member of the Council, was murdered in August 2003. In November 2004, another founding member ? Dr Amel Mamalchi, who was an advisor at the Ministry of Municipalities and Public Works ? was murdered in cold blood. Two other members had their husbands murdered. From the beginning we made it clear to every single member that this might happen to them. They were all aware of the dangers of being visible, active women, and they still are. Nobody in Iraq feels safe today. The security situation is terrible and it can be profoundly demoralizing. But it hasn?t scared the women off. Even in the worst circumstances they still show up for meetings. We?ve had car bombs go off a few hundred yards away more than once. It becomes very humbling when around the corner fighting breaks out, or a bomb goes off, and you see these women picking their way through broken glass and the scattered limbs of the victims. They insist on carrying on. This determination places you under an obligation. I sincerely believe, from my experience, that women in general are far braver than men. I cannot explain it. Others might call them reckless. But they are very brave. openDemocracy: On 29 August this year, at the Iraqi Women?s Movement press conference on the first draft of the constitution, you expressed fears that the draft, if passed, will not do enough to protect the rights of Iraqi women, giving too much power to religious authorities at the expense of civil rights. Did you get any response? MD: We didn?t get much response to those press conferences, but we are now more hopeful about the constitution process as a result of a recent ruling that the constitution can still be amended in the first four months of a new parliament. Some of us have been working on the new legislation relating to Article 39, which states that ?people are free to choose their personal status according to their own religion, sect, belief and choice, and that this will be organised by law.? We are trying to give this legislation some shape. Another Article states that the Supreme Court will consist of experts in sharia as well as judges ? we are calling for a further ruling that the experts would have to have at least a law degree, and that the judges should have had at least ten years? experience. This lobbying group calls itself the Promise of Iraq. openDemocracy: Yanar Mohammad of the Organisation for Women?s Freedom has been the sole Iraqi voice in openDemocracy?s Women Making a Difference blog. On the eve of October?s referendum on the constitution she wrote to say that she had been lobbying fiercely for women to boycott the referendum. MD: I know her well: I went to school with her. I love her dearly. She is a wonderful person, but I don?t agree with everything she says. This would have been absolutely stupid, because we would have had no voice. Either vote no ? fair enough ? or vote yes! To boycott would do nothing for the constitution. We would simply have done the extremists a great favour. openDemocracy: Her arguments were twofold: that the constitution doomed the women of Iraq to live under laws invented fifteen years ago: and that it destroys Iraq?s unity by basing everything on national, ethnic and sectarian divisions. She concludes that the majority of Iraqis ? women ? are being asked at the point of a gun to vote for a so-called democracy that spells out enslavement and degradation for them? MD: Her first two points are absolutely true. But her conclusion is not based in fact. I met with leaders of women?s organizations as well as my own organization to discuss this, and it was not easy to arrive at a decision about how to vote. We felt that saying ?yes? would be bad for women, nationally, in so far as it sent a message to Iraq and the world of endorsement of the constitution. But voting ?no? would set the political process back by six months, and the Iraqi people are sick and tired of governments that last no longer than that. People need more stability: we have to keep the process going forward. When, on the eve of the referendum they agreed that we would be able to amend the constitution in the first four months of a new parliament, this changed my mind. I decided to vote ?yes?. When people asked what I thought, I refused to urge them one way or the other, but I told them my decision. Before, I had been convinced it was a betrayal of my cause to vote ?yes?, but that to say ?no? would be disastrous. But on another of Yanar?s points. I live and work in the Red Zone. I try to avoid the Green Zone because it is hazardous moving in or out of it. I was against military intervention in Iraq. I went on the marches against it, because I hoped for a political, not military, solution to bring an end to Saddam Hussein. Nevertheless, I have to say that the Americans have not ?interfered? enough in the constitution process. They invaded in 2003. They made the change, made a number of good and bad decisions, and a few months later, they appointed an ambassador, John Negroponte, who wasn?t interested in Iraq and decided to adopt a ?hands-off? approach. The new ambassador, Zalmay Khalilzad is a little more involved. So when we talk about an ?invasion?: true there is an American army there. Everybody, including myself hates it, because young soldiers can be rude and arrogant. They have detained me on many occasions. Once I got one American officer sent home in disgrace. I couldn?t prove conclusively that he was involved in corruption, but it was enough to have him recalled. I simply don ?t like young men with guns. An army is an army whether it is Gengis Khan or, as they claim, the most modern army in the world. But this one ? believe me ? is not interfering in politics. American civilians are different. They are truly interested in the advancement of civil life in Iraq. I have become good friends with a number of American civil servants. I have to be true to the people of Iraq, rather than to some ideology. Being sincere on their behalf, I feel the American army has to stay, unfortunately. It is not a benign presence. I would like them to organize themselves outside the cities? precincts somehow, in their own camps. They should be called upon if needed and otherwise stay put. Meanwhile, Iraq must prepare to defend itself and run its own affairs. That is what I want to see. I don?t like to see tanks in the streets: it is scary and horrible. But this doesn?t alter my belief that their withdrawal would have grave consequences: we could end up in a civil war. At the moment in Iraq it is very unpopular to say this. openDemocracy: Given the threat of a civil war, how divided are the women?s movements? MD: The range of groups represented in the Iraqi Women?s Movement, though quite wide, does not stretch as far as the main Islamic political parties, especially the Shia. Even those who agree with us in private would not say so in public because they would lose their parties? support. They have their own women?s groups, but I believe they are not very active. It is a point of pride with me that the Iraqi Independent Women?s Group has always influenced the party I belong to ? the Iraqi Independent Democrats ? on issues concerning women, not the other way around. Most if not all of the other political parties, by contrast, dictate to the women?s groups that are affiliated to them. The first time it was put to the vote, my party voted for Resolution 137 of the constitution, which called for a return to sharia law on the family. But we intervened and made them lead the fight against 137. The second time, it was our leader Dr Pachachi, who, as Leader of the House for that period, allowed a new vote, and we voted against. openDemocracy: You have worked under two different Ministers of Culture, haven?t you? MD: Yes, the first was a Communist minister ? we have quite a few communist parties in our system. He was from the mainstream Communist Party and we got on well. The current minister is an Arab nationalist. That is more problematic, but not because of ideology. This was a politically opportune appointment and he is not well acquainted with the cultural brief. But he has come a long way in the last six months. We are closer now than we were. openDemocracy: There is room for progress in ?politics as usual? ? room for you to get something done? MD: Absolutely. openDemocracy: In the western media, we have heard little about how Iraqi women have responded to this political process. There have been, as Inge Relph put it in our blog, ?lots of pictures of women voting but not a word about what the constitution might mean for them.? If we gained any impression, it was that women in Iraq are not really interested in politics. They are more interested in their day-to-day conditions. MD: This is certainly not true. Of course they are interested in electricity, water, and security! But there is nothing a-political about these things. If a woman sends her child to school every day and can never be certain if the child will return safely, this is a major concern. It is hard to live without electricity and water ? these are the basic rights of modernity! We cannot go back to the nineteenth century. It is impossible. But listen ? Iraqi women might not be interested in party politics. This is a different matter. Security is their main concern. A woman should be able to walk in the streets without fear of a car bomb or a suicide bomber, or being shot at by Iraqis or insurgents or Americans. If it is not murder, it is kidnap, and if not that, then something else horrific! We have a complete lack of security, and security means everything. I lived in Iraq until 1981. There is no doubt that conditions for women were better then than they are now. Having said that, for the first time women now have the right ? not just the privilege ? to become decision- makers. For the first time we have a number of ministers, deputy ministers and under-secretaries ? women in all walks of life. No less than 25% of any future Iraqi parliament must consist of women. This is only a beginning. But it is a good beginning. Eventually it will become a culture. And the right women will emerge. At the moment it is only numbers, not necessarily quality. But it will become quality. This matters enormously to women throughout Iraq. I don?t know who told you otherwise: but it is wrong. We women are screaming as loud as we can to communicate with the international community ? so I think this must be some fault within the media. Let me tell you something ? I am proud to have played my part in this 25% gender requirement for the Iraqi parliament. Shall I tell you how it happened? openDemocracy: We?d love to hear about it. MD: It?s funny, but life is full of odd coincidences. Several people in the Governing Council came up with a draft constitution. I was living in the same neighbourhood as Dr Pachachi when he was assigned the task of pulling various documents together into what later became the Transitional Administrative Law. Dr Pachachi appointed two lawyers specializing in constitutions to work on it. One of them happened to be a cousin with whom I am close, Feisal Amin Istrabadi. At this time, women had been demanding 40% representation in the Iraqi parliament but no political party would look at it. So I said to Dr Pachachi, ?why don?t you take the opportunity to introduce a clause giving women 40% representation?? He brushed me off with a laugh, saying, ?What are you thinking of?? So I took the suggestion to my cousin, who said, ?Well, it ?s an idea??. I told him this was one of the recommendations in the UN?s Convention for the Elimination of Discrimination against Women (CEDAW), and he began to warm to the idea. He said, ?Dr Pachachi used to work for the UN and he remains very interested. Why don?t we look up that clause and show it to him?? So we looked it up on the internet and took a copy to Dr Pachachi who said, ?that?s interesting!? He wasn?t convinced, but he had a soft spot for anything to do with the UN, so he took it into the debating chamber. They all laughed it off ? including the women on the Council. And it was then that it suddenly became Dr Pachachi?s personal mission to secure a 25% clause in the Iraqi Constitution! All the Islamists were completely against it. But they were voted down. When it came to the current constitution in draft, the Islamists again tried to erase any clause guaranteeing the representation of women in parliament. This time, Islamist women who only arrived in the parliament thanks to the 25% clause we had introduced into the Transitional Administration, became advocates of the 25%. They refused to have anything less than the 25%. They had been totally against it: they now did a U-turn ? which is good! I don?t mind that ? all I care about is that they realize the value of this opportunity for themselves! Of course, I had been on the streets with other women demonstrating on this issue for months, lobbying people in parliament. But by accident, just this once, I was in the right place at the right time to push it into place. Of course there are reactionary women on the Governing Council, but this is not a static situation. Take someone like Dr Raja Khazai: she started off extremely conservative. Now she has become a liberal. Even Dr Salama Al-Khafaji who was very conservative is not any more. You can win them. They see the point. The more you discuss issues with them the better, because it is more natural for them in a way, more normal for women to take their rightful place. Once they get into this position ? they don?t want to let go. I am sure most of these women are less hardline than they were when they were appointed nine months ago. I do believe that women approach issues differently. As an architect in the UK I worked in the construction business rather a-typically as a woman, and I found I could get more done leading a team than most men. One had more patience, a different approach to problems. But what these women have not yet developed is a distinctive approach to the political process as such. You need more self-confidence to get to that stage. Eventually they will. It is also true that so far, we have not seen a movement within Islam to investigate the Qu?ran anew for democratic principles. However, I have one thesis that I often repeat: that achieving justice is achieving Islam, not the other way around. And people in Iraq readily relate to that. openDemocracy: How can women from other countries support you? MD: We found the support from women around the world in our fight against Resolution 137 invaluable. Women are a great power and influence on politics the world over, and on Iraqi politics at this time. Women?s support worldwide, once made really clear, as it was with regard to our Resolution 137, will, I believe, be taken into account. I hope they will keep up the pressure and help Iraqi women to achieve the decent way of life they deserve. It is very important that women outside Iraq should write, speak, lobby ? with us, against the regressive forces, and please note that I am not going to call them Islamist forces. openDemocracy: Why not? MD: Because some of the Islamists are very open-minded, I find. Some of them are more aware of women?s issues than many secular politicians. But it is important to make Iraqi women aware that they are not on their own, that they have support from around the world. That women outside Iraq can be vocal, and bring these issues to the attention of worldwide opinion, even if women inside Iraq are repressed and not allowed to do so ? this is an important assurance for us. On the 25% quota for women, an Islamist said to me, ?This doesn?t exist in the west. Why do you insist on this for us?? Even my current boss said that. So I said, ?Look, if we emulate the west, you say, why are you imitating them? And if we don?t, you say, why don?t you? Can you please make your minds up!? openDemocracy: Are women in the Iraqi Women?s Movement interested in what is happening to women in Afghanistan ? do they look to that situation at all? MD: Not at all, but they should. We managed to get five months? funding from DFID for this magazine of ours, and writers from abroad. In the last issue, we had an article by a Malaysian commentator. I found it so interesting to compare these two Muslim countries. I think they have a very progressive interpretation of Islam. Like anything else, you can interpret it regressively or progressively ? as with communism, or nationalism or liberalism. openDemocracy: In Iraq, do you see your experiment in governance as part of a movement towards democracy in the Middle East, given developments in Egypt and elsewhere? MD: I have followed events in Egypt: I am not sure if they are taking an ideal route to democracy. But I feel proud that Iraq has influenced women in the Gulf region. We now have women ministers in places like Oman and the United Arab Emirates: women in Kuwait are going to be allowed into the Parliament. For years they had been lobbying without any progress. Democracy is a process of education, of culture, of economic growth. You cannot have it overnight. It didn?t happen overnight in the west. We are working hard on that. I believe it will happen, but it will take some time and a lot of persuasive power. The women?s movement doesn?t carry guns. We do not have a militia or anything like that. We work on education and culture. Incidentally, a constitution is not the be all and end all. It is just ink on paper. It is the culture that matters. There is one more message I would like to give your readers and bloggers. It goes back to when we first raised the issue of a 25% quota, when everyone in the Governing Council was against us. Ambassador Paul Bremer was against us as well. The only person who stood by us then was the British Ambassador, Sir Jeremy Greenstock, along with the UN. He was widely respected, but his position was not the prevailing one at that time. Nevertheless, we won in the end! And I don?t think Iraqi women will ever allow this to be reversed. -- WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit e-mail: wadi.wien at gmx.at Tel.: 0699-11365509 Postfach 105 A-1181 Wien Spendenkonto in Österreich: Kontonummer 07.405.301 Evangelische Kreditgenossenschaft eG BLZ 31800 IBAN: AT10 3180 0000 0740 5301 BIC: EVKRATW1 Website mit weiteren Informationen zu Projekten von Wadi und Veranstaltungshinweisen: www.wadinet.at <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< LINKS/HINWEISE <<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 19 Presseausgabe Glocalist Nr.92 von: office at glocalist-review.com ================================================ Schwerpunkt Bolkensteinrichtlinien mkit Beiträgen von ver.di, GPA, feministAttac und Industriellen Vereinigung. _____ Glocalist Medien - Medien für Zivilgesellschaft und NGOs Eine andere Information ist möglich GLOCALIST Daily News - Tages-Online-Zeitung GLOCALIST Review - Digitale Wochenzeitschrift GLOCALIST Magazine - Monatliches Printmagazin Barmherzigengasse 17 - stiege 6 - top 1 A-1030 Wien t: 01/597 2001 f: 01/597 6855 m: 0699 11 88 16 43 e: office at glocalist-review.com ================================================ B) TERMINE ================================================ ======================== Montag http://www.mund.at/butt/Termine/November/2111.htm Dienstag http://www.mund.at/butt/Termine/November/2211.htm Mittwoch http://www.mund.at/butt/Termine/November/2311.htm ======================== ================================================ D) EDITORIAL ================================================ Für den Inhalt verantwortlich: Ihr. Medieninhaberinnen & Medieninhaber seid Ihr E-Mail-Adresse für Beiträge: widerstand at no-racism.net geschickt. widerst at nd MUND und alle Termine täglich aktualisiert im Web: http://www.no-racism.net/MUND Ziel von MUND (medienunabhängiger Nachrichtendienst) ist die unzensurierte und möglichst rasche Information über gesellschafts- politisch relevante Termine, Hinweise und Diskussionsbeiträge zu Widerstand und Antirassismus sowie verwandte Themen. sollen einen Titel, Namen und Emailadresse der/des AutorIn enthalten und möglichst kurz und prägnant gehalten sein, ev. mit Hinweis, wo weitere Informationen eingeholt werden können. Bitte keine Attachments! Die inhaltliche und sachliche Verantwortung liegt bei der/dem jeweiligen AutorIn bzw. jenen, die uns die Beiträge schicken. Der MUND wird von einzelnen TagesredakteurInnen zusammengestellt. Da Fehler nicht ausgeschlossen sind, bitten wir, nicht veröffentlichte Beiträge nochmals an widerstand at no-racism.net zu senden. Die Weiterleitung (auch auszugsweise) ist erwünscht. Beiträge mit rassistischen oder sexistischen Inhalten werden nicht veröffentlicht. Sehr persönliche Meldungen werden wir an den betreffenden Adressaten weiterleiten, aber nicht im MUND veröffentlichen. Die bisherigen Ausgaben sind unter http://www.no-racism.net/MUND archiviert. Terminankündigungen bitte nach folgender Vorlage: * Wann: Sonntag, 11.11.2001, 11:11 Uhr * * Was: Maskenball: Motto "Schwarzblau ist die Haselnuss" * * Wo: Villa Morgenrot, Grüner Anger 42, 2001 Wendendorf * * Kommentar: Anreise per Anhalter. Maskenzwang. Ende nie. Aber kurz und prägnant.* Die Rubrik "Redaktionelles" am Ende der Ausgabe ist u.a. eine Konsequenz aus der Notwendigkeit, sexistische, antisemitische und rassistische Beiträge nicht zu veröffentlichen, ohne jedoch stillschweigend Zensur zu üben. Hier wird - in anonymisierter Form - auf angehaltene Beiträge hingewiesen und eine kurze Begründung der Tagesredaktion für die Nichtaufnahme geliefert. (Weitere Gründe einen Beitrag nicht aufzunehmen sind z.B.: Attachments, kein erkennbarer Bezug zu den breit gestreuten Themen des MUND, Werbesendungen, sinnlose Kettenbriefe.) Die AbsenderInnen der betroffenen Beiträge werden hiervon informiert. Im Sinne einer "gläsernen Zensur" könnt ihr Euch die Beiträge gerne extra schicken lassen: Ein kurzes Mail an widerstand at no-racism.net genügt. ================================================ E) VERTEILERLISTE ================================================ Zur Eintragung in diesen Verteiler bitte direkt subskribieren unter http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/analle oder von der einzutragenden Adresse aus ein mail schicken an: admin at no-racism.net mit folgendem Text: subscribe no-racism Bitte wegen Automatisierung diesen Wortlaut verwenden! Zur Austragung aus dieser Liste bitte an zusammengestellt. Bitte keine Attachments! (werden nicht angenommen) Redaktionsschluss für diese Ausgabe: So, 20.00 Uhr III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III ü, ö, ä, ß, Ü, Ö, Ä III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III widerst at nd-MUND is powered by http://alt.strg.at/ ================================================ _______________________________________________ Analle mailing list Analle at no-racism.net http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/analle From analle at no-racism.net Tue Nov 22 07:45:38 2005 From: analle at no-racism.net (=?iso-8859-1?q?MUND=3A_medienunabh=E4ngiger_Nachrichtendienst?=) Date: Tue, 22 Nov 2005 07:45:38 +0100 Subject: MUND: Dienstag, 22.11.2005 Message-ID: <001d01c5ef30$5a37c440$4e046d50@chello.at> widerst at nd MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst www.no-racism.net/mund Dienstag, 22.11.2005 %%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%% In eigener Sache: zum beitrag: "Prozeß gegen Aktivisten des ArbeiterInnenstandpunkt" im gestrigen mund: ein aktivist des arbeiterInnenstandpunkt wird beschuldigt, eine frau dermassen zusammengeschlagen zu haben, dass sie notärztliche hilfe benötigte. für ihn gilt die unschuldsvermutung. sie gilt, weil solche delikte selbstverständlich vor bürgerlichen gerichten - andere haben wir nicht - verhandelt werden müssen; (vermeintliche) zugehörigkeit zur linken darf kein freibrief für schläger sein. der arbeiterInnenstandpunkt hingegen ist in politischer und ethischer hinsicht urteilsreif: wer auf eine solche anklage mit dieser mischung aus verhöhnung und wehleidiger täter-opfer- umkehr, politische verfolgung wähnend und spenden für prozesskosten einfordernd, reagiert, ist erledigt. dass darüber noch ein wort verloren werden muss, ist dem versehen geschuldet, durch das ein solcher beitrag in den MUND gelangen konnte: shit happens. es tut uns leid. cv, für die red %%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%% ================================================ A) INHALT ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN UND ANKÜNDIGUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 01 30.11.: Krieg an den Rändern Promedia ================================================== 02 18.12.: Urbaneks WEIHNACHTSSPÄSCHLfür Obdachlose GAMUEKL ================================================== 03 26.-28.1.06: Antirassistische Bildungsberatung Verein Maiz - Equal2 ================================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN UND KOMMENTARE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 04 Erfolg der Kunstauktion office at asyl-in-not.org ================================================== 05 Presseaussendung Infoladen Wels infoladen wels ================================================== 06 GLB/Reichtum/Steuerpolitik/Umverteilung "Gewerkschaftlicher Linksblock" ================================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< SOLIDARITÄT WELTWEIT ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 07 Im EU Anwärterland Türkei ein erneuter Skandal : Susurluk wird von der AKP fortgeführt HOC ================================================== 08 Bosnien: 10. Jahre nach Dayton - Teilung überwinden! "GFBV" ================================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< LINKS / VERWEISE / HINWEISE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 09 radio%attac "Gerhard GUTSCHI" ================================================== ================================================ B) TEXTE ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN UND ANKÜNDIGUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 01 30.11.: Krieg an den Rändern Promedia ================================================== Promedia Verlag, Verein für Geschichte und Sozialkunde, WISO, Grüne Bildungswerkstatt und Südwind Verlag laden zur Buchpräsentation mit anschließender Debatte: Joachim Becker/ Gerald Hödl/ Peter Steyrer (Hg.) KRIEG AN DEN RÄNDERN Imperialismus und Gewalt von Sarajevo bis Kuito Wann? Mittwoch, 30.11.2005 um 18 Uhr Wo? Österreichisches Institut für Internationale Politik, Operngasse 20 b, 1040 Wien Es diskutieren: Joachim Becker (WU-Wien) Walter Feichtinger (Landesverteidigungsakademie) Heinz Gärtner (Österreichisches Institut für Internationale Politik) Silvia Michal-Misak (Universität Wien) Anschließend wird zu einem Gläschen Wein geladen. Das Buch: Joachim Becker/ Gerald Hödl/ Peter Steyrer (Hg.) KRIEG AN DEN RÄNDERN Imperialismus und Gewalt von Sarajevo bis Kuito ISBN 3-85371-237-1, br., großes Format, 280 S., 24,90 Euro Reihe "Historische Sozialkunde" / Internationale Entwicklung Die Überwindung des "Kalten Krieges" hat den heißen Krieg zum Mittel für die Durchsetzung ökonomischer, politischer und kultureller Interessen werden lassen. An den Rändern der Welt ist daraus ein lang andauernder, ein permanenter Krieg geworden. Den AutorInnen des vorliegenden Bandes geht es um weit mehr als die Analyse der strukturellen Gewalt, die dem kapitalistischen Weltsystem inhärent ist. Es geht ihnen um manifeste, kollektive, (para)militärische, kurz: um die das beginnende 21. Jahrhundert prägende physische Gewalt und ihre Protagonisten. Diese soll sowohl in innerstaatlichen als auch in zwischenstaatlichen Konflikten analysiert werden. Die zentralen Fragestellungen entwickeln sich aus der Dialektik von militärischer und ökonomischer Macht, jeweils in sozio-ökonomischer und historischer Perspektive. Die AutorInnen fragen nach der Souveränität der Kriegsbeteiligten, verweisen auf Traditionslinien, die in die Zeit des Kolonialismus zurückreichen und zeigen komplexe Begründungszusammenhänge für die neue Gewalt auf. Geographisch spannt sich dabei der Themenbogen von der atomaren Drohgebärde im Konflikt zwischen Indien und Pakistan über die Destabilisierungskriege und ihre Erben in Angola/Mocambique bis zur Rolle Japans als Konkurrent oder Brückenkopf von US- Interventionen. Wir freuen uns auf Ihr Kommen Hannes Hofbauer, für den Verlag Promedia ================================================== 02 18.12.: Urbaneks WEIHNACHTSSPÄSCHLfür Obdachlose GAMUEKL ================================================== Alle Jahre wieder bittet das Wiener Kleinkunst-Original Christa Urbanek zum bereits legendären "WEIHNACHTSSPÄSCHL": einem kunterbunten, schrägen Adventabend mit Überraschungsgästen aus Kleinkunst & Theater & Musik. Heuer am 18. 12. 05 (ab 18h) im AERA: 1010 Wien; Gonzagagasse 11 Karten: Tel. 533 53 14 oder lokal-theater at aera.at Der Eintrittspreis wird erwürfelt, der Reingewinn kommt wie jedes Jahr der "Aktion Schlafsack" für Obdachlose zugute So umfangreich und prominent besetzt wie heuer las sich die Liste der Mitwirkenden noch nie: Ursula Baumgartl, André Blau, Eva Dité, Sü-vaal & Paul Reschenhofer (Das Halbe Quartett) El Awadalla, Elvis & Marylin, Gonzo & Qualle, Natascha Gundacker (alias Agathe Nothnagel), Stefan Haider (Gewinner des Kleinkunstnagels 2005), Pepi Hopf, Fredi Jirkal, Edith Leyrer, Ludwig Müller, Gabi Rahnama, Ellis Rotter, Michael Schuller, Mike Supancic, Gerti Tröbinger, Richard Weihs & Claus Tieber, Hubert Wolf & Bruno Reininger, Christa Urbanek, ZAPPA & The Wild Irish Lassies ================================================== 03 26.-28.1.06: Antirassistische Bildungsberatung Verein Maiz - Equal2 ================================================== Liebe KollegInnen, Wir laden Sie ein, bei dem maiz-Lehrgang "politischer Antirassismus in der Bildungsberatung" teilzunehmen und sich mit uns über Verbesserungsmöglichkeiten in der Bildungsberatung für MigrantInnen auszutauschen. Mit herzlichen Grüßen, Marissa Lobo, Ariane Sadjed, Rubia Salgado, Marion Stöger Empica - Lehrgang "Politischer Antirassismus in der Bildungsberatung" Inhaltlicher Schwerpunkt der Arbeit von empica ist die Bereicherung klassischer Bildungsberatungskonzepte in Theorie und Praxis durch die Perspektive des politischen Antirassismus und der feministischen Bildungsarbeit. Aktivitäten des Verein maiz durchgeführten Moduls sind die Entwicklung eines Curriculums zu Antirassistischer Bildungsberatung und dessen Erprobung und Evaluierung innerhalb von zwei Fortbildungslehrgängen. In den Lehrgängen sollen in Auseinandersetzung mit individuellen Lebensperspektiven von Migrantinnen ihre spezifischen Erfahrungen und Kompetenzen in die Bildungsberatungsangebote einfließen. Während vier dreitägiger Workshops können sich die Teilnehmerinnen in Diskussion mit ExpertInnen in den Bereichen sozialer und antirassistischer Kompetenz weiterbilden. Durch Reflexion der eigenen Beratungspraxis im Spannungsfeld von gesellschafts- und arbeitsmarktpolitischen Rahmenbedingungen werden Strategien entwickelt, die eine Erweiterung der Möglichkeiten zur Selbstbestimmung von Migrantinnen am Arbeitsmarkt fördern. Zielgruppen des Lehrgangs - MitarbeiterInnen von Selbstorganisationen aus ganz Österreich, - aktive und arbeitssuchende TrainerInnen in Bildungsmaßnahmen für MigrantInnen und BildungsberaterInnen, - sowie arbeitssuchende MigrantInnen mit Interesse an einer Tätigkeit im Bereich der Bildungsberatung. Termine 2006 26. - 28. Jänner / 2. - 4. März / 30. März - 1. April / 27. - 29. April jeweils Do 14-18h / Fr 9-18h / Sa 10-18h Ort und Anmeldung Verein maiz, 4020 Linz, Klammstraße 3, 2. Stock Tel.: 070-890077 / e-mail: rasmigras at maiz.at www.maiz.at / work-in-process.at Die Kurse und begleitende Kinderbetreuung sind kostenlos. Verpflegung und Übernachtung müssen von den TeilnehmerInnen selbst finanziert werden, für die Organisation bieten die Mitarbeiterinnen ihre Unterstützung an. ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN UND KOMMENTARE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 04 Erfolg der Kunstauktion office at asyl-in-not.org ================================================== Erfolg der Kunstauktion 60.000.- Euro für Asyl in Not Unsere heurige Auktion im Semperdepot hat einen Erlös von rund 60.000.- Euro für Asyl in Not gebracht. Sie hat darüber hinaus ein geradezu unglaubliches Echo in den Medien gefunden und war ein schöner Erfolg, unsere Besucher haben sich offensichtlich wohlgefühlt, haben das Buffet genossen und auch fleißig geboten. Trotzdem sind noch etliche Werke übriggeblieben, darunter erstaunlicherweise sogar das eine oder andere Highlight unseres Kataloges. Diese Werke sind auf der Homepage www.kunstasyl.at zu sehen. Sie werden auch heute abend (Montag 21.11., 22.30 Uhr) noch einmal in der ORF-Sendung "Treffpunkt Kultur" präsentiert. Sie können diese Werke bis Ende November noch zum Rufpreis erwerben; ein E-Mail an office at kunstasyl.at genügt. Wir danken allen Künstlerinnen und Künstlern, die uns auch diesmal wieder so großzügig unterstützt haben. Ebenso herzlich danken wir Andrea Jungmann (Sotheby's), die die Versteigerung souverän wie immer durchführte. Auch diesmal haben wir uns gegen massiven Konkurrenzdruck behauptet. Unsere weitere Arbeit ist damit gesichert; aber die Lage bleibt prekär. Insbesondere die geänderte Lage unter dem Asyl- und Fremdenrechtspaket, das am 1. Jänner 2006 in Kraft tritt, wird uns vor neue, vermehrte Anforderungen stellen. Wir bitten daher unsere Spenderinnen und Spender auch weiterhin um ihre Unterstützung: Spendenkonto Asyl in Not, P.S.K., Kontonummer 92.034.400 Währingerstraße 59 1090 Wien Tel.: 408 42 10-15, 0676 - 63 64 371 www.asyl-in-not.org ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Asyl in Not, Währingerstraße 59, A-1090 Wien Telefon +43/1/408 42 10, Fax +43/1/405 28 88 mailto:office at asyl-in-not.org http://asyl-in-not.org ================================================== 05 Presseaussendung Infoladen Wels infoladen wels ================================================== Am 25. November 2005 soll im Welser Lokal "Fred Sega" ein "Black- Metal"-Konzert stattfinden, bei dem u. a. die Musikgruppen "Stormnatt" und "Urgehal" auftreten sollen. Beide Bands fallen durch ihr Naheverhältnis zu rechtsextremen Musikfirmen oder -gruppen auf. Dieses Konzert ist nur ein Aspekt eines aktuellen Trends in einem Teil der Black-Metal-Subkultur. In den letzten Monaten fanden mehrere Black-Metal-Festivals statt, bei denen rechtsextreme Musikgruppen oder Gruppen, die solchen Bands oder Musikversänden und -labels sehr nahe stehen, mehr oder weniger ungestört auftreten konnten. So fand am 02. September in Graz das "Dunkelheit Festival" statt, bei dem u. a. die Band "Gosforth" auftrat, die den Holocaust als guten Weg "um Abschaum zu eliminieren" bezeichneten. In Innsbruck konnte vom 14. bis 15. Oktober das "Misanthropic- Violence-Festival" mit mehreren rechtsextremen Bands völlig ungehindert über die Bühne gehen. Informationen zu den auftretenden Musikgruppen: STORMNATT Diese österreichische Musikgruppe sollte am 20. März 2004 bei einem Konzert im Wiener Lokal "Zu-Ga-Be" gemeinsam mit der deutschen NSBM("National-Socialist-Black-Metal)-Band "Absurd" auftreten. Das Konzert fand offensichtlich nicht statt - stattdessen fand der Auftritt von "Stormnatt" und "Absurd" eine Woche später im Wiener Lokal "Weberknecht" mit einer weiteren NSBM-Band namens "Totenburg" statt (1). Ein Black-Metal-Festival in Graz Anfang September 2005 ("Dunkelheit-Festival"), das für großes mediales Aufsehen sorgte, weil einige rechtsextreme Bands wie "Nachtfalke" oder "Gosforth" auftreten sollten, wurde auf der Homepage von "Stormnatt" mit "next Holocaust" angekuendigt (2). Ihren Tontraeger "Funeral Apocalypse" (Kassettenversion) haben "Stormnatt" bei "Total Holocaust Records" produziert, eine Firma, die auf Ihrer Seite bis vor kurzem noch unzaehlige Tontraeger von Musikgruppen mit Namen wie "Aryan Blood" ("Arisches Blut"), "Aryan Wind" ("Arischer Wind"), etc. vertrieb. Die Seite wurde inzwischen abgeändert. Aktuell können Tonträger von NSBM-Bands wie zB "Ad Hominem" oder "Moontower" bestellt werden (3). Der "Stormnatt"-Tontraeger "Ressurection Ov the Kult" wurde bei dem Plattenlabel "Eichenlaub Propaganda" produziert. Auf deren Seite wurde man bis vor kurzem noch mit den Worten "E-mails from Frogce, Jewsa & united komndom will be not answered" begruesst. Im Programm von "Eichenlaub Propaganda" findet sich auch eine Musikkassette mit dem Namen "Endloesung" mit Liedern von Bands wie "Absurd", "Der Stuermer", "Antisemitex" etc. Die NSBM-Band "Schwarze Sonne" produzierte ihren Tonträger "Gaskammer" mit Liedern wie "Heil dem Reich", "Hakenkreuz" oder "Blut und Ehre" ebenfalls bei diesem Label (4). In einem rassistischen Internetforum werden "Stormnatt" als großartige Band gelobt. Auch auf der neonazistischen Homepage der "paganfront" wird für einen Tonträger dieser Band geworben (5). 1) http://nordulf.darkthrone.at/html/events.htm, 21.10.2005 http://darkscene.at/forum.php?thread?7 , abgerufen am 26.07.2005 http://www.funeralapocalypse.com/, abgerufen am 25.07.2005 2) http://www.blackmetal.at/stormnatt/index2.html, abgerufen am 26.07.2005 3) http://web.telia.com/~u31224308/thr/distro.html, 31.10.2005 und 26.07.2005 4) http://members.chello.nl/heidenshart/elp/eichenlaub.html, abgerufen am 26.07.2005 http://members.chello.nl/heidenshart/cultusdisco.htm, abgerufen am 26.07.2005 http://www.chaosempire.ru/mpp/tape.html, 31.10.2005 5) http://www.freeyourmindproductions.com/forum/showthread.php?t?1&page=2, 31.10.2005 http://www.thepaganfront.com/stellarwinter/kase6.html, 31.10.2005 URGEHAL Auf dem Tonträger "Massive Terrestrial Strike" (produziert 1998) findet sich ein Lied mit dem Titel "The Satumine Denomination". Ein Auszug daraus: "...Wipe the jewish mess Fucking zionist disciples Semite rabid rabbi I exceed excessive pain for you..." Frei übersetzt: "... Lösche die jüdische Verschmutzung - zionistische Jünger - semitischer wütender Rabbi - ich übersteige exzessiven Schmerz für dich..." Dieser Tonträger wurde bei dem Label "No Colours Records" produziert, das eine wichtige Größe im NSBM ist (6) Der Sänger ("Trondr Nefas") und Schlagzeuger ("Uruz") von "Urgehal" spielen auch in der Band "Vulture Lord". Auf deren Tonträger "Profane Prayer" finden sich Lieder wie "The final solution" oder "Prelude to the second Holocaust". Der Tonträger "Desire for the Dead" von "Vulture Lord" zeigt auf seinem Cover drei nackte und enthauptete Frauenleichen (7). 6) http://www.metal-archives.com/viewlyrics.php?id023 http://www.metal-archives.com/release.php?id475 http://www.turnitdown.de/152.html, 7) http://www.metal-archives.com/band.php?idC12 http://www.metal-archives.com/band.php?id?01 http://www.metal-archives.com/release.php?id2645 ------------- Kulturverein Infoladen Wels Spitalhof 3 4600 Wels Email: infoladen-wels at liwest.at http://www.metal-archives.com/release.php?id662 (alle abgerufen am 31.10.2005) ================================================== 06 GLB/Reichtum/Steuerpolitik/Umverteilung "Gewerkschaftlicher Linksblock" ================================================== Pressedienst des Gewerkschaftlichen Linksblocks (GLB), Apostelgasse 36/12, A-1030 Wien - Telefon +43 1 718 26 23-0 - Fax +43 1 718 26 23-30 - Mail glb at aon.at - Web www.glb.at - Ausgabe vom 21. November 2005 Breites Betätigungsfeld für eine Reichensteuer vorhanden Steuerpolitische Umverteilung ist unumgänglich Den Hinweis der Armutskonferenz, dass das oberste eine Prozent der ÖsterreicherInnen - darunter 63.000 Euro-Millionäre - 34 Prozent des Gesamtvermögens und die obersten zehn Prozent zwei Drittel des Gesamtvermögens besitzen sieht die Fraktion Gewerkschaftlicher Linksblock im ÖGB (GLB) als neuerliche Bestätigung der Forderung nach einer immer dringlicheren steuerpolitischen Umverteilung. "Kapital und Vermögen flüchten immer stärker aus der Steuerpflicht", kritisiert GLB-Bundesvorsitzende Karin Antlanger: Während 42 Prozent der Steuereinnahmen aus Umsatz- und Verbrauchssteuern und 30 Prozent aus der Lohnsteuer kommen, tragen Einkommens-, Körperschafts- und Kapitalertragssteuer nur magere 16 Prozent zum Steueraufkommen bei. Jene 90 Prozent die nur ein Drittel des Vermögens besitzt, müssen also für über 70 Prozent der Steuern aufkommen. Geringe Einkommen sind durch die indirekten Massensteuern besonders betroffen. Seit dem Jahre 2000 wuchs die Steuerbelastung pro Haushalt durchschnittlich um 466 Euro. Die Umverteilung zulasten der Lohnabhängigen drückt auch das Sinken der bereinigten Lohnquote von 1981 bis 2003 von 71 auf 59 Prozent aus. Im Zusammenhang mit der aktuellen Debatte über eine "Reichensteuer" gibt es also nicht nur dringenden Handlungsbedarf, sondern auch ein breites Betätigungsfeld für die Politik. Die Lohnsteuerstatistik 2003 weist 132.619 Personen mit einem Einkommen von mehr als 70.000 Euro pro Jahr aus. Für diese Gruppe wäre eine Anhebung des Spitzensteuersatzes von derzeit 50 auf 60 Prozent - wie etwa in Skandinavien üblich - voll angemessen. Der GLB fordert die Abschaffung der Steuerprivilegien der 2.542 Privatstiftungen (Stand Oktober 2004), in denen geschätzte 55 Milliarden Euro steuerschonend geparkt sind. Zinseinkünfte sollten progressiv mit der Einkommensteuer besteuert werden anstatt nivellierend mit einer 25-prozentigen Kapitalertragssteuer. Weiters sieht der GLB die Wiedereinführung der Vermögenssteuer, die Anhebung der Körperschaftssteuer und eine konsequente Eintreibung der Steuerschulden als notwendig an. Die von SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer in die Debatte eingebrachte Einhebung von Sozialversicherungsabgaben für Mieteinnahmen sieht der GLB ebenso als Ablenkungsmanöver vom Kern der Sache wie die von Ex-Finanzminister Ferdinand Lacina andiskutierte Erhöhung der Grundsteuer und Anhebung der Höchstbeitragsgrundlage. Ex-Finanzminister Lacina hatte die Einführung der Privatstiftungen und die Abschaffung der Vermögenssteuer 1994 mit der Aussage "Ich kann dem Primitivargument, die Reichen sollen mehr zahlen, nichts abgewinnen" begründet. Seine jetzt in den "OÖN" neuerlich bekräftigte Absage an eine höhere Besteuerung der Reichen macht deutlich, dass auch von der SPÖ keine andere Steuerpolitik zu erwarten ist: "Ohne eine grundlegende steuerpolitische Umverteilung kann aber weder die Zerstörung des Sozialstaates verhindert werden, noch wird es mit einer solchen Politik einen wirtschaftlichen Aufschwung geben", so Antlanger abschließend. ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< SOLIDARITÄT WELTWEIT ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 07 Im EU Anwärterland Türkei ein erneuter Skandal : Susurluk wird von der AKP fortgeführt HOC ================================================== -In Semdinli wurden sie inflagranti erwischt- Unsere Bevölkerung wird seit Jahrzehnten mit der Lüge der Demokratisierung reingelegt! In der Türkei sind Lügen, Demagogien und Zensur an der Tagesordnung; trotzdem kommt die Wahrheit ans Licht. Es kommt ans Licht, denn Repressionen und Ausbeutung halten unvermindert an. Eine Bombe, die am 9. November in einem Vorort von Hakkari, Semdinli explodierte, hat Susurluk (*) erneut an die Tagesordnung gebracht. Und im selben Augenblick, wo der Fall offenkundig wurde, begann man den Vorfall zu vertuschen. Der Vorfall in Semdinli ist kein neuer "Susurlukvorfall". Auch nicht der zweite, dritte, fünfte Susurlukvorfall. Der Vorfall in Semdinli stellt nur die Kontinuität von Susurluk unter Beweis. Jenes Susurluk, was vor 9 Jahren zum Vorschein kam, aber vertuscht wurde. Die Vorfälle in Semdinli haben gezeigt, dass jene die sagten, Susurluk würde anhalten Recht behielten. Die Beteuerungen, dass in der Türkei eine Demokratierung stattfindet, der Staat sich verändert hat, die Zusammensetzung des Nationalen Sicherheitrates zivil werde, hat sich als eine einzige Lüge entpuppt. Das sind die Tatsachen, die uns bekannt sind. Was haben sie sonst getan oder tun es noch? In Semdinli wurde eine Arbeitsstätte eines Patrioten bombadiert. Danach wurden die Kontra-Guerilla Mitglieder vom Volk gefasst. Im Dienstausweis der Mitglieder der Kontraguerilla stand, sie gehörten der türkischen Armee an. Ihr Auto hatten sie von der Polizei mit einem gefälschten Kennzeichen der Gendarmerie. Im Auto befanden sich Waffen, Bomben, die Skizze der Stadt und das wichtigste: Eine Liste. Das war eine Namensliste, wo die Namen und die vor 10 Tagen bombadierten Arbeitsstätten der kurdischen Patrioten aufgeführt wurden. Diese waren mit einem Rotstift durchgestrichen. Damit nicht genug: Weil das Auto von der Bevölkerung aufgedeckt wurde, musste der Staatsanwalt in Begleitung eines Abgeordneten, Untersuchungen anstellen. Aber die Kontraguerilla ist dermaßen unverfroren, dass sie während den Untersuchungen auf den Staatsanwalt, den Abgeordneten und die versammelte Masse Schüsse abgefeuert hat. Es waren ebenfalls Staatsbeamte, die geschossen haben. Bei diesem Angriff wurde jemand aus der Bevölkerung ermordet. Alles weist darauf hin, dass der vor 9 Jahren zum Vorschein getretene Mechanismus anhält. Die aus Polizei, JITEM (Einheit der Armee) und MIT (Geheimdienst) bestehende Gang, führt unter dem Schutzmantel der Regierung und des Staates den Kampf und die Massaker gegen die Bevölkerung fort. Nun möchte die AKP Regierung die "Vorfälle aufklären". Und was wäre gewesen, wenn die Bevölkerung die Mitglieder der Kontraguerilla nicht gefasst hätte? In den letzten 1,5 Monaten fanden an diesem Ort weitere 15 Bombenangriffe statt. Die AKP-Regierung hat nicht einen einzigen Vorfall untersucht. Wahrscheinlich wäre auch das wieder vertuscht worden, man hätte es auf die "Terroristen" geschoben. Sämtliche Susurluk-Mechanismen waren im Gang. Finden die ganzen Lynch-Versuche der letzten 7 Monate etwa spontan statt? Mitnichten, sie werden vom selben Mechanismus organisiert. Die Lynchversuche wurden von der AKP-Regierung nicht angeprangert. Im Gegenteil der Bürgermeister und ein Abgeordneter haben es verteidigt, riefen geradezu zum Lynchen auf. Susurluk geht im Wissen der AKP-Regierung weiter. Der Generalstab und die Polizei stehen unter der Führung und Verantwortung der AKP-Regierung. Die Angriffe der Kontraguerilla gegen die Bevölkerung stören die AKP nicht im geringsten. Aus diesem Grund konnte kein einziger Vorfall vom Verschwindenlassen, Excekution, Sabotage und Lynchversuch aufgeklärt werden. Es wurde auch nicht der geringste Versuch unternommen. Die AKP muss die Rechenschaft dafür geben. Die AKP-Regierung trägt die Verantwortung. Eine Regierung, die nicht in diese Ereignisse verstrickt ist, weist es ab und gibt die Täter bekannt. Obwohl diese Ereignisse seit 3 Jahren anhalten, fand eine derartige Abweisung seitens der AKP-Regierung nicht statt. Denn die AKP führt die Angriffspolitik an, ist darin verwickelt. Wer aufgrund der Integrationsgesetze mit der EU in die AKP Hoffnungen setze, von ihr große Aufgaben und Attribute erwartete, sollte eines Besseren belehrt werden. Die AKP-Regierung unterscheidet sich in keinem Maße von der Ciller-Regierung, welche die Kontraguerilla-Angriffe am Anfang der ´90´er Jahre ankurbelte. Es sollte nicht vergessen werden, dass es keinen Unterschied gibt zwischen den EU-Integrationsgesetzen und der Grenzunion der Ciller-Regierung und anderen Forderungen der Europäischen Union. Wenn der Staat nicht richtig beurteilt werden kann, wird dieser Irrtum anhalten. Wer die EU als "Maßstab" nimmt, sollte die Frage stellen, "in welchem Punkt von Susurluk befindet sich die EU"? Es gibt nichts worin sich die EU in der Türkei nicht einmischt. Aber über SUSURLUK wurde nicht eine einzige Frage gestellt. Es ist wohl jedermann bewusst, dass es in einem Land keine Demokratie geben kann, wenn Susurluk anhält. Natürlich wissen die EU Vertreter darüber Bescheid. Aber sie lassen Susurluk außen vor. Denn sie wissen zu gut, dass die Oligarchie und der Imperialismus ohne den Susurluk-Staat ihr Ausbeutungsystem nicht aufrecht erhalten können. Wir richten uns an unsere Bevölkerung! Als sich der Vorfall in Susurluk vor 9 Jahren ereigneten, waren wir ganz und gar nicht eins mit der Meinung: "es wird nie wieder so sein wie früher, die Kontraguerilla wird aufgelöst". Wir erwiderten: Susurluk ist der Staat, dieses System kann Susurluk nicht lösen". Damals verkündeten die Regierungsbevollmächtigten, sie würden vorgehen bis zum geht nicht mehr. Wir sagten, dass es nicht geht ­ und behielten Recht. Ein paar von der Spezialeinheit wurden wegen der Ermordung eines Casinobesitzers verhaftet. Und der Rest wurde unterm Teppich gekehrt. Seit 9 Jahren konnte es keine Regierung durchziehen. Auch die AKP wird es nicht durchziehen können. Denn ähnlich wie in Semdinli werden die Kontraguerilla-Angriffe und Lynch-Angriffe von der Regierungsspitze entschieden. Mehmet Agar hat es ganz offen zugegeben, dass sie tausende Operationen durchgeführt haben und alle Entscheidungen an der Staatsspitze getroffen werden. Es hat schon seinen Grund, dass die Kontraguerilla-Mitglieder in Semdinli, weder das Polizeipräsidium, dem sie eingentlich untergeordnet sind, noch die Kommandatur der Gendarmerie, noch die Minister oder jemanden von der Regierung um Hilfe baten, sondern Mehmet Agar. Mehmet Agar hat in letzter Zeit wirklich viele Interviews gegeben. Aber kein(e) einzige Journalist(in) fragte, "warum wurden Sie angerufen, haben alle Mitglieder der Spezialeinheit ihre Nummer, wenn ja warum"? Diese Fragen können nicht gestellt werden. Denn danach muss der unangenehmen Frage nachgegangen werden, warum der Staat sich aus dem Rahmen des "Legalen" bewegt. Es würde die Realität des faschistischen Staates offenbaren, dass sich um die nicht routinemäßigen Arbeiten kümmert. Das wollen sie verheimlichen. Aus diesem Grund leitet die AKP keinen Ermittlungsverfahren ein gegen die Angriffe auf das Volk. Und wenn die Kontraguerilla- Mitglieder nicht gefasst worden wären, hätten sie wieder keinen Ermittlungsverfahren eingeleitet. Der Generalstab bezeichnete ein Teil der Bevölkerung als "sogenannte Bürger" und seit diesem Tag finden Angriffe statt auf die "sogenannten Bürger". Diese Bezeichnung des Generalstabes fand von seiten der AKP keine Erwiderung. Denn die AKP ist derselben Meinung. Aus diesem Grund verteidigen sie die Schläge der Polizei auf die DemonstrantInnen und die Lynchangriffe. Wer für Demokratie ist, sollte auf die Floskel, dass dieser Vorfall der Justiz übergeben wurde, nichts geben. Diese Phrasen sollen nur die Wahrheit vertuschen. Dabei ist alles offensichtlich. Wenn man sich den Fall von Susurluk anschaut, ist leicht zu erkennen, dass Semdinli nicht von ein paar Mitgliedern der Spezialeinheit oder PolitikerInnen und Generälen durchgeführt wurde oder einer gewissen Zeit angehört. Susurluk ist der Staat. Susurluk ist die Freiheit des Staates zu morden, zu bombadieren, verschwinden zu lassen und zu lynchen. Wenn wir gegen solch einen Staat sind, wenn wir einen Staat wollen, der im Dienste und unter der Kontrolle des Staates arbeitet, muss zuerst der Susurluk-Staat abgeschaffen werden. Haklar ve Özgürlükler Cephesi Front für Rechte und Freiheiten (*) In Susurluk ereignete sich 1996 ein Autounfall. Ein Mercedes stieß auf einen LKW. Im Mercedes befanden sich ein Abgeordneter, ein steckbrieflich gesuchter Mafia-Boss, ein Polizeipräsident und die Ex-Miss Turkey. Dieser Unfall war beispielhaft für die Korruption im Staat. ================================================== 08 Bosnien: 10. Jahre nach Dayton - Teilung überwinden! "GFBV" ================================================== GESELLSCHAFT FÜR BEDROHTE VÖLKER PRESSEMITTEILUNG Göttingen/Washington/Wien, den 21.11.2005 10. Jahrestag der Einigung über das Friedensabkommen von Dayton (21. November 1995) - Teilung Bosnien-Herzegowina überwinden! Gesellschaft für bedrohte Völker fordert Verfassungsreform Anlässlich des 10. Jahrestages der Einigung über das Friedensabkommen von Dayton (21.November 2005) fordern 102 bosnische Institutionen und Organisationen unter Schirmherrschaft der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) International eine Reform der darin festgeschriebenen bosnischen Verfassung, um die Teilung Bosnien-Herzegowinas zu überwinden. Die Organisationen und Institutionen richtete einen Forderungskatalog an die Konferenz "Über Dayton hinaus", die unter anderem auf Initiative des US-amerikanischen Institutes für Frieden (United States Institute of Peace) am kommenden Montag in Washington beginnt. Daran teilnehmen werden Vertreter aller Fraktionen des bosnischen Parlaments, der Hohe Repräsentant für Bosnien-Herzegowina, Vertreter der US-Regierung, der Europäischen Union - auch der deutschen Bundesregierung - und der Nato. Das Treffen in Washington ist die Fortsetzung einer dreitägigen Diskussion mit den Vorsitzenden der bosnischen Parlamentsparteien, die am vergangenen Montag in Brüssel ergebnislos zu Ende ging. Die Verhandlungen zum umstrittenen Friedensabkommen von Dayton mit dem US-amerikanischen Chefunterhändler Richard Holbrooke, dem serbischen Präsidenten Slobodan Milosevic, dem kroatischen Präsidenten Franjo Tudjman und dem bosnisch-herzegowinischen Präsidenten Alija Izetbegovic fanden vom 01. bis 21. November 1995 statt. Damals wurde Bosnien-Herzegowina geteilt. Für Nachfragen und Interviews stehen der Präsident der GfbV International, Tilman Zülch, unter Tel. + 0151 153 09 888 und die Direktorin der bosnischen Sektion der GfbV unter Tel. 00 387 33 213 707 zur Verfügung. Erklärung der Gesellschaft für bedrohte Völker, Sektion Bosnien- Herzegowina und von 102 bosnischen Vereinigungen zur Washingtoner Konferenz "Über Dayton hinaus" (Beyond Dayton, The Balkans and Euro Atlantic Integration) am 21. November 2005 Wir danken für die erfolgreichen amerikanischen Friedensinitiativen 1993 und 1995. Die meisten europäischen Staaten haben während des Bosnienkrieges versagt. Das Friedensabkommen von Dayton hat zwar den Krieg, jedoch nicht die Politik der ethnischen Säuberung und der Vertreibung beendet. Die Ergebnisse von Genozid, ethnischer Säuberung und Massenvertreibung wurden de facto zementiert. Die Reformen des Daytonabkommens dürfen nicht ohne die Beteiligung der Opfer aller ethnischen und religiösen Gemeinschaften von Krieg, und Vertreibung beschlossen und verabschiedet werden. Wir richten den folgenden Aufruf an den Präsidenten und die Regierung der Vereinigten Staaten, an die Regierungen der 25 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, an das Europäische Parlament, an den Europarat, sowie an die Vereinten Nationen: Wir fordern Sie alle auf, dass Sie ohne Zögern jene Kräfte unterstützen, die sich im folgenden Sinn für die Erneuerung der Verfassung Bosnien-Herzegowinas einsetzen. Mit dieser Verfassungsänderung wird Bosnien Herzegowina endlich zu einem lebensfähigen Staat und Mitglied aller europäisch-atlantischen Strukturen. 1.) Mit dem Daytoner Vertrag wurden zwei willkürliche Entitäten geschaffen, nämlich die so genannte "Republika Srpska" und die so genannte "Bosnisch-Kroatische Föderation". Beide Teilstaaten müssen aufgelöst werden. Denn diese hat es in der Jahrhunderte alten Geschichte Bosnien-Herzegowinas nie gegeben. Aus den von Radovan Karadzic und Ratko Mladic eroberten Regionen, der Hälfte des Territoriums, entstand die sogenannte "Republika Srpska", die bis heute mehrheitlich von den Parteien der Kriegsverbrecher regiert wird. Bisher sind nur fünf bis acht Prozent der 1992-1995 aus der so genannten "Republik Srpska" vertriebenen nichtserbischen Hälfte der Bevölkerung zurückgekehrt. Alle Angaben internationaler Institutionen, des UNHCR und des Hohen Repräsentanten für Bosnien- Herzegowina über die Rückkehr von einer Million Flüchtlingen entstellen die Realität. 2.) Bosnien-Herzegowina muss zukünftig als demokratische, freiheitliche rechtsstaatliche Republik organisiert werden, bestehend aus Kantonen und Gemeinden mit einem Selbstverwaltungssystem. Dieses System muss sich an europäischen und nordamerikanischen Standards orientieren und in die Verfassung aufgenommen werden. 3.) Bosnien-Herzegowina muss nach demokratischen Prinzipien auf Gleichberechtigung aller seiner Bürger, gleich welcher religiöser Überzeugung oder ethnischer Zugehörigkeit, beruhen. 4.) Das diskriminierende bisherige Wahlgesetz muss geändert werden, damit die Gleichberechtigung aller seiner Bürger garantiert ist. 5.) Die bis heute geteilte Hauptstadt der Republik Bosnien- Herzegowina Sarajevo sollte wieder zusammengefügt und als ein gemeinsamer Hauptstadtdistrikt strukturiert werden. 6.) Die neue Verfassung muss der Gemeinde Srebrenica einen besonderen politischen und wirtschaftlichen Status garantieren. Die ehemalige UN- Schutzzone gilt heute als Schauplatz des furchtbarsten Massenmordes der europäischen Geschichte seit dem Holocaust. Die neue bosnische Verfassung muss deshalb deutlich die Besonderheit des Gebietes der Gemeinde Srebrenica definieren und somit vor aller Welt demonstrieren, dass die Überlebenden des Genozids beschützt und ihre Stadt mit den zugehörigen 59 Dörfern wiederaufgebaut und entwickelt werden. 7.) Sollten die in der serbisch kontrollierten Hälfte Bosniens dominierenden Gefolgsleute von Radovan Karadzic Bosnien- Herzegowina diesen Weg in die Zukunft versperren, muss die Daytonverfassung aufgehoben und die Verfassung der demokratischen Republik Bosnien- Herzegowinas von 1991 wieder eingeführt werden. Liste der Unterzeichner Kongressrat der Bosniakischen Intellektuellen (Sarajevo) - Institut zur Erfassung von Kriegsverbrechen (Sarajevo) - Serbischer Bürgerrat (Sarajevo) - Serbischer Bürgerrat (Tuzla) - Serbischer Bürgerrat (Zenica) - David Kamphi (Mitglied der Jüdischen Gemeinde Sarajevo) - Zoran Mandelbaum (für die Jüdische Gemeinde Mostar) - Serbischer Bürgerrat (Mostar) - Serbische Demokratische Initiative (Sarajevo) - Kroatischer Volksrat (Sarajevo) - Kulturverein "Krug 99" (Sarajevo) - Stiftung "Gerechtigkeit für Bosnien und Herzergowina" (Sarajevo) - Bürgerverein "Obrazovanje gradi BiH" (Bildung baut BiH auf) (Sarajevo) - Jüdische Gemeinde (Sarajevo) - Jüdische Gemeinde (Mostar) - Verein "HELP" (Sarajevo) - "Frauen - Opfer des Krieges" (Sarajevo) - "Srebrenica-Mütter" (Srebrenica) - "Bewegung der Mütter aus den Enklaven Srebrenica und Zepa" (Sarajevo) - "Frauen aus Srebrenica" (Tuzla) - "Srebrenica 99" (Srebrenica und Tuzla) - "Amica" (Srebrenica) - "Sara" (Srebrenica) - Bürgerverein "Drina" (Srebrenica) - Frauenverein "Bosfam" (Srebrenica) - Lagerinsassenverband BiH (Sarajevo) - Sektion der ehemaligen weiblichen Lagerinsassen beim Lagerinsassenverband, Kanton Sarajevo (Sarajevo) - Kulturverein "Preporod" (Sarajevo) - Frauenverein "Zar" (Sarajevo) - "Demokratischer Rat der Bosniakien" (Bijeljina) - Verein der Familien der Vermissten "Mostovi" (Bosanska Krupa) - "Verein für die Suche nach Vermissten" (Brcko) - "Lagerinsassenverein" (Brcko) - "Verein der Familien der gefangenen und vermissten Personen aus der Gemeinde Prozor" (Prozor) - "Verein der Familien von Opfern und Vermissten" (Kladanj) - "Verein der Familien von Opfern und Vermissten" (Kljuc) - "Verein der Familien der Gefangenen und Vermissten aus dem Herzogowina-Neretva Kanton" (Mostar) - "Vermisstenverein" (Mostar) - "Nationalassoziation der Intellektuellen - BiH" (Sarajevo) - Bürgerverein "Terra" (Sarajevo) - Frauenverein "Mak-Bosanka" (Sarajevo) - Bürgerverein "Zivilinitiative" (Banja Luka) - Vermisstenverein "Mostovi prijateljstva" (Prijedor) - Bürgerverein "Forum gradjana" (Tuzla) - Bürgerverein "Forum gradjana Srebrenice" (Srebrenica) - Frauenverein "Golub mira" (Bratunac) - "Studentenassoziation" (Srebrenica) - Rückkehrerverein "Zepa" (Zepa) - Bürgerverein "Vrbanja" (Kotor Varos, Travnik) - "Verein der Familien der Vermissten aus Zvornik" (Tuzla) - Humanitärer Verein "Merhamet" (Sarajevo) - "Rückkehrerverein Kotorsko" (Kotorsko - Doboj) - Bürgerverein "Zajedno" (Gemeinsam) (Sarajevo) - "Koordinati- onsausschuss für Minderheiten" (Sarajevo) - "Union Roma - BiH" (Sarajevo/Lukavac) - "Friedenszentrum" (Sarajevo) - Gemeinde Srebrenica (Bürgermeister von Srebrenica Abdurahman Malkic) - "Klub der Intellektuellen aus Srebrenica" (Srebrenica) - "Gesellschaft für Prävention von Genozid" (Srebrenica) - Verband der Drina-Tal Vereine - "Frauen des Drina-Tals" mit Sitz in Bratunac - "Frauen des Drina- Tals" mit Sitz in Vlasenica - "Frauen des Drina-Tals" mit Sitz in Sarajevo - Frauenverein "Das Recht der Frau" (Banja Luka) - Frauenverein "Die Frau und das Recht" (Banja Luka) - Frauenverein "Klub 15 - 100" (Banja Luka) - Frauenverein "Vereinte Frauen" (Banja Luka) - Rückkehrerverein "Vrbanja" (Banja Luka) - Frauenverein "Fatma" (Banja Luka) - Frauenverein "Fatma" (Sarajevo) - "Koalition für Rückkehr" (Banja Luka) - "Jugendgruppe der Republika Srpska" (Bijeljina) - "Romaverein" (Bijeljina) - Frauenverein "Roma-Frauen" (Sarajevo) - Frauenverein "Frauen für Frauen" (Sarajevo) - Bürgerverein "Visegrad 92" (Sarajevo) - Frauenverein "Frauenforum" (Bratunac) - Frauenverein "Frauen können es tun" (Banja Luka) - Frauenverein "Zelja" (Skelani) - Frauenverein "Maja" (Kravica) - Verein der Familien der Vermissten "Izvor" (Prijedor) - Frauenverein "Mit dem Herzen zum Frieden" (Kozarac) - Verband der Vereine der Familien der Vermissten - Verein "Eho" (Ljubuski) -Frauenverein "Frauen von BiH" (Mostar) - Bürgerverein "Jugendforum" (Stolac) - Rückkehrerverein "Rückkehr und Bleiberecht" (Bijeljina) - Frauenverein "Astra" (Bijeljina) - "Helsinki-Komitee von Republika Srpska" (Bijeljina) - Frauenverein "Zora" (Milici) - Frauenverein "Zukunft der Frau" (Kalesija) - "Frauenverein "Priroda" (Natur) (Bratunac) - Frauenverein "Buducnost - Srebrenica" (Srebrenica) - Frauenverein "Orhideja" (Skelani) - Verein der Familien der Vermissten "Für Vermisste" (Hadzici) - Frauenverein "Lara" (Bijeljina) - "Verband der Vertriebenen und Umgesiedelten" (Sarajevo) - Romaverein "Sae Roma" (Tuzla) - "Romaverein - Zenica" (Zenica) - "Romaverein" (Kalesija) - Romaverein "Zukunft" (Sarajevo) - "Rückkehrerverein Trebinje" (Trebinje) - Bürgerverein "Deblokada" (Sarajevo) ====================================================== Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV) Inse Geismar, Pressereferentin Postfach 2024, D-37010 Goettingen Tel.+49/551/49906-25, Fax:++49/551/58028 E-Mail: presse at gfbv.de, Homepage:http://www.gfbv.de ====================================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< LINKS / VERWEISE / HINWEISE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 09 radio%attac "Gerhard GUTSCHI" ================================================== 146. radio%attac - Sendung: 1.) "Gipfel der Völker" In der argentinischen Stadt Mar del Plata fand vom 1. - 4. November der 3. Gipfel der Völker Amerikas statt, bevor die 34 Staats- und Regierungschefs zum 4. Amerika-Gipfel eintrafen, um über eine gesamtamerikanische Freihandelszone zu verhandeln. Zum Gipfel der Völker ein Bericht unserer neuen Kollegin Gisi Linschinger. Weitere Infos gibt es auf der homepage www.ila-bonn.de/mardelplata/3gipfeldervoelkeramericas 2.) Peter Wahl - "Globale Steuern" Als Einleitung für den nächsten Beitrag bieten sich fast nur Allgemeinplätze an: Die Reichen werden immer reicher, die Armen immer ärmer oder so! Und dann könnte man noch dazu sagen: "Das ist aber ganz schön blöd!" Bei der Anfang November in Wien stattgefundenen Konferenz über Steuergerechtigkeit stellte der Publizisten Peter Wahl von WEED Deutschland einen Ausweg vor: Globale Steuern. Weitere Infos gibt's auf der homepage www.weed-online.org/themen/finanzen 3.) Perspektivenwechsel - Ipsum, ein Kunstprojekt Bei Attac geht es oft um die Sprachlosigkeit ausgegrenzter Bevölkerungsgruppen. Im folgenden Beitrag möchten wir ein Projekt vorstellen, mit dem ein Weg gefunden wurde, diese Sprachlosigkeit überwinden. Ipsum ist ein fotografisches Projekt, das sich zum Ziel gesetzt hat, Menschen aus verschiedensten sozialen Situationen, denen finanzielle, politische oder gesellschaftliche Gründen verwehren, sich in Wort und Bild zu äußern, die Fotographie als Medium zu ermöglichen. Workshops wurden bereits in Angola, Pakistan und Österreich durchgeführt. Wir sprachen mit Vera Brandner, Fotografin und eine der InitiatorInnen von Ipsum. Die Eröffnungsausstellung, die der Öffentlichkeit Ipsum näher bringen soll und Menschen zum Erzählen einlädt, beginnt am 23.11.im Kulturcafe am Dornerplatz 3 im 17. Bezirk mit einer Vernissage um 18 Uhr und läuft bis 27.11.2005. Vom 13.12. bis 20.12. gibt es eine weitere Ipsum-Ausstellung in der Lerchenfelderstraße 59 im 7. Bezirk. Parallel zu den beiden Ausstellungen wird es Straßenaktionen geben. Nähere Informationen unter www.ipsum.at www.radioattac.at auf Radio Orange, Wien Radio FRO, OÖ Radio Helsinki, Graz Radiofabrik, Salzburg Radio AGORA, Kärnten radio Freirad Tirol radio LoRa, Zürich Radio Proton, Vlbg. Radio Unerhört, Marburg Freies Radio Salzkammergut ================================================ C) TERMINE ================================================ ======================== Dienstag http://www.mund.at/butt/Termine/November/2211.htm Mittwoch http://www.mund.at/butt/Termine/November/2311.htm Donnerstag http://www.mund.at/butt/Termine/November/2411.htm ======================== ================================================ D) EDITORIAL ================================================ Für den Inhalt verantwortlich: Ihr. E-Mail-Adresse für Beiträge: widerstand at no-racism.net geschickt. widerst at nd MUND und alle Termine täglich aktualisiert im Web: http://www.no-racism.net/MUND Ziel von MUND (medienunabhängiger Nachrichtendienst) ist die unzensurierte und möglichst rasche Information über gesellschafts- politisch relevante Termine, Hinweise und Diskussionsbeiträge zu Widerstand und Antirassismus sowie verwandte Themen. sollen einen Titel, Namen und Emailadresse der/des AutorIn enthalten und möglichst kurz und prägnant gehalten sein, ev. mit Hinweis, wo weitere Informationen eingeholt werden können. Bitte keine Attachments! Die inhaltliche und sachliche Verantwortung liegt bei der/dem jeweiligen AutorIn bzw. jenen, die uns die Beiträge schicken. Der MUND wird von einzelnen TagesredakteurInnen zusammengestellt. Da Fehler nicht ausgeschlossen sind, bitten wir, nicht veröffentlichte Beiträge nochmals an widerstand at no-racism.net zu senden. Die Weiterleitung (auch auszugsweise) ist erwünscht. Beiträge mit rassistischen oder sexistischen Inhalten werden nicht veröffentlicht. Sehr persönliche Meldungen werden wir an den betreffenden Adressaten weiterleiten, aber nicht im MUND veröffentlichen. Die bisherigen Ausgaben sind unter http://www.no-racism.net/MUND archiviert. Terminankündigungen bitte nach folgender Vorlage: * Wann: Sonntag, 11.11.2001, 11:11 Uhr * * Was: Maskenball: Motto "Schwarzblau ist die Haselnuss" * * Wo: Villa Morgenrot, Grüner Anger 42, 2001 Wendendorf * * Kommentar: Anreise per Anhalter. Maskenzwang. Ende nie. Aber kurz und prägnant.* Die Rubrik "Redaktionelles" am Ende der Ausgabe ist u.a. eine Konsequenz aus der Notwendigkeit, sexistische, antisemitische und rassistische Beiträge nicht zu veröffentlichen, ohne jedoch stillschweigend Zensur zu üben. Hier wird - in anonymisierter Form - auf angehaltene Beiträge hingewiesen und eine kurze Begründung der Tagesredaktion für die Nichtaufnahme geliefert. (Weitere Gründe einen Beitrag nicht aufzunehmen sind z.B.: Attachments, kein erkennbarer Bezug zu den breit gestreuten Themen des MUND, Werbesendungen, sinnlose Kettenbriefe.) Die AbsenderInnen der betroffenen Beiträge werden hiervon informiert. Im Sinne einer "gläsernen Zensur" könnt ihr Euch die Beiträge gerne extra schicken lassen: Ein kurzes Mail an widerstand at no-racism.net genügt. ================================================ E) VERTEILERLISTE ================================================ Zur Eintragung in diesen Verteiler bitte direkt subskribieren unter http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/analle oder von der einzutragenden Adresse aus ein mail schicken an: admin at no-racism.net mit folgendem Text: subscribe no-racism Bitte wegen Automatisierung diesen Wortlaut verwenden! Zur Austragung aus dieser Liste bitte an aus Einsendungen an zusammengestellt. Bitte keine Attachments! (werden nicht angenommen) Für diese Ausgabe nicht aufgenommen: ein nicht widerstandsrelevanter Beitrag Redaktionsschluss für diese Ausgabe: 20:30 Uhr III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III widerst at nd-MUND is powered by http://alt.strg.at/ _______________________________________________ From analle at no-racism.net Wed Nov 23 07:29:36 2005 From: analle at no-racism.net (=?iso-8859-1?q?MUND=3A_medienunabh=E4ngiger_Nachrichtendienst?=) Date: Wed, 23 Nov 2005 07:29:36 +0100 Subject: MUND: Mittwoch, 23. November 2005 Message-ID: <002701c5eff7$48131d60$01000001@chello.at> widerst at nd MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst Medieninhaberinnen & Medieninhaber seid Ihr www.no-racism.net/mund Mittwoch, 23. November 2005 ================================================ A) INHALT ================================================ ================================================ 01 Eichenseder verurteilt ! Von: office at asyl-in-not.org ================================================ ================================================ ANKÜNDIGUNGEN UND TERMINE ================================================ ================================================ 02 Call of the Wild - Vortrag über Tarzanologie Von: presse-monochrom at monochrom.at ================================================ 03 PA: 4 Jahre Projekt "Caravan" im Integrationshaus Von: Robert Lackner ================================================ 04 5.12.: Das Recht auf Gesundheit Von: Zukunfts- und Kulturwerkstätte ================================================ 05 neue ausgabe kanalB nr_27 "Des Wahnsinns letzter Schrei" Von: Flo (kanalB) ================================================ 06 Veranstaltungsankündigungen Von: Promedia ================================================ ================================================ MELDUNGEN UND MEINUNGEN ================================================ ================================================ 07 que[e]r am 23.11.: Ladyfest wien - ein rueck- und ausblick Von: Rosa Antifa Wien ================================================ 08 GLB/Sozialversicherungspflicht/Geringfügige Von: Gewerkschaftlicher Linksblock ================================================ 09 Tschetschenische Menschenrechtlerin wieder auf freiem Fuß Von: GFBV ================================================ 10 Mitarbeiterin von Lew-Kopelew-Preisträgerin festgenommen Von: GFBV ================================================ 11 Der Tyrann und der Warlord Von: wadi wien ================================================ 12 Erste Abschiebungen von Flüchtlingen aus der EU in den Irak Von: wadi wien ================================================ ================================================ B) TEXTE ================================================ ================================================ 01 Eichenseder verurteilt ! Von: office at asyl-in-not.org ================================================ Eichenseder verurteilt ! Bedingte Strafe für den Chef der Erstaufnahmestelle Ost wegen übler Nachrede gegen Michael Genner Urteil noch nicht rechtskräftig Dr. Herwig Eichenseder, Leiter der Erstaufnahmestelle Ost des Bundesasylamts, wurde vom Bezirksgericht Baden zu einer bedingten Geldstrafe wegen übler Nachrede gegen Michael Genner, Obmann von Asyl in Not, verurteilt. Unsere Leserinnen und Leser erinnern sich an die Abschiebewelle, der im Sommer 2004, nach Inkrafttreten des Strassergesetzes, so viele schwer traumatisierte Tschetschenen ausgesetzt waren. Damals saß auch unser Klient Abuschachid M. in Eisenstadt in Schubhaft, obwohl die Amtsärztin in Traiskirchen Folterspuren und Verdacht auf PTSD (schwerste Form der Traumatisierung) festgestellt hatte. Seine Abschiebung in die Slowakei konnten wir durch öffentlichen Druck so lange verzögern, bis der UBAS den rechtswidrigen "Dublin-Bescheid" behob. Auf dem Arztbrief befand sich ein handschriftlicher Vermerk: "Laut Dr. Eichenseder Dublin-Verfahren fortsetzen." Der EAST-Chef hatte also eine rechtswidrige Weisung erteilt. Wir veröffentlichten diesen Skandal und erstatteten eine Strafanzeige wegen Amtsmissbrauchs. Eichenseder wurde dazu telefonisch von einem Redakteur der angesehenen katholischen Wochenzeitschrift "FURCHE", Wolfgang Machreich, interviewt. Eichenseder - ganz im Stil eines ertappten Schulbuben, der sich rausreden will - verstieg sich zu dem Erklärungsversuch, den Aktenvermerk müsse Genner selber auf den Arztbrief draufgeschrieben haben. So stand es dann in der Zeitung, und die Folge war ein Prozeß wegen übler Nachrede, der nun mit einer Verurteilung zu Ende ging. Eichenseder blieb im Prozeß seiner Taktik, alles abzuleugnen, treu: Er behauptete schlicht, er könne sich an ein Telefoninterview nicht erinnern, er habe auch den Namen Machreich nie gehört, ja sogar die Zeitschrift "FURCHE" sei ihm völlig unbekannt. Die inkriminierte Äußerung habe er nie getan. Wolfgang Machreich sagte jedoch als Zeuge aus. Er erinnerte sich noch sehr genau an das Telefoninterview, und er legte sogar seinen Notizzettel vor, auf dem er während des Interviews mitgeschrieben hatte. Er bekräftigte, daß Eichenseder gesagt hatte: "Der Genner war's!" Das Gericht billigte dem "FURCHE"-Redakteur Glaubwürdigkeit zu; Eichenseder wurde wegen übler Nachrede verurteilt, jedoch vom Vorwurf der Kreditschädigung freigesprochen. Er wird wohl - ebenso wie wir - in die Berufung gehen. Der Aktenvermerk stammt übrigens von der zuständigen Referentin in der Erstaufnahmestelle, Herta K., die als Zeugin aussagte, sie habe wegen der für sie "unklaren" Rechtslage die (wie der UBAS sodann feststellte, rechtswidrige) Weisung ihres Chefs eingeholt. Unsere Strafanzeige gegen Eichenseder wegen Amtsmissbrauchs hat die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt fallengelassen. Hier wird zu prüfen sein, ob sich diese Staatsanwaltschaft nicht ihrerseits des Amtsmissbrauchs schuldig machte. Genau das ist nämlich der eigentliche, permanente Skandal: Unschuldige, schwer traumatisierte Menschen in die Schubhaft zu sperren, bleibt ungestraft. Damit werden wir uns weiterhin beschäftigen. Dagegen zu kämpfen, wird nächstes Jahr, unter dem Prokopgesetz, nötiger sein denn je. Asyl in Not Währingerstraße 59 1090 Wien Tel.: 408 42 10-15, 0676 - 63 64 371 www.asyl-in-not.org Spendenkonto: Asyl in Not, P.S.K., Kontonummer 92.034.400 Asyl in Not, Währingerstraße 59, A-1090 Wien Telefon +43/1/408 42 10, Fax +43/1/405 28 88 mailto:office at asyl-in-not.org http://asyl-in-not.org ================================================ ================================================ ANKÜNDIGUNGEN UND TERMINE ================================================ ================================================ 02 Call of the Wild - Vortrag über Tarzanologie Von: presse-monochrom at monochrom.at ================================================ Kultur/Wien/Rumänien/Tarzan ============================== Call of the Wild ======================= Am 23. November 2005 um 20 Uhr hält Stefan Tiron eine Einführung in die tarzanologische Kritik. (im monochrom'schen Project Speis im Museumsquartier) ======================= Tarzanologie ist nicht nur eine Randstudie über TARZAN® von Edgar Rice Burroughs. Natürlich dreht es sich auch um all die vielen Romane, Filme, Plakate, Comic-Hefte und Zeichentrickbewegtbilder, aber Tarzanologie soll genauso als eine Kritik des weißen männliches Körpers in einer postkolonialen Welt verstanden werden. Die westlichen Interventionen tauchen immer wieder als Camouflage-Technik auf. Tarzan hat viel mit Leistungsport zu tun, mit Fitness-Kultur und mit den Bioläden, die wie die Schwammerl wuchern. Und Tarzan ist auch der Held aus einem anderen Dschungel - der naheliegenden white collar Welt. Dabei muss er Netzwerkkabel als Lianen benützen, stets wachsam auf Wolkenkratzern hocken, um das finanzstarke Wild zu erlegen. Tarzan soll glauben, dass er in einem darwinistischen Rudel lebt - denn nur so bekommt er seine Instinkte an der Wall Street zurück. Der berühmte Ruf der Wildnis wird zum Ruf nach mehr media coverage oder erscheint als anonymer Anruf auf dem Handy. Im unserem Dschungel hört dich niemand schreien. Für mediale Aufmerksamkeit braucht es doppelte Lautstärke und jede Menge Detonationen. Aber keine Sorge ... Tarzan ist da. ======================= Stefan Tiron ist Kurator, Cultural-Studies-Theoretiker und Fantasy/SF-Forscher aus Bukarest, Rumänien. (By the way: Stefan hat unlängst auch einen Text über Space Tourism veröffentlicht. ---> http://www.monochrom.at/space-tourism/ ) Für genauere Informationen: Johannes Grenzfurthner 0676 7831453 ================================================ ================================================ 03 PA: 4 Jahre Projekt "Caravan" im Integrationshaus Von: Robert Lackner ================================================ "Nimm den Caravan!" 4 Jahre Projekt "Caravan" im Integrationshaus Das ursprünglich als "Beratungsstelle undKrisenunterbringung für unbegleitete minderjährige Fremde imClearingverfahren" gegründete Projekt hat sich in der Zwischenzeit zueiner Dauerunterbringungseinrichtung für Jugendliche bis zu ihrerVolljährigkeit entwickelt. Vor vier Jahren nahm das Wohn- und Betreuungsprojekt "Caravan" im Integrationshaus seine Tätigkeitauf. Die BewohnerInnen von CARAVAN kamen aus mehr als 40 verschiedenenHerkunftsländern, 25 Muttersprachen waren vertreten. Die zahlenmäßig größteGruppe stammte aus Nigeria, gefolgt von Jugendlichen aus Afghanistan. Insgesamtgab es im Projektzeitraum 354 Aufnahmen, davon 61 Mädchen. Auch im Projektteam- insgesamt gab es bisher 20 MitarbeiterInnen - ist dieSprachenvielfalt beeindruckend: insgesamt waren 15 verschiedene Sprachenvertreten. Mangelhafte Rahmenbedingungen undRessourcen "Die meisten Jugendlichen haben sehr schwierige Zeitenund zum Teil traumatische Erfahrungen hinter sich. Es bedarf eines sehr hohenMaßes an Einfühlungsvermögen, Geduld und professioneller Betreuungsarbeit, umihrer Situation und Befindlichkeit gerecht werden zu können und individuellabgestimmte Lösungen für ihre weitere Zukunft erreichen zu können. "DieRahmenbedingungen und Ressourcen dafür sind leider oft sehr mangelhaft",so die Geschäftsführerin des Integrationshauses, Andrea Eraslan-Weninger. "Wir begrüßen daher die Entscheidungdes Obersten Gerichtshofes, der am Beispiel eines 14-jährigen unbegleitetenJugendlichen feststellt, dass er - über die Grundbedürfnisse und die Vertretungim Asylverfahren hinaus - entsprechende Unterstützung braucht, die ihm nur imRahmen der vollen Obsorge zuteil werden kann. Im Projekt CARAVAN haben die MitarbeiterInnen sehr gutfunktionierende Strukturen zur Alltags- und Lebensbewältigung für dieuntergebrachten Jugendlichen entwickeln können: professionelle Beratung insozialen und rechtlichen Belangen, sozialpädagogische Intensivbetreuung,Krisenintervention in Akutsituationen ebenso wie Kursmaßnahmen zum Spracherwerbund vielfältige Aktivitäten im Freizeitbereich. Empowerment ist ein wichtiger Arbeitsansatz, derden Jugendlichen viele Entwicklungsmöglichkeiten eröffnet. "Wir habenlustige Zeiten erlebt, und wir haben auch Enttäuschungen einstecken müssen. Wirhaben getan, was wir konnten, haben manches erreicht und sind an einigenAufgaben leider auch gescheitert", so der Leiter des Projekts, Otto Hollerwöger. Gefeiert wird jedenfalls, und zwaram Mittwoch, dem 23. November im OST, mit einer Filmpremiere, Live-Musik undDJs. Durch den Abend führt der Vorstandsvorsitzende des Integrationshauses, WilliResetarits. Fest mit Filmpremiere "24HOURS" So wird zur Eröffnung "24 HOURS", die Premieredes Films über den Alltag im Projekt Caravan,gezeigt. Der Film wurde von Jugendlichen des Projektes mit Hilfe des Caravan-Mitarbeiters Robert Huemer (Regie undTechnik) selbst entwickelt und gespielt. Der Film wirft einen nichtunkritischen und teils (selbst-)ironischen Blick auf das Alltagsleben in derWohngemeinschaft. Danach gibt es Live-Musik mit den TRES MONOS. Ein Mix ausElektronic, Hip Hop und verschiedenen Sprachen transportiert die Message derJungs - Campoz Topoke. TRES MONOS verstehen sich als Kämpfer für ihre Sache:"Die Musik zu machen, die wir für richtig halten und sie unter die Leutezu bringen, ohne sich anzupassen, ohne Weichspüler, ohne die Ecken und Kantenzu schleifen. Und zum Abschluss wird DJ LEON die Turntables bedienen. Miteinem "trunk full of funk" mischt er Funk, Soul, Jazz, Dub, Hip Hopund Breakbeats zu einer explosiven musikalischen Mischung, die den Dancefloorso richtig zum Kochen bringt. DJ LEON legt seit über 12 Jahren in denverschiedensten Clubs in Österreich auf. Für das BUFFETT, zubereitet, gestaltet und ausgegeben vonJugendlichen des Projekts "Caravan",werden Spenden ab ¤ 5 erbeten. Das Projekt "Caravan",vormalige Clearingstelle im Auftrag des Europäisches Flüchtlingsfonds, des Bundesministeriumsfür Inneres und der Stadt Wien, arbeitet seit 01. Mai 2004 im Auftrag des FondsSoziales Wien als Einrichtung zur Intensivbetreuung von unbegleitetenminderjährigen Fremden im Rahmen der Grundversorgung. Nimm den Caravan!- 4 Jahre Projekt "Caravan"im Integrationshaus Mittwoch, 23. November 2005, OST, 1040 Wien, Schwindgasse 1 (Ecke Schwarzenbergplatz); Eintritt: 10,- Euro 19:00 Einlass; 20:00 Beginn Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an: Otto Hollerwöger Projektleiter von Caravan 01 / 212 35 20/71 o.hollerwoeger at integrationshaus.at ================================================ 04 5.12.: Das Recht auf Gesundheit Von: Zukunfts- und Kulturwerkstätte ================================================ Wenn Sie diesen Newsletter nicht im HTML-Format sehen können, klicken Sie bitte hier Zukunfts und Kulturwerkstätte Newsletter 18/2005 ================================================= DAS RECHT AUF GESUNDHEIT HIV/Aids im Spannungsfeld von Stigmatisierung, Diskriminierung und Menschenrechten Laut UNAIDS sind zurzeit weltweit 39 Millionen Menschen durch das HI-Virus betroffen - 95% davon in Entwicklungs- und Schwellenländern. HIV/Ai ds ist eine Krankheit, die nicht nur gesundheitliche, sondern auch soziale Folgen für die Betroffenen hat. Infizierte und kranke Menschen werden häufig diskriminiert - sei es am Arbeitsplatz, bei der Wohnungssuche oder auch im Gesundheitssystem. In vielen Staaten kommen noch schwerwiegendere Menschenrechtsverletzungen hinzu. Das Eintreten für die uneingeschränkte Einhaltung der Menschenrechte - insbesondere für das Recht auf Gesundheit in ganzheitlichem Sinn - ist somit unerlässlicher Bestandteil für die Bekämpfung dieser Krankheit. In diesem Zusammenhang sind vor allem auch die reichen Industrieländer in ihrer Verantwortung gefordert. * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * Themenabend Montag, 5. Dezember 2005, 18.30 Uhr in der Zukunfts- und Kulturwerkstätte, Schönlaterngasse 9, 1010 Wien > Begrüßung und Einleitung: Gertraud Knoll Abg. z. BR, Leiterin der Zukunfts- und Kulturwerkstätte > Film: A Red Ribbon Around My House - Pinkis Kampf Südafrika, 2001 In Südafrika sind 4,5 Millionen Menschen HIV-positiv, aber nur 500.000 davon wissen es auch. Pinki, energisch und selbstbewusst, gehört zu den wenigen Personen, die öffentlich davon sprechen, HIV-positiv zu sein. "Ich bin positiv", sagt sie lächelnd und spielt dabei mit dem für sie üblichen Humor mit der Doppeldeutigkeit des Satzes. Pinki berichtet in den Schulen, den Goldminen, in der Kirche oder bei Beerdigungen von Aids. Die Beziehung zu ihrer Tochter Ntombi leidet allerdings unter ihrem Engagement. Ntombi wäre gerne einfach so wie alle anderen. Ihr Schweigen und ihr passives Verhalten Aids gegenüber bringt sie und ihre Mutter zunächst auseinander. Doch der Familie gelingt der Balance-Akt, die Mutter schließlich zu akzeptieren, ohne ihr Tun einfach gut zuheißen. > Podiumsdiskussion: Petra Bayr Abg. z. NR , SPÖ-Bereichssprecherin für Entwicklungszusammenarbeit Gottfried Mernyi Österreichisches Aktionsbündnis gegen Aids Wiltrut Stefanek Gründerin und Obfrau des Vereins H.I.V. Hoffnung - Information - Vertrauen Allan Wright erster Sekretär der Südafrikanischen Botschaft in Österreich > Im Anschluss bitten wir zu einem kl. afrikanischen Imbiss * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * > Nähere Infos unter: Zukunfts- und Kulturwerkstätte Schönlaterngasse 9, 1010 Wien Tel.: 01/513 86 82 www.diezuk.at zuk at spoe.at > An- und Abmeldung des Veranstaltungsabos: Gehen Sie bitte auf die Seite www.diezuk.at/online/page.php?P=10180 Impressum/Offenlegung gem. §§ 24, 25 MedienG: www.diezuk.at/online/page.php?P=10942 * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * In Kooperation mit: RI SPÖ-Klub ================================================= ================================================ ================================================ 05 neue ausgabe kanalB nr_27 "Des Wahnsinns letzter Schrei" Von: Flo (kanalB) ================================================ hi, unter http://kanalb.de/edition.php?clipId=75 findest du die neue ausgabe. unter: http://kanalb.org/shop/product_info.php?products_id=76 kannst du die ausgabe als VHS oder DVD, oder als DVD zum runterladen und selberbrennen bestellen. DES WAHNSINNS LETZTER SCHREI BRD 2005. Deutsche Unternehmen schreiben Rekordgewinne. Es wird so viel Geld verdient wie noch nie. Gleichzeitig gibt es immer mehr Arbeitslose, die immer stärker unter Druck gesetzt werden. Sie werden per Gesetz gezwungen unterhalb der Armutsgrenze zu leben und für 1,50 Euro Arbeitsgelegenheiten wahrzunehmen. "Des Wahnsinns letzter Schrei" versucht zu erklären, wie diese Phänomene nebeneinander bestehen können. Ein Film über die Arbeitsmarktreform und über die ideologische Neuausrichtung im Land, in Zeiten, da die Verteilung des produzierten Reichtums neu verhandelt wird. Es spielen mit: Franz Müntefering, Partei- und Fraktionsvorsitzender der SPD Dieter Althaus, Ministerpräsident von Thüringen Elmar Altvater, Professor für politische Ökonomie Horst Afheldt, Jurist und Autor Paul Nolte, Professor für Geschichte Michael Hüther, Institut der Deutschen Wirtschaft Jürgen Bielert, Geschäftsführer Operativ Arbeitsamt Berlin Süd Klaus Brandner, Arbeitsmarktpolitischer Sprecher der SPD BRD 2005, Dokumentarfilm, 55 Minuten Buch/Regie: Tanja v. Dahlern und Bärbel Schönafinger Kamera: Britta Schneider Produktion: kanalB lg, flo ---------------------------- web: http://kanalB.at skype: kanalB_at ================================================ ================================================ 06 Veranstaltungsankündigungen Von: Promedia ================================================ Wir bitten um Ankündigung der folgenden Veranstaltungen (Diskussionenund Buchpräsentationen) und danken im Voraus für die Mühe. Mit freundlichen Grüßen Hannes Hofbauer/ Promedia Verlag1.) Krieg an den Rändern Veranstalter: Grüne Bildungswerkstatt, Promedia Verlag, Verein für Geschichteund Sozialkunde und Südwind Verlag laden zur Buchpräsentation mit anschließender Debatte: Joachim Becker/ Gerald Hödl/ Peter Steyrer(Hg.) KRIEG AN DEN RÄNDERN Imperialismus und Gewalt von Sarajevo bisKuito Wann? Mittwoch, 30.11.2005 um 18 Uhr Wo? Österreichisches Institut für Internationale Politik, Operngasse 20 b, 1040 Wien Diskussion mit: Joachim Becker (WU-Wien) Walter Feichtinger (Landesverteidigungsakademie) Heinz Gärtner (Österreichisches Institut für InternationalePolitik) Silvia Michal-Misak (Universität Wien) 2.) Viennensia. Historische Texte aus dem Bestand der Wiener Stadt-und Landesbibliothek VIENNENSIA Wann? Donnerstag, 1.12.2005 um 19 Uhr Wo? Lesesaal der Wiener Stadt- und Landesbibliothek, 1010 Rathaus Aus historischen Texten lesen: Walter Obermaier Andreas Weigl Isabella Wasner-Peter 3.) Andre Gunder Frank: Orientierung im Weltsystem Veranstalter: Promedia Verlag Andre Gunder Frank ORIENTIERUNG IM WELTSYSTEM Von der Neuen Welt zum Reich der Mitte Wann? Montag, 5.12.2005, 19 Uhr 30 Wo? Aula im Campus, Hof 1, Spitalgasse 2, 1090 Wien Mit freundlichen Grüßen und bestem Dank Promedia Verlag Wickenburgg. 5/12 1080 Wien Tel.: 405 27 02 E-Mail: promedia at mediashop.at ================================================ ================================================ MELDUNGEN UND MEINUNGEN ================================================ ================================================ 07 que[e]r am 23.11.: Ladyfest wien - ein rueck- und ausblick Von: Rosa Antifa Wien ================================================ Mittwoch 23.11.: Ladyfest wien goes que[e]r + ein rück- und ausblick + als queer-feministische vernetzungsplattform für musik und performances, künstlerisches schaffen aller art und lautstarke vermittlung politischer anliegen von "ladies" ist anfang oktober 2005 zum zweiten mal in wien ein ladyfest über die bühne gegangen. welche konzepte stehen hinter dem ladyfest? wie funktioniert - wenn es denn funktioniert - so ein "ladyspace"? kann mensch gleichzeitig geschlechtergrenzen verwischen wollen und trotzdem ausschlüsse in der offenheit von veranstaltungen festlegen? und welche perspektiven ergeben sich daraus für weitere queer-feministische projekte in wien und anderswo? organisatorinnen des ladyfests wien 05 diskutieren ihre vorstellungen von ladyfest und deren umsetzung in die praxis - und lassen per video- und fotomaterial das festival nochmals revue passieren. Zeit: Mittwoch 23. November um 20:00 Ort: Netbase (7. Neustiftg. 17 / U2+U3 Volkstheater) ++++++++++++ Naechste Veranstaltung: Cafe Temelin: DVD-Präsentation 25 (twentyfive) Hüsle Tour 2005 / Mittwoch 14.12. ebenfalls in der Netbase. Weitere Infos siehe: http://www.raw.at/queer/queer_inhalt.htm -- ############ RAW ############# Rosa Antifa Wien c/o Rosa Lila Tip Linke Wienzeile 102 A-1060 Wien AUSTRIA ------------------------- E-Mail: raw at raw.at Web: http://www.raw.at Board: http://www.n3tw0rk.org ------------------------- PGP-Key available here: http://www.raw.at/sub/kontakt/raw.asc ############ RAW ############# ================================================ ================================================ 08 GLB/Sozialversicherungspflicht/Geringfügige Von: Gewerkschaftlicher Linksblock ================================================ Pressedienst des Gewerkschaftlichen Linksblocks (GLB), Apostelgasse 36/12, A-1030 Wien - Telefon +43 1 718 26 23-0 - Fax +43 1 718 26 23-30 - Mail glb at aon.at - Web www.glb.at - Ausgabe vom 22. November 2005 Unternehmer wälzen Risiken zunehmend auf Beschäftigte ab GLB-Initiative für eine generelle Sozialversicherungspflicht Einen Vorstoß für eine umfassende Sozialversicherungspflicht für alle Arbeitsverhältnisse unternahm die Fraktion Gewerkschaftlicher Linksblock im ÖGB (GLB) in der Wiener Arbeiterkammer. Ein diesbezüglicher GLB-Antrag wurde bei der letzten Vollversammlung von der FSG-Mehrheit zur weiteren Behandlung einem Ausschuss zugewiesen. Ebenfalls zugewiesen wurde ein ähnlich lautender Antrag des ÖAAB, der sich damit in offenen Widerspruch zu Minister Martin Bartenstein gestellt hatte. Die Zahl geringfügiger Beschäftigungen, freier Dienstverträge und anderer prekärer Arbeitsverhältnisse wächst ständig an. Gleichzeitig geht die Zahl der Vollerwerbsarbeitsverhältnisse zurück. Da prekäre Dienstverhältnisse nur einen bedingten (z.B. Geringfügige nur Unfallversicherung) oder gar keinen Versicherungsschutz beinhalten, wird durch diese Entwicklung der Sozialversicherungsschutz für viele Beschäftigte ausgehöhlt bzw. sind diese gezwungen, private Eigenvorsorge zu betreiben. Gleichzeitig wird aber auch durch geringere bzw. sinkende Beitragsleistung die Basis zur Finanzierung der mit der Versicherung verbundenen Leistungen systematisch ausgehöhlt. Um dieser für das Sozialsystem besorgniserregenden Entwicklung gegenzusteuern, ist es notwendig, dass alle Beschäftigungsverhältnisse einen vollen Versicherungsschutz für Unfall, Krankheit, Arbeitslosigkeit und Pensionsvorsorge umfassen. Laut Hauptverband ist die Zahl der "Geringfügigen" von 2000 bis 2005 von 199.545 auf 231.209 gestiegen - 70 Prozent davon sind Frauen. Gleichzeitig ist die Zahl der "Neuen Selbständigen" von 2000 bis 2004 von 12.000 auf 33.000 gestiegen. Analog zur steigenden Zahl der atypischen Beschäftigungen geht die Beitragsleistung für die Sozialversicherung ebenso wie die Steuerleistung zurück. Die Gemeinden erhalten für jeden voll Beschäftigten durchschnittlich 850 Euro jährlich an Kommunalabgabe. Da die meisten atypisch Beschäftigten nicht kommunalabgabepflichtig sind, verlieren die Gemeinden einen immer größeren Anteil dieser wichtigsten Gemeindesteuer. Geringfügig Beschäftigte mit einem Verdienst von maximal 323,46 Euro monatlich sind derzeit nur unfallversichert, für Kranken- und Pensionsversicherung müssen sie mit monatlich 46 Euro selbst aufkommen: "Die Sozialversicherung wird durch vorenthaltene Beiträge ausgehungert, woraus dann die Lüge von der Unfinanzierbarkeit von Pensionen oder Gesundheitswesen konstruiert wird", meint dazu die Wiener GLB-Arbeiterkammerrätin Beatrix Todter. Die von Politik, Wirtschaft und Medien unter dem Dogma der Flexibilität forcierten atypischen Arbeitsverhältnisse nützen vor allem dem Kapital, weil sich die Unternehmen dadurch Lohnnebenkosten oder Auflagen durch das Arbeitsrecht ersparen und Risiken zunehmend auf die Beschäftigten abwälzen. Dabei zeichnet sich immer deutlicher ab, dass atypisch zunehmend typisch wird. Das Argument von Minister Bartenstein, eine umfassende Versicherungspflicht auch für "Geringfügige" würde zu einer Zunahme der Schwarzarbeit führen, kann der GLB nicht teilen. Als notwendig sieht der GLB eine allgemeine Arbeitszeitverkürzung auf 30 Stunden wöchentlich mit vollem Lohnausgleich um die vorhandene Arbeit besser aufzuteilen. Immer dringlicher wird aber auch eine Diskussion über ein existenzfähiges Grundeinkommen bzw. eine Grundsicherung für alle unabhängig von einer Beschäftigung. ================================================ 09 Tschetschenische Menschenrechtlerin wieder auf freiem Fuß Von: GFBV ================================================ PRESSEMITTEILUNG Göttingen, den 22.11.2005 Wieder auf freiem Fuß: Russische Sicherheitskräfte lassen Mitarbeiterin von Lew-Kopelew-Preisträgerin gehen Die tschetschenische Menschenrechtlerin und engste Mitarbeiterin der Lew-Kopelew-Preiträgerin Zainap Gaschajewa, Toita Junusova, ist am Montagabend in Moskau wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Sie war am Montagnachmittag bei ihrer Ankunft auf dem Moskauer Flughafen Vnukowo von russischen Sicherheitskräften stundenlang festgehalten worden. Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hatte in großer Sorge um das Wohlergehen der Tschetschenin die Medien informiert und angekündigt, die neue Bundesregierung um Hilfe zu bitten. Schon 13 Menschenrechtsverteidiger wurden in Tschetschenien seit 1994 ermordet. Für Nachfragen und Interviews ist Sarah Reinke auch erreichbar unter Tel. 0173 261 21 82. Herzlichen Dank an alle Redaktionen, die mit ihrer Berichterstattung für Öffentlichkeit gesorgt und so zur Freilassung von Frau Junusova beigetragen haben! ====================================================== Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV) Inse Geismar, Pressereferentin Postfach 2024, D-37010 Goettingen Tel.+49/551/49906-25, Fax:++49/551/58028 E-Mail: presse at gfbv.de, Homepage:http://www.gfbv.de ====================================================== ================================================ 10 Mitarbeiterin von Lew-Kopelew-Preisträgerin festgenommen Von: GFBV ================================================ GESELLSCHAFT FÜR BEDROHTE VÖLKER EILT EILT EILT EILT EILT EILT EILT PRESSEMITTEILUNG Göttingen, den 21.11.2005 Mitarbeiterin von Lew-Kopelew-Preisträgerin auf Moskauer Flughafen festgenommen Die engste Mitarbeiterin der Lew Kopelew-Preisträgerin Zainap Gaschajewa ist heute auf dem Moskauer Flughafen Vnukowo festgenommen worden. Diese alarmierende Nachricht erreichte die Geselllschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Montag-nachmittag in Göttingen. "Frau Gaschajewa hat uns berichtet, dass Toita Junusova am Telefon nur ganz kurz sagen konnte, sie sei in Haft", sagte die GfbV-Referentin Sarah Reinke. "Wir machen uns die größten Sorgen um Frau Junusova, denn schon 13 Menschenrechtsverteidiger sind in Tschetschenien seit 1994 ermordet worden." Die tschetschenische Menschenrechtsaktivistin Zainap Gaschajewa wurde am Sonntag in Köln mit dem Lew-Kopelew-Preis für Frieden und Menschenrechte 2005 ausgezeichnet. Frau Gaschajewa wurde für ihre Zivilcourage und ihren bewundernswerten Mut geehrt, mit dem sie für die vom Völkermord bedrohten Menschen in ihrer Heimat Tschetschenien mit friedlichen Mitteln kämpft. Die GfbV kündigte an, die neue deutsche Bundesregierung um Hilfe für die sofortige Freilassung der inhaftierten Menschenrechtlerin zu bitten. Für Nachfragen und Interviews ist Sarah Reinke erreichbar unter Tel. 0173 261 21 82. ====================================================== Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV) Inse Geismar, Pressereferentin Postfach 2024, D-37010 Goettingen Tel.+49/551/49906-25, Fax:++49/551/58028 E-Mail: presse at gfbv.de, Homepage:http://www.gfbv.de ====================================================== ================================================ 11 Der Tyrann und der Warlord Von: wadi wien ================================================ Der Tyrann und der Warlord Der Irak zwischen "failed state" und beginnendem "nationbuilding" Die Warlordisierung nach dem Sturz des Ba´th-Regimes im Irak zeigt wie eng totalitärer Staat und Staatszerfall verbunden sind. Aus den rivalisierenden Banden, die die irakische Ba´th-Partei vor ihrer Machtergreifung darstellten, wurden nach dem Zerfall ihrer Macht wieder rivalisierende Banden. von Thomas Schmidinger Die Herrschaft der irakischen Ba´th-Partei nach ihrem zweiten Putsch 1968 stellte den vorläufigen End- und Höhepunkt einer Entwicklung dar, der eine Reihe von coup d´etats rivalisierender Strömungen linker und rechter Panarabisten vorangegangen sind. Im Gegensatz zur syrischen Ba´th-Partei, die sehr wohl über einen Parteiapparat verfügte dem auch Intellektuelle angehörten und der trotz seiner ideologischen Entlehnungen aus dem europäischen Faschismus gewisse Elemente formaler und durch politische Verfahrensweisen und Institutionen vermittelten Herrschaft beibehielt, bestand der irakische Zweig der Ba´th-Partei von Anfang an lediglich aus rivalisierenden Banden deklassierter Jugendlicher. Die irakischen Ba´thisten waren von Anfang an eine - eben nicht politische Strömung sondern - Bande, die Adorno in einem anderen Zusammenhang als Bekenntnis "zur menschlichen Gesellschaft als einem Massenracket in der Natur"1 bezeichnet hatte. Racket als Grundform der Herrschaft Der irakische Ba´thismus der Fünfzigerjahre war also keine politische Partei im eigentlichen Sinn, die gemeinsame Interessen verfolgt hätte, sondern ein klassisches Beispiel für die Herrschaftsstruktur des Rackets, jener Grundform von Herrschaft, die als unmittelbare Herrschaft für Horkheimer "die völlige Brechung der Persönlichkeit" verlangt. "Das Individuum muß sich aller Macht begeben, die Brücken hinter sich abbrechen. Als der echte Leviathan fordert das Racket den rückhaltlosen Gesellschaftsvertrag."2 Racket und Staat, Warlord und Staatsmann schließen sich damit nicht nur nicht aus, sondern bedingen einander insbesondere dort, wo Herrschaft kaum durch bürgerlich-liberale Institutionen gezähmt ist, sondern in ihrer archaischen unmittelbaren Form auftritt. Oder anders rum: Rackets können durchaus staatliche Macht erobern, ja staatenbildend wirken, Staaten können aber auch selbst wiederum ausgehöhlt und auf ihre repressiven Elemente reduziert zu (rivalisierenden) Rackets zerfallen. Die unter den Schutz einen solchen Staates gestellte Bevölkerung kommt dabei in einen ähnlichen "Genuss" von "Schutz", wie etwa kleine Händler und Ladenbesitzer von ihren Schutzgelderpressern. "Ein amerikanischer Historiker beschrieb die Staaten als protection rackets, und andere Autoren sahen wiederum im protection racket den Staat."3 Dies ist keine Besonderheit des Irak, sondern durchaus allgemein auf Staatlichkeit bezogen. Allerdings stellte die Ba´th-Partei, deren Ableger im Irak 1952 gegründet wurde, geradezu den Prototyp des politischen Rackets dar4. Die Partei versuchte nicht einmal nach außen den Anschein einer zivilen Partei zu erwecken. Vielmehr dominierten von Anfang an die kriminellen Bandenelemente und die parteiinternen Geheim- und Sicherheitsdienste das Bild. Die Instabilität der Bandenherrschaft Mit dem ersten Putsch der Ba´th-Partei vom 8. Februar 1963 zeigte sich deutlich das Gewaltpotential, das dieser unmittelbaren Form der Herrschaft innewohnt. Innerhalb weniger Tage wurden tausende politische Gegner verhaftet, erschossen und in den sogenannten "Todeszügen" in die Wüste geschickt. Insgesamt wurden in den Wochen nach dem Putsch allein rund 10.000 (vermeintliche) KommunistInnen ermordet. Rackets sind nun zwar als Kern oder Urform von Herrschaft zu begreifen, allerdings sind sie als personale Abhängigkeitsnetzwerke nicht stabil, sondern vom Agieren einzelner Bandenmitglieder abhängig. Gelingt es einem Racket eines Staates habhaft zu werden so muss sich das Racket zu einer gewissen Form von Staatlichkeit transformieren, da es als instabile und nicht institutionalisierte Form der Herrschaft in seiner reinen Form keinen Staat verwalten kann und rasch von anderen rivalisierenden Rackets abgelöst wird. Genau dies geschah 1963 mit der eben an die Macht gekommene Ba´th-Partei. Hatte das Racket erst einmal die Fäden der staatlichen Macht in der Hand, wusste es nicht mehr so recht was es eigentlich damit anfangen sollte. Außer Repression und Gewalt um der Erhalt der Macht willen, fiel dem Regime nichts ein. Zudem rivalisierten die panarabistischen Banden weiter untereinander. Schließlich bekriegten sich bereits wenige Wochen nach dem Putsch verschiedene Fraktionen der Ba´th-Partei um die Macht. Bereits im Untergrund vorhandene Rivalitäten um Macht und Einfluss, die trotz der teilweise verwendeten Etikettierungen als "Links- und Rechtsba´thisten" in der Realität keinen politischen Hintergrund hatten, verunmöglichen es der Partei ein stabiles Regime zu errichten. Eine Regierungspartei, die abwechselnd als Verbrecherbande oder Warlord agiert, kann auf Dauer keine politische Macht stabilisieren. Das erste Ba´th-Regime war damit innerhalb weniger Monate völlig am Ende und wurde noch einmal von rivalisierenden arabischen Nationalisten5 abgelöst, die allerdings letztlich ebenso daran scheitern ein stabiles Staatswesen aufzubauen, wie zuvor die Ba´thisten. Totalitärer Staat Eine Fraktion der Ba´th-Partei lernte jedoch aus dieser Niederlage dazu. Die Gewaltexzesse in den ersten Wochen nach dem Putsch und die folgenden innerparteilichen Bandenkriege hätten - so die innerparteiliche "Selbstkritik" - wieder zum Verlust der Macht geführt. Also wollte man es beim nächsten Versuch anders machen. Schließlich galt es die Macht nicht zu Erobern um sie sich sogleich wieder selbst zu demontieren, sondern diese zu einer stabilen Herrschaftsform zu verwandeln, in der der Irak nach den ideologischen Vorgaben des völkischen Nationalismus der Ba'th-Partei umzugestalten wäre. Deshalb hielt sich die Partei bei ihrem zweiten Putsch 1968 vorerst mit Gewaltexzessen zurück. Zur Verschleierung des Charakters des neuen Regimes wurden in der ersten Stufe des Umsturzes sogar eine Reihe von nichtba´thistischen arabischen Nationalisten mit wichtigen Posten betraut. Die noch von den Exzessen von 1963 öffentlich diskreditierte Ba´th-Partei wollte vorerst nicht (alleine) an die Öffentlichkeit treten. So folgte dem Putsch vom 17. Juli 1968 ein kurzes Regime, das verschiedene Strömungen des arabischen Nationalismus einschloss, hinter dem aber bereits die Ba´th-Partei stand. Das Regime versprach die Freilassung der politischen Gefangenen und entließ tatsächlich eine Reihe Gefangener. Bereits am 30. Juli betrachteten die Ba´thisten ihre Macht jedoch bereits als so weit gefestigt, dass sie eine Auslandsreise von Verteidigungsminister al-Da´ud dazu nutzten um sich seiner und einiger anderer "Koalitionspartner" zu entledigen. Im September verkündigte das Regime eine vorläufige Verfassung, die den Islam zur Staatsreligion erklärt und des "Sozialismus" zur Grundlage des ökonomischen Systems. Bereits wenige Tage nach der Verkündigung der Verfassung ist es jedoch mit den versöhnlichen Signalen an die Opposition, insbesondere an KurdInnen und KommunistInnen, vorbei. Wieder beginnen willkürliche Verhaftungen mit Folter und Hinrichtungen. Das Regime versucht nun schrittweise und systematisch das Tempo der Repression zu erhöhen und legt dabei weit mehr Geschick an den Tag, als nach dem ersten Putsch von 1963. Die Dosis der Einschüchterung und Gewalt wird schrittweise erhöht und betrifft zuerst nur kleinere und schwächere Gruppen in der irakischen Bevölkerung. So kann sich die Mehrheit weiter in Sicherheit wiegen. Der erste öffentlich im Fernsehen übertragene Schauprozess richtet sich gegen die - nach den Auswanderungs- und Deportationswellen der 50er Jahre - schwächste Minderheit des Irak: die irakischen Juden. Elf angebliche "zionistische Verschwörer" - darunter acht Juden - werden schließlich auf dem Befreiungsplatz in Bagdad öffentlich erhängt und der Bevölkerung zur Schau gestellt. Aber nicht nur das Fernsehen überträgt das Ereignis, auch zehntausende BewohnerInnen der Hauptstadt werden gezwungen die Leichen zu bestaunen. Teilweise werden die Körper der Toten bespuckt und beschimpft. Das Regime will damit die Bevölkerung zum Mittäter machen. In der Funktionsweise der Bandenkriminalität geschult, wissen die Ba´thisten, dass nichts mehr zusammenschweißt, als gemeinsame Verbrechen. So soll die Bevölkerung - großteils gegen ihren Willen - dazu gezwungen werden am Verbrechen teilzuhaben. Gewalt und Repression beschränkte sich jedoch nicht auf die kleinste und schwächste Minderheit, bei der nach Jahren der "antizionistischen" Propaganda die geringste Gefahr einer Solidarisierung der Massen bestand. Schrittweise wurde dies ausgeweitet auf KurdInnen, AssyrerInnen, SchiitInnen und KommunistInnen, bis schließlich jenes System entstand, das Kanan Makia so treffend als "Republik der Angst"6 beschrieben hatte. Dabei ging das Regime weit geschickter vor, als beim ersten Versuch. Statt wahlloser Gewalt wurde sie nun zielgerichtet eingesetzt. Gewalt und Repression gegen eine Gruppe wurde dabei immer mit einer Lockerung für oder eine Allianz mit einer anderen Gruppe kombiniert. So wurde (potentielle) Opposition von einer Verbündung gegen das Regime abgehalten und selbst durch die streckenweise Zusammenarbeit mit dem Regime kompromitiert. Auf diese Weise eroberte die 1968 noch kleine Ba´th-Partei schrittweise eine Massenbasis, die sie etwa der Kommunistischen Partei - bis in die Siebzigerjahre hinein die stärkste KP der arabischen Welt - mit dieser Mischung aus Kompromitierung und Repression abspenstig machen konnte. Erleichtert wurde diese Taktik noch durch einige sehr populäre Schritte der Regierung, wie wie etwa der Erfüllung einer langjährigen Forderung der irakischen Linken nach Verstaatlichung der Erdölförderung und den Ausbau des Wohlfahrtsstaates mit den dadurch vorhandenen Einnahmen aus der Ölrente. Wohlfahrt und Schulbildung, die primär der ideologischen Indoktrination diente, wurden damit einerseits ausgebaut und modernisiert, andererseits dem direkten Zugriff des Regimes unterstellt. Zum Ölrentiersstaat geworden, konnte das Regime sowohl mit (finanzieller) Zuwendung an seine Freunde, als auch mit Repression regieren. All dies legte die Basis zum wirklich totalitären Staat, zu dem der Irak mit Beginn des ersten Golfkrieges wurde. Dieser von Saddam Hussein losgetretene Krieg gegen den Iran, ermöglichte dem Regime - mit dem Argument der Gefahr durch den Krieg - die innere Repression im gesamten Land zu einem permanenten Spitzelstaat auszubauen und die letzten Reste der Opposition zu zerschlagen. Während und am Ende des Golfkrieges geschahen die schlimmsten Massaker des Regimes, wie die Anfal-Kampagne und die Giftgasangriffe gegen die Kurden, die international als Kriegshandlungen vertuscht werden konnten. Der zweite Golfkrieg als Wendepunkt der irakischen Staatlichkeit Während der erste Golfkrieg noch zu einer Stärkung der staatlichen (Repressions-)Strukturen führte, endete er zugleich im ökonomischen und sozialen Desaster. Der Überfall Saddam Husseins auf das benachbarte ölreiche Quwait, dem der Irak zudem während des Kriegs gegen den Iran angehäufte Schulden zurückzahlen musste, war primär ökonomisch bedingt. Die panarabische Rhetorik des Regimes übertünchte nur oberflächlich die Tats