From analle at no-racism.net Wed Jun 1 12:41:32 2005 From: analle at no-racism.net (analle at no-racism.net) Date: Wed, 1 Jun 2005 06:41:32 -0400 Subject: widerst@nd - MUND: Mittwoch, 1.6. 2005 Message-ID: <120585300.20050601064132@nessizius.com> widerst at nd MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst Mittwoch, 1. Juni 2005 www.no-racism.net/mund ================================================ A) INHALT ================================================ ================================================ 01 Kost-Nix-Laden Eröffnung Von: Arno Uhl ================================================ 02 1)Donnerstag2.6./ 2)B.ist frei!!!/ 3)ÖH-Wahlen:31.5.-2.6. Von: August Faschang ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ANKÜNDIGUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 03 Visual Night @ Donau 1.6.05 Von: Eva Bischof-Herlbauer ================================================ 04 Que(e)r-Beisl am 01. Juni / we know you are watching Von: Rosa Antifa Wien ================================================ 05 1. Juni 15.30 Solidarität mit streikenden pakistanischen TelekommunikationsarbeiterInnen Von: Sozialistische LinksPartei ================================================ 06 work at IT/Demo gegen Softwarepatente/2. Juni 2005 Von: Martin Mair ================================================ 07 Die Karibik/ Buchpräsentation Von: Promedia ================================================ 08 Hinweis auf Radiosendung Von: office at gegenargumente.at ================================================ 09 tanzpool festival juni 05 Von: KosmosTheater ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< NOCH MEHR ANKÜNDIGUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 10 beinbruch des koches meister gino - Denkarium reminder Von: friedemann derschmidt ================================================ 11 Weg Da! Radio Stimme zieht um (die Welt) Von: Radio Stimme ================================================ 12 Heute: Forum Sexualität (TransGender) Von: Rechtskomitee LAMBDA ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< JOBANGEBOT ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 13 türkischsprechende regieassistentin gesucht] Von: Johanna Schaffer ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN UND MEINUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 14 [Netbase] ORF-Klagsdrohung, Österreich-Quiz und virtuelle Kuhentführung Von: Martin Wassermair ================================================ 14 Spendenaufruf: Klage des Stocker Verlags Von: mayday graz ================================================ 15 Soliplakat fuer das EKH Von: berta bohnenstange ================================================ 16 Duce-Rufe im Stadion, wachsender Antisemitismus in Italien Von: Ökologische Linke ================================================ 17 EU-Verfassung nach Referendum in Frankreich gescheitert! Von: Werkstatt Frieden & Solidarität ================================================ 18 Glocalist >> Österr. Zivilgesellschaft zum EU-Referendum in Frankreich Von: GLOCALIST REVIEW ================================================ 19 Presseerklärung zu Türkei / Österreich Von: GFBV Hans Bogenreiter ================================================ 20 Sudan: Einschüchterungskampagne gegen Helfer Von: GFBV ================================================ 21 Irakische Weblogs Von: wadi wien ================================================ 22 Atomwaffenabzug jetzt! Von: Alois Reisenbichler - Stadtteilzentrum Simmering ================================================ 23 STOP the exhibition of AFRICANS in the Augsburg ZOO Von: ECOTERRA Intl. ================================================ 24 Libertad!-Rundbrief Nr. 2 - 30. Mai 2005 zum Prozess wegen Online-Demo 2001 Von: kampagne ================================================ ================================================ B) TEXTE ================================================ ================================================ 01 Kost-Nix-Laden Eröffnung Von: Arno Uhl ================================================ Alles für alle und zwar umsonst! Der erste autonome Kost-Nix-Laden eröffnet am 4.Juni im V.E.K.K.S. (5.Zentagasse 26) Vorläufige Öffnungszeiten ab 7.Juni: Di 15:00-20:00 Fr 15:00-20:00 Sa 12:00-20:00 Das Eröffnungs-Fest beginnt um 20:00 diesen Samstag + Live-Musik von Tullipan und Auflegerei + Freiraum-Soli-Cocktails + Essen und Musik die du mitbringst Endlich ist es soweit - die Raumsuche hat ein vorläufiges Ende gefunden und unser Kostnix-Laden eröffnet am 4. Juni 2005. Der Laden ist zwar nur klein (ca. 20m2) und eine offene Küche wirds vorläufig nicht geben, aber es ist ein erster Schritt und der muss gefeiert werden! Die Suche nach einem größeren Zentrum, indem sich mehrere Projekte entfalten können, geht natürlich weiter. Wenn du Sachen hast, die du nicht (mehr) brauchst, die aber noch völlig intakt sind, bring sie am besten gleich vorbei. (Infomaterial und Kleiderbügel wären auch super) In Zukunft kannst du dich dann im Kost-Nix-Laden versorgen. Um Missbrauch zu vermeiden, können allerdings nur 3 Dinge pro Person und Tag mitgenommen werden. Geben und Nehmen statt Kaufen und Verkaufen! www.geldlos.at - www.umsonstladen.at ================================================ 02 1)Donnerstag2.6./ 2)B.ist frei!!!/ 3)ÖH-Wahlen:31.5.-2.6. Von: August Faschang ================================================ Liebe Leute! + 1) DONNERSTAG 2.6.: Da am Donnerstag (2.6.) eine Demo gegen Softwarepatente stattfindet, die zum Ballhausplatz geht und dort ca. um 19Uhr45 beendet werden soll, wird es an diesem Donnerstag keinen Speakerscorner geben, damit die Protestierkondition nicht zu sehr überbeansprucht wird. Sehrwohl gibt es aber von 20Uhr-20Uhr15 zumindest noch eine Mahnwache gegen Schwarzorange in Österreich und Orangerot in Kärnten am Ballhausplatz vor dem Bundeskanzleramt (es sei denn der Softwarepatenteprotest am Ballhausplatz ist um die Zeit noch nicht aus). -- Zeitübersicht: - ab 17Uhr: Widerstandslesung (Ecke Ballhausplatz/Heldenplatz). - 18Uhr, vor dem europ. Patentamt in Wien (Rennweg 12): Kundgebung gegen die Einführung von Softwarepatenten in der EU, Demoabmarsch 18Uhr30: Über die Industriellenvereinigung zum Ballhausplatz, Ende dort ca. 19Uhr45. - 20Uhr-20Uhr15: Mahnwache gegen Schwarzorange in Österreich und Orangerot in Kärnten, Ballhausplatz vor dem Bundeskanzleramt (falls Softwarepatenteprotest schon aus). + 2) B. IST FREI!!!!!! Am 25.5.2005 wurde B. aus der Schubhaft entlassen! B. war erstmals am 19.8.2004 im Rahmen einer rassistischen Razzia am Heldenplatz während der wöchentlichen Donnerstagsproteste verhaftet worden (angebliche Drogenrazzia, bei der nur Leute mit für manche Dumme und für manche Mächtige zu dunkler Hautfarbe kontrolliert wurden. Drogendelikt konnte keines geahndet werden, also wurde als einzige Ausbeute der Razzia wegen mangelnder Papiere B. mitgenommen. - genauer Bericht in der "Donnerstagsaussendung" vom 24.8.04). Nach mehreren Wochen Schubhaft, Spendenkörberln bei Widerstandslesung und Speakerscorner und dem großteils unentgeltlichen Einsatz von Anwalt L. Binder wurde B. am 5.10.04 freigelassen. Mitgegeben wurde ihm eine Rechnung für die Aufenthaltskosten im Schubhäfen! Am 8.3.2005 wurde er von ca. 10 ExekutivbeamtInnen, die angeblich eigentlich nach einer anderen Person suchten, erneut verhaftet und verbrachte wieder mehr als 11Wochen in Schubhaft. Wieder wurden ähnliche Aktivitäten wie 2004 entfaltet und endlich ist B. wieder frei! - Viele große Dankeschöns - An die beiden, die sich regelmäßig um B.D. gekümmert haben, an Anwalt L. Binder, an alle, die irgendwie mitgeholfen haben, und an alle, die dazu beigetragen haben, dass im gemeinsamen Topf von Widerstandslesung und Speakerscorner für die Beteiligung an den Anwaltskosten und kleine "Erleichterungen" des Lebens in Schubhaft auch diesmal wieder einiges zusammengekommen ist!!! + 3) 31.5.-2.6.ÖH-WAHLEN - WAHLRECHT VON REGIERUNG MANIPULIERT: Die Schwarzorangeblaue Regierung hat das Wahlrecht so verändert, dass die ÖVP-StudentInnen (Aktionsgemeinschaft - AG) auch dann gewinnen, wenn sie keine Stimmenmehrheit erreichen! Bleibt zu hoffen, dass die Aktionsgemeinschaft bei den Wahlen von Dienstag bis Donnerstag so eine Abfuhr bekommt, dass ihr nicht einmal das extra für sie manipulierte Wahlrecht mehr helfen kann! (Bisher wurde die ÖH-Bundesvertretung direkt gewählt und jede Stimme jedes/jeder Studentin galt gleich viel. Da auf diese Art die ÖVP im StudentInnenbereich keine Mehrheit hatte, änderte sie - ähnlich wie zuvor schon bei den Sozialversicherungsträgern - einfach das Wahlrecht. Jetzt wird die ÖH-Bundesvertretung erstmals indirekt von den einzelnen Universitäten, Pädaks etc. beschickt. Dabei entsenden kleinere Unis überproportional viele Abgeordnete, größere Unis wenige. Warum? Weil auf kleineren Unis die ÖVP-Aktionsgemeinschaft stärker ist als auf größeren Unis. So einfach ist das mit dem Demokratieverständnis der ÖVP.) ligrü Gustl ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ANKÜNDIGUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 03 Visual Night @ Donau 1.6.05 Von: Eva Bischof-Herlbauer ================================================ Visual Night Mittwoch1.6.05 >O4yourEye ist ein VJ-Duo, bestehend aus Gery und Eva. >/// Phish Elektro sounddesinger , Live und an den Turntables Phish,Stex,HNS das restliche Raumkleid kommt von LICHTTAPETE www.4youreye.at www.schraeg.org www.eye-con.tv www.equaleyes.org so nebenbei >Cocktails kosten von 21.00 -22.00 die hälfte :) nfo: 4youreye 4youreyewurde in den frühen 90er Jahren gegründet und basiert auf der Rave-, Ambient-und ClubKultur dieses Jahrzehnts. Seit der Gründung von nun mehr als 10 Jahrenhat sich 4youreye nicht nur im eigenen Land einen Namen gemacht haben, sondernkann auch international auf viele erfolgreiche Auftritte zurückblicken. Die 2er Crew steht für schnelle Hardcuts und unkonventionelle Bildfolgen, reißtBilder, die wir aus alten Sehgewohnheiten zu kennen glauben aus demZusammenhang, um sie in einem anderen Kontext völlig neu entstehen zu lassen. Das, was Musik auszudrücken vermag wird hier in ständig wechselndenBildteppichen wiedergegeben. Gearbeitet wird grundsätzlich live, also inEchtzeit produzierte FX. Intention ist es, Sound und Visuals zu einer Einheitwerden zu lassen; Musik wird sichtbar und kann ganz anderes erlebt werden. Esentstehen zeitgebundene Unikate, gespeist aus Computeranimation, TV-Samples undeigen produziertem Material. Gefundenes, Erfundenes und Wiedergefundenes dienen als fragmentarischeVersatzstücke aus denen mit Sammelwut und Umdeutungskraft eine verwirrendeVielfalt geschaffen wird. Geschichte wird als unendliches, babylonisches Archivder Bilder, Medien, Sounds und Zeichen begriffen, um die offenen Räume derZukunft zu erkunden. Ästhetisch bezieht sich 4YourEye in ihren nonlinearen undraumgreifende Konzeptionen auf die abstrakten Kunstfilme der 20er Jahre, denliterarisch und politischen Cut-up und Collagentechniken der Experimentalfilmeder 50er und 60er Jahre, dem audiovisuellen Gesamtkonzept der Happening Kunstund Rockkonzerten der 70er Jahre sowie dem Live-Konzept der Video-Scratcher inden Londoner Clubs der 80er. start 21.00 , Free Entry! Karl-Schweighofergasse 10, 1070 Wien ================================================ 04 Que(e)r-Beisl am 01. Juni / we know you are watching Von: Rosa Antifa Wien ================================================ Mittwoch 01. Juni: we know you are watching Ueberwachungskameras via Sticker kennzeichnen, verkleben oder mit Tuechern verdecken, Ueberwachungszentralen besetzen oder Sabotage Aktionen setzen – seitdem Mitte der 90er Jahre die Videoueberwachung oeffentlicher urbaner Raeume massiv zugenommen hat, regt sich auch Protest. "Surveillance Camera Players" formulieren ihren Widerstand mit kurzen Performances vor Ueberwachungskameras im Sinn eines "Guerilla Programing of Videosurveillance" – diese Strategien vorzustellen, ist auch eine gute Gelegenheit, Videoueberwachung an sich zu thematisieren und in den Kontext gesellschaftlicher Entwicklungen, etwa der Diskussion um "urbane Verunsicherungen" zu setzen; die Analyse und Kritik von WissenschafterInnen der "Surveillance Studies" vorzustellen, oder die Tendenzen fuer die (Macht-) Verhaeltnisse im oeffentlichen Raum zu diskutieren. Weitere Infos: http://www.notbored.org Ort: Que(e)r-Beisl im EKH. Wielandgasse 2-4, 1100 Wien (U1 Keplerplatz) Zeit: 20 Uhr, Beislbetrieb von 18:30-24 Uhr Naechste Woche: Filmpremiere! ARTIKEL 7 – UNSER RECHT! CLEN 7 – NA?A PRAVICA Vollstaendiges Monatsprogramm auf http://www.raw.at im Bereich Que(e)r -- ############ RAW ############# Rosa Antifa Wien c/o Rosa Lila Tip Linke Wienzeile 102 A-1060 Wien AUSTRIA ------------------------- E-Mail: raw at raw.at Web: http://www.raw.at Board: http://www.n3tw0rk.org ------------------------- PGP-Key available here: http://www.raw.at/sub/kontakt/raw.asc ############ RAW ############# ================================================ 05 1. Juni 15.30 Solidarität mit streikenden pakistanischen TelekommunikationsarbeiterInnen Von: Sozialistische LinksPartei ================================================ Streik von 60.000 TelekommunikationsarbeiterInnen in Pakistan gegen Privatisierung! Solidaritätskundgebung: Mittwoch, 1.6. um 15.30 Botschaft der Islamischen Republik Pakistan (19; Hofzeile 13) (erreichbar mit Strassenbahn 38 von der U6-Station Nussdorferstrasse) Um die Privatisierung der staatlichen Pakistani Telecommunications Ltd (PTCL) zu verhindern, sind die 60.000 Beschäftigten seit mehreren Tagen im Streik. Regierung und Management gehen mit Einschüchterung und Repression gegen die ArbeiterInnen und die Gewerkschaften vor. In Pakistan und international gibt es eine Welle von Solidarität mit den streikenden ArbeiterInnen. Die Folgen der bisherigen Privatisierungen Unter dem Diktat von IWF und Weltbank wird seit Ende der 1980er Jahre privatisiert – mit verheerenden Folgen. Als Folge der Privatisierung in den Bereichen Zucker, Zement, Düngemittel, Öl zum Kochen sind die Preise um bis zu 400% angestiegen. Die Arbeitslosigkeit ist auf offiziell 11% gestiegen, wobei die tatsächliche Arbeitslosigkeit weit höher liegt. Die Zahl der Menschen, die unter der Armutsgrenze liegt ist von 22% 1990 auf 50% im Jahr 2004 gestiegen. Knapp eine Million ArbeiterInnen haben ihren Job verloren, über 7000 Fabriken wurden geschlossen. Bei Arbeitsbedingungen und Löhnen kam es zu drastischen Einschnitten. Ein großer Teil der fixen Vollzeitjobs wurde in Teilzeit und prekäre Jobs umgewandelt. Gewerkschaftliche und ArbeiterInnenrechte wurden beschnitten, die Arbeitszeit verlängert und die Beschäftigten in den privatisierten Betrieben haben soziale Unterstützung in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Transport etc. verloren. Die Privatisierung der (übrigens sehr profitablen) PTCL bedroht rund 30.000 der Jobs in diesem Bereich, die Löhne und Sozialleistungen der Beschäftigten und das Telefonsystem in den ländlichen Gebieten, das bisher quersubventioniert wurde. ArbeiterInnen wehren sich Die ArbeiterInnen können und wollen diese Privatisierung nicht hinnehmen. Auch auf Druck der Basis haben sich eine Reihe von Gewerkschaften in einem Gewerkschaftlichen Aktionskomitee zusammengefunden, um den Kampf zu organisieren. Zu den Kampfmethoden gehören neben dem Streik, der auch noch auf die totale Lahmlegung des Telefon-, Mobiltelefon- und Internetnetzes ausweiten kann, die Besetzung der PTCL-Zentrale durch 4000 ArbeiterInnen, Versammlungen der streikenden ArbeiterInnen. Auf lokaler Ebene wurden bereits ArbeiterInnenkomitees gegründet – u.a. um sich gegen die staatliche Repression gemeinsam wehren zu können. Es wird Geld für die Streikenden gesammelt und aus ganz Pakistan kommt Unterstützung. Staatliche Repression Pakistan – ein Bündnispartner der USA – will die Privatisierung durchpeitschen. Gegen die streikenden ArbeiterInnen und GewerkschafterInnen wird scharf vorgegangen. Es kam bereits zu Verhaftungen und die Gefahr besteht, das Armee und Polizei versuchen, den Streik blutig zu beenden. Unsere Solidarität ist wichtig! Die Auswirkungen von Privatisierungen sind weltweit gleich: Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen und der Löhne sowie der angebotenen Leistung – dafür steigen aber die Profite einiger weniger. Die KollegInnen in Pakistan führen einen wichtigen Kampf. Und sie sind sich dessen bewusst. Alle Versuche des Managements, den Streik durch Zugeständnisse bei den Löhnen zu beenden, wurden von der Belegschaft zurückgewiesen. Sie sind entschlossen, die Privatisierung zu verhindern. Sie haben deutlich gemacht, dass sie den Streik erst beenden, wenn die Regierung den Privatisierungsprozess für beendet erklärt. Das Geringste, was wir tun können, ist sie in diesem Kampf zu unterstützen. Was kannst Du/können Sie tun? * Ein Protestmail an folgende Adressen senden (Text siehe unten): Junaid Khan, President PTCL, president at ptcl.com.pk M.Shahzad Sadan, Senior Vice President PTCL, sevphr at ptcl.com.pk Awais Leghari Minister Telecom and Information Technology, minister at moitt.gov.pk und aleghari at moitt.gov.pk Bitte Kopien an: cwi at worldsoc.co.uk, turcpakistan at yahoo.com, slp at slp.at * Ein Protestfax an die Pakistanische Botschaft in Wien schicken: Fax +43(1)3671831 * Für die KollegInnen in Pakistan spenden: PSK 72620353 (Verwendungszweck: Pakistan) * An der Protestkundgebung vor der Pakistanischen Botschaft beteiligen: Mittwoch, 1.6. um 15.30 Botschaft der Islamischen Republik Pakistan (19; Hofzeile 13) (erreichbar mit Strassenbahn 38 von der U6-Station Nussdorferstrasse) Mehr Informationen unter: www.turcp.org www.socialistworld.net Protestresolution (Vorschlag): We demand an immediate end to the repression against Trade Unionists and the attempts to privatise the PTCL To the Embassy of the Islamic Republic of Pakistan Hofzeile 13 A-1190 Wien Austria The Organisations and Individuals listed below would like to express their opposition to the Pakistani government's privatisation of Pakistan Telecommunications Company Ltd as part of the $1.7 billion privatisation package. Internationally privatisation has led to asset stripping, a collapse in quality of services and massive price hikes in these sectors. On the other side, multinational and national companies have made enormous profits out of these programmes. In Pakistan it has already been calculated that up to 50% of workers could be sacked after privatisation and many services in rural areas will be cut. In a speech to the United Nations in April 2004 President Musharraf called for the salaries of public sector workers to be increased by 100% while those of highly paid officials should be slashed. And yet now he is implementing policies which will cause a collapse in the living standards of not only Telecom workers but also many others who will face huge increases in the costs of telecommunication services. We demand that the privatisation programme be halted immediately. Even more of concern to us is the fact that the Pakistani government and military have carried out repressive actions against Telecom Trade Union activists in pursuit of their strike action. For example on Saturday 28 May 2005 the General Secretary of the Lines Staff Union, Malik Maqbool Hussein, and two of the union national office bearers were taken into custody by military intelligence and only released after five hours. Then on Sunday 29 May, police raided the houses of several regional leaders of the Telecommunications Unions and Paramilitary Rangers were deployed at depots of PTCL. We completely oppose such oppressive actions and demand they cease immediately. Any attempt to crush this strike by armed force stands against the basic principles of democratic right to protest and will be met with a wave of protest in Austria. We call on the Pakistani government to: • Halt its privatisation programme immediately • Stop any repressive acts on trade union activists and telecom workers ================================================ ================================================ 06 work at IT/Demo gegen Softwarepatente/2. Juni 2005 Von: Martin Mair ================================================ >Subject: work at IT/Demo gegen Softwarepatente/2. Juni 2005 >To: Nicholas Hauser >Von: Nicholas Hauser > >hallo! > >Kundgebung Gegen die Einführung von Software Patente in der EU > >donnerstag 2. juni 2005 sollen in ganz europa kundgebungen gegen software >patente stattfinden. so auch in wien: geplant telefonische liveschaltungen >zu kundgebungen in anderen europaeischen staedten. > > >Beginn: Vor dem europäischen Patentamt in Wien, Rennweg 12 über den >Schwarzenbergplatz, >vorbei an der Industriellenvereinigung, über den Ring (bei kleinerer >TeilnehmerInnenzahl auf der Nebenfahrbahn) zum Ballhausplatz. > >Beginn: Donnerstag 2. Juni 2005, 18:00 vor dem europäischen Patenamt, >Abmarsch 18:30 > >Ende etwa 19:45 am Ballhausplatz. > >c u >nicholas ================================================ 07 Die Karibik/ Buchpräsentation Von: Promedia ================================================ EINLADUNG ZUR BUCHPRÄSENTATIONBernd Hausberger/Gerhard Pfeisinger(Hg.) DIE KARIBIK Geschichte und Gesellschaft1492 - 2000 ISBN 3-85371-236-3, br., großes Format, 24,90 Euro,224 Seiten. Promedia Verlag WANN: Donnerstag,16. Juni 2005, 19:00 Uhr WO:Lateinamerikainstitut,Europasaal, Türkenstrasse 25, 1090 Wien MIT KARIBISCHER MUSIK (von Salsa bis Latin Rap) anschließend Umtrunk und kleiner Imbiss Was den Tourismusmanagern als tropisches Inselparadies gilt, entpupptsich bei genauerer Durchsicht als wirtschaftlich extrem zerrissenes undvon tiefen sozialen Gegensätzen geprägtes Land. ZUM BUCH SPRECHEN: Bernd Hausberger (Historiker) Gerhard Pfeisinger (Historiker) Ingrid Kummels (Ethnologin) Auf Ihr/Dein Kommen freut sich Hannes Hofbauer/ Promedia Verlag ================================================ ================================================ 08 Hinweis auf Radiosendung Von: office at gegenargumente.at ================================================ Radiosendung "Gegenargumente" auf Radio Orange 94.0 MHz ( im Telekabel auf 92.7 MHz oder live im Internet über http://o94.at ) Dienstag, 31.Mai 2005, 20:30 bis 21:00 Thema: "Haderer, ein österreichischer Karikaturist - bekifft von der Meinungsfreiheit? Warum das Bild eines surfenden Jesus zu einem Fall für den Richter wurde und was niemand daran auffallen will!" weitere Informationen auf http://www.gegenargumente.at ================================================ ================================================ 09 tanzpool festival juni 05 Von: KosmosTheater ================================================ KosmosTheater präsentiert: Wir möchten Sie zu folgenden Veranstaltungen herzlichst einladen und ersuchen um Ankündigung in Ihrem Medium. tanzpool festival juni 05 Alle Beteiligten haben durch ihre Zusage und durch ihren Verzicht auf Gage ein Statement für t a n z p o o l abgegeben und damit dieses Festival überhaupt erst möglich gemacht. t a n z p o o l festival 05 wird erstmals, auf grund ablehnender Empfehlung des Kuratoriums, von der MA7 (Stadt Wien) nicht gefördert. Wir danken für die Bereitschaft aller Unterstützenden und aller Teilnehmenden. fr 10.juni 05 bert gstettner/tanzhotel/satyr*icons melanie maar/im off sa 11.juni 05 lisa hinterreithner/desire/hidden linda samaraweerova/vteriny na vyber - seconds to choose Eliou Gervasi/Fuga - Ce so 12.juni 05 tanztheater homunculus/ohne titel sibylle starkbaum/“geizig geil” anna schrefl/wienerwerk/bit and pieces_1 mo 13.juni 05 spielfreier aktionstag nähere infos laufend unter: www.tanzpool.com di 14.juni 05 helene weinzierl/cie laroque/0-0-0>5 jeremy xido/cabula/eixam 6 mi 15.juni 05 tanzpool coaching/u. a.einige der schönsten tode der filmgeschichte, choreografiert do 16.juni 05 katharina weinhuber/“zum landler” georg blaschke/12manandawomanwaltzes silvia both/s.tanzt p.leuchtet fr 17.juni 05 claudia heu, jeremy xido/cafe bon bon (VORANMELDUNG UNBEDINGT ERFORDERLICH!) katherina bauer/ohne titel-teil 1 von 3 esther balfe/blah.....mental lieve de pourq/bremskraft sa 18.juni 05 lange nacht der musik mia zabelka,ingrid oberkanins,annette giesriegl,swinging Ladies u.a.improvisationen von tanzpool coaching und den musikerInnen der langen nacht der musik. RAUMINSTALLATIONEN (während des gesamten festivals im kosmostheater) gabriele einsiedl und helmut fixl/laborG/H magdalena hinterreither pilottanzt tanzpool film RAHMENVERANSTALTUNGEN "an image of the future" so 12.juni 05 / 10.00 - 14:00 open space mit choreografInnen, tänzerInnen, performerInnen HERZLICHE EINLADUNG AN ALLE DARAN TEILZUNEHMEN! moderator: axel fussi/transculture im tanzpool studio , lehargasse 1,1060 wien nähere infos laufend unter: www.transculture.org/openspace.html und crew at nextra.at sa 18.juni 05 offene runde mit geladenen gästen VeranstalterInnen Sigried Gareis, Rio Ruitzinger,u.a. KünstlerInnen Sebastian Prantl,Nikolaus Selimov,Claudia Heu,u.a. Moderation t.b.a. time 10.00 bis ca.12.00 im KosmosTheater (Foyer) impulse werden der open space von 12.juni bzw. die von uns geführten interviews mit künstlerInnen der österreichischen tanzszene sein. moderator: axel fussi/transculture auf euer kommen freut sich bereits silvia both künstlerische leitung t a n z p o o l Termin Fr 10.06. - Sa 18.06. / 20:00 Veranstalter tanzpool in Zusammenarbeit mit dem KosmosTheater Preis Einheitspreis EUR 14,- / Tel. 01-585 62 43 Alegrias Flamenco mit Juan Polvillo (Sevilla) und La Guita Flamenco ist eine Reise in eine andere Welt. Eine Welt voller Rhythmus, Leidenschaft und Lebensfreude mit einer enormen Ausdruckskraft im Tanz. Erleben Sie Flamenco puro in Wien: Juan Polvillo und La Guita mit Ensemble. Juan Polvillo ist ein Vertreter des Flamenco puro. Sein Stil zeichnet sich durch Kraft, Temperament und Comic aus. In der Produktion „Encuentros“ (Begegnungen) war er 2004 erstmals in Wien gemeinsam mit der Tänzerin La Guita auf der Bühne zu erleben. Kongenial ergänzen sich die Temperamente beider Künstlerpersönlichkeiten. Gemeinsam präsentieren sie nun ihr neues Programm „ALEGRIAS“ in höchster Präzision und Ausdruckskraft. Der Tanz steht neben reinen Instrumentalstücken im Vordergrund: Fließende Arme und virtuose Fußarbeit, gebündelte Energie und weiche Anmut. So entstehen im Wechselspiel von Körper und Musik Bilder, Melodien und Momente unvergleichlicher Schönheit und Kraft, der Zauber einer universellen Sprache, die das Leben selbst ist. Juan Polvillo: Tanz La Guita: Tanz Maria Aguilar: Gesang und Palmas Manuel de Taña: Gesang, Cajon und Palmas Morenito de Triana: Gitarre Cyro: Violine Einlass ins Foyer (Ausstellung): ab 19:00 Preis:Vorverkauf: EUR 18,- erm. 16,50 an allen Spieltagen im Kosmos Theater zu den Kassazeiten und im Atelier Maria am Gestade, Wien 1, Schwertgasse 2 (Di – Fr 11:00-19:00, Sa 10:00-17:00) Abendkasse: EUR 20,- erm. EUR 18,50 Termin 08. - 09.06. / 20:00 Preis EUR 20,- erm. /EUR 18,50 Tel. 01-5231226 email: office at kosmostheater.at >> Mehr Info Roland Berger KosmosTheater / A-1070 Wien Siebensterngasse 42 / Tel. 01 5231226 / http://www.kosmostheater.at / email: office at kosmostheater.at / anVeranstaltungstagen geöffnet ab 19:00 / Büro Mo-Fr 11:00 bis 15:00 ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< NOCH MEHR ANKÜNDIGUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 10 beinbruch des koches meister gino - Denkarium reminder Von: friedemann derschmidt ================================================ Der Fellini Termin am 2.Juni 2005 Die Stimme des Mondes muss wegen Beinbruch abgesagt werden. Der Abend wird zu gegebener Zeit nachgeholt. Ich möchte allerdings nochmals auf das Denkarium am Fr. den 3. hinweisen: Karin?s kleines Denkarium Träumende Vernunft - Utopia reloaded? Zweites Denkarium zu Utopie: Gerburg Treusch-Dieter Soziologin/Professorin u.a. FU Berlin, HdK Berlin Von der feministischen Utopie zur Gen- und Reprotechnologie? Wann: Freitag, 03. Juni 19.30 Wo. Gentzgasse 120/18 1180 Wien Denkarien sind kleine, semiöffentliche Orte des Diskurses, Werkstätten des Denkens; Das Vorbild ist der Wiener Salon. Immer soll es etwas zu Essen geben, Tee und Wein. um Voranmeldung wird gebeten! (bei nachfrage kinderbetreuung) Eine Veranstaltung der Änderungsschneiderei Produktion von Wirklichkeiten ________________________ Institut zur Erforschung und Erschaffung von Ritualen und Zeremonien __________________________________ © 2003 friedemann derschmidt & karin schneider A-1180 Wien; Gentzgasse 122/18 Mag. Karin Schneider tel.: +43 699 1924 5850 fax.: +43 699 4012 60 35 schneiderin at gmx.net mit lieben Grüssen Friedemann Derschmidt ================================================ 11 Weg Da! Radio Stimme zieht um (die Welt) Von: Radio Stimme ================================================ Liebe Hoererinnen und Hoerer, liebe Freundinnen und Freunde! Radio Stimme zieht um (die Welt)! Soll heissen: Unsere Sendunghat auf Orange 94.0 einen neuen Sendeplatz bekommen. Statt wiebisher jeden zweiten Dienstag abend, ist Radio Stimme ab sofort jedenzweiten Donnerstag von 13.00 bis 14.00 Uhr in Wien auf Orange94.0 zu hoeren. Das erste mal am 09. Juni. "Zieht um (die Welt)" heisst aber auch, dass Radio Stimme ab nun nichtmehr nur in Wien auf Orange 94.0 on air zu hoeren ist, sondern auch inLinz, Graz und Innsbruck! Die Sendung wird jeweils am Sonntag um11.00 Uhr auf Radio FRO in Linz und am Donnerstag um12.00 Uhr auf FREIRAD in Innsbruck wiederholt; der Sendeplatz auf RadioHelsinki in Graz steht noch nicht fest. Darueber hinaus bleibenfreilich auch weiterhin alle Sendungen auch ueber das Internet-Archivjederzeit hoer- und downloadbar! Das alles wird schliesslich gefeiert: am Fr, 10.06 heisst es daher "Weg Da! Radio Stimme zieht um (die Welt)" live: First Fatal Kiss dj's: DJ Amina / DJ MejDej Fr., 10.06.2005, ab 21.00 Uhr Club U (Karlsplatz - Kuenstlerhauspassage), Wien Eintritt: EUR 3,- -- Radio Stimme – Die Sendung der Initiative Minderheiten Das politische Magazin zu den Themen Minderheiten - Menschenrechte- Rassismus on air: Wien - Do, 13.00 Uhr - Orange 94.0 - http://www.orange.or.at Linz - So, 11.00 Uhr - Radio FRO - http://www.fro.at Graz - - Radio Helsinki - http://www.helsinki.at Innsbruck - Do, 12.00 Uhr - FREIRAD - http://www.freirad.at on line: weltweit - jederzeit - http://www.initiative.minderheiten.at ================================================ ================================================ 12 Heute: Forum Sexualität (TransGender) Von: Rechtskomitee LAMBDA ================================================ TRANSGENDER Ausbruch aus Geschlechtergrenzenoder Krankheit? Gender (engl.) istGeschlechtlichkeit im sozialenZusammenhang. TransGender bedeutetdas Überschreiten herkömmlicher Geschlechterrollen und -zwänge. Dazu gehören:Transsexuelle, Transvestiten / Crossdresser, Butches,Drag-Queens / Drag-Kings,Travestiekünstler In der Klassifikation psychischerStörungen der WHO (ICD-10) wird der Wunsch,als Angehörige/r des anderen Geschlechtszu leben und anerkannt zu werden, als „Störung der Geschlechtsidentität“ und somit als„Persönlichkeits- und Verhaltensstörung“ bezeichnet. - Wer oder was bestimmt das Geschlecht? - Ist das biologische Geschlechtbindend für die Geschlechtsidentität? - Was macht die Identität eines Menschen aus? - Der herkömmliche (Hetero-)Sexismuskategorisiert: Entweder Mann oder Frau! Gibt es ein sowohl als auch? Oder garganz etwas anderes, ein drittes Geschlecht? - Ist Transsexualität eine„Normvariante“ menschlicherIdentität? Tatsache ist, dass es zu allen Zeiten und in allen Kulturen, inallen Gesellschaftsschichten und in allen Generationen Menschen gab und gibt, die die unveränderbareGewissheit haben, transsexuell zu sein. - Wie geht das Gesetz mitTransGender-Personen um? ExpertInnen gehen diesen Fragen und den AnliegenTransGender-Organisationen nach und laden zu einer breiten Diskussion ein. An der Diskussionwird auch eine (Mann-zu-Frau) transsexuelle Frau teilnehmen, die nach erfolgterOperation nun in Österreich – mit ihren Kindern - als Frau in gültigergleichgeschlechtlicher Ehe mit einer anderen Frau lebt. Sie wird über denAlltag in Ihrem Heimatdorf und die Reaktionen der Bevölkerung ebenso berichtenwie über den Druck den österreichische Behörden ausüben, damit sie ihre Eheauflöst. Podium - Dr.Margret AULL, Präsidentin des Österreichischen Bundesverbandes fürPsychotherapie - Eva FELS, Obfrau von TransX - Dr.Helmut GRAUPNER, Rechtsanwalt,Co-Vorsitzender der ÖGS, Präsident des Rechtskomitees Lambda (RKL) - DISandra HOFMANN, mit einer Frau verheiratete transsexuelle Frau,Beschwerdeführerin vor dem Verfassungsgerichtshof - Univ.-Prof.Dr. Alfred SPRINGER, Psychiater, Psychoanalytiker - Dr.Michael STORMANN, Bundesministerium für Justiz - DSAElisabeth VLASICH, Psychotherapeutin, Leiterin der ExpertInnengruppeTranssexualität und Psychotherapie - MinisterialrätinDr. Helga WAGNER, Bundesministerium für Inneres Moderation Mag. JohannesWAHALA, Psychotherapeut,Sexualwissenschafter, Vorsitzender der ÖGS Begrüßung Renate KAUFMANN, BezirksvorsteherinMariahilf 31. Mai 2005, um 20.00 Uhr Bezirksvorstehung Mariahilf 1060 Wien, Amerlingstraße 11 ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< JOBANGEBOT ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 13 türkischsprechende regieassistentin gesucht] Von: Johanna Schaffer ================================================ Liebe Leute Bitte weitersagen: Für die Inszenierung von Jelineks "Stecken, Stab und Stangl" (mit einem Frauenensemble) im November suche ich eine - möglichst türkisch sprechende- Regieassistentin. Arbeit: Ab sofort sporadisch und bei freier Zeiteinteilung . (Sponsorensuche, Spielortsuche, etc) Ab September circa 1 Arbeitstag pro Woche, ab Anfang Oktober 4-6 Wochen intensive Arbeit. Freie- Szene-übliche Bezahlung. Theaterwissenschaftsstudentin oder Frau mit Theaterleidenschaft und/oder Erfahrung wäre nicht schlecht. Interessentinnen sollen sich bei mir melden. email: augustine.leisch at gmx.at Tel. 0699 1 94 222 09 Liebe Grüße Tina ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN UND MEINUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 14 [Netbase] ORF-Klagsdrohung, Österreich-Quiz und virtuelle Kuhentführung Von: Martin Wassermair ================================================ |--- | PRESSEMITTEILUNG |--- | Institut für Neue Kulturtechnologien/t0 | http://www.netbase.org/ |--- | 31.05.2005 |--- |--- | ORF-Klagsdrohung, Österreich-Quiz und virtuelle Kuhentführung | | Netbase widersetzt sich Einschüchterungsversuchen | und der Inszenierung von Geschichtsmythen |--- "Die Kultur- und Medienarbeit hat 2005 keinen Grund zu jubeln!" Ein halbes Jahr nach Auftakt der Regierungsfeierlichkeiten zieht die Wiener Netzkultur-Institution Netbase eine mehr als ernüchternde Bilanz. Während ÖVP-Bundeskanzler Wolfgang Schüssel große Teile des kulturellen Feldes trocken legt, geht nun auch Österreichs öffentlich-rechtliche Sendeanstalt mit Klagsdrohungen gegen kritische und unabhängige Stimmen vor. Der Hintergrund: Seit Monaten droht der ORF mit rechtlichen Konsequenzen, sollte Netbase mit der Internetplattform der 2005-kritischen Auseinandersetzung nicht den Forderungen des Küniglbergs Folge leisten. "Der ORF lässt seine Muskel spielen und will im Hinblick auf unsere künstlerische Interpretation des offiziellen Jubeljahr-Logos Zensur ausüben", erklärt Netbase-Leiter Konrad Becker. "Für uns ist das ein untragbarer Einschüchterungsversuch, den wir bisher erfolgreich abzuwehren wussten. Wir werden jedenfalls nicht klein beigeben!" Nicht zuletzt deshalb ist das Jahr 2005 für Netbase ein wichtiger Ausgangspunkt, sich mit der Inszenierung von Macht, Nationalismus und Geschichtsmythen auf der Ebene verschiedener Projekte auseinander zu setzen. Zu Beginn des Jahres wurde mit PolitikwissenschafterInnen ein Österreich-Quiz entwickelt, das sich insbesondere bei Jugendlichen großer Beliebtheit erfreut. Antworten auf die Frage "Patriotismus oder Vaterlandsverrat?" bieten Aufschlüsse über historische Zusammenhänge, die in offiziellen Erzählungen zumeist ausgeblendet bleiben. Für Irritation und Aufsehen sorgte in der Woche vor den Staatsvertragsfeiern das Projekt "kommando freiheit45". Dieses virtuelle Drama einer politisch motivierten Kuhentführung in vier Akten versteht sich als semiotische Inszenierung, die offizielle Bildwelten und Opfer/Täter-Festschreibungen dekonstruiert. "Mit der subversiven Energie des Absurden haben wir ein öffentliches Schauspiels eingeleitet, das nicht nur eine mediale Dynamik ausgelöst, sondern auch eine offene Bühne für Komplizen- bzw. Gegnerschaft zur Verfügung gestellt hat. Die Kuh hat mit der Sprengung zu einem explosiven Schlusspunkt gefunden. Der Widerspruch gegen die Bundesregierung ist damit jedoch nicht zu Ende", so Becker abschließend. |--- | kommando freiheit45 | http://netbase.org/zkw |--- | Österreich-Quiz | http://quiz.oesterreich-2005.at/ |--- | Vorsorge-Paket gegen ein Jahr Heimat-Feiern | http://www.oesterreich-2005.at/ |--- |--- | Rückfragen: |--- | Institut für Neue Kulturtechnologien/t0 | Zwischenquartier Burggasse 21 | A-1070 Wien |--- | Tel. +43 (1) 522 18 34 | Fax. +43 (1) 522 50 58 |--- | http://www.netbase.org/ |--- ================================================ 14 Spendenaufruf: Klage des Stocker Verlags Von: mayday graz ================================================ ------------------------------------------------ Spendenaufruf: Klage des Stocker Verlags ------------------------------------------------ Hohe Prozesskosten wegen mehrerer Zivilrechtsklagen! Mit zivilrechtlichen Klagen reagiert der Leopold Stocker Verlag auf öffentliche Kritik an seiner Nähe zur rechtsextremen Szene: Anlass ist zum einen ein Artikel in der Zeitung der HochschülerInnenschaft Graz, zum anderen mehrere Texte über seine Aktivitäten auf der Homepage von „Mayday 2000“. Die Klage des Verlags auf Widerruf und Unterlassung richtet sich nicht nur gegen zwei „Mayday“-Mitglieder, sondern auch gegen den Betreiber des Servers, auf dem unsere Homepage, wie zahlreiche andere Webseiten auch, liegt, und der mit der Gruppe „Mayday 2000“ und unseren Aktionen nicht das geringste zu tun hat. Der Stocker Verlag wurde erst kürzlich, wegen eines Beitrags in der von seinem Geschäftsführer herausgegebenen Zeitung „Neue Ordnung“, in den steirischen Medien (ORF am 20. und 22.5., Kleine Zeitung und Standard am 21.5.) kritisiert, nachdem die Grünen ihn wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Verbotsgesetz angezeigt hatten. In den Texten, wegen denen wir nun geklagt werden, informierten wir u.a. darüber, dass der Stocker Verlag rassistische und antisemitische AutorInnen verlegt bzw. vertreibt, eine Zeitung mit rechtsextremen Inhalten herausbringt und dass sein Geschäftsführer in der rechtsextremen Szene Aktivitäten setzt. Wir sind davon überzeugt, dass wir den Wahrheitsbeweis für unsere Kritik am Stocker Verlag erbringen können und wollen das auch tun. Der hohe „Streitwert“ von jeweils 30 000 Euro, den der Verlag eingebracht hat, führt allerdings dazu, dass die vorläufigen Verfahrenkosten innerhalb kürzester Zeit bereits mehrere Tausend Euro betragen werden. Wir bitten daher dringend um finanzielle Unterstützung! Jeder Beitrag hilft uns! Nähere Informationen zum Stocker Verlag gibt es auf unserer Homepage. -- MayDay2000 Graz Post: Postfach 466, 8011 Graz Netz: http://mayday.widerstand.org Email: mayday-graz at gmx.at Support: Sparbuch Nr. 32 22 61 85, BLZ 38 000, Bezeichnung "MayDay2000 Graz" Weitersagen: GMX DSL-Flatrates mit Tempo-Garantie! Ab 4,99 Euro/Monat: http://www.gmx.net/de/go/dsl ================================================ 15 Soliplakat fuer das EKH Von: berta bohnenstange ================================================ Liebe politisch Denkende und Handelnde! Die Solidaritaetskonzerte fuer und im EKH und die Unterstuetzungserklaerungen prominenter Personen haben ihm in den letzten Monaten viel Oeffentlichkeit verschafft. Viele Menschen wurden erst dadurch auf das Bestehen eines derartigen Freiraums in Wien aufmerksam und beginnen sich jetzt zu fragen, wie dieser zu halten und zu vergroessern waere. Gerade jetzt aber, kurz vor der drohenden Raeumung einiger Bereiche im Haus hat sich das Interesse der Oeffentlichkeit verlaufen und viele glauben, das EKH waere schon verloren. Dem entgegengesetzt besteht es aber noch weiterhin als politisch und oekonomisch unabhaengiges kulturelles Zentrum, in dem Politik und Kultur nicht nur gemacht, sondern gelebt werden. Deswegen wollen wir mit unserem Wunsch nach selbstbestimmten Raeumen in der Stadt praesenter werden und planen zu diesem Zweck ein SOLIDARITAETSPLAKAT mit den Namen aller das EKH unterstuetzenden Personen. Das Plakat soll eine Aufforderung an die Stadt darstellen, sich fuer den Erhalt des EKH einzusetzen, sowie andere autonome Initiativen, die fuer ihr Recht auf Raum kaempfen, zu unterstuetzen. Wir hoffen, dass auch ihr euren Namen (bzw den Namen eurer Gruppe oder Initiative) auf diesem Plakat sehen wollt. Es reicht ein e-mail an ekh-soli at gmx.net und ihr seid dabei! Informationen ueber die aktuelle Situation ums Ernst-Kirchweger-Haus gibt es auf http://www.med-user.net/ekh und http://ekhbleibt.info Auf in einen heißen Sommer! das EKH-Soliteam ================================================ 16 Duce-Rufe im Stadion, wachsender Antisemitismus in Italien Von: Ökologische Linke ================================================ Duce-Rufe im Stadion In Italien gibt es Zeichen von wachsendem Antisemitismus Von Dirk Schümer Venedig. Studenten, die einer jüdischen Professorin den Tod durch Selbstmordattentäter an den Hals wünschen; ein israelischer Botschafter, der am Reden gehindert wird; jüdische Studenten, die aus Angst vor Repressalien ihren Glauben verbergen; eine jüdische Fußball- Jugendmannschaft, die mit rassistischen Sprechchören vom Platz gejagt und verprügelt wird: die schlimmen Notizen über Antisemitismus kamen aus einem Land, von dem man das nicht erwartet hätte - aus Italien. Der israelischen Tageszeitung "Maariv" war die vermeintlich antisemitische Stimmung an der Universität Turin eine große Reportage wert. Italienische Medien und manche Intellektuelle sahen sich zur Debatte genötigt, ob und wenn ja warum ausgerechnet in Italien offener oder geduldeter Antisemitismus dabei ist, wieder salonfähig zu werden. Auslöser der Diskussion war Amit Peer, Student der Tiermedizin aus Israel. Er hielt die Augen offen, nachdem eine Professorin jüdischen Glaubens, Daniela Santus, an der Universität Turin den israelischen Diplomaten Elazar Cohen zu einem Vortrag eingeladen hatte. Es kam zu Tumulten, einer Demonstration gegen die Dozentin mit üblen Beschimpfungen. Schon zuvor hatte man Israels Botschafter in Florenz am Reden gehindert. Wie solle er, fragte sich der Student, dieses Klima von Haß und Furcht seinem Großvater, einem Überlebenden der Schoa, daheim in dessen Kibbuz erklären? Schnell hatten Turins linker Bürgermeister sowie der christdemokratische Europaminister Buttiglione, hatten Universitätspräsident und wissenschaftliche Kollegen die Schuldigen ausgemacht: eine kleine Gruppe "autonomer" Schreihälse, die bei ihrem intoleranten Feldzug gegen die Politik Scharons übers Ziel hinausgeschossen seien. Tatsächlich kann man der Regierung Silvio Berlusconis vieles vorwerfen, aber gewiß keinen Antisemitismus. In Israel gilt Italien seit Jahrzehnten als einer der treuesten Verbündeten in Europa, in jüngster Zeit mehr denn je. Minister Buttiglione beeilte sich, bei einem Besuch der Universität Turin auf das vergleichsweise milde Gesellschaftsklima in Italien hinzuweisen: "Kein Vergleich mit Frankreich oder Deutschland." Wirklich kein Vergleich? Wer etwas genauer hinschaut, bemerkt den unbedenklichen, gar rüden Umgang vieler Italiener mit dem millionenfachen Mord an Juden im Zweiten Weltkrieg. Fußballer jüdischer Herkunft, etwa 1992 der Niederländer Aaron Winter, wurden regelmäßig von Tifosi mit rassistischen Chören und antisemitischen Wandparolen aus dem Land getrieben. Und bis in diese Saison empfangen Fans die Gastmannschaft im Stadion mit säuberlich gemalten Parolen wie "Auschwitz ist euer Vaterland, die Öfen sind eure Häuser". Bisher haben sich Polizei wie Justiz als machtlos gegen den wachsenden Neofaschismus im Umfeld der sogenannten Fußball-"Ultras" erwiesen. Denn anders als im linken Milieu der Universität sind es in den Vorstädten junge Gruppen militanter Neofaschisten, die genüßlich mit dem Feuer des Antisemitismus spielen. Zwar hat sich die faschistische Nachfolgepartei "Alleanza nazionale", mit Berlusconi in der Regierungskoalition, formell von der antisemitischen Vergangenheit, den Rassegesetzen des "Duce" und der Mitwirkung an den Deportationen distanziert. Doch an der Basis der rechten Bewegung, zuweilen auch im Alltag, klingen die Töne weniger moderat. Auch die systematischen Entsorgungsversuche der Altlast "Duce" - etwa wenn Berlusconi treuherzig betont, Mussolini habe nie jemandem etwas zuleide getan - zeigen Wirkung. So passiert es der jüdischen Fußball-Jugendmannschaft von Maccabi Roma immer wieder, mit "Duce"-Sprechchören bei ihren Auswärtsspielen in Kleinstädten des Lazio empfangen zu werden. Bei einer Partie gegen Pro Calcio Acilia lief das jugendliche Kräftemessen jetzt aus dem Ruder, nach regelrechten Straßenschlachten mit demolierten Autos und einer Hetzjagd auf die jüdischen Jugendkicker mußte die Partie abgebrochen werden. Der Kapitän von Maccabi erzählte, daß antisemitische Schreiereien und zuweilen auch Attacken längst die Regel seien. Besorgte Eltern lassen ihre Kinder lieber nicht mehr mitspielen. Und die Aggressoren rechtfertigten ihr Vorgehen auch noch mit dem ruppigen Spiel ihrer Gegner, mit Antisemitismus hätten die Prügeleien nichts zu tun. Daß bereits diese Verharmlosung den Verdacht bestätigt, meint auch Vittorio Pavoncello, Präsident der jüdischen Sportclubs in Italien: "Der Antisemitismus an der Peripherie wächst." Ihre Unbekümmertheit glauben sich manche Italiener dadurch verdient zu haben, daß der italienische Faschismus anfangs nicht rassistisch operierte. Erst die Deutschen hätten die Judenvernichtung in Italien organisiert. Dabei werden die demütigenden Rassegesetze von 1938, die aktive Mitwirkung italienischer Bürger, faschistischer Milizen zuvörderst, am Massenmord gerne unter den Teppich gekehrt. Diese Art der Verdrängung geht mit der wachsenden Gesellschaftsfähigkeit faschistischen Gedankenguts einher, etwa wenn sich der Bürgermeister von Triest gemeinsam mit manchen Kollegen vom rechten Spektrum weigert, am nationalen Befreiungstag zu Ehren der Resistenza und der Alliierten teilzunehmen. Vielleicht ist es kein Zufall, daß Steven Spielbergs "Survivors"-Stiftung derzeit in Rom, und zwar bewußt in Mussolinis ehemaliger Residenz "Villa Torlonia", ein Holocaust-Museum zur Erziehung kommender Generationen einrichtet. Daß es nun erst ein israelischer Gaststudent sein mußte, der auf den schleichenden Antisemitismus hinweisen mußte, trifft die italienische Öffentlichkeit um so härter. International hatte man sich eben noch in den brüderlichen Gesten der katholischen Kirche gesonnt. Der verstorbene Papst hatte außer seinem Sekretär nur den ehemaligen Oberrabbiner von Rom, Elio Toaff, in seinem Testament als Bruder im Geiste erwähnt. Text: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 22.05.2005, Nr. 20 / Seite 13 -- Ökologische Linke (ÖKOLI) Schottengasse 3a/1/4/59 A-1010 Wien e-milio: oekoli_wien at gmx.net Visite our Website: http://www.oekoli.cjb.net Ökoli Vorarlberg: http://PolitiX.cjb.net Spenden auf unser Konto sind immer willkommen: Konto Nr.: 56001071333 Bank Austria Creditanstalt BLZ 12000 Unsere Aussendungen sind nicht zur Verbreitung über Indymedia bestimmt! ************************************************ ================================================ 17 EU-Verfassung nach Referendum in Frankreich gescheitert! Von: Werkstatt Frieden & Solidarität ================================================ Werkstatt Frieden Solidarität Waltherstr. 15, 4020 Linz Tel. 0732/771094 Fax 797391 Mail: office at werkstatt.or.at Web: www.werkstatt.or.at EU-Verfassung nach Referendum in Frankreich gescheitert! Die deutliche Ablehnung der EU-Verfassung bei der Volksabstimmung in Frankreich zeigt: dieser Verfassungsvertrag richtet sich gegen die Interessen der Mehrheit der Menschen in Europa. Dieser Verfassungsvertrag hebt den Neoliberalismus in Verfassungsrang und bewirkt einen Schub bei der Militarisierung der Außen- und Sicherheitspolitik der EU. Genau darin sind die Ursachen für die Ablehnung zu suchen, nicht in Fehlern bei der Kommunikation. Die Freude vieler Menschen darüber, dass die FranzösInnen diesem Elitenprojekt eine Abfuhr erteilt haben, ist berechtigt. Alarmiert und empört sind wir über die bisherigen Stellungnahmen der politischen Führungen in Europa und in Österreich zum Referendum. Unisono wird so getan, als sei nichts geschehen, als könne man zum Alltag des sozialen Kahlschlags und der Aufrüstung zurückkehren. Erinnert werden muß an dieser Stelle an die Entschließung des Europäischen Parlaments vom 14. April dieses Jahres, der außen- und sicherheitspolitische Teil der EU-Verfassung sei "dem Geist und dem Inhalt nach" ab sofort umzusetzen, unabhängig von der Ratifikation. Die Ablehnung in Frankreich bestärkt uns in unserer Haltung, dass die Ratifikation durch das österreichische Parlament ohne Volksabstimmung im Mai illegal war. Umso empörender ist es, daß Teile der Verfassung trotzdem bereits jetzt umgesetzt werden. So ist Österreich bereits im Vorjahr der Verteidigungsagentur beigetreten und beteiligt sich am EU-Schlachtgruppenprogramm („battle-groups“) . Die Verteidigungsagentur dient der Ankurbelung milliardenschwerer EU-Rüstungsprojekte, die EU-Schlachtgruppen sind aggressive Elitekampfeinheiten, die innerhalb weniger Tage rund um die Welt – auch ohne UN-Mandat eingesetzt werden sollen. Die Teilnahme an diesen Militarisierungsprojekten widerspricht der Neutralität und ist sofort aufzukündigen. Günter Reder, Vorsitzender der Werkstatt Frieden Solidarität, betont: "Diese politische Praxis erfolgt ohne jegliche demokratische Legitimation. Das österreichische politische Establishment vollführt diese verantwortungslose Politik im Vertrauen darauf, dass es niemanden gebe, der es zur Verantwortung ziehen kann." Boris Lechthaler, Koordinator für das Friedensvolksbegehren, ergänzt: "Damit haben sie die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Gerade die letzten Wochen haben gezeigt, daß auch in Österreich der Widerstand gegen die undemokratischen Anmaßungen von oben immer breiter und entschlossener wird. Neutralität ist kein totes Recht. Wenn im Frühjahr 2006, dem Halbjahr der EU-Ratspräsidentschaft Österreichs die Eintragungswoche für das Friedensvolksbegehren stattfindet, wird sich zeigen, daß die Menschen in Österreich die Neutralität als ein wirkungsvolles Instrument gegen die Unterordnung Österreichs unter die Militarisierung der EU erachten." Bereits für Freitag, 01. Juli 2005 wurde der nächste bundesweite Aktionstag vereinbart. ----------------------------------------------------------------------------------------------- Ja zur Neutralität! Keine Teilnahme an der EU-Armee! Keine Annäherung an die Nato! Soziale Sicherheit statt Aufrüstung! Friedensvolksbegehren - Jetzt unterschreiben! www.friedensvolksbegehren.at ================================================ ================================================ 18 Glocalist >> Österr. Zivilgesellschaft zum EU-Referendum in Frankreich Von: GLOCALIST REVIEW ================================================ Sehr geehrte Damen und Herren, werte Redaktion, anbei der aktuelle Glocalist, der wie angekündigt aufgrund von Fronleichnam und des EU-Verfassungsreferendum in Frankreich, um einen Tag verspätet vorliegt. SCHWERPUNKT Softwarerechte und BürgerInnenrechte in Europa THEMEN Eröffnung des Diskurses Stimmen der österreichischen Zivilgesellschaft und NGOs zum Referendum in Frankreich mit gesamt neun Beiträgen. Als NGO der Woche präsentieren wir LEFÖ, Dokument der AGEZ zu Landwirtschaft, Nachrichten des OeNWE, Bericht zur Ostexpansion von ROTE NASEN und die gewohnten Vermischten Meldungen und Termine. Viel Freude beim Lesen wünscht Christian Neugebauer _____ Glocalist Review: Digitale Wochenzeitschrift für NGOs&NPOs Barmherzigengasse 17 - stiege 6 - top 1 A-1030 Wien f: 01/597 2001 m: 0699 11 88 16 43 e: office at glocalist-review.com w: http://www.glocalist-review.com Agentur: arbeitsraum-philosophie: agentur für analoge&digitale kommunikationswirtschaft GmbH- www.arbeitsraum.at ================================================ ================================================ 19 Presseerklärung zu Türkei / Österreich Von: GFBV Hans Bogenreiter ================================================ Presseerklärung der Gesellschaft für bedrohte Völker-Österreich (GfbV-Ö) vom 31.5.2005 Betrifft: Kündigung eines österreichischen Lehrers auf türkischen Druck Die GfbV-Ö appelliert abermals an die österreichische Bundesregierung und den Bundespräsidenten, die Kündigung des Lehrers Dr. Gerhard Pils, der am österreichischen St. Georgs-Kolleg in Istanbul unterrichtete, zu verurteilen. Die GfbV-Ö hat am 27.April 2005 auf den Fall von Dr. Pils verwiesen, der wegen der Verwendung des Begriffs „Kurdistan“ im Unterricht auf Druck der türkischen Behörden gekündigt wurde (siehe Anhang). Leider hat die Bundesregierung und der Bundespräsident in dieser Causa noch immer nicht reagiert: - Weder wurde gegen die Kündigung als solche noch gegen den völligen Mangel an schuldhaften Verhalten protestiert, - noch wurde die Verbesserung der nach wie vor prekären Menschenrechtslage in der Türkei – vor allem, aber nicht nur - in Bezug auf die kurdische Minderheit eingefordert. - (Symptomatisch scheint in diesem Zusammenhang, dass selbst unser Appell bis dato unbeantwortet geblieben ist.) Hohe politische Funktionäre, wie die beiden Bundesräte John Gudenus und Siegfried Kampl, welche trotz ihrer wahrhaft skandalösen Aussagen – 60 Jahre nach Ende des NS-Regimes (!) – keinen Grund für einen Rücktritt sehen, können ihre Ämter mehr oder weniger unbehelligt weiter ausüben, wohingegen ein einfacher Staatsbürger den Schutz der österreichischen Behörden entbehren muss, wenn er beiläufig den in Europa üblichen, aber in der Türkei nach wie vor verpönten Begriff „Kurdistan“ verwendet. Die europaweit kritisierte Menschenrechtspraxis der Türkei hatte erst jüngst dazu geführt, dass eine Konferenz zum Völkermord an den Armeniern als "Dolchstoß in den Rücken der türkischen Nation“ (Justizminister Cecik) von der türkischen Regierung abgesagt wurde, obwohl die Türkei im Zuge der Aufnahme der EU-Verhandlungen versprochen hat, die Menschen- und Minderheitenrechte zu achten. Rückfragehinweise: Mag. Mustafa Akguen (Vorstandsmitglied), 0676/75 33 851, Dr. Johann Bogenreiter (Geschäftsführer), 503 13 36, Mag. Alfred Brandhofer (Obmann), 07413/20700 Anlage: Appell der Gesellschaft für bedrohte Völker-Österreich (GfbV-Ö) an die Bundesregierung und den Bundespräsidenten der Republik Österreich, Wien, am 27.4.2005 Die GfbV-Ö bedauert das Schweigen der österreichischen Bundesregierung und des Bundespräsidenten zur kürzlich bekannt gewordenen Kündigung eines Linzer Lehrers in der österreichischen Schule in Istanbul. Der Lehrer hatte im Unterricht den Begriff "Kurdistan" verwendet, und auf Betreiben der türkischen Behörden wurde ihm wegen "Gefährdung der nationalen Sicherheit, des Rechts und der Ordnung" seine Arbeitsgenehmigung entzogen, obwohl er sich für sein - nicht zu kritisierendes - Verhalten entschuldigte. Auch die zuletzt wieder zunehmende Gewalt und unverblümte Hetze gegen Intellektuelle und Kurden in der Türkei war Österreich bedauerlicherweise bis dato keine Stellungnahme wert. Es ist paradox, wenn Österreich und die EU im Zuge der Beitrittsverhandlungen einerseits die Versprechungen der Türkei zur Achtung der Menschenrechte anerkennen, aber anderseits nichts unternehmen bzw. schweigen, wenn in der Türkei seither immer wieder eklatante Verstöße gegen menschenrechtliche Grundprinzipien toleriert werden. Die GfbV fordert daher - die Bundesregierung und den Bundespräsidenten auf, die Kündigung des Linzer Lehrers in Istanbul bei den zuständigen türkischen Behörden und bei der türkischen Regierung als ungerechtfertigt zurückzuweisen und auf die Einhaltung der Minderheiten- und Menschenrechte zu pochen. - eine Sondersitzung des Parlaments über die Lage der Menschen- und Minderheitenrechte in der Türkei. ================================================ ================================================ 20 Sudan: Einschüchterungskampagne gegen Helfer Von: GFBV ================================================ GESELLSCHAFT FÜR BEDROHTE VÖLKER PRESSEERKLÄRUNG Göttingen, den 31.05.2005 Brite im Sudan verhaftet Einschüchterungskampagne gegen ausländische Helfer in Darfur Mit Empörung hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) auf die Strafverfolgung eines führenden britischen Helfers im Sudan reagiert. "Mit allen Mitteln will die sudanesische Regierung ausländische Helfer mundtot machen, die die Welt über die schweren Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Darfur informieren", kritisierte der GfbV- Afrikareferent Ulrich Delius am Dienstag in Göttingen. "Das am Montag vom Sudan gegen den Leiter der dortigen Mission der Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" eingeleitete Verfahren wegen Staatsschutzdelikten ist ein neuer Höhepunkt in der Einschüchterungskampagne gegen ausländische Helfer. Wenn der Sudan mit ähnlichem Engagement gegen die Verantwortlichen für die Völkermordverbrechen in Darfur ermitteln würde, wäre der Genozid schon gestoppt und viele ausländische Helfer hätten das Land schon verlassen können." Der sudanesische Generalstaatsanwalt Mohamed Farid hat gegen den Leiter der Sudan-Mission von "Ärzte ohne Grenzen", Paul Foreman, wegen Verbreitung "unwahrer Behauptungen" und "Gefährdung des Friedens" ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Zwar wurde der Brite gestern wieder aus dem Polizeigewahrsam entlassen, doch ihm drohen bis zu drei Jahre Haft. Bis zu seinem Gerichtsverfahren darf er das Land nicht verlassen. Foreman wird vorgeworfen, durch die Verbreitung von Lügen das Image des Sudan zu beeinträchtigen. Im März hatte seine Hilfsorganisation einen Report über das erschreckende Ausmaß von Vergewaltigungen in Darfur veröffentlicht. 80 Prozent der für den Bericht befragten 500 Frauen hatten erklärt, von Milizionären oder Soldaten vergewaltigt worden zu sein. Da sich Foreman auf seine ärztliche Schweigepflicht beruft und sich weigert, den Behörden nähere Angaben über die befragten Gewaltopfer zu machen, unterstellt ihm die Generalstaatsanwaltschaft, "Lügen" zu verbreiten. "Ärzte ohne Grenzen" verfügt über langjährige Erfahrung in Darfur und schreckte anders als viele internationale Hilfsorganisationen auch niemals davor zurück, das Leiden der Menschen zu dokumentieren und die Tatenlosigkeit der internationalen Staatengemeinschaft anzuprangern. Bereits im November 2004 hatte der Sudan die Direktoren der Hilfsorganisationen Oxfam und Save the Childrens Fund ausgewiesen, nachdem sie in Fernsehinterviews gefordert hatten, die Welt dürfe die Verbrechen in Darfur nicht tatenlos hinnehmen. Mit der Anklage von Foreman gingen die sudanesischen Behörden nun noch einen Schritt weiter bei ihrer Einschüchterung unabhängiger ausländischer Helfer, die den Opfern der Genozidverbrechen eine Stimme geben. ========================================================= Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV) Inse Geismar, Pressereferentin Postfach 2024, D-37010 Goettingen Tel. +49/551/49906-25, Fax:+49/551/58028 E-Mail: presse at gfbv.de, Homepage:http://www.gfbv.de ========================================================== ================================================ 21 Irakische Weblogs Von: wadi wien ================================================ Irakische Weblogs: Eine Alternative zur europäischen Medienberichterstattung Von Thomas Uwer und Thomas von der Osten-Sacken Wem mag man schon vertrauen im Falle des Irak, wird doch aus dem Zweistromland zwar reichlich aber selten reichhaltig berichtet. Reporter, die aufgrund der prekären Sicherheitslage im benachbarten Jordanien weilen oder die Presselobby in Bagdads Palestine Hotel nur zu vereinbarten Terminen verlassen, sind nun einmal schlechte Beobachter. Seit den Tagen im April 2003, als verschlafene Korrespondenten früh morgens vom Lärm amerikanischer Panzer geweckt wurden, die auf dem Al-Tamim-Square gegenüber dem Pressehotel die Statue Saddams niederrissen, damit auch die restliche Welt erfährt, dass Bagdad befreit ist, hat die internationale Presse nur vorübergehend Bewegungsfreiheit erlangt im Irak, der über Jahrzehnte von jeder freien Berichterstattung abgeschnitten war. Was Journalisten heute abhält aber sind nicht mehr die Agenten des irakischen Staates, sondern die Angst, als Ausländer erkannt und zum Opfer jener bewaffneten Gruppen zu werden, die im gesamten Land ihr Unwesen treiben. Zum Glück gibt es auch andere Berichte aus dem Irak, geschrieben von Leuten, die mitten drin leben. Die meisten haben sich den Ort nicht aussuchen können, andere sind bewusst hierher gekommen, aus Chicago oder Stockholm, weil und nachdem Saddam Hussein gestürzt wurde. Gemeint sind die "Blogger", Irakis, die von ihrem eigenen Computer oder aus einem der vielen neuen Internetcafés kleine und einfach zu verwaltende Internetseiten betreiben. Weblogs heißen diese Seiten, sie sind kostenlos über einen der großen Internetdienstleister zu haben und funktionieren wie ein elektronisches Tagebuch. Und sie sind anonym, die wichtigste Voraussetzung für eine freie Berichterstattung aus dem heutigen Irak. Denn immer wieder werden auch irakische Journalisten ermordet, wenn sie in einer der mehr als 150 Zeitungen, die es in Bagdad mittlerweile gibt, über den Terror der vielen Gruppen berichten, die im Namen des Islam oder des untergegangenen Ba'thstaates grausame Rache an vermeintlichen Kollaborateuren üben. So kann es nicht verwundern, dass die prekäre Sicherheitssituation eines der Hauptthemen ist auf den Seiten der Blogger, die ihren Alltag beschreiben, ihre Hoffnungen und politischen Visionen oder einfach nur Kontakt zur Außenwelt suchen. "Am Morgen, bevor ich die Haustür hinter mir schließe, beobachte ich erst einmal die Straße und die Autos, die vorbeifahren. Und jeden Tag denke ich, dass eines dieser Autos halten wird, dass die Fenster sich öffnen und jemand mit einer Maschinenpistole auf mich schießt." Die Bloggerin betreibt ein Geschäft im Zentrum Bagdads und schreibt unter dem Namen "a family from Baghdad" - "eine Familie aus Bagdad" - seit dem Sturz Saddam Husseins auf, was ihr und ihrer Familie widerfährt. Private Ereignisse reihen sich an politische Beobachtungen und Beschreibungen der Mühen einer Frauenaktivistin, die eine Gesellschaft für Geschäftsfrauen gegründet hat. Über die Monate kann man verfolgen, wie sich auch die politischen Vorstellungen der Familie aus Bagdad wandeln. Im Frühjahr vergangenen Jahres wurde die Bloggerin vor ihrer Haustür von Bewaffneten überfallen und ihr Auto gestohlen. Wenige Einträge später erklärt sie, "eine starke nationalistische Führung, das brauchen wir jetzt". An anderer Stelle beschwert sie sich über starre Bürokratie und Korruption. "Ist das Demokratie, wenn der Staat alles machen darf?", fragt sie. Das mag widersprüchlich klingen, gibt aber die ambivalente Haltung vieler Irakis zwischen der Hoffnung auf mehr Freiheit und der Angst vor der Anarchie eines Bürgerkrieges wider. Genau deshalb werden die Weblogs aus dem Irak auch von immer mehr Menschen weltweit gelesen. Seit ein Bagdadi unter dem Pseudonym Salman Pax seine Sicht der Kriegsereignisse ins Internet stellte und in einer Art journalistischer Piraterie die offizielle Berichterstattung beider Seiten ad absurdum führte, gibt es einen regelrechten Boom um die "embedded civilists", wie einer der Blogger sich bezeichnet. Und anders als bei den Nachrichtenagenturen, können die Leser auch direkt reagieren und per Mail mit den Bloggern diskutieren. Oder sie unterstützen. Nabil, ein Teenager aus Bagdad, dessen Seite überwiegend der Begeisterung für Horrorfilme und Fußball gewidmet ist, erhält unerwartet Spenden, nachdem er von seinen Schwierigkeiten berichtet hat, Bälle, Trikots und Sportschuhe für das Schulteam zu besorgen. Am 13. August 2004 ist Nabils Eintrag reiner Jubel über den Sieg der irakischen Fußballmannschaft über Portugal, "Yeaaaaaaaaaaaaaaaah - wir haben gewonnen....". Wenige Tage später lässt er seinem Frust über die Anschläge des sogenannten Widerstands freien Lauf. "Was wollen diese Typen eigentlich? Mögen sie diese Art von Leben ohne Strom, dass sie die Verteilerstationen zerstören und jeden Ausländer umbringen, der versucht, sie wieder zu reparieren?" Ein anderes Mal macht er sich über das "ständige Klagen" anderer Blogger lustig. "Ich durchlebe furchtbare, schwere Zeiten. Denn jeden Tag habe ich drei Schulstunden. Am Donnerstag aber gehe ich mit meinen Freunden in einen der Network Shops spielen. Die meisten spielen nur Ballerspiele, wie Medal of Honour und Counter Strike... Ich spiele Rise of the Nations, ein sehr gutes Spiel." Dem "Rise of the Nation", dem Aufstieg der Nation aus dem Chaos, das Krieg und Diktatur hinterließen, haben sich fast alle Blogger verschrieben. Nachrichten frei und unkontrolliert ins Internet zu stellen, mit Menschen im Ausland in Kontakt zu treten und ohne Angst über die politischen Entwicklungen zu schreiben sind Teil einer Freiheit, die von den meisten Bloggern begrüßt wird. "Bis vor kurzem wusste ich nicht, welchen Wert Mobiltelefone haben, Satellitenanlagen, bis wir eine kauften, Internet bis ich es hatte", schreibt eine "Studentin aus Mosul" in ihrem Weblog. "Ich wusste nicht was Freiheit bedeutet, bis ich diesen blog begann." Das Zitat ist typisch für die Mehrzahl der Weblogs. Hier äußert sich eine neue gesellschaftliche Schicht, für die der Sturz Saddam Husseins nur der Beginn des Weges in eine demokratische Gesellschaft war. Anders als jene aus der Armee entlassenen jungen Männer, die sich in ihrer Perspektivlosigkeit lokalen Milizen und radikalen Gruppen anschließen, vertreten die meisten Blogger nicht Parteien oder religiöse Gruppen - und sind dennoch dezidiert politisch. Wie "Iraq the model", ein von drei Brüdern betriebener Weblog, der sich der Berichterstattung über politische Ereignisse und deren Kommentierung verschrieben hat. Vor allem die Berichterstattung der arabischen Medien über den Irak, kritisieren sie, sei zu "90 % negativ eingestellt gegenüber dem, was im Irak passiert". Ein anderes Bild des Irak zu zeigen sehen sie als ihre Aufgabe an. Ähnlich wie "Healing Iraq", dem Weblog eines Arztes aus Basra, und andere Blogs, betreiben die Brüder mit ihrem Blog so etwas wie eine alternative Presseagentur. Neben Berichten über den Alltag finden sich Reportagen und Hintergrundberichte sowie übersetzte Artikel aus irakischen Zeitungen. "Ich glaube langsam wirklich, dass das irakische Blogging mehr und glaubwürdigere Informationen und Reportagen aus dem Inneren bietet, als die traditionellen Medien", erklärt "der Mesopotamier" stolz. Und in gewisser Weise hat er Recht. Denn die Blogger stellen nicht Meldungen nach der Maßgabe reiner Aktualität ins Netz, sondern sammeln und übersetzen, was ihnen interessant scheint, und liefern die passenden Kommentare dazu. Wer wissen wollte, was im belagerten Najaf geschah, als die Milizen Muktadar Sadrs und Regierungstruppen sich gegenüberstanden, der erfuhr hier mehr als bei den Agenturen und bekam obendrein ein Bild davon, wie andere Irakis über die Ereignisse denken. Im Zentrum der Kritik stehen religiöse Eiferer genauso wie Anhänger Saddams. "Ich wüsste wirklich gerne, wer behauptet hat, der Turban könnte ein Gehirn ersetzen", fragt "ein kurdischer Blogger" spitz und meint Muqtada Sadr. Besonders gerne aber machen sich die Blogger über die arabischen Medien lustig, die "gerne über Abu Ghuraib und andere Dinge im Irak schreiben, aber über die Folterkeller im eigenen Land schweigen". "Jetzt weiß ich, warum der Krieg WIRKLICH geführt wurde", verkündet Omar und persifliert die verschwörerischen Enthüllungsgeschichten über die "Wahrheit hinter der Wahrheit". "Papa Saddam war so aufmerksam, uns vor der Invasion durch die westliche Kultur zu beschützen. Wer aber beschützt uns heute vor der kulturellen Eroberung? Ein Beispiel: In Bagdad gibt es immer mehr Leute, die Tattoos tragen. Das sind Heavy Metal Fans und damit ist klar, wer davon profitiert! Und erzählen sie mir bitte nicht, Halliburton und die Zionisten wären nicht beteiligt an den Plattenfirmen, die Heavy Metal Musik produzieren!" Kein Wunder, das der irakische Weblog-Boom auch auf andere Länder der Region übergreift. Immer öfter melden sich Blogger aus Ägypten, Saudi Arabien, Iran oder dem Libanon zu Wort, die sich auf ihre Weise mit dem Irakkrieg auseinandersetzen. Und erstaunlicherweise finden sich hier viele, die mit großer Sympathie die Entwicklung im Nachkriegsirak beobachten. Wie "Big Pharao" aus Ägypten. "Im Irak findet ein erstaunlicher politischer Prozess statt. Die USA und die Koalition haben sogar Freunde im Irak und die Mehrheit steht ihnen keineswegs so feindlich gegenüber wie Muqtada al Sadr oder jene Leute im sunnitischen Dreieck." Verschiedene irakische Blogs: Neurotic Iraqi wife Friends of Democracy Healing Iraq Iraqi Expat Iraq Rising Iraq at a glance Diwaniya Iraq&Iraqis Road of a nation Mesopotamian Iraqi in America Hammorabi Nabil's blog Kurdo's world Iraqi4ever Star from Mosul Ali Mohammed Diary from Baghdad Iraqi humanity Ibn Al Rafidain Baghdad dweller Democracy in Iraq Free Iraq Kurdistan Youngs An Iraqi's thoughts Beth-Nahrain hagalil.com 26-05-2005 -- WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit e-mail: wadi.wien at gmx.at Tel.: 0699-11365509 Spendenkonto in Österreich: Kontonummer 07.405.301 Evangelische Kreditgenossenschaft eG BLZ 31800 IBAN: AT10 3180 0000 0740 5301 BIC: EVKRATW1 Website mit weiteren Informationen zu Projekten von Wadi und Veranstaltungshinweisen: www.wadinet.at ================================================ 22 Atomwaffenabzug jetzt! Von: Alois Reisenbichler - Stadtteilzentrum Simmering ================================================ Liebe Friedensfreundinnen und Friedensfreunde, folgendes E-Mail unserer deutschen FriedensfreundInnen und AtomwaffengegnerInnen leite ich gerne weiter. Es kann ja nicht schaden, wenn die deutschen Politiker auch ein paar Mails aus dem atomwaffenfreien und neutralen Österreich bekommen!!! Mit Friedensgrüßen! Alois Reisenbichler EILT EILT EILT !!! In einer Woche treffen sich die NATO-Verteidigungsminister. Der Abzug der Atomwaffen aus Europa steht noch nicht auf der Tagesordnung, wie wir aus Brüssel erfahren haben. Wir müssen uns daher dafür einsetzen, dass unser Verteidigungsminister seine Ankündigung wahr macht und den Abzug der hier stationierten Atomwaffen einfordert. MACHEN SIE MIT BEI UNSERER E-MAIL AKTION ! Einfach auf der Homepage www.pressehuette.de die vorbereitete Mail an den Bundeskanzler, den Außenminister und den Verteidigungsminister schicken. WER NOCH MEHR MACHEN MOECHTE: Rufen Sie diese Woche Ihre lokalen Bundestagsabgeordneten an und bitten Sie diese, den Verteidigungsminister aufzufordern, diese Gelegenheit nicht zu verpassen. Wir würden uns freuen, zu erfahren, durch welche Bundestagsabgeordneten wir Unterstützung erhalten haben. Oder kennen Sie einen Mayor for Peace ? Sprechen Sie ihn ebenfalls sich an der Aktion zu beteiligen. BITTE, diese Mail auch weiterschicken........ Herzliche Grüße aus Mutlangen Wolfgang Schlupp-Hauck -------------------------------------------- Tel. 49 (0) 7171 18 20 58 privat Tel. 49 (0) 7171 75 661 Pressehütte wolfgang.schlupp-hauck at t-online.de ALOIS REISENBICHLER 1110 Wien, Schneidergasse 15/9 Tel. 0664 39 51 809 ================================================ ================================================ 23 STOP the exhibition of AFRICANS in the Augsburg ZOO Von: ECOTERRA Intl. ================================================ STOP the exhibition of AFRICANS in theAugsburg ZOO * send your protest letters to the adresses listed below! Von: Norbert Finzsch I am a German scholar of African American History and member of H-NetAfro-Am. Today I would like to direct your attention to something that is goingon inGermany which, in my opinion, requires the consideration of theinternationalscholarly community. It is with utmost indignation that the AfricanGermancommunity has taken notice of the plans to open an "African Village"withinthe zoo of Augsburg, Germany. The opening of this exhibit is scheduledforJuly 9 - July 12. 2005. "Artisans, silversmiths, basket makers andtraditionalhairdressers are situated in an unique African steppe landscape"accordingto the leaflets handed out by the organizers of the show. The convenersobviously are oblivious of the fact that exhibits like the one plannedinAugsburg areorganized within the German tradition of racist "ethnographic shows"(Völkerschauen). A letter of reply by Ms. Barbara Jantschke, PhD, fromtheAugsburg Zoo, directed to an African Swiss citizen underlines theintention,toput Africans on display in the zoo within "an atmosphere of exotism". It is obvious that the conveners do not understand the historicalimplicationsof their project. Even in Germany the impact of colonialism and racismonAfrican societies are nowadays debated in public. The way Africans andAfricanAmericans in Germany are perceived and discussed, the way they arepresentonbillboards and in TV ads prove that the colonialist and |racist gaze isstill very much alive in Germany. This is the direct result of fortyyears ofGerman colonialism and twelve years of National Socialism. People ofcolor arestill seen as exotic objects (of desire), as basically dehumanizedentitieswithinthe realm of animals. This also explains why a zoo has been selectedas sitefor the exhibit. It is necessary to remind the organizers that in the historyof "ethnographic shows" African and German African individuals wereused asobject for anthropometric tests and ethnological investigations ofhighlyquestionable scientific benefit. Many of the artists who performed intheseshows in the 1920s and 1930s died from malnutrition and as aconsequence ofbadliving conditions. The Nazis employed a policy of eugenic control, resultingin forced operations to limit the biological reproduction of AfricanGermansorin downright incarceration in concentration camps. Survivors of thispolicyhadto gain a living as performers in exotic shows. The Augsburg exhibitthus failsto acknowledge the political and social historyof persecution in Nazi Germany. The African German community and concerned individuals like myselfcall toyourattention the need to protest against the opening of theexhibit in theAugsburg Zoo. Please direct your personalized letters of protest toFrau Dr.Barbara Jantschke (Director Zoo Augsburg) atbarbara.jantschke at zoo-augsburg.de.(pls BCC toaugsburgprotest at ecoterra.net) and send copies to: Bayerisches Staatsministerium des Innern Odeonsplatz 3 80539 München Postanschrift: Postfach 80524 München Telefon (zentral): (089) 2192-01 Telefax (zentral): (089) 2192-12225 E-Mail: poststelle at stmi.bayern.de Regierung von Schwaben Government of Suevia Fronhof 10, 86152 Augsburg Telefon 0821/327-01 Telefax 0821/327-2288 E-Mail: poststelle at reg-schw.bayern.de Thank you Norbert Finzsch Professor of History and Provost of the University of Cologne Anglo-Amerikanische Abteilung Historisches Seminar Universität zu Köln Albertus-Magnus-Platz Philosophikum D 50923 Köln Tel. ++49-221-470-2307 Email: Norbert.Finzsch at uni-koeln.de URL http://www.uni-koeln.de/phil-fak/histsem/anglo/ ---------- Toyin Falola Department of History The University of Texas at Austin 1 University Station Austin, TX 78712-0220 USA 512 475 7224 512 475 7222 (fax) www.utexas.edu/conferences/africa ---------- ECOTERRA Intl. ---------------------- Do you want to read or distribute a message in anotherlanguage? (Don't use these services for confidential texts - they areread and stored!) Just go to the free translation sites: Best: Google Language Tools http://www.google.com/language_tools?hl=enor Altavista Babelfish http://babelfish.altavista.com/translate.dynor Freetranslator http://www.freetranslation.com/orhttp://www.systransoft.com/ (all - except google - for text of less than 150 words only) or go to http://www.worldlingo.com/en/products_services/worldlingo_translator.html or http://www.t-mail.com/t-text.shtmlor check for Arabic and African automated translators at http://www.bisharat.net/Trans/ and have the translation of the text done free of charge.Look for other tools at http://www.omniglot.com/links/translation.htm. But, please, still keep the reference to the source and note in your distribution that the text is only an automated translation, while the original can be obtained from ECOTERRA. Thank you! Don't use these services for confidential texts - they areread and stored! ---------------------- ECOTERRA Intl. nodes Cairns * Calgary * Cassel * Cebu * Curitiba * London * Nairobi * Roma * Paris * Wien ECOTERRA - FIRST PEOPLES NATURE FIRST! FREEDOM FUTURE for PEOPLE NATURE 24 h EMERGENCY RESPONSE: +254-733-633-000 http://www.ecoterra.org.uk http://www.ecoterra.net http://www.ecoterra.de http://www.ecoterra.info Marine Group: http://www.ecop.info Eco_Alert • http://groups.yahoo.com/group/Eco_Alert/ green is good - environmentalism is not political - it is sanity ! Please feel welcome to subscribe to any or all of our free mailinglists and see important updates, e-mail security issues as well as copyright rules at http://www.ecoterra.org.uk/footer.htm ! © = Copyright is © ECOTERRAIntl. 2005 - all rights reserved otherwise CL=CopyLeftor N©=Anti-Copyright ! CAVEAT LECTOR ! *** NOTICE: This email and any files or attachments transmitted with it may be confidential and/or privileged. 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Falkstr. 74, 60487 Frankfurt Tel.: 069-79202750, Fax: 069-79201774 eMail: kampagne by libertad.de, http://www.libertad.de Spendenkonto: Förderverein Libertad! e.V., KNr: 80 200 69 300, GLS Bank eG (BLZ 430 609 67) Stichwort: Online-Demo Libertad!-Rundbrief zum Prozess wegen Online-Demo 2001 Nr. 2 - 30. Mai 2005 In 14 Tagen Prozess vor Amtsgericht Frankfurt (14.06.05) [Dieser Rundbrief kann auch als .pdf-Datei angesehen und runtergeladen werden: http://www.libertad.de/service/downloads/pdf/rb2-300505.pdf] In nur noch zwei Wochen startet nicht die erste Online-Demo - aber der erste Prozess um diese Form des Online-Aktivismus. Fast vier Jahre nach dem virtuellen Sit-in vor der Internet-Filiale der Lufhansa AG am 20. Juni 2001 versucht sich die Frankfurter Justiz an der juristischen Bewältigung und rechtsförmigen Definition. Auch unsere Vorbereitungen laufen gut und wir sind bester Dinge, der Versammlungsfreiheit im Internet eine Bresche zu schlagen. In Veranstaltungen, Kundgebungen u.a. Aktivitäten - und dann am 14. Juni natürlich auch im Gerichtssaal - thematisieren wir die fortgesetzte Abschiebepraxis und werben erneut für die verschärfte Nutzung des Internets als Raum für gesellschaftliche Auseinandersetzungen. Also: Beteiligt euch an den Aktivitäten! Seid solidarisch! Auf der Strasse, in euren Gruppen und Zusammenhängen und auch im Gerichtssaal. Erhebt Einspruch dagegen, Protest und Widerstand gegen rassistische Flüchtlingspolitik als Straftat zu entsorgen! Protestiert gegen den Versuch, das Demonstrations- und Widerstandsrecht aus dem öffentlichen Raum Internet zu verbannen! Themen dieses Rundbriefes: 1.Aktueller Terminkalender 2.Virtuelles Sit-in gegen rassistische Bürgermiliz 3.Aktion zum sechsten Todestag von Amir Ageeb 4.Prozessbeobachtung, Rundschreiben an Anwaltsvereinigungen, Jura-Gruppen etc 5.Nicht unwichtig für den Prozess: Europarat verabschiedet Menschenrechtsdeklaration fürs Informationszeitalter 6.bridge/Bewegungsstiftung kooperiert mit Kampagne "free online protest", weitere Unterstützer/innen und Spendenkampagne für Prozessfonds 1. Aktualisierter Terminkalender Gemeinsam mit Gruppen aus dem Rhein-Main-Gebiet nehmen wir diesen Prozess zum Anlass mit Veranstaltungen, Kundgebungen u. a. Aktivitäten gegen den fortgesetzten staatlichen Rassismus und gegen das Geschäft mit der Abschiebung durch Fluggesellschaften zu protestieren. Aber auch in anderen Städten liefen und laufen Veranstaltungen und Aktionen. 04.06.2005 (Samstag) - Frankfurt: ab 16 Uhr "Grillen für Libertad!" auf dem Jahresfest des besetzten Hauses, In der Au 14-16 07.06.2005 (Dienstag) - 20 Uhr – Frankfurt - Veranstaltung: "Online-Aktivismus - Das Internet als politischer Protestraum" mit der autonomen a.f.r.i.k.a. gruppe und Libertad! Ort: atelierfrankfurt, Vortragssaal, 2. OG, Hohenstaufenstr. 13-27, Frankfurt [Text der Gruppe zum Prozess, In: So oder So Nr. 15, Mai/Juni 2005: http://www.sooderso.net/zeitung/sos15/s08afrikagruppe.shtml ] 08.06.2005 (Mittwoch) - 20 Uhr - Frankfurt: Veranstaltung mit Film: "Deportation.Class - Portrait einer Kampgane" und Informationen zum Prozess Ort: Dritte Welt Haus, Falkstraße 74, Frankfurt 09.06.05 (Donnerstag) - Bonn: Veranstaltung mit Film: "Deportation.Class - Portrait einer Kampgane" und Informationen zum Prozess Ort: Buchladen L'Sabot, Breite Straße 09.06.05 (Donnerstag) - 19.00 Uhr - Berlin: Film & Debatte: "Deportation Class": Online-Demonstranten vor Gericht Ort: Mehringhof Versammlungsraum | Gneisenaustr. 2a, Berlin Veranstalterin: Libertad! und Antirassistische Initiative 10.06.2005 (Freitag) - ab 21.30 Uhr - Frankfurt: Grand Prix de la Revolution / Soli-Party für Online-Aktivist/innen: Bunter Benefiz-Abend mit Karaoke, Party, DJs, Tanzen, Trinken uvm Ort: Cafe ExZess, Leipziger Str. 91, Frankfurt 13.06.2005 (Montag) Frankfurt: Infostand (ab 16 Uhr) und Kundgebung (ab 17 Uhr) vor dem Hauptsitz der Abschiebeairline Aeroflight gegen EU-Sammelabschiebungen. Die AERO FLIGHT ist eine neu gegründete Fluggesellschaft, die überwiegend im Charterbereich tätig ist. Das Unternehmen hat im Sept. 2004 die erste europaweite Sammelabschiebung von 40 Flüchtlingen aus verschiedenen europäischen Staaten durchgeführt. Diese Sammelabschiebungen sind für die nächsten Jahre von der Europ. Union (EU) im großen Umfang geplant. [http://www.aeroflight.tk/] Mit Christoph Korn / rave against capitalism. Ort: Lessingstraße 7-9, Oberursel (S- u. U-Bahnhof Oberursel) Im Anschluss ab 18 Uhr Kneipenabend im Exzess mit Kurzfilm und letzten Infos zum Prozess 14.06.2005 (Dienstag) - 8.30 Uhr - Frankfurt: Kundgebung vor Gericht, 9.00 Uhr Prozessbeginn Ort: Hammelsgasse 1, Amtsgericht Frankfurt, Gebäude E 2. Weltweites 'Virtuelles Sit-in' belagerte US- Bürgermiliz Eine Online-Demo belagerte vom 27.-29.05.05 die Homepage der US-Bürgerwehr "The Minutemanproject" (http://www.minutemanproject.com). Diese milizähnliche Gruppierung will entlang der Grenze zu Mexiko patrouillieren und Flüchtlinge einfangen, denen es gelungen ist, die immensen Grenzbefestigungen und elektronischen Überwachungssysteme zu überwinden. Das US-Grenzregime zu Mexiko wird von Menschenrechtsgruppen in den USA inzwischen häufig wegen seiner Dimension "The Mauer" genannt. Seit 1994 starben bereits über 3.500 Menschen beim Versuch die Grenzanlagen zu überwinden (http://stopgatekeeper.org). Antirassistische Gruppen in aller Welt beteiligen sich an dieser Aktion. Auch in Deutschland demonstrieren die Kampagne Libertad! und andere Aktivist/innen gegen die US-Bürgermiliz. [siehe Presseerklärung von Libertad! vom 27.05.05: http://www.libertad.de/inhalt/archiv/libertad/2005/05/EEEZklkkFlamTBxpcZ.shtml] 3. Aktion zum sechsten Todestag von Amir Ageeb Anlässlich des sechsten Todestages von Amir Ageeb protestierten antirassistische Gruppen am 28. Mai 05 auf dem Franz-Josef Strauss-Flughafen gegen die Abschiebepraxis der Münchner Fluggesellschaften. Im Rampenlicht stand nicht nur der Tod von A. Ageeb, sondern die Abschiebepraktiken der verschiedenen Fluggesellschaften vom Münchner Flughafen aus (im letzten Jahr wurden mehrere Tausend der insgesamt 21.000 über Luftraum abgeschobenen Menschen von München aus deportiert). Informiert wurden die Fluggäste ebenfalls über die erfolgreiche Online-Demo im Internet im Jahr 2001, zu der die Initiative Libertad! und das Netzwerk kein-mensch-ist-illegal aufgerufen hatten.[siehe Kurzbericht mit Fotos: http://www.libertad.de/inhalt/archiv/libertad/2005/05/EEEZFlllplEXGqWbpi.shtml ] 4. Prozessbeobachtung, Rundschreiben an Anwaltsvereinigungen, Jura-Gruppen etc Das Komitee für Grundrechte u. Demokratie [http://www.grundrechtekomitee.de] kündigte an, zum Online-Demo-Prozess eine Prozessbeobachtung zu entsenden. Libertad! informierte deutsche und internationale Vereinigungen von Jurist/innen und Zusammenschlüsse von kritischen Jura-Gruppen über Hintergründe und Problematiken dieses Prozesses gegen uns. Dieses Schreiben ist öffentlich und ist unter dieser Download-Adresse verfügbar: http://www.libertad.de/service/downloads/pdf/2juristen160505.pdf Verschiedene Internetseiten von Jurist/innen beschäftigen sich mit dem anstehenden Prozess und erörtern die juristische Fragestellung von Nötigung und Demonstrationsfreiheit. z.B.: Kann man online demonstrieren? http://www.referendare.net/modules.php?name=News&file=article&sid=329 5. Europarat verabschiedet Menschenrechtsdeklaration fürs Informationszeitalter Datenschutz, freie Meinungsäußerung und offener Informationszugangs sollen auch im Cyberspace gelten - das steht in der kürzlich verabschiedeten Ausweitung der Europäischen Menschenrechtskonvention auf die Erfordernisse im digitalen Zeitalter. Der Straßburger Europarat hat seinen Entwurf für eine "politische Erklärung über die Einhaltung der Menschenrechte in der Informationsgesellschaft" überarbeitet und Mitte Mai auf einem Gipfeltreffen in Warschau als Erklärung des Ministerkomitees zu Menschenrechten und rechtlichen Spielregeln der Informationsgesellschaft [http://www.minbzk.nl/contents/pages/42826/declaration.pdf] verabschiedet. Interessant für den anstehenden Prozess sind u.a. die Passagen über das Versammlungsrecht im Internet. In einem Artikel von Stefan Krempl [telepolis, 25.05.05: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/20/20169/1.html] heißt es: "Auf relatives Neuland begibt sich der Europarat allein mit der Ausweitung des Versammlungs- und Demonstrationsrechts auf den Cyberspace. Demnach sollten "alle Gesellschaftsgruppen die Freiheit haben, am IuK-gestützten Gemeinschaftsleben teilhaben, weil dieses zur Entwicklung einer starken Zivilgesellschaft beiträgt." Die Mitgliedsstaaten sind aufgerufen, ihre rechtlichen Regelungen so anzupassen, dass sie "die Freiheit der IuK-gestützten Versammlung" garantieren. Gleichzeitig sollen sie die ebenfalls einfacher werdende Überwachung im Rahmen der demokratischen Spielregeln verhindern. Den Initiatoren einer der ersten großen Online-Demos hierzulande, die sich 2001 gegen die Lufthansa-Homepage richtete, nützt das aber nichts mehr: sie müssen sich Mitte Juni in Frankfurt vor Gericht verantworten." 6. bridge/Bewegungsstiftung kooperiert mit Kampagne "free online protest", weitere Unterstützer/innen und Spendenkampagne für den Prozessfonds Die in Verden/Aller angesiedelte Stiftung "bridge - Bürgerrechte in der digitalen Gesellschaft" ist für 2005 eine Kooperation mit Libertad! in der Kampagne "free online protest/online protest is not a crime" eingegangen. Wir freuen uns sehr über diese Entscheidung. Die Stiftung will soziale Bewegungen mit finanziellen Mitteln fördern, die zu "Bürgerrechten in der digitalen Gesellschaft" arbeiten. Genau das tun wir. [siehe auch: http://www.bewegungsstiftung.de/bridge/ ] Dank auch an Netzwerk e.V. in Berlin und Saarbrücken, die uns ihre Unterstützung zusagten. Prozessfonds Die Spendenkampagne für den Prozessfonds geht weiter. 700,00 Euro sind inzwischen von privater Seite eingegangen. [Siehe auch Spendenbarometer: http://www.libertad.de/inhalt/projekte/depclass/verfahren/spenden.shtml] Hier unser Konto: Förderverein Libertad! e.V., Kontonummer: 8020069300, Bankleitzahl: 430 609 67 - GLS Gemeinschaftsbank - Stichwort: Onlinedemo Für den Prozess - und für den Sommer natürlich - haben wir mit Hilfe lieber Unterstützer/innen ein schönes T-Shirt produziert, das wir verkaufen - und den Überschuss für den Prozessfonds verwenden. Wir hoffen, dass wir bald ein Bild auf http://www.libertad.de/online-demo veröffentlichen können. Das T-Shirt wird für 15 Euro zu haben sein. Ebenfalls zur Füllung des Prozessfonds gedacht ist der "Grand Prix de la Revolution", der am Freitag, 10.06.2005 ab 21.30 Uhr im Cafe ExZess in Frankfurt startet: Eine Soli-Party für Online-Aktivist/innen mit Karaoke, Party, DJs, Tanzen, Trinken u.v.m. Vielleicht auch eine Anregung für andere Gruppen mitzumachen und ähnliches selbst zu veranstalten. Mit solidarischen Grüßen Kampagne Libertad! [Dieser Rundbrief kann auch als .pdf-Datei angesehen und runtergeladen werden: http://www.libertad.de/service/downloads/pdf/rb2-300505.pdf] ================================================ ================================================ B) TERMINE ================================================ ======================== Mittwoch http://mund.at/butt/Termine/Juni/0106.htm Donnerstag http://www.mund.at/butt/Termine/Juni/0206.htm Freitag http://www.mund.at/butt/Termine/Juni/0306.htm ======================== ================================================ D) EDITORIAL ================================================ Für den Inhalt verantwortlich: Ihr. E-Mail-Adresse für Beiträge: widerstand at no-racism.net geschickt. widerst at nd MUND und alle Termine täglich aktualisiert im Web: http://www.no-racism.net/MUND Ziel von MUND (medienunabhängiger Nachrichtendienst) ist die unzensurierte und möglichst rasche Information über gesellschafts- politisch relevante Termine, Hinweise und Diskussionsbeiträge zu Widerstand und Antirassismus sowie verwandte Themen. sollen einen Titel, Namen und Emailadresse der/des AutorIn enthalten und möglichst kurz und prägnant gehalten sein, ev. mit Hinweis, wo weitere Informationen eingeholt werden können. Bitte keine Attachments! Die inhaltliche und sachliche Verantwortung liegt bei der/dem jeweiligen AutorIn bzw. jenen, die uns die Beiträge schicken. Der MUND wird von einzelnen TagesredakteurInnen zusammengestellt. Da Fehler nicht ausgeschlossen sind, bitten wir, nicht veröffentlichte Beiträge nochmals an widerstand at no-racism.net zu senden. Die Weiterleitung (auch auszugsweise) ist erwünscht. Beiträge mit rassistischen oder sexistischen Inhalten werden nicht veröffentlicht. Sehr persönliche Meldungen werden wir an den betreffenden Adressaten weiterleiten, aber nicht im MUND veröffentlichen. Die bisherigen Ausgaben sind unter http://www.no-racism.net/MUND archiviert. Terminankündigungen bitte nach folgender Vorlage: * Wann: Sonntag, 11.11.2001, 11:11 Uhr * * Was: Maskenball: Motto "Schwarzblau ist die Haselnuss" * * Wo: Villa Morgenrot, Grüner Anger 42, 2001 Wendendorf * * Kommentar: Anreise per Anhalter. Maskenzwang. Ende nie. Aber kurz und prägnant.* Die Rubrik "Redaktionelles" am Ende der Ausgabe ist u.a. eine Konsequenz aus der Notwendigkeit, sexistische, antisemitische und rassistische Beiträge nicht zu veröffentlichen, ohne jedoch stillschweigend Zensur zu üben. Hier wird - in anonymisierter Form - auf angehaltene Beiträge hingewiesen und eine kurze Begründung der Tagesredaktion für die Nichtaufnahme geliefert. (Weitere Gründe einen Beitrag nicht aufzunehmen sind z.B.: Attachments, kein erkennbarer Bezug zu den breit gestreuten Themen des MUND, Werbesendungen, sinnlose Kettenbriefe.) Die AbsenderInnen der betroffenen Beiträge werden hiervon informiert. Im Sinne einer "gläsernen Zensur" könnt ihr Euch die Beiträge gerne extra schicken lassen: Ein kurzes Mail an widerstand at no-racism.net genügt. ================================================ E) VERTEILERLISTE ================================================ Zur Eintragung in diesen Verteiler bitte direkt subskribieren unter http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/analle oder von der einzutragenden Adresse aus ein mail schicken an: admin at no-racism.net mit folgendem Text: subscribe no-racism Bitte wegen Automatisierung diesen Wortlaut verwenden! Zur Austragung aus dieser Liste bitte an zusammengestellt. Bitte keine Attachments! (werden nicht angenommen) 1 beitrag nicht genommen- nwr, Redaktionsschluss für diese Ausgabe: Mi 12.00 Uhr III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III ü, ö, ä, ß, Ü, Ö, Ä III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III widerst at nd-MUND is powered by http://alt.strg.at/ ================================================ From analle at no-racism.net Thu Jun 2 11:33:47 2005 From: analle at no-racism.net (analle at no-racism.net) Date: Thu, 2 Jun 2005 11:33:47 +0200 Subject: MUND: Donnerstag, 2. Juni 2005 Message-ID: widerst at nd MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst www.no-racism.net/mund Donnerstag, 2. Juni 2005 ================================================ A) INHALT ================================================ ================================================ 01 Hungerstreik von office at asyl-in-not.org ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ANKÜNDIGUNGEN UND AKTIONEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 02 Soliplakat fuer das EKH von ================================================ 03 fibriges sommerfest von "Nina Stastny" ================================================ 04 Montag, 6.Juni: Veranstaltung des ArbeiterInnenstandpunkt von ASt-LFI ================================================ 05 Freitag, 10. Juni Veranstaltung des ArbeiterInnenstandpunkt ASt-LFI ================================================ 06 Kulturelles Erbe: Schulprojekte Elfriede Scheipl ================================================ 07 [SOSMM - Info] Dringend! Die Asylwette gegen leichtfertigen Umgang mit Flüchtlingen von "Philipp Sonderegger" ================================================ 08 Yorck 59 Demo + öffentliches Plenum von ekhaus at med-user.net ================================================ 09 „Surplus oder Konsumterror“ von "nico mayer" ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN, MEINUNGEN & KOMMENTARE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 10 auf Farias reingefallen (?) von Hans Puehretmayer ================================================ 11 HOSI Wien fordert Walter Tancsits zum Rücktritt auf von Christian Hoegl ================================================ 12 Serbiens Präsident trifft Kanzler Schröder - GfbV warnt vor EU-Beitrittsverhandlungen von "GFBV" ================================================ 13 Sandra Bakutz freigesprochen! von ASt-LFI ================================================ 14 Anwälte protestieren gegen das neue türkische Strafgesetz! von ASt-LFI ================================================ 15 Franz Drexler (1912-2005) von "agm" ================================================ 16 Weg Da! Radio Stimme zieht um (die Welt) von Cornelia Kogoj ================================================ 17 EU-Abstimmung/Niederlande/Jubel/KPÖ von KPÖ Steiermark ================================================ ================================================ B) TEXTE ================================================ ================================================ 01 Hungerstreik von office at asyl-in-not.org ================================================ Hungerstreik Für Herrn A. die Rettung vor dem Tod Herr A. aus Tschetschenien ist mein Klient. Er hat gegen die Russen gekämpft, wurde schwer verletzt, Granatsplitter stecken noch in seinen Beinen. Seinen Bruder hat eine Spezialeinheit verschleppt, gefoltert und umgebracht; A. fand seine Leiche in der Nähe der berüchtigten Militärbasis Chankala. Auch nach A. fahndete der russische Geheimdienst FSB. Er war untergetaucht; immer wieder durchsuchten Soldaten sein Haus, verhörten und schlugen seine Frau; seine Kinder leiden heute noch an panischer Angst, wenn sie an „zu Hause“ denken. A. und seine Familie flüchteten im Juni 2004 nach Österreich. Ihr Asylantrag wurde zurückgewiesen; zuständig sei die Slowakei. Dies obwohl eine amtsärztliche Mitteilung vorlag, die den Verdacht auf Traumatisierung nahe legte. Asyl in Not erhob Berufung, aber der kam keine aufschiebende Wirkung zu. A. konnte jederzeit abgeschoben werden - der Verfassungsgerichtshof hatte Strassers Gesetz noch nicht behoben. A. wurde zunächst nicht in Schubhaft genommen. Er war durch die Vollmacht geschützt, die er mir (wie viele andere Tschetschenen) erteilt hatte; die Erstaufnahmestelle wusste, daß wir schon einige Fälle willkürlicher Verhaftungen in die Medien gebracht hatten. Man wollte keinen neuen Skandal; also wurde unser Klient im Lager Traiskirchen toleriert. Bis er - durch das Warten, die Ungewissheit über sein Schicksal, die Sorge um seine Familie zermürbt - die Nerven wegwarf, einen Streit mit „seinem“ Beamten anfing und ihn (weil dieser das Gespräch abbrach und gehen wollte) am Arm packte. Da wurde er nun doch abgeführt. In der Schubhaft trat er in den Hungerstreik. Als er schwach genug war, setzte man ihn als haftunfähig auf die Straße. Gerade rechtzeitig vor dem Abschiebetermin in die Slowakei. Es ging ihm ziemlich schlecht. Der Kreislauf war herunter; die Beine, in denen noch Granatsplitter stecken, waren angeschwollen; er konnte kaum gehen. Irgendwie schleppte er sich bis in unser Büro. Wir versuchten ihn bei der Caritas unterzubringen, die ja eigentlich ein Notquartier für solche Fälle bereit hielt und auch einige unserer „Illegalen“ aufgenommen hatte - nur bei ihm hieß es, es gäbe keinen Platz; er möge zu Bekannten gehen. Vielleicht weil er zu „verhaltensauffällig“ war? In seinem Zustand hätte er aber besondere Betreuung gebraucht. Unterschlupf fand er schließlich bei anderen Flüchtlingen, die schon anerkannt waren. Dort versteckte er sich - bis die Erstaufnahmestelle Traiskirchen unserer Berufung stattgab und ihren eigenen rechtswidrigen Bescheid (durch „Berufungsvorentscheidung“) behob. A. wurde mit seiner Familie in Bundesbetreuung genommen und im März 2005 im Bundesasylamt, Außenstelle Traiskirchen, zu seinen Fluchtgründen befragt; nur ein paar Wochen später erhielten er und seine Angehörigen positive Asylbescheide - sie sind nun als Flüchtlinge anerkannt. Ein Happy-end - aber fast wäre es schief gegangen. Nur durch Hungerstreik hatte er die drohende Abschiebung in die Slowakei verhindert. In der Slowakei hätte er keine Chance gehabt. Die Anerkennungsrate liegt dort bei Nullkommajosef; die slowakische Polizei unterhält (noch aus der kommunistischen Zeit) enge Verbindungen zu ihren russischen Kollegen - Herrn A.’s Asylantrag wäre mit Sicherheit abgewiesen worden. Sodann hätte man ihn nach Russland geschickt. Ins Gefängnis, in den Tod. Herr A. ist einer von vielen, die mit guten Gründen in den Hungerstreik treten, um ihr Leben und das ihrer Angehörigen zu retten. „Heilbehandlung“ - bis in den Tod In Zukunft würde man ihn „zwangsernähren“, wenn es nach Prokop und Miklautsch geht. Der Bescheid, ihn auszuweisen, könnte nicht mehr behoben werden; die bisherige Schutzklausel für Traumatisierte und Folteropfer haben Prokop und Miklautsch ersatzlos gestrichen. Man würde Herrn A. daher festschnallen und ihm gegen seinen Willen eine Sonde durch die Nase in den Körper stecken - bis er abschubfähig wäre; Destination: Gulag. Eine „Heilbehandlung“, hat ein Abgeordneter der ÖVP das kürzlich im Fernsehen genannt. Wir erwarten von den Ärztinnen und Ärzten in diesem Land, daß sie sich solchen Prozeduren verweigern; daß sie laut dagegen protestieren. Wir verlangen von den Abgeordneten im Parlament, daß sie diesem Skandalgesetz ihre Zustimmung verweigern. Jeder einzelne, der dafür stimmt, macht sich mitschuldig an der Abschiebung wehrloser Menschen in den Tod. Dieses Gesetz darf nicht beschlossen werden. Es ist eine Schande für dieses Land. Michael Genner Asyl in Not Währingerstraße 59 1090 Wien Tel.: 408 42 10-15, 0676 - 63 64 371 www.asyl-in-not.org Spendenkonto: Asyl in Not, P.S.K., Kontonummer 92.034.400 ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Die Zusendungen können Sie bei Bedarf unter http://asyl-in-not.org/abo/ abbestellen. Asyl in Not, Währingerstraße 59, A-1090 Wien Telefon +43/1/408 42 10, Fax +43/1/405 28 88 mailto:office at asyl-in-not.org http://asyl-in-not.org ================================================ 02 Soliplakat fuer das EKH von ================================================ Liebe politisch Denkende und Handelnde! Die Solidaritaetskonzerte fuer und im EKH und die Unterstuetzungserklaerungen prominenter Personen haben ihm in den letzten Monaten viel Oeffentlichkeit verschafft. Viele Menschen wurden erst dadurch auf das Bestehen eines derartigen Freiraums in Wien aufmerksam und beginnen sich jetzt zu fragen, wie dieser zu halten und zu vergroessern waere. Gerade jetzt aber, kurz vor der drohenden Raeumung einiger Bereiche im Haus hat sich das Interesse der Oeffentlichkeit verlaufen und viele glauben, das EKH waere schon verloren. Dem entgegengesetzt besteht es aber noch weiterhin als politisch und oekonomisch unabhaengiges kulturelles Zentrum, in dem Politik und Kultur nicht nur gemacht, sondern gelebt werden. Deswegen wollen wir mit unserem Wunsch nach selbstbestimmten Raeumen in der Stadt praesenter werden und planen zu diesem Zweck ein SOLIDARITAETSPLAKAT mit den Namen aller das EKH unterstuetzenden Personen. Das Plakat soll eine Aufforderung an die Stadt darstellen, sich fuer den Erhalt des EKH einzusetzen, sowie andere autonome Initiativen, die fuer ihr Recht auf Raum kaempfen, zu unterstuetzen. Wir hoffen, dass auch ihr euren Namen (bzw den Namen eurer Gruppe oder Initiative) auf diesem Plakat sehen wollt. Es reicht ein e-mail an ekh-soli at gmx.net und ihr seid dabei! Informationen ueber die aktuelle Situation ums Ernst-Kirchweger-Haus gibt es auf http://www.med-user.net/ekh und http://ekhbleibt.info Auf in einen heißen Sommer! das EKH-Soliteam ================================================ 03 fibriges sommerfest von "Nina Stastny" ================================================ WIR LADEN HERZLICHST EIN ZUM: fibrig-heißen Sommerfest zur 7. Ausgabe zum Schwerpunkt: Wut & Aggression in der Popkultur 10.06.2005, ab 20 Uhr. Tüwi Peter-Jordan-Straße 76 A-1190 Wien Live: Mieze Medusa & Madlane & Guests ab 22.30 DJs: DJ Giu, DJ NiSt, DJ ladyBug freier Eintritt frisch gedruckte fiber 7 und fabulöse Shirts fibrige Sommerbowle und Chilli/en im Garten Wir freuen uns auf Ihr Erscheinen bzw. Ihren Veranstaltungshinweis! mit fibrigen Grüssen, NiSt Nina Stastný & Hanna Sohm Redaktion fiber. werkstoff für feminismus & popkultur mail to: kontakt at fibrig.net homepage: www.fibrig.net Postadresse: Kirchengasse 10 mailbox no. 234 1070 Wien ================================================ 04 Montag, 6.Juni: Veranstaltung des ArbeiterInnenstandpunkt von ASt-LFI ================================================ Montag, 6.Juni: Veranstaltung des ArbeiterInnenstandpunkt Was ist Marxismus? Eine Einführung in den Marxismus. Die Grundzüge zu Theorie und Praxis mit anschliessender Diskussion. Veranstaltet von der ASt-Unigruppe. Wann: Montag 6. Juni, 18.00 Wo: Amerlinghaus, Stiftgasse 8, 1070 Wien (Nähe U3 Neubaugasse) ================================================ 05 Freitag, 10. Juni Veranstaltung des ArbeiterInnenstandpunkt ASt-LFI ================================================ Freitag, 10. Juni Veranstaltung des ArbeiterInnenstandpunkt Nach dem Referendum zur EU-Verfassung in Frankreich und Holland, Neuwahlen in Deutschland ... Stürzt die EU in die Krise? Welche Perspektive braucht die ArbeiterInnenbewegung und die Linke? Wann: Freitag 10. Juni, 19.00 Wo: Amerlinghaus, Stiftgasse 8, 1070 Wien (Nähe U3 Neubaugasse) ================================================ 06 Kulturelles Erbe: Schulprojekte Elfriede Scheipl ================================================ PRESSEMITTEILUNG Wien, Juni 2005 KULTURELLES ERBE. TRADITION MIT ZUKUNFT Ein Schulprojekt zur Bewusstseinsbildung des Kulturerbes Anlässlich des Gedenk- und Erinnerungsjahres 2005 setzen sich derzeit österreichweit über 1.300 Schüler/innen aller Schultypen und Altersklassen mit dem Projekt „Kulturelles Erbe. Tradition mit Zukunft auseinander. Die bundesweite Schulaktion wurde vom BMBWK initiiert und findet in Kooperation mit dem Bundesdenkmalamt und der Österreichischen UNESCO-Kommission (ÖUK) statt. Mit der Organisation ist KulturKontakt Austria (KKA) beauftragt. „Mit dieser Schulaktion wollten wir einen Anreiz schaffen, dass sich Sch&üler/innen im fächerübergreifenden Unterricht mit Denkmalen, Kulturlandschaften und historischem Kulturgut auseinander setzen und aus diesem Engagement heraus Interesse für das Kulturelle Erbe entwickeln“, so Bildungsministerin Gehrer. Der Begriff Denkmal wurde möglichst weit gefasst und schließt Welterbestätten ebenso ein wie lokale und regionale Kultur- oder Naturdenkmale. Ziel ist es, den Schüler/innen die Geschichte ihrer Umgebung und den Umgang mit ihrem Kulturerbe näher zu bringen und so das Bewusstsein für Zusammenhänge zwischen Gestern, Heute und Morgen zu schärfen. Fachjury wählte die besten Projekte Aus den eingereichten Schulkonzepten wählte eine Fachjury 33 Projekte für eine finanzielle Unterstützung (pro Projekt bis zu * 1.500,-) aus. Die Jury hat neben der Intensität der inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem Thema auch die Originalität und Kreativität des Projektzugangs bewertet. Das Bundesdenkmalamt beteiligte sich mit fachlicher Beratung und stand bei der Konzeptentwicklung für Fragen des Denkmalschutzes zur Verfügung. Den Schulen wurde von der Österreichischen UNESCO-Kommission die UNESCO-Unterrichtsmappe zum Thema „Welterbe für junge Menschen. Entdeckeen – Erforschen – Erhalten“ zur Verfügung gestellt. Viele kreative Ideen bei den Einreichungen Bei den eingereichten Projekten zeigten die Schulen ein hohes Maß an Kreativität. Das Themenspektrum reicht von Projekten, die sich direkt mit denkmalgeschützten Gebäuden, wie Kirchen, Gedenkstätten, Burgen oder Synagogen auseinandersetzen bis hin zur Beschäftigung mit historischen Musikinstrumenten, Frauentrachten oder dem landwirtschaftlichen Kulturerbe. So erarbeitet beispielsweise das Realgymnasium Franklinstraße in Wien eine fiktive Dorfchronik. Dabei fotografieren sich die Schüler/innen gegenseitig im Ambiente des Dorfmuseums Mönchhof und stellen sich als Bäcker/in, als Schneider/in, als Bürgermeister oder als Pfarrer in Mönchhof vor 50 Jahren dar, um so ein Verständnis für die Zeit vor 50, 60 Jahren zu erfahren. Mit „Linz als Kulturhauptstadt 2009 “ setzen sich die Schüler//innen des Akademischen Gymnasiums Linz auseinander. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Parallelen und Unterschiede es in den Konzepten zwischen heute und damals – der NS-Zeit – gibt. Und das Bundesrealgymnasium Hamerlingschule arbeitet die Geschichte der Synagoge in Linz vom Mittelalter bis zur Gegenwart auf. In Vorarlberg begibt sich die Hauptschule Lauterach mit „Streetwise auf die Suche nach jenen historischen Persönlichkeiten, nach denen Straßen in Bregenz benannt sind, um mehr über die Landeshauptstadt zu erfahren. In Kooperation mit dem Stadtarchiv werden die Namen der Straßen erklärt, zugeordnet und später in einer Broschüre als Touristenführer allen Interessierten zugänglich sein. Auch bei der methodischen Umsetzung haben die Schulen viele unterschiedliche Herangehensweisen gewählt: Das Spektrum reicht von Recherchen in Archiven, Gesprächen mit Expert/innen, Interviews mit Zeitzeugen, Film- und Fotodokumentationen bis hin zu Präsentationen der Ergebnisse in Buchform oder via Website. Präsentation der Schulprojekte Für den Nationalfeiertag ist geplant, alle 33 Schulprojekte im BMBWK im Rahmen eines „Tages der offenen Tür“ auszustellen und fü;r alle Interessierten – im wahrsten Sinn des Wortes – begreifbar zu machen. Neben dieser gemeinsamen Präsentation haben die einzelnen Projekte auch ihre eigenen Präsentations- und Ausstellungsflächen in ihren Kontexten direkt vor Ort. Die gemeinsame Abschlussveranstaltung und Würdigung der Projektteilnehmer/innen findet am 16. Juni 2005 von 14.00 bis 17.00 Uhr im Festsaal des BMBWK statt. Der Festakt will eine Würdigung und gleichzeitig Motivation für die teilnehmenden Schüler/innen und Lehrer/innen sein. Sämtliche Schulprojekte sind auf der Projektseite der Homepage nachzulesen: ----------------------------- Mag. Elfriede Scheipl KulturKontakt Austria PR & Marketing Pressebetreuung "Kulturelles Erbe" Universitätsstraße 5 1010 Wien, Vienna t +43 2266 61 123 f +43 2266 61 123 elfriede.scheipl at kulturkontakt.or.at www.kulturkontakt.or.at www.kulturleben.at/tradition-zukunft ================================================ 07 [SOSMM - Info] Dringend! Die Asylwette gegen leichtfertigen Umgang mit Flüchtlingen von "Philipp Sonderegger" ================================================ *** Wenn Ministerin Prokop wirklich von der Menschenrechts-, Verfassungs- und Konventionskonformität ihres Fremdenpakets überzeugt ist, soll sie mit uns wetten. Denn über das Schicksal von Flüchtlingen darf nicht leichtfertig entschieden werden. *** Sehr geehrte Dame, sehr geehrter Herr! Anfang Juli soll das Fremdenrechtspaket im Parlament beschlossen werden. Es bringt weitere Verschlechterungen für Flüchtlinge, viele Menschenrechtswidrigkeiten wurden aufgezeigt. Trotz aufrechter Bedenken sind längst nicht alle Punkte ausgeräumt. Offensichtlich will die Innenministerin sehenden Auges ein verfassungswidriges Gesetz beschließen. Aber mit der Existenz von Flüchtlingen darf kein leichtfertiges Spiel getrieben werden. Deshalb soll Innenministerin Prokop mit einem persönlichen Einsatz für ihr Handeln einstehen. Und so funktioniert die Asylwette: 1) Ihr Einsatz für Menschenrechte: Machen Sie auf http://www.dieasylwette.at eine Spendenzusagen für "Hemayat - Verein zur Betreuung von Folter- und Kriegsüberlebenden". Die gesammelten Zusagen ergeben unseren Wetteinsatz. 2) Wenn wir den Betrag von 5.000 Euro beisammen haben, bieten wir der Ministerin die Wette an. Nimmt sie an, haben wir drei weitere Wochen Zeit, um einen möglichst hohen Wetteinsatz zusammen zu bringen. Schlägt sie die Wette aus, hat Frau Prokop Erklärungsbedarf. Es war immer ihr Ziel, ein menschenrechts-, verfassungs- und konventionskonformes Paket zu beschließen. 3) Kippt der Verfassungsgerichtshof das Paket, muss die Ministerin den Betrag spenden. Hält das Paket vor dem Höchstgericht, dann geht Ihre Spende an Hemayat. Nur wer verliert zahlt. Ein verfassungskonformes Asylgesetz ist noch kein gutes Gesetz. Aber wenn die Bundesregierung schon nicht Willens ist, einen vernünftigen Umgang mit Asyl Suchenden zu pflegen, dann messen wir sie zumindest an den selbst gesteckten Zielen! So können Sie die Asylwette weiter unterstützen: Senden Sie dieses Mail an Bekannte und FreundInnen, von denen Sie glauben, dass sie sich für einen sorgsamen Umgang mit Flüchtlingen interessieren. Informieren Sie sich unter http://www.sosmitmensch.at/stories/289 über aufrechte Kritikpunkte am Gesetzespaket und informieren Sie ihren Bekanntenkreis. Mit freundlichen Grüssen Philipp Sonderegger, Sprecher Wien, 01. Juni, 2005 SOS MITMENSCH Philipp Sonderegger, Sprecher mobil +43(664) 450 59 60 email phs at sosmitmensch.at telefon +43 (1) 524 99 00 - 11 fax +43 (1) 524 99 00 - 9 post sos mitmensch, pf 220, 1070 wien web sosmitmensch.at spenden PSK blz:60000 kn:91000590 ================================================ 08 Yorck 59 Demo + öffentliches Plenum von ekhaus at med-user.net ================================================ Ankündung für die Yorck 59 Demo und ein öffentliches Plenum "EKH- Was nun? Was tun!" **** Keine Räumung der Yorck 59 Berlin! Yorck 59 bleibt! EKH bleibt! Demo gegen die für den 6.Juni geplante Räumung der Yorck 59 in Berlin: 3.Juni, 18 Uhr, Treffpunkt Uni Wien (Unirampe), U2 Schottentor * Für einen sofortigen Räumungsstopp * Für politische Lösungen für die Hausprojekte in der Yorckstraße 59 in Berlin und das Ernst Kirchweger Haus in Wien * Schluss mit dem Mietwucher * Aufenthaltsrecht und Wohnen für Alle (und zwar umsonst) Wir betrachten die Auseinandersetzung um selbstbestimmte Räume nicht als lokale Konflikte, sondern als einzelne Facetten einer gesamtgesellschaftlichen Entwicklung. Angesichts des immer stärker werdenden Drucks und der Destabilisierung selbstverwalteter Strukturen sehen wir es als immer notwendiger, nicht nur auf lokaler Ebene, sondern auch überregional zu agieren. Die Häuser denen die darin wohnen! Yorck 59 bleibt!! EKH bleibt!! Mehr Infos auf at.indymedia.org *** Wichtig++Wichtig++Wichtig++Wichtig++Wichtig++Wichtig++Wichtig++Wichtig++Wichtig++ Donnerstag 9. Juni 21h EKH- Beisl öffentliches Plenum "EKH- Was nun? Was tun!!!" Wie wichtig es ist Konstanten im Leben zu haben, zwischen all dem Durcheinander ein paar Fixpunkte die heraus stechen, so kleine Riffs im überschäumenden Wahnsinn, da brauch ich gar nicht zu erklären beginnen, da stehen wir ja alle mitten drin und jetzt kommts - jedes Jahr, wenns heiß wird, könnt er kommen, der summer of resistance, und wir bekommen Lust ein Haus und Hoffest zu machen, den Sommer anzuheizen, dann stelln sich Bands auf die Bühne, liegt Tofu und Gemüse am Grill und heuer, dieses Jahr wird alles natürlich noch knalliger und bunter, den Mittelfinger können die haben, die glauben jetzt wars wohl das letzte mal - wir bleiben! Nochmals von vorn: Bis 30 Juni müssen 2/3 des Hauses leer sein, so die Abmachung im Räumungsvergleich, die zwischen dem Eigentümer und dem Prekariatsträger vereinbart wurde. Leer(!) und potenzielle Nachmieter haben sich bereits letzten Sonntag (am 19.5) vorgestellt. Die beiden stadtbekannten Naziskins (Pflaume äh "Zwetschke" und "Sharky" ) wollten sich bereits "ihre" neuen Mietobjekte anschauen - vielleicht für ein neues blood&honour Versandbüro im ersten Stock..? Die Braune Partie wird sicher schon ihre Pläne mit dem antifaschistischen Zentrum EKH haben.... EKH verteidigen und die Räumung verhindern heisst Haus und Hoffest im ganzen Haus, in ganz Wien! Keine Nazis im Ernst Kirchweger Haus! Nochmals von vorn: 15 Jahre EKH und wir feiern für die nächsten 15 Jahre. Ein Ende zu betrauern ist rührseelige Kacke, mit dem schalen Geschmack wie schöns mal war. Wir machen weiter, sind ja auch schon mal hier und uns gefällts... mit euch das Haus zu verteidigen, ein Fest zu machen. Am Mittwoch Konzert, am Donnerstag den 30 Juni mit einer Parade "Viva la EKH" queer durch die Stadt ziehen, durch Wien, die Stadt, die ständig einnickt, sich für ein gemütliches Kaffeehaus hält und immer nur verdrängen will, was lebendig ist. Nochmals von vorn? Nein, weiter - Meterologen von der Hohen Warte meldeten bereits neulich: Mit EKH bleibt der Sommer sicher warm - ohne EKH wird er bestimmt heiß! Den Griller anheizen, den Film einlegen, was erfrischendes an der Bar, im Schatten wird ne Aktion besprochen, diskutieren und tanzen - wissen worums geht. Da brauchts dennoch immer etwas Mut und viel Freude das Leben auszuprobieren wie es uns schmeckt und zu verteidigen was uns wichtig ist. So könnte das Hausfest aussehen. Deshalb nicht vergessen vorbei zu schauen, Schlafsack mitnehmen und ne Kappe für nen kühlen Kopf voller Phantasie. Für genaueres Programm gwatch out for flyers!!! euer EKH Solikomitee ================================================ 09 „Surplus oder Konsumterror“ von "nico mayer" ================================================ Donnerstag 2/6/05 ab 21 Uhr Eine Dokumentation die wir schon lange zeigen wollten…. „Surplus oder Konsumterror“ Die destruktive Natur der Konsumkultur „Wir sind dem Konsumterror ausgesetzt und "Surplus oder Konsumterror" stellt den Versuch dar, die Kommunikations-Sklaven der ersten Welt - ein Fünftel der Bevölkerung verbraucht vier Fünftel der natürlichen Rohstoffe - zum Nachdenken zu bringen.“ (John Zerzan) "Surplus oder Konsumterror" wurde 2003 auf dem Internationalen Dokumentarfilmfestival Amsterdam mit dem "Silver Wolf Award" ausgezeichnet. & Diskussion VEKKS Zentagasse 26 1050 Wien ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN, MEINUNGEN & KOMMENTARE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 10 auf Farias reingefallen (?) von Hans Puehretmayer ================================================ Subject: auf Farias reingefallen (?) http://www.taz.de/pt/2005/06/01/a0154.nf/text From Andreas Görg hieher reinkopiert: Verdrehte Anwürfe Salvador Allende war weder Antisemit noch Rassist: Diesbezügliche Behauptungen Víctor Farías' halten einer Überprüfung nicht stand VON BERND PICKERT Es ist die Geschichte eines Rufmordes, der funktioniert hat. Alle Medien, auch die taz, haben darüber berichtet: Salvador Allende, die Ikone des chilenischen Weges zum Sozialismus, der erste frei gewählte Marxist der Welt, war ein Rassist und Antisemit. So behauptet es der am Berliner Lateinamerika-Institut lehrende Privatdozent Víctor Farías in seinem im März in Chile erschienenen Buch "Salvador Allende. Antisemitismo y Eutanasia". Farías gibt an, die "lange verschollene" Doktorarbeit Allendes aus dem Jahr 1933 zum Thema "Mentale Hygiene und Verbrechen" wiederentdeckt und darin jede Menge Hinweise auf rassistisches, antisemitisches und letztlich nationalsozialistisches Gedankengut bei Allende gefunden zu haben. Außerdem habe Allende als Gesundheitsminister 1938 bis 1941 einen Gesetzesentwurf für Zwangssterilisierungen erarbeitet, der allerdings von der Ärzteschaft zurückgewiesen worden sei. Und schließlich, Kulminationspunkt von Farías Argumentation, habe Allende auch noch den Naziverbrecher Walter Rauff, Erfinder der Gaslastwagen zur Ermordung von Juden in Deutschland, vor dem Zugriff der internationalen Justiz geschützt und die Bitte um Auslieferung durch den Nazijäger Simon Wiesenthal schroff zurückgewiesen. Seit Farías' Behauptungen vor einigen Wochen auch durch die deutsche Presse gingen, scheint der Ruf Allendes zerstört. "Man ist betroffen," sagt etwa Wolfgang Nickel vom Team des Salvador-Allende-Hauses, einer Bildungseinrichtung der sozialistischen Jugendorganisation SJD -Die Falken in Oer-Erkenschwick. Er will allerdings erst einmal abwarten, ob sich die Vorwürfe erhärten. Unterdessen fordert Farías in Berliner Lokalmedien sogar, die nach Allende benannte Straßen der Hauptstadt umzubenennen, und zwar mit der Begründung, dass, wenn es in Berlin eine Goebbels-Straße gäbe, man diese schließlich auch umtaufen würde. Die Kritikblase dürfte jedoch schnell zerplatzen - und am Ende steht eine Neubewertung nicht der Person Salvador Allendes, sondern des Wissenschaftlers Víctor Farías an. Die spanische Fundación Presidente Allende hat in Absprache mit der Familie Allende inzwischen die gesamte Doktorarbeit ins Netz gestellt (www.elclarin.cl/hemeroteca.html). Es zeigt sich: Jene Zitate, mit denen Farías den Antisemitismus Allendes zu beweisen sucht, geben keinesfalls dessen Denken wieder, sondern verweisen lediglich auf einen der wichtigsten Vertreter jener Denkrichtung der medizinischen Kriminalitätsforschung zu "kollektiven Verbrechen", die Anfang des 20. Jahrhunderts durchaus auf Resonanz stieß: den Italiener Cesare Lombroso (1835-1909). In einem Absatz der gut 150 Seiten umfassenden Doktorarbeit gibt Allende die Ansichten von Lombroso wieder. Der schrieb: Zigeuner, manche arabischen und indischen Stämme seien von Natur aus Verbrecher, und "die Juden charakterisieren sich durch bestimmte Formen von Verbrechen: Betrug, Falschheit, Verleumdung und vor allem Wucher". Aus der Tatsache, dass dieser Satz als Zitat in Allendes Arbeit steht, zimmert Farías den Antisemiten Allende. Was der allerdings von diesen Zuschreibungen Lombrosos hielt, machte er in derselben Arbeit mehr als deutlich: Er beschäftigte sich keine Zeile weiter damit, sondern endete den Absatz mit der schlichten Feststellung, er verfüge über keinerlei Daten, die diese Zuschreibungen bestätigen würden. Stattdessen setzt sich Allende kritisch - wenn auch aus heutiger Sicht nicht kritisch genug - mit den verschiedenen Versuchen der zeitgenössischen Wissenschaft auseinander, einen Zusammenhang zwischen bestimmten Krankheitsbildern und der Anfälligkeit für Verbrechen herzustellen. Recht deutlich wird, dass ihm bei der Untersuchung eines möglichen Zusammenhangs zwischen Alkoholismus, Tuberkulose, Drogenmissbrauch und Kriminalität dämmert, dass es sich dabei um soziale Phänomene handelt. Zwar hält auch der damals 25-jährige Allende bestimmte kriminelle Neigungen für nicht therapierbar, doch setzt sich seine Arbeit vor allem für eine bessere medizinische Betreuung der "Kranken" ein, auch für besser ausgebildetes Personal in den Haftanstalten. Aus heutiger Sicht vertritt die Arbeit etliche dem Zeitgeist zuzuschreibende Positionen - ein Beweis für den Rassisten und Antisemiten Allende aber ist sie nicht. "Verschollen", wie Farías behauptet, war sie im Übrigen auch nicht: Sie stand stets öffentlich zugänglich in der Universitätsbibliothek Santiago. Doch damit endet die Reihe der Verdrehungen Farías' noch nicht. Auch den Gesetzesentwurf zur Sterilisierung Geisteskranker, den Allende laut Farías Ende der 30er-Jahre als Gesundheitsminister forciert habe, habe es so nie gegeben, referiert der spanische Rechtsanwalt Joan E. Garcés, selbst ehemaliger persönlicher Berater Allendes, in seiner Einführung zu Allendes Doktorarbeit. Vielmehr habe Allende in einem Interview mit der Zeitung La Nación im November 1939 seine Prioritäten klar dargestellt: Mütterbetreuung, Kinderbetreuung, Schulpflicht, Hygiene im Haushalt, Kampf gegen Geschlechtskrankheiten, Alkoholismus und Drogenmissbrauch. Garcés' Hinweis entkräftet nicht den Vorwurf, Allende habe an einem Gesetzentwurf zur Zwangssterilisierung arbeiten lassen. Immerhin wäre das für die damalige Zeit auch nicht ungewöhnlich gewesen: Die Eugenik stand hoch im Kurs, in verschiedenen US-amerikanischen Bundesstaaten und in Schweden wurde bis weit in die 70er-Jahre hinein die Idee der Aufbesserung der genetischen Qualität der Bevölkerung durch erzwungene Sterilisationen praktiziert. In Chile allerdings eben nicht, auch nicht auf Betreiben von Salvador Allende. Geradezu hinterhältig ist jedoch Farías' Anwurf gegen Allende im Falle des Naziverbrechers Walter Rauff. Der Erfinder der Gaslastwagen war nach dem Krieg in Chile untergetaucht. Als er dort aufgespürt wurde, stellte die Bundesregierung ein Auslieferungsersuchen, das jedoch 1963, sieben Jahre bevor Allende an die Macht kam, vom Obersten Gerichtshof in Chile mit der Begründung abgelehnt wurde, dass nach chilenischem Recht auch Mord nach 15 Jahren verjähre. In seinen Erinnerungen schreibt der Nazi-Jäger Simon Wiesenthal, ihm sei daraufhin klar geworden, dass man auf eine andere chilenische Regierung warten müsse, bis sich womöglich die Chance ergeben könnte, Rauff doch noch ausliefern zu lassen. Mit Allendes Wahl 1970 sah er die Chance gekommen und schrieb dem Präsidenten 1972 einen Brief. Allende antwortete, dass aufgrund der Gewaltenteilung ausschließlich die Gerichte über solche Anliegen entscheiden könnten. Er persönlich unterstütze und bewundere die Arbeit Wiesenthals und empfahl ihm, ein erneutes Auslieferungsersuchen der Bundesrepublik zu erwirken. Am 3. November 1972 antwortete Wiesenthal, er habe mit den deutschen Behörden über ein erneutes Gesuch gesprochen, und bedankte sich herzlich für Allendes "warmen und herzlichen Brief, der zeigt, dass Sie tatsächlich eine bewundernswerte Person sind". In seinen Memoiren berichtet Wiesenthal über die weitere Überlegung, gegen Rauff "möglicherweise in einem anderen Land mit einer günstigeren Gesetzgebung [Š] vorzugehen. Aber bevor Allende auf meinen zweiten Brief antworten konnte, gab es einen Staatsstreich und Allende starb." Keine der Anschuldigungen von Farías hält der näheren Prüfung stand. Kein Wunder also, dass Allendes ehemalige Mitstreiter nun alles in Bewegung setzen, um zu verhindern, dass Farías' Veröffentlichungen das Bild Allendes nachhaltig beschädigen. Nur: Irgendwas bleibt immer hängen. taz Nr. 7678 vom 1.6.2005, Seite 13, 258 Zeilen (TAZ-Bericht), BERND PICKERT ================================================ 11 HOSI Wien fordert Walter Tancsits zum Rücktritt auf von Christian Hoegl ================================================ Medienaussendung der Homosexuellen Initiative (HOSI) Wien vom 1. Juni 2005: HOSI Wien fordert Walter Tancsits zum Rücktritt auf "Wir sind äußerst empört über die - im doppelten Wortsinn - gestrigen Äußerungen von Walter Tancsits", erklärt HOSI-Wien-Obmann Christian Högl, "Der Herr Abgeordnete hat offenbar nichts begriffen! Unser Vorwurf, den wir übrigens zurzeit aufgrund einer einstweiligen Verfügung des Handelsgerichts Wien in der ursprünglichen scharfen Formulierung nicht wiederholen dürfen, kritisierte die Haltung der ÖVP, den homosexuellen Opfern des Nationalsozialismus bis heute einen Rechtsanspruch auf Entschädigung nach dem OFG zu verweigern und im Besonderen Herrn Tancsits, der die ÖVP-Linie Anfang März in einer Parlamentsrede mit Worten verteidigte, die wir nur als eine arrogante Verhöhnung der Opfer empfinden konnten. Für uns ist es eine Weiterführung der NS-Ideologie, wenn man bestimmte Opfergruppen von der Rehabilitierung ausschließt und ihnen somit zu verstehen gibt, dass sie zu Recht in Konzentrationslagern gequält und ermordet wurden. Das betrifft Schwule, die im KZ mit dem rosa Winkel gekennzeichnet waren, und Lesben, die dort meist als so genannte 'Asoziale' mit dem schwarzem Winkel gebrandmarkt waren, aber natürlich genauso auch die von Tancsits’ Kollegen Siegfried Kampl skandalöserweise als 'Kameradenmörder' bezeichneten Wehrmachtsdeserteure.” "Dass Herr Tancsits jetzt die beleidigte Leberwurst spielt, nur weil ein Gericht unsere politische Kritik an seiner Person als ebensolche anerkannt und im Rahmen der in Österreich zum Glück noch immer geltenden Meinungsfreiheit für zulässig befunden hat, zeigt seine mangelnde Eignung für das Amt des Nationalrats. Und dass er in einem Anfall von eitler Selbstüberschätzung sogar der Meinung ist, Österreich gebühre deshalb ein Bundesrat Kampl, beweist seine fehlende Sensibilität in dieser Materie. Wir finden daher, dass Herr Tancsits in seiner Funktion gänzlich untragbar geworden ist und fordern ihn zum sofortigen Rücktritt auf”, so Högl abschließend. Rückfragehinweis: Christian Högl, Obmann: Tel. 0699-11811038; office at hosiwien.at; www.hosiwien.at ================================================ 12 Serbiens Präsident trifft Kanzler Schröder - GfbV warnt vor EU-Beitrittsverhandlungen von "GFBV" ================================================ GESELLSCHAFT FÜR BEDROHTE VÖLKER PRESSEMITTEILUNG Göttingen/Berlin, den 31.05.2005 Bundeskanzler Gerhard Schröder trifft den serbischen Präsidenten Boris Tadic Gesellschaft für bedrohte Völker warnt: Es gibt keine Grundlage für Verhandlungen über einen EU-Beitritt Serbiens Anlässlich des Besuches des serbischen Präsidenten Boris Tadic am heutigen Dienstag in Berlin hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) Bundeskanzler Gerhard Schröder davor gewarnt, den Beginn von EU-Beitrittsverhandlungen für Serbien auch nur in Erwägung zu ziehen. "Das offizielle Serbien macht bis heute keinerlei ernsthafte Anstrengungen, den Genozid an den bosnischen Muslimen sowie die in Ostslawonien und im Kosovo begangenen Kriegsverbrechen öffentlich einzugestehen", sagte der GfbV-Generalsekretär Tilman Zülch. "Zwar sind mehrere mutmaßliche Kriegsverbrecher an Den Haag ausgeliefert worden, doch Armee, Polizei und Regierung schützen noch immer die Hauptkriegsverbrecher Mladic und Karadzic." Die drei größten ethnischen Minderheiten auf dem Staatsgebiet Serbiens - die knapp 300.000 Ungarn in der Wojwodina, die etwa 200 000 Sandschak-Muslime und die nach inoffiziellen Schätzungen mehr als 500 000 Roma - klagen weiter über gezielte staatliche Diskriminierung und die Verletzung oder Missachtung ihrer Bürger- und Menschenrechte, berichtete Zülch. "Die serbische Polizei und Armee sind von kriminellen Mafia-Strukturen durchsetzt. Angehörige von Einheiten, die in Bosnien-Herzegowina an ethnischen Säuberungen beteiligt waren, wurden für dort begangene Kriegsverbrechen nicht zur Verantwortung gezogen." Die extreme rechtsradikale Partei Srpska Radikalna Stranka gewann 28 % der Wählerstimmen und hält 82 der 250 Sitze im serbischen Parlament. ========================================================= Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV) Inse Geismar, Pressereferentin Postfach 2024, D-37010 Goettingen Tel. +49/551/49906-25, Fax:+49/551/58028 E-Mail: presse at gfbv.de, Homepage:http://www.gfbv.de ================================================ 13 Sandra Bakutz freigesprochen! von ASt-LFI ================================================ Sandra Bakutz freigesprochen! Interview mit Sandra Bakutz (aus: Red Newsletter 162, Informationsdienst des ArbeiterInnenstandpunkt, 1. Juni 2005, www.arbeiterInnenstandpunkt.net) Wie wir soeben erfahren haben, wurde Sandra Bakutz heute vom zuständigen türkischen Gericht freigesprochen! Wir freuen uns mit vielen anderen darüber und betrachten es als Bestätigung, daß die internationale Solidaritätskampagne richtig und notwendig war. Im folgenden drucken wir ein Interview mit ihr ab, daß wir nach ihrer Freilassung mit ihr führten und in der Mai-Ausgabe unserer Zeitung „ArbeiterInnenstandpunkt“ abdruckten. Sandra Bakutz flog am 10. Februar diesen Jahres als internationale Beobachterin beim Massenprozess, der am 1. April 2004 mit einer Operation gegen sämtliche demokratische, legale Vereine und deren Mitglieder begann. Damals wurden demokratische Einrichtungen, MenschenrechtsaktivistInnen, AnwältInnen und auch KünstlerInnen im Zuge des Prozesses als TerroristInnen verleumdet und festgenommen. Immer wieder hatten RechtsanwältInnen, MenschenrechtsaktivistInnen und auch JournalistInnen an Verhandlungen teilgenommen – so wie auch Sandra. Gleich bei ihrer Ankunft in Istanbul wurde sie jedoch festgenommen. Bei der Anhörung am nächsten Tag wurde ihr die Anklage wegen verbotener Mitgliedschaft bei der DHKP/C unterbreitet. Was geschah dann? Sandra: Ich wusste nur, dass ich in Haft sein werde und dann wurde ich in das Frauengefängnis, in dem sich keine politischen Gefangene sondern rein soziale (Mord, Diebstahl) Gefangene befinden, überführt. Das Gefängnis, zu dem ich zuerst gebracht worden bin, war in Istanbul. Im Gefängnis haben die Torturen gleich begonnen. Es ist keine so strenge Isolation wie in den anderen Gefängnissen, aber dennoch sind mir die Bedingungen beim Empfang der Gendarmerie gleich bekannt geworden, das habe ich persönlich erfahren. Mir wurden mehrmals die Fingerabdrücke abgenommen, ich wurde photographiert, meine Identität wurde aufgenommen, ich wurde ständig angesprochen, was ich hier zu suchen hätte und warum ich mich mit der Türkei so eng beschäftige, weil sie auch meine Anklage kannten. Deine Jacke wurde aufgrund der Farbe grün abgelehnt. Warum? Sandra: Grün ist eine Militärfarbe der Behörden der Türkei und weil sie ähnlich der Farbe der Uniform in der Türkei ist, darf man diese Farbe nicht haben. Rote Farben werden zum Beispiel in einigen Gefängnissen überhaupt nicht akzeptiert. Sie sind ja kommunistisch und werden einfach weggenommen. Wenn man mit Buntstiften ankommt, wird die rote Farbe extra herausgesucht, damit die Gefangenen nicht in Rot schreiben können. Buntes Briefpapier, das leer ankommt, damit die Gefangenen es benutzen können, wird den Gefangenen ganz einfach abgenommen. Wie waren deine Erfahrungen in diesem Gefängnis? Sandra: Das war keine angenehme Zeit für mich. Es war sehr schwierig sich mit den anderen Gefangen zu unterhalten. Nicht aus sprachlichen Gründen, sondern aus menschlichen, war eine Diskussion nicht sehr einfach. Nach 5 Tagen wurde ich dann in das Geze-Gefängnis überstellt. Meine zwei Anträge gegen die Einsprüche der Verhaftung wurden aus dem Grund der Fluchtgefahr abgelehnt. Bei der Ankunft in dem Gefängnis ist mir dann wieder das gleiche passiert – Leibesvisitation und andere Schikanen. Das habe ich wieder abgelehnt. Mit der Begründung, dass ich schon im anderen Gefängnis durchsucht und mit Handschellen überführt worden bin, sodass es nicht notwendig ist, diese strengen Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Ich war ja ständig in Begleitung von Soldaten und bin im anderen Gefängnis auch noch mal kontrolliert worden, das haben die nicht akzeptiert. Welche Art von Gefängnis war das Geze-Gefängnis nun? Sandra: In dem Gefängnis befanden sich auch politische Frauen. Es gab in dem Korridor 3 Zellen mit politischen Frauen. In einen von denen wurde ich untergebracht. Kamst du in eine Einzelzelle? Sandra: Ich hab vorher schon befürchtet, dass ich alleine in eine Zelle komme – schon aufgrund dessen, dass ich Ausländerin bin. Ich war dann jedoch die ganzen 2 Wochen lang, mit 9 anderen Frauen, die mit dem gleichen Vorwurf, der Mitgliedschaft einer terroristischen Organisation konfrontiert wurden. Von der Auffassung her wurde alles kollektiv geteilt, meine Mitgefangenen haben mir da Gegenstände gegeben, die mir da abgegangen sind. Kleidung, Essen und so weiter sind auch aufgeteilt worden. Welchen Schikanen warst du während deiner Haft ausgesetzt? Sandra: Es ist die Regel, dass man einmal pro Woche den Rechtsanwalt sehen kann und in meinem Fall vom Generalkonsulat eine Person, die einen Antrag stellen muss. Das heißt, ich habe keine Möglichkeit gehabt, enge Verwandte, die man auch unter diesen Umständen sehen will, zu sehen. Meine Eltern konnten natürlich nicht kommen und daher habe ich nur Anwälte und Generalkonsulatleute und die Leute aus meiner Zelle gesehen. Bist du die ganze Zeit in diesem Gefängnis gewesen? Beim letzten Besuch vom Generalkonsulat hab ich erfahren, dass ich verlegt werden soll. Meine zwei Anträge auf Freilassung sind abgelehnt worden. Unter dem Motto: Fluchtgefahr und vor allem Verdunkelungsgefahr. Was heißt hier Verdunkelungsgefahr? Im Jahr 2001, wird mir vorgeworfen, dass ich gegen den ehemaligen türkischen Außenminister im Europaparlament protestiert habe und dass ich beim Transparent öffnen dabei gewesen sein soll. Die türkischen Zeitungsartikel, die da vorgelegt worden sind, in denen war weder mein Name noch mein Foto zu erkennen. Was soll ich da verdunkeln? Weil mein Prozess in Ankara stattfinden sollte und ich nicht vorher freigelassen wurde, musste ich nach Ankara verlegt werden. 5-6 bewaffnete Soldaten haben mich bei der Fahrt bewacht. Ich war alleine bei dieser Überstellung nach Ankara. Ich habe mir die ganze Fahrt hindurch überlegt, was da jetzt alles passieren könnte. Ob ich wirklich ins Gefängnis in Ankara gebracht werde oder ob noch was anderes passieren kann. Wenn man alleine unterwegs ist, hat man immer dieses Gefühl beim Militär. Wie wurdest du in Ankara empfangen? Sandra: Die erste Handlung war natürlich wieder das Schuhe ausziehen und dort bereitgestellte Hausschuhe anzuziehen. Als ich mich wieder weigerte, wurde ich von 4-5 Wärtern festgehalten und die Schuhe wurden mir mit Gewalt ausgezogen. Das ist dann auch passiert, sie haben mich niedergedrückt, auf diese Schleifbank, wo Gegenstände zur Untersuchung durchgeführt werden. Ich hab dann versucht, mich gegen diese Wärter zu wehren. Die Schuhe wurden mir dann mit Gewalt ausgezogen. Welche Schikanen sind dir gegenüber einheimischen politischen Gefangenen aufgefallen? Sandra: Die Willkür gegenüber den politischen Gefangenen. Wenn sie ihre Würde nicht aufgeben wollen, haben sie kaum eine Chance, gesundheitlich behandelt zu werden. Wenn die Gefangenen ins Krankenhaus gebracht werden – natürlich streng von Soldaten bewacht –, werden sie mit Kameras bewacht. Die Soldaten bleiben im Untersuchungsraum. Die Gefangenen – ob nun Frau oder Mann – sollen sich einfach hinter dem Vorhang dort ausziehen und untersuchen lassen. Dagegen wehren sich alle politischen Gefangenen weil dies unmenschlich ist. Du musst dich zwischen deiner Menschenwürde und deiner Gesundheit entscheiden. Der vom Staat eingesetzte Arzt mischt sich da nicht ein. Bei Misshandlungen, wenn Gefangene verprügelt werden, werden keine Berichte erstellt. Alles ist abhängig von der Gefängnisverwaltung. Das heißt, Briefe können nur an bestimmten Tagen abgegeben oder erhalten werden. Das Essen war ziemlich mickrig, es war immer wieder das gleiche - kaum Vitamine. Pro Woche kauften sich die Gefangenen eine Orange oder einen Apfel. Auch Milch muss man sich selber kaufen. Joghurt gab es nur ganz selten, das heißt die Ernährung war nicht gerade sehr gesund. Mit den neuen Gesetzen wird das alles noch schlimmer werden. Warum genau? Sandra: Wo Gefangene Hungerstreik machen, ist das auch in den neuen Gesetzen verankert: Hungerstreik bedeutet Disziplinarstrafe. Das bedeutet entweder Einzelhaft, wo kein Mensch von dir hört, wo du einfach aus der Zelle herausgeschleppt wirst, bzw. zwei-monatiges Briefverbot. Weder Erhalten noch Verschicken von Briefen. Mit diesen neuen Gesetzen wird die Isolation noch mal zusätzlich verstärkt. Eine Lebenssicherheit, eine Garantie, haben die Gefangenen alle nicht. Was haben dir andere Gefangene über die Schikanen erzählt? Sandra: Ein Gefangener in einem F-Typ Gefängnis (den modernen Hochsicherheitsisolationsgefängnissen, d. Red.), der mir einen Brief geschrieben hat; - ich habe von vielen Gefangenen Briefe erhalten – der wollte seine Schuhe nicht ausziehen, wurde daraufhin zum Gericht gebracht und von 5,6 Beamten schwerstens verprügelt und zu Boden gestoßen. Er hatte auch Spuren von dieser Misshandlung und wollte das vom Arzt berichten lassen. Das haben sie versucht zu verhindern, ihn in eine Einzelzelle gesteckt und versucht, ihm einzureden, der Arzt sei nicht da. Nach längerem Protest kam er zum Arzt, wo das Attest durch Drohungen verhindert werden sollte. Das sind alles Teile von dieser Form der Isolationshaft. Viele Menschen sind schon in den Selbstmord getrieben worden durch psychische Repression. Ich hab mit einigen die Zelle geteilt, die das Massaker vom 19.-22. Dezember 2000 miterlebt haben. Damals, als hunderte politische Gefangene gegen die Verlegungen in die F-Typ Gefängnisse protestierten, wurden 28 Gefangene ermordet. Die Gefangenen wurden mit Gewalt in die F-Typ Gefängnisse verlegt, die Frauen zuerst in andere Gefängnisse, die Männer direkt in die F-Zellen. Da wurden Frauen bei lebendigem Leibe verbrannt. Ein Prozess wurde später eröffnet, aber gleichzeitig auch gegenüber den Opfern, den Gefangenen, weil sie sich angeblich gewehrt haben. Wie siehst du deine Zukunft nach diesen Erfahrungen? Sandra: Am 16. Mai wird der nächste Prozess stattfinden. Die Personen haben keinerlei Schutz durch die Öffentlichkeit, weil auch kaum darüber berichtet wird, was da passiert, ohne Beweise. Ich muss noch mal klarlegen, dass das ein Prozess ist, wo Menschen über Nacht einfach aus demokratischen linken Einrichtungen und aus Kulturzentren festgenommen werden und das allein mit dem Vorwand, dass auf Disketten, die beschlagnahmt worden sind, ihr Name vorkommt. Die Leute sind zum Teil seit 1 ½ Jahren verhaftet und sitzen ebenfalls in diesen Zellen. In Zukunft müssen noch mehr MenschenrechtsbeobachterInnen in die Türkei fahren, um sich diesen Fall und ähnliche selbst anzuschauen. Nur durch politische Öffentlichkeitsarbeit, Demonstrationen und Streiks können wir Solidarität mit den Gefangenen signalisieren und deren Freilassung erzwingen. Oder wenigstens deren Bedingungen verbessern. Der Kampf muß weitergehen! ================================================ 14 Anwälte protestieren gegen das neue türkische Strafgesetz! von ASt-LFI ================================================ Anwälte protestieren gegen das neue türkische Strafgesetz! (aus: Red Newsletter 162, Informationsdienst des ArbeiterInnenstandpunkt, 1. Juni 2005, www.arbeiterInnenstandpunkt.net) Im folgenden dokumentieren wir einen Artikel über einen neuerlichen Angriff des bürgerlichen Staatesapparates auf die demokratischen Grundrechte in der Türkei. Er zeigt einmal mehr, wie selbst die grundlegendsten demokratischen Rechte von der herrschenden Klasse mit Füßen getreten werden, wenn diese es in ihrem Interesse sieht. Nur der revolutionäre Sturz des Kapitalismus und der weltweite Aufbau einer sozialistischen, direkt-demokratischen Gesellschaft kann allen soziale Gerechtigkeit und Freiheit ermöglichen. Wir bedanken uns bei der „Arbeitsgruppe Meinungsfreiheit und Menschenrechte in der Türkei“, die uns diesen Beitrag zur Verfügung gestellt hat. Anwälte vom „Rechtsbüro des Volkes“ (Halkin Hukuk Bürosu) in der Türkei haben am 11. Mai in Istanbul auf einer Kundgebung, die vom Stadtteil Sirkeci bis zum Gericht auf dem Sultanahmet-Platz führte, in ihrer traditionellen Berufskleidung und mit einer Flugblattaktion gegen die geplanten Änderungen im "Türkischen Strafgesetz und Strafvollzugsgesetz" protestiert. Aus der Sicht der Anwälte läuft der neue Gesetzesentwurf auf eine massive Einschränkung der Rechte der Angeklagten und Rechtsanwälte hinaus. In einer Erklärung des Anwaltsbüros wird mitgeteilt: "Der Entwurf der Änderungen im neuen ‚Türkischen Strafgesetz und Strafvollzugsgesetz’, das für die Propagierung der EU und der demokratischen Standards der EU eingesetzt wurde, ist dem Justizausschuß des türkischen Parlaments vorgelegt worden. Mit dem neuen Gesetzesentwurf wird ein Großteil der polizeilichen und rechtlichen Maßnahmen der richterlichen Kontrolle entzogen. Ohne richterlichen Beschluß können Hausdurchsuchungen durchgeführt werden und Haftbefehle ausgestellt werden. Während der Polizei zusätzliche Befugnisse erhält, werden die Gefangenen und Verurteilten mit neuen Verboten konfrontiert. Die Rechte der Gefangenen wie Briefkontakte, Anwaltsgespräche und Kommunikation untereinander sollen in zunehmenden Maße eingeengt werden. Der Entwurf zielt aber nicht nur auf die bestehenden, ohnedies bereits begrenzten Rechte und Freiheiten, es wird auch das Recht der Bevölkerung auf Information weitestgehend abgeschafft. Professionelle Berichterstattung und präzise Recherchen sind ab sofort von hohen Gefängnis- und Geldstrafen bedroht. Sowohl JournalistInnen als auch Presseorgane sind davon betroffen. Für die anwaltliche Tätigkeit sollen ab nun neue Spezialregelungen gelten. So haben in Zukunft auf Anordnung des Staatsanwalts und Beschluss des Vollzugsrichters bei allen Gesprächen zwischen AnwältInnen und MandantInnen staatliche Beauftragte zugegen zu sein. Dokumente und Unterlagen, die von den AnwältInnen für ihre MandantInnen, bzw. von Angeklagten für die AnwältInnen bestimmt sind, können verboten werden. Es werden die wesentlichen Rechte der Verteidigung aufgehoben. AnwältInnen gelten mithin als potentielle Verbrecher. In der bisherigen Praxis wurden sie ja schon als solche behandelt, jetzt erfährt dies seine gesetzliche Verankerung. Anwälte, gegen die auf Grundlage der Antiterror-Gesetze ein Ermittlungsverfahren läuft, werden von allen Prozessen ausgeschlossen, und es wird gegen sie ein generelles Berufsverbot verhängt. Einem Anwalt kann der Besuch seiner Mandanten verboten werden, sobald letztere als „Terroristen“ eingestuft, und dem Anwalt in diesem Zusammenhang „Kurierdienste“ vorgeworfen werden. Wenn also gegen einen Anwalt ein Verfahren eingeleitet wird, bei dem abzusehen ist, dass es mit einem Freispruch enden, aber wohl jahrelang dauern wird, so bedeutet dies, dass MandantInnen nicht mehr besucht werden und auch auf keinen Rechtsbeistand mehr hoffen können. Niemand soll erwarten, dass wir eine solche Reform akzeptieren!“ ================================================ 15 Franz Drexler (1912-2005) von "agm" ================================================ Franz Drexler (1912-2005) Franz Drexler, eine der führenden Persönlichkeiten des österreichischen Trotzkismus von 1934 bis Anfang der 1960er Jahre, ist tot. Er starb am 28. Mai 2005 in Wien. Franz Drexler, geboren am 19. Juli 1912, stammte aus einer sozialdemokratischen Arbeiter/innen/familie aus Wien-Erdberg. Sein Vater war einer der Gründer des Arbeiterbildungsvereins Wien-Landstraße. Franz machte eine Lehre als Schriftsetzer in einer größeren Druckerei, wurde aber nach Ende der Behaltefrist gekündigt und musste sich in der Zeit der großen Arbeitslosigkeit mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser halten – etwa als „Badewaschl“ in den Freibädern der Gemeinde Wien. Franz Drexler war nicht nur ein ausgezeichneter Schwimmer, der bei den Arbeitersport-Wettkämpfen viele Bewerbe gewann, sondern auch ein politisch aktiver Arbeiterturner. Er gehörte bald zu den Wehrturnern, der Eliteeinheit des Schutzbundes (der sozialdemokratischen Parteiarmee). Im Milieu der Arbeitersportler/innen lernte Franz auch seine spätere Frau Roszi kennen. Nachdem er schon zuvor der sozialdemokratischen Parteiführung kritisch gegenüber gestanden war, zog der 22-jährige Drexler aus dem Verrat an den kampfbereiten Arbeiter/innen und der schließlichen Niederlage im Februar 1934 endgültig seine politischen Konsequenzen. Er schloss sich gemeinsam mit ganzen Gruppen von Schutzbundkämpfern aus Erdberg und anderen Bezirken dem trotzkistischen „Kampfbund zur Befreiung der Arbeiterklasse“ um Josef Frey an. Drexler stieg innerhalb der trotzkistischen Untergrundorganisation rasch zu einem zentralen Kader auf, der bei der Organisation der illegalen Arbeit zuerst im Austrofaschismus und dann im NS-Faschismus eine wesentliche Rolle spielte. Als der ins Schweizer Exil gegangene Frey die Position annahm, in den mit der Sowjetunion verbündeten imperialistischen Ländern den revolutionären Defätismus aufzugeben und sich der Kampfbund um diese Frage in mehrere Gruppen spaltete, waren es schließlich Drexler, Franz Modlik und Hans Babnik, die diese Position bekämpfen und die verschiedenen Gruppen ab 1943 auf ihrer politischen Grundlage wieder vereinigten. Ihren straffen Organisationsmethoden war es auch zuzuschreiben, dass der Trotzkismus die Zeit des NS-Terrors und der illegalen Arbeit in Fabriken und Wehrmacht in Österreich mit weit weniger Opfern überstand als in anderen Ländern. Drexler selbst war zum Dreher umgeschult und als qualifizierter Facharbeiter lange nicht zum Kriegsdienst eingezogen worden. Nach seiner Einberufung meldete er sich zur Sanität, wodurch er in die Wiener Radetzkykaserne kam, wo Modlik Schreiber war. Die seit Januar 1945 wieder regelmäßig herauskommende trotzkistische Untergrundzeitung wurde von den beiden in der Kaserne der NS-Wehrmacht geschrieben und produziert. Im Frühjahr 1945 wurde Drexler dann doch noch an die Front, die damals bereits im Burgenland verlief, verlegt. Die meisten seiner Einheit desertierten jedoch bald und suchten sich im Schneeberggebiet zu verstecken. Drexler ergab sich schließlich den sowjetischen Truppen, kehrte nach kurzer Kriegsgefangenschaft ins befreite Wien zurück und beteiligte sich an zentraler Stelle am weiteren Aufbau der trotzkistischen Organisation. Dabei waren „Sax“, so der interne Name von Drexler, und seine Genoss/inn/en erneut zu illegale Arbeit gezwungen, da von der sowjetischen Besatzungsmacht die Gefahr drohte verschleppt zu werden (Genosse Karl Fischer wurde ja auch verschleppt). Die „Internationalen Kommunisten Österreichs“ (IKÖ), die österreichische Sektion der Vierten Internationale, formierten ein konspiratives Zellensystem. Drexler war der erste österreichische Trotzkist, der – eingeladen von einem ehemaligen französischen Zwangsarbeiter, mit dem sich Drexler während des Krieges angefreundet hatte – ein Visum für Frankreich bekam und so Kontakt mit der neuen internationalen Führung, mit Pablo und Mandel, herstellte. Allerdings geriet die Mehrheit der IKÖ bald in Widerspruch zur internationalen Führung. Drexler, Babnik und Heinrich Thomas betrachteten – anders als Pablo, Mandel und die österreichische Minderheit um Modlik – die Ausrichtung auf den Titoismus als opportunistisch. Und angesichts der sozialdemokratischen Dominanz in der Arbeiter/innen/klasse war die Mehrheit zwar für eine Fraktionsarbeit in den SP-Strukturen, aber bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung einer revolutionären Organisation und eines revolutionären Profils außerhalb. Den so genannten „tiefen Entrismus“, also der Eintritt in reformistische Parteien bei weitgehender Zurückstellung der trotzkistischen Programmatik, wie er von Pablo und Modlik vertreten wurde, lehnte die Mehrheit der österreichischen Sektion ab und gehörte damit zu den eindeutigsten Verteidigern von marxistischen Positionen in der Vierten Internationale. Angesichts der neuerlichen Stabilisierung des Kapitalismus und des sozialdemokratischen Reformismus in den späten 1940er Jahren und des beginnenden „Wirtschaftswunders“ gerieten die revolutionären Kräfte insgesamt und die IKÖ im konkreten immer mehr in die gesellschaftliche Isolation. Mehrheit und Minderheit der IKÖ verloren Leute in die SPÖ; immer mehr Genoss/inn/en resignierten und wurden de facto zu linken Sozialdemokrat/inn/en. Anfang der 1960er Jahre, als die IKÖ schon ziemlich zusammengeschrumpft war, verlor auch Franz Drexler den Mut und zog sich vom revolutionären Organisationsaufbau zurück. Er hatte sich schon zuvor, damals noch im Sinne der IKÖ und ihrer Ressourcen, einen Job gesucht, „bei dem man sich nicht umbringt“, nämlich bei der Gemeinde Wien. Auch wenn Drexler in den kommenden Jahren sogar (linker) SPÖ-Funktionär wurde, so blieb er doch immer Sympathisant des Trotzkismus. Er besuchte auch in den 1970er und 1980er Jahren immer wieder trotzkistische Veranstaltungen und unterstützte Gruppen mit Spenden. In den frühen 1990er Jahren ist Franz Drexler dann wieder verstärkt mit trotzkistischen Organisationen in Verbindung gestanden. Er war ein entscheidender Zeitzeuge für die beiden Bände zur Geschichte des österreichischen Trotzkismus, die Mitte der 1990er Jahre von der Arbeitsgruppe Marxismus herausgegeben wurden. Er hat auf mehreren Veranstaltungen von verschiedenen Gruppen aus trotzkistischer Tradition referiert, hat wieder verstärkt politische Treffen aufgesucht und war Ende der 1990er Jahre – solange es für ihn gesundheitlich möglich war – organisierter Sympathisant der AGM. Es war sicherlich auch für ihn eine Bereicherung, noch einmal den Anschluss an revolutionär gesinnte junge Leute zu finden. Er verfolgte bis zuletzt die internationale politische Entwicklung mit großem Interesse und war stets gut informiert. Dass Franz in den letzten fünf Jahren immer schlechter gesehen hat und zuletzt de facto blind war, war für ihn eine große Qual. Denn er hat immer sehr viel gelesen, teilweise auch Literatur in englischer, französischer und italienischer Sprache, Sprachen, die er sich autodidaktisch angeeignet hat. Gerade in den letzten Jahren, als ihm auch das nahende Ende seines Lebens klar war, hat sich Franz wieder sehr bewusst und auch stolz auf die politische Tradition bezogen, die sein Leben ausgemacht hat. Er hat für das Erbe der permanenten Revolution geworben und er ist als Antikapitalist und Trotzkist gestorben. Als solchen werden wir den Genossen Franz Drexler in Erinnerung behalten. Arbeitsgruppe Marxismus, am 31. Mai 2005 Franz Drexler hat sich gewünscht, dass vor seiner Einäscherung eine politische Abschiedsfeier abgehalten wird. Eine solche wird am Freitag, den 10. Juni 2005, um 13.30 Uhr in der Feuerhalle Simmering (Raum 3), Simmeringer Hauptstraße 337, 1110 Wien (bei Zentralfriedhof, Tor 2) stattfinden. Wir laden alle ein, daran teilzunehmen und mit uns gemeinsam dem alten Genossen die letzte Ehre zu erweisen. Wir würden uns freuen, wenn Vertreter/innen anderer Organisationen aus trotzkistischer Tradition mit Organisationsfahnen kommen (und bitte um diesbezügliche Rückmeldung). PS: Wenn andere Organisationen, Zeitschriften oder websites die Nachricht vom Tod Franz Drexlers bekannt geben wollen, können sie gerne den obigen Text oder Auszüge daraus verwenden. Genaueres über die politische Tätigkeit von Franz Drexler findet sich in dem Interview auf unserer website: http://www.agmarxismus.net/vergrnr/m10_1_drexler.htm und in Marxismus Nr. 9: Trotzkismus in Österreich – eine Analyse (seit kurzem vergriffen und demnächst auch auf unserer website). ================================================ 16 Weg Da! Radio Stimme zieht um (die Welt) von Cornelia Kogoj ================================================ Liebe Hoererinnen und Hoerer, liebe Freundinnen und Freunde! Radio Stimme zieht um (die Welt)! Soll heissen: Unsere Sendung hat auf Orange 94.0 einen neuen Sendeplatz bekommen. Statt wie bisher jeden zweiten Dienstag abend, ist Radio Stimme ab sofort jeden zweiten Donnerstag von 13.00 bis 14.00 Uhr in Wien auf Orange 94.0 zu hoeren. Das erste mal am 09. Juni. "Zieht um (die Welt)" heisst aber auch, dass Radio Stimme ab nun nicht mehr nur in Wien auf Orange 94.0 on air zu hoeren ist, sondern auch in Linz, Graz und Innsbruck! Die Sendung wird jeweils am Sonntag um 11.00 Uhr auf Radio FRO in Linz und am Donnerstag um 12.00 Uhr auf FREIRAD in Innsbruck wiederholt; der Sendeplatz auf Radio Helsinki in Graz steht noch nicht fest. Darueber hinaus bleiben freilich auch weiterhin alle Sendungen auch ueber das Internet-Archiv jederzeit hoer- und downloadbar! Das alles wird schliesslich gefeiert: am Fr, 10.06 heisst es daher "Weg Da! Radio Stimme zieht um (die Welt)" live: First Fatal Kiss dj's: DJ Amina / DJ MejDej Fr., 10.06.2005, ab 21.00 Uhr Club U (Karlsplatz - Kuenstlerhauspassage), Wien Eintritt: EUR 3,- -- Radio Stimme – Die Sendung der Initiative Minderheiten Das politische Magazin zu den Themen Minderheiten - Menschenrechte - Rassismus on air: Wien - Do, 13.00 Uhr - Orange 94.0 - http://www.orange.or.at Linz - So, 11.00 Uhr - Radio FRO - http://www.fro.at Graz - - Radio Helsinki - http://www.helsinki.at Innsbruck - Do, 12.00 Uhr - FREIRAD - http://www.freirad.at on line: weltweit - jederzeit - http://www.initiative.minderheiten.at ================================================ 17 EU-Abstimmung/Niederlande/Jubel/KPÖ von KPÖ Steiermark ================================================ PRESSEMITTEILUNG DER STEIRISCHEN KPÖ Graz; am 1. Juni 2005-06-06 EU-Abstimmungen: Ergebnisse werden immer besser Die Volksabstimmung in den Niederlanden hat ein noch besseres Ergebnis gebracht als das französische EU-Referendum: Etwa 63 Prozent der Bevölkerung sagen Nein zum Europa der Konzerne und Generäle. Über dieses Ergebnis kann man sich als steirischer Kommunist nur freuen. Das sagte KPÖ-Landesvorsitzender Franz Stephan Parteder am Montagabend. Parteder: „ Dieses Nein kommt von unten. Es wird von den arbeitenden Menschen und vielen fortschrittlichen Bewegungen getragen. Parteien wie die Französische KP oder die unseren Positionen sehr nahe stehende SP der Niederlande sind in der Lage, ihre Argumente an die Leute zu bringen, und sie sind erfolgreich. Für Österreich bedeutet das zweite Nein zur EU-Verfassung in einem wichtigen Mitgliedsstaat innerhalb einer Woche, dass sich die herrschenden Eliten bessere Argumente ausdenken müssen als das, was sie bei uns in den Medien verbreiten lassen. Ich hoffe auf einen Domino-Effekt gegen die Pläne der Weltmachtstrategen in Brüssel und Wien.“ Wir fordern, dass Bundespräsident Fischer die vom Parlament ganz bewusst vor den beiden wichtigen Volksabstimmungen ratifizierte EU-Verfassung nicht unterzeichnet. Zur Klarstellung darüber, wie die Bevölkerung in unserem Land wirklich über die EU denkt, fordern wir die Abgeordneten von SPÖ und Grünen auf, im Nationalrat eine Volksabstimmung durchzusetzen. Das ist mit einem Drittel der Mandate möglich. Die EU kommt uns zu teuer. Immer mehr Menschen weigern sich, mitzumachen, wenn Brüssel Sozialabbau und Abrüstung befiehlt. Die steirische KPÖ sieht sich als Interessensvertreterin dieser Bevölkerungsmehrheit, für die unsere Neutralität mehr ist als ein Fetzen Papier oder eine leere Hülle. KPÖ-Steiermark Lagergasse 98 a 8020 Graz Tel.: 0316 71 24 36 Fax 0316 71 62 91 email: kp.stmk at kpoe-graz.at; kpoe_stmk at hotmail.com ================================================ ================================================ C) TERMINE ================================================ Donnerstag http://mund.at/butt/Termine/Juni/0206.htm Freitag http://www.mund.at/butt/Termine/Juni/0306.htm Samstag http://www.mund.at/butt/Termine/Juni/0406.htm ================================================ D) EDITORIAL ================================================ Für den Inhalt verantwortlich: Ihr. 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Beiträge mit rassistischen oder sexistischen Inhalten werden nicht veröffentlicht. Sehr persönliche Meldungen werden wir an den betreffenden Adressaten weiterleiten, aber nicht im MUND veröffentlichen. Die bisherigen Ausgaben sind unter http://www.no-racism.net/MUND archiviert. Terminankündigungen bitte nach folgender Vorlage: * Wann: Sonntag, 11.11.2001, 11:11 Uhr * * Was: Maskenball: Motto "Schwarzblau ist die Haselnuss" * * Wo: Villa Morgenrot, Grüner Anger 42, 2001 Wendendorf * * Kommentar: Anreise per Anhalter. Maskenzwang. Ende nie. Aber kurz und prägnant.* Die Rubrik "Redaktionelles" am Ende der Ausgabe ist u.a. eine Konsequenz aus der Notwendigkeit, sexistische, antisemitische und rassistische Beiträge nicht zu veröffentlichen, ohne jedoch stillschweigend Zensur zu üben. Hier wird - in anonymisierter Form - auf angehaltene Beiträge hingewiesen und eine kurze Begründung der Tagesredaktion für die Nichtaufnahme geliefert. (Weitere Gründe einen Beitrag nicht aufzunehmen sind z.B.: Attachments, kein erkennbarer Bezug zu den breit gestreuten Themen des MUND, Werbesendungen, sinnlose Kettenbriefe.) Die AbsenderInnen der betroffenen Beiträge werden hiervon informiert. Im Sinne einer "gläsernen Zensur" könnt ihr Euch die Beiträge gerne extra schicken lassen: Ein kurzes Mail an widerstand at no-racism.net genügt. ================================================ E) VERTEILERLISTE ================================================ Zur Eintragung in diesen Verteiler bitte direkt subskribieren unter http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/analle oder von der einzutragenden Adresse aus ein mail schicken an: admin at no-racism.net mit folgendem Text: subscribe no-racism Bitte wegen Automatisierung diesen Wortlaut verwenden! Zur Austragung aus dieser Liste bitte an MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst www.no-racism.net/mund Freitag, 3. Juni 2005 ================================================ A) INHALT ================================================ ============================================== 01 Langstreckenlauf From: augustine.leisch at gmx.at ============================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN UND ANKÜNDIGUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ============================================== 02 11.6. Demo gegen rechtsradikale Treffen From: slp at slp.at ============================================== 03 Nazi-Treffen in Hofburg From: al at sozialismus.at ============================================== 04 Kanafani im Juni From: kulturverein at kanafani.at ============================================== 05 Que(e)r Beisl am 8.6. From: raw at raw.at ============================================== 06 Depot-Programm From: depot-news at mailman.sil.at ============================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN UND KOMMENTARE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ============================================== 07 Jahresförderung für kulturelle Initiativen seit 2002 um 57 % gekürzt From: office at igkultur.at ============================================== 08 Thirteen conflict situations... From: hx65 at dial.pipex.com ============================================== 09 Trauer um Carl Amery From: gfbv.austria at chello.at ============================================== ================================================ B) TEXTE ================================================ ============================================== 01 Langstreckenlauf From: augustine.leisch at gmx.at ============================================== Sehr geehrte Damen und Herren, Letztes Jahr ungefähr um die gleiche Zeit fand in Wien ein von ONE organisierter Langstreckenlauf statt. Ich mußte eben von einem Schauspieler, mit dem ich zusammenarbeite, Abate Ambachew Dejene vernehmen, daß er zwar den 5000 Meter-Lauf gewann, im Gegensatz zu denjenigen, die den zweiten und dritten Platz belegten aber bei der Verteilung von Geschenken und Gutscheinen leer ausging. Abate Ambachew Dejene, der übrigens nicht nur ein vorzüglicher Langstreckenläufer, sondern ein inzwischen in Wien auch sehr erfolgreicher Schauspieler ist, erhielt lediglich ein Leiberl mit Ankerbrotaufdruck, während die Zweit- und der Drittplazierten mit Markenturnschuhen, wertvollen Gutscheinen etc bedacht wurden. Aus der Sicht von Abate Ambachew Dejene war diese Benachteiligung eindeutig rassistisch motiviert. Er hatte den Eindruck, man wollte die wertvollen Geschenke eben an Österreicher abgeben, er als Äthiopier könne ja froh sein über das gnädige Almosen eines Werbeleiberls. Sie verstehen, daß ich - und meine Freunde und Bekannten - dringende Aufklärung über dieses Vorgehen verlangen. Ich würde ja mit meinen Telefongebühren auf keinen Fall eine Firma bereichern wollen, die solcherlei rassistische Diskriminierungen auf von ihr veranstalteten Events geschehen ließe. Mit freundlichen Grüßen Tina Leisch , Regisseurin 0699 1 94 222 09 ______________________________ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN UND ANKÜNDIGUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ============================================== 02 11.6. Demo gegen rechtsradikale Treffen From: slp at slp.at ============================================== Aufruf zur Demonstration gegen den "Schillerkommers" - eines der grössten rechtsextremen Treffen Demonstration: Samstag 11. Juni um 18.00 Treffpunkt: Wien 1 - Schottentor (Universität) Am 11. Juni um 20.00 Uhr halten die deutschnationalen Burschenschaften die wohl größte rechtsextreme Veranstaltung des "Gedenkjahres 2005" in der Wiener Hofburg ab. Gedacht wird u.a. "50 Jahre Freiheit Österreichs nach dem II. Weltkrieg". Man beachte dabei das 50 Jahre! Zum ideologischen Repatoire der Burschenschaften gehört auch heute noch Deutschnationalismus, Antisemitismus, Frauenfeindlichkeit...sowie die Unterstützung neoliberalen Sozialabbaus. Größen des österreichischen Rechtsextremismus wie H.C. Strache und Andreas Mölzer werden erwartet. Wir mobilisieren zur Gegendemonstration - Komm hin und hilf bei der Mobilisierung! Das nächste Treffen zur Planung der Demonstration: Montag 7.06 um 18.00 - SWI-Aktionstreffen Schau vorbei, plane gemeinsam mit uns Aktionen gegen Burschis, Nazis & Co. und hilf uns bei der Vorbereitung zur Demonstration am 11. Juni. Amerlinghaus (7, Stiftg. 8) - Erreichbar mit U2, U3 (Volkstheater) bzw. 49 Hintergrundinformationen: Im folgenden einige Zitate von einigen zum Kommers aufrufenden Organisationen: * Burschenschaft Olympia: "Die Unterwanderung des deutschen Volkes durch Angehörige von fremden Völkern bedroht die biologische und kulturelle Substanz des deutschen Volkes (...) Das deutsche Volk ist vor Unterwanderung seines Volkskörpers durch Ausländer wirksam zu schützen." * Sängerschaft Gothia: "'Deutsch' steht heute für unser klares und unmissverständliches Bekenntnis der Zugehörigkeit zu unserer Volks- und Kulturgemeinschaft - ein Bekenntnis, wie es gleicherweise jedem anderen Volk zusteht." * Wiener Akademischer Turnverein: "National sein bedeutet für uns, volksbewußt zu denken und zu handeln. Daraus ergibt sich die Forderung, unser deutsches Volkstum als Ausdrucksform des Volkes in uns aufzunehmen und zu pflegen und die Probleme unseres Volkes, gleichgültig in welchem Staat, als die unseren zu betrachten." * Akademische Burschenschaft Oberösterreichischer Germanen in Wien: "Die Massenuniversität, die jedem Maturanten Aufnahme bietet, hat ausgedient." * Landesdelegiertenconvent der Pennalverbindungen in Wien: "Mitglied kann werden, wer männlich ist und das 14.Lebensjahr vollendet hat." * VdSt! Sudetia: "Die Wurzeln der Verbindung verpflichten uns zur Arbeit für unsere "alte Heimat" das Sudetenland. Besonderes Augenmerk gilt der Aufklärung über das seit 1945 erlittene Leid und der geistigen und finanziellen Unterstützung der Altösterreicher in den Sudetengebieten." * Burschenschaft Aldania Wien: "Einig - frei, - deutsch - treu" * Burschanschaft Germania Salzburg: "kämpfen gegen alle Bestrebungen, den deutschen Charakter Österreichs und Südtirols zu verändern und treten für ein vereinigtes Europa freier Völker und Vaterländer ein." * Andreas Mölzer: aus der Standard: "Mölzer befürchtet vielmehr, dass die deutsche Volks- und Kulturgemeinschaft in der BRD und in Österreich 'erstmals in seiner tausendjährigen Geschichte' vor einer 'Umvolkung' steht. Bisher sei die 'biologische Potenz der Deutschen' immer stark gewesen, 'um assimilierender Faktor zu bleiben'. Jetzt aber sieht Aula-Mitarbeiter Mölzer einen 'überalterten und schwächeren Volkskörper, der dynamischeren Zuwanderern gegenübersteht'. Daher dürfe nicht eine 'amorphe Masse' Aufnahme finden, die Menschen sollten 'bereits im Ausland' überprüft werden. Sonst könnte 'eine ethnische, kulturelle Umvolkung' erfolgen." * Freiheitlicher Akademikerverband Salzburg: "Fortschritt durch Vernunft, nicht durch Klassenkampf" ---------------------------------------------------------------------------- ---- _______________________________________________ slp-info at slp.at - Info-Mailliste der SLP Mails abbestellen/Einstellungen ändern: http://slp.at/mailman/listinfo/slp-info Für weitere Infos: http://www.slp.at ============================================== 03 Nazi-Treffen in Hofburg From: al at sozialismus.at ============================================== AL Newsletter Nr. 146 ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ 1. Wir stellen uns quer! Nein zum Schiller-Kommers! Kein Nazi-Burschenschafter-Treffen in der Hofburg! 2. AntiFa-Workshop der AL 3. Totenfeier für Franz Drexler 4. Veranstaltung: Geschichte des österreichischen Trotzkismus ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ 1. Wir stellen uns quer! Nein zum Schiller-Kommers! Kein Nazi-Burschenschafter-Treffen in der Hofburg! Am Samstag, dem 11. Juni findet in der Wiener Hofburg ein großangelegter Kongress der rechtsextremen und neonazistischen Burschenschaften statt. Vorwand ist der 200. Todestag des Dichters Friedrich Schiller. Tatsächlich handelt es sich hier um ein hochkarätiges Treffen der deutschnationalen Szene, an dem mehrere hundert Rechtsextreme und Neonazis teilnehmen werden. Damit ist der Schiller-Kommers die mit Abstand größte Veranstaltung der österreichischen Neonazis in diesem Jahr. Wir stellen uns quer - oder, wie Friedrich Schiller seinen Wilhelm Tell sagen lassen würde: "Durch diese hohle Gasse müsst ihr kommen"! Demonstration Sa., 11.06., 18:00 Uhr, Schottentor/Universität Wien ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ 2. AntiFa-Workshop der AL * Die österreichische Naziszene - Geschichte und aktuelle Entwicklungen * Burschenschaften und Neonazis * Die Rolle der FPÖ im österreichischen Rechtsextremismus * FPÖ und BZÖ: Gemeinsamkeiten und Unterschiede * Die Nazis und das Großkapital * Kapitalismus und Faschismus: die ungleichen Geschwister * Wie können wir die Nazis stoppen? So., 12.06., 14:00 Uhr, Amerlinghaus Stiftgasse 8, 1070 Wien (U3 Neubaugasse/Ausgang Stiftgasse) ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ 3. Totenfeier für Franz Drexler Franz Drexler, eine der führenden Persönlichkeiten des österreichischen Trotzkismus von 1934 bis Anfang der 1960er Jahre, starb am 28. Mai 2005 in Wien. Auf www.sozialismus.at findet sich eine ausführliche Würdigung des Lebens von Franz Drexler. Franz hat sich gewünscht, dass vor seiner Einäscherung eine politische Abschiedsfeier abgehalten wird. Eine solche wird am Freitag, dem 10. Juni 2005, um 13.30 Uhr in der Feuerhalle Simmering (Raum 3), Simmeringer Hauptstraße 337, 1110 Wien (bei Zentralfriedhof, Tor 2) stattfinden. Wir laden alle ein, daran teilzunehmen und mit uns gemeinsam dem alten Genossen die letzte Ehre zu erweisen. ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ 4. Veranstaltung: Geschichte des österreichischen Trotzkismus Anläßlich des Todes von Franz Drexler laden wir zu einem Rückblick in die Geschichte des österreichischen Trotzkismus ein. Mi., 08.06., 19:00 Uhr, Amerlinghaus Stiftgasse 8, 1070 Wien (U3 Neubaugasse/Ausgang Stiftgasse) ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ AL-Antifaschistische Linke Gegen Rassismus, Sexismus, Sozialabbau! Für Solidarität und Sozialismus! mail: al at sozialismus.net web: www.sozialismus.at phon: ++43 (0) 699 817 15 915 post: AL c/o Amerlinghaus, Stiftgasse 8, A-1070 Wien ============================================== 04 Kanafani im Juni From: kulturverein at kanafani.at ============================================== Kanafani - Newsletter Juni 2005 Bevor wir uns in die Sommerpause verabschieden, bieten wir Euch noch ein reichhaltiges Angebot an Veranstaltungen an. Wir hoffen, es ist für jede und jeden etwas Interessantes dabei. Schwerpunkt des Kanafani - Junis ist der Themenkomplex "Feindbild Islam": Diesem spezifischem Neorassismus widmen sich unter anderem der französische Philosoph ETIENNE BALIBAR sowie die türkischen PublizistInnen NURAY MERT und AKIF EMRE, die für die unten angekündigten Veranstaltungen nach Wien anreisen werden. Aber auch jenseits dieser Thematik finden sich einige Leckerbissen: Etwa der Film LA PROMESSE der Brüder Dardenne, die erst kürzlich mit der Goldenen Palme in Cannes ausgezeichnet worden sind; ein Vortrag der Opernregisseurin NADJA KAYALI zum Thema "Orient in der Oper"; ein gemütliches Frauentreffen in der Sense, ... Besonders hinweisen wollen wir zum Schluss noch auf das Buch "1000 Jahre Haft - Operation Spring & institutioneller Rassismus". Dabei handelt es sich um das Resümee der antirassistischen Gruppe GEMMI. Am Buch hat übrigens auch ein Kanafani mitgeschrieben ... Die näheren Informationen zur Buchpräsentation finden sich unter Punkt 12 dieses Newsletters. Wir hoffen, wir sehen uns bald bei der einen oder anderen Gelegenheit. Liebe Grüsse, Eure Kanafanis P.S.: Wir freuen uns selbstverständlich sehr, wenn ihr dieses Mail an Freunde und Bekannte weiterleitet und uns so bei der Bewerbung helft. Wer Interesse hat an Flyer oder Plakaten zu den diversen Veranstaltungen in diesem Monat sendet uns bitte ein kurzes Mail an kulturverein at kanafani.at. Wir schicken Euch gerne das Infomaterial zu. ********************* VERANSTALTUNGEN 1) Vortrag: Bilderverbot im Islam? 2) Film: Doku über Jaques Derrida 3) Vortrag: Der Orient in der Oper 4) Diskussion: Strategien gegen Islamophobie 5) Kino am Unicampus: La Promesse 6) Kino am Unicampus: La Haine 7) Schischa - Frauentreff 8) EBRU - Workshop 9) Türkei, Europa und das Feindbild Islam 10) Balibar: Feindbild Islam 11) Film: House of Fools (Dom Durakov) 12) andere interessante Hinweise ------------------------ 1) Bilderverbot im Islam? Vortrag und Buchpräsentation von Mag. phil. Almir Ibric Mittwoch 8. Juni 2005, 20:00 Die Sense, Sensengasse 5/3, 1090 Wien Eintritt frei. Das Thema des Bilderverbots im Islam wird von seinen Ursprüngen (vorislamische Bilderverbotstendenzen) bis in die Gegenwart (Auswirkungen des Bilderverbots unter Muslimen heute) präsentiert. Die Hauptquellen des Bilderverbots (Koran, Überlieferung) sowie Probleme und mögliche Lösungen werden vorgestellt unter Einbeziehung der Frage: Was ist eigentlich verboten und warum? Gibt es ein derartiges Verbot vielleicht im Koran? Oder erst in den Hadithen, von denen etwa 200 auf irgendeine Weise mit dem Thema zu tun haben? Wie wird das Verbot begründet? Ist das Bildermachen allgemein verboten oder betrifft es nur die Darstellung von Menschen? Was sagen die arabisch-islamischen Philosophen zu diesem Thema? Zusätzlich: die neusten Erkenntnisse im Bezug auf "Neue Medien". Mag.phil.Almir, Ibric: 1992 Flucht aus Bosnien (nach Deutschland), lebt seit 1998 in Wien. Ausbildung: Maschinentechniker, technischer Zeichner und Schlosser; Studium der Philosophie (Doktoratsstudium) und Kunstgeschichte in Wien; Tätigkeit u.a. als Mediator/Kommunikator im Auftrag des Wiener Integrationsfonds. Weitere Infos: www.bilderverbot-islam.com 2) In memoriam Jaques Derrida - DERRIDA ein Film von Kirby Dick und Amy Ziering Kofman, Deutsche Fassung Donnerstag 9. Juni 2005, 20:00 Die Sense, Sensengasse 5/3, 1090 Wien Eintritt frei. Jacques Derrida gilt als einer der wichtigsten Philosophen unserer Zeit, der den Blick auf Geschichte, Kunst und Sprache des 20. Jahrhunderts und nicht zuletzt den Blick auf uns selbst maßgeblich beeinflußt hat. Er ist weltweit vor allem als der Vater der "Dekonstruktion" bekannt. Über fünf Jahre haben Kirby Dick und Amy Ziering Kofman an ihrem Dokumentarfilm gearbeitet, Derrida privat in Paris und New York besucht und ihn auf seinen Vortragsreisen begleitet. In seinem ersten Teil dekonstruiert der Film den Denker Derrida: Dick und Ziering Kofman zeichnen seine Gedankenwelt nach, die die Kategorien und Logik der klassischen Philosophie in Frage stellt. Gleichzeitig stellen die beiden Filmemacher sie in den Kontext von Derridas Leben. Der Film zeigt Derrida, wie er über Liebe und Gewalt, über Narzissmus und Ruhm oder den Tod seiner Mutter spricht, wie er sich kämmt, wie er isst oder scherzt. Und er zeigt viel von Derridas Charakter, seinem grüblerischen Snobismus oder seiner Widerwilligkeit, eigene Geheimnise preiszugeben, obwohl ihn diese bei anderen Philosophen im höchsten Maße interessieren. Der Philosoph seinerseits dekonstruiert den Dokumentarfilm, indem er dessen Unfähigkeit beschwört, die Wahrheit festzuhalten. "Nehmen wir an", erklärt Derrida, "der Philosoph trage normalerweise den ganzen Tag seinen Pyjama. Am Drehtag wird er dennoch seine Erscheinung konstruieren, dem Auftauchen der Kamera unterordnen." DERRIDA ist nicht nur die Skizze einer Biografie, auch nicht nur eine Einführung in Derridas Denken, sondern vielmehr ein dichter und unterhaltsamer Dialog, dessen Themen und Inszenierung die Theorien des Philosophen reflektieren. 3) Entführung aus dem Serail - Der Orient in der Oper ein Vortrag von Nadja Kayali, mit Musik- und Videobeispielen Freitag 10. Juni 2005, 20:00 Die Sense, Sensengasse 5/3, 1090 Wien Eintritt frei. Was wäre die Wiener Klassik ohne die türkische Musik, was das Orchester ohne Schlaginstrumente? Nicht nur bei Mozart haben die Janitscharen und Serails ihre Spuren hinterlassen. Der Orient hat die Phantasie der Komponisten beflügelt. Wussten Sie, dass Jean Baptiste Lully bereits im 17. Jahrhundert einen Dhikr in eine seiner Opern einbaute? In diesem Vortrag mit Musikbeispielen entführen wir Sie /Euch in die Welt der Serails von Mozart bis Rossini und hören wie in der Oper die Muezzine rufen. Nadja Kayali: Studium der Musiktheaterregie und Musikwissenschaft in Wien. Mehrere Jahre am Sprechtheater (Burgtheater, Volkstheater) und Regieassistenz bei Christoph Marthaler. Danach eigene Inszenierungen: Reise durch Kreneks Welten im Musikverein (1997) und Lorca! Im Semperdepot (1998). Es folgen Dramaturgie und Regiemitarbeit in Opernproduktionen zeitgenössischer Komponisten sowie zwei Jahre am Luzerner Theater (Schweiz): "Nessun dorma" und "Endlich im Rampenlicht". Danach Opera du Rhin (Strasbourg) und seit 2002 ua Regisseurin des "Arnold Schönberg Express" und des Jeunesse- Festival 2002 "Geheimnis Musik" sowie Vortragende im Rahmen der Salzburger Festspiele. 2003 präsentierte die junge Regisseurin und Dramaturgin mehrere Konzerte sowie von ihr initiierte Uraufführungen zeitgenössischer Komponisten zum Thema Orient im Rahmen des von ihr programmierten Jeunesse Festivals "Orient-Okzident". 2004 inszenierte sie mit großem Erfolg den "Besuch der Alten Dame" von Gottfried von Einem an der Nationaloper in Skopje/Mazedonien. 4) Konzepte und Strategien gegen das Feindbild Islam Podiumsdiskussion mit: Tarafa Baghajati (Initiative Muslimischer ÖsterreicherInnen), Gülmihri Aytac (Forum Muslimische Frauen), Zelal Dag (Kulturverein Kanafani), Galib Stanffel (Muslime für den Frieden) und eine Vertreterin des Studierendenvereins Önder. Angefragt sind: Muslimische Jugend Österreich, Jugendkomitee der Islamischen Föderation Wien und der Interkulturelle Studentenverein. Dienstag 14. Juni 2005, 19:00 Die Sense, Sensengasse 5/3, 1090 Wien Eintritt frei. Welche Gegenstrategien und Gegenkonzepte zum Feindbild Islam sind denkbar? Wie gehen AktivistInnen aus der islamischen Community mit dem Rassismus um, dem sie begegnen? Welche Ausformungen kennt der anti-islamische Rassismus? Nach kurzen Impulsreferaten von den PodiumsgästInnen sollen diese und viele weitere Fragen sowohl allgemein als auch konkret am Podium sowie im und mit dem Publikum diskutiert werden. Die Veranstaltung richtet sich nicht ausschliesslich an Leute aus der Community, alle antirassistisch Bewegten sind herzlich dazu eingeladen an der Diskussion teilzunehmen. 5) Kanafani-Kino am Unicampus: La Promesse - Das Versprechen Donnerstag 16. Juni 2005, Einlass: 19.00, Beginn: 19.30 Spitalgasse 2 - 4, 1090 Wien, Altes AKH, Hof 2, Hörsaalzentrum, HS C1 Eintritt frei. La Promesse - Das Versprechen R: Luc & Jean-Pierre Dardenne Bel/F/Lux, 1996 OmdU Igor macht eine Lehre in einer Autowerkstatt, doch dafür läßt ihm sein Vater kaum Zeit, denn er muß ständig auch für ihn arbeiten. Der nutzt die Notlage illegaler Einwanderer aus, indem er ihnen teure Zimmer vermietet und für Billiglohn Schwarzarbeit verschafft. Als bei einem Unfall der Vater einen Arbeiter einfach sterben läßt, um seinen Betrieb nicht zu gefährden, kommen Igor langsam Zweifel, ob das alles so richtig ist. "La promesse erzählt vom Erwachen des moralischen Bewußtseins eines 15jährigen Jungen. Seine Bewußtwerdung ist eine Rebellion gegen den Vater, das Erkennen des Menschen in einem "Fremden" und eine Metapher für das Nord-Süd Verhältnis. Wir drehten auf sehr ungeschönte Art und Weise, und haben versucht, Momente der Realität anzufangen, die wir nicht bekommen hätten, hätten wir immer strikt an unserem Drehbuch festgehalten. Wir wählten Schauspieler aus, die zuallererst Körper waren, Gesichter. Unbekannte, teilweise auch nichtprofessionelle Schauspieler und Schauspielerinnen halfen uns, die dokumentarische 'Wahrheit' zu finden, nach der wir gesucht hatten." (Jean-Pierre und Luc Dardenne) Weitere Informationen unter: http://www.oeh.univie.ac.at Mit freundlicher Unterstützung der Österreichischen HochschülerInnenschaft - Universität Wien. 6) Kanafani-Kino am Unicampus: La Haine - Der Hass Freitag 17. Juni 2005, Einlass: 19.00, Beginn: 19.30 Spitalgasse 2 - 4, 1090 Wien, Altes AKH, Hof 2, Hörsaalzentrum, HS C1 Eintritt frei. La Haine - Der Hass R: Mathieu Kassovitz Frankreich 1996 Deutsche Synchronisation Der Film beginnt mit authentischen Aufnahmen aus einer der vielen militanten Revolten, die in den Banlieues immer wieder aufflammen. Drei junge Männer aus einem dieser Ghettos werden in "der Hass" portraitiert. Es sind Vincent (Vincent Cassel) - ein Jude, Hubert - ein Afrikaner, und Said, ein Araber. In episodischer Struktur begleitet der Film die drei Freunde über 24 Stunden hinweg durch ihren Alltag und nimmt vollkommen ihre Subjektivität ein. Der 16-jährige Abdel wurde bei einem Polizeiverhör gefoltert und schwebt nun in Lebensgefahr. Vincent droht, einen Polizisten zu erschiessen, sollte Abdel seinen Verletzungen erliegen... Die kritische Gesellschaftsstudie hat Regisseur Matthieu Kassovitz 1995 beim Festival von Cannes die Silberne Palme für die beste Regie eingebracht. Weitere Informationen unter: http://www.oeh.univie.ac.at Mit freundlicher Unterstützung der Österreichischen HochschülerInnenschaft - Universität Wien. 7) Schischa-Frauentreff Samstag 18. Juni 2005, ab 16:00 Die Sense, Sensengasse 5/3, 1090 Wien Eintritt frei. Gemütliches Plaudern, Diskutieren, Essen, Trinken, Schischa-Rauchen, Musikhören, Schach und Back Gammon spielen, uvm. Nur für Frauen. Die letzte Gelegenheit vor der Sommerpause! 8) EBRU - Workshop Geleitet von Gerda Saliha Dinst Sonntag 19. Juni 2005, 15:00 bis 19:00 Die Sense, Sensengasse 5/3, 1090 Wien Unkostenbeitrag für Materialien: 20,-. Ebru ist nicht bloss ein türkischer Mädchenname, sondern auch die Bezeichnung für eine alte Farbtunktechnik, die insbesondere in der Türkei auf eine lange Tradition zurückblicken kann. Von dort ausgehend fand diese Kunstform auch in Europa Verwendung, beispielsweise im Buchbinder-Handwerk. Es werden gespachtelte Naturpigmentfarben (inkl. Rindergalle) mit selbst erzeugten Rosshaarpinseln auf die wässrige Oberfläche in einer Wanne getropft. Dann wird mit Stäbchen und Kamm verfeinert und das fertige Bild auf Papier abgezogen. Während des Kurses probieren die TeilnehmerInnen selbst verschiedene Muster nach alter Tradition aus oder malen eigene Kreationen. Die sanfte Bewegung der Farben wirkt harmonisierend auf Seele und Geist. Der Workshop ist für alle Altersgruppen geeignet. Bitte Kleidung anziehen, der Farbspritzer nichts ausmacht. Anmeldung bis spätestens 22. Mai, da die Vorbereitung der Materialien Zeit benötigt. Anmeldung direkt bei der Kursleiterin: g.dinst at gmx.at, 01/4705647. 9) Die Türkei, Europa & das Feindbild Islam Nuray Mert und Akif Emre im Gespräch mit Hakan Gürses Vorträge und (Publikums-)Diskussion Mittwoch 22. Juni 2005, Beginn: 20.00 Uhr Spitalgasse 2 - 4, 1090 Wien, Altes AKH, Hof 2, Hörsaalzentrum, HS C1 Die Diskussion um einen potenziellen EU-Beitritt der Türkei hat sowohl in EU-Europa als auch in der Türkischen Republik zu einer Zuspitzung von Identitäts- und Abgrenzungsdiskursen geführt, die mit der Beitrittsfrage selbst und einer Positionierung dazu nur sehr wenig zu tun haben. Insbesondere der Rassismus nimmt darin, einmal mehr, eine prominente Rolle ein, sei es in der Konstruktion einer eigenen, christlich-europäischen oder republikanisch-laizistischen, Identität, sei es in der Konstruktion von Feindbildern, wie etwa dem in diesem Fall sowohl in Europa als auch in der Türkei omnipräsenten Feindbild Islam. Ziel der Veranstaltung ist es, diese Diskurse kritisch zu reflektieren und zu klären, wer ihre Akteure sind und welche politischen Positionen und Bestrebungen sich darin konstituieren. Eine Veranstaltung in türkischer Sprache mit deutscher Simultanübersetzung. Headsets werden gegen Kaution kostenlos zur Verfügung gestellt. Eintrítt frei. NURAY MERT: Historikerin und Politikwissenschaftlerin aus Istanbul. Kolumnistin der linksliberalen türkischen Tageszeitung "Radikal" und Verfasserin zahlreicher Publikationen. Forschungsschwerpunkte: Säkularismus und Nationalismus. AKIF EMRE: Schriftsteller, Publizist und Dokumentarfilmer aus Istanbul, ausgezeichnet von der "Union der türkischen Autoren". Ehemaliger Redakteur (1997 - 2000), derzeit Kolumnist der islamisch-orientierten türkischen Tageszeitung "Yeni Safak". Forschungsschwerpunkte: Internationale Politik und Cultural Studies.Kulturtheorien. HAKAN GÜRSES: WissenschaftlerPhilosoph, Publizist und Musiker aus Wien (* in Istanbul). Chefredakteur der "Stimme von und für Minderheiten" und Redaktionsmitglied bei "polylog - Zeitschrift für interkulturelles Philosophieren". DozentLehrbeauftragter am Institut für Philosophie an der Universität Wien. Forschungsschwerpunkte: Philosophie der Differenz und Interkulturelle Philosophie; Theorien der Gesellschaftskritik; kollektive Identitäten; Kulturtheorien Eine Veranstaltung des Kulturvereins Kanafani. In Kooperation mit dem Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien, der Österreichischen HochschülerInnenschaft der Universität Wien, der Bundesvertretung der Österreichischen HochschülerInnenschaft und der Stadt Wien MA 7 - Wissenschaftsförderung. 10) Feindbild Islam - Neorassismus und Europa Vortrag und Diskussion mit Etienne Balibar Moderation: Jan Pospisil Donnerstag 23. Juni 2005, Beginn: 20:00 Uhr Spitalgasse 2 - 4, 1090 Wien, Altes AKH, Hof 2, Hörsaalzentrum, HS C1 Das Bewusstsein und die Sensibilität für die Ausgrenzung und DikriminierungDiskriminierung gegenüber muslimischen Menschen ist noch immer ausserordentlich gering. Das Ziel dieser Veranstaltung ist es Art und Erscheinungsformen des Feindbild Islams zu erörtern und die verschiedenen IdentitätskontruktionenIdentitätskonstruktionen zu diskutueren.diskutieren. Wie artikulieren sich Neorassismen im heutigen Europa? Welcher Zusammenhang besteht zwischen Antisemitismus und Islamophobie? Welchen Interessen dient ein islamfeindlicher Diskurs? Was für antirassistische Praxen gegen das "Feindbild Islam", Antisemitismus und anderen Rassismen sind denkbar oder erscheinen erfolgsversprechend zu sein? Eine Veranstaltung in französischer Sprache mit deutscher Simultanübersetzung. Headsets werden gegen Kaution kostenlos zur Verfügung gestellt. Eintrítt frei. ETIENNE BALIBAR gilt heute als einer der führenden Vertreter der neomarxistischen Wissenschaften, insbesondere im Bereich der Rassismusforschung. Derzeit arbeitet er an Fragen zur Identitätskonstruktion im vereinten Europa. * 1942 in Frankreich, Abschluss des Philosophiestudiums in den Niederlanden, 1993 Habilitation als Forschungsleiter an der Université de Paris I, 1994-2002 Professor für politische Philosophie und Moralphilosophie an der Université de Paris X -Nanterre (seit 2002 emeritiert). Seit 2000 Professor am Institut für französische und italienische Sprache und Literatur sowie am Institut für Anglistik und Komparatistik an der geisteswissenschaftlichen Fakultät der University of California in Irvine. Publikationen: "Das Kapital lesen" (1972) mit Louis Althusser; "Rasse, Klasse, Nation. Ambivalente Identitäten" (1990) mit Immanuel Wallerstein,"Die Grenzen der Demokratie" (1993), "Sind wir Bürger Europas?" (2003) ... Eine Veranstaltung des Kulturvereins Kanafani. In Kooperation mit dem Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien, der Österreichischen HochschülerInnenschaft der Universität Wien, der Bundesvertretung der Österreichischen HochschülerInnenschaft, der Stadt Wien MA 7 - Wissenschaftsförderung und der Akademie der bildenden Künste Wien. 11) Screening von "House of Fools" (Dom Durakov) Tschetschenisch-Russischer Spielfilm, 2002, R: Andrej Konschalowski, OmdU Sonntag 26. Juni 2005, 19:00 Die Sense, Sensengasse 5/3, 1090 Wien Eintritt frei. Die Republik Inguschetien an der tschetschenischen Grenze gehört zur russischen Föderation. Eine psychiatrische Klinik gerät 1996 beim ersten bewaffneten Konflikt zwischen tschetschenischen Unabhängigkeitskämpfern und der russischen Armee zwischen die Fronten. Das Eindringen bewaffneter Kämpfer in die Klinik bleibt für die Patienten nicht ohne Folgen und weckt bei manchen Frühlingsgefühle, bei anderen regt sich Widerstand. Ein heiterer und temperamentvoller Film, der im Gegensatz zur russischen Kriegspropaganda Position bezieht. 12) andere interessante Hinweise Samstag 04. Juni ab 18:00, Buchpräsentation im Amerlinghaus 7., Stiftg.8: 1000 Jahre Haft - Operation Spring & instituitoneller Rassismus. Resümee einer antirassistischen Gruppe. nach 6 jahren auseinandersetzung mit der operation spring und folgender razzien, auseinandersetzung mit rasisstischer klassenjustiz, mit repression und neuen ermittlungs- und verfahrenstechnischen methoden (lauschangriff, anonymisierte zeugInnen ..) prozesse beobachten, gefangene besuchen, vormittage im lg1 verbringen, akten lesen, flugis und artikel schreiben, öffentlichkeitsarbeit, diskutieren, theaterstücke spielen, demos organisieren und sich daran beteiligen, recherchen, hintergundinformationen zusammentragen, erfolgserlebnissen und frustration, schreiben und überarbeiten, kurz nach 6 jahren intensiver arbeit freuen wir uns, das daraus resultierende buch präsentieren zu können. passagen aus dem buch werden gelesen, mit mechatronischer unterstützung der Technix AG, es gibt eine tanzperformance mit dua nua, wir zeigen ein video des Justizspektakels und es gibt ein konzert des Black Poetry & Music Projects Otito Aye - Universal Truth mit kritischen texten und funkigen grooves. Eintritt ist frei, kleines Büffet gibts auch. 8. Juni 2005, 19.00 Uhr, Albert Schweitzer Haus, Schwarzspanierstrasse 13, 1090 Wien: Wir waren Feinde. Drei ex-jugoslawische Kriegsveteranen suchen ein Leben in Frieden. Podiumsdiskussion. Es diskutieren: Gordan Bodog (Zagreb), Nermin Karadzic (Sarajevo), Vojo Vukovic (Nevesinje). "Was die ehemaligen Soldaten auf dem Podium taten, war mutig. Es war mutiger als das, was sie im Krieg taten, denn sie begannen darüber zu diskutieren, wie ein dauerhafter Friede erreicht werden kann." (Jasminka Drino Kirlic, Moderatorin Podiumsdiskussion in Zenica am 15.03.2003) Veranstalter: Österreichischen Friedensdienste (ÖFD) und Internationaler Versöhnungsbundes. // Zehn Jahre nach Beendigung des Bürgerkrieges im ehemaligen Jugoslawien treten drei Ex- Soldaten aus den einander bekämpfenden Volksgruppen auch in Wien miteinander in einen öffentlichen Dialog. Sie erzählen, wie und warum sie in den Krieg hinein gerieten, sie diskutieren, was für einen dauerhaften Frieden nötig ist und sie beantworten Fragen des Publikums. In Anwesenheit des ehemaligen Feindes suchen sie nach einer Sprache, mit der die schmerzlichen Ereignisse der Vergangenheit nicht verschwiegen und dennoch eine menschliche Verbindung zu den Gegnern aufgenommen werden kann. Die drei Teilnehmer sind sich bewusst, dass sie als Veteranen eine besondere Rolle in der Öffentlichkeit spielen. Diesen Umstand setzen sie ein, um ihren besonderen Beitrag zu einem Dialog und zu einer öffentlichen Verständigung zu leisten. Dabei sind sie bereit, ihren Teil an Verantwortung zu übernehmen, anstatt darauf zu verweisen, woran "die anderen" schuldig sind. Diese Diskussion wurde vom Centar za nenasilnu akciju/Zentrum für gewaltfreie Aktion (CNA) in Sarajevo seit Juni 2002 bereits 14 Mal in Serbien-Montenegro und Bosnien-Herzegowina mit großem Erfolg durchgeführt. (Siehe Berichte auf der Homepage von CNA unter www.nenasilje.org) Die Veranstaltung in Wien ist aber nicht nur für den Umgang mit dem Krieg im ehemaligen Jugoslawien von Interesse, sondern kann auch für andere aktuelle Konflikte oder - im Gedenkjahr 2005 - für die österreichische Beschäftigung mit den Ereignissen im und nach dem 2. Weltkrieg relevant sein. Eingeladen sind alle, die nach Wegen suchen, Vergangenes nicht zuzudecken und Verständigung zu ermöglichen, besonders Menschen aus dem ehemaligen Jugoslawien. Die Podiumsdiskussion findet in bosnisch-kroatisch-serbischer Sprache statt und wird simultan ins Deutsche übersetzt. Workshop: VertreterInnen des Centar za nenasilnu akciju/Zentrum für gewaltfreie Aktion (CNA) in Sarajevo und ehemalige Soldaten geben Einblick in den pädagogisch-politischen Hintergrund der Podiumsdiskussion und berichten über ihre Erfahrungen mit dieser Veranstaltung im ehemaligen Jugoslawien. Eingeladen zum Workshop sind deshalb alle, die mehr über diesen Weg erfahren möchten, besonders Mitglieder von ex-jugoslawischen Vereinigungen sowie von Gruppierungen, in deren Heimat Krieg und Unterdrückung herrschen, PolitikerInnen, WissenschafterInnen, Friedens- und KonfliktarbeiterInnen, MediatorInnen, LehrerInnen und SozialarbeiterInnen aus dem interkulturellen Feld und alle, die nach Impulsen bei ihren Bemühungen für Verständigung und Umgang mit der Vergangenheit suchen. Anmeldung für den Workshop erforderlich! Die Teilnehmerzahl ist mit 30 Personen beschränkt. Donnerstag, 9. Juni 2005, 12.30 bis 17.30 Uhr Sigmund Freud Museum, Berggasse 19, 1090 Wien Anmeldung bis 1. Juni an die Evang. Akademie Wien, 01/408 06 95-0 oder akademie at evang.at *************************** "Die Sense" ist das Vereinslokal des Kulturvereins Kanafani. Telefon: 0043/1/4092480, kulturverein at kanafani.at Clubbetrieb (Bibliothek, Zeitschriften, Kaffee, Tee, Kuchen, Softdrinks, Toasts, Schachbretter, Back Gammon, Wasserpfeifen, ...) Bürozeiten Kulturverein Kanafani und Redaktion der.wisch: Jeden Montag von 14.00 bis 19.00 Uhr Bürozeiten Österreichische Friedensdienste (www.oefd.at) Jeden Mittwoch von 9.00 bis 14.00 Uhr Der Eintritt ist in der "Sense" immer frei, Getränke und Imbisse gibt es zum Selbstkostenpreis. *************************** ====================================== Der Newsletter des Kulturvereins Kanafani kann jederzeit ganz einfach abbestellt werden: Mail zurücksenden (kulturverein at kanafani.at) mit "unsubscribe" im Betreff. Bestellungen ebenfalls an diese Adresse mit "subscribe" in der Betreffzeile. Der Kanafani - Newsletter wird in der Regel einmal im Monat versandt, mehr als drei Mails im Monat werden niemals verschickt. ====================================== ============================================== 05 Que(e)r Beisl am 8.6. From: raw at raw.at ============================================== Mittwoch 08. Juni: ARTIKEL 7 - UNSER RECHT! CLEN 7 - NASA PRAVICA (A/Slo, 83 min., 2005) Ausgehend von auch heute noch ungeloesten Fragen des Kaerntner Minderheitenkonflikts rekonstruiert dieser Film vor allem die bewegten 1970er Jahre jener Auseinandersetzung. "Artikel 7 - Unser Recht!" war die zentrale Parole der Kaerntner SlowenInnen und der sie unterstuetzenden Solidaritaetsbewegung, die gemeinsam auf eine vollstaendige Erfuellung des im Staatsvertrag festgelegten Minderheitenschutzes draengten. Mittels Interviews und verschiedener Archivmaterialien wird dieses wichtige Kapitel oesterreichischer Zeitgeschichte assoziativ und kontextreich dargestellt. Kinoki bittet zur Vorfuehrung und anschliessender Diskussion mit den FilmemacherInnen. Konzept und Realisation: Thomas Korschil und Eva Simmler mit Mojca Drcar Murko, Peter Gstettner, Janko Messner, Mirko Messner, Helga Mracnikar, Maja Sticker, Marjan Sturm, Hellwig Valentin, Rudi Vouk, Vladimir Wakounig, Angela Wieser Ort: Que(e)r-Beisl im EKH. Wielandgasse 2-4, 1100 Wien (U1 Keplerplatz) Zeit: 20 Uhr, Beislbetrieb von 18:30-24 Uhr Naechste Woche: Wird Oesterreich immer rassistischer? - Eine Veranstaltung mit ZARA - Beratungsstelle fuer Opfer & ZeugInnen von Rassismus Vollstaendiges Monatsprogramm auf http://www.raw.at im Bereich Que(e)r -- ############ RAW ############# Rosa Antifa Wien c/o Rosa Lila Tip Linke Wienzeile 102 A-1060 Wien AUSTRIA ------------------------- E-Mail: raw at raw.at Web: http://www.raw.at Board: http://www.n3tw0rk.org ------------------------- PGP-Key available here: http://www.raw.at/sub/kontakt/raw.asc ############ RAW ############# ============================================== 06 Depot-Programm From: depot-news at mailman.sil.at ============================================== Montag, 6. Juni, 19.00 Alles anders ÖH nach den Wahlen Alles wird anders! Unter dieses Motto hat die Österreichische HochschülerInnenschaft die ersten Wahlen seit der - mehrheitlich von den Studierenden abgelehnten - Wahlrechtsreform der Regierung gestellt. Nach diesem neuen Wahlrecht dürfen Studierende nur mehr ihre Universitäts- und Studienvertretungen wählen. Die Bundesvertretung wird dann ihrerseits von diesen gewählten RepräsentantInnen nach einem komplizierten Schlüssel gewählt. Wie anders wird nun alles? Barbara Blaha, VSStÖ Doris Gusenbauer, GRAS Christoph Marx, AG Andreas Zahalka, FLÖ Moderation: Eva Kuntschner, Radio Orange Dienstag, 7. Juni, 19.30 Zur Rezeption afrikanischer Filme in Europa Vortrag In Denko (1992), Mohamed Camaras erstem Kurzfilm, schläft eine Mutter mit ihrem blinden Sohn, um den Fluch zu brechen, der auf ihm liegt, und gibt ihm dadurch das Augenlicht wieder. Camara bekam zu hören, wie raffiniert er die Moral von Sophokles' Ödipus umgedreht habe. Die Kritik versucht aber nur zu sehen, was sie schon kennt. Eine andere geläufige Reaktion auf den afrikanischen Film folgt dem Tenor "unbedeutend - aber sympathisch". Anzustreben wäre eine analytische Grenzziehung zwischen belanglosen Filmen und solchen, die nicht den in unserem Kino gängigen Normen entsprechen. Helmut Groschup, Leiter des Internationalen Film Festivals Innsbruck Von 10. bis 14. Juni werden in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Film Festival Innsbruck im cinemagic, 1010, Friedrichstr. 4, neue afrikanische Filme präsentiert. Mittwoch, 8. Juni, 21.15 Erinnerung vergessen Film & Theorie "Der Name Lampe muss vergessen werden", notierte Kant einmal, nachdem er seinen langjährigen Diener hatte entlassen müssen. Bewusst-vergessen-Wollen ist ein Vorhaben, an dessen Erfolg gezweifelt werden darf. Was aber, wenn technische Prothesen diesen Vorgang erleichtern könnten? Wenn es durch einen gesellschaftlich sanktionierten, psychohygienischen Vorgang möglich wäre, unliebsame Erinnerungen aus dem Gedächtnis zu verbannen? Dieses Gedankenexperiment unternimmt Michel Gondrys vielschichtiger Beziehungsthriller Eternal Sunshine of the Spotless Mind. Und setzt sich dabei wie vor ihm schon Blade Runner, Memento oder der soeben neu aufgelegte Manchurian Candidate mit der Manipulierbarkeit des menschlichen Gedächtnisses auseinander. Ein weiteres What-if-Szenario über die Bedeutung des Gedächtnisses im Zeitalter einer fetischisierten Erinnerungskultur. Maya McKechneay, Filmkritikerin, sixpack film The Eternal Sunshine of the Spotless Mind (R: Michel Gondry, USA 2004) wird um 19.00 im cinemagic, 1010, Friedrichstr. 4, gezeigt. Donnerstag, 9. Juni, 19.00 Der Auftrag Kultur im Fernsehen Die feierliche Rede vom "Kulturauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks" steht auf tönernen Füßen, solange nicht klar ist, wie der Begriff Kultur verwendet wird. Und in der Tat erweist sich die Bedeutung dieses Wortes als so dehnbar, dass der Kulturauftrag immer erfüllt werden kann. Wer angesichts kommerzieller Konkurrenz belegen will, dass das Programm genügend Kultur enthält, weitet den Kulturbegriff aus und dann passen sogar seichte Unterhaltung und Sport hinein. Wer hingegen bei der etablierten Kunstelite punkten möchte, wird unter Kultur nur die traditionelle Kunst verstehen. Wie nun könnte ein öffentlicher Kulturauftrag sinnvoll eingegrenzt und genauer beschrieben werden? Armin Conrad, Redaktionsleiter Kulturzeit, 3sat/ZDF Margit Czöppan, Leitung TV-Kultur, ORF Walter Famler, Wespennest Moderation: Paul Jandl, NZZ Depot Breitegasse 3 A-1070 Wien Tel: +43 1 522 76 13 www.depot.or.at _______________________________________________ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN UND KOMMENTARE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ============================================== 07 Jahresförderung für kulturelle Initiativen seit 2002 um 57 % gekürzt From: office at igkultur.at ============================================== ||| ||| PRESSEMITTEILUNG ||| ||| IG Kultur Österreich ||| - --------------- ||| ||| Kunststaatssekretär streut Öffentlichkeit Sand in die Augen! ||| ||| Jahresförderung für Kulturinitiativen seit 2002 um 57% gekürzt ||| "Wir können die Kulturinitiativen leider nicht vertrösten, bis Kunststaatssekretär Franz Morak zu seinem angestammten Beruf zurück kehrt. Das Stück, das in Österreichs Kulturpolitik tagtäglich aufgeführt wird, erinnert bereits jetzt an ein tragisches Schauspiel!" Die IG Kultur Österreich nimmt die aktuelle Debatte zum Kunstbericht 2004 zum Anlass, um mit nochmaligem Nachdruck darauf hinzuweisen, dass sich gerade für regionale Initiativen und Kulturzentren ein fataler Trend fortsetzt. "Der Kunststaatssekretär berichtete in der ORF-Pressestunde von einem Geldsegen in den Regionen. Doch Franz Morak will der Öffentlichkeit Sand in die Augen streuen", zeigt sich IG Kultur-Vorsitzender Bernhard Amann verärgert. Für die unabhängige und zeitgenössische Kulturarbeit ist in allen Bundesländern das Gegenteil der Fall: Die Förderung der Jahrestätigkeit wurde seit 2002 um 57% gekürzt (2002: 454.465 Euro; 2004: 196.000 Euro). Die Unsicherheit in der Organisation und Planung von Kulturinitiativen wurde damit dramatisch verschärft. Besonders augenfällig ist das Förderungsengagement der Bundesregierung gegenüber ÖVP-nahen Projekten. 200.000 Euro für das Festival Theaterland Steiermark sind hier nur die Spitze eines Eisbergs. "Morak betreibt eindeutig Klientelpolitik, die ihm angesichts der Skandale rund um Diagonale, Kunsthistorisches Museum und Geschenkannahmen offensichtlich den Rücken stärken soll. Den Kulturinitiativen bleibt da nur zu hoffen, dass hier so schnell wie möglich der Vorhang fällt", so Amann abschließend. ||| ||| Rückfragen ||| - --------------- ||| ||| IG Kultur Österreich ||| Gumpendorfer Straße 63b ||| A-1060 Wien ||| ||| Tel: +43 (1) 503 71 20 ||| Fax: +43 (1) 503 71 20 - 15 ||| ||| http://www.igkultur.at/ ||| ============================================== 08 Thirteen conflict situations... From: hx65 at dial.pipex.com ============================================== ---------------------------------- NCADC News Service ---------------------------------- >> Thirteen conflict situations around the world deteriorated in May 2005 << »CrisisWatch« No.22 (www.crisisgroup.org/home/index.cfm?id=3422&l=1), 1 June 2005 Thirteen conflict situations around the world deteriorated in May 2005, according to this month's edition of »CrisisWatch«. In Uzbekistan, following months of public unrest, government troops in the eastern city of Andijon fired indiscriminately into protesters, killing as many as 750 mostly unarmed civilians, including women and children. More than 570 were killed in a wave of violence in Iraq. Pakistan suffered sectarian attacks that left dozens dead, and at least 19 were killed in violent anti-U.S. demonstrations in Afghanistan. Lethal bomb blasts shook Central Sulawesi in Indonesia, site of serious Christian-Muslim fighting in 1999-2001. In the most serious attack on the Burmese capital Yangon in recent history, three coordinated blasts killed at least 19 and injured 162. Fifteen died in clashes in Somalia, threatening the fragile transitional government. Amid continued economic decline and fears of famine, conditions in Zimbabwe further worsened when the government announced plans for the demolition of shacks home to one million urban poor. The situations also deteriorated last month in Angola, Bolivia, North Korea, Papua New Guinea and Turkey. May 2005 also brought improvements to the conflict situations in six countries. Georgia had a positive month with the signing of a major agreement that plots the full withdrawal of Russian forces from Georgia by the end of 2008. Relations across the Taiwan Strait took a step for the better as China announced a lifting of its ban on most travel to the island. The peace process in Cote d'Ivoire made limited progress with a deal on disarmament. The situations also improved in Central African Republic, Kyrgyzstan, and the Philippines. > Risk alerts For June 2005, CrisisWatch identifies the *Democratic Republic of the Congo, Guinea, Guinea-Bissau, Somalia and Uzbekistan as Conflict Risk Alerts, or situations at particular risk of new or significantly escalated conflict in the coming month. *D.R. Congo: Gold Fuels Massive Human Rights Atrocities: www.alertnet.org/thenews/newsdesk/HRW/e14538a5b686a90e6d4a3d082af9dafc.htm * No new Conflict Resolution Opportunities were identified for June. * ---------------------------------------------------------------------------- ------------------------ > MAY 2005 trends > Deteriorated Situations Afghanistan, Angola, Bolivia, Indonesia, Iraq, Myanmar/Burma, North Korea, Pakistan, Papua New Guinea, Somalia, Turkey, Uzbekistan, Zimbabwe Afghanistan Stop Violence against Women: web.amnesty.org/library/index/engasa110072005 ............................................................................ ............................ > Improved Situations Central African Republic, *Cote d'Ivoire, Georgia, Kyrgyzstan, Philippines, Taiwan Strait *Côte d'Ivoire: More than 40 villagers killed in machete attacks, says UN mission: www.un.org/apps/news/story.asp?NewsID=14458&Cr=ivoire&Cr1= ............................................................................ ............................ > Unchanged Situations Albania, Algeria, Armenia, Azerbaijan, Bahrain, Bangladesh, Basque Country (Spain), Bosnia & Herzegovina, Burundi, Central African Republic, Chad, Chechnya (Russia), China (internal), Colombia, Cyprus, DR Congo, Ecuador, Egypt, Ethiopia/Eritrea, Guinea, Guinea-Bissau, Haiti, India (non-Kashmir), Iran, Israel/Occupied Territories, Kashmir , Kazakhstan, Kosovo, Lebanon , Liberia, Macedonia, Mauritania, Moldova, Nagorno-Karabakh (Azerbaijan), Nepal, Nigeria, Northern Ireland (UK), Rwanda, Saudi Arabia, Serbia & Montenegro, Sierra Leone, Somaliland (Somalia), Sri Lanka, Sudan, Syria, Tajikistan, Thailand, Togo, Turkmenistan, Uganda, Ukraine, Venezuela, Western Sahara, Yemen ............................................................................ ............................ > Conflict Risk Alert DR Congo, Guinea, Guinea-Bissau, Somalia, Uzbekistan > Conflict Resolution Opportunity None ............................................................................ ............................ > CrisisWatch bulletin from the International Crisis Group http://www.crisisgroup.org/home/index.cfm?id=3422&l=1 > End of Bulletin: > Source for this Message: International Crisis Group http://www.crisisgroup.org/home/index.cfm?id=3422&l=1 ---------------------------------------------------------------------------- --------- National Coalition of Anti-Deportation Campaigns (NCADC) 1 Delaunays Road Manchester M8 4QS General enquiries 0121 554 6947 ncadc at ncadc.org.uk http://www.ncadc.org.uk/ ---------------------------------------------------------------------------- --------- ============================================== 09 Trauer um Carl Amery From: gfbv.austria at chello.at ============================================== GESELLSCHAFT FÜR BEDROHTE VÖLKER PRESSEMITTEILUNG Göttingen, den 01.06.2005 Gesellschaft für bedrohte Völker trauert um Beiratsmitglied Carl Amery Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) beklagt den Verlust von Carl Amery, der mit 83 Jahren am 24. Mai in München starb. Er gehörte 25 Jahre lang dem Beirat der Menschenrechtsorganisation an. Der Romancier Amery sah die ethnischen Minderheiten, vor allem die Kulturen der indigenen Völker als Opfer und Indikatoren unserer Ressourcen fressenden Zivilisation, die die Notwendigkeit einer vielfältigen Schöpfung nicht mehr wahrnimmt. Seine besondere Aufmerksamkeit gehörte den Indianern, denn sie - so schrieb er einmal in einem Vorwort in pogrom, der Zeitschrift der GfbV - "sind nämlich nicht nur die Anwälte ihrer Selbstbestimmung und ihres way of life - sie sind die Anwälte einer bewohnbaren Erde von morgen und damit die Anwälte unserer Kinder und Enkel." Amery zeichnete sich nicht nur durch Engagement und Wortkunst aus: "Er war einer der Zuverlässigsten. Wann immer ich ihn um etwas bat, ich erhielt nie ein Nein", erinnert sich Tilman Zülch, Generalsekretär der GfbV. "Er hatte eine besondere Sensibilität nicht nur für Ökologie und Umweltschutz. Er hatte auch ein feines Gespür für die Bedürfnisse und Hoffnungen von Minderheiten und kleineren Nationalitäten. Deshalb gehörten regionale Selbstverwaltung und Föderalismus zu seinen Überzeugungen." ========================================================= Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV) Inse Geismar, Pressereferentin Postfach 2024, D-37010 Goettingen Tel. +49/551/49906-25, Fax:+49/551/58028 E-Mail: presse at gfbv.de, Homepage:http://www.gfbv.de ========================================================== ============================================== 10 Syrien: verschleppter kurdischer Scheich ermordet From: gfbv.austria at chello.at ============================================== GESELLSCHAFT FÜR BEDROHTE VÖLKER PRESSEMITTEILUNG Göttingen, den 02.06.2005 Verschleppter kurdischer Scheich in Syrien ermordet Das geistliche Oberhaupt der Kurden in Syrien, Scheich Maschuk Al Khznawi, der am 10. Mai von Unbekannten entführt worden war, ist tot. Vertreter der kurdisch-syrischen Yekiti-Partei informierten am Donnerstag die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) darüber, dass der Geistliche vom syrischen Geheimdienst ermordet worden sein soll. Der sunnitische Scheich gilt als liberaler Verfechter der Rechte der Kurden. Die syrische Regierung habe angegeben, al Khznawi sei von einer Bande entführt, aus Damaskus nach Aleppo gebracht und dort ermordet worden, berichteten die kurdischen Informanten der Menschenrechtsorganisation. Vor wenigen Tagen soll er in Qamishli beigesetzt worden sein. Die Familie des Scheichs habe jedoch ausgesagt, al Khznawi sei am 27. Mai im Tesrin-Krankenhaus behandelt worden. Die Ärzte hätten gesagt, der Geistliche sei fast bewusstlos ins Krankenhaus eingeliefert worden. Sie hätten ihn 15 Stunden lang behandelt. Während der gesamten Zeit habe der syrische Geheimdienst den Scheich bewacht. Am 30. Mai sei der Geistliche verstorben. Der Scheich war in Syrien sehr beliebt. Sein Tod habe Hunderttausende in tiefe Trauer gestürzt. In Qamishli und anderen Städten finden zur Stunde Demonstrationen statt. Al Khznawi koordinierte Kontakte zwischen Vertretern der EU und den in Syrien verbotenen kurdischen Parteien. Sein Tod ist nach Auffassung der GfbV vor dem Hintergrund der anhaltenden Unterdrückung der kurdischen Bevölkerung, die mit zwei Millionen Angehörigen rund zwölf Prozent der Gesamtbevölkerung Syriens stellt, besonders besorgniserregend. ========================================================= Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV) Inse Geismar, Pressereferentin Postfach 2024, D-37010 Goettingen Tel. +49/551/49906-25, Fax:+49/551/58028 E-Mail: presse at gfbv.de, Homepage:http://www.gfbv.de ========================================================== ================================================ C) TERMINE ================================================ ======================== Freitag http://www.mund.at/butt/Termine/Juni/306.htm Samstag http://www.mund.at/butt/Termine/Juni/406.htm Sonntag http://www.mund.at/butt/Termine/Juni/506.htm ======================== ================================================ D) EDITORIAL ================================================ Für den Inhalt verantwortlich: Ihr. E-Mail-Adresse für Beiträge: widerstand at no-racism.net geschickt. widerst at nd MUND und alle Termine täglich aktualisiert im Web: http://www.no-racism.net/MUND Ziel von MUND (medienunabhängiger Nachrichtendienst) ist die unzensurierte und möglichst rasche Information über gesellschafts- politisch relevante Termine, Hinweise und Diskussionsbeiträge zu Widerstand und Antirassismus sowie verwandte Themen. sollen einen Titel, Namen und Emailadresse der/des AutorIn enthalten und möglichst kurz und prägnant gehalten sein, ev. mit Hinweis, wo weitere Informationen eingeholt werden können. Bitte keine Attachments! Die inhaltliche und sachliche Verantwortung liegt bei der/dem jeweiligen AutorIn bzw. jenen, die uns die Beiträge schicken. Der MUND wird von einzelnen TagesredakteurInnen zusammengestellt. Da Fehler nicht ausgeschlossen sind, bitten wir, nicht veröffentlichte Beiträge nochmals an widerstand at no-racism.net zu senden. Die Weiterleitung (auch auszugsweise) ist erwünscht. Beiträge mit rassistischen oder sexistischen Inhalten werden nicht veröffentlicht. Sehr persönliche Meldungen werden wir an den betreffenden Adressaten weiterleiten, aber nicht im MUND veröffentlichen. Die bisherigen Ausgaben sind unter http://www.no-racism.net/MUND archiviert. Terminankündigungen bitte nach folgender Vorlage: * Wann: Sonntag, 11.11.2001, 11:11 Uhr * * Was: Maskenball: Motto "Schwarzblau ist die Haselnuss" * * Wo: Villa Morgenrot, Grüner Anger 42, 2001 Wendendorf * * Kommentar: Anreise per Anhalter. Maskenzwang. Ende nie. Aber kurz und prägnant.* Die Rubrik "Redaktionelles" am Ende der Ausgabe ist u.a. eine Konsequenz aus der Notwendigkeit, sexistische, antisemitische und rassistische Beiträge nicht zu veröffentlichen, ohne jedoch stillschweigend Zensur zu üben. Hier wird - in anonymisierter Form - auf angehaltene Beiträge hingewiesen und eine kurze Begründung der Tagesredaktion für die Nichtaufnahme geliefert. (Weitere Gründe einen Beitrag nicht aufzunehmen sind z.B.: Attachments, kein erkennbarer Bezug zu den breit gestreuten Themen des MUND, Werbesendungen, sinnlose Kettenbriefe.) Die AbsenderInnen der betroffenen Beiträge werden hiervon informiert. Im Sinne einer "gläsernen Zensur" könnt ihr Euch die Beiträge gerne extra schicken lassen: Ein kurzes Mail an widerstand at no-racism.net genügt. ================================================ E) VERTEILERLISTE ================================================ Zur Eintragung in diesen Verteiler bitte direkt subskribieren unter http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/analle oder von der einzutragenden Adresse aus ein mail schicken an: admin at no-racism.net mit folgendem Text: subscribe no-racism Bitte wegen Automatisierung diesen Wortlaut verwenden! Zur Austragung aus dieser Liste bitte an zusammengestellt. Bitte keine Attachments! (werden nicht angenommen) nciht drin: 1 unaktueller termin, 1 nwr Redaktionsschluss für diese Ausgabe: Do 2:00 III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III ü, ö, ä, ß, Ü, Ö, Ä III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III widerst at nd-MUND is powered by http://alt.strg.at/ ================================================ From analle at no-racism.net Sun Jun 5 23:38:46 2005 From: analle at no-racism.net (analle at no-racism.net) Date: Sun, 5 Jun 2005 23:38:46 +0200 Subject: MUND_060605 Message-ID: MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst www.no-racism.net/mund Montag, 6. Juni 2005 ================================================ A) INHALT ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN UND ANKÜNDIGUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 01 der Bitte um Ankündigung und Verbreitung von: LesbenFrauenNachrichten at gmx.at ================================================ 02 Donnerstagsspeakersorner (9.6.) zu rechtsextremem Kommers und Gegendemo am 11.6. von: august.faschang at oeticket.com ================================================ 03 Buchpräsentation: Suicide Attack von: cafe.critique at gmx.net ================================================ 04 veranstaltungshinweise von: infoladen-wels at liwest.at ================================================ 05 [kinoki-mikrokino] Vorschau #127 - Di 28.6. HTU CineStudio: Shocking and Awful. Friedensbewegung und Community Media in den USA (mit Deedee Halleck und Joel Kovel) von: p at kinoki.at ================================================ 06 Soziale Bewegungen in Lateinamerika - eine Buchpraesentation von: maiz at servus.at ================================================ 07 Veranstaltungs-Einladung: Liberalisierungsmotor Europa? von: presse at attac.at ================================================ 08 Veranstaltungshinweis: 30 Jahre Fristenlösung von: infoladen-wels at liwest.at ================================================ 09 Einladung zu einer Vortragsreihe über den Islam von: info at ligakultur.net ================================================ 10 Fest der Begegnung in St. Poelten von: verin.stadtteilz.simmering at chello.at ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN UND KOMMENTARE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 11 Offener Brief der Gruppe Freiraum von: gruppe_freiraum at gmx.net ================================================ 12 ÖH-Wahlen/Graz/KSV/Gratulation von: kpoe_stmk at hotmail.com ================================================ 13 EU/Stmk/Propaganda/Steuergelder von: kpoe_stmk at hotmail.com ================================================ 14 EGMR: Rekordentschädigung für § 209-Opfer von: hg at graupner.at ================================================ 15 [gipfelsoli] Genua von: gipfelsoli-l at lists.nadir.org ================================================ 16 Petition: Keine Rüstungszusammenarbeit mit den Ländern des Nahen Ostens von: hans.bogenreiter at gfbv.at ================================================ 17 Aufruf gegen die Zerstoerung des Kulturzentrums Metelkova in Laibach von: martin.mair at mediaaustria.at ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< WELTWEIT - SOLIDARITÄT ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 18 Amnesty International censures USA von: hx65 at dial.pipex.com ================================================ 19 Proteste gegen das "African Village" im Augsburger Zoo von: dieinitiative at gmx.at ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< SERVICE - LINKS ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 20 Glocalist Nr.75 >> Schwerpunkte: attc Kampagne und EU-Debatte der österr. Zivilgesellschaft von: office at glocalist-review.com ================================================ 21 NYTimes.com: Growing Problem for Military Recruiters: Parents von: hx65 at dial.pipex.com ================================================ ================================================ B) TEXTE ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN UND ANKÜNDIGUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 01 mit der Bitte um Ankündigung und Verbreitung von: LesbenFrauenNachrichten at gmx.at ================================================ Liebe Frauen Ich möchte euch recht herzlich zu unserer nächsten Veranstaltung der ARGE Feminismus einladen und euch gleichzeitig bitten, diese in euren Medien oder Verteilern anzukündigen. Liebe Grüße Kati "Besatzung oder Befreiung?" Zugang und Wahrnehmung von Widerstand und zu Erinnerungskultur Ein Drei-Generationen Gespräch mit: Irma Schwager, Vera Modjawer, Katarina Ferro Moderation: Bärbel Danneberg Drei Generationen von Frauen sprechen in einem moderierten Gespräch darüber, wann sie zum ersten Mal von Widerstand im zweiten Weltkrieg gehört haben. Was haben sie in der Schule gelernt? Wann zum ersten Mal vom kommunistischen und dem bewaffneten Widerstand der SlowenInnen gelernt? Drei Frauen mit unterschiedlichem Background: Irma Schwager, die in ihrer Emigration zum kommunistischen Widerstand stieß, Vera Modjawer aus kommunistischer Familie, die zu Hause von Befreiung und in der Schule von Besatzung gelernt hat, Katarina Ferro, die gefärbte Geschichte in einer Katholischen Schule vermittelt bekam. Das Gespräch soll den ganz persönlichen Zugang der drei Frauen zeigen und gleichzeitig der Frage nach der Veränderung von Geschichtsbewusstsein und Erinnerungskultur in der Gesellschaft nachgehen. Ein Thema, das gerade im "Gedanken"jahr, in dem Schüssel und Co mit ihrer Version von Widerstand und Neuaufbau der zweiten Republik, die Geschichte neu schreiben und umformulieren, genauerer Betrachtung bedarf. Eine Veranstaltung der ARGE Feminismus 7. Juni 2005 Café Siebenstern; Siebensterngasse 31, 1070 Wien 19.00 Für Männer und Frauen, Eintritt frei ================================================ 02 Donnerstagsspeakersorner (9.6.) zu rechtsextremem Kommers und Gegendemo am 11.6. von: august.faschang at oeticket.com ================================================ Liebe Leute! + Auch am DONNERSTAG (9.6.) gibt es zusätzlich zur wöchentlichen Mahnwache gegen Schwarzorange in Österreich und Orangerot in Kärnten vor dem Kanzleramt wieder einen SPEAKERSCORNER, diesmal mit einem Referat zum RECHTSEXTREMEN "SCHILLERKOMMERS". In der vermutlich größten rechtsextremen Veranstaltung des Jahres gedenken am 11.6. deutschnationale Burschenschaften (vermutlich auch mit FPÖ-Spitzenvertretern wie Strache und Mölzer) der "50(!!!) Jahre der Freiheit Österreichs" - Aus der Reihe "Mit wem Schüssel (schon) aller koaliert (hat)". - Treffpunkt ist um 19Uhr45 Ecke Ballhausplatz/Heldenplatz, Beginn 20Uhr. Und danach sind wieder alle Teilnehmerinnen im Stammlokal in der Neustiftgasse (Käuzchen) willkommen! + Weitere Termintipps: + Mittwoch 8.6., 19Uhr30: "ASYLGESETZ - IST AUF DEN RECHTSSTAAT VERLASS?", Cafe 7Stern (Siebensterng. 31, 1070) - Diskussionsveranstaltung der KPÖ-Wien mit S. Schumacher (Jurist), M. Genner (Asyl in Not) und P. Sonderegger (SOS Mitmensch) - Erneut wurde ein Asylgesetz beschlossen, das den unbedingten Schutz für Verfolgte nicht garantiert. Zwar wurde schon das letzte verfassungswidrige Gesetz nach einigen Monaten vom Höchstgericht aufgehoben, doch bis dahin bestand eine lebensgefährliche Situation für Flüchtlinge. Dies wirft eine Reihe von Fragen auf: Was tun, wenn der Rechtsstaat keinen effizienten Schutz bietet? Ab wann ist ziviler Ungehorsam und der bewußte Bruch von menschenfeindlichen Gesetzen eine Notwendigkeit? Soll und kann ziviler Ungehorsam in ein Bekenntnis zum demokratischen Rechtsstaat integriert werden? Mit einer kurzen Einleitung über die Neuerungen, die das Asyl- und Fremdenpaket von Innenministerin Prokop bringt. + Donnerstag 9.6.,ab 17Uhr: WIDERSTANDSLESUNG (Ecke Ballhausplatz/Heldenplatz). + Donnerstag 9.6., 20Uhr: SPEAKERSCORNER "RECHTSEXTREMER SCHILLERKOMMERS" , siehe oben. + Samstag 11.6., 18Uhr: DEMO GEGEN DEN RECHTSEXTREMEN SCHILLERKOMMERS, Treffpunkt: Schottentor (Universität) ligrü Gustl PS für die üblichen Verdächtigen: 1. Es ist der Vorschlag gekommen, SCHÜSSELS GEBURTSTAG einen Donnerstagstermin zu widmen. Die Politik, die Schüssel zu verantworten hat, hat für viele ernste und für manche lebensgefährliche Konsequenzen. Der Vorschlag geht trotzdem dahin, sich einmal hauptsächlich mit der Lächerlichkeit der Person Schüssel zu befassen. (Wo die Sonne der Kultur tief steht, werfen Charakterzwerge lange Schatten...). Mit den grausligen Auswirkungen seiner Politik beschäftigen wir uns ohnehin laufend. Dieser Donnerstag wäre näher am Geburtstag, aber er war schon mit einem wichtigen Thema verplant. Bleibt als nächstmöglicher Termin der 16.6..(Wir lassen uns von diesem Kanzler doch nicht sein Geburtstagsdatum diktieren, oder?) Bitte diesen Donnerstag schon Ideen mitbringen, damit wir im Käuzchen klären können, ob wir einen Geburtstagsdonnerstag gestalten wollen und - wenn ja - wie. 2. GEBURTSTAGSGESCHENKE FÜR M. werden dankenswerterweise schon vorbereitet (cooles T-Shirt, Torten), zum Vorfeiern nach dem Speakerscorner am 9.6. im Käuzchen... ================================================ 03 Buchpräsentation: Suicide Attack von: cafe.critique at gmx.net ================================================ Buchpräsentation Gerhard Scheit: Suicide Attack - Zur Kritik der politischen Gewalt ça ira-Verlag Der Autor diskutiert mit Doron Rabinovici Montag, 13. Juni 2005, 19.30 Uhr (ACHTUNG: NICHT, WIE IN UNSERER LETZTEN AUSSENDUNG VORANGEKÜNDIGT, AM 14. 6.) Republikanischer Club, Rockhgasse 1, 1010 Wien Das Selbstmord-Attentat gilt als Verzweiflungstat, als Mittel der Verzweifelten im politischen Kampf, d.h. im Kampf für legitime politische Zwecke. In Wahrheit ist es ein Mittel, das den Zweck vollständig in sich trägt: Vernichtung um ihrer selbst willen. Suicide Attack bedeutet also einen neuen Begriff des Politischen im alten Sinne Carl Schmitts: Politik als Bereitschaft zum Nichts. Ist es ein Zufall, daß Suicide Bombing in bestimmten Kreisen als eine Form der Mitbestimmung in der internationalen Politik verstanden wird; daß die EU die Hizbollah nicht zu den Terrorgruppen rechnet; oder daß es gerade Jürgen Habermas war, der Ted Honderichs Apologie des Selbstmord-Attentats dem Suhrkamp-Verlag empfohlen hat? Die Rechtfertigung jenes Vernichtungswahns aus der Peripherie des "Großraums" Europa, der auf Israel und dessen Schutzmacht zielt, geht erstaunlicherweise mit der Forderung nach "Verrechtlichung der internationalen Beziehungen" einher, wie sie in "Kerneuropa" im Namen der UNO formuliert wird. Diesen Zusammenhang zwischen der "Verdrängung des Souveräns" und der Eskalierung politischer Gewalt, also die internationale Arbeitsteilung zwischen postnazistischer Demokratie und islamistischer Vernichtung, versucht das vorliegende Buch zu entfalten. http://www.cafecritique.priv.at _______________________ Vorankündigung: Der Iran und die Bombe Vortrag von Thomas Becker (Bielefeld) Donnerstag, 23. Juni 2005, 19.30 Uhr Gemeindezentrum der Israelitischen Kultusgemeinde Seitenstettengasse 2, 1010 Wien (bitte Lichtbildausweis mitnehmen und ca. eine halbe Stunde vor Beginn erscheinen) __________________________ weitergeleitete Nachrichten: 3. bis 23. Juni 2005 Women in the Holocaust - Frauen im Widerstand Ausstellung im Nestroyhof Mo - Fr, 10 bis 19 Uhr Eintritt frei Die Ausstellung ist in englischer Sprache. Ein deutschsprachiges Begleitheft ist gegen 5,- Euro (ermäßigt 4,-) erhältlich. Nestroyplatz 1, 1020 Wien Freitag, 17. Juni 2005, ab 21 Uhr Fest der Basisgruppe Politikwissenschaft EKH, Wielandg. 2-4, 1100 Wien Live: Egotronic (www.asteroid-rec.org/egotronic.htm) Sergej Pepper (www.sergejpepper.com/) ================================================ 04 veranstaltungshinweise von: infoladen-wels at liwest.at ================================================ ------------------------------- Konzert mit The Chancers und Vacunt *Freitag, 17. Juni 2005* im Fred Sega Musicpub, Vogelweiderstraße 1, 4600 Wels Eintritt: Euro 7,- http://www.chancers.cz ------------------------------------------ Vortrag: "Abtreibung - 30 Jahre Fristenlösung" Dienstag, 21. Juni 2005, 20 Uhr im Kulturzentrum "Alter Schlachthof", Dragonerstraße 22, 4600 Wels In diesem Jahr besteht die Fristenlösung, die das Recht von Frauen auf Abtreibung regelt, seit 30 Jahren. Aus diesem Anlaß veranstaltet der Kulturverein Infoladen Wels einen Vortragsabend, bei dem eine Abtreibungsexpertin über die Geschichte der Abtreibung in Österreich referieren wird. Weiters wird der Arzt Dr. Fiala, der Schwangerschaftsabbrüche an Kliniken in Österreich durchführt, über seine beruflichen Erfahrungen (u.a. in Afrika) berichten. Eintritt frei Links: http://www.abtreibung.at http://www.gynmed.at http://www.die-abtreibung.at.tf ================================================ 05 [kinoki-mikrokino] Vorschau #127 - Di 28.6. HTU CineStudio: Shocking and Awful. Friedensbewegung und Community Media in den USA (mit Deedee Halleck und Joel Kovel) von: p at kinoki.at ================================================ KINOKIS MIKROKINO Politische Filmabende, an diversen Orten auftauchend. kinoki. Verein fuer audio-visuelle Selbstbestimmung mikrokino at kinoki.at | http://www.kinoki.at Newsletter subskribieren bzw. abbestellen unter: http://www.kinoki.at/mailman/listinfo/kinoki-mikrokino Foerderpreis Politische Kulturarbeit 2004 der IG Kultur Oesterreich. Einladung #127 Dienstag 28.6.2005, 20:00, HTU CinéStudio (AudiMax der TU, Getreidemarkt 9, 1060 Wien), UKB 5 Euro kinokis mikrokino #127 präsentiert in Kooperation mit dem HTU CinéStudio: Shocking and awful. Friedensbewegung und Community Media in den USA Videos und Diskussion mit Deedee Halleck und Joel Kovel (New York) Shocking and Awful. A Grassroots Response to War & Occupation USA 2003-2005, Videoserie, DVD, englisch; hergestellt von über 100 Einzelpersonen und Gruppen; Entwicklung und Projektkoordination: Brian Drolet & Deedee Halleck (Wir zeigen 3 von insgesamt 13 halbstündigen Teilen). (aus: www.deepdishtv.org) Einleitung und Gespräch mit Deedee Halleck und Joel Kovel. Deedee Halleck ist Filmemacherin, Medienaktivistin, Gründerin von Paper Tiger TV und Mitbegründerin von Deep Dish TV - eines satellitengestützten grassroots-TV-Senders in den USA -, sowie emeritierte Professorin am Department of Communication der University of California in San Diego. Seit den 70er Jahren ist sie eine der wichtigsten AktivistInnen der US-amerikanischen Alternativ-Medienlandschaft. 1991 war sie Koordinatorin des Gulf Crisis TV Project. Während des WTO-Gipfels in Seattle war sie 1999 wesentlich am Aufbau des Independent Media Centers beteiligt. Filme: Children make movies (1961), The Gringo in Mañanaland (1995), Lock Down USA (1996). Publikation: DeeDee Halleck: Hand Held Visions: The Impossible Possibilities of Community Media. Fordham University Press (2001). Joel Kovel ist Psychoanalytiker, Sozialwissenschaftler und Aktivist. Er ist Professor für Social Studies am Bard College, Annandale NY und Herausgeber der Zeitschrift Capitalism Nature Socialism. Seit dem Vietnamkrieg engagierte er sich in der Friedens- und Anti-Atom-Bewegung, in der Solidariätsbewegung für Zentralamerika, Nicaragua und Kuba. 1990 trat er der Green Party bei und war 1998 grüner Kandidat bei der Wahl zum US Senator von New York. Er spielte in Filmen mit und arbeitet mit dem Bread and Puppet theatre zusammen. Publikationen: White Racism (1972), A Complete Guide to Therapy, The Age of Desire, Against the State of Nuclear Terror, In Nicaragua, The Radical Spirit, History and Spirit (1991), Red Hunting in the Promised Land (1994), The Enemy of Nature: The End of Capitalism or The End of the World (Zed, 2002). Links: Deedee Hallecks Website http://www.deedeehalleck.org Deep Dish T.V. Network - The First National Grassroots Satellite Network http://www.deepdishtv.org Paper Tiger Television, NYC http://www.papertiger.org Joel Kovels Website http://www.joelkovel.org Capitalism Nature Socialism Journal http://www.cnsjournal.org HTU CinéStudio http://www.cinestudio.at *** Hinweise: 1) 6.6. literaturhaus: things.places.years mit katherine klinger und ruth sands 2) 8.6. ekh/queer beisl: artikel 7 - unser recht! 3) 2.6.-22.7. ig bildende kunst: born to be white 4) juni filmmuseum: brasilien - Cinema Novo und tropische Moderne, 1926-2003 5) 7.-31.7 filmarchiv: praterfilmfestival *** 1) 6.6. literaturhaus: things.places.years mit katherine klinger und ruth sands liebe freundInnen, aktivistInnen und unterstützerInnen, wir möchten euch herzlich einladen zur buch- und filmpräsentation "things. places. years" im literaturhaus am montag den 6. Juni um 19 uhr: österreichische exilbibliothek, literaturhaus, seidengasse 13, 1070 wien. zuerst wird der film gezeigt (70min) und anschließend gibt es ein gespräch mit katherine klinger und ruth sands, die aus london anreisen. sprich: für diejenigen, die den film schon kennen: vielleicht habt ihr lust, anschließend zur diskussion zu kommen... wir freuen uns auf euch und bitten um weiterleitung über eure mailinglisten, viele grüße klub zwei: simone bader und jo schmeiser * BUCH "things. places. years. das wissen Jüdischer frauen", ausgewählte passagen aus den rechecheinterviews für den film, 400 seiten, studienverlag 2005 ** FILM "things. places. years.", 70min, A/GB 2005 (www.sixpackfilm.com, www.amourfou.at, www.klubzwei.at) PRESSESTIMMEN "Erfahrungen von Vertreibung, Emigration und Holocaust werden oft in der Vergangenheit verortet. Der Dokumentarfilm 'Things. Places.Years.' bringt diese Vergangenheit in die Gegenwart und zeigt, wie sie das Leben von zwölf in London beheimateten Frauen durch drei Generationen prägt. 'Things. Places.Years.' konstruiert keine homogene, weibliche Identität. Der Film gibt den Frauen Raum, um über ihre Identität zu sprechen, die komplexer ist als die Feststellung, dass manche von ihnen Jüdinnen sind. Eine Feststellung, die im Nationalsozialismus zu Vertreibung und Ermordung führte. Eine Feststellung, die Menschen mit jüdischem Hintergrund zu Juden und Jüdinnen macht. Wie sie sich selbst sehen, hat sie bis zu diesem Film kaum jemand gefragt. Rosa Reitsamer (Wien) "Frauen sind als Subjekte der Geschichte und der Erinnerung noch immer unterrepräsentiert. 'Things. Places. Years.' will jedoch anderes als nur ein Defizit ausgleichen und eine Ergänzung bestehender Narrative leisten. Die Bedeutung von Geschlecht konkretisiert sich für die Protagonistinnen zunächst darin, dass die Mühsal ihrer beruflichen Wege auch von der Tatsache bestimmt war, dass sie für die affektive und reproduktive Arbeit in den Familien zuständig waren. Wie viele andere Frauen auch steck(t)en sie in dem Dilemma, Familie und Beruf miteinander zu verbinden. Dennoch zeigt sich, dass Kinder und Familie für Jüdische Frauen andere Bedeutungen haben und mit anderen Verantwortungen einhergehen als dies für Nachfahren der TäterInnen der Fall ist." Antke Engel (Hamburg) "Die Interviews werden thematisch (und nicht biografisch) strukturiert. Das ist schon ein Hinweis darauf, dass die Erfahrungen Einzelner hier als paradigmatisch verstanden und vermittelt werden. Darüber hinaus werden die Frauen nicht auf jene Erfahrungen reduziert, die an ihre Herkunft gekoppelt sind, sondern kommen auch in ihren beruflichen Funktionen als Wissenschafterinnen, Kuratorinnen oder Autorinnen zu Wort. 'Things. Places. Years.' ist geprägt von einer Atmosphäre ruhiger Distanz und Präzision. Hier wird dezidiert keine Gefühlspolitik betrieben, sondern vielmehr nüchtern und respektvoll betrachtet und aufgezeichnet. Gerade im 'Gedankenjahr 2005' ein beispielhafter Zugang zum Umgang mit jenem Teil der Geschichte, den manche nur zu gerne als abgeschlossen betrachten würden." Isabella Reicher (Wien) *** 2) 8.6. ekh/queer beisl: artikel 7 - unser recht! Mi. 08. Juni 2005, 19 h Einlass/Filmbeginn 20 h: Queer Beisl, EKH, 10., Wielandg. 2-4, > U1 (www.med-user.net/ekh) ARTIKEL 7 - UNSER RECHT! / CLEN 7 - NASA PRAVICA! Österreich/Slowenien 2005, 83 Min. (deutsch-slowenische Originalversion m. deutschen Untertiteln) Konzept und Realisation Thomas Korschil und Eva Simmler Eine Navigator Film Produktion mit Mojca Drcar Murko, Peter Gstettner, Janko Messner, Mirko Messner, Helga Mracnikar, Maja Sticker, Marjan Sturm, Hellwig Valentin, Rudi Vouk, Vladimir Wakounig, Angela Wieser Artikel 7 - Unser Recht! / Clen 7 - Nasa Pravica! behandelt den Kärntner Minderheitenkonflikt in einer historischen Perspektive. Ausgehend von der in den letzten Jahren wieder aktuell gewordenen Frage der (fehlenden) zweisprachigen Ortstafeln versucht der Film eine umfassende Darstellung der Auseinandersetzungen um die Rechte der Kärntner Slowenen. Angesichts des 50-jährigen Jubiläums des Staatsvertrags, in dessen 7. Artikel die Minderheitenrechte festgeschrieben worden sind, und der gerade wieder stattfindenden “Konsenskonferenzen" ist es ein Film von höchster Aktualität und Brisanz. “Artikel 7 - Unser Recht! ist ein Film, der Zeugnis ablegt: von Versuchen, eine Minderheitenpolitik in Österreich durchzusetzen und von dem Widerstand dagegen; von der fragwürdigen Identität dieser Republik, die seit Jahrzehnten den Staatsvertrag und die Verfassung bricht und der konstant in Frage gestellten Identität der Kärntner SlowenInnen; von historischen Ereignissen und deren medialer Wahrnehmung." Sylvia Szely, www.diagonale.at/materialien *** 3) 2.6.-22.7. ig bildende kunst: born to be white “Born to be white" Rassismus und Antisemitismus in der weißen Mehrheitskultur IG Bildende Kunst, Gumpendorfer Straße 10-12, 1060 Wien www.igbildendekunst.at Dauer der Ausstellung 2. Juni bis 22. Juli 2005 Öffnungszeiten Dienstag bis Freitag: 10.00 bis 18.00 Uhr AUSSTELLUNG Fatih Aydogdu (A) - “Dirty Tones. 'You Don't Care.'" BUM - Büro für ungewöhnliche Maßnahmen (A) - “Deutsch für Inländer" Melissa Gould (USA) - “Schadenfreude" Kanak TV (D) - “Weißes Ghetto" Anna Kowalska (A) - “Weißwerden" DISKUSSIONSREIHE Katherine Klinger (London) Das Gegenteil des Schweigens. Wie wirkt der Nationalsozialismus auf die Nachfolgegenerationen? Freitag, 3. Juni 2005, 19.00 Uhr Araba Johnston-Arthur (Wien) Ein Schwarzer Beitrag zur Dekonstruktion österreichischer Realitäten Donnerstag, 16. Juni 2005, 19.00 Uhr Jamika Ajalon (London/Paris) “Recently I bought a white hat". Transnationale Erfahrungen des Schwarz-Seins Donnerstag, 23. Juni 2005, 19.00 Uhr Heribert Schiedel (Wien) Siegfrieds Phobien: Der “arische" Männerbund und die Kastrationsabwehr Donnerstag, 30. Juni 2005, 19.00 Uhr BROSCHÜRE Die Broschüre beinhaltet einen einführenden theoretischen Text zum Ausstellungskonzept und Texte zu den künstlerischen Arbeiten. Im Anschluss findet sich eine ausführliche Link- und Literaturliste zu den Themen Rassismus, Antisemitismus und Whiteness. Die Broschüre dient engagierten BesucherInnen und in den Feldern Politik, Kunst und Wissenschaft als Arbeitsgrundlage. Sie kann während der Ausstellungsdauer in der IG Bildende Kunst käuflich erworben werden. *** 4) juni filmmuseum: brasilien - Cinema Novo und tropische Moderne, 1926-2003 Filmmuseum im Juni: Cinema Novo und tropische Moderne, 1926-2003 Programm unter http://www.filmmuseum.at/ Im Rahmen der Wiener Festwochen 2005 präsentiert das Filmmuseum eine umfangreiche Retrospektive des brasilianischen Kinos. Es ist die größte und aufwendigste Schau zu diesem Thema, die je in Österreich veranstaltet wurde: Ihr Zeitraum reicht von der Avantgarde der 1920er Jahre bis zum Kino der Gegenwart, die Filme sind zum Teil erstmals in Europa und vielfach in neu restaurierten Fassungen zu sehen. Die rund 50 Werke umfassende Auswahl wird geleitet von der bedeutenden Rolle des brasilianischen Films im Wechselspiel mit den starken Aufbruchsbewegungen, "Modernismen" und populär-oppositionellen Kunstströmungen, die dieses Land seit nahezu hundert Jahren auszeichnen. Im Mittelpunkt steht das Cinema Novo, die weltweit gefeierte und äußerst einflussreiche Erneuerung des brasilianischen Kinos in der 60er Jahren, die mit Filmen wie Bahia de Todos os Santos (1960), Vidas secas (1963), Os fuzis (1963), Porto das Caixas (1963) und Deus e o diabo na terra do sol (1964) in Bewegung kam. Beeinflusst vom italienischen Neorealismus und der Nouvelle Vague und getragen von Regisseuren wie Glauber Rocha, Nelson Pereira dos Santos, Ruy Guerra oder Carlos Diegues, blieb das Cinema Novo weit über den Beginn der brasilianischen Militärdiktatur (1964) hinaus prägend für den politisch-kulturellen Diskurs. Es entstand auf der Basis wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Modernisierungsbestrebungen unter Präsident Kubitschek in den späten 50er Jahren - einer zutiefst optimistischen Ära, die ihre Symbole im Bereich der Architektur (Lúcio Costas und Oscar Niemeyers Brasilia, die neue Hauptstadt) und der populären Musik (der globale Siegeszug des Bossa Nova), aber auch in der Alltagskultur fand: 1958 wurde Brasilien mit Spielern wie Pélé und Garrincha zum ersten Mal Fußballweltmeister. Vor dem Hintergrund zunehmender sozialer Polarisierung und politischer Militanz trat das Cinema Novo mit seiner "Ästhetik des Hungers" ab 1960 als emphatisches und kritisches Korrektiv für die brasilianische Gesellschaft auf - bis hin zur Radikalkritik, wie sie in Glauber Rochas wildem Meisterstück Terra em transe (1967) formuliert wird. Der "tragische Karneval der brasilianischen Politik" (Rocha) in den 60er Jahren konnte der filmkulturellen Hegemonie der Linken lange Zeit nichts anhaben; erst die verschärfte Repression nach dem zweiten Militärcoup (1968) machte eine Veränderung der Strategien nötig: vom Ausweichen in die populären Allegorien des Tropicalismo - wie in dem überbordenden Macunaíma von Joaquim Pedro de Andrade - über die Etablierung eines sehr lebendigen Underground-Kinos und einer "Ästhetik des Abfalls" (z.B. Bangue Bangue von Andrea Tonacci oder die Horrorfilme des Kultregisseurs José Mojica Marins) bis hin zum Gang ins Exil, nach Kuba oder Europa (wie im Fall von Rocha, Guerra und Diegues). Die brasilianische Kino-Moderne lässt sich allerdings nicht auf das Cinema Novo reduzieren. Schon in den 20er Jahren suchten brasilianische Künstler Anschluss an die internationale Avantgarde und erhoben zugleich den Anspruch auf eigenständige, nationale Formen der Moderne - wie im literarischen Modernismo oder in Oswald de Andrades Movimento antropófago ("Kannibalistische Bewegung": die Einverleibung fremder Einflüsse), welche bis heute immer wieder aufgegriffen werden. Die vielstimmige Verbindung von Modernität, Folklore, populären Ausdrucksformen und den unterschiedlichen Erfahrungen der Eingeborenen, der ehemaligen Sklaven sowie der ehemaligen Kolonisatoren ist für Brasiliens "tropischen Multikulturalismus" (Robert Stam) eine wesentliche Strategie geblieben. Filme wie São Paulo, a symphonia da metrópole (1929), Limite (1931, Geniestreich und einziger Film des 20jährigen Künstlers Mário Peixoto) oder Braza dormida und Ganga bruta (zwei Hauptwerke des großen auteurs Humberto Mauro) zeugen vom Einfluss der westlichen wie der brasilianischen Avantgarde auf das Kino. Mauro und später auch Peixoto wurden zu wichtigen Vorbildern für das Cinema Novo und Cinema Marginal. Der vielleicht bekannteste brasilianische Filmavantgardist, Alberto Cavalcanti, war in den 20er und 30er Jahren ausschließlich in Europa aktiv, seine frühen Werke wie Rien que les heures (1926) wirkten allerdings stark auf die heimische Kunstszene zurück. Den umgekehrten "Wirkungsweg" beschreibt Orson Welles' brasilianisch-US-amerikanischer Dokumentarfilm It's All True (1942), der erst 1993 - in einer Rekonstruktion des überlieferten Materials - vorgestellt wurde: Dieser "linksliberale film maudit", der für Welles' Bruch mit Hollywood mitverantwortlich war, ist später von brasilianischen Regisseuren (vor allem im Werk von Rogério Sganzerla) immer wieder zitiert und "weitergeschrieben" worden. Auch seit dem "offiziellen Ende" des Cinema Novo (Mitte der 70er Jahre) hat sich das brasilianische Kino mit einer Vielzahl avancierter, "polyphoner" und selbstreflexiver Positionen hervorgetan. Ab 1974 wurden sowohl demokratische als auch filmpolitische Fortschritte sichtbar: Der Ausbau staatlicher Filmförderung führte zu einer Situation, in der künstlerisch und ökonomisch erfolgreiche, zum Teil sozialkritische Autorenfilme als internationale "Visitenkarten" einer langsam abflauenden Diktatur fungierten. Dazu zählen herausragende Spätwerke der Cinema-Novo-Generation wie A Queda von Ruy Guerra oder Bye Bye Brasil von Carlos Diegues, aber auch Arbeiten jüngerer Regisseure wie der Welterfolg Pixote (1980) des aus Argentinien emigrierten Hector Babenco. Nach einer längeren Krise Mitte der 80er bis Mitte der 90er Jahre, in der die Filmproduktion fast zum Stillstand kam (paradoxerweise in der Zeit der ersten demokratisch gewählten Zivilregierung seit 1964), ist das brasilianische Kino seit einigen Jahren wieder aufgeblüht - in lebendiger Beziehung zur zeitgenössischen Populärkultur. Die Mythologien des Sertão (des feudal geprägten Hinterlands im Nordosten Brasiliens) und des Cangaço (soziales Banditentum) kehren allerdings ebenso aus der Zeit des Cinema Novo zurück wie die Debatten um eine nationale Identität - bzw. das "schlechte Gewissen" oder der Zorn angesichts anhaltender und massiver Ungerechtigkeit zwischen den Klassen und Kulturen. Ein Sektor, in dem diese Fragestellungen auf sehr avancierte und selbstkritische Weise aufgegriffen werden, ist der Dokumentarfilm. Eduardo Coutinho, der größte Filmdokumentarist seines Landes, untersucht mit Mitteln des Cinéma vérité und des Essayfilms die soziale Wirklichkeit und die politische Geschichte Brasiliens - z.B. in seinem Meisterwerk Cabra marcado para morrer (vinte anos depois), das im gefährlichen Wendejahr 1964 begonnen und erst 1984, im "entgegengesetzten" Wendejahr, fertiggestellt wurde. Andere Arbeiten wie der semidokumentarische Spielfilm Iracema (1975) von Jorge Bodansky oder der Essay Mato eles? (1983) von Sérgio Bianchi lösten einen komplexen Nachdenkprozess über das Verhältnis des modernen Brasilien zu seinen Ureinwohnern aus. Zuletzt sind auch die selbstreflexiven Filme, die vom Kino selbst erzählen, in Brasilien ungewöhnlich stark vertreten: Neben Rogério Sganzerlas Brasil und Nem tudo é verdade (1978-85, zum Orson-Welles-Komplex) stellt die Retrospektive aktuelle Filmessays über die wilde Schönheit im Werk von Regisseuren wie Mário Peixoto, José Mojica Marins oder Glauber Rocha vor. Mit ihnen schließt sich ein Kreis: In seinen überzeugendsten Manifestationen ist das brasilianische Kino bis heute eine Geschichte der Passionen und ein Fall für leidenschaftliche Utopisten und Rebellen geblieben. Diese außergewöhnliche Retrospektive konnte nur dank der großzügigen Unterstützung vieler Institutionen und Personen realisiert werden. Der Dank des Filmmuseums gilt vor allem Carlos Magalhães und Fernanda Guimarães (Cinemateca Brasileira), Paulo Roberto da Costa Pacheco (Brasilianische Botschaft in Wien), Ingrid Starke (Instituto Cultural Brasileiro na Alemanha, Berlin), dem Kultur- und dem Außenministerium Brasiliens sowie Fritz Frosch, Olaf Möller und Robert Stam. Ebenfalls im Rahmen der Wiener Festwochen findet im Konzerthaus das zweitägige Gaucho Festival statt. *** 5) 7.-31.7 filmarchiv: praterfilmfestival Filmarchiv Austria - Presseinformation PRATER FILMFESTIVAL Open-Air-Kino auf der Kaiserwiese 7. bis 31. Juli 2005 PRATER.KINO.WELT Ausstellung im Pratermuseum 7. Juli bis 29. September 2005 Das Schausteller- und Jahrmarktsmilieu bildete den kulturellen Rahmen für die Vor- und Frühgeschichte des Kinos. Der Wiener Prater gilt dabei seit Jahrhunderten als Zentrum des institutionalisierten Vergnügens. Zum 50-jährigen Bestandsjubiläum spürt das Filmarchiv Austria einem zentralen Ursprungsmythos der österreichischen Kinogeschichte nach und widmet dem Wiener Prater “on location" eine filmische Hommage. Das erste Prater Filmfestival greift die lange Tradition der Kinematografie im Leopoldstädter Vergnügungsviertel auf. Direkt vor dem Riesenrad, auf der Kaiserwiese, dem historischen Gelände von “Venedig in Wien", zeigt das Filmarchiv Austria ein Open-Air-Festival, präsentiert Kino im Vergnügungspark - von MERRY-GO-ROUND bis LUNA PARK illustrieren Beispiele durch alle Epochen der Filmgeschichte die ewig lustvolle Beziehung zwischen Kino und Jahrmarkt. Der Prater war dabei immer wieder ein bevorzugter Schauplatz für österreichische und internationale Spielfilme. Ein Special zeigt die Praterkinowelt in der sich auch einige der denkbar schönsten Momente und Stimmungen des legendären alten Praters verewigt haben. Prater.Kino.Welt ist auch der Titel der begleitenden Ausstellung, die das Wien Museum in Kooperation mit dem Filmarchiv Austria im Pratermuseum zeigt. Die Schau präsentiert einerseits eine Archäologie des Kinos im Wiener Prater, andererseits nimmt sie Bezug auf die Geschichte der bewegten Bilder, auf die frühen Illusions- und Laufbildmaschinen, die um 1900 im Prater zu sehen waren und den Weg zum Kino markierten. Begleitend zum Praterfilmfestival und zur Ausstellung erscheint im Verlag Filmarchiv Austria der von Christian Dewald und Werner Michael Schwarz herausgegebene Katalog-Textband Prater.Kino.Welt. Außerdem veröffentlicht das Filmarchiv seine historische Praterfilmsammlung erstmals auf DVD. Auf der Kaiserwiese runden Gastronomiebetriebe dieses außergewöhnliche Kulturangebot ab. Alle Filme bei freiem Eintritt! Das Prater Filmfestival ist eine Veranstaltung des Filmarchiv Austria in Kooperation mit Wien Marketing und wird von den beiden Hauptsponsoren UPC Telekabel und Flughafen Wien unterstützt. FAA-Presse-Kontakt: Mag. Karin Moser Tel.: 216 13 00/ 203, e-mail: k.moser at filmarchiv.at Mag. Thomas Ballhausen Tel.: 216 13 00/ 253, e-mail: studienzentrum at filmarchiv.at SPIELPLAN PRATER 07.07.2005 bis 31.07.2005 jeweils 21.30 Uhr Do. 07.07 Eröffnung: Pratermizzi, Welturaufführung der restaurierten Fassung, A 1926 Stummfilm mit Live-Musikbegleitung Fr. 08.07 Prater, A 1936 Sa. 09.07 The Third Man (engl. OF) GB 1949 So. 10.07 Freaks (engl. OF) US 1932 Mo. 11.07 Liliom (frz. OF mit dt. UT) Frankreich 1934 Di. 12.07 Carnival of Souls (engl. OF) US 1962 Mi. 13.07 Letter From an Unknown Woman (engl. OF) US 1948 Do. 14.07 Victor Š Pendant qu'il est trop tard (frz. OF mit dt. UT) F 1998 Fr. 15.07 Wienerinnen - Schrei nach Liebe A 1952 Sa. 16.07 Strangers on a Train (engl. OF mit dt. UT) US 1951 So. 17.07 La ronde (frz. OF mit dt. UT) F 1950 Mo. 18.07 Flamingo Road (engl. OF) US 1949 Di. 19.07 High Sign / The Playhouse / Number Please / Sugar Daddies (engl. OF) US 1921/1921/1920/1927, Stummfilmprogramm mit Live-Musikbegleitung Mi. 20.07 Atlantic City, USA (engl. OF mit dt. UT) CDN / F 1980 Do. 21.07 Lonesome (frz. ZT) US 1928, Stummfilm mit Live-Musikbegleitung Fr. 22.07 Malambo (dt. OF mit engl. UT) Österreich1984 Sa. 23.07 Das Cabinet des Dr. Caligari D 1920, Stummfilm mit Live-Musikbegleitung So. 24.07 Jour de fete (frz. OF mit dt. UT) F 1949 Mo. 25.07 Luna Park F/RUS 1992 Di. 26.07 Nightmare Alley (engl. OF) US 1947 Mi. 27.07 The Crowd (engl. ZT) US 1928Stummfilm mit Live-Musikbegleitung Do. 28.07 El Maquinista / The Machinist (engl. OF mit dt. UT) E 2004 Fr. 29.07 Exit... nur keine Panik Österreich / D 1982 Sa. 30.07 La strada (ital. OF mit dt. UT) I1954 So. 31.07 Merry-Go-Round (ital. ZT) US 1922Stummfilm mit Live-Musikbegleitung revolution will not be televised ************************************************* kinoki Gumpendorfer Str. 63B Buerogemeinschaft 1. Stock 1060 Wien Mobile: ++43 (0)650 5031574 Fax: ++43 (0)1 403 87 94-17 mikrokino at kinoki.at http://www.kinoki.at ================================================ 06 Soziale Bewegungen in Lateinamerika - eine Buchpraesentation von: maiz at servus.at ================================================ Buchpräsentation und Diskussion Soziale Bewegungen in Lateinamerika Jens Kastner, Soziologe und Kunsthistoriker Rubia Salgado, maiz (Moderation) Mittwoch, 15. Juni, 19 Uhr 30 maiz - Hofgasse 11, 4020 Linz Nach einer Phase relativer Stille unter der neoliberalen Hegemonie in den 1990er Jahren entstehen in Lateinamerika seit einiger Zeit wieder lautstark politische Kämpfe. Wird die Autonomieforderung im zapatistischen Aufstand vor allem mit der Erprobung neuer Politikformen verbunden, kämpfen soziale Bewegungen in Kolumbien oder Guatemala zugleich um ihr Überleben angesichts permanenter Bedrohung durch Militär und paramilitärische Gruppen. In Venezuela oder Brasilien hingegen sind die Bewegungen zum Teil eingebunden in die präsidialen Projekte der gesellschaftlichen Umgestaltung, während sich der Widerstand in Argentinien und Bolivien in der Absetzung der jeweiligen Präsidenten äußerte. Olaf Kaltmeier, Jens Kastner, Elisabeth Tuider (Hg.): Neoliberalismus - Autonomie - Widerstand. Soziale Bewegungen in Lateinamerika. Münster 2004 (Verlag Westfälisches Dampfboot), ISBN 3-89691-578-9. Die Veranstaltung findet im Rahmen der eipcp-Reihe discursive lines in Kooperation mit maiz statt. -------------------------------------------------------------------------------- maiz Hofgasse 11 4020 Linz 0732/776070 maiz at servus.at www.maiz.at ================================================ 07 Veranstaltungs-Einladung: Liberalisierungsmotor Europa? von: presse at attac.at ================================================ Betreff: Veranstaltungs-Einladung: Liberalisierungsmotor Europa? Zur Zukunft der öffentlichen Dienstleistungen Das französische “Non" zur EU-Verfassung ist auch ein “Nein" zu den radikalen Liberalisierungsbestrebungen der EU-Kommission. “Der Liberalisierungskurs im EU-Binnenmarkt unterwirft auch noch die letzten öffentlichen Güter der reinen Marktlogik anstatt ihre Finanzierung sicherzustellen und einheitliche soziale und ökologische Mindeststandards zu schaffen", erklärt Karin Küblböck Attac-Vertreterin im STOPP GATS-Netzwerk. Die europaweiten Proteste der Zivilgesellschaft gegen den Entwurf der EU-Dienstleistungsrichtlinie haben den Liberalisierungsmotor Europa zunächst zum Stottern gebracht. Dennoch setzt die EU-Kommission weiterhin auf die Deregulierung des gesamten Dienstleistungsbereichs. Für immer mehr Menschen in Europa bedeuten die Liberalisierung öffentlicher (Post, Energie, öffentlicher Verkehr) und sozialer Dienstleistungen (Krankenhäuser, Kindergärten) aber massive Einschnitte in ihre unmittelbare Lebensqualität. In vielen internationalen Beispielen führte eine Kommerzialisierung im Dienstleistungsbereich zu einer Verteuerung und Verschlechterung in der Versorgungsqualität. Mit der Wiederaufnahme der GATS-Verhandlungen ist auch auf WTO-Ebene mit verschärften Liberalisierungsangeboten zu rechnen, die den öffentlichen Sektor erneut unter Privatisierungsdruck setzen. Es diskutieren: Elisabeth Beer, EU-Expertin, Arbeiterkammer Wien Stefan Buchinger, Leiter der Abteilung für Binnenmarkt, BMWA Wilhelm Haberzettl, Präsident der Gewerkschaft der Eisenbahner Michael Landau, Direktor der Caritas Wien Christoph Riedmann, Wirtschaftskammer Österreich Moderation: Nina Horaczek, Der Falter Zeit: 8.Juni 2005, 19.00 Uhr Ort: Atelierhaus der Akademie der bildenden Künste Wien (Semper Depot),Lehárgasse 6, 1060 Wien Das STOPP GATS-Netzwerk wird getragen von Armutskonferenz, Attac, ÖGB, ÖH und von 60 weiteren Organisationen. -- Attac Österreich Presse Beatrix Beneder Margaretenstraße 166/3/25 A-1050 Wien Tel. +43 (0) 1 544 00 10 Mobil +43 (0) 676 537 98 95 Fax. +43 (0) 1 544 00 59 www.attac.at presse at attac.at ================================================ 08 Veranstaltungshinweis: 30 Jahre Fristenlösung von: infoladen-wels at liwest.at ================================================ Guten Tag!/Hallo! Wir bitten um Ankündigung folgender Veranstaltung: Vortrag: "Abtreibung - 30 Jahre Fristenlösung" *Dienstag, 21. Juni 2005, 20 Uhr* im Kulturzentrum "Alter Schlachthof", Dragonerstraße 22, 4600 Wels In diesem Jahr besteht die Fristenlösung, die das Recht von Frauen auf Abtreibung regelt, seit 30 Jahren. Aus diesem Anlaß veranstaltet der Kulturverein Infoladen Wels einen Vortragsabend, bei dem eine Abtreibungsexpertin über die Geschichte der Abtreibung in Österreich referieren wird. Weiters wird der Arzt Dr. Fiala, der Schwangerschaftsabbrüche an Kliniken in Österreich durchführt, über seine beruflichen Erfahrungen (u.a. in Afrika) berichten. EINTRITT FREI ! Links: http://www.abtreibung.at http://www.gynmed.at http://www.die-abtreibung.at.tf ---------- Vielen Dank im voraus! Freundliche Grüsse, Infoladen Wels Kulturverein und Buchhandlung Spitalhof 3 4600 Wels Tel.: 07242-910432 ================================================ 09 Einladung zu einer Vortragsreihe über den Islam von: info at ligakultur.net ================================================ ------------------------------------------------------------------------ ================================================ 10 Fest der Begegnung in St. Poelten von: verin.stadtteilz.simmering at chello.at ================================================ Sehr geehrte Damen und Herren! Liebe Freundinnen und Freunde, ich lade Sie / dich / euch herzlich zum FEST DER BEGEGNUNG am Samstag, 11. Juni 2005 in St. Pölten, Rathausplatz-Süd und Cinema-Paradiso, das zu einem nicht geringen Teil von der Betriebsseelsorge organisiert wird, ein. Ich freue mich auf ein Wiedersehen beim Fest der Begegnung!!! Mit solidarischen Friedensgrüßen Alois Reisenbichler Fest der Begegnung in St. Pölten Das schon traditionelle Fest der Begegnung findet wieder am Samstag, 11. Juni 2005 auf dem Rathausplatz Süd St. Pölten statt. Ab 12.00 Uhr gibt es ein buntes Kulturprogramm mit Folklore, Tänzen, TrommlerInnen, alter Musik aus allen Jahrhunderten und "unsichtbarem Theater". Um 17.00 Uhr diskutieren im Cinema Paradiso Betroffene und politische Vertreterinnen über die "Lebens-und Freizeiträume der Migrantinnen der zweiten und dritten Generation". Um 19.00 Uhr zeigt das Cinema Paradiso den Film "Dallas Pashamende" von Robert Adrian Pejo (Eintritt: Euro 6,30, bei den anderen Programmteilen Eintritt frei). Ab 21.00 Uhr spielt die Gruppe Nim Sofyan, Gewinner des Austrian World Music Award 2004 im Beislkino Cinema Paradiso. Infos: www.fest.der.begegnung.at.tf ALOIS REISENBICHLER 1110 Wien, Schneidergasse 15/9 Tel. 0664 39 51 809 ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN UND KOMMENTARE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 11 Offener Brief der Gruppe Freiraum von: gruppe_freiraum at gmx.net ================================================ Sehr geehrter Rektor Univ.-Prof. Dr. Georg Winckler Sehr geehrter Vizerektor Univ.-Prof. Mag. Dr. Johann Jurenitsch Sehr geehrter Mag. Dieter Spadt Sehr geehrte Elke Weinlechner Sehr geehrter Ing. Gerhard Tutschek Wie Ihnen vielleicht zu Ohren gekommen ist, wurde das Areal hinter dem Narrenturm am Universitätscampus in der Nacht auf Donnerstag, den 26. Mai zum vierten Mal besetzt. Warum? Es geht uns, wie wir bereits dargelegt haben, um eine sinnvolle Nutzung des Geländes als autonomer Freiraum, als offenes soziales Zentrum. Nicht erst im Zuge der Wiederbesetzung, bereits bei den Aktionen im Sommer 2004 haben wir Sie ausführlich über unsere Perspektiven für das Areal informiert, das derzeit abgesehen von seiner teilweisen Nutzung als Müllplatz leer steht und verfällt. Unzählige Menschen sind bereit, sich für die Instandsetzung des Geländes zu engagieren und planen Projekte, von denen eine offene Küche, ein nicht-kommerzielles StudentInnen-Beisl ohne Konsumzwang, ein Frauenraum, ein Kost-Nix-Laden und Veranstaltungsräumlichkeiten nur einige sind. Projekte also, die der rapide zunehmenden Kommerzialisierung entgegenwirken sollen, die den universitären Raum mehr und mehr ergreift. Unserer Meinung sollte einer Universität, die offen ist für kritisch-wissenschaftliche Diskurse, daran liegen, Freiräume zu schaffen für die kritische Analyse der herrschenden Gesellschaftsstrukturen, Freiräume für künstlerische und kulturelle Aktivitäten, Freiräume, um Formen des gesellschaftlichen Miteinander zu finden, die sich abseits kapitalistischer Verwertungszwänge und Ausbeutungsstrukturen bewegen. Solche Freiräume spielen eine zentrale Rolle für das universitäre Klima. Die Universität muss endlich ihre Verantwortung wahrnehmen, offene Räume für unabhängiges Denken und Agieren bereitzustellen. Das Gegenteil ist der Fall. Trotz unserer Bemühungen um konstruktive Gespräche hüllen sich das Rektorat und die für die Raumpolitik der Universität Verantwortlichen in würdevolles Schweigen. Nicht nur das, sie bekunden wieder und wieder ihre absolute Gleichgültigkeit unseren Anliegen und Vorschlägen gegenüber, das Desinteresse an einer inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem Thema könnte größer nicht sein. Ihren Gipfelpunkt findet diese Politik der Indifferenz in der Generalvollmacht, die der Exekutive von Seiten der Universitätsleitung erteilt wurde und die diese bemächtigt, das Areal jederzeit ohne vorherige Rücksprache mit dem Rektorat gewaltsam zu räumen. Auf diese Weise geben die eigentlich Verantwortlichen ihre Entscheidungsgewalt ab an VertreterInnen einer Institution, der es bis vor Kurzem sogar untersagt war, Universitätsgelände zu betreten. Dies ist jedenfalls ein äußerst prekärer Punkt: anstatt sich in irgendeiner Form mit unseren Inhalten und unseren Aktionen auseinander zu setzen, tritt die Universität ihre Autonomie bis auf Widerruf zugunsten polizeilicher Willkür ab. Wie weit diese schon geht, hat die Räumung des Areals am Donnerstag morgen gezeigt: völlig ohne rechtliche Grundlage hinderte die Polizei anwesende JournalistInnen an der Dokumentation der Räumung, Kameras wurden konfisziert und Bilder unrechtmäßig gelöscht, die BesetzerInnen unter Beschimpfungen nicht nur aus dem Areal, sondern auch von öffentlichen Fläche davor vertrieben. Dieser schwerwiegenden Autonomiebeschneidung muss ein Ende gesetzt werden. Wir fordern einen unbefristeten Nutzungsvertrag für das gesamte Areal hinter dem Narrenturm (Werkstättenhof) für einen Euro pro Jahr (inkl. Betriebskosten), zusätzlich die Kosten für die Instandsetzung der Gebäude und die Sanierung des Geländes gemäß unserem Sanierungskonzept. Sobald wir von Ihrer Seite konstruktive Rückmeldung in Form einer Gesprächsaufnahme und prinzipieller (schriftlicher) Interessensbekundung erhalten, sind wir gerne bereit, ein detailliertes Nutzungskonzept sowie einen vorläufigen Entwicklungsplan des Projekts zu präsentieren. Wir laden Sie ein, die Hand endlich zu ergreifen, die wir Ihnen wohlwollend entgegenstrecken. Wie bisher erreichen Sie uns unter der Adresse gruppe_freiraum at gmx.net. Wir freuen uns über Ihre umgehende Antwort und verbleiben herzlichst Ihre Gruppe Freiraum ================================================ 12 ÖH-Wahlen/Graz/KSV/Gratulation von: kpoe_stmk at hotmail.com ================================================ KPÖ Steiermark Lagergasse 98a 8020 Graz Tel. 03 16 / 71 24 36 Fax 03 16 / 71 62 91 email: kpoe_stmk at hotmail.com Freitag, 3. Juni 2005 * Presseinformation der KPÖ Steiermark ** ÖH-Wahlen: Steirische KPÖ gratuliert KSV zum Erfolg * Der Kommunistische StudentInnenverband (KSV) hat bei der Hochschülerschaftswahl in Graz das beste Ergebnis in seiner Geschichte erzielt und nach einer langen Pause von zwanzig Jahren wieder mit einem Mandat den Einzug in die Universitätsvertretung der Karl Franzens Universität erreicht. Stadtrat Ernest Kaltenegger und KPÖ-Landesvorsitzender Parteder gratulieren dem erfolgreichen KSV-Spitzenkandidaten Hanno Wisiak und den anderen KSV-AktivistInnen in Graz sehr herzlich. Die KSV-Ergebnisse im Einzelnen: Uni Graz 297 (230) Stimmen 5,81% (4,07%) 1 (-) Mandat. Medizinuniversität Graz 73 Stimmen, 5,94 %. Hanno Wisiak wurde mit der höchsten Stimmenzahl aller BewerberInnen zum Studienvertreter Geschichte gewählt, Sebastian Wisiak zum Studienvertreter an der Humanmedizin. Der steirische KPÖ-Vorsitzende Franz Stephan Parteder bezeichnete dieses Ergebnis als die Frucht einer soliden Interessenspolitik für die Studierenden und klarer weltanschaulicher Positionierungen: "Nach dem KPÖ-Erfolg bei den Gemeinderatswahlen in der Obersteiermark gibt uns der Ausgang der Hochschülerschaftswahlen in Graz im Vorfeld der Landtagswahl eine weitere Rückenstärkung. Die Zusammenarbeit zwischen steirischer KPÖ und KSV hat in Graz und darüber hinaus Zukunft". Österreichweit ist der KSV jetzt in Wien und Graz in den Universitätsvertretungen präsent. In Salzburg wurde mit 5,67 % ein sehr gutes Ergebnis erzielt und der Einzug in das Studierendenparlament nur knapp verfehlt. Rückfragehinweis: 0316/ 71 2479 KPÖ-Steiermark Lagergasse 98 a 8020 Graz Tel.: 0316 71 24 36 Fax 0316 71 62 91 email: kp.stmk at kpoe-graz.at; kpoe_stmk at hotmail.com ================================================ 13 EU/Stmk/Propaganda/Steuergelder von: kpoe_stmk at hotmail.com ================================================ KPÖ Steiermark Lagergasse 98a 8020 Graz Tel. 03 16 / 71 24 36 Fax 03 16 / 71 62 91 email: kpoe_stmk at hotmail.com Samstag, 4. Juni 2005 * Presseinformation der KPÖ Steiermark ** Trotz Nein zur EU-Verfassung: * Steuermillionen des Landes für EU-Propaganda Nach dem Ausgang der EU-Volksabstimmung in Frankreich und den Niederlanden und angesichts der Stimmung der Bevölkerung in unserem Land kann man folgendes feststellen: Der Ende April angekündigte Versuch der steirischen Landesregierung, mit insgesamt 1,8 Millionen Euro aus Steuergeldern eine positive Stimmung für das Europa der Konzerne und der Generäle zu schaffen, ist fehlgeschlagen. Ärgerlich ist es aber, dass für diesen Zweck schon wieder zwei EU-Büros geschaffen werden. Nach den teuren und wirkungslosen Regionalbüros, die in Brüssel steirische Förderprojekte schmackhaft machen sollten, wird hier anscheinend schon wieder Geld an Parteigänger verteilt. Die Haltung der steirischen KPÖ ist klar: EU und Großkonzerne haben ganz klare Ziele: Sozialstaat, geregelte Beschäftigung und Rechte für die arbeitenden Menschen werden unter der irreführenden Losung der "Sicherung des Wirtschaftsstandortes" zurückgedrängt, damit die Profite stimmen. Dem dient auch die umstrittene und von der Mehrheit der Bevölkerung abgelehnte EU-Verfassung. Die steirische KPÖ tritt daher in unserem Land und auch auf gesamteuropäischer Ebene für demokratische und soziale Alternativen zu diesem Wirtschaftsblock ein, der eine immer stärkere militärische Rolle spielen will. Wir lehnen es ab, Steuergelder für EU-Propaganda zu verschwenden. KPÖ-Steiermark Lagergasse 98 a 8020 Graz Tel.: 0316 71 24 36 Fax 0316 71 62 91 email: kp.stmk at kpoe-graz.at; kpoe_stmk at hotmail.com ================================================ 14 EGMR: Rekordentschädigung für § 209-Opfer von: hg at graupner.at ================================================ Wieder Schlag für die Bundesregierung Menschenrechtsgerichtshof spricht § 209-Opfern Rekordentschädigung zu Plattform gegen § 209: “Jetzt muss es endlich auch die Bundesregierung verstanden haben" Wie soeben bekannt wurde hat hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) gestern in einem sensationellen Urteil (H.G. & G.B. gg. Österreich) Österreich neuerlich wegen der jahrelangen Homosexuellenverfolgung auf Grund des antihomosexuellen Sonderstrafgesetzes § 209 Strafgesetzbuch verurteilt und zwei Opfern des § 209 eine Rekordentschädigungssumme zugesprochen: EUR 106.532,27. Die beiden Beschwerdeführer wurden auf Grund des § 209 zu Freiheitsstrafen verurteilt. G.B. 2000 vom Landesgericht Wels zu drei Monaten bedingter Haft; H.G. 2001 vom Landesgericht Innsbruck zu 1 ¦ Jahren unbedingter Haft, von der er ein Jahr auch verbüssen musste. G.B. hat an das Oberlandesgericht Linz Berufung erhoben, dieses aber in seinem Urteil vom 20.02.2001 hartnäckig daran festgehalten, dass § 209 die Menschenrechte nicht verletze. H.G. hat erst gar keine Berufung erhoben und sich direkt an den Menschenrechtsgerichtshof gewandt. Wie der EGMR nun festgestellt hat, zurecht, denn, so der Gerichtshof, die Berufung wäre ohnehin aussichtslos gewesen Š EGMR: Bereits über EUR 300.000,-- für § 209-Opfer Der EGMR hat in seinem gestrigen Urteil darauf verwiesen, dass Österreich die an den beiden Beschwerdeführern begangenen Menschenrechtsverletzungen nie anerkannt und auch keinerlei Entschädigung geleistet hat. G.B. sprach der Gerichtshof EUR 15.000,-- und H.G. EUR 75.000,-- zu, zuzüglich eines Beitrags zu den Anwaltskosten. Insgesamt verpflichtetete der Gerichtshof die Republik Österreich zur Rekordsumme von EUR 106.532,27. Insgesamt musste die Republik den bislang neun erfolgreichen § 209-Beschwerdeführern über EUR 300.000,-- Schadenersatzzahlungen leisten. Derzeit sind vor dem Menschenrechtsgerichtshof noch weitere zwei Beschwerden von Opfern des § 209 anhängig. Die erfolgreichen Beschwerdeführer können nun mit dem Urteil aus Straßburg in Österreich die Erneuerung ihres Strafverfahren und die Aufhebung ihrer Urteile erreichen. Eine derartige Rehabilitierung können aber nur jene Opfer des § 209 erlangen, die sich an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gewandt haben. Alle die das nicht getan haben, bleiben auf Jahre hinweg wegen eines Sexualdeliktes vorbestraft und erhalten keinerlei Wiedergutmachung, weder für den seelischen Schmerz noch für ihre Verteidigungskosten und die (vielfach erfolgte) Vernichtung ihrer bürgerlichen Existenz. Das gestrige Urteil des Europäischen Menschenrechtsgerichtshofs ist ein neuerlicher schwerer Schlag für die Bundesregierung, die bis heute sogar denjenigen Rehabilitierung und Entschädigung verweigert, die auf Grund des § 209 verurteilt und, zum Teil in Anstalten für geistig abnorme Rechtsbrecher, inhaftiert wurden. Ihre Verurteilungen sind nach wie vor im österreichweiten Strafregister vorgemerkt und die Polizeiakten immer noch vorhanden. Zwei Klassen von Opfern Die Bundesregierung weigert sich nicht nur beharrlich, die § 209-Urteile durch einen Gesetzesakt aufheben zu lassen, sondern Justizministerin Miklautsch blockiert (wie ihr Vorgänger) sogar hartnäckig alle Gnadengesuche von § 209-Opfern an den Bundespräsidenten. Erst kürzlich hat sie damit die Begnadigung in zwei besonders krassen Fällen verhindert. Ein Gnadenwerber, der bereits vor dem Menschenrechtsgerichthof erfolgreich war und die Aufhebung der diesbezüglichen § 209-Verurteilung erreichte, ersuchte um die gnadenweise Tilgung einer früheren § 209-Verurteilung, die er nicht in Strassburg bekämpft hatte. Der zweite Gnadenwerber wiederum war ausschließlich wegen § 209 in einer Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher untergebracht und ist aus dieser Anstalt nur auf Probe entlassen. Für beide gibt es, dank Miklautsch, keine Gnade Š. Österreich wurde deshalb wiederholt durch den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte verurteilt: über Beschwerde von Verurteilten (L. & V. gg. Österreich 2003; Woditschka & Wilfling gg. Österreich 2004; F.L. gg. Österreich 2005; http://www.echr.coe.int ) ebenso wie über Beschwerde eines Jugendlichen, dem zwischen 14 und 18 einverständliche sexuelle Kontakte mit erwachsenen Partnern verwehrt waren (S.L. gg. Österreich 2003; http://www.echr.coe.int ). Erst vergangene Woche hat der Gerichtshof in einem Aufsehen erregenden Urteil ausgesprochen, dass auch freigesprochene Opfer des § 209 entschädigt werden müssen (Thomas Wolfmeyer gg. Österreich, http://www.echr.coe.int ). Und Amnesty International hat in seinem Jahresbericht 2005 die Entschädigung der § 209-Opfer eingefordert. “Jetzt muss wohl auch die starrköpfige Bundesregierung endlich die Botschaft verstanden haben", sagt Dr. Helmut Graupner, Sprecher der Plattform gegen § 209 und Anwalt der Beschwerdeführer, “Wie lange will sie die Menschenrechte gleichgeschlechtlich l(i)ebender Frauen und Männer noch mit Füssen treten und die Steuerzahler dafür büssen lassen?". In der überkonfessionellen und überparteilichen Plattform gegen § 209 haben sich über 30 Organisationen zusammengeschlossen, um gegen das in § 209 StGB verankerte diskriminierende zusätzliche Sondermindestalter von 18 Jahren ausschließlich für homosexuelle Beziehungen zwischen Männern (zusätzlich zur allgemeinen, für Heterosexuelle, Lesben und Schwule gleichermaßen gültigen Mindestaltersgrenze von 14 Jahren) anzukämpfen. Der Plattform gehören neben nahezu allen Vereinigungen der Homosexuellenbewegung auch allgemeine Organisationen an, wie Aids-Hilfen, die Kinder- und Jugendanwaltschaften Tirol und Wien, die Österreichische Hochschülerschaft, die Bewährungshilfe, die Österreichische Gesellschaft für Sexualforschung u.v.a.m.. Nach der Aufhebung des § 209 StGB dringt die Plattform auf die Entlassung aller Gefangenen und die Rehabilitierung und Entschädigung aller § 209-Opfer und beobachtet die Vollziehung der § 209-Ersatzbestimmung, § 207b StGB. Presseaussendung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte: http://www.echr.coe.int/Eng/Press/2005/June/Chamberjudgments020605.htm Das Urteil im Wortlaut: http://www.echr.coe.int Rückfragehinweis: Plattform gegen § 209: 01/876 30 61, 0676/3094737, office at paragraph209.at, www.paragraph209.at ================================================ 15 [gipfelsoli] Genua von: gipfelsoli-l at lists.nadir.org ================================================ Gipfelinfo - Meldungen über globalisierte Solidarität und die Proteste gegen unsolidarische Globalisierung -------------------------------------------------------------------------- Die folgenden Infos sind der Webesite des supportolegale entnommen. Das Info gibt es als Printversion unter https://supportolegale.org/public/Printsupporto/. Es ist auch in verschiedene Sprachen übersetzt. Infos über die Prozesse rund um den G8-Gipfel 2001 - Aktualisierung April 2005 Das Projekt “Supportolegale" unterstützt das Sekretariat und die Anwälte, die sich mit den Prozessen wegen der Geschehnisse während des G8 in Genua beschäftigen, sowie den Prozessen im Zusammenhang mit den Protesten gegen den e-goverment Gipfel im März 2001 in Neapel. Die Eröffnung des Hauptverfahrens gegen die 28 Polizisten der Diaz-Schule, die Bestätigung der Verantwortung der Ordnungskräfte in den Angriffen in der Via Tolemaide, der Beweis, dass die Karabinieri Eisenstangen benutzt haben, sind nur einige der Ergebnisse, die der systematischen und minuziösen Analyse einer riesigen Menge von Material durch die Anwälte und das Sekretariat zu verdanken sind. Der Verlauf der Prozesse und die Eröffnung eines anderen grossen Verfahrens im Zusammenhang mit der Folter im Bolzaneto machen diese Arbeit noch härter. Der “Supportolegale" wurde auf Initiative von einigen Medien-AktivistInnen, die an dem Indymedia-Netzwek teilnehmen, gegründet. Der “Supportolegale" informiert, hilft technisch und kümmert sich um die Finanzierung, durch Sammeln von Geldern, und gibt den ganzen Erlös dem Genoa Legal Forum, für die Arbeit im Büro und für die Kosten der Prozesse. Die Arbeit des Sekretariats ist mit grossen Kosten (etwa 12000 Euro im Monat) verbunden. All die Bestrebungen, die grossen und kleinen Spenden der Aktivisten, die in ganz Italien die Prozesse verfolgen, reichen nicht aus. Es ist nötig, dass alle, die in Genua waren, sich wieder um die Prozesse kümmern, die der G8 hinterlässt. Zu viele der Bewegung haben Genua vergessen oder versuchen es zu tun. Wir bitten sie darum, sich zu erinnern. Die Prozesse zu unterstützen, heisst seine eigene Geschichte zu verteidigen, um zu vermeiden, dass jemand anderer sie schreibt. Und es heisst auch, sich eine zukünftige Geschichte zu sichern, die nicht auf der Legitimation der Razzia in der Diaz-Schule, der krebserregenden Gasen, der Prügel der Polizei und der Folter in der Bolzaneto-Kaserne gründet. Die Erinnerung ist ein kollektives Räderwerk: lassen wir es arbeiten! Wir alle. Die Prozesse rund um die Geschehnisse während des G8 in Genua gehen weiter. Die rechtliche Unterstützung des “Supportolegale" auch Per donazioni a sostegno del lavoro del GLF usa il conto intestato a don Antonio Balletto Banca Carige - sede centrale 6135980 Cod. Abi 06175 Cod. Cab 01400 causale (fondamentale): supportolegale per versamenti c/o uffici postali su conto postepay: carta n. 4023 6004 0723 2604 intestata a Antonio Scarlatelli paypal account: paypal at supportolegale.org Prozess gegen 25 Aktivisten wegen Verwüstung und Plünderung Am 2. März begann der Prozess gegen die 25 DemonstrantInnen wegen den Vorfällen vom 20. und 21. Juli 2001. 25 Personen, die Gefängnisstrafen zwischen 8 und 15 Jahren riskieren aufgrund eines Gesetzes gegen eine Straftat aus der Kriegszeit, das ganz plötzlich von den Staatsanwälten Anna Canepa und Andrea Canciani wieder ausgegraben wurde. Nach über einem Jahr seit Beginn des Prozesses, wurden über 100 zeugen der Anklage angehört, zumeist Polizisten und Karabinieris, die für die Erhaltung der öffentlichen Ordnung während dieser Tage zuständig waren. Der Prozess wird noch lange dauern, denn es fehlen noch rund 40 ZeugInnen der Anklage und rund 100 ZeugInnen der Verteidigung. Jeden Dienstag ist Verhandlung. Die Stimmung war Ende März eher gespannt: Die Artikel in der genueser Tageszeitung "Il Secolo IX", klangen so, als ob sie von der Polizei geschrieben worden seien; im Prozess gegen zwei Antifaschisten aus dem Mailänder Centro sociale "Orso" wurde Ein hartes Strafmass angewandt, mit ausgerechnet dem Duo Canepa und Canciani als Staatsanwälte; und zum Schluss wurden zwei Laptops von zwei technischen Beratern der Verteidigung beschlagnahmt, ausgelöst durch eine Anklage durch die beiden Staatsanwälte wegen Verleumdung. Die Verhandlung wurde danach von Richter Devoto auf Anfrage der Verteidigung verschoben, da auf diese Weise eine Ungleichheit zwischen Anklage und Verteidigung bestand, weil letztere nicht von der Arbeit der Berater Gebrauch machen konnten. In den drei darauf folgenden Verhandlungen sind dann einige interessante Elemente aufgetaucht, sowohl nach gerichtlichem Sichtpunkt, als auch im Bezug auf den Modus Operandi der Ordnungskräfte, in den Ómtern sowie auf der Strasse. Während der Verhandlung vom 19. April hat die Verteidigung die Bewilligung für Aufzeichnungen der Funkmitteilungen der Einsatzzentrale der Karabinieri erhalten. Sie sind bis anhin weder in den Beweisbestand aufgenommen, noch angehört worden. Diese Aufnahmen könnten viele unklare Punkte über die Befehlskette klären. Die Karabinieri waren von den Entscheidungen der Polizei abhängig, aber in den Verhandlungen kam aus, dass Verwirrung zwischen den beiden Ordnungskräften herrschte, die den "anti-guerrilla"-Truppen implizit viel Aktionsfreiheit schaffte. Diese haben die Verantwortung für den ersten Angriff gegen den bewilligten Demonstrationszug der "Tute Bianche" in der Via Tolemaide. Sie haben also die Entscheidungen des Polizeibeamten Angelo Gaggiano ignoriert, der vor dem Bahnhof Brignole auf den Umzug wartete. Die Zeugen die erschienen sind, zeigten grossen Erinnerungslücken, Verwirrung über die Uhrzeiten und die Bewegungen der Kontingente und, insgesamt, verschwiegen sie, was sie in jenen Tagen gemacht hatten. Dieser Prozess basiert auf Ton- und Videoaufnahmen als Beweise. Da es Widersprüche gibt, zwischen dem, was die ZeugInnen sagen und dem, was die Beweise zeigen, sollen diese letzteren auch demonstrieren, dass Zeugen nicht verlässlich sind. Logischerweise ergibt sich somit auch die Möglichkeit, neue Verfahren gegen die Ordnungskräfte zu eröffnen, wie im Fall von Karabinieri des Battaillon der Karabinieri "Lombardia" wegen des Gebrauchs von Eisenstangen während der Angriffe in der Via Tolemaide. Während den Verhandlungen im April kamen als Zeugen einige Funktionäre der politischen Polizei DIGOS (Abteilung für Allgemeine Ermittlungen und Sondereinsätze), welche die Angeklagten identifizieren mussten. Die Methode, die angewandt worden ist, lässt einem perplex. Die Zeugen reden von identifizierten Personen, die von Kollegen aufgrund von Fotos, von "Leuten, die an Demos teilnehmen" in den Dateien der Digos, wiedererkannt wurden. Zum Schluss ist zu erwähnen, dass die Staatsanwälte beantragten, sowohl den Oberst Truglio und andere Karabinieri, die auf der Piazza Alimonda waren, als auch Placanica(den angeblichen Mörder) anzuhören. Placanica war vor kurzem aufgrund einer "Dienstkrankheit" aus dem Dienst der Karabinieri entlassen worden. Die Verhandlungen Ende April/ anfangs Mai werden also vielleicht eine einzigartige Gelegenheit, die Protagonisten eines nicht abgehaltenen Prozesses anzuhören. Diaz und Bolzaneto Während der Prozess gegen die 25 DemonstrantInnen eilig fortschreitet, geht es im Prozess gegen die Polizei und Carabinieri wegen der Razzia in der Diazschule und der Folter in der Kaserne Bolzaneto nur langsam weiter. Es wird langsam klar, dass es mit einer Verjährung enden wird, da kein eigentlicher Täter individualisiert wurde und die Angeklagten sind nur für geringe Taten angeklagt sind, wie einfache Körperverletzung, Amtsmissbrauch undVerleumdung sowie Beweisfälschung (die Molotowcocktails und der Messerstich), die Benutz wurde, um die Durchsuchung der Diazschule zu rechtfertigen. Am 13 Dezember 2004 wurde entschieden, dass es gegen 28 Polizisten wegen der Taten in der Diaz einen Prozess geben wird. Einige dieser Polizisten sind unterdessen hohe Beamte, wie der aktuelle Chef der Antiterrorismuseinheit, Francesco Grattieri, und der ex Chef der genueser Digos, Spartaco Mortola. Der Prozess hat am 6 April begonnen, aber nach der Gerichtsverhandlung vom 19. Mai werden die Verhandlungen auf Oktober verschoben und mit neuen Richtern weiterfahren. Einer der zwei Richter wird pensioniert und der Präsident wird in ein anderes Gericht versetzt. Das Verfahren gegen 47 Beteiligte - Justizvollzugsbeamte, Carabinieri und Sanitätspersonal - wegen der Ereignisse in Bolzaneto geht schneller voran. Die Vorverhandlung, die am 27 Januar begonnen hat, wurde am 16. Mai mit der Eröffnung des Strafverfahrens gegen alle Beschuldigten mit Ausnahme von einer Person abgeschlossen. Der erste Termin für die Hauptverhandlung wird für den 12. Oktober festgelegt. https://supportolegale.org - info at supportolegale.org -------------------------------------------------------------------------- gipfelsoli infogruppe Newsletter mit Nachrichten über Mobilisierungen, Debatten und Repression im Zusammenhang mit Gipfelprotesten. Die AutorInnen der Beiträge, so sie nicht von uns verfasst sind, sind mit eckigen Klammern versehen. Wir können leider keine Verantwortung für die Richtigkeit der Beiträge übernehmen. Auch geben die Beiträge nicht zwangsläufig unsere Meinung wieder. Kontakt, Kritik, Beiträge: gipfelsoli at nadir.org ================================================ 16 Petition: Keine Rüstungszusammenarbeit mit den Ländern des Nahen Ostens von: hans.bogenreiter at gfbv.at ================================================ Petition an das eidgenössische Parlament: Keine Rüstungszusammenarbeit zwischen der Schweiz und den Ländern des Nahen Ostens Bern, 2. Juni 2005 Nach der geplanten Wiederaufnahme von Rüstungskäufen aus Israel lanciert die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) gemeinsam mit anderen Organisationen am Samstag, 4. Juni 2005 am Sozialforum in Fribourg eine Petition. Diese fordert die Anwendung der Genfer Konventionen und des internationalen Rechts im Nahost-Konflikt sowie die Sistierung der Rüstungszusammenarbeit und des Handels mit Rüstungsgütern zwischen der Schweiz und den Ländern im Nahen Osten. Die Petition soll zu Beginn der Herbstsession eingereicht werden, während der voraussichtlich das Rüstungsprogramm 2005 behandelt wird. Dadurch soll das Parlament dazu aufgefordert werden, auf den Kauf von Rüstungsgütern aus Israel zu verzichten und das Rüstungsprogramm 2005 in diesem Punkt zu korrigieren. Gravierende Verletzungen der Menschenrechte und Verstösse gegen das Völkerrecht Die Abnahme der Gewaltakte kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich die Situation der palästinensischen Bevölkerung in den besetzten Gebieten kontinuierlich verschlechtert. Der israelische Staat verletzt weiterhin die Rechte der palästinensischen Bevölkerung in den besetzten Gebieten und verstösst gegen internationales Recht. Die UNO-Resolution 242 fordert Israel dazu auf, sich aus den besetzten Gebieten zurückzuziehen. Sie fordert zudem von allen Konfliktparteien, die Souveränität und politische Unabhängigkeit eines jeden Staates zu respektieren und somit auch von den arabischen Staaten, dass sie das Existenzrecht Israels anerkennen. Ausserdem sind in der gesamten Region Menschenrechtsverletzungen an der Tagesordnung. Das Engagement für eine friedliche Lösung muss authentisch und glaubwürdig sein Nach einer Phase relativer Zurückhaltung in der Rüstungszusammenarbeit mit Israel hat der Bundesrat beschlossen, Rüstungsgüter für 150 Millionen Franken aus Israel in das Rüstungsprogramm 2005 aufzunehmen. Das Engagement der Schweiz als Depositarstaat der Genfer Konventionen für die Einhaltung des Völkerrechts ist weder authentisch noch glaubwürdig, solange sie ihre Zusammenarbeit im militärischen Bereich mit der Armee und der militärischen Industrie eines Staates fortsetzt, der systematisch gegen bestehendes Völkerrecht verstösst. Lancierung einer Petition Aus diesen Gründen lanciert die Gesellschaft für bedrohte Völker in Zusammenarbeit mit weiteren Organisationen eine Petition, die ein sofortiges Moratorium in der Zusammenarbeit mit den Rüstungsindustrien, den Armeen und den Geheimdiensten aller im Nahostkonflikt involvierter Länder verlangt. Dies entspricht der Forderung eines hängigen Postulats im Nationalrat, das von Joseph Lang, Vorstandsmitglied der GfbV, eingereicht wurde. Insbesondere wird verlangt, dass der Bundesrat und das Parlament auf den Kauf der im Rüstungsprogramm 2005 enthaltenen Rüstungsgüter im Wert von 150 Millionen Franken aus Israel verzichten. Die Petition ist bislang von folgenden Organisationen unterzeichnet worden: Gesellschaft für bedrohte Völker GfbV Arbeitsgemeinschaft Swissaid/Fastenopfer/Brot für alle/Helvetas/Caritas/HEKS Berner Mahnwache für einen gerechten Frieden in Israel/Palästina Brot für alle Christlicher Friedensdienst cfd Collectif Urgence Palestine Genève, Vaud, Neuchâtel Gesellschaft Schweiz Palästina GSP Gruppe für eine Schweiz ohne Armee GSoA Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz HEKS Menschenrechte Schweiz MERS Palästinakomitee Zürich Palästina-Solidarität der Region Basel Schweizerisches Arbeiterhilfswerk SAH Petition downloaden Dossier Palästina ---------------------------- GESELLSCHAFT FÜR BEDROHTE VÖLKER - SCHWEIZ SOCIETE POUR LES PEUPLES MENACES - SUISSE SOCIETY FOR THREATENED PEOPLES - SWITZERLAND Wiesenstrasse 77, CH-3014 Bern Tel.: +41 (0) 31 311 90 08, Fax: +41 (0) 31 311 90 65 Email: news at gfbv.ch, Internet: www.gfbv.ch ================================================ 17 Aufruf gegen die Zerstoerung des Kulturzentrums Metelkova in Laibach von: martin.mair at mediaaustria.at ================================================ PETITION AGAINST THE DEMOLITION OF METELKOVA CITY CULTURAL COMPLEX IN LJUBLJANA, SLOVENIA: METELKOVA CITY CULTURAL CENTRE is a former ex-Yugoslav military complex in the center of Ljubljana, squatted by artists, activists, cultural workers, etc. from Ljubljana / Slovenia in 1993. METELKOVA CITY CULTURAL CENTRE represents one of the most prominent cultural/artistic landmarks of the city of Ljubljana. It's reputation reaches well over the borders of the state of Slovenia. Dated this Wednesday, June 1, 2005, the State Inspection for Environment and Space of Slovenia announces the beginning of the demolitions of some objects of Metelkova. It is our firm belief that such a demolition opposes civilized norms of the world we all share. We thus urge you to use all your influence in finding a more constructive solution for the future of this unique cultural phenomenon. Such a solution should, of course, take into full account the will of groups and individuals who created (and continue to do so) Metelkova City Cultural Centre. Your act - signature, your voice - may be of great help for us who go into defending this unique cultural, artistic, social and political space, that is known all over the world. Support us in our struggle for the last free and urban space in the centre of Ljubljana! So send the petition, spread the word, inform colleague musicians, artists, activists... Sincerely yours, Forum of Metelkova City Autonomous Cultural Centre http://www.metelkova.org/indexe.htm (erhalten via monochrom Liste) ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< WELTWEIT - SOLIDARITÄT ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 18 Amnesty International censures USA von: hx65 at dial.pipex.com ================================================ Source: www.nytimes.com/2005/06/04/international/europe/04amnesty.html?th&emc=th June 4, 2005 *Rights Group Defends Chastising of U.S.* By LIZETTE ALVAREZ LONDON, June 3 - An official of Amnesty International said Friday that the term gulag in its annual report to describe the United States prison camp at Guantánamo Bay, Cuba, was chosen deliberately, and she shrugged off harsh criticism of the report by the Bush administration. The official, Kate Gilmore, the group's executive deputy secretary general, said the administration's response was "typical of a government on the defensive," and she drew parallels to the reactions of the former Soviet Union, Libya and Iran under Ayatollah Khomeini, when those governments were accused of human rights abuses. The report, released May 25, placed the United States at the heart of its list of human rights offenders, citing indefinite detentions of prisoners at Guantánamo Bay, prisoner abuse at Abu Ghraib in Iraq and secret renditions of prisoners to countries that practice torture. But it is the use of the word gulag, a reference to the complex of labor camps where Stalin sent thousands of dissidents, that has drawn the most attention. President Bush called the report "absurd" several times, and said it was the product of people who "hate America." Vice President Dick Cheney told CNN that he was "offended" by the use of the term and that he did not take the organization "seriously." And Defense Secretary Donald H. Rumsfeld called the comparison "reprehensible." Amnesty has fired right back, pointing out that the administration often cites its reports when that suits its purposes. "If our reports are so 'absurd,' why did the administration repeatedly cite our findings about Saddam Hussein before the Iraq war?" wrote William F. Schultz, executive director of the group's United States branch, in a letter to the editor being published Saturday in The New York Times . "Why does it welcome our criticisms of Cuba, China and North Korea? And why does it cite our research in its own annual human rights reports?" In a telephone interview on Friday, Ms. Gilmore, the second-ranking official in Amnesty, said "gulag" was not meant as a literal description of Guantánamo but was emblematic of the sense of injustice and lack of due process surrounding the prison. "The issue of the gulag is about policies and practices," she said. "You put people beyond the reach of law, you locate them in facilities where families can't access them, you deny them access to legal representation, you attempt to prevent judicial review." She added, "This creates the likelihood that the people who are there have nothing to do with criminal conduct or that it is a breach of the Geneva Convention." In its 308-page human rights report, Amnesty International pointed to an "impunity and accountability deficit," and called on Congress to conduct "a full and independent investigation of the use of torture and other human rights abuses by U.S. officials" as a starting point in "restoring confidence that true justice has no double standards." Long used to biting criticism, the group said this was the first time one of its reports had drawn the public wrath of the United States president and vice president, its secretary of defense, its secretary of state and the chairman of the Joint Chiefs of Staff. Ms. Gilmore said the response was telling. "When we see a government at this level engaging in rhetorical attacks and avoiding dealing with the details or the facts," she said, "we interpret that as being a sign that we are starting to have an impact." Ms. Gilmore said Amnesty International has been working on terrorism-related human rights violations for more than two years. It was a natural progression and a predictable course of action, she said, to place the United States, a defender of democracy and human rights, at the forefront of the annual report of human rights violations. The International Committee of the Red Cross, the F.B.I. and United States courts have criticized the detention policies at Guantánamo Bay, she said. In addition, Ms. Gilmore said, the detention policy has been expanded to apply to jails in countries like Egypt, Uzbekistan and Afghanistan. The creation of an archipelago of detention centers, she said, was another factor in the choice of the term gulag. There has been no internal discussion about the wisdom of having used the term and certainly no sense of regret, Ms. Gilmore said, although the group has found the unrelenting focus on the word, and not the contents of the report, irritating. "On the other hand," she added, "we're getting more airing of our message than we would have otherwise." So far, Washington's reaction has galvanized support for Amnesty International, she said. In the past week, the United States branch of the group has reported an increase in memberships, donations and volunteers. The fact that the United States was prominent on the list came as little surprise internationally, she said. "I think it's a dangerous game the U.S. administration is playing, to attack civil society in this manner," Ms. Gilmore said. "Civil society is essential to a robust democratic society. For the Bush administration to think that it's a legitimate political strategy to attack a nongovernmental organization of Amnesty's standing signals a ruthlessness that is deeply troubling." While the substance of the report was defended by human rights organizations and others, several said Amnesty International had erred in using the word gulag, if only because it allowed the Bush administration to change the conversation. "I think it was a rather serious misjudgment to use the term gulag," said Sir Nigel Rodley, a professor of law at the University of Essex and chairman of the Human Rights Center there. "The basic criticism of some of the problems are very real and it has given the administration the opportunity to divert from the substance of the concern." Sir Nigel, who said that having been Amnesty International's legal adviser from 1973 to 1990 he represents the old guard, also said that the organization should have avoided using an inflammatory term that did not precisely apply. He also said the "lapse" lent credence to a growing chorus of concerns that Amnesty, which was founded in 1961 to lobby for political prisoners and has since expanded into the areas of poverty, domestic violence and AIDS, had overextended itself and lost focus. Reed Brody, special counsel with Human Rights Watch in New York, said he thought the Bush administration had taken cover behind semantics. "We're concerned that the debate over the label is obscuring the real issue," he said. "That the United States is locking people up without due process possibly for the rest of their lives." ================================================ 19 Proteste gegen das "African Village" im Augsburger Zoo von: dieinitiative at gmx.at ================================================ Proteste gegen das "African Village" im Zoo FR 28.5.2005 http://www.fr-aktuell.de/ressorts/nachrichten_und_politik/aus_aller_welt/?cnt=682229 Augsburger Tierpark will afrikanisches Dorf zwischen Affen- und Zebragehege vorführen / Gegner sehen Rassismus Mit ihrem Plan, im Augsburger Zoo ein afrikanisches Dorf zu errichten, hat sich die Tierparkleitung herbe Kritik und Rassismusvorwürfe eingehandelt. VON ANKE SCHWARZER Augsburg · 27. Mai · "Ein Zoobesuch mit Überraschung: Für vier Tage entsteht im Augsburger Tierpark ein afrikanisches Dorf. Um eine einmalige afrikanische Steppenlandschaft gruppieren sich Kunsthandwerker, Silberschmiede, Korbflechter, Zöpfchenflechter." So preist der Augsburger Zoo die Veranstaltung "African Village": vom 9. bis zum 12. Juni zwischen Pavian- und Zebragehege. Wissenschaftler aus dem In- und Ausland sowie Initiativen von Menschen dunkler Hautfarbe haben in Aufrufen und Protestbriefen die Zoodirektion aufgefordert, das "African Village" abzusagen. "Der braune Mob" zum Beispiel, ein Hamburger Verein, der sich für die "faire und verbal korrekte Darstellung Schwarzer Deutscher in Medien und Öffentlichkeit" einsetzt, zeigte der Zoodirektorin Barbara Jantschke die "Braune Karte". Seine Begründung deckt sich mit den Argumenten anderer Kritiker: Der Zoo sei ein Tierpark; Afrikaner dort einem europäischen Publikum vorzuführen, bedeute, sie als primitive Wesen zu stigmatisieren und eher der Natur als der Kultur zuzuschreiben. Die Berliner Historikerin Nicola Lauré al-Samarai und Tahir Della von der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD) kritisieren zudem, die Veranstalter missachteten die historische Dimension. "Es handelt sich um eine in konzeptioneller wie praktischer Hinsicht direkt in der Tradition der Völkerschauen stehende Veranstaltung", sagen sie. Nach Erkenntnissen der Ethnologin Hilke Thode-Arora gab es in Deutschland zwischen 1870 und 1940 mehrere hundert "Völkerschauen" als Show-Veranstaltungen. Fast alle Veranstalter, etwa Hagenbecks Tierpark in Hamburg, organisierten Extravorführungen für Wissenschaftler, die anthropologische Messungen durchführten. In den späten Völkerschauen der 20er und 30er Jahre traten aber auch Schwarze auf und zeigten dem Publikum "afrikanisches Leben", das sie selbst nie erlebt hatten. "Geschmackloser Kontext" Die "Deutsche Afrika-Schau" wurde 1936 ein Organ der nationalsozialistischen Kolonialpropaganda. Sie verwandelte sich bald in ein wanderndes Lager, das die in Deutschland lebenden Schwarzen konzentrieren und sie - besonders ihre Sexualität - kontrollieren sollte. Im "geschmacklosen Kontext" des Augsburger Zoos würden schwarze NS-Opfer verhöhnt, kritisiert die ISD. Schwarze würden als "exotische Objekte in trauter Einheit mit der Tierwelt" gezeigt, "als Inspiration für künftige touristische Reiseziele". Das sei "kaum als gleichberechtigte kulturelle Begegnung zu verstehen", schrieb Tahir Della der Zoodirektorin. Tierparkleiterin Jantschke antwortete: "Ich denke, dass der Augsburger Zoo genau der richtige Ort ist, um auch die Atmosphäre von Exotik zu vermitteln", und immerhin sei der Mitorganisator ein "gebürtiger Afrikaner mit schwarzer Hautfarbe". "Diese Argumentation ist in sich rassistisch. Sie unterstellt, dass die Schwarzen alle einer Meinung sind", kritisierte Historikerin al-Samarai. Die schwarze Gemeinschaft habe aber eine große Meinungsvielfalt. Abgesagt werde das "African Village", das Toleranz und Völkerverständigung fördern solle, auf keinen Fall, sagt Jantschke. Angesichts der Proteste werde aber überlegt, die Veranstaltung "als Plattform zu nutzen, um über die Kritik zu diskutieren". ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< SERVICE - LINKS ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 20 Glocalist Nr.75 >> Schwerpunkte: attc Kampagne und EU-Debatte der österr. Zivilgesellschaft von: office at glocalist-review.com ================================================ Sehr geehrte Damen und Herren, werte Redaktion, anbei der aktuelle Glocalist mit folgenden Themen: SCHWERPUNKT - attac Kampage zu FAIR STEUERN - EU-Debatte mit Kommentaren von Josef Weidenholzer, Michael Genner, Ernst Kurt Weigel und Christian Apl Als NGO der Woche präsentieren wir respACT, neue Serie zu CSR in Kooperation mit der ARGE CSR des PRVA (Public Relations Verband Austria), aktuelle Subventionen der Stadt St. Pölten und die gewohnten Vermischten Meldunge, Termine und Stellenangebote. Viel Freude beim Lesen wünscht Christian Neugebauer _____ Glocalist Review: Digitale Wochenzeitschrift für NGOs&NPOs Barmherzigengasse 17 - stiege 6 - top 1 A-1030 Wien f: 01/597 2001 m: 0699 11 88 16 43 e: office at glocalist-review.com w: http://www.glocalist-review.com Agentur: arbeitsraum-philosophie: agentur für analoge&digitale kommunikationswirtschaft GmbH- www.arbeitsraum.at ================================================ 21 NYTimes.com: Growing Problem for Military Recruiters: Parents von: hx65 at dial.pipex.com ================================================ This page was sent to you by: hx65 at dial.pipex.com. NEW YORK REGION | June 3, 2005 Growing Problem for Military Recruiters: Parents By DAMIEN CAVE Two years into the Iraq war, parents are discouraging their children from serving in a war that many see as unnecessary. http://www.nytimes.com/2005/06/03/nyregion/03recruit.html?ex=1118462400&en=3ee0778939137e0a&ei=5070&emc=eta1 ----------------- Advertisement -------------------------- /--------- E-mail Sponsored by Fox Searchlight Pictures ------------\ Watch the teaser trailer now for ROLL BOUNCE - in theaters September 23 In the late 70s when roller skating was a way of life, X (Bow Wow) and his pals ruled supreme. But when the doors of their local skating rink close, it marks the end of an era and the beginning of another that sees the boys venture into foreign territory - uptown's Sweetwater Roller Rink, complete with its over-the-top skaters and beautiful girls. http://www.foxsearchlight.com/rollbounce/index_nyt.html ================================================ C) TERMINE ================================================ ======================== Montag http://www.mund.at/butt/Termine/Juni/0606.htm Dienstag http://www.mund.at/butt/Termine/Juni/0706.htm Mittwoch http://www.mund.at/butt/Termine/Juni/0806.htm ======================== ================================================ D) EDITORIAL ================================================ Für den Inhalt verantwortlich: Ihr. E-Mail-Adresse für Beiträge: widerstand at no-racism.net geschickt. widerst at nd MUND und alle Termine täglich aktualisiert im Web: http://www.no-racism.net/MUND Ziel von MUND (medienunabhängiger Nachrichtendienst) ist die unzensurierte und möglichst rasche Information über gesellschafts- politisch relevante Termine, Hinweise und Diskussionsbeiträge zu Widerstand und Antirassismus sowie verwandte Themen. sollen einen Titel, Namen und Emailadresse der/des AutorIn enthalten und möglichst kurz und prägnant gehalten sein, ev. mit Hinweis, wo weitere Informationen eingeholt werden können. Bitte keine Attachments! Die inhaltliche und sachliche Verantwortung liegt bei der/dem jeweiligen AutorIn bzw. jenen, die uns die Beiträge schicken. Der MUND wird von einzelnen TagesredakteurInnen zusammengestellt. Da Fehler nicht ausgeschlossen sind, bitten wir, nicht veröffentlichte Beiträge nochmals an widerstand at no-racism.net zu senden. Die Weiterleitung (auch auszugsweise) ist erwünscht. Beiträge mit rassistischen oder sexistischen Inhalten werden nicht veröffentlicht. Sehr persönliche Meldungen werden wir an den betreffenden Adressaten weiterleiten, aber nicht im MUND veröffentlichen. Die bisherigen Ausgaben sind unter http://www.no-racism.net/MUND archiviert. Terminankündigungen bitte nach folgender Vorlage: * Wann: Sonntag, 11.11.2001, 11:11 Uhr * * Was: Maskenball: Motto "Schwarzblau ist die Haselnuss" * * Wo: Villa Morgenrot, Grüner Anger 42, 2001 Wendendorf * * Kommentar: Anreise per Anhalter. Maskenzwang. Ende nie. Aber kurz und prägnant.* Die Rubrik "Redaktionelles" am Ende der Ausgabe ist u.a. eine Konsequenz aus der Notwendigkeit, sexistische, antisemitische und rassistische Beiträge nicht zu veröffentlichen, ohne jedoch stillschweigend Zensur zu üben. Hier wird - in anonymisierter Form - auf angehaltene Beiträge hingewiesen und eine kurze Begründung der Tagesredaktion für die Nichtaufnahme geliefert. (Weitere Gründe einen Beitrag nicht aufzunehmen sind z.B.: Attachments, kein erkennbarer Bezug zu den breit gestreuten Themen des MUND, Werbesendungen, sinnlose Kettenbriefe.) Die AbsenderInnen der betroffenen Beiträge werden hiervon informiert. Im Sinne einer "gläsernen Zensur" könnt ihr Euch die Beiträge gerne extra schicken lassen: Ein kurzes Mail an widerstand at no-racism.net genügt. ================================================ E) VERTEILERLISTE ================================================ Zur Eintragung in diesen Verteiler bitte direkt subskribieren unter http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/analle oder von der einzutragenden Adresse aus ein mail schicken an: admin at no-racism.net mit folgendem Text: subscribe no-racism Bitte wegen Automatisierung diesen Wortlaut verwenden! Zur Austragung aus dieser Liste bitte an aus Einsendungen an zusammengestellt. Bitte keine Attachments! (werden nicht angenommen) Redaktionsschluss für diese Ausgabe: Sonntag, 20.00 III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III ü, ö, ä, ß, Ü, Ö, Ä III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III widerst at nd-MUND is powered by http://alt.strg.at/ ================================================ From analle at no-racism.net Tue Jun 7 18:34:35 2005 From: analle at no-racism.net (=?iso-8859-1?q?MUND=3A_medienunabh=E4ngiger_Nachrichtendienst?=) Date: Tue, 7 Jun 2005 18:34:35 +0200 Subject: widerst@nd - MUND: Mittwoch, 8.6. 2005 Message-ID: <368262570.20050607183435@nessizius.com> widerst at nd MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst Mittwoch, 8. Juni 2005 www.no-racism.net/mund ================================================ A) INHALT ================================================ ================================================ 01 Mediengesetz neu: Gesetzlich gefordertes Outing Von: .. "q/depesche" ================================================ 02 grüne-wien zu schweiz-referendum: österreich einsame diskriminierungs-insel europas Von: Grüne Andersrum ================================================ 03 Spendenaufruf Von: mayday graz ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< GESUCHT ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 04 Dringend: Zimmer/Wohnung fuer Medizinstudenten aus Zaire gesucht Von: Martin Mair ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ANKÜNDIGUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 05 Muqawama-Straßenfest Von: Irina Vana ================================================ 06 volxtheater favouriten lädt zum queeren liebesliederabend Von: gin at no-racism.net ================================================ 07 Filmabend (Freitag): Die Invasion der Barbaren Von: LOLLIGO - Kindercafé ================================================ 08 8. Juni - 7 Stern - Experten diskutieren über das Asylgesetz der Regierung Von: didi zach ================================================ 09 Asylwette, Bock auf Kultur, Moment#1 Von: Philipp Sonderegger ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 10 SWPAT: Österreich will nun doch wieder Softwarepatente Von: "q/depesche" ================================================ 11 Wiederum eine Kurdin in Syrien ermordet Von: wadi wien ================================================ 12 Syrische Botschaft in Wien von Oppositionellen besetzt Von: wadi wien ================================================ 13 Homosexuelle: VfGH berät Klagsoffensive Von: Rechtskomitee LAMBDA ================================================ 14 Stiftung bridge fördert Libertad! Von: kampagne ================================================ 15 SOS-Menschenrechte Newsletter Von: SOS-Menschenrechte at solaris.whbdns.com ================================================ 16 Regenbogen-Parade: Kooperation mit ÖBB Von: Philipp Kainz ================================================ 17 Die Woche vor Prozess, Libertad!-Rundbrief Nr. 3 - 06.06.05 zum Prozess wegen Online-Demo 2001 Von: kampagne ================================================ ================================================ B) TEXTE ================================================ ================================================ 01 Mediengesetz neu: Gesetzlich gefordertes Outing Von: .. "q/depesche" ================================================ Mediengesetz neu: Gesetzlich gefordertes Outing In letzter Zeit ist es Tradition geworden, unausgegorene Gesetze mit umstrittenen Regelungen überfallsartig in Kraft zu setzen - so auch bei Jenem, dass uns mit erstem Juli hunderttausend neue Medieninhaber beschert: private Websitebetreiber erhalten eine Impressumpflicht. Ö1 Matrix diskutierte prominent: Die aussagekräftigsten Snippets in dieser q/depesche. -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- Normativer Overkill | Einschüchterung privater Betreiber | Namensschilder für alle | Auffindbarkeit über Google: der zukünftige Chef weiss was ich vor 10 Jahren dachte, wo ich in Urlaub war,... Ausweg über Verein ist ein Bürokratie-Update - das Internet ist voller Adhoc-Initiativen - ohne Chef, ohne Organisation Gesetz missachtet Unterschied zwischen Publikation und Kommunikation - Blogs sind archivierte zeitversetzte Kommunikation | geoutete Selbsthilfegruppen! Namen & Ort im Impressum wird ziemlich Wien-lastig - in Kleinortschaft hingegen eindeutige Identifikation | Ehrenbeleidigungen war bereits jetzt verfolgbar. Ö1 Matrix http://oe1.orf.at/highlights/38509.html http://futurezone.orf.at/futurezone.orf?read=detail&id=267696 Internet 4 Jurists http://www.i4j.at/news/aktuell66a.htm http://internet4jurists.at/news/aktuell64.htm ubermorgen http://www.ubermorgen.com/2005/ Thomas Höhne http://www.h-i-p.at/hoehne.html - -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- relayed by Mac Gyver - -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- quintessenz is powered by http://www.onstage.at subscribe/unsubscribe/digest http://www.quintessenz.at/cgi-bin/index?funktion=subscribe comments to depesche at quintessenz.org ================================================ 02 grüne-wien zu schweiz-referendum: österreich einsame diskriminierungs-insel europas Von: Grüne Andersrum ================================================ 2005-06-06 15:15 grüne-wienfordern nach schweiz-referendum öffnung der ehe für lesben und schwule Grünkandidat Schreuder: Österreich wird einsameDiskriminierungs-Insel Europas Die Grünen Wienfreuen sich über das gestrige Ergebnis des Schweizer Referendums, inder die Gleichstellung lesbischer und schwuler PartnerInnenschaften mitgroßer Mehrheit angenommen wurde. Marco Schreuder, Sprecher derGrünen-Andersrum und Kandidat für die Gemeinderatswahl 2005: "Währendüberall in Europa Diskriminierungen von Lesben und Schwulen abgeschafftwerden, bleibt Österreich eine immer einsamer werdende Insel, auf dermunter weiter diskriminiert wird. Gleichstellungspolitik für LesbenSchwule und TransGender ist und bleibt für die Bundesregierungoffensichtlich ein Fremdwort." Marco Schreuder fordert die Bundesregierung auf, unverzüglich alleUngleichheiten zwischen verschieden- und gleichgeschlechtlichePartnerInnenschaften zu beseitigen: "Seit den 80ern und 90ern wird inEuropa verstanden, dass es keine Liebe erster und zweiter Klasse gebenkann. Die Bundesregierung Österreichs hingegen hat keinen einzigensinnvollen Schritt in diese Richtung gesetzt." Schreuder weist auf zweinotwendige Schritte hin: "Lebensgemeinschaften - sowohl verschieden-als auch gleichgeschlechtlich - müssen besser abgesichert werden, etwadurch die Einführung eines Zivilpakts (ZIP). Die Öffnung der Ehe fürgleichgeschlechtliche Paare, wie etwa in den Niederlanden und Spanienbereits Wirklichkeit, kann die letzten Ungleichheiten beseitigen", soSchreuder abschließend. ================================================ ================================================ Spendenaufruf: Klage des Stocker Verlags 03 Von: mayday graz ================================================ Hohe Prozesskosten wegen mehrerer Zivilrechtsklagen! Mit zivilrechtlichen Klagen reagiert der Leopold Stocker Verlag auf öffentliche Kritik an seiner Nähe zur rechtsextremen Szene: Anlass ist zum einen ein Artikel in der Zeitung der HochschülerInnenschaft Graz, zum anderen mehrere Texte über seine Aktivitäten auf der Homepage von „Mayday 2000“. Die Klage des Verlags auf Widerruf und Unterlassung richtet sich nicht nur gegen zwei „Mayday“-Mitglieder, sondern auch gegen den Betreiber des Servers, auf dem unsere Homepage, wie zahlreiche andere Webseiten auch, liegt, und der mit der Gruppe „Mayday 2000“ und unseren Aktionen nicht das geringste zu tun hat. Der Stocker Verlag wurde erst kürzlich, wegen eines Beitrags in der von seinem Geschäftsführer herausgegebenen Zeitung „Neue Ordnung“, in den steirischen Medien (ORF am 20. und 22.5., Kleine Zeitung und Standard am 21.5.) kritisiert, nachdem die Grünen ihn wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Verbotsgesetz angezeigt hatten. In den Texten, wegen denen wir nun geklagt werden, informierten wir u.a. darüber, dass der Stocker Verlag rassistische und antisemitische AutorInnen verlegt bzw. vertreibt, eine Zeitung mit rechtsextremen Inhalten herausbringt und dass sein Geschäftsführer in der rechtsextremen Szene Aktivitäten setzt. Wir sind davon überzeugt, dass wir den Wahrheitsbeweis für unsere Kritik am Stocker Verlag erbringen können und wollen das auch tun. Der hohe „Streitwert“ von jeweils 30 000 Euro, den der Verlag eingebracht hat, führt allerdings dazu, dass die vorläufigen Verfahrenkosten innerhalb kürzester Zeit bereits mehrere Tausend Euro betragen werden. Wir bitten daher dringend um finanzielle Unterstützung! Jeder Beitrag hilft uns! -- MayDay2000 Graz Post: Postfach 466, 8011 Graz Netz: http://mayday.widerstand.org Email: mayday-graz at gmx.at Support: Sparbuch Nr. 32 22 61 85, BLZ 38 000, Bezeichnung "MayDay2000 Graz" ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< GESUCHT ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 04 Dringend: Zimmer/Wohnung fuer Medizinstudenten aus Zaire gesucht Von: Martin Mair ================================================ Dringend: Zimmer/Wohnung fuer Medizinstudenten aus Zaire gesucht Suche dringend für netten Medizinstudenten im Endstadium (er hängt noch bei der letzten Prüfung, der Internen) ein billiges (max. 200 Euro) Zimmer oder Kleinwohnung ohne besndere Ansprüche. Er sollte - da er beliebt, die Nacht durch im Lesesaal zu lernen - auch tagsunter Ruhe zum schlafen haben sowie ein Waschbecken mit Warmwasseranschluss (macht die Wäsche mit der Hand). Ansonsten ist er ein umgänglicher Mensch, der eher zurückgezogen lebt (ist daher am "freien Wohnungsmarkt" im Kampf um leistbaren Wohnraum nicht so erfolgreich). Eine längerfristige Lösung (Mietwohung ab Ende August) ist zumindest vage in Aussicht. Bitte um sachdienliche Hinweise -- ========================================== Martin Mair - Publizist virtuell & traditionell Krottenbachstrasse 40/9/6, A-1190 Wien Tel. + Fax: +43 1 3677487, Mobil: + 43 676 3548310 Email: martin.mair at mediaaustria.at ========================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ANKÜNDIGUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 05 Muqawama-Straßenfest Von: Irina Vana ================================================ Muqawama-Straßenfest im Resselpark, Fr 17.6.05 16-22h Sa 18.06.05, 14-22h veranstaltet vom Österreichisch Arabischen Kulturzentrum (www.okaz.at) Programm Freitag Eröffnung salsa und palästinensischer Volkstanz Diskussionszelt Literarische Lesung LIVE MUSIK: Yoris y los compay, kubanische Musik 19.00 Rami und Fuad, Palästinensiche Livemusik 20.00 Lego soundsystem, Dynamic Discord soundsystem Samstag Diskussionszelt salsa und palästinensischer Volkstanz 18.00 Flamenco LIVE MUSIK: 19.00 Polit-hip-hop, Mosa Sisic und Gypsy Express 20.00 Mufid Nehme, Palästinensische Livemusik Ständiges Rahmenprogramm: Filmzelt Ausstellung: Reise nach Palästina Kinderprogramm ================================================ 06 volxtheater favouriten lädt zum queeren liebesliederabend Von: gin at no-racism.net ================================================ identities 2005 und volxtheater favouriten präsentieren: Queere Lieder für die Liebe Musikalischer Vagabundismus durch die geschlechterten Seelen der Frauern und Männinen des Volxtheater Liederabends Begrüßen werden euch u.v.a. das "Mädchen mit den drei blauen Augen", the "coin operated boy", "ein Käfig voller Jungs", Bronsky Beat und überhaupt : "nothing matters when we are dancing"! http://www.identities.at/2005/de/ Wann: Dienstag 7 Juni 2005 Ort: EKH Ernst Kirchweger Haus Wielandgasse 2-4 1100 Wien U1 Keplerplatz Beginn: 22 Uhr ================================================ 07 Filmabend (Freitag): Die Invasion der Barbaren Von: LOLLIGO - Kindercafé ================================================ einladung zu einer film-vorführung im lolligo freitag, 10. juni 2005, 21 uhr „die invasion der barbaren“ denys arcand (reg.) 99 min. montreal 2002. das us-amerikanische imperium ist nur eine autostunde entfernt. der schock des 11. september sitzt auch den kanadierInnen in den knochen. für den historiker remy, dem alle weltkatastrophen geläufig sind, ist der angriff auf die usa ein erneuter beweis: wir befinden uns in barbarischen zeiten. remy hat nicht mehr lange zu leben. seine geschiedene frau eilt zu ihm ins krankenhaus, sein sohn kommt aus london. sie beschließen, remy nicht in elender umgebung, in einem tristen krankenhauszimmer dahinsiechen zu lassen ... LOLLIGO - Kinder-Café Fischerstiege 4-8 1010 Wien Achtung SOMMERPAUSE !!! (kein regelm. Betrieb) Bankverbindung ("Lolligo"): BAWAG (BLZ 14000) - Konto-Nr. 10010-036-203 ================================================ 08 8. Juni - 7 Stern - Experten diskutieren über das Asylgesetz der Regierung Von: didi zach ================================================ Mit der Bitte um Ankündigung im Mund. mfg zach AVISO: Ist auf den Rechtsstaat Verlass? Utl.: Experten diskutieren über das Asylgesetz der Regierung Wien - 06.06.05, (KPÖ-PD): Erneut hat die Regierung von einigen Wochen ein Asylgesetz beschlossen, dass den unbedingten Schutz für Verfolgte nicht garantiert. Während des Begutachtungsverfahrens gab es eine Vielzahl von zum Teil vernichtenden Stellungnahmen - das UN-Flüchltingshochkommissariat, der Menschenrechtsbeirat, Amnesty International und viele NGO's formulierten Kritik. Zwar wurde schon das letzte verfassungswidrige Gesetz nach wenigen Monaten vom Höchstgericht aufgehoben, doch bis dahin bestand eine lebensgefährliche Situation für Flüchtlinge. Dies wirft eine Reihe von Fragen auf: Was tun, wenn der Rechtsstaat keinen effizienten Schutz bietet? Ab wann ist ziviler Ungehorsam und der bewußte Bruch von menschenfeindlichen Gesetzen eine Notwendigkeit? Soll und kann ziviler Ungehorsam in ein Bekenntnis zum demokratischen Rechtsstaat integriert werden? Eine Diskussionveranstaltung der KPÖ-Wien mit Sebastian Schumacher (Jurist), Michael Genner (Asyl in Not, Flüchtlingshelfer) und Philipp Sonderegger (SOS Mitmensch). Beginn: 19.30 Uhr, Cafe 7Stern (Siebensterng. 31, 1070) Rückfragen an: 0676 / 69 69 002 e-mail: bundesvorstand at kpoe.at Internet: www.kpoe.at ================================================ 09 Asylwette, Bock auf Kultur, Moment#1 Von: Philipp Sonderegger ================================================ *** Asylwette angelaufen *** Moment#1 kommt *** Bock auf Kultur : Weltflüchtlingstag *** ASYLWETTE ANGELAUFEN Die Asylwette, die wir Innenministerin Prokop anbieten werden ist gut angelaufen. Wir wollen ja zunächst 5.000 Euro an Wetteinsatz sammeln, bevor wir der Ministerin die Wette antragen. Bereits zwei Tage nach Bekanntgabe unseres Vorhabens hatten wir die Hälfte des Betrages beinander. Jetzt tröpfeln die Spendenzusagen langsamer ein, doch wir sind zuversichtlich, dass wir die 5.000 Euro zusammen kriegen. In welcher Form wir der Ministerin die Wette anbieten werden, darüber wollen wir noch nicht all zuviel verraten. Jedenfalls sind wir schon sehr gespannt, ob Frau Prokop auf die Verfassungskonformität ihres Gesetzespaketes wettet. >> www.dieasylwette.at *** MOMENT - ZEITUNG FÜR MENSCHENRECHTE Die erste reguläre Ausgabe unserer Zeitung "Moment - Gazette für Menschenrechte" geht heute in Druck. Die "Jubelnummer" ist dem Jubiläumsjahr gewidmet, die AutorInnen beschäftigen sich hauptsächlich mit dem Zustand der Republik. Am Samstag, den 11. Juni liegt ein Großteil der Auflage in der Tageszeitung "Die Presse" bei (Verkaufstaschen). Ein weiterer Teil wird von KolporteurInnen der migrantischen Strassenzeitung "Die Bunte" verkauft. Gerne lassen wir Ihnen ein Exemplar zukommen. >> www.sosmitmensch.at *** BOCK AUF KULTUR: WELTFLÜCHTLINGSTAG Anlässlich des Weltflüchtlingstages am 20.6. organisiert der Verein Ute Bock von 16. – 21.6. eine Reihe mit Informations- und Benefizveranstaltungen um auf die dramatische Situation von Flüchtlingen aufmerksam zu machen, von denen viele ohne Unterkunft, finanzielle Unterstützung und Krankenversicherung auskommen müssen. Der Erlös der Veranstaltungen kommt zur Gänze dem Flüchtlingsprojekt von Frau Bock zugute, alle mitwirkenden KünstlerInnen treten unentgeltlich auf. Der Verein Ute Bock unterstützt AsylwerberInnen mit Beratung, kostenlosem Bildungsangebot und Unterkünften für mittlerweile 330 Menschen. >> http://www.bockaufkultur.at ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 10 SWPAT: Österreich will nun doch wieder Softwarepatente Von: "q/depesche" ================================================ SWPAT: Österreich will nun doch wieder Softwarepatente Hinter verschlossenen Türen haben die Diplomaten des EU-Rates am Freitag beschlossen keinerlei Kompromiss bei der Patentierung von Software einzugehen. Auch Österreich hält nun, wohl wieder das Händchen der Patenten Deutschen. -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- Bereits in der ersten Sitzung am 27 Mai hatte Österreich sich gegen die wesentlichen Forderungen des Parlaments ausgesprochen. Nach den ersten Informationen die aus Brüsseler Diplomatenkreisen sickern, hat sich dieses Engagement Österreichs für Softwarepatente nun zur Unterstützung des deutschen Patentkurses entwickelt. Die sind ja nicht nur mit dem Willen des EU-Parlaments konfrontiert, sie müssen auch noch die Aufträge aus den eigenen Parlamenten ignorieren. Das geht leichter wenn man sich auf die anderen Staaten ausreden kann. http://wiki.ffii.org/Trilog050606En Österreich war lange Zeit eines der treibenden Kräfte hinter Softwarepatenten. Bereits im Jahr 2000 sollte das Verbot der Patentierung von Software gestrichen werden um die Rechtsbeugung durch das Europäische Patentamt zu bestätigen: "The Austrian delegation hopes, as it stated during the Conference, that the non-amendment of Article 52(2)(c) will not be taken as a signal to begin falling behind the existing standard in patent protection for software." http://www.european-patent-office.org/epo/dipl_conf/pdf/emr0024.pdf Österreich hat danach aber seinen Standpunkt geändert. Das BMVIT hatte sich in der entscheidenden Sitzung des EU-Rates zur Direktive der Stimme enthalten und die Zurückweisung des Parlaments im Rat nicht unterstützt. Ein vom FFII veröffentlichtes Protokoll über die erneute Aktivität im Rat zeigt jedoch: Österreich verlangt nun wieder Patente auf Computerprogramme. http://swpat.ffii.org/log/05/cons0527/ ================================================ 11 Wiederum eine Kurdin in Syrien ermordet Von: wadi wien ================================================ Ereignisse in Qamislu weiten sich aus Nach der Entführung und Ermordung des kurdischen Glaubensgelehrten Scheich Meesuq el-Xeznewi durch den syrischen Geheimdienst dauern die Unruhen in Südwest-Kurdistan an. Dabei kam es vor allem zu bewaffneten Übergriffen auf die Kurden in de Stadt Qamischlu. Meldungen zu folge wurde dabei eine Frau getötet. 30 weitere Frauen, davon 11 wurden schwer verletzt. Mehr als 100 Menschen wurden verhaftet. Zu den Unruhen kam es als 1500 Araber aus dem umliegenden Gebieten, die mit Unterstützung der syrischen Polizei in die Stadt eingedrungen waren, Häuser und Geschäfte der ansässigen Bevölkerung überfielen. Telefonleitungen sowie die Strom-Versorgung wurden Unterbrochen. Es wurde eine Ausgangssperre verhängt. Am Samstag hatten Kurden mit der Forderung nach Aufklärung der Ermordung des Glaubensgelehrten Scheich Mesuq el-Xeznnewi demonstriert. Als die Araber anschließend eine Gegendemonstration organisierten, kam es zu Anti-kurdischen Ausschreitungen. Hacer Zozan, eine Zeugin der Ausschreitungen betonte, dass es zu den Ausschreitungen mit Unterstützung der syrischen Sicherheitskräfte gekommen wäre. Sie wies darauf hin, dass die Partei der Demokratischen Einheit schon in den frühen Morgenstunden die Bevölkerung vor möglichen Übergriffen gewarnt hatte und fügte hinzu, dass im Vorhofe des Kongresses der herrschenden Baas Partei die Ausschreitungen nur als Komplott zu bewerten seien. Des Weiteren wurde gemeldet, dass auch in der Hauptstadt Damaskus, in einem Stadtteil in dem vermehrt Kurden leben, Verhaftungen durchgeführt worden wären. Quelle: MHA, 05.06.2005 WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit e-mail: wadi.wien at gmx.at Tel.: 0699-11365509 Spendenkonto in Österreich: Kontonummer 07.405.301 Evangelische Kreditgenossenschaft eG BLZ 31800 IBAN: AT10 3180 0000 0740 5301 BIC: EVKRATW1 Website mit weiteren Informationen zu Projekten von Wadi und Veranstaltungshinweisen: www.wadinet.at ================================================ 12 Syrische Botschaft in Wien von Oppositionellen besetzt Von: wadi wien ================================================ Nachdem in den letzten Tagen bei regimekritischen Kundgebungen und Protesten gegen die Ermodung von Sheich Mohmmaad Mashuk al-Khiiznawi wiederum drei Kurden in Syrien umgebracht wurden, hat ein Gruppe von Syrischen KurdInnen heute, am 6. Juni 2005, die Syrische Botschaft in Wien besetzt und die Syrische Fahne entfernt. Anstatt wurde eine kurdische Fahne angebracht. Wenn Sie an einem Kontakt zu Mitgliedern der Syrischen Opposition in Wien interessiert sind, rufen Sie bitte die unten angegebene Wadi-Telefonnummer an. ------------------------------- Am 10. Mai 2005 wurde Sheich Mohammad Mashuq al-Khiznawi nach dem Verlassen des Zentrums für Islamische Studien in Damaskus festgenommen. Der angesehene liberale kurdische Sheich, der sich für einen demokratischen Islam einsetzt, wurde in der Haft schwer gefoltert und misshandelt. Am 31. Mai übergab schließlich die Polizei seine Leiche seiner Familie. Sheich Mohammad Mashuq al-Khiznawi hatte sich in Syrien gegen den Terror, für politische Reformen und für einen Dialog zwischen den Religionen eingesetzt. Aus Protest gegen die Ermordung von Mohammad Mashuq al-Khiznawi demonstrierten letzten Samstag syrische Oppositionelle in Wien und vor der Syrischen Botschaft. ================================================ 13 Homosexuelle: VfGH berät Klagsoffensive Von: Rechtskomitee LAMBDA ================================================ Gleichgeschlechtliche Familien Verfassungsgerichtshofberät RKL-Klagsoffensive RechtskomiteeLAMBDA: „Reifetest für dieRepublik“ Ab heute berät der Verfassungsgerichtshof zwei Fälle aus derkürzlich gestarteten Klagsoffensive des RechtskomiteesLAMBDA (RKL) zur Beendigung der Diskriminierung homosexuellerPartnerschaften. Angesichtsder anhaltenden Untätigkeit des Gesetzgebers hat sich das RKL, ÖsterreichsBürgerrechtsorganisation für gleichgeschlechtlich l(i)ebende Frauen und Männer, entschlossen, den Gerichtsweg zu beschreiten und eine Reihe von Klagengegen die Republik zu unterstützen. Mit der Klagsoffensive werden dieexorbitant hohen Erbschafts- und Schenkungssteuersätze fürgleichgeschlechtliche Lebenspartner ebenso bekämpft wie der Ausschluss von derMitversicherung in der Krankenversicherung und von den Hinterbliebenenpensionensowie das Adoptionsverbot und die Nichtanerkennung von im (EU-)Auslandgeschlossenen gleichgeschlechtlichen Ehen.. Ab heuteberät der VfGH nun die ersten Fälle: den Mitversicherungs- und denAdoptionsfall (Details unten). „Wirdürfen auf das Ergebnis höchst gespannt sein“, sagt der Wiener Rechtsanwalt Dr.Helmut Graupner,Präsident des Rechtskomitees LAMBDA undAnwalt der BeschwerdeführerInnen, „Es wird zeigen, ob wir uns auch indiesen Fragen wieder an den Europäischen Menschenrechtsgerichtshof wendenmüssen oder ob die Republik mittlerweile reif genug geworden ist, um uns unsereMenschenrechte auch aus eigenem zu gewähren". Das 1991 gegründete Rechtskomitee LAMBDA (RKL) arbeitetüberparteilich und überkonfessionell für die umfassende Verwirklichung derMenschen- und Bürgerrechte gleichgeschlechtlich l(i)ebender Frauen und Männer.In seinem Kuratorium vereinigt es so prominente Mitglieder wie den SPÖ-VorsitzendenDr. Alfred Gusenbauer, Präs. NRAbg. Peter Schieder,, NRAbg. Mag. TerezijaStoisits, den renommierten Kinder- und JugendpsychiaterUniv.-Prof. Dr. Max Friedrich und die Kinder- und JugendanwältInnenvon Wien DSA Monika Pinterits und Dr. Anton Schmid, den Generalsekretär vonAmnesty International Österreich Mag. Heinz Patzelt und die bekanntenMenschenrechtsexperten Dr. Lilian Hofmeisterund Univ.-Prof. Dr. Manfred Nowak, die Sexualwissenchafter ao.Univ.-Prof. Dr. Josef Christian Aignerund Prof. Dr. Rotraud Perner, denTheologen Univ.-Prof. Dr. KurtLüthi, Günter Tolar u.v.a.m. Pressemeldung des VfGH: http://www.vfgh.gv.at/cms/vfgh-site/attachments/0/9/0/CH0003/CMS1117784424040/presseinformation.pdf Detaillierte Informationen zurRKL-Klagsoffensive in Ius Amandi 1/2005 auf www.RKLambda.at(Ius Amandi) Rückfragehinweis: 0676/3094737;01/8763061, office at RKLambda.at, www.RKLambda.at 06.06.2005 Die Mitversicherungsfälle (VfGH B 47/05, B48/05) Die Sozialversicherungsgesetze bestimmen, daßLebensgefährtInnen in der Krankenversicherung ihrer PartnerInnenanspruchsberechtigt sind. Allerdings bestimmt das Gesetz auch ausdrücklich, daßdiese Lebensgefährten verschiedengeschlechtlich sein müssen. Das RKL unterstützt zwei Beschwerdenan den Verfassungsgerichtshof, mit denen die Aufhebung dieser diskriminierendenBestimmungen sowohl im ASVG als auch im GSVG begehrt wird. Der Adoptionsfall(VfGH G 23/05) Theoretisch können auchgleichgeschlechtlich l(i)ebende Menschen als Einzelpersonen Kinder adoptieren,auch die leiblichen Kinder ihrer PartnerInnen (Stiefkindadoption). Faktisch istdies aber nicht (sinnvoll) möglich, weil die leibliche Mutter ihre elterlichenRechte verliert, wenn ihre Partnerin ihr Kind adoptiert bzw. der leiblicheVater seine elterlichen Rechte wenn sein Partner sein Kind adoptiert.Heterosexuelle (auch unverheiratete) Paare können nach Adoption des Kindes deseinen Partners durch den Stiefelternteil beide rechtlich Eltern sein.Gleichgeschlechtlichen Paaren ist dies, und damit eine sinnvolleStiefkindadoption, verwehrt. Das RKL unterstützt den Fall einerFrau, die die Adoption des Kindes ihrer Partnerin bereits vertraglich besiegelthat, den Adoptionsvertrag aber nicht zur gerichtlichen Genehmigung einreichenkann, weil das nach der geltenden Gesetzeslage zwangsläufig den Verlust derelterlichen Rechte durch die Mutter zur Folge hätte. Mit einem Individualantragan den Verfassungsgerichtshof wird die Aufhebung der entsprechenden Bestimmungdes Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuches (ABGB) begehrt. ================================================ 14 Stiftung bridge fördert Libertad! Von: kampagne ================================================ Kampagne Libertad! Falkstr. 72-74, D-60487 Frankfurt eMail: kampagne at libertad.de Internet: www.libertad.de Pressemeldung > virtuell demonstrieren – real etwas bewegen Stiftung bridge fördert Libertad! und die Kampagne "free online protest" Die diesjährige Förderung durch die Stiftung bridge - Bürgerrechte in der digitalen Gesellschaft - erhalten drei Initiativen, davon zwei, die sich gegen Software-Patente richten, und die Solidaritätsorganisation Libertad! In der Pressemitteilung der Stiftung heisst es dazu: "Im Sommer 2001 fand die erste online-Demo in Deutschland statt. Libertad! rief dazu auf, massenhaft auf die Ticketseite der Lufthansa zuzugreifen, um so gegen eine Beteiligung der Luftfahrtgesellschaft an Abschiebungen von Flüchtlingen zu protestieren. Der Tag war gut gewählt: gleichzeitig tagte die Hauptversammlung, die von Protesten auf der Straße begleitet wurde. Jetzt, am 14. Juni 2005, stehen die Initiatoren vor Gericht. Es geht um die Frage, ob der online – Protest vom Grundrecht auf Meinungsfreiheit gedeckt ist, oder ob diese Protestform als Nötigung eingestuft werden kann; nur weil sie in der Technik des Internets nicht vorgesehen ist." Als weitere Begründung für die Förderung wird auf der homepage der Stiftung bridge (http://www.bewegungsstiftung.de/bridge/foerderung/foerderrunde2005) ausgeführt: "Das dritte geförderte Projekt ist Libertad!-Kampagne für internationale Solidarität. Ihre Kampagne "free online protest - online protest is not a crime" knüpt an ihre Online-Demonstration "deportation.class" von 2001 an, die sich gegen das Lufthansa Abschiebegeschäft richtete. Die Lufthansa versucht die Online Demonstration nun vor Gericht als "Nötigung" verurteilen zu lassen. Durch solch ein Urteil würde grundlegend entschieden, ob wir mittels Demonstrationen online genauso frei unsere Meinung äussern dürfen wie offline. Dies entgegen dem Entwurf des Europarates für eine Erklärung für die Sicherung der Menschenrechte in der Informationsgesellschaft. Darin ist im Punkt 10 festgehalten: "Das Recht auf Versammlungsfreiheit und Vereinigungsfreiheit - wie es Artikel 11 der europäischen Menschenrechtskonvention vorsieht - ist online genauso zu achten wie offline."." Libertad! dankt für die Förderung und Unterstützung. Hans-Peter Kartenberg weitere Informationen zum bevorstehenden Prozess: http://www.libertad.de/online-demo Pressehandy: 0179-376 48 12 -- Mit freundlichen Grüssen kampagne mailto:kampagne at libertad.de FREIHEIT FÜR ALLE POLITISCHEN GEFANGENEN WELTWEIT! ================================================ 15 SOS-Menschenrechte Newsletter Von: SOS-Menschenrechte at solaris.whbdns.com ================================================ SOS-Menschenrechte News 1) Unterbringungseinrichtung in Kirchschlag eröffnet 2) Wohnheimfest 3) Sommerfest 4) Termine (1)Unterbringungseinrichtung in Kirchschlag eröffnet MitteMai eröffnete SOS-Menschenrechte ein Wohnhaus für 30 AsylwerberInnen inKirchschlag. Unterder Leitung von Alexandra Laszlo und 3 MitarbeiterInnen werden zur Zeit 27AsylwerberInnen (12 Frauen, 3 Kinder und 12 Männer) rechtlich und sozialbetreut. Die Unterstützung von der Kirchschlager Jugend, Kirche und Vereinenstellt bereits jetzt die gute Zusammenarbeit und Integration unter Beweis. Informationenund Spenden unter: www.sos.at www.kirchschlag.net BankverbindungSOS-Menscherechte RaiffeisenlandesbankOÖ BLZ:34 000 Ktnr.840 140 (2)Wohnheimfest am 23.Juni Anlässlichdes Weltflüchtlingstages veranstaltet das Wohnheim in der Rudolfstraße am23.Juni wieder das bereits bekannte Wohnheimfest. Programm:- Eröffnung durch einen offiziellen politischenVertreter - Multikulturelles Buffet zubereitet von den im Wohnheimuntergebrachten AsylwerberInnen - Musikalische Unterhaltung durch Georgi Z. und GabiStrauss Ort:Wohnheim Rudolfstraße 64; 4040 Linz ab 17:00 DasTeam von SOS-Menschenrechte freut sich auf Ihr Kommen. (3)Sommerfest Zumzweiten Mal organisiert SOS-Menschenrechte am 15.Juli das Sommerfest im Hof desLinzer Schlosses. Programmhöhepunktesind die Linzer Band Hooch Gang, die Captain Nemo Music Band, dasMultikulturelle Buffet sowie die Möglichkeit der Gratis Führungen durch dieaktuellen Ausstellungen im Schlossmuseum. Termine 20.Juni Enquete:gleich.berechtigt - selbst.bewusst Was bringt das neueAnti-Diskriminierungsrecht? Wann:20.Juni, 9 – 15 Uhr Ort:Linz, Landhaus, Brauner Saal Wer:Klub der Grünen im OÖ Landtag und OÖN ------- 25. Juni Captain Nemo Music Band am Donauinselfest Um16:00 auf der Insel der Menschenrechte Infosunter http://www.sosmitmensch.at/stories/254/ Rückfragen: office at sos.at www.sos.at ================================================ ================================================ 16 Regenbogen-Parade: Kooperation mit ÖBB Von: Philipp Kainz ================================================ Aussendung der Homosexuelle Initiative (HOSI) Wien vom 6. Juni 2005: Anlässlich der Regenbogen-Parade am Samstag, den 2. Juli 2005, gibt es ein besonders reizvolles Angebot für alle Anreisenden aus den Bundesländern. Mit dem ÖBB-Regenbogen-Event-Ticket können alle TeilnehmerInnen bis zu zwei Tage vor der Veranstaltung mit der Bahn aus ganz Österreich um 30% billiger anreisen, ÖBB-Vorteilskartenbesitzer zahlen sogar um 60% weniger. „Wir freuen uns sehr, dass diese Kooperation mit den ÖBB zustande gekommen ist. Gerade zum Jubiläum - die Parade findet heuer ja bereits zum 10. Mal statt - wünschen wir uns, dass ganz viele Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgenders aus ganz Österreich nach Wien kommen und mit uns für Vielfalt und gegen Diskriminierung demonstrieren“, so der Obmann der Homosexuelle Initiative (HOSI) Wien, Christian Högl. „Die Ermäßigung ist gegen Vorlage des Regenbogen-Event-Tickets an jedem Bahnhofsschalter erhältlich“, erklärt HOSI-Wien-Obfrau Bettina Nemeth. „Das Ticket wird in Szene-Zeitschriften abgedruckt oder kann ganz bequem von der offiziellen Homepage www.regenbogenparade.at heruntergeladen und ausgedruckt werden.“ Die Regenbogen-Parade startet um 15 Uhr vom Stadtpark aus gegen die Fahrtrichtung über den Ring und endet in der großen Celebration auf dem Heldenplatz. Rückfragehinweis: Philipp Kainz E-Mail: philipp.kainz at hosiwien.at Tel: 0650/850 45 76 ================================================ 17 Die Woche vor Prozess, Libertad!-Rundbrief Nr. 3 - 06.06.05 zum Prozess wegen Online-Demo 2001 Von: kampagne ================================================ Kampagne Libertad! Falkstr. 72-74, D-60487 Frankfurt eMail: kampagne at libertad.de Internet: www.libertad.de Spendenkonto: Förderverein Libertad! e.V., KNr: 80 200 69 300, GLS Bank eG (BLZ 430 609 67) Stichwort: Online-Demo Libertad!-Rundbrief zum Prozess wegen Online-Demo 2001 Nr. 3 - 06. Juni 2005 Die Woche vor Prozess [Dieser Rundbrief kann auch als .pdf-Datei angesehen und runtergeladen werden: http://www.libertad.de/service/downloads/pdf/rb3-060605.pdf] 1. Prozess wird in größeren Saal verlegt 2. Interview mit RA Thomas Scherzberg zum Prozess, in telepolis 3. Internetdemo gegen FRAPORT solidarisiert sich mit Libertad! 4. Presseerklärung der Rote Hilfe e.V. zum bevorstehenden Prozess 5. Termine der Woche 1. Prozess wird in größeren Saal verlegt Eine Woche vor Prozessbeginn erhielten wir erneut Post vom Amtsgericht. Es wird uns mitgeteilt, dass die Verhandlung wegen der Online-Demo in einen anderen Raum verlegt wurde. Der Prozess findet nicht mehr im Saal 24, sondern jetzt im Saal 2 im Gebäude E statt. Ganz offensichtlich eine Reaktion auf das großes Interesse an dem Prozess. Der neue Saal ist größerer und bietet mehr Besucher/innen Platz. Mal sehen, ob das reichen wird und nicht ein weiterer Ortswechsel angesagt ist. 2. Interview mit RA Thomas Scherzberg zum Prozess, in telepolis telepolis, das online-Magazin des Heise-Verlages interviewte Rechtsanwalt Thomas Scherzberg, den Verteidiger im bevorstehenden Prozess wegen der Online-Demo gegen Lufthansa. Auf die Frage, ob die bestehenden Gesetze dem technischen Fortschritt angepasst werden müssten, antwortet Thomas Scherzberg: "Es muss grundsätzlich entschieden werden, ob im Internet ein anderes Recht gilt als auf der Straße. Um diese Entscheidung herbeizuführen, haben wir das Verfahren aufrechterhalten. Nach geltendem Recht sind alle Bedingungen für eine Demonstration erfüllt worden: Es gab einen Veranstalter und eine Anmeldung, es wurde ein Zeitpunkt und ein Ort sowie die Dauer der Aktion bekannt gegeben." Außerdem sagte er: "Hätte der Mandant mich also vorher konsultiert und gefragt, ob er eine solche Aktion durchführen darf, hätte ich das bejaht. Es gab weder vergleichbare Fälle noch ein gegenteiliges Urteil. Es gab aber einen Innenminister, der das gleiche Vorgehen für andere politische Ziele propagiert. Von meinem Standpunkt aus wäre also nichts einzuwenden gewesen – und diese Position werden wir am 14. Juni vor Gericht vertreten." Das vollständige Interview in telepolis (http://www.heise.de/tp/r4/artikel/20/20223/1.html) oder auf unseren Seiten (http://www.libertad.de/inhalt/projekte/depclass/verfahren/presse4prozess.shtml#tp060605). 3. Online-Demo gegen Ausbau des Frankfuter Flughafens 11.-14.06.05 Initiative gegen FRAPORT solidarisiert sich mit Libertad! Vom 11. bis 14. Juni 2005 wird zu einem Internet-Protest gegen die Ausbaupläne des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport aufgerufen. Mit einem virtuellen Sit-in soll auf den Internet-Seiten des größten deutschen Flughafens demonstriert werden. Der Protest funktioniert ähnlich wie die Online-Demo gegen Lufthansa vor vier Jahren, wegen der am 14. Juni der Prozess gegen Libertad! stattfindet. Per Mausklick und mittels eines Scripts werden Seiten und Bilder der Fraport-Homepage abgerufen. Die Häufigkeit und Heftigkeit dieser "Besuche" soll Fraport deutlich machen, dass die Demonstrant/innen nicht mit den Ausbauvorhaben einverstanden sind. Da Fraport auf seinem Gelände keine Demonstrationen erlaubt, muss es den Konzern nicht wundern, wenn für Proteste auf seine Internetpräsenz ausgewichen wird. Libertad! freut sich außerordentlich über diese Initiative. Wie die Aktivist/innen in ihrem Aufruf mitteilen, erklären sie sich "solidarisch mit Libertad!, die wegen einer solchen Online-Demo am 14. Juni ein Gerichtsverfahren erwarten (http://www.libertad.de/online-demo). Im Prozess soll einer der Aufrufenden stellvertretend für Libertad! und alle Online-Aktivist/innen wegen Nötigung verurteilt werden soll". Auf Indymedia (http://de.indymedia.org/2005/06/118894.shtml) sind und werden Links zu den Protestseiten veröffentlicht, die allen eine einfache Teilnahme an der Online-Demo gegen Fraport ermöglichen. 4. Presseerklärung der Rote Hilfe e.V. zum bevorstehenden Prozess Zum Prozess gab die Ortgruppe Darmstadt im Namen der Rote Hilfe eine längere Presseerklärung heraus. Neben den Infos zum bevorstehenden Verfahren und den Terminen der Aktivitäten, wird zur Bedeutung des Prozesses ausgeführt: "Das Urteil in diesem Prozess wird von der Politischen Justiz und ihrer Strafverfolgungsbehörden ohne Zweifel als Grundlage für zukünftige Aktions- und Protestformen im virtuellen Raum genutzt werden. Gerade deshalb wird dieser Präzedenzfall für die gesamte emanzipatorische Linke von großer Bedeutung sein. Denn um unseren Kampf gegen die kapitalistische Ordnung, gegen Imperialismus, gegen Faschismus und gegen Rassismus, unsere Vorstellungen von einem Leben in Würde und frei von Herrschaft, unsere Inhalte weiterhin offensiv darzustellen und zu einem wahrnehmbaren Faktor in gesellschaftlichen Auseinandersetzungen zu machen, müssen wir auch über neue Formen des Widerstands diskutieren und diese für uns nutzbar machen - nicht nur auf der Straße, sondern auch im Internet. " Die vollstände Presseerklärung hier: http://www.libertad.de/online-demo/rh2prozess050605.shtml 5. Termine der Woche 07.06.2005 (Dienstag) - 20 Uhr - Frankfurt: "Online-Aktivismus - Das Internet als politischer Protestraum" mit der autonomen a.f.r.i.k.a. gruppe und Libertad! Ort: atelierfrankfurt, Vortragssaal, 2. OG, Hohenstaufenstr. 13-27, Frankfurt Veranstalterin: Libertad! 08.06.2005 (Mittwoch) - 20 Uhr - Frankfurt: Veranstaltung mit Film: "Deportation.Class - Portrait einer Kampgane" und Informationen zum Prozess Ort: Dritte Welt Haus, Falkstraße 74, Frankfurt 09.06.05 (Donnerstag) - Bonn: Veranstaltung mit Film: "Deportation.Class - Portrait einer Kampgane" und Informationen zum Prozess Ort: Buchladen L'Sabot, Breite Straße 09.06.05 (Donnerstag) - 19.00 Uhr - Berlin: Film & Debatte: "Deportation Class": Online-Demonstranten vor Gericht, Film "Deportation Class", Porträt einer Kampagne (2002) Ort: Mehringhof Versammlungsraum | Gneisenaustr. 2a, 10961 Berlin Veranstalterin: Libertad! und Antirassistische Initiative e.V. mit Unterstützung von Mehringhof e.V. 10.06.2005 (Freitag) - ab 21.30 Uhr - Frankfurt: Grand Prix de la Revolution / Soli-Party für Online-Aktivist/innen: Bunter Benefiz-Abend mit Karaoke, Party, DJs, Tanzen, Trinken uvm Ort: Cafe ExZess, Leipziger Str. 91, Frankfurt -- Mit freundlichen Grüssen kampagne mailto:kampagne at libertad.de FREIHEIT FÜR ALLE POLITISCHEN GEFANGENEN WELTWEIT! ================================================ B) TERMINE ================================================ ======================== Mittwoch http://mund.at/butt/Termine/Juni/0806.htm Donnerstag http://www.mund.at/butt/Termine/Juni/0906.htm Freitag http://www.mund.at/butt/Termine/Juni/1006.htm ======================== ================================================ D) EDITORIAL ================================================ Für den Inhalt verantwortlich: Ihr. E-Mail-Adresse für Beiträge: widerstand at no-racism.net geschickt. widerst at nd MUND und alle Termine täglich aktualisiert im Web: http://www.no-racism.net/MUND Ziel von MUND (medienunabhängiger Nachrichtendienst) ist die unzensurierte und möglichst rasche Information über gesellschafts- politisch relevante Termine, Hinweise und Diskussionsbeiträge zu Widerstand und Antirassismus sowie verwandte Themen. sollen einen Titel, Namen und Emailadresse der/des AutorIn enthalten und möglichst kurz und prägnant gehalten sein, ev. mit Hinweis, wo weitere Informationen eingeholt werden können. Bitte keine Attachments! Die inhaltliche und sachliche Verantwortung liegt bei der/dem jeweiligen AutorIn bzw. jenen, die uns die Beiträge schicken. Der MUND wird von einzelnen TagesredakteurInnen zusammengestellt. Da Fehler nicht ausgeschlossen sind, bitten wir, nicht veröffentlichte Beiträge nochmals an widerstand at no-racism.net zu senden. Die Weiterleitung (auch auszugsweise) ist erwünscht. Beiträge mit rassistischen oder sexistischen Inhalten werden nicht veröffentlicht. Sehr persönliche Meldungen werden wir an den betreffenden Adressaten weiterleiten, aber nicht im MUND veröffentlichen. Die bisherigen Ausgaben sind unter http://www.no-racism.net/MUND archiviert. Terminankündigungen bitte nach folgender Vorlage: * Wann: Sonntag, 11.11.2001, 11:11 Uhr * * Was: Maskenball: Motto "Schwarzblau ist die Haselnuss" * * Wo: Villa Morgenrot, Grüner Anger 42, 2001 Wendendorf * * Kommentar: Anreise per Anhalter. Maskenzwang. Ende nie. Aber kurz und prägnant.* Die Rubrik "Redaktionelles" am Ende der Ausgabe ist u.a. eine Konsequenz aus der Notwendigkeit, sexistische, antisemitische und rassistische Beiträge nicht zu veröffentlichen, ohne jedoch stillschweigend Zensur zu üben. Hier wird - in anonymisierter Form - auf angehaltene Beiträge hingewiesen und eine kurze Begründung der Tagesredaktion für die Nichtaufnahme geliefert. (Weitere Gründe einen Beitrag nicht aufzunehmen sind z.B.: Attachments, kein erkennbarer Bezug zu den breit gestreuten Themen des MUND, Werbesendungen, sinnlose Kettenbriefe.) Die AbsenderInnen der betroffenen Beiträge werden hiervon informiert. Im Sinne einer "gläsernen Zensur" könnt ihr Euch die Beiträge gerne extra schicken lassen: Ein kurzes Mail an widerstand at no-racism.net genügt. ================================================ E) VERTEILERLISTE ================================================ Zur Eintragung in diesen Verteiler bitte direkt subskribieren unter http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/analle oder von der einzutragenden Adresse aus ein mail schicken an: admin at no-racism.net mit folgendem Text: subscribe no-racism Bitte wegen Automatisierung diesen Wortlaut verwenden! Zur Austragung aus dieser Liste bitte an zusammengestellt. Bitte keine Attachments! (werden nicht angenommen) 5 unaktuelle beiträge nicht genommen Redaktionsschluss für diese Ausgabe: Mi 12.00 Uhr III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III ü, ö, ä, ß, Ü, Ö, Ä III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III widerst at nd-MUND is powered by http://alt.strg.at/ ================================================ From analle at no-racism.net Thu Jun 9 08:20:07 2005 From: analle at no-racism.net (=?iso-8859-1?q?MUND=3A_medienunabh=E4ngiger_Nachrichtendienst?=) Date: Thu, 9 Jun 2005 08:20:07 +0200 Subject: widerst@nd - MUND: Donnerstag, 9.6. 2005 Message-ID: widerst at nd MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst Donnerstag, 09. Juni 2005 www.no-racism.net/mund ================================================ A) INHALT ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN/ANKÜNDIGUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 01 fibrig-heißes sommerfest fr, 10.06.05 tüwi von fiber press ================================================ 02 JournalistInnenpreis 2005 "Für Vielfalt. Gegen Diskriminierung." von Claudia Jandl ================================================ 03 Hinweis: Lesung im Filmcasino (12. Juni) von LOLLIGO - Kindercafé ================================================ 04 Terminankündigung: Jugendveranstaltung der MieterInnenInitiative von MieterInnenInitiative ================================================ 05 Atomwaffenabruestung von Stadtteilzentrum Simmering ================================================ 06 Internationales Symposium in Istanbul von International Platform against Isolation ================================================ 07 Macht Ehre Scham von "wadi wien" ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN/MEINUNGEN/KOMMENTARE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 08 Bosnien: Srebrenica-Video belegt Vorwürfe gegen Serbisch-orthodoxe Kirche von "GFBV" ================================================ 09 Klima der Angst. Die Situation der Frauen im Irak von "wadi wien" ================================================ 10 Moderne Zeiten/Medien/Recht: Offen gelegt von "akin" ================================================ 11 Moderne Zeiten/Recht: Die Sozialdatensurfer von "akin" ================================================ 12 Moderne Zeiten/Recht/Initiativen/Dokumentation: 10 Thesen zur Informationsfreiheit von "akin" ================================================ 13 EU/Verfassung/Demokratie/Glosse: Zwentendorfer Allueren von "akin" ================================================ 14 Tuerkei/Dokumentation: Anwaelte protestieren gegen neues tuerkisches Strafgesetz von "akin" ================================================ 15 Tuerkei: Armenien-Konferenz nach Intervention abgesagt von "akin" ================================================ 16 Indien: Nach der Flut die grosse Katastrophe von "akin" ================================================ 17 Was heißt eigentlich Asylmissbrauch? von office at asyl-in-not.org ================================================ 18 Gudenus leugnet Gaskammern im "Dritten Reich" von aktion at gegendenantisemitismus.at ================================================ 19 Die roten Europa-Populisten von "kohlerdi" ================================================ 20 Leidensweg eines Folteropfers von office at asyl-in-not.org ================================================ 21 Fassungslos von "wadi wien" ================================================ ================================================ B) TEXTE ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN/ANKÜNDIGUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 01 fibrig-heißes sommerfest fr, 10.06.05 tüwi von fiber press ================================================ Geschätzte MedienpartnerInnen und Interessierte, WIR LADEN NOCH MAL HERZLICHST EIN ZUM: fibrig-heißen Sommerfest zur 7. Ausgabe mit dem Schwerpunkt: Wut & Aggression in der Popkultur 10.06.2005, ab 20 Uhr Tüwi, Peter-Jordan-Straße 76, A-1190 Wien Live: Mieze Medusa & Madlane & Guests ab 22.30 DJs: DJ Giu, DJ NiSt, DJ ladyBug freier Eintritt frisch gedruckte fiber 7 und fabulöse Shirts fibrige Sommerbowle und Chilli/en im Garten Wir freuen uns über zahlreiches Erscheinen und über eine Ankündigung in Ihrem Medium. mit fibrigen Grüssen, Hanna Sohm Hanna Sohm und Nina Stastný Redaktion fiber. werkstoff für feminismus und popkultur Presse/PR Email: presse at fibrig.net Tel: +43/650/6298067 Web: http://www.fibrig.net Kirchengasse 10 Mailbox Nr. 234 A-1070 Wien ================================================ 02 JournalistInnenpreis 2005 "Für Vielfalt. Gegen Diskriminierung." von Claudia Jandl ================================================ PRESSEMITTEILUNG: Europäische Kommission ruft JournalistInnenpreis 2005 "Für Vielfalt. Gegen Diskriminierung." aus. EU-Preis wird heuer auch erstmals in der Kategorie "Foto" vergeben. JournalistInnen aus Österreich und den anderen 24 EU-Mitgliedstaaten sind aufgerufen, Artikel über den Kampf gegen Diskriminierung und den Einsatz für mehr Vielfalt in der Berufswelt einzureichen. Medienfachleute und AntidiskriminierungsexpertInnen werden in allen Ländern nationale PreisträgerInnen in jeder Kategorie auswählen. Eine europäische Jury wird anschließend Europas beste Artikel ermitteln. Die AutorInnen gewinnen eine Studienreise in ein EU-Land ihrer Wahl. GewinnerInnen 2004 Die Europäische Kommission vergibt den EU-JournalistInnenpreis "Für Vielfalt. Gegen Diskriminierung." zum zweiten Mal. 2004 kamen die drei besten Artikel aus Frankreich, Dänemark und Ungarn. Ausgewählt wurden diese aus insgesamt 246 zum Wettbewerb zugelassenen Beiträgen. In Österreich hatten Alexis Johann, Marlies Neumüller und Christoph Dirnbacher mit dem Artikel "Je anders, desto besser" für das Wirtschaftsmagazin trend gewonnen. Neue Kategorie "Foto" In diesem Jahr wird der JournalistInnenpreis in einer weiteren Kategorie vergeben: Neben Presse- und Online-Beiträgen, werden nun zum ersten Mal auch die besten Fotografien "Für Vielfalt. Gegen Diskriminierung." prämiert. Die Preise werden dabei jeweils an die drei FinalistInnen in beiden Kategorien vergeben. Teilnahmebedingungen Der Wettbewerb ist Teil der EU-Informationskampagne "Für Vielfalt. Gegen Diskriminierung.", die über europäische Antidiskriminierungsmaßnahmen aufklärt. Der Schwerpunkt liegt auf Diskriminierung am Arbeitsplatz. Um sich für die Teilnahme am Wettbewerb zu qualifizieren, müssen die Artikel und Fotos zwischen dem 1. Januar und dem 31. Dezember 2005 in Print- oder Onlinemedien veröffentlicht werden. Die Artikel können in allen offiziellen Sprachen der EU verfasst sein und müssen mindestens 4.200 Zeichen lang sein. Alle Artikel und Fotos müssen bis spätestens 31. Dezember 2005 eingereicht werden. Für weitere Details zum Wettbewerbsverfahren und für Antragsformulare schauen Sie bitte unter www.stop-discrimination.info . Pressekontakt: com_unit Agentur für Kommunikation Mag.a Daniela Knieling com_unit Agentur für Kommunikation T: +43/+1/ 407 23 47-16 F: +43/+1/ 407 23 47-4 E: daniela.knieling at comunit.at I: www.comunit.at ------ Ende der weitergeleiteten Nachricht ================================================ 03 Hinweis: Lesung im Filmcasino (12. Juni) von LOLLIGO - Kindercafé ================================================ Zwei unserer liebsten GästInnen haben uns gebeten, auf folgende Veranstaltung hinzuweisen: Lesung Sonntag, 12. Juni, 13.00 Uhr Filmcasino, Margaretenstraße 78, 1050 Wien Eintritt frei, Buffet Es lesen: Susanne Ayoub /Wien/ Endre Kukorelly /Budapest/ Kristín Ómarsdottír /Reykjavík/ Aaron Blumm /Subotica-Szabadka/ Anschließend Gespräch mit den AutorInnen und den InitiantInnen des Projekts Thomas Dimov und Ildikó Séra / in_between : architecture Moderation: Edith-Ulla Gasser / Ö1 "Erlaubst du mir, gleich einem etwas melancholischeren Raymond Queneau, durch die Straßen Wiens zu flanieren? Ich verspreche dir nichts als Eindrücke, Eindrücke, Eindrücke. Einzelheiten, Einzelheiten, Einzelheiten. Und kleine lyrische Katalepsien. Nuancen. Ich möchte dich zu einer fast naiven Betrachtung einer Stadt herausfordern, von der du alles weißt. Und die dir gerade deswegen entgleitet. Die du riskiest, nicht mehr zu sehen. Bist du bereit, mich zu begleiten?" (Ovidiu Nimigean: "F" wie Flanieren aus dem Rumänischen von Michael Astner Beitrag zum internationalen Buchprojekt "Wörterbuch der Straße" online unter: www.inbetween.at) Konzept, Organisation, Medien: in_between : architecture Thomas Dimov, 0650 5608756 Ildikó Séra, 0650 2032926 inbetween at gmx.at Wörterbuch online: http://www.inbetween.at/woerterbuch/woerterbuch_frame_b.html Wörterbuch info: http://www.inbetween.at/woerterbuch/woerterbuch_frame.html ---- LOLLIGO - Kinder-Café Fischerstiege 4-8 1010 Wien Achtung SOMMERPAUSE (kein regelm. Betrieb) Bankverbindung ("Lolligo") BAWAG (BLZ 14000) - Konto-Nr. 10010-036-203 ================================================ 04 Terminankündigung: Jugendveranstaltung der MieterInnenInitiative von MieterInnenInitiative ================================================ Wann: Dienstag, 14.06.2005, 19:00 Uhr Was: Interessensvertretung am Ende? MietrechtsexpertInnen reden mit JugendvertreterInnen Wo: Gasthaus Sittl, Pelikanstüberl Neulerchenfelder Straße 1 Wien 1160 Kommentar: Ein Theorie- und Strategiegespräch anhand konkreter Fragestellungen. 2. Veranstaltung der MieterInnenInitiative aus der Reihe MietrechtsexpertInnen reden mit .... Die Fragestellungen sind auf unserer Homepage mieterinnen.org zu finden. -- MI-MieterInnen-Initiative Kostenlose Wohnrechts-Beratung jeweils Mo+Di 14,00 - 18,00 Uhr 1090 Wien, Liechtensteinstraße 123 tel.Auskünfte: 319 44 86 Mail: office at mieterinnen.org Chat:ernesto.indymedia.org#mieterinneninitiative Infos: www.mieterinnen.org MI-kompetent, unabhängig, widerständig MITGLIED WERDEN! ================================================ 05 Atomwaffenabruestung von Stadtteilzentrum Simmering ================================================ Liebe Friedensfreundinnen und Friedensfreunde, wir laden Sie / dich / euch herzlich zu einer interessanten Veranstaltung der Friedensinitiative Donaustadt über die ATOMARE BEDROHUNG bzw. über ATOMWAFFENABRÜSTUNG am Dienstag, 14. JUNI 2005 in der Donaucitykirche ein. Mit solidarischen Friedensgrüßen Andreas Pecha Alois Reisenbichler WIr bitten Mehrfachzusendungen zu entschuldigen. ATOMWAFFENABRÜSTUNG? Die Weiterentwicklung des Atomwaffen- sperrvertrages ist bei der kürzlich beendeten Konferenz in New York ge- scheitert. "Die Gefahr eines Atom- krieges war noch nie so groß wie heute", meinte schon im Vorjahr der Chef der Internationalen Atomenergieagentur (IAEA) Al-Baradei. Die Friedensinitiative Donaustadt hat daher Univ.-Prof. Dr. Thomas Schönfeld zum Thema "Stand der atomwaren Abrüstung nach dem Abschluss der Konferenz über den Atomwaffen- sperrvertrag" eingeladen. Univ.-Prof. Dr. Schönfeld ist schon jahrzehntelang in der Friedensbewegung aktiv. Dr. Schönfeld kennt sowohl die internationalen Verträge wie auch die vielfältigen Aktivitäten der Friedensbewegungen für eine atomwaffenfreie Welt. Das Referat beginnt am Dienstag, 14. Juni 2005 um 19.00 Uhr in Donaucitykirche, 1220 Wien, Donaucitystraße (U1 Kaisermühlen). FÜR DEN WIENER TERMINKALENDER: Dienstag, 14. Juni 2005 19.00 Uhr Atomwaffenabrüstung? Univ.-Prof. Dr. Thomas Schönfeld, Donaucitykirche, 1220 Wien, Donaucitystraße (U1 Kaisermühlen) Eintritt frei. Informationen: Ernst Toman, Friedensinitiative Donaustadt, Tel. 01 263 61 92 Andreas Pecha, Friedensbüro Wien, pax.vienna at chello.at Alois Reisenbichler, Tel. 0664 39 51 809 ALOIS REISENBICHLER 1110 Wien, Schneidergasse 15/9 Tel. 0664 39 51 809 ================================================ 06 Internationales Symposium in Istanbul von International Platform against Isolation ================================================ Internationales Symposium (Istanbul, 25. -27. Juni 2005) Programmentwurf (25.-27. Juni 2005) 25. Juni: 09:30-12:00 Uhr: Der medizinische Aspekt der Isolation (Ärzte, Neurologen, Wissenschaftler, wissenschaftliche Forschungsarbeit über Wernicke-Korsakoff) 13:00-16:30 Uhr: Der menschliche Aspekt der Isolation (Angehörige und Solidaritätsgruppen, ehemalige Gefangene) 18:30-21:00 Uhr:Der juristische Aspekt der Isolation (JuristInnen, Anwälte, Menschenrechtseinrichtungen) 26. Juni: Der politische Aspekt der Isolation (Organisationen, politische Einrichtungen) 10:00-13:00 Uhr: Isolation gegen Organisationen (Schwarzen Listen der EU und USA 14:30-18:00 Uhr: Isolation gegen Länder (Irak, Palästina, Kuba, Nordkorea) 27. Juni: 10:00-12:00 Uhr:Pressekonferenz (Veröffentlichung der Enddeklaration, Pressekonferenz mit der Teilnahme der Delegierten) Isolation und Symposium gegen die Isolation Gefangene und Isolation werden stets gemeinsam erwähnt. Die Isolationspolitik und Gefängnisstrafe gegen Oppositionelle betrifft heutzutage nicht nur die Gefangenen, sondern gleichermaßen Organisationen und Länder. Denn es wird gegen sie als eine Isolations- und Vernichtungspolitik angewandt. Wenn die Isolationsgefängnisse unter diesem Aspekt betrachtet werden, kommt der menschliche, juristische, medizinische und politische Aspekt noch deutlicher zum Vorschein. Isolationspolitiken gegen Gefangene, Verbote wie Schwarze Listen gegen Organisationen und Besatzungen, Kriege, Sanktionen gegen Länder, sind mittlerweile Maßnahmen, die von einer zentralen Stelle geleitet werden. Was beispielsweise in Guantanamo angewendet wird, kann nicht mehr als unmenschliche Praxis und Isolation gegen die dort Inhaftierten bezeichnet werden. Guantanamo soll eine Drohung für alle darstellen, die das Potentiell haben, sich gegen die EU und USA auszusprechen, sowie für Länder, die sich nicht fügen wollen. Die F Typ- Gefängnisse sollten nicht auf architektonische Besonderheiten beschränkt werden. Ansonsten wird übersehen, dass in der Person der Gefangenen, der Kampf für Rechte und Freiheiten unterbunden und Gedanken und Organisierungen, die für Unabhängigkeit und Demokratie kämpfen, vernichtet werden. Ebenso ist es unmöglich, die Isolation und Gefangenschaft der 5 kubanischen PatriotInnen zu erkennen, wenn die Sanktions- und Isolationspolitiken gegen Kuba außer Acht gelassen werden. Es muss auch erkannt werden, dass der Bau der Mauer in Palästina im direkten Zusammenhang mit der Isolationspolitik gegen die Völker im Irak steht. Um den menschlichen, medizinischen, juristischen und politischen Aspekt der Isolation gegen Gefangene vor Augen zu führen; um gegen die Isolationspolitiken in Form von Isolationsgefängnisse gegen Gefangene, Schwarze Listen gegen Organisationen, sowie gegen Sanktionen, Kriege und Besatzungen gegen Länder eine internationale Solidaritätsbewegung zu schaffen; werden TAYAD und die Internationale Plattform gegen die Isolation im Juni 2005 ein internationales Symposium durchführen. Die Türkei versucht sich in die EU zu integrieren. Aufgrund der Vorgaben von der EU haben in der Türkei im Kampf gegen die F Typ Gefängnisse, bei denen es sich um Isolationsgefängnisse handelt, 118 Menschen ihr Leben verloren. Trotzdem geht der Kampf gegen die F Typ- Gefängnisse weiter. Es wird uns eine große Ehre sein, auf einem Isolationssymposium in Istanbul, dem Heimatland des längsten Gefängniswiderstandes in der Geschichte, Gäste aus aller Welt willkommen zu heißen. Gegen den „großen Widerstand“ wurden bis dato zahlreiche Attacken durchgeführt, Massaker inbegriffen. Der Widerstand geht trotzdem, mittlerweile im 5. Jahr, weiter. Der heftigste Angriff auf diesen Widerstand ist die “Ignorierungspolitik”. Diese Angriffsform wird auf der ganzen Welt ausgeübt. Dieser Angriff baut auf die Propaganda, das Todesfasten fände keine Unterstützung in der Masse. Das stimmt aber nicht. ArbeiterInnen, jung und alt, die Landbevölkerung, sensible Intellektuelle, standen schon immer hinter dem Widerstand. Wir laden alle ein, sich vor Ort über die organisierte Kraft unserer Bevölkerung ein Bild zu machen. Wir laden alle ein, sich in Istanbul gegen die Isolation auszusprechen und am internationalen Symposium, teilzunehmen. Organisator/innen: TAYAD (Verein der Angehörigen politischer Gefangener in der Türkei) Internationale Plattform gegen Isolation Kontakt: IPGI, Tel: ++32 2 230 08 66, e-mail: isolation at post.com Veranstaltungsort: "Muammer Karaca" Theater Istiklal Caddesi Muammer Karaca Cikmazi No. 3 Beyoglu/ Istanbul TÜRKEI ================================================ 07 Macht Ehre Scham von "wadi wien" ================================================ Macht Ehre Scham Kultur und Geschlechterperspektiven in der zivilen Konfliktbearbeitung Mittwoch, 29. Juni 2005 17:30 Uhr Folder: http://www.wadinet.at/termine/ws050629_info.pdf ----------------- Anmeldung unter: http://www.wadinet.at/termine/ws050629_anmeldung.pdf ----------------- -- WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit e-mail: wadi.wien at gmx.at Tel.: 0699-11365509 Spendenkonto in Österreich: Kontonummer 07.405.301 Evangelische Kreditgenossenschaft eG BLZ 31800 IBAN: AT10 3180 0000 0740 5301 BIC: EVKRATW1 Website mit weiteren Informationen zu Projekten von Wadi und Veranstaltungshinweisen: www.wadinet.at ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN/MEINUNGEN/KOMMENTARE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 08 Bosnien: Srebrenica-Video belegt Vorwürfe gegen Serbisch-orthodoxe Kirche von "GFBV" ================================================ GESELLSCHAFT FÜR BEDROHTE VÖLKER INTERNATIONAL PRESSEMITTEILUNG Göttingen, den 07.06.2005 Srebrenica-Video belegt schwere Vorwürfe: Serbisch-orthodoxe Kirche unterstützte Genozid an Bosniern Schwere Vorwürfe gegen die Serbisch-orthodoxe Kirche hat die Gesellschaft für bedrohte Völker International (GfbV) nach der Veröffentlichung des so genannten Srebrenica-Videos erhoben. "Die Serbisch-orthodoxe Kirche hat die Ermordung und Vertreibung der bosnischen Muslime und damit die Auslöschung des 500 Jahre alten mitteleuropäischen Islam aus Bosnien bedingungslos unterstützt", sagte der Präsident der GfbV International, Tilman Zülch, am Dienstag in Göttingen. "Das Video belegt einmal mehr, wie unmittelbar diese Kirche in den Genozid an den bosnischen Muslimen verstrickt ist." Darin ist zu sehen, wie der in Serbien populäre Abt Gavrilo aus dem Kloster des heiligen Erzengels in Privina Glava bei Sid im Nordwesten von Belgrad die serbischen Mörder von sechs muslimischen Zivilisten aus Srebrenica segnet. "Eine ähnliche Szene ist auf einem weltweit verbreiteten Foto der Agentur Reuters zu sehen, das wenige Tage nach der Erschießung von mindestens 7.800 bosnischen Männern und Knaben aus der ehemaligen UN- Schutzzone durch serbische Einheiten in Ostbosnien am 25. Juli 1995 aufgenommen wurde, berichtete Zülch, "dort reicht Patriarch Pavle, der höchste Geistliche der Serbisch-orthodoxen Kirche, den heute mit internationalem Haftbefehl gesuchten Hauptkriegsverbrechern Radovan Karadzic und Ratko Mladic in Sokolac bei Sarajevo geweihtes Brot." Noch zu Silvester 1994/95 habe die Heilige Synode, das oberste Leitungsgremium der Serbisch-orthodoxen Kirche, es für "unchristlich" erklärt, die serbische Armee als Aggressor zu bezeichnen, berichtete Zülch. "Patriarch Pavle und die große Mehrheit der serbischen Bischöfe haben sich seit 1991 immer wieder für den Anschluss der ethnisch gesäuberten Gebiete Kroatiens und Bosniens an Serbien eingesetzt. Im Juli 1994 hatte die serbische Bischofskonferenz, angeführt von "Seiner Heiligkeit", dem serbischen Patriarchen Pavle, die serbische Nation aufgefordert, "in voller Verantwortung vor Gott und vor unserem Volk sich zu erheben". Im Oktober 1994 widersetzte sich die Serbisch-orthodoxe Kirche allen Versuchen, den Friedensplan der internationalen Gemeinschaft zu unterzeichnen, es sei denn die von Serbien besetzten Gebiete dürften sich Serbien anschließen. Der GfbV liegen eine Reihe von ähnlichen Aussprüchen serbischer Bischöfe vor. Nur der serbisch-orthodoxe Bischof von Hildesheim, Konstantin Djokic, hat ein Schuldeingeständnis für die serbische Seite abgegeben. Draufhin wurde seine westeuropäische Diözese halbiert. Bereits während des Bosnienkrieges hatte sich die GfbV an die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und den Deutschen Evangelischen Kirchentag gewandt und sie darauf aufmerksam gemacht, dass serbische Truppen in Bosnien 1183 Moscheen und muslimische Gebetshäuser, darunter prachtvolle jahrhundertealte Denkmäler der islamischen Kultur in Europa, verbrannt oder gesprengt haben. Auf den Ruinen verschiedener Moscheen hatte die Serbisch-orthodoxe Kirche mit dem Neubau von Kirchen begonnen wie in Foca und Brcko. In Konjevic Polje wurde in unmittelbarer Nähe eines Massengrabes für ermordete Muslime einen neue serbisch-orthodoxe Kirche errichtet. Die GfbV fordert heute die EKD, den Lutherischen Weltbund, den Weltkirchenrat und die Leitung des Deutschen Evangelischen Kirchentages mit Schreiben auf, einen Dialog mit der Serbisch- orthodoxen Kirche aufzunehmen. Vor allem die evangelischen Kirchen, die auf vielfache Weise mit den orthodoxen Kirchen verbunden sind, müssten die Serbisch-orthodoxe Kirche zur Umkehr bewegen. Diese müsste ihr Versagen dokumentieren und sich bei den bosnischen Opfern entschuldigen. Für Nachfrage ist der Präsident der GfbV International, Tilman Zülch, auf erreichbar unter Tel. 0151 153 09 888. ====================================================== Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV) Inse Geismar, Pressereferentin Postfach 2024, D-37010 Goettingen Tel.+49/551/49906-25, Fax:++49/551/58028 E-Mail: presse at gfbv.de, Homepage:http://www.gfbv.de ================================================ 09 Klima der Angst. Die Situation der Frauen im Irak von "wadi wien" ================================================ „Klima der Angst“ http://www.chilli.cc/index.php?noframes=1&id=52-1-436&from= Wadi-Mitarbeiter Thomas Schmidinger über die Situation der Frauen im Irak „Das größte Problem für Frauen ist zurzeit sicher der Mangel an Sicherheit“, beschreibt Thomas Schmidinger die gegenwärtige Situation Thomas Schmidinger ist Mitarbeiter der im Irak mit Frauen-Projekten tätigen Hilfs-Organisation Wadi, Lehrbeauftragter am Institut für Politikwissenschaft und Mitherausgeber des Buches „Irak - Von der Republik der Angst zur parlamentarischen Demokratie?“ Im E-Mail Interview mit CHiLLi spricht er über die Situation der Frauen im Irak und über positive und negative Entwicklungen seit dem Sturz von Saddam Hussein. CHiLLi: „Wie ist aus Ihrer Sicht die derzeitige Situation von Frauen im Irak?“ Thomas Schmidinger: „Es gibt kaum irgendwo eine Gesellschaft, in der Frauen wirklich gleichberechtigt wären. Die Situation gesellschaftlicher Ungleichheit ist also keine spezifisch irakische Realität. Tatsächlich war der Irak, was die Geschlechter-Verhältnisse betrifft, schon viel weiter als heute. Bereits nach dem Sturz der Monarchie 1958 war unter dem links-populistischen Regime Abdel Karim Qasims ein säkulares Personenstands-Recht durchgesetzt worden, das damals als das fortschrittlichste in der gesamten arabischen Welt galt.“ „Diese Tendenz kehrte sich jedoch unter dem Ba´th-Regime, seit dem Angriffs-Krieg gegen den Iran, um. Als Zugeständnis an die Soldaten wurde in den achtziger Jahren das Mindestalter zur Verheiratung von Mädchen wieder heruntergesetzt. Im Laufe der neunziger Jahre wurden Morde aus Gründen der „Ehre“ de facto wieder legalisiert. Viele irakische Mädchen wurden als Prostituierte in arabische Staaten verschleppt. Dieser Rückschritt lässt sich nicht von heute auf morgen wieder umkehren. Nach dem Sturz Saddam Husseins 2003 zeigte sich durch die weitgehende Abwesenheit des Staates auch eine zunehmende Rückkehr zu vermeintlich traditionellen Familien-Strukturen. In manchen Teilen des Landes hat auch der Einfluss religiöser Gruppen wieder zugenommen. Dies wirkt sich auch auf die Geschlechter-Verhältnisse aus.“ CHiLLi: „Was sind die größten Probleme für die Frauen?“ Thomas Schmidinger: „Das größte Problem für Frauen ist zurzeit sicher der Mangel an Sicherheit. Vor allem im Zentralirak und in der Hauptstadt Bagdad wagen sich viele Frauen kaum noch alleine vor die Haustüre. Zur allgegenwärtigen Gefahr, Opfer eines Anschlags zu werden - die selbstverständlich auch Männer betrifft - kommen für Frauen noch spezifische Gefahren dazu. Viele der Terrorgruppen entführen Frauen und oder vergewaltigen sie. Mit Politik oder einer islamistischen Ideologie hat diese Gewalt oft nur noch wenig zu tun. Das allgemeine Chaos schafft auch Betätigungs-Felder für banale Verbrecher. Gefangen genommene Terroristen geben immer wieder zu Protokoll, wie sie Frauen vergewaltigt oder zerstückelt haben. Das Wissen über diese brutalen Verbrechen verursacht ein Klima der Angst für junge Frauen und Mädchen.“ CHiLLi: „ Hat sich seit dem Sturz von Saddam Hussein die Lage für die Frauen in gewissen Bereichen verbessert?“ Thomas Schmidinger: „Das lässt sich nicht mit einem einfachen ja oder nein beantworten. In vielerlei Hinsicht hat sie sich verbessert. Heute ist es nicht mehr der Staat oder besser gesagt ein den Staat beherrschender Clan, der Frauen verschleppt und als Prostituierte in arabische Staaten verkauft. Die entstehenden politischen Freiheiten werden von Frauen genützt. So sind im ganzen Land Frauen-Organisationen entstanden. Erst im Jänner 2004 konnten von Frauen angeführte Massen-Demonstrationen die Einführung der Sharia verhindern. Frauen-Organisationen und säkulare Organisationen konnten hier einen bereits gefassten Beschluss des Übergangs-Rates wieder zu Fall bringen. In der noch gültigen Übergangs-Verfassung wurde eine Frauenquote von 25 Prozent für das neue irakische Parlament beschlossen.“ CHiLLi: „Erkennen Sie eine positive Entwicklung im Bereich der Rechte für Frauen? Setzt die neue Regierung explizite Schritte?“ Thomas Schmidinger: „Das Positive ist, dass sich Frauen nun genauso politisch engagieren können, wie andere gesellschaftliche Gruppen und selbst um ihre Rechte kämpfen können. Von Seiten der neuen Regierung erwarte ich mir hier eigentlich nichts. Die Regierung wird ja mehr oder weniger aus einer Koalition kurdischer und schiitisch-religiöser Parteien gebildet. Die explizit linken Kräfte, insbesondere die Kommunistische Partei, sind ja nach ihrem schlechten Wahlergebnis nicht mehr in der Regierung vertreten. Aber selbst in den schiitisch-islamistischen Parteien Da´wa und SCIRI gibt es aktive Frauen, die für manche frauenspezifischen Fragen durchaus als Bündnis-Partnerinnen zu gewinnen wären. Immerhin ist es dort nun aber möglich für NGOs wie Wadi Frauen-Schutzhäuser zu bauen oder etwa eine Kampagne gegen weibliche Genital-Verstümmelung zu beginnen. Mit all diesen Projekten stehen wir jedoch erst am Anfang eines langen Kampfes um Emanzipation.“ -- WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit e-mail: wadi.wien at gmx.at Tel.: 0699-11365509 Spendenkonto in Österreich: Kontonummer 07.405.301 Evangelische Kreditgenossenschaft eG BLZ 31800 IBAN: AT10 3180 0000 0740 5301 BIC: EVKRATW1 Website mit weiteren Informationen zu Projekten von Wadi und Veranstaltungshinweisen: www.wadinet.at ================================================ 10 Moderne Zeiten/Medien/Recht: Offen gelegt von "akin" ================================================ Moderne Zeiten/Medien/Recht: > Offen gelegt Was das neue Mediengesetz bringt Die Ausweitung des Mediengesetzes auf das Internet laesst durch die Unklarheit der Bestimmungen jede Menge Interpretationsspielraum. Bei strikter Auslegung koennten selbst Visitenkarten von Foren-Usern einer Impressumspflicht unterliegen. Ab 1. Juli muss ausnahmslos jede Website -- egal ob privat oder kommerziell, umfangreich oder klein -- ein Impressum samt Namen und Wohnort aufweisen. Selbst Webauftritte von Kindern sind nicht ausgenommen. Und auch die Domain spielt keine Rolle, entscheidend ist der oesterreichische Wohnsitz des Betreibers. Die Gesetzesnovelle wurde Mitte Mai im Nationalrat einstimmig verabschiedet. Unklar bleibt jedoch, wie weit reichend die Impressumspflicht ist. So koennten bei strenger Auslegung des Gesetzes sogar Foren-User, die ihre persoenliche Visitenkarte/Nickpage mit Inhalten versehen, als Medieninhaber gelten und unter die Offenlegungspflicht fallen, erklaert Medienrechtsanwalt Andreas Frauenberger gegenueber Futurezone.ORF.at. Ein Beitrag unter einem Pseudonym waere dann rein rechtlich nur unter gleichzeitiger Angabe des echten Namens auf der eigenen Visitenkarte moeglich. Wird die ueblicherweise automatisch zugewiesene Visitenkarte jedoch inhaltsleer gelassen, tritt der Foren-Nutzer somit wohl auch nicht als Medieninhaber auf und kann weiterhin anonym posten. Wer sich fuer seine Website eine eigene Domain zugelegt hat, musste schon bisher im online fuer jederman zugaenglichen Who-is-Verzeichnis mit Name, Anschrift, Telefonnummer und E-Mail-Adresse aufscheinen. Ab 1. Juli muss nun auch ein Impressum direkt auf der Website abrufbar sein. Weblogs: "Meinungsbildende Medien" Geht der Inhalt der Website ueber die Selbstdarstellung hinaus und kann "die oeffentliche Meinung beeinflussen", muss eine erweiterte Offenlegungspflicht beachtet werden. Das trifft besonders die in letzter Zeit steigende Zahl der Weblogs, die meist das Tagesgeschehen oder spezielle Themengebiete kommentieren und dadurch wohl auch zur Meinungsbildung beitragen koennen. Sie fallen nach dieser Definition klar unter die strengeren Bestimmungen. Diese umfassen neben der Veroeffentlichung von Name, Wohnort, Firma, Unternehmensgegenstand und Beteiligungsverhaeltnissen in Gesellschaften auch die Offenlegung von Beteiligungen an anderen unternehmerischen Websites und die Bekanntgabe der grundlegenden Richtung des Unternehmens ["Blattlinie"]. Auch Gegendarstellungen koennen nun verlangt werden. Doch die Unbestimmtheit des Begriffs "meinungsbildend" laesst jede Menge Fragen offen. So koennte selbst eine Linksammlung laut Rechtsanwalt Frauenberger schon als meinungsbildend angesehen werden, da die Auswahl ja gezielt vom Betreiber zusammengestellt wurde. Firmen, die sich auf ihrer Website auf die werbliche Praesentation ihrer Leistungen und Produkte beschraenken und keine meinungsbildenden Informationen aufweisen, fallen nicht unter die erweiterte Offenlegungspflicht. Sie muessen nach dem Mediengesetz nur ueber Impressum mit Name und Wohnort bzw. eventuell Angaben nach § 5 E-Commerce-Gesetz verfuegen. Pro & Kontra Rechtsanwalt Thomas Hoehne, der in der Arbeitsgruppe zur Gesetzesnovelle mitgearbeitet hat, erklaert die Intention des Gesetzgebers: "Es kann ja wohl nicht sein, dass jemand, dem in einer Zeitung etwas vorgeworfen wird, das nachweislich nicht den Tatsachen entspricht, sich dagegen wehren kann, wenn diese Verleumdung aber im Internet erscheint, in einer Online-Zeitung oder auch auf einer privaten Website, dass man dort nichts dagegen unternehmen kann." Der Salzburger Richter Franz Schmidbauer, auch Webmaster der Oesterreichischen Richtervereinigung und Betreiber der Website "internet4jurists.at", steht der Novelle zum Mediengesetz sehr kritisch gegenueber. "In Faellen wie Ehrenbeleidigung braucht man kein Mediengesetz, um den Taeter zu verfolgen." Bei der "Offenlegungspflicht" gehe es darum, dass etwa Zeitungen ihre grundlegende Richtung und die Beteiligungen offen legen muessen, damit sich der Medienkonsument ein Bild machen kann, wer hinter dem Medium steckt. Schmidbauer in seiner Online-Stellungnahme: "Wo besteht im Internet eine Notwendigkeit, einen Medieninhaber zu schaffen und diesen mit moeglichen Anspruechen zu ueberhaeufen? Richtig: Bei den Online-Seiten der konventionellen Medien. Bei allen anderen Medien ist das normativer Overkill, Einschuechterung, Technologiefeindlichkeit; es ist schlicht unangemessen. Der Website-Betreiber muss sowieso fuer den Inhalt seiner Website den Kopf hinhalten. Er sollte aber abgesehen von den diversen Unterlassungsanspruechen, denen er ohnedies ausgesetzt ist, doch bitte nur bei Verschulden fuer Geldansprueche haften. Es gibt hier keinen aus den laufenden Masseneinnahmen gespeisten Haftungsfonds, aus dem Ansprueche Dritter befriedigt werden koennen. Die Masse der Website-Betreiber muessten Geldansprueche aus ihren sonstigen Berufseinkuenften bezahlen. Wer kann dieses Risiko in Zukunft auf sich nehmen?" Es geht Schmidbauer darum, dass der Gesetzgeber das Augenmass fuer die oekonomischen Rechtszugangsmoeglichkeiten verloren hat: "Der durchschnittliche Website-Betreiber kann es sich auch nicht leisten, auf die Rechte zu pochen, die ihm das Mediengesetz verleiht. Er hat nicht die finanziellen Moeglichkeiten, sich in einem Medienverfahren zur Wehr zu setzen, auch wenn die Erfolgsaussichten guenstig waeren. Da er aus dem Webauftritt in der Regel keine Einnahmen erzielt, ist bereits das Fuehren des Prozesses ein Problem. Die komplizierte Rechtsprechung macht eine Vorhersage ueber den Ausgang sowieso meistens unmoeglich. Der Slogan ´jedem sein Recht´ ist nur graue Theorie. Alleine der Umstand, dass der Online-Publizierende zum Medieninhaber wird, ist daher eine gefaehrliche Drohung." Schwierig in der Anwendung Doch was blueht Website-Betreibern, die keine oder falsche Angaben auf ihre Seiten setzen? Theoretisch kann auf Betreiber ohne Impressum ab 1. Juli eine Verwaltungsstrafe von bis zu 2.180 Euro zukommen. Tatsaechlich waere eine Groessenordnung um die 30 Euro vorstellbar, erklaert Stefan Kittinger, bei der Wiener Polizei fuer das Medienrecht zustaendig, auf Anfrage von futurezone.ORF.at. Eine Schwierigkeit stelle aber die Ausforschung bei fehlendem Impressum oder Falschangaben dar. Viele Verfahren wuerden wohl aus Gruenden der Verhaeltnismaessigkeit des Aufwandes bereits daran scheitern. Dass die Behoerde ab 1. Juli das Netz flaechendeckend durchkreuzt, um Impressums-Taetern auf die Schliche zu kommen, haelt Kittinger allein aus Kapazitaetsgruenden fuer abwegig. (Futurezone, internet4jurists/akin) Quellen: http://futurezone.orf.at/futurezone.orf?read=detail&id=267696 http://futurezone.orf.at/futurezone.orf?read=detail&id=266618&tmp=31077 Eine ausfuehrliche Wuerdigung des Gesetzes findet sich auf der Homepage von Richter Schmidbauer unter: http://www.i4j.at/news/aktuell66a.htm *************************************************** Der akin-pd ist die elektronische Teilwiedergabe der nichtkommerziellen Wiener Wochenzeitung 'akin'. Texte im akin-pd muessen aber nicht wortidentisch mit den in der Papierausgabe veroeffentlichten sein. Nachdruck von Eigenbeitraegen mit Quellenangabe erbeten. Namentlich gezeichnete Beitraege stehen in der Verantwortung der VerfasserInnen. Ein Nachdruck von Texten mit anderem Copyright als dem unseren sagt nichts ueber eine anderweitige Verfuegungsberechtigung aus. Der akin-pd wird nur als Abonnement verschickt. Wer versehentlich in den Verteiler geraten ist, kann den akin-pd per formlosen Mail an akin.buero at gmx.at abbestellen. ================================================ 11 Moderne Zeiten/Recht: Die Sozialdatensurfer von "akin" ================================================ Moderne Zeiten: > Die Sozialdatensurfer Die Schikanierung Arbeitsloser wird auf die Sozialversicherung ausgedehnt Die ersten Erfahrungen mit der Einfuehrung der e-card im Burgendland sind da: Im Zuge der aerztlichen Behandlung wurden bei einem Arzt Patienten von der e-card als gesperrt gemeldet. Eine Anfrage bei der angegebenen Hotline-Nummer der Sozialversicherungsanstalt ergab, dass diese Personen als Arbeitslose vom AMS wegen Unregelmaessigkeiten in der Arbeitslosenmeldung (versaeumte Termine, Nichtannahme von Arbeiten usw.) gesperrt waeren und daher keinen Leistungsanspruch haetten. Abgesehen davon, dass die Auskunft falsch war, auch bei Sperre des Arbeitslosenentgelts besteht noch mehrere Wochen Anspruch auf Sozialversicherungsschutz, handelte es sich um eine doppelte Datenschutzverletzung. Richtig ist zwar, dass die Tatsache einer Arbeitslosenmeldung und auch ein Beenden der Arbeitslosigkeit vom AMS zum Hauptverband zu melden ist, damit wird auch der Anspruch der Sozialversicherung geregelt und abgerechnet. Unzulaessig ist jedoch die Weitergabe ueber Details aus den Arbeitsvermittlungsversuchen an die Sozialversicherungen. Aehnlich unzulaessig waere es, wenn die Sozialversicherungen ueber berufliche Firmeninterna laufend informiert wuerden. Die zweite Datenschutzverletzung bestand darin, vertrauliche Informationen aus dem AMS an einen Arzt weiter zu geben. Als Patient habe ich ein Recht, dass ein Arzt nur Zugang zu den fuer eine Behandlung notwendige Daten hat und ich als Patient jederzeit diese Informationen nachvollziehen kann. Ein ordentlich entwickeltes e-card-System koennte es sogar leisten, dass die Aerzte von den Sozialversicherungen ueberhaupt keine Informationen bekommen, wo jemand beschaeftigt ist, ob er in Karenz ist oder arbeitslos. Stoeberpraxis der Sozialversicherungsmitarbeiter Die freizuegigen Auskuenfte der Sozialversicherungsmitarbeiter sind offenbar durch eine laufend geuebte Stoeberpraxis moeglich. Offenbar ist es ueblich, dass Mitarbeiter der Sozialversicherungen routinemaessig in den Aufzeichnungen der AMS-Computer herumsuchen und dabei alle Informationen ansehen koennen, nicht bloss die fuer sie relevanten. Dazu muss man jedoch wissen, dass Fehleintraege in den AMS-Computer zum Alltag gehoeren und erhebliche Zeit der Arbeitslosen darin aufgeht, ungerechtfertigte Sperren, An- und Ummeldungen wieder korrigieren zu lassen. Werden diese Fehler direkt zur Pruefung der Sozialversicherungsberechtigung verwendet, dann produziert die e-card bald nur mehr Chaos pur. Die Stoeberpraxis erinnert frappant an das beliebte ‘Patientenschauen’ in manchen Spitaelern. Werden dort Prominente eingeliefert steigen regelmaessig die Pflege- und Behandlungsabrufe der Krankengeschichte ins unermessliche. Ausschliesslich Administrationssysteme, die eine sehr detaillierte Berechtigungs- und Rollenverwaltung aufweisen, koennen derartige Datenschutzverletzungen verhindern. Der Hauptverband, die Sozialversicherungstraeger, aber auch das AMS sind daher aufgefordert ihr Zugriffsberechtigungskonzept, die Zugriffsrollen und die erlaubten Datenprofile offen zu legen. Die im Datenverarbeitungsregister gemeldeten Informationen sind dazu viel zu ungenau und veraltet. Zusammenhang mit Gesundheitstelematikgesetz unklar. Noch ungeklaert sind die Rolle des Gesundheitstelematikgesetzes und des geplanten Gesundheitsinformationsnetzwerks bei diesen Datenschutzverletzungen. Fest steht, dass durch das Gesundheitstelematikgesetz die rechtlichen Voraussetzungen fuer einen gewaltigen Patienteninformationsverbund geschaffen werden. Offenbar sind jedoch keine ausreichenden Sicherheiten vorgesehen, die Datenschutzverletzungen fruehzeitig erkennen lassen und verhindern. Die einzelnen IT-Systeme sind relativ stoeranfaellig, inkompatibel und nicht fuer gezielten Datenaustausch geeignet. In einem Patienteninformationsverbund wuerde letztlich nach kuerzerster Zeit jeder in jedem System herum"surfen", nach richtigen und falschen Daten stoebern und in falsch verstandenem Servicebewusstsein auf der Privatsphaere der Patienten herumtrampeln. (ARGE Daten/bearb.) 'akin - aktuelle informationen' a-1170 wien, Lobenhauerngasse 35/2 vox: ++43/1/535-62-00 (anrufbeantworter, unberechenbare buerozeiten) http://akin.mediaweb.at akin.buero at gmx.at Bankverbindung lautend auf: föj/BfS, Bank Austria, BLZ 12000, 223-102-976/00, Zweck: akin ================================================ 12 Moderne Zeiten/Recht/Initiativen/Dokumentation: 10 Thesen zur Informationsfreiheit von "akin" ================================================ Moderne Zeiten/Recht/Initiativen/Dokumentation: > 10 Thesen zur Informationsfreiheit Im Rahmen des diesjaehrigen Symposium Chaos Control 2005 am 15. und 16. Juni 2005 in Wien wird erstmals die Wiener Erklaerung: "10 Thesen zur Informationsfreiheit" vor internationalem Publikum praesentiert. Ziel und Inhalt der Wiener Erklaerung ist es, die Moeglichkeiten im Umgang mit digitalem Wissen und Kommunikationsnetzen fuer Bildung und Wissenschaft optimal nutzbar zu machen und gleichzeitig faire und ausgewogene Bedingungen fuer den Informationszugang der Allgemeinheit zu schaffen. Auf www.chaoscontrol.at kann diese Erklaerung unterstuetzt werden. Anliegen der Wiener Erklaerung: Wissen ist fuer die Gesellschaft und deren soziale, kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung von grosser Bedeutung. Heute wird Wissen in immer groesserem Ausmass in digitaler Form gespeichert. Die rechtlichen und sozialpolitischen Rahmenbedingungen fuer den Zugang zum digitalen Wissen sind jedoch in vielen Bereichen noch nicht zufrieden stellend an die technischen Entwicklungen angepasst, sodass der Wissenstransfer ineffizient und selektiv erfolgt. Die notwendigen Schritte und Massnahmen zur Gewaehrung des bestmoeglichen Zugangs zu Informationen und Wissen sollen durch die 10 Thesen zur Informationsfreiheit verdeutlicht werden. Wiener Erklaerung Wissen ist fuer die Gesellschaft und deren soziale, kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung von grosser Bedeutung. Heute wird Wissen in immer groesserem Ausmass in digitaler Form gespeichert. Die rechtlichen und sozialpolitischen Rahmenbedingungen fuer den Zugang zum digitalen Wissen sind jedoch in vielen Bereichen noch nicht zufrieden stellend an die technischen Entwicklungen angepasst, sodass der Wissenstransfer ineffizient und selektiv erfolgt. Die notwendigen Schritte und Massnahmen zur Gewaehrung des bestmoeglichen Zugangs zu Informationen und Wissen sollen durch die folgenden 10 Thesen zur Informationsfreiheit verdeutlicht werden: 1. Digitalisierung und Vernetzung erlauben im Hinblick auf den Zugang zu Informationen Erleichterungen, die historisch einzigartig sind. Alles wird potentiell zugaenglich, kopierbar, veraenderbar. Damit wird eine Informationsverarbeitung in bisher unbekannter Weise moeglich und ein grosser Fortschritt in der Zugaenglichkeit von Wissen realisierbar. 2. Die Chancen, die mit dieser Entwicklung einhergehen, stehen nur jenen offen, die die notwendigen Kulturtechniken besitzen und beherrschen. Die Garantie eines Zugangs zur erforderlichen technischen Infrastruktur und Ausbildung muss daher Ziel jeder Bildungspolitik sein. 3. Bei der Verbreitung von Informationen sind die Interessen von UrheberInnen, VerwerterInnen sowie der Allgemeinheit durch die Rechtsordnung in ein gerechtes und oekonomisch sinnvolles Gleichgewicht zu bringen. Die Rechtsordnung ist hierzu das Instrument der Wahl. Das Recht hat Vorrang zu geniessen vor technisch bedingten Tatsachen, die von beherrschenden Marktteilnehmern geschaffen werden. 4. Freie Werknutzungen beschraenken die Verwertungsrechte der UrheberInnen auch ohne deren Zustimmung im Interesse der Allgemeinheit. Sie haben sich als Instrument des Interessenausgleichs bewaehrt und sind vor ihrer Schwaechung und Beseitigung durch technische Massnahmen und deren rechtlichen Schutz zu bewahren. 5. Freie Werknutzungen sind eine elementare Bedingung gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Fortschritts. Die freie Verfuegbarkeit von Informationen zu Zwecken der Forschung, Lehre und Bildung ist daher in groesstmoeglichem Ausmass zu garantieren. Das Urheberrecht ist diesbezueglich reformbeduerftig. 6. Das Urheberrecht steht ueberwiegend in einer historischen Tradition geistiger Stroemungen des 19. und 20. Jahrhunderts. Es ist rechtswissenschaftlich, sozialwissenschaftlich und rechtspolitisch darauf zu ueberpruefen, ob das Urheberrecht das Gleichgewicht zwischen UrheberInnen, VerwerterInnen sowie der Allgemeinheit weiterhin in gebotener Weise garantiert. 7. UrheberInnen haben heute die Gelegenheit, ihre Werke ueber digitale Netze einfach zugaenglich zu machen. Ueber die urheberrechtlichen Grundlagen dieses Zugaenglichmachens sind UrheberInnen unter besonderer Beruecksichtigung von der Informationsfreiheit foerderlichen Regelsystemen wie Open-Content-Lizenzen oder Open-Access-Initiativen neutral zu informieren. Das ist Aufgabe von Wissenschaft und Politik. Es ist Aufgabe der UrheberInnen, diese Moeglichkeiten zu nutzen. 8. ForscherInnen sind als Vorbilder im Umgang mit freiem Wissen gefordert. Wissenschaftsinstitutionen sollen ihren ForscherInnen empfehlen, insbesondere staatlich finanzierte Forschungsergebnisse leicht und unentgeltlich zugaenglich zu machen. Zugleich ist es Aufgabe des Staates, die eventuell daraus entstehenden Nachteile zu kompensieren. 9. Der Staat hat Vorbildcharakter im Umgang mit Informationen. Er hat daher den Zugang zu oeffentlichen Informationen technisch und rechtlich bestmoeglich zu erleichtern. Die Schaffung eines durchsetzbaren Rechts der BuergerInnen auf Zugang zu staatlichen Informationen auf der Basis eines oesterreichischen bzw. EU-weiten Informationsfreiheitsgesetzes nach internationalem Vorbild sowie die wirksame Kontrolle der Gebarung der staatlichen elektronischen Register und Daten, ist zu thematisieren. 10. Digitalisierung und Vernetzung bringen neue Fragen der Informationssicherheit und der Bewahrung von Information mit sich. Es ist staatliche Aufgabe zu verhindern, dass der fehlende technische Zugang zu Informationen zu einem Verlust von Wissen fuehrt. Fuer die Bewaeltigung dieser Aufgabe ist neben der Foerderung des Problembewusstseins mittels gezielter Bildungsmassnahmen, auch die Ueberarbeitung der aktuellen rechtlichen Rahmenbedingungen sowie die Bereitstellung der noetigen finanziellen Mittel erforderlich. Als Unterzeichner setzen wir uns dafuer ein, dass die Moeglichkeiten im Umgang mit digitalem Wissen und Kommunikationsnetzen fuer Bildung und Wissenschaft optimal genutzt werden koennen und gleichzeitig faire und ausgewogene Bedingungen fuer den Informationszugang der Allgemeinheit geschaffenen werden. (Aussendung Chaos Control/gek.) Quelle: http://www.chaoscontrol.at/we.htm ================================================ 13 EU/Verfassung/Demokratie/Glosse: Zwentendorfer Allueren von "akin" ================================================ EU/Verfassung/Demokratie/Glosse: > Zwentendorfer Allueren Die EU will jetzt demokratischer werden, um undemokratisch bleiben zu koennen. Ein Kommentar im Mittagsjournal am Montag brachte es auf den Punkt: Die EU-Verfassung ist tot, aber niemand traut sich das zu sagen, um nicht als Moerder dazustehen. Aber als das, was diese Verfassung geplant war, war sie sowieso eine Totgeburt. Denn die ersten Forderungen nach einer Verfassung waren die Forderungen nach demokratischen Notwendigkeiten, die dieser im Entstehen begriffene de facto-Superstaat EU einfach ignorieren wollte. Heraus kamen aber nur ein paar Verbesserungen fuer das Parlament nebst einem verwaschenen Grundrechtskatalog ohne echte Rechtsverbindlichkeit und als Gegengeschaeft eine staerkere Integration, eine Festschreibung des Kapitalismus und eine Militarisierung der EU. Was allerdings die Demokratisierung im nichtparlamentarischen Bereich angeht, so ist diese in Artikel I-47 definiert. Dieser sei wegen seiner Laecherlichkeit hier im Volltext zitiert: "(1) Die Organe geben den Buergerinnen und Buergern und den repraesentativen Verbaenden in geeigneter Weise die Moeglichkeit, ihre Ansichten in allen Bereichen des Handelns der Union oeffentlich bekannt zu geben und auszutauschen. (2) Die Organe pflegen einen offenen, transparenten und regelmaessigen Dialog mit den repraesentativen Verbaenden und der Zivilgesellschaft. (3) Um die Kohaerenz und die Transparenz des Handelns der Union zu gewaehrleisten, fuehrt die Kommission umfangreiche Anhoerungen der Betroffenen durch. (4) Unionsbuergerinnen und Unionsbuerger, deren Anzahl mindestens eine Million betragen und bei denen es sich um Staatsangehoerige einer erheblichen Anzahl von Mitgliedstaaten handeln muss, koennen die Initiative ergreifen und die Kommission auffordern, im Rahmen ihrer Befugnisse geeignete Vorschlaege zu Themen zu unterbreiten, zu denen es nach Ansicht jener Buergerinnen und Buerger eines Rechtsakts der Union bedarf, um die Verfassung umzusetzen. Die Bestimmungen ueber die Verfahren und Bedingungen, die fuer eine solche Buergerinitiative gelten, einschliesslich der Mindestzahl von Mitgliedstaaten, aus denen diese Buergerinnen und Buerger kommen muessen, werden durch Europaeisches Gesetz festgelegt." Was soll das? Man verspricht hoch und heilig, mit den Sozialpartner auch zu reden und genehmigt dem Volk unter strengen, aber schwammig formulierten Bedingungen ("erhebliche Anzahl von Mitgliedstaaten"), das Recht, die Kommission bitten zu duerfen, dass sie darueber nachdenken soll, wie die Verfassung umgesetzt werden koennte. Und waehrend die Regelungen bezueglich qualifizierte Mehrheiten im Rat ganz genau mit Prozentzahlen in der Verfassung fixiert sind, werden die Bestimmungen ueber diese laeppischen Volksbegehren auch noch extern per einfachem Gesetz geregelt -- sind also nicht einmal verfassungswuerdig und koennen jederzeit abgeaendert werden. Das nennen sie dann "partizipative Demokratie". Das ist alles -- mehr gibts nicht. Doch da bleibt immer noch das Problem, dass in einigen Nationalstaaten entweder weitreichende Bestimmungen ueber die Notwendigkeit von Volksabstimmungen herrschen oder zumindest das politische Klima solche verlangt. In Oesterreich oder Deutschland ist dem nicht so. In Oesterreich wurden wir einmal mit Propaganda niedergewalzt und seither gilt der damalige Entscheid als Persilschein fuer alles, was die EU so verzapft. In Deutschland gab es ueberhaupt nie ein Plebiszit: Die BRD ist als Mitgruenderstaat der EGKS 1951 einfach in die EU hineingerutscht, ohne dass je das Volk auch nur ueber einen einzigen Vertiefungsschritt befragt worden waere. Doch andere Laender, gluecklicherweise andere Sitten. Anderswo kam man eben nicht um eine Abstimmung ueber den Verfassungsvertrag herum. Und siehe da, das franzoesische und niederlaendische Nein erzeugt ein Umdenken: Auf einmal -- nur weil den hohen EU-Herren ein nationaler Volksentscheid nicht passt -- soll ploetzlich ein EU-weites Referendum moeglich sein. Natuerlich nur zu diesem speziellen Anlass und nur um mit Hilfe der noch nicht EU-frustrierten Oststaaten die kritischen Bevoelkerungen zu ueberstimmen. Schuessel schlaegt eine doppelte Mehrheit (Mehrzahl der Stimmen und Mehrzahl der Laender) vor. Welche Ideen die auf einmal haben, wenn sie ihre Felle davonschwimmen sehen! Irgendwie erinnert mich das alles an Zwentendorf: Da hat man auch zuerst gebaut und dann -- als Kreisky das Eisen zu heiss wurde -- erklaert, jetzt duerfe man abstimmen. Ein suendteures Kraftwerk, das wir jetzt doch einfach einschalten muessten! Und wenn man das nicht macht, gehen die Lichter aus. Aehnliches passierte jetzt: Die Verfassung ist fertig und accordiert, alle Regierungshaeuptlinge haben mit ihrer Unterschrift bestaetigt, fuer die Ratifizierung daheim sorgen zu wollen und ueberhaupt muessten alle JA sagen, denn es gaebe keinen Plan B -- und jetzt der grosse Katzenjammer. Jetzt das Gerede ueber ein zweites Referendum -- weil was die Kommission fuer Weisheit und Gerechtigkeit beschlossen habe, darf das Volk nicht ablehnen. Auch hier wieder der Vergleich mit Zwentendorf: Jahrelang gab es immer wieder die halblaut ausgesprochene Ueberlegung, ob man nicht nach einem zweiten Referendum Zwentendorf doch aufsperren koennte -- erst Tschernobyl beendete diese Debatte. Auch der Vertrag von Nizza kam erst mit der Methode des Volk-Ignorierens zu Stande. Da die Iren diesbezueglich die strikteste Verfassung haben (Verfassungsaenderungen beduerfen dort prinzipiell eines Referendums), musste der Vertrag abgestimmt werden und fiel prompt durch. Nach ein paar Retuschen kam der fast identische Vertrag nochmal zur Abstimmung -- nur war diesmal die Propaganda besser -- und so wurde der Vertrag doch noch rechtsgueltig. Und jetzt kommt die Pointe: Weswegen wir jetzt doch EU-weit diese sogenannte Verfassung absegnen sollen, wird genau mit diesem Vertrag von Nizza begruendet: Wir sollen jetzt alle herzhaft Jaaaaa sagen, damit wir dieses von derselben Kommission fuer Weisheit und Gerechtigkeit beschlossene Machwerk wieder loswerden koennen. Selbst wenn diese Verfassung wirklich mal ausnahmsweise was Vernuenftiges gewesen waere (was beileibe nicht der Fall ist), gehoert soviel Praepotenz einfach bestraft -- dazu kann man einfach nicht Ja sagen! Es stimmt schon: Frankreich hat nicht allein ueber die EU-Verfassung abgstimmt. Doch die Behauptung, es waere nur um Innenpolitik gegangen, ist spaetestens seit dem hollaendischen Votum ad absurdum gefuehrt. Es war vielmehr ein Votum gegen die EU, gegen den totalen Markt und gegen Richtlinien á la Bolkestein. Ein Votum aber sicher auch gegen die Allvertretungsphantasien ihrer Regierungschefs. Diese Regierungschefs haben einen schweren Fehler gemacht: Sie haben das Volk nicht voellig entmachtet. Immer noch gibt es Volksabstimmungen, immer noch gibt es Wahlen -- viel zu selten, mit viel zu wenig Auswahl, aber immerhin. Und jetzt haben sie wieder einmal in zwei Staaten das Volk um seine Meinung befragt. Das sollte man entweder immer tun oder nie. Wenn man es aber nur ganz selten tut, bekommt man immer die ganze Rechnung praesentiert, die man beim Wirt (ohne den man die Rechnung bekanntermassen nie machen sollte) hat anschreiben lassen. Vielleicht lernen die Hohen Herren daraus. Allerdings bleibt zu hoffen, dass sie das nicht tun. Denn ihre Konsequenzen daraus sind nur, dass sie ihre Voelker noch weniger fragen und dafuer mit noch mehr Propaganda ueberschuetten werden. *Bernhard Redl* ================================================ 14 Tuerkei/Dokumentation: Anwaelte protestieren gegen neues tuerkisches Strafgesetz von "akin" ================================================ Tuerkei/Dokumentation: > Anwaelte protestieren gegen neues tuerkisches Strafgesetz Anwaelte vom "Rechtsbuero des Volkes" (Halkin Hukuk Buerosu) in der Tuerkei haben am 11. Mai in Istanbul auf einer Kundgebung, die vom Stadtteil Sirkeci bis zum Gericht auf dem Sultanahmet-Platz fuehrte, in ihrer traditionellen Berufskleidung und mit einer Flugblattaktion gegen die geplanten Aenderungen im ‘Tuerkischen Strafgesetz und Strafvollzugsgesetz" protestiert. Aus der Sicht der Anwaelte laeuft der neue Gesetzesentwurf auf eine massive Einschraenkung der Rechte der Angeklagten und Rechtsanwaelte hinaus. In einer Erklaerung des Anwaltsbueros wird mitgeteilt: "‘Der Entwurf der Aenderungen im neuen ‘Tuerkischen Strafgesetz und Strafvollzugsgesetz’, das fuer die Propagierung der EU und der demokratischen Standards der EU eingesetzt wurde, ist dem Justizausschuss des tuerkischen Parlaments vorgelegt worden. Mit dem neuen Gesetzesentwurf wird ein Grossteil der polizeilichen und rechtlichen Massnahmen der richterlichen Kontrolle entzogen. Ohne richterlichen Beschluss koennen Hausdurchsuchungen durchgefuehrt werden und Haftbefehle ausgestellt werden. Waehrend der Polizei zusaetzliche Befugnisse erhaelt, werden die Gefangenen und Verurteilten mit neuen Verboten konfrontiert. Die Rechte der Gefangenen wie Briefkontakte, Anwaltsgespraeche und Kommunikation untereinander sollen in zunehmenden Masse eingeengt werden. Der Entwurf zielt aber nicht nur auf die bestehenden, ohnedies bereits begrenzten Rechte und Freiheiten, es wird auch das Recht der Bevoelkerung auf Information weitestgehend abgeschafft. Professionelle Berichterstattung und praezise Recherchen sind ab sofort von hohen Gefaengnis- und Geldstrafen bedroht. Sowohl JournalistInnen als auch Presseorgane sind davon betroffen. Fuer die anwaltliche Taetigkeit sollen ab nun neue Spezialregelungen gelten. So haben in Zukunft auf Anordnung des Staatsanwalts und Beschluss des Vollzugsrichters bei allen Gespraechen zwischen AnwaeltInnen und MandantInnen staatliche Beauftragte zugegen zu sein. Dokumente und Unterlagen, die von den AnwaeltInnen fuer ihre MandantInnen, bzw. von Angeklagten fuer die AnwaeltInnen bestimmt sind, koennen verboten werden. Es werden die wesentlichen Rechte der Verteidigung aufgehoben. AnwaeltInnen gelten mithin als potentielle Verbrecher. In der bisherigen Praxis wurden sie ja schon als solche behandelt, jetzt erfaehrt dies seine gesetzliche Verankerung. Anwaelte, gegen die auf Grundlage der Antiterror-Gesetze ein Ermittlungsverfahren laeuft, werden von allen Prozessen ausgeschlossen, und es wird gegen sie ein generelles Berufsverbot verhaengt. Einem Anwalt kann der Besuch seiner Mandanten verboten werden, sobald letztere als ‘Terroristen’ eingestuft, und dem Anwalt in diesem Zusammenhang ‘Kurierdienste’ vorgeworfen werden. Wenn also gegen einen Anwalt ein Verfahren eingeleitet wird, bei dem abzusehen ist, dass es mit einem Freispruch enden, aber wohl jahrelang dauern wird, so bedeutet dies, dass MandantInnen nicht mehr besucht werden und auch auf keinen Rechtsbeistand mehr hoffen koennen. Niemand soll erwarten, dass wir eine solche Reform akzeptieren!" (Arbeitsgr. Meinungsfreih. u. Menschenrechte i.d. Tuerkei) * Kontakt: Stiftgasse 8, 1070 Wien ================================================ 15 Tuerkei: Armenien-Konferenz nach Intervention abgesagt von "akin" ================================================ Tuerkei: > "Nie hatte ein Volk reinere Haende als das tuerkische" Armenien-Konferenz nach Intervention abgesagt Ende Mai sollte in Istanbul eine Historiker-Konferenz zum Thema "Armenier in der Tuerkei 1915-16" stattfinden. Drei staatliche Universitaeten (Bogazici, Bilgi und Sabanci) hatten die Konferenz organisiert, um im Sinn von "wissenschaftlicher Verantwortung und Demokratie" die Gratwanderung zwischen den Positionen der tuerkischen Regierung und der armenischen Diaspora zu versuchen. Die tuerkische Regierung behauptet nach wie vor, es habe nie einen Voelkermord gegeben. Es seien 1915-16 etwa 300.000 Armenier durch eine Verkettung ungluecklicher Umstaende ums Leben gekommen. Das sei nicht geplant gewesen, und bei der Behauptung eines Genozids handle es sich um verantwortungslose Attacken gegen den tuerkischen Staat. Die Armenier behaupten, 1,5 Millionen ihrer Landsleute wurden in der Absicht ermordet, das armenische Volk in der Tuerkei auszuloeschen. In der tuerkischen Oeffentlichkeit ist in den letzten Jahren ein neues Interesse an den Vorgaengen von 1915-16 erwacht und viele haetten gerne einmal historisch fundierte Aussagen zu dem Thema gehoert. Ein Grund fuer das Interesse ist das Erscheinen von Lebensbeschreibungen armenischer Kinder, die in tuerkische Familien adoptiert wurden, die ihre Herkunft zwar verschleiert, aber nicht vergessen hatten. Es stellt sich auf einmal heraus, dass es in etlichen Familien solche "dunklen Punkte" gibt. Ein anderer Grund liegt darin, dass aus Europa, vor allem aus Frankreich, wo 450.000 Armenier in der Diaspora leben, Aufforderungen kommen, sich dem Thema zu stellen. Aber so weit ist es noch nicht. Die Konferenz musste abgesagt werden. Halil Berktay, einer der Organisatoren, nannte als Grund eine "schreckliche Rede" von Justizminister Cicek. Er behauptete, die Teilnehmer, die alle "armenisch gesinnt" seien, wuerden der Tuerkei "das Messer in den Ruecken stossen" und "nie habe ein Volk reinere Haende und ein reineres Gewissen gehabt als das tuerkische". Nach einer Welle einschuechternder Deklarationen gab es angeblich auch Aufforderungen zur Gewalt gegen die Konferenz. Aber - ein Gedanke, der einmal gedacht worden ist, kann nicht mehr zurueckgenommen werden. Die Diskussion wird weiter gehen. *Ilse Grusch* ================================================ 16 Indien: Nach der Flut die grosse Katastrophe von "akin" ================================================ Indien: > Nach der Flut die grosse Katastrophe Fuenf Monate nach der gewaltigen Welle, die auch indische Kuestengebiete erreicht hatte, leiden noch immer viele Menschen - nicht so sehr an den Zerstoerungen, sondern an einem Boom von NGOs und an einem Ueberfluss an Geld. Denn Geld ist genug da, viel zu viel sogar. Und das koennte den Menschen langfristig mehr Schwierigkeiten bereiten als die Tsunami-Welle. Der grosse Wettstreit In einer Reihe solcher Schwierigkeiten steckt beispielsweise die Tsunami-Hilfskoordination des Evangelischen Social Action Forums (Esaf), die nach Kolachel im Bundesstaat Tamil Nadu an der Suedspitze Indiens gekommen war. Rund 800 Menschen wurden im Bezirk Kanniyakumari getoetet, und wie viele andere NGO konnte sich Esaf angesichts der grossen Hilfsbereitschaft in Indien und im Ausland dem Druck der Goenner und der staatlichen Agenturen nicht entziehen - die Katastrophe war eine Herausforderung, der sich alle NGOs und Hilfswerke stellen mussten, wenn sie glaubhaft und im Geschaeft bleiben wollten. Und so richtete das kirchliche Hilfswerk in Kolachel Bueros ein, rekrutierte Angestellte, versorgte ueber vier Monate hinweg rund 4000 Menschen mit Lebensmitteln, Gasoefen, Stuehlen, Wassercontainern und Notunterkuenften. Esaf gehoert zu den wenigen Organisationen, die stets darauf achten, dass die lokale Bevoelkerung einbezogen wird und ueber die Projekte mit entscheiden kann; ausserdem hat Esaf-Projektleiter Johnson Thekkadayil Erfahrung in Katastrophenhilfe. «Der Wirbelsturm in Orissa 1999 und das Erdbeben in Gujarat 2001 haben eine arme Bevoelkerung getroffen, die aber durch die Hilfe einen Schritt nach vorne tun konnte», sagt Thekkadayil. Hier in Kolachel jedoch seien die Menschen wohlhabender, sie verlangten viel. Warum das so ist? «Der Tsunami hat zu viele Geberorganisationen und NGO angezogen und zu viele Ressourcen mobilisiert», sagt Thekkadayil. «Die Leute wissen, dass sie zwischen den Organisationen und deren Dienstleistungen waehlen koennen.» Dass die Leute waehlen koennen, ist einerseits keine schlechte Sache. In Kolachel habe ich eine von der Regierung von Tamil Nadu errichtete Notsiedlung besucht: ueber hundert Wellblechhuetten, in denen sich aufgrund der gluehenden Sommerhitze niemand aufhielt. Nur in einer Huette klebten ein paar Leute an einem Fernseher, der gerade einen Kricketmatch zwischen Indien und Pakistan zeigte. Sie erzaehlten mir, dass mehrere Menschen, vor allem Alte und Kinder, in diesen Backoefen ohnmaechtig geworden waren. Die von Esaf finanzierten Notunterkuenfte wurden hingegen aus lokal verfuegbaren Materialien wie Baumstaemmen und Kokosmatten gebaut - sie sind billiger, kuehler und beruhen auf der herkoemmlichen Bauweise. Andererseits stehen allein in diesem kleinen Gebiet 47 indische und 14 internationale NGOs und Hilfswerke im Wettbewerb. Die meisten haben zwar monatliche Treffen vereinbart, aber an der Aprilsitzung, die ich besuchen konnte, wurden nur Informationen ueber Rechtsfragen in Bezug auf neue Bauvorhaben ausgetauscht. Die Konkurrenz untereinander stand genauso wenig zur Debatte wie die unterschiedlichen Ansaetze bei der Wiederaufbauhilfe. Erst nach Ende der Sitzung erzaehlten mir TeilnehmerInnen, wie erbittert die Konkurrenz tatsaechlich ist. Sie berichteten, dass kurz nach der grossen Welle etliche NGOs MitarbeiterInnen vor allem mit einem Ziel in das Gebiet entsandt hatten: Sie sollten Partnerschaften mit der Bevoelkerung des einen oder anderen zerstoerten Dorfes schliessen. Partnerschaften machen sich im Hinblick auf kuenftige Spenden immer gut, und vom Spendenfluss haengt ja auch das Ueberleben der jeweiligen NGO ab. Die Konkurrenz ist augenfaellig. Es gibt keine Baustelle, keine Unterkunft, kein Camp, an denen nicht der Name der Geberorganisationen prangt. Alle haben Tafeln aufgestellt, Transparente aufgehaengt, den Namen an Tueren gemalt und selbst Stuehle und Wassercontainer mit dem Logo der GeberInnen verziert. In Kolachel ist Oxfam (das renommierte britische Hilfswerk) ebenso allgegenwaertig wie Eficor (eine indische Hilfsorganisation) und noch viele weitere. In anderen Gebieten kleben andere Namenszettel an jeder Rupie Unterstuetzung. Keine Hilfe ohne Public Relations, keine Solidaritaet ohne Werbung fuer die eigene Organisation. Aber hilft dies den Menschen wirklich? Die Menschen in den betroffenen Gebieten haben sich schnell angepasst und versuchen, das meiste herauszuholen. Sie reden den GeldgeberInnen nach dem Munde, sie sprechen, wenn man das von ihnen erwartet, und schweigen, wenn es die Situation erfordert. Sie lernen schnell die Fachbegriffe, uebernehmen sogar die Akzente und machen die «richtigen» Zusagen. Sie sind auch jederzeit bereit, sich fotografieren zu lassen, am besten mit den Frauen im Vordergrund, am liebsten vor dem am meisten zerstoerten Haus im Dorf. Man kann sie nicht tadeln dafuer - sie haben schneller gelernt, auf was es ankommt, als die NGOs, die Spenderorganisationen und die Philanthropen von nebenan. Schleichende Privatisierung Katastrophen bieten den Regierungen der Bundesstaaten nicht nur die Gelegenheit, Budgetprobleme zu bewaeltigen, indem sie einen Teil des Geldes in die Staatskassen leiten - sie erlauben es auch, Privatisierungsvorhaben voranzutreiben wie in Tamil Nadu, wo die Regierung seit langem schon das Gesetz zum Schutz der Kuestenzone aushebeln will. Dieses Gesetz von 1991 untersagt Baumassnahmen in einem 200 bis 500 Meter breiten Kuestenstreifen, die «gegen die angestammten Rechte der Fischergemeinschaften verstossen.» Schon seit langem aber fordern Tourismusunternehmen hier eine Baugenehmigung fuer Hotels und Unterhaltungspalaeste. Bisher hatten die traditionellen FischerInnen diese Plaene und andere Vorhaben (wie die Einrichtung von industriellen Fischfarmen) verhindern koennen, wenn auch nicht immer. Sollten sie im Zuge der Rehabilitierungsmassnahmen aber ins Hinterland abgedraengt werden (und vieles spricht dafuer), haetten die Investoren freie Bahn. Gegen solche Entwicklungen koennen selbst die progressivsten NGOs wenig ausrichten. In Tamil Nadu z.B. mussten alle NGOs eine Erklaerung unterschreiben, derzufolge sie «unter allen Bedingungen auf jedwede Klage gegen die Regierung verzichten». Weil jede Hilfsorganisation zuerst vor Ort sein wollte, haben alle dieses Verzichtsabkommen unterschrieben - und damit ihr Recht auf Opposition und ihre Verantwortung fuer die Flutopfer preisgegeben. Peanuts und Kriegsschiffe Nur wenige Stunden nach der Flut hatte Indiens Premierminister Manmohan Singh den australischen Regierungschef John Howard am Apparat. Howard wollte wissen, ob er ein paar Kriegsschiffe und Helikopter in die indischen Gewaesser schicken solle. Singh lehnte dankend ab. Zu diesem Zeitpunkt waren Indiens Streitkraefte bereits in die betroffenen Regionen unterwegs, zudem hatten zwei indische Kriegsschiffe Kurs auf die schwer getroffenen Kuestengebiete von Sri Lanka genommen, um dort unterstuetzend einzugreifen. Kaum hatte Singh den Telefonhoerer aufgelegt, folgte das naechste grosszuegige Angebot: Washington offerierte der Regierung in Delhi Hilfe im Wert von 15 Millionen US-Dollar - dabei hatte Indien zu diesem Zeitpunkt Sri Lanka schon 23 Millionen angeboten. Singh quittierte dieses Anerbieten, das Uno-Beamte als «Peanuts» bezeichneten, mit Schweigen; die USA geben fuer die Besetzung des Irak derzeit rund 100 Millionen US-Dollar aus - pro Tag. Auch als die USA ihre Hilfszusage auf 35 Millionen erhoehten, um sich an die Spitze der Gebernationen zu setzen, reagierte die indische Regierung nicht. Zu diesem Zeitpunkt hatte die EU bereits angekuendigt, der Uno die Koordination der Hilfsmassnahmen zu ueberlassen. US-Praesident George Bush bot daraufhin noch mehr Geld, sofern sich Indien einer von den USA angefuehrten Koalition der Tsunami-Helfer anschliesse - und scheiterte erneut. Die Mitte-links-Regierung in Delhi wollte verhindern, dass ihr das Gleiche passiert wie Bangladesch: Dort hatte in den neunziger Jahren Washington eine Katastrophenhilfe von der Bedingung abhaengig gemacht, dass sich die US-Truppen im Land frei bewegen koennen. Auch in Sri Lanka sind derzeit mehrere US-Bataillone unterwegs. Die Skepsis der indischen Regierung gegenueber den stets an Bedingungen geknuepften Angeboten aus den USA ist nicht nur auf die - aus Delhis Sicht - viel zu grosse Einmischung Washingtons in die internen Konflikte von Nepal und Sri Lanka zurueckzufuehren. Sie beruht auch auf einer in Indien weit verbreiteten Wahrnehmung geostrategischer Machtverhaeltnisse: einerseits der USA mit ihren Interessen, andererseits einer Voelkergemeinschaft, der an Ausgleich und gegenseitigem Respekt gelegen ist. Indiens Hilfe fuer Sri Lanka war jedoch ebenfalls nicht ganz uneigennuetzig: Die staatliche Indian Oil Corporation investiert seit einigen Jahren im Nachbarland und bohrt vor der sri-lankischen Kueste nach Oel. (Joseph Keve, Kolachel/Alappad; Bearb. & Ue.: Pit Wuhrer, WOZ 26.05.2005 / st.gek.) ================================================ 17 Was heißt eigentlich Asylmissbrauch? von office at asyl-in-not.org ================================================ Was heißt eigentlich Asylmissbrauch? Interview von Michael Genner in: „derStandard.at“, 7.6.2005 derStandard.at: Was verstehen Sie unter Asylmissbrauch? Gibt es eigentlich eine offizielle Definition davon? Genner: Ich verstehe darunter vor allem den Mißbrauch der Asylproblematik durch fremdenfeindliche Hetzer. Solche Gestalten gibt es leider in verschiedensten politischen Lagern. derStandard.at: Gibt es eigentlich eine offizielle Definition davon? Genner: Es gibt natürlich keine offizielle Definition. Ein Asylantrag kann berechtigt oder unberechtigt sein. Wenn er unberechtigt ist, soll man ihn ablehnen - aber nach einem fairen Verfahren mit vollem Instanzenzug. derStandard.at: Aus Ihrer praktischen Erfahrung: Was weiß man über die Motive von Menschen, die angeblich Asylmissbrauch begehen? Genner: Natürlich gibt es Menschen, die Asylanträge stellen, obwohl sie eigentlich nur hier arbeiten wollen. Dagegen gibt es ein einfaches Mittel: eine liberale Einwanderungspolitik. Wer hier Arbeit findet, soll auch eine Niederlassungsbewilligung erhalten. Wobei der Staat darüber zu wachen hat, daß er zu den gleichen Konditionen beschäftigt ist wie Inländer. Manchmal stellen auch Straftäter Asylanträge, um der Abschiebung zu entgehen; auch sie haben Anspruch auf ein faires Verfahren. Zahlenmäßig fallen sie nicht ins Gewicht. derStandard.at: Besteht ein Zusammenhang zwischen Asylmissbrauch und der restriktiven Zuwanderungspolitik der Schwarz-Orangen Regierung? Genner: Die Zuwanderungspolitik war leider unter den roten Innenministern genauso restriktiv. Wieso überhaupt "Zu"-Wanderung? Unter Löschnak wurden tausende Menschen zum Auswandern gezwungen, weil sie nicht genug Quadratmeter Wohnfläche hatten. Man sprach damals zynisch von "Gastarbeiter räumen". derStandard.at: Hat Drogenkriminalität überhaupt etwas mit Asylmissbrauch zu tun? Ist das nur ein rassistisches Klischee oder gibt es reale Hintergründe bzw. wenn ja, was könnte man tun, um Asylwerber da heraus zu holen? Genner: Es gibt Asylwerber, die Drogendealer sind. Und zwar nicht erst jetzt, sondern so weit ich zurückdenken kann. Ich bin seit 1989 als Rechtsberater für Flüchtlinge tätig. Wenn ich draufgekommen bin, daß einer dealt, habe ich ihn rausgeschmissen. Viele werden erst durch ihre ausweglose Lage in Österreich zu Dealern; andere kommen schon mit diesem Vorsatz hierher. Ersteren kann man helfen. Durch faire Asylverfahren und die Möglichkeit, legal zu arbeiten. Und durch Förderung politischer, sozialer, kultureller und sportlicher Selbstorganisation der Flüchtlinge und MigrantInnen: Wer etwas Sinnvolles zu tun hat, kommt weniger leicht auf die schiefe Bahn. Aber ich rate meinen Freunden in den Migrantenvereinen auch, gut acht zu geben auf ihre Leute und selbst für Ordnung zu sorgen in den eigenen Reihen. So halte ich es selber auch. derStandard.at: Im STANDARD wird Staatsanwalt Walter Geyer mit den Worten zititert „Die Drogenkriminalität befindet sich fest in der Hand von Schwarzafrikanern.“ Sind das denn überhaupt alles Asylwerber? Genner: Die Schwarzen sind meistens nur kleine "Streetrunner" und werden von den großen Bossen schamlos ausgenützt. Ein Strafverteidiger hat mir kürzlich erzählt, daß er einige von den Bossen vor Gericht vertreten hat. Das waren hauptsächlich Österreicher. Asyl in Not Währingerstraße 59 1090 Wien Tel.: 408 42 10-15, 0676 - 63 64 371 www.asyl-in-not.org SPENDENKONTO: Asyl in Not, P.S.K., Kontonummer 92.034.400 ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Die Zusendungen können Sie bei Bedarf unter http://asyl-in-not.org/abo/ abbestellen. Asyl in Not, Währingerstraße 59, A-1090 Wien Telefon +43/1/408 42 10, Fax +43/1/405 28 88 mailto:office at asyl-in-not.org http://asyl-in-not.org ================================================ 18 Gudenus leugnet Gaskammern im "Dritten Reich" von aktion at gegendenantisemitismus.at ================================================ Gudenus leugnet Gaskammern im "Dritten Reich" Nachdem Bundesrat John Gudenus verlangt hatte, die Existenz von Gaskammern "wissenschaftlich" zu überprüfen und die zuständige Staatsanwaltschaft darin keinen Verstoß gegen das NS-Verbotsgesetz sah, legt er nun nach: Im Standard (8. Juni 2005) behauptet er, es hätte auf dem Gebiet des "Dritten Reiches" keine Gaskammern gegeben. Damit greift Gudenus eine der wohl beliebtesten Lügen des "Revisionismus" auf. Tatsächlich gab es Gaskammern in den KZ Mauthausen, Neuengamme, Sachsenhausen, Natzweiler, Stutthof und Ravensbrück. Auch in der Euthanasie-Anstalt Hartheim wurden Menschen in einer Gaskammer ermordet. Und schließlich war auch Auschwitz-Birkenau seit 26. Oktober 1939 im "Dritten Reich" gelegen. Man darf gespannt sein, wie die Staatsanwaltschaft diese nunmehr offene Leugnung von Gaskammer-Morden bewertet. ================================================ 19 Die roten Europa-Populisten von "kohlerdi" ================================================ Sehr geehrte Frau Linsinger, bezugnehmend auf Ihren Beitrag "Die roten Europa-Populisten" (DER STANDARD v. 7.6.05) möchte ich auf folgendes aufmerksam machen: Die Skepsis an der EU lässt sich - ohne Anspruch auf Vollständigkeit - an wenigen Punkten festmachen: 1) Die Ziele von Nizza: Nicht erreicht - im Gegenteil 2) Der NAPinkl.: Ziele weit verfehlt 3) Der EVV: Unübersichtlich, widersprüchlich, alles andere als eine akzeptable Verfassung. Ein Text, der angeblich die Menschenwürde in den Mittelpunkt stellt und keine Hinweise darauf enthält, wie die für ein menschenwürdiges Leben nötigen Ressourcen garantiert werden, ist das Papier nicht wert, auf dem er gedruckt ist. Dass Österreich ein "Hauptprofiteur der Osterweiterung" ist, stellt eine unzulässige Verallgemeinerung ("Stammtischniveau") dar. Oder wie wollen Sie mir erklären, dass bei steigendem BIP die Armutsquote um 10% gestiegen ist? Wer also sind die Profiteure? Obwohl ich kein Mitglied der SPÖ war oder bin, möchte ich Ihre diesbezügliche Polemik mit dem Hinweis beantworten, dass unreflektiertes "Hinhacken" auf die sogenannte Linke in der Geschichte stets in den Faschismus geführt hat (Weimarer Republik, Österreich, Italien). Ich darf also eine klare Stellungnahme Ihrerseits erwarten. Dietmar Köhler ================================================ 20 Leidensweg eines Folteropfers von office at asyl-in-not.org ================================================ Leidensweg eines Folteropfers Trotz Trauma - zweimal abgeschoben! Beim dritten Anlauf hat Asyl in Not seine Zulassung zum Asylverfahren erreicht Herr L. aus Tschetschenien ist mein Klient. Er hat seinem Volk gedient, mit aller seiner Kraft - erst als Freiheitskämpfer gegen die Besatzungsmacht, dann als Polizeibeamter im Kampf gegen den Terror. Er ist ein großer, kräftiger Mann; aber seelisch kaputt: Er leidet an einer posttraumatischen Belastungsstörung. In der Heimat haben ihn zuerst die Russen, dann die Wahabbiten (islamische Extremisten) verschleppt und gefoltert. An mehrere Monate in seinem Leben kann er sich nicht erinnern: totales Black-out. Österreich hat ihn zweimal in die Slowakei deportiert. Beim ersten Mal, im Juni 2004, kannte er uns noch nicht. Er hatte er keinen Rechtsvertreter, hat daher keine Berufung gemacht; es war in den Anfangstagen des Strassergesetzes, als das Innenministerium nach der Devise „einsperren und abschieben“ verfuhr. Obwohl Traumatisierte und Folteropfer von der Dublinklausel ausgenommen sind, wurde Herr L. von keinem Arzt untersucht. Herr L. war in der Slowakei nicht sicher, weil dieses Land Tschetschenen nach Russland zurückschiebt. Daher flüchtete er wieder nach Österreich und von dort, aus Angst vor neuerlicher Deportation, weiter nach Italien. Dort fand er keinen Schutz, daher flüchtete er nach Österreich zurück. Auch diesmal wurde sein Asylantrag zurückgewiesen, auch diesmal fand keine Trauma-Untersuchung statt; die Bezirkshauptmannschaft Vöcklabruck nahm ihn in Schubhaft und verhängte ein Aufenthaltsverbot. Während er in Linz in Schubhaft saß, erteilte er mir Vollmacht; seine Schwester, Frau I., die in Österreich als anerkannter Flüchtling lebt, stellte den Kontakt her. Ich wollte, daß ihn ein Psychologe der Volkshilfe oder der Caritas im Gefängnis untersucht; aber die Fremdenpolizei war schneller: Er wurde in offener Frist abgeschoben, meine Berufung kam zu spät. Der UBAS (Senatsmitglied Dr. Kuzminski) wies meine Berufung in kürzester Zeit ab: Ob die Slowakei für Herrn L. sicher ist, müsse nicht geprüft werden, da die Staaten der EU einander als sicher betrachten. Punktum basta; was nicht sein darf, kann auch nicht sein. Die von mir beantragte ärztliche Untersuchung, meinte Kuzminski, sei unnötig, da Herr L. gar nicht vorgebracht habe, traumatisiert zu sein. Meine Behauptung, alle Tschetschenen wären traumatisiert, sei ein „Pauschalurteil“. Herr Kuzminski hat noch nichts davon gehört, daß gerade die schwerst Traumatisierten meist nicht darüber sprechen können. Nachzulesen in jedem Handbuch der Psychologie. Eine skandalöse Fehlentscheidung. So sehr wir den UBAS als Einrichtung schätzen - unsere Leser wissen, wir haben ihn oft gegen ungerechte Angriffe verteidigt: Er wird lernen müssen, unseren Beweisanträgen stattzugeben. Wir stellen sie nicht leichtfertig. Wir wissen: Bei Tschetschenen ist Traumatisierung die Regel, nicht die Ausnahme. Daher hat auch in jedem einzelnen Fall eine Untersuchung zu geschehen. Und natürlich hat auch der UBAS der Rechtsprechung des Verfassungsgerichtshofes zu folgen und das Gesetz verfassungskonform zu interpretieren. Das heißt: Er hatte zu prüfen, ob anzunehmen ist, daß im konkreten Fall die Slowakei das Refoulementverbot respektiert! Herr L. wollte nicht das Versuchskaninchen der österreichischen und slowakischen Asylbehörden sein. Er flüchtete auch diesmal nach Österreich zurück und versteckte sich in Niederösterreich bei seinen beiden Schwestern und seinem Bruder (durchwegs anerkannte Flüchtlinge). Da er psychisch sehr herunter war, brachten ihn die Schwestern zu einer Psychiaterin in Wiener Neustadt; diese stellte eine schwere posttraumatische Belastungsstörung fest. Der dritte Antrag Im Mai 2005 begleitete ich Herrn L. zur Einbringung seines dritten Asylantrags nach Thalham in die Erstaufnahmestelle West. Zur Begründung brachten wir vor, daß ein neuer Sachverhalt eingetreten sei; es liege daher keine entschiedene Sache vor: Herr L. wird nämlich jetzt von seinen Geschwistern in Niederösterreich betreut; er ist psychisch von ihrer Hilfe abhängig; seine neuerliche Ausweisung wäre daher ein Verstoß gegen Artikel 3 und 8 der Europäischen Menschenrechtskonvention (Verbot unmenschlicher Behandlung; Achtung des Privat- und Familienlebens). Bevor wir nach Thalham fuhren, nahm ich ein Protokoll über seine Fluchtgründe auf; Frau I., seine Schwester, war behilflich - es zeigte sich, daß er ohne sie über manche Ereignisse überhaupt nicht sprechen konnte; andere hatte er so völlig verdrängt, daß sie nur mit Hilfe der Schwester rekonstruierbar sind. Herr L. hat 1994 an der Verteidigung des Präsidentensitzes gegen die russischen Angreifer teilgenommen; in seiner Nähe schlug eine Bombe ein, er wurde durch Splitter verletzt und verlor das Bewußtsein - an die Monate danach kann er sich nicht erinnern. Halbwegs wiederhergestellt, geriet er in 1995 russische Gefangenschaft. Er wurde in der berüchtigten Militärbasis Chankala gefoltert, die Narben an den Händen sieht man noch. Einzelheiten hat er verdrängt. Nach dem Ende des ersten Krieges (1996) arbeitete er als Kriminalbeamter für die Staatspolizei des gemäßigten Präsidenten Maschadow. Er ermittelte gegen die Wahabbiten - islamische Extremisten, die den jungen tschetschenischen Staat destabilisierten, eine Basis für al-Kaida einrichten wollten und schließlich den Vorwand lieferten für die zweite russische Invasion. Herr L. verhaftete einige Wahabbiten. 1997 wurde er aber selbst von Wahabbiten entführt, sieben Tage in einem Keller gefangengehalten, mißhandelt, dann aber gegen einen inhaftierten Wahabbiten ausgetauscht. 1999 wurde L. zum zweiten Mal von Wahabbiten verschleppt. Darüber zu sprechen, ist er bis heute außerstande. Es war seine schlimmste Zeit. Die Terroristen verlangten von seiner Familie ein Lösegeld von 500.000 Dollar, das natürlich nicht aufgebracht werden konnte. Daher wurde auch einer von L.’s Brüdern verschleppt; man hat nie mehr von ihm gehört. Wie L. freigekommen ist, konnte er nicht sagen. Er flüchtete nach Georgien, seine Schwestern fanden ihn dort und pflegten ihn. Er war wieder, wie nach dem Bombenangriff, monatelang in einem völligen Black-out. Über die folgenden Jahre spricht er kaum. Aus Angst vor den Wahabbiten, die auch Georgien heimsuchten, hielt er sich dauernd versteckt. Seine Schwestern flüchteten mit ihren Familien nach Österreich und erhielten Asyl; er selbst hatte Pech und kam erst nach Inkrafttreten des Strassergesetzes hier an. Hier ist ihm neues Unrecht widerfahren: Er war in Schubhaft, wurde zweimal deportiert. Jetzt endlich, fast ein Jahr nach seiner Ankunft in unserem so gastfreundlichen Land, hat er - mit unserer Hilfe - die erste Hürde im Asylhindernislauf geschafft. Die Erstaufnahmestelle West in Thalham hat ihn nun zum Verfahren zugelassen und somit ihren eigenen Irrtum und die Fehlentscheidung des UBAS korrigiert. Herr L. hat (so sagte er mir) von seinem Vater gelernt, keine Angst zu zeigen, über Schmerzen nicht zu klagen. Erst jetzt beginnt er, seiner Schwester, Frau I., allmählich und bruchstückhaft Einzelheiten seines Leidensweges zu erzählen. Wir erwarten, daß er rasch Asyl erhält. Und daß die Behörden (auch der UBAS !) lernen, mit Menschen wie ihm achtsam umzugehen. Wäre Frau Prokops Gesetz schon in Kraft, hätte Herr L. keine Chance gehabt. Weil die Ausnahmeklausel für Folteropfer und Traumatisierte gestrichen ist. Herr L. würde gnadenlos deportiert, zuerst in die Slowakei, von dort weiter nach Russland, in den Tod... Michael Genner Asyl in Not Währingerstraße 59 1090 Wien Tel.: 408 42 10-15, 0676 - 63 64 371 www.asyl-in-not.org Spendenkonto: Asyl in Not, P.S.K., Kontonummer 92.034.400 ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Die Zusendungen können Sie bei Bedarf unter http://asyl-in-not.org/abo/ abbestellen. Asyl in Not, Währingerstraße 59, A-1090 Wien Telefon +43/1/408 42 10, Fax +43/1/405 28 88 mailto:office at asyl-in-not.org http://asyl-in-not.org ================================================ 21 Fassungslos von "wadi wien" ================================================ aus Context XXI 1-2/05 (www.contextxxi.at) Schwerpunkt Irak -------------------------- Fassungslos Von Ali Al-Zahid* Ursprünglich wollte ich an dieser Stelle über meine ganz persönliche Familiengeschichte berichten. Unsere Vergangenheit, unsere Erlebnisse unter dem Regime Saddam Husseins, unsere Erinnerungen an Folter und Mord, an Verlust und Leid, wollte ich an dieser Stelle niederschreiben. Dies sollte gleichzeitig einen quasi-therapeutischen Zweck für mich erfüllen, dachte ich - doch ich kann nicht. Noch ist die Zeit offensichtlich nicht reif, um all das Erlebte detailliert zu Papier zu bringen. Ich habe das Gefühl, dass der Krieg, den Saddam Hussein gegen die Bevölkerung des Irak führte, nicht vorüber ist. Zwar hat er seine Macht verloren, nicht er steuert heute den Wahnsinn, aber seine ehemaligen Komplizen, die Täter von damals, und islamistische Terroristen führen das Mörderhandwerk in seinem Sinne fort. Und sie sind dabei nicht weniger effektiv als es der staatliche Ba’th-Apparat vor ihnen war. Anschläge vor Schulen, Märkten, Moscheen und Polizeistationen, Kopfabtrennungen, Hinrichtungen, Vergewaltigungen von Frauen, deren Männer in der Polizei dienen: so schaut der Krieg aus und solange er im Gange ist, können wir IrakerInnen nicht ruhen und der schrecklichen Taten von Saddam Hussein gedenken, geschweige denn die Vergangenheit aufarbeiten. Wir müssen weiterkämpfen und für einen demokratischen Irak einstehen. Der große Unterschied zu früher ist, dass nun auch Menschen außerhalb des Irak diesen Irrsinn mitbekommen. Früher erhielten wir ExilirakerInnen die Informationen über Massenhinrichtungen, Repressalien, usw. meist von Verwandten, Bekannten, Oppositionsgruppen oder von Menschrechtorganisationen wie Amnesty International. Jetzt aber werden uns durch die zahlreichen neuen freien irakischen TV Sender die Morde direkt ins Wohnzimmer geliefert und die Auswirkungen dieser Bilder - auch auf meine Psyche - kann und traue ich mich gar nicht abzuschätzen. Ich ertappe mich manchmal dabei, wie ich in gewissen Punkten um vieles radikaler wurde, dass ich immer weniger bereit bin mit EuropäerInnen, die diesen sogenannten „Widerstand“ verteidigen oder einfach mit ihm sympathisieren, über die Lage im Irak zu diskutieren. Ich bin früher etwas naiv von einer gewissen Ignoranz dieser Menschen ausgegangen, aber mittlerweile ist mir klar geworden, dass es ihnen eben nur darum geht, den eigenen Anti-USamerikanismus auszuleben. Menschenleben zählen dabei einfach nicht, was die europäischen FreundInnen des Terrors interessanterweise auch denjenigen vorwerfen, die uns vom Regime im April 2003 befreit haben: den Truppen der Koalition. Europa muss erkennen, dass im Irak ein essenzieller Kampf ausgetragen wird: um das Recht auf Mitbestimmung von Bürgern und Bürgerinnen, Meinungsfreiheit, Frauenrechte, demokratische Wahlen, freie Medien, Minderheitenschutz, um nur einige Punkte aufzuzählen. Die IrakerInnen haben durch die Nutzung ihres Wahlrechtes unter massiven Todesdrohung bewiesen, dass sie den Kampf für diese Rechte führen wollen. Wir werden es nicht dulden, dass die oben beschriebenen Freiheiten, von wem auch immer, eingeschränkt werden. Da können Zarkawi & Co uns noch so oft mit Kopfabschneiden drohen, sie werden uns nicht alle enthaupten können. Und selbst wenn sie hunderte oder tausende umbringen: die Bewegung für die Respektierung dieser Grundrechte hängt nicht von einzelnen Personen ab, der Samen der Demokratie ist aufgegangen und wird über die Landesgrenzen hinaus verbreitet. In den letzten drei Wochen hat man zwölf Selbstmordattentäter unschädlich gemacht bevor sie sich in die Luft sprengen konnten und keiner dieser zwölf war Iraker. Dieses Faktum löst auch innerhalb der irakischen Bevölkerung einiges aus und es tritt das Gegenteil von dem ein, was die europäischen Medien immer wieder herbeischreiben: heute rücken die verschiedenen religiösen und ethnischen Gruppen im Irak näher zusammen weil sie alle von den Anschlägen betroffen sind und weil ein Großteil dieser Terroristen aus dem Ausland kommt. Ich reagiere mittlerweile ebenfalls allergisch darauf, wenn nach der Antwort „Ich bin Iraker“ die Frage „Aber was, Schiite, Sunnite oder Kurde?“ kommt. Es vergeht kein Tag, wo nicht irgendwo im Irak ein Bombe hochgeht, kein einziger Tag, wo ich nicht von neuerlichen Enthauptungen höre, nicht ein Tag, wo ich nicht weinende Familien im irakischen Fernsehen sehe, die um ihre Lieben trauern, umgebracht von diesen Irren. Doch die letzten Tage domminierte nur ein Thema die europäischen Medien: „Guiliana Sgrena“. Es wird auf und ab berichtet von ihrer Entführung, ihrer Befreiung und dem Beschuss durch US-Truppen auf dem Weg zum Fughafen. Es wurden während ihrer Geiselhaft Demonstrationen in Rom für ihre Freilassung veranstaltet, seitdem ist ihr Name und ihre Geschichte permanent in den Medien. Als Iraker frag ich mich, warum das Interesse an Sgrena größer ist als an den 136 Todesopfern, die am 28. Februar 2005 vor einem Krankenhaus durch einen Selbstmordattentäter in den Tod gerissen wurden. Als ich von der Befreiung Sgrenas erfuhr, war ich erleichtert. Als mich die Nachricht über 6 Millionen Dollar Lösegeld erreichte, war - und bin ich nach wie vor - schockiert. Das ist ein Alptraum, ich kann es nicht fassen, man weiß doch mittlerweile dass die Entführer Anhänger Saddam Husseins sind und was diese mit dem Geld machen werden: es fließt in die Kriegskasse der Terroristen. Waffen, Söldner und Selbstmordattentäter werden damit finanziert und Hunderte IrakerInnen werden ihr Leben lassen müssen, weil Sgrena freigekauft wurde. Ist ihr Leben mehr wert ist als das von Hunderten IrakerInnen? Es liegen unzählige Aussagen darüber vor, dass Selbstmordtäter vor ihrem Anschlag die Zusicherung erhalten, dass ihre Verwandten 5400 US$ bekommen. Terroristen werden pro getöteten Iraker bezahlt, 600 US$ pro Zivilsten, 800 US$ pro Polizisten/Soldaten und es sei den LeserInnen selbst überlassen sich auszurechnen, was mit 6 Millionen US$ finanziert werden kann. Nach ihrer Entführung sahen wir das Video, in dem sie weint und um Hilfe fleht und ich empfand ehrliches Mitleid für sie und ihre Familie. Ich wünsche ihr aus ganzem Herzen diese Hölle zu überleben, auch wenn wir ihren politischen Äußerungen und Artikeln rein gar nichts abgewinnen können. Das Blatt, für das Sgrena schreibt, ist getrieben von Anti-Amerikanismus und nicht durch die Wahrheit, es ist unlesbar und eine Zumutung für irakische DemokratInnen und wir als Iraker sind es leid, dass wir herhalten müssen damit die ach so bösen Amerikaner eine politische Niederlage erleiden. Ja, man kann oder besser gesagt man muss die Amerikaner im Irak kritisieren, wenn dort Fehler gemacht werden, aber Schwarzmalerei und Fantasiegeschichten helfen dem Irak sicher nicht. Wir, die diesen neuen Irak wollten und für ihn einstehen, lassen uns nicht von FreundInnen des Terrorismus in eine Position drängen, wo es uns unmöglich gemacht wird, Positionen unserer derzeitigen PartnerInnen zu kritisieren. Wenn Kritik angebracht ist, werden wir diese Kritik anbringen, so wie wir es bis jetzt auch immer getan haben, weder ich noch viele andere haben bei beim Abu Ghraib Skandal geschwiegen und wir werden weiterhin solche Aktionen anprangern. Sgrenas Äußerungen nach der Befreiung aus der Geiselhaft sind einerseits befremdend, andrerseits wundert es mich auch nicht: sie bedankte sich bei ihren Entführern für die gute Behandlung und versichterte ihnen per Video-Botschaft ihren Kampf weiterhin zu unterstützen. Solche Aussagen machen uns demokratische IrakerInnen vor allem eines: fassungslos. Wir bitten Guliana Sgrena nicht mehr in den Irak zu reisen. Nicht weil wir Angst vor ihren Artikel haben, sondern weil wir nicht wollen, dass sie wieder entführt wird und man wieder 6 Millionen US$ für ihre Befreiung zahlen muss. *) Ali Al-Zahid, geboren 1978 in Baghdad, lebt seit 1984 in Wien und arbeitet in einem Telekommunikationsunternehmen. Im Alter von 4 Jahren wurde er aufgrund von kritischen Äußerungen seines Vaters gegenüber dem Regime Saddam Husseins, der daraufhin 3 Monate gefoltert wurde, mit der gesamten Familie sechs Monate in einem irakischen Gefängnis inhaftiert und danach aus dem Irak ausgewiesen. -- WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit e-mail: wadi.wien at gmx.at Tel.: 0699-11365509 Spendenkonto in Österreich: Kontonummer 07.405.301 Evangelische Kreditgenossenschaft eG BLZ 31800 IBAN: AT10 3180 0000 0740 5301 BIC: EVKRATW1 Website mit weiteren Informationen zu Projekten von Wadi und Veranstaltungshinweisen: www.wadinet.at ================================================ ================================================ B) TERMINE ================================================ ======================== Donnerstag http://mund.at/butt/Termine/Juni/0906.htm Freitag http://www.mund.at/butt/Termine/Juni/1006.htm Samstag http://www.mund.at/butt/Termine/Juni/1106.htm ================================================ >>>>>>>>> Termine ab Mittwoch, den 8.Juni 2005 Telefonnummern ohne Vorwahl sind Wiener Nummern -------------------------------------------------- 'akin - aktuelle informationen' a-1170 wien, Lobenhauerngasse 35/2 vox: ++43/1/535-62-00 (anrufbeantworter, unberechenbare buerozeiten) http://akin.mediaweb.at akin.buero at gmx.at Bankverbindung lautend auf: föj/BfS, Bank Austria, BLZ 12000, 223-102-976/00, Zweck: akin -------------------------------------------------- Jued. Museum, Ausstellung bis 4.7.05: Jetzt ist er boes, der Tennenbaum - die zweite Republik und ihre Juden. Zur Ausstellung werden auch Filme gezeigt. Infosw http://www.jmw.at, e-mail: info at jmw.at, Tel. 535 04 31. Geoeffnet So - Fr 10-18h, Do -20h, 1010 Doroetheerg.11 Wien Museum, Die bis So/Feiertag 9 bis 18h, Mi bis 20h, 1010 Karlsplatz, Fr 9 - 12h ist der Eintritt frei. Ausstellung bis 25.9.05: Die Sinalco-Epoche - Essen, Trinken, Konsumieren nach ´45 Literaturhaus, 24.6. bis 23.9.: Vierzig Jahre Dokumentationsstelle fuer neuere oesterr. Literatur - sechzig Jahre Literatur. 1070 Seidengasse 13, Mo, Mi 9-17h, Fr 9-15h und waehrend der Abendveranst. Eingang Zieglerg.26a Metro-Kino, bis 26.6.: Besetzte Bilder - Kino in Oesterr. 1945 - 1955! 26.5. bis 19.6.: Aufarbeitung oder Verdraengung - der Nationalsozialismus im oesterr. Nachkriegsfilm! Ab 20.6. bis 30.6.: Kalter Krieg und Spionage - Schauplatz Oesterr.! Infos 512 18 03, und http://www.filmarchiv.at. 1010 Johannesg.4 Theater Drachengasse, bis 18.6.: Die Rote Rosa - wer war Rosa Luxemburg? Di - Sa jew. 20h, Tel.513 14 44, 1010 Fleischmarkt 22 Anarcho-syndikalistische Gewerkschaftsinitiative "Syndikat" trifft sich je. Sa um 18h im LOLLIGO 1010 Fischerstiege 4-8. Kontakt: haengematte at linuxmail.org oder Haengematte, 1070 Stiftg.8 Nestroyhof, Ausstellung bis 23. 6.: Women in the Holocaust - Frauen im Widerstand. Mo - Fr 10-19h. 1020 Nestroyplatz 3. Feministische FrauenLesbenWanderung: Auf den Spuren der PartisanInnen im Salzkammergut und in Suedkaernten vom 14.6. bis 26.6., Anm: Tel. 408 50 57 im FZ, Kosten ca 140 euro Weltfluechtlingstag 2005: Veranstaltungsreihe vom 16.6. bis 21.6., der Erloes kommt zur Gaenze dem Fluechtlingsprojekt von Frau Ute Bock zugute. Alle KuenstlerInnen treten unentgeltlich auf. Programm-Infos unter www.bockaufkultur.at > Mittwoch, 8.6. Semper Depot, 19h, Liberalisierungsmotor Europa? Zur Zukunft der oeffentlichen Dienstleistungen - veranstaltet von STOPP GATS-Plattform. 1060 Leharg.6 depot, 21,15, Film & Theorie: Erinnerung vergessen Pfarre Akkonplatz, 19,30: UNO: Quo vadis? Die Vereinten Nationen im 21sten Jahrhundert. Zum Bericht der Arbeitsgruppe ueber die Reform der UNO, Bedrohungen, Herausforderungen und Wandel. 1150 Oeverseestr.2c Evang.Akademie, 19h, Podiumsdisk: Drei ex-jugoslawische Kriegsveteranen suchen ein Leben in Frieden: Wir waren Feinde. 1090 Schwarzspanierstr.13 Wien Museum, 18h, Podiumsdisk: Vom Mangel zum Ueberfluss? Ernaehrungsalltag und Ernaehrungstrends seit 1945. 1040 Karlsplatz > Donnerstag, 9.6. VHS Hernals, 18,30, Disk. zu Suchtpraevention: Wer nicht mitmacht, gehoert nicht dazu - vom Umgang mit Alkohol und dem Trend zu Alkopops. 1170 Roetzerg.15 depot, 19h: Kultur im Fernsehen - der Auftrag Juedisches Inst.fuer Erwachsenenbildung, 19h: Lernen wir die Sprache des gegenseitigen Verstaendnisses. 1020 Praterstern 1 Graz, KHG, 20h, Crossing Cultures, Gespraechsabend: Essen bedeutet Begegnung. Leechg.24 > Freitag, 10.6. Frauen in Schwarz/Wien - fuer Gerechtigkeit. Gegen Gewalt. Mahnwache von 17 bis 19h 1010 Graben Hoehe Trattnerhof: Aus Anlass 38 Jahre israelische Besatzung Palaestinensischen Landes SLP Wien-Nordwest, 19h im Peer Gynt, Disk: Die SLP tritt bei den Wahlen in Wien an - macht mit! 1200 Jaegerstr.38 Cafe Maximilian, geg.NIG, 18,30, Treffen noborder attac. Allgemeine Auseinandersetzung mit dem Thema Migration, usw. ... Forderungen, Perspektiven. 1010 Universitaetsstr.9 GA 21 und Ruediger Maresch, 16 - 21h, Strassenfest und Tag der Offenen Tuer im neuen Lokal der Floridsdorfer Gruenen. Ehrenschutz Karl Oellinger. 1210 Bruenner Strasse 26-32 Graz, AAI, 19h: Lakota Oyate - die neue Generation - ueber das Volk der Lakota-Sioux Indianer. Leechg.22 Kremsmuenster, Stift, Theatersaal, 19,30, Podiumsdisk: Globalisierung, Steuergerechtigkeit, internat.Finanztransaktionen. Veranst. von Attac Salzburg, verschiedene Orte: Etwa 70 Dialogtreffen mit Alternativen Nobelpreistraegern zu versch. Themen. Infos: http://www.rla2005.org/TagderBegegnung > Samstag, 11.6. DEMONSTRATION gegen den "Schillerkommers" eines der groessten rechtsextremen Treffen. 1010 Schottentor Universitaet ab 18 Uhr! Europasaal, Arbeitstagung 10-18h: Solidaritaetsgipfel mit Lateinamerika. 1090 Tuerkenstr.25 Radiokulturhaus, 19,30, Franz Schuh, Robert Menasse, Anneliese Rohrer, Franz Vranitzky: macht - wort: Memoiren, Pamphlete, Sachbuecher. 1040 Argentinierstr.30a Salzburg, BH St.Virgil, ganztaegig: Internat.Veranst.: Alternativen, die sich rechnen - Arbeit, Kultur, Menschenwuerde. Mit Alternativen Nobelpreistraegern. Anm: 0662/65901-0 > Sonntag, 12.6. WEB Windenergie AG: Tag der offenen Windmuehlentuer in Kooperation mit den Gruen-Alternativen Bezirksgruppen 20, 21 und 22 und Ruediger Maresch. Ort: 1220 Treffpunkt beim Windpark Breitenlee - Anreiseskizze wird auf Anfrage zugesandt bzw. findet sich auf unter www.windkraft.at. Oeffi-Anreise per 24A ab Kagran bis Station Agrarweg Pfarrgemeinde Schweglerstr.39, 16h, Vortrag und Disk. mit Dolores Bauer: Aktuelle Herausforderungen fuer die Friedensbewegung > Montag, 13.6. 7stern, 20h, Literatur, Musik und Kleinkunst: Wilde Worte - mit Michaela Opferkuh, Franz Huetterer, Richard Weihs. Gast: Reinhard Wegerth. 1070 Siebensterng.31 Uni HS VII, 15,15, Suedliches Afrika in der Neuzeit: Von Soweto ins World Trade Centre: Suedafrika auf dem Weg zur Befreiung. 1010 Lueger Ring 1 Rep.Club, 19,30, Buchpraes: Suicid Attack - Zur Kritik der politischen Gewalt.Diskl. mit dem Autor Gerhard Scheit und Doron Rabinovici. 1010 Rockhg.1 IWK, 18,30, Queer-Theorien - ein Plaedoyer fuer Pluralitaet und Pluralismus. 1090 Bergg.17 > Dienstag, 14.6. Altes AKH, Aula Hof 1, 19h, Disk: European Cities 2010-2030-2050. Nachhaltigkeit und Partizipation - staedtische Lebensraeume zukunftsfaehig gestalten. 1090 Alserstr.4 Friedensinitiative Donaustadt in der Donaucity-Kirche, 19h,Thomas Schoenfeld: Stand der atomaren Abruestung. 1220 Donaucitystr./U 1 Kaisermuehlen Bez.Vorstehung Hernals, 19-21h, Workshop: Vom Riechen und Schmecken - Rauchverhalten bei Jugendlichen. 1170 Elterleinplatz 14 Nestroyhof, 19h, Lesung aus der Biographie von Margarethe Schuette-Lihotzky & Texte zur Widerstandsbewegung "Rote Kapelle". 1020 Nestroyhof depot, 19h, Bezirkskultur: der 6te Sinn. 1070 Breite Gasse 3 Graz, AAI, 20h, Elfenbeinkueste: Der schwierige Weg in die Demokratie. Leechg.22 > Mittwoch, 15.6. Ehrbar-Saele, 19h, Wr.Juedischer Chor: Benefizkonzert zu Gunsten der Strassenkinder Moldawiens. 1040 Muehlg.28 depot, 19,30, Amenstie und Boykott - Kulturpolitik der Nachkriegsjahre. 1070 Breite Gasse 3 Bunkerei im Augarten, 19,30, Reizwort - Buecher als Stachel, Markierung, Widerspruch. 1020 Obere Augartenstr.1A OeAW, Theatersaal, ab 18,30, Internat.Symposium fuer Informationsrechte bis 16.6.: 10 Thesen zur Informationsfreiheit. 1010 Sonnenfelsg.19 Details: www.chaoscontrol.at/programm.htm > Donnerstag, 16.6. SOS-Mitmensch-Gassenlokal, 19h, Themenabend: Der Umgang mit traumatisierten Fluechtlingen - Strategien der Ohnmacht? 1070 Zollerg.15 LAI-Europasaal, 19h: Die Karibik - Geschichte & Gesellschaft 1492 - 2000. 1090 Tuerkenstr.25 Juridicum, 9h, Internat.Symposium fuer Informationsrechte. 1010 Schottenbastei 10, Dachgeschoss Gruen-Raum, 19h, Martin Margulies: Lokal Wirtschaft - zwischen Bueroriesen und Tante Emma Laden. 1040 Favoritenstr.22 ESRA, 18h, Vortrag Traude Tauber: Das Trauma der Frauen des Widerstandes. 1020 Tempelg.5 Gasometer, 19,15, Bank Austria Halle: 10 Jahre INTEGRATIONSHAUS - die 3 Resetarits, Hans Theessink, Wolfgang Puschnigg, Alegre Correa, Beatrix 9dlinger u.a. St.Poelten BH St.Hippolyt, Symposium bis 19.6.: Forschungsforum - Dialog der Kulturen - Zukunft von Macht und Menschlichkeit. Vom Kult des Staerkeren zur Kultur neuer Gemeinschaft. Info und ANM: info at 7generationen.at und www.7generationen.at Griesskirchen, Veranst.von GA und attac, 19h: Bedroht Privatisierung ihre Gesundheit? > Freitag, 17.6. Muqawama-Strassenfest im Resselpark, 16-22h veranst. vom Oesterr.Arabischen Kulturzentrum/okaz, Diskussionen, Lesungen, Musik, Tanz. 1040 Wien Karlsplatz/TU Amerlinghaus, 18h, Buchvorstellung & Diskussion: Arbeiterunruhe im Weltsystem Kulturverein Zwischenraum, ab 17h Rund um den Marillenknoedel - gemeinsam kochen und essen, dazu Kulturhistorisches. Anm. bei Helga Hauptmann, Tel. 33 25 069. 1200 Hannoverg.13 depot, ab 9,30 Symposium: Ereignis Derrida - knapp ein Jahr nach dem Tod des franz. Philosophen Jacques Derrida. Fortsetzung Samstag ab 9,30. 1070 Breite Gasse 3 Markt Allhau/Bgld. Symposium bis 19.6.: Gemeinsam nachhaltig wirken. Veranst.: SOL, Suedwind Stmk., vamos - Verein zur Integration. Anm. bei Gottfrieda Kaiser, Tel. 03356/7772-22, oder sol at nachhaltig.at Linz, Neues Rathaus Raum 1002 1.Stock, 19,30, Solidar-Wirtschaft - anderes Wirtschaften ist moeglich > Samstag, 18.6. Muqawama-Strassenfest im Resselpark 15 - 22h Strassenfest in der Lindengasse Ecke Neubaugasse ab 11h zugunsten Ute Bock Die Gruenen Wanderer laden zu einer Wanderung auf den Semmering ein. Es wird eine gemuetlichere Route und eine fuer Gehfreudigere ermoeglicht. Treffpunkt 6,30 Wien Suedbahnhof Kassenhalle, Abfahrt 6,57 Graz, AAI, ISOP, Friedensbuero, 9-16h Tag der AfrikanerInnen. Exerzitienhaus der Barmherzigen Schwestern, Marieng.6a > Montag, 20.6. Rep.Klub, 19h, Disk: Fremdenpaket - unzustellbar retour. 1010 Rockhg.1 Investkreditbank, 19h, prominente Autoren lesen ueber Verfolgung, Flucht und Neubeginn: Von der Courage, ein Fluechtling zu sein. 1010 Renng.10 Uni Wien, HS VII, 15,15: Suedliches Afrika in der Neuzeit Uni Wien, HS 50, 18h, Vortrag: Moderne und postmoderne Gesellschaftsentwuerfe in Lateinamerika. 1010 Lueger Ring 1 depot, 19h, Buchpraes. und Disk: Soziale Bewegungen in Lateinamerika. 1070 Breite G. 3 Otto Maurer Zentrum, 19h, Rainer Praetorius/Hamb.: In God we trust - Religion und Politik in den USA. 1090 Waehringer Str.2-4 Linz, SLP OOe, Alte Welt, 17,30, Disk: Die NPD in Deutschland: das Vorbild des oesterr.rechtsextremen BFJ. Hauptplatz 4 > Dienstag, 21.6. depot, 19h, EuroMayday 2005 - seit einigen Jahren wird in versch. europ.Staedten der traditionelle ArbeiterInnenkampftag 1. Mai mit neuen Inhalten und Formen gefuellt. AUGE Wien, 18h, Disk: Wieviel "gruen" braucht/vertraegt die AUGE/UG? Sollen/muss der Name geaendert werden. Impuls von Paul Kolm und Karl Oellinger. 1040 Belvedereg.10 Nestroyhof, 19h, Lesung aus den Biographien von Rosa Jochmann und Ella Lingens. 1020 Nestroyplatz Wels, Kulturzentrum Alter Schlachthof, 20h, Vortrag: Abtreigung - 30 Jahre Fristenloesung. Dragonerstr.22 > Mittwoch, 22.6. depot, 19h, Gespraech: Der erweiterte Kulturbegriff. 1070 Breiteg.3 > Donnerstag, 23.6. Fortbildungsdeminar des Vereins LEFOe bis 25.6.: Sexarbeit - gesellschaftspolitische Bedeutung - politische Realitaet. Ort: BH Wels Schloss Puchberg. Anm: LEFOe 1050 Kettenbrueckeng.15/II/4, Seminarbeitrag 190,- euro AUGE/UG 19h, Buchpraes.: Kranke Geschaefte mit unserer Gesundheit. Symptome,Diagnosen und Nebeneffekte der Gesundheitsreform. Mit Martin Ruemmele, Kurt Gruenewald, Ingrid Zechmeister. 1040 Belvedereg.10 Otto Maurer Zentrum, 19h, Michael Ebertz/Freiburg: Wider die Relativierung der heiligen Ordnung: Fundamentalismus im europaeischen Katholizismus. 1090 Waehringer Str.2-4 Literaturhaus, 19h, Ausstellungseroeffnung,Lesungen, Fest: Vierzig Jahre Dokumentationsstelle fuer neue oesterr. Literatur - sechzig Jahre Literatur. 1070 Zieglerg.26A Amerlinghaus, 19h, Podiumsdisk: Zeitzeugenschaft - Vergangenheit und Zukunft. 1070 Stiftg.8 > Freitag, 24.6. Kleine Galerie, ab 20h wird zur FEIER des 70. Geburtstages von Dieter SCHRAGE eingeladen. 1030 Kundmanng.30 - wir, die AKIN-redaktion, gratulieren jetzt schon ganz besonders herzlich!! KPOe Margareten 9 - 18h Buecherflohmarkt: 8000 Buecher aus allen Bereichen zum Preis von 3,- euro/Kilo. 1050 Reinprechtsdorferstr.6 depot, 19h, Buchpraes: Autoritaet und Autorschaft in Ausstellungen > Samstag,.25.6. KPOe Margareten 9-19h, Buecherflohmarkt OKAZ, 19h, Risse in der Mauer - Geschichte Palaestinas bis 1948. 1040 Gusshausstr.14/3 Augarten, Gastgarten Awawa/Bunkerei, 18,30: Grinsteins Mischpoche - Balkanbrass & Klezmerspass. 1020 Obere Augartenstr.1a Villach, Cafe Platzl, 20h: Partizipative Oekonomie > Montag, 27. 6. ACHTUNG, heute letzte Akin-Redaktion vor der Sommerpause. Wir sind dann am 29.August ab 18h wieder da. 1170 Lobenhauerng.35/2 > Dienstag, 28.6. depot, 19h, Podium: Zwischenbilanz und Gipfelsturm - im Juli 2005 beim G8 Gipfel und im September beim UNO-Gipfel wird jedesmal Zwischenbilanz gezogen. Halbierung extremer Armut bis 2015 und Afrikaaktionsplan. Welche Ziele setzt sich die Gegenbewegung, welche Rolle spielt die weltweite Kritik am Neoliberlismus in der Ausbildung an WU´s und in der Forschung? 1070 Breite Gasse 3 Klagenfurt, Europahaus, 10h bis open end: 1. Alpen Adria Klimabuendnis-Treffen: von biologischer Ernaehrung, Fairem Handel und nachhaltiger Esskultur & Open Air Konzert ACHTUNG, heute ab 13h wird die letzte akin vor der Sommerpause produziert. Am 30.8. ab 13h gibts dann die Nummer 21. Herstellung ist wie immer im auge-buero 1040 Belvedereg.10 > Freitag, 1.7. SLP-Sommerfest ab 15h bei der Botschaft der besorgten BuergerInnen am Donaukanal auf Seite des 2. Bezirk gegenueber der Urania, rechts ueber die Bruecke, dann 100 Meter Oesterreichweiter - Aktionstag: EU-Verfassung = Aufruestung = Nicht mit uns! Friedensvolksbegehren! > Samstag, 2.7. Ab 15h 10. Regenbogenparade in Wien. Start beim Stadtpark - andersrum um den Ring, Abschlussfest am Heldenplatz Linz, Cafe Kaintzel, Rathausgasse, ab 19h Kubanisches Fest der Gruenen 50+ > Samstag, 9.7. Amerlinghaus, 18h, Schwarze Schmetterlinge Sommerfest: Black Butterlfly Projekt - ein Migrantinnenprojekt, das Missstaende oeffentlich macht. 1070 Stiftg.8 > Sonntag, 10.7. Augarten, Bunkerei ehem. Awawa, neuer Augarten-Eingang, 12-14h Klezmer-Brunch. ebenda Sound+ Park. Sommer.breakFESTE jew. Samstag ab 16.7. bis 20.8. von 11 bis 14h > Sommervorschau Stadt Schlaining/Blgd.: 22. Internationale Sommerakademie in Burg Schlaining: Die Weltunordnung von Oekonomie und Krieg. Von den gesellschaftlichen Verwerfungen der neoliberalen Globalisierung zu den weltumspannenden politischen Ansaetzen jenseits des Casinokapitalismus. Teilnahmekosten 35,-/18,-, kostenl. Uebernachtungsmoeglichkeit, Infos Thomas Roithner, 01- 79 69 959, e-mail: aspr.vie at aspr.ac.at Antiimperialistisches Festival - raus aus dem Imperium! Fest der Schurken in Piombino/Italien vom 14. 7. bis 17.7.2005, Infos: http://www.antiimperialista.com SOAL-Sommercamp 2005 - diskutieren, erholen, fliegen lernen vom 17. - 24.7. in St.Poelten. Kosten: 170,- euro inkl. Quartier und Verpflegung. Infos und Anm: soal at silverserver.at 5. 8. bis 7.8.: Bildungswanderung der OOe Gruenen auf den Spuren der Partisanen quer durchs Tote Gebirge. Anm. und Info unter www.ooe.gbw.at und Tel.07674/64 218 Samstag, 6.8.: Hiroshima-Gedenken ab 16h 1010 Stephansplatz, ab 20,30 Laternenzug vom Stephansplatz zum Teich vor der Karlskirche ================================================ ================================================ D) EDITORIAL ================================================ Für den Inhalt verantwortlich: Ihr. E-Mail-Adresse für Beiträge: widerstand at no-racism.net geschickt. widerst at nd MUND und alle Termine täglich aktualisiert im Web: http://www.no-racism.net/MUND Ziel von MUND (medienunabhängiger Nachrichtendienst) ist die unzensurierte und möglichst rasche Information über gesellschafts- politisch relevante Termine, Hinweise und Diskussionsbeiträge zu Widerstand und Antirassismus sowie verwandte Themen. sollen einen Titel, Namen und Emailadresse der/des AutorIn enthalten und möglichst kurz und prägnant gehalten sein, ev. mit Hinweis, wo weitere Informationen eingeholt werden können. Bitte keine Attachments! Die inhaltliche und sachliche Verantwortung liegt bei der/dem jeweiligen AutorIn bzw. jenen, die uns die Beiträge schicken. Der MUND wird von einzelnen TagesredakteurInnen zusammengestellt. Da Fehler nicht ausgeschlossen sind, bitten wir, nicht veröffentlichte Beiträge nochmals an widerstand at no-racism.net zu senden. Die Weiterleitung (auch auszugsweise) ist erwünscht. 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(Weitere Gründe einen Beitrag nicht aufzunehmen sind z.B.: Attachments, kein erkennbarer Bezug zu den breit gestreuten Themen des MUND, Werbesendungen, sinnlose Kettenbriefe.) Die AbsenderInnen der betroffenen Beiträge werden hiervon informiert. Im Sinne einer "gläsernen Zensur" könnt ihr Euch die Beiträge gerne extra schicken lassen: Ein kurzes Mail an widerstand at no-racism.net genügt. ================================================ E) VERTEILERLISTE ================================================ Zur Eintragung in diesen Verteiler bitte direkt subskribieren unter http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/analle oder von der einzutragenden Adresse aus ein mail schicken an: admin at no-racism.net mit folgendem Text: subscribe no-racism Bitte wegen Automatisierung diesen Wortlaut verwenden! Zur Austragung aus dieser Liste bitte an zusammengestellt. Bitte keine Attachments! (werden nicht angenommen) nicht aufgenommen: Doubletten, 1 Beitrag als Attachment. Redaktionsschluss für diese Ausgabe: Mi 22.00 Uhr III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III ü, ö, ä, ß, Ü, Ö, Ä III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III widerst at nd-MUND is powered by http://alt.strg.at/ ================================================ From analle at no-racism.net Mon Jun 13 22:30:53 2005 From: analle at no-racism.net (=?iso-8859-1?q?MUND=3A_medienunabh=E4ngiger_Nachrichtendienst?=) Date: Mon, 13 Jun 2005 22:30:53 +0200 Subject: widerst@nd! - MUND: Dienstag, 14.6.2005 Message-ID: widerst at nd MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst www.no-racism.net/mund Dienstag, 14.06.2005 ================================================ A) INHALT ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN UND ANKÜNDIGUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 01 Programm 14. - 18. Juni depot-news at mailman.sil.at ================================================== 02 14.06: Strategien gegen das Feindbild Islam "Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen" ================================================== 03 15.6.05 Linz | 20.6.05 Wien: eipcp discursive lines - Soziale Bewegungen in Lateinamerika eipcp ================================================== 04 15.6.: Lesung - Vom Mann der keine Fehler machen wollte Victor Halb ================================================== 05 ekh-termine bloodshed ================================================== 06 20./21.6.: Internationale Tagung: Veränderungen in urbanen Informationslandschaften Martin Wassermair ================================================== 07 22.6.: Roundtable: Doch eine Novellierung des OFG? Kurt Krickler ================================================== 08 Chile / Mapuche-Reporter eingesperrt. Freiheit für Pedro Cayuqueo! "GFBV" ================================================== 09 Literatur: Events el awadalla ================================================== 10 Reminder: 23. 6. Der Iran und die Bombe Café Critique ================================================== 11 22.6., 18.00 Uhr: KRANKE GESCHÄFTE mit unserer Gesundheit "proSV" ================================================== 12 Context XXI-Radio "Heidelinde Hammer" ================================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN UND KOMMENTARE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 13 Villa Kuntabunt muss bleiben! anonym ================================================== 14 Mayday Graz braucht Unterstützung für Prozess gegen rechten Leopold Stocker Verlag "Ökologische Linke" ================================================== 15 Zeltweg/Eurofighter/Kaltenegger/Pacher KPÖ Steiermark ================================================== 16 Erklärung der KI zu den Wiener Wahlen im Oktober 2005 Otto Bruckner ================================================== 17 Abschaffung der Politik "kohlerdi" ================================================== 18 Gemeinderatswahlen 2005 - die SLP tritt an Sonja Grusch ================================================== 19 Theaterstück : Caught in the Middle - Kritik "..Andreas Goerg" ================================================== 20 Stmk/LTW/KPÖ/Landesliste/Manifest KPÖ Steiermark ================================================== 21 Homosexuelle Iraner erhalten Asyl in Ö sterreich Kurt Krickler ================================================== 22 Millionäre/Arbeitslose/Forderungen/KPÖ KPÖ Steiermark ================================================== 23 Abfangjäger/Zeltweg/Protest/KPÖ KPÖ Steiermark ================================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< DISKUSSION ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 24 Die ÖVP/BZÖ/FPÖ-Regierung wackelt ASt-LFI ================================================== 25 Symposium: Murdering Women For "Honor" "wadi wien" ================================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< SOLIDARITÄT WELTWEIT ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 26 [slp-info] Dringender Appell: Solidarität mit 300 verhafteten Gewerkschaftern in Pakistan! Sozialistische LinksPartei ================================================== 27 Asyl für Putin-Gegner muss auch für tschetschenische Flüchtlinge gelten "GFBV" ================================================== 28 Türkei: Bombenanschlag auf christliche Rückkehrer "GFBV" ================================================== 29 Äthiopien drohen neue ethnische Konflikte "GFBV" ================================================== 30 14.-28.8.: Solidaritätsreise nach Palästina "Sonja Hinsch" ================================================== 31 Islamistischer Terror in Mosul. Zur aktuellen Situation von Yeziden im Irak "wadi wien" ================================================== 32 Agency-News of Venezuela "venezuela-info.net" ================================================== 33 Iraner sind der Meinung, die amerikanische Präsenz erhöhe die Chancen auf Freiheit "wadi wien" ================================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< LINKS / VERWEISE / HINWEISE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 34 Pressemitteilung iz3w 286 - Kriminalliteratur aus dem Süden "Oeffentlichkeitsarbeit iz3w-freiburg" ================================================== 35 Venezuela - Politics "venezuela-info.net" ================================================== 36 Venezuela-Newsletter "venezuela-info.net" ================================================== 37 marxistische klassiker - günstig Sozialistische LinksPartei ================================================== 38 §209 und §207b - Anfragen an die Justizministerin "PF209" ================================================== 39 Tax Breaks for Rich Murderers Edgar Ernstbrunner ================================================== 40 Ausschreibung >> World-Information City: Billboards Bangalore 2005 Martin Wassermair ================================================== 41 Glocalist Nr.75>> Schwerpunkt ECA Watch und Kommentar zu EU "GLOCALIST REVIEW" ================================================== ================================================ B) TEXTE ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN UND ANKÜNDIGUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 01 Programm 14. - 18. Juni depot-news at mailman.sil.at ================================================== Dienstag, 14. Juni, 19.00 Der 6te Sinn Bezirkskultur Das Projekt Der 6te Sinn führt Kunstschaffende, Sozialeinrichtungen, Gewerbetreibende und BewohnerInnen des 6. Bezirks zusammen, um ein gemeinsames Kulturprogramm zu entwickeln. Einander zugeloste Partnerschaften wurden aufgefordert, Ideen, Know-how, Räumlichkeiten oder andere Ressourcen auszutauschen und Projekte einzureichen. Im September 2005 werden die Ergebnisse des Vernetzungsprozesses in mehreren Veranstaltungen präsentiert und von einem Symposium in Kooperation mit den Partnerbezirken - den 6. Bezirken von Budapest und Prag - begleitet. Das gesamte Vorhaben wird von den Initiativen inhaltlich entwickelt, von der Bezirksvertretung finanziert und von der IG Kultur Wien koordiniert. Peter Chlup, Bezirkskulturkommission Mariahilf Cornelia Ehmayer, Stadtpsychologin Thomas Jelinek, IG Kultur Wien Franziska Maderthaner, Vertreterin der Projektinitiativen Moderation: Roland Schöny, Wissenschaftszentrum Wien www.der6tesinn.at Mittwoch, 15. Juni, 19.30 Amnestie und Boykott Kulturpolitik der Nachkriegsjahre Während kulturschaffenden Nazi-Sympathisanten durch maßgeschneiderte Amnestien ihr Berufsverbot nach dem Krieg bald wieder erlassen worden war, wurde der frisch eingebürgerte Brecht mit Boykott belegt. Eine bestimmte Kunst sollte aus ideologischen Gründen verhindert werden. Auch die Alliierten wussten die Macht der Kunst manipulativ einzusetzen, um die eigene Ideologie in ihrer jeweiligen Zone zu implementieren. Im Zuge des zunehmenden Konfliktes zwischen den Siegermächten kam es zu regelrechten Kulturmissionen. Welche Strategien der Instrumentalisierung von Theater, Film und Musik wurden im Österreich der Nachkriegszeit erprobt und welche Mechanismen der Kulturpolitik haben sich bewährt? Kurt Palm, Autor und Regisseur Manfred Permoser, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Oliver Rathkolb, Ludwig Boltzmann Institut für Geschichte und Gesellschaft Moderation: Sieglinde Rosenberger, Universität Wien Freitag, 17. Juni/Samstag, 18. Juni Ereignis Derrida Symposium Knapp ein Jahr nach dem Tod des französischen Philosophen Jacques Derrida geht ein kleines Symposium der Vielfalt seines Denkens, seiner Relevanz für die Philosophie und für die angrenzenden Wissenschaften nach. Schließlich hat er wie kaum ein anderer Philosoph im 20. Jahrhundert das Geistesleben geprägt. In vier Sektionen referieren und diskutieren ExpertInnen über Derridas Philosophie und ihren Einfluss auf Politik, Psychoanalyse und Kunst. Freitag, 17. Juni, 9.30 Eröffnung: 09.30 Erinnerungen an Derrida Hugh Silverman, University of Stony Brook, NY Derrida und Philosophie(geschichte) 10.00 Derrida, ein quasi-transzendentaler Philosoph Giovanni Leghissa, Universität Triest 11.00 Das Ereignis Derrida(s) Peter Zeillinger, Universität Wien 12.00 Exemplarität bei Kant und Derrida Othmar Kastner, Universität Wien Moderation: Matthias Flatscher, Universität Wien Derrida und Psychoanalyse 14.00 Derrida und die Klinik Michael Turnheim, Wien/Paris 15.00 Archiv: Schmerz, Dokument. Skizzen zum Körper (Lacan und Derrida) Ulrike Kadi, Universität Wien 16.00 Kryptonymie: in den Namen verschrieben. Derridas Lektüre der psychoanalytischen Arbeiten von Nicolas Abraham und Maria Torok Klaus Ebner, Augsburg Moderation: Peter Zeillinger, Universität Wien 19.00 Derrida and Descartes. Thinking Beyond the Finite Closure. Katherine Rudolph, Rhode Island College, NY Vortrag in englischer Sprache Samstag, 18. Juni, 9.30 Derrida und Politik 09.30 Die Politiken Jacques Derridas Thomas Frank, Universität Wien 10.30 La toucher, la communauté. Porträt der Dekonstruktion als Sozialphilosophie Artur Boelderl, KTU Linz 11.30 Die Unmöglichkeit der Politik. Derrida und Agamben. Martin Weiß, Centro per le Scienze Religiose Trento 12.30 Performativität und Politik - Notizen zur amerikanischen Unabhängigkeitserklärung Birgit Langenberger, New School University, New York Moderation: Gerhard Unterthurner, Universität Wien Derrida und Kunst 14.30 Derrida, das Hymen und das Lesen der Geschlechter- differenz - eine postfeministische Perspektivierung mit Bettine Menke und Judith Butler Anna Babka, Universität Wien 15.30 'La imaginación es libre; el hombre no.' Luis Buñuel im Gespräch mit Derrida Monika Leisch-Kiesl, KTU Linz Moderation: Wolfram Pichler, Universität Wien 16.30 Schlussdiskussion Moderation: Hugh Silverman, University of Stony Brook, NY In Kooperation mit dem Interdisziplinären Forum .UND. Unterstützt von der Fakultätsvertretung Geistes- und Kulturwissenschaften. Depot Breitegasse 3 A-1070 Wien Tel: +43 1 522 76 13 www.depot.or.at _______________________________________________ Depot-news mailing list Depot-news at mailman.sil.at http://mailman.sil.at/mailman/listinfo/depot-news _______________________________________________ Widerstand mailing list Widerstand at no-racism.net http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/widerstand ================================================== 02 14.06: Strategien gegen das Feindbild Islam "Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen" ================================================== Dienstag 14. Juni 2005, 19:00 Die Sense. Das Lokal zum Verein. Sensengasse 5/3, 1090 Wien Konzepte und Strategien gegen das Feindbild Islam Podiumsdiskussion mit Tarafa Baghajati (Initiative Muslimischer ÖsterreicherInnen), Gülmihri Aytac (Forum Muslimische Frauen), Zelal Dag (Kulturverein Kanafani). Angefragt sind VertreterInnen der Muslimischen Jugend Österreich, des Jugendkomitees der Islamischen Föderation Wien, des Studierendenvereins Önder und des Interkulturellen Studentenvereins. Welche Gegenstrategien und Gegenkonzepte zum Feindbild Islam sind denkbar? Wie gehen AktivistInnen aus der islamischen Community mit dem Rassismus um, dem sie begegnen? Welche Ausformungen kennt der anti-islamische Rassismus? Nach kurzen Impulsreferaten von den PodiumsgästInnen sollen diese und viele weitere Fragen sowohl allgemein als auch konkret am Podium sowie im und mit dem Publikum diskutiert werden. Die Veranstaltung richtet sich nicht ausschliesslich an Leute aus der Community, alle antirassistisch Bewegten sind herzlich dazu eingeladen an der Diskussion teilzunehmen. Eintritt frei. kulturverein kanafani - redaktion der.wisch sensengasse 5/3, 1090 wien 00431/4092480 die welt ist unser zuhause - al alamu bajtuna ************************* -- Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen e-mail:dieinitiative at gmx.at für Rückfragen und Korrespondenz kontaktieren sie bitte: Omar Al Rawi +43-664-3831942 al-rawi at gmx.at Amina & Tarafa Baghajati +43-1-2595449 baghajati at aon.at Mouddar Khouja +43-1-9685096 mouddar at gmx.net Andrea Saleh +43-1-7965652 salehand at gmx.at Liebe Brüder und Schwestern, liebe Interessierte! Wir hoffen, dass die so an Euch zugehenden Informationen auf Euer Interesse stoßen. Wir versenden über den Verteiler nicht nur Neuigkeiten, die die eigenen Aktivitäten betreffen, sondern auch Zeitungsartikel, die im weitesten Sinn mit dem Islam und Integration zu tun haben oder ähnliches. Diese spiegeln natürlich nicht unbedingt unsere eigene Meinung wieder, sind aber gut, um das Meinungsspektrum zu sichten. Wir freuen uns über jede Rückmeldung. Selbstverständlich kann auch alles an Freunde,Bekannte usw.weitergemailt werden. Für die Publikation in eigenen Homepages bitten wir jedoch um vorherige Rücksprache. Bitte achten Sie bei Zeitungsartikeln auf das Copyright. Alle Inhalte dienen der persoenlichen Information. Eine Weiterverwendung und Reproduktion ueber den persoenlichen Gebrauch hinaus ist nicht gestattet. Geschenkt: 3 Monate GMX ProMail gratis + 3 Ausgaben stern gratis ++ Jetzt anmelden & testen ++ http://www.gmx.net/de/go/promail ++ _______________________________________________ Widerstand mailing list Widerstand at no-racism.net http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/widerstand ================================================== 03 15.6.05 Linz | 20.6.05 Wien: eipcp discursive lines - Soziale Bewegungen in Lateinamerika eipcp ================================================== *Soziale Bewegungen in Lateinamerika* Buchpräsentation und Diskussion *Mittwoch, 15. Juni 2005, 19.30* MAIZ, Hofgasse 11, 4020 Linz mit: Jens Kastner, Herausgeber, Soziologe und Kunsthistoriker Rubia Salgado, MAIZ *Montag, 20. Juni 2005, 19.00 Uhr* Depot, Breitegasse 3, 1070 Wien mit: Jens Kastner, Herausgeber, Soziologe und Kunsthistoriker Gini Müller, Aktivistin und Theaterwissenschafterin Nach einer Phase relativer Stille unter der neoliberalen Hegemonie in den 1990er Jahren gewinnen die politischen Kämpfe in Lateinamerika seit einiger Zeit wieder weltweite Beachtung. Wird die Autonomieforderung im zapatistischen Aufstand vor allem mit der Erprobung neuer Politikformen verbunden, kämpfen soziale Bewegungen in Kolumbien oder Guatemala um ihr Überleben angesichts permanenter Bedrohung durch Militär und paramilitärische Gruppen. In Venezuela oder Brasilien hingegen sind die Bewegungen zum Teil eingebunden in die präsidialen Projekte der gesellschaftlichen Umgestaltung, während sich der Widerstand in Argentinien und Bolivien in der Absetzung der jeweiligen Präsidenten äußert. *Olaf Kaltmeier, Jens Kastner, Elisabeth Tuider (Hg.): Neoliberalismus - Autonomie - Widerstand. Soziale Bewegungen in Lateinamerika. Münster: Verlag Westfälisches Dampfboot 2004 *Veranstaltungen des eipcp in Kooperation mit MAIZ und Depot -- eipcp - european institute for progressive cultural policies a-1060 vienna, gumpendorfer strasse 63b contact at eipcp.net www.eipcp.net www.republicart.net ================================================== 04 15.6.: Lesung - Vom Mann der keine Fehler machen wollte Victor Halb ================================================== VOM MANN DER KEINE FEHLER MACHEN WOLLTE Lesung von Victor Halb "...Eines stand jedenfalls fest. Er würde am Arbeitsleben nicht mehr weiter teilnehmen. Es war doch auch augenscheinlich, dass es so nicht einfach weitergehen konnte wie bisher..." Ein radikalliterarischer Selbstversuch, ein Roman, ein Essay gegen die Arbeit und vom Wert, eine kleine Historiografie des subjektiven Bruchs... Halb, lexik.: der Teil eines in zwei Teile geteilten Ganzen; nicht das Ganze betragend; nicht die dem Gegenstand zukommende Größe, Stärke habend; mangelhaft, ungenügend, geringwertig; unentschieden, schwankend; teils so, teils anders, einigermaßen; vgl. in Halbaffe, Halbbruder, Halbedelstein, Halbfabrikat, Halbfinale, halbherzig, Halbinsel, Halbkreis, halbmast, Halbmond, halbnackt, Halbpension, Halbrund, Halbschatten, Halbschlaf, Halbschlummer, Halbschuh, Halbschwergewicht, halbseitig, halbstaatlich, Halbstarker, halbstündlich, Halbtagsarbeit, Halbtagsschule, Halbton, halbtot, halbverhungert, halbwach, Halbwahrheit, halbwegs, Halbwelt, Halbwertszeit; Halb, biogr.: geb. 1962 und aufgewachsen in Nürnberg; Schriftsteller, Musiker, Fotograf, Filmemacher; lebt seit einem dreiviertel Jahr in Wien. Mi 15.06.2005 / 20 Uhr / Wienzeile Zentrale / Hernalser Hauptstr. 39 / 1170 Wien / Eintritt: 3,50 (inkl. 1 Wienzeile oder 1 Getränkebon!) / ================================================== 05 ekh-termine bloodshed ================================================== hallo liebe medienmacherInnen, hier bin ich wieder mit den aktuellen ekh-daten. wäre sehr fein, wenn ihr die wieder in euren medien publizieren würdet. die seite m. details f. euch ist auch soeben aktualisiert: http://www.med-user.net/bloodshed666/bs_konzertinformationen.htm vielen lieben dank & besten gruß, al. f. die bande ekh im juni: 11.06. "Schwabenpunk-Nacht" w\ Heilbronx Nuclear (d), Sucubus (d), Müllionäre(d), Das Übel(d) Do 16.06. ROCK & METAL SOLIABEND w\ Gasmac Gilmore + Moriturus 17.6. Bagru Powi Fest do 23.06, gemmi-Buchpräsentation, anschl. Konzert w\ TRÄSCHIQUE + PHAL/drK 25. 6. Soliabend für das EKH: Vortrag von Dieter Schrage über Raoul Vaneigem, anschl. Konzert w\ NO HORSE- NO RIDER + NITRO MAHALIA ekh im juli: ab 29.6. EKHaus&Hoffest - open end! 29.6. Mindflair + THIBC 30.6. EKH bleibt! - Demo (18h Rathaus), anschl. Coverabend @ ekh-disco 01.07. internat. Bands 02.07. Free-Tekkno 9.7. Bayern Abend 20.7. AGAINST ME! (us) + RENTOKILL jeden Mittwoch ab 20h QE(E)R-Beisl - politisches Café, www.raw.at jeden Donnerstag ab 21h UnzumutBAR - Rechtshilfebeisl VOLXBIBLIOTekh / Archiv der sozialen Bewegungen/Wien, 2. Stock, geöffnet jeden Mittwoch 17 - 20h INFOLADEN X, Portiersloge, Öffnungszeiten: mittwoch und donnerstag 16-20h, freitag und samstag 16-22h EKH X., Wielandg. 2-4, U1/14A/67 Keplerplatz, 6 Quellenplatz, Nightline EKH bleibt! und außerdem autonom! www.med-user.net/ekh www.ekhbleibt.info www.bloodshed666.net Spendenkonto: Dieter Schrage Kontonummer: 51405153501 BLZ: 12000 Verwendungszweck: EKH BLEIBT! ||| -(@ @)- -----------------------oOO--(_)--OOo------------------- Best regards, making emo a threat mailto:bloodshed666 at gmx.net www.bloodshed666.net www.med-user.net/phal www.returnofnothing.cjb.net www.med-user.net/infoladen10 www.med-user.net/ekh www.med-user.net/ems www.med-user.net/radikalkur www.desperado.at ================================================== 06 20./21.6.: Internationale Tagung: Veränderungen in urbanen Informationslandschaften Martin Wassermair ================================================== |--- | PRESSEMITTEILUNG |--- | Institut für Neue Kulturtechnologien/t0 |--- | http://www.netbase.org/ |--- | 09.06.2005 |--- |--- | Strategien für Grundrechte und offene Netzwerke | | Netbase diskutiert auf internationaler Tagung | Veränderungen in urbanen Informationslandschaften |--- Am 20./21. Juni 2005 widmet sich die Wiener Netzkultur- Institution Netbase im Architekturzentrum Wien der Frage nach Veränderungen in urbanen Informationslandschaften. Unter dem Titel "Networks of Imagination. Global Information Landscapes and Urban Transformations in Asia" werden aktuelle Praktiken, Strategien und Interventionen von Informations-Akteuren diskutiert. Die zweitägige Veranstaltung umfasst Vorträge, Präsentationen und Video-Vorführungen. "Networks of Imagination ist eine wichtige Etappe innerhalb des EU-Indien-Programms 'Towards a Culture of Open Networks', in dessen Rahmen wir im November 2005 mit einer Konferenz und Ausstellung in Bangalore vertreten sind", erklärt Netbase-Leiter Konrad Becker. Um die Themen im Vorfeld auch lokal einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen, sind neben europäischen und asiatischen Vertretern aus den Bereichen Kultur und Wissensökonomie auch die internationalen Partnerorganisationen im Juni in Wien zu Gast. Netbase bildet ein Netzwerk zusammen mit Waag Society (Amsterdam, NL) und Sarai/CSDS (Delhi, IN). "Wir freuen uns, hier in Wien so wichtige Aspekte wie Open Source, Bürgerrechte, öffentliche Sphäre und freie Software vor allem auch in der außer-europäischen Perspektive debattieren zu können." Die Veranstaltung ist Teil des Kulturprojekts World- Information.Org, das unter der-Schirmherrschaft UNESCO im Rahmen der Europäischen Kulturhauptstadt Brüssel 2000 seinen Auftakt nahm und auch in Amsterdam, Belgrad, Novi Sad, London, Berlin, München und Helsinki präsentiert wurde. "Ziel der Veranstaltung im AzW ist es, auch im Hinblick auf Stadtentwicklung globale Strategien bei der Wahrung von digitalen Grundrechten und demokratischen Netzwerkgesellschaften auszutauschen", so Becker abschließend. |--- | Programm-Informationen |--- | http://t0.or.at/globalnetworks/program/ |--- |--- | Presse-Bilder | World-Information.Org Bangalore/India 2005 |--- | http://world-information.org/wio/pressroom/downloads |--- |--- | Rückfragen: |--- | Netbase | Institut für Neue Kulturtechnologien/t0 | Zwischenquartier Burggasse 21 | A-1070 Wien |--- | Tel. +43 (1) 522 18 34 | Fax. +43 (1) 522 50 58 |--- | http://www.netbase.org/ |--- ================================================== 07 22.6.: Roundtable: Doch eine Novellierung des OFG? Kurt Krickler ================================================== Sehr geehrte Damen und Herren! Das Ludwig-Boltzmann-Institut für Menschenrechte veranstaltet am 22. Juni 2005 ab 17.30 einen Roundtable zum Thema "Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung - Was bringen die neuen Gleichbehandlungsgesetze ?" im Café Berg, Berggasse 8, 1090 Wien. Wir würden uns freuen, Sie bei dieser Veranstaltung begrüßen zu dürfen, und ersuchen Sie, diese Einladung an Interessierte weiterzuleiten. Mit freundlichen Grüßen Constanze Pritz Ludwig-Boltzmann-Institut für Menschenrechte Heßgasse 1, 1010 Wien Tel.: + 43-1-4277-27445 Fax: + 43-1-4277-27429 ================================================== 08 Chile / Mapuche-Reporter eingesperrt. Freiheit für Pedro Cayuqueo! "GFBV" ================================================== Gesellschaft für bedrohte Völker - Südtirol / Presseerklärung in www.gfbv.it/2c-stampa/2005/050609ade.html Chile / Mapuche-Reporter eingesperrt Freiheit für Pedro Cayuqueo! Bozen, Temuco, 9. Juni 2005 Pedro Cayuqueo Millaqueo ist seit dem 2. Juni 2005 im Gefängnis von Traiguén in der chilenischen Region Araucanía inhaftiert. Polizeikräfte in Zivil hatten den Direktor der Mapuche-Zeitung AzkintuWE (www.nodo50.org/azkintuwe) zuvor in Nueva Imperial nahe Temuco festgenommen. Nach Angaben seiner Familienangehörigen haben sich die Polizeikräfte auf einen Haftbefehl des Untersuchungsrichters von Traiguén berufen. Dieser begründet die 61 Tage Arrest damit, dass Cayuqueo eine Geldstrafe nicht bezahlt hätte, die auf das Jahr 2003 zurückgeht. Damals hatte der Reporter an einer Prostestaktion in Traiguén teilgenommen, mit der die Mapuche illegal entzogenes Land zurückverlangt hatten. Obwohl die Festnahme von Pedro Cayuqueo auf den ersten Blick legal erscheint, ist die AzkintuWE-Redaktion empört. "Neuerlich sehen wir uns Schikanen und politischer Verfolgung ausgesetzt", schreibt sie, "denn die Verhaftung geht einzig auf seine Arbeit als Reporter und Kämpfer für die Mapuche-Rechte zurück." Pedro Cayuqueo ist Journalist und ein bekannter Gegner der indigenen Politik der chilenische Regierung. Unter seiner Führung ist die AZkintuWE zu einer kritischen und seriösen Zeitung gereift. So zeigt sie beispielsweise immer wieder auf, wie parteiisch die chilenischen Gerichte vorgehen - vor allen Dingen gegen die Gemeinschaften der Mapuche. Die GfbV verurteilt das Vorgehen der chilenischen Behörden aufs Schärfste und fordert sie auf, Pedro Cayuqueo umgehend freizulassen. Um zusätzlich Druck auszuüben, sollten Briefe an die Verantwortlichen geschickt werden, in denen die Freilassung Cayuqueos gefordert wird. ======================================================================= Recibimos comunicación del arresto del periodista mapuche Pedro Cayuqueo y pide su inmediata liberación. Präsident der Republik, S.E. Ricardo Lagos Escobar, Presidente de la República, Palacio de La Moneda, Santiago de Chile. E-mail: ricardolagos at lagos.cl; redlagos at icono.cl; internet at presidencia.cl. Haftanstalt in Traiguén, Centro Detención Penitenciaria TRAIGUEN Dirección: Coronel Gregorio Urrutia N° 129, Traiguén, IX Región-Chile. Zur Kenntnisnahme an: UNO-Vermittler für Menschenrechte der indigenen Völker, Sr. Rodolfo Stavenhagen Relator Especial sobre la situación de los derechos humanos y las libertades fundamentales de los indígenas. Oficina del Alto Comisionado de las Naciones Unidas para los Derechos Humanos, OHCHR, United Nations, 1211 Geneva 10, Switzerland. E-mail: pespiniella at ohchr.org Chilenische Journalistenkammer, Colegio de Periodistas de Chile, Consejo Nacional, Calle Amunategui 31 Of. 51, Santiago de Chile. E-mail: colegiodeperiodistas at transtar.cl. Lateinamerikanische Journalistenvereinigung, Federación Latinoamericana de Periodistas (FELAP) Nuevo León # 144 interior 101 Colonia Hipódromo Condesa - CP 06170 México D.F. Telefax: (5255) 52866085 Telf: (5255) 52866055, E-mail: felap at laneta.apc.org; ernestocarmona at vtr.net; ciap at ctcinternet.cl =================================================================== Siehe auch: * www.gfbv.it: www.gfbv.it/2c-stampa/04-1/041015de.html | www.gfbv.it/2c-stampa/03-2/030910bde.html | www.gfbv.it/2c-stampa/03-2/030929de.html | www.gfbv.it/2c-stampa/03-2/030826de.html | www.gfbv.it/2c-stampa/03-2/030808de.html | www.gfbv.it/2c-stampa/03-2/030808ade.html | www.gfbv.it/3dossier/ind-voelker/mapuche-de.html | www.gfbv.it/3dossier/ind-voelker/lota2003.html * www: www.mapuche-nation.org | www.universidadmapuche.org/ | www.derechosindigenas.cl | www.soc.uu.se/mapuche/ | www.mapuexpress.net/?act=publications&id=34 | www.argenpress.info/nota.asp?num=014896 ================================================== 09 Literatur: Events el awadalla ================================================== Freitag, 17. 6. 2005, 9-18h, Ö.D.A., 1060, Gumpendorfer Straße 15/13 Bücherflohmarkt ohne gööd kaa musi! Donnerstag, 21. 7. 2005, 17h, Ballhausplatz Jubiläum: 300. Widerstandslesung gegen Schwarzblau. Die neuesten Aussagen der Herren Kampl, Gudenus, Freunschlag et al. beweisen, daß es noch immer Sinn macht, gegen die Regierungsbeteiligung von FPÖ/BZÖ zu lesen - bis sie gehen. -- widerstandslesung jeden donnerstag 17 bis 19 uhr 1010 wien, ballhausplatz 1a. http://www.awadalla.at/ ================================================== 10 Reminder: 23. 6. Der Iran und die Bombe Café Critique ================================================== Reminder: Donnerstag, 23. Juni 2005, 19.30 Uhr Der Iran und die Bombe Vortrag von Thomas Becker (Bielefeld) Gemeindezentrum der Israelitischen Kultusgemeinde Seitenstettengasse 2, 1010 Wien (bitte Lichtbildausweis mitnehmen und ca. eine halbe Stunde vor Beginn erscheinen) ___________ Termine BRD: 2. Juli 2005 Leipzig Die friedfertige Antisemitin? Kritische Theorie über Geschlechterverhältnis und Antisemitismus Vortrag von Ljiljana Radonic 3. Juli 2005 Dresden, 19.30 Die friedfertige Antisemitin? Kritische Theorie über Geschlechterverhältnis und Antisemitismus Vortrag von Ljiljana Radonic AZ Conni, Rudolf-Leonhard-Straße 39 4. Juli München, 20 Uhr Israelsolidarität und Kritik der politischen Ökonomie Vortrag von Stephan Grigat ehemalige Mitarbeitermensa der Geschwister-Scholl-Universität Leopoldstraße 15 6. Juli 2005 Hamburg Die friedfertige Antisemitin? Kritische Theorie über Geschlechterverhältnis und Antisemitismus Vortrag von Ljiljana Radonic 7. Juli 2005 Oberhausen Psychoanalyse und Geschlechterverhätlnis Vortrag von Ljiljana Radonic http://www.cafecritique.priv.at ================================================== 11 22.6., 18.00 Uhr: KRANKE GESCHÄFTE mit unserer Gesundheit "proSV" ================================================== proSV - Info Liebe Kolleginnen und Kollegen! EINLADUNG der Plattform proSV -Keine Zerschlagung der Sozialversicherung Mittwoch 22. Juni 2005, 18.00 Uhr GPA, 3. Stock, Sitzungssaal, Eingang: Börsegasse, 1010 Wien (vis a vis von der Börse) REFERAT von Buchautor Martin Rümmele KRANKE GESCHÄFTE mit unserer Gesundheit Der profunde Kenner des österreichischen Gesundheitssystems hat zum Thema ein neues Buch herausgebracht. Im Referat werden Ursachen und Folgen der derzeitigen Gesundheitspolitik beleuchtetund Alternativen aufgezeigt. Bitte nehmt Interessierte mit! BITTE UM ANMELDUNG bis 20. Juni 2005 unter 0650/830 7 830 oder proSV at akis.at proSV-Homepage: http://prosv at akis.at Mit kollegialen Grüßen Plattform proSV ================================================== 12 Context XXI-Radio "Heidelinde Hammer" ================================================== Wien - Orange 94,0 Freitag 13:00 - 14:00 Uhr Graz - Helsinki 92,6 jeden Montag 10:00 - 11:00 Uhr Klagenfurt - AGORA 105,5 / 106,8 / 100,9 jeden Donnerstag 19:00 - 20:00 Uhr Context XXI-Radio bringt: Subversive Theorie - "die Sache selbst und ihre Geschichte"; Teil 13, Kapitel 14 Im Wintersemester 1989/90 hielt Johannes Agnoli seine Abschiedsvorlesung an der FU-Berlin. Beginnend mit dem Alten Griechenland und dem Spartakusaufstand über die Bauerkriege, die Renaissance und die Aufklärung hinweg, über Wilhelm Weitling, Karl Marx und Michael Bakunin bis in die Gegenwart hinein zeigt Angoli was es heißt, den Antagonismus gegen Herrschaft und Ausbeutung zu praktizieren und ihn zugleich zu denken. Teil 13, Kapitel 14: 1789 - Die Revolution in der Revolution ps liebe RadiomacherInnen, ihr könnt die Sendungen von der context homepage (www.contextxxi.at) oder auch direkt vom Austauschserver holen, der download zum dieswöchigen Beitrag wäre: http://cba.fro.at/archiv/context_xxi/context_xxi-13-06-2005_09-31-28.mp3 mlg heide ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN UND KOMMENTARE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 13 Villa Kuntabunt muss bleiben! anonym ================================================== Villa Kuntabunt in Innsbruck muss bleiben !!! Wie so viele besetzte Häuser in letzter Zeit, ist auch die Villa Kuntabunt in Innsbruck von der Räumung durch behördliche Instanzen bedroht...WIR SAGEN NEIN!!! Die Villa Kuntabunt (VKB), das einzige besetzte Haus in Innsbruck und eines der wenigen in Österreich insgesamt, ist mehr denn je von der Räumung durch behördliche Instanzen bedroht. Da dies nur ein Beispiel für den derzeitigen "Trend" ist, nun auch die letzten besetzten Häuser und somit auch die letzten autonomen Zentren auszulöschen, ist es umso wichtiger, dass mensch für den Erhalt dieser Einrichtungen kämpft... Das dieses Kämpfen nicht immer von Erfolg gekrönt ist, zeigte die gestrige Räumung vom Yorck59, dessen Genossen in gewisser Hinsicht um einiges aktiver waren/sind als wir ( lasst euch nicht unterkriegen!!!) Auch das EKH in Wien, welches ja freilich das größte autonome Zentrum in Österreich überhaupt darstellt, steht höchstwahrscheinlich vor dem Aus...;zumindest wurde der Roimungstermin auf den 1. Juli festgesetzt! Bei uns ist es noch nicht ganz so weit aber die Luft zum Atmen wird immer knapper: Erstens ist der eigentliche Besitzer gestorben, was mensch ja nun nicht ganz so tragisch sehen bräuchte, doch der hat die Villa samt Grundstück an insgesamt neun Menschen weitervererbt, wovon einer zu allem Übel auch noch ´n Rechtsverdreher ist!!! Diese Erben wollen ja nun nicht gerade zu neunt in diese wunderschöne Villa einziehen und haben deshalb beschlossen, sie einfach zu verkaufen und sich dann die Ausbeute zu teilen... Der Verkaufspreis soll sich auf utopische 3 Millionen Euros(!) belaufen... Wie das genau zustande kommt, wissen die wahrscheinlich nicht mal selber ;-) Unglücklicherweise würden uns auch noch potenzielle Käufer für irgendwelche Besichtigungstouren die Türe einrennen...wenn wir sie ´reinlassen würden... Somit, das bleibt und leider nicht erspart, "besichtigen" sie die Villa von aussen und freuen sich ´nen Ast! Die zweite Bedrohung, welche freilich mit der oben genannten zusammenhängt, stellt die baupolizeiliche Behörde dar, welche unter fadenscheinigen Vorwänden (wie immer) versucht, den Bewohnern eine gewisse Pseudo-Autorität aufzudrücken! Ergänzend zu dem obrigen Text gibt es nun noch den baupolizeilichen Beschluss und die Presseerklärung, sowie noch einige wunderschöne Bilder von unserem wunderschönen Haus... Für den Fall, dass ihr uns kontakten wollt, steht folgende E-Mail-Adresse zur Verfügung: Villakuntabunt-innsbruck[aäet]web.de Bilder vom Haus, sowie weiterführende Linx finden sich hier: http://at.indymedia.org/newswire/display/54066/index.php ----------------- 8.6. 2005 - Polizeibesuch in der VKB Innsbruck Am 8.6. 2005 erhielt das von der Räumung bedrohte Squat "Villa Kunterbunt" in Innsbruck Polizeibesuch... Schon heute Nacht (ca. um irgendwas nach Mitternacht) fuhr mal ein Polizeiwagen mit Blaulicht vorbei. Zwei Bullen stiegen aus, gingen ein paar Schritte in den Garten hinein und fingen an reinzuleuchten, um danach wieder abzuziehen. Am Nachmittag (so gegen 16.00 Uhr) klingelte dann die Glocke (zumindest das haben sie bisher gelernt, nicht so wie März: http://at.indymedia.org/newswire/display/52376/index.php ) und vor der Haustür standen 3 BullInnen (2 Typen, eine Frau). Sie wollten "Jemand verantwortlichen, einen chef halt!" sprechen, der wundersamerweise aber nicht aufzufinden war. Dabei wollten sie ja nur wissen, "wieviele Leute jetzt da sind!", was wir aber aufgrund der unzählbar großen Horden von Menschen, die anwesend waren, nicht sagen konnten. So ein Pech aber auch. Die nächste Frechheit - da schwadronierten die drei doch TATSÄCHLICH davon, dass sie "vermuten, dass sich hier linksextreme Elemente Aufhalten". Also ein "linksextremes Element" hat von uns bisher auch niemensch gesehen. Hat wer ne Ahnung wie so ein Element ausschaut? Ganz entsetzt waren wir über die Aussage der BullInnen, dass "das ganze wie ein besetztes Haus ausschaut"! Sowas würden wir als gesetzestreue BürgerInnen natürlich NIE machen! Ok, schluss mit dem rumscherzen. Die Bullen sind jedenfalls durch den Garten einmal rund ums Haus gegangen und haben es von oben bis unten abfotografiert (haben sie vorher schon mit den Leuten versucht, die am Balkon saßen), wies ausschaut um mögliche Eingangsmöglichkeiten zu finden. Übrigens - letzte Woche war die Bullerei auch schon mal da und brüllte zu acht rum, dass sie "einen Verantwortlichen" sprechen wollen. ---------------- Gregor ================================================== 14 Mayday Graz braucht Unterstützung für Prozess gegen rechten Leopold Stocker Verlag "Ökologische Linke" ================================================== Mayday Graz braucht Unterstützung für Prozess gegen rechten Leopold Stocker Verlag Hohe Prozesskosten wegen mehrerer Zivilrechtsklagen! Mit zivilrechtlichen Klagen reagiert der Leopold Stocker Verlag auf öffentliche Kritik an seiner Nähe zur rechtsextremen Szene: Anlass ist zum einen ein Artikel in der Zeitung der HochschülerInnenschaft Graz, zum anderen mehrere Texte über seine Aktivitäten auf der Homepage von "Mayday". Die Klage des Verlags auf Widerruf und Unterlassung richtet sich nicht nur gegen zwei "Mayday"-Mitglieder, sondern auch gegen den Betreiberdes Servers, auf dem unsere Homepage, wie zahlreiche andere Webseiten auch, liegt, und der mit der Gruppe "Mayday 2000" und unseren Aktionen nicht das geringste zu tun hat. Der Stocker Verlag wurde erst kürzlich, wegen eines Beitrags in der von seinem Geschäftsführer herausgegebenen Zeitung "Neue Ordnung", in den steirischen Medien (ORF am 20. und 22.5., Kleine Zeitung und Standard am 21.5.) kritisiert, nachdem die Grünen ihn wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Verbotsgesetz angezeigt hatten. In den Texten, wegen denen wir nun geklagt werden, informierten wir u.a. darüber, dass der Stocker Verlag rassistische und antisemitische AutorInnen verlegt bzw. vertreibt, eine Zeitung mit rechtsextremen Inhalten herausbringt und dass sein Geschäftsführer in der rechtsextremen Szene Aktivitäten setzt. Wir sind davon überzeugt, dass wir den Wahrheitsbeweis für unsere Kritik am Stocker Verlag erbringen können und wollen das auch tun. Der hohe "Streitwert" von jeweils 30 000 Euro, den der Verlag eingebracht hat, führt allerdings dazu, dass die vorläufigen Verfahrenkosten innerhalb kürzester Zeit bereits mehrere Tausend Euro betragen werden. Wir bitten daher dringend um finanzielle Unterstützung! Jeder Beitrag hilft uns! -- MayDay2000 Graz Post: Postfach 466, 8011 Graz Netz: http://mayday.widerstand.org Email: mayday-graz at gmx.at Support: Sparbuch Nr. 32 22 61 85, BLZ 38 000, Bezeichnung "MayDay2000 Graz" -- Ökologische Linke (ÖKOLI) Schottengasse 3a/1/4/59 A-1010 Wien e-milio: oekoli_wien at gmx.net Visite our Website: http://www.oekoli.cjb.net Ökoli Vorarlberg: http://PolitiX.cjb.net Spenden auf unser Konto sind immer willkommen: Konto Nr.: 56001071333 Bank Austria Creditanstalt BLZ 12000 Unsere Aussendungen sind nicht zur Verbreitung über Indymedia bestimmt! ************************************************ ================================================== 15 Zeltweg/Eurofighter/Kaltenegger/Pacher KPÖ Steiermark ================================================== PRESSEMITEILUNG DER STEIRISCHEN KPÖ Graz, am 11. 6. 2005 Schaumgebremste Kritik wird Stationierung aller Abfangjäger im Aichfeld nicht verhindern Die schaumgebremste und zaghafte Kritik der Regionalpolitiker wird die Stationierung aller 18 Eurofighter im Aichfeld nicht verhindern ; jetzt sind massive Proteste notwendig. Das erklärten Stadtrat Ernest Kaltenegger (Graz) und Gemeinderätin Renate Pacher (Knittelfeld) am Samstag. Kaltenegger: "Das Aichfeld wird ganz gezielt zu einer Militärregion ausgebaut. Die Stationierung der Eurofighter und der Ausbau des Fliegerhorstes auf NATO-Standard sind im Zusammenhang mit den Aufrüstungsplänen der EU zu sehen. Die Landespolitik schweigt dazu oder vertröstet die Menschen auf Kompensationsgeschäfte, die ebenfalls in die Rüstungsindustrie gehen werden". Renate Pacher: "So wie von unseren örtlichen Politikern die Zerschlagung der Verstaatlichten Industrie und der ÖBB hingenommen wurde, so wird jetzt zugesehen, wie die Industrie und die Arbeitsplätze in unserer Region verschwinden und das Aichfeld eine immer wichtigere Militärregion wird. Wann, wenn nicht jetzt, müsste ein gemeinsamer Aufschrei der ganzen Region kommen - oder soll die Zukunft des Aichfelds in einem NATO- Flughafen oder einem Stützpunkt der EU-Armee liegen?" KPÖ-Steiermark Lagergasse 98 a 8020 Graz Tel.: 0316 71 24 36 Fax 0316 71 62 91 email: kp.stmk at kpoe-graz.at; kpoe_stmk at hotmail.com ================================================== 16 Erklärung der KI zu den Wiener Wahlen im Oktober 2005 Otto Bruckner ================================================== Für eine klassenorientierte, internationalistische und antiimperialistische Alternative am Wahlzettel! Erklärung der Kommunistischen Initiative (KI) zu den Wiener Gemeinderats- und Bezirksvertretungswahlen im Oktober 2005 1.) Eine ernstzunehmende politische Alternative für die arbeitenden Menschen, wie es die Kommunistische Initiative sein und werden will, muss Wahlauseinandersetzungen als politische Tribüne sehen, auf der die Möglichkeit besteht, die eigenen Positionen zu propagieren und die Auseinandersetzung mit dem kapitalistischen System und seinen parteipolitischen Apologeten zugespitzt zu führen. Die KI strebt daher an, einerseits selbst in Teilen Wiens zu kandidieren und andererseits dort, wo ernsthafte antikapitalistische Kräfte antreten, zu einer Unterstützung aufzurufen. 2.) Die KI strebt eigene Kandidaturen - eingedenk der bescheidenen Mittel und der erst im Aufbau befindlichen Organisationsstrukturen - nur auf Ebene der Bezirksratswahl in einigen ausgewählten Bezirken an. Schwerpunkte bilden dabei jene Bezirke, in denen vorwiegend proletarische Bevölkerung wohnt. 3.) Das Wahlprogramm der KI wird klassenorientiert, internationalistisch und antiimperialistisch ausgerichtet sein. Wo es Ansatzpunkte gibt, werden kommunale und grätzlspezifische Themen aufgegriffen. Im Mittelpunkt unseres politischen Auftretens steht jedoch die Darstellung des regionalen, nationalen und globalen Kampfes gegen Ausbeutung, Unterdrückung und Krieg. Wir streben einen Wahlkampf an, der die großen Linien der Auseinandersetzung zwischen Arbeit und Kapital, zwischen Unterdrückten und Unterdrückern thematisiert. 4.) Wir laden alle klassenorientierten Kräfte ein, sich aktiv an unserem Wahlkampf zu beteiligen. Diese Einladung ergeht natürlich auch an Vereine, Bewegungen und Organisationen, in denen MigrantInnen organisiert sind. 5.) Mit anderen marxistischen Gruppen, die Kandidaturen anstreben wollen wir das Gespräch suchen. Wir sind bereit, sowohl über die Möglichkeit gemeinsamer Kandidaturen als auch über Absprachen und gegenseitige Unterstützung zu sprechen und werden jede Gruppierung danach beurteilen, welche Position sie zu den zentralen Themen einnimmt, die oben angesprochen wurden. Beschluss des Plenums der Kommunistischen Initiative Wien vom 08. Juni 2005 Wir ersuchen alle Genossinnen und Genossen, Freundinnen und Freunde, uns bereits jetzt mit Spenden für den Wahlkampf zu unterstützen: Kommunistische Initiative Konto Nr. 10010 035 983 Blz 14000 (Bawag) ================================================== 17 Abschaffung der Politik "kohlerdi" ================================================== Nach vielen Jahren des bangen Wartens und Hoffens haben wir nun auch in Österreich unsere - wenn auch männliche - Margaret THATCHER ("there is no such thing like a society"): Christoph LEITL, Boss der Wirtschaftskammer ("Wenn´s der Wirtschaft gut geht, geht´s den Menschen gut"), erläuterte als Chef von EUROCHAMBRES in einem Interview (EU-Reporter, ed. 6.-19.6.05): "Europe must start to put the economy first and politics second." Ob er das seinem Parteifreund Wolfgang Schüssel schon beigebracht hat? Dietmar Köhler ================================================== 18 Gemeinderatswahlen 2005 - die SLP tritt an Sonja Grusch ================================================== Eine Information der Sozialistischen LinksPartei (SLP) Die SLP strebt bei den kommenden Wiener Gemeinderatswahlen eine Kandidatur an. Wir wollen eine sozialistische Alternative zum rosa-grün-blau-orange-schwarzen Einheitsbrei anbieten. Dazu brauchen wir Ihre Unterstützung! Mehr zu den Gründen für unser Antreten unter: http://slp.at/index.php?id=17&tx_ttnews[tt_news]=280&cHash=af9bbac385 Der Beschluss der SLP-Bundeskonferenz zu unserer Kandidatur: http://slp.at/index.php?id=17&tx_ttnews[tt_news]=164&cHash=af9bbac385 Wie Sie die Kandidatur der SLP unterstützen können: http://slp.at/index.php?id=124 Sonja Grusch Bundessprecherin der SLP sonja at slp.at 0650-424 63 10 ---------------------- Ermöglichen Sie durch Ihre Unterstützung das Antreten der SLP! Die SLP strebt bei den kommenden Wiener Gemeinderatswahlen eine Kandidatur an. Wir wollen eine sozialistische Alternative zum rosa-grün-blau-orange-schwarzen Einheitsbrei anbieten. Wir werden in unserem Wahlkampf den Sozialabbau und die Privatisierungen, die auch in Wien unter einer SPÖ-Stadtregierung stattfinden, ansprechen. Ein wichtiges Thema wird aber auch der migrantInnenfeindliche Wahlkampf der FPÖ sein. Wir haben hierzu schon in den letzten Monaten gemeinsam mit der Jugendorganisation SWI eine Reihe von Initiativen gesetzt. Ein europaweit einzigartig undemokratisches Wahlsystem schränkt die Möglichkeiten für Parteien, die nicht im Nationalrat sind, allerdings stark ein. Um in ganz Wien auf Gemeinderatsebene antreten zu können, müssen 1800 Unterstützungserklärungen in einem noch nicht festgesetzten Zeitraum von vier Wochen geleistet werden. Damit nicht genug, können die jeweils nur im eigenen Bezirksamt abgegeben werden. Dazu kommen noch die finanziellen Barrieren. Wir ersuchen Sie daher, uns bei unserer Kandidatur und bei unserem Wahlkampf zu unterstützen. Denn ein wichtiges Ziel unserer Kandidatur ist es, gemeinsam mit Menschen, die (noch) nicht bei der SLP sind, gegen Sozialabbau und Rassismus aktiv zu werden. Da wir für volle demokratische Rechte aller in Österreich lebenden Menschen ab dem Alter von 15 eintreten, steht unsere KandidatInnenliste und unser Wahlkampf auch Jugendlichen und ImmigrantInnen offen. Damit es bei diesen Wahlen aber überhaupt eine sozialistische Alternative gibt, brauchen wir Ihre Unterstützung. Was können Sie tun? * Uns eine Unterstützungserklärung geben (gilt für Menschen ab dem Alter von 16 mit dem Hauptwohnsitz in Wien) * Sich aktiv am Wahlkampf beteiligen (bei Aktionen, Kundgebungen, bei Diskussionen....) * Uns Spenden (jeder Euro hilft! Unser Konto: PSK 8812.733) * Zur Wahl der SLP aufrufen ================================================== 19 Theaterstück : Caught in the Middle - Kritik "..Andreas Goerg" ================================================== Hier eine Kritik von Otto Hollerwöger uber das Theaterstück "Caught in the Middle" *"Wie soll ich leben!?"* Caught in the Middle ein Theaterprojekt von Obiora C-lk Ofoedu Laientheater hat öfter einmal etwas Unbeholfenes, Forciertes an sich. Beim Zuseher stellt sich dann manchmal so was wie Mitleid ein, wenn er sich nicht gar gelangweilt oder peinlich berührt fragt, was er denn mit dem privaten Hobby der Leute da vorne eigentlich zu schaffen hat. Anders beim Theaterprojekt von Obiora - Charles - C-lk Ofoedu, das er in den letzten Monaten zusammen mit sechs jungen Asylwerbern und einer peruanischen Migrantin auf die Beine gestellt hat. Die locker aneinander gereihten Szenen, die den Alltag und die Lebensperspektiven der Darsteller zum Inhalt haben, berühren den Zuschauer unmittelbar mit ihrer Authentizität einerseits und mit der Lust am Spielen, am Darstellen, an der künstlerischen Transformation der realen Lebenswelt andererseits. Dabei bekommen wir beileibe keinen moralischen Zeigefinger vor die Nase gehalten, auch keine brachial-politische Anprangerung von Bösewichten oder Systemen tritt uns entgegen, sondern eine lakonische Präsentation des So- Seins aus der Sicht junger Männer, die sich - warum eigentlich? - plötzlich als Asylwerber in Österreich wieder finden. Und das ist eine durchaus ernste Angelegenheit, und zwar auch dann, wenn die Spiellaune der Darsteller(in) das Publikum zum Lachen reizt. Ganz auf der Höhe ist das Stück aber, wenn die absurde Tatsache, dass gesunde junge Männer um die minimale Basis ihrer Existenz vor bürokratischen Apparaten mit hilflos helfen wollenden Sozialarbeiterinnen betteln müssen, wenn also die Absurdität einer solchen Existenz mit absurden Mitteln überzeichnet wird. Wenn zum Beispiel der junge Mann, nachdem seine Vorgänger schon keine Wohnung, keinen Schnaps und keine Arbeit gekriegt haben, dann auch seinen Wunsch nach einer Frau in eine Warteliste eintragen muss. Oder wenn der letzte in der Reihe rabiat wird und vom ersten afrikanischen Polizisten Österreichs abgeführt werden muss... Das Stück, das übrigens nicht einen Autor hat, sondern unter Ofoedus Leitung von den DarstellerInnen selbst entwickelt und erarbeitet wurde, hat im dramaturgischen Sinn keinen Anfang und kein Ende. Was geboten wird, ist die Blitzlicht-Aufnahme einer Lebenswelt. Und dieser Momentaufnahme fehlt es keineswegs an Schärfe, im mehrfachen Wortsinn. Hier wird nicht auf "Betroffenheit" von nicht Betroffenen gezielt, hier geht's nicht um ein wehleidiges "Bitte um eine Spende!", sondern hier werden Ansprüche erhoben, auf der Bühne durchaus künstlerische - im Leben: Berechtigte! von Otto Hollerwöger ================================================== 20 Stmk/LTW/KPÖ/Landesliste/Manifest KPÖ Steiermark ================================================== PRESSEMITTEILUNG DER KPÖ-STEIERMARK Montag, 13. Juni 2005 KALTENEGGER-KPÖ: LANDESLISTE, JUGENDKANDIDAT, WAHLMANIFEST Der Landesvorstand der steirischen KPÖ fasste am Wochenende einstimmig die Beschlüsse über die ersten 5 KandidatInnen auf der Landesliste und über die ausstehenden Wahlkreislisten für die Landtagswahl im Herbst. An aussichtsreicher Stelle im Wahlkreis Obersteiermark kandidiert die Knittelfelder Gemeinderätin Ing. Renate Pacher. Werner Murgg, KPÖ-Stadtrat in Leoben, wurde auf Platz 2 der Landesliste gewählt. Stadtrat Kaltenegger betonte in seinem Referat, dass es diesmal eine historische Chance für die KPÖ gibt, nach 35 Jahren wieder in den steiermärkischen Landtag einzuziehen: "Die Sache ist aber noch lange nicht gelaufen. Wir dürfen uns jetzt nicht zurücklehnen, sondern müssen uns gemeinsam anstrengen, damit wir unser großes Ziel erreichen. Zur Wahlkampfdiskussion in der Steiermark merkte er an, dass sich das politische Establishment jetzt als Alternative zu sich selbst anbietet. Man müsse einen Wettbewerb in Sachen Kindesweglegung konstatieren. Niemand erklärt sich für die Politik verantwortlich, die zu Sozialabbau, Arbeitslosigkeit und zu einer weiteren Vertiefung der Kluft zwischen Arm und Reich führt." Landesliste: 1.: Ernest Kaltenegger, Stadtrat, Graz 2.: Dr. Werner Murgg, Stadtrat, Leoben 3.: Claudia Klimt-Weithaler, Kindergartenpädagogin, Graz 4.: Ing. Renate Pacher, Gemeinderätin, Knittelfeld 5.: Franz Stefan Parteder, KPÖ-Landesvorsitzender Wahlkreis Obersteiermark: 1.: Ernest Kaltenegger, Stadtrat, Graz 2.: Ing. Renate Pacher, Gemeinderätin, Knittelfeld 3.: Dr. Werner Murgg, Stadtrat, Leoben 4.: Gabriele Leitenbauer, Gemeinderätin, Trofaiach 5.: Franz Rosenblattl, Gemeinderat, Mürzzuschlag 6.: DI Dr. Birgit Kampl, Betriebsrätin, Fohnsdorf 7.: Helmut Edlinger, Betriebsrat, Trofaiach 8.: Christine Erschbaumer, Gemeinderätin, Judenburg 9.: Karl Fluch, Gemeinderat, Eisenerz 10.: Martina Pehab, Masseurin, Aigen im Ennstal Die Liste umfasst bisher 25 KandidatInnen, davon sind 13 kommunale MandatarInnen und 3 Betriebsräte. Wahlkreis West- und Südsteiermark: 1.: Ernest Kaltenegger, Stadtrat, Graz 2.: Peter Scherz, AK-Rat, BR, Kainbach 3.: Hanno Wisiak, Student, Mureck 4.: DI Klaus Pibernig, Pensionist, Bärnbach Wahlkreis Oststeiermark: 1.: Ernest Kaltenegger, Stadtrat, Graz 2.: Peter Scherz, AK-Rat, BR, Werkzeugmacher, Kainbach 3.: Andreas Fuchs, Schriftsetzer, Seckau 4.: Dagmar Steinegger, Werbegrafikerin, Graz Diese Wahlkreislisten können laut Beschluss des Landesvorstandes noch erweitert werden, wobei vor allem auf den Frauenanteil zu achten ist. Die Landesliste wird 56 KandidatInnen umfassen. Jugendkandidat Jakob Matscheko Die KPÖ wird in der Steiermark für JungwählerInnen immer interessanter. Deshalb kandidiert der Landesvorsitzende der KJÖ, Jakob Matscheko (19) , in den zwei Wahlkreisen Graz und Obersteiermark. Der Landesvorstand ist mit einer Vorzugsstimmenkampagne der KJÖ für Matscheko einverstanden. Jakob Matscheko: "Warum ich kandidieren will: Man kann nicht nörgeln, ohne selbst zu versuchen, etwas zu verändern. Gerade im Jugendsektor gibt es noch viel zu tun (mehr aufsuchende Jugendarbeit, überbetriebliche Lehrlingswerkstätten uvm.). Politiker, die nur ihre Geldbörse im Kopf haben, anstatt sich um die realen Bedürfnisse der Bevölkerung (Arbeitsplätze, freier Bildungszugang usw.) zu kümmern, sind für mich nicht vertretbar. Deshalb kandidiere ich für die KPÖ bei der Landtagswahl". Wahlkampfmanifest In einem vierseitigen Wahlkampfmanifest fasst die Liste Kaltenegger KPÖ ihre wichtigsten Positionen und Forderungen zusammen. Es soll durch konkrete Aussagen der KandidatInnen zu Themen wie Arbeit, Wohnen, Soziales, Kultur und Umwelt ergänzt werden. Das Manifest kann unter folgender Adresse angefordert werden: elke.kahr at kpoe-graz.at KPÖ-Steiermark Lagergasse 98 a 8020 Graz Tel.: 0316 71 24 36 Fax 0316 71 62 91 email: kp.stmk at kpoe-graz.at; kpoe_stmk at hotmail.com ================================================== 21 Homosexuelle Iraner erhalten Asyl in Ö sterreich Kurt Krickler ================================================== Medienaussendung der Homosexuellen Initiative (HOSI) Wien vom 13. Juni 2005: Homosexualität/Asyl/Innenpolitik/HOSI Wien Österreich gewährt homosexuellen Iranern Asyl "Vorige Woche wurde einem schwulen Paar aus dem Iran politisches Asyl in Österreich gewährt", berichtet Bettina Nemeth, Obfrau der Homosexuellen Initiative (HOSI) Wien, die sich im Verfahren für die beiden eingesetzt hatte. "Homosexualität ist im Iran verboten und mit der Todesstrafe bedroht. Trotzdem hatte das Bundesasylamt die Anträge der beiden im Oktober 2003 in erster Instanz abgelehnt, wogegen die beiden Berufung eingelegt haben. Diese wurde von der HOSI Wien durch eine umfassende Stellungnahme unterstützt und ergänzt. Der Unabhängige Bundesasylsenat schloß sich unseren Argumenten an, hob den Bescheid im Februar 2005 schließlich auf und verwies die Sache zur neuerlichen Verhandlung und Erlassung eines neuen Bescheids ans Bundesasylamt zurück. Dieses hat nun vergangene Woche den Asylanträgen stattgegeben, was uns sehr freut." "Es ist nicht das erste Mal, dass wegen ihrer sexuellen Orientierung Verfolgten in Österreich Asyl gewährt worden ist", erklärt HOSI-Wien-Obmann Christian Högl. "Alle drei von der HOSI Wien in der Vergangenheit betreuten Fälle sind positiv ausgegangen, wobei der erste aus dem Jahr 1984 datiert. Bei diesen drei Fällen handelte es sich ebenfalls um zwei Iraner und einen Rumänen. Österreich ist im übrigen einer der wenigen Staaten, die verfolgten Homosexuellen Asyl gewähren. Darüber hinaus wurde - nach entsprechendem Lobbying der HOSI Wien - bereits in den Erläuterungen zum Asylgesetz 1991 ausdrücklich festgehalten, dass verfolgte Lesben und Schwule unter einen der fünf in der Genfer Flüchtlingskonvention angeführten Verfolgungsgründe fallen können, nämlich unter 'Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe'." "Die beiden Iraner sind inzwischen zum christlichen Glauben übergetreten, haben sich taufen und ihre Partnerschaft in einer evangelischen Pfarre in Wien auch segnen lassen", berichtet HOSI- Wien-Generalsekretär Kurt Krickler, der bei dieser Segnung auch als Trauzeuge für einen der beiden fungierte. Rückfragehinweis: Kurt Krickler, Generalsekretär: Tel. (01) 5451310 oder 0664-5767466; office at hosiwien.at; www.hosiwien.at ================================================== 22 Millionäre/Arbeitslose/Forderungen/KPÖ KPÖ Steiermark ================================================== PRESSEMITTEILUNG DES GEWERKSCHAFTLICHEN LINKSBLOCKS (GLB) STEIERMARK Freitag, 10. Juni 2005 Mehr Millionäre - mehr Arbeitslose "In Österreich gibt es immer mehr Millionäre und immer mehr arme Menschen und Arbeitslose. Da kann etwas nicht stimmen". Das sagte der steirische Arbeiterkammerrat Peter Scherz (GLB) am Freitag als Reaktion auf die Berichte, wonach die Zahl der Reichen mit einem Finanzvermögen von mehr als 1 Mio. Dollar weltweit um 600.000 Menschen oder 7,3 Prozent auf 8,3 Mio. gestiegen ist. Die Zahl der österreichischen Reichen legte im vergangenen Jahr um 5,1 Prozent um 2.100 Personen auf 63.300 Menschen zu. Peter Scherz: "Die Schere zwischen Reich und Arm wird immer größer. Das dürfen die Organisationen der Arbeiterbewegung nicht widerstandslos hinnehmen. Deshalb wird der Linksblock in der nächsten Vollversammlung der steirischen AK eine Resolution einbringen, in der wir dafür eintreten, gesetzlich eine Obergrenze zu schaffen, wonach Spitzenbezüge in Wirtschaft und Politik nicht mehr als das Zehnfache eines Mindestlohnes von 1.100 Euro monatlich betragen dürften. Außerdem verlangen wir die Offenlegung aller Vorstandsgehälter in Österreich. Das ist kein Neidkomplex. Wir wollen nur zeigen, dass genau die Leute, die uns Arbeitern Sparen und Verzicht predigen, selber in Saus und Braus leben". Rückfragehinweis: 0316 404 52 33KPÖ-Steiermark Lagergasse 98 a 8020 Graz Tel.: 0316 71 24 36 Fax 0316 71 62 91 email: kp.stmk at kpoe-graz.at; kpoe_stmk at hotmail.com ================================================== 23 Abfangjäger/Zeltweg/Protest/KPÖ KPÖ Steiermark ================================================== KPÖ Steiermark Lagergasse 98a 8020 Graz Tel. 03 16 / 71 24 36 Fax 03 16 / 71 62 91 email: kpoe_stmk at hotmail.com Donnerstag, 9. Juni 2005 Presseinformation der KPÖ Steiermark KPÖ: Alle Abfangjäger nach Zeltweg. Wo bleibt der Aufschrei dagegen? Was die KPÖ schon lange befürchtet hat, ist nun Gewissheit. Alle Eurofighter werden künftig in Zeltweg stationiert. Noch mehr Lärm- und Abgase für unsere Region. "Kein Draken in die Steiermark", war einst der Wahlkampfruf der ÖVP. Nun werden wir bald alle Abfangjäger, sowohl die alten Draken als auch die Eurofighter, bei uns haben -und alle Verantwortlichen, angefangen von der Landeshauptfrau bis zu unseren örtlichen Mandataren schweigen.Erst kürzlich hat die Bürgerinitiative "Abflug- Plattform gegen Abfangjäger" alle örtlichen Bürgermeister und Abgeordnetenzu einer Diskussion über die Gefahr, dass alle Abfangjäger bei uns stationiert werden könnten, eingeladen.Kein einziger der eingeladenen PolitikerInnen ist gekommen, sie alle haben es vorgezogen zu schweigen. So wie von unseren örtlichen Politikern die Zerschlagung der Verstaatlichten Industrie und der ÖBB hingenommen wurde, so wird jetzt zugesehen, wie die Industrie und die Arbeitsplätze in unserer Region verschwinden und dass Aichfeld eine immer wichtigere Militärregion wird. Wann, wenn nicht jetzt, müsste ein gemeinsamer Aufschrei der ganzen Region kommen - oder soll die Zukunft des Aichfelds in einem NATO-Flughafen oder einem Stützpunkt der EU-Armee liegen? Für die KPÖ Aichfeld MurbodenIng. Renate Pacher, KPÖ-Gemeinderätin Knittelfeld Rückfragehinweis 03512 782240 KPÖ-Steiermark Lagergasse 98 a 8020 Graz Tel.: 0316 71 24 36 Fax 0316 71 62 91 email: kp.stmk at kpoe-graz.at; kpoe_stmk at hotmail.com ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< DISKUSSION ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 24 Die ÖVP/BZÖ/FPÖ-Regierung wackelt ASt-LFI ================================================== Die ÖVP/BZÖ/FPÖ-Regierung wackelt: Ein Zeichen der instabilen bürgerlichen Herrschaft Thesen zur innenpolitischen Situation und der Strategie marxistischer RevolutionärInnen Resolution des ArbeiterInnenstandpunkt, 9. Juni 2005 (aus: Red Newsletter 163, Informationsdienst des ArbeiterInnenstandpunkt, 9. Juni 2005, www.arbeiterInnenstandpunkt.net) 1. Über der ÖVP/BZÖ/FPÖ-Regierung schwebt das Damoklesschwert von vorgezogenen Neuwahlen - zum zweiten Mal für diese Regierung. Sie befindet sich in einer instabilen, z.T. krisenhaften Lage, die leicht in eine offene Regierungskrise umschlagen kann. Die Spaltung der FPÖ, die damit verbundene unsichere Mehrheit im Parlament, die bei jedem Wahlgang erneut zum Ausdruck kommende Ablehnung der Regierung in der Bevölkerung sowie der wachsende Druck der Opposition durch die vorgezogenen Neuwahlen in Wien - all das macht das Thema der Neuwahlen zu einem Dauerbrenner der österreichischen Tagespolitik. 2. Ob es nun tatsächlich zu Neuwahlen kommt oder nicht, hängt natürlich von einer Reihe verschiedener Faktoren ab. Grundsätzlich fürchten Schüssel und Haider vorgezogene Neuwahlen wie der Teufel das Weihwasser. Die ÖVP kann dabei - allen Meinungsumfragen zufolge - nur verlieren und bei der BZÖ ist vollkommen unklar, ob sie überhaupt die 4%-Hürde überspringen würde. Hinzu kommt noch bei der BZÖ das Fehlen von Geld und Apparat. Andererseits haben die BZÖ genauso wie die neu-alte FPÖ nur dann eine Chance, bei den nächsten Wahlen - wann immer diese auch stattfinden - zu bestehen, wenn sie sich bis dorthin als eine eigenständige Kraft "mit einem Ohr für den kleinen Mann auf der Straße" profilieren können. Ein erster Versuch in diese Richtung ist z.B. Haiderg Forderung nach einer Volkabstimmung über die EU-Verfassung (während die BZÖ gleichzeitig der Ratifizierung der EU-Verfassung im Nationalrat zustimmt!). Aus diesem objektiven Spannungsverhältnis ergeben sich notwendigerweise permanente Widersprüche innerhalb der Regierungskoalition. 3. Zieht man eine Bilanz der vergangenen 5 Jahre, so kann man feststellen, daß es zumindest seit 1950 keine instabilere Regierung gab. Sieht man vielleicht vom ersten Jahr ab, so zerfiel die Koalition bereits im Sommer/Herbst 2002 (Knittelfeld, Abfangjäger) und mußte in Neuwahlen gehen. Erst nach einem halben Jahr Verhandlungen kam es zur Neuauflage von ÖVP-FPÖ. Nachdem diese im Mai/Juni 2003 die Schlacht um die Pensionsreform halbwegs überstanden hatte, ging es bei allen folgenden Wahlgängen mit der FPÖ rapide bergab und auch die ÖVP mußte zum Teil schmerzhafte Verluste einstecken wie z.B. den Verlust des Landeshauptmanns in Salzburg. Das Resultat war schließlich die völlig abstruse Situation, daß Anfang April 2005 fast die gesamte FP-Regierungsmannschaft und -Führung ihre eigene Partei verläßt und eine BZÖ gründet, deren Finanzierung, Apparat, Strukturen vollkommen ungewiß sind. Ein purer Akt der Verzweiflung. Hinzu kommt, daß das Regierungspersonal der FPÖ einen enormen Verschleiß aufweist und regelmäßig ausgewechselt werden muß. Ursachen der Instabilität der ÖVP/BZÖ/FPÖ-Regierung Der widersprüchliche Charakter der FPÖ 4. Der unmittelbare Anlaß des instabilen Zustandes der Regierung ist der Zerfall der FPÖ. Deren Ursachen liegen im spezifischen Charakter dieser rechts-populistischen Partei, wie wir es in zahlreichen Dokumenten und Artikeln dargelegt haben. Sie ist eine reaktionäre, offen bürgerliche Partei - eine Partei des Großkapitals - die sich durch zwei Besonderheiten auszeichnet: a) Ihr enges Verhältnis zu diversen Kreisen des Großkapitals geht nicht Hand in Hand mit dem Aufbau gewachsener parteipolitischer und gesellschaftlicher Strukturen, die ihr eine relativ stabile Verankerung in der Klein- und Mittelbourgeoisie, der Mittelschichten sowie des klassischen Kleinbürgertums verleihen könnten. (Eine gewisse Ausnahme bildet hier Kärnten mit seinen zahlreichen Heimatverbänden usw.) b) Daher ist sie gezwungen, diese mangelnde stabile Verankerung durch einen massiven Populismus zu überdecken. Dieser zeichnet sich sowohl durch einen rabiaten Rassismus als auch (zumindest in der Oppositionsphase) durch Sozial-Populismus (Pseudoforderungen gegen "soziale Ungerechtigkeiten") aus. 5. Aus diesen objektiven Faktoren heraus - und nicht wegen dem egomanischen Charakter des Kärntner Landeshauptmanns, wie es uns die Einfaltspinsel der bürgerlichen Presse weiß machen wollen - ergibt sich der unstete, sprunghafte Charakter der Haider- Partei. Doch durch die Regierungsbeteiligung der FPÖ seit dem Februar 2000 trat der innere Widerspruch dieser bürgerlichen, rechts-populistischen Partei für jeden sichtbar zu Tage. Daher die so gravierende Kluft zwischen Wahlversprechen und Regierungspraxis. Daher die vernichtenden Niederlagen bei den Wahlen. Vor allem die BZÖ ist jetzt noch mehr gezwungen, noch mehr diesen Spagat zwischen "verantwortlicher Regierungspartei" und populistischer "Partei des kleinen Mannes" zu vollziehen, will sie bei den kommenden Wahlen Erfolge einfahren. Verschärfung der Klassenwidersprüche weltweit und in Österreich 6. Die Spaltung der FPÖ ist jedoch nur der unmittelbare Auslöser der instabilen Lage der Regierung. Die tiefere Ursache dieser politischen Instabilität liegt in der Verschärfung der Klassenwidersprüche des weltweiten kapitalistischen Systems und deren konkreter Niederschlag in Österreich. Weltweit ist der Kapitalismus von Stagnation und verschärften Krisen ökonomischer und politischer Natur geprägt. Wir leben in einer vor- revolutionären Periode. Die Produktivkräfte stagnieren mehr und mehr und die Konkurrenz zwischen den Monopolkapitalisten und zwischen den Großmächten verschärft sich daher zunehmend. (siehe dazu die Analyse in unserer Broschüre "Krieg, Kapitalismus und Widerstand"). Die Verschärfung der Klassenwidersprüche im Weltmaßstab (Afghanistan und Irak-Krieg, Besatzung und Aufstand im Irak und Palästina; Klassenkämpfe in Europa und die erfolgreiche Nein- Kampagne gegen die EU-Verfassung, Aufstände und Revolution in Lateinamerika sowie Zentralasien; wachsende inner- imperialistische Rivalität zwischen den USA und der EU und die Herausbildung eines imperialistischen EU-Blocks vor diesem Hintergrund) und die damit einhergehende Politisierung und Radikalisierung einer neuen Generation politischer AktivistInnen bilden den großen Zusammenhang, vor dem sich die politischen Entwicklung in Österreich vollziehen. 7. Das Aufbrechen der sozialpartnerschaftlichen Friedhofsruhe in Österreich seit 2000 und vor allem seit 2003 widerspiegelt diese weltpolitischen Veränderungen. Noch nie in der Geschichte der II. Republik (zumindest seit dem Oktoberstreik 1950) prallten die Gegensätze zwischen der Bourgeoisie und dem Proletariat so offen aufeinander wie seit 2000 bzw. 2003. Seit 1950 waren die innenpolitischen Verhältnisse nicht mehr so instabil. Der Regierungsantritt von Schwarz-Blau im Frühjahr 2000 wurde von teils sehr großen, meist spontanen Demonstrationen begleitet. Im Frühjahr 2003 erlebte Österreich zwei Generalstreiks (6. Mai und 3. Juni) und eine historische Massendemonstration (die "Hagel- Demonstration" am 13. Mai). Im November 2003 legte ein 66- stündiger Streik der Eisenbahner den Transport auf den Schienen lahm. Davor, dazwischen und danach gab es zahlreiche Skandale, Wahlniederlagen, Regierungsumbildungen usw. aber auch kleinere Streikaktionen (Postbus, AUA, Veloce). 8. Dahinter steckt die Entschlossenheit der herrschenden Klasse, eine strategische Offensive gegen die Errungenschaften der ArbeiterInnenklasse durchzuführen, radikale Einschnitte beim Sozialstaat, der Bildung, demokratischen Rechten sowie gleichzeitig eine Militarisierung und Aufrüstung des Polizeiapparates durchzuziehen. Ebenso sollen die klassischen Bastionen der ArbeiterInnenbewegung (Gewerkschaften, Sozialversicherung usw.) geschwächt werden. Diese strategische Offensive der Bourgeoisie führt jedoch zur Erschütterung der jahrzehntelangen Klassenverhältnisse und untergräbt längerfristig zahlreiche Institutionen des bürgerlichen Systems der II. Republik. 9. Bei dieser Offensive konnte die Bourgeoisie einige wichtige Erfolge verzeichnen, aber sie mußte dafür einen nicht unbedeutenden Preis bezahlen. Massive Streiks - v.a. 2003 - erschütterten das Land, die politischen Verhältnisse verschärften sich und eine bürgerliche Partei (FPÖ) nutzte sich völlig ab. Darüberhinaus wurde eine neue Generation von Jugendlichen (vor allem, aber nicht nur Jugendliche) vor diesem Hintergrund politisiert (auch dank des imperialistischen Irak-Krieges). Diese Politisierung und Radikalisierung von Teilen der Jugendlichen trifft zwar das Kapital nicht unmittelbar, da die Jugend - im Gegensatz zu den Lohnabhängigen - nicht die ökonomische Macht besitzt, die kapitalistische Wirtschaft lahmzulegen. Daher ist ja auch die Orientierung auf die ArbeiterInnenklasse so wesentlich für jede kämpferische, revolutionäre Jugendbewegung. Aber diese Politisierung ist ein bedeutender Faktor im Sinne der Entwicklung des politischen Bewußtseins in der Gesellschaft und der Herausbildung künftiger Generationen revolutionärer KämpferInnen. 10. Hinzu kommt auch noch ein enormer ideologischer Rückschlag für die Bourgeoisie. In den 1990er Jahren waren Staat, verstaatlichte Industrie, Sozialismus, Gleichheit etc. stark negative besetzte Begriffe. Selbst die Verwendung des Begriffs "Kapitalismus" galt schon als altbacken marxistisch. Die 1990er Jahre waren auch das Jahrzehnt der ideologischen Offensive der Bourgeoisie, das Jahrzehnt des Neoliberalismus. Heute hingegen werden Begriffe wie Kapitalismus (siehe die aktuelle " Heuschrecken-Debatte" in Deutschland), Imperialismus usw. immer öfter verwendet. Immer weniger bürgerliche PolitikerInnen bezeichnen sich selber offen als neoliberal oder als BefürworterInnen des Kapitalismus, sondern betont "soziale Verantwortung" etc. um nicht rasch unpopulär zu werden. Der Marxismus und die Idee der Revolution stoßen heute auf weitaus offenere Ohren als dies noch vor 5 oder 10 Jahren der Fall war. 11. Hinter all diesen Entwicklungen der verschärften Klassenwidersprüche und Regierungsinstabilitäten verbirgt sich - wie wir bereits in der Vergangenheit feststellten - eine wichtige Veränderung in der österreichischen Klassengesellschaft (in gewissen Sinne gilt dies für ganz Westeuropa): In der II. Republik wurde Österreich jahrzehntelang von einem herrschenden Block bestehend aus Großbourgeoisie, städtischen Kleinbürgertum, Bauernschaft und ArbeiterInnenaristokratie dominiert. Diese Klassenkonstellation bildete im wesentlichen die Grundlage des Systems der Sozialpartnerschaft. Aufgrund der Krisenperiode des Kapitalismus seit den 1970er Jahren, der Globalisierung und den damit zusammenhängenden Veränderungen der Physiognomie der Klassen - Rückgang des Kleinbürgertums, Angriffe auf die oberen ArbeiterInnenschichten - wurde diesem Block die Grundlage entzogen und das System der Sozialpartnerschaft zerfiel. Stattdessen bildete sich eine neue Allianz heraus, gruppiert um eine gestärkte Großbourgeoisie (mit einem starkem Auslandskapitalanteil) und aufstrebende Mittelschichten. Diese Allianz ist weitaus schwächer und fragiler und daher krisenanfälliger. Um seine Macht zu konsolidieren, muss dieser Block permanent angreifen, den Klassengegner spalten und kurzfristige Bündnisse bilden. Die Herausbildung des imperialistischen EU-Blocks und die Folgen für die politische Herrschaftsform der Bourgeoisie in Österreich 12. Ein direkter und wichtiger Faktor für die hier diskutierte Frage der Krise der ÖVP/BZÖ/FPÖ-Regierung ist die Herausbildung eines einheitlichen imperialistischen EU-Blocks, erweitert um eine Reihe osteuropäischer Staaten und mit einem eigenen, sich über die jeweiligen Nationalstaaten erhebenden EU-Staatsapparat. 13. Die Folgen für die österreichische Bourgeoisie sind kurz zusammengefaßt folgende: a) Mit der Osterweiterung ergeben sich hervorragende Möglichkeiten zur Überausbeutung billiger Arbeitskräfte und der Erschließung neuer Märkte für das Großkapital. Gleichzeitig verschärft sich damit die Konkurrenz, unter der v.a. Teile der heimischen Kleinbourgeoisie und auch Teile der ArbeiterInnenklasse leiden. Dies hat wichtige Folgen gerade für jene Teile des Kleinbürgertums, das die klassische Basis der deutsch-nationalen Kaderstamms der FPÖ darstellt (und die Strache, Mölzer und Stadler großteils auf ihre Seite haben). Ebenso für jene FPÖ-WählerInnen in den unteren Schichten des Proletariats. b) Durch die Herausbildung eines EU-Zentralstaates wird die nationale Souveränität der einzelnen Länder untergraben. Für die österreichische Großbourgeoisie ist dies kein Problem, verfügt sie doch über ihre Kanäle und gut ausgebauten Lobby-Netzwerke gemeinsam mit den anderen Großbourgeoisien Europas über ausreichend Einflußmöglichkeiten in Brüssel. Doch für die Klein- und Mittelbourgeoisie, für die Heere von BeamtInnen der Verwaltung auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene hat dieser Einflußverlust massive Konsequenzen. Wiederum ist hier die unmittelbare Klassenbasis der bürgerlichen Parteien betroffen und gerät in Widerspruch zum zentralen Projekt der Großbourgeoisie. 14. Damit kommen wir zu einem weiteren zentralen Problem der bürgerlichen Herrschaft in der gegenwärtigen Periode: die zunehmende Unterminierung der Legitimität der bürgerlichen Herrschaft. Um Mißverständnissen vorzubeugen: es geht nicht darum, ein massenhaftes anti-kapitalistisches Bewußtsein oder eine bewußte Ablehnung der Herrschaft der Bourgeoisie zu behaupten. Es geht darum, daß der parlamentarischen Herrschaftsform und der gesamten Politik der herrschenden Klasse ein immer größer werdendes Mißtrauen entgegen gebracht wird. Die erfolgreiche Nein-Kampagnen gegen die EU-Verfassung in Frankreich und den Niederlanden - gegen die geschlossene Front fast aller bürgerlicher und reformistischer Parteien und Medien - sind eine eindrucksvolle Bestätigung dieser Entwicklung. Ebenso drückt sich dies in einem weitverbreiteten Murren aus, daß "die Regierung sowieso macht, was sie will", die Ablehnung der Arroganz der Schicki-Micki-Figuren (Grasser als Verkörperung dieses Typus) usw. Das Ergebnis ist eine langfristige Tendenz der sinkenden Wahlbeteiligung. Die Folgen dieser wachsenden Entfremdung der ArbeiterInnenklasse und Mittelschichten von der parlamentarischen Herrschaftsform sind nicht unmittelbar spürbar. Es ist eher ein Grollen um Untergrund, eine dumpfe Empörung, oft resignativ, manchmal rebellisch. Doch dieses Grollen ist ein wichtiger Hintergrundfaktor, der einer Empörung und Kampfbereitschaft der ArbeiterInnenklasse und Jugend im Falle einer künftigen brutalen Attacke der herrschenden Klasse einen scharfen, explosiven, ja sogar revolutionären Charakter verleihen kann. 15. Die Transformation eines Teils der bürgerlichen Macht an den sich herausbildenden supra-nationalen EU-Staatsapparat verschärft dieses Problem noch. Bereits jetzt ist die national- staatliche Souveränität eingeschränkt - ein Faktor der die Legitimität des Parlaments und der Regierung schon in den letzten Jahren reduzierte. Sollte es der Bourgeoisie gelingen, die EU- Verfassung in der einen oder anderen Form durchzusetzen, wird der EU-Zentralstaat noch weniger demokratische Legitimation haben, wird es noch weniger demokratische Einflußmöglichkeiten von unten geben als dies heute im national-staatlichen Parlamentarismus der Fall ist. Die Antwort der marxistischen RevolutionärInnen darauf lautet einerseits Kampf gegen die EU-Verfassung, da sie einen konkreten Rückschritt bei den demokratischen Rechte bedeutet, andererseits Kampf für das Vorantreiben des Klassenkampfes europaweit (also über die beschränkten nationalen Grenzen hinaus), für die europäische Revolution und für die Vereinigten Sozialistischen Staaten Europas. Unsere Strategie hat jedoch nichts mit der Verteidigung der national-staatlichen Souveränität - also der "Rechte" des österreichischen Imperialismus - gegenüber dem EU- Imperialismus zu tun. Der reformistische Austropatriotismus ist eine rückwärtsgewandte, utopische und das politische Bewußtsein der Avantgarde verwirrende Ideologie. Die Schwächen der ArbeiterInnenbewegung 16. Das eigentlich überraschende an der gegenwärtigen innenpolitischen Lage ist nicht die Instabilität der Regierung, sondern die Tatsache, daß sich diese fünf Jahre lang halten konnte. Der Hauptgrund dafür liegt in der skandalösen Unfähigkeit der reformistischen Bürokratie an der Spitze der ArbeiterInnenbewegung, gegen diese Regierung zu kämpfen. Nur unter dem größten Druck der Basis war die Gewerkschaftsführung bereit, Streiks gegen die Regierung zu organisieren. Bei der ersten möglichen Gelegenheit stellte sie die Kämpfe wieder ein, da sie Angst davor hat, daß die Basis weitergehen und sie die Kontrolle über diese verlieren könnte. Diese Feigheit vor dem Klassenfeind haben der ArbeiterInnenklasse und der Jugend bittere Niederlagen und soziale Einschnitte gekostet. 17. Heute denkt die reformistische Bürokratie nicht im Traum daran, ernsthaften Widerstand zu organisieren oder gar Schwarz/Orange/Blau den Todesstoß zu versetzen. Im Gegenteil, die SPÖ-Bürokratie übt vielmehr massiven Druck auf die Gewerkschaften aus, nur ja still zu halten. Ihr Motto lautet: Warten und hoffen, daß sie nach den nächsten Wahlen ans Ruder gelangen. Würden die Gewerkschaften jetzt groß streiken, wäre die Glaubwürdigkeit der sozialdemokratischen Bürokratie in den Augen der Bourgeoisie ernsthaft gefährdet. Damit wiederum wären auch die Chancen dahin, von der Bourgeoisie nach den Wahlen mit der Regierungsverantwortung betraut zu werden bzw. eine Regierungsperiode im Klima der wohlwollenden Zusammenarbeit mit der Bourgeoisie ausüben zu können (wie es z.B. Schröder in Deutschland eine Zeit lang gelang). 18. Daher tun Gusenbauer & Co. alles in ihrer Macht stehende, um die Gewerkschaften ruhig zu halten. Bestenfalls darf die sozialdemokratische Jugendorganisation SJ ein bißchen Sandkasten- Radikalität spielen und bei ein paar Demonstrationen mitmachen. Ebenso vermeidet die SP-Führung, irgendwelche konkreten Versprechungen für eine zukünftige Regierungspolitik zu machen. Gusenbauer repräsentiert keinen links-reformistischen Flügel (im Gegensatz zu SJ oder auch Postbus-Gewerkschafter und FSG- Zorn-Führer Robert Wurm), sondern die sozialdemokratische Variante des Neoliberalismus im Interesse der auf das imperialistische EU-Supermacht-Projekt orientierten Großbourgeoisie. Gusenbauer ist Schröder auf der Wartebank der parlamentarischen Opposition. Die Aufgaben von marxistischen RevolutionärInnen für die Propaganda 19. Aufgabe der marxistischen RevolutionärInnen und daher des ArbeiterInnenstandpunkt ist in dieser Situation, das politische Klassenkräfteverhältnis, die verschiedenen Interessen und ihre Gegensätze zueinander zu analysieren, eine klare, revolutionäre Strategie auszuarbeiten und diese im Bewußtsein der fortgeschrittensten AktivistInnen, ArbeiterInnen und Jugendliche zu verankern. Wir sind keine Massenpartei und wir können keine Massen erreichen. Nur in ausgewählten Situationen - wie z.B. beim Schulstreik gegen den Krieg am 20. März 2003 oder im kleineren Maße dem Schulstreik gegen Bildungsabbau am 20. Mai 2005 - können wir Massenelemente erreichen (Massenelemente nicht in dem Sinne, daß Zehntausende unserem Ruf folgen, sondern in jenem Sinne, daß wir Leute in politische Aktionen einbeziehen können, die sich sonst nicht an politischen Aktivitäten beteiligen oder auch nur dafür interessieren). Aber im allgemeinen besteht unsere Aufgabe darin, die fortgeschrittensten Teile der ArbeiterInnenklasse und der Jugend - also ihre Avantgarde - zu sammeln und mit einem revolutionären Bewußtsein auszustatten. Deshalb bauen wir auch eine Avantgardepartei auf, die die fortgeschrittenste revolutionären ArbeiterInnen und Jugendliche um sich schart. Unerläßliche Vorraussetzung dafür ist die beharrliche Propaganda und Überzeugungsarbeit für das revolutionäre Programm und die Verbindung dessen mit der revolutionäre Praxis. 20. Eine revolutionäre Perspektive muß unter diesen Bedingungen die marxistischen Prinzipien mit einem korrekten Verständnis der tagespolitischen Aufgaben verbinden. Es gilt, gegen Strömungen innerhalb der Linken sowohl in Richtung sektiererischer Ignoranz als auch opportunistischen Abgleitflächen anzukämpfen. Die Kernpunkte der revolutionären Politik angesichts der innenpolitischen Situation lauten daher heute: 21. Keine Orientierung auf parlamentarische Manöver, sondern auf den Klassenkampf auf der Straße und im Betrieb Die Gewerkschaften, die Interessensvertretungen der SchülerInnen, der Studierenden usw. müssen auf der Straße, im Betrieb, in der Schule und auf der Uni gegen den fortgesetzten Sozial- und Bildungsabbau kämpfen. Wir treten für kämpferische Massendemonstrationen, Streiks bis hin zum Generalstreik ein. Wir treten für den Aufbau von Aktionskomitees an der Basis ein, die die Gewerkschaften usw. zum Kampf zwingen bzw. diesen selber organisieren. Wir treten für den Aufbau einer Basisbewegung ein, um der Bürokratie die Kontrolle über die Gewerkschaften entreißen zu können. Die Hoffnung der ReformistInnen, die Regierung vielleicht mit einzelnen Stimmen rechts-populistischer FPÖ'ler zu Fall bringen zu können, sind schlichtweg reaktionär. Der Sturz der Regierung ist kein Selbstzweck, es kommt darauf an, wer und wie sie zu Fall gebracht wird. Wird sie durch parlamentarische Intrigen, durch eine unheilige Allianz der SPÖ mit Grünen und Rechtsaußen- FPÖ'lern gestürzt, lernt die ArbeiterInnenklasse nichts, kann sie kein Selbstvertrauen in ihrer Kampf- und Mobilisierungsfähigkeit tanken und ist daher nicht besser für die kommenden Attacken (vielleicht sogar unter einer rot-grünen Regierung!) gerüstet. 22. Kampf gegen die Illusionen in Neuwahlen Der ArbeiterInnenstandpunkt setzt diese Strategie des Klassenkampfes der weitverbreiteten Orientierung in der ArbeiterInnenbewegung und der Linken auf Neuwahlen entgegen. Wenn einfache ArbeiterInnen oder Jugendliche Neuwahlen befürworten, ist das eine verständliche, wenn auch falsche, Reaktion auf das schwarz-orange-blaue Elend an der Spitze des Staates und auch gleichzeitig ein Ausdruck des - durch die reformistische Bürokratie verschuldete - mangelnden Selbstvertrauens in die Möglichkeit, durch den Kampf auf der Straße, im Betrieb, in der Schule oder Uni etwas bewirken zu können. Von Seiten der Sozialdemokratie hingegen stellt dies jedoch eine bewußte Strategie dar, um sich auf dem Rücken der berechtigten Wut der ArbeiterInnenklasse gegen die Regierung erneut in die Ministersessel mit den entsprechenden materiellen Annehmlichkeiten zu katapultieren. Die Losung nach sofortigen Neuwahlen ist in Wirklichkeit nur eine Ablenkung der ArbeiterInnenklasse weg vom notwendigen Klassenkampf gegen die Angriffe der Bourgeoisie auf das Parkett des Parlamentarismus. Es ist bezeichnend, daß diese Neuwahllosung nicht bloß von den direkten Nutznießern, der SPÖ, aufgestellt wird, sondern auch von der SJ und von diversen Zentristen (Linkswende, SLP; wobei die Linkswende ihren Opportunismus auch noch mit einem Wahlaufruf für die kleinbürgerlichen Grünen - neben der SPÖ - krönt.). Sie geben dem Reformismus einmal mehr Flankendeckung von links anstatt eine konsequente Alternative anzubieten. Ihre Politik ist klassischer parlamentaristischer Kretinismus. Die Neuwahllosung - und das gleiche gilt auch für die unsinnige "Gehrer tritt zurück"-Kampagne - erweckt die Illusion, als käme es auf den Austausch der Gesichter bzw. der Parteien an der Spitze des bürgerlichen Staatsapparates an. Doch ein kurzer Blick nach Europa in den letzten Jahren zeigt, daß völlig unabhängig davon, welche Partei in der Regierung sitzt, diese eine Politik des neoliberalen Bildungs- und Sozialabbaus und imperialistischen Krieges im Interesse der Bourgeoisie betreibt. Siehe die Regierungskoalition von Sozialdemokratie, Kommunistischer Partei und Grüne in Frankreich 1997-2002, siehe Rot-Grün in Deutschland, siehe die Labour-Regierung von Blair in Britannien. Aus dem oben Gesagten geht klar hervor, daß wir die Orientierung auf Neuwahlen ablehnen. Man könnte jetzt dagegen einwenden, daß jedoch eine Kombination zwischen der Losung nach Neuwahlen sowie der Losung des Klassenkampfes gegen den Bildungs- und Sozialabbau, gegen Rassismus usw. möglich wäre. In der Praxis jedoch stehen sich diese beiden Orientierungen entgegen. Eine Orientierung auf den Klassenkampf JETZT gegen die JETZT stattfindenden Angriffe der Bourgeoisie würde verwischt und dadurch in ihrer Dringlichkeit abgeschwächt werden, wenn sie mit der Neuwahllosung kombiniert wird. Warum? Weil die Neuwahllosung eben die Aufmerksamkeit, das Schwergewicht auf den Kampf gegen diese Angriffe NACH der Abhaltung von künftigen, erst zu erzwingenden Neuwahlen lenken würde. 23. Aufzeigen des reaktionären, undemokratischen Charakter der bürgerlichen Demokratie und des Parlamentarismus. Die gegenwärtige Situation muß von marxistischen RevolutionärInnen auch dazu genützt werden, um den wahren Charakter der bürgerlichen Demokratie aufzuzeigen. Das bürgerliche Regime des Parlamentarismus zeichnet sich dadurch aus, daß die Bevölkerung alle paar Jahre einen Zettel mit ihrer parteipolitischen Präferenz abgeben darf. Welche Regierung dann gebildet wird, welches Programm diese umsetzt, ob das versprochene Programm dann auch tatsächlich verfolgt wird bzw. ob notwendige Korrekturen unternommen werden - all das liegt vollkommen außerhalb jeglicher Einflußmöglichkeit durch die Bevölkerung. So haben wir die völlig absurde - oder sagen wir besser den absurden Charakter der bürgerlichen Demokratie auf den Punkt bringende - Situation, daß Österreich von einer Partei (mit)regiert wird, die vor wenigen Monaten noch nicht einmal existierte und über die per definition das Volk noch nie abstimmen konnte. Dies zeigt einmal mehr, daß in der bürgerliche Demokratie die Macht nicht vom Volk, sondern von der herrschenden Klasse ausgeht. Die bürgerliche Demokratie ist in Wirklichkeit Diktatur der Bourgeoisie unter dem Deckmantel scheindemokratischer Institutionen wie dem Parlament. Deswegen verteidigen wir auch nicht das System der bürgerlichen Demokratie als solches, sehr wohl jedoch verteidigen wir alle demokratischen Rechte. 24. Die erfolgreichen Nein-Referenden in Frankreich und den Niederlanden sowie die gegenwärtige Krise der EU haben einen neuen politischen Abschnitt in der europäischen Politik eröffnet. Es ist daher sehr wahrscheinlich, daß in der einen oder anderen Form die Fragen der EU-Verfassung und der gesamten Orientierung der EU in voller Schärfe auf das Tablett der österreichischen Innenpolitik kommen und daher im Herbst eine zentrale Rolle spielen. Hinzu kommt, daß die FPÖ mit ihrem Volksbegehren für eine Volksabstimmung versucht, aus dieser Frage Kapital zu schlagen. Der ArbeiterInnenstandpunkt kämpft für: · Für eine sofortige Volksabstimmung über die EU- Verfassung! Aber keine Unterstützung für das FPÖ-Volksbegehren! · Verteidigung aller Errungenschaften der ArbeiterInnenklasse und der Jugend! Für eine europa-weite Verbindung der Kämpfe - für einen europaweiten Generalstreik! · Für die europäische Revolution der ArbeiterInnen und Jugendliche! · Für die Vereinigten Sozialistischen Staaten von Europa Die Haltung des ArbeiterInnenstandpunkt zu den bevorstehenden Wahlen Revolutionäre Taktik statt dumpfer Antiparlamentarismus und opportunistische Anpassung 25. Unsere Ablehnung des parlamentarischen Kretinismus bedeutet jedoch keineswegs, daß RevolutionärInnen Parlamentswahlen oder die bestehenden Illusionen vieler ArbeiterInnen in bürgerliche ArbeiterInnenparteien einfach ignorieren dürften. Wir lehnen den Parlamentarismus - also den Irrglauben, durch Parlamentswahlen die Herrschaft der Bourgeoisie bekämpfen zu können - ab. Aber wir ignorieren nicht die Tatsache, daß wir heute in einer nicht- revolutionären Situation leben, daß die ArbeiterInnenklasse Illusionen in Parlamentswahlen hat und daß das Parlament einen wichtigen Schauplatz der politischen Auseinandersetzungen im öffentlichen Bewußtsein darstellt. Daher fordern wir zwar nicht Neuwahlen, wenn jedoch Wahlen stattfinden - und dies liegt natürlich außerhalb unseres Einflußbereiches - dann verhalten wir uns nicht gleichgültig gegenüber dem real existierenden Bewußtsein der fortschrittlichen Teile der ArbeiterInnenklasse. 26. Daher wäre es eine ultralinke, sektiererische Haltung, würden linke AktivistInnen Parlamentswahlen und die Illusionen der ArbeiterInnenklasse einfach ignorieren und zum Boykott oder ungültig wählen aufrufen. Vielmehr entwickeln wir eine aktive, an den bestehenden Illusionen absetzende Taktik. Unsere Taktik setzt am Bewußtsein jener ArbeiterInnen an, die zumindest ein rudimentäres Klassenbewußtsein dadurch zum Ausdruck bringen, daß sie eine - wenn auch verbürgerlichte - Partei der ArbeiterInnenbewegung wählen. Natürlich ist die SPÖ eine bürgerliche Partei, da sie den Kapitalismus verteidigt und da die die Partei dominierende Bürokratie untrennbar mit dem bürgerlichen System verbunden ist. Aber sie ist eine besondere bürgerliche Partei - eine bürgerliche ArbeiterInnenpartei. Das heißt, eine bürgerliche Partei, die organisch, von ihrer sozialen Verankerung, ihrer Klassenhauptbasis her im Proletariat verwurzelt ist. Diesen ArbeiterInnen gegenüber müssen marxistische RevolutionärInnen eine Taktik entwickeln, denn sie gilt es vom Reformismus wegzubrechen. Dazu ist es notwendig, den verräterischen Charakter der Sozialdemokratie zu entlarven, jedoch reicht eine bloße Entlarvung nicht aus. Ebenso notwenig ist es, in der Propaganda den sozialdemokratisch beeinflußten ArbeiterInnen konkrete Schritte für den Kampf gegen die bürgerliche Offensive vorzuschlagen und solche Forderungen auch an jene Partei zu richten, der sie sich verbunden fühlen: der SPÖ. 27. Unsere Taktik gegenüber den sozialdemokratischen ArbeiterInnen läßt sich etwa in folgenden Sätzen zusammenfassen: "Ihr glaubt, daß die SPÖ in der einen oder anderen Form eure Interessen vertritt? Wir glauben das nicht. Unserer Meinung nach verrät die Sozialdemokratie die Interessen der ArbeiterInnenklasse schon seit vielen Jahrzehnten und ist auch unreformierbar. Aber wir wollen diese Meinungsverschiedenheit zwischen uns nicht zu einem Hindernis werden lassen, um gemeinsam gegen die Angriffe der Bourgeoisie zu kämpfen. Ihr glaubt, daß eure Partei euch unterstützen wird? Gut, dann richten wir doch wesentliche Forderungen des heutigen Abwehrkampfes an sie und wenn sie diese Forderungen nicht erfüllt (davon gehen wir aufgrund langjähriger Erfahrung aus), dann versuchen wir sie durch organisierten Druck von unten dazu zu zwingen bzw. den Kampf unabhängig von der und notfalls gegen die Parteispitze zu führen." Diese Taktik gilt es sowohl bei den konkreten Angriffen der Bourgeoisie als auch bei Wahlen anzuwenden. Jede andere Taktik würde den Kampf für eine revolutionäre Perspektive abseits der Mehrheit der klassenbewußten ArbeiterInnen führen wollen. Es liegt auf der Hand, daß eine solche Herangehensweise weit besser am reformistischen Bewußtsein der ArbeiterInnen ansetzt, als eine sektiererische Wahlenthaltungstaktik. Und es liegt auch auf der Hand, daß eine solche Taktik keinerlei Illusionen Vorschub leistet, wie es die diversen ZentristInnen tun, die die Reformierbarkeit der Sozialdemokratie unterstellen (Funke) bzw. diese als kleineres Übel sehen, daß man nicht zu viel kritisieren dürfte (Linkswende). 28. Aus diesem Grund kommt für uns eine Stimmabgabe für reformistische Zwergen-Parteien wie die KPÖ derzeit nicht in Frage. Dies gilt allgemein für die KPÖ in den letzten Jahrzehnten. In den vergangenen Jahren kommt noch der rapide Marsch der Baier-KPÖ in Richtung kleinbürgerliche Zivilgesellschaft und der Verlust von Positionen in Betrieb und Gewerkschaft hinzu. Es ist äußerst zweifelhaft, ob die KPÖ überhaupt noch als eine bürgerliche (Mini)ArbeiterInnenpartei definiert werden kann. Einzige Ausnahme davon scheint die KPÖ Steiermark zu sein, die zwar eine ordinäre reformistische Politik betreibt, aber die Hoffnungen von einer Minderheit der ArbeiterInnenklasse vertritt, die nach einer konsequenteren Alternative jenseits der Sozialdemokratie sucht. Auf der Universität können wir jedenfalls definitv sagen, daß die StudentInnenorganisation der KPÖ, der KSV, die radikalere Minderheit unter den fortschrittlichen StudentInnen repräsentiert, weswegen der ArbeiterInnenstandpunkt bei den heurigen ÖH-Wahlen für eine kritische Wahlunterstützung des KSV aufgerufen hat. 29. Aus diesen Gründen werden wir bei den Wahlen in Wien und Burgenland für eine kritische Unterstützung der SPÖ unter der Losung "Wählt SPÖ, aber organisiert den Kampf!" und mit einer Taktik, wie sie oben skizziert wurde, aufrufen. Ebenso würden wir bei vorgezogenen bundesweiten Neuwahlen für die SPÖ aufrufen. Ob wir in der Steiermark ebenfalls für die SPÖ aufrufen oder für die KPÖ werden wir noch genauer untersuchen und diskutieren. 30. Aber all diese Taktiken sind der revolutionären Strategie untergeordnet. Sie dienen dem Ziel des Aufbaus einer revolutionären ArbeiterInnenpartei, die für den konsequenten Klassenkampf, für den Revolution, für den Sozialismus eintritt und gegen alle Feinde der ArbeiterInnenklasse kämpft. Diese Aufgabe ist riesengroß, sie erfordert enorme Anstrengungen und einen langen Atem. Wir dürfen nicht vergessen, daß der Klassenfeind einen mächtigen Staatsapparat und eine grenzenlose Propagandamaschinerie hinter sich hat. Die der Bourgeoisie dienende reformistische Bürokratie weiß ebenso einen gewaltigen, finanziell gut gepolsterten Funktionärsapparat hinter sich. Schließlich haben wir noch die diversen zentristischen Gruppen, die an einem guten Verhältnis mit den Reformisten (SJ, KPÖ) weitaus mehr interessiert sind als an der Umsetzung einer klaren revolutionären Politik. Im Verhältnis zu unseren Gegnern sind wir also eine kleine revolutionäre Organisation, unsere Aufgaben hingegen riesengroß. Die vor uns liegende Herausforderung der Sammlung, Mobilisierung und Schulung der revolutionären Avantgarde erfordert angesichts dessen herkulische Anstrengungen. Aber der ArbeiterInnenstandpunkt und REVOLUTION haben in der vergangenen Periode im kleinen Maßstab bewiesen, daß wir mit einer richtigen Strategie, einer ernsthaften Herangehensweise und revolutionärer Entschlossenheit Erfolg haben können. Die Stärke des Bolschewismus liegt vor allem in der Qualität und Ernsthaftigkeit seiner Kader, dem unbarmherzigen Kampf gegen alle revisionistischen Abweichungen und der Verbindung der revolutionären Theorie und Praxis. Diesen Weg sind wir vom ArbeiterInnenstandpunkt - gemeinsam mit unseren GenossInnen in den Schwestersektionen der Liga für die 5. Internationale - bisher gegangen und diesen Weg werden wir auch beharrlich weiterverfolgen. ================================================== 25 Symposium: Murdering Women For "Honor" "wadi wien" ================================================== http://www.frontpagemagazine.com/Articles/ReadArticle.asp?ID=18370 Symposium: Murdering Women For "Honor" By Jamie Glazov FrontPageMagazine.com | June 10, 2005 Today we are witnessing the globalization of honor killing, as the West has become the perpetual scene of immigrant Arab women being murdered by their immigrant families. A distinguished panel joins us today to discuss what causes this violence against women, how it is directly connected to the terror war, and why the Western Left is so deafeningly silent about a mass crime that violates one of its supposed sacred values. Our guests today: Seyran Ates, a lawyer for family and criminal law and a women's rights activist in Germany. She has written two books, Wo Gehören Wir Hin? (Where Do We Belong?) and Große Reise ins Feuer, (Big Travel to Fire), both of which deal with her life and the ingredients of the typical Turkish girl's and women's life as an immigrant in Germany. Dr. Gudrun Eussner, an economic and social expert in international development programmes with long-term experience in the Middle East; Dr. Nancy Kobrin, affiliated professor to the University of Haifa, Arabist, psychoanalyst and author of the upcoming book, The Sheikh's New Clothes: Islamic Suicide Terror and What It's Really All About; and Dr. Hans-Peter Raddatz, a scholar of Islamic Studies and author of two books on the subject of women in Islam, Allahs Schleier - die Frau im Kampf der Kulturen (Allah's Veil - Women in the Clash of Civilization) and Allahs Frauen - Djihad zwischen Demokratie und Scharia (Allah's Women - Jihad Between Democracy and Sharia); FP: Dr. Gudrun Eussner, Dr. Nancy Kobrin, Dr. Hans-Peter Raddatz and Seyran Ates, welcome to Frontpage Symposium. Hatin Surucu is Berlin's latest victim of "honor" killing. We would like to dedicate this symposium to her memory. Let's take a moment of silence to think about Hatin and all the persecuted women that she represents under the tyrannical structures of gender apartheid. (moment of silence) Dr. Raddatz, let me begin with you. Let's start with a little quick overview of this tragic and frightening phenomenon. Why are the occurrence of honor killings rising in Europe and in the rest of the West and from what dark sources does this terrible misogynist crime stem? Raddatz: In the first two volumes of the new UN-sponsored 'Encyclopaedia of Women in Islamic Cultures' (EWIC) mostly female authors contribute to the subject of power and violence executed by men over and against women. Some of them arrive at very interesting results. They show that over the centuries the jurists and theologians of Islam have widened the rules of the Qur'an and Islamic tradition into an unlimited licence, some sort of blank cheque, for men to handle women as they deem appropriate. Legally, women appear as beings between personal subjects and material objects. Therefore, they are at the disposal of their husbands who are entitled to the unlimited usage of their bodies. Marriage is a contract - as literally expressed in some countries - "to use the sexual organ" for reproduction and personal pleasure. The human rights of sexual self-determination and choice of husband are widely unknown and rare exceptions in practical life. So the uniting band of all Islamic cultures is simultaneously the top human right in Islam. It is male and comprises the authority of husbands as well as fathers and brothers who guard what they call the "chastity" of their daughters and sisters. Veiling and domestic arrest secure the so-called "honor" which then equals the human right to female obedience, unlimited readiness for sexual intercourse and punishment in case of disobedience. For the Western mind this is seen as violent abuse, but in Muslim law it forms one of the central regulations securing not only the "honor" but the Islamic state as such. This leads to the first question of why violence and "honor killings" are currently increasing to an alarming extent, not only in the West but also and particularly in the Islamic region. EWIC bases its findings on quite recent UN statistics which show an exorbitant increase of violence in the Arab world. Meanwhile beating, rape and killing of women occur in every third family and, most disquietingly, out of this third almost one third again are rapes in the family, i.e. incestuous actions against women and children. These figures are similarly confirmed for Turkey, an allegedly secular country. In some Islamic countries like Saudi-Arabia and Pakistan you normally walk free if you rape a woman who appears in the public unaccompanied by males. We see a massive abuse of collective politico-religious rules widened into the blank cheque of individual male power over female objects. This is what I call the "counter-ethics" of modern Islam, mainly propagated by Islamist organizations like the Muslim Brotherhood. Western politics, however, soften this phenomenon into verbal patterns like "the Islam is not the problem", the "great respect for the Muslim mother" and so on. Using this "method", German officials, e.g. in the Department of the Interior, even try to talk away the existence of forced marriages, pretending normal circumstances in the local ghetto situation and advocating the veil, of course. Doing so, they cancel the application of constitutional rights, sponsor the rise of Shariatic rules and degrade the victims of the recent "honor killing" wave in Europe. FP: Dr. Eussner? Eussner: Thank you, Jamie. I would like to stress that to my opinion the so-called honor-killings have nothing to do with the honor of women, man or families. The term is misleading into the wrong direction of moral and ethics. As Mr. Raddatz has mentioned, this "honor" is securing the Islamic state as such, and, may I add, the Islamic Ummah worldwide. The Islamic state has to be strengthened and the Ummah in non-Islamic countries expanded by all Muslims, not only by Islamists, either through conversion or war. Questions will arise in Muslim men such as - Who are the ones telling me, that Allah is the highest and only legislator? - Who is deciding, that the Sharia and the political system I am living in are the correct way of Islamic life? - Who is legitimated by whom to speak in the name of Allah? - Why am I not entitled to having my own ideas about my religion and the political system in my country? Being allowed to answer such ordinary questions would lead the Muslim rulers, teachers, institutions, the whole system into big troubles. A strong Sharia will avoid this kind of questions and problems arising from that. Explaining to a man, that he will never be the one having any chance to participate in the political process of his country or community, one has to give surrogates to him. One of these is the necessity for women to obey to their husbands, fathers and brethren. As information of all kind is inundating the world via the internet it is becoming more and more difficult for the rulers to maintain their absolutistic system without increasing the repression. This is leading to an increase of repression of Islamic societies all together but specially of the female part of them. FP: Ok, so radical Islam is feeling threatened by the growth of freedom and liberty all around the world and it now feels that it is being encircled by it, especially with the reality of the internet, etc. Therefore, to retain its vicious and sadistic power structure, it ferociously inflicts violence, not only on the symbols of freedom outside of it, but also on the symbol of freedom inside of it (i.e. the notion of women's equality and all the threat that it poses to tyrannical structures.) One of the best methods by which radical Islam can contain its despotic hold on its own culture, therefore, is to enslave the female gender and to simultaneously try to make its powerless males feel powerful by allowing them vicious tyranny over women. And, therefore, we have honor killings. In this paradigm, it becomes clear why militant Islam despises moderate Muslims so much, and detests their support of a tolerant and pluralistic Islam, since this poses such a vital danger to the hold that Islamists want on their society. I think it is crucial to point out, therefore, that there are Muslim groups such as The Free Muslims Against Terrorism and The Center for Islamic Pluralism that have dedicated themselves to working for an Islam that rejects extremism and gender apartheid, and therefore threatens the foundation on which Islamism stands. If organizations such as these influence the international Muslim community to such an extent that honor killings become completely delegitimized, then the Islamists will lose their footing and, not only lose control over their own societies, but will, obviously, also lose this terror war. In this context, I think it is vital for us to work with Muslims who are making an effort to fight for an Islam where honor killings and the philosophy that spawn them are delegitimized. In any case, let's return to the psychology that engenders the pathology of honor killings. But let's also keep in mind that this is obviously not only an Islamic phenomenon. Of course it is a mass crime being perpetrated in the Arab-Islamic world and we must highlight its sources in Islam and in tribal structures -- just as we must work to focus on the Islamic sources and traditions that hopefully have the potential to discredit it and to defeat it. So while we honestly analyze the roots of this horrible crime within the Arab-Islamic world, can we also touch on its presence in non-Islamic structures, which reveals that this is also, obviously, a man-created misogynist crime that exists outside of any one particular religion or creed. Dr. Kobrin go ahead. Kobrin: Thank you for including me. Honor killing is lethal domestic violence. It is displaced murderous rage projected on to a female who represents in fantasy the murderer's mother. The male feels shamed and terrified of being completely dependent. In a dysfunctional family, it is a strategy to control by force. The family purges itself of its rage by killing the female scapegoat. I agree with Dr. Eussner that honor killing has nothing to do with honor, rather it masks this shame and humiliation. While there is great love for the Muslim mother, the male harbors unconscious murderous rage towards her as can be seen by the way he treats other women expressed by the sayings: "A man's honor lies between the legs of a woman." " Woman is shame." "Shame is worse than hell." " It is better to die with honor than live with humiliation." The little girl is pathologically controlled. Her chastity is obsessively guarded. It is naïve to think that growing up under a death threat, she gains a healthy sense of self. Lacking power, she experiences a sense of it when she gives birth to her first male baby and receives her kunya, her honorific name which fuses the word umm, mother with the baby's: Ex. Umm Usama. For a devalued female turned mother, she has power over her baby who is completely dependent upon her for everything. The mother lives through her son. Often a little sister thinks that her eldest brother is married to their mother because he is the favorite and charged with carrying out the honor killing. Ummah also comes from the same root as umm. The image of the mother looms large. The bond between mother-baby is unseverable. (cf. S. Temimi, Pathological Child Psychiatry and the Medicalization of Childhood, p. 22) Think of a soccer mom who lives vicariously through her son as she vents her aggression and rage at a game. When an adult is not healthily separated, it leads to identity confusion and lack of self-agency. In order for a society to be free, it needs fully functioning citizens who have agency in order to build social institutions. A word of caution though, no one ever completely separates psychologically from one's mother. The more shame-based, the more difficult it is to learn to contain one's rage. Take an Arab Muslim street demonstration - a fused regressed mob venting against its hated object - America and Israel, crowd attempts to gain power a la Masse Und Macht [Crowds and Power, E. Cannetti]. The key problem is splitting - creating a love-hate relationship which is unrealistic. Splitting the world into black and white without realizing that life is more about the "greys". Terrorists are clueless about what they tell us about themselves. Parents teach children violent behavior by age 3. Violence does not care what it is called -- political (Islamic suicide terrorism), criminal (serial killing) or domestic (conjoint murder-suicide or honor killing). Islamic Suicide Bombing is a blend. But why this increase now? Honor killing goes hand in hand with Islamic suicide bombing which I call political honor killing. A few parallels: 1. Use of scapegoats 2. No word in Arabic for either 3. Murder of the innocent BUT denied 4. The murderer is proclaimed a hero 5. Suicide bombing = murder(s) + suicide 6. Death by immolation Violence spreads like wildfire. With mass media, the communicative circuit between perpetrator and victim runs through the viewer. Terrorism has its own Eros which taps into a time when we were held in the arms of our mothers where pain and pleasure are first learned. That is why the terror is so great and appeasement so prevalent. No one wants to "go there" - that a large part of what we are dealing with concerns the mother and early childhood development. If I haven't convinced you yet, consider a standard practice used in Pakistan to interrogate terrorists as revealed by Rohan Gunaratna, the al Qaeda expert, who recently wrote: "In the Middle East," says one man familiar with interrogations, "they will bring a suspect's mother to the police station and undress her in front of him." (cf. R. Gunaratna, "Khalid Sheikh Muhammed the Brain," Playboy Magazine, June 2005, p. 169) FP: Thank you Dr. Kobrin, this is fascinating stuff. But could you kindly briefly break this down into simple language for me? Kobrin: They feel trapped by the suffocating exclusive bond with their mothers and therefore hate them and are rageful. They are terrified of abandonment. They wish to murder their mothers but at some level they know that that is wrong so they act out their murderous rage in real time against the innocent. There is more evidence that points to the mother. Bouyeri who murdered Theo Van Gogh. His sister said that he did it because his mother had recently died. Yassin, the Egyptian suicide bomber in Cairo who jumped off a bridge and detonated. His sister said it was because he too had lost his mother recently. Often the first encounter with the police for a terrorist is a complaint about domestic violence. Ellen Harris in her book Guarding The Secrets linked Palestinian terrorism to an honor killing by a father of his daughter, here in America. The father was a member of Abu Nidal. FP: Seyran Ates, your comment please? And tell us a bit about the frightening developments in Germany. Ates: I don´t really know if honor killing has anything to do with the idea that those people actually want to kill their mother - as Dr. Kobrin seems to suggest. My experience is that honor killing has to do with a very patriarchal structure, which doesn't accept a right of sexual self-determination -- especially for its female members. For my clients, who are forced married and who live in fear to be killed in the name of honor, it is no matter if "the Islam" allowed or provided for honor killings. As a lawyer I have to deal with "the Islam" in our life and this means that my clients and I have to deal with men who interpret the Qur'an in their own way. That means that they always find a reason why their religion allows them to oppress their wives. The Turkish community in Berlin is very conservative and traditional, much more than most people in Turkey. So we have a very fast development backwards to a middle-age Islam. The reason is not only the influence from other countries, for example from Arabic countries. The reason is also, because we have very tragic integration politics. Better yet, a so-called integration politics. And we had for a very long time an irresponsible way of thinking about multicultural society. Integration was understood as something which is to live next door to other cultures without criticizing each other. When we talk about forced marriage and honor killings we have to realize that this is not a new phenomenon. When we talk about Turks and Kurds we can say that we have all these things since we have immigration from Turkey to Germany. But we do not have any statistics. So we can not say that there is an increasing situation. What we have is just that the majority society opens its eyes for those problems. And for something like three years we have a debate about this issue in the public. There is one very important difference between Turkish and Kurdish community and German society. Turks and Kurds live in a very close social system, there is a big social control of each other. Collective-consciousness of Muslims makes them reject individualism in Western countries. A lot of Turks and Kurds say "I don´t want my daughter to live like a German" and that means sexual self-determination. Even the neighbour next door or the greengrocer at the corner, where the family used to go shopping, takes the right to talk about the way how a family behaves to their children (mostly about daughters) and put others under pressure to stay on the right "Islamic" way. Mostly they mean tradition but they themselves call it "this is what our religion tells us". A young man who cannot find acceptance in society and no chance to find any serious part in the majority society is a welcome victim for old-fashioned thinking about honor. His honor is the one and only thing that he has and what gives him the right to use pressure against his sister or wife and power for his own life. Raddatz: At this stage we seem to agree generally on what I call the counter-ethics of Islam. We can see a vast abuse of women with fast rising violence the major reasons of which have been mentioned: political, legal, and psychological. As for the latter, I should tend a little towards Ms. Ates' practical interpretation. As Ms. Kobrin has pointed out, there is no question about the difficult relationship between the Muslim son and mother. From a Freudian point of view its Oedipal implications may even explain the incestuous tendencies in the Muslim community. But there can be hardly a doubt about Ms. Eussner's points of the politico-legal dimension as the most important base of the phenomenon. Let me add the historical aspect. As Islam primarily is and has always been not a religion but a political ideology, male command over the family and violence against women are and have always been indispensable pillars of the Muslim society. For the modern mind it appears quite strange to follow rules which have not only stayed unchanged since 1400 years ago but have also been continuously confirmed over this long period of time. When a Muslim male beats, rapes or even kills a woman, we are faced with a deeply rooted behaviour pattern which has picked up as a refreshed fashion now. It is called "honor" because it is supposed to secure male power and prevent the society from falling into "Fitna". This is an Arabic term and means something the Muslim ideology is extremely afraid of, namely disturbance or even upheaval in the community. In other words, keeping women under control saves the "peace of Islam". Here we have also the practical ground Ms. Ates is talking about: Every Muslim is entitled to remind his or her "brother or sister in belief" or even obliged to denunciate him or her with the local imam in case an alleged deviation has occurred. Wherever you look up Islamic legal literature in this respect or however you argue in discussions about the subject, you will always meet the pathological reflex of "obedience" the male Muslims are demanding from their women. The problem arising from this has not been understood yet in the West because it is a political combination of "religion" and "custom". Al-Ghazali, for instance, is a theologian who died back in 1111 but is still a very lively and actual authority today. He refined the respective statements of Qur'an and tradition and developed the ideological groundwork. Since then the woman is regarded as an instrument for the unlimited usage of man in order to secure his individual power and pleasure as well as the biological survival and expansion of Allah's collective community. If we look at this a little more closely we may find the answer to FP's question why "honor killings" are an Islamic specialty. We will certainly not find it if we continue telling ourselves that we could find violence against women in other cultures, too. The only acceptable form of relativism is to analyze Islamic violence first and then compare it to versions and motivations in other cultures if you then still want to do so. My position in this respect is what my critics are afraid of: the clear explanation of the common band of authentic rules and regulations that force all Muslim believers to build up pressure on their women. This pressure will rise continuously and the situation will deteriorate as long as liberal Muslims are prevented from finding ways to compromise with conflicting modernization aspects. The subject is too complex to be discussed here, though, but sooner or later one will have to go through an in-depth analysis if the so-called "dialogue with Islam" wants to be taken seriously. Until now this "dialogue" has fluctuated between superficial palaver and a myth-like pro-Islamic ideology which in itself resembles Islam because it seems to flee the consequences of modernization, too. One of these consequences is the inescapable necessity to argue on even and moderate terms which above all mean equal rights for women. Let me give you one example. From "dialogue merchants", i.e. people living off the business unfolding from the "intercultural industry" in politics, universities, churches and so on, you will hear "that not every Muslim beats women". They put Islamic violence under a well-proven relativistic shelter where it has hibernated unharmed so far. Recently, Ms. Beck, the German government representative responsible for immigration questions, demanded to stop criticizing the killings of women, "otherwise the Muslims will be prevented from integrating into democracy". As long as this kind of incompetent monstrosity is allowed to play an official part not only in German but also in European policy like in England, you may base on the assumption that Sharia law will be regarded as religion and, therefore, stay under the protection of constitutional freedom of religion. In practical terms again, this means that among other specialties sexual repression and physical violence will become an integral, i.e. "democratic" part of Muslim minority life in Germany and other European countries basing on similar interpretations. To continue reading this symposium, go here. http://www.frontpagemagazine.com/Articles/ReadArticle.asp?ID=18370 -- WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit e-mail: wadi.wien at gmx.at Tel.: 0699-11365509 Spendenkonto in Österreich: Kontonummer 07.405.301 Evangelische Kreditgenossenschaft eG BLZ 31800 IBAN: AT10 3180 0000 0740 5301 BIC: EVKRATW1 Website mit weiteren Informationen zu Projekten von Wadi und Veranstaltungshinweisen: www.wadinet.at ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< SOLIDARITÄT WELTWEIT ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 26 [slp-info] Dringender Appell: Solidarität mit 300 verhafteten Gewerkschaftern in Pakistan! Sozialistische LinksPartei ================================================== Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Freundinnen und Freunde, es gibt eine dramatische Zuspitzung der Auseinandersetzung um die pakistanische Telekom. Gestern wurden 300 ArbeiterInnen verhaftet. GewerkschaftsaktivistInnen müssen sich verstecken, um Verhaftungen zu verhindern. Das gewerkschaftliche Aktionskomitee plant Vollstreik ab dem 15. Juni. Unten findet Ihr einen ersten Solidaritätsappell und einen Musterbrief für Proteste, bitte verbreitet ihn so weit wie irgend möglich. Informationen gibt es unter: http://www.socialistworld.net/category/telecom.html Internationalistische Grüße Sonja Grusch 0650-424 63 10 Protest vor der pakistanischen Botschaft in Wien am 15. Juni 2005 um 9.00 (19; Hofzeile 13 - erreichbar mit Strassenbahn 38 bis Silbergasse) KOMMT ZAHLREICH! SCHREIBT PROTEST- UND SOLIDARIÄTSBOTSCHAFTEN (siehe unten) Nach einem zehntägigen Streik von über 60.000 Beschäftigten der staatlichen Pakistan Telecommunivations Ltd. (PTCL) (siehe andere Beiträge auf dieser Seite) hatte die Regierung am 4. Juni in einer Vereinbarung mit dem gewerkschaftlichen Aktionskomitee zugesichert, die Privatisierung des Unternehmens auf unbestimmte Zeit auszusetzen und die Forderungen der Streikenden zu erfüllen. Nur wenige Tage später entpuppte sich die Regierung als wortbrüchig und forderte die Gewerkschaften auf, einer Privatisierung zuzustimmen. Gewerkschaft gegen den Wortbruch der Regierung! Daraufhin besetzten über 4.000 Telekom-Arbeiter die Geschäftszentrale der PTCL und rief das gewerkschaftliche Aktionskomitee zur Wiederaufnahme erster regionaler Streiks auf. Das aus neun Gewerkschaften des Telekom-Bereichs bestehende Aktionskomitee zog sich aus den Verhandlungen mit der Regierung zurück und erklärte den Vollstreik wieder aufzunehmen, sollten GewerkschafterInnen verhaftet werden oder die Regierung einseitig einen neuen Privatisierungstermin festlegen. Dies hat die pakistanische Militärregierung nun getan. Acht Gewerkschaftsaktivisten wurden gestern verhaftet, darunter Zafar Zaidi, ein führendes Mitglied der Pakistan Telecommunications Union und Tanvir Shah, ein Mitglied des gewerkschaftlichen Aktionskomitees. 300 Arbeiter wurden heute verhaftet! AktivistInnen des Streiks und Gewerkschaftsführer müssen sich verstecken, um Verhaftungen zu entgehen. Ebenso hat die Regierung den Beginn der PTCL-Privatisierung auf den 18. Juni festgelegt. Das gewerkschaftliche Aktionskomitee hat daraufhin angekündigt vom 15. Juni an das gesamte Telekommunikationsnetz lahm zu legen. Dies markiert eine enorme Zuspitzung in dem wahrscheinlich wichtigsten Arbeitskampf in Pakistan seit vielen Jahren. Der Erfolg vom 4. Juni hatte große Auswirkungen, auch über die Grenzen Pakistans hinaus. Das Selbstbewusstsein von ArbeiterInnen im ganzen Land und das Gefühl, dass entschlossene und einheitliche Kämpfe etwas bewirken können wurden gestärkt. In der ersten Phase dieses Arbeitskampfes spielte die internationale Solidarität eine große Rolle. Die pakistanischen KollegInnen haben die Einschätzung, dass es ohne diese schon früher zu Repressionsmaßnahmen gekommen wäre. Die Kampagne für Gewerkschaftsrechte in Pakistan (Trade Union Rights Campaign Pakistan - TURCP) ruft deshalb zu einer Wiederaufnahme und Steigerung von weltweiten Protesten und Solidaritätsaktionen zur Unterstützung folgender Forderungen auf: * Sofortige Freilassung aller verhafteten AktivistInnen und GewerkschaftsführerInnen. Schluss mit den Repressionsmaßnahmen! Keine weiteren Verhaftungen! * Für den sofortigen Abzug alles Polizei- und paramilitärischen Einhieten, die um die PTCL-Zentrale herum postiert sind. * Anerkennung der Vereinbarung vom 4. Juni durch die Regierung! Keine Privatisierung der PTCL! * Solidarität mit den gegen die Privatisierung kämpfenden Beschäftigten der PTCL! Bitte schicken Sie/schick Protestmails und -faxe an: Awais Leghari (Telekom und Informationstechnologie-Minister): minister(at)moitt.gov.pk und aleghari(at)moitt.gov.pk Junaid Khan (Präsident der PTCL): president(at)ptcl.com.pk M.Shahzad Sadan (Vizepräsident der PTCL): sevphr(at)ptcl.com.pk Pakistanische Botschaft in Wien: Botschaft der Islamischen Republik Pakistan Hofzeile 13 A-1190 Wien Tel: +43(1)3687381 Fax: +43(1)3671831 Kopien bitte an: turcpakistan(at)yahoo.com turcpakistan(at)yahoo.com slp at slp.at CWI at worldsoc.co.u Solidaritätsbriefe bitte an: : Trade Union Rights campaign: turcpakistan(at)yahoo.com ------------------------------------------------------------------- Protestresolution - Jetzt unterschreiben und übermitteln! Englische Version Dear Ladies and Gentlemen, with anger I heard of the undemocratic and brutal reaction of the pakistani government against the strike of the telecommunication workers. Therefore I demand: * Release all telecommunications workers and trade union leaders taken into custody. Stop the crackdown now. No more arrests * For the immediate withdrawal of all paramilitary and police forces from in and around PTCL premises * Honour the 4 June agreement - No to the privatisation of PTCL * Full support to PTCL workers fighting privatisation Yours sincerely, Deutsche Version Sehr geehrte Damen und Herren, Mit Bestürzen habe ich von den dramatischen Entwicklungen in Pakistan bezüglich der Verhaftung von 300 Telekomunikationsbeschäftigten in Pakistan erfahren. Ich protestiere hiermit aufs Schärfste gegen diese undemokratischen und gewerkschaftsfeindlichen Bestrebungen der pakistanischen Regierung und fordere Sie zu öffentlichem Protest gegen diese Zustände auf. Ich fordere: * Sofortige Freilassung aller verhafteten AktivistInnen und GewerkschaftsführerInnen. Schluss mit den Repressionsmaßnahmen! Keine weiteren Verhaftungen! * Für den sofortigen Abzug aller Polizei- und paramilitärischen Einhieten, die um die PTCL-Zentrale herum postiert sind. * Anerkennung der Vereinbarung vom 4. Juni durch die Regierung! Keine Privatisierung der PTCL! * Solidarität mit den gegen die Privatisierung kämpfenden Beschäftigten der PTCL! Mit freundlichen Grüßen, Rückmeldungen/Fragen bitte an 0650-424 63 10 ================================================== 27 Asyl für Putin-Gegner muss auch für tschetschenische Flüchtlinge gelten "GFBV" ================================================== GESELLSCHAFT FÜR BEDROHTE VÖLKEr PRESSEERKLÄRUNG Göttingen, den 09.06.2005 Bahn brechende Entscheidung - Asyl für Putin-Gegner Liskin muss auch für tschetschenische Flüchtlinge gelten Nach der Bahn brechenden Entscheidung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, dem russischen Oppositionellen Oleg Liskin wegen seines Widerstandes gegen die russische Regierungspolitik Asyl zu gewähren, hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Donnerstag die Anerkennung der Gruppenverfolgung von Flüchtlingen aus Tschetschenien gefordert. "Im Fall Liskin wurden endlich auch unsere Warnungen ernst genommen, dass sich Russland immer weiter von Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechtsprinzipien entfernt", sagte die GfbV-Osteuropa- Referentin Sarah Reinke am Donnerstag in Göttingen. "Jetzt müssen endlich die Menschen aus Tschetschenien geschützt werden, denen bei einer Abschiebung in die Russische Föderation Gefahr für Leib und Leben droht." Obwohl tschetschenische Flüchtlinge von Deutschland aus nicht in den Nordkaukasus abgeschoben werden sollen, sondern für sie eine so genannte innerstaatliche Fluchtalternative in der Russischen Föderation gesehen wird, endet ihre Zwangsrückführung gewöhnlich in Tschetschenien. "Im eigentlichen Russland werden sie von Behörden schikaniert, häufig inhaftiert. Ein Inlandspass wird ihnen verweigert. So sind sie rechtlos", berichtete Reinke, "nach Tschetschenien zurückgekehrt werden sie als Rückkehrer aus dem Westen ständig kontrolliert, bedroht, inhaftiert oder sie verschwinden ganz." So sei Rizvan Usajew am 30. Mai in dem Dorf Novye Atagi von unbekannten Bewaffneten verschleppt worden, nachdem er wenige Tage zuvor nach Tschetschenien zurückgekehrt sei. Er habe einige Monate vorher in Deutschland Asyl beantragt, sei jedoch abgelehnt worden. Bis heute fehlt von Rizvan Usajew jede Spur. Bei Interesse übersenden wir Ihnen gern per Post oder E-Mail unser neuestes Gutachten über die Situation tschetschenischer Flüchtlinge in der Russischen Föderation. Sarah Reinke ist heute auch zu erreichen unter Tel. 0174 60 39 641. ====================================================== Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV) Inse Geismar, Pressereferentin Postfach 2024, D-37010 Goettingen Tel.+49/551/49906-25, Fax:++49/551/58028 E-Mail: presse at gfbv.de, Homepage:http://www.gfbv.de ====================================================== ================================================== 28 Türkei: Bombenanschlag auf christliche Rückkehrer "GFBV" ================================================== GESELLSCHAFT FÜR BEDROHTE VÖLKER PRESSEMITTEILUNG Göttingen, den 09.06.2005 Bombenanschlag auf rückkehrwillige assyrisch-aramäische Christen in der Türkei Auf drei assyrisch-aramäische Rückkehrer ist am vergangenen Montag im Tur Abdin, im Südosten der Türkei, ein Bombenanschlag verübt worden. Verletzt wurde niemand. Der Generalsekretär der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) in Göttingen, Tilman Zülch, verurteilte das Attentat am Donnerstag als "feigen Anschlag nicht nur gegen die gesamte Religionsgemeinschaft der christlichen Assyro-Aramäer in der Türkei, sondern auch gegen die Initiative der Regierung unter Recep Tayyip Erdogan, die Rückkehr der Assyro-Aramäer aus ihrem westeuropäischen Exil in den Tur Abdin zu dulden und zu unterstützen". Die drei Christen - ein syrisch-orthodoxer Priester, ein Geschäftsmann aus Deutschland und der Bürgermeister von Harabale - waren mit ihrem Fahrzeug von Harabale (türkisch Ücköy) nach Kafro (türkisch Elbegendi) unterwegs, als direkt vor ihnen eine ferngezündete Bombe explodierte. Sie konnten sich unverletzt aus dem Wagen befreien. Nachdem von 1984 an fast alle assyrisch-aramäischen Christen im Laufe des türkisch-kurdischen Krieges aus dem Tur Abdin vertrieben worden waren oder fliehen mussten, hatten sie in den vergangenen beiden Jahren wieder Hoffnung auf Rückkehr geschöpft. Die Situation im Südosten der Türkei hat sich im Zuge der Reformen verbessert. Im Juni 2001 hatte der damalige Ministerpräsident Bülent Ecevit rückkehrwillige christliche Assyrer-Aramäer in einem Rundschreiben dazu eingeladen, wieder in ihre Heimat zu ziehen. Mitte der 80er Jahre lebten noch rund 65.000 assyrisch-aramäische Christen im Tur Abdin. In dem Dorf Kafro (türkisch Elbegendi) stehen bereits 17 neue Häuser. Sie sind fast bezugsfertig. Rund 70 Personen aller Altergruppen aus verschiedenen europäischen Staaten wollen dort am 1. September 2005 einziehen, wenn die zuständigen Behörden die Installation der notwendigen Infrastruktur wie Wasser, Strom und Kanalisation nicht weiter hinauszögert. In den im Jahr 2003 vom Militär freigegebenen Dörfern Sederi, Harabemishka, Badibe, Arbo und Ehwo laufen an einzelnen Häusern bereits Renovierungsarbeiten, etliche Familien planen eine Rückkehr. Auch in dem Ort Sare (türkisch Sariköy) wurde mit Bau- und Sanierungsarbeiten begonnen, nachdem das Militär den Ort im September 2004 zwangsgeräumt hatte. Dort waren Kurden - so genannte Dorfschützer mit ihren Familien - angesiedelt worden, die die Kämpfer der radikalen kurdischen Arbeiterpartei PKK von strategisch wichtigen Punkten fernhalten sollten. Die Türkei sollte alles unternehmen, um den Christen die Rückkehr zu erleichtern, sagte Zülch, "denn sie werden westeuropäisches Know-how in den Südosten der Türkei mitbringen. Mit der Rückkehr sind auch Investitionen verbunden, die zur Schaffung von Arbeitsplätzen und damit zum Aufbau dieser Region beitragen." Tilman Zülch ist auch erreichbar unter Tel. 0151 153 09 888. ====================================================== Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV) Inse Geismar, Pressereferentin Postfach 2024, D-37010 Goettingen Tel.+49/551/49906-25, Fax:++49/551/58028 E-Mail: presse at gfbv.de, Homepage:http://www.gfbv.de ====================================================== ================================================== 29 Äthiopien drohen neue ethnische Konflikte "GFBV" ================================================== GESELLSCHAFT FÜR BEDROHTE VÖLKER PRESSEMITTEILUNG Göttingen, den 10.06.2005 Äthiopien drohen neue ethnische Konflikte Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat am Freitag vor neuen ethnischen Konflikten in dem Vielvölkerstaat Äthiopien gewarnt, sollte sich die Protestbewegung der politischen Oppositionsparteien durchsetzen. "Diese Protestbewegung steht nicht für eine Demokratisierung Äthiopiens, sondern für eine Rückkehr zur alten Vorherrschaft der wohlhabenden amharischen Bevölkerungsminderheit", sagte der GfbV-Afrikareferent Ulrich Delius. So habe die oppositionelle "Koalition für Einheit und Demokratie" (CUD) angekündigt, im Falle ihres Wahlsieges das föderale Verfassungssystem abzuschaffen, Amharisch erneut als alleinige Amtssprache einzuführen, das in der Verfassung verbriefte Recht auf Selbstbestimmung aller Nationalitäten abzuschaffen und das Landeigentum zu privatisieren. "Statt auf die Probleme des Vielvölkerstaates Antworten von heute zu finden, wartet die CUD mit Konzepten von vorgestern auf, die die Gewalt weiter eskalieren lassen werden", kritisierte Delius. Die größte Unterstützung bekomme die CUD von den wohlhabenderen Bürgern der Hauptstadt Addis Abeba. Viele CUD-Politiker seien erst in den letzten Jahren wieder nach Äthiopien zurückgekehrt. Viele hatten sich während der Diktatur Mengistu Haile Mariams (1977-1990) ins Exil zurückgezogen - vor allem in die USA und nach Kanada. Es sei jedoch auch unerträglich, dass die äthiopischen Behörden mit Gewalt gegen CUD-Anhänger vorgingen und dabei systematisch die Presse- und Demonstrationsfreiheit unterdrücken. Seit vergangenem Montag wurden mehr als 600 CUD-Anhänger verhaftet. Nachdrücklich appellierte die GfbV an Premierminister Meles Zenawi, die inhaftierten Studenten sofort freizulassen und die Pressefreiheit nicht länger zu unterdrücken. Wegen so genannter "Verbreitung falscher Informationen" über die Demonstrationen hatten die Behörden in dieser Woche fünf einheimischen Journalisten, die auch für die Radiosender "Deutsche Welle" und "Voice of America" tätig waren, die Arbeitserlaubnis entzogen. Auch waren Speicherkarten von Foto-Journalisten beschlagnahmt worden. Mehr als 70 ethnische Gruppen leben in Äthiopien, in dem 286 Sprachen gesprochen werden. Die unter Kaiser Haile Selassie ( 1939-1974) und Diktator Mengistu Haile Mariam dominierenden Amharen stellen nur 25 Prozent der 70 Millionen Einwohner des Vielvölkerstaates. Die übrigen Nationalitäten, insbesondere die mit 40 Prozent größte Bevölkerungsgruppe der Oromo, fordern ein Ende der Diskriminierung und Marginalisierung. Zwar sieht die Verfassung von Äthiopien offiziell ein föderales System mit breiten Volksgruppen-Rechten vor, doch tatsächlich wurden die meisten Nationalitäten vom Volk der Tigray und ihrer regierenden EPRDF dominiert. Organisationen und politische Bewegungen anderer Nationalitäten wurden von der EPRDF gleichgeschaltet. Unter Menschenrechtsverletzungen leidet besonders die Oromo- Mehrheitsbevölkerung, die pauschal der Unterstützung der Freiheitsbewegung Oromo Liberation Front verdächtigt wird. Mehr als 300 Oromo-Studenten wurden im Jahr 2004 nach Protesten gegen die Verletzung der Menschenrechte der Oromo von äthiopischen Universitäten zwangsexmatrikuliert. Noch immer befinden sich vier am 18. Mai 2004 festgenommene Führer der Oromo- Wohlfahrtorganisation Macha Tulama in Haft, obwohl der Oberste Gerichtshof ihre Freilassung angeordnet hat. ====================================================== Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV) Inse Geismar, Pressereferentin Postfach 2024, D-37010 Goettingen Tel.+49/551/49906-25, Fax:++49/551/58028 E-Mail: presse at gfbv.de, Homepage:http://www.gfbv.de ====================================================== ================================================== 30 14.-28.8.: Solidaritätsreise nach Palästina "Sonja Hinsch" ================================================== Risse in der Mauer Solidaritätsreise nach Palästina Das Österreichisch-Arabische Kulturzentrum organisiert in Zusammenarbeit mit anderen Organisationen vom 14. bis 28. August 2005 eine Informations- und Solidaritätsreise nach Palästina. Ziel der Reise ist es, wie der symbolische Titel sagt, die Mauer rund um das palästinensische Volk durch gelebte Solidarität ein Stück weit einzureißen. Einerseits soll die Reise den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Möglichkeit zu geben, sich selbst ein Bild von der Realität des Lebens der Palästinenserinnen und Palästinenser unter militärischer Besatzung zu machen. Andererseits und vor allem soll die Reise jedoch ein Ausdruck der Solidarität und Unterstützung für das Streben der Palästinenserinnen und Palästinensern nach einem gerechten Frieden in Freiheit und Selbstbestimmung sein. Das Programm beinhaltet zunächst eine einwöchige Rundreise, die Besichtigungen in Bethlehem, des Siedlungsbaus rund um Jerusalem, der besetzten Stadt Hebron, der zerstörten Altstadt von Nablus, des Flüchtlingslagers Jenin, der von der Mauer eingeschlossenen Stadt Qalqiliya, der mehrheitlich arabisch bevölkerten Stadt Nazareth sowie, falls dies möglich ist, des Gazastreifens umfasst. Neben den Besichtigungen gibt es ein umfangreiches Programm von Zusammentreffen und Diskussionsveranstaltungen mit politischen, kulturellen und sozialen Organisationen der palästinensischen Volksbewegung und der israelischen Antikriegsbewegung. Die zweite Woche der Reise wird der Voluntariatsarbeit mit Bauernfamilien in der Region Bethlehem gewidmet sein. Diese Familien leben in permanenter Bedrohung nicht nur durch die militärische Besatzung, sondern insbesondere durch die Bethlehem umgebenden Siedlungen, die versuchen die Felder der Bauernfamilien Stück für Stück zu zerstören und zu enteignen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Reise werden eine Woche lang mit den palästinensischen Bauernfamilien auf deren Feldern arbeiten um sie in ihrem täglichen Überlebenskampf zu unterstützen und sie - zumindest für eine gewisse Zeit - vor den Übergriffen der Siedler zu schützen. Bei Interesse an der Informations- und Solidaritätsreise nach Palästina kontaktieren Sie: Österreichisch- Arabisches Kulturzentrum OKAZ A-1040 Wien, Gusshausstrasse 14/3 E-Mail: contact at okaz.at www.okaz.at ================================================== 31 Islamistischer Terror in Mosul. Zur aktuellen Situation von Yeziden im Irak "wadi wien" ================================================== aus: Context XXI 1-2/2005, Schwerpunkt Irak. www.contextxxi.at Das gesamte Heft können Sie unter: redaktion at contextxxi.at bestellen! ---------------------------------------------------------------------- Islamistischer Terror in Mosul Zur aktuellen Situation von Yeziden im Irak Ein Aufenthalt in Mosul im Oktober 2004 gewährte mir Einblicke in die Situation von religiösen und ethnischen Minderheiten und deren Terrorisierung durch Radikal-Islamisten und hinterließ einen zutiefst pessimistischen Eindruck. Von Mirza Dinnayi Ich kann die verzweifelten Gesichtsausdrücke der Mosulis nicht vergessen, die unter Tags ängstlich durch die Straßen eilen und nur das Dringenste in der Stadt erledigen. Spätestens am Abend sind dann alle in den eigenen vier Wänden, das Stadtzentrum wirkt um diese Zeit gespenstisch leer. Trifft man auf den menschenverlassenen Straßen dann auf seltsam maskierte Soldaten und Polizisten, fühlt man sich nicht unbedingt sicherer. Die Sicherheitskräfte in Krisengebieten wie Mosul maskieren sich tatsächlich, denn die Angst vor den islamistischen Terroristen ist groß. Außer dem Irak gibt es wohl kaum ein Land, in dem sich die Exekutive vor den Kriminellen versteckt und fürchtet. Ein weiteres prägendes Bild dieser Metropole, immerhin die zweitgrößte Stadt im Irak, sind die fast ausnahmslos kopftuchtragenden Frauen und ihre bärtigen Männer. Nicht alle sind religiös, nicht alle sind Muslime, doch die Situation zwingt die Menschen ihre Identität hinter islamischen Symbolen zu verbergen. Auch mein nicht-muslimischer Bodyguard hatte seinen Bart wachsen lassen um sich, und angeblich auch mich, vor einer möglichen Entführung oder einem Attentat zu schützen. Vor der Universität nehmen wir uns ein Taxi, der Fahrer schiebt sofort eine Kassette in den Recorder und wir werden gezwungen "Lesen des Quaran" in voller Lautstärke zu hören.. Ich nutze meine "europäischen Kundenrechte" und fordere ihn auf, diese blöde Kassette auszuschalten. Zu unserer Überraschung teilt uns daraufhin der Taxifahrer erleichtert mit, dass er Christ sei, doch Angst vor meinem bärtigen Bodyguard hatte. "Ich dachte er sei ein Islamist und bevor er mich mit Fragen nach meiner Religions- oder Volkszugehörigkeit in Schwierigkeiten brachte, schaltete ich lieber gleich die "Musik" ein, die ich immer im Auto habe. Man weiß ja nie..." Ohne dieser Quaran-Kassette, die ihn als braven Muslim ausweise, wäre es nicht möglich gewesen, in Mosul, die seit einem Jahr zur "Allah-Stadt" mutiert ist, zu arbeiten. In den zwei Jahren nach der Befreiung von der Herrschaft des Ba'th-Regimes sind die Minderheiten, die unter Saddams Repressionsapparat massiv litten, wiederum Opfer von Terroristen geworden. Durch das Fehlen von Sicherheit und einer gewissen Stabiltität im Land haben die Islamisten ein leichtes Spiel bei der Verbreitung von Angst und Terror. Die multikulturelle Provinz Mosul, seit Jahrtausenden Wohngebiet unterschiedlicher Volks- und Religionsgemeinschaften, ist heute immer mehr Aufmarschgebiet für radikal-islamistische, in erster Linie wahabitische Gruppierungen, deren Jihad-Ideologie jener Al- Qaida´s nahesteht. Der Kern ihrer Ideologie ist schnell erklärt: Jeder, der nicht sunnitisch-wahabitischer Muslim ist, ist ein Feind Gottes. Gläubige wiederum sind verpflichtet, jeden Feind Gottes zu töten, selbst unter Verlust des eigenen Lebens. Nach dem Machtverlust der arabisch-nationalistischen Ba'th-Partei und sunnitischer Gruppierungen im Irak folgten die ersten freien Wahlen. All dies geschah vor den Augen der diktatorischen Nachbarregime u.a. Syriens und des Irans, die zurecht einen Dominoeffekt fürchten und nun gemeinsam mit den entmachteten Ba'thisten und sunnitischen Gruppierungen sowie islamistischen Kämpfern aus aller Welt das Land destabilisieren und im Chaos versinken lassen wollen. In ihrem unerbitterlichen Krieg gegen einen demokratischen Irak, in dem alle Bevölkerungsgruppen gleichberechtigt leben können, stehen Attentate und Angriffe auf Minderheiten mittlerweile auf der Tagesordnung. Unter diesen Minderheiten sind Yeziden[1] in besonderem Ausmaß betroffen, die Repression und Verfolgung gegen Mitglieder dieser Gemeinschaft hat mittlerweile dramatische Ausmaße angenommen. Folgende Ereignisse wurden allein im Jahr 2004 von verschiedenen Medien dokumentiert[2]: Am 8. März 2004 wurde das Trinkwasser der yezidischen Khanik- Gemeinde in der Provinz Duhok von unbekannten Tätern vergiftet. Ein paar Tage zuvor waren anti-yezidischen Flugzettel in den Straßen Mosuls aufgefunden worden. Mit dem altbekannten Vorwurf, dass Yeziden "Teufelsanbeter" seien, wurde darin die Bevölkerung zu deren Vernichtung aufgerufen. Ein Arzt kam an den Folgen der Vergiftung ums Leben und mehr als 300 Menschen mit Vergiftungssymptomen suchten Arztpraxen, Krankenhäuser und Gesundheitsbehörden auf. Die kurdische Regionalregierung der Kurdischen Demokratischen Partei (KDP) unterließ jegliche Nachforschungen, es gab keinen Polizeibericht - obwohl einige AugenzeugInnen Unbekannte in einem roten VW in der Nähe des Tatorts sichteten - und schlussendlich verharmloste und bagatellisierte man den Vorfall. Am 23. August 2004 wurden zwei Yeziden namens Shakir Jangir (48 Jahre alt) und Shukri Ali (50 Jahre alt) von Islamisten in Mosul ermordet. Beide waren Händler, die seit mehreren Jahren in Mosul Geschäfte betrieben. Die Täter hinterließen einen Brief und teilten das Motiv für die Morde mit: "Sie waren ungläubige Gottesfeinde". Nach diesem Ereignis verließen sämtliche Yeziden, die in einer exponierten Stellung arbeiteten, sowie Ärzte, Geschäftsleute, Hochschullehrer und Angestellte, ihre Dienststellen, Praxen und Geschäfte in Mosul. Am 26. August 2004 wurde ein junger Mann Namens Qasim Khalaf in Mosul ermordet. Mit derselben Begründung: "Er war Yezide". Am 23. September 2004 verbreiteten Islamisten in Mosul einen Aufruf an alle Frauen, egal ob muslimisch oder nicht-muslimisch, der sie unter der Morddrohung dazu zwang, ab sofort das Kopftuch zu tragen. Es folgte ein Aufruf an sämtliche yezidische und christliche StudentInnen die Universität Mosul zu verlassen. Mehr als 600 yezidische StudentInnen wurden damit gezwungen zu Hause zu bleiben. Die Assyrische Studenten-Gemeinde veröffentlichte mehrere Erklärungen zu dieser Einschüchterung und Bedrohung ihrer Mitglieder. Doch das änderte an der Situation nichts. Bis heute wagten es weniger als 20 % der Yeziden auf die Universität Mosul zurückzukehren. Am 30. November 2004 überquerte eine Gruppe von Reisenden, Yeziden aus Singar, den Tigris mit einem Miet-Boot. Dabei ertranken 36 Menschen, doch da es nur "wertlose Yeziden" waren, konnte eine Untersuchung dieses Vorfalls durch die kurdischen Behörden nicht durchgesetzt werden. Nochdazu handelte es sich beim Inhaber dieses Boots um einen Verwandten eines Mitglieds des KDP-Politbüros. So wird auch diese Katastrophe nie aufgeklärt werden. Am 1. Dezember 2004 wurden acht yezidische Zivilisten aus dem Dorf Doghata (bei Mosul), am 5. Dezember 2004 fünf yezidische Zivilisten aus Singar in der Stadt Tilafer, ermordet. "Ungläubige Yeziden sind Gottesfeinde." - das war der Grund für die Ermordung dieser einfachen Arbeiter. Am 7. Dezember 2004 wurden fünf junge Betonarbeiter der Bahzani- Gemeinde von Extrem-Islamisten westlich von Mosul ermordet. Sie hießen Zuhair Qaiser, Mithaq Salim, Aliyas Majun, Wisam Chicho, und Hakim Khalo. Hakim war gerade 17 Jahre alt, der einzige Sohn einer Mutter, die schon in den letzten zwei Jahren ihren Mann und den ältesten Sohn verloren hatte, und zwar aus dem gleichen Grund. Noch am selben Tag fand man die Leichen dreier anderer Yeziden im Stadtteil Wadi-Iga. Und am 8. Dezember 2004 wurden erneut fünf Leichen von Yeziden im Stadtteil Yarmuk gefunden. Die Mordserie geht weiter. Die Attentate gegen Yeziden beschränken sich nicht auf Mosul sondern finden auch direkt in den Wohngebieten der Yeziden, wie Singar und Sheikhan, statt. Arabische und kurdische Medien stellen die Gründe für diese Attentate jedoch falsch dar. Man behauptet konsequent, dass es sich bei den oft enthaupteten Leichen um "Unbekannte" handle, obwohl die Identität der Opfer immer bekannt war. Die Terroristen selbst haben die Identität ihrer Opfer verraten und sie gingen soweit, der Bevölkerung zu verbieten, die Toten ins Krankenhaus oder zum Friedhof zu bringen. Oft schreiten auch die Behörden nicht ein und schauen aus Angst lieber weg. Wenn es auch unglaublich scheint: es passiert, dass Leichen von Yeziden in Mosul tagelang auf der Straßen liegen bleiben. Unterstützung oder Schutz vor den Terroristen finden die Yeziden bei den kurdischen Behörden der KDP kaum, obwohl es einige Yeziden gibt, die hohe politische Ämter besitzen. Doch die Bevölkerung leidet unter den Schikanen der Behörden, die z.B. so aussehen, dass Yeziden in Scheikhan - natürlich "inoffiziell" - seit der Machtübernahme der KDP kein Eigentum mehr kaufen können. Selbst dem yezidischen Bürgermeister wurde es verunmöglicht, ein Haus in der Stadt zu kaufen. Das yezidische Dorf Dushivan in der Nähe von Sheikhan ist von einigen muslimischen Kurden der KDP seit dem Sturz des Ba'th- Regimes quasi beschlagnahmt. Ähnlich sieht die Situation in Singar aus, wo dieVerwandten eines ehemaligen Mitglieds des KDP- Politbüros mehrere Häuser beschlagnahmt haben. Mehr als 800 Wohngrundstücke wurden im letzten Jahr an Muslime in Singar verteilt. Und mehr als 750.000 US$ wurde von letzteren in der Stadt Singar in Immobilien investiert, wohl mit dem Ziel, die demografische Struktur der Stadt zu manipulieren. Und nicht zuletzt wurden bei der irakischen Wahl in der Provinz Mosul die Gebiete der Yeziden vernachlässigt. Die Minderheiten in Mosul - Christen, Yeziden und Shabak - wurden an der Wahlbeteiligung behindert indem man keine Wahllokale und -dokumente zur Verfügung stellte. Auch das ist eine Art, Minderheiten zum Schweigen zu bringen: Man bietet ihnen bei Wahlen keine Möglichkeit, ihre VertreterInnen für das Parlament selbst zu wählen [3] Mirza Dinnayi ist Direktor des Qendil-Verlag & Info-Zentrums. Der Koordinator der "Yezidi Democratic Community" in Deutschland lebt und studiert in Jena und ist Mitautor des Sammelbandes "Irak. Von der Republik der Angst zur bürgerlichen Demokratie?" (Freiburg 2004). --------------------------------------------------------------------------- [1] Yeziden sind Angehörige einer der ältesten Religionsgemeinschaften Mesopotamiens, die heute hauptsächlich in den Provinzen Mosul, Sinjar und Sheikhan Regionen wohnen, wo sie etwa eine Halbe Million Menschen ausmachen. Außerhalb des Irak leben Yeziden heute in der Türkei, Syrien, Armenien und Georgien. Diese Religion unterscheidet sich von anderen monotheistischen Religionen durch ihre Philosophie und ihre eigenartige Gesellschaftskasten. Im Laufe der Jahrhunderte erlitten Yezidi etwa 70 Pogrome und zig-tausende wurden unter dem Vorwurf, sie seien sogenannte "Teufelsanbeter", zwangsislamisiert. Unter der Ba´th-Diktatur folgten Wellen von Zwangsarabisierungen. Einen ausführlicheren Beitrag des Autors, "Die Verfolgung der "Teufelsanbeter". Yezidi zwischen ba'thistischer Repression und sunnitischem Islamismus", findet sich im Sammelband: "Irak. Von der Republik der Angst zur bürgerlichen Demokratie?", Kreutzer/Schmidinger (Hrsg.), Freiburg 2004, S. 197. [2] Folgende Quellen wurden verwendet: Qendil-eZeitung: www.qendil.net (Archiv-Ausgaben von 2004) Homepage: www.bahzani.de, sowie www.bahzani.org (Archiv-Ausgaben von August- Dezember 2004) Homepage: www.ezidi-affairs.com (Archiv) Homepage: www.rezgar.com (Unterschriftenkampagne gegen Wasser- Vergiftung in Khanik und Unterschriftenkampagne gegen die Möder von Christen, Yeziden und andere Minderheiten im Irak, Archiv 2004) Kurdische Zeitung Hawlati (Archiv: März 2004) Homepage: www.kurdishmedia.com ( März 2004) Pressemitteilungen Yezidischer Kulturzentren der Provinz Mosul, v.a. Yezidischer Verband in Bahzani und Singal Kulturzentrum ( September-Dezember 2004) [3] Und was die neue Regierungbildung betrifft, so musste der einzige yezidische Minister der Übergangsregierung, Dr. Mamou Othman, sein Amt aufgrund der ewigen Rivalitäten zwischen den beiden großen kurdischen Parteien KDP und PUK aufgeben. Diese waren unfähig, sich auf einen unabhängigen Yeziden zu einigen - der eine sei zu "PUK-nahe", der andere zu "KDP-nahe". Wenn Präsident Talabani bei seiner Antrittsrede im April 2005 - erstmalig in der Geschichte des Irak - die Bedeutung von Minderheitenrechten betonte und sich dabei auch ausdrücklich auf Yeziden bezog, so ist das zuerst zu begrüßen und anzuerkennen. Leider sind den Worten in den Bereichen Wirtschaftsförderung, Aufbau und Politik noch keine Taten gefolgt. ------------- In der Printversion von Context XXI ist leider die Fußnote 3 entschwunden, wir entschuldigen uns beim Autor! [die Red.] ------------ WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit e-mail: wadi.wien at gmx.at Tel.: 0699-11365509 Spendenkonto in Österreich: Kontonummer 07.405.301 Evangelische Kreditgenossenschaft eG BLZ 31800 IBAN: AT10 3180 0000 0740 5301 BIC: EVKRATW1 Website mit weiteren Informationen zu Projekten von Wadi und Veranstaltungshinweisen: www.wadinet.at ================================================== 32 Agency-News of Venezuela "venezuela-info.net" ================================================== ----------------------------------------------------------- POLITICS ----------------------------------------------------------- Venezuela`s Chavez Plans Bank of Developing Countries (Update1) June 9 (Bloomberg) -- Venezuelan President Hugo Chavez will propose the creation of a multilateral bank of developing countries at the Group of 77 summit next week. Chavez will call on developing countries to form the Banco del Sur as an alternative to the International Monetary Fund, Deputy Foreign Minister William Izarra said, according to a report on the state Bolivarian news agency web site. Venezuela seeks to use the bank to unify developing countries and fund projects without depending on existing multilateral banks, Izarra said, according to the news agency. The Group of 77, an association of developing nations, plans to meet in Qatar from June 14 through June 16. ----------------------------------------------------------- Venezuela threatens US with court over Cuban exile CARACAS, Venezuela, June 12 (Reuters) - Venezuela will take the United States to an international court if it does not extradite a Cuban exile sought by Caracas for blowing up a Cuban airliner in 1976, President Hugo Chavez said on Sunday. In a television broadcast, Chavez said U.S. authorities had no excuse not to grant the extradition of Luis Posada Carriles, a naturalized Venezuelan and ex-CIA collaborator who escaped from a Venezuelan prison in 1985. Posada, 77, who was arrested in Miami last month, is due to appear before a U.S. judge in El Paso, Texas, on Monday to face charges he entered the United States illegally. Posada is accused by Venezuela and Cuba of masterminding the 1976 bombing of the Cuban airliner that killed 73 people. He denies any involvement in the attack and was initially acquitted by a Venezuelan military court in the early 1980s. Chavez said if Washington did not send Posada to Venezuela for trial, `then we`ll have to go to an international court and accuse the United States of violating democratic charters, human rights charters, United Nations and Organization of American States charters, all kinds of charters.` Chavez did not specify which court he would go to if the United States does not return Posada. The case has strained already tense relations between Venezuela, the world`s No. 5 oil exporter, and its biggest oil client, the United States. Both Chavez and Cuban President Fidel Castro have used it to fiercely criticize U.S. President George W. Bush`s administration. Chavez, an outspoken nationalist, repeated a warning that U.S.-Venezuelan ties could be damaged if Posada`s extradition was not granted. `We would immediately put our relations with this (Bush`s) government under a full and severe revision,` he said. The Posada case has placed Bush`s administration in a difficult position as it tries to balance its support among the politically powerful anti-Castro Cuban-American community with its global campaign against terrorism. Foreign Minister Ali Rodriguez said earlier this month Venezuela does not intend to break ties with Washington. `We`re not going to invade the United States,` Chavez joked on Sunday, adding he would carefully weigh any decision. Venezuela on Friday handed over additional evidence against Posada to back its request he be held for extradition. ----------------------------------------------------------- Venezuela Chavez`s Support Declined to 67 Percent in April June 6 (Bloomberg) -- Venezuelan President Hugo Chavez`s approval rating fell by 4 percentage points in April from February, polling company Datanalisis said. The percentage of Venezuelan`s giving Chavez a positive rating dropped to 67 percent in April from 71 percent in February, Datanalisis analyst Luis Vicente Leon said in a telephone interview. Datanalisis surveyed 1,300 Venezuelans for the poll, which had a margin of error of 2.71 percent, from April 8 to April 15. ----------------------------------------------------------- ECONOMY ----------------------------------------------------------- Venezuela`s Chavez Says Cement Companies Have to Reduce Prices June 12 (Bloomberg) -- Venezuelan President Hugo Chavez said the country`s cement producers have to reduce prices further, or he will freeze government purchases and buy cement from abroad. Venezuelan cement prices are among the highest in the world and need to come down, Chavez said today in his weekly television broadcast. ``Cement companies have to reduce their prices more,`` Chavez said. ``If they don`t, we won`t buy from them. We`ll import until our new cement company starts production.`` Chavez threatened in May to set cement prices unless companies reduced what they charge. That led Cemex SA last week to offer to sell 1 million tons of cement at a 16.3 percent discount to the government to support a public housing program. Venezuela plans to build a $600 million cement plant in the Guayana region of the country, Chavez said. The plant would make cement for domestic consumption. Monterey, Mexico-based Cemex is the world`s third largest cement company. Its Venezuelan unit is the South American country`s largest cement producer. ----------------------------------------------------------- Venezuela Says Oil Companies May Owe $3 Bln in Taxes June 8 (Bloomberg) -- Venezuela, the world`s fifth-largest oil exporter, said international oil companies operating in the country may owe more than $3 billion in back income taxes. Tax Superindendant Jose Vielma said at a press conference today in Caracas that a preliminary audit of the first three private companies running fields for state oil company, Petroleos de Venezuela SA, showed they owed about 617 billion bolivars ($287 million). Nineteen companies remain to be audited, said Vielma, who declined to name the first three. The overall tax bill from the 22 companies ``could be higher than $3 billion,`` Vielma said. Petroleos de Venezuela has 32 fields managed by private oil companies which are paid a per- barrel fee. Private companies operating in the country, including Chevron Corp., Royal Dutch/Shell Group and ConocoPhillips, must put their operations in order if they expect to stay in the country, Energy and Oil Minister Rafael Ramirez said on May 25. He put their income-tax bill at $3 billion. Venezuelan President Hugo Chavez raised the income-tax rate on the companies in April to 50 percent from 34 percent. The increase is being collected retroactively to 2001. The government will also send a draft of revisions to the income-tax code to congress during the next 15 days, Vielma said. The finance ministry is analyzing a series of changes, including lowering the value-added tax rate and an imposition of a wealth tax, to the tax code to see their economic impact, he said. ``The proposals may be sent in a package, or they could be sent one by one,`` Vielma said. ``The income tax is the priority.`` He gave no timetable for when the changes would be effective. No changes to a banking-transactions tax, which is due to expire on Dec. 31, have been proposed, he said. ----------------------------------------------------------- A Service of www.venezuela-info.net ================================================== 33 Iraner sind der Meinung, die amerikanische Präsenz erhöhe die Chancen auf Freiheit "wadi wien" ================================================== News Release Friday 10 June 2005, 0:27 GMT Friday 10 June 2005 POLITICS Iran Institute for Democracy Iraner sind der Meinung, die amerikanische Präsenz erhöhe die Chancen auf Freiheit WASHINGTON, June 10 /PRNewswire/ -- - Die Ergebnisse einer historischen Umfrage zeigen, dass die Mehrheit der Iraner beunruhigt wäre, falls das Regime Massenvernichtungswaffen entwickeln würde. Eine kürzlich durch die Tarrance Group durchgeführte Meinungsumfrage bei iranischen Staatsbürgern kam zum überraschenden Ergebnis, dass die grosse Mehrheit (74 %) der Iraner der Meinung ist, dass die amerikanische Präsenz im Mittleren Osten die Chancen auf einen eigenen demokratischen Staat erhöhe. Die erste Umfrage dieser Art kam ferner zu dem Schluss, dass zwei Drittel der Iraner glauben, der Regimewechsel hätte auch positive Aspekte für die beiden Nachbarstaaten: 66 % glauben, der Regimewechsel diene den nationalen Interessen des Irans und 65 % glauben, er wäre auf lange Sicht für die iranische Bevölkerung von Vorteil. Die Umfrage war vom Iran Institute for Democracy in Auftrag gegeben worden und folgerte, dass eine gute Mehrheit (65 %) der Erwachsenen im Iran der Meinung sind, dass fundamentale Veränderungen im iranischen Regierungssystem und speziell bei der Verfassung unumgänglich seien, um Freiheit und andere vorteilhafte Interessen in ihr Heimatland zu bringen. Berichte über eine breite Unzufriedenheit mit dem gegenwärtigen Regime wurden bestätigt. Drei Viertel der Iraner (73%) unterstützen den Aufruf nach einem nationalen Referendum, das den Iranern die Chance geben soll, ein Regierungssystem ihrer eigenen Wahl zu wählen. Bemerkenswert ist auch, dass fast alle Iraner gegen die Versuche der Regierung sind, die Iraner im Ausland von den politischen und ökonomischen Vorgängen im Iran auszuschliessen. 84 % sind der Meinung, dass die Iraner im Ausland ebenfalls am Aufbau der politischen und ökonomischen Zukunft ihres Heimatlandes beteiligt sein sollten. Präsidenschaftwahlen: Bezüglich der kommenden Präsidenschaftwahlen sagten rund vier von fünf Iranern (79 %), dass die kommenden Wahlen nicht stattfinden sollten, ausser sie seien frei, fair und transparent. Damit setzten sie ein Zeichen für die gegenwärtige Regierung. 70 % aller Iraner denken, dass der Rest der Welt die Wahlvorgänge am 17. Juni genau beobachten wird. Dabei ist bemerkenswert, dass 57 % der Bevölkerung bereit wären, einen Wahlboykott zu unterstützen, falls die Voraussetzungen für freie, faire und transparente Wahlen nicht gegeben sind. Das Desinteresse für die derzeitigen Kandidaten ist offensichtlich, da nur 39 % der Erwachsenen sich für einen Kandidaten entscheiden konnten, der ihre Ansichten vertreten würde. Dabei führt Hashemi Rafsanjani mit nur 32 % bei den Wahlberechtigten, die sich für einen Kandidaten entscheiden würden. Folglich wird Herr Rafsanjani von nur gerade 13 % aller Iraner unterstützt, falls man diejenigen mit einberechnet, die sich für keinen akzeptablen Kandidaten entscheiden konnten. Darüber hinaus schätzen 42 % aller Befragten, dass Herr Rafsanjani die Wahlen gewinnen wird. Dies scheint also nahe zu legen, dass ein vorbestimmter Wahlausgang erwartet wird. Atomwaffen: Auf die Atomwaffenfrage antwortete die Mehrheit der Befragten im Iran (60 %), dass die Sorgen der Weltbevölkerung, dass sich Terroristen Massenvernichtungswaffen beschaffen könnten, zurecht bestehen. 42 % sagten ferner, dass sie äusserst besorgt und beunruhigt wären, falls sich die islamische Republik Zugang zu Atomwaffen verschaffen könnte. Nur 37 % meinten, dass sie das nicht weiter stören würde. Methodik Die Umfrage wurde vom Iran Institute for Democracy in Auftrag gegeben und mit N=758 mindestens 16 Jahre alten Erwachsenen (Wahlberechtigte) im Iran durchgeführt. Sie fand vom 26. Mai bis 4. Juni 2005 statt. Umfragestruktur, Fragebogen und Datenverarbeitung wurden durch die Tarrance Group übernommen. Random Digit Dialing (RDD) wurde zur Umfrageerstellung benutzt und die Telefoninterviews wurden von einem Call Center in den USA in persischer Sprache durchgeführt. Der Fehlerbereich betrug bei dieser Umfrage +/- 3,6 % bei einer statistischen Sicherheit von 95 %. Im Durchschnitt betrug die Länge einer Befragung 24,6 Minuten. Distributed by PR Newswire on behalf of Iran Institute for Democracy -- WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit e-mail: wadi.wien at gmx.at Tel.: 0699-11365509 Spendenkonto in Österreich: Kontonummer 07.405.301 Evangelische Kreditgenossenschaft eG BLZ 31800 IBAN: AT10 3180 0000 0740 5301 BIC: EVKRATW1 Website mit weiteren Informationen zu Projekten von Wadi und Veranstaltungshinweisen: www.wadinet.at ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< LINKS / VERWEISE / HINWEISE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 34 Pressemitteilung iz3w 286 - Kriminalliteratur aus dem Süden "Oeffentlichkeitsarbeit iz3w-freiburg" ================================================== Wir möchten Sie auf das Erscheinen der aktuellen Ausgabe Nr. 286 der nord-süd-politischen Zeitschrift iz3w aufmerksam machen. Die Zeitschrift kann für Euro 4.- plus Porto beim Informationszentrum 3. Welt (iz3w) bezogen werden. iz3w Nr. 286 (Juli/August 2005) Themenschwerpunkt: Im Schatten der Aufklärung - Kriminalliteratur aus dem Süden Derzeit scheint der Krimi von China bis Angola und von Brasilien bis Algerien einen Boom zu erleben. Fast überall werden Krimis verfasst, auch wenn die Buchmärkte in vielen Ländern häufig sehr klein sind. Und auch der hiesige Markt scheint die "Dritte Welt" entdeckt zu haben, wählen doch immer mehr westliche AutorInnen Länder des Südens als Schauplatz ihrer Kriminalgeschichten. Warum aber die "Dritte Welt"? Helfen die exotischen Schauplätze, eine sich einschleichende Ermüdung am Genre Krimi zu vertreiben? Wirken die Geschichten im spannenden Süden authentischer als im "satten" Norden? Es stellen sich noch eine ganze Reihe mehr Fragen. In einem sind sich die AutorInnen unseres Schwerpunktes jedenfalls einig: Der Süd-Krimi hat ein besonderes (gesellschafts-)kritisches Potential. Themen im Schwerpunkt: Im Zeichen der Aufklärung - Kriminalliteratur aus der "Dritten Welt" als Gesellschaftsanalyse + Polizeiwillkür und Menschenhandel im afrikanischen Krimi + Der algerische Kriminalroman vom Propagandainstrument zur kritischen Instanz + Der kubanische Kriminalroman vom Erziehungsbuch zur Gesellschaftsanalyse + Interviews mit dem angolanischen Krimi- Autor Pepetela, dem algerischen Autor Yasmina Khadra und dem Kubaner Paco Ignacio Taibo II Weitere Themen im Heft: Politik und Ökonomie: Ekuador: Eine weitere orangene Revolution? + Togo: Papa und seine Förderer + Somalia: Die neue Exilregierung sucht nach dem Frieden + Interview mit Jacques Ingabire über die Beteiligung Ruandas am Coltanhandel + Eine Neue Ära in Algerien + Russland: Die Nationalbolschewistische Partei auf dem Weg zur Macht Kultur und Debatte: Film: Das freiburger film forum zwischen Projektion und Präsentation + Film und Literatur: Lebenswege zwischen Namibia und Deutschland + Deutscher Kolonialismus: Die Macht des Bildes + Dokumentation: Ein "afrikanisches Dorf " im Augsburger Zoo Weitere Informationen zum aktuellen Heft finden Sie unter: www.iz3w.org/iz3w/index.htm iz3w - Verlag und Redaktion Tel: 0761/74003 Fax: 0761/709866 Postfach 5328 E-mail: info at iz3w.org 79020 Freiburg Internet: www.iz3w.org ================================================== 35 Venezuela - Politics "venezuela-info.net" ================================================== News about Venezuela: Politics & Economics -------------------------------------------------------------- What´s Next in Venezuela? Chavez Gets Proactive http://www.counterpunch.org/sustar05282005.html -------------------------------------------------------------- Venezuela´s Agrarian Land Reform: More like Lincoln than Lenin Land Reform is the traditional third rail of left-of-center governments and social reform movements. http://www.venezuelanalysis.com/articles.php?artno84 -------------------------------------------------------------- US workers study Venezuela's revolution International delegations visiting Venezuela for the Third Gathering in Solidarity with the Bolivarian Revolution on April 13-17 had a chance to see firsthand how the working people are participating in the transformation of this country. http://www.anncol.org/side/1318 -------------------------------------------------------------- Venezuela Launches Hemispheric ´Anti-Hegemonic´ Media * Telesur, a new network scheduled to cover news throughout South America, is the latest player in Chávez's war against opposition media. * Opposition TV stations resort to unprofessional behavior. * Will Telesur be objective or doomed to be used as a government propaganda channel? * Before knocking it, prospective critics should watch to see how Telesur´s operations unfold. http://www.venezuelanalysis.com/articles.php?artno32 -------------------------------------------------------------- Latin America in revolt: Continent defies USA For over two decades the US has forced neoliberalism - and its accompanying poverty and despair - down Third World throats in order to make the world better for US business. To many, the spreading US economic empire, backed by the point of a gun and a loan, has seemed unassailable. But now, unable to defeat a rag- tag bunch of Iraqi militias, and rapidly losing allies in Latin America, the empire is not looking so strong. http://www.greenleft.org.au/back/2005/624/624p24.htm -------------------------------------------------------------- Venezuelan Media Venezuela´s Communications and Information Minister Andres Izarra, dismissed accusations made in The Washington Post newspaper, about the persecution of journalists and censorship of the press by the Venezuelan government. http://www.zmag.org/content/showarticle.cfm?SectionID &ItemIDw18 -------------------------------------------------------------- Venezuela´s Chavez consolidates his power, as Opposition weakens President Hugo Chavez is governing Venezuela today virtually without any effective, united opposition, as shown by the third anniversary of the events of April 11-14, 2002, when massive opposition protests preceded a short-lived civil-military coup d´etat, and huge groups of Chavez supporters and loyal troops reinstated the President. http://www.venezuelanalysis.com/articles.php?artno25 -------------------------------------------------------------- service provided by www.venezuela-info.net ================================================== 36 Venezuela-Newsletter "venezuela-info.net" ================================================== Alle Artikel finden Sie gesammelt auf http://www.venezuela- info.net ----------------------------------------------------------- FILMFESTIVAL ----------------------------------------------------------- Mit offenen Augen - Filme aus Lateinamerika 10. bis 14. Juni 2005 Cinemagic `Der Blick auf die Wirklichkeit, um sie zu begreifen, zu kritisieren und verändern` (Fernando Birri) http://www.venezuela-info.net/article.php?id702&rid=0 ----------------------------------------------------------- GESCHICHTE ----------------------------------------------------------- Rede von Hugo Chávez Frías, gehalten am 14.12.1994 Gehalten in der Universität Havanna - Einleitung, Nachsatz und Übersetzung von Erich Wartecker http://www.venezuela-info.net/article.php?id701&rid!1 ----------------------------------------------------------- Politik ----------------------------------------------------------- An den Grenzen der Demokratie Während Venezuela die Privatisierung des Erdöls rückgängig macht, fordert die US-Außenministerin eine Intervention http://www.heise.de/tp/r4/artikel/20/20267/1.html ----------------------------------------------------------- Zeit für einen weiteren `Regimewechsel`? Wie AP berichtete, hat der Präsident Venezuelas, Hugo Chávez, bei einem Besuch in Kuba gesagt, er werde die USA erst wieder besuchen, wenn dessen Bürger ihr Land `befreit` hätten. http://www.freace.de/artikel/200504/300405a.html ----------------------------------------------------------- Lateinamerika muss sich vereinigen Venezuelas Außenminister Alí Rodríguez: Integration ist Schlüssel zur Armutsbekämpfung http://www.nd-online.de/artikel.asp?AIDp726&IDC=2 ----------------------------------------------------------- »Wir folgen den Träumen unserer Befreier« Gespräch * Mit Alí Rodríguez Araque. Über die Aggressivität der USA, wie Venezuela damit umgeht und wie es um Che Guevaras Traum von einem einigen Südamerika steht http://www.jungewelt.de/2005/04-16/026.php ----------------------------------------------------------- `Hurricane Hugo` fordert Bush heraus Venezuelas Präsident Hugo Chávez will Südamerikas Öl als politische Waffe gegen die USA einsetzen. Washington ist nervös http://www.wams.de/data/2005/05/22/721613.html ----------------------------------------------------------- Venezuela brüskiert ausländische Ölförderer Venezuelas linksnationalistische Regierung will ausländische Ölfirmen stärker kontrollieren und von ihnen höhere Abgaben verlangen. Ölminister Rafael Ramírez sagte, es handele sich um `eine Auseinandersetzung, die uns in Konfrontation mit den multinationalen Interessen und ihren Helfern bringt`. http://www.ftd.de/pw/in/7542.html ----------------------------------------------------------- ----------------------------------------------------------- Ein Service von www.venezuela-info.net Sie wollen den Newsletter von venezuela-info.net abbestellen? 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Die sozialdemokratischen Abgeordneten wollen nicht nur wissen, warum Opfer des § 209 nicht begnadigt werden, die § 209-Urteile nicht aufgehoben und keine Entschädigungen geleistet werden, sondern auch wie viele § 209-Urteile noch im Strafregister österreichweit vorgemerkt sind, bei wie vielen § 209-Urteilen noch Probezeiten offen sind und warum die § 209-Polizeiakten nicht vernichtet werden. Gefragt wird auch wie die Vollzugspraxis der § 209-Ersatzbestimmung, § 207b StGB, im 2. Halbjahr 2004 ausgesehen hat. Die Justizministerin muß bis Anfang August antworten. Die Anfragen im Wortlaut: http://www.parlament.gv.at/portal/page?_pageid=908,930022&_dad=portal&_schema=PORTAL http://www.parlament.gv.at/portal/page?_pageid=908,930025&_dad=portal&_schema=PORTAL http://www.parlament.gv.at/portal/page?_pageid=908,930028&_dad=portal&_schema=PORTAL ================================================== 39 Tax Breaks for Rich Murderers Edgar Ernstbrunner ================================================== Tax Breaks for Rich Murderers (www.lrb.co.uk/v27/n11/) -------------------------------------------- David Runciman »Death by a Thousand Cuts: The Fight over Taxing Inherited Wealth« by Michael Graetz and Ian Shapiro · Princeton, 392 pp, US $29.95 The politics of taxation can sometimes be gripping for a nation's citizens, but not often: the arguments tend to be too technical when they are true, and too obviously bogus when they are false, to sustain public interest for long. By extension, the politics of another country's tax system is unlikely to be of much interest to anyone with any sort of normal life. Listening to the ins and outs of other people's fiscal battles can be like listening to other people's dreams: interminable and almost completely unreal. »Death by a Thousand Cuts« is something different. It tells the story of the campaign to repeal the estate tax (what we would call inheritance tax) in the United States, which culminated in the inclusion of the measure in George Bush's massive tax-cutting legislation of 2001. Don't let that put you off. This is one of the most interesting books about politics, and power, and the way the world is going, that you are ever likely to read. What makes it so fascinating is that it is a mystery story. The mystery is this: how did the repeal of a tax that applies only to the richest 2 per cent of American families become a cause so popular and so powerful that it steamrollered all the opposition placed in its way? The estate tax was the most progressive part of the American tax system, because it rested on the principle that the wealthy few, if they were not willing to bequeath their money to charity, should not be permitted to pass it all directly to their heirs. It had been on the statute book for nearly a hundred years, and throughout that time it had been generally assumed that there was widespread support for the idea that unearned wealth passed between the generations, creating pockets of aristocratic privilege, was not part of the American dream. Because it was a tax that so obviously took from the relatively few to relieve the burden on the very many, there seemed no possibility that a sufficiently large or durable coalition of interests could ever be formed to get rid of it. Yet during the 1990s just such a coalition came into being, and not only did it hold together, it grew to the point where the clamour for estate tax repeal seemed irresistible. What Graetz and Shapiro want to know is how the architects of repeal got so many different people on board. How they stopped them falling out among themselves, once it became clear that they could not possibly have the same interests in common. And why the hell the Democratic Party didn't do more to stop them. The repeal lobby built its campaign around two forms of politics, one all too familiar, the other daringly new. The familiar tactic was to play on the sense many people have that the rich are not after all so different from the rest, if only because they hope one day to become rich themselves. A poll conducted by Time/CNN on the estate tax issue in 2000 revealed that 39 per cent of Americans believe that they are either in the wealthiest 1 per cent or will be there 'soon'. Armed with this sort of polling evidence, the pro-repeal activists spread their net as wide as possible in looking for individuals who felt that the estate tax was going to be picking on them before too long. But as well as preying on people's naive hopes and fears, the case for ending the taxation of inherited wealth also rested on a more surprising claim: that the estate tax was, however you looked at it, simply 'unfair'. Whether or not the tax was likely to apply to you, the argument went, it should be obvious on basic grounds of equity that it shouldn't apply to anyone. As Graetz and Shapiro point out, the politics of taxation in the United States has traditionally relied on a relatively straightforward choice. Policies that allow individuals to hold onto their money and do with it what they like may be economically efficient, but they are not particularly fair: many people will end up with less than they need and perhaps than they deserve. Progressive taxes, which are more equitable, are nevertheless not so efficient at generating future wealth. You can't have it both ways. But both ways was exactly how the opponents of the estate tax did have it. As well as attacking the tax on the grounds that it stifled wealth creation, they also attacked it on the grounds that it was unjust in principle. This brazen - and from the outside baffling - proposition rested on three elements, which taken together turned the traditional logic of tax politics on its head. The first step in portraying the estate tax as inherently unfair was to make it sound utterly callous. This was achieved by the simple expedient of rechristening it the 'death tax'. The champions of repeal worked tirelessly to ensure that no politician or political commentator sympathetic to their cause ever called the estate tax by its proper, relatively neutral name. The result was that, when the subject came up in one of the 2000 presidential debates, even Al Gore was forced to refer to it as the 'estate or death tax', so that his audience could be sure what he was talking about. Renaming it served two purposes. First, it conjured up the image of a ghoulish IRS hovering over deathbeds across the country, waiting to pounce on families when they were at their most vulnerable ('You shouldn't have to visit the undertaker and the taxman on the same day,' ran one of the slogans). Second, it made it sound as though the estate tax was primarily a burden on individuals seeking to pass on their wealth at the end of their lives, rather than a charge on those who planned to inherit it. This was crucial: it shifted attention away from the idea that unearned wealth should be subject to certain penalties, and towards the idea that the hard-working people who had earned the money in the first place were being penalised for their thrift and determination. It also focused attention on the stories that the enemies of the tax wanted heard: of family farms and businesses built up over the years and then suddenly dismantled because the demise of their founders left their heirs subject to a large cash charge on non- liquid assets. Never mind that the most obvious remedy for injustices of this kind was simply to raise the exemption levels (from $650,000 for individuals and $1.3 million for couples) rather than to abolish a tax whose revenue derived mostly from publicly traded securities and other liquid assets, and whose main burden fell on the richest 0.1 per cent of American society. The opponents of the estate tax weren't interested in the facts: they wanted to strike a chord, and they succeeded. They also wanted to make sure their stance came across as a matter of principle, not just another piece of political horse- trading. As Grover Norquist, the godfather of the American anti- tax movement, puts it, 'you shouldn't be double-taxed when you die. That's principle. Well, taxes shouldn't be quite so high when you die; that's special pleading. The American people like principled arguments. They do not like special pleading.' This, at least, is the polite version of the argument. In an exchange on National Public Radio, the transcript of which is included in this book and is practically worth the price of admission on its own, Norquist went a stage further: I think it speaks very much to the health of the nation that 70- plus per cent of Americans want to abolish the death tax, because they see it as fundamentally unjust. The argument that some who play the politics of hate and envy and class division will say, 'Yes, well, that's only 2 per cent,' or, as people get richer, 5 per cent in the near future of Americans likely to have to pay that tax. I mean, that's the morality of the Holocaust. 'Well, it's only a small percentage,' you know. 'I mean, it's not you, it's somebody else.' After a bit more of this, Norquist's interviewer, Terry Gross, feels compelled to intervene: 'Excuse me. Excuse me one second. Did you just . . . compare the estate tax with the Holocaust?' Norquist starts to backtrack, but he doesn't get very far: No, the morality that says it's OK to do something to a group because they're a small percentage of the population is the morality that says the Holocaust is OK because they didn't target everybody, just a small percentage . . . And arguing that it's OK to loot some group . . . or kill some group because it's them and because it's a small number, that has no place in a democratic society that treats people equally . . . When South Africa divided people by race, that was wrong. When East Germany divided them by income and class, that was wrong. East Germany was not an improvement over South Africa. You might expect this to have been the point at which the repeal movement started to fall apart, given that the pro-repeal lobbyists were trying to recruit support from all areas of American society, not just the lunatic fringe. But Norquist was simply articulating, somewhat melodramatically, a line of argument that was crucial in extending the appeal of his campaign: the idea that the estate tax was not just 'double taxation' - taxing wealth once when it is earned and again when it is inherited - but also 'double discrimination'. Polling evidence found that the estate tax was especially unpopular among certain relatively disadvantaged minorities, including blacks and gays, because it could be portrayed as persecuting individuals who had already had to overcome discrimination and prejudice in order to accumulate their wealth. One of the most prominent supporters of estate tax repeal was the African- American billionaire Bob Johnson, who ran a series of newspaper ads that portrayed the tax as an attack on 'the entire black community': Unlike most white Americans, many African Americans who accumulated wealth did so facing race discrimination in education, employment, access to capital, and equal access to government resources. In many cases, race discrimination was supported by governmental policies and failure to enforce equal rights law. It is unfair and unjust for the government through the estate tax to seize a portion of the estate of the individuals it failed to provide equal opportunity. The same sort of argument was tried out, with startling success, on gay and lesbian voters in the 2000 presidential election. Once the estate tax had been depicted as a form of 'discrimination', and voters reminded that successful gay and lesbian couples were already discriminated against by not being free to take advantage of marital tax deductions, polls discovered that 82 per cent of gays and lesbians were in favour of estate tax repeal, even though the vast majority were also supporters of Al Gore. The only way this strategy could work, of course, was for the estate tax to be viewed in complete isolation from any wider questions of social solidarity between the wealthy few and the disadvantaged many, within and across various minorities. Thus the final tactic adopted by the advocates of repeal was to insist that the estate tax was a one-off 'injustice', quite different from any of the more traditional questions of just distribution that might crop up when considering the tax burden as a whole. Making estate tax repeal an all-or-nothing issue was a way not only of turning it into a matter of principle, but also of separating it out from the complex negotiations that underpin tax politics more generally. Norquist likes to view all government taxes as wicked per se; but he has also come to understand that the best way to get rid of them is to treat them separately, as discrete instances of injustice. This approach was made easier by the readiness of the media and many politicians to focus on individual stories of hardship, and to ignore anything more complicated. Nevertheless, it had its inevitable limits when it came to the extremely messy business of drafting the legislation that would formally abolish the estate tax. The final package of measures that George Bush got through Congress in 2001 totalled $1.35 trillion of tax cuts, of which the repeal of the estate tax contributed only about a tenth. The compromises needed to get the bill passed meant that the estate tax could only be wound down in stages, with final repeal coming into effect in 2010. Moreover, the bill as a whole included a sunset clause, which requires all its measures to be revoked in 2011. So although the enemies of the estate tax got what they wanted in 2001 - a law that kills it - the way they achieved this meant that the tax would only be off the statute books for a solitary year at the end of the decade, after which the whole issue could be up for grabs again. This raises Graetz and Shapiro's second question. Even though estate tax repeal was presented to the public as a principled struggle for justice, in the end what had to be sold to the various interest groups who stood to benefit was a tricky gamble. By insisting on total repeal, but at the cost of having to accept a sunset clause, the opponents of the tax ruled out the alternative strategy of trying to get a permanent alteration to the exemption levels. The dangers of this approach soon became clear, once the budgetary surpluses inherited by the Bush administration disappeared, to be replaced by ever increasing deficits. When total estate tax repeal was agreed in 2001, the rosy fiscal position of the federal government made it look like an affordable experiment: were the question of total repeal to be reconsidered in 2011, after a decade of war and a deepening social security crisis, it might well appear an unaffordable indulgence. Why then didn't the many individuals who could have been just as effectively rescued from the tax by the exemption levels being raised argue for permanent reform rather than temporary repeal, leaving it as a burden on the super-rich elite only? After all, since the revenue derived by the tax was mainly paid by the super-rich anyway, there was an incentive on both sides to reach a deal of this kind, leaving the tax in place while drawing the sting of its popular opponents. The answer to this question is the most old-fashioned one of all: money. For the super-rich, the gamble of seeking a repeal of the tax rather than a readjustment of the exemption levels made sense, since they had everything to gain, and very little to lose if the plan backfired (as one of them put it, it would take exemption levels of at least $50 million to get the seriously wealthy interested, and perhaps not even then). But for the merely well-off, the danger of the repeal being overturned and the tax returning at its old levels was a serious one. So the super-rich used the extra money at their disposal to push for their preferred option, by funding lobbyists and think- tanks, making campaign contributions, and paying for all the polls, surveys and other studies that made total repeal appear irresistible. It helped that there are now a lot more seriously wealthy individuals in America than ever before, including in the higher reaches of the insurance industry, which might otherwise have been expected to come out against repeal (insuring against the effects of the estate tax had been big business for the industry, yet that didn't stop its big businessmen, mindful of their own estates, from seeking to abolish it). But in the end, given the sums of money available, it did not need many champions of total repeal to tip the balance, once it was clear that a few were willing to pay for what they wanted. One aspect of the mystery remains, however. Not every member of the super-rich elite supported repeal. There were some who hated the idea, including William Gates Sr (father of Bill), Steven Rockefeller, George Soros and Warren Buffet. What is more, the Democratic Party was squarely against the proposal, and wanted to prevent it. Given that the alliance that had been formed to push repeal through was so obviously flaky, and vulnerable to the skilful exploitation of the differences between its members, why didn't the opposition do more to break it up? The answer is a mix of complacency, incompetence and ideological slippage. For the most part, the Democratic Party didn't believe that estate tax repeal was ever going to happen, because it was such an obviously minority interest. Once they woke up to the fact that the plan had wide popular support, they thought that it could easily be countered by pointing out that the tax applied only to the richest 2 per cent of Americans. This was a catastrophic error. It played into the hands of the champions of repeal, by making them sound principled, and their opponents whiny and self- interested (this is what Norquist was playing on in his Holocaust rant). Similarly, it didn't help trying to explain that 'double taxation' was nothing to get excited about, since it was so commonplace (the same individuals can be taxed on income, consumption, capital gains and so on). This made repeal of the estate tax sound exactly what its supporters wanted it to sound like: the first step in a war against the widespread duplicity of the tax system. By the time a few opponents of repeal started to make the case on more principled grounds, arguing that the estate tax was a crucial part of the American conception of giving everyone a fair chance in life, it was already too late. Graetz and Shapiro draw a blunt lesson from all this, designed to send a chill through the hearts of progressive politicians everywhere: 'In politics, when you're explaining, you're losing.' Part of the problem for the Democratic Party was that their enemies seemed to have all the best stories when it came to the estate tax: all those tales of hard-working families striving to make their way in the world, until the grim reaper conspires with the taxman to scatter their modest fortunes to the winds. But were there really no stories to throw back? Graetz and Shapiro suggest that a similar campaign could have been run by the opponents of repeal, highlighting a few of the many instances of wholly worthless individuals inheriting a large chunk of unearned wealth on no basis other than an accident of birth. It has to be said, however, that the way Graetz and Shapiro lay out this option is indicative more of the problems liberals have with confronting the dark arts of their opponents than it is of any likely solutions. They identify Paris Hilton and Nicole Richie, stars of »The Simple Life« (a TV show which sent the super-privileged pair out to encounter ordinary Americans and observe the hilarious results) as possible poster-children for the absurd injustice of inherited wealth, citing the New York Times verdict on the two as 'ditsy', 'ignorant' and 'pampered'. Unfortunately, this rather misses the point (as well as sounding impossibly po-faced), which is that these ditsy and ignorant girls are smart enough to have played on their image as undeserving fools to make themselves a stack of money. Paris Hilton, who has parlayed her inadvertent appearance in a homemade porn movie (the touchingly entitled »One Night in Paris«) into enough notoriety to make herself a successful global brand, was recently the subject of a profile in the selfsame New York Times, praising her business acumen. When Graetz and Shapiro try to ram home their point by mentioning a celebrated moment in the first series of »The Simple Life«, which saw Paris asking an Arkansas family, 'What is Wal-Mart? Is it, like, where they sell wall stuff?', they risk getting the response that po-faced liberals should dread most of all: can't you, like, get a _joke_. It would be better, surely, to adopt a strategy that Graetz and Shapiro rule out as much too extreme, which is to find some examples of well-known criminals who came into a stack of money, like Michael Skakel (the Kennedy cousin who was convicted of murdering Martha Moxley), and run with the slogan: 'Bush favours tax breaks for rich murderers.' They say, bafflingly, that 'the anti-repealers need not have mimicked Lee Atwater' (the mastermind behind the notorious Willie Horton ads which helped win George Bush Sr the presidency in 1988), when all the evidence in their book suggests that the defenders of the estate tax needed to use every weapon at their disposal. But they are certainly right when they suggest that the anti- repealers needed to find a better symbol for their campaign than the one they ended up with: the earnest, well-meaning and wholly inappropriate figure of Bill Gates Sr. It more or less defies belief that the many champions of the estate tax were happy to leave Gates to make the case against repeal, allowing their cause to be identified with a man who not only spoke for the wealthiest family on earth (which made it hard for him to claim that he spoke for ordinary Americans), but who was also in the unique position of having more or less acquired his privileged position in American society from his son, rather than the other way round. The only conclusion one can draw is that the other prominent opponents of repeal, like Warren Buffet and George Soros, just weren't that bothered about the matter. Certainly, the gravest disadvantage faced by the Democrats on this issue, as on so many others in recent years, was that they were not able to summon the energy, resolve or resources from among their supporters that the Republican Party seemed able to tap into almost at will. This, though, simply points to the deeper difficulty that Graetz and Shapiro identify. The Republicans made headway on the estate tax issue in the 1990s by the simple expedient of holding their ground, while the Democratic Party, under Bill Clinton, moved the goalposts their way. This book contains, at the end, a withering critique of Clinton's strategy of 'triangulation', which left his legacy (including those large budget surpluses) vulnerable to the cruder, but also far shrewder, tactics of anti-tax die-hards like Grover Norquist, who simply bided their time. As Graetz and Shapiro explain, there is a world of difference between triangulation and Norquist's calculating pragmatism. Norquist never considers compromises that threaten his strategic goals. Triangulation may be an effective tactic in isolation, but it becomes a disastrous long-term strategy whenever it is manifestly opportunistic - devoid of any clear moral purpose. Indeed, pursued for its own sake, triangulation undermines your strategic objectives if it does not displace them entirely. In the case of the estate tax, the consequence of a decade of triangulation was that when Bush came to push for his record tax cuts in 2001, even though he had come into office with less electoral legitimacy than any president in modern history, the Democrats found themselves fighting the battle entirely on Republican terms. In order to agree a position they felt they could defend, 'the same people who had previously advocated lowering the exemption to $200,000 in order to fund Medicare enhancements were now endorsing an increase in that tax threshold to as much as $5 million to forestall outright repeal.' The response of the forces of estate tax repeal was to suspect, with good reason, that if they refused to budge, their opponents would eventually crumble, which they did. Still, the battle to overturn the estate tax is not over yet. In order to forestall the dangers of the 2011 sunset contained in the original legislation, the issue was recently brought back to Congress, where the House of Representatives voted by 272 to 162 to make the repeal permanent. The matter now goes to the Senate, where a final compromise may be required in order to prevent a threatened Democratic filibuster. Nevertheless, the likely nature of that deal can be gauged from the fact that the Republicans are talking about minimum exemption levels of $10 million per person, on a flat rate of 15 per cent (the original tax had progressed to considerably higher rates for larger estates). But as Graetz and Shapiro point out, this argument is no longer just about the estate tax. The astonishing success of the champions of repeal, in pushing their agenda to the point where a compromise looks a lot like the very thing they were after, is a harbinger for the future. Campaigners like Norquist have never been interested only in the estate tax: they have larger targets in their sights, including the income tax itself. It may seem absurd to think that a mass democracy like the United States could be contemplating abolishing income tax, or even simply moving to a flat-rate system. But for a long time it seemed absurd that the estate tax could ever be permanently repealed. And now it is only a small step away. This is not simply a story about the United States. Many aspects of it are distinctively American - the power of the lobbyists, the astonishing reach of the think-tanks, the sheer amounts of money involved - but the moral of the tale is far wider than that. For example, unlike many of the other advances made by radical conservatism in the US, this is not a story in which religion plays much of a part. (Though it is true that by rechristening the estate tax the 'death tax', its enemies may have succeeded in tapping into the widespread sense that the dead are still with us, and have interests that need protecting.) Instead, this is a tale about the power of narrative in politics, and the increasing ease with which individual stories can be made the be-all and end-all of political debate. The new information technology, with its cascades of rumour and limitless outlets for personal histories, is more often than not the enemy of informed public discussion. In the face of an endless readiness on all sides to heed the unmediated voice of personal experience, it has become harder to sustain the bigger picture needed for any plausible defence of progressive politics. This shifts politics, inexorably, to the right. In Britain, during the recent election campaign, the battleground for this newly personalised form of politics was not tax, but defence, immigration, terrorism, security and crime, where all the arguments were played out on Tory territory. In due course, when the Tories recover their nerve and the state of the economy starts to place Gordon Brown's reputation under pressure, the argument will move on to tax. It is worth considering what then will be the price of the triangulations of the Blair years, the abandonment of principle, the remorseless pragmatism, the cynical disregard for constitutional proprieties. Too much attention has been focused in recent months on the legacy Blair is likely to leave for Brown, when what really matters is the legacy the Labour government leaves for the next Tory government (and the next party to govern Britain will be the Conservatives, unless the electoral system is changed). The example of the transition from the Clinton years to the Bush years is a salutary one. Clinton left an open door for his opponents to march through, by draining his supporters of their resolve, and hardening it among his enemies. He also acquiesced in the personalisation of politics, without finding a convincing narrative to counter the stories of injustice on which the Republican Party chose to feed. In the end, he made it too easy for them to undo his good work, and he destroyed the short-to-medium-term electoral prospects of his party in the process. Can anyone in Britain say with any confidence that Blair won't turn out to have done the same? ----------------------------------------- David Runciman (www.lrb.co.uk/contribhome.php?get=runc01), who teaches political theory at Cambridge, is the author of »Pluralism and the Personality of the State«. ================================================== 40 Ausschreibung >> World-Information City: Billboards Bangalore 2005 Martin Wassermair ================================================== |--- | AUSSCHREIBUNG |--- | Institut für Neue Kulturtechnologien/t0 |--- | http://www.netbase.org/ |--- | 13.06.2005 |--- |--- | World-Information City: Billboards Bangalore 2005 |--- |--- | World-Information City |--- "World-Information City" findet im November 2005 in Bangalore (IN) als erste außer-europäische Veranstaltung im Rahmen des von der EU unterstützten Kulturprojekts World-Information.Org statt. "World-Information City" untersucht Fragen wie: Welche Auswirkungen haben neue Informationstechnologien auf Gesellschaft, Alltag, Arbeit, Kultur und Politik? Wie verändern neue Medien unsere Vorstellungen von Urbanität? "World-Information City" ist ein gemeinschaftliches Projekt von zivilgesellschaftlichen Gruppen aus Europa und Südasien, das sich schwerpunktmäßig mit Fragen des geistigen Eigentums und Kulturen offener Netzwerke in Informationsgesellschaften beschäftigt. Im Dialog mit einer lebhaften Medienkultur und Informationslandschaft, die sich in den letzten Jahren in Südasien herausgebildet hat, bietet World-Information.Org in der indischen IT-Metropole ein dichtes Programm aus Ausstellung, Konferenz, Workshops und Projekten im öffentlichen Raum. http://world-information.org/bangalore |--- | Wettbewerb für Billboards im öffentlichen Raum |--- Gesucht werden künstlerische Entwürfe zur Gestaltung von großformatigen Billboards, die im November 2005 im Stadtraum von Bangalore die Themen der Veranstaltung "World-Information City" in den öffentlichen Raum transportieren (ev. auch Plakate, Sticker und dgl.) |--- | Themenstellung des Wettbewerbs |--- Was bedeuten verschärfte geistige Eigentumsgesetze für Öffentlichkeit, digitale Ökologie, Zugänglichkeit von Wissen, aber auch für die Zukunft von Städten? Mit einem sichtbaren Zeichen im Stadtbild soll das Bewusstsein für kulturelle, soziale und politische Problemstellungen gefördert werden. Über Interventionen im öffentlichen Raum von Bangalore sollen diese Themen einer breiten Öffentlichkeit näher gebracht werden. Weitere Anregungen: http://world-information.org/readme |--- | Einreichungen |--- Entwürfe können ausschließlich online und in englischer Sprache eingereicht werden (JPG, GIF, PNG): http://world-information.org/call/form Berücksichtigt werden können nur Einreichungen aus EU- Mitgliedsstaaten! |--- | Einreichschluss: 31. Juli 2005 |--- |--- | Jury |--- Konrad Becker, Netbase (Wien, A) Marina Grzinic, (Ljubljana, SLO) Lawrence Liang, Alternative Law Forum (Bangalore/IN) Paul Keller, Waag Society (Amsterdam/NL) Shuddhabaratha Sengupta, Sarai CSDS (Delhi/IN) Zwischen 10. und 20. November 2005 wird die ausgewählte Arbeit im öffentlichen Raum von Bangalore präsentiert. Produktionskosten für die Realisierung des Entwurfs sowie Reise- und Aufenthaltskosten (1 Woche) für eine Teilnahme an der Veranstaltung "World-Information City" werden übernommen. |--- | EU-India-ECCP-Programme | http://www.delind.cec.eu.int/en/eco/eccp.htm |--- |--- | Sarai CSDS | http://www.sarai.net/ |--- | Waag Society | http://www.waag.org/ |--- | The Alternative Law Forum | http://www.altlawforum.org/ |--- |--- | Rückfragen: |--- | Netbase | Institut für Neue Kulturtechnologien/t0 | Zwischenquartier Burggasse 21 | A-1070 Wien |--- | Tel. +43 (1) 522 18 34 | Fax. +43 (1) 522 50 58 |--- | http://www.netbase.org/ |--- ================================================== 41 Glocalist Nr.75>> Schwerpunkt ECA Watch und Kommentar zu EU "GLOCALIST REVIEW" ================================================== Sehr geehrte Damen und Herren, werte Redaktion, anbei der aktuelle Glocalist mit folgenden Themen: SCHWERPUNKT ECA-Watch mit Beiträgen von Nonno Breus (ECA-Watch), Hilde Wipfel (KOO der Österr. Bischofskonferenz), Herbert Schaupp (WWF)und aktuelle Terminhinweise in Zusammenhang mit diesen Schwerpunkt. Als NGO der Woche präsentieren die WIK (Wiener Integrationskonferenz), EU-Kommentar von Christoph Sykora (GPA), als Dokument die Wiener Erklärung zur Informatonsfreiheit, Software-Patenrechte mit einem Beitrag von Martin Prager (Sprecher der Experts Group IT-Security der Wirtschaftskammer Österreich), der wirtschaftsethische Diskurs mit Fortsetzung der Serie CSR mit der ARGE CSR des PRVA (Public Relations Verband Austria) und aktuelle Subventionen der Städe Eisenstadt und Bregenz sowie die gewohnten Vermischten Meldungen und Termine. AKTIONEN FÜR die GLOCALIST COMMUNITY Weiters wollen wir die Glocalist Community auf die Aktion - in der vorliegenden Ausgabe - der Online Schulungs- und Beratungs GmbH für das kostenfreie Seminar "Barrierefreies Internet" für die Leserinnen und Leser des Glocalist sowie auf die aktuelle Buchversloung gemeinsam mit dem Czernin-Verlag hinweisen (bei beiden Aktionen ist der Rechtsweg und eine Barablösung ausgeschlossen). Viel Freude beim Lesen wünscht Christian Neugebauer _____ Glocalist Review: Digitale Wochenzeitschrift für NGOs&NPOs Barmherzigengasse 17 - stiege 6 - top 1 A-1030 Wien f: 01/597 2001 m: 0699 11 88 16 43 e: office at glocalist-review.com w: http://www.glocalist-review.com Agentur: arbeitsraum-philosophie: agentur für analoge&digitale kommunikationswirtschaft GmbH- www.arbeitsraum.at ================================================ C) TERMINE ================================================ ======================== Dienstag http://www.mund.at/butt/Termine/Juni/1406.htm Mittwoch http://www.mund.at/butt/Termine/Juni/1506.htm Donnerstag http://mund.at/butt/Termine/Juni/1606.htm ======================== ================================================ D) EDITORIAL ================================================ Für den Inhalt verantwortlich: Ihr. E-Mail-Adresse für Beiträge: widerstand at no-racism.net geschickt. widerst at nd MUND und alle Termine täglich aktualisiert im Web: http://www.no-racism.net/MUND Ziel von MUND (medienunabhängiger Nachrichtendienst) ist die unzensurierte und möglichst rasche Information über gesellschafts- politisch relevante Termine, Hinweise und Diskussionsbeiträge zu Widerstand und Antirassismus sowie verwandte Themen. sollen einen Titel, Namen und Emailadresse der/des AutorIn enthalten und möglichst kurz und prägnant gehalten sein, ev. mit Hinweis, wo weitere Informationen eingeholt werden können. Bitte keine Attachments! Die inhaltliche und sachliche Verantwortung liegt bei der/dem jeweiligen AutorIn bzw. jenen, die uns die Beiträge schicken. Der MUND wird von einzelnen TagesredakteurInnen zusammengestellt. Da Fehler nicht ausgeschlossen sind, bitten wir, nicht veröffentlichte Beiträge nochmals an widerstand at no-racism.net zu senden. Die Weiterleitung (auch auszugsweise) ist erwünscht. Beiträge mit rassistischen oder sexistischen Inhalten werden nicht veröffentlicht. Sehr persönliche Meldungen werden wir an den betreffenden Adressaten weiterleiten, aber nicht im MUND veröffentlichen. Die bisherigen Ausgaben sind unter http://www.no-racism.net/MUND archiviert. Terminankündigungen bitte nach folgender Vorlage: * Wann: Sonntag, 11.11.2001, 11:11 Uhr * * Was: Maskenball: Motto "Schwarzblau ist die Haselnuss" * * Wo: Villa Morgenrot, Grüner Anger 42, 2001 Wendendorf * * Kommentar: Anreise per Anhalter. Maskenzwang. Ende nie. Aber kurz und prägnant.* Die Rubrik "Redaktionelles" am Ende der Ausgabe ist u.a. eine Konsequenz aus der Notwendigkeit, sexistische, antisemitische und rassistische Beiträge nicht zu veröffentlichen, ohne jedoch stillschweigend Zensur zu üben. Hier wird - in anonymisierter Form - auf angehaltene Beiträge hingewiesen und eine kurze Begründung der Tagesredaktion für die Nichtaufnahme geliefert. (Weitere Gründe einen Beitrag nicht aufzunehmen sind z.B.: Attachments, kein erkennbarer Bezug zu den breit gestreuten Themen des MUND, Werbesendungen, sinnlose Kettenbriefe.) Die AbsenderInnen der betroffenen Beiträge werden hiervon informiert. Im Sinne einer "gläsernen Zensur" könnt ihr Euch die Beiträge gerne extra schicken lassen: Ein kurzes Mail an widerstand at no-racism.net genügt. ================================================ E) VERTEILERLISTE ================================================ Zur Eintragung in diesen Verteiler bitte direkt subskribieren unter http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/analle oder von der einzutragenden Adresse aus ein mail schicken an: admin at no-racism.net mit folgendem Text: subscribe no-racism Bitte wegen Automatisierung diesen Wortlaut verwenden! Zur Austragung aus dieser Liste bitte an aus Einsendungen an zusammengestellt. Bitte keine Attachments! (werden nicht angenommen) Für diese Ausgabe nicht aufgenommen: Veraltete Termine, nicht widerstandsrelevante Beiträge zurückgestellt Redaktionsschluss für diese Ausgabe: 19:30 Uhr III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III widerst at nd-MUND is powered by http://alt.strg.at/ _______________________________________________ From analle at no-racism.net Wed Jun 15 00:17:42 2005 From: analle at no-racism.net (=?iso-8859-1?q?MUND=3A_medienunabh=E4ngiger_Nachrichtendienst?=) Date: Wed, 15 Jun 2005 00:17:42 +0200 Subject: widerst@nd - MUND: Mittwoch, 15.6. 2005 Message-ID: <18410378158.20050615001742@nessizius.com> widerst at nd MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst Mittwoch, 15. Juni 2005 www.no-racism.net/mund ================================================ A) INHALT ================================================ ================================================ 01 14.06.2005 EKH - der Konflikt droht bald zu eskalieren. Von: ekhaus at med-user.net ================================================ 02 Burschenschafter an der Uni Wien Von: Gudrun Hauer Dr. ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ANKÜNDIGUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 03 Initiativen/Linz: WIR-AG Von: akin ================================================ 04 Pakistan/Termin: 300 Gewerkschafter verhaftet - Demo morgen, 15.6. Von: akin ================================================ 05 veranstaltung 7stern Von: 7stern kultur <7stern.kultur at kpoe.at> ================================================ 06 EINLADUNG 3. Treffen der AUGE-KIV-Vernetzungsgruppe Soziales am 29.6.2005 Von: AUGE - Alternative und Grüne GewerkschafterInnen ================================================ 07 OPERATION SPRING - Kinotrailer jetzt online - Kinostart am 23.9.! Von: Schnittpunkt ================================================ 08 lokaltour mit eva glawischnig und zum familien-picknick vor dem bundeskanzleramt Von: Grüne Andersrum ================================================ 09 Termin/Silvester Heider Treffen/Stmk/19. 6./KPÖ Von: KPÖ Steiermark ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN UND MEINUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 10 Grüne: Unwaehlbar Von: akin ================================================ 11 Grüne: Keine Alternative Von: akin ================================================ 12 Wiener Wahlk(r)ampf: Erklaerungen von SLP und KI Von: akin ================================================ 13 Europarat: Nichtkommerzielle Bürgermedien sollen als 3. Mediensektor anerkannt werden Von: Wolfgang Hirner ================================================ 14 1. Prozesstag Online-Demo gegen Lufthansa Von: frankfurt ================================================ 15 Der sogenannte "Widerstand" wird interviewt... Von: wadi wien ================================================ 16 Menschenrechtsaktion gegen Auszeichnung Schröders mit Ehrendoktorwürde Von: GFBV ================================================ 17 Born-To-Be-White: Diskussion # 2 Von: "IG BILDENDE KUNST" ================================================ 18 LEFÖ-Periódica Nr. 2/Juni 2005 Von: lefoe ================================================ 19 Hilfsorganisation verurteilt Wiederaufnahme des Kriegs gegen die Kurden – EU sollte Beitrittsverhandlungen der Türkei stoppen Von: wadi wien ================================================ ================================================ B) TEXTE ================================================ ================================================ 01 14.06.2005 EKH - der Konflikt droht bald zu eskalieren. Von: ekhaus at med-user.net ================================================ Wien, Favoriten, 14.06.2005 Machowetz und Co. entfernen Eingangstüren im Ernst Kirchweger Haus (EKH) Am Dienstag den 14. Juni um 14.30 Uhr kamen der neue Eigentümer Christian Machowetz, Herr Huber vom Immobilienbüro Petri und Co., ein Trupp Bauarbeiter und drei Exekutivbeamte vor das EKH, mit der Absicht die Türe im ersten Stock zu entfernen. Das Angebot seitens zufällig anwesender NutzerInnen die Türe bis 16 Uhr selbst zu entfernen wurde vom Eigentümer abgelehnt. Ohne gross nachzufragen begannen die Bauarbeiter zuerst die Eingangstür und dann die Türe im ersten Stock abzubauen. JedeR EigentümerIn kann zwar rechtlich die Eingangstür austauschen, jedoch von einem Tausch kann hier keine Rede sein. Der Eigentümer Christian Machowetz reagierte nicht auf die Forderung der MieterInnen und NutzerInnen eine Ersatztüre sofort zu installieren, wozu er rechtlich verpflichtet ist. Erwähnenswert sind auf jeden Fall die vielen Neonazis, die Machowetz mit sich führte, unter anderem der bekannte rechtsradikale Skinhead, der bereits letzten Monat ins Haus einzudringen versuchte. Einige offensichtlich auch als rechte Skins erkennbaren „Bauarbeiter“, beteiligten sich tatkräftig und sichtlich erfreut am Abriss der Türen. Anschließend versuchten die Arbeiter weiter nach oben zu gelangen um die Eingangstüren zum Wohnbereich im 3. Stock abzureißen. Gerade für diesen Bereich läuft bereits ein Verfahren diese baupolizeilich legalisieren zu lassen. Ein baurechtlich genehmigungsfähiger Bescheid wurde bereits vor einem halben Jahr eingereicht, jedoch verweigerte der Eigentümer bis heute trotz mietrechtlicher Verpflichtung seine Unterschrift. Eine große Ansammlung von UnterstützerInnen und SympatisantInnen konnte jedoch verhindern, dass die Bauarbeiter den geplanten Abbau der Türe im dritten Stock durchführen konnten. Um weitere Konflikte zu vermeiden brach die Polizei den Einsatz ab. Ganz klar handelt es sich bei diesem Vorgehen um einen neuerlichen Versuch seitens des Eigentümers den Konflikt zu verschärfen. Sein Wunsch ein antifaschistisches internationalistisches Zentrum einfach so verschwinden zu lassen wird nicht in Erfüllung gehen. Das EKH bleibt! Wir fordern die Stadt Wien erneut auf, die drohende Eskalation dieses Konflikts zu verhindern und alle notwendigen Massnahmen für das Weiterbestehen des Gesamtprojekts Ernst Kirchweger Haus zu setzen. Unter notwendigen Massnahmen verstehen wir entweder den Ankauf und die, den derzeitigen NutzerInnen Zurverfügungstellung des Ernst Kirchwegerhauses oder eines adäquaten Ersatzobjekts. Aus aktuellem Anlass lädt die IG Kultur Wien morgen zur SITUATIONSDISKUSSION ZUM ERNST-KIRCHWEGER-HAUS Aufgrund der brisanten Situation rund um die mögliche bevorstehende Räumung des autonomen Kulturzentrums EKH ab 1. Juli 2005 findet am 16. Juni um 19h im Depot (Breite Gasse 3, 1070 Wien) eine Situationsdiskussion mit StadtpolitikerInnen und dem EKH Solidaritätskomitee statt. Eine Räumung des EKHs bedeutet für eine Vielzahl von dort ansäßigen soziokulturellen Initiativen wie Flughafensozialdienst, Deserteurs- und Flüchtlingsbetreuung, Archiv für soziale Bewegungen etc. das Aus. EKH bleibt. Anfragen und Rückmeldungen unter: 0676/ 94 27 520 ekhaus at med-user.net www.ekhbleibt.info ================================================ 02 Burschenschafter an der Uni Wien Von: Gudrun Hauer Dr. ================================================ Liebe kollegInnen! Ich möchte euch dringendst darum bitten, folgenden untenstehenden text ins netz zu stellen und auch in eure diversen verteiler einzuspeisen. Ist sehr wichtig! Und die wichtigkeit muß ich euch sicher nicht erst erklären, davon gehe ich mal aus! Also bitte die sache bekanntmachen!!! Der text besteht aus zwei teilen: aus einem augenzeuginnenbericht/einleitungstext von mir und einem anschließenden protestmail von mir an den wiener uni-rektor. Bitte den text erst ab meiner abschließenden grußformel jetzt verwenden!!! Danke und liebe grüße Dr.in Gudrun Hauer Auftaktveranstaltung zum “Schiller-Kommers” am 11. Juni 2005 an der Universität Wien Rechtsextreme Burschenschafter-Organisationen sperren mit Hilfe von Polizei und Rektorat das Neue Institutsgebäude (NIG) ab Am Samstag, den 11. Juni am frühen Nachmittag wurde der von rechtsextremen Burschenschafts-Organisationen in der Wiener Hofburg veranstaltete “Schiller-Kommers” durch eine geschlossene Veranstaltung im Neuen Institutsgebäude der Universität Wien eingeleitet. Lehrveranstaltungen, die um diese Zeit in diesem Haus stattfanden, mußten abgebrochen werden; Einsatzkräfte der Wiener Polizei räumten das Haus, forderten Studierende und LehrveranstaltungsleiterInnen ultimativ zum Verlassen des Hauses auf; sämtliche Eingangstüren mit Ausnahme des Haupteinganges wurden versperrt. Auch alle inneren parterre gelegenen Gebäudetüren wurden zugesperrt mit Ausnahme des Abganges zu einem der Haupthörsäle. Polizisten umstellten das Gebäude und riegelten zusätzlich noch sämtliche Zugangsmöglichkeiten außen durch Sperrgitter ab – unterstützt durch Saalordner der Burschenschaftsgruppen. Ich kam zufällig etwa um halb drei Uhr nachmittags dort vorbei und bemerkte die zahlreichen Polizeiwägen sowie die Polizisten und weiters auch die außen stehenden Saalordner. Auf meine Nachfrage an einen der Polizisten erhielt ich die Auskunft, daß das Haus wegen einer geschlossenen Veranstaltung nicht betreten werden dürfe. Die Einsatzkräfte der Polizei wollten mir zunächst den Zugang ins Haus verwehren, ließen mich aber passieren, nachdem ich mitteilte, daß ich Lehrbeauftragte an einem in diesem Haus befindlichen Institut sei, ich somit keine Studentin sei, sondern zum Personal der Universität Wien gehöre. Der Zutritt zum Hörsaal, in dem die Veranstaltung stattfand, wurde mir von einem Saalordner verwehrt, indem er mich von der geschlossenen Hörsaaltür wegzerrte und sie somit für mich unpassierbar machte. Auf meinen Hinweis, daß ich zum Haus und somit zum Personal der Universität Wien gehöre, erfolgte die Reaktion, daß das uninteressant sei und daß niemand das Recht habe, diese Veranstaltung zu betreten. Da ich nicht riskieren wollte, zusammengeschlagen zu werden und überdies alleine war, insistierte ich nicht auf mein Zutrittsrecht. Ich versuchte einige der Personen mit meinem Handy zu fotografieren; die Aufnahmelinse wurde mit einer Ausnahme per Hand verdeckt. Die Namensnennung der beteiligten Personen wurde mir verweigert. Auf meine Nachfrage teilte mir der dort diensthabende Polizeioffizier folgendes mit: Der Auftrag zum Schutz dieser Veranstaltung erfolgte über die Wiener Polizeidirektion. Die Genehmigung für die Abhaltung dieser Veranstaltung und die Sperre des NIG wurde durch das Rektorat der Universität Wien erteilt. Ich versuchte über das Internet Informationen zu dieser Veranstaltung herauszufinden. Diese Veranstaltung war weder auf einschlägigen Homepages noch auf der Homepage der Universität angekündigt – auch nicht in deren Veranstaltungskalender. Aufgrund dieses Vorfalls schrieb ich am nächsten Tag ein Protestmail an Rektor Georg Winckler, auf das ich bis jetzt keine Antwort erhalten habe (siehe weiter unten). Sehr geehrter Herr Rektor! Mit Entsetzen und Empörung habe ich gestern festgestellt, daß Räumlichkeiten der Universität Wien, konkret des Neuen Institutsgebäudes, einer Veranstaltung von Burschenschaftern zur Verfügung gestellt werden. Das NIG wurde nicht nur von der Wiener Polizei, sondern in erster Linie von sogenannten Saalordnern der Burschenschaftsgruppen völlig für den Zugang gesperrt; ich wurde – als Mitarbeiterin der Universität Wien (Lehrbeauftragte am Institut für Politikwissenschaft) – mit physischer Gewalt am Betreten des Gebäudes gehindert. Vom diensthabenden Polizeioffizier wurde mir mitgeteilt, daß die Genehmigung für die Raumvergabe durch das Rektorat der Universität Wien erfolgt ist. Eine der veranstaltenden Gruppen war übrigens die Burschenschaft “Olympia”, die ja, wie Sie sicher wissen, vom Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes als rechtsextreme Gruppe eingestuft wird. Wie Sie sicher auch den diversen Pressemeldungen zum “Schiller-Kommers” in der Wiener Hofburg am 11. Juni entnehmen konnten, verstießen die auf diesen Veranstaltungen getätigten Äußerungen eindeutig gegen das Gesetz gegen nationalsozialistische Wiederbetätigung – durch die Verharmlosung bzw. Leugnung des nationalsozialistischen Völkermordes an Jüdinnen und Juden. Als Angehörige und Lehrende der Universität Wien, als Lehrbeauftragte an einem im NIG angesiedelten Institut protestiere ich entschieden dagegen, daß mir das Betreten meines Arbeitsplatzes durch eine nicht der Universität Wien zugehörige Gruppe mit physischer Gewalt verunmöglicht wird. Ich protestiere entschieden dagegen, daß die Universität als öffentlicher Raum als geschlossener Veranstaltungsort für rechtsextreme Gruppen mißbraucht wird. Weiters protestiere ich entschieden dagegen, daß Räumlichkeiten der Universität Wien für Gruppierungen und Veranstaltungen zur Verfügung gestellt werden, die gegen bestehende Gesetzesvorschriften im Sinne des Verbots nationalsozialistischer Wiederbetätigung verstoßen. Weiters protestiere ich dagegen, daß die vielzitierte Freiheit von Forschung und Lehre in dem Sinne ausgelegt wird, daß sie jenen politischen Strömungen Raum gewährt, die diese Freiheit von Forschung und Lehre letztlich abschaffen wollen. Gerade im heurigen Gedenkjahr 2005 erwarte ich mir von Ihnen als Repräsentantem der Wiener Universität mehr Sensibilität und politisches Einfühlungsvermögen in bezug auf rechtsextreme Politik und Propaganda. Nicht zuletzt bin ich als Angehörige einer vom nationalsozialistischen Regime verfolgten sozialen Minderheit – ich bin lesbisch und Funktionärin der Homosexuellen Initiative (HOSI) Wien – entsetzt darüber, welche Gruppierungen Sie an der Universität Wien in Form einer Hörsaalvergabe unterstützen. Ich fordere Sie auf, künftig genauer zu überprüfen, welchen politischen Gruppierungen Sie überhaupt die Abhaltung einer überdies noch geschlossenen Veranstaltung genehmigen – auch im Sinne einer Anwendung bestehender Gesetzesvorschriften. Mit entsetzten Grüßen Dr.in Gudrun Hauer, Universitätslektorin am Institut für Politikwissenschaft ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ANKÜNDIGUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 03 Initiativen/Linz: WIR-AG Von: akin ================================================ ********************************************************** akin-Pressedienst. Aussendungszeitpunkt: Dienstag, 14. Juni 2005; 15:42 ********************************************************** Initiativen/Linz: WIR-AG AktivistInnen der "Freien Szene Linz" (freie Kunst-, Kultur-, Polit-Initiativen) erobern und besetzen von 13-15. Juni 2005 den Linzer Hauptplatz. Eine dreitaegige Kulturfabrik im oeffentlichen Raum soll die Situation der Freien Szene, vor allem deren Produktionsablaeufe und Produktionsbedingungen, thematisieren und publik machen. Verschiedenste Themenbereiche werden im Rahmen des dreitaegigen Spektakels angesprochen: prekaere Beschaeftigungsverhaeltnisse, Sexismus, Randgruppen im oeffentlichen Raum, Mainstream vs. Underground, Strukturmangel, projektorientierte Foerderpolitik, ehrenamtliche Kulturarbeit, Sponsoring, Eventkultur, Spass- und Kommunikationsguerilla, Nachhaltigkeit,... Die WIR AG, ein Kollektiv von ca. 30 Menschen diverser Geschlechter, richtet sich gegen die Reduzierung des Individuums auf sein marktrelevantes Talent... Physisch setzt sich die WIR AG neben den AktivistInnen aus zwei seitlich geoeffneten Containern, einer Buehne, einem Regieplatz, Sitzplaetzen fuer das Publikum und Buero-Hardware zusammen. Saemtliche Arbeitsprozesse der Kulturfabrik sind oeffentlich einsichtlich und transparent. Gehen wir einerseits davon aus, dass die KonsumentIn von Kunst und Kultur oftmals nur ein Produkt wahrnimmt - dann zeigt die WIR AG bewusst im oeffentlichen Raum einen ganzheitlichen Entstehungsprozess und somit auch die Basisarbeiten und Produktionsroutinen des Kulturbetriebs, die in der Regel tragende Elemente in den wackeligen Gemaeuern der freien, gemeinnuetzigen und ehrenamtlichen Kulturarbeit darstellen! Gehen wir andererseits davon aus, dass die KonsumentIn von Kunst und Kultur oftmals nur jene Menschen des Kulturprogrammes wahrnimmt, die sich in das Licht der Oeffentlichkeit oder eben auf eine Buehne draengen – dann zeigt die WIR AG bewusst auch jene AktivistInnen, die oft unsichtbar bleiben: dies sind Frauen, die im maennlich gepraegten Kulturbetrieb an hierarchische Grenzen stossen, dass sind Menschen, die nicht die Lust, Energie und Zeit haben, sich oeffentlichkeitswirksam in Szene zu setzen, dass sind alle, die Reproduktionsarbeit in den Bueros, hinter den Regieplaetzen, in den Kuechen leisten! Vieles wird spontan geschehen, vieles wollen wir vorab noch nicht verraten. Aber der Hauptplatz wird taeglich von 10 bis mindestens 22:00 Uhr genutzt und bespielt und es gibt ein fixes Rahmenprogramm. Taeglich gibt es eine Podiumsdiskussion zu einem bestimmtem Thema, eine Lesung und ein Konzert. Ausserdem natuerlich mittags Volxkueche, ganztags Ausschank und zwischen den fixen Programmpunkten jeden Menge Aktionen - nenn? es unsichtbares Theater, nenn? es Kommunikationguerillia... (Aussendung WIR-AG/gek.) Quelle und naehere Infos: http://at.indymedia.org/newswire/display/54064/index.php *************************************************** Der akin-pd ist die elektronische Teilwiedergabe der nichtkommerziellen Wiener Wochenzeitung 'akin'. Texte im akin-pd muessen aber nicht wortidentisch mit den in der Papierausgabe veroeffentlichten sein. Nachdruck von Eigenbeitraegen mit Quellenangabe erbeten. Namentlich gezeichnete Beitraege stehen in der Verantwortung der VerfasserInnen. Ein Nachdruck von Texten mit anderem Copyright als dem unseren sagt nichts ueber eine anderweitige Verfuegungsberechtigung aus. Der akin-pd wird nur als Abonnement verschickt. Wer versehentlich in den Verteiler geraten ist, kann den akin-pd per formlosen Mail an akin.buero at gmx.at abbestellen. ************************************************* 'akin - aktuelle informationen' a-1170 wien, Lobenhauerngasse 35/2 vox: ++43/1/535-62-00 (anrufbeantworter, unberechenbare buerozeiten) http://akin.mediaweb.at akin.buero at gmx.at Bankverbindung lautend auf: föj/BfS, Bank Austria, BLZ 12000, 223-102-976/00, Zweck: akin ================================================ ================================================ 04 Pakistan/Termin: 300 Gewerkschafter verhaftet - Demo morgen, 15.6. Von: akin ================================================ ********************************************************** akin-Pressedienst. Aussendungszeitpunkt: Dienstag, 14. Juni 2005; 15:39 ********************************************************** Pakistan: > 300 Gewerkschafter verhaftet Protest vor der pakistanischen Botschaft in Wien am 15.6. Nach einem zehntaegigen Streik von ueber 60.000 Beschaeftigten der staatlichen Pakistan Telecommunivations Ltd. (PTCL) hatte die Regierung am 4. Juni in einer Vereinbarung mit dem gewerkschaftlichen Aktionskomitee zugesichert, die Privatisierung des Unternehmens auf unbestimmte Zeit auszusetzen und die Forderungen der Streikenden zu erfuellen. Nur wenige Tage spaeter entpuppte sich die Regierung als wortbruechig und forderte die Gewerkschaften auf, einer Privatisierung zuzustimmen. Daraufhin besetzten ueber 4.000 Telekom-Arbeiter die Geschaeftszentrale der PTCL und rief das gewerkschaftliche Aktionskomitee zur Wiederaufnahme erster regionaler Streiks auf. Das aus neun Gewerkschaften des Telekom-Bereichs bestehende Aktionskomitee zog sich aus den Verhandlungen mit der Regierung zurueck und erklaerte den Vollstreik wieder aufzunehmen, sollten GewerkschafterInnen verhaftet werden oder die Regierung einseitig einen neuen Privatisierungstermin festlegen. Dies hat die pakistanische Militaerregierung nun getan. Acht Gewerkschaftsaktivisten wurden gestern verhaftet, darunter Zafar Zaidi, ein fuehrendes Mitglied der Pakistan Telecommunications Union und Tanvir Shah, ein Mitglied des gewerkschaftlichen Aktionskomitees. 300 Arbeiter wurden am 13.Juni verhaftet! AktivistInnen des Streiks und Gewerkschaftsfuehrer muessen sich verstecken, um Verhaftungen zu entgehen. Ebenso hat die Regierung den Beginn der PTCL-Privatisierung auf den 18. Juni festgelegt. Das gewerkschaftliche Aktionskomitee hat daraufhin angekuendigt vom 15. Juni an das gesamte Telekommunikationsnetz lahm zu legen. (SLP/gek.) Protestkundgebung vor der Pakistanischen Botschaft: Mittwoch, 15.06.’05 09:00, 1190 Wien, Hofzeile 13 Quelle, weiter Infos und Protestmoeglichkeiten: http://www.slp.at http://www.slp.at/index.php?id=17&tx_ttnews[tt_news]=446&cHash=af9bbac385 ================================================ ================================================ 05 veranstaltung 7stern Von: 7stern kultur <7stern.kultur at kpoe.at> ================================================ das ensemble SCHOLEM ALEJCHEM bringt zum letzten mal das seit einem jahr erfolgreiche programm "DIE SCHÖNSTEN JÜDISCHEN TANGOS UND WALZER" 15. juni 2005, 19.30 KULTURZENTRUM SIEBENSTERN www.7stern.net shalom mirjam silber&band ================================================ 06 EINLADUNG 3. Treffen der AUGE-KIV-Vernetzungsgruppe Soziales am 29.6.2005 Von: AUGE - Alternative und Grüne GewerkschafterInnen ================================================ Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wir dürfen Euch recht herzlich zum 3. Treffen der AUGE-KIV-Vernetzungsgruppe Soziales einladen! am 29.6.2005 um 18 Uhr Thema: Zwischenbilanz - Ausgliederung und FSW am Beispiel der ambulanten Pflege und Betreuung Einladung im Anhang. Mit kollegialen Grüßen Thomas Kerschbaum thomas.kerschbaum at kiv.at Mobil: 06991 9203197 www.kiv.at ================================================ ================================================ 07 OPERATION SPRING - Kinotrailer jetzt online - Kinostart am 23.9.! Von: Schnittpunkt ================================================ Der Countdown läuft ... Ab 23. September ist es soweit: An diesem Tag erfolgt der Kinostart von OPERATION SPRING im Wiener Stadtkino. Es ist oftmals schwer für einen österreichischen Dokumentarfilm einen Kinoverleih zu finden, der lange Laufzeiten und gute Programmplätze offeriert. Umso mehr freut es uns, dass sich das Wiener Stadtkino dazu entschlossen hat OPERATION SPRING in den österreichweiten Verleih zu nehmen und in Wien ab 23. September im Stadtkino zu präsentieren. Kinotrailer ab jetzt im Kino und online vefügbar! Der Kinotrailer zu OPERATION SPRING ist ab sofort in zahlreichen Kinos im Einsatz - für Überraschung ist sicherlich gesorgt. Ob Stadtkino, Filmhaus Spittelberg, Gartenbau Kino, Kino unter Sternen, Sommerkino Schloss Neugebäude, Filmarchiv oder das mobile Volxkino. An diesen Spielorten wird der Trailer entweder permanent oder zu ausgewählten Terminen zu sehen sein. An dieser Stelle unseren herzlichen Dank an all jene KinobetreiberInnen, die sich dazu bereit erklärt haben, den Trailer mit ins Programm zu nehmen. Falls noch weitere Kinos den Trailer einsetzen möchten: Es gibt ihn in den Formaten 35mm oder auf DVD. Für all jene, die nicht länger warten können, gerade nicht in Wien sind, stellen wir eine online Version des Trailerszur Verfügung (www.operation-spring.com). Ansehen, downloaden, weiter verbreiten ... Schon die Uraufführung von OPERATION SPRING im Rahmen der diesjährigen Diagonale sorgte für großes Aufsehen und intensive Berichterstattung. Stellvertretend zwei Pressestimmen an dieser Stelle: "Operation Spring" erschüttert das Vertrauen in den Rechtsstaat Österreich nachhaltig. (Stefan Grissemann, Profil) An die 100 Afrikaner wurden inhaftiert und verurteilt: in anfechtbaren Verfahren mit fadenscheinigen Begründungen, wie Angelika Schuster und Tristan Sindelgruber in jahrelangen Recherchen herausfanden und spannend wie eine Detektivstory erzählen. (Neue Zürcher Zeitung) Die internationale Premiere fand im Rahmen des Dokumentarfilmfestivals Visions du Reel in Nyon (Schweiz) statt. OPERATION SPRING wurde dabei im Rahmen der Reihe Regards neufs mit einer "mention speciale" ausgezeichnet. Weitere internationale Festivaleinladungen werden wohl noch folgen ... An dieser Stelle wünschen wir einen schönen Sommer und freuen uns auf ein Wiedersehen, spätestens ab 23. September im Wiener Stadtkino. Tristan Sindelgruber, Angelika Schuster OPERATION SPRING: Im Morgengrauen des 27. Mai 1999 stürmen 850 Polizisten Wohnungen und Flüchtlingsheime in ganz Österreich. Der Codename der Polizeiaktion ist "Operation Spring", es ist die größte kriminalpolizeiliche Aktion seit 1945. Insgesamt werden an die 100 Afrikaner verhaftet. Die Medien berichten von einem noch nie dagewesenen Erfolg der Polizei im Kampf gegen die Organisierte Kriminalität. Mit Hilfe des ersten Großen Lauschangriffs sei es gelungen, die Bosse eines international agierenden Nigerianischen Drogenrings festzunehmen. In den folgenden Jahren entwickelt sich daraus das größte Justizverfahren gegen Afrikaner in Österreich. Fast alle Angeklagten werden verurteilt. Das gesamte Strafausmaß beträgt mehrere hundert Jahre Haft. OPERATION SPRING ist ein Dokumentarfilmthriller über die Erprobung neuer Ermittlungsmethoden und Gesetze in Österreich. Schritt für Schritt werden die damaligen Ereignisse aufgerollt und die Hauptbeweismittel unter verschiedenen Blickwinkeln akribisch untersucht. Während zu Beginn den Schwierigkeiten der Polizei und des Gerichts bei der Handhabung der neuen Ermittlungsmethoden und deren Ergebnissen nachgegangen wird, nehmen die Ereignisse im weiteren Verlauf eine immer bedrohlichere Entwicklung mit kafkaesken Zügen. Beteiligte der involvierten Seiten erzählen, was sie damals erlebt haben, wie sie die Ereignisse wahrgenommen haben. Unter ihnen Richter, Anwälte, ein Beamter aus dem Justizministerium, ein ehemaliger Kronzeuge und ein verurteilter und inhaftierter Afrikaner. Darüber hinaus folgt der Film dem letzten noch offenen "Operation Spring"- Prozess, der im Herbst 2003 zum dritten Mal neu aufgerollt wird. Entwicklungen und Fragen, die in diesem Verfahren auftauchen, werfen im Nachhinein ein neues Licht auf die gesamten Operation Spring Prozesse. Der Film stellt die Frage, ob die Angeklagten jemals die Chance auf ein faires Verfahren hatten. Weitere Informationen und Bilder zum Film finden sich auch unter: www.operation-spring.com TEAM: Idee, Buch, Regie, Schnitt: Angelika Schuster, Tristan Sindelgruber Kamera: Robert Angst Dramaturgische Beratung, Schnitt: Wolfgang Widerhofer OPERATION SPRING wurde unterstützt durch: Sundance Institute Documentary Fund (USA) The Documentary Channel (Canada) Media Plus Filmfonds Wien ORF (Film-Fernsehabkommen) Bundeskanzleramt - Kunstsektion Entwickelt im Rahmen des Media Programms Eurodoc-Script. Schnittpunkt - Sindelgruber Tristan, Film- Multimediaproduktion Große Sperlgasse 19/3 1020 Wien Austria e-mail: schnittpunkt at gmx.at web: www.schnittpunkt-film.com www.operation-spring.com P.S.: Wir würden uns freuen, wenn diese Mitteilung weiter geleitet wird. Etwaige Mehrfachzusendungen bitten wir zu entschuldigen. ================================================ ================================================ 08 lokaltour mit eva glawischnig und zum familien-picknick vor dem bundeskanzleramt Von: Grüne Andersrum ================================================ 2005-06-14 13:15 grüne andersrumladen zur lokaltour mit eva glawischnig und zum familien-picknick vordem bundeskanzleramt „We arefamily!“ – Eine Botschaft an den Bundeskanzler und darüber hinaus Die ÖVP erklärt sich selbstgerne zur Familienpartei. Was die ÖVP allerdings unter Familie verstehtist bekannt. Lesbische und schwule PartnerInnenschaften fallen nichtdarunter. Daher starten die Grünen Wien anlässlich der zehntenRegenbogenparade die Kampagne "We are family! – Wiener Mut heißt sichtrauen." Der Disco-Klassiker von den Sister Sledge ist nicht nur einbeliebter Hit der lesbisch-schwulen Community, sondern auch eine klareAussage: Auch wir sind Familie. Auch wir wollen die gleichen Rechte! Zippen und heiraten Die Grünen fordern ein Paket an Gleichstellungsmaßnahmen fürgleichgeschlechtliche PartnerInnenschaften, nämlich: zippen undheiraten für alle! Um Lesben, Schwule und TransGender über das Grüne Konzept derErrichtung eines Zivilpakts (Zip) für PartnerInnenschaften und dieÖffnung der Ehe für Lesben und Schwule zu informieren begibt sich dasTeam der Grünen Andersrum Wien am 18. Juni 2005 auf Lokaltour. Die Tourdaten am 18. Juni: 19:00 Uhr: Café Berg mit Eva Glawischning sowie denKandidatInnen Marco Schreuder, Susanna Speckmayer und Jennifer Kickert 20:30 Uhr: Café Willendorf mit Eva Glawischning sowie denKandidatInnen Marco Schreuder, Susanna Speckmayer und Jennifer Kickert 22:00 Uhr: Café Savoy mit Eva Glawischnig und Marco Schreuder 22:00 Uhr: Gina’s Weibar mit Susanna Speckmayer und JenniferKickert 23:00 Uhr: Felixx mit Eva Glawischnig und Marco Schreuder 23: 30 Uhr: Marea Alta mit Susanna Speckmayer und JenniferKickert Das Familienpicknick am 30. Juni um 11:00 vor demBundeskanzlermat am Ballhauplatz Um die Botschaft "we are family!" auch dem Bundeskanzler deutlich zumachen, laden die Grünen Wien und die Grünen Andersrum am 30. Juni,um 11 Uhr vormittags zum Familienpicknick vor dem Bundeskanzleramtam Ballhausplatz. Die Botschaft soll wenige Tage vor derRegenbogenparade die Verantwortlichen der Republik deutlich zu hörenbekommen. Die Grünen Wien und die Grünen Andersrum freuen sich auf einezahlreiche Teilnahme von Menschen jeglicher sexueller Orientierung. Die Adressen der Lokale: Café Berg ; 1090 Wien, Berggasse 8 Café Willendorf ; 1060 Wien, Linke Wienzeile 102 Café Savoy, 1060 Wien, Linke Wienzeile 36 Gina’s Weibar ; 1060 Wien, Marquettigasse 11 Felixx ; 1060 Wien, Gumpendorfer Straße 5 Marea Alta ; 1060 Wien, Gumpendorfer Straße 28 ================================================ ================================================ 09 Termin/Silvester Heider Treffen/Stmk/19. 6./KPÖ Von: KPÖ Steiermark ================================================ Leoben, im Juni 2005 Liebe Freundin, lieber Freund! Liebe Genossin, lieber Genosse! Im Namen von Kinderland und der KPÖ-Leoben darf ich Dich herzlich zum traditionellen SILVESTER HEIDER GEDENKTREFFEN einladen. Gerade heuer, im sechzigsten Jahr der Befreiung Österreichs, verdient das Andenken an diejenigen Männer und Frauen, die unter Einsatz ihres Lebens für das Wiedererstehen eines freien Österreich gekämpft haben, besondere Bedeutung. Im Juni 1944 wurde das Mitglied der Partisanengruppe Leoben-Donawitz, Silvester Heider, am Achnerthörl bei einem Gefecht mit den nationalsozialistischen Besatzern unserer Heimat tödlich verwundet. Ich würde mich freuen, Dich bei unserer Gedenkveranstaltung persönlich begrüßen zu dürfen! Sonntag, 19. Juni, 10 Uhr, Treffpunkt zum Abmarsch beim Gasthaus Hiaslegg 12 Uhr, Kundgebung bei der Gedenkstätte am Achnerthörl und Festrede von Stadtrat Ernst Kaltenegger, Graz Die Veranstaltung findet bei jeder Witterung statt! Mit besten Grüßen! Gertrude Spannring eh. Werner Murgg Kinderland KPÖ-Leoben Rückfragen unter 03842/22670 bzw. kp.leoben at kpoe-graz.at KPÖ-Steiermark Lagergasse 98 a 8020 Graz Tel.: 0316 71 24 36 Fax 0316 71 62 91 email: kp.stmk at kpoe-graz.at; kpoe_stmk at hotmail.com ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN UND MEINUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 10 Grüne: Unwaehlbar Von: akin ================================================ ********************************************************** akin-Pressedienst. Aussendungszeitpunkt: Dienstag, 14. Juni 2005; 15:32 ********************************************************** Gruene/Glosse: > Unwaehlbar Vorerst herzlichen Dank fuer die Arbeit der akin und insbesondere dafuer, dass Ihr Euch nicht von der Unabhaengigkeit abbringen lasst. Ihr kuendigt eben antifaschiste Aktivitaeten an, ohne nach deren Opportunitaet zu fragen! Der Anlass dieses Briefes ist eher traurig: An der Demonstration vom 11.6. gegen die "Befreiungsfeier" der aergsten Burschenschaften Oesterreichs konnt ich keinen einzigen mir bekannten Gruenen oder AUGE-Funktionaer oder.... entdecken. Wohlgemerkt - es handelte sich um puren antifaschistischen Protest ohne parteipolitische Schlagseite. Wurden diese Leute nicht aufgefordert, diese Demo zu unterstuetzen? Da ich annehme, dass sie die AKIN-Termine lesen, erwartete ich mir wenigstens die private Teilnahme einzelner. Mein Fazit: Die Gruenen sind fuer mich so lange nicht waehlbar, bis u.a. - sie sich von der Politik der deutschen Gruenen (Hartzgesetze!) distanzieren - sie sich konsequent gegen Militarisierung (EU-Verfassung!) wenden - sie nicht mehr als "Geschaeftspartner" des Kapitals (OeVP) gehandelt werden. Allerdings, so lange Peter Pilz, van der Bellen etc. in der Leitung sitzen, habe ich diesbezueglich wenig Hoffnung. Es tut mir besonders um die Linken an der Basis leid, die engagiert arbeiten und damit fuer Karrieristen die Leiter halten. Wie eine Gewerkschaftsfraktion Gruen UND unabhaengig sein kann, ist mir bei der jetzigen Politik der Gruenen in Oesterreich voellig unklar. *Dora Schimanko* ================================================ 11 Grüne: Keine Alternative Von: akin ================================================ ********************************************************** akin-Pressedienst. Aussendungszeitpunkt: Dienstag, 14. Juni 2005; 15:34 ********************************************************** Gruene/Glosse: > Keine Alternative Man muss ja richtig froh sein ueber Alexander van der Bellen. Dieser Mann macht aus seinem Herzen keine Loewengrube und faellt nicht erst bei Koalitionsverhandlungen um, sondern sagt schon vorher klar heraus, dass man sich nicht auf ihn und seine Partei verlassen kann. Van der Bellen hatte kuerzlich in der ORF-Sendung "Hohes Haus" erklaert, dass der Ausstieg aus dem Eurofighter-Vertrag und die Abschaffung der Studiengebuehren fuer die Gruenen zwar politische Ziele, aber keine Bedingungen seien fuer moegliche Koalitionen. Der Gruene Bundessprecher meinte, man koenne "sich nach der Wahl nicht einfach hinsetzen und sagen, das machen wir alles rueckgaengig". Da muesse man sehr vorsichtig sein. Nun ist ja bekannt, dass Van der Bellen schon vor der Einfuehrung von Studiengebuehren sich solche hatte "vorstellen" koennen. Doch leider ist er seitdem nicht klueger geworden und weiss wohl immer noch nicht, dass er nunmal nicht als Professor von der Kanzel, sondern fuer eine ganze Partei spricht. Und: Er macht damit nicht nur klar, dass er seine Partei "regierungstauglich" machen will, sondern staerkt damit auch der jetzigen Regierung den Ruecken. Dass da einige in der Partei ziemlich satt sind, ist verstaendlich. Aber wer sagt das schon laut? Die GRAS! In einer Aussendung und auf der Startseite ihrer Homepage ist zu lesen, sie seien "entsetzt ueber Van der Bellen". Die Gruen-Alternativen StudentInnen haben gerade sehr erfolgreich die OeH-Wahlen geschlagen -- muessten sich momentan also gar nicht profilieren, tun es aber trotzdem. D.h.: Die Empoerung ist ehrlich. Wobei man bei der GRAS sicher auch dankbar ist, dass Van der Bellen erst jetzt damit herausrueckte. Andererseits: Die Wiener Gruene Alternative (die immer noch so heisst, nur auf Homepage und Aussendungen das "Alternative" mittlerweile unter denTisch fallen laesst) hat die Wahlen in ein paar Monaten vor sich. Gerade eben war ein Folder der Landespartei im Postkastel. Gross steht da "Freier Hochschulzugang fuer alle". Nur das ist halt leider keine Landeskompetenz; das kann man im Wahlkampf verwenden, ohne Angst haben zu muessen, spaeter an Versprechungen erinnert zu werden. Genausowenig geht das Land Wien die Beschaffung von Abfangjaegern etwas an. Bundespolitisch koennten die Wiener aber schon taetig werden, wenn sie naemlich ihren Bundeschef kritisierten -- und das nicht hinter vorgehaltener Hand, sondern in aller Oeffentlichkeit, sonst ist es unglaubwuerdig. Nur, im Gegensatz zur GRAS schweigt die Landesorganisation. So bekommen die meine Stimme sicher nicht... *Bernhard Redl* ================================================ 12 Wiener Wahlk(r)ampf: Erklaerungen von SLP und KI Von: akin ================================================ ********************************************************** akin-Pressedienst. Aussendungszeitpunkt: Dienstag, 14. Juni 2005; 15:30 ********************************************************** Wiener Wahlk(r)ampf: Wie immer stehen die akin allen offen, die meinen, unseren LeserInnen und Lesern zu erklaeren zu wollen, warum sie von ihnen gewaehlt werden wollen. Hier die ersten beiden Beitraege von SLP und KI: **** > Die SLP tritt an! Vor allem Jugendliche mit etablierter Politik unzufrieden – Widerstand und linke Alternativen sind gefragt Nun ist die Katze aus dem Sack: Die Wiener SPOe will die Gunst der Stunde nutzten und beschliesst Neuwahlen im Oktober. Schon im Jaenner 2005 hat sich die SLP mit vorzeitigen Neuwahlen in Wien beschaeftigt und in einer Resolution beschlossen bei den Wiener Wahlen anzutreten. Warum tut sich eine junge Partei das an? Haette die SPOe eine alternative Politik zur Bundesregierung – sie koennte es in Wien beweisen. Tatsaechlich verschlechtert sich auch hier die soziale Situation zunehmend: Mieten und Tarife fuer Strom und Gas steigen. Die Sozialhilfe wurde 2004 gekuerzt, der Zugang dazu verschlechtert. Schon jetzt spueren Beschaeftigte im Sozial und Gesundheitsbereich, die Ausgliederung der MA12 und der MA47 in den Fond Soziales Wien. Nach den Wahlen wird es hier enorme Kuerzungsversuche geben. Zum Sozialbau kommen die Verschlechterungen fuer MigrantInnen, etwa durch die Zerschlagung des MigrantInnenprojekts Echo. Die Gruenen praesentieren sich in dieser Situation als "Wirtschafts- und UnternehmerInnenpartei" (O-Ton Maria Vassilakou). Die Strache-FPOe kaempft ums Ueberleben und bedient sich "Altbewaehrtem". Ein rassistischer Wahlkampf, insbesondere gegen TuerkInnen und SchwarzafrikanerInnen, ist zu erwarten. Vor diesem Hintergrund ist konkreter Widerstand, verbunden mit dem Aufbau einer marxistischen Partei, ein Gebot der Stunde. Wahlen sind fuer die SLP eine Moeglichkeit zu zeigen, dass es Widerstand gegen soziale Verschlechterungen und sozialistische Alternativen gibt. Beides wollen wir staerken! Dazu braucht es in erster Linie aktive Menschen. Im Wahlkampf geht es daher vor allem darum, moeglichst vielen Menschen Mut zu machen, mit uns aktiv zu werden. Fuer eine neue ArbeiterInnenpartei! In der heutigen Situation waere eine Partei, die die Interessen der ArbeiterInnenklasse nicht nur vertritt, sondern den Unmut und den Widerstand buendelt und organisiert besonders wichtig. Vor allem viele junge Menschen – die erstmals heuer ab 16 waehlen duerfen – haben die Nase voll von etablierten Parteien und sind gleichzeitig auf der Suche nach Alternativen. Selbst Alfred Gusenbauer und Christoph Schoenborn geben sich inzwischen kapitalismuskritisch – nicht zuletzt weil immer mehr Menschen dieses System in Frage stellen. Wir glauben, dass es im Gegensatz zu SPOe und Kirche eine Kraft braucht, die nicht an den kapitalistischen "Sachzwaengen" haengen zu bleibt und deshalb am besten ein sozialistisches Programm und antikapitalistische Positionen vertritt. Zur Zeit existiert keine Massenpartei, die ein solches Programm auch nur annaehernd aufstellt. Eine neue ArbeiterInnen-Partei wird in Zukunft aus sozialen Kaempfen entstehen, dann wenn etwa bei Streiks und grossen gesellschaftlichen Veraenderungen viele Menschen die Notwendigkeit einer solchen neuen ArbeiterInnen-Partei erkennen. Welches Wahlbuendnis..? Aus dem Wunsch nach "Linker Einheit" und nach einer Alternative zur krisengeschuettelten KPOe wuenschen sich viele AktivistInnen, dass wir in ein "linkes Buendnis-Projekt" einsteigen. Fuer die SLP ist die Buendnisfaehigkeit ein Bestandteil unserer sozialistischen Identitaet. Wir streben eine groesstmoegliche Einheit von ArbeiterInnen und Jugendlichen im konkreten Kampf gegen Sozialabbau und rechte Hetze an. Die SLP steht fuer eine Buendniskandidatur, die einen Schritt in Richtung neuer ArbeiterInnenpartei darstellt. Einer Kandidatur in der AktivistInnen aus Betrieben, der kaempferischen Frauenbewegung usw. eine massgebliche Rolle spielen. Ein solches Buendnis muesste ueber die bestehende linke Szene hinausgehen. Die SLP wird in den naechsten Wochen die Notwendigkeit dazu aufzeigen, und verschiedene AktivistInnen (etwa die Betriebsraete des Postbusses) auf ihre diesbezuegliche Verantwortung hinweisen. Eine linke Buendniskandidatur , die nur bestehende Gruppen zusammenfasst und sich va. auf die bestehende Linke orientiert, die mehr auf "Zivilgesellschaft" als auf die Notwendigkeit von Klassenkaempfen orientiert, kann fuer die Entstehung einer neuen ArbeiterInnenpartei ein Hindernis sein. Dafuer stehen wir nicht zur Verfuegung. SLP tritt an – hilf mit! Ein neues klassenkaempferisches Wahlbuendnis ist nicht in Sicht. Die SLP wird sich daher ihrer Verantwortung stellen und antreten. Unsere Kandidatur wird regional und thematisch an bestehende Kaempfe und Kampagnen anknuepfen. Ein zentraler Punkt wird die neoliberale Rolle der SPOe in der Sozial-, Frauen-, Jugend- und MigrantInnenpolitik sein. Wir fangen dabei nicht bei Null an: Im Kampf gegen BfJ und FPOe, gegen die radikalen Abtreibungsgegner und Sozialabbau waren wir in den letzten Jahren besonders aktiv und zum Teil auch erfolgreich. Viele Menschen, die mit uns in diesen Kampagnen aktiv waren, wollen wir fuer unsere Kandidatur gewinnen. Macht mit! *Michael Gehmacher, Sozialistische LinksPartei Wien* Kontakt: Kaiserstr 14/11, A-1070 Wien, +43 (1) 524 63 10, slp at slp.at , http://slp.at/ Quelle: http://slp.at/index.php?id=17&tx_ttnews[tt_news]=280&cHash=af9bbac385 ***** > Fuer eine klassenorientierte, internationalistische und > antiimperialistische Alternative am Wahlzettel! Erklaerung der Kommunistischen Initiative (KI) zu den Wiener Gemeinderats- und Bezirksvertretungswahlen im Oktober 2005 1.) Eine ernstzunehmende politische Alternative fuer die arbeitenden Menschen, wie es die Kommunistische Initiative sein und werden will, muss Wahlauseinandersetzungen als politische Tribuene sehen, auf der die Moeglichkeit besteht, die eigenen Positionen zu propagieren und die Auseinandersetzung mit dem kapitalistischen System und seinen parteipolitischen Apologeten zugespitzt zu fuehren. Die KI strebt daher an, einerseits selbst in Teilen Wiens zu kandidieren und andererseits dort, wo ernsthafte antikapitalistische Kraefte antreten, zu einer Unterstuetzung aufzurufen. 2.) Die KI strebt eigene Kandidaturen – eingedenk der bescheidenen Mittel und der erst im Aufbau befindlichen Organisationsstrukturen – nur auf Ebene der Bezirksratswahl in einigen ausgewaehlten Bezirken an. Schwerpunkte bilden dabei jene Bezirke, in denen vorwiegend proletarische Bevoelkerung wohnt. 3.) Das Wahlprogramm der KI wird klassenorientiert, internationalistisch und antiimperialistisch ausgerichtet sein. Wo es Ansatzpunkte gibt, werden kommunale und graetzlspezifische Themen aufgegriffen. Im Mittelpunkt unseres politischen Auftretens steht jedoch die Darstellung des regionalen, nationalen und globalen Kampfes gegen Ausbeutung, Unterdrueckung und Krieg. Wir streben einen Wahlkampf an, der die grossen Linien der Auseinandersetzung zwischen Arbeit und Kapital, zwischen Unterdrueckten und Unterdrueckern thematisiert. 4.) Wir laden alle klassenorientierten Kraefte ein, sich aktiv an unserem Wahlkampf zu beteiligen. Diese Einladung ergeht natuerlich auch an Vereine, Bewegungen und Organisationen, in denen MigrantInnen organisiert sind. 5.) Mit anderen marxistischen Gruppen, die Kandidaturen anstreben wollen wir das Gespraech suchen. Wir sind bereit, sowohl ueber die Moeglichkeit gemeinsamer Kandidaturen als auch ueber Absprachen und gegenseitige Unterstuetzung zu sprechen und werden jede Gruppierung danach beurteilen, welche Position sie zu den zentralen Themen einnimmt, die oben angesprochen wurden. *Beschluss des Plenums der KI Wien vom 08. Juni 2005* Kontakt: ottobruckner at netscape.net ================================================ 13 Europarat: Nichtkommerzielle Bürgermedien sollen als 3. Mediensektor anerkannt werden Von: Wolfgang Hirner ================================================ Presseinformation Europarat:Nichtkommerzielle Bürgermedien sollen als 3. Mediensektor anerkanntwerden Der Europarat (Kongress derGemeinden undRegionen Europas) hat in seiner Sitzung Anfang Juni die Resolution überRegionalmedien und transnationale Kooperation verabschiedet. Darinempfiehltder Europarat den Mitgliedsstaaten die Verankerung der Bürgermedien alseigenständigen Sektor neben dem öffentlich-rechtlichen und privatenMedien. Weiter wird die Wichtigkeit der nichtkommerziellen Medien für die aktiveBürgerbeteiligung am demokratischen Leben hervorgehoben. Auch die RollederBürgermedien bei der Verbreitung von Regionalsprachen wird sehr positivbewertet. Helmut Peissl, Obmann desVerbandes FreierRadios sieht in dieser Resolution, Dass in Europa die wichtige RollederNichtkommerziellen Bürgermedien immer mehr verstanden wird. Peisslfordert dieösterreichische Bundesregierung auf, diese Empfehlung des Europaratesmöglichstbald umzusetzen und die Freien Radios als eigenständigen Sektorgesetzlich zuverankern. HelmutPeissl: 0650/4948773 www.freie-radios.at office at freie-radios.at ================================================ ================================================ 14 1. Prozesstag Online-Demo gegen Lufthansa Von: frankfurt ================================================ Kampagne Libertad! Ortsgruppe Frankfurt/Main Falkstr. 74, 60487 Frankfurt [t] 069-79201774 [f] 069-79202750 ******************************** EILIGE PRESSEERKLÄRUNG An die Redaktionen: Inland, Aktuelles Turbulenter Prozessauftakt im Verfahren „Lufthansa gegen Online-Demonstration“ Lufthansa gibt 8-minütigen Ausfall ihres Servers zu Angeklagter greift Abschiebepraxis an und verteidigt die Demonstrationsfreiheit im Internet Vor dem Amtsgericht Frankfurt (Main) wurde heute der Prozess gegen einen der Initiatoren der ersten Online-Demonstration in Deutschland eröffnet. Dem Angeklagten Andreas-Thomas Vogel, Domaininhaber der Website libertad.de, wird „Nötigung“ und „Öffentlicher Aufruf zu Straftaten“ vorgeworfen. Am 20. Juni 2001 hatten sich, so die Frankfurter Staatsanwältin Heil, etwa 13.000 Personen an einer virtuellen Blockade des Lufthansa-Internetportals beteiligt, um gegen Abschiebungen zu demonstrieren. Die Initiative Libertad! hatte auf ihrer Website dazu aufgerufen. Im Mittelpunkt des Prozesses steht die Frage der Anwendbarkeit des Demonstrations- und Versammlungsrechts. Der Angeklagte und die Initiative Libertad! hatten eine Einstellung des Verfahrens gegen ein Schuldeingeständnis abgelehnt, weil sie auf dem Recht auf Internet-Demonstrationen beharren. Der Prozess begann turbulent. Vor dem Gebäude hatten etwa hundert Abschiebegegner lautstark „Demonstrationsfreiheit im Internet“ gefordert. Besucher wurden erst nach Leibesvisitationen in den Hochsicherheitssaal gelassen, in dem sonst Strafprozesse nach §129a stattfinden. Viele der Aktivisten, die den Angeklagten begleitet hatten, fanden keinen Platz mehr im Gerichtssaal. Mehrere Zuschauer wurden während des laufenden Verfahrens aufgrund zustimmenden Beifalls gewaltsam von Polizeibeamten aus dem Saal entfernt. Richterin Wild, die die Anordnung zur Räumung gab, wollte dieser Gewaltanwendung offenbar selbt nicht beiwohnen und verließ zuvor den Gerichtssaal. Zum Auftakt des Prozesses stellte die Verteidigung mehrere Beweisanträge, in denen sie das Ausmaß der Abschiebepraxis in Europa und die Verwicklung der Lufthansa darin eindrucksvoll darlegten. Rechtsanwalt Thomas Scherzberg, der den Angeklagten vertritt, forderte das Gericht auf, die Legitimität des Anliegens der Demonstration zu würdigen. Vor Gericht erklärte die von der Staatsanwaltschaft geladene Justiziarin der Lufthansa, Bettina Adenauer, dass es nicht nur eine minutenlange Verzögerung bei Aufruf der Lufthansa-Webseite gegeben habe, sondern dass diese zum Zeitpunkt der Demonstration sogar „8 Minuten lang weltweit nicht erreichbar war“. Der Beschuldigte Andreas-Thomas Vogel stellte in einer ausführlichen Erklärung den Zusammenhang zwischen der Abschiebepraxis der Lufthansa und dem Anliegen Online-Demonstration her. Für ihn war die Aktion „eine zutiefst demokratische und notwendige Angelegenheit“, mit der nicht nur gegen die Abschiebeairline Lufthansa protestiert werden sollte, sonden mit der darüber hinaus für Demonostrationsfreiheit im Internet „der Freiheit eine Gasse geschlagen“ werden sollte. Der Prozess wurde auf den 1. Juli 2005 vertagt. Geladen u.a. ein Rechtsanwalt, den die Online-Demo-Aktivisten im Vorfeld juristisch konsulierten. Noch nicht entschieden wurde über Beweisanträge der Verteidigung, Personen des öffentlichen Lebens zu laden, die im Vorfeld der Online-Demo ihre Unterstützung und Beteiligung zugesagt hatten. Ebenso zurückgestellt wurden Anträge, die Lufthansa-IT-Experten zu laden, damit diese über den entstandenen Schaden Auskunft geben können. Für die Richtigkeit, Hans-Peter Kartenberg (Libertad!) Für Interview und Nachfragen stehen wir Ihnen zur Verfügung unter: 0179 - 376 48 12 _______________________________________________ Widerstand mailing list Widerstand at no-racism.net http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/widerstand ================================================ ================================================ 15 Der sogenannte "Widerstand" wird interviewt... Von: wadi wien ================================================ La Repubblica, 3.6.2005 "Wir, fähiger als der Vietcong, so kämpfen wir im Irak" Das Interview Renato Caprile Scheik Majeed al Qaood steht auf der schwarzen Liste der Amerikaner. 38 Jahre alt, Abkömmling einer reichen Familie aus Ramadi, Universi- tätsabschluß in Ökonomie, ist er der Generalsekretär von Wahaj al Iraq. "Die 'Flamme', die die Invasoren einäschern wird", einer der politischen Arme der irakischen Guerilla. Qaood akzeptiert unter der Bedingung zu sprechen, dass der Ort, an dem das Gespräch stattfindet nicht enthüllt wird. Um die Vereinbarung einzuhalten, sagen wir nur, dass es die Hauptstadt eines Staates des Nahen Ostens ist. Die Amerikaner betrachten Sie als Terroristen, wie definieren Sie sich selbst? "Als einen Patrioten, der gegen die Besatzung seines eigenen Landes kämpft. Die Geschichte lehrt leider, dass fast nie Freiheit sein wird ohne vorheriges Blutvergießen." Auch wenn es das Blut unschuldiger Zivilisten ist? "Wir bekämpfen nur militärische Ziele, wer Frauen, Alte und Kinder massakriert, das sind andere." Leute wie Zarqawi? Schauen Sie, ich bin von Ramadi, meine Familie ist aus Ramadi, aber diesen Zarqawi haben weder ich noch meine Verwandten je gesehen. Kommt Ihnen nicht der Verdacht, dass er eine nützliche Erfindung ist? Die Personalisierung des Bösen, eines dieser Dinge, die so sehr den Amerikanern gefallen?" Wenn Zarqawi eine Legende ist und Sie nur die angreifen, die eine Uniform tragen, wer ist es dann, der die Bomben legt, wer jagt die armen Leute in die Luft? "Es wäre richtiger zu fragen, wer ein Interesse hat, das zu tun. Im Irak gibt es drei Arten der Besatzung.. Von der amerikanischen Besatzung wissen alle. Von den zwei anderen dagegen spricht man kaum. Und doch haben sich fast zwei Millionen Iraner in den Süden infiltriert und Tausende von Israelis sind durch den Norden einge- drungen. Sie haben verschiedene Ziele, aber sie zielen auf den gleichen Punkt: uns unglaubwürdig zu machen. Die Massaker an Zivilisten gehört zu ihrem Spiel, nicht zu unserem." "Unserem", von wem? "Der Iraker. Der Widerständler, auch wenn dieses Wort Euch Abendländer empört. Der Intellektuellen, der Beamten, der Offiziere des Ex-Irak, die sich nicht an den Feind verkauft haben. Wir machen Schule. Die Geschichtsbücher werden von dem "irakischen Modell" sprechen, den militärischen Taktiken und Strategien, die noch nie in der Vergangen- heit angewandt wurden. Nicht nur Kamikaze, Angriffe in denen wir zubeißen und dann verschwinden und immer mehr verfeinerte Fallen mit Sprengstoff. Besser als in Vietnam. Und wir, im Gegensatz zum Vietcong, machen alles alleine. Und wir sind dabei zu gewinnen. In der letzten großen Schlacht, ausgetragen an den Grenzen zu Syrien, in al Qaem, haben die Marines nicht gezögert schmutzige Waffen zu benutzen, Zivilisten zu töten, Häuser zu zerstören, aber sie haben ungeheure Verluste hinnehmen müssen. Und in dem Himmel von Al Anbar wagen sich die Amerikaner nicht mehr zu fliegen dank unserer hand- werklich gefertigten Luftabwehr. Die Zeit spielt zu unseren Gunsten. Sie sind immer mehr demotiviert., wir werden immer stärker. Der Irak wird nie der sein, den sie am grünen Tisch projiziert haben. Sie sprechen von Irakern, aber der Verdacht ist stark, dass sich der Widerstand fast ausnahmsweise aus einer Ethnie rekrutiert. "Sicher, wir Sunniten sind der harte Kern, aber es sind da auch Schiiten und Turkomanen. Es ist ein Widerstand des Volkes, auf den sich das Land seit dem ersten Golfkrieg vorbereitet hat. Wir wussten, dass sie uns besetzen würden und wir haben uns vorbereitet. Saddam hatte alles vorausgesehen. So zu tun, als ob man den Krieg verliert, um dann dem Feind eine Falle aus dem Inneren heraus zu stellen. Erinnern Sie sich an seinen Satz: "Wir werden sie in den Mauern von Bagdad einäschern? Das war keine boutade (Scherz, Anm. der Übersetzerin). Es gab da 25 Tausend Tonnen Sprengstoff um die Hauptstadt herum. Der ungeheure Brand fand nicht statt, weil jemand verriet. Und deshalb waren wir gezwungen uns auf den Plan B zurück- zuziehen, den, den wir jetzt umsetzen." Aber es wurde gewählt, es gibt ein Parlament, eine Regierung, einen neuen Präsidenten. "Das sind Institutionen der Aggressoren, nicht der Iraker. Talabani, der neue Präsident, kann es sich noch nicht mal erlauben einen Spaziergang durch eine der Straßen von Bagdad zu machen, ohne dass ihn jemand umbringen würde. Dasselbe kann man von Jaafari sagen. Sie vertreten niemanden. Unser Präsident wird Saddam bleiben, bis wir, nicht Bush, das Gegenteil beschließen. Wenn das so ist, dann gibt es keine Hoffnung für Frieden. "Wir haben einen politischen Vorschlag, der drei Dinge vorsieht: Den Rückzug der Besatzungstruppen unter der Ägide der UNO, der arabischen Liga und der Europäischen Union. Den Wiederaufbau von neuen Basen der irakischen Streitkräfte und freie Wahlen, die durch internationale Beobachter garantiert werden. Wenn es da eine Vereinbarung geben könnte in diesen drei Punkten, dann wären wir bereit die Hand der Amerikaner auch morgen zu schütteln." -- WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit e-mail: wadi.wien at gmx.at Tel.: 0699-11365509 Spendenkonto in Österreich: Kontonummer 07.405.301 Evangelische Kreditgenossenschaft eG BLZ 31800 IBAN: AT10 3180 0000 0740 5301 BIC: EVKRATW1 Website mit weiteren Informationen zu Projekten von Wadi und Veranstaltungshinweisen: www.wadinet.at ================================================ 16 Menschenrechtsaktion gegen Auszeichnung Schröders mit Ehrendoktorwürde Von: GFBV ================================================ GESELLSCHAFT FÜR BEDROHTE VÖLKER PRESSEMITTEILUNG Göttingen, den 14.06.2005 Menschenrechtsaktion gegen Auszeichnung des Bundeskanzlers durch Göttinger Universität Ehrendoktor Schröder unterstützt Völkermord in Tschetschenien und Aggression gegen Taiwan! Gegen die Verleihung der Ehrendoktorwürde an Bundeskanzler Gerhard Schröder am heutigen Dienstag in Göttingen protestiert die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV). Die Menschenrechtsorganisation begründet ihren Widerstand gegen die Auszeichnung mit schweren Vorwürfen gegen die China- und Russlandpolitik des Kanzlers. Sie sind auf einem großen Transparent zu lesen, das ein Aktionsteam der GfbV aus dem Fenster einer benachbarten Wohnung heraus entrollt: "Ehrendoktor Schröder hilft bei Völkermord in Tschetschenien und Aggression gegen Taiwan!" Zusätzlich sollen Luftballons Handzettel mit dieser Kritik zu den geladenen Gästen auf den weiträumig abgesperrten Platz vor dem Gebäude tragen. Deutschland ist 2003 nicht nur auf Platz 4 der Weltrangliste der Waffenexporteure vorgerückt. Der Kanzler hat sich auch eng mit dem autoritär regierten Russland und dem totalitären China verbündet, kritisiert die GfbV. Doch beide Staaten bedrohen, verfolgen oder vernichten kleinere Völker wie die Tibeter und Uiguren oder die Tschetschenen im Kaukasus. Während Schröder seine persönliche Freundschaft mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin pflegt und ihn als "lupenreinen Demokraten" lobt, begehen dessen Truppen oder die mit ihnen verbündeten Milizen in Tschetschenien schwerste Verbrechen gegen die Menschlichkeit. 200.000 Menschen - knapp 20 Prozent des etwa eine Million Angehörige zählenden tschetschenischen Volkes - sind dort seit 1994 getötet worden. Auch 20.000 russische Soldaten verloren im Krieg gegen Tschetschenien ihr Leben, 80.000 wurden verletzt, verkrüppelt. Zehntausende tschetschenische Kinder, Alte, Frauen und Männer starben bei den Bombardements ziviler Ziele, darunter Krankenhäuser, Flüchtlingskonvois, Schulen, Moscheen, Marktplätze. Tausende junge Tschetschenen wurden durch Filtrationslager geschleift, gefoltert. Männer und Frauen wurden vergewaltigt, geschlagen, fast 50 % der Tschetschenen wurde zeitweise vertrieben. Grosny ist nach zweimaligem Terrorbombardement 1994 und 1999 zum Dresden Russlands geworden. Im Jahr 2000 reiste eine BND-Delegation in die tschetschenische Hauptstadt, als in den Kellern der zerstörten Häuser noch Tausende Tote lagen. Jetzt wurden für 2006 für deutsche und russische Truppen gemeinsame "Anti-Terror-Übungen" vereinbart. Der chinesischen Regierung will der Bundeskanzler entgegen kommen und sich in der Europäischen Union für eine Aufhebung des Waffenembargos einsetzen, obwohl eine Mehrheit im Bundestag sich dagegen ausgesprochen hat. Das Embargo war nach dem Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens 1989 verhängt worden. Peking will seine Armee, die mit 2,5 Millionen Soldaten die größte der Welt ist, mit neuester Technologie hochrüsten. Durch das so genannte Anti- Abspaltungsgesetz bedroht das kommunistische China das demokratische Taiwan. Allein 610 Stellungen für Raketen, die auf Taiwan zielen, wurden an der chinesischen Küste errichtet. Auch die Menschenrechtssituation im chinesischen Herrschaftsbereich hat sich nicht verbessert. Angaben eines chinesischen Parlamentariers zufolge wurden 2003 in China mindestens 10.000 Menschen hingerichtet. Bürgerrechtler sprechen von bis zu 30.000 Exekutionen im selben Jahr. Unerbittlich werden in der Volksrepublik Angehörige religiöser Gemeinschaften verfolgt: Katholiken und Protestanten, Buddhisten und Muslime. Seit Juli 1999 sind 1.400 Falun Gong-Anhänger hingerichtet worden, mehr als 100.000 werden in Arbeitslagern festgehalten. Seit 1997 wurden mehr als 500 Uiguren exekutiert. In Tibet wird die Zerschlagung der traditionellen Kultur und Religion fortgeführt. Tilman Zülch ist unter 0151 153 09 888 zu erreichen. ====================================================== Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV) Inse Geismar, Pressereferentin Postfach 2024, D-37010 Goettingen Tel.+49/551/49906-25, Fax:++49/551/58028 E-Mail: presse at gfbv.de, Homepage:http://www.gfbv.de ====================================================== ================================================ 17 Born-To-Be-White: Diskussion # 2 Von: "IG BILDENDE KUNST" ================================================ Liebe FreundInnen, AktivistInnen und UnterstützerInnen, Wir möchten euch herzlich einladen zum Diskussionsbeitrag von Araba Evelyn Johnston-Arthur im Rahmen der Ausstellung "Born to be white. Rassismus und Antisemitismus in der weißen Mehrheitsgesellschaft": "Das Schwarze Objekt der ,Andersartigkeit' als Grundlage für weiße österreichische Selbstdefinitionen" von Araba Evelyn Johnston-Arthur Donnerstag, den 16. Juni 2005 um 19 Uhr IG Bildende Kunst, Gumpendorferstr. 10-12, 1060 Wien Araba Evelyn Johnston-Arthur ist Mitbegründerin der sozialpolitischen Selbstorganisation Pamoja. Bewegung der jungen afrikanischen Diaspora in Österreich, Aktivistin der Black Community und arbeitet zu Repräsentationspolitik, Geschichte und Gegenwart der afrikanischen Diaspora mit Schwerpunkt Österreich, institutionalisiertem Rassismus und Antirassismus. Wir freuen uns, wenn ihr kommt und bitten um Weiterverteilung über eure Mailinglisten; Viele Grüße, Jo Schmeiser und Rosa Reitsamer **************** Information zum Projekt **************** "Born to be white" Rassismus und Antisemitismus in der weißen Mehrheitskultur "Born to be white" beschäftigt sich mit Rassismus, weiß-Sein und Antisemitismus. Wenn von Rassismus die Rede ist, so ist damit gewöhnlich die Benachteiligung von Männern, Frauen und Kindern nicht-weißer Hautfarbe, nicht-westlicher Herkunft oder außereuropäischer Kultur gemeint. Unbenannt und unhinterfragt bleibt in diesem Verständnis die andere und in ihrer unsichtbaren Normalität viel mächtigere Seite des rassistischen Verhältnisses: die Bevorzugung von Männern, Frauen und Kindern mit weißer Hautfarbe, westlicher Herkunft und europäischer Kultur. Der Begriff des weiß-Seins (whiteness) wurde von feministischen Migrantinnen geprägt, um Macht- und Herrschaftsverhältnisse analysieren und angreifen zu können sowie eine Auseinandersetzung von Mehrheitsangehörigen mit ihrer unsichtbaren Machtposition zu forcieren. Wir verwenden den Begriff des weiß-Seins, um in der antirassistischen feministischen (Kultur-)Arbeit eine notwendige Verschiebung zu bewirken. Ethnisierte Identitäten sind nicht nur jene von Afroösterreicherinnen oder -deutschen, von Latinos/as oder AsiatInnen. Auch weiße Österreicherinnen sind Ethnisierte. "Born to be white" stellt deshalb die Auseinandersetzung mit weißer Identität in den Mittelpunkt. Weiß-Sein wird nicht nur als Privileg benannt, sondern auch historisch, ort- und gruppenspezifisch kontextualisiert. In Österreich und Deutschland bedeutet eine solche Kontextualisierung die Beschäftigung mit der Kolonialgeschichte, dem Nationalsozialismus und der Shoah, sowie deren Nachwirkungen in der Gegenwart. "Born to be white" wird in Form einer Gruppenausstellung, einer Vortragsreihe und einer Broschüre realisiert. Es werden KünstlerInnen und kulturelle ProduzentInnen eingeladen, die in ihrer Arbeit weiß-Sein kritisch thematisieren, es historisch kontextualisieren sowie die Rolle (audio-)visueller und textueller Darstellung und Artikulation bei der Festigung weißer hegemonialer Machtpositionen untersuchen und subvertieren. Dauer der Ausstellung: 2. Juni bis 22. Juli 2005 Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag: 13.00 bis 18.00 Uhr Galerie IG Bildende Kunst Gumpendorfer Straße 10-12, 1060 Wien www.igbildendekunst.at ***** AUSSTELLUNG Die Ausstellung versammelt Arbeiten von internationalen KünstlerInnen/KünstlerInnen-gruppen, die mit verschiedenen Medien arbeiten (Fotografie, Video, Plakat/Postkarte, neue Medien). Beteiligte KünstlerInnen • Fatih Aydogdu (A) - "Dirty Tones. 'You Don't Care.'" (Soundscape, 2005) Welche Töne gelten für Weiße als "Dirty Tones"? Westliche KritikerInnen haben für die spezielle Art der Intonation in der afrikanischen, asiatischen oder afroamerikanischen Musik den Begriff "dirty tone" geprägt. Diese so genannten "Dirty Tones", welche als "falsch spielen" gedeutet werden, beinhalten Viertel- und Achteltöne. Diese werden von Weißen als "schmutzig" empfunden. Fatih Aydogdu fragt nach den Gründen für diese Fehleinschätzung. • BUM - Büro für ungewöhnliche Maßnahmen (A) - "Deutsch für Inländer" (Posterserie, S/W, 4 Sujets, 2003/2004) Die Plakatserie "Deutsch für Inländer" wirbt für eine verpflichtende Integrationsleistung seitens der österreichischen MehrheitsbürgerInnen. In sechs unterschiedlichen Textplakaten, deren Slogans grammatischen Deklinationen ähneln, postuliert BUM auf oft bissige Weise, was MehrheitsbürgerInnen schon lange wissen (sollten): "Ich habe Vorurteile. Du hast Vorurteile. Das ist unser Vorteil." Mit kleinen sprachlichen Feinheiten wie diesen, die das Plakat weiß auf schwarz in großer Schrift füllen, werden einige Veränderungen gefordert. • Melissa Gould (USA) - "Schadenfreude" (Postkarten, S/W, 2 Sujets, 1995) Die Postkartenserie "Schadenfreude" thematisiert die alltägliche antisemitische Hetze während des Zweiten Weltkriegs. Indem die Künstlerin an die spezifischen Formen der Demütigung von Juden/Jüdinnen in Österreich erinnert, holt sie die bislang unmarkierten Momente in der Geschichte in die Gegenwart. • Kanak TV (D) - "Weißes Ghetto" (Video, 8 Minuten/2002) Im Video "Weißes Ghetto" untersucht Kanak TV das wohlhabende und homogene Viertel Köln-Lindenthal. MigrantInnen werden in diesem Viertel vergeblich gesucht. Kanak TV fragt, womit das zusammenhängt: Schotten sich die Deutschen ab? Ist Köln-Lindenthal ein weißes Ghetto? Kanak TV ist diesen Fragen nachgegangen. Kanak TV (D) - "Recolognize Cologne" (Film, 43 Minuten, 2004) "Recolognize Cologne" ruft die verdrängte Geschichte kolonialer Eroberungspolitik Deutschlands am Beispiel Kameruns in Erinnerung. Durch die Thematisierung der heutigen Präsenz von Menschen aus den ehemaligen deutschen Kolonien verdeutlicht der Film Kontinuität und Entwicklung von rassistischer Erfassung, Kontrolle, Stereotypen und Klischees, aber auch den Widerstand dagegen. "Recolognize Cologne" wirft die Frage nach globaler Bewegungsfreiheit auf. • Anna Kowalska (A) - "Weißwerden" (Collage, 2005) Wie und ob Weißheit sichtbar wird, ist innerhalb verschiedener historischen, kulturellen und biographischen Zusammenhänge veränderbar. Das macht weiß-Sein als politische und gesellschaftliche Kategorie sichtbar, die dem Zweck dient, einer (weißen) Mehrheit ihre privilegierte Stellung zu sichern. Weiß-Sein wäre demnach das Produkt einer kollektiven Imagination, das ausschließlich durch die Existenz der "Anderen" definiert werden kann. Ein Produkt, das durch das daran gekoppelte Versprechen von Macht begehrenswert erscheint. ***** DISKUSSIONSREIHE Die Vortragsreihe stellt Fragen nach Repräsentationskritiken und -politiken, denn die Kuratorinnen begreifen die Ebene der Darstellung und Artikulation als grundlegende Komponenten für künstlerische und gesellschaftspolitische Prozesse. Das Interesse gilt Konzepten und Untersuchungen, die an den herrschenden Bildpolitiken Kritik üben, die Kompliziertheit ihrer rassistischen und antisemitischen Strukturen analysieren und Gegenstrategien bzw. Utopien in Richtung einer egalitären mehrgeschlechtlichen und transkulturellen Gesellschaft entwerfen. • Katherine Klinger (Wiener Library und Second Generation Trust, London) Das Gegenteil des Schweigens. Wie wirkt der Nationalsozialismus auf die Nachfolgegenerationen? Freitag, 3. Juni 2005, 19.00 Uhr IG Bildende Kunst • Araba Johnston-Arthur (Wissenschafterin, Wien) Ein Schwarzer Beitrag zur Dekonstruktion österreichischer Realitäten Donnerstag, 16. Juni 2005, 19.00 Uhr IG Bildende Kunst • Jamika Ajalon (Künstlerin, Musikerin, London) "Recently I bought a white hat" Transnationale Erfahrungen des Schwarz-Seins Donnerstag, 23. Juni 2005, 19.00 Uhr IG Bildende Kunst • Heribert Schiedel (Wissenschafter, Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien) Siegfrieds Phobien: Der "arische" Männerbund und die Kastrationsabwehr Donnerstag, 30. Juni 2005, 19.00 Uhr IG Bildende Kunst ***** BROSCHÜRE Die Broschüre beinhaltet einen einführenden theoretischen Text zum Ausstellungskonzept und Texte zu den künstlerischen Arbeiten. Im Anschluss findet sich eine ausführliche Link- und Literaturliste zu den Themen Rassismus, Antisemitismus und Whiteness. Die Broschüre dient engagierten BesucherInnen und in den Feldern Politik, Kunst und Wissenschaft als Arbeitsgrundlage. Sie kann während der Ausstellungsdauer in der IG Bildende Kunst käuflich erworben werden. ================================================ 18 LEFÖ-Periódica Nr. 2/Juni 2005 Von: lefoe ================================================ LEFÖ-Periódica Nr. 2/Juni 2005 Spendenaufruf! Um unsere umfangreiche Beratungs-, Betreuungs- und Bildungsarbeit fortsetzen zu können benötigen wir für 2005 noch dringend Spenden! Bank Austria, Kontonr.: 00684063605, BLZ 12000 Danke! ___________________________________________________________________ Inhalt: Infos aus dem Lernzentrum Frauenhandel in Südosteuropa – neueste Entwicklungen TAMPEP – Rückschau/Internationaler Hurentag u. Protestbriefaktion/Rumänische Sexarbeiterinnen 1985 – 2005: 20 Jahre LEFÖ Termine zum Vormerken aus dem Bereich Öffentlichkeitsarbeit 1. Infos aus dem Lernzentrum Nächster Inskriptionstermin: Montag, 5. September 2005, 14.00 – 17.00 Uhr im LEFÖ-Büro in der Kettenbrückengasse 15, 1050 Wien 2. Frauenhandel in Südosteuropa – neueste Entwicklungen Am 26. Mai fand in Belgrad die OSCE Konferenz “Partnership with the alliance against Trafficking in human Beings“ statt. Im Zentrum der Konferenz standen die neuesten Entwicklungen im Bereich Frauenhandel innerhalb Südosteuropas. Im Rahmen des Stabilitätspaktes für Südosteuropa (Task Force onTrafficking in human Beings) wurden in den vergangenen Jahren nationale Aktionspläne entwickelt. Über deren Umsetzung wurde in dieser Konferenz berichtet. Wiederholt betonten SprecherInnen, dass zum Schutz der betroffenen Frauen und Mädchen eine Stabilisierungszeit eingeführt, beziehungsweise umgesetzt werden muss. Traumatisierte Menschen dürfen nicht sofort verhört werden, sondern sollen erst nach einer Stabilisierungszeit und mit ihrem Einverständnis befragt werden. Im Zuge der Bekämpfung des Frauen-/Menschenhandels muss darauf geachtet werden, dass die Menschen- bzw. Frauenrechte der Betroffenen nicht verletzt werden. Frauenhandel ist eine Menschenrechtsverletzung. Auf keinem Fall dürfen bei der Präventionsarbeit oder bei der Verfolgung von Tätern erneut Frauenrechtsverletzungen begangen werden. Dies liegt auch in der Verantwortung der einzelnen Staaten und ist im Interesse und entspricht einem wichtigen Anliegen der Zivilgesellschaft. In Serbien wurde mit September 2004 ein „humanitäres Visum“ für Betroffene des Menschenhandels eingeführt. Es wird grundsätzlich Personen erteilt, die bereit sind als ZeugInnen vor Gericht auszusagen. Aber auch jene, die in ihrem Herkunftsland bedroht werden, haben Anspruch auf ein derartiges Visum. Im Zuge dieser gesetzlichen Veränderungen wurde eine sogenannte „Bedenkzeit“ von 30 Tagen eingeführt. Während dieser Zeit haben die Betroffenen die Möglichkeit, zur Ruhe zu kommen und es finden keine Befragungen statt. Dieser rechtliche Rahmen entspricht minimalen internationalen Standards und sollte von allen Staaten umgesetzt werden. Das setzt aber voraus, dass die Betroffenen auch als solche (an)erkannt werden. Genau diese unabdingbare Voraussetzung ist es nun aber die bis heute in keinem einzigen Staat gelöst/erfüllt wird. Es ist weiterhin die Polizei, die als erste Kontakt zu den betroffenen Frauen hat. Damit obliegt es ihr, die Betroffenheit zu erkennen und den Kontakt zu spezialisierten Einrichtungen herzustellen. In Serbien wurde hierfür eine nationale Agentur gegründet, die diese Funktion übernimmt. Das ist zwar ein Schritt in die richtige Richtung, es ist aber auch in diesem Fall wieder die Polizei, die die Betroffenen an die Agentur „vermittelt“. Es gibt bis heute keine verbindlichen Daten darüber, welche Betroffenen erfasst werden und welche erst gar nicht erkannt werden. Derartige Erhebungen müssten sich etwa auf Aussagen von Frauen stützen, die abgeschoben wurden. Die Konferenz konnte also erneut zeigen, dass Frauenhandel als internationales Phänomen in unterschiedlichsten nationalen und regionalen Kontexten ähnliche Fragen und Problemstellungen aufwirft. Trotz der vielfältigen Strategien, die bisher entwickelt wurden, bedarf es jedoch des nachhaltigen politischen Willens, die Maßnahmen gegen den Frauenhandel in ein effektives Handeln zu verwandeln. 3. TAMPEP: Rückschau/Internationaler Hurentag u. Protestbriefaktion/Rumänische Sexarbeiterinnen KEINE DOPPELMORAL! 5.000-7.000 Frauen arbeiten in Wien in der Prostitution. Sie, Sex-Arbeiterinnen, haben eine Reihe von Pflichten, aber so gut wie keine (Arbeits-) Rechte. Gesellschaftlich werden sie stigmatisiert, kriminalisiert und marginalisiert. 60-80% aller Sexarbeiterinnen in Österreich (und in anderen westeuropäischen Ländern) sind Migrantinnen. Sie befinden sich in einer besonders prekären Situation und werden als Frauen, Migrantinnen und Sexarbeiterinnen mehrfach diskriminiert. „Gesellschaftliche Akzeptanz braucht rechtliche Anerkennung“, so Maria Cristina Boidi, Koordinatorin von LEFÖ. „Wenn die Sex-INDUSTRIEanerkannt, akzeptiert und innerhalb des Sozialsystems der EU Länder rechtlich verankert ist, dann müssen Frauen, mehrheitlich Migrantinnen, die jene Industrie ermöglichen, auch anerkannt, akzeptiert und rechtlich in das System eingebunden werden.“ Andernfalls werden eine sozial geschaffene Scheinheiligkeit und eine schamlose und offensichtliche Verletzung der Frauenrechte/Menschenrechte der betroffenen Frauen aufrechterhalten, so Boidi abschließend. Zur weiteren Diskussion und öffentlichen Auseinandersetzung lud LEFÖ/TAMPEP zur Aktion SexARBEIT (gemeinsam mit Verein A.U.S. und Grüne Frauen Wien), am Donnerstag, 2. Juni 2005 vor der Hauptbücherei (7., Urban-Loritz-Platz). Die Veranstaltung war – nicht zuletzt auch wegen des mitreißenden Auftritts der Band SV Damenkraft – sehr gut besucht und lud viele PassantInnen zum Stehenbleiben, Mitdiskutieren, Sich-Informieren und Solidarisieren ein. Das Medienecho zur Veranstaltung war dieses Jahr ebenfalls sehr positiv: FM4 (http://fm4.orf.at/station/198585/main) berichtete im Vorfeld über die Veranstaltung, ebenso dieStandard (die auch eine Ansichtssache brachte; http://diestandard.at); Radio Arabella, indymedia (http://at.indymedia.org/newswire/display/54042/index.php), no-racism.net, 2 Sendungen von Radio Orange und die Zeitschrift Datum (http://www.datum.at) mach(t)en auf den Internationalen Hurentag und die Arbeit von LEFÖ aufmerksam. Dies ist ein wichtiger Beitrag zur Sensibilisierung der Berichterstattung zur Situation von Sexarbeiterinnen in Österreich. Der Verein LEFÖ arbeitet seit 1993 mit migrantischen Sexarbeiterinnen in Österreich und ist nach Auslaufen des EU-Projektes SILA wieder die einzige Anlaufstelle für (migrantische)Sexarbeiterinnen in Wien. Protestbriefaktion gegen Visumsverbot für Sexarbeiterinnen aus Rumänien Im Februar’ 05 wurde vom österreichischen Innenministerium ein Visumsverbot für Sexarbeiterinnen aus Rumänien verfügt. Damit, so die offizielle Begründung, werde einem Ersuchen der rumänischen Regierung nachgekommen. Rumänische Prostituierte, denen bereits ein Visum erteilt wurde, müssen mit aufenthaltsbeendenden Maßnahmen rechnen. Bisher war diesen – wie allen anderen Nicht-EU-Migrantinnen, die in Österreich die Prostitution ausüben und über kein sonstiges Visum verfügen – zur legalen Ausübung der Prostitution ein Visum für Selbständige gemäß § 7 Abs. 4 Z 4 FrG erteilt worden. Dieses Visum konnte aufgrund eines Erlasses des BM für Inneres (von 1997 und 2001) für Showtänzerinnen und Prostituierte erteilt werden. Es handelt sich dabei um eine befristete, an die Beschäftigung gebundene Aufenthaltsbewilligung, die – bei Erfüllen bestimmter Voraussetzungen (Zusage eines Clubchefs, Versicherung, kein Aufenthaltsverbot) - Frauen aus sämtlichen Ländern der Welt erteilt wird. Der nun wirksam gewordene bzw. drohende Entzug ihres Visums und die damit verbundene Unklarheit über Bestrafung bei Rückkehr nach Rumänien (die rumänische Regierung hat bislang kein Angebot der Straffreiheit für freiwillig zurückkehrende Frauen gemacht), hat für die derzeit in Österreich in der Sexarbeit tätigen rumänischen Migrantinnen dramatische Konsequenzen. Ein Großteil der Frauen wird notgedrungen illegal weiter in der Prostitution arbeiten und dabei die ohnehin geringen Rechte verlieren, die bislang zumindest ein Minimum an strukturiertem Leben und der Vorbeugung gesundheitlicher Risken ermöglichten. Wir bitten Euch/Sie daher um Unterstützung dieser Aktion gegen die Illegalisierung von SexarbeiterInnen aus Rumänien. Nähere Informationen: lefoe at aon.at oder maiz at servus.at 5. 1985 – 2005: 20 Jahre LEFÖ LEFÖ T-Shirts Sie sind gegen einen Spendenbeitrag von 15,- Euro bei uns im Büro erhältlich. (Bitte vorher anrufen!) Tausend Frauen Aufgrund ständiger finanzieller Kürzungen haben wir die Aktion 1000 Frauen ins Leben gerufen. Wir möchten das soziale Bewusstsein von solidarischen Frauen (und Männern) ansprechen, die diese Situation verstehen und Teil der Kampagne „1000 Frauen“ sein wollen. Unser Ziel ist es, 1000 Frauen (Männer) zu motivieren, diese Kampagne mit 10 Euro pro Monat in Form eines Dauerauftrags mindestens 1 Jahr lang zu unterstützen und PartnerInnen in diesem – unseren – Kampf zu sein. Mit Ihrer Unterstützung und Ihrer Zivilcourage... ...finanzieren Sie eine der wenigen Organisationen in ganz Österreich, die für die Rechte der Migrantinnen eintritt. ...unterstützen Sie eine Organisation, die Beratungen, Begleitungen, Deutschkurse und Gesundheitsprävention für Migrantinnen sowie laufende Interventionen für Betroffene von Frauenhandel anbietet. ...ermöglichen Sie es Frauen aus Lateinamerika, Afrika, Asien und Osteuropa, kostenlose Beratungen und Deutschkurse in Anspruch zu nehmen....fördern Sie die Entwicklung einer politischen und sozialen Arbeit – für eine reale Integration und gegen eine Polarisierung. Um unser Ziel zu erreichen, brauchen wir auch aktive Frauen und Männer, die diese Aktion unter ihren FreundInnen und Bekannten verbreiten. Wenn jedeR von Ihnen unseren Aufruf an ein, zwei weitergibt, sind wir unserem Ziel schon viel näher! Wenn Sie Sich für die Unterstützung unserer Kampagne entscheiden, richten Sie Ihren Dauerauftrag bitte an folgendes Konto: Verein LEFÖ Kennwort: 1000 Frauen Bankverbindung: Bank Austria BLZ: 12000 Kontonummer: 00684063605 BIC: BKAUATWW IBAN: AT09 1200 306 8406 3605 Danke! 5. Termine zum Vormerken aus dem Bereich Öffentlichkeitsarbeit SexArbeit/gesellschaftspoltische Bedeutung – politische Realität 10. LEFÖ Fortbildungsseminar vom 23. – 25. Juni 2005 in Schloss Puchberg/Wels 20 Jahres Benefiz-Fest von LEFÖ am 29.September 2005 im Moulin Rouge ___________________________________________________________________ Spendenaufruf! Um unsere umfangreiche Beratungs-, Betreuungs- und Bildungsarbeit fortsetzen zu können benötigen wir für 2005 noch dringend Spenden! Bank Austria, Kontonr.: 00684063605, BLZ 12000 Danke! 1985 – 2005 Wir feiern 20 Jahre LEFÖ ___________________________ LEFÖ Beratung, Bildung und Begleitung für Migrantinnen Kettenbrückengasse 15/4 A-1050 Wien Tel: +43-1-5811881 Fax: +43-1-5811882 Homepage: www.lefoe.at Legal Agenda for Migrant Prostitutes and Trafficked Women: www.femmigration.net ================================================ ================================================ Von: Rosa Antifa Wien To: Rosa Antifa Wien Date: Monday, June 13, 2005, 11:33:58 PM Subject: Que(e)r-Beisl am 15. Juni / Wird Oesterreich immer rassistischer? Files: ================================================ Mittwoch 15. Juni: Wird Oesterreich immer rassistischer? Die Zahl der vom Wiener Antirassismus-Verein ZARA dokumentierten rassistischen Uebergriffe ist in den vergangenen Jahren dramatisch gestiegen. Waren 2002 noch 330 Faelle von Diskriminierungen, Beschimpfungen und taetlichen Angriffen bekannt geworden, so wurden 2004 bereits 907 Faelle registriert. Werden die OesterreicherInnen rassistischer? Oder nimmt einfach nur die Zivilcourage ab? Eine Diskussion ueber Rassismus in Oesterreich mit Hikmet Kayahan, dem Leiter der ZARA-Beratungsstelle fuer Opfer & ZeugInnen von Rassismus. (Infos auch unter http://www.zara.or.at) Ort: Que(e)r-Beisl im EKH. Wielandgasse 2-4, 1100 Wien (U1 Keplerplatz) Zeit: 20 Uhr, Beislbetrieb von 18:30-24 Uhr Naechste Woche: Que(e)r-Beisl meets Sommerpause und Ladyfest-Doku Vollstaendiges Monatsprogramm auf http://www.raw.at im Bereich Que(e)r -- ############ RAW ############# Rosa Antifa Wien c/o Rosa Lila Tip Linke Wienzeile 102 A-1060 Wien AUSTRIA ------------------------- E-Mail: raw at raw.at Web: http://www.raw.at Board: http://www.n3tw0rk.org ------------------------- PGP-Key available here: http://www.raw.at/sub/kontakt/raw.asc ############ RAW ############# _______________________________________________ Widerstand mailing list Widerstand at no-racism.net http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/widerstand ================================================ ================================================ Von: August Faschang To: <> Date: Monday, June 13, 2005, 8:58:55 PM Subject: Speakerscorner 16.6.:Rechtsextreme Burschenschaften; Aufruf zu Gudenus&Co von IG-AutorInnen u.a. Files: ================================================ Liebe Leute! +++ Auch am DONNERSTAG (16.6.) gibt es zusätzlich zur wöchentlichen Mahnwache gegen Schwarzorange in Österreich und Orangerot in Kärnten vor dem Kanzleramt wieder einen SPEAKERSCORNER, diesmal mit dem 2.TEIL DES BURSCHENSCHAFTSSCHWERPUNKTS rund um den rechtsextremen "SCHILLERKOMMERS" deutschnationaler Burschenschaften und der FPÖ-Wien vom letzten Samstag. Im 2.Teil stehen folgende Themenbereich im Vordergrund: Antisemitismus, Burschenschaften und der Nationalsozialismus, Weiterentwicklung und Neuentstehen der Szene, Dachverbände, Radikalität in der Radikalität - Beim "Schillerkommers" waren viele namhafte ehemalige und auch gegenwärtige Stützen von Schüssels schwarzblauoranger Regierung dabei, wie z.B. Exminister Haupt, der im Rahmen des gemeinsamen orangeblauen "Freiheitlichen Parlamentsklubs" weiterhin brav die Regierungsmehrheit stützt. (Dafür musste er sich bei seiner Rede von noch radikaleren Rechten allerdings "Verräter"-Rufe anhören. "Deutschland, Deutschland über alles" wurde zum Schluss dann jedoch wieder einträchtig gemeinsam gesungen.) Treffpunkt ist um 19Uhr45 Ecke Ballhausplatz/Heldenplatz, Beginn 20Uhr. Und danach sind wieder alle Teilnehmerinnen im Stammlokal in der Neustiftgasse willkommen! +++ Und wie jeden Donnerstag gibt es schon ab 17Uhr die WIDERSTANDSLESUNG (Ecke Ballhausplatz/Heldenplatz). +++ Im ANHANG ein AUFRUF ZU GUDENUS&CO von IG-Autorinnen Autoren u.a. - zum Unterzeichnen und Weiterverbreiten (Auch UnterzeichnerInnen, die nicht SchriftstellerInnen oder KünstlerInnen sind, sind heftig erwünscht!) +++ Wir haben eine neue Donnerstagsprotesttafel. Der Text ist aufgrund der unveränderten Verhältnisse gleich (Gegen eine Regierung mit Rassisten und Naziverharmlosern)Sie ist aber noch stabiler (hält vermutlich Jahrzehnte!) und schaut ganz toll neu aus. Vielen Dank an die Produzentinnen!!! ligrü Gustl +++ ANHANG: Aufruf Kein Lavieren im Umgang mit Verleugnern der NS-Verbrechen Gerhard Ruiss, Elfriede Jelinek, Ludwig Laher, Marlene Streeruwitz, Gustav Ernst, Peter Turrini... p.A. IG Autorinnen Autoren, 1070 Wien, Seidengasse 13, Tel. 01/526 20 44-13, Fax-DW - 55 Kein Lavieren im Umgang mit Verleugnern der NS-Verbrechen Der österreichische Parlamentarier John Gudenus bestreitet, daß es im Dritten Reich Gaskammern gegeben hat: "Es gab Gaskammern, aber nicht im Dritten Reich. Sondern in Polen. So steht das auch in den Schulbüchern. Ich habe nie gesagt, dass ich prinzipiell Gaskammern anzweifle." (Der Standard, 8.Juni 2005). Somit sind seiner Auffassung nach in Mauthausen, Hartheim und in anderen nationalsozialistischen Konzentrationslagern keine Menschen im Gas gestorben. Diese Aussage ist Wiederbetätigung pur. Solchen und ähnlichen unerträglichen Stellungnahmen österreichischer Mandatare und hoher Funktionsträger in öffentlichen Ämtern (Gudenus, Kampl, Freundschlag etc.) begegnen wir rund um das Staatsvertragsunterzeichnungsjubiläum beinahe täglich. Sie beschädigen nicht nur das Ansehen Österreichs im Ausland, sie werfen im von der Bundesregierung ausgerufenen "Gedankenjahr 2005" auch ein bezeichnendes Licht auf den wirklichen Umgang mit unserer Vergangenheit in unserem Land: Statt klaren Distanzierungen und einem konsequenten Einschreiten gegenüber Geschichtsverfälschern und Anhängern rassistischer und nationalsozialistischer Barbarei beobachten wir ein Lavieren und Taktieren, ein halbherziges Dementieren und das schlecht verhüllte Machtkalkül einer Regierung, die sich auf die Kumpanei mit solchen Leuten stützt. Die österreichischen Schriftstellerinnen und Schriftsteller, Künstler/innen und Kulturschaffenden fordern ein Verfahren gegen Bundesrat John Gudenus wegen Wiederbetätigung und die Aufkündigung jeder Zusammenarbeit mit allen Leugnern und Rechtfertigern der NS-Verbrechen in allen denkbaren politischen Zusammenhängen. Weiters fordern wir alle demokratischen Kräfte in Österreich (Kirchen, Gewerkschaften usw.) dazu auf, sich diesen Forderungen anzuschließen. Gerhard Ruiss, Elfriede Jelinek, Ludwig Laher, Marlene Streeruwitz, Gustav Ernst, Peter Turrini, Andreas Renoldner, Werner Richter, Brigitte Rapp, Daniela Koweindl, Nicole Delle Karth, Johanna König, Nils Jensen, Helmut Peissl, Patricia Koestring, Utta Roy-Seifert ...IG Autorinnen Autoren, Übersetzergemeinschaft ... _______________________________________________ Widerstand mailing list Widerstand at no-racism.net http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/widerstand ================================================ ================================================ Von: Rechtskomitee LAMBDA To: office at RKLambda.at Date: Monday, June 13, 2005, 11:53:17 PM Subject: EP oder ZIP? (21.06.2005) Files: Message.html, image001.jpg, image003.jpg, image002.jpg, Part.txt ================================================ RechtskomiteeLAMBDA, Rosa Lila Tip und XTRA! laden im Rahmen desProjekts RechtBeweglich zur Informations- undDiskussionsveranstaltung EP oder ZIP? Und wann können wir heiraten? Dienstag,21. Juni 2005 (20.00) B G Wien 5, Schönbrunnerstrasse 21 http://www.bg-lokal.at mit NRPräs. Mag.a Barbara PRAMMER, stv. Bundesparteivorsitzendeder SPÖ Marco SCHREUDER, Grüne Andersrum Günter TOLAR, SOHO NRAbg. Mag.a Ulrike LUNACEK, Grüne(eingeladen) Moderation: RA Dr. Helmut GRAUPNER, RechtskomiteeLAMBDA www.RechtBeweglich.at ================================================ ================================================ Von: Daniela Koweindl To: MUND Date: Monday, June 13, 2005, 11:09:12 PM Subject: Born-To-Be-White: Diskussion # 2 Files: ================================================ Liebe FreundInnen, AktivistInnen und UnterstützerInnen, Wir möchten euch herzlich einladen zum Diskussionsbeitrag von Araba Evelyn Johnston-Arthur im Rahmen der Ausstellung "Born to be white. Rassismus und Antisemitismus in der weißen Mehrheitsgesellschaft": "Das Schwarze Objekt der ,Andersartigkeit' als Grundlage für weiße österreichische Selbstdefinitionen" von Araba Evelyn Johnston-Arthur Donnerstag, den 16. Juni 2005 um 19 Uhr IG Bildende Kunst, Gumpendorferstr. 10-12, 1060 Wien Araba Evelyn Johnston-Arthur ist Mitbegründerin der sozialpolitischen Selbstorganisation Pamoja. Bewegung der jungen afrikanischen Diaspora in Österreich, Aktivistin der Black Community und arbeitet zu Repräsentationspolitik, Geschichte und Gegenwart der afrikanischen Diaspora mit Schwerpunkt Österreich, institutionalisiertem Rassismus und Antirassismus. Wir freuen uns, wenn ihr kommt und bitten um Weiterverteilung über eure Mailinglisten; Viele Grüße, Jo Schmeiser und Rosa Reitsamer ================================================ 19 Hilfsorganisation verurteilt Wiederaufnahme des Kriegs gegen die Kurden – EU sollte Beitrittsverhandlungen der Türkei stoppen Von: wadi wien ================================================ Hilfsorganisation verurteilt Wiederaufnahme des Kriegs gegen die Kurden – EU sollte Beitrittsverhandlungen der Türkei stoppen „Für die jüngste Wiederaufnahme des Krieges zwischen PKK und Türkischer Regierung zeichnet die Türkische Regierung verantwortlich“ ist sich Thomas Schmidinger, Obmann der österreichischen Sektion der in Kurdistan aktiven Hilfsorganisation Wadi sicher. Erst vor wenigen Wochen kam er gemeinsam mit der Finanzreferentin der NGO, Mary Kreutzer, aus dem türkischen Teil Kurdistans nach Österreich zurück. „Bereits bei unserem letzten Besuch in Diarbakir war die Militärpräsenz deutlich höher als während der letzten Jahre. Die türkischen Sicherheitskräfte scheinen die Eskalation bewusst vorangetrieben zu haben.“ Tatsächlich wurden mittlerweile bei erneuten Kämpfen zwischen PKK und türkischen Truppen eine Reihe von Kurden und Kurdinnen getötet. Bereits seit dem letzten Newroz-Fest im März 2005 war in der Türkei eine neue Welle nationalistischer Propaganda zu bemerken, die sogar zu Lynchversuchen gegen kurdische Jugendliche führte. Die türkische Regierung schreckte erst vor wenigen Tagen nicht einmal davor zurück, gänzlich absurde Maßnahmen umzusetzen und ordnete dabei die Umbennenung angeblich „separatistischer“ Tiernamen, die die Worte „armenisch“ oder „kurdisch“ enthielten, an. Die letzten Tage waren erneut größere Truppenteile in den Osten des Landes verlegt worden. Die Nachrichtenagenturen meldeten größere Kämpfe. Für die NGO Wadi, die seit Jahren v.a. Frauenprojekte in den kurdischen Gebieten des Irak unterhält, ist klar, dass diese neue Eskalation der Gewalt nur von jenen gestoppt werden können, die sie heraufbeschworen haben: die türkische Regierung und das türkische Militär. „Die PKK war schon längst auf dem Rückzug und hatte bereits seit Jahren keinen bewaffneten Kampf mehr geführt. Es ist die türkische Regierung, die nun die Kämpfe wieder aufleben lässt“ analysiert Mary Kreutzer. Mit verantwortlich für die gegenwärtige Situation wäre jedoch auch die soziale Lage in den kurdischen Gebieten der Türkei. Die in den Achziger- und Neunzigerjahren durch eine „Politik der Verbrannten Erde“ zerstörten Dörfer wurden bis heute nicht wieder aufgebaut. Der Osten der Türkei ist ökonomisch extrem benachteiligt. Dementsprechend ist es für Thomas Schmidinger an der Türkischen Regierung die Truppen sofort zurückzuziehen und die Kämpfe zu beenden: „Sollte dies nicht geschehen, wird sich zeigen ob für die EU menschenrechtliche Minimalstandards eine Rolle spielen. Ich war immer für einen EU-Beitritt der Türkei. Sollte die Regierung jedoch nun wieder einen Krieg gegen die eigene Bevölkerung beginnen, wäre die EU gut beraten alle Beitrittsverhandlungen sofort zu stoppen und so Druck auf Ankara auszuüben, den Krieg gegen die Kurden zu beenden!“ Für weitere Auskünfte stehen Wadi-MitarbeiterInnen gerne zur Verfügung, unter: 0699-11365509. -- WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit e-mail: wadi.wien at gmx.at Tel.: 0699-11365509 Spendenkonto in Österreich: Kontonummer 07.405.301 Evangelische Kreditgenossenschaft eG BLZ 31800 IBAN: AT10 3180 0000 0740 5301 BIC: EVKRATW1 Website mit weiteren Informationen zu Projekten von Wadi und Veranstaltungshinweisen: www.wadinet.at Weitersagen: GMX DSL-Flatrates mit Tempo-Garantie! Ab 4,99 Euro/Monat: http://www.gmx.net/de/go/dsl -- WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit e-mail: wadi.wien at gmx.at Tel.: 0699-11365509 Spendenkonto in Österreich: Kontonummer 07.405.301 Evangelische Kreditgenossenschaft eG BLZ 31800 IBAN: AT10 3180 0000 0740 5301 BIC: EVKRATW1 Website mit weiteren Informationen zu Projekten von Wadi und Veranstaltungshinweisen: www.wadinet.at ================================================ B) TERMINE ================================================ ======================== Mittwoch http://mund.at/butt/Termine/Juni/1506.htm Donnerstag http://www.mund.at/butt/Termine/Juni/1606.htm Freitag http://www.mund.at/butt/Termine/Juni/1706.htm ======================== ================================================ D) EDITORIAL ================================================ Für den Inhalt verantwortlich: Ihr. E-Mail-Adresse für Beiträge: widerstand at no-racism.net geschickt. widerst at nd MUND und alle Termine täglich aktualisiert im Web: http://www.no-racism.net/MUND Ziel von MUND (medienunabhängiger Nachrichtendienst) ist die unzensurierte und möglichst rasche Information über gesellschafts- politisch relevante Termine, Hinweise und Diskussionsbeiträge zu Widerstand und Antirassismus sowie verwandte Themen. sollen einen Titel, Namen und Emailadresse der/des AutorIn enthalten und möglichst kurz und prägnant gehalten sein, ev. mit Hinweis, wo weitere Informationen eingeholt werden können. Bitte keine Attachments! Die inhaltliche und sachliche Verantwortung liegt bei der/dem jeweiligen AutorIn bzw. jenen, die uns die Beiträge schicken. Der MUND wird von einzelnen TagesredakteurInnen zusammengestellt. Da Fehler nicht ausgeschlossen sind, bitten wir, nicht veröffentlichte Beiträge nochmals an widerstand at no-racism.net zu senden. Die Weiterleitung (auch auszugsweise) ist erwünscht. Beiträge mit rassistischen oder sexistischen Inhalten werden nicht veröffentlicht. Sehr persönliche Meldungen werden wir an den betreffenden Adressaten weiterleiten, aber nicht im MUND veröffentlichen. Die bisherigen Ausgaben sind unter http://www.no-racism.net/MUND archiviert. Terminankündigungen bitte nach folgender Vorlage: * Wann: Sonntag, 11.11.2001, 11:11 Uhr * * Was: Maskenball: Motto "Schwarzblau ist die Haselnuss" * * Wo: Villa Morgenrot, Grüner Anger 42, 2001 Wendendorf * * Kommentar: Anreise per Anhalter. Maskenzwang. Ende nie. Aber kurz und prägnant.* Die Rubrik "Redaktionelles" am Ende der Ausgabe ist u.a. eine Konsequenz aus der Notwendigkeit, sexistische, antisemitische und rassistische Beiträge nicht zu veröffentlichen, ohne jedoch stillschweigend Zensur zu üben. Hier wird - in anonymisierter Form - auf angehaltene Beiträge hingewiesen und eine kurze Begründung der Tagesredaktion für die Nichtaufnahme geliefert. (Weitere Gründe einen Beitrag nicht aufzunehmen sind z.B.: Attachments, kein erkennbarer Bezug zu den breit gestreuten Themen des MUND, Werbesendungen, sinnlose Kettenbriefe.) Die AbsenderInnen der betroffenen Beiträge werden hiervon informiert. Im Sinne einer "gläsernen Zensur" könnt ihr Euch die Beiträge gerne extra schicken lassen: Ein kurzes Mail an widerstand at no-racism.net genügt. ================================================ E) VERTEILERLISTE ================================================ Zur Eintragung in diesen Verteiler bitte direkt subskribieren unter http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/analle oder von der einzutragenden Adresse aus ein mail schicken an: admin at no-racism.net mit folgendem Text: subscribe no-racism Bitte wegen Automatisierung diesen Wortlaut verwenden! Zur Austragung aus dieser Liste bitte an zusammengestellt. Bitte keine Attachments! (werden nicht angenommen) 1 beitrag nicht genommen- nwr, Redaktionsschluss für diese Ausgabe: Mi 12.00 Uhr III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III ü, ö, ä, ß, Ü, Ö, Ä III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III widerst at nd-MUND is powered by http://alt.strg.at/ ================================================ From analle at no-racism.net Thu Jun 16 07:38:06 2005 From: analle at no-racism.net (=?iso-8859-1?q?MUND=3A_medienunabh=E4ngiger_Nachrichtendienst?=) Date: Thu, 16 Jun 2005 07:38:06 +0200 Subject: widerst@nd - MUND: Donnerstag, 16.6. 2005 Message-ID: widerst at nd MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst Donnerstag, 16.6. 2005 www.no-racism.net/mund ================================================ A) INHALT ================================================ ================================================ EKH ================================================ 01 19h im Depot :: Situationsdiskussion zum Ernst-Kirchweger-Haus von starsky at mail.sil.at ================================================ 02 kanalB videoclip - tueren abgebaut von kanalB_at_redaktion at kanalB.org ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ANKÜNDIGUNGEN/AKTiONEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 03 400 Gewerkschafter in Pakistan verhaftet von Sozialistische LinksPartei ================================================ 04 Chiala' Afriqas Festival graz 05 von chiala at mur.at ================================================ 05 freibesetzt : kunsthalle exnergasse 29.6 - 23.7 von innbetween at hotmail.com ================================================ 06 Globalisierung und ChristInnen / MuslimInnen von ================================================ 07 Gewaltfreiheit von ================================================ 08 PA: 10 Jahre Integrationshaus - ein Jubiläum der anderen Art von "Gabi Ecker" ================================================ 09 [SOSMM - Info] Asylwette, Annäherungsversuche, Flüchtlingsfest von "SOS Mitmensch - Philipp Sonderegger" ================================================ 10 Erschienen: GegenStandpunkt 2-05 von GegenStandpunkt at gmx.at ================================================ 11 GAJ Wien VA - HIV/Aids in Bolivien von GAJ Wien ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN/MEINUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 12 Graz/Kronesschule/Vorschlag/Fabisch/KPÖ von ================================================ 13 grüner erfolg: errichtung eines mahnmals wird realität von Grüne Andersrum ================================================ 14 ASt - Mit der Bitte um Veröffentlichung von ASt-LFI ================================================ 15 Wien errichtet Mahnmal f ü r die homosexuellen NS-Opfer von ================================================ 16 Syrien: Ba’ath in der Menge von "wadi wien" ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ZYNISMUS/SATiRE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 17 EKH - mit der Bitte um Veröffentlichung von didi zach ================================================ ================================================ B) TEXTE ================================================ ================================================ EKH ================================================ 01 19h im Depot :: Situationsdiskussion zum Ernst-Kirchweger-Haus von starsky at mail.sil.at ================================================ Die IG Kultur Wien lädt aus aktuellem Anlass zur SITUATIONSDISKUSSION ZUM ERNST-KIRCHWEGER-HAUS Aufgrund der brisanten Situation rund um die mögliche bevorstehende Räumung des autonomen Kulturzentrums EKH ab 1. Juli 2005 lädt die IG Kultur Wien zur Situationsdiskussion am 16. Juni um 19h ins Depot. Eine Räumung des EKHs bedeutet für eine Vielzahl von dort ansäßigen soziokulturellen Initiativen wie Flughafensozialdienst, Deserteurs- und Flüchtlingsbetreuung, Archiv für soziale Bewegungen etc. das Aus. -- Informationen zur Veranstaltung Es diskutieren: - VertreterInnen der betroffenen Initiativen des EKH - Christine Schöffler und Peter Blakeney/Het Poortgebouw; Niederlande - Christian Oxonitsch, Landtagsabgeordneter, Vorsitzender des Wiener SPÖ Gemeinderatsklubs *) - Nikolaus Kunrath, Fachreferent für Büroleitung Klubobfrau und Stadtrat, Wiener Grüne *) *) angefragt Moderation: Stefan Lutschinger (IG Kultur Wien) Wann: Do, 16. Juni '05, 19.00h Wo: Depot, Breite Gasse 3, 1070 Wien Ablauf der Veranstaltung: - Darstellung der aktuellen Situation - ca. 30min - Podiumsgespräch - ca. 1h min - Publikumsgespräch im Anschluß - ca. 30min Wir freuen uns auf Ihr/Euer Kommen! -- Weiterführende Informationen # EKH - Ernst-Kirchweger-Haus Das Ernst-Kirchweger-Haus definiert sich als Freiraum für kulturelle, politische und künstlerische Aktivitäten. 1990 wurde die ungenutzte "Wielandschule" der KPÖ von AktivistInnen der Wiener Hausbesetzerszene und dem linken türkischen Verein ATIGF besetzt. Als inter/antinationalistisches, antifaschistisches, selbstverwaltetes Zentrum erhielt es den Namen Ernst Kirchwegers, der in den 60er Jahren auf einer antifaschistischen Demonstration ums Lebens gebracht wurde. http://www.med-user.net/ekh/ Aktuelle Infos zum Hausverkauf http://ekhbleibt.info # Het Poortgebouw; Niederlande Christine Schöffler und Peter Blakeney sind in Rotterdam im Einsatz für den Erhalt einer seit 25 Jahren bestehenden Wohngemeinschaft (30 Menschen) in einem monumentalen ehemaligen Hafengebäude, die jetzt von den kommerziellen Vorhaben eines Privateigentümers bedroht ist: statt Herberge eines erfolgreichen, mitterweile landesweit bekannten Wohn- und Arbeitsprojektes und blühender Subkultur soll das Poortgebouw ein weiteres anonymes Luxusbürogebäude werden. www.poortgebouw.nl Kuratoren der Ausstellung und Veranstaltungsreihe "freibesetzt" in der Kunsthalle Exnergasse/WUK, 29. Juni bis 23. Juli 2005 www.freibesetzt.tk -- IG-KULTUR WIEN Gumpendorfer Straße 63B/3 A-1060 Wien Tel: +43(01) 503 71 20 14 Fax: +43 (01) 503 71 20 15 office at igkulturwien.net www.igkulturwien.net ================================================ 02 kanalB videoclip - tueren abgebaut von kanalB_at_redaktion at kanalB.org ================================================ titel des videoclips: tueren abgebaut --: - beschreibung: am dienstag den 14. Juni um 14.30 Uhr kamen der neue eigentuemer Christian Machowetz, herr Huber vom immobilienbuero Petri und Co., ein trupp bauarbeiter und drei exekutivbeamte vor das EKH, mit der absicht die tuere im ersten stock zu entfernen. das angebot seitens zufaellig anwesender nutzerInnen die tuere bis 16 Uhr selbst zu entfernen wurde vom eigentuemer abgelehnt. ohne gross nachzufragen begannen die bauarbeiter zuerst die eingangstuer und dann die tuere im ersten stock abzubauen. ---: - kategorie: schnipsel ----: - clipinfo: http://kanalB.org/clip.php?clipId=1106 -----: - video: http://austria.kanalb.org/video.php?clipId=1106&Viam=Clip ------: - download: http://austria.kanalb.org/download.php?clipId=1106 --------------: - laenge: 3,23 min team: kanalB erstellt: 2005-06-15 datenmenge: 5654 kb -------------: - weitere informationen: http://ekhbleibt.info/ekh/info/1118781551 ---------: - weitere clips zum thema EKH bleibt!: http://austria.kanalb.org/topic.php?clipId=110 ----------------: - realplayer: http://kanalB.org/realplayer.html -----------------: - email: kanalB_at_redaktion at kanalB.org kanalB ersetzt herkoemmliches fernsehen: http://austria.kanalb.org _______________________________________________ clips_kanalb_at mailing list clips_kanalb_at at kanalB.org http://kanalB.org/cgi-bin/mailman/listinfo/clips_kanalb_at ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ANKÜNDIGUNGEN/AKTIONEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 03 400 Gewerkschafter in Pakistan verhaftet von Sozialistische LinksPartei ================================================ Eine Information der Sozialistischen LinksPartei (SLP) * 61.000 TelekomarbeiterInnen in Pakistan streiken gegen die geplante Privatisierung * Regierung lenkt am 4. Juni ein * kurz danach beginnt die Repression gegen die GewerkschafterInnen - Wohnungen werden von der Polizei überfallen, Familienmitglieder stellvertretend verhaftet * eine Welle internationaler Solidarität unterstützt die TelekomarbeiterInnen In Österreich haben sich FunktionärInnen diverser Gewerkschaften sowie politischer Organisationen dem Protest angeschlossen. Eine diesbezügliche Protestresolution wird am Mittwoch, 15. Juni zwischen 9.00 und 10.00 vormittags bei der Pakistanischen Botschaft (Wien 19, Hofzeile 13) übergeben. Informationen unter: www.slp.at 0650-424 63 10 Hintergrundinformationen: Nach einem zehntägigen Streik von über 60.000 Beschäftigten der staatlichen Pakistan Telecommunivations Ltd. (PTCL) hatte die Regierung am 4. Juni in einer Vereinbarung mit dem gewerkschaftlichen Aktionskomitee zugesichert, die Privatisierung des Unternehmens auf unbestimmte Zeit auszusetzen und die Forderungen der Streikenden zu erfüllen. Nur wenige Tage später entpuppte sich die Regierung als wortbrüchig und forderte die Gewerkschaften auf, einer Privatisierung zuzustimmen. Daraufhin besetzten über 4.000 Telekom-Arbeiter die Geschäftszentrale der PTCL und rief das gewerkschaftliche Aktionskomitee zur Wiederaufnahme erster regionaler Streiks auf. Das aus neun Gewerkschaften des Telekom-Bereichs bestehende Aktionskomitee zog sich aus den Verhandlungen mit der Regierung zurück und erklärte den Vollstreik wieder aufzunehmen, sollten GewerkschafterInnen verhaftet werden oder die Regierung einseitig einen neuen Privatisierungstermin festlegen. Dies hat die pakistanische Militärregierung nun getan. Acht Gewerkschaftsaktivisten wurden gestern verhaftet, darunter Zafar Zaidi, ein führendes Mitglied der Pakistan Telecommunications Union und Tanvir Shah, ein Mitglied des gewerkschaftlichen Aktionskomitees. Mindestens 400 ArbeiterInnen wurden seither verhaftet! AktivistInnen des Streiks und Gewerkschaftsführer müssen sich verstecken, um Verhaftungen zu entgehen. Ebenso hat die Regierung den Beginn der PTCL-Privatisierung auf den 18. Juni festgelegt. Das gewerkschaftliche Aktionskomitee hat daraufhin angekündigt vom 15. Juni an das gesamte Telekommunikationsnetz lahm zu legen. Dies markiert eine enorme Zuspitzung in dem wahrscheinlich wichtigsten Arbeitskampf in Pakistan seit vielen Jahren. Der Erfolg vom 4. Juni hatte große Auswirkungen, auch über die Grenzen Pakistans hinaus. Das Selbstbewusstsein von ArbeiterInnen im ganzen Land und das Gefühl, dass entschlossene und einheitliche Kämpfe etwas bewirken können wurden gestärkt. In der ersten Phase dieses Arbeitskampfes spielte die internationale Solidarität eine große Rolle. Die pakistanischen KollegInnen haben die Einschätzung, dass es ohne diese schon früher zu Repressionsmaßnahmen gekommen wäre. Die Kampagne für Gewerkschaftsrechte in Pakistan (Trade Union Rights Campaign Pakistan - TURCP) ruft deshalb zu einer Wiederaufnahme und Steigerung von weltweiten Protesten und Solidaritätsaktionen zur Unterstützung folgender Forderungen auf: * Sofortige Freilassung aller verhafteten AktivistInnen und GewerkschaftsführerInnen. Schluss mit den Repressionsmaßnahmen! Keine weiteren Verhaftungen! * Für den sofortigen Abzug alles Polizei- und paramilitärischen Einhieten, die um die PTCL-Zentrale herum postiert sind. * Anerkennung der Vereinbarung vom 4. Juni durch die Regierung! Keine Privatisierung der PTCL! * Solidarität mit den gegen die Privatisierung kämpfenden Beschäftigten der PTCL! Press Release 13 June 2005 From the Trade Union Rights Campaign Pakistan In a brutal escalation of repression, the Pakistani government ordered widescale arrests of telecommunication workers fighting to defeat privatisation. Police raided homes and arrested family members when they could not find telecommunication workers they were looking for. This is similar tactics to that used by the US army who take relatives as hostages when they raid homes in Iraq. The government has also unilaterally announced the privatisation of Pakistan Telecommunication Company Ltd (PTCL) to begin on 18 June. This completely breaks an agreement signed on Friday 4 June following a ten day strike of the telecommunication workers in which the government agreed to the indefinite postponement of the privatisation process. The government has effectively implemented a lock out of the workforce by refusing to allow workers from grades 1 - 16 in the industry to enter telecommunications depots. In all the main depots paramilitary police and soldiers from the army have been deployed. The unions leadership have said that they will jam the telecommunications system from June 15 unless all workers are released and privatisation plans are dropped. The National Industrial Relations Committee has temporarily banned all trade unions from operating within the PTCL. As well as this all demonstrations and protests are now banned within 200m of telecommunications depots. Trade Unionists from the joint Action Committee of nine telecoms unions have issued a call for letters of protest to be sent to the following addresses: Awais Leghari, Minister Telecom and Information Technology, minister at moitt.gov.pk and to turcpakistan at yahoo.com making the following demands: · Release all telecommunications workers and trade unionists leaders taken into custody. Stop the crackdown now. No more arrests · For the immediate withdrawal of all paramilitary and police forces from in and around PTCL premises · Honour the 4 June agreement - No to the privatisation of PTCL · Full support to PTCL workers fighting privatisation Notes to editors: v The Trade Union Rights Campaign Pakistan is an organisation set up recently to publicise the conditions of workers and Trade Unions in Pakistan internationally. v Interviews with telecommunications trade union leaders can be arranged. presse at slp.at mailliste http://slp.at/mailman/listinfo/presse_ ================================================ 04 Chiala' Afriqas Festival graz 05 von chiala at mur.at ================================================ Chiala' Afriqas Festival graz 05 25.06.05 - 03.07.05 Veranstalter: Afrikazentrum Chialá Afriqas Eine Woche lang steht Graz im Zeichen afrikanischer Kunst und Kultur: Großteils in Österreich lebende afrikanische KünstlerInnen und WorkshopleiterInnen werden durch Literatur, Film, Malerei, Musik, Tanz, Gastronomie, Bazar und Workshops für alle BesucherInnen ein Stück Afrika erlebbar machen. Programm download unter http://www.chiala.at/html/afrikafestival.htm ================================================ 05 freibesetzt : kunsthalle exnergasse 29.6 - 23.7 von innbetween at hotmail.com ================================================ es ist doch eh so angenehm in der stadt. alle gehen zur arbeit, verdienen ihr geld, gehen damit dann einkaufen und miete und strom zahlen.bürotürme werden dunkel, in wohnhäusern flackert das breitband TV licht.dann gibt es zum beispiel noch studenten, die in den universitäten etwas lernen, damit sie dann siehe wie oben.die stadt gönnt uns aber auch den luxus von kunst und kultur, die uns ein bisschen vom eintönigen alltag ablenkt, und da muss man schon dankbar sein, denn das ist nicht überall so. drum gibt es auch theater und clubbings und eine sichere u-bahn dahin und zurück, auch nach geschäftsschluss. die leute, die diese saubermachen können froh sein, denn daheim im ausland würden sie nicht soviel verdienen wie bei uns. warum muss es jetzt diese chaoten geben, die nichts fürs wohnen und die kultur und das ganze zahlen wollen? sie sagen, sie machen sich das alles selber und dabei beziehen sie doch die sozialhilfe von unserem steuergeld. nein, da muss man schon sagen, in dem fall kann man der polizei schon mehr befugnisse einräumen, um das einzudämmen. es geht schliesslich um die öffentliche ordnung-sonst könnte ja jeder daherkommen und zum beispiel in ein leeres haus einziehen. für obdachlose, alte und behinderte gibts doch heime und für künstler, wenn sie gut sind, ateliers vom staat.es ist doch alles geregelt, wir leben im wohlstand, was regen die sich auf? KOMMT ALLE DAHER! freibesetzt - Kunsthalle Exnergasse/WUK 29. Juni bis 23. Juli 2005 http://www.freibesetzt.tk Im Grunde geht es um den Bedarf und die Schaffung von RAUM - als Terrain für die aus den unterschiedlichsten Gründen entstehende Notwendigkeit, sich dem Diktat von "wirtschaftlicher Rentabilität" zu entziehen und abseits fortschreitender gesellschaftlicher Normalisierungsprozesse und Hierarchien zu leben, zu arbeiten, oder soziale und kulturelle Netzwerke aufzubauen. Politischer Widerstand erhebt in einer Demokratie-so sie tatsächlich gelebt werden soll/darf-den Anspruch auf die notwendigen Räume und Strukturen zu dessen Artikulation, und um konstruktive Alternativen andenken und zumindest im Experiment umsetzen zu können. (Kultur)historische, soziale, kulturelle und künstlerische Aspekte dieses Themas (oder Zustands) sollen durch die persönliche Perspektive und Praxis von diversen österreichischen und niederländischen Personen und Initiativen auseinandergesetzt werden. Die gegenwärtige Krisensituation von hiesigen Freiräumen (physischer und struktureller) und deren Verfechtern, so unterschiedlich wie das Ernst-Kirchweger-Haus, die Gruppe Freiraum (Unicampus Gelände), das Studentencafé Tüwi oder (ex-Public) Netbase und deren Vernetzung (wie in der Initiative "Neue Liegenschaftsverwaltung") ist ein deutliches Signal dafür, dass sich das Thema im öffentlichen Diskurs nun nicht mehr so einfach in die Schublade "linksradikale Randgruppe" zwängen lässt. Die Einbindung niederländischer TeilnehmerInnen erscheint uns hier deshalb interessant und wichtig, weil hier seit den späten 60er Jahren (mit dem Einsetzen der kraakbeweging, in etwa: Hausbesetzerbewegung) bis heute kontinuierlich eine Auseinandersetzung mit der Freiraum-Thematik stattfindet. Diese wird auf unterschiedlichsten gesellschaftlichen Ebenen ausgetragen-und zwar auch weit entfernt vom Klischee der liberalen "alles-geht" Mentalität, das unberechtigterweise noch hie und da über die Niederlande herumspukt Aufgrund einer sehr unterschiedlichen sozial-politischen Entwicklung könnte man sich hierzulande zum Beispiel nur schwer in das Dilemma hineinversetzen, das entsteht, wenn eine Stadtregierung brutal besetzte Häuser enträumen lässt und sich gleichzeitig ein Alibi durch staatlich geförderte - aber auch reglementierte - "Brutplätze" (in meist ursprünglich besetzten Gebäuden) für allerlei mehr oder weniger progressive "KünstlerInnen" schafft... Wir hoffen, durch freibesetzt einen engen Erfahrungsaustausch und gegenseitige Inspiration der Betroffenen zu initiieren bzw. zu bestärken; es sollen sich aber auch noch weniger Involvierte von jener - für unseren Geschmack noch zu introvertiert geführte- Diskussion angesprochen fühlen. Programmschwerpunkte: 1. permanente Ausstellung der Installation A Paper House: ständig expandierende dokumentarische Installation über Freiräume in Rotterdam (dort entstanden 2001 für Ausstellung "Squatters", Witte de With Center for Contemporary Art), Taipeh (Kunstbiennale 2004) und für freibesetzt NEU: Wien. KünstlerInnen: Jeanne van Heeswijk und Rolf Engelen mit Frans Vermeer, Siebe Thissen, innbetween (Christine Schöffler, Peter Blakeney). 29. Juni, 19:00: Housewarming mit den Künstlern, Kraakspreekuur (Besetzungs-Infopunkt) Rotterdam und Vertretern von Wiener Freiräumen. 2. Freiraum/Vrije Ruimte - besetzt, gekauft, verhandelt, gemietet, erkämpft,...? 7. bis 9. Juli, 19:00: Gespräche, Filme und Aktionen zu verschiedenen Strategien in den Niederlanden und Österreich, in der Stadt physische oder strukturelle Freiräume zu schaffen. Mit: Gruppe Freiraum, Wien; Kollektief De Vrije Ruimte, Amsterdam; EKH, Wien; Tüwi, Wien; Dieter Schrage, Wien; Daniela Swarowsky, Wien-Rotterdam; innbetween/Het Poortgebouw Rotterdam-Wien; igkultur, Wien; Netbase, Wien; WUK, Wien, V.E.K.K.S W.E.G. und anderen 3. Freiräume und kulturelle Produktion Freiräume sind oft der start-up ort für innovative kulturelle Plattformen, da dort noch ohne grosse bürokratische und kommerzielle Auflagen (also im Selbstausbeutungs-Prinzip) relativ kostengünstig KünstlerInnen aller Qualitäten zu einem Auftritt verholfen und den BesucherInnen niedrige Eintritts-und Barpreisgestaltung gewährleistet werden kann. Doch wie geht es weiter? Will man/frau mitsamt der Idee überleben, stellt sich heute immer öfter die Frage, ob und wie man/frau mit einer gewissen Etablierung des Projekts umgehen soll, ohne den experimentellen Charakter und die Zugänglichkeit aufzugeben. 12. bis 16. Juli [WUK Foyer]: Fluc im Exil, täglich 18.00 bis 24.00 Uhr Live Programm Performances [WUK Foyer]: 21.00 Di 12. Juli - Endiche Vis.Sat(LIT), Do 14. Juli - dy'na:mo (A) Sa 16. Juli - Coolhaven(NL), Fr 22 Juli - Tudósok (H) 15.Juli: Podiums(lose) Diskussion, 19.00 Mit: Fluc_im Exil, Worm/NL, Coolhaven/NL, EKH, Tüwi, WUK und anderen. Während der Öffnungszeiten: Kostnixladen: Geben und Nehmen ohne Gegenleistung. Bringt brauchbare Sachen, die ihr loswerden wollt und holt euch was ihr braucht! www.geldlos.at >> weitere ständig aktualisierte Termine, Infos >>und TeilnehmerInnen siehe bitte >>http://www.freibesetzt.tk und >>http://www.kunsthalle.wuk.at << Christine Schöffler ~ Peter Blakeney, 7. Juni 2005 tel. 0699 19741076 e. innbetween at hotmail.com Kunsthalle Exnergasse Währingerstraße 59, 2. Stiege, erster Stock 1090 Wien Tel: +43-1-401 21-41 oder +43-1-401 21-42 Öffnungszeiten: Dienstag - Freitag: 14:00-19:00 Samstag: 10:00-13:00 ================================================ 06 Globalisierung und ChristInnen / MuslimInnen von ================================================ Liebe Friedensfreundinnen und Friedensfreunde, Das Islamische Bildungs- und Kulturzentrum hat mich zu diesem Podium eingeladen (d.h. nicht gender gerechte Formulierung stammt nicht von mir). Mit solidarischen Grüßen Alois Reisenbichler P.S. Ich bitte Mehrfachzusendungen zu entschuldigen. Das Islamische Bildungs- und Kulturzentrum lädt ein zum Christlich-islamischen Rundgespräch GLOBALISIERUNG - CHANCE UND/ODER UNHEIL? Auch Christen und Muslime sind (heraus)gefordert Freitag, 17. Juni 2005, 18.30h PROGRAMM: Begrüßung und Einleitung: Muhammad Lanzl, Obmann des IBIKUZ Teilnehmer am Podiums-Gespräch: Wolfgang Bartsch (Katholische Pfarre Neulerchenfeld) Alois Reisenbichler (Arbeitsgemeinschaft Christentum und Sozialdemokratie) Mustafa Schoof, IBIKUZ Im Anschluss an die Gesprächsrunde gibt es eine Publikumsdiskussion. Zum Abschluss: Imbiss und gemütliches Zusammensein Eintritt 3?/ermäßigt 2? Auf zahlreichen Besuch und aktive Teilnahme freuen sich die Veranstalter. Islamisches Bildungs- und Kulturzentrum - Österreich Laudongasse 56/1 A - 1080 Wien Tel. 01-95 67 848 www.ibikuz.net ibikuz at telering.at ================================================ 07 Gewaltfreiheit von ================================================ Liebe Friedensfreundinnen und Friedensfreunde, ich lade dich / Sie / euch herzlich zum nächsten SOZIALSTAMMTISCH mit Karin John-Redlingshofer zum Thema GEWALTFREIHEIT am Montag, 20. Juni 2005 in St. Pölten ein. Mit solidarischen Friedensgrüßen Alois Reisenbichler P.S. Ich bitte Mehrfachzusendungen zu entschuldigen. Gewaltfreiheit - Illusion oder Wirklichkeit? Wie können Konflikte im persönlichen Bereich ebenso wie in der Gesellschaft und auf internationaler Ebene gelöst werden? Wie kann das Prinzip "Aug um Aug, Zahn um Zahn" überwunden werden? Die Betriebsseelsorge St. Pölten, die Katholische ArbeitnehmerInnenbewegung (KAB) und der Internationale Versöhnungsbund laden daher zu einem Sozialstammtisch in St. Pölten mit Karin John-Redlingshofer zum Thema "Gewaltfreiheit als Illusion oder doch Wirklichkeit". Karin John-Redlingshofer ist Hauptschul- lehrerin und Vorstandsmitglied des Internationalen Versöhnungsbundes - Österreichischer Zweig. Sie wird anhand von Beispielen aus dem Alltag und der Gesellschaftspolitik die Prinzipien der Gewaltfreiheit veranschaulichen. Der Sozialstammtisch beginnt am Montag, 20. Juni 2005 um 19.30 Uhr im Betriebsseelsorgezentrum St. Pölten, Schneckgasse 22 (nahe dem Hotel Metropol). FÜR DEN NÖ TERMINKALENDER Donnerstag, 20. Juni 2005 19.30 Uhr, Sozialstammtisch Karin John-Redlingshofer, Aug um Aug, Zahn um Zahn, GEWALTFREIHEIT als Illusion oder doch Wirklichkeit, Betriebsseelsorgezentrum 3100 St. Pölten, Schneckgasse 22 VeranstalterInnen: Betriebsseelsorge, Katholische ArbeitnehmerInnenbewegung (KAB), Versöhnungsbund Eintritt frei. Informationen: Erwin Burghofer, KAB, 02742 398 344 Alois Reisenbichler, BS, 02742 72240, 0664 3951809 ================================================ 08 PA: 10 Jahre Integrationshaus - ein Jubiläum der anderen Art von "Gabi Ecker" ================================================ Presseaussendung: 10 Jahre Integrationshaus – ein Jubiläum der anderen Art 10 Jahre ist es her, seit im Juni 1995 die ersten Flüchtlinge in das von einer Gruppe rund um Willi Resetarits initiierte Integrationshaus eingezogen sind. Zwtl.: Zeit, für den Vorstandsvorsitzenden Willi Resetarits und die Geschäftsführerin Andrea Eraslan-Weninger eine kurze Rückschau zu machen Vor 10 Jahren haben wir die Arbeit im Integrationshaus mit einem Betreuungsprojekt für traumatisierte Flüchtlinge und AlleinerzieherInnen begonnen. Mehr als 500 Flüchtlinge und AsylwerberInnen haben in der Zwischenzeit Unterkunft, Verpflegung, medizinische Versorgung und psychosoziale Intensivbetreuung erhalten. Zusätzlich wurden seit dem Jahr 2001 291 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in unserer Clearingstelle betreut. Seit Mai 2005 ist das Projekt CARAVAN zu einer Dauerunterbringungseinrichtung zur sozialpädagogischen Intensivbetreuung für 20 unbegleitete Jugendliche geworden. Im Rahmen unserer MigrantInnenakademie haben jährlich zwischen 300 und 500 Personen unsere Bildungs- und Kulturprojekte in Anspruch genommen. 2004 haben beispielsweise 253 Personen an Spracherwerbsmaßnahmen, 88 Personen an arbeitsmarktpolitischen Projekten im Ziel 2 Gebiet und 50 Personen an den EQUAL Projekten „Don´t wait“, „Qualifikation stärkt“ und EPIMA im Integrationshaus teilgenommen. In EQUAL waren in den vom Integrationshaus Österreich weit koordinierten Projekten seit Programmstart mehr als 500 Personen im Rahmen der Entwicklungspartnerschaften beteiligt. Zwtl.: Anerkennungen Auf gesamteuropäischer Ebene wurde das vom Integrationshaus inhaltlich koordinierte Projekt EPIMA mehrmals als Beispiel für „best practice“ ausgewählt, vor allem in den Themenfeldern Empowerment, Kreativität und Trainings- und Unterrichtsmethoden. Für unsere Aktivitäten im Sprachbereich wurden wir im Jahr 2003 mit dem Europäischen Sprachensiegel ausgezeichnet. Zahlreiche weitere Preise, wie den Bruno Kreisky Preis für Menschenrechte oder den Karl-Renner-Preis, hat Willi Resetarits für sein Engagement im Integrationshaus erhalten. „Das Integrationshaus ist seit seiner Gründung ein vorbildliches Modellprojekt auf nationaler wie internationaler Ebene für die Aufnahme und Integration von AsylwerberInnen, Flüchtlingen und MigrantInnen. Das ganzheitliche interkulturelle Arbeitsprinzip, die gelebte Mehrsprachigkeit, der professionelle Zugang und die Förderung von Empowerment und innovativer Entwicklungsarbeit sind Arbeitsgrundsätze, die sich in der Praxis überaus bewährt haben und zwischenzeitlich auch zum Teil übernommen wurden“, so die Geschäftsführerin des Integrationshauses, Andrea Eraslan-Weninger. Zwtl.: Wir machen mit unserer Arbeit weiter! „Nicht immer wurden wir in Österreich für unsere Arbeit im Integrationshaus gelobt oder gar mit Förderungen belohnt. Trotzdem haben wir diesen Weg – unter großer Kraftanstrengung - weiterverfolgt. Die Anerkennung für unsere hohen Qualitätsstandards ist uns eher auf internationaler als auf nationaler Ebene entgegengebracht worden. Wir nehmen das als Bestätigung für den eingeschlagenen Weg und werden uns auch zukünftig daran halten wenn wir Menschen unter Wahrung ihrer kulturellen Identität dabei professionell unterstützten, sich eine Zukunft in Österreich aufzubauen“, so Willi Resetarits, Vorsitzender des Integrationshauses. Weniger zufrieden ist das Integrationshaus mit den politischen Rahmenbedingungen für Asylsuchende in Österreich. Kritisiert wird vor allem das vorliegende Fremdenpaket 2005, mit dem vor allem das Asylgesetz und das Fremdenpolizeigesetz umfassend geändert werden sollen. So sind die auf AsylwerberInnen anwendbaren Schubhaftgründe unakzeptabel und zu weit gefasst. Die Verschärfungen gegenüber Traumatisierten stoßen im Integrationshaus auf größte Bedenken. „Wenn dieses Fremdenpaket 2005 beschlossen wird, wird die Inhaftierung von Schutzsuchenden, darunter auch zahlreiche Traumatisierte auf der Tagesordnung stehen“, kritisiert der Vorsitzende Willi Resetarits. „Unzufrieden sind wir auch mit dem fehlenden Arbeitsmarktzugang für AsylwerberInnen und dem großen Mangel an Integrationsmaßnahmen, selbst für anerkannte Konventionsflüchtlinge“, so die Geschäftsführerin des Integrationshauses. Was die Finanzierung der Projekte des Integrationshauses betrifft, so ist 2005 der Fonds Soziales Wien der größte Fördergeber. Ungefähr 575 000 Euro, das sind mehr als 20 % des Gesamtbudgets, werden 2005 über Spenden, Veranstaltungserlöse, Firmenkooperationen und andere Erlöse zu finanzieren sein. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an alle UnterstützerInnen. Am 16. Juni 2005 um 20:00 steigt das 10 Jahresfest des Integrationshauses im Gasometer. Mit dabei: 3 Resetarits - InSinigizi – Hans Theessink – Allegre Correa – KrZysZTof Dobrek – Sivan Perwer – Wolfgang Puschnig – Beatrix 9ndlinger – Franz Josef Nähere Infos unter www.integrationshaus.at, Tickets bei der BA-CA und an der Abendkasse. Rückfragehinweis: Integrationshaus Gabi Ecker, Öffentlichkeitsarbeit, Tel. 01/212 35 20-35, g.ecker at integrationshaus.at Andrea Eraslan-Weninger, Geschäftsführerin, Tel. 06991 212 35 20, a.eraslan-weninger at integrationshaus.at ================================================ 09 [SOSMM - Info] Asylwette, Annäherungsversuche, Flüchtlingsfest von "SOS Mitmensch - Philipp Sonderegger" ================================================ *** Abgeordnete wetten nicht auf Verfassungskonformität *** Annäherungsversuche *** Strassenfest Weltflüchtlingstag *** ASYLWETTE: ABGEORDNETE WETTEN NICHT AUF VERFASSUNGSKONFORMITÄT Mit der Asylwette will SOS Mitmensch auf den sorglosen Umgang der Bundesregierung mit der Existenz von Flüchtlingen aufmerksam machen. Vergangene Woche haben wir versucht, Abgeordnete der Bundesregierung zu gewinnen, Seite an Seite mit Innenministerin Prokop auf die Verfassungskonformität des neuen Fremdenpaketes zu wetten. Erfolglos. Jede/r Abgeordnete hat ein persönliches Mail erhalten, danach wurden über 60 Anrufe gemacht. Nur Ablehnungen. Oft mit der scheinheiligen Begründung: Mit so etwas Wichtigem mache man kein Spiel. Traumatisierte einsperren. Bestens. Zwangsernähren. Kein Problem. Familien auseinanderreißen. Go go go. Aber Wetten? Tut uns leid. Das Anliegen ist uns zu wichtig. >> www.dieasylwette.at *** ANNÄHERUNGSVERSUCHE Gestern wurde die Annäherung von SPÖ und Regierungskoalition berichtet. Konkret geht es um die Einrichtung eines Asylgerichts als zweite Instanz. Obwohl nur Grundzüge des Vorschlags bekannt sind, wird eine Einigung kolportiert. Der VFGH soll nur noch Grundsatzentscheidungen treffen, das Asylverfahren im wesentlichen nur noch zweistufig ausgestaltet sein. Bemerkenswert ist diese Annäherung vor allem im Hinblik auf die Möglichkeit, mit einer Zwei-Drittel - Mehrheit problematische Bestimmungen in Verfassungsrang zu heben. Aufmerksam sollte man auch gegenüber den Grünen sein, da der Standard über eine angebliche Kurskorrektur bei der zweckwidrigen Inanspruchnahme von Asylverfahren berichtete. >> www.sosmitmensch.at *** STRASSENFEST WELTFLÜCHTLINGSTAG Am 20. Juni wird in der Wohnstrasse Glasergasse an der Rossauerlände von 13:00 bis 20:00 Uhr der Weltflüchltingstag gefeiert. Mit Musik aus aller Welt auf der Festbühne, Theater mit jugendlichen Asylsuchenden, Information, Vorträge und Videos zum Thema Flucht, Führungen durch das Flüchtlingswohnhaus sowie internationaler Gastronomie. Die Veranstaltung ist Kinderfreundlich: Hupfburg, Karaoke, Kampfsportvorführungen, Kasperltheater, Radwettbewerbe, Wutzler und vieles mehr. Gegenwärtig sind mehr als 40 Millionen Flüchtlinge weltweit auf der Suche nach einem Ort an dem sie bleiben können. Das Flüchtlingsheim Rossauerlände ist einer dieser Orte and dem Flüchtlinge nach vielen oft traumatierenden Erlebnissen aufatmen können und Unterstützung finden bei ihrem Versuch Asyl in Österreich zu bekommen. >> www.unhcr.at *** ENDE ....................................................... Keine Mails mehr: Mail an mailto:info at sos-mitmensch.at mit dem Betreff "unsubscribe kurier" Listinfo und options: http://mail.sos-mitmensch.at/mailman/listinfo/kurier Mailinglist-Archiv: http://resistor.mond.at/pipermail/kurier/ ================================================ 10 Erschienen: GegenStandpunkt 2-05 von GegenStandpunkt at gmx.at ================================================ GegenStandpunkt 2-05 erschienen! Aus dem Inhalt: PAPST WOJTYLA IST TOT - ES LEBE PAPST RATZINGER Ein Fest des frommen und des aufgeklärten Fundamentalismus DIE SACHE MIT DER RELIGION Vom christlichen Glauben 1. Gott Vater 2. Gott Sohn: Die Offenbarung 3. Geist der Gemeinde 4. Das Gottesreich auf Erden 5. Kirche & Staat heute 6. Harte Zeiten für den Glauben NATO HEUTE Unvereinbare Interessen am Fortbestand einer Militärallianz, die den gemeinsamen Feind überlebt hat Die aktuellen Hauptfälle auf der transatlantischen Agenda:Irans Atomprogramm und das Waffenembargo gegen China Die Iran-Diplomatie der EU-Troika: Ein neuer Versuch der präventiven Kriegsdienstverweigerung DIE "ZEDERN-REVOLUTION" IM LIBANON Auftakt zur Erledigung des letzten verbliebenen Schurkenstaats in der arabischen Welt DIE NATION IM FIEBER DER KAPITALISMUS-DEBATTE: Was erlauben Münte! Erhältlich u.a.: Bücherzentrum, Mariahilferstraße 1c, 1060 Wien Zentralbuchhandlung, Schulerstraße 1-3, 1010 Wien Winter, Landesgerichtsstraße 20, 1010 Wien Kuppitsch am Campus, Alserstraße 4, 1090 Wien Bartalszky, Währingerstraße 26, 1090 Wien www.gegenstandpunkt.com ================================================ 11 GAJ Wien VA - HIV/Aids in Bolivien von GAJ Wien ================================================ Aids/HIV in Bolivien: Zustand und Ausblick Vortrag und Diskussion mit Edgar Valdéz und Markus Mühlbacher Mittwoch, 22.5.05, 19.30 Uhr Im Grünen Haus, Lindengasse 40, Kleiner Saal Edgar Valdéz und Markus Mühlbacher arbeiten im Aidshilfezentrum IDH Institut für menschliche Entwicklung in Cochabamba, Bolivien. Sie befinden sich derzeit auf einer Europareise und werden über die Situation von Aidskranken und den Umgang mit Aids/HIV in Bolivien sowie über ihre Arbeit bei IDH berichten. Die derzeitige Regierungskrise und die schon lange schwelende soziale Krise in Bolivien (Ressourcenmangel, fehlende Mittel für den Gesundheitsbereich etc.) betrifft IDH natürlich direkt und liefert einen brisanten aktuellen Bezug auch zum Thema Aids/HIV in Bolivien. Eintritt frei Eine Veranstaltung von IDH und GAJ Wien Weitere Informationen: http://www.idhbolivia.org/index.php http://derstandard.at/ (Unter Nord- und Lateinamerika/Bolivien derzeit sehr viele Artikel abrufbar) Spanischsprachige Links: http://www.eldiario.net/ http://www.cedib.org ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN UND MEINUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 12 Graz/Kronesschule/Vorschlag/Fabisch/KPÖ von ================================================ PRESSEMITTEILUNG DES GRAZER KPÖ-GEMEINDERATSKLUBS Mittwoch, 15. Juni 2005 KPÖ zur Kronesschule: Volksschule soll in leerstehendes Hauptschulgebäude einziehen! Während das Gebäude der Hauptschule Krones ab Herbst leer steht, klagt die benachbarte Volksschule Krones über akute Raumnot, die in den nächsten Jahren auf Grund starker Geburtenjahrgänge eher zunehmen wird. Deshalb schlagen Schulleitung, LehrerInnen und Eltern vor, die Volksschule künftig im Gebäude der Krones-Hauptschule anzusiedeln, für welches die Stadt Graz weiterhin eine hohe Miete an die stadteigene Gesellschaft GBG zahlen muss. Elternvertreter betonen, dass ein zukunftsorientiertes Bildungskonzept für die Volksschule am bisherigen Standort Münzgrabenstraße 18 nicht zu realisieren sei. Die Rahmenbedingungen seien schon aus heutiger Sicht äußerst unzureichend. Dabei handelt es sich um eine Integrationsschule. Viele pädagogische Aspekte können aber wegen der Raumnot nicht berücksichtigt werden. Der Grazer KPÖ-Schulsprecher Mag.Andreas Fabisch nimmt sich dieses Anliegens an und wird es in der Fragestunde im Gemeinderat am Donnerstag thematisieren. Fabsich: "Es bietet sich an, die Volksschüler in das ab Herbst leerstehende Gebäude der früheren Hauptschule einziehen zu lassen und so die dringendsten Raumprobleme zu lösen. Von dieser Verwendungsmöglichkeit könnte auch der benachbarte Hort profitieren. Eine bessere Nutzung des leerstehenden Gebäudes der Hauptschule Krones ist schwer vorstellbar." Die KPÖ fordert den zuständigen Stadtrat Detlev Eisel- Eiselsberg auf, die Möglichkeit prüfen zu lassen, die Volksschule Krones im bald leerstehenden Gebäude der Hauptschule unterzubringen. Rückfragehinweis: Tel.: 0699 12779610 ================================================ 13 grüner erfolg: errichtung eines mahnmals wird realität von Grüne Andersrum ================================================ grüner erfolg: errichtung eines mahnmals für lesbische, schwule und transgender opfer der ns-zeit wird realität Schreuder: Nach zahlreichen Ablehnungen ist späte Einsicht der SPÖ höchst erfreulich Als "großen Erfolg und historischen Schritt zur Vergangenheitsbewältigung Österreichs" bezeichnet Grün-Kandidat und Sprecher der Grünen Andersrum, Marco Schreuder, die Absicht der Stadt Wien, ein Mahnmal für lesbische, schwule und transgender Opfer der NS-Zeit zu errichten. Schreuder weiter: "Die Grünen Wien haben bereits mehrmals diesbezügliche Anträge im Gemeinderat eingebracht, die allesamt auch von der SPÖ abgelehnt wurden. Umso erfreulicher, dass die Stadtregierung die Verfolgung von Lesben, Schwulen und TransGender während der NS-Zeit - ein bislang vernachlässigtes und unaufgearbeitetes Thema in der Öffentlichkeit gedenkt." Schreuder hofft, dass gewisse Grundkriterien bei der Errichtung des Mahnmals erfüllt werden: "Richtiges Mahnen ist eine schwierige Aufgabe. Die NS-Zeit war ein schrecklicher Höhepunkt der Lesben- und Schwulen-Verfolgung. Verbote und Gefängnisstrafen gab es aber auch davor und danach. Bis 1971 galt das Totalverbot, bis heute gibt es noch diskriminierende Regelungen oder Ungleichstellungen. Daher muss ein Mahnmal auch darüber hinaus als Signal verstanden werden, künstlerisch wertvoll sein sowie an einen geeigneten Ort gestellt werden", so Schreuder abschließend. ================================================ 14 ASt - Mit der Bitte um Veröffentlichung von ASt-LFI ================================================ Die ÖH-Wahlen 2005 Wieso kam es zu diesem Ergebnis? von Dieter Reinisch (aus: Red Newsletter 164, Informationsdienst des ArbeiterInnenstandpunkt, 15. Juni 2005, www.arbeiterInnenstandpunkt.net) Die ÖH-Wahlen 2005 sind also geschlagen und entgegen jeglicher Vorhersagen erreichten Rot-Grün abermals eine Mehrheit in der ÖH-Bundesvertretung. Dies ist einerseits wenig überraschend, wenn man sich die Bildungspolitik der letzten fünf Jahre von Schwarz/Blau/Orange ansieht, aufgrund der Änderungen des Wahlrechts und der Politik der ‚linken’ ÖH-Exekutive aber wieder doch. Der Wut aufgrund der Uni-Politik von Unterrichtsministerin Elisabeth Gehrer dürfte aber eine größere Motivation für die Studierenden gewesen sein zur Wahl zu gehen, als die Politik der ÖH-Führung in den letzten beiden Jahren … Die ÖH-Wahlen brachten in vieler Hinsicht ein überraschendes Ergebnis. Trotz Änderung des Wahlrechts kam es nicht zur Umfärbung der ÖH, wie es viele befürchtet hatten. Ganz im Gegenteil, die grün-rote Koalition wurde sogar gestärkt. Dies war aber nur möglich, da sie gemeinsam rund 6.000 Stimmen dazu gewannen und die ÖVP-nahe AktionsGemeinschaft bundesweit fast 400 Stimmen verlor. Bei gleichem Stimmenverhalten wie vor zwei Jahren, wäre aber der Plan von Unterrichtsministerin Gehrer und der Regierung aufgegangen. Doch die Regierungsmannschaft ist nicht nur undemokratische, sondern schlicht unfähig und hält uns Studierende für blöd. Jahrelanger Bildungsabbau, der sich in der nahen Vergangenheit immer mehr verschärfte, mit der Spitze der Studiengebühren, UG 02, neues HSG, Start der Eliteuni ab dem Wintersemester 2006, etc. Der Unmut mit dieser Politik steigt von Tag zu Tag unter den Studierenden und dafür war das Ergebnis der ÖH-Wahlen ein klares Indiz. Sie brachten einerseits eine Verschiebung weiter nach links, andererseits aber auch eine klare Abkehr der Studierenden von den Regierungsparteien hin zu den inner- und außerparlamentarischen Oppositionsparteien. An der Veränderung der Mandatszahl zu 2003 ist dieser Trend aber kaum ersichtlich. Mandate vs. Stimmen Hier gab es bei GRAS und AG keine Veränderung, beide halten weiterhin 14 Mandate. Als große Gewinner bei den Mandaten für die Bundesvertretung sind VSSTÖ und FLÖ zu nennen. Erst genannte konnten sich um vier auf 15 Mandate und zweitere gar um acht auf elf Mandate steigern. Der kommunistische Student/innen/verband verlor ein Mandat und hält nun genauso wie Liberale (LSF), Freiheitliche (RFS), KunsT für KUNSt und UnArtige ein Mandat in der Bundesvertretung. Das zweite KSV-Mandat wurde aber nur um 34 Stimmen verfehlt. Dieses Ergebnis wird aber durch den neuen Wahlmodus entscheidend verzerrt. Die absoluten Zahlen auf Bundesebene sprechen eine ganz andere und viel klarere Sprache, wie die Studierenden gewählt haben: Der VSSTÖ konnte seinen Stimmenanteil um 35% von 9.113 auf 12.341 Stimmer erhöhen, GRAS gewann 2.624 Stimmen und hält nun bei 14.753, die Fachschaftslisten verloren fast 2.000 Stimmen auf 7.572, gewannen aber trotzdem acht Mandate in der Bundesvertretung dazu (!), die AG verlor 336 Stimmen auf 14.407 und fiel hinter den GRAS zurück, KSV und LSF gewannen 71 bzw. 756 Stimmen und liegen beide bei rund 2.300 und der RFS verlor ebenfalls, wie die zweite Regierungspartei ÖVP, und blieb mit nur 63 Stimmen Überhang mit einem Mandat in der Bundesvertretung. Zum Glück wurde für den RFS noch schnell das Wahlgesetz geändert … Dies Ergebnis zeigt nicht nur, dass, wie bereits oben beschrieben, es eine Tendenz nach links und von Regierungs- zu Oppositionsparteien gab, sondern verdeutlicht auch die Umgruppierung innerhalb des (klein)bürgerlichen Lagers von AG, FLÖ und RFS zu GRAS und LSF. Gewinne für VSStÖ und KSV Die Gewinne für die Student/innen/fraktionen der österreichischen Arbeiter/innen/parteien, VSStÖ und KSV, sind kein Zufall. Was sich in den letzten Jahren auf Bundes-, Landes- und Gemeinderatsebene gezeigt hat, wurde auch an den Hochschulen fortgesetzt. Nämlich eine Verschiebung der Wählerschaft nach links. Der KSV nimmt hier eine Sonderstellung ein, denn der KPÖ gelingt es seit Jahrzehnten nicht auf Landes- und Bundesebene, mit der Ausnahme Graz und der Steiermark, eine gewichtige Rolle zu spielen. Trotzdem ist das gute Ergebnis von KSV bundesweit, aber vor allem an den Universitäten Wien, Graz und Salzburg, nicht überraschend. Der ‚linken’ Fraktionen innerhalb der ÖH gelang es kaum aufgrund ihrer eigenen Politik die Student/innen zu überzeugen. Viel mehr gelang es der Bundesregierung Wahlkampf für GRAS, VSStÖ, KSV und linke Basisgruppen zu machen. Der Unmut der Studierenden über die Bildungspolitik der letzten Jahre und nun die Wahlrechtsänderung, um eine AG-geführte ÖH als Legitimation für den Bildungsabbau in der Hinterhand zu haben, brachten die politisch-bewusstesten Studierenden zu den Urnen, um ihren Protest mit einem Kreuz bei Grünen, Sozialdemokratie, Post-Stalinisten oder unabhängigen Basisgruppen auszudrücken. Die große Masse der Studierenden konnte aber auch diesmal nicht zur Wahl gebracht werden. Trotz aller anderen Behauptungen ist nämlich eine bundesweite Wahlbeteiligung von 30,5% (lediglich + 0,6% zu 2003) erschreckend nieder, wobei das Ergebnis großteils durch die um 3% geringere Beteiligung an der Universität Wien gedrückt wird (Wien: 26%). Das Ergebnis des KSV… Die Studierenden sind unzufrieden mit der Universitätspolitik der Regierung und sehen ihre einzige Chance ihren Unmut auszudrücken in einer scheindemokratischen Wahl, wo man nicht mehr machen muss als alle zwei Jahre ein paar Kreuze auf farbige Zettel. Hier müsste der KSV ansetzen und die Illusionen einiger Studierenden auszuräumen, dass ‚ihre’ Vertretung ‚eh alles in ihrer Kraft stehende tun wird, um dies und das zu verhindern’. Die Kraft dazu hätte der KSV, allein der Wille fehlt. Denn vor allem seinen Spitzenkandidat/innen in Wien liegt mehr daran, während des Wahlkampfes im ÖH-Büro vor dem Computer zu sitzen, als auch nur irgendein Flugblatt in die Hand zu nehmen oder sich hinter einem Infotisch zu stellen. Warum soll man schließlich mit den Studierenden reden und sich über ihre Probleme informieren, man macht ja schließlich eh keine Politik für sie. Auf Teufel komm raus eine Koalition mit rot-grün ist schließlich wichtiger, denn nur dadurch können die Posten behalten werden. Alles nach dem Motto: ‚Wenn ich es schon nicht in den reformistischen Massenparteien schaffe, dann mach ich mir doch selbst eine reformistische Gruppe.’ Genau das ist auch der Grund, wieso der KSV zwar sein gutes Ergebnis in Wien halten konnte, aber weder in Wien noch bundesweit deutlich von der objektiv guten Situation für linke Oppositionspolitik (schlechtere Bildungspolitik kann eine Regierung wohl kaum machen gepaart mit der beträchtlichen Unzufriedenheit der Betroffenen) profitieren konnte. Der VSStÖ konnte dies hingegen weitaus besser. So schaute beim VSStÖ am Ende ein Plus von 3.228 Stimmen bundesweit heraus, beim KSV aber nur ein Zugewinn von 71 Stimmen. Das ist auch einfach zu erklären, denn es gibt für fortschrittliche und kritische Student/innen auf den ersten Blick nicht viele Gründe seine/ihre Stimme dem KSV zu geben. Der einzige Unterschied liegt nicht in den Positionen, sondern an den finanziellen und infrastrukturellen Möglichkeiten zur Sozialdemokratie. Der KSV konnte dies nur durch ein größeres persönliches Engagement der KSV-Aktivist/innen ausgleichen. Dies hatte zur Folge, dass der KSV auch der aktivste Faktor bei den Student/innen/protesten der letzten Jahre war (siehe ASt-Uni-Flugschrift 2, Mai 2005: Vota Comunista!). …ordentlich, nicht mehr Doch direkt vor den Wahlen war der KSV für die Student/innen auch nicht aktiver als die anderen Fraktionen, beim Schul- und geplanten Uni-Streik am 20. Mai 2005, versagte er genauso kläglich wie alle anderen Fraktionen. Das Gesamtbild des KSV konnte also kaum mehr Studierende bewegen sie zu wählen als 2003, und das trotz einer klaren Entwicklung nach links im Stimmverhalten. Der KSV hätte aber eigentlich von dieser Situation profitieren MÜSSEN! Mit klarer, militanter Politik für die Interessen der Studierenden und gegen die Pläne der Regierung wäre dies auch möglich gewesen, wie etwa das gute Ergebnis an der Universität Graz (5.,81%, ein plus von 1,74% und als einzige Fraktion die Anzahl der Stimmen im Vergleich zu 2003 erhöhen können) oder das hervorragende Resultat an der Medizin-Uni Graz, wo auf Anhieb fast 6% errungen werden konnten. Dies ist in Graz nicht mehr ausschließlich auf einen ‚Kaltenegger-Effekt’ hinauszuführen, dieser ist bereits abgeklungen, 2003 hat er noch gegriffen, die Ergebnisse konnten aber trotzdem ausgebaut werden. Viel mehr tritt der KSV hier unter der Führung von Hanno Wisiak eindeutig linker auf. Wo allerdings linke Basisgruppen neben dem KSV antraten konnte dieser die Ergebnisse nicht halten oder verlor sogar recht hoch, wie an der Studienrichtungsvertretung Politikwissenschaft an der Universität Wien, wo die antideutschen Studienrichtungsvertreter/innen klar Wahlkampf gegen den KSV machten. Inwieweit das in Verbindung mit den antikommunistischen Spitzenkandidat/innen wie Andreas Filipovic, Vera Schwarz oder Agnes Höld, die außer Baier-Marionetten zu sein nichts repräsentieren, darf sich jede/r selbst ausmalen. Aber bei Wahlerfolgen des KSV würde Baier den Oppositionsflügel nie aus der Partei bringen … Dieser antideutsche und Baier-treue Flügel will auch nichts mehr, als in eine neuerliche Koalition mit GRAS und VSStÖ: Funktionen behalten und irgendwie den Stimmenanteil über die nächsten Wahlen retten. Der KSV hat aber es weder an der Universität Wien, noch in der ÖH-Bundesvertretung notwendig, eine Koalition einzugehen. Nachdem noch in der Wahlnacht der Spitzenkandidat der Fachschaftslisten, Gabor Sas, erklärte, eher zu rot-grün, als zu AG zu tendieren, ist eine ÖH-BV unter VSStÖ-Führung sicher, gleich ob diese vom KSV unterstützt wird oder nicht. Erst dann könnte der KSV die Politik durchsetzen, die bundesweit 2.357 Studierende dazu bewogen haben ihn zu wählen: radikal, lautstark und konsequent. Bei einem Verbleib in der ÖH-Exekutive hätte man aber weiterhin die Aufgabe den Studierenden zu erklären, wieso die ÖH nichts gegen die Situation an den Unis tut, denn schließlich hat man diese Politik ja selbst legitimiert. Es reicht jedoch nicht aus, wenn AktivistInnen über die Anpassungsgebärden der KSV-Spitze zu jammern und aus Protest Funktionen zurückzulegen. Es gilt auch nicht, ein Zurück zu den „guten alten Zeiten“ der Vor-Baier-Ära herbeizuträumen. AktivistInnen des KSV, die wirklich etwas verändern wollen, müssen zu allererst einmal selber anfangen konsequent zu sein. Man kann nicht von der Organisation konsequentes Handeln fordern und selber jedesmal vor dem notwendigen Bruch zurückscheuen. Marxismus reduziert sich nicht darauf, jedes Semester ein Lenin-Seminar abzuhalten und hier und da einen „orthodoxen“ Artikel im Unitat oder sonstwo zu veröffentlichen. Das ist bloß Sozialdemokratismus mit einem „marxistischen“ Mäntelchen umgeben. Jetzt gilt es, Konsequenzen zu ziehen und eine neue, revolutionäre StudentInnenorganisation aufzubauen. Eine solche muß frei sein von jeglicher KSV-StellvertreterInnenpolitik, keine Koalieren mit bürgerlichen und kleinbürgerlichen Unigruppen (wie in der Vergangenheit mit GRAS, Liberale etc.), Orientierung auf aktive Mobilisierung bis hin zu Streiks sowie gemeinsamen Kämpfen mit der ArbeiterInnenklasse. Nur eine solche Perspektive würde die Worte des Marxismus mit realem Leben erfüllen. Wir AktivistInnen vom ArbeiterInnenstandpunkt sind jederzeit bereit, mit Wort und Tat am Aufbau einer solchen Organisation aktiv mitzuwirken. Die Politik der ÖH Die Politik der ÖH in den beiden Jahren seit der ÖH-Wahl 2003, als es zu einer linken Mehrheit im Studierendenparlament kam, hätte passiver nicht sein können. Die ÖH-Führung beschränkte sich im großen und ganzen auf Serviceleistungen für Student/innen. Konsequenten Kampf gegen den Bildungsabbau, die desolate Situation an den Unis oder gegen rassistische und neo- bzw. post-faschistische Professoren lies man vermissen. So spricht es auch Bände, wenn sogar die grün-rote Bundesvertretung in einer Pressekonferenz wenige Tage vor den ÖH-Wahlen 2005 in einem Resümee über die Arbeit der letzten beiden Jahre selbst eingesteht, dass vieles nicht erreicht wurde. Doch die Lehren, die GRAS und VSStÖ daraus ziehen, sind nicht nur falsch, sondern spiegeln auch ihre reformistische Stellvertreter/innen/politik wider, denn: ‚Man sitze eben nicht im Parlament.’ Ja, man sitze nicht im Parlament, denn dort wird ja die ‚wirkliche’ Politik gemacht, dort wird entschieden, wie mit unserem Geld und unserer Zukunft umgegangen wird. Nicht die Betroffenen haben hier ein Wort mit zu reden, nicht die Arbeiter/innen werden gefragt, ob ihre Pensionen gekürzt werden, nicht die Eisenbahner/innen werden gefragt, ob sie wollen, dass ihr Konzern zerschlagen wird und auch nicht die Studierenden werden gefragt, ob sie ein dreigliedriges Studium, Knock-out-Prüfungen oder eine Erhöhung der Studiengebühren wollen, sondern das alles wird von der politischen Elite beschlossen. Gleich ob es nach ÖVP/BZÖ/FPÖ oder der grün-roten ÖH geht. Und genau deshalb erreichten GRAS, VSStÖ und KSV auch ihre, an sich richtigen und unterstützenswerten Ziele, wie freier Hochschulzugang, Gleichberechtigung der Geschlechter an den Hochschulen oder Rücknahme der Wahlrechtsänderungen, nicht. Nicht das Betteln am Verhandlungstisch setzt die Bürgerblockregierung unter Druck, sondern der konsequente Kampf auf der Straße. Aufklärungskampagnen über die Einschnitte im Bildungsbereich, Kundgebungen, Massendemonstrationen, Streiks, etc. bei denen eine möglichst breite Schicht der Studierenden einbezogen werden setzen die Herrschenden unter Druck. All diese Kämpfe müssen so breit wie möglich angelegt werden, die Protestführung muss demokratisch von den Betroffenen bestimmt und jederzeit auswechselbar sein. Doch das wichtigste ist eine Verbindung des Widerstandes aller vom Sozialabbau betroffenen Schichten, denn Einschnitte im Gesundheitswesen betreffen nicht nur die im Gesundheitswesen Arbeitenden, die Privatisierung der ÖBB betrifft nicht nur ÖBB-Bedienstete, sondern auch alle Pendler/innen, gleich ob Arbeiter/innen oder Student/innen aus den Bundesländern. Proteste ??? Aber eine solche Politik liegt nicht im Interesse der Sozialdemokratie oder der Grünen, gleich ob sie in Form von ÖH, Gewerkschaft, Arbeiterkammer oder irgendeiner Öko-Bewegung auftreten, denn dies würde ihre eigenen Fehler aufzeigen. Die Studierenden würden in solchen Kämpfen ihre eigene Führung – die ÖH – unter Druck setzen und so ihre Fehler aufzeigen. Das wollen natürlich die Jungpolitiker/innen in der ÖH auf keinen Fall, denn sie wollen ja nicht ihre Privilegien und ihre versprochenen Parteifunktionen auf’s Spiel setzen (Gusenbauer, Lacina, Kreisky, Öllinger, Prammer, etc. waren alle VSStÖ-Vorsitzende, zogen für SPÖ bzw. Grüne in den Nationalrat ein und zeigten sich daraufhin selbst für Einsparungen im Bildungsbereich verantwortlich). Aus diesen Gründen sind Versprechungen, wie die von Doris Gusenbauer (Spitzenkandidatin der GRAS) in der Wahlnacht in der ZIB3 getätigten, dass die wichtigste Aufgabe der ÖH in den nächsten zwei Jahren die Verhinderung von Zugangsbeschränkungen sein wird, nichts anderes als leere Phrasen. Denn sie erklärte auch gleich, wie dies von statten gehen soll, nämlich durch Verhandlungen mit dem Unterrichtsministerium, die ÖH will ja schließlich weiterhin ‚eine kritische Stimme sein’ (Doris Gusenbauer in der ZIB3 am Do., 2. Juni 2005). Angesichts dieser ‚Kampfmethoden’ kann sich die Regierung, trotz des schlechten Abschneidens von AG und RFS nur die Hände reiben, oder wie Karin Moser im Standard schrieb: ‚Doch auch mit der vorläufigen Mandatszahl im Studentenparlament (VSStÖ: 15, Gras: 14, AG: 14, FL: 11, KSV, RFS und LFS je eines) kann die Regierung leben. Zwar sind ihr damit zwei weitere Jahre mit lästig-kritischem Jungpolitiker-Aktionismus gesichert, viel mehr als das wird’s aber nicht. Denn egal, wer vorne steht – ein politischer Faktor ist die ÖH kaum mehr. Die neue Führungscrew müsste sich also darüber Gedanken machen, ob die von ihr praktizierte Art der Studentenvertretung nicht an den Wünschen der Zielgruppe vorbeigeht. Die Performance der vergangenen Jahre war die eines politischen Leichtgewichts (…). Gedanken machen sollte sich die ÖH-Führung auch deshalb, weil die politische Konstellation der letzten turbulenten zwei Jahre nur jeden dritten Studenten zur Stimmabgabe motiviert hat’ Zugeständnisse und Träumereien Das Fazit, das Rot-Grün aber aus dem Wahlergebnis ziehen, ist aber ein ganz anderes. Sie lassen sich feiern. Sie sehen eine Bestätigung für ihre Politik in den letzten Jahren. Doch was gibt’s bei einer Politik zu bestätigen, die sich in einer APA-Presseaussendung der ÖH vom 27.Mai 2005 so anhört: ‚Wir haben sowohl von Dr. Christoph Badelt als auch von Bildungsministerin Gehrer aus den erfolgreichen Gesprächen der letzten Tage die mündliche Zusage, dass bezüglich der Problematik der Zugangsbeschränkungen gemeinsame Lösungen gefunden werden müssen. Daher wollen wir als ÖH gleich den nächsten Schritt setzen und einen ‚Dialog für eine offene Universität’ initiieren, der noch im Sommer zum ersten Mal stattfinden soll. Hier sollen Alternativen zu Zugangsbeschränkungen gemeinsam diskutiert werden’, erklärt Fuchs (ex-ÖH-Vorsitzende). Doch welch ein Erfolg ist es, wenn es von Gehrer nichts mehr, als eine ‚mündliche Zusage’ gibt? Nicht Diskussionen mit den Regierenden, sondern Widerstand von Seite der Studierenden bringen Erfolg. Doch dieser Erfolg ist auch kein Suchen nach einer ‚gemeinsamen Lösung’. Es gibt keine gemeinsame Lösung zwischen Studierenden und Regierung, denn beide verfolgen unterschiedliche Interessen und somit unterschiedliche Ziele. Die Regierung will aus der Bildung möglichst viel Profit und wirtschaftliche Verwertbarkeit herausschlagen. Ein Blick auf die Pläne einer Elite-Universität, oder wie sie so schön genannt wird ‚Austrian Institute of Advanced Science and Technology’ (AIACT), genügt. Das Ziel ist klar: schlechte Bildung zu überhöhten Preisen für die Massen, dazwischen immer wieder Hindernisse wie die Trennung Bakk.-Mag.-Dr., Knock-out-Prüfungen oder ungenügende Angebote für berufstätige Student/innen. Wer es dann doch geschafft hat, da er/sie klug genug ist, um das Studium zu schaffen, steht dann vor einer weiteren Hürde: Die halbwegs adäquate Bildung um, wie immer betont wird ‚international konkurrenzfähig zu sein’ bekommt man nicht durch Wissen, diese bekommt man mit reichen Eltern mit Beziehungen. Bleibt dann eigentlich nur noch die Frage, wieso die Regierung keine Elite-Uni für Jurist/innen plant, denn gerade am Wiener Juridicum tummelt sich ja großteils das bürgerliche Publikum, welches die finanziellen Vorraussetzungen mitbringen würde. Als Student aus einer Arbeiter/innen/familie kommt man sich da schon oft wie ein Aussätziger vor … Uni-Politik in den nächsten 2 Jahren Was sind nun die Aufgaben für die ÖH, deren rot-grüne Führung, aber auch für uns, fortschrittliche, marxistische Student/innen für die nächsten Semester? Die Antwort ist eigentlich recht einfach. Nämlich konsequenter Kampf auf der Straße und keine Stellvertreter/innen/politik durch GRAS/VSStÖ/KSV zulassen. Nur die Student/innen können erfolgreich für ihre Rechte kämpfen. Und dieser Kampf bedeutet nicht Verhandlungen am grünen Tisch mit der Regierung, bei denen nichts weiter hinauskommt als faule Kompromisse und die Regierung schlussendlich sowieso tut was sie will, sondern Informationskampagnen, Hörer/innen/versammlungen, Kundgebungen und schließlich auch Streiks. Das Ergebnis der unpolitischen Fachschaftslisten hat gezeigt, dass die Studierenden, die ihr Wahlrecht in Anspruch genommen haben, mehr Eingriff und mehr politisches Gewicht für die ÖH wollen. Ein Minus von fast 2.000 Stimmen für die FL spricht da eine klare Sprache, verdeckt wird diese Entwicklung aber durch den neuen Wahlmodus, der die Mandatzahl der FL, trotz der herben Verluste, fast verdreifachte. Trotzdem, die Studierende wollen keine unpolitische ÖH, und auch keine ÖH, wie sie sich die letzten Jahre präsentierte. Dass zeigt das Wahlergebnis, denn trotz der Bestätigung von rot-grün, geht nur der VSStÖ gestärkt aus diesen Wahlen. Die Aufgabe ist nun dem Bildungsabbau aktiv entgegenzutreten, sich dabei aber nicht weiter in die Defensive drängen zu lassen und nur Abwehrkämpfe zu schlagen. Unser Ziel darf es nicht sein die derzeitige Situation zu verteidigen, sondern sie zu verbessern! ‚Rote Karte’ für Regierung? Das Ergebnis der ÖH-Wahlen ist somit derzeit noch alles andere als eine ‚rote Karte für die Kaputtspar-Politik Schüssels und Gehrers an den Universitäten’, wie der gf. SPÖ-Klubobmann Josef Cap in einer Presseaussendung am 3. Juni 2005 meinte. Es liegt an uns die ÖH unter Druck zu setzten und es somit zu einer roten Karte für die Regierung zu machen, die ÖH wird dies aber nicht tun. Dazu bedarf es einer militanten und von allen etablierten Parteien unabhängigen Organisation der Studierenden, die die Verbindung zu den Arbeiter/innen in den Betrieben sucht, denn nur so kann die Bürgerblockregierung unter Druck gesetzt werden und die Interessen der Studierenden langfristig, erfolgreich durchgesetzt werden. Dafür kämpfen wir von der Uni-Gruppe des ArbeiterInnenstandpunkts. * Keine Koalition des KSV mit GRAS, VSStÖ oder (klein)bürgerlich-liberalen Fraktionen! Keine Zusammenarbeit mit antikommunistischen und/oder antinationalen Kräften! Brecht mit der Baier-Clique, brecht mit dieser KPÖ! * Vorbereitung für eine Abwehrkampf im Herbst mit Orientierung auf einen unbefristeten Streik gegen die drohende Einschränkung des Unizugangs! * Zwingt VSStÖ und KSV zu einer aktiven Organisierung eines solchen Kampfes! Für Vorbereitung von großen HörerInnenversammlungen im Herbst, um eine breite, auf die Masse der StudentInnen gestützte, Kampagne zu organisieren! * Kampagnen, Kundgebungen, Demonstrationen und Streiks gegen jede Form von Bildungs- und Sozialabbau, gleich ob in Schule, Uni oder Betrieb! Für die Verbindung aller Abwehrkämpfe gegen die Einschnitte der Regierung aller betroffenen Schichten! * Vom Abwehrkampf zum offensiven Kampf für freien Bildungszugang, mehr finanzielle Unterstützung für Studierende, gleich welchen Alters, etc.! Für freie, kritische, alternative und gute Bildung für alle! * Für einen Generalstreik gegen die Offensive der ÖVP/BZÖ/FPÖ-Regierung! * Kampf dem Kapitalismus! Vorwärts zur 5. Internationale! Für Freiheit und Sozialismus! ================================================ 15 Wien errichtet Mahnmal f ü r die homosexuellen NS-Opfer von ================================================ Medienaussendung der Homosexuellen Initiative (HOSI) Wien vom 15. Juni 2005: HOSI Wien begrüßt geplantes Mahnmal für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus "Wir freuen uns sehr über das heute bekannt gegebene Vorhaben der Stadt Wien, in der Innenstadt ein Denkmal für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus zu errichten", erklärt HOSI-Wien-Obmann Christian Högl, "Mit dem Morzinplatz wurde ein sehr zentraler und aufgrund seiner Geschichte - während der NS-Zeit war dort der Sitz des Gestapo-Hauptquartiers - gut geeigneter Standort gewählt. Die HOSI Wien hat vor einem Jahr in einem Gespräch mit Stadtrat Mailath-Pokorny ihren Wunsch nach einem Mahnmal deponiert, das in Umfang und Gestaltung dem Gedenken an die tausenden homosexuellen Opfer gerecht wird. Mit der entsprechenden finanziellen Dotierung und einem Ausschreibungsverfahren unter acht international renommierten KünstlerInnen entspricht das nun vorgestellte Projekt voll und ganz unseren Erwartungen. Sehr wichtig finden wir auch, dass ein von der Antidiskriminierungsstelle moderierter Community-Beirat eingerichtet wird, dessen Beurteilung der eingereichten Projekte bei der Wahl durch die Fachjury mit berücksichtigt werden wird." Gezeichnet: Homosexuelle Initiative (HOSI) Wien - 1. Lesben- und Schwulenverband Österreichs. Rückfragehinweis: Christian Högl, Obmann: Tel. 0699-11811038, Kurt Krickler, Generalsekretär: Tel. 5451310 oder 0664-5767466 office at hosiwien.at; http://www.hosiwien.at ================================================ 16 Syrien: Ba’ath in der Menge von "wadi wien" ================================================ Ba’ath in der Menge Der Kongress der syrischen Ba’ath-Partei hat die erwarteten Reformen nicht beschlossen. Die Unzufriedenheit insbesondere unter den Kurden wächst. von thomas schmidinger Wer Präsident Bashar al-Assad immer als von den alten Kameraden seines Vaters behinderten Reformer gesehen hat, könnte jetzt eines Besseren belehrt werden. Der Abschluss des Kongresses der Ba’ath-Partei am Donnerstag der vergangenen Woche entsprach ganz der pathetischen Tradition des arabischen Nationalismus. Assads dreistündige Rede wurde nur vom inszenierten Applaus der 1 225 Delegierten sowie von Zwischenrufern unterbrochen, die dem Präsidenten »ihre Seele und ihr Blut« darboten. Es wurde klar, dass Assad und die alten Kader der Partei gewillt sind, lediglich die minimalen, vor allem außenpolitischen Anpassungen vorzunehmen, die sie an der Macht halten sollen. Obwohl sich das Regime der Ba’ath-Partei in einer Krise befindet, ging der Kongress zu Ende, ohne dass die von vielen erwarteten Schritte zu einer politischen und ökonomischen Öffnung des Systems beschlossen worden wären. Auch der von manchen befürchtete, von den meisten jedoch erhoffte Richtungsstreit zwischen angeblichen Reformern und Traditionalisten blieb aus. Nicht einmal zu einer Aufhebung des seit mehr als vierzig Jahren geltenden Ausnahmezustands konnte sich der Kongress durchringen. Stattdessen wurde der Opposition und wohl vor allem der internationalen Öffentlichkeit nur eine Modifizierung und Lockerung des Ausnahmezustands versprochen. Die Regeln des Notstandsrechts, die der Polizei und den Geheimdiensten fast unbeschränkte Vollmachten geben, sollen fortan nur noch bei »Verbrechen, die die Staatssicherheit bedrohen«, angewendet werden. Es wird jedoch das Regime selbst sein, das diese »Verbrechen« definiert. Für die politische Opposition wird also der Spielraum nicht wachsen. Zwar bekannte sich der Kongress formal zu einem Mehrparteiensystem, die verfassungsmäßige Garantie des Führungsanspruchs der Ba’ath-Partei bleibt jedoch bestehen. Zudem wird den beiden stärksten oppositionellen Kräften, der islamistischen Muslimbruderschaft und den kurdischen Oppositionsparteien, durch ein Verbot religiöser und ethnischer Parteien die Möglichkeit genommen, legal zu arbeiten. Das Bekenntnis zu einem Mehrparteiensystem bestätigt den Status quo, die Integration loyaler Blockparteien in ein ba’athistisch geführtes System. Dieses System existiert seit Jahrzehnten. Neben der regierenden Ba’ath-Partei gibt es mehrere Blockparteien, die 32 der 250 Abgeordnete zählenden Volksversammlung stellen. 135 Mandate besetzt die Ba’ath-Partei direkt, den Rest stellen offiziell »Unabhängige«, wobei keiner dieser Abgeordneten jemals durch eine oppositionelle Äußerung gegenüber dem Regime aufgefallen wäre. Unter den in der Nationalen Progressiven Front vereinten Blockparteien befindet sich auch die einst moskauhörige Kommunistische Partei. Während die Genossen in der Regierung saßen, wurden Aktivisten oppositioneller kommunistischer Gruppen jahrelang in Haft gehalten, gefoltert und ermordet. Riyad al-Turk, Generalsekretär der oppositionellen Kommunistischen Partei und einer der prominentesten Kritiker des Regimes, wurde 18 Jahre in einer zwei Quadratmeter großen Zelle in Einzelhaft gehalten, in der er immer wieder gefoltert wurde. 1987 fiel er nach einer besonders intensiven Folter sogar für 25 Tage ins Koma. Erst 1998 wurde er als kranker alter Mann gegen das Versprechen entlassen, sich nicht mehr politisch zu äußern. Obwohl nach dem Tod Hafez al-Assads im Jahr 2000 auch noch andere prominente politische Gefangene entlassen wurden, scheint die politische Liberalisierung Syriens jeweils nur so weit zu gehen, wie sie für das Überleben des Regimes absolut notwendig ist. Die beiden größten und gefährlichsten Oppositionsbewegungen, die Islamisten und die kurdischen Gruppen, werden weiter hart unterdrückt. Mehreren hunderttausend Kurden wurde in den sechziger Jahren die Staatsbürgerschaft aberkannt, in den siebziger Jahren hatten die Kurden unter rücksichtslosen Enteignungs- und Umsiedlungsprogrammen zu leiden. Seit dem Sturz Saddam Husseins fürchtet das syrische Regime, dass das größere politische Gewicht der Kurden im Irak auch einen Vorbildeffekt auf die eigene kurdische Minderheit haben könnte. Tatsächlich führten Auseinandersetzungen am Rande eines Fußballspiels nach Provokationen arabischer Nationalisten im März 2004 zu einem Aufstand in der kurdischen Stadt Qamishli. Die Armee schlug mit besonderer Härte zu. Kriegsrecht und Ausnahmezustand wurden verhängt, über 100 Menschen getötet, Tausende verhaftet und gefoltert. Seither hat sich die Situation für die kurdische Minderheit nicht gebessert. Zwar wurden viele der Verhafteten wieder entlassen, allerdings werden immer wieder junge Kurden verhaftet oder »verschwinden« einfach über Nacht. Am 10. Mai wurde schließlich ein geachteter liberaler kurdischer Sheikh, Mohammad Mashouq al-Khiznawi, der sich für Reformen in Syrien und einen interreligiösen Dialog eingesetzt hatte, nach dem Verlassen des Zentrums für Islamische Studien in Damaskus festgenommen. Er wurde im Gefängnis gefoltert, am 31. Mai wurde der Familie seine Leiche übergeben. In der Folge kam es erneut zu Massenprotesten, bei Demonstrationen in Qamishli wurden drei Kurden von den syrischen Sicherheitskräften getötet. In Wien reagierten syrische Kurden mit einer spontanen Botschaftsbesetzung, bei der die syrische Fahne gegen eine kurdische ausgetauscht wurde. Auch in mehreren deutschen Städten kam es zu Protesten. Druck auf das Regime kommt jedoch nicht nur von innen. Im Libanon gibt es Proteste gegen die Anwesenheit syrischer Geheimdienstagenten, die auch nach dem Rückzug der Armee im Land geblieben sind. Und auch die USA erhöhen den Druck auf das Regime; die US-Regierung behauptet, »glaubwürdige Informationen« erhalten zu haben, denen zufolge »Todeslisten« von libanesischen Politikern existierten, die vom syrischen Geheimdienst aus dem Weg geschafft werden sollten. »Wir sind sehr besorgt darüber, dass sich Damaskus weiterhin in die internen Angelegenheiten des Libanon einmischt«, sagte am Freitag der Sprecher des Weißen Hauses, Scott McClellan. Syrien müsse »seine Geheimdienstaktivitäten im Libanon einstellen«. Dass die westlichen Staaten nach dem außenpolitischen Kurswechsel des libyschen Staatschefs Muammar Ghaddafi wenig Neigung erkennen lassen, auf innenpolitische Reformen zu drängen, könnte Assad zu ähnlichen Schritten bewegen. Zu außenpolitischen Zugeständnissen dürfte sich sein Regime weit eher bereit finden als zu einer Demokratisierung des Landes. Jungle World, Nummer 24 vom 15. Juni 2005 www.jungle-world.com -- WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit e-mail: wadi.wien at gmx.at Tel.: 0699-11365509 Spendenkonto in Österreich: Kontonummer 07.405.301 Evangelische Kreditgenossenschaft eG BLZ 31800 IBAN: AT10 3180 0000 0740 5301 BIC: EVKRATW1 Website mit weiteren Informationen zu Projekten von Wadi und Veranstaltungshinweisen: www.wadinet.at ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ZYNISMUS/SATiRE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 17 EKH - mit der Bitte um Veröffentlichung von didi zach ================================================ EKH - mit der Bitte um Veröffentlichung lg dz Wiener PolitikerInnen drücken sich vor politischer Lösung Neuerliche Konfrontation im EKH KPÖ-PD, 15.6.05: Nachdem es gestern zu einer weiteren Konfrontation rund um die im Ernst-Kirchweger-Haus verbliebene Gruppe und dem neuen Eigentümer gekommen ist, fordert die KPÖ die Gemeinde Wien erneut auf, politisch aktiv zu werden. Zur Zeit liegt es offensichtlich an der Polizei eine weitere Eskalation zu vermeiden, die auch den gestrigen Einsatz abgebrochen hat - die Politik in Wien schweigt. Außer dem 'Verein für Gegenkultur' haben, nach unserem Informationsstand, alle anderen bisherigen NutzerInnen des Hauses (Flughafensozialdienst, Serbischer Kultur- und Sportverein, Volxbibliothek, ...) bereits neue Unterkünfte gefunden und jedenfalls die Präkariate mit dem Hauseigentümer einvernehmlich gelöst. Neben der SPÖ sind aber auch die Wiener Grünen gefordert, Stellung zu beziehen und sich aktiv für frei nutzbare Politik-, Kommunikations- und Kulturräume in unserer Stadt einzusetzen. (ende) ================================================ ================================================ C) TERMINE ================================================ ======================== Donnerstag http://mund.at/butt/Termine/Juni/1606.htm Freitag http://www.mund.at/butt/Termine/Juni/1706.htm Samstag http://www.mund.at/butt/Termine/Juni/1806.htm ======================== ================================================ D) EDITORIAL ================================================ Für den Inhalt verantwortlich: Ihr. E-Mail-Adresse für Beiträge: widerstand at no-racism.net geschickt. widerst at nd MUND und alle Termine täglich aktualisiert im Web: http://www.no-racism.net/MUND Ziel von MUND (medienunabhängiger Nachrichtendienst) ist die unzensurierte und möglichst rasche Information über gesellschafts- politisch relevante Termine, Hinweise und Diskussionsbeiträge zu Widerstand und Antirassismus sowie verwandte Themen. sollen einen Titel, Namen und Emailadresse der/des AutorIn enthalten und möglichst kurz und prägnant gehalten sein, ev. mit Hinweis, wo weitere Informationen eingeholt werden können. Bitte keine Attachments! Die inhaltliche und sachliche Verantwortung liegt bei der/dem jeweiligen AutorIn bzw. jenen, die uns die Beiträge schicken. Der MUND wird von einzelnen TagesredakteurInnen zusammengestellt. Da Fehler nicht ausgeschlossen sind, bitten wir, nicht veröffentlichte Beiträge nochmals an widerstand at no-racism.net zu senden. Die Weiterleitung (auch auszugsweise) ist erwünscht. Beiträge mit rassistischen oder sexistischen Inhalten werden nicht veröffentlicht. Sehr persönliche Meldungen werden wir an den betreffenden Adressaten weiterleiten, aber nicht im MUND veröffentlichen. Die bisherigen Ausgaben sind unter http://www.no-racism.net/MUND archiviert. Terminankündigungen bitte nach folgender Vorlage: * Wann: Sonntag, 11.11.2001, 11:11 Uhr * * Was: Maskenball: Motto "Schwarzblau ist die Haselnuss" * * Wo: Villa Morgenrot, Grüner Anger 42, 2001 Wendendorf * * Kommentar: Anreise per Anhalter. Maskenzwang. Ende nie. Aber kurz und prägnant.* Die Rubrik "Redaktionelles" am Ende der Ausgabe ist u.a. eine Konsequenz aus der Notwendigkeit, sexistische, antisemitische und rassistische Beiträge nicht zu veröffentlichen, ohne jedoch stillschweigend Zensur zu üben. Hier wird - in anonymisierter Form - auf angehaltene Beiträge hingewiesen und eine kurze Begründung der Tagesredaktion für die Nichtaufnahme geliefert. (Weitere Gründe einen Beitrag nicht aufzunehmen sind z.B.: Attachments, kein erkennbarer Bezug zu den breit gestreuten Themen des MUND, Werbesendungen, sinnlose Kettenbriefe.) Die AbsenderInnen der betroffenen Beiträge werden hiervon informiert. Im Sinne einer "gläsernen Zensur" könnt ihr Euch die Beiträge gerne extra schicken lassen: Ein kurzes Mail an widerstand at no-racism.net genügt. ================================================ E) VERTEILERLISTE ================================================ Zur Eintragung in diesen Verteiler bitte direkt subskribieren unter http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/analle oder von der einzutragenden Adresse aus ein mail schicken an: admin at no-racism.net mit folgendem Text: subscribe no-racism Bitte wegen Automatisierung diesen Wortlaut verwenden! Zur Austragung aus dieser Liste bitte an zusammengestellt. Bitte keine Attachments! (werden nicht angenommen) 2 beitraege nicht genommen - nwr, 1 Doublette Redaktionsschluss für diese Ausgabe: Mi 22.00 Uhr III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III ü, ö, ä, ß, Ü, Ö, Ä III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III widerst at nd-MUND is powered by http://alt.strg.at/ ================================================ From analle at no-racism.net Mon Jun 20 08:09:56 2005 From: analle at no-racism.net (=?iso-8859-1?q?MUND=3A_medienunabh=E4ngiger_Nachrichtendienst?=) Date: Mon, 20 Jun 2005 08:09:56 +0200 Subject: MUND_200605 Message-ID: MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst www.no-racism.net/mund Montag, 20. Juni 2005 ================================================ A) INHALT ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN UND ANKÜNDIGUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 01 PA Weltflüchtlingstag von: mach at sos.at ================================================ 02 Donnerstag 23.6. von: august.faschang at oeticket.com ================================================ 03 Que(e)r-Beisl am 22. Juni / Premiere der Ladyfest-Doku 04 und Abschlussfest von: raw at raw.at ================================================ 04 sommerseminar von: grundrisse at gmx.net ================================================ 05 work at migration/Einladung/ Fußball- & Volleyball-Turnier/30. Juli 2005 von: nicholas.hauser at gpa.at ================================================ 06 [Depot-news] Termine 20.06. - 24.06. von: depot-news at mailman.sil.at ================================================ 07 28.6.: Europa braucht wieder Politik! von: LM.Sender at spoe.at ================================================ 08 Fr. 24.06.2005, Veranstaltung zu FGM von: baghajati at aon.at ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN UND KOMMENTARE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 09 Internationaler Tag des Flüchtlings (20. Juni) von: gfbv.austria at chello.at ================================================ 10 Österreich / Kärnten: Die Kärntner Politik missachtet die Wünsche der slowenischen Sprachgruppe von: gfbv.austria at chello.at ================================================ 11 30 Jahre Fristenlösung und die Praxis von: selbstbestimmungsrechtderfrau at gmx.net ================================================ 12 Presseinformation der KPÖ Steiermark von: kpoe_stmk at hotmail.com ================================================ 13 LEERwerkstaetten von: verin.stadtteilz.simmering at chello.at ================================================ 14 KPÖ zur Lage der Gruppen im EKH von: wien at kpoe.at ================================================ 15 Neues von der Arbeiterfotografie von: arbeiterfotografie at t-online.de ================================================ 16 Wenn ich Staatssekretärin wäre von: office at asyl-in-not.org ================================================ 17 AT: CC:\> type 10thesen.nfo von: depesche at quintessenz.org ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< SOLIDARITÄT WELTWEIT ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 18 [gipfelsoli] Genua von: gipfelsoli-l at lists.nadir.org ================================================ 19 [gipfelsoli] Gleneagles von: gipfelsoli-l at lists.nadir.org ================================================ 20 Dt/Eng: Pressemitteilung: Initiative in Gedenken an Oury Jalloh, Berlin/Dessau 14-06-2005 von: thevoiceforum at emdash.org ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< SERVICE - LINKS ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 21 Glocalist Nr.77 >> EU-Kommentar von Markus Beyrer (iv), Peter Grubits (KAÖ) von: office at glocalist-review.com ================================================ 22 Neue Website zu FGM! von: gudninka_fgm at 8ung.at ================================================ 23 roter stern 2 von: agm at agmarxismus.net ================================================ 24 Graffiti-Forschung + Neuerscheinung von: a6702809 at unet.univie.ac.at ================================================ ================================================ B) TEXTE ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN UND ANKÜNDIGUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 01 PA Weltflüchtlingstag von: mach at sos.at ================================================ A-4020 Linz, Tummelplatz 5, Tel.: 0732/777 404 Betreff: Inneres/ Asyl/ Menschenrechte Datum: 20.Juni 2005 20.Juni 2005 Weltflüchtlingstag Einmahnung asylrechtlicher Standards “Nutzen wir den 20.Juni, um auf politische (Fehl-)Entwicklungen im Asyl- und Fremdenbereich hinzuweisen, rechtliche Standards einzumahnen und uns das Schicksal von weltweit Millionen von Flüchtlingen, die vor Konflikten, Bürgerkrieg und Hungersnöten fliehen, vor Augen zu führen", so Mag. Andreas Gruber, Vorsitzender von SOS-Menschenrechte. Der Weltflüchtlingstag, der jährlich am 20. Juni gefeiert wird, steht heuer unter dem Thema “Courage von Flüchtlingen". Der Asylgesetznovelle, die aller Voraussicht nach noch im Juni beschlossen wird, sind zwar einige Giftzähne gezogen worden, trotzdem stehen noch kritische Punkte im Raum. Unter anderem die Verlängerung der Schubhaft auf 10 Monate, die Möglichkeit der Zwangsernährung und der Abschiebung von traumatisierten Flüchtlingen, sowie der Zustellung der Bescheide zuerst an die Asylwerber und nicht an ihren Rechtsvertreter. Der Vorschlag ein Verwaltungsgericht für Asylanträge anstelle des UBAS (Unabhängige Bundesasylsenat) einzurichten wird von SOS-Menschenrechte befürwortet. Unabhängige, weisungsfreie Richter sind Garant für qualitätsvolle Entscheidungen, und die Dauer der Asylverfahren kann verkürzt werden. Anlässlich des Weltflüchtlingstages veranstaltet SOS-Menschenrechte im Flüchtlingsheim in der Rudolfstraße (Linz) ein Wohnheimfest. Programmpunkte sind ein multikulturelles Buffet zubereitet von AsylwerberInnen und Klezmer Musik. Beginn 17:00 Rückfragehinweis Mag. Karin Mach SOS-Menschenrechte Öffentlichkeitsarbeit A-4020 Linz, Tummelplatz 5 Tel.: 0732/ 777 404; 0699/1880 4041 mach at sos.at ================================================ 02 Donnerstag 23.6. von: august.faschang at oeticket.com ================================================ Liebe Leute! + 1) DONNERSTAG 23.6.: Da am Donnerstag (23.6.) schon in aller Früh (8Uhr15) eine Kundgebung gegen Gudenus & Kampl stattfindet, wird es an diesem Donnerstag keinen Speakerscorner geben, da laut Kollektivvertrag für Berufsdemonstrierende über 12Stunden hinausgehende Demotage verboten sind. Sehrwohl gibt es aber von 20Uhr-20Uhr15 eine Mahnwache gegen Schwarzorange in Österreich und Orangerot in Kärnten am Ballhausplatz vor dem Bundeskanzleramt. (8Uhr15-20Uhr15 = genau 12Stunden,gerade noch erlaubt.) ---------- Zeitübersicht: - 8Uhr15, Parlament-Stadiongasse: Nein zu rechtsextremen "Volksvertretern" - KUNDGEBUNG GEGEN GUDENUS & KAMPL vor der Sitzung des Bundesrates - da mit der Bundesratssitzung um 9Uhr die Bannmeile in Kraft tritt, ist die Kundgebung bis 8Uhr55 angemeldet, daher bitte wirklich schon um 8Uhr15 kommen! (Veranstalterin: SWI - Sozialistischer Widerstand International) - ab 17Uhr: WIDERSTANDSLESUNG (Ecke Ballhausplatz/Heldenplatz). - 20Uhr-20Uhr15: MAHNWACHE GEGEN SCHWARZORANGE in Österreich UND ORANGEROT in Kärnten, Ballhausplatz vor dem Bundeskanzleramt. Und danach sind wieder alle Teilnehmerinnen im Stammlokal in der Neustiftgasse willkommen! + WEITERER TERMINTIPP: Montag, 20.6., 19Uhr: "FREMDENRECHT - UNZUSTELLBAR RETOUR" (Publikumsgespräch im Republikanischen Club, Rockhg.1, 1010Wien) ================================================ 03 Que(e)r-Beisl am 22. Juni / Premiere der Ladyfest-Doku 04 und Abschlussfest von: raw at raw.at ================================================ Mittwoch 22. Juni: Que(e)r-Beisl meets Sommerpause und Ladyfest-Doku Auch wir brauchen Ferien! Aber vorher wollen wir feiern! Natuerlich gemeinsam mit euch! Mit Cocktails, Buffet und natuerlich viel Spass... Ausserdem: Die erste Praesentation der [trara!] lang auf sich warten lassenden Dokumentation ueber das Ladyfest 2004! Und: Wir klagen nicht, klagen tun andere: die Grazer Gruppe Mayday wird vom revisionistischen Leopold Stocker Verlag geklagt und benoetigt dringend Prozesskohle. Das EKH wurde von der KPOe an einen Rechtsextremen verscherbelt, prozessiert und braucht Kohle. Wir versteigern also "linksrelevante Devotionalien", wir machen von uns angeeignete oder uns zugespielte Objekte fluessig. Mit von der Partie: Das "Haus der Heimat", eine "Feile", ein "Bomber", ein "Kuehlreaktor", etc, etc. Passend zugetragene Devotionalien herzlichst willkommen. ich habe ersteigert, du hast ersteigert, er hat ersteigert, sie hat ersteigert, es hat ersteigert... DonZt miss this! Flyer als Grafik: http://www.raw.at/queer/programm/files/qabschluss05.png Ort: Que(e)r-Beisl im EKH. Wielandgasse 2-4, 1100 Wien (U1 Keplerplatz) Zeit: 19 Uhr, Filmbeginn: 20:30 Uhr Vollstaendiges Monatsprogramm auf http://www.raw.at im Bereich Que(e)r -- ############ RAW ############# Rosa Antifa Wien c/o Rosa Lila Tip Linke Wienzeile 102 A-1060 Wien AUSTRIA ------------------------- E-Mail: raw at raw.at Web: http://www.raw.at Board: http://www.n3tw0rk.org ------------------------- PGP-Key available here: http://www.raw.at/sub/kontakt/raw.asc ############ RAW ############# ================================================ 04 sommerseminar von: grundrisse at gmx.net ============================================== Kapitalismus, Geschlechterordnung und Revolution Drittes Sommerseminar der grundrisse in Hegymagas/Ungarn von 4.-7. August 2005 Das diesjährige Sommerseminar der grundrisse.zeitschrift für linke theorie & debatte wird nicht zuletzt als Weiterführung der vorangegangenen beiden Seminare (zum Klassenbegriff bzw. zum Themenfeld “kommunistische Transformation") die kritische Reflexion der Geschlechterordnung in den Mittelpunkt stellen. Als ausschließlich aus Männern bestehende Redaktion wird es auch an uns liegen, über theoretische Betrachtungen hinaus auch die “politische", “alltägliche" und oft unbewusste Verstrickung in die nach wie vor patriarchal geformte Geschlechterordnung in den Blick zu nehmen. Wurden in den feministischen und linken Diskussionen Kapitalismus und Patriarchat nebeneinander gestellt, wobei sich immer die Frage nach der Gewichtung stellte, so muss eine zeitgemäße Theorie in systemüberwindender Absicht die patriarchale Geschlechterordnung - die heterosexuelle Matrix (Judith Butler) - als konstitutiv für den Kapitalismus begreifen. Es geht also darum, dass das ganze Leben, Gefühle, Emotionen, Beziehungen etc. - etwas verkürzt als affektive Arbeit bezeichnet - aber auch die Produktion des Lebens (“Reproduktion") der Organisation des Kapitalismus unterworfen ist. Dass das Patriarchat älter ist als der Kapitalismus widerspricht dem nicht, denn die Geschlechterordnung im Kapitalismus ist eine andere als im vorkapitalistischen Patriarchat. So ist es nicht zufällig, dass das Familiensystem mit dem Wohlfahrtsstaat, dem Höhepunkt des Fordismus zusammenfällt und dass die Geschlechterordnung jetzt eine andere, allerdings noch immer patriarchale ist, verbunden mit dem entsprechenden kapitalistischen Regime. Wir können nicht wie Marx davon ausgehen, dass mit der Unterwerfung unter die Verwertung alle, auch die geschlechtlichen, Unterschiede verdampfen, sondern dass eine adäquate Analyse des Kapitalismus nur in Zusammenhang mit einer Analyse der Geschlechterordnung möglich ist. Und dass eine revolutionäre Umwälzung nur feministisch sein kann. Themenfelder, die aller Voraussicht nach am Seminar behandelt werden, sind: * “Ehe schlecht - alles gut?" Einleitende Gedanken zur Geschichte des Verhältnisses Marxismus / Feminismus * Frauen, Männer und Kinder in der politischen Arbeit * Welche Auffassung des Kapitals müssen wir aufgeben, um das Geschlechterverhältnis als konstitutiv für die kapitalistische Herrschaft begreifen zu können. * Die Kleinfamilie als konstituierendes Element für die Unterwerfung des Konsums unter den Zyklus der Kapitalreproduktion (“Fordismus") und die Auflösung des Familiensystems durch die Integration von Kommunikation, Beziehungen und Gefühlen in die kapitalistische Verwertung. * “Genderworkshop" (Arbeitstitel) * "Donna Harraway und die Geschlechterordnung" (Arbeitstitel) Das Seminar findet wieder im ungarischen Hegymagas, an den Hängen der Weinberge über dem Plattensee statt. Für leibliches Wohl wird bestens gesorgt, die Unterkünfte sind kleine Häuschen in den Weingärten. Neben genügend Freizeit zum Besuch des lokalen Kulturfestivals und zum Baden wird es am Sonntag, den 7. August die Möglichkeit der Teilnahme an einem Segeltörn am Plattensee geben. Die Kosten für den Seminarreader (wird Anfang Juli ausgeschickt), Unterkunft und Verpflegung beträgt etwa 80 Euro. Die TeilnehmerInnenzahl ist beschränkt, verbindliche Anmeldung mittels Einzahlung von 30 Euro auf das grundrisse-Konto, Kennwort: Sommerseminar. Anmeldeschluß ist der 30.6.2005. Bei Interesse/Teilnahme ersuchen wir um ein mail an grundrisse at gmx.net, da detaillierte und kurzfristige Informationen via mail verschickt werden ================================================ 05 work at migration/Einladung/ Fußball- & Volleyball-Turnier/30. Juli 2005 von: nicholas.hauser at gpa.at ================================================ Liebe Kollegin! Lieber Kollege! Was ist work at migration? work at migration ist die GPA-Interessengemeinschaft für MigrantInnen. Wir sind eine basisdemokratische, gewerkschaftliche Plattform von MigrantInnen und Menschen, die sich für MigrantInnen und deren Unterstützung einsetzen. Das erste Mal in einer österreichischen Gewerkschaft haben MigrantInnen - unabhängig von Staatsbürgerschaft oder Betriebsratsfunktion - nun das Recht und die Möglichkeit direkt aus ihrer eigenen Mitte VertreterInnen zu wählen. Aufgrund des fehlenden passiven Wahlrechts bei der Betriebsratswahl in Österreich konnten Nicht-EWR-StaatsbürgerInnen in Österreich bislang auch keine gewerkschaftlichen Funktionen wahrnehmen. Mit der Gründung der IG work at migration gibt die GPA als erste und einzige Gewerkschaft in Österreich allen MigrantInnen, egal welcher Herkunft, die Möglichkeit ihre Interessen in der GPA durch eigene, gewählte VertreterInnen selbst wahrzunehmen und zu bestimmen. http://www.interesse.at Wir stehen für: - das Grundrecht von jedermann, frei von Diskriminierung oder \Verfolgung auf Grund der Rasse, Hautfarbe, Religion oder nationalem oder ethischem Ursprung zu leben - betriebliche und gesellschaftliche Mitbestimmung unabhängig von Rasse, Hautfarbe, Religion oder nationalem oder ethischem Ursprung - unsere Anstrengungen zu verstärken, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus in allen Lebensbereichen zu bekämpfen und dabei alle verfügbaren Mittel und Instrumente einzusetzen Wir glauben es ist - notwendig, Partnerschaften zu bauen, um vereint gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus zu kämpfen und zu diesem Zweck mit allen relevanten PartnerInnen zusammenzuarbeiten Darum wollen wir Dich herzlichst zu unserem Fußball- und Volleyball-Turnier einladen. Ziel unseres Turniers ist die Begegnung, gegenseitiges Kennenlernen und die Vernetzung aller Initiativen, die gegen Diskriminierung ankämpfen. Das Turnier soll auch allen Initiativen die Möglichkeit bieten sich vor Ort präsentieren zu können. Gerne kannst Du oder Deine Initiative auch mit einem Team an unserem Turnier teilnehmen. Falls Du oder Deine Initiative ein Team stellen will, freuen wir uns sehr und ihr seid herzlichst willkommen. Ein Fußballteam soll aus 7 Leuten (inklusive Tormann), ein Volleyball-Team aus 5 Leuten bestehen. Bei Interesse informieren wir Dich über die Vorbereitungstermine und Koordinationstreffen zum Turnier. WANN: 30. Juli 2005 ZEIT: 9.30 Uhr bis 18 Uhr WO: Sportcenter Donaucity Zwischen UNO City und Alter Donau, dem Donaupark und der Skyline der "Donau City" - 135.000m2 Fläche - 1700 Bäume - Die Sportanlage gleicht einem Naturpark mitten in der City und befindet sich nur zwei Gehminuten von der U-Bahn-Station (U1) "Alte Donau" http://www.sportcenter-donaucity.at/ Mit freundlichen Grüßen Nicholas Hauser ================================================ 06 [Depot-news] Termine 20.06. - 24.06. von: depot-news at mailman.sil.at ================================================ Montag, 20. Juni, 19.00 Soziale Bewegungen in Lateinamerika Buchpräsentation und Diskussion Nach einer Phase relativer Stille unter der neoliberalen Hegemonie in den 1990er Jahren gewinnen die politischen Kämpfe in Lateinamerika seit einiger Zeit wieder weltweite Beachtung. Wird die Autonomieforderung im zapatistischen Aufstand vor allem mit der Erprobung neuer Politikformen verbunden, kämpfen soziale Bewegungen in Kolumbien oder Guatemala um ihr Überleben angesichts permanenter Bedrohung durch Militär und paramilitärische Gruppen. In Venezuela oder Brasilien hingegen sind die Bewegungen zum Teil eingebunden in die präsidialen Projekte der gesellschaftlichen Umgestaltung, während sich der Widerstand in Argentinien und Bolivien in der Absetzung der jeweiligen Präsidenten äußert. Jens Kastner, Soziologe und Kunsthistoriker Olaf Kaltmeier, Jens Kastner, Elisabeth Tuider (Hg.): Neoliberalismus - Autonomie - Widerstand. Soziale Bewegungen in Lateinamerika. Münster: Verlag Westfälisches Dampfboot 2004 Veranstaltung im Rahmen der eipcp-Reihe discursive lines Dienstag, 21. Juni, 19.00 EuroMayday 2005 Seit einigen Jahren wird in verschiedenen europäischen Städten der traditionelle ArbeiterInnenkampftag 1. Mai mit neuen Inhalten und Formen gefüllt. EuroMayday nennt sich der europaweite Prozess, dessen inhaltliche Klammer der Kampf gegen die gegenwärtige Prekarisierung der Arbeits- und Lebensverhältnisse ist. Heuer fand auch in Wien am 1. Mai eine EuroMayday-Parade statt, die versuchte, die klassischen Formate von Demonstrationen und Kundgebungen zu durchbrechen. Auf Basis von Bild- und Tondokumenten reflektiert die Veranstaltung diesen ersten Wiener EuroMayday und stellt Überlegungen zur Weiterentwicklung des Prozesses in den nächsten Jahren an. www.euromayday.at Mittwoch, 22. Juni, 19.00 Der erweiterte Kulturbegriff Gespräch Einerseits reduziert sich die Vorstellung von Kultur sehr oft auf die Kunst und da wiederum speziell auf die “hohen" Künste, andererseits wird genau diese Vorstellung von Kultur - oft ohne das zu reflektieren - dafür eingesetzt, bestimmte Machtinteressen und Ideologien zu unterstützen. Der Pressburger Philosoph Miroslav Marcelli möchte einen möglichst weiten Kulturbegriff und meint, dass die Reduktion der Kultur auf künstlerische Aktivitäten nicht zuletzt auch für die “freie" Kunst nachteilig sein muss. Dabei beruft er sich vor allem auf den Diskurs der cultural studies in den letzten Jahren. Miroslav Marcelli, Philosophische Fakultät der Comenius Universität, Bratislava Stephan Teichgräber, Dokumentationsstelle ost- und mitteleuropäische Literatur Freitag, 24. Juni, 19.00 Autorität und Autorschaft in Ausstellungen Buchpräsentation Sprache hat in Ausstellungen ihre spezifische Macht: Raumtexte, Objektbeschriftungen, Führungen und audiovisuelle Medien stellen jene Kontexte her, die die Thesen von Ausstellungen erst nachvollziehbar machen. Sie scheinen gültig, evident und wahr zu sein. Mit der Frage “Wer spricht?" geht der Sammelband “Ausstellungstheorie & Praxis" der Definitionsmacht in Ausstellungen auf den Grund und nimmt die darin impliziten Ausschlüsse in den Blick. Weitere Schwerpunkte widmen sich konkreten Vermittlungsprojekten sowie den Möglichkeiten und Grenzen einer emanzipatorischen Vermittlungspraxis. Beatrice Jaschke, Charlotte Martinz-Turek, Nora Sternfeld, schnittpunkt Beatrice Jaschke, Charlotte Martinz-Turek, Nora Sternfeld (Hg): Wer spricht? Autorität und Autorschaft in Ausstellungen, Ausstellungstheorie & Praxis. Wien: Turia + Kant 2005 Depot Breitegasse 3 A-1070 Wien Tel: +43 1 522 76 13 depot at depot.or.at www.depot.or.at ================================================ 07 28.6.: Europa braucht wieder Politik! von: LM.Sender at spoe.at ================================================ Zukunfts und Kulturwerkstätte Newsletter 10/2005 ================================================= EUROPA BRAUCHT WIEDER POLITIK! In den letzten Jahren hat sich in vielen Medien und großen Teilen der öffentlichen Meinung eine Art Konsens darüber herausgebildet, dass gesellschaftliche Probleme möglichst von - politisch "keimfreien" - ExpertInnen bearbeitet und gelöst werden sollen. Deren Hauptaufgabe wird dabei in der Verwaltung scheinbar naturgesetzlicher ökonomischer Sachzwänge gesehen. Die Hegemonie dieses Ökonomismus wird von neoliberalen VordenkerInnen dazu benützt, die Gestaltungsmöglichkeiten von Politik entweder sukzessive zu beschneiden oder generell zu leugnen. Demgegenüber steht das Ziel, statt des Primats der Ökonomie wieder die Politik als Mittel des gesellschaftlichen Interessenausgleichs zu forcieren. Gerade auf europäischer Ebene zeigt sich vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um die EU-Verfassung, wie dringend notwendig eine kritische Reflexion dieser Thematik ist. Im soeben erschienenen, von Franz Vranitzky und Rupert Weinzierl herausgegebenen Buch "Europa braucht wieder Politik!" werden von den AutorInnen - Karl Duffek, Caspar Einem, Frank Ey, Norbert Kettner, Gertraud Knoll, Herbert Krejci, Oliver Marchart, Markus Marterbauer, Christoph Matznetter, Elisabeth Mayerhofer, Gabriele Michalitsch, Monika Mokre, Irene Mozart, Ewald Nowotny, Bruno Rossmann, Christa Schlager und Paul Stepan - mögliche Alternativen zur Politik des Neoliberalismus aufgezeigt. * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * >> Buchtipp > Franz Vranitzky/Rupert Weinzierl (Hg.) Europa braucht wieder Politik! Löcker Verlag , Wien, 2005, EUR 17,- * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * Buchpräsentation und Diskussion Dienstag, 28. Juni 2005, 19 Uhr in der Zukunfts- und Kulturwerkstätte, Schönlaterngasse 9, 1010 Wien >> TeilnehmerInnen: > Mag. Gertraud Knoll Leiterin der Zukunfts- und Kulturwerkstätte, Mitglied im Kompetenzteam Soziales der SPÖ Prof. Herbert Krejci ehem. Generalsekretär der Industriellenvereinigung, Ehrenpräsident der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik Mag. Dr. Markus Marterbauer Ökonom am Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung - WIFO Mag. Elisabeth Mayerhofer freiberufliche Kulturwissenschaftlerin, Mitglied im Vorstand von FOKUS - Forschungsstelle für kulturökonomische und kulturpolitische Studien Moderation: Dr. Margaretha Kopeinig KURIER Innenpolitik * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * > Nähere Infos unter: Zukunfts- und Kulturwerkstätte Schönlaterngasse 9, 1010 Wien Tel.: 01/513 86 82 www.diezuk.at zuk at spoe.at > An- und Abmeldung des Veranstaltungsabos: Gehen Sie bitte auf die Seite www.diezuk.at/online/page.php?P=10180 In Kooperation mit WIWIWPOL WIWIPOL ================================================= ================================================ 08 Fr. 24.06.2005, Veranstaltung zu FGM von: baghajati at aon.at ================================================ Subject: Fr. 24.06.2005, Veranstaltung zu FGM From: "Baghajati" Sehr geehrte Damen und Herren! Auf eine von muslimischer Seite initiierte Veranstaltung zu "FGM - Weibliche Genitalbeschneidung" am 24.06. im alten AKH ab 18.30 Uhr möchten wir Sie gerne hinweisen. Beiliegend finden Sie die genauere Ankündigung. Derzeit läuft die Vorbereitung sehr intensiv und mit erfreulicher Dynamik, so dass wir davon ausgehen, dass noch weitere Referentinnen von afrikanischer Seite für Impulsreferate dazu kommen. Bei der Wichtigkeit über dieses oft tabuisierte Thema zu informieren, hoffen wir auf Ihr Interesse, darüber zu berichten. Mit freundlichen Grüßen ********************************* F o r u m Muslimische Frauen Österreich Schura-Moschee, Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen, in Zusammenarbeit mit Kulturverein Kanafani, Verein Information und Kultur Ägyptens, Sudanesischer Kulturverein, Nigeria Islamic Forum, El Nil Verein, Institut für Interdisziplinäre Islamforschung , Camaat Zun-Nur, Arabischer Kulturverein Freitag, 24. Juni 2005 ab 18.30 Uhr Spitalgasse 2-4, 1090 Wien, Altes AKH Universitätscampus, Hof 2, Hörsaalzentrum, HS C1 (Straßenbahnlinien 43,44) FGM - Weibliche Genitalbeschneidung: "Sunna" oder Verbrechen aus Tradition? Vortrag und Diskussion mit Scheich Mag. Adnan Ibrahim Imam der Schura-Moschee, Dozent der Islamischen Religionspädagogischen Akademie Wien Einleitendes Impulsreferat einer afrikanischen Expertin Begrüßungswort von Präsident Anas Schakfeh, IGGiÖ Moderation Carla Amina Baghajati Simultanübersetzung Deutsch, Arabisch, Englisch Mit Kinderbetreuung! Der in Gaza geborene Scheich Adnan Ibrahim ist über die Grenzen Österreichs hinaus für seinen umfassenden Einblick in die islamischen Quellen und seine Fähigkeit zur kritischen Analyse bekannt. Darüber hinaus studierte er Medizin in Nis und Bania Luca. Er zieht ausführlich und religiös fundiert Bilanz über bisherige Auffassungen und Einstellungen der Muslime zu Frauenbeschneidung in allen existierenden Formen. Die gesamtgesellschaftlichen Folgen werden betrachtet. Der Islam stellt die Gesundheit unter Schutz und erklärt das Recht auf ein erfülltes eheliches Geschlechtsleben. Im Koran nicht erwähnt, gibt es auch in der Überlieferung zum Leben des Propheten Muhammad nichts, wodurch FGM legitimiert würde. Demnach sind Frauenbeschneidung oder Genitalverstümmelung bei den meisten Muslimen völlig unbekannt. Und doch besteht Aufklärungsbedarf. Denn die Praxis lebt in jenen Regionen fort, in denen der Eingriff als uralte Tradition von Angehörigen aller dortigen Religionen ausgeführt wird. Dieses Unrecht unter Missbrauch der Religion bewegt auch Muslime, Stellung im Kampf gegen FGM zu beziehen. Vielerorts geschieht dies erfolgreich, wird aber effizienter durch die nötige sorgfältige theologische Beweisführung. mit freundlicher Unterstützung der ÖH der Universität Wien ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN UND KOMMENTARE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 09 Internationaler Tag des Flüchtlings (20. Juni) von: gfbv.austria at chello.at ================================================ Gesellschaft für bedrohte Völker - Südtirol / Presseerklärung in >www.gfbv.it/2c-stampa/2005/050617de.html > >Internationaler Tag des Flüchtlings (20. Juni) >Die Mitte-Rechts-Regierung bestraft mit ihrem >rigiden Gesetz vertriebene Menschen > >Bozen, 17. Juni 2005 > >Vor zwei Monaten ist in Italien die >Durchführungsverordnung zum sogenannten >Bossi-Fini-Gesetz in Kraft getreten. Das bereits >restriktiv angelegte Gesetz wurde damit noch >verschärft. In Italien gestrandete Flüchtlinge >können um Asyl ansuchen. Die Grenzpolizei >überprüft die Anfragen. In Zweifelsfällen werden >Flüchtlinge in sogenannte Identifikationszentren >eingewiesen und "kaserniert". Sie erhalten keine >Aufenthaltsgenehmigung. Verlassen Flüchtlinge >ohne Erlaubnis diese Zentren, wird der >Asylantrag annulliert. Dies ist ein Verstoß >gegen die EU-Grundrechtecharta, die die Genfer >Flüchtlingskonvention bestätigte aber auch die >Freizügigkeit für Flüchtlinge. Die Internierung >in diesen Identifikationszentren verletzt die >Menschenwürde. Das US-Komitee für Flüchtlinge >wie auch Amnesty international kritisieren diese >Zentren als "Lagerhaltung". > >Künftig übernehmen sieben Gebietskommissionen >die bisherige Aufgabe der zentralen >Asylkommission in Rom. Für die Region >Trentino-Südtirol ist Gorizia zuständig. >Innerhalb eines Monats müssen die Asylverfahren >abgewickelt werden. Dies kommt zwar der >Bürokratie zugute, nicht aber Flüchtlingen, die >meist vor Gewalt flüchten, Vertriebene sind oder >Opfer von Kriegen. Die knapp bemessene Zeit >reicht nicht aus, die Fluchtursachen zu >recherchieren. Lehnt die Gebietskommission >zweimal den Asylantrag ab, kann sich der >Flüchtling mit einem Rekurs an ein Zivilgericht >wenden. In der Zwischenzeit muß der Flüchtling >aber Italien verlassen. Eine zynische Regelung. >Wohin wird der Flüchtling ausgewiesen? > >Von den 10.000 Flüchtlingen, die jährlich in >Italien um Asyl ansuchen, dürfen 3000 auf >italienischem Staatsgebiet bleiben. Im >vergangenen Jahr wurden laut Angaben der >Zentralkommission 9019 Entscheidungen gefällt. >Von diesen wurden nur 781 als Flüchtlinge im >Sinne der Genfer Konvention anerkannt. 2350 >Personen erhielten zwar nicht die Anerkennung, >dennoch einen indirekten Schutz durch die >Empfehlung an die zuständige Quästur, eine >befristete Aufenthaltsgenehmigung aus >humanitären Gründen auszustellen. Offensichtlich >will die Regierung das Problem kleinreden. Fakt >ist, daß die Zahl der Flüchtlinge weltweit um >eine weitere Million auf 11 Millionen >angestiegen ist. Die größte Flüchtlingsbewegung >ermittelte die UN-Flüchtlingsorganisation UNHCR >in der sudanesischen Region Darfur. > >In Südtirol wurden im Vorjahr von der >Caritas-Flüchtlingsberatungsstelle mit Hilfe des >Landes 440 Menschen betreut. Bei den >Asylantragstellern handelt es sich um Menschen, >die aus begründeter Furcht vor Verfolgung wegen >ihrer Nationalität, Religion, Zugehörigkeit zu >einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen >ihrer politischen Überzeugung ihr Heimatland >verlassen müssen. Die Hilfesuchenden stammten >vorwiegend aus dem Kosovo, der Türkei, dem Irak >und aus Mazedonien. Unter ihnen befanden sich >auch Angehörige ethnischer Minderheiten, wie >jene der Roma und der Kurden. Die derzeit >einzige öffentliche Flüchtlingsunterkunft in der >ehemaligen "Gorio"-Kaserne am Bozner Boden mit >45 Plätzen für Asylantragsteller muß mit >entsprechenden Einrichtungen in weiteren Städten >ergänzt werden. Löblich sind die einzelnen >Projekte wie etwa die außerschulische Betreuung >der Flüchtlingskinder. >======================================================================= >Siehe auch: >* www.gfbv.it: >www.gfbv.it/2c-stampa/03-2/030620de.html | >www.gfbv.it/2c-stampa/04-1/041222de.html | >www.gfbv.it/2c-stampa/04-1/041027de.html | >www.gfbv.it/2c-stampa/03-2/030918de.html | >www.gfbv.it/2c-stampa/02-1/020110de.html | >www.gfbv.it/2c-stampa/1-00/23a-5-dt.html | >www.gfbv.it/3dossier/cecenia/cecen-224.html | >www.gfbv.it/3dossier/rom-dt.html > >* www: www.ohchr.org | www.unhcr.ch/cgi-bin/texis/vtx/events ================================================ 10 Österreich / Kärnten: Die Kärntner Politik missachtet die Wünsche der slowenischen Sprachgruppe von: gfbv.austria at chello.at ================================================ Gesellschaft für bedrohte Völker - Südtirol / Presseerklärung in >www.gfbv.it/2c-stampa/2005/050617ade.html > >Österreich / Kärnten: Die Kärntner Politik >missachtet die Wünsche der slowenischen >Sprachgruppe >>Die Forderung nach mehr zweisprachigen >>Ortstafeln in den zweisprachigen Gemeinden wird >>nicht ernst genommen. Genauso wenig das klare >>und deutliche Urteil des Verfassungsgerichts >> >>Bozen, 17. Juni 2005 >> >>Die politische Elite Kärntens nimmt die >>slowenische Sprachgruppe nicht sonderlich >>ernst. Landeshauptmann Jörg Haider nutzt dieses >>für seine ethnische Scharfmacherei gegen die >>berechtigten Forderungen der slowenischen >>Minderheit. Außer vollmundigen Ankündigungen >>ist von Landeshauptmann Haider nichts zu >>erwarten. Es ist beschämend, wie Haider im >>Bündnis mit der Bundesregierung bisher >>erfolgreich die Umsetzung des Urteils des >>Verfassungsgerichts verhindert hat. Die >>GfbV-Südtirol fordert Bundeskanzler Wolfgang >>Schüssel auf, mit einer Verordnung endlich und >>sofort die VfGH-Erkenntnis umzusetzen. Es ist >>unerträglich, dass die slowenische Sprachgruppe >>für eine polemische Politik missbraucht wird. >>Auch die Kärntner SPÖ ist an diesem Spiel >>beteiligt. Offensichtlich unterstützt >>SPÖ-Vorsitzender Peter Ambrozy jene >>Bürgermeister, die auf Drängen des Kärntner >>Abwehrbundes versprochen haben, keine weiteren >>zweisprachigen Ortstafeln aufzustellen. Damit >>ordnet sich die SPÖ nationalistischen >>Scharfmachern unter. >> >>Die GfbV-Südtirol appelliert an Bundeskanzler >>Schüssel, bei seiner nächsten Konsenskonferenz >>nur mehr gewählte VertreterInnen der >>slowenischen Sprachgruppe einzuladen. Schüssel >>soll sich die befreundete italienische >>Mitte-Rechts-Regierung zum Vorbild nehmen, die >>trotz ihrer kritische Haltung zur Südtiroler >>Volkspartei den Dialog mit der SVP sucht. Die >>GfbV-Südtirol weist aber auch dahin, daß die >>Kärntner Politik die offene Frage um die >>Ortstafeln gar nicht lösen will. Das ergab eine >>Umfrage des Humaninstituts Klagenfurt/Celovec. >>74 Prozent haben eine andere Haltung zur >>Ortstafelfrage als Politiker und >>Heimatverbände, 67 Prozent wollen die vom VfGH >>geforderten zweisprachigen Ortstafeln >>aufgestellt wissen, und 52 % machen die Politik >>dafür verantwortlich, dass diese Frage nicht >>gelöst ist. Weitere Informationen: >>http://volksgruppen.orf.at/slowenen/aktuell/stories/33004/. > ================================================ 11 30 Jahre Fristenlösung und die Praxis von: selbstbestimmungsrechtderfrau at gmx.net ================================================ 30 Jahre Fristenlösung und die Praxis 30 Jahre § 96 ff statt § 144 im Strafgesetzbuch Österreichs. Der Schwangerschaftsabbruch in Österreich ist immer noch verboten und von Strafe bedroht. Lediglich eine Ausnahmeregelung - die sogen. Fristenregelung, gekoppelt an eine sog. "Indikationenregelung", gibt den Frauen des Landes die Möglichkeit, eine Schwangerschaft unter medizinisch akzeptablen Bedingungen beenden zu lassen. Jedoch nicht in allen Bundesländern, wie frau aus der Praxis weiss. Und auch den jahrelangen massiven Angriffen der selbsternannten, katholisch verbrämten Gebärmuttermilizen von Human Life International und Konsorten sind Frauen seit Jahren tagtäglich vor Arztpraxen und Abtreibungskliniken ausgesetzt. Das Internet wimmelt nur so vor "Abtreibung ist Mord"-Seiten. Die Situation in Salzburg verschärft diese Angriffe und führt zu einer Aufrüstung des katholischen Lagers! Eine Initiative "Recht auf Leben" ist ein neuerliches Bündnis zur Entmündigung und Demütigung von Frauen. Weltweit wird propagandistisch unter diesem Begriff "Recht auf Leben" die Vermanschung von Reproduktionstechologien, Forschung, Euthanasie, Klonen, ... und Schwangerschaftsabbruch betrieben und forciert. Das ist die Politik der römisch-katholischen Kirche auf ihrem langen Marsch zum Monopol auf "das Leben". Für Frauen hätte dieses "Recht auf Leben" ein generelles Abtreibungsverbot zur Folge. Darum ist es wichtig, die Geschichte der patriarchalen Paragraphen gegen die Selbstbestimmung von Frauen über ihr Leben gegenwärtig zu halten und den Status quo zu betrachten. Die österreichische Verfassung wird mit Füssen getreten, wenn Frauen qua Geschlecht aufgrund ihrer Gebärfähigkeit durch die § 96 ff in besonderer Weise diskriminiert werden! Denn nichts Anderes ist es, wenn medizinische Angelegenheiten im Strafrecht für eine ganze Bevölkerungsgruppe geregelt werden. Wir fordern daher immer noch: ### Abtreibung raus aus dem Strafgesetz, ersatzlose Streichung der §§ 96 ff ### Schwangerschaftsabbruch auf Krankenschein in allen öffentlichen Spitälern Österreichs ### Errichtung von Ambulatorien ### Gratis Verhütungsmittel für Männer und Frauen ### Objektive Sexualaufklärung in den Kindergärten und Schulen, jenseits von Ideologie und Zurichtung durch Biologismus, Religion und Heterosexismus ### Bannmeile vor entsprechenden Einrichtungen, um den Terror von rechtsradikalen Abtreibungsgegnerschaften abzustellen ### Ein Garantiertes Grundeinkommen von 1.200 Euro 14 mal jährlich, unabhängig von Zwangsarbeit und sozialer Durchleuchtung und Stigmatisierung Den Frauen ihr Recht! FrauenLesben für das Selbstbestimmungsrecht der Frau ------------------- Infoladen Wels: Vortrag: "Abtreibung - 30 Jahre Fristenlösung" Dienstag, 21. Juni 2005, 20 Uhr im Kulturzentrum "Alter Schlachthof", Dragonerstraße 22, 4600 Wels In diesem Jahr besteht die Fristenlösung, die das Recht von Frauen auf Abtreibung regelt, seit 30 Jahren. Aus diesem Anlaß veranstaltet der Kulturverein Infoladen Wels einen Vortragsabend, bei dem eine Abtreibungsexpertin über die Geschichte der Abtreibung in Österreich referieren wird. Weiters wird der Arzt Dr. Fiala, der Schwangerschaftsabbrüche an Kliniken in Österreich durchführt, über seine beruflichen Erfahrungen (u.a. in Afrika) berichten. Eintritt frei Links: http://www.abtreibung.at http://www.gynmed.at http://www.die-abtreibung.at.tf -- FrauenLesben für das Selbstbestimmungsrecht der Frau Selbstbestimmungsrechtderfrau at gmx.net <+++<+++<+++<+++<+++<+++<+++<+++<+++<+++<+++> detailierte Infos zum Schwangerschaftsabbruch in Österreich auch auf: --- www.die-abtreibung.at.tf ================================================ 12 Presseinformation der KPÖ Steiermark von: kpoe_stmk at hotmail.com ================================================ KPÖ Steiermark Lagergasse 98a 8020 Graz Tel. 03 16 / 71 24 36 Fax 03 16 / 71 62 91 email: kpoe_stmk at hotmail.com Samstag, 18. Juni 2005 * Presseinformation der KPÖ Steiermark ** Nach EU-Gipfel und Volksabstimmungen: Druck auf Regierungen vor Ort verstärken * "Wer für soziale Sicherheit, für mehr Rechte der arbeitenden Menschen, für Demokratie, für Friedenspolitik und Neutralität eintritt, der darf seine Hoffnungen nicht auf die EU setzen." Das sagte der steirische KPÖ-Vorsitzende Franz Stephan Parteder am Samstag nach dem Abbruch des EU-Gipfels in Brüssel. Jetzt sei es notwendig, vor Ort den Druck auf die Regierungen zu verstärken, um negative Entwicklungen für die arbeitenden Menschen abzuwenden. Parteder: "Die erfolgreichen Volksabstimmungen in Frankreich und in den Niederlanden haben gezeigt, dass sich die Leute nicht mehr alles von oben gefallen lassen. Die EU kommt uns zu teuer - im wörtlichen und im übertragenen Sinn." Der KPÖ-Politiker wies auf die Gefahr hin, dass jetzt Bestimmungen des abgelehnten Verfassungsvertrages zur Kooperation im Justiz- und Sicherheitsbereich oder der Militärpolitik, die Österreichs Neutralität extrem gefährden, durch die Hintertür und ohne Öffentlichkeit umgesetzt werden könnten. Auch die Dienstleistungsrichtlinie der EU, die zehntausende Arbeitsplätze in Frage stellt, ist noch nicht vom Tisch. Trotzdem gilt die alte Regel: "Wenn die Spitzenpolitiker und die Vertreter der Banken und Konzerne lange Gesichter machen, dann kann das nicht schlecht für die arbeitenden Menschen sein." Rückfragehinweis: 71 24 79 ** KPÖ-Steiermark Lagergasse 98 a 8020 Graz Tel.: 0316 71 24 36 Fax 0316 71 62 91 email: kp.stmk at kpoe-graz.at; kpoe_stmk at hotmail.com ================================================ 13 LEERwerkstaetten von: verin.stadtteilz.simmering at chello.at ================================================ Liebe Kolleginnen und Kollegen, folgendes Mail der Jugend der EisenbahnerInnengewerkschaft leite ich gerne an Sie / dich / euch weiter. Mit den besten Wünschen für ein schönes Wochenende und mit solidarischen Grüßen Alois Reisenbichler Liebe Kolleginnen, werte Kollegen! Um zu verhindern dass aus den ÖBB Lehrwerkstätten in naher Zukunft LEERwerkstätten werden, bitte ich dich die Unterstützungserklärung auf der Homepage http://www.oebb-leerwerkstaetten.at elektronisch zu unterzeichnen und dieses Mail in deinen Bereich weiter zu leiten. Weitere Infos findest du auch auf http://www.oebb-leerwerkstaetten.at Danke! Schöne Grüße Philip Gastinger (Vorsitzender der Jugendabteilung) Gewerkschaft der Eisenbahner Jugendabteilung Margaretenstraße 166 A - 1050 Wien ------------------------------------------------------------------- Tel.: +43 1 54641 303 Fax.: +43 1 54641 302 e-mail: philip.gastinger at eisenbahner.at ------------------------------------------------------------------- http://www.gdejugend.at http://www.eisenbahner.at http://www.infrajugend.at ALOIS REISENBICHLER 1110 Wien, Schneidergasse 15/9 Tel. 0664 39 51 809 ================================================ 14 KPÖ zur Lage der Gruppen im EKH von: wien at kpoe.at ================================================ *KPÖ zur aktuellen Situation um's EKH* Zur Situation der türkischen Gruppe ATIGIFmöchten wir festhalten: Die KPÖ hat der ATIGF konkret zwei Angebote gemacht: a.) Miete eines Teils des KPÖ-Hauses in Wien 21 (inklusive einem Versammlungssaal für rund 150 Personen) b.) Gemeinsame Nutzung des KPÖ-Lokals im 20. Bezirk Beide Angebote wurden von der VertreterInnen der ATIGIF aber abgelehnt, weil, wie erklärt wurde, sie den Bedürfnissen der Organisation nicht entsprächen. Deshalb (nicht aus finanziellen Gründen) ist besiher keine Lösung für ATIGIF zu Stande gekommen. Andere Angebote kann die KPÖ aber keine machen.Die KPÖ fordert daher von der Hausverwaltung, die Übergangsfrist für ATIGIF zu verlängern. Mit 30. Juni sind alle Prekariate im EKH einvernehmlich aufgelöst. Da der serbische Kultur- und Sportverein noch kein neues Lokal gefunden hat, hat er mit der Hausverwaltung einen befristeten Mietvertrag bis zum Ende des Jahres abgeschlossen. Der "Verein für Gegenkultur" besitzt bekanntlich einen unbefristeten Mietvertrag, über dessen Gültgkeit zur Zeit vor Gericht verhandelt wird. Auf dem Hintergrund dieser Situation verlangte die KPÖ von der Gemeinde Wien neuerlich, das Haus Wielandgasse 3 anzukaufen, und so eine politische Lsöung zu ermöglichen. Zur Erinnerung: Bereits ein dreiviertel Jahr vor dem Verkauf im Dezember 2003 hat sich die KPÖ mit dem Vorschlag, das EKH in öffentliches Eigentum zu übernehmen an die Gemeindeverwaltung gewendet. Im disbezüglichen Brief vom 21. November 2003 an die zuständige Vizebürgermeisterin, Laska heißt es: “dass (in diesem Haus) ImmigrantInnenorganisationen, Flüchtlinge und Kultuprojekte ein selbstverwaltetes Nebeneinander gefunden haben, desen Aufrechterhaltung aus kultur- und kommunalpolitischer Sicht mehr als gerechtfertigt ist, sich die KPÖ aber außer Stande sieht, die bisherigen Rahmenbedingungen weiter zu garantieren." Nach einem positiv verlaufenen ersten Gespräch zwischen KPÖ und der Vizebürgermeisterin ließ diese aber Ende Jänner durch ihr Büro mitteilen, dass kein Interesse an dem Kauf des Hauses seitens der Gemeinde gegeben sei. (Der Vollständigkeit halber ist anzufügen, dass zu diesem Zeitpunkt auch die BenützerInnen des EKH jede Übernahme durch die Gemeinde Wien und jede Subventionierung ihrer Projekte, die Mieteinnahmen für die KPÖ ermöglicht hätten ablehnten.) Die KPÖ steht nach wie vor auf dem Standpunkt, dass es die Aufgabe der Gemeinde bzw. der öffentlich Hand ist, Jugend- und Kulturzentren zu finanzieren und ihre selbstverwalteten Strukturen zu respektieren.Vielleicht meinte man in der Gemeinde Wien oder der SPÖ, dass es eine besonders schlaue Taktik ist, die KPÖ mit dieser Aufgabe zu belasten. Fakt ist aber, dass diese seit dem Enteingungsurteil in Deutschland dazu nicht mehr in der Lage war und ist. ================================================ 15 Neues von der Arbeiterfotografie von: arbeiterfotografie at t-online.de ================================================ Liebe Freundinnen und Freunde, neu auf der Sonderseite 'Kein Krieg!' in der Rubrik 'Krieg und Medien': * 'Bilder lügen nicht!' oder: Fand das 'Massaker von Srebrenica' gar nicht in Srebrenica statt? Über ein Anfang Juni 2005 'aufgetauchtes' Video, das eine Verbindung zwischen Ex-Präsident Milosevic und den Vorgängen von Srebrenica herstellen soll Am Mittwoch, dem 1. Juni 2005 wurde im Rahmen des Prozesses gegen den ehemaligen Präsidenten der Bundesrepublik Jugoslawien, Slobodan Milosevic, am UN-Tribunal in den Haag ein Video vorgeführt, das einen Vorgang zeigt, der in den dazu verbreiteten Kommentaren als Erschießung bezeichnet wird. Unmittelbar darauf wurde dieses Video - in Teilen - weltweit verbreitet und u.a. auch in Serbien gezeigt. Es geht um ein Video, das einen Zusammenhang herstellen soll zwischen Milosevic und dem Vorgang im Juli 1995, der weithin als das 'Massaker von Srebrenica' bezeichnet wird... Weiter hier: http://www.arbeiterfotografie.com/srebrenica neu auf der Sonderseite "Sozialraub": * Wie Kritik am Kapitalismus als Antisemitismus gebrandmarkt wird (erweitert) Über die Reaktionen auf den Artikel 'Die Plünderer sind da' von Werner Rügemer in 'metall', Mitgliederzeitung der IG Metall, Ausgabe Mai 2005 (jetzt u.a. mit einer Erwiderung von Werner Rügemer) http://www.arbeiterfotografie.com/sozialraub/2005-05-metall-ruegemer.html * Das Kapo-Prinzip Betrachtung von Hans-Dieter Hey, 3.6.2005 http://www.arbeiterfotografie.com/sozialraub/2005-06-03-hdh-kapo-prinzip.html * Was Spiegel-Online zu weit geht... Es gibt keinen Bedarf für vier neoliberale Parteien in Deutschland - Brief von Ulrich Maurer an die Mitglieder des SPD-Parteivorstands http://www.arbeiterfotografie.com/sozialraub/2005-05-24-ulrich-maurer.html und es gibt u.a. folgende neue Reportagen: * Reise durch Palästina Reportage von Ellen Diederich, Dezember 2004/Januar 2005 * 'Linke in Deutschland - vorwärts, aber wie?' - Podiumsdiskussion der Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW Köln, 13.6.2005 * Aktion '11.000 Kinder' im Hauptbahnhof - für eine Ausstellung in den Bahnhöfen über die Deportation nach Auschwitz Frankfurt, 10.6.2005 * '0ppenheim - notwendiger Nachruf auf einen Milliardär' - von Werner Rügemer - Szenische Lesung im Theater Tiefrot Köln, 9.6.2005 * Montagsdemonstration gegen den sozialen Kahlschlag - zum Außenministerium Berlin, 6.6.2005 * 'Armes Deutschland? Reiches Deutschland!' - Aktion in der Kölner Innenstadt Köln, 4.6.2005 * Demonstration gegen die drohende Schließung der Glashütte Gerresheim Düsseldorf, 2.6.2005 (in zwei Teilen) * Glashütte Gerresheim droht das Aus durch den Eigentümer Owens-Illinois (OI) Düsseldorf, 31.5.2005 * Montagsdemonstration gegen den sozialen Kahlschlag - zum Roten Rathaus Berlin, 30.5.2005 * Abschlußveranstaltung der SPD im NRW-Landtagswahlkampf Dortmund, 20.5.2005 Diese und weitere Reportage sind zu finden unter: http://www.arbeiterfotografie.com/reportage Weitere Reportagen sind in Vorbereitung. Hintergrundinformation über das rote i rechts über den Bildern Die Bilder können für nicht kommerzielle Zwecke (je nach Etat) auch kostenlos verwendet werden, für Flugblätter, Zeitungen, Internet,... (bei Autorenangabe 'arbeiterfotografie.com' und Mitteilung über die Verwendung bzw. Zusendung eines Belegexemplars). ------------------------------------------------------------------------ Mit besten Grüßen Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann ------------------------------------------------------------------------ Arbeiterfotografie - Forum für Engagierte Fotografie Anneliese Fikentscher Andreas Neumann Merheimer Str. 107 D-50733 Köln Tel: 0221/727 999 Fax: 0221/732 55 88 eMail: arbeiterfotografie at t-online.de Web: www.arbeiterfotografie.com ================================================ 16 Wenn ich Staatssekretärin wäre von: office at asyl-in-not.org ================================================ Wenn ich Staatssekretärin wäre Von Mag. Julia Kux (seit sieben Jahren als Juristin im Asyl- und Fremdenrecht tätig) Wenn ich Staatssekretärin für “Asyl - und Migrationsfragen" wäre, dann würde ich (unter den derzeit bestehenden Gesetzen und mit im wesentlichen gleichen Budgetmitteln) folgende Änderungen durchführen: A) Asyl: 1) Den Erstaufnahmestellen die Weisung erteilen, in allen Fällen Asyl zu erteilen, in denen ohne größere Ermittlungen klar ist, dass sie Flüchtlinge sind. Dies wird regelmäßig bei glaubhaftem Vorbringen und Herkunft aus Tschetschenien, Irak, Iran, Afghanistan, Kongo, Sudan, sowie weiteren amtsbekannt diktatorischen Staaten in Afrika und bei Minderheiten aus dem Kosovo der Fall sein; Überprüfung des Herkunftslandes, beispielsweise durch Sprachanalysen sind keine größeren Ermittlungen. (Anm.: Dieses Ziel verfolgte angeblich auch der ehemalige Innenminister Ernst Strasser mit der Asylgesetznovelle 2003- Ernst Strasser. “Aktionsplan für Österrerichs Sicherheit, www.oevp.at, S. 23: “Der inhaltlichen Prüfung des Asylantrages wird ein Zulassungsverfahren vorgelagert. Anträge von tatsächlich Schutzbedürftigen sollen möglichst rasch erkannt und entschieden werden...") 2) Den Bundesasylämtern die Weisung geben, ebenfalls in allen Fällen Asyl zu erteilen, in denen vernünftigerweise zu erwarten ist, dass der UBAS Asyl erteilen wird (siehe obige Länderliste). 3) Beim UBAS anregen, alle Fälle, die a priori danach aussehen, als wäre Asyl zu erteilen oder eine solche Grobprüfung aufgrund des mangelhaften Ermittlungsverfahrens der Asylämter nicht möglich ist, an die erste Instanz zurückzuverweisen. Zur Durchforstung der Akten zwecks dieser Prüfung wird dem UBAS vorübergehend geschultes, erfahrenes und gut bezahltes Personal zur Verfügung gestellt (möglicherweise Personen auf Werkvertragsbasis, die auch aus dem NGO - Bereich kommen können). 4) Beim UBAS anregen, alle Fälle, die älter als fünf Jahre sind, dem Staatssekretariat zur Überprüfung übermitteln, ob eine humanitäre Aufenthaltserlaubnis möglich ist. Diese ist dann zu erteilen, wenn der Asylwerber fünf Jahre in Österreich ist und keine Straftaten begangen hat. Arbeit ist keine Voraussetzung. Bei Erteilung wird ein Befreiungsschein erteilt. (Anm.: So auch der ÖVP-Menschenrechtssprecher Matthias Ellmauer über beim UBAS an hängige Asylverfahren: derStandard.at, 16.12.2004: “...die länger als fünf Jahre anhängig sind. ... Wenn jemand bereits so lange im Land ist, sei eine Abschiebung aus humanitärem Grund ohnehin nicht mehr möglich.") 5) Beim UBAS anregen, alle Fälle, bei denen eine Familienbindung besteht, dem Staatssekretariat zur Prüfung übermitteln, ob eine humanitäre Aufenthaltserlaubnis erteilt werden kann. Diese ist zu erteilen, wenn (Groß-)Eltern bzw.(Enkel-)Kinder (ohne Altersbeschränkung) legal in Österreich aufhältig sind. Bei Geschwistern im Einzelfall, wenn eine enge Bindung besteht. 6) Die Weisung erteilen, dass keine Schubhaft über Asylwerber verhängt wird. 7) Die Botschafter der Länder einladen, bei denen es Probleme mit Heimreisezertifikaten gibt, und eine Problemlösung ansteuern. B) Migration: 1) Per Weisung "Scheinehe"-Überprüfungen einschränken. 2) Per Weisung den Umstieg vom Asylverfahren in eine Niederlassungsbewilligung ermöglichen. 3) Per Weisung ermöglichen, dass eine Niederlassungsbewilligung trotz laufendem Asylverfahren erteilt wird. 4) Per Weisung die Aufenthaltsverbote wegen Mittellosigkeit einschränken. 5) Per Weisung verfügen, dass kein Aufenthaltsverbot und keine Ausweisung bei Personen verfügt wird, die seit fünf Jahren in Österreich aufhältig sind und keine Straftaten begangen haben. 6) Per Weisung verfügen, dass Schubhaft allerhöchstens eine Woche vor Abschiebungstermin verhängt wird. Alle Vorbereitungen müssen getroffen sein, bevor die Person in Schubhaft kommt. Diese Änderungen würde ich mit einer Expertengruppe besprechen, die aus allen Bereichen kommen sollen, wobei das Hauptaugenmerk auf Personen gelegt wird, die schon jetzt ein humanitäres und gesetzeskonformes Verhalten an den Tag legen bzw. Personen, die für die operative Ausführung unabdingbar sind. C) Umgang mit AusländerInnen 1) Verpflichtende Kurse für alle in diesen Behörden tätigen Personen zu interkulturellem Verständnis, Umgang mit Traumatisierten usw. 2) Entfernung von rassistischen Personen aus den Asyl- und Fremdenbehörden 3) Einrichtung einer unabhängigen Beschwerdestelle für mit diesen Behörden befasste Personen, die Beschwerden prüft; ein Zutreffen der Vorwürfe hat disziplinarrechtliche Folgen. Und wenn das alles erledigt ist, dann kümmere ich mich um den Asylmissbrauch! Spendenkonto: Asyl in Not P.S.K. Kontonummer 92.034.400 ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Die Zusendungen können Sie bei Bedarf unter http://asyl-in-not.org/abo/ abbestellen. Asyl in Not, Währingerstraße 59, A-1090 Wien Telefon +43/1/408 42 10, Fax +43/1/405 28 88 mailto:office at asyl-in-not.org http://asyl-in-not.org ================================================ 17 AT: CC:\> type 10thesen.nfo von: depesche at quintessenz.org ================================================ From: "q/depesche" Subject: AT: CC:\> type 10thesen.nfo q/depesche 2005-06-15T21:46:26 AT: CC:\> type 10thesen.nfo Der heutige erste Tag der ChaosControl'05 - eigentlich nur ein Abend - skizzierte den viel umfangreicheren zweiten Tag (Do, 16.Juni) vor: Diskussionspanels zu den Tehmen Softwarepatente, Creative Commons, Digitales Wissen und Informationsfreiheit sollen ein Gleichgewicht in den Interessen von Urhebern, Verwertern, dem Fortschritt/Wissenschaft und der Öffentlichkeit ausloten. -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- Übergeordnetes Motto sind die, im Vorfeld erarbeiteten, 10 Thesen zur Informationsfreiheit - die s.g. "Wiener Erklärung". Diese, so einer der Veranstalter sinngemäß, solle die Rationalisierung, Verwissenschaftlichung und Verrechtlichung der Debate über Generierung, Allokation und Distirbution von Information und Wissen erreichen. Beschränkungen dürfen nicht durch technische Maßnahmen marktbeherrschender Teilnehmer, straken Lobbygruppen oder dem Zufall überlassen werden. Das Recht solle faire und klare Bedingungen schaffen. Die Erklärung kann online unterzeichnet werden - was bisher über 700 Personen und Institutionen wahrgenommen haben. Donnerstag, 16.Juni 2005 9:00 - 18:00 Dachgeschoss des Juridicum Wien Freier Eintritt http://www.chaoscontrol.at/ -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- Wiener Erklärung: 10 Thesen zur Informationsfreiheit http://www.chaoscontrol.at/we.htm 1. Digitalisierung und Vernetzung erlauben im Hinblick auf den Zugang zu Informationen Erleichterungen, die historisch einzigartig sind. Alles wird potentiell zugänglich, kopierbar, veränderbar. Damit wird eine Informationsverarbeitung in bisher unbekannter Weise möglich und ein großer Fortschritt in der Zugänglichkeit von Wissen realisierbar. 2. Die Chancen, die mit dieser Entwicklung einhergehen, stehen nur jenen offen, die die notwendigen Kulturtechniken besitzen und beherrschen. Die Garantie eines Zugangs zur erforderlichen technischen Infrastruktur und Ausbildung muss daher Ziel jeder Bildungspolitik sein. 3. Bei der Verbreitung von Informationen sind die Interessen von UrheberInnen, VerwerterInnen sowie der Allgemeinheit durch die Rechtsordnung in ein gerechtes und ökonomisch sinnvolles Gleichgewicht zu bringen. Die Rechtsordnung ist hierzu das Instrument der Wahl. Das Recht hat Vorrang zu genießen vor technisch bedingten Tatsachen, die von beherrschenden Marktteilnehmern geschaffen werden. 4. Freie Werknutzungen beschränken die Verwertungsrechte der UrheberInnen auch ohne deren Zustimmung im Interesse der Allgemeinheit. Sie haben sich als Instrument des Interessenausgleichs bewährt und sind vor ihrer Schwächung und Beseitigung durch technische Maßnahmen und deren rechtlichen Schutz zu bewahren. 5. Freie Werknutzungen sind eine elementare Bedingung gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Fortschritts. Die freie Verfügbarkeit von Informationen zu Zwecken der Forschung, Lehre und Bildung ist daher in größtmöglichem Ausmaß zu garantieren. Das Urheberrecht ist diesbezüglich reformbedürftig. 6. Das Urheberrecht steht überwiegend in einer historischen Tradition geistiger Strömungen des 19. und 20. Jahrhunderts. Es ist rechtswissenschaftlich, sozialwissenschaftlich und rechtspolitisch darauf zu überprüfen, ob das Urheberrecht das Gleichgewicht zwischen UrheberInnen, VerwerterInnen sowie der Allgemeinheit weiterhin in gebotener Weise garantiert. 7. UrheberInnen haben heute die Gelegenheit, ihre Werke über digitale Netze einfach zugänglich zu machen. Über die urheberrechtlichen Grundlagen dieses Zugänglichmachens sind UrheberInnen unter besonderer Berücksichtigung von der Informationsfreiheit förderlichen Regelsystemen wie Open-Content-Lizenzen oder Open-Access-Initiativen neutral zu informieren. Das ist Aufgabe von Wissenschaft und Politik. Es ist Aufgabe der UrheberInnen, diese Möglichkeiten zu nutzen. 8. ForscherInnen sind als Vorbilder im Umgang mit freiem Wissen gefordert. Wissenschaftsinstitutionen sollen ihren ForscherInnen empfehlen, insbesondere staatlich finanzierte Forschungsergebnisse leicht und unentgeltlich zugänglich zu machen. Zugleich ist es Aufgabe des Staates, die eventuell daraus entstehenden Nachteile zu kompensieren. 9. Der Staat hat Vorbildcharakter im Umgang mit Informationen. Er hat daher den Zugang zu öffentlichen Informationen technisch und rechtlich bestmöglich zu erleichtern. Die Schaffung eines durchsetzbaren Rechts der BürgerInnen auf Zugang zu staatlichen Informationen auf der Basis eines österreichischen bzw. EU-weiten Informationsfreiheitsgesetzes nach internationalem Vorbild sowie die wirksame Kontrolle der Gebarung der staatlichen elektronischen Register und Daten, ist zu thematisieren. 10. Digitalisierung und Vernetzung bringen neue Fragen der Informationssicherheit und der Bewahrung von Information mit sich. Es ist staatliche Aufgabe zu verhindern, dass der fehlende technische Zugang zu Informationen zu einem Verlust von Wissen führt. Für die Bewältigung dieser Aufgabe ist neben der Förderung des Problembewusstseins mittels gezielter Bildungsmaßnahmen, auch die Überarbeitung der aktuellen rechtlichen Rahmenbedingungen sowie die Bereitstellung der nötigen finanziellen Mittel erforderlich. ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< SOLIDARITÄT WELTWEIT ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 18 [gipfelsoli] Genua von: gipfelsoli-l at lists.nadir.org ================================================ Gipfelinfo - Meldungen über globalisierte Solidarität und die Proteste gegen unsolidarische Globalisierung -------------------------------------------------------------------------- G8 2001: Verfahrenlawine für Gipfelgegner? Wer 2001 in Genua verhaftet wurde, könnte demnächst Post von der Justiz bekommen. Anscheinend wollen die Staatsanwälte Canepa und Canciani noch in diesen Wochen Nägel mit Köpfen machen. Am vergangen Dienstag veröffentlichte die Gruppe Supportolegale eine Pressemitteilung, in der es heißt, dass man 50 Personen wegen Verwüstung und Plünderung den Prozess machen wird und dass 190 Ermittlungsverfahren wegen den Auseinandersetzungen in den Straßen von Genua demnächst in ebenso viele Anträge auf Klagezulassung münden werden. Anna Canepa und Andrea Canciani, die bereits im Verfahren gegen 25 Personen, denen Verwüstung und Plünderung vorgeworfen werden als anklagende Staatsanwälte auftreten haben offenbar vor, alle gegen Protestteilnehmer noch laufenden Ermittlungserfahren zum Abschluss zu bringen. Wie es aussieht, wurden die beiden eigens von sonstigen Diensten im Rahmen ihres Amtes freigestellt, damit sie sich ausschließlich mit jenen Verfahren beschäftigen können. Ein vergleichbares Glück widerfuhr en Staatsanwälten, die den Untaten der Polizeien nachgehen nicht, stellte in einem heute erschienenen Artikel die Zeitung Il Manifesto fest. Die noch offenen Fälle sind zahlreich. Die Verfahren, die durch den Vorwurf der Verwüstung und Plünderung gekennzeichnet sind, haben einen größeren Bekanntheitsgrad als die anderen, bei denen es in unterschiedlichen Konstellationen um "klassische" Vorwürfe geht wie Widerstand gegen die Staatsgewalt, Sachbeschädigung, Brandstiftung, Vermummung etc. Die Staatsanwälte hatten seinerzeit verschiedene Ermittlungsstränge angelegt. Neben den Verfahren wegen der Diaz-Schule und Bolzaneto und dem wegen der Tötung von Carlo Giuliani gab es u.a. das Verfahren gegen die so genannten "black bloc" und eins wegen den Auseinandersetzungen in den Straßen von Genua. Diese beiden Verfahren unterschieden sich dadurch, das im "black bloc" Verfahren Vorfälle untersucht wurden, die nach Meinung der Staatsanwälte in Zusammenhang mit jenen "Streifzügen" der "black bloc" standen, welche selbige meinen, anhand der Zerstörung von "Globalisierungssymbolen" nachzeichnen zu können, während im zweiten Verfahren sozusagen "gewöhnliche", nicht mit einem etwaigen "Aktionskonzept" in Zusammenhang stehende Straßenschlacht-Situationen zum Gegenstand der Ermittlungen wurden. Die "Black-bloc-Akte" stellte also deshalb auf den Vorwurf der Verwüstung und Plünderung ab, weil die angebliche Beteiligung an "systematisch" durchgeführte Handlungen unterstellt wurde, obwohl auch dort - zumindest im Verfahren gegen die 25 - im Ergebnis einzelnen Personen, die keineswegs einem wie auch immer gearteten Ganzen angehörten nichts als einzelne Vorkommnisse zur Last gelegt werden. Die Akte "Fatti di Piazza" (Auseinandersetzungen in den Straßen, Straßenschlachten) hingegen sollte "lose" Vorkommnisse im Rahmen des traditionellen, unorganisierten Riot-Repertoires untersuchen. Was aussteht und jetzt anscheinend bald konkret werden soll, gehört nun teils dem ersten Ermittlungsstrang an und teils dem zweiten. Einerseits wäre da eine Zahl von mindestens 50 Personen, die mit dem Vorwurf der Verwüstung und Plünderung konfrontiert werden sollen. Andererseits könnten schätzungsweise 190 Personen im Sinne des zweiten Ermittlungsstrangs zu den Straßenschlachten belangt werden. Zu den berühmten 50 plus x Fällen, die ermittlungstechnisch längst abgeschlossen in irgendeiner Schublade liegen, gibt es an sich nichts Neues. Seit gut einem Jahr wird gerätselt, wer genau wie betroffen sein könnte. Nach wie vor rechnet man aufgrund von wenigen, sehr vagen Andeutungen, die aber offiziell nie ausreichend bestätigt wurden, dass u. a. Angehörige der Österreichischen Volxtheaterkaravane und einige deutsche Aktivisten mit im Visier der Justiz sind, sonst sind aber keine Details bekannt. Es heißt, der Grund, weshalb bisher noch nichts passierte, obwohl alles "bereit" stünde sei, dass die Staatsanwälte Canepa und Canciani, die das Verfahren gegen die 25, die derzeit vor Gericht stehen leiten, mit diesem zu beschäftigt waren, um sich noch mehr Gerichtsverfahren aufzuhalsen. Womöglich hat sich das nun durch die Freistellung der beiden von anderen staatsanwaltlichen Diensten geändert. Wenn Canepa und Canciani ihre Ankündigung auch im Bereich der Gruppe, die der Verwüstung und Plünderung angeklagt werden soll wahrmachen, werden die Betroffenen bald Post von der italienischen Justiz bekommen. Wenn nicht, dann wird es später passieren. Die Verjährungsfrist für Verwüstung und Plünderung beträgt 50 Jahre, daher hat die Justiz alle Zeit der Welt. Für eine Verzögerung könnte es auch rein taktische Gründe geben: bisher sangen Leute wie Gianfranco Fini (AN Chef) und Co. so oft und so laut sie konnten das Lied der armen Polizisten, die zu Unrecht der schlimmsten Taten bezichtigt werden, während kaum ein Demonstrant belangt wird. Möglicherweise gibt es Interesse, dieses scheinbare "Ungleichgewicht" nicht zu stören, damit der Öffentlichkeit suggeriert werden kann, die Justiz gehe mit den Staatsbeamten am härtesten um, was nicht im Geringsten den Tatsachen entspricht. Konkret ist augenblicklich einiges im Bereich des anderen Ermittlungsstrangs in Bewegung gekommen: in diesen Tagen hagelte es von jetzt auf gleich nur noch ACIPs (Avvisi di chiusura indagini preliminari - Mitteilungen über den Abschluss von Ermittlungsverfahren). Im Büro des Genoa Legal Forum liefen deswegen die Telefone und Faxgeräte heiß. Vielfach handelt es sich um Fälle, die bisher nicht bekannt waren, es geht immer wieder um Sachbeschädigung und um schweren Widerstand, meistens in Zusammenhang mit Situationen, die sich in kleineren Seitenstraßen am Rande der größeren Zwischenfälle ereignet haben. Dass es mit solchen Fällen losgeht ist unter Umständen nicht verwunderlich: die Verjährungsfrist ist hier entschieden kürzer als es bei "Verwüstung und Plünderung" der Fall ist.. Wie die Zeitung Il Manifesto berichtete, sind momentan zwanzig Personen betroffen, deren Zahl aber rasant ansteigen dürfte, wenn die Staatsanwälte wirklich zur Sache gehen. Die Zahl 190 (auch hier "plus x"?) ist eine zunächst durch nichts bestätigte Schätzung, die sich an der Zahl der damals in den Straßen verhafteten Menschen abzüglich derjenigen, die bereits freigesprochen oder vor Gericht gestellt wurden orientiert. Allerdings geriet mancher auch ohne damals verhaftet worden zu sein ins Visier der Justiz. Eine zutreffende Einschätzung der Zahl der Betroffenen wird dadurch also noch schwieriger. Was auch immer die nächsten Wochen bringen werden, wird das Ganze grundsätzlich noch einer viel genaueren Einschätzung bedürfen. Das wird gar nicht so einfach, weil es sich dieses Mal zumindest im Bereich der Fälle aus dem Ermittlungsstrang "Fatti di Piazza" um zig Einzelverfahren handeln wird und nicht um ein Paket wie es im Prozess gegen die 25 der Fall ist und weil es um viele Situationen geht, die eventuell von Grund auf neu rekonstruiert werden müssen. Einziges Trostpflaster ist, dass in einigen Fällen die Möglichkeit, dass es zu Verfahrenseinstellungen kommt, nicht ganz ausgeschlossen ist. Wie es weiter geht, wird sich zeigen. Sofern ACIP-Bescheide einteffen müssen dann zuerst die 20-Tage-Fristen verstreichen, während denen die Betroffenen gegebenenfalls reagieren bzw. Stellung nehmen können, dann wird es zu x Einzelvorverhandlungen kommen und das kurz vor dem Sommerloch. Was die 50 plus x erwartet, denen eher ein Prozess wegen Verwüstung und Plünderung droht, bleibt vorerst völlig unklar, weil es hier noch keine einschlägigen Bescheide gab. Es profiliert sich daher auf beiden Ebenen mal wieder langes Warten und viel stop and go, bevor klar wird, in wie vielen Fällen genau es zu Gerichtsverfahren wegen was kommen wird. Von den Betroffenen weiß bzw. bekommt jedenfalls noch jeder Einzelne durch den ACIP Bescheid. [URL: http://germany.indymedia.org/2005/06/120735.shtml] -------------------------------------------------------------------------- gipfelsoli infogruppe Newsletter mit Nachrichten über Mobilisierungen, Debatten und Repression im Zusammenhang mit Gipfelprotesten. Die AutorInnen der Beiträge, so sie nicht von uns verfasst sind, sind mit eckigen Klammern versehen. Wir können leider keine Verantwortung für die Richtigkeit der Beiträge übernehmen. Auch geben die Beiträge nicht zwangsläufig unsere Meinung wieder. Kontakt, Kritik, Beiträge: gipfelsoli at nadir.org gipfelsoli mailinglist subscribe - unsubscribe https://lists.nadir.org/cgi-bin/mailman/listinfo/gipfelsoli-l ================================================ 19 [gipfelsoli] Gleneagles von: gipfelsoli-l at lists.nadir.org ================================================ Gipfelinfo - Meldungen über globalisierte Solidarität und die Proteste gegen unsolidarische Globalisierung -------------------------------------------------------------------------- Important information about anti-g8 protests This email contains important information about anti-G8 Summit activities in Scotland, including arrival and accommodation. Always check www.dissent.org.uk for the latest information. Please forward this email as far and wide as possible. The following sections are included, (1) General, (2) Transport to the Summit (3) Arrival in Edinburgh (4) Accommodation in Edinburgh (5) Arrival in Glasgow (6) Accommodation in Glasgow (7) Rural Convergence Space (8) Timetable of actions. Protests and Resistance to the 2005 G8 Summit looks likely to be enormous. Many people are arriving now, and asking about accommodation and getting further involved. Others are asking about convergence spaces and accommodation for the days leading up to and during the Summit. This document should give the basic information you require, or point to sources of more information. Note, it appears that as the authorities cannot publicly disagree with the sentiment to 'Make Poverty History', and hence the protests, they are attempting to limit numbers coming here by highlighting a supposed lack of accommodation. The police and media regularly intimidate anyone offering space to those against the G8, of any political stripe. Do not be intimidated by this. There is legal accommodation for those who require it, but perhaps not enough for everybody. Families and those with other legal concerns will be prioritised with legal places to stay. There are plenty of other accommodation options. There are already sorted convergence spaces. Finally, we need more people to get involved now, resources and money. Help out with all of the below, donate things we need (http://www.dissent.org.uk/content/view/195/125/), or donation against the G8! (http://www.tenpounds.org/) 1. GENERAL If you coming to protest and resist the G8 be as self sufficient as possible. Bring a tent, sleeping bag, waterproofs, warm clothes, shoes to walk/run in, plate, cup and cutlery and an imagination! In general head for 'convergence spaces' - places where people can find information, meet, socialise, organise actions and get cheap food. Some convergence spaces offer accommodation. Enquiries can be sent to dissent-enquiries at riseup.net or telephone 07913 263 515. But always check the website and 'google' your enquiry first. You can also call the following numbers Edinburgh numbers: 0131 477 2954 (London Road InfoPoint), and 0131 554 2440 (Leith Walk InforPoint). There will be a free newspaper for the protests, with all the practical information you need. Look out for this. 2. TRANSPORT TO THE SUMMIT PROTESTS. Anti-G8 Transport Hubs, offering lifts, and explanations of how to get to Scotland, from the rest of the UK and from Europe as cheap as possible are here: [http://www.cambridgeaction.net/taxonomy/page/or/2934]. You can add your transport offers here too. Special Dissent! trains from London to Edinburgh can be booked now at [www.resistg8.org.uk]. Book now to guarantee a place. Transport is also being organised by other mobilisations. See: [http://www.resist.org.uk/reports/archive/g82005/g82005-05.php] or [http://www.makepovertyhistory.org/mph/transport/view.do?code=G8] 3. ARRIVAL IN EDINBURGH Goto one of the two central Edinburgh Dissent! InfoPoints now open, 24 hours per day at: 25 London Road, Edinburgh EH7 5D3. 10 Albert Place, Leith Walk, Edinburgh. EH7 5HN. Forest Café, 3 Bristo Place, is a volunteer-run café and arts space, and is also a useful point of information. It has a big Anti-G8 noticeboard with info about meetings. This is also the Indymedia space, from 29th July. University Convergence Space. Edinburgh student union is booked for Dissent! to hold convergence meetings, and workshops etc., from 29th July to 7th July. The address is Teviot buildings, Edinburgh Students Union Building, Bristo Square, Edinburgh. 4. ACCOMMODATION IN EDINBURGH. Before the Summit: Goto the Dissent! infoshop, 25 London Road, see above section, and we will find you somewhere from there. Exact accommodation will depend on numbers, and specific needs. Prepare to be flexible! It may be necessary to send people to Glasgow for accommodation before the 1st July. We are still actively looking for large warehouse space, and all other avenues. However, options in Edinburgh are almost exhausted. During the Summit: Our ideal scenario is to have a legal self-managed space for the week. However, the attitude of the local council, the volume of people expected and the focus on the rural convergence site (see below) mean this is not yet finalised, and my not be. The following options exist. The council is providing camping space on the outskirts of Edinburgh, near Craigmillar, a bus ride from town. The cost is likely to be £10 for the week. The council has currently put in place restrictions including potential searches and no meetings, but people involved in Dissent! are in dialogue with the council to remove these restrictions. The space is for 15,000 people, but the council also have a long list of back-up accommodation sites. The local media have repeatedly run stories that people will camp in the parks of Edinburgh, and action will not be taken by the police to stop or evict city-centre camping over the week of the main protests. 5. ARRIVAL IN GLASGOW. Goto the Dissent! InfoPoint, open 24 hours a day: G42 Collective, Suite 3, 674 Pollockshaws Road, Glasgow. This is on South Glasgow, get either the 44, 22, 23, 57 in Central Glasgow and ask for Eglington Toll. It is approx 30 mins walk from the city centre. If you have problems call 07981 954 132. 6. ACCOMMODATION IN GLASGOW. Before the Summit: goto the G42 Collective space, and you will be directed to the Dissent! warehouse sleeping space which is open from now until well after the Summit. During the Summit: the same warehouse space will be available. Additional space will be obtained if necessary. The warehouse space is self-managed and is also used as a convergence space for meetings. 7. RURAL CONVEGENCE SPACE. The rural convergence space will be a large self-managed outdoor space near Gleneagles: a space for all who aspire to radical decentralized alternatives to capital, power and ecological collapse. A place to meet, chat, eat, sleep, organise, and more. Over the past 6 months, people from the Dissent! network have been trying to secure a large piece of land near Gleneagles. Lots of sites have fallen through which appears to have happened because of police pressure. The police appear happier to see people in the cities, as they know that the area close to Gleneagles is where we can really shut the G8 down! We have now been offered a site, but are still negotiating for yet more rural space as the land isn't as big as some of the others. It is not on the site of an old landfill, but nearby one filled in over 20 yrs ago. It is large enough for thousands to sleep, eat, plan and act from. Families and those with other legal concerns will be prioritised space to stay on the legal sites. Other people may want to form autonomous camping sites in the beautiful Scottish countryside around Gleneagles. The rural convergence space will operate around a "neighborhood" system, similar to the "barrio" system used at some previous resistance camps. Neighborhoods will host camping, eating and meeting together and will be the focal point of decision making on the site. The neighborhoods will be information and discussion areas to aid communication across the site and beyond. Inter-neighborhood meetings will manage the whole site. Many groups are already hosting neighbourhoods but more are needed. You don't need to be a huge group or have loads of equipment to host a neighbourhood. The neighborhoods should be self running, once people start arriving. The aim is for each neighborhood to be as autonomous as possible, with its own kitchen or food serving facilities, alternative-technology power sources and meeting space. A neighborhood could also include anything else you would like to bring, like a library, cinema, crèche or spaceship. A site plan has been created by the 40+ participants at the recent 'Earth Activist training course'. People are needed to be on site setting up the space on the 25th June until the site opens. Lots of stuff is needed for the site, see http://www.dissent.org.uk/content/view/195/125/ for the full list. Please provide what you can. Transport is available to get larger objects to the site, although if you can find a way of getting it here yourself, then all the better. The site will be open to all from the 1st June. Bring a tent and your dreams of another world! 8. PUBLIC ACTIONS, DEMOSTRATIONS AND PROTESTS. Late June *Rural Convergence Centre, with accommodation, opens near Gleneagles. Open to everyone. Camping equipment required. Location details at www.dissent.org.uk Saturday 11 June *Cre8 Summat. Cre8 a community garden and social space along the proposed and widely opposed M74 motorway, Glasgow, until 18 June. Link from www.dissent.org.uk Friday 17 June *Anti-G8 Bike Ride, leaves Brighton for Scotland. www.g8bikeride.org.uk Sunday 29 June *Cre8 Summat. Community festival, Glasgow, until 3 July.Link from www.dissent.org.uk. Saturday 2 July *Make Poverty History demonstration, Edinburgh Sunday 3 July *Make Borders History. Tour in Glasgow www.makebordershistory.org Monday 4 July *Day of Action against the armed wing of global capitalism. Blockade of Faslane nuclear submarine base. www.faslaneg8.com *Carnival for Full Enjoyment, No wage slavery, No Benefits Slavery, No Debt Slavery, No Army Slavery. Raucous party visiting the institutions responsible for the increasingly insecure way we experience our lives. Meet 12.00 @ West End of Princes St, Edinburgh. www.nodeal.org.uk Tuesday 5 July *Open Borders, Close Dungavel Asylum Seeker Detention Centre! "Close Dungavel, No-one is Illegal!" mass protest near Glasgow. Glasgow Campaign to Welcome Refugees. glascamref at hotmail.com *Beacons of Dissent! Lighting beacons on the hills surrounding the G8 Summit. www.dissent.org.uk Wednesday 6 July *Isolate the G8: mass blockades of the G8 Summit. A diversity of tactics will be used to blockade the various routes to Gleneagles. Come along to the Convergence Spaces, meet with others and start plotting how to disrupt the Superpower Summit! www.g8blockades.org.uk *Global Day of Action. An anti-capitalist day of action against the G8 in cities, towns and villages worldwide.Peoples' Global Action (PGA): www.agp.org *Hill-walking actions in the Ochil Hills, southeast of Gleneagles. Continuing throughout the Summit. *Clandestine Insurgent Rebel Clown Army's 'Operation H.A.H.A.A.' (House Arresting Half-witted Authoritarian Androids) begins. www.clownarmy.org Thursday 7 July *Peoples' Golfing Action (PGA) Golf Tournament at Gleneagles! Dress for golf, rain or shine. www.dissent.org.uk/pga.html Friday 8 July International day of action against the root causes of climate change. Stop climate chaos - flood the G8! www.dissent.org.uk/g8climateaction Other actions are also being prepared by G8 Feminist Action (www.g8feministaction.frockon.org), a queer anti-G8 group(www.queeruption.org.uk/queerg8 ), an autonomous kids group and many, many others. [resistg82005] -------------------------------------------------------------------------- gipfelsoli infogruppe Newsletter mit Nachrichten über Mobilisierungen, Debatten und Repression im Zusammenhang mit Gipfelprotesten. Die AutorInnen der Beiträge, so sie nicht von uns verfasst sind, sind mit eckigen Klammern versehen. Wir können leider keine Verantwortung für die Richtigkeit der Beiträge übernehmen. Auch geben die Beiträge nicht zwangsläufig unsere Meinung wieder. Kontakt, Kritik, Beiträge: gipfelsoli at nadir.org gipfelsoli mailinglist subscribe - unsubscribe https://lists.nadir.org/cgi-bin/mailman/listinfo/gipfelsoli-l -------------------------------------------------------------------------- ================================================ 20 Dt/Eng: Pressemitteilung: Initiative in Gedenken an Oury Jalloh, Berlin/Dessau 14-06-2005 von: thevoiceforum at emdash.org ================================================ Dt/Eng: Pressemitteilung: Initiative in Gedenken an Oury Jalloh,Berlin/Dessau 14-06-2005 http://www.thevoiceforum.org/oury/junipress English: Press Release: Initiative in Memory of Oury Jallow, Berlin/Dessau 06-14-2005 Different Initiatives Denounce Daily State-Based Racism and the Targeted Harassment Against Mouctar Bah in Dessau :http://www.thevoiceforum.org/oury/engpressj5 ---------- Deutsch: Pressemitteilung: Initiative in Gedenken an Oury Jalloh, Berlin/Dessau 14-06-2005 Verschiedene Initiativen verurteilen den alltäglichen staatlichen Rassismus und den Einschüchterungsversuch gegen Mouctar Bah in Dessau Vor einem halben Jahr verbrannte Oury Jallow in einer Polizeizelle von Dessau in Sachsen-Anhalt. Sein Tod und die weiteren Ereignisse seit dem 7. Januar geben eine Ahnung davon, was hinter den Mauern der Polizei und denen des Schweigens normal und alltäglich ist. Für uns und alle, die diese Normalität, ihre Gesetze und ihre Täter genau kennen und täglich erleben.....mehr http://www.thevoiceforum.org/oury/junipress PresseArtikel: OURY JALLOH - Fünf Monate nach dem Tod eines afrikanischen Asylbewerbers in Dessauer Polizeizelle: http://www.thevoiceforum.org/5_monate --------------------- http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/seite_3/456783.html Montag, 13. Juni 2005 "Wie ist das möglich, mitten in Deutschland?" Im Januar verbrannte ein Asylbewerber in einer Dessauer Arrestzelle. Nur eins ist heute klar: Er hätte gerettet werden können Renate Oschlies DESSAU, im Juni. Links neben der Wohnungstür stehen, ordentlich abgestellt, Oury Jallhos beigefarbene Turnschuhe mit den dunklen Streifen. Seine ganze Habe findet sich im Zimmer dahinter: ein gelbkariertes Hemd, ein weiteres Paar Turnschuhe, eine Plastiktüte mit Wäsche und eine helle Ledertasche, in der noch die letzte Behördenpost steckt. Zwischen der Wand und der Bettcouch sind seine wenigen Sachen verstaut. Das Zimmer teilte sich der 21-Jährige mit zwei weiteren Asylbewerbern aus Afrika. Es ist alles, was von dem jungen Schwarzen blieb, der vor fünf Jahren aus Sierra Leone nach Deutschland floh. Oury Jallho ist tot. Er verbrannte in einer Polizeizelle in Dessau.......MEHR ---------- Gebrochenes Nasenbein Von Steffen Winter In einer Dessauer Polizeizelle verbrannte ein gefesselter Afrikaner. Zwei Beamte müssen sich vor Gericht für dessen Tod verantworten. Brandopfer Jallow Ouri Jallow starb sehr, sehr langsam. Minutenlang rüttelte er an seinen Hand- und Fußfesseln, um der Feuerhölle im Dessauer Polizeirevier zu entkommen. Die Matte unter seinem an vier Punkten fixierten Körper stand in Flammen, aus eigener Kraft war eine Rettung unmöglich. Bei Temperaturen von bis zu 330 Grad Celsius erlitt der Afrikaner aus Sierra Leone einen tödlichen Hitzeschock.........MEHR http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,359077,00.html ------- Zynische Sprüche über einen Toten Telefonprotokolle belasten Dessauer Polizei: Vor und nach dem Feuertod eines Afrikaners in seiner Zelle sprachen Beamte verächtlich über ihren Häftling. Staatsanwalt wirft Polizisten Körperverletzung mit Todesfolge und fahrlässige Tötung vor........MEHR VON MICHAEL BARTSCH "Unsere Polizei macht einen guten Job", hatte Sachsen-Anhalts Innenminister Klaus Jeziorsky (CDU) noch im Februar verkündet. Befragt worden war er nach den Umständen des Feuertodes eines 21-jährigen Asylbewerbers aus Sierra Leone in einer Dessauer Polizeizelle im Januar. Obwohl ein Rauchmelder angesprungen war, weil der Mann seine Matratze angezündet hatte, waren Hilfsmaßnahmen von den Polizisten eines Dessauer Polizeireviers zu spät eingeleitet worden........MEHR taz Nr. 7683 vom 7.6.2005, Seite 6, 127 Zeilen (TAZ-Bericht), MICHAEL BARTSCH http://www.taz.de/pt/2005/06/07/a0090.nf/text.ges,1 ------- Verachtung bis in den Tod Fall Jalloh: Polizisten angeklagt / Skandalöse Telefonprotokolle Von Hendrik Lasch Fünf Monate nach dem Tod eines Asylbewerbers in Dessauer Polizeihaft sind Telefonprotokolle mit rassistischem Inhalt und neue Obduktionsergebnisse aufgetaucht. Derweil wurden zwei Polizisten angeklagt...........MEHR http://www.nd-online.de/artikel.asp?AID=72970&IDC=2 - Generalstaatsanwaltschaft Naumburg - Pressemitteilung Nr.: 002/05 Naumburg, den 6. Juni 2005 (GenStA NMB) Feuertod eines Asylbewerbers Die aktuelle Presseberichterstattung zum Feuertod eines Asylbewerbers gibt zu folgender Bemerkung Anlass: Die Staatsanwaltschaft Dessau hat das gegen Polizeibeamte des Reviers Dessau geführte Ermittlungsverfahren mit der Erhebung einer fundierten Anklageschrift u. a. wegen Körperverletzung mit Todesfolge innerhalb von 4 Monaten abgeschlossen. Über die Eröffnung des Verfahrens wird das Landgericht Dessau entscheiden.......... Klaus Tewes, Pressesprecher der Generalstaatsanwaltschaft.......MEHR -------------------- (Zusammenfassung 1345) Nach Tod eines Asylbewerber neuer Wirbel durch Telefonprotokolle bdt0286 4 pl 201 dpa 4250 Kriminalität/Justiz/Asyl/(Zusammenfassung 1345) Nach Tod eines Asylbewerber neuer Wirbel durch Telefonprotokolle Dessau (dpa) - Nach dem Tod eines Asylbewerbers in einer Arrestzelle in Dessau (Sachsen-Anhalt) haben Telefonprotokolle mit abfälligen Äußerungen von Polizisten über den Afrikaner für neuen Wirbel gesorgt. Angesichts der jetzt bekannt gewordenen Protokolle prüfe das Innenministerium weitere disziplinarrechtliche Schritte, sagte ein Sprecher am Montag. Medienberichten zufolge sollen sich Polizisten des Reviers und auch ein Arzt rassistisch geäußert haben. Der 21 Jahre alte Mann aus Sierra Leone war im Januar bei einem Brand in der Zelle ums Leben gekommen...............MEHR dpa sc yysa ol 061350 Jun 05 ------- Fünf Monate nach dem Tod eines afrikanischen Asylbewerbers im Dessauer Polizeizelle Dessauer Polizisten angeklagt In ihrem Revier verbrannte im Januar ein Asylbewerber. Die Staatsanwaltschaft gibt zwei Dessauer Polizisten die Schuld an seinem Tod. Sie sollen den Feueralarm ignoriert haben.....MEHR taz Nr. 7676 vom 30.5.2005, Seite 7, 105 Zeilen (TAZ-Bericht), KBI http://www.taz.de/pt/2005/05/30/a0105.nf/text.ges,1 ---------- Staatsanwaltschaft hat zwei Polizisten angeklagt erstellt 27.05.05, 21:18h Dessau/MZ/sre. Fünf Monate nach dem Tod eines afrikanischen Asylbewerbers im Dessauer Polizeigewahrsam hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen zwei Polizisten erhoben. Das bestätigte der Chef der Staatsanwaltschaft Dessau, Folker Bittmann, am Freitag. Im Januar war der 21-jährige Oury Jallow in den Arrest eingeliefert und dort gefesselt worden. http://www.mz-web.de/artikel?id=1117104174041......MEHR ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< SERVICE - LINKS ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 21 Glocalist Nr.77 >> EU-Kommentar von Markus Beyrer (iv), Peter Grubits (KAÖ) von: office at glocalist-review.com ================================================ Sehr geehrte Damen udn Herren, werte Redaktion, anbei die Presseausgabe des Glocalist:Digitale Wochenzeitung für NGOs mit folgenden Themen: SCHWERPUNKT EU-Dienstleistungsrichtlinie mit Kommentaren von Wolfgang Katzian (Vorsitzender GPA), Rudolf Hundstorfer (Vorsitzender GdG) und Auszug aus Studie zu den EU-Dienstleistunsgrichtlinien (ÖGPP). Weiters Kommentare zur EU-Krise von Mag. Markus Beyrer (Generalsekretär iv) und Mag. Peter Grubits (Geschäftsführer Katholische Aktion Österreich) und als NGO der Woche präsentieren wir den Verein Balance. Interview mit Ute Fragner (WUK), Fortsetzung der Serie mit der ARGE CSR des PRVA (Public Relations Verband Austria), Dokument von Reporter Ohne Grenzen sowie die gewohnten Vermischten Meldungen und Termine. Als Aktion für die GLOCALIST Community weisen wir auf das kostenfreie Seminar von ONLINE GmbH hin. Weiters stellen wir einen Vorschlag zu einem Logo der BürgerInnengesellschaft Europas vor (sh. Titelseite). Viel Freude beim Lesen wünscht Christian Neugebauer _____ Glocalist Review: Digitale Wochenzeitschrift für NGOs&NPOs Barmherzigengasse 17 - stiege 6 - top 1 A-1030 Wien f: 01/597 2001 m: 0699 11 88 16 43 e: office at glocalist-review.com w: http://www.glocalist-review.com Agentur: arbeitsraum-philosophie: agentur für analoge&digitale kommunikationswirtschaft GmbH- www.arbeitsraum.at ================================================ 22 Neue Website zu FGM! von: gudninka_fgm at 8ung.at ================================================ Lieber MUND, bitte veröffentlichen mit Absenderadresse: gudninka_fgm at 8ung.at Die Website von Herrn Jama Fahije aus Somalia bietet Basisinformationen in Somali, Englisch und Deutsch und kündigt aktuelle Termine und Neuigkeiten in diesem Bereich an, wie beispieleweise die Eröffnung zur FGM Beratungsstelle in Wien am 23.6. und einen Vortrag zum Thema am 24.Juni. Zu finden ist sie unter: www.8ung.at/gudninka_fgm ================================================ 23 roter stern 2 von: agm at agmarxismus.net ================================================ Die Nummer 2 unserer Flugschriftzeitung roter stern ist erschienen und findet sich auf unserer website: http://www.agmarxismus.net/flugschriften/RS2/RS%202%20vorderseite.pdf http://www.agmarxismus.net/flugschriften/RS2/RS%202%20ruckseite.pdf Außerdem auf der website neue AGM-Texte in französischer Sprache und der Haupttext der vergriffenen Marxismus-Nummer 9: Trotzkismus in Österreich. ================================================ 24 Graffiti-Forschung + Neuerscheinung von: a6702809 at unet.univie.ac.at ================================================ Liebe FreundInnen, KollegInnen, s.g. Damen und Herren ! Sehr bedanke ich mich für die zahlreichen Hinweise betreffs meiner Doku-Reise durch die Landeshauptstädte Österreichs. In der Zwischenzeit werden wohl einige Stellen mit WortGraffiti dazu gekommen oder neu entdeckt worden sein. Vor allem hinsichtlich der Spurensuche nach Indoor-Graffiti bin ich weiterhin auf Hinweise angewiesen. Ersuche daher um Ihre/Eure fortgesetzte freundliche Unterstützung der Graffiti-Forschung. Mit Dank und freundlichen Grüßen, Thomas Northoff Soeben ist mein neues Buch erschienen: Northoff, Thomas: Graffiti. Die Sprache an den Wänden. Löcker Verlag, Wien 2005. 204 S., E 18.- ISBN 3-85409-417-5 Mag. Thomas Northoff Österreichisches GraffitiArchiv für Literatur, Kunst und Forschung Fischerstiege 1-7/1/6 1010 Wien TelFax: 01 5321200 Wer zur Graffiti-Forschung keine mails mehr erhalten will: re mit Betreff "streichen" genügt. ================================================ C) TERMINE ================================================ ======================== Montag http://www.mund.at/butt/Termine/Juni/2006.htm Dienstag http://www.mund.at/butt/Termine/Juni/2106.htm Mittwoch http://www.mund.at/butt/Termine/Juni/2206.htm ======================== ================================================ D) EDITORIAL ================================================ Für den Inhalt verantwortlich: Ihr. E-Mail-Adresse für Beiträge: widerstand at no-racism.net geschickt. widerst at nd MUND und alle Termine täglich aktualisiert im Web: http://www.no-racism.net/MUND Ziel von MUND (medienunabhängiger Nachrichtendienst) ist die unzensurierte und möglichst rasche Information über gesellschafts- politisch relevante Termine, Hinweise und Diskussionsbeiträge zu Widerstand und Antirassismus sowie verwandte Themen. sollen einen Titel, Namen und Emailadresse der/des AutorIn enthalten und möglichst kurz und prägnant gehalten sein, ev. mit Hinweis, wo weitere Informationen eingeholt werden können. Bitte keine Attachments! Die inhaltliche und sachliche Verantwortung liegt bei der/dem jeweiligen AutorIn bzw. jenen, die uns die Beiträge schicken. Der MUND wird von einzelnen TagesredakteurInnen zusammengestellt. Da Fehler nicht ausgeschlossen sind, bitten wir, nicht veröffentlichte Beiträge nochmals an widerstand at no-racism.net zu senden. Die Weiterleitung (auch auszugsweise) ist erwünscht. Beiträge mit rassistischen oder sexistischen Inhalten werden nicht veröffentlicht. Sehr persönliche Meldungen werden wir an den betreffenden Adressaten weiterleiten, aber nicht im MUND veröffentlichen. Die bisherigen Ausgaben sind unter http://www.no-racism.net/MUND archiviert. Terminankündigungen bitte nach folgender Vorlage: * Wann: Sonntag, 11.11.2001, 11:11 Uhr * * Was: Maskenball: Motto "Schwarzblau ist die Haselnuss" * * Wo: Villa Morgenrot, Grüner Anger 42, 2001 Wendendorf * * Kommentar: Anreise per Anhalter. Maskenzwang. Ende nie. Aber kurz und prägnant.* Die Rubrik "Redaktionelles" am Ende der Ausgabe ist u.a. eine Konsequenz aus der Notwendigkeit, sexistische, antisemitische und rassistische Beiträge nicht zu veröffentlichen, ohne jedoch stillschweigend Zensur zu üben. Hier wird - in anonymisierter Form - auf angehaltene Beiträge hingewiesen und eine kurze Begründung der Tagesredaktion für die Nichtaufnahme geliefert. (Weitere Gründe einen Beitrag nicht aufzunehmen sind z.B.: Attachments, kein erkennbarer Bezug zu den breit gestreuten Themen des MUND, Werbesendungen, sinnlose Kettenbriefe.) Die AbsenderInnen der betroffenen Beiträge werden hiervon informiert. Im Sinne einer "gläsernen Zensur" könnt ihr Euch die Beiträge gerne extra schicken lassen: Ein kurzes Mail an widerstand at no-racism.net genügt. ================================================ E) VERTEILERLISTE ================================================ Zur Eintragung in diesen Verteiler bitte direkt subskribieren unter http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/analle oder von der einzutragenden Adresse aus ein mail schicken an: admin at no-racism.net mit folgendem Text: subscribe no-racism Bitte wegen Automatisierung diesen Wortlaut verwenden! Zur Austragung aus dieser Liste bitte an aus Einsendungen an zusammengestellt. Bitte keine Attachments! (werden nicht angenommen) Redaktionsschluss für diese Ausgabe: Sonntag, 20.00 III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III ü, ö, ä, ß, Ü, Ö, Ä III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III widerst at nd-MUND is powered by http://alt.strg.at/ ================================================ From analle at no-racism.net Tue Jun 21 07:26:59 2005 From: analle at no-racism.net (=?iso-8859-1?q?MUND=3A_medienunabh=E4ngiger_Nachrichtendienst?=) Date: Tue, 21 Jun 2005 07:26:59 +0200 Subject: widerst@nd! - MUND: Dienstag, 21.6.2005 Message-ID: widerst at nd MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst www.no-racism.net/mund Dienstag, 21.06.2005 ================================================ A) INHALT ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN UND ANKÜNDIGUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 01 21.6.: EP oder ZIP? "Rechtskomitee LAMBDA" ================================================== 02 24.6.: Film: Freqently Asked Questions Cornelia Kogoj ================================================== 03 25.6.: Film "wir leben ewig" "hilde grammel" ================================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN UND KOMMENTARE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 04 Widerstand - Tag des Flüchtlings office at asyl-in-not.org ================================================== 05 Internationaler Flüchtlingstag im Schatten der geplanten Verschärfungen im österreichischen Asyl- und Fremdenrecht "Gabi Ecker" ================================================== 06 Regenbogen-Parade 2005: Prominente Stellungnahmen "Philipp Kainz" ================================================== 07 Stmk/Heider-Treffen/Bericht KPÖ Steiermark ================================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< SOLIDARITÄT WELTWEIT ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 08 "Hier ist kein Platz für Unnormale" Rechtsextreme demonstrieren gegen Homosexuelle angela.mores at chello.at ================================================== 09 Weltflüchtlingstag: Flüchtlinge in Deutschland leiden unter Abschiebeandrohungen "GFBV" ================================================== 10 Chinesisch-deutsches Symposium: Feigenblatt für Willkürherrschaft Pekings "GFBV" ================================================== 11 Frauenkörper und der "afrikanische Brauch" - FGM im Irak "wadi wien" ================================================== ================================================ B) TEXTE ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN UND ANKÜNDIGUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 01 21.6.: EP oder ZIP? "Rechtskomitee LAMBDA" ================================================== Rechtskomitee LAMBDA, Rosa Lila Tip und XTRA! laden im Rahmen des Projekts Recht Beweglich zur Informations- und Diskussionsveranstaltung EP oder ZIP? Und wann können wir heiraten? Dienstag, 21. Juni 2005 (20.00) B & G Wien 5, Schönbrunnerstrasse 21 http://www.bg-lokal.at mit: NRAbg. Mag.a Ulrike LUNACEK, Grüne NRPräs. Mag.a Barbara PRAMMER, stv. Bundesparteivorsitzende der SPÖ Marco SCHREUDER, Grüne Andersrum Günter TOLAR, SOHO Moderation: RA Dr. Helmut GRAUPNER, Rechtskomitee LAMBDA http://www.RechtBeweglich.at ================================================== 02 24.6.: Film: Freqently Asked Questions Cornelia Kogoj ================================================== Die Initiative Minderheiten leitet folgende Einladung weiter: AB Film und Sixpack Verleih freuen sich, Sie zur Filmvorstellung von: AB Film in distribucija Sixpack vas vabita na predstavo filma: Frequently Asked Questions Ein Film von Stefan Hafner und Alexander Binder S(tefana Hafnerja & Alexandra Binderja Ins Kino DeFrance, Wien einzuladen/ na Dunaju Premiere/krstna predstava: am 24.6.05 Juni/junija, um/ob 19 Uhr/uri Wann/Kdaj: : von/od 25. 6 - 30. 6. Juni, junija, um/ob 21 Uhr/uri Wo/Kje: DeFrance, Schottenring 5, 1010 Wien Mit herzlichen Grüßen, Lepo vas pozdravljata S(tefan Hafner & Alexander Binder, AB Film FAQ - Frequently Asked Questions Avtorja/Autoren: S(tefan Hafner + Alexander Binder, A 2005, 85 min. F.A.Q. je film o usodi slovenskega jezika na avstrijskem Koros(kem in s tem o usodi Slovencev samih. Posebnost filma je spros(c(eni, suvereni in duhoviti pristop k temi. Vedno znova film izpostavlja absurdne prizore, pri tem pa ohranja lebdec(o distanco do teme, ne da bi je izdal, ne da bi omilil s(tevilne oblike nesrec(e, implicitne zloc(ine in s(kandalozne politic(ne drz(e, ki so povezane z njo. Ravno nasprotno. Lahkotnost in duhovitost zaostrita pogled in ga nanovo osredotoc(ita na stvarnost, ki se nam je zdela z(e dovolj znana. Hafner izhaja iz razlic(nih odnosov do materins(c(ine v lastni druz(ini v domac(i vasi Bistrica v Roz(u in tako v F.A.Q. ustvari diferencirano sliko o tem, kako se Koros(ci, predvsem mladi Slovenci, dandanes opredeljujejo do slovens(c(ine, in nakaz(e presenetljive perspektive za prihodnost. Binder in Hafner prikazujeta ljudi, ki pripovedujejo, komentirajo in razlagajo sredi svoje pokrajine, sredi svojega dela. In najdeta slike, ki s svojo smes(nostjo odpirajo prepade. Binder in Hafner komentirata tudi sama, s slikami, ki osvez(ujejo, ki odpirajo nove dimenzije in poantirajo absurdnosti. Nenavaden pogled nove generacije na staro temo. Gustav Ernst F.A.Q. ist ein Film über das Schicksal der slowenischen Sprache in Kärnten und somit über das Schicksal der Slowenen selbst. Das Spezielle daran ist der lockere, souveräne und witzige Umgang mit dem Thema. Der Film beginnt mit einer absurden Geschichte in Comicform. Und zu absurden Szenen verdichtet sich der Film immer wieder, hält sich so schwebend in heiterer Distanz zum Thema, ohne die Sache zu verraten, das damit verbundene massenweise Unglück, die impliziten Verbrechen und skandalösen politischen Haltungen zu verharmlosen. Im Gegenteil. Witz und Leichtigkeit schärfen den Blick noch einmal neu auf das, was man zur Genüge zu kennen glaubt. Ausgehend von unterschiedlichen Haltungen zur Muttersprache in der eigenen Familie in Hafners Geburtsort Feistritz im Rosental zeigt F.A.Q. ein differenziertes Bild vom Verhältnis der Kärntner, vor allem der jungen Slowenen heute, zum Slowenischen, mit überraschenden Zukunftsperspektiven. Binder/Hafner lassen hauptsächlich Menschen erzählen, kommentieren, erklären, inmitten ihrer Landschaft, inmitten ihrer Arbeit. Und finden dabei Bilder, die in ihrer Lustigkeit Abgründe aufreißen. Etwa wenn ein Mann auf einem Stück Wiese zeigt, wo genau die Möbel gestanden sind, in seinem Haus, das es nicht mehr gibt, und er sich dabei von der Kamera entfernt, bis man ihn nicht mehr hört, sondern nur mehr in der Ferne fuchteln sieht: ein starkes Bild von Verlust und Einsamkeit. Binder/Hafner kommentieren auch selbst, mit Bildern, die erfrischen, neue Dimensionen eröffnen und Absurditäten auf den Punkt bringen. Der ungewöhnliche Blick einer neuen Generation auf ein altes Thema. Gustav Ernst Informationen zum Film unter/ Vec( o filmu na: www.f-a-q.at in www.meter.at ================================================== 03 25.6.: Film "wir leben ewig" "hilde grammel" ================================================== "wir leben ewig" dokumentarfilm von carla knapp mit überlebenden des ghettos von wilna/littauen am Samstag, 25. Juni um 20 Uhr im 7*Stern Siebensterngasse 31 1070 Wien mit rachel margolis shoshana rabinovici masha rolnikaite u.a. musik: gojim im anschluss an die filmschau gibt es ein moderiertes publikumsgespräch mit der regisseurin. "Ein Volk, das seine Kultur vergißt, kann nicht mehr weiterleben" (Chasia Spanerflig) wir leben ewig... begibt sich auf die Spurensuche nach dem "Jerusalem von Litauen", dem ehemaligen Zentrum des Ostjudentums in Wilna. Während die nichtjüdische Musikgruppe "gojim" den musikalischen Spuren folgt, erfahren wir von sechs Zeitzeuginnen deren persönlichen Blick auf diese Zeit. "wir leben ewig" enthält einzigartiges Archivmaterial, das das jüdische Leben im "Jerusalem von Litauen" vor dem Einmarsch der Nazis dokumentiert. "In diesem wunderbar berührenden Streifen kommen fast ausschließlich Frauen zu Wort, die von ihren Erlebnissen im Ghetto erzählen. Und Carla Knapp zeigt, dass der Brückenschlag funktionieren kann, wenn man aufeinander zugeht und die Wahrheit sucht, nicht die Verschleierung." (Wiener Zeitung) Bisher war der Film bereits zu sehen, u.a. auf der Diagonale 2000; im Votivkino, im Filmhaus Stöbergasse, im Kino in Hamburg, bei "Soho in Ottakring" und auf der Normale, dem Festival des politischen Films in Hallein ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN UND KOMMENTARE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 04 Widerstand - Tag des Flüchtlings office at asyl-in-not.org ================================================== Widerstand Tag des Flüchtlings 20. Juni 2005 Österreich leidet unter einer Regierung, die keine Mehrheit im Volk mehr hat. Diese Regierung will noch im Todeszucken ein Gesetz gegen Flüchtlinge durchziehen, das den Menschenrechten Hohn spricht. Traumatisierte und Folteropfer sollen in unsichere Drittstaaten abgeschoben werden. Die Ausnahmeklausel, die wenigsten diesen am meisten Verfolgten die freie Wahl des Asyllandes zugestand, ist gefallen. Damit wird die Genfer Flüchtlingskonvention (in der kein Wort von sicheren Dritt- und Dublinstaaten steht!) endgültig zum Fetzen Papier degradiert. Schon beim bloßen Verdacht, ein anderer Staat könne "zuständig" sein, sollen Gewaltopfer in Schubhaft genommen werden. Die Bescheide sollen den Flüchtlingen direkt, zugleich mit den Handschellen, "überreicht" werden; wir Rechtsvertreter werden sie erst im nachhinein erhalten. Asylwerber, die in der Erstaufnahmestelle Traiskirchen untergebracht sind, sollen den Bezirk Baden nicht verlassen dürfen - damit sie unsere Beratungsstellen nicht aufsuchen können. Wer in einen Nachbarstaat deportiert wurde, erhält zugleich ein "Rückkehrverbot"... Wer den Opfern dieses Schandgesetzes zu helfen versucht, wird selbst mit Strafverfolgung bedroht. Das Motto dieses Gesetzes lautet: "Einsperren und abschieben". Niemand soll mehr die Chance haben, in Österreich Asyl zu erhalten. Und die neuen EU-Länder - Tschechien, Polen, Slowakei - führen die Dreckarbeit weiter: Dort hat keiner der Abgeschobenen eine Chance. In der Slowakei liegt die Anerkennungsrate bei Nullkommanichts. Tschetschenen zum Beispiel, die Österreich dorthin zurückschiebt, müssen nach rechtskräftiger Ablehnung durch die slowakischen Antiasylbehörden damit rechnen, ins Verfolgerland abgeschoben zu werden - weil sie ohnedies nur "Wirtschaftsflüchtlinge" sind, wie Herr Priecel, der slowakische Asylamtschef, in einem Interview für den ORF allen Ernstes vermeinte. Für jeden abgeschobenen Flüchtling, der Putins Folterlagern ermordet wird, werden Frau Prokop, Frau Miklautsch und Herr Schüssel persönlich verantwortlich sein. Und jeder mit ihnen, der diesem Gesetz im Parlament zustimmt. Wir NGOs werden Widerstand leisten. Wir haben Herrn Strasser und sein Gesetz zu Fall gebracht. Wir sind auch jetzt zum Kampf bereit. Michael Genner Asyl in Not Währingerstraße 59 1090 Wien Tel.: 408 42 10-15, 0676 - 63 64 371 www.asyl-in-not.org Spendenkonto: Asyl in Not, P.S.K., Kontonummer 92.034.400 ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Asyl in Not, Währingerstraße 59, A-1090 Wien Telefon +43/1/408 42 10, Fax +43/1/405 28 88 mailto:office at asyl-in-not.org http://asyl-in-not.org ================================================== 05 Internationaler Flüchtlingstag im Schatten der geplanten Verschärfungen im österreichischen Asyl- und Fremdenrecht "Gabi Ecker" ================================================== Internationaler Flüchtlingstag im Schatten der geplanten Verschärfungen im österreichischen Asyl- und Fremdenrecht Das Integrationshaus nimmt den heutigen internationalen Flüchtlingstag zum Anlass ein weiteres Mal die politischen Rahmenbedingungen für Asylsuchende in Österreich zu kritisieren. Kritisiert wird vor allem das vorliegende Fremdenpaket 2005, mit dem vor allem das Asylgesetz und das Fremdenpolizeigesetz umfassend geändert werden sollen. So sind die auf AsylwerberInnen anwendbaren Schubhaftgründe unakzeptabel und zu weit gefasst. Die Verschärfungen gegenüber Traumatisierten stoßen im Integrationshaus auf größte Bedenken. "Wenn dieses Fremdenpaket 2005 beschlossen wird, wird die Inhaftierung von Schutzsuchenden, darunter auch zahlreiche Traumatisierte auf der Tagesordnung stehen", kritisiert der Vorsitzende Willi Resetarits. "Unzufrieden sind wir auch mit dem fehlenden Arbeitsmarktzugang für AsylwerberInnen und dem großen Mangel an Integrationsmaßnahmen, selbst für anerkannte Konventionsflüchtlinge", so die Geschäftsführerin des Integrationshauses. Ein Asylgesetz muss dem Schutz von Flüchtlingen verpflichtet sein. Der vorliegende Entwurf ist jedoch ein Asylverhinderungsgesetz und gibt vor, Asylmissbrauch zu bekämpfen. Für die Umsetzung dieser Ziele werden grobe Verstöße gegen die Genfer Flüchtlingskonvention, die Europäische Menschrechtskonvention, sowie laut RechtsexpertInnen erneute Verletzungen der Verfassung in Kauf genommen. Verschärfungen für Traumatisierte, Zwangsernährung, ein eingeschränkter Abschiebeschutz, geringere Rechtssicherheit, eine totale Verpolizeilichung des Asylwesens anstatt angemessener Betreuung, Einschränkungen der Bewegungsfreiheit, häufigere und längere Schubhaft und essenzielle Eingriffe in die Grundrechte sind vorgesehen. Dies war sicherlich nicht der Auftrag des Verfassungsgerichthofes, als er Teile des am 1.5.2004 in Kraft getretenen Asylgesetzes aufgehoben hat! Rückfragehinweis: Integrationshaus Gabi Ecker, Öffentlichkeitsarbeit, Tel. 01/212 35 20-35, g.ecker at integrationshaus Andrea Eraslan-Weninger, Geschäftsführerin, Tel. 06991 212 35 20, a.eraslan-weninger at integrationshaus.at ================================================== 06 Regenbogen-Parade 2005: Prominente Stellungnahmen "Philipp Kainz" ================================================== Medienaussendung der Homosexuelle Initiative (HOSI) Wien vom 20. Juni 2005: "Diskriminierung ist extrem uncool" Prominente Stimmen zur 10. Regenbogen-Parade "Die Regenbogen-Parade macht Wien - heuer bereits zum zehnten Mal - im wahrsten Sinn des Wortes bunter, vielfältiger, offener. Als Bürgermeister und als Mensch freue ich mich über solche Impulse, die mit Lebensfreude und guter Laune auf eine Tatsache aufmerksam machen, die wir nicht aus den Augen verlieren dürfen: Diskriminierung muss aus jeder Ebene unseres Lebens verschwinden", so der Wiener Bürgermeister Michael Häupl. Und Sonja Wehsely, Stadträtin für Integration, ergänzt: "Heuer werden wir erstmals anlässlich der Regenbogen-Parade das Wiener Rathaus mit einer Regenbogenfahne beim Eingang in der Lichtenfelsgasse beflaggen, weil wir die Lebens- und Liebesfreude in unserer Stadt bejahen." "Jahr für Jahr ist die Regenbogen-Parade ein lautes und ermutigendes Zeichen dafür, dass Vielfalt eine Realität ist und Ausgrenzung und Diskriminierung nicht nur dumm, sondern auch extrem uncool sind.", meint Dieter Schindlauer, Obmann des Vereins ZARA (Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit). Am Samstag, 2. Juli 2005, ist es so weit: Dann bewegt sich der bunte Demonstrationszug zum 10. Mal vom Stadtpark aus gegen die Fahrtrichtung um den Ring bis zum Heldenplatz, wo die große Abschlussveranstaltung über die Bühne geht. Ulrike Lunacek, Nationalratsabgeordnete der Grünen, war schon bei der ersten Regenbogen-Parade 1996 dabei: "An die erste Parade erinnere ich mich noch sehr genau: Die Aufregung ob wohl genügend Leute kommen, damit es nicht als Misserfolg wahrgenommen wird; die Freude darüber wie viele es dann waren. Heute gehört die jährliche Regenbogen-Parade schon so zu Wien wie Festwochen und Donauinselfest - und das ist gut so! Nach der positiven Schweizer Volksabstimmung von Anfang Juni muss die Botschaft an die österreichische Bundesregierung wohl lauten: "Traut euch doch endlich - eure WählerInnen sind fortschrittlicher als ihr denkt'." Für Life-Ball-Organisator Gery Keszler ist die politische Botschaft der Veranstaltung aktueller den je: "Solange im 'zwangsnormierten' Österreich Schwule, Lesben und Transgender- Personen rechtlich nicht vollkommen gleichgestellt sind, sind Initiativen wie die Regenbogen-Parade von größter Notwendigkeit. Die Diskriminierung hierzulande ist willkürlich ideologisch motiviert und entbehrt jedweder wissenschaftlichen Grundlage. Darauf muss wenigstens einmal jährlich laut und deutlich hingewiesen werden - und dagegen muss mit aller Kraft gekämpft werden." "Die schwulen Opfer des Nationalsozialismus werden in ihrem Leid nicht anerkannt, weil jene Vorurteile, die damals zum Massenmord führten, noch immer nicht überwunden sind. Sexuelle Diskriminierung ist kein Randthema, sondern ein zentrales Problem unserer Gesellschaft. In einem Land, in dem ein Mensch verfolgt werden kann, bloß weil er liebt, darf sich keiner frei fühlen," so der Schriftsteller und Historiker Doron Rabinovici. Auf der Homepage www.regenbogenparade.at finden Sie die Stellungnahmen in voller Länge, sowie weitere Statements, unter anderem von Hermes Phettberg (Publizist), Hannah Lessing (Generalsekretärin des Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus), den Rounder Girls (Showact bei der diesjährigen Celebration auf dem Heldenplatz), Günter Tolar (TV-Star und Vorsitzender der SoHo) und Johannes Wahala (Leiter der Beratungsstelle COURAGE für gleichgeschlechtliche und transgender Lebensweisen). Rückfragehinweis: Philipp Kainz Tel: 0650/850 45 76 E-Mail: philipp.kainz at hosiwien.at ________________________________ Mag. Philipp Kainz Pressebetreuer Regenbogen-Parade 2005 ================================================== 07 Stmk/Heider-Treffen/Bericht KPÖ Steiermark ================================================== KPÖ Steiermark Lagergasse 98a 8020 Graz Tel. 03 16 / 71 24 36 Fax 03 16 / 71 62 91 email: kpoe_stmk at hotmail.com Montag, 20. Juni 2005 Presseinformation der KPÖ Steiermark Silvester-Heider Treffen: Wachsam gegen Rechtsextremismus Ganz im Zeichen des 60. Jahrestages der Befreiung Österreichs vom Hitlerfaschismus stand am Sonntag das "Sylvester-Heider-Treffen" von KPÖ-Leoben und Kinderland am Achnerthörl . Das Treffen diente dem Gedenken an den obersteirischen Partisanen und Kommunisten Silvester Heider, der an dieser Stelle im Juni 1944 bei einem Feuergefecht mit den Nazis starb. KPÖ-Stadtrat Werner Murgg (Leoben) erinnerte an den im Mai verstorbenen Freiheitskämpfer Max Muchitsch, dessen Erinnerungsarbeit viel dazu beigetragen hat, dass der Beitrag der obersteirischen Partisanen zur Befreiung Österreichs nicht vergessen wurde. Raoul Narodoslavsky - Vorsitzender der demokratischen Organisation Kinderland - betonte die Notwendigkeit der antifaschistischen Erziehungsarbeit. In seiner Rede würdigte der Grazer KPÖ-Stadtrat Ernest Kaltenegger die Leistung der Partisanengruppe Leoben-Donawitz . Er bezeichnete es als eine wichtige Aufgabe der KommunistInnen und aller demokratischen Kräfte, die Erinnerung an die Menschen wie Silvester Heider wach zu halten und gegen alle Formen des Rechtsextremismus aufzutreten. An der Feier nahm auch eine Delegation der KJÖ-Steiermark teil. Rückfragehinweis: 71 24 79 KPÖ-Steiermark Lagergasse 98 a 8020 Graz Tel.: 0316 71 24 36 Fax 0316 71 62 91 email: kp.stmk at kpoe-graz.at; kpoe_stmk at hotmail.com ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< SOLIDARITÄT WELTWEIT ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 08 "Hier ist kein Platz für Unnormale" Rechtsextreme demonstrieren gegen Homosexuelle angela.mores at chello.at ================================================== zur information: antischwulen und -lesbendemos in spanien und warschau, schönes neues europa ... (aus: der standard) 19. Juni 2005 "Hier ist kein Platz für Unnormale" Rechtsextreme demonstrieren gegen Homosexuelle - 800 Teilnehmer bei "Normalenparade" "Liebe ist heterosexuell": rechtsextreme Jugendliche demonstrieren in Warschau Warschau - In Warschau protestierten am Samstag hunderte Menschen gegen eine Demonstration von Schwulen und Lesben vom vergangenen Wochenende. Die 800 Teilnehmer, meist Mitglieder der nationalistischen Polnischen Familienliga, bezeichneten ihren Protestmarsch als eine "Normalenparade". Sie trugen polnische Flaggen und Transparente mit der Aufschrift "Ja zur Familie, Nein zum Abnormen" und "Ein Junge und ein Mädchen, das ist eine normale Familie". "Wir sind hier, weil wir gewisse moralische Werte und Traditionen schützen wollen, den Gedanken, dass eine Familie eine Einheit aus einem Mann und einer Frau ist", sagte der 18-jährige Student Kacper Maczak. Vor dem Parlamentsgebäude sagte ein Abgeordneter der Familienliga, Robert Strak: "Wir sind hier, um zu zeigen, dass Polen ein normales Land ist mit Abnormen in der Minderheit. Wir sind das Heimatland von Papst Johannes Paul II., hier ist kein Platz für Unnormale." Kritiker der Demonstration pfiffen und riefen "Nieder mit dem Faschismus" und "Nie wieder Holocaust". Die Polizei trennte die Gruppen. Am vergangenen Wochenende waren trotz eines Verbot des Bürgermeisters etwa 2.000 Aktivisten für mehr Rechte für Schwulen und Lesben durch die Stadt gezogen. Gegner warfen Eier und Steine auf die Demonstranten, die Polizei nahm 29 Menschen fest. (APA) 19. Juni 2005 08:42 Madrid: Demonstration gegen Homosexuellen-Ehe Bischofskonferenz unterstützt Protest - Bevölkerungsmehrheit unterstützt Gesetzesvorlage der "Die Familie ist wichtig", plakatierten die Demonstranten. Die Regierung hat entschieden, dass das auch für homosexuelle Paare gilt. Madrid/Warschau - Zehntausend Menschen haben am Samstag in der spanischen Hauptstadt Madrid gegen die Zulassung der Homosexuellen-Ehe demonstriert. Der Protestmarsch wurde angeführt von 20 katholischen Bischöfen, darunter auch dem Erzbischof von Madrid, und Politikern der oppositionellen Konservativen. Die Angaben über die Teilnehmerzahl reichten von 160.000 bis 700.000 Personen. Sie demonstrierten gegen die von der sozialistischen Regierung geplante Zulassung gleichgeschlechtliche Ehen und der Adoption von Kindern durch homosexuelle Paare. Organisiert hatte die Demonstration das Spanische Familienforum, eine katholische Gruppe. Das Motto sollte sein "Die Familie ist wichtig. Für das Recht auf eine Mutter und einen Vater. Für die Freiheit." Differenzen Es ist das erste Mal seit mehr als 20 Jahren, dass sich die katholische Kirche in Spanien derart in die Politik einmischt. Doch bestehen offenbar Differenzen innerhalb der Kirche und der konservativen Volkspartei (PP) über den Protest. So wollten der Vorsitzende der spanischen episkopalen Bischofskonferenz und wichtige Vertreter der oppositionellen PP nicht erscheinen. Der PP-Generalsekretär Angel Acebes nahm jedoch teil. Eine Mehrheit der Spanier unterstützt in Umfragen die Gesetzesvorlage, die die regierenden Sozialisten von Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero einbrachten. Das Gesetz wird wahrscheinlich schon in wenigen Wochen verabschiedet. (APA/AP/EFE) ================================================== 09 Weltflüchtlingstag: Flüchtlinge in Deutschland leiden unter Abschiebeandrohungen "GFBV" ================================================== PRESSEMITTEILUNG Göttingen, den 19. Juni 2005 Weltflüchtlingstag (20. Juni) "Unerträgliche Praxis": Gefährdete Flüchtlinge aus Tschetschenien, Kosovo und Afghanistan ständig von Abschiebung bedroht Die "unerträgliche Praxis" deutscher Behörden, Schutz suchende Flüchtlinge aus Tschetschenien, dem Kosovo und Afghanistan nicht zur Ruhe kommen zu lassen und sie permanent mit der zwangsweisen Abschiebung in ihre Heimatländer zu bedrohen, hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) anlässlich des Weltflüchtlingstages (20. Juni) scharf kritisiert. "Diese Menschen, denen zu Hause Gefahr für Leib und Leben droht, werden oft kalt und gedankenlos in Nerven aufreibender Unsicherheit darüber gehalten, wie lange sie in Deutschland bleiben dürfen", sagte der GfbV-Generalsekretär Tilman Zülch. "Häufig werden ihre ohnehin nur für wenige Monate geltenden Duldungen entweder erst kurz vor Ablauf der Fristen verlängert oder die Flüchtlinge werden tatsächlich in Abschiebehaft genommen und zwangsweise zurückgeführt - ohne Rücksicht auf die gefährliche Lage in ihren Ländern." Die GfbV fordert für Tschetschenen, Afghanen sowie Roma, Aschkali und "Ägypter" aus dem Kosovo eine Aufenthaltsbefugnis für mindestens ein Jahr. Für schon seit Jahren in Deutschland lebende Flüchtlingsfamilien mit hier geborenen und aufgewachsenen Kindern und Jugendlichen fordert die GfbV ein dauerhaftes Bleiberecht. Der 20. Juni wurde im Jahr 2000 von der UN-Vollversammlung zum Weltflüchtlingstag erklärt. Die tschetschenischen Flüchtlinge sind der Hölle von Völkermord, massenhaften Verschleppungen, Folter und willkürlichen Morden entkommen, viele sind traumatisiert. Für sie ist die Russische Föderation keine Fluchtalternative, betont die GfbV in ihrer jüngsten Stellungnahme zur Situation dieser Flüchtlinge. Trotzdem werden manche aus Deutschland dorthin abgeschoben. Die GfbV ist sehr besorgt darüber, dass eine große Zahl dieser Menschen nach den Bestimmungen der Dublin II-Verordnung in osteuropäische Staaten, insbesondere nach Polen, zurückgeschickt wird. Dort gibt es weder eine angemessene medizinische oder therapeutische Behandlung für sie, noch treffen die Flüchtlinge auf zumutbare Lebensbedingungen. Dem russischen Genozid in Tschetschenien sind bisher rund 200.000 Menschen zum Opfer gefallen. Die Menschenrechtssituation der von der albanischen Mehrheit diskriminierten und verfolgten Restminderheit der Roma, Aschkali und der so genannten Kosovo-"Ägypter" hat sich nach Angaben des GfbV- Kosovo-Teams vor Ort weiter zugespitzt. Eine Rückkehr der 38 500 als Flüchtlinge in Deutschland lebenden Angehörigen dieser Minderheiten ist wegen Lebensgefahr völlig unmöglich. "Die GfbV fordert deshalb ein Bleiberecht für diejenigen, die mehr als fünf Jahre in Deutschland leben, und eine einjährige Aufenthaltsbefugnis für alle anderen", sagt Zülch. Völlig verarmt, zu fast 100 % arbeitslos, inzwischen von nahezu allen humanitären Hilfswerken verlassen, medizinisch so gut wie nicht versorgt und weitgehend am Schulunterricht gehindert, gibt es keine Lebensperspektive mehr für diese Minderheit in der kosovo- albanischen Gesellschaft. Von den etwa150.000 Roma, Aschkali und "Ägyptern" wurden 130.000 durch Morde, Vergewaltigungen, Entführungen, Folterungen und bis heute anhaltende rassistische Verfolgung aus dem Land getrieben. Die Sicherheitslage in Afghanistan hat sich nicht nur in der Hauptstadt Kabul, sondern auch in den Provinzen weiter so verschlechtert, dass die geplante Rückführung von Flüchtlingen nach Auffassung der GfbV verantwortungslos wäre. In der letzten Zeit gab es mehrere Anschläge mit einer Vielzahl von Todesopfern. Mitte Mai haben sich antiamerikanische Proteste von 10 auf 34 Provinzen ausgeweitet, in der Stadt Jalalabad wurden UN-Büros angegriffen, das ausländische Personal musste in Sicherheit gebracht werden. Im Süden und Südosten kommt es regelmäßig zu Kämpfen, Experten sprechen von einer "Irakisierung" Afghanistans. ====================================================== Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV) Inse Geismar, Pressereferentin Postfach 2024, D-37010 Goettingen Tel.+49/551/49906-25, Fax:++49/551/58028 E-Mail: presse at gfbv.de, Homepage:http://www.gfbv.de ====================================================== ================================================== 10 Chinesisch-deutsches Symposium: Feigenblatt für Willkürherrschaft Pekings "GFBV" ================================================== GESELLSCHAFT FÜR BEDROHTE VÖLKER PRESSEMITTEILUNG Hamburg/Berlin, den 20.06.2005 Chinesisch-deutsches Symposium zum Rechtsstaatsdialog in Hamburg Dialog wird zum Feigenblatt für Willkürherrschaft der chinesischen Führung Zum Auftakt des Chinesisch-deutschen Symposiums zum Rechtsstaatsdialog am heutigen Montag in Hamburg kritisiert die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV), dass der Dialog nicht zu einer Verbesserung der Menschenrechtslage in China beigetragen habe. "Den deutsch-chinesischen Konsultationen fehlt es an klaren Zielvorgaben und einer Erfolgskontrolle", erklärte der GfbV- Asienreferent Ulrich Delius in Göttingen. "Der Dialog kann eine aktive Menschenrechtspolitik gegenüber der Volksrepublik China nicht ersetzen, die es unter der rot-grünen Bundesregierung niemals gegeben hat." Fünf Jahre nach Beginn der von Bundeskanzler Gerhard Schröder im November 1999 initiierten Konsultationen sei der Dialog für die chinesische Führung zu einem Feigenblatt geworden. Mit ihm solle der Anschein erweckt werden, Peking sei an einer Verbesserung der Menschenrechtslage interessiert. Tatsächlich werde die Willkürherrschaft der chinesischen Führung jedoch immer schlimmer. So behinderten die chinesischen Behörden systematisch den freien Zugang von Dutzenden Millionen Menschen zum Internet. Ungeachtet der Appelle von Bundesjustizministerin Brigitte Zypries seien die Kontrolle des Internets seit 2003 verstärkt und die Internet- Polizei ausgebaut worden, berichtete Delius. Die in der Verfassung verankerte Religions- und Pressefreiheit werde missachtet, die offiziell vorgesehene Autonomie für Tibeter und Uiguren sei ihr Papier nicht wert, die von der Volksrepublik unterzeichnete und ratifizierte Anti- Folter-Konvention werde ignoriert und der einzelne Bürger besitze keinen Schutz gegen den alltäglichen Rechtsmissbrauch durch die Behörden. Schon dieses katastrophale Missverhältnis zwischen Theorie und Wirklichkeit der chinesischen Rechtsordnung mache deutlich, dass sich die Volksrepublik nicht auf dem Weg zu einem Rechtsstaat befinde. "Die Kommunistische Partei besteht auf ihrem absoluten Machtmonopol und setzt dies mit brutaler Gewalt auch gegen Kritiker in den eigenen Reihen um", kritisierte Delius. "Der Rechtsstaatsdialog droht zu einem Ritual zu verkommen, wenn die deutsche Bundesregierung nicht endlich Konsequenzen aus den täglichen schweren Rechtsbrüchen in China zieht und eine konsequente Menschenrechtspolitik gegenüber China betreibt." Justizministerin Zypries verhöhne die Opfer dieser alltäglichen Willkürherrschaft, wenn sie immer wieder darauf verweise, dass Reformen in China Zeit bräuchten. "Denn die alljährlich mehreren hunderttausend Opfer der allen Grundsätzen eines Rechtsstaats widersprechenden Administrativhaft sowie die mutmaßlich bis zu 30.000 zum Tode Verurteilten haben keine Zeit darauf zu hoffen, dass sich langsame Reformen einstellen könnten." ====================================================== Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV) Inse Geismar, Pressereferentin Postfach 2024, D-37010 Goettingen Tel.+49/551/49906-25, Fax:++49/551/58028 E-Mail: presse at gfbv.de, Homepage:http://www.gfbv.de ====================================================== ================================================== 11 Frauenkörper und der "afrikanische Brauch" - FGM im Irak "wadi wien" ================================================== Frauenkörper und der "afrikanische Brauch" FGM im Irak von Alicia Allgäuer Obwohl die irakische Gesellschaft gemeinhin nicht für die Verbreitung weiblicher Genitalverstümmelung bekannt ist, machte eine neue Studie von Wadi deutlich, dass diese Praxis zumindest regional in einigen Teilen Irakisch-Kurdistans weit verbreitet ist - von Alicia Allgäuer Während Tarafa Baghajati und SPÖ-Gemeinderat Omar Al-Rawi, beide Aktivisten der Initiative Muslimischer Österreicher/innen noch im Jänner 2005 die jüngste Studie von Wadi zum Anlass nahmen, einmal mehr den Vorwurf der "Islamophobie" zu erheben und zu behaupten, dass dieser "afrikanische Brauch" im Irak nicht existiere(1), ist die Verstümmelung weiblicher Genitalien im Irak selbst stärker zum Thema geworden. Zur Zeit wird gerade an einem Aufklärungsfilm gearbeitet. Selbst die PUK-nahe Kurdische Frauenunion machte FGM (female genital mutilation) erst kürzlich zum Thema. Die jüngste Debatte über FGM im Nordirak war ein Resultat der frauengeführten mobilen Teams(2) von Wadi, die seit 2003 Frauen und Kinder in ländlichen Regionen Irakisch-Kurdistans unterstützen. Nach über einem Jahr Betreuung durch die Teams hatten die Frauen genügend Vertrauen zu den Mitarbeiterinnen gefasst, um mit diesen über FGM reden zu können. Wadi führte in der Folge im Oktober und November 2004 eine Erhebung in ca. 40 Dörfern der Region Germian (im südlichen Nordirak) durch, deren Ergebnis zeigte, dass fast 60% der Frauen und Mädchen unter 10 Jahren beschnitten worden waren. Es wurden 1544 Frauen befragt, von denen 907 angaben, beschnitten worden zu sein. Es wird aber angenommen, dass die Zahl noch höher ist, da einige, die in dieser Auflistung als Nicht- Beschnittene aufscheinen, möglicherweise noch zu jung sind und diesem Eingriff erst unterzogen werden. Im Nordirak wird vor allem die so genannte "Sunna-Beschneidung" praktiziert, bei der manchmal nur die Vorhaut der Klitoris eingeritzt oder entfernt wird oder - in den meisten Fällen - die Klitoris selbst teilweise oder ganz amputiert wird. In einigen Dörfern zeigt die Aufklärung über die negativen Folgen weiblicher Genitalverstümmelung jedoch erste Erfolge, wie ein Bericht der mobilen Teams in der Region Germian zeigte.In Chala Soork (Sarquala Nahia), welches ca. 185 EinwohnerInnen zählt, sind alle Frauen über 20 Jahre beschnitten, sowie fünf von 20 Frauen unter 20 Jahren. Seit 2003 wurde niemand mehr beschnitten. In Duraji Village (Naujul Nahia), ca. 195 EinwohnerInnen, sind alle Frauen über 25 Jahren beschnitten, aber keine einzige unter 25 Jahren. Im Gespräch sagten die Frauen, sie wüssten Bescheid über die Wirkung von FGM auf das Sexualleben. Tapa Sauze (Rizgary Nahia), 80 EinwohnerInnen, sind jedoch immer noch alle Frauen über 11 Jahren beschnitten. All diese Dörfer sind sehr arm. Problematisch sind vor allem die fehlende oder unhygienische Wasserversorgung sowie die unhygienische Bedingungen für die Frauen. Elektrizität fehlt meist ebenso, wie ein Arzt oder eine Schule. Erst im Mai 2005 zeigte der neue UNDP-Report für den Irak, dass auch in Kurdistan kaum Fortschritte in Bezug auf Bildung und medizinische Versorgung zu verzeichnen sind. Insbesondere die ländliche Bevölkerung konnte bisher nicht vom ökonomischen Aufschwung in den kurdischen Städten profitieren. Für die Mobilen Teams von Wadi ist es oft schwierig die Leute von den Gesundheitsrisiken durch FGM zu überzeugen, denn viele DorfbewohnerInnen glauben, dass FGM ein Gebot des Islam wäre. Tatsächlich handelt es sich aber um einen präislamischen Brauch, der im Koran keinerlei Erwähnung findet. Zudem wird FGM auch keinesfalls in allen muslimischen Ländern praktiziert. Eine Charakteristik der islamischen Rechtstradition ist es jedoch, dass alles, was nicht verboten ist erlaubt ist. So wurden viele präislamische Bräuche im Koran nicht erwähnt und somit auch nicht verboten. Meist wird FGM in Berufung auf einen bestimmten Hadith(3) praktiziert, demzufolge Mohammed einer Beschneiderin folgende Anweisung gab: "Nehme ein wenig weg, aber zerstöre es nicht. Das ist besser für die Frau und wird vom Mann bevorzugt." Dieser Hadith wird sehr unterschiedlich interpretiert, was das breite Spektrum der Meinungen über FGM unter MulsimInnen widerspiegelt. Eine Auslegung dieses Hadiths ist die, dass damit nur "leichte" Formen von FGM erlaubt würden und Exzision sowie Infibulation, wie sie etwa im Sudan oder in Somalia praktiziert werden, verboten seien. Von Wadi wird daher vor allem versucht, mit islamischen Geistlichen zusammenzuarbeiten - mit einigen Erfolgen. Manche Mullahs halten zwar an ihrer Unterstützung für die Praxis der weiblichen Genitalverstümmelung fest, andere unterstützen jedoch die Kampagne gegen FGM. Einige liberale sunnitische Geistliche treten öffentlich gegen FGM auf. Bereits 2001 haben einige von ihnen in Suleymaniah eine fatwa (religiöses Gutachten) dagegen erlassen. Auch im Fernsehen und Radio gab es Sendungen gegen FGM. Da es auf dem Land jedoch oft keine Elektrizität gibt, können diese Botschaften dort nur schwer verbreitet werden. Auch lokale Autoritäten beginnen langsam das Thema ernst zu nehmen. Mittlerweile ist FGM in Irakisch-Kurdistan strafbar. Wenn eine registrierte Hebamme bei einer Beschneidung ertappt wird, wird ihr die Lizenz entzogen. Aber die traditionellen "Beschneiderinnen" in den Dörfern gehen ihrem Handwerk im Geheimen ihrer Häuser nach, worauf das Gesetz (noch) wenig Einfluss hat. Die Wadi-Studie liefert jedoch nur ein erstes Dokument über die Existenz von FGM im Nordirak. Eine umfassende Studie sowie Aufklärungsfilme sind derzeit in Arbeit. Trotzdem wird es noch lange dauern die Praxis aus den Dörfern zu verdrängen. (1) Bei einer Diskussionsveranstaltung zum Irak, die vom Wiener Bildungszentrum der SPÖ am 19. Jänner dieses Jahres organisiert worden war, bestritt Al-Rawi aufs heftigste die Existenz von weiblicher Genitalverstümmelung im Irak, und wurde dabei von Herrn Tarafa Baghajati aus dem Publikum unterstützt, der sagte: "Wadi behauptet, dass es im Irak weibliche Genitalverstümmelung gäbe. Aber das ist ein afrikanischer Brauch, den es im Irak nicht gibt!" vgl. http://www.wadinet.de/news/iraq/newsarticle.php?id=643 http://www.hagalil.com/archiv/2005/01/irak.htm (2) Frauengeführte mobile Teams: Seit 2003 betreuen sechs mobile Teams Frauen und Kinder in den Regionen Mossul, Hawler/Arbil, Kirkuk, Suleymaniah, Halabja und Germian. Die Teams bestehen aus einer Ärztin und einer Krankenschwester, die Gesundheitsberatung und ambulante Untersuchungen anbieten, sowie aus einer Sozialarbeiterin bzw. Psychologin, die den Frauen in rechtlichen und psychosozialen Fragen zur Seite steht. Die Aufklärung über Frauenrechte und die Thematisierung von Gewalt in der Familie tragen dazu bei, die gesellschaftliche Stellung von Frauen und Kindern zu stärken. Zusätzlich erhalten besonders bedürftige Familien materielle Unterstützung in Form von Lebensmitteln, Kleidung und Medizin (vgl. www.wadinet.de). (3) Hadithsammlungen: Dokumente, in denen genaue Beschreibungen der Worte und Taten des Propheten festgehalten sind, die als Verhaltensmaßstab gelten. Sie wurden erst nach seinem Tod aufgeschrieben. Es existieren auch viele gefälschte Hadithe, weshalb die genaue Prüfung derselben unabkömmlich ist. Alicia Allgäuer ist Diplomsozialarbeiterin und Mitarbeiterin der im Irak tätigen Hilfsorganisation Wadi. Sie studiert Politikwissenschaft in Wien. erschienen in Context XXI 1-2/2005 www.contextxxi.at -- WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit e-mail: wadi.wien at gmx.at Tel.: 0699-11365509 Spendenkonto in Österreich: Kontonummer 07.405.301 Evangelische Kreditgenossenschaft eG BLZ 31800 IBAN: AT10 3180 0000 0740 5301 BIC: EVKRATW1 Website mit weiteren Informationen zu Projekten von Wadi und Veranstaltungshinweisen: www.wadinet.at ================================================ C) TERMINE ================================================ ======================== Dienstag http://www.mund.at/butt/Termine/Juni/2106.htm Mittwoch http://www.mund.at/butt/Termine/Juni/2206.htm Donnerstag http://mund.at/butt/Termine/Juni/2306.htm ======================== ================================================ D) EDITORIAL ================================================ Für den Inhalt verantwortlich: Ihr. E-Mail-Adresse für Beiträge: widerstand at no-racism.net geschickt. widerst at nd MUND und alle Termine täglich aktualisiert im Web: http://www.no-racism.net/MUND Ziel von MUND (medienunabhängiger Nachrichtendienst) ist die unzensurierte und möglichst rasche Information über gesellschafts- politisch relevante Termine, Hinweise und Diskussionsbeiträge zu Widerstand und Antirassismus sowie verwandte Themen. sollen einen Titel, Namen und Emailadresse der/des AutorIn enthalten und möglichst kurz und prägnant gehalten sein, ev. mit Hinweis, wo weitere Informationen eingeholt werden können. Bitte keine Attachments! Die inhaltliche und sachliche Verantwortung liegt bei der/dem jeweiligen AutorIn bzw. jenen, die uns die Beiträge schicken. Der MUND wird von einzelnen TagesredakteurInnen zusammengestellt. Da Fehler nicht ausgeschlossen sind, bitten wir, nicht veröffentlichte Beiträge nochmals an widerstand at no-racism.net zu senden. Die Weiterleitung (auch auszugsweise) ist erwünscht. Beiträge mit rassistischen oder sexistischen Inhalten werden nicht veröffentlicht. Sehr persönliche Meldungen werden wir an den betreffenden Adressaten weiterleiten, aber nicht im MUND veröffentlichen. Die bisherigen Ausgaben sind unter http://www.no-racism.net/MUND archiviert. Terminankündigungen bitte nach folgender Vorlage: * Wann: Sonntag, 11.11.2001, 11:11 Uhr * * Was: Maskenball: Motto "Schwarzblau ist die Haselnuss" * * Wo: Villa Morgenrot, Grüner Anger 42, 2001 Wendendorf * * Kommentar: Anreise per Anhalter. Maskenzwang. Ende nie. Aber kurz und prägnant.* Die Rubrik "Redaktionelles" am Ende der Ausgabe ist u.a. eine Konsequenz aus der Notwendigkeit, sexistische, antisemitische und rassistische Beiträge nicht zu veröffentlichen, ohne jedoch stillschweigend Zensur zu üben. Hier wird - in anonymisierter Form - auf angehaltene Beiträge hingewiesen und eine kurze Begründung der Tagesredaktion für die Nichtaufnahme geliefert. (Weitere Gründe einen Beitrag nicht aufzunehmen sind z.B.: Attachments, kein erkennbarer Bezug zu den breit gestreuten Themen des MUND, Werbesendungen, sinnlose Kettenbriefe.) Die AbsenderInnen der betroffenen Beiträge werden hiervon informiert. Im Sinne einer "gläsernen Zensur" könnt ihr Euch die Beiträge gerne extra schicken lassen: Ein kurzes Mail an widerstand at no-racism.net genügt. ================================================ E) VERTEILERLISTE ================================================ Zur Eintragung in diesen Verteiler bitte direkt subskribieren unter http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/analle oder von der einzutragenden Adresse aus ein mail schicken an: admin at no-racism.net mit folgendem Text: subscribe no-racism Bitte wegen Automatisierung diesen Wortlaut verwenden! Zur Austragung aus dieser Liste bitte an aus Einsendungen an zusammengestellt. Bitte keine Attachments! (werden nicht angenommen) Für diese Ausgabe nicht aufgenommen: eine veraltete Terminankündigung einen m.E. nicht widerstandsrelevanten Beitrag zurückgestellt Redaktionsschluss für diese Ausgabe: 20:00 Uhr III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III widerst at nd-MUND is powered by http://alt.strg.at/ From analle at no-racism.net Wed Jun 22 13:27:25 2005 From: analle at no-racism.net (=?iso-8859-1?q?MUND=3A_medienunabh=E4ngiger_Nachrichtendienst?=) Date: Wed, 22 Jun 2005 13:27:25 +0200 Subject: widerst@nd - MUND: Mittwoch, 22.6. 2005 Message-ID: <1438873773.20050622132725@nessizius.com> widerst at nd MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst Mittwoch, 22. Juni 2005 www.no-racism.net/mund ================================================ A) INHALT ================================================ ================================================ 01 Wir fordern Taten statt Worte! Von: ekhaus at med-user.net ================================================ 02 beitrag für mund Von: Christine Werner ================================================ 03 kanalB videoclip - spoe bestzt Von: kanalB_at_redaktion at kanalB.org ================================================ 04 [Fwd: Bitte um Weiterverbreitung] Von: Otto Bruckner ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ANKÜNDIGUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 05 Tuerkei/Oesterreich/Termin: Zweifelhafte Exportfoerderung Von: akin ================================================ 06 einladung Von: christian gmeiner ================================================ 07 Veranstaltungen EU-Verkehrspolitik Linz u. Freistadt Von: Werkstatt Frieden & Solidarität ================================================ 08 Regenbogen-Parade 2005: Einladung zur Pressekonferenz Von: Philipp Kainz ================================================ 09 Aviso: AKS präsentiert Schuldemokratie-Umfrage Von: Flo Steininger ================================================ 10 24.06. Vortrag und Diskussion zu FGM Von: Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen ================================================ 11 Born to be white: Diskussion # 3 Von: IG BILDENDE KUNST ================================================ 12 Kanafani-Newsletter: ... eine heisse Juni - Woche ... Von: Kulturverein Kanafani ================================================ 13 Film: Das Leben ist ein Wunder Von: Cornelia Kogoj ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN UND MEINUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 14 Caritas-Razzia Neustiftgasse 16.02.1997: Das Unrecht in Zahlen Von: Roland Hermann ================================================ 15 23.6. Bundesrat: Kampl & Gudenus müssen gehen! Von: Sozialistische LinksPartei ================================================ 16 Tschetschenien: Kundgebung in Straßburg Von: GFBV ================================================ 17 "Alarmstufe Rot" in Chiapas Von: p

================================================ 18 Mord an Hasan Özen (PKK) in Wien Von: wadi wien ================================================ 19 SWPAT: Im Bann der Hardwarema/fia Von: "q/depesche" ================================================ 20 Libanon: Kommunistischer Politiker von syrischem Geheimdienst ermordet? Von: wadi wien ================================================ 21 Neutralitaet/Debatte: Ich will nicht neutral sein muessen! Von: akin ================================================ 22 Deren Heer/Dokumentation: Anzeige wegen Flugshow Von: akin ================================================ 23 Globalisierung/Glosse: Arbeitsmarkt und EU Von: akin ================================================ 24 Freiraum-Notizen/Termine: Wien, Berlin Von: akin ================================================ 25 SWPAT: JURI pusht Softwarepatente Von: "q/depesche" ================================================ 26 Iraq and the Importance of the U.N.'s Oil-for-Food Scandal Von: wadi wien ================================================ ================================================ B) TEXTE ================================================ ================================================ 01 Wir fordern Taten statt Worte! Von: ekhaus at med-user.net ================================================ Wien am 20.06.05 Wir fordern Taten statt Worte! Aufgrund der Besetzung der SPÖ-Zentrale müssen die NutzerInnen und BefürworterInnen des EKHs folgendes klarstellen: Heute um ca. 9.00 Uhr drangen AktivistInnen der KRIPO (Kritisch Poltitische Offensive) in die SPÖ – Zentrale in der Löwelstrasse 18 ein. Gefordert wurde eine politische Lösung für die Konflikte um die bedrohten Freiräume und selbstverwalteten Zentren in Wien, sowie sofortige Verhandlungen über diese. Gefährdet sind zum Beispiel das Tüwi, Freiraum, und das an einen rechtsextremen Spekulanten verkaufte Ernst-Kirchweger-Haus. Für die SPÖ trat als Ansprechperson Peter Florianschütz auf, der den EKH-NutzerInnen bereits des öfteren durch seine deeskalierende Verhandlungstaktik auffiel. Dieser behauptete im Beisein der KRIPO-AktivistInnen unverhohlen, dass es bereits Verhandlungen mit den NutzerInnen des EKHs gäbe. Das ist schier eine Lüge. Tatsächlich hat Florianschütz den NutzerInnen des EKHs mehrmals Verhandlungstermine mit EntscheidungsträgerInnen der Stadt Wien in Aussicht gestellt. Bis heute ist es allerdings noch zu keinem Termin gekommen. Da zwei dritteln des Hauses mit 1.07.05 eine Räumung droht befürchten wir Schlimmes und fordern noch immer die Gemeinde Wien auf, endlich ihre Verantwortung wahrzunehmen, um den sozialen Frieden in dieser Stadt zu sichern. Wir möchten nochmals auf das im EKH stattfindende öffentliche Plenum am Donnerstag, den 23.06.05 hinweisen. Sonstige Termine: Mi 22.6 um 18:00 - Anti-Repressiva-Workshop (Amerlinghaus,7.Stiftg. 8) Do 23.6 um 18:00 - Was nun? Was tun? offenes Plenum zum Erhalt des EKH (EKH, Wielandgasse 2-4) ab dem 29.6 – Haus Hof- und Straßenfest im EKH danach findet die Gemmi Buchpräsentation zu „1000 Jahre Haft“ mit anschliessendem Konzert statt Do 30.6 um 16:00 - "EKH bleibt!" Parade – Viva la EKH (Rathaus) Weitere Veranstaltungshinweise: siehe www.med-user.net/ekh Kontakt: Spendenkonto: ekhaus at med-user.net Dieter Schrage www.ekhbleibt.info Kontonummer: 51405153501 www.med-user.net/ekh BLZ 12000 Verwendungszweck: EKH BLEIBT! ================================================ 02 beitrag für mund Von: Christine Werner ================================================ baier, wir danken dir, du bist ein held! auch die KPÖ leistet ihren beitrag zum jubeljahr. das ernst-kirchweger-haus wird demnächst besenrein und antifafrei sein. liebe steirische genossInnen, ihr könnt euch hinter wien verstecken. favoriten ist frei! wien wird nicht chicago! die ehemalige wielandschule wird ein zweites haus der heimat (der jungheimat) werden. ernst kirchweger hatte einfach die falschen feinde, und die KPÖ die falschen freunde. jetzt wird ordnung gemacht. nette glatzköpfe stehen schon spalier - genosse baier und seine unermüdlichen mitstreiterInnen garantieren: kein hinweis im handbuch des DÖW. Dr. Helene P. (die übrigens demnächst KPÖ-mitglied wird) ================================================ 03 kanalB videoclip - spoe bestzt Von: kanalB_at_redaktion at kanalB.org ================================================ titel des videoclips: spoe bestzt --: - beschreibung: die 'Kritisch Politische Offensive' (KriPO) besetzte von 10:30 bis 13:30 die SPOe (sozialdemokratische partei oesterreichs) parteizentrale in der Loewelstrasse in Wien. die aktivistInnen versuchten damit auf die lage bedrohter freiraeume (tuewi, EKH, frauenzentrum,....) aufmerksam zu machen und mit menschen aus der politik mit entscheidungskompetenzen ueber moegliche loesungen zur erhaltung der projekte zu diskutieren. ---: - kategorie: schnipsel ----: - clipinfo: http://kanalB.org/clip.php?clipId=1113 -----: - video: http://austria.kanalb.org/video.php?clipId=1113&Viam=Clip ------: - download: http://austria.kanalb.org/download.php?clipId=1113 --------------: - laenge: 3,30 min team: kanalB erstellt: 2005-06-21 datenmenge: 5721 kb -------------: - weitere informationen: http://www.kripo.at.tt ---------: - weitere clips zum thema freiraeume erkaempfen: http://austria.kanalb.org/topic.php?clipId=121 ----------------: - realplayer: http://kanalB.org/realplayer.html -----------------: - email: kanalB_at_redaktion at kanalB.org kanalB ersetzt herkoemmliches fernsehen: http://austria.kanalb.org _______________________________________________ clips_kanalb_at mailing list clips_kanalb_at at kanalB.org http://kanalB.org/cgi-bin/mailman/listinfo/clips_kanalb_at _______________________________________________ Widerstand mailing list Widerstand at no-racism.net http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/widerstand ================================================ ================================================ 04 [Fwd: Bitte um Weiterverbreitung] Von: Otto Bruckner ================================================ Liebe Mund-Redaktion, nachfolgende Aussendung haben wir Euch am 16. Juni geschickt. Sie wurdenicht veröffentlicht. Stattdessen lasen wir im gestrigen Mund (20.06.)eine Reaktion der KPÖ-Wien darauf, die ihr wohl besser wieder unter"Satire" gereiht hättet. Ihr bringt also die Reaktion, nicht aber denAnlass dafür. Was immer euch dazu bewogen hat, es macht ein seltsamesBild. Beste Grüße O. Bruckner f.d. KI -------- Ursprüngliche Nachricht -------- Betreff: Bitte um Weiterverbreitung Datum: Thu, 16 Jun 2005 23:19:35 +0200 Von: Otto Bruckner An: Nicht offen gelegte Empfänger:; KI ruft zu Solidarität mit ATIGF auf! Die KPÖ lügt, dass sich die Balken biegen. In einer Aussendung wirdbehauptet, alle bisherigen "Nutzer" des Hauses in der WienerWielandgasse (EKH), mit Ausnahme des "Vereins für Gegenkultur" hättenbereits "neue Unterkünfte" gefunden.Nicht einmal erwähnt wird in der KPÖ-Aussendung die ATIGF, eineFöderation von Arbeitern und Jugendlichen aus der Türkei in Österreich.Die ATIGF hat einen eigenen Strasseneingang und nützt bisher großeTeile des ersten Stocks, inklusive des vielen GenossInnen bekanntenVeranstaltungssaales. Nicht nur, dass die türkischen GenossInnen vielFreizeit dafür geopfert haben, ihren Teil des Hauses in einem sehrguten Zustand zu halten, ihr Vertrag wurde auch aufgelöst, ohne dasssie gefragt worden wären, da sie nicht selbst im Mietvertrag standen. ATIGF steht auf klaren klassenkämpferischen Positionen, das Lokal hattäglich offen und wird von vielen Jugendlichen und Arbeitern besucht.Der angeschlossene Saal bot bisher die Möglichkeit, Veranstaltungen mitmehreren hundert TeilnehmerInnen im eigenen Lokal durchzuführen. Bisherige Gespräche über Ersatzräumlichkeiten sowohl mit der KPÖ alsauch mit der Gemeinde Wien verliefen ergebnislos. ATIGF teilte unsheute mit, dass sie - so bis dahin kein geeigneter Ersatz gefunden sei- auch über den 30. Juni hinaus in ihrem Lokal bleiben, und sie diesesnicht freiwillig verlassen werden. Die KPÖ will den fatalen Zustand, den sie durch den Verkauf des Hausesan einen Mann aus dem rechtsradikalen Umfeld herbeigeführt hat,schönreden. Es ist skandalös, dass eine so bedeutende Organisation wiedie ATIGF dabei einfach ignoriert wird. Mit dem (noch dazu viel zu niedrigen) Erlös aus dem Verkauf des EKHschickt sich die KPÖ an, ihre hirn- und wirkungslosen Strukturen weiterdurchzufüttern und mit neuen "Bündnispartnern" in einen neuen (so gutwie sicher erfolglosen) "Wahlkampf" zu ziehen, während die altenBündnispartner verkauft und verraten werden. Die Kommunistische Initiative (KI) erkärt ihre Solidarität mit ATIGFund wird sie in ihrem Kampf unterstützen. So es noch KommunistInnen inder Wiener KPÖ gibt, sollten sie das auch tun. ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ANKÜNDIGUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 05 Tuerkei/Oesterreich/Termin: Zweifelhafte Exportfoerderung Von: akin ================================================ ********************************************************** akin-Pressedienst. Aussendungszeitpunkt: Dienstag, 21. Juni 2005; 13:46 ********************************************************** Tuerkei/Oesterreich/Termin: Zweifelhafte Exportfoerderung Wie kein anderer Staudamm sorgt der Ilisu-Staudamm/Tuerkei in Europa und im arabischen Raum fuer Aufsehen. Nachdem das Skandalprojekt 2001 bereits von fast allen Firmen und Exportkreditagenturen fallen gelassen wurde, moechte ausgerechnet das Oesterreichische CSR-Vorzeigeunternehmen VA Tech den Bau durchsetzen. Demnaechst ist mit einem Antrag fuer eine staatliche Exportfoerderung zu rechnen. Ein Testfall auch fuer das Umweltpruefverfahren der Oesterreichischen Kontrollbank AG, unter den Augen der Weltoeffentlichkeit. ECA-Watch hat im November 2004 das Vorhaben der VA Tech publik gemacht und bringt nun eine Delegation von Betroffenen nach Oesterreich, welche aus erster Hand ueber die Situation vor Ort berichten werden. (ATTAC) Filmvorfuehrung und Podiumsdiskussion dazu am Freitag, 24. Juni ab 18:00 Uhr im Club 4, Stephansplatz 4, 1010 Weitere Infos: http://www.eca-watch.at ================================================ 06 einladung Von: christian gmeiner ================================================ Persönliche Einladung zum Gedenken: "Mobiles Erinnern" Gedenkveranstaltung zu den Todesmärschen ungarisch-jüdischer Zwangsarbeiter 1944 - 1945 Freitag, 24. Juni 2005, 11.00 Uhr Morzinplatz 1,1010 Wien Ansprachen: Dr. Sepp Rieder, Vizebürgermeister der Stadt Wien Komm. Rat Franz Grundwalt, Bezirksvorsteher Innere Stadt David Ellensohn, n.a. Stadtrat Dr. Zoltán Fónagy, Botschaftsrat der ungarischen Botschaft, Dir. d. Collegium Hungaricum Mag. Hansjörg Lein, Superintendent der Evangelischen Kirche A.B. DDr. Helmut Krätzl, Weihbischof der röm. kath. Kirche Dr. Paul Chaim Eisenberg, Oberrabbiner der Israelitischen Kultusgemeinde Dipl. Öec. Bela Varga, Zeitzeuge, Überlebender des Todesmarsches Symposium zum Thema in der Kirche St. Ruprecht: Dr.in Claudia Kuretsidis-Haider, Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes Dr.in Eleonore Lappin, Institut für Geschichte der Juden in Österreich, St. Pölten Univ. Prof. Dr. Dr. h.c. Szabolcs Szita, Historiker, Buchautor, Holocaustmuseum Budapest Beteiligte Schulen: "Die Herbststrasse", Abteilung Kunst "Lise Meitner Realgymnasium an der Schottenbastei" Mit freundlichen Grüßen, Christian Gmeiner ================================================ ================================================ 07 Veranstaltungen EU-Verkehrspolitik Linz u. Freistadt Von: Werkstatt Frieden & Solidarität ================================================ Werkstatt Frieden Solidarität Waltherstr. 15 4020 Linz Tel. 0732/771094, Fax 0732/797391 e-mail: office at werkstatt.or.at www.werkstatt.or.at MEDIENINFORMATION Sehr geehrte Damen und Herren, wir ersuchen Sie um Ankündigung der folgenden Veranstaltung und laden Sie recht herzlich dazu ein. mit freundlichen Grüßen Gerald Oberansmayr Das Fiasko der EU-Verkehrspolitik Möglichkeiten der Gegenwehr Vortrag und Diskussion mit Winfried Wolf (Verkehrsexperte, Buchautor, eh. Mitglied des Deutschen Bundestages und freier Journalist) Donnerstag, 23. Juni 2005, 19 Uhr Arbeiterkammer OÖ / Raum 204 (Volksgartenstr. 40, 4020 Linz) Lkw-Lawine Pkw-Flut Explosion von Ost-West-Verkehr Alpentransit Keine Kerosinsteuer Billigflug-Förderung Bahnprivatisierung ÖPNV-Abbau In den offiziellen Dokumenten aus Brüssel oder Wien heißt es, die Schiene und der öffentliche Verkehr würden ausgebaut. Der Beitritt Österreichs zur EU wurde auch möglich, weil Brüssel den Schutz der Alpen und die Verlagerung von Verkehren von der Straße auf die Schiene als Zielsetzungen ausgegeben hatte. Doch die verkehrspolitischen Realitäten weisen in die entgegengesetzte Richtung. Auf dem Gebiet der „alten“ EU (15 Mitgliedsländer) wurden allein im Zeitraum 1980 bis 2003 15.000 km Schienenstrecken abgebaut. Das Autobahnnetz wurde im gleichen Zeitraum um 24.000 km verlängert. Mehr als 75 neue Flughäfen wurden gebaut. Dementsprechend sieht die Verkehrsaufteilung im Personenverkehr - der „modal split“ - aus: Der Anteil des Pkw-Verkehrs erhöhte sich von 76 auf knapp 80 Prozent. Der Anteil der Eisenbahnen reduzierte sich von 8,4 auf 6,2 Prozent. Der Luftverkehrs-Anteil hat sich fast verdreifacht (von 2,5 auf 6,5 Prozent). Noch erschreckender die Werte im Güterverkehr: Der Lkw hat im genannten Zeitraum seinen Anteil von 36 Prozent auf 47 Prozent gesteigert, der Anteil der Schiene halbierte sich von 14,5 auf 7 Prozent. Der Lkw-Verkehr über den Brenner hat sich im Zeitraum 1990 bis 2003 knapp verdoppelt (von 13,6 Millionen Tonnen auf 27 Millionen Nettotonnen). Allein seit dem Beitritt Österreichs zur EU 1994 wuchs der Lkw-Transit-Verkehr über den Brenner um 30 Prozent. Geht es nach der offiziellen EU-Verkehrspolitik, u. a. formuliert im Weißbuch 2001 und im „dritten Eisenbahn-Paket“, dann sieht die verkehrspolitische Zukunft wie folgt aus: Der Schienenverkehr wird weiter liberalisiert und privatisiert, die Schiene zieht sich vor allem aus der Fläche zurück. Die im Mai 2004 vollzogene Osterweiterung führt zu einem schnell wachsenden Lkw-Transitverkehr. Gleichzeitig kollabiert derzeit der Schienenverkehr in den neuen Beitrittsländern. Der Flugverkehr weist EU-weit jährliche Wachstumsraten im zweistelligen Bereich auf. Anfang 2005 genehmigte die EU-Kommission massive Beihilfen zur Einrichtung neuer Billigfluglinien. Gleichzeitig sind laut Maastrichter Vertrag und laut Entwurf für eine EU-Verfassung alle Beihilfen, die nicht von der EU-Kommission genehmigt wurden, verboten. Letzteres bedroht tendenziell alle öffentlichen Verkehrsunternehmen. Welche Interessen führen zu diesem „verkehrten Verkehr“? Welche Möglichkeiten der Gegenwehr gibt es? Wie sieht eine Verkehrsorganisation aus, die nachhaltig und zukunftsweisend ist? Zum Referenten: Winfried Wolf ist Buchautor des Klassikers „Eisenbahn statt Autowahn“; 1994 bis 2002 war er Mitglied des Deutschen Bundestages und dort Mitglied im Verkehrsausschuss. Er arbeitet als freier Journalist u. a. für Freitag (Berlin), Frankfurter Rundschau (Frankfurt/Main) und WoZ/Wochenzeitung (Zürich). Eine Veranstaltung der Werkstatt Frieden Solidarität gemeinsam mit - Fachzeitschrift Regionale Schienen - Forum Alpenkonvention - Verkehrsplattform Salzburg Ja zur Neutralität! Keine Teilnahme an der EU-Armee! Keine Annäherung an die Nato! Soziale Sicherheit statt Aufrüstung! Friedensvolksbegehren - Jetzt unterschreiben! www.friedensvolksbegehren.at ----------------------------------------------------------------------------------------------- Ja zur Neutralität! Keine Teilnahme an der EU-Armee! Keine Annäherung an die Nato! Soziale Sicherheit statt Aufrüstung! Friedensvolksbegehren - Jetzt unterschreiben! www.friedensvolksbegehren.at ================================================ ================================================ 08 Regenbogen-Parade 2005: Einladung zur Pressekonferenz Von: Philipp Kainz ================================================ EINLADUNG ZUR PRESSEKONFERENZ 10. Regenbogen-Parade in Wien am 2. Juli 2005 Die Homosexuelle Initiative (HOSI) Wien erlaubt sich als Veranstalterin der Regenbogen-Parade, die VertreterInnen der Medien herzlich zur Präsentation der Parade und der anschließend am Heldenplatz stattfindenden Celebration einzuladen: Es werden referieren: Christian Högl, Obmann der HOSI Wien Sonja Wehsely, Stadträtin für Integration, SPÖ Maria Vassilakou, Klubobfrau der Grünen im Wiener Rathaus Georg Ender, Café Berg/Löwenherz (Regenbogen-Straßenfest am Freitag, 1. Juli) Lynne Kieran, Rounder Girls (Showact bei der Celebration) Ort: Café Griensteidl, Karl-Kraus-Saal; Schauflergasse 2, Wien 1. Zeit: Mittwoch, 29. Juni 2005, 11.30 Uhr. Rückfragehinweise: Philipp Kainz, Medienbetreuung Regenbogen-Parade: Tel. 0650-850 45 76 Christian Högl, Obmann: Tel. 0699-11811038; office at hosiwien.at; www.hosiwien.at, www.regenbogenparade.at ________________________________ Mag. Philipp Kainz Pressebetreuer Regenbogen-Parade 2005 ================================================ 09 Aviso: AKS präsentiert Schuldemokratie-Umfrage Von: Flo Steininger ================================================ Pressemeldung der Aktion kritischer SchülerInnen Bildung/Schulen/AKS/Termin Mittwoch, 22.6.2004 Aviso: AKS präsentiert Schuldemokratie-Umfrage Utl.: Erhebliche Demokratiedefizite an Österreichs Schulen Die AKS (Aktion kritischer SchülerInnen) präsentiert morgen, Donnerstag, die Ergebnisse ihrer Schuldemokratie-Umfrage, die in den vergangenen Wochen unter österreichischen SchülerInnen durchgeführt wurde. „Quasi als Ergänzung zu PISA haben wir diese Umfrage durchgeführt. Denn nach dem Grad der Mitbestimmung hat bei PISA niemand gefragt“, so Kim Kadlec, Bundesvorsitzende der AKS. Zeit: Donnerstag, 23.6.2005, 10:00 Uhr Ort: Minoritenplatz - vor dem Bildungsministerium Beschreibung: AktivistInnen der AKS bauen mit den ausgefüllten Umfragebögen einen „Demokratieturm“. Rückfragehinweis: Kim Kadlec, 0699/11408142 ================================================ ================================================ 10 24.06. Vortrag und Diskussion zu FGM Von: Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen ================================================ FORUM MUSLIMISCHE FRAUEN ÖSTERREICH SCHURA-MOSCHEE, INITIATIVE MUSLIMISCHER ÖSTERREICHERINNEN, in Zusammenarbeit mit Kulturverein Kanafani, Verein Information und Kultur Ägyptens, Sudanesischer Kulturverein, Nigeria Islamic Forum, El Nil Verein, Institut für Interdisziplinäre Islamforschung, Arabischer Kulturverein ... Freitag, 24. Juni 2005 ab 18.30 Uhr Spitalgasse 2-4, 1090 Wien, Altes AKH Universitätscampus, Hof 2, Hörsaalzentrum, HS C1 (Straßenbahnlinien 43,44) FGM - Weibliche Genitalbeschneidung: „Sunna“ oder Verbrechen aus Tradition? Vortrag und Diskussion mit Scheich Mag. Adnan Ibrahim Imam der Schura-Moschee, Dozent der Islamischen Religionspädagogischen Akademie Wien Begrüßungswort von Präsident Anas Schakfeh, IGGiÖ Einleitendes Impulsreferat von Marie-José Simonet Moderation Carla Amina Baghajati Simultanübersetzung Deutsch, Arabisch, Englisch Mit Kinderbetreuung! Der in Gaza geborene Scheich Adnan Ibrahim ist über die Grenzen Österreichs hinaus für seinen umfassenden Einblick in die islamischen Quellen und seine Fähigkeit zur kritischen Analyse bekannt. Darüber hinaus studierte er Medizin in Nis und Bania Luca. Er zieht ausführlich und religiös fundiert Bilanz über bisherige Auffassungen und Einstellungen der Muslime zu Frauenbeschneidung in allen existierenden Formen. Die gesamtgesellschaftlichen Folgen werden betrachtet. Der Islam stellt die Gesundheit unter Schutz und erklärt das Recht auf ein erfülltes eheliches Geschlechtsleben. Im Koran nicht erwähnt, gibt es auch in der Überlieferung zum Leben des Propheten Muhammad nichts, wodurch FGM legitimiert würde. Demnach sind Frauenbeschneidung oder Genitalverstümmelung bei den meisten Muslimen völlig unbekannt. Und doch besteht Aufklärungsbedarf. Denn die Praxis lebt in jenen Regionen fort, in denen der Eingriff als uralte Tradition von Angehörigen aller dortigen Religionen ausgeführt wird. Dieses Unrecht unter Missbrauch der Religion bewegt auch Muslime, Stellung im Kampf gegen FGM zu beziehen. Vielerorts geschieht dies erfolgreich, wird aber effizienter durch die nötige sorgfältige theologische Beweisführung. Mit freundlicher Unterstützung von: ÖH der Universität Wien, BM für Gesundheit und Frauen und Stadt Wien MA 17 ***************** Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen e-mail:dieinitiative at gmx.at für Rückfragen und Korrespondenz kontaktieren sie bitte: Omar Al Rawi +43-664-3831942 al-rawi at gmx.at Amina & Tarafa Baghajati +43-1-2595449 baghajati at aon.at Mouddar Khouja +43-1-9685096 mouddar at gmx.net Andrea Saleh +43-1-7965652 salehand at gmx.at -- Weitersagen: GMX DSL-Flatrates mit Tempo-Garantie! Ab 4,99 Euro/Monat: http://www.gmx.net/de/go/dsl _______________________________________________ Widerstand mailing list Widerstand at no-racism.net http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/widerstand ================================================ ================================================ 11 Born to be white: Diskussion # 3 Von: IG BILDENDE KUNST ================================================ Liebe FreundInnen, AktivistInnen und UnterstützerInnen, Wir möchten euch herzlich einladen zum Diskussionsbeitrag von Jamika Ajalon im Rahmen der Ausstellung "Born to be white. Rassismus und Antisemitismus in der weißen Mehrheitsgesellschaft": "Recently I bought a white hat. Transnationale Erfahrungen des Schwarz-Seins" von Jamika Ajalon Donnerstag, den 23. Juni 2005 um 19 Uhr IG Bildende Kunst, Gumpendorferstr. 10-12, 1060 Wien http://www.igbildendekunst.at/s1_gallery.htm In ihrem Vortrag präsentiert Jamika Ajalon Auszüge aus ihren künstlerischen Arbeiten, in denen sie Zu- und Festschreibungen auf eine Schwarze weibliche Subjektivität hinterfragt und nach Möglichkeiten der Repräsentation jenseits von Dualismen sucht. Jamika Ajalon ist Lyrikerin, Filmemacherin und Künstlerin. Sie wurde in St. Louis (USA) geboren, lebt in London und tourt mit ihrer Band Zenzile als Spoken-Word-Musikerin. http://www.transnarratives.com Wir freuen uns, wenn ihr kommt und bitten um Weiterverteilung über eure Mailinglisten Liebe Grüße, Jo Schmeiser und Rosa Reitsamer **************** Information zum Projekt **************** "Born to be white" Rassismus und Antisemitismus in der weißen Mehrheitskultur "Born to be white" beschäftigt sich mit Rassismus, weiß-Sein und Antisemitismus. Wenn von Rassismus die Rede ist, so ist damit gewöhnlich die Benachteiligung von Männern, Frauen und Kindern nicht-weißer Hautfarbe, nicht-westlicher Herkunft oder außereuropäischer Kultur gemeint. Unbenannt und unhinterfragt bleibt in diesem Verständnis die andere und in ihrer unsichtbaren Normalität viel mächtigere Seite des rassistischen Verhältnisses: die Bevorzugung von Männern, Frauen und Kindern mit weißer Hautfarbe, westlicher Herkunft und europäischer Kultur. Der Begriff des weiß-Seins (whiteness) wurde von feministischen Migrantinnen geprägt, um Macht- und Herrschaftsverhältnisse analysieren und angreifen zu können sowie eine Auseinandersetzung von Mehrheitsangehörigen mit ihrer unsichtbaren Machtposition zu forcieren. Wir verwenden den Begriff des weiß-Seins, um in der antirassistischen feministischen (Kultur-)Arbeit eine notwendige Verschiebung zu bewirken. Ethnisierte Identitäten sind nicht nur jene von Afroösterreicherinnen oder -deutschen, von Latinos/as oder AsiatInnen. Auch weiße Österreicherinnen sind Ethnisierte. "Born to be white" stellt deshalb die Auseinandersetzung mit weißer Identität in den Mittelpunkt. Weiß-Sein wird nicht nur als Privileg benannt, sondern auch historisch, ort- und gruppenspezifisch kontextualisiert. In Österreich und Deutschland bedeutet eine solche Kontextualisierung die Beschäftigung mit der Kolonialgeschichte, dem Nationalsozialismus und der Shoah, sowie deren Nachwirkungen in der Gegenwart. "Born to be white" wird in Form einer Gruppenausstellung, einer Vortragsreihe und einer Broschüre realisiert. Es werden KünstlerInnen und kulturelle ProduzentInnen eingeladen, die in ihrer Arbeit weiß-Sein kritisch thematisieren, es historisch kontextualisieren sowie die Rolle (audio-)visueller und textueller Darstellung und Artikulation bei der Festigung weißer hegemonialer Machtpositionen untersuchen und subvertieren. Dauer der Ausstellung: 2. Juni bis 22. Juli 2005 Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag: 13.00 bis 18.00 Uhr Galerie IG Bildende Kunst Gumpendorfer Straße 10-12, 1060 Wien www.igbildendekunst.at ***** AUSSTELLUNG Die Ausstellung versammelt Arbeiten von internationalen KünstlerInnen/KünstlerInnen-gruppen, die mit verschiedenen Medien arbeiten (Fotografie, Video, Plakat/Postkarte, neue Medien). Beteiligte KünstlerInnen • Fatih Aydogdu (A) - "Dirty Tones. 'You Don't Care.'" (Soundscape, 2005) Welche Töne gelten für Weiße als "Dirty Tones"? Westliche KritikerInnen haben für die spezielle Art der Intonation in der afrikanischen, asiatischen oder afroamerikanischen Musik den Begriff "dirty tone" geprägt. Diese so genannten "Dirty Tones", welche als "falsch spielen" gedeutet werden, beinhalten Viertel- und Achteltöne. Diese werden von Weißen als "schmutzig" empfunden. Fatih Aydogdu fragt nach den Gründen für diese Fehleinschätzung. • BUM - Büro für ungewöhnliche Maßnahmen (A) - "Deutsch für Inländer" (Posterserie, S/W, 4 Sujets, 2003/2004) Die Plakatserie "Deutsch für Inländer" wirbt für eine verpflichtende Integrationsleistung seitens der österreichischen MehrheitsbürgerInnen. In sechs unterschiedlichen Textplakaten, deren Slogans grammatischen Deklinationen ähneln, postuliert BUM auf oft bissige Weise, was MehrheitsbürgerInnen schon lange wissen (sollten): "Ich habe Vorurteile. Du hast Vorurteile. Das ist unser Vorteil." Mit kleinen sprachlichen Feinheiten wie diesen, die das Plakat weiß auf schwarz in großer Schrift füllen, werden einige Veränderungen gefordert. • Melissa Gould (USA) - "Schadenfreude" (Postkarten, S/W, 2 Sujets, 1995) Die Postkartenserie "Schadenfreude" thematisiert die alltägliche antisemitische Hetze während des Zweiten Weltkriegs. Indem die Künstlerin an die spezifischen Formen der Demütigung von Juden/Jüdinnen in Österreich erinnert, holt sie die bislang unmarkierten Momente in der Geschichte in die Gegenwart. • Kanak TV (D) - "Weißes Ghetto" (Video, 8 Minuten/2002) Im Video "Weißes Ghetto" untersucht Kanak TV das wohlhabende und homogene Viertel Köln-Lindenthal. MigrantInnen werden in diesem Viertel vergeblich gesucht. Kanak TV fragt, womit das zusammenhängt: Schotten sich die Deutschen ab? Ist Köln-Lindenthal ein weißes Ghetto? Kanak TV ist diesen Fragen nachgegangen. Kanak TV (D) - "Recolognize Cologne" (Film, 43 Minuten, 2004) "Recolognize Cologne" ruft die verdrängte Geschichte kolonialer Eroberungspolitik Deutschlands am Beispiel Kameruns in Erinnerung. Durch die Thematisierung der heutigen Präsenz von Menschen aus den ehemaligen deutschen Kolonien verdeutlicht der Film Kontinuität und Entwicklung von rassistischer Erfassung, Kontrolle, Stereotypen und Klischees, aber auch den Widerstand dagegen. "Recolognize Cologne" wirft die Frage nach globaler Bewegungsfreiheit auf. • Anna Kowalska (A) - "Weißwerden" (Collage, 2005) Wie und ob Weißheit sichtbar wird, ist innerhalb verschiedener historischen, kulturellen und biographischen Zusammenhänge veränderbar. Das macht weiß-Sein als politische und gesellschaftliche Kategorie sichtbar, die dem Zweck dient, einer (weißen) Mehrheit ihre privilegierte Stellung zu sichern. Weiß-Sein wäre demnach das Produkt einer kollektiven Imagination, das ausschließlich durch die Existenz der "Anderen" definiert werden kann. Ein Produkt, das durch das daran gekoppelte Versprechen von Macht begehrenswert erscheint. ***** DISKUSSIONSREIHE Die Vortragsreihe stellt Fragen nach Repräsentationskritiken und -politiken, denn die Kuratorinnen begreifen die Ebene der Darstellung und Artikulation als grundlegende Komponenten für künstlerische und gesellschaftspolitische Prozesse. Das Interesse gilt Konzepten und Untersuchungen, die an den herrschenden Bildpolitiken Kritik üben, die Kompliziertheit ihrer rassistischen und antisemitischen Strukturen analysieren und Gegenstrategien bzw. Utopien in Richtung einer egalitären mehrgeschlechtlichen und transkulturellen Gesellschaft entwerfen. • Katherine Klinger (Wiener Library und Second Generation Trust, London) Das Gegenteil des Schweigens. Wie wirkt der Nationalsozialismus auf die Nachfolgegenerationen? Freitag, 3. Juni 2005, 19.00 Uhr IG Bildende Kunst • Araba Johnston-Arthur (Wissenschafterin, Wien) Ein Schwarzer Beitrag zur Dekonstruktion österreichischer Realitäten Donnerstag, 16. Juni 2005, 19.00 Uhr IG Bildende Kunst • Jamika Ajalon (Künstlerin, Musikerin, London) "Recently I bought a white hat" Transnationale Erfahrungen des Schwarz-Seins Donnerstag, 23. Juni 2005, 19.00 Uhr IG Bildende Kunst • Heribert Schiedel (Wissenschafter, Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien) Siegfrieds Phobien: Der "arische" Männerbund und die Kastrationsabwehr Donnerstag, 30. Juni 2005, 19.00 Uhr IG Bildende Kunst ***** BROSCHÜRE Die Broschüre beinhaltet einen einführenden theoretischen Text zum Ausstellungskonzept und Texte zu den künstlerischen Arbeiten. Im Anschluss findet sich eine ausführliche Link- und Literaturliste zu den Themen Rassismus, Antisemitismus und Whiteness. Die Broschüre dient engagierten BesucherInnen und in den Feldern Politik, Kunst und Wissenschaft als Arbeitsgrundlage. Sie kann während der Ausstellungsdauer in der IG Bildende Kunst käuflich erworben werden. ================================================ 12 Kanafani-Newsletter: ... eine heisse Juni - Woche ... Von: Kulturverein Kanafani ================================================ Liebe Freundinnen und Freunde, Diese Woche ist für uns eine in jeder Hinsicht heisse Woche. Denn gleich drei große Veranstaltungen und ein Filmabend stehen auf dem Pogramm, bevor wir uns in den Sommerurlaub verabschieden. Besonders stolz sind wir darauf Etienne Balibar, Nuray Mert und Akif Emre als Gastreferenten bei uns begrüssen zu dürfen. Sie werden über Neorassismus im Allgemeinen und das Feindbild Islam im Speziellen referieren und mit euch diskutieren. Wer über FGM und über Islam und FGM mehr wissen möchte, für den wird der Vortrag von Scheich Adnan Ibrahim mit Sicherheit sehr spannend werden. Wir hoffen Ihr findet Interesse an den Veranstaltungen. Eure Kanafanis _______________ 1) Türkei, Europa & das Feindbild Islam 2) Balibar: Feindbild Islam 3) FGM: "Sunna" oder Verbrechen 4) Filmabend "House of Fools" 5) weitere interessante Hinweise *** 1) Mittwoch 22. Juni 2005, Beginn: 20.00 Uhr Die Türkei, Europa & das Feindbild Islam Nuray Mert und Akif Emre im Gespräch mit Hakan Gürses Vorträge und (Publikums-)Diskussion Spitalgasse 2-4, 1090 Wien, Altes AKH / Universitätscampus, Hof 2, Hörsaalzentrum, HS C1 Die Diskussion um einen potenziellen EU-Beitritt der Türkei hat sowohl in EU-Europa als auch in der Türkischen Republik zu einer Zuspitzung von Identitäts- und Abgrenzungsdiskursen geführt, die mit der Beitrittsfrage selbst und einer Positionierung dazu nur sehr wenig zu tun haben. Insbesondere der Rassismus nimmt darin, einmal mehr, eine prominente Rolle ein, sei es in der Konstruktion einer eigenen, christlich-europäischen oder republikanisch-laizistischen, Identität, sei es in der Konstruktion von Feindbildern, wie etwa dem in diesem Fall sowohl in Europa als auch in der Türkei omnipräsenten Feindbild Islam. Ziel der Veranstaltung ist es, diese Diskurse kritisch zu reflektieren und zu klären, wer ihre Akteure sind und welche politischen Positionen und Bestrebungen sich darin konstituieren. Eine Veranstaltung in türkischer Sprache mit deutscher Simultanübersetzung. Headsets werden gegen Kaution (Ausweis) kostenlos zur Verfügung gestellt. Eintrítt frei. Zu den Personen: Nuray Mert: Historikerin und Politikwissenschaftlerin aus Istanbul. Kolumnistin der linksliberalen türkischen Tageszeitung "Radikal" und Verfasserin zahlreicher Publikationen. Forschungsschwerpunkte: Säkularismus und Nationalismus. Akif Emre: Publizist und Dokumentarfilmer aus Istanbul, ausgezeichnet von der "Union der türkischen Autoren". Ehemaliger Redakteur (1997 - 2000), derzeit Kolumnist der islamisch-orientierten türkischen Tageszeitung "Yeni Safak". Forschungsschwerpunkte: Internationale Politik und Kulturtheorien. Hakan Gürses: Philosoph, Publizist und Musiker aus Wien (* in Istanbul). Chefredakteur der "Stimme von und für Minderheiten" und Redaktionsmitglied bei "polylog - Zeitschrift für interkulturelles Philosophieren". Lehrbeauftragter am Institut für Philosophie der Universität Wien. Forschungsschwerpunkte: Philosophie der Differenz und Interkulturelle Philosophie; Theorien der Gesellschaftskritik; kollektive Identitäten; Kulturtheorien Eine Veranstaltung des Kulturvereins Kanafani. In Kooperation mit dem Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien, der Österreichischen HochschülerInnenschaft der Universität Wien, der Bundesvertretung der Österreichischen HochschülerInnenschaft, der Grünen Bildungswerkstatt Wien, der Grünen Wien, der Stadt Wien MA 17 und der Stadt Wien, MA 7 - Wissenschaft. *** 2) Donnerstag 23. Juni 2005, Beginn: 20.00 Uhr Feindbild Islam Neorassismus und Europa Vortrag und Diskussion mit Etienne Balibar Moderation: Jan Pospisil Spitalgasse 2-4, 1090 Wien, Altes AKH/Uni-Campus, Hof 2, Hörsaalzentrum, HS C1 Eine Veranstaltung in französischer Sprache mit deutscher Simultanübersetzung. Headsets werden gegen Kaution (Ausweis) kostenlos überlassen. Eintrítt frei. Das Bewusstsein und die Sensibilität für die Ausgrenzung und Diskriminierung gegenüber muslimischen Menschen ist noch immer ausserordentlich gering. Das Ziel dieser Veranstaltung ist es Art und Erscheinungsformen des Feindbild Islams zu erörtern und die verschiedenen Identitätskonstruktionen zu diskutieren. Wie artikulieren sich Neorassismen im heutigen Europa? Welcher Zusammenhang besteht zwischen Antisemitismus und Islamophobie? Welchen Interessen dient ein islamfeindlicher Diskurs? Was für antirassistische Praxen gegen das "Feindbild Islam" und anderen Rassismen sind denkbar oder erscheinen erfolgsversprechend zu sein? ETIENNE BALIBAR gilt heute als einer der führenden Vertreter der neomarxistischen Wissenschaften, insbesondere im Bereich der Rassismusforschung. Derzeit arbeitet er an Fragen zur Identitätskonstruktion im vereinten Europa. * 1942 in Frankreich, Abschluss des Philosophiestudiums in den Niederlanden, 1993 Habilitation als Forschungsleiter an der Université de Paris I, 1994-2002 Professor für politische Philosophie und Moralphilosophie an der Université de Paris X -Nanterre (seit 2002 emeritiert). Seit 2000 Professor am Institut für französische und italienische Sprache und Literatur sowie am Institut für Anglistik und Komparatistik an der geisteswissenschaftlichen Fakultät der University of California in Irvine. Publikationen: "Das Kapital lesen" (1972) mit Louis Althusser; "Rasse, Klasse, Nation. Ambivalente Identitäten" (1990) mit Immanuel Wallerstein,"Die Grenzen der Demokratie" (1993), "Sind wir Bürger Europas?" (2003) ... Eine Veranstaltung des Kulturvereins Kanafani. In Kooperation mit dem Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien, der Österreichischen HochschülerInnenschaft der Universität Wien, der Bundesvertretung der Österreichischen HochschülerInnenschaft, der Grünen Bildungswerkstatt Wien, der Grünen Wien, der Akademie der bildenden Künste, der Stadt Wien MA 17 und der Stadt Wien, MA 7 - Wissenschaft. *** 3) Freitag, 24. Juni 2005 ab 18.30 Uhr FGM - Weibliche Genitalbeschneidung: "Sunna" oder Verbrechen aus Tradition? Vortrag und Diskussion mit Scheich Mag. Adnan Ibrahim Imam der Schura-Moschee, Dozent der Islamischen Religionspädagogischen Akademie Wien Spitalgasse 2-4, 1090 Wien, Altes AKH Universitätscampus, Hof 2, Hörsaalzentrum, HS C1 Begrüßungswort von Präsident Anas Schakfeh, IGGiÖ Einleitendes Impulsreferat von Marie-José Simonet Moderation Carla Amina Baghajati Simultanübersetzung Deutsch, Arabisch, Englisch. Mit Kinderbetreuung! Der in Gaza geborene Scheich Adnan Ibrahim ist über die Grenzen Österreichs hinaus für seinen umfassenden Einblick in die islamischen Quellen und seine Fähigkeit zur kritischen Analyse bekannt. Darüber hinaus studierte er Medizin in Nis und Bania Luca. Er zieht ausführlich und religiös fundiert Bilanz über bisherige Auffassungen und Einstellungen der Muslime zu Frauenbeschneidung in allen existierenden Formen. Die gesamtgesellschaftlichen Folgen werden betrachtet. Der Islam stellt die Gesundheit unter Schutz und erklärt das Recht auf ein erfülltes eheliches Geschlechtsleben. Im Koran nicht erwähnt, gibt es auch in der Überlieferung zum Leben des Propheten Muhammad nichts, wodurch FGM legitimiert würde. Demnach sind Frauenbeschneidung oder Genitalverstümmelung bei den meisten Muslimen völlig unbekannt. Und doch besteht Aufklärungsbedarf. Denn die Praxis lebt in jenen Regionen fort, in denen der Eingriff als uralte Tradition von Angehörigen aller dortigen Religionen ausgeführt wird. Dieses Unrecht unter Missbrauch der Religion bewegt auch Muslime, Stellung im Kampf gegen FGM zu beziehen. Vielerorts geschieht dies erfolgreich, wird aber effizienter durch die nötige sorgfältige theologische Beweisführung. FORUM MUSLIMISCHE FRAUEN ÖSTERREICH, SCHURA-MOSCHEE, INITIATIVE MUSLIMISCHER ÖSTERREICHERINNEN in Zusammenarbeit mit Kulturverein Kanafani, Verein Information und Kultur Ägyptens, Sudanesischer Kulturverein, Nigeria Islamic Forum, El Nil Verein, Institut für Interdisziplinäre Islamforschung, Arabischer Kulturverein ... Mit freundlicher Unterstützung von: ÖH - Universität Wien, BM für Gesundheit und Frauen und Stadt Wien MA 17 *** 4) Screening von "House of Fools" (Dom Durakov) Tschetschenisch-Russischer Spielfilm, 2002, R: Andrej Konschalowski, OmdU Sonntag 26. Juni 2005, 19:00 Die Sense, Sensengasse 5/3, 1090 Wien Eintritt frei. Getränke zum Selbstkostenpreis. Die Republik Inguschetien an der tschetschenischen Grenze gehört zur russischen Föderation. Eine psychiatrische Klinik gerät 1996 beim ersten bewaffneten Konflikt zwischen tschetschenischen Unabhängigkeitskämpfern und der russischen Armee zwischen die Fronten. Das Eindringen bewaffneter Kämpfer in die Klinik bleibt für die Patienten nicht ohne Folgen und weckt bei manchen Frühlingsgefühle, bei anderen regt sich Widerstand. Ein heiterer und temperamentvoller Film, der in Opposition zur russischen Kriegspropaganda Stellung nimmt. *** 5) Das WIK-Vernetzungsbüro veranstaltet in Zusammenarbeit mit dem Institut Français de Vienne ein Internationales Kolloquium. Thema: WIEN - PARIS: Integration von Migrantinnen und Migranten am Besipiel zweier europäischer Metropolen. Schwerpunkte: - Migration und Integration: Der europäische Kontext, die Nationalstataaten und die Metropolen - "Europäische Werte" und das Verhältnis von Privatem und Öffentlichem - Politische Rechte für Migrantinnen und Migranten - Kulturelle Rechte für Migrantinnen und Migranten. Weitere Infos: http://www.wik-vernetzungsbuero.at/ Eine Aussendung der Asylkoordination wollen wir euch zum Abschluss ebenfalls nicht vorenthalten: Asyl geht uns alle an! Niemand soll sagen können er/sie habe nichts gewußt! Im österreichischen Parlament soll über eine grundlegende Neufassung des Asyl- und Fremdenrechts abgestimmt werden. Es sollen damit endgültig unüberwindliche Barrieren gegen in Österreich Zuflucht suchende Flüchtlinge errichtet werden. Darüber hinaus droht eine Ausdehnung polizeilicher Befugnisse, die Fremde wie Einheimische einem tief in die Privatsphäre reichenden Legitimationsdruck aussetzt. Die asylkoordination Österreich hat die ParlamentarierInnen in einem offenen Brief nochmals über die Tragweite und Folgen dieser Gesetzesverschärfungen informiert um ihnen das volle Ausmaß Ihrer Verantwortung vor Augen zu führen. Aber Asyl ist nicht nur Sache der Politiker. Tausende Menschen in Österreich engagieren sich auf die eine oder andere Weise für Flüchtlinge, sie haben von diesen Menschen direkt erfahren, was es heißt auf der Flucht zu sein, abhängig zu sein, nicht zu wissen ob man aufgenommen oder abgewiesen wird. Unterstützen sie mit ihrem Beitrag von ? 30,- für ein Inserat in der Tageszeitung "der Standard" die Informationskampagne der asylkoordination österreich. Wenn Sie als UnterzeichnerIn des untenstehenden aufscheinen wollen, mailen Sie uns bitte Ihren Namen so wie Sie ihn im Inserat abgedruckt haben wollen. Also: Titel (wenn erwünscht) Vorname(n) Familienname(n). Auf Beruf oder Zugehörigkeiten müssen wir auf Grund des beschränkten Platzes verzichten. Weiters: Postadresse damit wir Ihnen den Zahlschein über ? 30,- zuschicken können. Bitte noch keine Überweisungen tätigen, weil wir das Inserat nur schalten können wenn wir genügend UnterstützerInnen zusammenbekommen. Mail an: langthaler at asyl.at BITTE SCHICKEN SIE DIESES MAIL AN IHRE FREUNDE UND BEKANNTE WEITER! DANKE! Herbert Langthaler DER TEXT DES INSERATS Asyl geht uns alle an! Niemand soll sagen können, er/sie habe nicht gewußt ... Im österreichischen Parlament soll am (Datum der geplanten Beschlußfassung) über eine grundlegende Neufassung des Asyl- und Fremdenrechts abgestimmt werden. Es sollen damit unüberwindliche Barrieren gegen in Österreich Zuflucht suchende Flüchtlinge errichtet werden. Darüber hinaus droht eine Ausdehnung polizeilicher Befugnisse, die Fremde wie Einheimische einem tief in die Privatsphäre reichenden Legitimationsdruck aussetzt. Wir wollen auf diesen Weg nochmals ParlamentarierInnen und BürgerInnen über die Tragweite und Folgen dieser Gesetzesverschärfungen informieren: Niemand soll sagen können er/sie habe nicht gewußt ... ... dass die in der Genfer Flüchtlingskonvention und der Europäischen Menschenrechtskonvention garantierten Rechte nicht eingehalten werden. ... dass es rechtens wird, Menschen, die nichts verbrochen haben, bis zu zehn Monate in Haft zu nehmen. ... dass durch die vermehrte Verhängung von Schubhaft zur Einrichtung von Abschiebelagern kommen wird. ... dass im neuen Asylverfahren die formale Frage, welcher EU-Staat für das Verfahren zuständig ist, absoluten Vorrang vor der Würdigung der eigentlichen Fluchtgründe haben wird. ... dass es durch das neue Asylgesetz rechtens wird, auch traumatisierte Flüchtlinge aus Österreich abzuschieben, was mit Sicherheit zu einer Verschlechterung ihrer psychischen Situation führt, ... dass durch die Einschränkung der Bewegungsfreiheit während des Zulassungsverfahrens der Zugang zu Rechtsberatung für Flüchtlinge erheblich eingeschränkt wird. ... dass durch die Gesetze und deren rassistische Sprache, die Flüchtlinge und ZuwanderInnen beständig als Sicherheitsgefahr thematisieren, die Verknüpfung von "Fremd" und "Gefahr" im Bewusstsein der österreichischen Bevölkerung bestärkt wird. kulturverein kanafani - redaktion der.wisch sensengasse 5/3, 1090 wien www.kanafani.at, 00431/4092480 die welt ist unser zuhause - al alamu bajtuna ================================================ 13 Film: Das Leben ist ein Wunder Von: Cornelia Kogoj ================================================ Die Initiative Minderheiten leitet folgende Einladung weiter: DAS LEBEN IST EIN WUNDER Kinostart: 17. Juni 2005 (Votivkino) Regie. Emir Kusturica. Mit Slavko Stimac, Natasa Solak, Vesna Trivalic, Aleksandar Bercek u.a., Frankreich, Bosnien, Montenegro, 154 Min. Luka, ein serbischer Ingenieur, kommt mit seiner Familie in eine abgelegene Region, wo er eine Eisenbahnlinie bauen soll. Die Vorzeichen des Unheils ignoriert der Berufsoptimist – als die Gewalt explodiert, geht alles ganz schnell: Seine Frau verlässt ihn, sein Sohn kommt in bosnische Gefangenschaft. Da wird Luka zum Wächter einer muslimischen Gefangenen bestimmt, in dieer sich verliebt. Doch soll Sabaha gegen seinen Sohn ausgetauscht werden... In bewährt surrealer Manier erzählt Kusturica eine Romeo-und-Julia-Geschichte vor dem Hintergrund des ausbrechenden Bosnienkrieges. http://www.filmladen.at http://www.votivkino.at ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN UND MEINUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 14 Caritas-Razzia Neustiftgasse 16.02.1997: Das Unrecht in Zahlen Von: Roland Hermann ================================================ In den Nachmittagsstunden des 16.02.1997 stürmte ein Großaufgebot an Polizei- und WEGA-Kräften die von der Caritas betriebene Asylwerber-Unterkunft in der Wiener Neustiftgasse. Wie sich später herausstellte, lag gegen zwei Heimbewohner, die sich zu dieser Zeit wegen des Verdachts des Suchtgifthandels bereits in Untersuchungshaft befanden, ein gerichtlicher Hausdurchsuchungsbefehl vor. Wiewohl sich dieser Hausdurchsuchungsbefehl nur auf die Zimmer der beiden Verdächtigen bezog, besetzten die Polizeikräfte das gesamte Gebäude, hießen die durchwegs aus Afrika stammenden, männlichen Bewohner der oberen Geschoße, sich im Stiegenhaus aufzustellen und dort unter Bewachung solange zu verharren, bis die Identitäten geklärt und alle Zimmer durchsucht waren. Das Ganze nahm mehrere Stunden in Anspruch, gefunden wurde dabei nichts. 15 Betroffene wandten sich daraufhin mit Maßnahmenbeschwerden gegen die Durchsuchungen ihrer persönlichen Besitztümer und Schlafstellen, gegen ihre Personsdurchsuchungen und gegen ihre mehrstündige Freiheitsentziehung an den Unabhängigen Verwaltungssenat Wien (UVS). Mehr als acht Jahre und einige langwierige Verfahren später später liegt nun das Endergebnis vor: Die 15 Beschwerdeführer haben in 37 von 46 Beschwerdepunkten obsiegt. Die während der Polizeirazzia vom 16.02.1997 und im Beschwerdeverfahren vor dem UVS unterlaufenen Rechtsverletzungen haben den Steuerzahler stattliche EUR 78.329,94 gekostet ... Nicht uninteressant ist die Aufteilung dieser Kosten, die Sie unter www.deranwalt.at , Lesezone, Rubrik "Wissenswertes", KW 25/2005, nachlesen können. Sie erhalten diese Aussendung aufgrund Ihrer Anmeldung zur Mailinglist. Unter www.deranwalt.at/anmeldung_frameset.htm können Sie sich vom weiteren Bezug abmelden oder Ihre Themenauswahl ändern. Für die Aktualität und inhaltliche Richtigkeit kann keine Haftung übernommen werden. Die gemäß § 5 E-Commerce-Gesetz vorgeschriebenen Offenlegungen finden Sie unter www.deranwalt.at/info_frameset.htm. Neue Anwaltswitze sind immer willkommen unter www.deranwalt.at/mail_frameset.htm ! Mit freundlichen Grüßen. Roland HERMANN c/o RA Dr. Wolfgang RAINER Schwedenplatz 2/74 A-1010 Wien Tel. +43/1/533 05 90 Fax. +43/1/533 05 90-11 Mobil.+43/676/416 64 98 Mail. hermann at deranwalt.at Home www.deranwalt.at « Les rats se promènent à l'aise, là où il n'y a point de chats. » ================================================ ================================================ 15 23.6. Bundesrat: Kampl & Gudenus müssen gehen! Von: Sozialistische LinksPartei ================================================ Eine Information von Sozialistischer Widerstand International (SWI) Kampl kritisiert die angebliche “Nazi-Verfolgung” (er meint die Verfolgung von Nazis nach 1945, nicht die durch Nazis). Gudenus leugnet die Existenz von Gaskammern im Deutschen Reich. Beides sind Bundesräte. Die Reaktionen der Parlamentsparteien beschränken sich auf moralische Empörung und auf Gesetze. Würden sie es ernst meinen, würden sie eine antifaschistische Kampagne organisieren. Donnerstag, 23.06. um 08:15 Jugendliche, GewerkschafterInnen, AntifaschistInnen protestieren gegen Kampl, Gudenus &Co. Vor der Bundesratssitzung - Wien - Parlament/Stadiongasse Informationen unter: 0650-424 63 10 ================================================ ================================================ 16 Tschetschenien: Kundgebung in Straßburg Von: GFBV ================================================ GESELLSCHAFT FÜR BEDROHTE VÖLKER Göttingen/Straßburg, den 22. Juni 2005 Tschetschenischer Friedensmarsch von Brüssel nach Straßburg: Abschlussdemonstration vor der Parlamentarischen Versammlung des Europarates Der Friedensmarsch tschetschenischer Flüchtlinge vom EU-Sitz im belgischen Brüssel über Luxemburg und Deutschland wird nach 24 Tagen pünktlich zur Sommersitzung der Parlamentarischen Versammlung in Straßburg in Frankreich ankommen. Dort werden sich am Donnerstag, den 23. Juni, hunderte tschetschenische Flüchtlinge, die in den genannten Ländern Schutz gesucht haben, ab 14 Uhr auf dem Platz der Universität versammeln und gemeinsam mit Repräsentanten von Menschenrechtsorganisationen wie der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) zum Vorplatz der Parlamentarischen Versammlung des Europarates ziehen. Dort wollen die Tschetschenen die europäischen Institutionen an ihre Verpflichtung erinnern, sich für die Einhaltung der Menschenrechte in der Russischen Föderation zu engagieren. "Als Mitglied des Europarates und der UN hat Russland die relevanten Menschenrechtskonventionen unterzeichnet, verstößt in Tschetschenien jedoch täglich gegen sie", unterstreicht die Osteuropa-Referentin der GfbV, Sarah Reinke, die Kritik der Flüchtlinge. Die von Tschetschenen im Exil gegründete "Internationale Gesellschaft für Frieden und Menschenrechte", die den Friedensmarsch Marsch und die Demonstration in Straßburg organisiert, möchte die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit in Belgien, Frankreich und Deutschland auf das Leid der Zivilbevölkerung in Tschetschnien lenken und so dazu beitragen, dass der Krieg im Nordkaukasus durch Druck aus Europa beendet wird. In Tschetschenien herrscht mit kurzer Unterbrechung seit elf Jahren Krieg. Dadurch sind nach Schätzungen der GfbV bis heute etwa 20% der rund Million Angehörigen des tschetschenischen Volkes umgekommen. Etwa 50.000 Tschetschenen leben als Flüchtlinge in Europa. Viele von ihnen haben noch keinen sicheren Aufenthaltsstatus. Aus Deutschland werden immer wieder Familien und Einzelpersonen nach Russland abgeschoben. Trotzdem engagieren sich die Flüchtlinge in Europa für ein Ende des Krieges in ihrer Heimat. ACHTUNG REDAKTIONEN: Wir würden uns sehr darüber freuen, wenn Sie den Opfern schwerer Menschenrechtsverletzungen durch Ihre Berichterstattung eine Stimme geben würden. Wir laden Sie und Ihre Kolleginnen und Kollegen von den Bildredaktionen herzlich dazu ein, mit den Betroffenen zu sprechen. Vertreter der Flüchtlinge sowie die GfbV-Mitarbeiterin Sarah Reinke stehen Ihnen für Interviews in Straßburg zur Verfügung. Wir freuen uns darauf, Sie am Donnerstag bei der Demonstration begrüßen zu dürfen. Die GfbV-Mitarbeiterin Sarah Reinke ist in Straßburg erreichbar unter Tel. 0049 (0)174 60 39 641. ====================================================== Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV) Inse Geismar, Pressereferentin Postfach 2024, D-37010 Goettingen Tel.+49/551/49906-25, Fax:++49/551/58028 E-Mail: presse at gfbv.de, Homepage:http://www.gfbv.de ====================================================== ================================================ 17 "Alarmstufe Rot" in Chiapas Von: p

================================================ "Alarmstufe Rot" in Chiapas Dario Azzellini 21.06.2005 aus: telepolis Zapatistas gehen in den Untergrund und scheinen sich auf Kämpfe vorzubereiten In einem knapp gehaltenen, von Subcomandante Insurgente Marcos unterzeichneten Sieben-Punkte-Kommunique (1), das Montag Nacht die Öffentlichkeit erreichte, erklärte (2) die mexikanische Guerilla EZLN (3) die Schließung aller zapatistischen Institutionen, von den Verwaltungen der autonomen Landkreise bis zu den "Häusern der Junta der guten Regierung", die fünf Caracoles, "Schneckenmuscheln", die im August 2003 als neue Kommunikationsstruktur mit der Zivilgesellschaft und Sitz der neuen Regionalregierungen installiert wurden. Im gesamten zapatistischen Einflussbereich im südmexikanischen Bundesstaat Chiapas gelte "allgemeine Alarmstufe Rot". Die Arbeit der Institutionen werde nun heimlich fortgesetzt, hieß es kommentarlos. Die Sendungen des UKW- und Kurzwellensenders "Stimme der Stimmlosen" wurden "für unbestimmte Zeit eingestellt" und eine allgemeine Mobilmachung verkündet. Alle EZLN-Angehörigen, die sich für verschiedenste Tätigkeiten in den Gemeinden befanden, seien bereits zu den Waffen gerufen, die Truppen befänden sich in ihren Camps. Die Erklärung lässt kaum einen Zweifel zu, dass sich die Zapatistas auf einen erneuten militärischen Konflikt vorbereiten, auch wenn es nicht offen ausgesprochen wird. Es wird angekündigt, dass die medizinische Versorgung in den Gemeinden aufrecht erhalten werde. Die Mitarbeiter seien Zivilisten und hätten keinerlei Verbindung zu zukünftigen Aktionen der EZLN, für sie wird seitens der Regierung die Behandlung als Zivilisten eingefordert. Das gleiche gilt für die Mitarbeiter des Zapatistischen Informationszentrums CIP, das nach Verschickung des Kommuniques aufgelöst wurde. Alle im zapatistischen Territorium anwesenden Unterstützer und Unterstützerinnen werden aufgefordert "das rebellische Territorium zu verlassen" oder, wenn sie auf eigenes Risiko bleiben wollen, sich in den fünf "Caracoles" zu sammeln. Schlussendlich entbindet die EZLN auch alle Personen, Gruppen und Organisationen, die sie in den vergangenen zwölf Jahren unterstützt haben, von jeder Verbindung zu "jedweder unserer zukünftigen Aktionen". Nur wenige Tage zuvor hatte Subcomandante Marcos eine Erklärung mit dem Titel Die (unmögliche) "Geometrie" der Macht in Mexiko (4) veröffentlicht, in der alle drei großen Parteien des Landes scharf kritisiert wurden. Die regierende PAN sei von der extremen Rechten kontrolliert und versuche sich als Projekt der Mitte zu verkaufen, die PRI sei weiterhin eine Partei von Kriminellen, verwickelt in Drogenhandel und Entführungen, mit einer Geschichte staatlich organisierter Morde und brutaler Repression. Auch die PRD unter Manuel López Obrador sei keine linke Option. Es handele sich um ein erklärtes "Projekt der Mitte", das Mexiko kontrolliert modernisieren und vollends in den globalen Markt integrieren wolle. Das Projekt sei "moderat rechts", daher die steten Bemühungen Obradors "sich von Lula, Chávez, Castro und Tabaré zu unterscheiden". Die Erklärung endete mit dem Satz: "Es ist Zeit, mit dem Kampf zu beginnen, damit alle, die dort oben die Geschichte verachten und uns verachten, ihre Rechnung bekommen und zahlen." Und: "Gesundheit und aufgepasst, denn die Uhr unten zeigt schon auf die sechste Stunde". Während in den vergangenen Jahren die Konsolidierung und teilweise sogar die Ausweitung der Strukturen der EZLN in Chiapas - von der internationalen Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt - gut voranschritt, war es nach zwölf Jahren immer noch nicht möglich, eine Ebene der Verständigung mit offiziellen Regierungsinstitutionen zu finden. In seiner Erklärung zu den mexikanischen Parteien berichtete Marcos auch davon, dass die Autonomen Gemeinden seit Dezember vergangenen Jahres keinerlei Beziehungen mehr zu der PRD-gestützten Regierung von Chiapas unterhalten, da diese sich nicht an die wenigen Verpflichtungen gehalten habe, die sie eingegangen war. Sie seien "genauso rassistisch wie alle anderen", so Marcos Fazit. Was nun geschieht ist offen, aber die EZLN ist sicher keine Guerilla der schnellen Entscheidungen oder schlechten Vorbereitung. Beobachter berichten bereits seit Monaten von "erhöhter Bewegung" in Chiapas. LINKS (1) http://www.ezln.org/documentos/2005/alertaroja060619.es.htm (2) http://www.eluniversal.com.mx/pls/impreso/noticia.html?id_nota=22522&t abla=primera (3) http://www.ezln.org/ (4) http://www.ezln.org/documentos/2005/geometria0506xx.es.htm Telepolis Artikel-URL: http://www.telepolis.de/r4/artikel/20/20368/1.html Copyright © Heise Zeitschriften Verlag ------- End of forwarded message ------- _______________________________________________ Chiapas98 Mailingliste JPBerlin - Mailbox und Politischer Provider Chiapas98 at listi.jpberlin.de http://listi.jpberlin.de/mailman/listinfo/chiapas98 COMUNICADO: Ab dem heutigen Tag hat die Zapatistische Armee der Nationalen Befreiung (EZLN) im gesamten aufständischen Gebiet die ALARMSTUFE ROT verhängt. COMUNICADO DES GEHEIMEN REVOLUTIONÄREN INDÍGENA-KOMMITTEES � GENERALKOMMANDATUR DER ZAPATISTISCHEN ARMEE DER NATIONALEN BEFREIUNG (CCRI-CG der EZLN). MEXIKO. 19. JUNI 2005. An das mexikanische Volk: An die Völker der Welt: Brüder und Schwestern: Ab dem heutigen Tag hat die Zapatistische Armee der Nationalen Befreiung (EZLN) im gesamten aufständischen Gebiet die ALARMSTUFE ROT verhängt. Auf Grundlage dessen erklären wir: ERSTENS.- Dass in diesem Moment die Caracoles und die Einrichtungen der Juntas der Guten Regierung in den zapatistischen Gemeinden Oventik, La Realidad, La Garrucha, Morelia und Roberto Barrios sowie alle anderen Regierungszentren der verschiedenen aufständischen autonomen zapatistischen Verwaltungsbezirke geschlossen werden. ZWEITENS.- Dass derzeit auch die Mitglieder der verschiedenen Juntas der Guten Regierung und der autonomen Verwaltung evakuiert und an einen sicheren Ort gebracht werden. Sie werden ihre Tätigkeit von jetzt an auf unbestimmte Zeit klandestin und an wechselnden Orten ausüben. Die Projekte werden ebenso wie die Autonome Regierung ihre Arbeit fortsetzen, wenn auch unter anderen Bedingungen als bisher. DRITTENS.- Dass in den verschiedenen Caracoles die grundlegende Gesundheitsversorgung aufrechterhalten wird. Diese wird von zivilen Personen geleitet, welche von der CCRI-CG der EZLN von jeglicher Verantwortung für zukünftige Aktionen derselben freigesprochen werden und für die wir fordern, dass sie als Zivilpersonen behandelt und ihr Leben, ihre Freiheit und ihr Eigentum von Seiten der Regierungstruppen respektiert werden. VIERTENS.- Dass alle Kräfte unserer EZLN einberufen wurden, die in den zapatistischen Gemeinden soziale Arbeit geleistet haben, und dass unsere regulären Truppen in Alarmbereitschaft versetzt wurden. Ebenso werden für unbestimmte Zeit die Sendungen von Radio Insurgente, "Die Stimme derer ohne Stimme", auf Mittel- und Kurzwelle eingestellt. FÜNFTENS.- Dass gleichzeitig mit der Veröffentlichung dieses Comunicados die nationalen und internationalen Mitglieder der Zivilgesellschaft, die sich in Friedenscamps oder Projekten in den Gemeinden befinden, aufgefordert werden, das aufständische Gebiet umgehend zu verlassen oder, wenn das ihre freie und freiwillige Entscheidung ist, sich auf eigenes Risiko in den so genannten Caracoles zu konzentrieren. Wenn es sich um Minderjährige handelt, ist das Verlassen des aufständischen Territoriums obligatorisch. SECHSTENS.- Dass die EZLN die Schließung des Zentrums für zapatistische Information (CIZ) bekannt gibt, jedoch nicht ohne vorher den Zivilgesellschaften zu danken, die sich in ihm vom Tag seiner Gründung an bis heute engagiert haben. Die CCRI-CG der EZLN spricht diese Personen formell von jeglicher Verantwortung für die zukünftigen Aktionen der EZLN frei. SIEBENTENS.- Dass die EZLN alle zivilen, politischen, kulturellen Personen und Organisationen der Bevölkerung oder von Nichtregierungsorganisationen, Solidaritätskommitees und Unterstützungsgruppen, die sich ihr seit 1994 angenähert haben, von der Verantwortung für jegliche zukünftige Handlungen der EZLN enthebt. Wir danken all denen, die in diesen fast 12 Jahren den zivilen und friedlichen Kamf der zapatistischen Indígenas für die konstitutionelle Anerkennung der indigenen Rechte und Kultur aufrichtig und ehrlich unterstützt haben. DEMOKRATIE! FREIHEIT! GERECHTIGKEIT! Aus den Bergen des mexikanischen Südostens. Geheimes Revolutionäres Indígena-Kommitee � Generalkommandatur der Zapatistischen Armee der Nationalen Befreiung (CCRI-CG der EZLN). Subcomandante Insurgente Marcos Mexiko, im sechsten Monat des Jahres 2005 http://chiapas.mediosindependientes.org/display.php3?article_id=113794 _______________________________________________ Chiapas98 Mailingliste JPBerlin - Mailbox und Politischer Provider Chiapas98 at listi.jpberlin.de http://listi.jpberlin.de/mailman/listinfo/chiapas98 ================================================ 18 Mord an Hasan Özen (PKK) in Wien Von: wadi wien ================================================ Mord an Hasan Özen (PKK) in Wien Hasan Özen (44), ein führender Funktionär der PKK wurde letzte Woche am Wienerberg in Wien/Favoriten als verweste Leiche gefunden. Von PKK-nahen Kreisen in Wien wird von der Möglichkeit eines politischen Mordes ausgegangen. Die letzten Monate waren die Kämpfe zwischen Regierung und PKK in Ostanatolien erneut eskaliert. -- WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit e-mail: wadi.wien at gmx.at Tel.: 0699-11365509 Spendenkonto in Österreich: Kontonummer 07.405.301 Evangelische Kreditgenossenschaft eG BLZ 31800 IBAN: AT10 3180 0000 0740 5301 BIC: EVKRATW1 Website mit weiteren Informationen zu Projekten von Wadi und Veranstaltungshinweisen: www.wadinet.at ================================================ 19 SWPAT: Im Bann der Hardwarema/fia Von: "q/depesche" ================================================ Subject: SWPAT: Im Bann der Hardwarema/fia q/depesche 2005-06-21T19:29:49 SWPAT: Im Bann der Hardwarema/fia Wie bereits in einer der letzten q/depeschen angekündigt, hat der Rechtsausschuss des EU-Parlaments den Wünschen der Hardware-Ma/fia nachgegeben. Nun ist das Parlament am Zug. Mal sehen, wie stark die starken Töne jetzt noch sind, die manche Parlamentarier damals von sich gegeben haben. -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- Rechtsausschuss lässt Softwarepatente durch Der umstrittene Richtlinien-Entwurf hat heute praktisch unverändert den Rechtsausschuss des EU-Parlaments passiert. Die Lobby der Elektronikmultis ist dabei, ihre Interessen gegen jene europäischer KMUs, freier Programmierer und Konsumenten durchzusetzen. Wie erwartet hat der Rechtsausschuss des EU-Parlaments den umstrittenen Richtlinienentwurf zur Patentierbarkeit computergestützter Erfindungen - alias Softwarepatente [SWPAT] - am Dienstag durchgewunken. Damit hat die mächtige Lobby der europäischen Elektronikindustrie ihre Interessen gegen Allparteienbeschlüsse auf nationalen Ebenen wie im EU-Parlament ein Stück weiter durchgesetzt. Mit einer Mehrheit von 16 zu zehn stimmten die Mitglieder des Rechtsausschusses für die Interessen von Siemens, Philips, Nokia und anderen europäischen Hardware-Riesen, die vom Umsatz her den europäischen Software-Markt dominieren. Wes Kotztütchen noch nicht randvoll ist, der/die lese allhier weiter http://futurezone.orf.at/futurezone.orf?read=detail&id=268837 ================================================ 20 Libanon: Kommunistischer Politiker von syrischem Geheimdienst ermordet? Von: wadi wien ================================================ Beirut: Tödlicher Anschlag zwei Tage nach Hariri-Sieg bei Parlamentswahl Kommunistischer Politiker und Syrien-Kritiker Georges Hawi bei Bombenattentat getötet - Seine Partei macht pro-syrische Kräfte im Sicherheitsapparat für Tat verantwortlich Beirut - Zwei Tage nach dem Sieg der anti-syrischen Allianz bei den libanesischen Parlamentswahlen ist ein Syrien-kritischer Politiker in Beirut einem Bombenanschlag zum Opfer gefallen. Der frühere Chef der Kommunistischen Partei, George Hawi, sei sofort tot gewesen, hieß es am Dienstag in Sicherheitskreisen. Die Bombe sei wahrscheinlich unter dem Beifahrersitz seines Autos versteckt gewesen und ferngezündet worden. Hawis Partei machte pro-syrische Kräfte innerhalb des libanesischen Sicherheitsapparates für die Tat verantwortlich. Es ist der zweite Anschlag dieser Art innerhalb eines Monats. Am 2. Juni kam der prominente Syrien-kritische Journalist Samir Kassir bei einem ähnlichen Attentat ums Leben. Die Detonation ereignete sich im Beiruter Stadtteil Wata Mussaitbeh. "Das Auto rollte weiter und wir sahen, wie der Fahrer schreiend aus dem Fenster kletterte", berichtete ein Augenzuge. Der Fahrer wurde offenbar nicht schwer verletzt. Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag. Der Chef der libanesischen KP, Khaled Hadade, machte jedoch verbliebene pro-syrische Kräfte in der Führung der Sicherheitsdienste für die Tat verantwortlich. Zuletzt war am 2. Juni ein politisch motiviertes Attentat in Beirut verübt worden; dabei war der syrien-kritische Journalist Samir Kassir ermordet worden. Nach Kassirs Ermordung hatten die USA Syrien vorgeworfen, eine Namensliste libanesischer Politiker erstellt zu haben, die getötet werden sollen. Syrien, das seine Truppen vor wenigen Wochen nach fast 30 Jahren Präsenz komplett aus dem Libanon abgezogen hat, wies diese Vorwürfe zurück. UNO dehnt Ermittlungen zu Hariri-Mord aus Die Vereinten Nationen dehnten indes ihre Ermittlungen zur Ermordung des früheren libanesischen Ministerpräsidenten Rafik al-Hariri auf den Präsidentenpalast in Beirut aus. UN-Ermittler um den Berliner Oberstaatsanwalt Detlev Mehlis begutachteten am Dienstag den Tatort des neuen Anschlags. Parallel dazu ließ Mehlis die Büros und Wohnräume des Chefs der Präsidialgarde, Mustafa Hamadan, durchsuchen und den Sicherheitschef des syrien-treuen Präsidenten Emile Lahoud befragen. Hamadan ist einer von sechs libanesischen Sicherheitschefs, die die anti-syrische Opposition für die Ermordung Hariris verantwortlich macht. Hariri und 20 weitere Menschen waren Mitte Februar bei einem Anschlag auf das Auto des Politikers in Beirut ums Leben gekommen. Ministerpräsident erschüttert Der amtierende Ministerpräsident Nadjib Mikati zeigte sich erschüttert: "Mit jedem Fortschritt des libanesischen Staates kommen jene hervor, die die Sicherheit bedrohen und eine solche Art von Botschaft senden wollen." Zwei Tage zuvor war die auf vier Wochen angelegte Parlamentswahl zu Ende gegangen. Die siegreiche anti-syrische Allianz wird von Saad al-Hariri angeführt, dem Sohn des im Februar ermordeten früheren Ministerpräsidenten Rafik al-Hariri. Auch für dieses Attentat hatte die Opposition Syrien verantwortlich gemacht. Die massenhaften Proteste nach Hariris Tod sowie internationaler Druck veranlassten Syrien, seine Soldaten aus dem Nachbarland abzuziehen. Seit dem Ende des Bürgerkrieges 1990 hatte Syrien dort die Rolle einer Ordnungsmacht inne. Hawis Haltung zur syrischen Einmischung in seinem Land änderte sich mehrfach. War er anfänglich gegen das syrische Eingreifen im libanesischen Bürgerkrieg von 1975 bis 1990, verbündete er sich später mit der syrischen Führung im Kampf gegen pro-israelische christliche Milizen. Nach dem Bürgerkrieg kritisierte er jedoch zunehmend den syrischen Einfluss in seinem Land und wurde zu einem ausgewiesenen Kritiker Syriens. In der anti-syrischen Opposition spielte er zuletzt jedoch nur eine Außenseiterrolle. (Reuters/APA/dpa/red) -- WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit e-mail: wadi.wien at gmx.at Tel.: 0699-11365509 Spendenkonto in Österreich: Kontonummer 07.405.301 Evangelische Kreditgenossenschaft eG BLZ 31800 IBAN: AT10 3180 0000 0740 5301 BIC: EVKRATW1 Website mit weiteren Informationen zu Projekten von Wadi und Veranstaltungshinweisen: www.wadinet.at Geschenkt: 3 Monate GMX ProMail gratis + 3 Ausgaben stern gratis ++ Jetzt anmelden & testen ++ http://www.gmx.net/de/go/promail ++ ================================================ 21 Neutralitaet/Debatte: Ich will nicht neutral sein muessen! Von: akin ================================================ ********************************************************** akin-Pressedienst. Aussendungszeitpunkt: Dienstag, 21. Juni 2005; 13:45 ********************************************************** Neutralitaet/Debatte: > Ich will nicht neutral sein muessen! So ein Friedensvolksbegehren ist eine schoene Sache. Ich hab ja auch schon mehrmals dafuer unterschrieben. Wir fordern damit eine aktive Friedenspolitik und vor allem, dass Oesterreich den Staatsmythos seiner Neutralitaet weiterhin hochhalten soll: Aber langsam geht mir die "Neutralitaet", so wie sie von vermutlich den meisten OesterreicherInnen verstanden wird, ziemlich auf den Nerv: Nichts sehen, nichts hoeren, sich nicht beteiligen. Mein Onkel pflegte das immer so auszudruecken: "Ich sag nicht so oder so, damit nachher niemand sagen kann, ich haett so oder so gesagt." So hat er seine Lehren aus dem Nationalsozialismus gezogen, und damit war er ganz sicher nicht allein. Ich will nicht auf diese Art und Weise neutral sein. Ich bin jetzt schon langsam so weit, dass ich das Wort "Neutralitaet" nimmer hoeren kann. So wie "Volk" hat es so viele unterschiedliche Bedeutungen, dass es einfach ganz unbrauchbar geworden ist. Ich will nicht neutral sein muessen. Es gibt Konflikte, wo ich schon ganz dezidiert sagen kann, mit wem ich solidarisch bin. Zugegeben - selten. Meistens sind mir beide Oberstreitparteien zuwider - wenn es nur zwei Oberstreitparteien gibt. Oft genug gibt es mehr. Aber solidarisch sein und mitkaempfen sind zwei verschiedene paar Schuhe. Ich will nur ganz schlicht und einfach kein Heer. Eine der Grundbedingungen fuer Kriege sind Heere und Waffen. Daran soll Oesterreich nicht beteiligt sein, dafuer soll kein Steuergeld ausgegeben werden und aus der Waffenproduktion muss ausgestiegen werden! Waffenproduzenten sind um einiges gefaehrlicher als Drogenproduzenten. Das scheint den OesterreicherInnen offensichtlich nicht klar zu sein. Sie lieben ihre Neutralitaet - aber wer kennt die Waffenproduzenten Oesterreichs mit Namen und Anschrift? Als Linke schimpfen wir auf MacDonalds und die Pharma-Multis. Ist schon in Ordnung - aber die Waffenproduzenten haben auch Namen, die halten sich nur gerne bedeckt und agieren diskret. Im Fernsehen gibts keine Werbung fuer sie, daher ist ein Angriff auf sie nicht so gschmackig und so oeffentlichkeitswirksam. Also - wie heissen sie, die Erzeuger von Kanonen, Munition, Giftgas, Minen und Bomben? Wo wohnen sie, wie heissen die Kapitalgesellschaften, hinter denen sich diese Firmen verbergen? Welche Banken sind mit ihnen verbandelt? Wer kauft ihnen was ab? Was kauft ihnen das oesterreichische Heer ab? Solange wir ein Heer haben, koennen wir nicht neutral sein. *Ilse Grusch* *************************************************** Der akin-pd ist die elektronische Teilwiedergabe der nichtkommerziellen Wiener Wochenzeitung 'akin'. Texte im akin-pd muessen aber nicht wortidentisch mit den in der Papierausgabe veroeffentlichten sein. Nachdruck von Eigenbeitraegen mit Quellenangabe erbeten. Namentlich gezeichnete Beitraege stehen in der Verantwortung der VerfasserInnen. Ein Nachdruck von Texten mit anderem Copyright als dem unseren sagt nichts ueber eine anderweitige Verfuegungsberechtigung aus. Der akin-pd wird nur als Abonnement verschickt. Wer versehentlich in den Verteiler geraten ist, kann den akin-pd per formlosen Mail an akin.buero at gmx.at abbestellen. ************************************************* 'akin - aktuelle informationen' a-1170 wien, Lobenhauerngasse 35/2 vox: ++43/1/535-62-00 (anrufbeantworter, unberechenbare buerozeiten) http://akin.mediaweb.at akin.buero at gmx.at Bankverbindung lautend auf: föj/BfS, Bank Austria, BLZ 12000, 223-102-976/00, Zweck: akin ================================================ 22 Deren Heer/Dokumentation: Anzeige wegen Flugshow Von: akin ================================================ ********************************************************** akin-Pressedienst. Aussendungszeitpunkt: Dienstag, 21. Juni 2005; 13:40 ********************************************************** Deren Heer/Dokumentation: > Anzeige wegen Flugshow Nicht alle sind von duesenden Jaegern begeistert. Florian Walter von der Plattform "ABFLUG" zeigte deswegen die Verantwortlichen fuer ein Flugspektakel in der Steiermark bei der Staatsanwaltschaft Leoben an: * Anzeige gegen die Bezirkshauptmaenner der Bezirke: Judenburg und Knittelfeld, Herrn Dr. Dieter Schwarzbeck und Herrn Dr. Werner Wurzbach ,sowie gegen den Bundesminister fuer Landesverteidigung Herrn Guenther Platter gemaess §176 und §177 StGB als bewilligende Behoerde bzw. Veranstalter der "Airpower 2005"in Zeltweg. Die militaerische Flugschau Airpower 2005 am 24 und 25. Juni kann fuer die Bevoelkerung der Gemeinden Judenburg und Knittelfeld sowie fuer die zahlreichen ZuseherInnen lebensgefaehrlich sein. Gefahr besteht auch fuer fremdes Eigentum in grossem Ausmass. Die Veranstaltung von Flugschauen ist nicht in oeffentlichem Interesse da sie keinen Beitrag zum Allgemeinwohl beitragen. Im Gegenteil: Im Ungluecksfall, der leider wie die Geschichte lehrt, immer wieder eintritt, kann es aber zu vielen Verletzten bis zu Tausenden Toten kommen. (zB. Katastrophen von Ramstein, Lemberg, Frankfurt .) Die Entscheidung der Veranstalter die Vorfuehrungen ueber dicht besiedeltem Gebiet, naemlich ueber vier Ballungszentren (Fohnsdorf, Judenburg, Zeltweg und Knittelfeld ) stattfinden zu lassen fordert das Schicksal geradezu heraus. "Der Absturz eines Flugzeuges bei der Zeltweger Flugschau wuerde trotz eines strengen Sicherheitskonzeptes wahrscheinlich viele Tote und Verletzte fordern", gestehen selbst Vertreter des Bundesheeres ein. (Kleine Zeitung 18.6.2003) Aus diesem Grund, da den Veranstaltern (dem oesterreichischen Bundesheer, in letzter Instanz dem Verteidigungsminister ) die Tragweite ihrer Entscheidungen, naemlich die Flugschau trotz massiven Sicherheitsbedenken zu veranstalten durchaus bewusst ist, muss davon ausgegangen werden, dass die Gemeingefaehrdung die sie betreiben vorsaetzlich geschieht. In jedem Falle aber handelt es sich um fahrlaessige Gefaehrdung der Allgemeinheit da die Veranstalter anscheinend einfach hoffen, dass nichts passieren wird. Einen weiteren Tatbestand stellt die Tatsache dar, dass all jene die einzig und allein ihre koerperliche Sicherheit gewaehrleiten wollen, genoetigt werden fuer zwei Tage ihr Heim zu verlassen und ein entferntes Ersatzquartier aufsuchen muessen was mit Kosten und Muehen verbunden ist und einen unzulaessigen Eingriff in die Bewegungsfreiheit und Privatsphaere darstellt. In Deutschland sind militaerische Flugshows seit "Ramstein" verboten. Muss auch bei uns immer erst etwas passieren? ### ================================================ 23 Globalisierung/Glosse: Arbeitsmarkt und EU Von: akin ================================================ ********************************************************** akin-Pressedienst. Aussendungszeitpunkt: Dienstag, 21. Juni 2005; 13:44 ********************************************************** Globalisierung/Glosse: > Arbeitsmarkt und EU Wie einigen Medien zu entnehmen ist, bezahlt die Slowakei Arbeitslosen die Bahnfahrt nach Oesterreich, damit diese hier arbeiten koennen. Den darauf folgenden Aufschrei in Oesterreich versuchte die slowakische Regierung unverzueglich zu beschwichtigen. Es seien nur einige Tausende, die diesen Versuch tatsaechlich wagen wuerden. Von einer slowakischen Ueberschschwemmung des Nachbarlandes koenne ueberhaupt keine Rede sein, denn das slowakische Volk wuerde sich insgesamt zu Hause sehr wohl fuehlen. Und - es gelte ja die siebenjaehrige Uebergangsfrist fuer fuer ArbeitnehmerInnen aus den neuen Beitrittslaendern. Die Gewerkschaften werden allerdings nicht muede, darauf hinzuweisen, dass die an sich strengen Regeln im oesterreichischen Arbeitsmarkt ohne Probleme durch Schein-Selbsttaetigkeiten umgangen werden koennen. Oesterreich ist in der EU - die Slowakei ist in der EU. Also gilt hier der freie Verkehr von Dienstleitungen und Unternehmensgruendungen, auch wenn es sich ‘nur’ um slowakische Bauarbeiter handelt. Diese werden von der oesterreichischen Firma darauf gedrillt, sich als Selbstaendige anzumelden und daher auf jeglichen Arbeitnehmerschutz zu verzichten. Fuer sie gibt es weder Kuendigungsschutz noch irgendeine Anwendung von Sozialversicherungsrechten. Sie sind selbstaendig, schuften voellig legal im Lande - und koennen auch ohne irgendeeine Begruendung von heute auf morgen ihren Arbeitsplatz verlieren. In einem x-beliebigen Wiener Beisl hoert sich dieser ‘Werdegang’ der slowakischen Arbeiter schon ganz anders an: ‘Host gheart - de Slowaken kumman’. Und: ‘Die Slowaken schicken ihre Orbeitslosen zu uns, damit de mit ihren Preisen unsa Lohnneveau zamhauen’. Working Poor’s gegen Working Poor’s. Von der Politik verraten? Jedenfalls. ‘Von da EU kummt eh nur a Schaass fuer uns’, ist weiters zu hoeren. Gut, ein Beisl. Aber was hoeren und sehen sie zu Hause in den Journalen? ‘Wir werden uns darauf einstellen muessen, die bisherigen, einfachen Arbeiten in die oestlichen EU-Laender zu verlagern’. Sinngemaess Herr von Bartenstein. Und - wir in Oesterreich werden kuenftig hauptsaechlich nur mehr hochtechnologische Segmente errichten und betreuen. Was, denken sich die heimischen Hackler, geschieht mit unseren Jobs? Die Beitrittslaender besorgen die bisherigen Arbeiten der Oesterreicher, die alle ploetzlich Elektrotechnik, Atomphysik oder Aehnliches studieren sollen. ‘Wo ist die Verantwortung fuer uns - die einfachen Arbeiter?’ Die gibt es nicht, liebe Freunde. Wir haben bis jetzt das Zepter aus der Hand gegeben und uns fuer dumm verkaufen lassen. Die Globalisierung ist kein Schmaeh der Linken, sondern ein aeusserst komfortables Instrumentarium fuer das Kapital. Frankreich und die Niederlande haben - alle aus verschiedensten Gruenden - den richtigen Weg gezeigt. *Fritz Pletzl* ================================================ 24 Freiraum-Notizen/Termine: Wien, Berlin Von: akin ================================================ ********************************************************** akin-Pressedienst. Aussendungszeitpunkt: Dienstag, 21. Juni 2005; 13:21 ********************************************************** Freiraum-Notizen: > SP besetzt Von 10 bis 13 Uhr war gestern, Montag, die SPOe-Zentrale in der Loewelstrasse 18 besetzt. Die BesetzerInnen forderten von den anwesenden Funktionaeren: "EKH bleibt, Tuewi bleibt, Freiraeume her!" Nach Gespraechen mit SP-VertreterInnen wurde die Aktion ohne Polizeieinsatz beendet. Der Tuerkenwirt (TueWi, OeH-Boku-Lokal) soll renoviert werden. Es ist unklar, ob nach der Renovierung der TueWi wieder in aehnlicher Form geoeffnet werden kann. * > EKH-Wickel Am 14.6. gab es einen weiteren Zugriff des neuen Hausbesitzers Machowetz samt Polizei und Privatmaennern (die von den Bewohnern als "Schlaeger" geoutet wurden) und Bauarbeitern auf das EKH. Die Eingangstuere und Zwischentuere wurden entfernt. Eine grosse Ansammlung von UnterstuetzerInnen und SympatisantInnen konnte jedoch verhindern, dass die Bauarbeiter auch den geplanten Abbau der Tuere im dritten Stock durchfuehren konnten. Um weitere Konflikte zu vermeiden brach die Polizei den Einsatz ab. Am 1.Juli laeuft die von Machowetz gesetzte Raeumungsfrist ab. Obwohl noch fuer viele mietrechtlichen Verfahren offen sind, wird die baldige Raeumung von zumindest zwei Dritteln des Hauses befuerchtet. Daher gibt es ab dem 29.6 ein Hof- und Strassenfest im EKH und am Donnerstag, 30.6. um 16h eine "EKH bleibt!"-Parade. Ausserdem: Mi 22.6 um 18:00 - Anti-Repressiva-Workshop (Amerlinghaus, 1070 Stiftg. 8) Do 23.6 um 18:00 - Was nun? Was tun? offenes Plenum zum Erhalt des EKH (EKH, 1100 Wielandgasse 2-4) * > Berlin: Bethanien besetzt Was wie ein dejavú klingt -- ist doch das Beliner ehemalige Schwesternheim "Bethanien" durch seine Besetzung als "Georg von Rauch-Haus" in den 70ern und das Lied, dass die Agitpop-Rocker "Ton Steine Scherben" darueber machten, beruehmt geworden --, ist Realitaet. Nur ist halt alles anders als damals. Die Besetzer sind die ehemaligen Bewohner des am 7.Juni geraeumten linken Hausprojekts Yorck 59, die da im Bethanien ihr "New Yorck" ausriefen. Und das Bethanien stand halt nicht leer -- oder besser: nur teilweise. Denn mittlerweile ist es ein Kuenstlerhaus und die jetzigen Benutzer sind wenig gluecklich ueber ihre neuen Mitbewohner. Inwiefern eine gemeinsame Nutzung des doch recht grossen Baus ueberhaupt moeglich ist, scheint daher ungewiss. Und noch etwas ist anders: Der Bezirk Friedrichhain-Kreuzberg hat eine PDS-Buergermeisterin und tut sich naturgemaess schwer mit der Sache. Das Haus ist auch laengst nicht mehr in oeffentlicher oder kirchlicher Hand und soll wieder verkauft werden. Mit Besetzern drinnen wird aber der heissbegehrte neue Investor wohl wieder zurueckziehen. Hiess es zuerst, es wird sofort geraeumt, gab es nach Gespraechen mit roten, rosa und gruenen Politikern nun einen Aufschub bis morgen, Mittwoch. Einstweilen schwelgen die "New Yorcker" noch in Erinnerungen ihrer politischer Ahnen. Heute, Dienstag, zeigt man dort den Rauch-Haus-Film aus dem Jahr 1974 mit dem Titel "Allein machen sie dich ein". -br- (Quellen de.indymedia.org, taz, Aussendung Kuenstlerhaus Bethanien) ================================================ 25 SWPAT: JURI pusht Softwarepatente Von: "q/depesche" ================================================ Subject: SWPAT: JURI pusht Softwarepatente q/depesche 2005-06-20T20:18:54 SWPAT: JURI pusht Softwarepatente Mit einer Koalition aus Volkspartei (EPP) und Liberalen (ALDE) wurden im juristischen Ausschuss des Parlaments die Kernbestimmungen des Ratsbeschlusses für die Patenterteilung auf Software durchgedrückt. Folgt das Plenum des Parlaments der Vorgabe, so werden Softwarepatente in Europa uneingeschränkt Realität. -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- Dass die Volkspartei die Patentierung von Software massiv unterstützen wird, war nach den Aussagen ihrer Abgeordneten bereits im Vorfeld sehr klar. Durch die Unterstützung der Liberalen konnten im Juristischen Ausschuss des Parlaments (JURI) Änderungen an den wesentlichen Teilen der Direktive verhindert werden. So wurden die am meisten umstrittenen Artikel wie der "Softwarepatente als Solches"-Trick in Artikel 4.2 und die Erteilung von Patentansprüchen auf alle Programme, die eine gewisse Idee umsetzen, und auch auf ihr Vorkommen auf allen Medien und Datenträgern in Artikel 5.2 beibehalten. http://wiki.ffii.org/Juri050620En Folgt das Parlament in seiner Abstimmung dieser Empfehlung, so wird die derzeitige Praxis des europäischen Patentamtes, mit über 30.000 Patenten auf Softwareanwendungen, europaweit durchgesetzt. - -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- relayed by Bernhard Mayer - -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- quintessenz is powered by http://www.onstage.at subscribe/unsubscribe/digest http://www.quintessenz.at/cgi-bin/index?funktion=subscribe comments to depesche at quintessenz.org _______________________________________________ Widerstand mailing list Widerstand at no-racism.net http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/widerstand ================================================ ================================================ 26 Iraq and the Importance of the U.N.'s Oil-for-Food Scandal Von: wadi wien ================================================ Ein interessanter Artikel über die Bedeutung des Korruptionsskandals des kläglich gescheiterten UN- "Oil for food"-Programms: Iraq and the Importance of the U.N.'s Oil-for-Food Scandal A briefing by Claudia Rosett May 3, 2005 This item is available on the Middle East Forum website, at http://www.meforum.org/article/716/ Claudia Rosett is an investigative journalist with the Wall Street Journal and journalist-in-residence with the Foundation for the Defense of Democracies. She writes a column, "The Real World," on issues of tyranny and human rights. Ms. Rosett has reported from Asia, the former Soviet Union, Latin America and the Middle East during a 22-year career. She is a frequent commentator on TV and radio and her writings have appeared in the American Spectator, Commentary, New York Times and the Weekly Standard. Ms. Rosett played a major role in exposing the U.N. oil-for-food scandal, unearthing much of the story of nepotism, corruption, blocked audits and obstruction of investigations. She addressed the Middle East Forum in Philadelphia on May 3, 2005. In 1996, with criticism mounting over the alleged humanitarian impact of U.N. sanctions on Saddam Hussein's Iraq, the oil-for-food program was instituted with the goal of providing food to impoverished Iraqis, funded by sales of Iraqi oil. In fact, the arrangement became spectacularly corrupt, with U.N. officials receiving kickbacks from the Iraqi regime and the humanitarian supplies never reaching Iraqis. The oil-for food scandal the biggest heist in the history of humanitarian relief. It involved thousands of contractors in dozens of countries and Saddam personally obtained vast sums of money from the program. In all, the program is estimated to have involved $9-17 billion, but it may have been even more. As a result, there are three investigations in congress, federal prosecutors have indicted suspects and named two officials and there has been an internal U.N. investigation. The organization has an important aim but a rotten core. In particular, the oil-for-food scandal demonstrates that, at the U.N., incentives matter, because there is a culture of privilege and secrecy. There has been a proliferation of other U.N. scandals, such as the African sex scandal; auditing problems; the resignation of the U.N. High Commissioner for Refugees amid allegations of sexual harassment; and the U.N. Commission on Human Rights admitting Zimbabwe, and so on. None of these, however, have attracted the same amount of attention. This scandal has opened at window into the U.N. itself in a way other U.N. scandals have not. Origins of oil-for-food corruption After the U.S. drove Iraq out Kuwait in 1991, the U.N. maintained sanctions imposed by the Security Council in 1990, to be removed on condition that Saddam Hussein obey the terms of the ceasefire and comply with the various resolutions. Hussein never did these things and in particular, he did not disarm, so the sanctions were kept in place. Because Hussein was then in trouble, he signed off on the deal with the U.N. to alleviate the impact of sanctions, the so-called ‘oil-for-food' deal. When one examines how the program was set up, it is clear that there was enormous scope for manipulation and corruption. The program was based on the idea that Iraq could sell oil and use the revenues towards humanitarian needs. The U.N. was to monitor the situation to ensure that all was above board and that the revenues were used properly to purchase and distribute humanitarian supplies for the Iraqi people. According to the U.N., 60% of Iraqis depended on the oil-for-food program. The implicit understanding of the U.N. was the Hussein had full control of Iraq's oil reserves. Hussein had the discretion as to what the people of Iraq needed and chose the business partners of the program. The U.N. secretariat received a portion of the profits from the oil. This meant that the U.N. secretariat was paid by Saddam to monitor Saddam. The program was intended to be a temporary measure pending Hussein's full compliance with his obligations for disarmament. The U.N. secretary-general, Kofi Annan appointed Benon Sevan to run the program and effectively set up to program as a department within the U.N. Initially the program was to be for only for food and medicine, but that changed. In 1998, Annan urged the U.N. Security Council to let Iraq produce more oil and to extend the program. Additionally, in 1999, the Iraqis debarred the weapons inspectors from returning to the country. At this time, Hussein was able to smuggle oil out of Iraq. The program in operation The scam worked through a process of kickbacks. Hussein would sell oil at the low market price, which naturally attracted many investors who wanted to re-sell the oil at higher price. Hussein chose those with whom he would do business and those people in turn would give Hussein a slice of the profits. Accordingly, the money earmarked for the humanitarian needs of Iraqis went instead to whatever Hussein wanted. Hussein used some of this money to buy political influence in the Security Council and secretariat. Some of Hussein's biggest business partners were from China, France and Russia. On the humanitarian side, Hussein would overpay for goods and the supplier would then kick back some of that money to Hussein. Consequently, the corruption involved in the program led Iraqis to receive only a fraction of the humanitarian supplies intended for them. By 2002, the US and UK put contracts on hold as a result of concerns over covert Iraqi weapons programs and corruption over oil-for-food. However, the U.S. and U.K. did little about the corruption. Annan retained complete control of processing humanitarian goods and he approved all of the humanitarian contracts, many of which were over-priced. This program might have continued indefinitely if not for the toppling of Saddam Hussein's regime in 2003. It is likely that oil-for-food corruption led to three Security Council permanent members voting against deposing of Hussein. One of best reasons to remove Hussein was to eliminate this gigantic fraud. The Security Council officially ended the program in November 2003. As a result, billions of dollars intended for the program were handed over to the Coalition Provisional Authority (CPA) that was established after the war. Documents then began to surface that incriminated Mr. Sevan and 270 people and organizations. Since the U.N. kept the program so secret, it is hard to prove that the people and organizations on the list were in fact involved in the corruption. Initially Savan and the U.N. denied any wrongdoing. Evidence has come to light that Kojo Annan, Kofi Annan's son, was also involved in the scandal. Kofi Annan has denied allegations against him. We still do not know where a lot of the money from the program ended up. The financial backing of the current terrorist insurgency could be derived from the oil-for-food program, but it is hard to ascertain because the UN continues to keep a lot of information regarding the scandal secret. Congress demanded internal audits from the U.N. and the U.N. initially refused to release them. When they did, the audits were damning. Conclusion The U.N. has used diplomatic immunity to avoid prosecutions. There is such a tradition of secrecy in the U.N. that it is hard to achieve reform. The former U.S. ambassador to the U.N., John Negroponte, was not assertive enough in the U.N. We also need a Secretary-General who will be tackle corruption. Unfortunately, Annan has not done so. While the U.N. is set up to look like a democratic institution, it is not. Tyrants have the most motivation to exert influence in the U.N. In order to reform the U.N., its budget should be cut. There is a conflict between people who believe we should try to appease other countries and those who believe we should confront other countries. Appeasement leads to events like September 11. Therefore, going to war in Afghanistan and Iraq was the correct decision. -- WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit e-mail: wadi.wien at gmx.at Tel.: 0699-11365509 Spendenkonto in Österreich: Kontonummer 07.405.301 Evangelische Kreditgenossenschaft eG BLZ 31800 IBAN: AT10 3180 0000 0740 5301 BIC: EVKRATW1 Website mit weiteren Informationen zu Projekten von Wadi und Veranstaltungshinweisen: www.wadinet.at Geschenkt: 3 Monate GMX ProMail gratis + 3 Ausgaben stern gratis ++ Jetzt anmelden & testen ++ http://www.gmx.net/de/go/promail ++ ================================================ B) TERMINE ================================================ ======================== Mittwoch http://mund.at/butt/Termine/Juni/2206.htm Donnerstag http://www.mund.at/butt/Termine/Juni/2306.htm Freitag http://www.mund.at/butt/Termine/Juni/2406.htm ======================== ================================================ D) EDITORIAL ================================================ Für den Inhalt verantwortlich: Ihr. E-Mail-Adresse für Beiträge: widerstand at no-racism.net geschickt. widerst at nd MUND und alle Termine täglich aktualisiert im Web: http://www.no-racism.net/MUND Ziel von MUND (medienunabhängiger Nachrichtendienst) ist die unzensurierte und möglichst rasche Information über gesellschafts- politisch relevante Termine, Hinweise und Diskussionsbeiträge zu Widerstand und Antirassismus sowie verwandte Themen. sollen einen Titel, Namen und Emailadresse der/des AutorIn enthalten und möglichst kurz und prägnant gehalten sein, ev. mit Hinweis, wo weitere Informationen eingeholt werden können. Bitte keine Attachments! Die inhaltliche und sachliche Verantwortung liegt bei der/dem jeweiligen AutorIn bzw. jenen, die uns die Beiträge schicken. Der MUND wird von einzelnen TagesredakteurInnen zusammengestellt. Da Fehler nicht ausgeschlossen sind, bitten wir, nicht veröffentlichte Beiträge nochmals an widerstand at no-racism.net zu senden. Die Weiterleitung (auch auszugsweise) ist erwünscht. Beiträge mit rassistischen oder sexistischen Inhalten werden nicht veröffentlicht. Sehr persönliche Meldungen werden wir an den betreffenden Adressaten weiterleiten, aber nicht im MUND veröffentlichen. Die bisherigen Ausgaben sind unter http://www.no-racism.net/MUND archiviert. Terminankündigungen bitte nach folgender Vorlage: * Wann: Sonntag, 11.11.2001, 11:11 Uhr * * Was: Maskenball: Motto "Schwarzblau ist die Haselnuss" * * Wo: Villa Morgenrot, Grüner Anger 42, 2001 Wendendorf * * Kommentar: Anreise per Anhalter. Maskenzwang. Ende nie. Aber kurz und prägnant.* Die Rubrik "Redaktionelles" am Ende der Ausgabe ist u.a. eine Konsequenz aus der Notwendigkeit, sexistische, antisemitische und rassistische Beiträge nicht zu veröffentlichen, ohne jedoch stillschweigend Zensur zu üben. Hier wird - in anonymisierter Form - auf angehaltene Beiträge hingewiesen und eine kurze Begründung der Tagesredaktion für die Nichtaufnahme geliefert. (Weitere Gründe einen Beitrag nicht aufzunehmen sind z.B.: Attachments, kein erkennbarer Bezug zu den breit gestreuten Themen des MUND, Werbesendungen, sinnlose Kettenbriefe.) Die AbsenderInnen der betroffenen Beiträge werden hiervon informiert. Im Sinne einer "gläsernen Zensur" könnt ihr Euch die Beiträge gerne extra schicken lassen: Ein kurzes Mail an widerstand at no-racism.net genügt. ================================================ E) VERTEILERLISTE ================================================ Zur Eintragung in diesen Verteiler bitte direkt subskribieren unter http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/analle oder von der einzutragenden Adresse aus ein mail schicken an: admin at no-racism.net mit folgendem Text: subscribe no-racism Bitte wegen Automatisierung diesen Wortlaut verwenden! Zur Austragung aus dieser Liste bitte an zusammengestellt. Bitte keine Attachments! (werden nicht angenommen) 4 beiträge nicht genommen- nwr, unaktuell, zu lang Redaktionsschluss für diese Ausgabe: Mi 13.00 Uhr III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III ü, ö, ä, ß, Ü, Ö, Ä III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III widerst at nd-MUND is powered by http://alt.strg.at/ ================================================ From analle at no-racism.net Sat Jun 25 12:54:03 2005 From: analle at no-racism.net (=?iso-8859-1?q?MUND=3A_medienunabh=E4ngiger_Nachrichtendienst?=) Date: Sat, 25 Jun 2005 12:54:03 +0200 Subject: MUND: Freitag, 24. Juni 2005 Message-ID: <011101c57974$370b93c0$4e046d50@chello.at> MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst www.no-racism.net/mund Freitag, 24. Juni 2005 ================================================ A) INHALT ================================================ ============================================== 01 Asyl geht uns alle an From: starsky at silverserver.at ============================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN UND ANKÜNDIGUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ============================================== 02 family-picknick vor dem bundeskanzleramt From: andersrum.wien at gruene.at ============================================== 03 Kunst im öffentlichen Raum From: mail at arbeitengegenrassismen.net ============================================== 04 Indymedia Sommerworkshop From: starsky at silverserver.at ============================================== 05 Friedensbewegung am Donauinselfest From: verin.stadtteilz.simmering at chello.at ============================================== 06 Depot-Programm From: depot-news at mail.sil.at ============================================== 07 Tschetschenien/Aktionen From: gfbv.austria at chello.at ============================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN UND KOMMENTARE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ============================================== 08 Burschenschafter im NIG: Klagsandrohung From: gudrun.hauer at univie.ac.at ============================================== 09 Schwere Demokratie-Defizite an Schulen From: florian.steininger at aks.at ============================================== ================================================ B) TEXTE ================================================ ============================================== 01 Asyl geht uns alle an From: starsky at silverserver.at ============================================== > Asyl geht uns alle an! > Niemand soll sagen können er/sie habe nichts gewußt! > > Im österreichischen Parlament soll über eine grundlegende Neufassung des > Asyl- und Fremdenrechts abgestimmt werden. Es sollen damit endgültig > unüberwindliche Barrieren gegen in Österreich Zuflucht suchende > Flüchtlinge errichtet werden. > Darüber hinaus droht eine Ausdehnung polizeilicher Befugnisse, die > Fremde wie Einheimische einem tief in die Privatsphäre reichenden > Legitimationsdruck aussetzt. > Die asylkoordination Österreich hat die ParlamentarierInnen in einem > offenen Brief nochmals über die Tragweite und Folgen dieser > Gesetzesverschärfungen informiert um ihnen das volle Ausmaß Ihrer > Verantwortung vor Augen zu führen. > > Aber Asyl ist nicht nur Sache der Politiker. Tausende Menschen in > Österreich engagieren sich auf die eine oder andere Weise für > Flüchtlinge, sie haben von diesen Menschen direkt erfahren, was es heißt > auf der Flucht zu sein, abhängig zu sein, nicht zu wissen ob man > aufgenommen oder abgewiesen wird. > > Unterstützen sie mit ihrem Beitrag von ¤ 30,- für ein Inserat in der > Tageszeitung "der Standard³ die Informationskampagne der > asylkoordination österreich. > > Wenn Sie als UnterzeichnerIn des untenstehenden aufscheinen wollen, > mailen Sie uns bitte Ihren Namen so wie Sie ihn im Inserat abgedruckt > haben wollen. Also: Titel (wenn erwünscht) Vorname(n) Familienname(n). > Auf Beruf oder Zugehörigkeiten müssen wir auf Grund des beschränkten > Platzes verzichten. > Weiters: Postadresse damit wir Ihnen den Zahlschein über ¤ 30,- > zuschicken können. > Bitte noch keine Überweisungen tätigen, weil wir das Inserat nur > schalten können wenn wir genügend UnterstützerInnen zusammenbekommen. > > Mail an: langthaler at asyl.at > > > BITTE SCHICKEN SIE DIESES MAIL AN IHRE FREUNDE UND BEKANNTE WEITER! > > DANKE! > Herbert Langthaler > > > DER TEXT DES INSERATS > > Asyl geht uns alle an! > Niemand soll sagen können, er/sie habe nicht gewußt ... > > Im österreichischen Parlament soll am (Datum der geplanten > Beschlußfassung) über eine grundlegende Neufassung des Asyl- und > Fremdenrechts abgestimmt werden. Es sollen damit unüberwindliche > Barrieren gegen in Österreich Zuflucht suchende Flüchtlinge errichtet > werden. > Darüber hinaus droht eine Ausdehnung polizeilicher Befugnisse, die > Fremde wie Einheimische einem tief in die Privatsphäre reichenden > Legitimationsdruck aussetzt. > Wir wollen auf diesen Weg nochmals ParlamentarierInnen und BürgerInnen > über die Tragweite und Folgen dieser Gesetzesverschärfungen informieren: > > Niemand soll sagen können er/sie habe nicht gewußt ... > > ... dass die in der Genfer Flüchtlingskonvention und der Europäischen > Menschenrechtskonvention garantierten Rechte nicht eingehalten werden. > > ... dass es rechtens wird, Menschen, die nichts verbrochen haben, bis zu > zehn Monate in Haft zu nehmen. > > ... dass durch die vermehrte Verhängung von Schubhaft zur Einrichtung > von Abschiebelagern kommen wird. > > ... dass im neuen Asylverfahren die formale Frage, welcher EU-Staat für > das Verfahren zuständig ist, absoluten Vorrang vor der Würdigung der > eigentlichen Fluchtgründe haben wird. > > ... dass es durch das neue Asylgesetz rechtens wird, auch traumatisierte > Flüchtlinge aus Österreich abzuschieben, was mit Sicherheit zu einer > Verschlechterung ihrer psychischen Situation führt, > > ... dass durch die Einschränkung der Bewegungsfreiheit während des > Zulassungsverfahrens der Zugang zu Rechtsberatung für Flüchtlinge > erheblich eingeschränkt wird. > > ... dass durch die Gesetze und deren rassistische Sprache, die > Flüchtlinge und ZuwanderInnen beständig als Sicherheitsgefahr > thematisieren, die Verknüpfung von "Fremd³ und "Gefahr³ im Bewusstsein > der österreichischen Bevölkerung bestärkt wird. ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN UND ANKÜNDIGUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ============================================== 02 family-picknick vor dem bundeskanzleramt From: andersrum.wien at gruene.at ============================================== 2005-06-23 10:00 30.6., 12 h: familien-picknick vor dem bundeskanzleramt Ein queeres "we are family!" für den Bundeskanzler Um die Botschaft "we are family!" auch dem Bundeskanzler deutlich zu machen, laden die Grünen Wien und die Grünen Andersrum am 30. Juni, um 12 Uhr zum Familienpicknick zur Mittagspause vor dem Bundeskanzleramt am Ballhausplatz. Die Botschaft soll wenige Tage vor der Regenbogenparade die Verantwortlichen der Republik deutlich zu hören bekommen. Die Grünen Wien und die Grünen Andersrum freuen sich auf eine zahlreiche Teilnahme von Menschen jeglicher sexueller Orientierung. Für Jause und Getränke ist gesorgt! Bitte helft uns, dass viele Menschen picknicken und sagen: "We are family!" und erzählt, mailt und tratscht weiter... 2005-06-23 12:45 we are family! Grüne kampagnisieren Gleichstellung von Lesben und Schwule Wir starten eine Kampagne zur rechtlichen Gleichstellung für lesbische und schwule Paare. Gleichstellungspolitik ist weder in Österreich noch in Wien eine Selbstverständlichkeit. Während unsere europäischen Nachbarstaaten eine rechtliche Gleichstellung für lesbische und schwule Paare ermöglichen, gelten sie im österreichischen Recht immer noch als Fremde zueinander. Mit allen negativen Folgen vom Miet- bis zum Erbrecht. Auch in Wien braucht es da noch viel politischen Mut! Während Bürgermeister in vielen Städten bewusst gleichgeschlechtliche Paare verheiraten und dadurch auf Diskriminierungen aufmerksam machen, bleibt es in Wien erstaunlich ruhig. Die Kampagne Bis zur Regenbogenparade am 2. Juli wollen wir darauf hinweisen, dass Familienpolitik nicht beim klassischen Bild haften bleiben kann. Der Anspruch, PartnerInnenschaften zu bilden, Familien zu gründen und sich rechtlich abzusichern ist gesellschaftlich breit gefächert. Die "Wiener Ehe" Wien kann mit der Einführung einer "Wiener Ehe" gesellschaftspolitisch neue Akzente für ganz Österreich setzen und zur Alltäglichkeit von gleichgeschlechtlichen Paaren in der Stadt beitragen. Dafür müsste ein Landesgesetz geschaffen werden, das Paaren die Möglichkeit gibt sich vor einem Wiener Beamten das "Ja-Wort" zu geben. Bislang wurden diesbezügliche Anträge auch von der SPÖ abgelehnt. Wie werden den Antrag nächste Woche wieder in den Wiener Gemeinderat einbringen. Was wir wollen - "Wiener Ehe" für lesbische und schwule Paare in Wien. - Ausreichende Förderungen von Initiativen wie Beratungsstellen oder Kulturfestivals. - Das geplante Mahnmal für lesbische und schwule Opfer der NS-Zeit als sichtbares Zeichen gegen die Verfolgung homosexueller Menschen zu allen Zeiten. - Kampagne gegen Homophobie in Wien. - Erleichterung zur Namensänderung für TransGender an Wiener Standesämtern. - Maßnahmenpaket zur Aufklärung Jugendlicher über Sexualität: Betreute Jugend-Wohngemeinschaften, Aufklärungsbücher in Schulbibliotheken, Sensibilisierung bei JugendbetreuerInnen, etc. - Bedarfserhebung für die Bedürfnisse lesbisch-schwuler SeniorInnen. - Politik für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender als Teil der städtischen Diversitätspolitik. - Aufstockung der personellen und finanziellen Mitteln für die Wiener Antidiskriminierungsstelle. Zippen und Heiraten Wir setzen uns gemeinsam mit den Bundes-Grünen für ein Paket ein, das nicht nur gleichgeschlechtliche Paare rechtlich gleichstellt, sondern auch gesellschaftspoltische Bedeutung für Heterosexuelle hat. Der Zivilpakt (Zip) geht davon aus, dass zwei Menschen mit jeweils eigener Berufstätigkeit und Existenzgrundlage ein gemeinsames Leben führen wollen. Sowohl verschieden- wie gleichgeschlechtliche Paare sollen die Möglichkeit erhalten, mit dem Zip in wichtigen Punkten gleiche Rechte und Pflichten wie bei der Ehe zu haben. Viele Schwule und Lesben haben den Wunsch klassisch zu heiraten. Wir wollen die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben. Alle Menschen, die das Modell der Ehe wählen wollen, die gewisse "Abhängigkeiten" auch als Absicherung empfinden oder einfach nur das tun wollen, was heterosexuelle Paare seit jeher machen, sollen diese Möglichkeit erhalten. Selbstverständlich gelten bei diesem Modell dieselben Rechte und Pflichten für gleich- und verschiedengeschlechtliche Paare gleich. 2005-06-23 14:45 ab montag alles neu Relaunch der Grünen Andersrum-Website Ab Montag, dem 27. Juni geben sich die Grünen Andersrum ein Facelifting und eine Anti-Aging-Pille fürs Internet. Zukünftig ist unsere Website unter der Domain www.gruene-andersrum.at erreichbar. Unser Webmaster, Norbert Fischer, schwitzt nicht nur aufgrund der hohen Temperaturen. Und wenn die queeren Göttinnen uns wohlgesonnen sind, sollte ab Montag alles online zu bewundern sein. Auch unsere Newsletter werden in Zukunft anders ausschauen. Lasst euch überraschen... Dies ist die letzte Aussendung in diesem Stil. Wir hoffen, Euch gefällt, was wir da so produzieren... ============================================== 03 Kunst im öffentlichen Raum From: mail at arbeitengegenrassismen.net ============================================== Einladung zum Pressegespräch: Mittwoch, 29.6.2005 um 10 Uhr Depot Breite Gasse 3 1070 Wien anlässlich des Beginns von ARBEITEN GEGEN RASSISMEN Ein Projekt im öffentlichen Raum, auf Plakatflächen entlang der Straßenbahnlinie D, Wien. Dauer: 1. bis 31. Juli 2005 Beim Pressegespräch sind die Projektbeteiligten anwesend. Es werden das Gesamtprojekt und die einzelnen künstlerischen Arbeiten vorgestellt. ARBEITEN GEGEN RASSISMEN ist ein von KünstlerInnen und AktivistInnen gemeinsam entwickeltes Projekt für den öffentlichen Raum. Eine Plakatserie zeigt unterschiedliche künstlerische und aktivistische Positionen, die Wirkungsweisen von Rassismen sowie Widerstandsformen dagegen thematisieren. Im Zentrum stehen Forderungen der Gruppe "Schwarze Frauen Community" wie etwa: "Wir sind Schwarz. Wir sind qualifizierte ArbeitnehmerInnen und fordern Zugang zum Arbeitsmarkt!" oder "Österreich braucht ein Antidiskriminierungsgesetz!". Diese wurden in Zusammenarbeit mit dem Künstlerinnenkollektiv Klub Zwei (Simone Bader, Jo Schmeiser) visuell umgesetzt. Andere künstlerische Arbeiten führen Themen der Schwarzen Frauen Community inhaltlich fort und setzen sich mit Fragen migrantischer Selbstorganisation oder Konstruktionen von Weißsein auseinander. In einem weiteren Teil der Plakatserie werden österreichische Geschichtskonstruktionen hinterfragt. Künstlerische Arbeiten thematisieren Antisemitismus während der NS Zeit und wie dieser in die Gegenwart hineinwirkt, "Arisierung" und verzögerte bzw. letztlich nicht erfolgte Rückgabe sowie den Widerstandskampf der PartisanInnen gegen die Nazi Herrschaft. Ziel dieser Zusammenarbeit von KünstlerInnen und AktivistInnen ist es, eine Allianz gegen Rassismus und Antisemitismus zu bilden sowie Öffentlichkeiten dafür zu schaffen. ARBEITEN GEGEN RASSISMEN tritt rassistischer Normalität entgegen. Das Projekt wird im Rahmen von "Kunst im öffentlichen Raum Wien" realisiert. Projektkoordination und Konzeption: Daniela Koweindl, Martin Krenn Plakatarbeiten: Ljubomir Bratic / Richard Ferkl, Petja Dimitrova, Anna Kowalska, Martin Krenn, Klub Zwei (Simone Bader, Jo Schmeiser), Schwarze Frauen Community Die Arbeiten sind von 1. bis 31. Juli 2005 auf insgesamt 29 Plakatflächen in Haltestellenbereichen der Straßenbahnlinie D (zwischen Südbahnhof und Althanstraße) zu sehen. Wir laden Sie herzlich zur Projektpräsentation ein! Mit freundlichen Grüßen, Daniela Koweindl, Martin Krenn ============================================== 04 Indymedia Sommerworkshop From: starsky at silverserver.at ============================================== Liebe Leute! at.Indymedia veranstaltet von 21. bis 24. Juli 2005 in Linz eine Reihe von Workshops zu Indymedia, Internet, Freien Medien und Methoden, wie mensch selbst Medien machen kann. Angedacht sind zum Beispiel Workshops zu den folgenden Themen: Linux, Freie Software, Neues MEdiengesetz, Videobearbeitung, Layout unter Scribus, ein Women-Tech Workshop, verwendung von Wiki, Netzsicherheit und Anonyität... Wir möchten alle herzlich einladen, in Linz vorbeizuschauen und teilzunehmen. Bitte auch um Weiterverbreitung der Ankündigung in Euren Medien. Wir haben leider keine Kohle, weshalb wir keine bezahlten Anzeigen schalten können, hoffen aber, dass der eine oder die andere von Euch uns einen kleinen Fleck in seinem/ihren Medium spendiert. Hier der Ankündigungstext: ---------------------------------------------------------------------------- ---- Sommerpause bei Indymedia? Keine Rede! Du würdest gerne ein eigenes Video drehen, weißt aber nicht, wie es geht? Eine eigene Zeitung machen, wäre Dein Traum? Dich interessiert das Internet, aber Du hast Angst, überwacht zu werden? Linux findest Du gut, aber kennst Dich zu wenig aus? Und überhaupt hättest Du gerne mehr Einblick darin, wie Indymedia funktioniert? Dann komm zu den Indymedia Sommerworkshops nach Linz. Von 21. bis 24. Juli 2005 finden in der Kapu mehrere Veranstaltungen statt, bei denen genau diese und noch mehr Themen im Mittelpunkt stehen. Keine langweiligen Vorträge, sondern gemeinsam und praktisch soll Know-How und Ideen ausgetauscht werden. Vorkenntnisse sind nicht notwendig. Indymedia ist ein globales unabhängiges Nachrichtennetzwerk, das jeder Person die Möglichkeit gibt, Nachrichten zu veröffentlichen. Bei Indymedia gibt es weder Redaktion noch Chefs. Das Projekt hat das Ziel, offene und transparente Strukturen zu schaffen und jeder Person die Möglichkeit zu geben, mitzumachen. Dazu gehört auch, mögliche Stolpersteine wie technische Hürden aus dem Weg zu räumen. Don't hate the media - Be the media! Indymedia Sommerworkshops 2005 21.-24. Juli 2005 Kapu, Linz (Kapuzinerstrasse 36) http://at.indymedia.org | austria at indymedia.org ---------------------------------------------------------------------------- --- Als Anhang sende ich Euch auch noch ein Bildchen mit. Für Rückfragen sendet bitte ein mail an austria at indymedia.org Danke und liebe Grüße Amorkaos at.indymedia.org _______________________________________________ ============================================== 05 Friedensbewegung am Donauinselfest From: verin.stadtteilz.simmering at chello.at ============================================== Friedensbewegung beim Donauinselfest: NEUTRALITÄT HAT ZUKUNFT Bei der schon traditionellen Flugblattaktion der Wiener Friedensbewegung beim Wiener Donauinselfest steht die Erhaltung der immerwährenden Neutralität Österreichs im Mittelpunkt: Die Neutralität hat Zukunft, weil sie verhindert, dass ÖsterreicherInnen auf dem Schlachtfeld sterben. Neutrale Staaten können verhindern, dass aus der Europäischen Union eine atomar bewaffnete Supermacht wird. "Eine Welt ohne Atomwaffen und ohne Krieg ist möglich!", ist die Wiener Friedensbewegung überzeugt. Die Unterstützung des Friedens- volksbegehrens und der Aktivitäten zum Hiroshima-Tag (6. August) sind Möglichkeiten, sich für eine friedlichere Welt einzusetzen. Die Friedensbewegung dankt der EisenbahnerInnen-Gewerkschaft für den Druck der Flugblätter. Informationen bzw. WER MITMACHEN WILL: Alois Reisenbichler, Tel. 0664 39 51 809 Sollten Sie / solltest du diese Information mehrmals erhalten, bitten wir das zu entschuldigen. Der Text des Flugblattes: Immerwährende Neutralität Österreichs bedeutet: NEIN zum Krieg! NEIN zu Militärblöcken! JA zu einer aktiven Friedenspolitik! Unsere Neutralität hat Zukunft: o damit ÖsterreicherInnen nie mehr auf dem Schlachtfeld sterben; o damit aus der Europäischen Union keine atomar bewaffnete Supermacht wird; o damit Milliarden Euros, die für Soziales, Bildung und Umwelt dringend gebraucht werden, nicht für die Aufrüstung der Europäischen Union verschwendet werden; o damit Österreich niemals Mitglied der NATO wird. Eine Welt ohne Atomwaffen und ohne Krieg ist möglich! Möglichkeiten zum Engagement für diese Ziele sind: das Friedensvolksbegehren: www.friedensvolksbegehren.at der Hiroshima-Tag am Samstag, 6. August 2005: ab 17.00 Uhr Aktion am Wiener Stephansplatz, ab 20.30 Uhr Laternenmarsch - www.hiroshima.at ALOIS REISENBICHLER 1110 Wien, Schneidergasse 15/9 Tel. 0664 39 51 809 ============================================== 06 Depot-Programm From: depot-news at mail.sil.at ============================================== Dies ist der letzte Newsletter vor der Sommerpause. Bis zum Wiederlesen/-Sehen im Herbst wünschen wir angenehmen Juli und August. Das Depot-Team Dienstag, 28. Juni, 19.00 Zwischenbilanz und Gipfelsturm Podium Im Juli 2005 beim G8-Gipfel in Schottland und im September beim UNO-Gipfel in New York wird jedesmal Zwischenbilanz gezogen. Denn 2002 hat aus plötzlicher Sorge um den afrikanischen Kontinent die Gruppe der Acht den Afrika-Aktionsplan beschlossen und lässt sich nun von ihren Afrika-Beauftragten über die Ergebnisse des Plans berichten. Der UNO-Gipfel wiederum überprüft den Stand der vor fünf Jahren gefassten Millenniums-Entwicklungsziele zur Halbierung extremer Armut bis 2015. Es braucht keine Hellseher um vorherzusagen, dass die Ergebnisse mager und die Proteste der Gegenbewegung um so stärker ausfallen werden. Welche Ziele setzt sich die Gegenbewegung, mit welchen Mitteln könnten sie erreicht werden, und welche Rolle spielt die weltweite Kritik am Neoliberalismus in der Ausbildung an Wirtschaftsuniversitäten und in der Forschung? Ingrid Kubin, Wirtschaftsuniversität Wien Christian Felber, ATTAC Elfriede Schachner, ArbeitsGemeinschaft EntwicklungsZusammenarbeit Stephan Schulmeister, Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung Moderation: Ralf Leonhard, Vorsitz FIAN Österreich Außerdem weisen wir auf eine Veranstaltung der Österreichisch-Südpazifischen Gesellschaft hin, die im Depot stattfindet: Donnerstag, 30. Juni, 19.30 Roundtablegespräch zu "Migration as Global Phenomenon - Differences, Communalities, Interrelations" "No wo/man is an island" - Migration als globales Phänomen ist zurzeit wohl eines der aktuellsten Themen auf Makro- und Mikroebene. Ist hier nicht schon alles gesagt? Dieses Roundtablegespräch will anhand der Darstellung von Migrationsphänomenen in Ozeanien und der Gegenüberstellung der österreichischen und europäischen Migrationsrealität vor allem im Bereich der sozialen Interaktion neue Einblicke bieten. Wo gibt es parallele Entwicklungen? Welche Lösungen für Probleme sind vielleicht übertragbar? Wo macht es Sinn unterschiedliche Strategien der Politik zu verfolgen? Die TeilnehmerInnen sind zum Teil selbst MigrantInnen, lebten und arbeiteten schon in verschiedenen Ländern und Kontinenten und beschäftigen sich seit Jahren in vielfältigster Weise mit Migration. Dr. Brij Lal (AUS) Dr. Katerina Teaiwa (Hawai'i) Dr. Max Quanchi (AUS) Dr. Sabine Strasser (Wien) Moderation: Beatrice Achaleke (SFC/Wien) Das Roundtablegespräch findet in Englisch statt. Depot Breitegasse 3 A-1070 Wien Tel: +43 1 522 76 13 www.depot.or.at ============================================== 07 Tschetschenien/Aktionen From: gfbv.austria at chello.at ============================================== GESELLSCHAFT FÜR BEDROHTE VÖLKER INTERNATIONAL PRESSEERKLÄRUNG Straßburg/Göttingen, den 23.06.2005 Friedensmarsch tschetschenischer Flüchtlinge erreicht sein Ziel: Demonstration in Straßburg 200.000 Tote in Tschetschenien! Europarat soll Russland das Stimmrecht entziehen Die Parlamentarische Versammlung des Europarates soll der russischen Delegation das Stimmrecht entziehen und bei seinen Mitgliedsstaaten für eine Staatenklage gegen Russland vor dem Europäischen Menschenrechtsgerichtshof zu werben. Diese Forderung erhebt die Gesellschaft für bedrohte Völker International (GfbV) auf einer Demonstration tschetschenischer Flüchtlinge am Donnerstag in Straßburg. Sprecher der Flüchtlinge, die mit einem 24tägigen Friedensmarsch vom EU-Sitz Brüssel zur Parlamentarischen Versammlung des Europarates auf das fortgesetzte Leid der Zivilbevölkerung im Tschetschenienkrieg aufmerksam gemacht hatten, wollen die europäischen Institutionen an ihre Verpflichtung erinnern, sich für die Einhaltung der Menschenrechte in der Russischen Föderation zu engagieren. "Das Ministerkomitee des Europarates muss die Mitgliedsstaaten, besonders Deutschland und Frankreich, zu einer konsequenten, an der Einhaltung der Menschenrechte orientierten Russlandpolitik aufrufen", sagt die Sprecherin der GfbV International, Sarah Reinke, in Straßburg. In den vergangenen Jahren seien schon etliche Initiativen von der Parlamentarischen Versammlung ausgegangen wie die Forderung nach einem Tribunal, das Einberufen eines Runden Tisches oder Treffen mit Vertretern der tschetschenischen Regierung. Dafür seien Menschenrechtsorganisationen wie auch die Tschetschenen selbst dankbar. Der Genozid in Tschetschenien, die Unruhen im Nordkaukasus und die Einschränkung der demokratischen Grundfreiheiten in der Russischen Föderation selbst, machten jedoch deutlich, dass Russland die Voraussetzungen für eine Mitgliedschaft im Europarat nicht erfüllt: - Der Krieg in Tschetschenien dauert mit unverminderter Härte an. Die russische Regierung verhindert eine politische Lösung. - In Tschetschenien gehen die Verantwortlichen für schwere Menschenrechtsverletzungen straffrei aus. - Menschenrechtsverteidiger, Mitglieder von Menschenrechtsorganisationen und Journalisten werden verfolgt, unterdrückt, schikaniert und in Einzelfällen ermordet. - Personen, die vor dem Europäischen Menschenrechtsgerichtshof Klage wegen Verbrechen in Tschetschenien erhoben haben, werden verfolgt. - In letzter Zeit häufen sich Berichte über das "Verschwindenlassen" von Angehörigen mutmaßlicher tschetschenischer Kämpfer. - Tschetschenien ist immer noch weitgehend von der Außenwelt abgeriegelt. - Nach Angaben der Organisation Memorial sind allein seit Beginn 2005 wieder mindestens 128 Personen in Tschetschenien "verschwunden". - trotz Ablauf der Frist hat Russland bislang das 6. Protokoll der Europäischen Menschenrechtskonvention über die Abschaffung der Todesstrafe nicht ratifiziert. - Nach Gesetzesänderungen durch den Kreml ist die Unabhängigkeit der Justiz, des Parlamentes und der Presse in Russland nicht mehr garantiert. Selbst die Gouverneure der Regionen werden nicht mehr gewählt, sondern vom Präsidenten bestimmt. Sarah Reinke ist in Straßburg erreichbar unter Tel. 0049 (0)174 60 39 641. ====================================================== Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV) Inse Geismar, Pressereferentin Postfach 2024, D-37010 Goettingen Tel.+49/551/49906-25, Fax:++49/551/58028 E-Mail: presse at gfbv.de, Homepage:http://www.gfbv.de ====================================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN UND KOMMENTARE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ============================================== 08 Burschenschafter im NIG: Klagsandrohung From: gudrun.hauer at univie.ac.at ============================================== Liebe kollegInnen! Zur information für euch und zum weiterverbreiten. Danke und liebe grüße Gudrun Hauer Völk/RFS/:Klarstellung zum Schillersymposium am 11. Juni 2005 Wien (OTS) - Christoph Völk, Bundesobmann des RFS (Ring Freiheitlicher Studenten) weist die von Universitätslektor Dr. Gudrun Hauer in einem Protestbrief an den Rektor der Universität Wien erhobenen Vorwürfe zum "Schillersymposium", welches am 11. Juni 2005 im NIG stattfand, auf das Schärfste zurück. Alleiniger Veranstalter des Symposiums war der RFS, sowohl die Planung als auch die Durchführung wurden ausschließlich vom RFS getätigt. Da der RFS seine Auflagen und Pflichten als Organisator einer wissenschaftlich fundierten Veranstaltung sehr ernst nimmt, wurde natürlich ein Ordnerdienst, welcher einen ordentlichen Verlauf gewährleisten sollte, eingerichtet. Dies um so mehr, als es von linksextremer Seite in den vergangenen Jahren immer wieder zu Gewalttätigkeiten gegen RFS-Funktionäre oder Besucher von RFS-Veranstaltungen kam. Dass Korporierte am Symposium in ihren Farben teilgenommen haben, ist völlig legitim und sollte in einem demokratischen Rechtsstaat kein Problem darstellten, so Völk. Als Diskutanten nahmen folgende hochkarätige Persönlichkeiten am Symposium teil: Prof. Dr. Marinovic, MEP Andreas Mölzer, Univ.- Prof. Dr. Günther Zehm (Universität Jena). Die Behauptung, dass auf den Veranstaltungen gegen das NS-Verbotsgesetz verstoßen wurde, stellt eine unglaubliche Diffamierung dar. Diese Vorwürfe entbehren jeder Grundlage. Im Zuge des Symposiums wurden auschließlich Leben und Wirken des großen deutschen Dichters Friedrich Schiller gewürdigt. Die Freiheit von Lehre und Wissenschaft an der Universität ist durch Personen wie Fräulein Dr. Hauer gefährdet. Der RFS erwägt gegen Frl. Dr. Hauer rechtliche Schritte. http://www.ots.at/presseaussendung.php?schluessel=OTS_20050623_OTS0210&ch=po litik ============================================== 09 Schwere Demokratie-Defizite an Schulen From: florian.steininger at aks.at ============================================== Pressemeldung der Aktion kritischer SchülerInnen Donnerstag, 23.6.2005 Bildung/Schule/AKS/Demokratie AKS: Schwere Demokratie-Defizite an Schulen Utl.: Schuldemokratie-Umfrage der AKS präsentiert Im Zuge der Präsentation einer neuen Schuldemokratie-Umfrage der AKS (Aktion kritischer SchülerInnen) bauten AktivistInnen der AKS heute vor dem Bildungsministerium einen Demokratieturm: "Der Turm in PISA ist zwar schon schief. Aber wie unsere Umfrage gezeigt hat, ist der Demokratieturm an Österreichs Schulen noch schiefer", verweist Kim Kadlec, Bundesvorsitzende der AKS, auf erschreckende Ergebnisse. Die Studie wurde in den letzten Wochen unter rund 20 000 SchülerInnen durchgeführt. Einen Turm aus Umfragebögen baute heute, Donnerstag, die AKS vor dem Bildungsministerium: "Die PISA-Studie versetzte Österreich in einen Bildungsschock. PISA fragte jedoch nicht nach, ob SchülerInnen mitbestimmen können. Jetzt haben wir das gemacht und die Ergebnisse übertreffen noch unsere Befürchtungen", erklärt Kadlec, "so finden 87,6 Prozent der befragten SchülerInnen ihre Interessen in der Landes- und Bundespolitik nicht wieder. SchülerInnen fühlen sich als gesellschaftliche Gruppe also schlichtweg ignoriert." Auf diesen Umstand würden noch weitere Ergebnisse hinweisen: so sagen 77,6 Prozent der SchülerInnen, dass im Falle eines Konflikts mit einer Lehrperson sie in einer benachteiligten Situation seien. "In der Schule sollen SchülerInnen lernen, wie Demokratie funktioniert. In Wirklichkeit müssen sie ein autoritäres System ertragen", so die SchülerInnenvertreterin. Die AKS schlägt mehrere Lösungsansätze vor. Am wichtigsten ist Kadlec jedoch, dass "SchülerInnen als gesellschaftliche Gruppe Ernst genommen, ihre VertreterInnen angehört und endlich diejenigen mitbestimmen können, die es betrifft". Hier seien die politischen VerantwortungsträgerInnen gefordert: "Auch wenn SchülerInnen noch über kein Wahlrecht verfügen, ist es demokratiepolitisch unverantwortlich, sie so zu behandeln." Die Schuldemokratie-Umfrage wurde unter 20 000 SchülerInnen aus ganz Österreich durchgeführt und bestand aus zwölf Fragen. Die Ergebnisse im Detail mit Analysen sowie druckfähige Bilder der heutigen Aktion können bei der AKS angefordert werden. Rückfragehinweis: Kim Kadlec, 0699/11408142 ================================================ C) TERMINE ================================================ ======================== Freitag http://www.mund.at/butt/Termine/Juni/2406.htm Samstag http://www.mund.at/butt/Termine/Juni/2506.htm Sonntag http://www.mund.at/butt/Termine/Juni/2606.htm ======================== ================================================ D) EDITORIAL ================================================ Für den Inhalt verantwortlich: Ihr. E-Mail-Adresse für Beiträge: widerstand at no-racism.net geschickt. widerst at nd MUND und alle Termine täglich aktualisiert im Web: http://www.no-racism.net/MUND Ziel von MUND (medienunabhängiger Nachrichtendienst) ist die unzensurierte und möglichst rasche Information über gesellschafts- politisch relevante Termine, Hinweise und Diskussionsbeiträge zu Widerstand und Antirassismus sowie verwandte Themen. sollen einen Titel, Namen und Emailadresse der/des AutorIn enthalten und möglichst kurz und prägnant gehalten sein, ev. mit Hinweis, wo weitere Informationen eingeholt werden können. Bitte keine Attachments! Die inhaltliche und sachliche Verantwortung liegt bei der/dem jeweiligen AutorIn bzw. jenen, die uns die Beiträge schicken. Der MUND wird von einzelnen TagesredakteurInnen zusammengestellt. Da Fehler nicht ausgeschlossen sind, bitten wir, nicht veröffentlichte Beiträge nochmals an widerstand at no-racism.net zu senden. Die Weiterleitung (auch auszugsweise) ist erwünscht. Beiträge mit rassistischen oder sexistischen Inhalten werden nicht veröffentlicht. Sehr persönliche Meldungen werden wir an den betreffenden Adressaten weiterleiten, aber nicht im MUND veröffentlichen. Die bisherigen Ausgaben sind unter http://www.no-racism.net/MUND archiviert. Terminankündigungen bitte nach folgender Vorlage: * Wann: Sonntag, 11.11.2001, 11:11 Uhr * * Was: Maskenball: Motto "Schwarzblau ist die Haselnuss" * * Wo: Villa Morgenrot, Grüner Anger 42, 2001 Wendendorf * * Kommentar: Anreise per Anhalter. Maskenzwang. Ende nie. Aber kurz und prägnant.* Die Rubrik "Redaktionelles" am Ende der Ausgabe ist u.a. eine Konsequenz aus der Notwendigkeit, sexistische, antisemitische und rassistische Beiträge nicht zu veröffentlichen, ohne jedoch stillschweigend Zensur zu üben. Hier wird - in anonymisierter Form - auf angehaltene Beiträge hingewiesen und eine kurze Begründung der Tagesredaktion für die Nichtaufnahme geliefert. (Weitere Gründe einen Beitrag nicht aufzunehmen sind z.B.: Attachments, kein erkennbarer Bezug zu den breit gestreuten Themen des MUND, Werbesendungen, sinnlose Kettenbriefe.) Die AbsenderInnen der betroffenen Beiträge werden hiervon informiert. Im Sinne einer "gläsernen Zensur" könnt ihr Euch die Beiträge gerne extra schicken lassen: Ein kurzes Mail an widerstand at no-racism.net genügt. ================================================ E) VERTEILERLISTE ================================================ Zur Eintragung in diesen Verteiler bitte direkt subskribieren unter http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/analle oder von der einzutragenden Adresse aus ein mail schicken an: admin at no-racism.net mit folgendem Text: subscribe no-racism Bitte wegen Automatisierung diesen Wortlaut verwenden! Zur Austragung aus dieser Liste bitte an zusammengestellt. Bitte keine Attachments! (werden nicht angenommen) nicht drin: mehrere unaktuelle termine, 1 attachment Redaktionsschluss für diese Ausgabe: Fr 8:00 III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III ü, ö, ä, ß, Ü, Ö, Ä III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III widerst at nd-MUND is powered by http://alt.strg.at/ ================================================ From analle at no-racism.net Mon Jun 27 07:56:41 2005 From: analle at no-racism.net (=?iso-8859-1?q?MUND=3A_medienunabh=E4ngiger_Nachrichtendienst?=) Date: Mon, 27 Jun 2005 07:56:41 +0200 Subject: MUND_270605 Message-ID: MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst www.no-racism.net/mund Montag, 27. Juni 2005 ================================================ A) INHALT ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN UND ANKÜNDIGUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 01 burggartenbesetzung/ DRECK von: infoladen-wels at liwest.at ================================================ 02 [kinoki-mikrokino] #127 - Di 28.6. HTU CineStudio: Shocking and Awful. Friedensbewegung und Community Media in den USA (mit Deedee Halleck und Joel Kovel) von: p at kinoki.at ================================================ 03 koop kitsch startet am 27.06. ein neues spiel von: mail at sterzinger.priv.at ================================================ 04 Buchvorstellung: WiderstandsBewegungen - Antirassismuszwischen Alltag und Aktion von: ag3f at comlink.org ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN UND KOMMENTARE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 05 Erste Gespräche zwischen EKH und der Stadt Wien von: ekhaus at med-user.net ================================================ 06 ASt - Mit der Bitte um Veröffentlichung von: ast-lfi at utanet.at ================================================ 07 Waris Dirie: Gruß zur Veranstaltung 24. Juni (FGM) von: dieinitiative at gmx.at ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< SOLIDARITÄT WELTWEIT ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 08 [gipfelsoli] Gleneagles -- Trauma -- Genua von: gipfelsoli-l at lists.nadir.org ================================================ 09 [Fwd: for the safety of LGBT people in Poland] von:ilgaworldnews at ilga.org ================================================ ================================================ B) TEXTE ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN UND ANKÜNDIGUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 01 burggartenbesetzung/ DRECK von: infoladen-wels at liwest.at ================================================ hallo! im folgenden findet ihr wieder die termine für die nächsten wochen: ----------------------- Burggartenbesetzung *Samstag, 02. Juli 2005, ab 14 Uhr, im Welser Burggarten* Live-Auftritt: Skaputnik + Auflegerei ------------------ "Dreck - Solostück von Robert Schneider - gespielt von Martin Prast " *Freitag, 24.06.2005, 20 Uhr* *Samstag, 25.06.2005, 20 Uhr* *Sonntag, 26.06.2005, 16 Uhr* Kulturzentrum Alter Schlachthof, Dragonerstraße 22, 4600 Wels erleben sie die wiederaufnahme des im april vom jungen welser schauspieler martin prast überaus erfolgreich im haus aufgeführten robert schneider stücks. ein mann fängt an zu reden. er heisst sad, ist araber. an den abenden verkauft er rosen, um sein studium zu finanzieren. so sehr ist der hass der inländer in ihm fleisch geworden, dass er ihn gegen sich selbst kehrt. martin prast, jahrgang 1970, schauspieler seit 1988, war mitglied des ensembles "die menschen", und im "theateraufstand". regie führt riccarda oberhamberger Kartenvorverkauf: vvk euro 7/10 (schlachthof, infoladen wels), ak 10/12 ------------- lg, infoladen wels kulturverein und linke buchhandlung spitalhof 3 4600 wels tel.: 07242-910432 http:/www.linkslinxooe.at mi/do: 14-18, fr: 14-19.30 uhr ================================================ 02 [kinoki-mikrokino] #127 - Di 28.6. HTU CineStudio: Shocking and Awful. Friedensbewegung und Community Media in den USA (mit Deedee Halleck und Joel Kovel) von: p at kinoki.at ================================================ hallo, anbei die einladung zum letzten mikrokino-termin vor unserer sommerpause. wir haben naechsten dienstag mit deedee halleck eine der wichtigsten medienaktivistinnen der USA zu gast und freuen uns natuerlich ueber zahlreiches erscheinen. dieser tage organisiert sie uebrigens eine tv-uebertragung vom world tribunal on iraq in istanbul (s.u.). an dieser stelle weisen wir auf die aktuelle situation des ernst kirchweger-hauses hin: die kpoe hat das besetzte haus an eine firma aus dem neonazi-umfeld verkauft. und in der letzten zeit tauchten dort bereits wiederholt rechte zombies auf, wie diese fotoreportage zeigt: http://ekhbleibt.info/ekh/info/1118775160 ab 1. juli droht die raeumung, vorher gibts in der wielandgasse ein fest und diverse solidaritaets-initiativen, an denen man/frau sich beteiligen kann, s. u. bzw. hier: http://www.med-user.net/ekh/ keine haeuser fuer nazis - watch out for news... herzlich, kinok p KINOKIS MIKROKINO Politische Filmabende, an diversen Orten auftauchend. kinoki. Verein fuer audio-visuelle Selbstbestimmung mikrokino at kinoki.at | http://www.kinoki.at Newsletter subskribieren bzw. abbestellen unter: http://www.kinoki.at/mailman/listinfo/kinoki-mikrokino Foerderpreis Politische Kulturarbeit 2004 der IG Kultur Oesterreich. Einladung #127 Dienstag 28.6.2005, 20:00, HTU CinéStudio (AudiMax der TU, Getreidemarkt 9, 1060 Wien), UKB 5 Euro kinokis mikrokino #127 präsentiert in Kooperation mit dem HTU CinéStudio: Shocking and awful. Friedensbewegung und Community Media in den USA Videos und Diskussion mit Deedee Halleck und Joel Kovel (New York) Shocking and Awful. A Grassroots Response to War & Occupation USA 2003-2005, Videoserie, DVD, englisch; hergestellt von über 100 Einzelpersonen und Gruppen; Entwicklung und Projektkoordination: Brian Drolet & Deedee Halleck (Wir zeigen 3 von insgesamt 13 halbstündigen Teilen). (aus: www.deepdishtv.org) Einleitung und Gespräch mit Deedee Halleck und Joel Kovel. Deedee Halleck ist Filmemacherin, Medienaktivistin, Gründerin von Paper Tiger TV und Mitbegründerin von Deep Dish TV - eines satellitengestützten grassroots-TV-Senders in den USA -, sowie emeritierte Professorin am Department of Communication der University of California in San Diego. Seit den 70er Jahren ist sie eine der wichtigsten AktivistInnen der US-amerikanischen Alternativ-Medienlandschaft. 1991 war sie Koordinatorin des Gulf Crisis TV Project. Während des WTO-Gipfels in Seattle war sie 1999 wesentlich am Aufbau des Independent Media Centers beteiligt. Filme: Children make movies (1961), The Gringo in Mañanaland (1995), Lock Down USA (1996). Publikation: DeeDee Halleck: Hand Held Visions: The Impossible Possibilities of Community Media. Fordham University Press (2001). Joel Kovel ist Psychoanalytiker, Sozialwissenschaftler und Aktivist. Er ist Professor für Social Studies am Bard College, Annandale NY und Herausgeber der Zeitschrift Capitalism Nature Socialism. Seit dem Vietnamkrieg engagierte er sich in der Friedens- und Anti-Atom-Bewegung, in der Solidariätsbewegung für Zentralamerika, Nicaragua und Kuba. 1990 trat er der Green Party bei und war 1998 grüner Kandidat bei der Wahl zum US Senator von New York. Er spielte in Filmen mit und arbeitet mit dem Bread and Puppet theatre zusammen. Publikationen: White Racism (1972), A Complete Guide to Therapy, The Age of Desire, Against the State of Nuclear Terror, In Nicaragua, The Radical Spirit, History and Spirit (1991), Red Hunting in the Promised Land (1994), The Enemy of Nature: The End of Capitalism or The End of the World (Zed, 2002). Links: Deedee Hallecks Website http://www.deedeehalleck.org Deep Dish T.V. Network - The First National Grassroots Satellite Network http://www.deepdishtv.org Paper Tiger Television, NYC http://www.papertiger.org Joel Kovels Website http://www.joelkovel.org Capitalism Nature Socialism Journal http://www.cnsjournal.org HTU CinéStudio http://www.cinestudio.at *** Hinweise: 1) 24.-27.6.: deep dish tv-uebertragung vom world tribunal on iraq aus istanbul 2) 25.6.-1.7.: EKH-Programm - Keine Häuser für Nazis! 3) 25.6.: Filmmuseum on location: Tanzquartier Wien - Fahrt durch Wien 4) 2.6.-22.7. ig bildende kunst: born to be white 5) 7.-31.7 filmarchiv: praterfilmfestival 6) 21.-24.7.: at.indymedia-workshops in linz *** 1) 24.-27.6.: deep dish tv-uebertragung vom world tribunal on iraq aus istanbul FOR IMMEDIATE RELEASE June 17, 2005 www.deepdishtv.org Contact: Ellen Braune 914 478 4817 917 886 4594 ellenbraune at yahoo.com U.S. TELEVISION NETWORK TO PROVIDE GLOBAL BROADCAST OF WORLD TRIBUNAL ON IRAQ June 24-27, 2005 from Istanbul Turkey Marks Third Year of U.S. War on Iraq Deep Dish TV, the first grassroots television network in the United States, will provide a global satellite uplink of the 16th and final session of the World Tribunal on Iraq (WTI) to be held in Istanbul, Turkey June 24-27, 2005. Deep Dish is offering all media outlets a free one hour program for television or audio downlink each of the four days of the conference. Program Availability - U.S. TV Broadcasts: The program will be aired in the U.S. at 8pm (ET) on Free Speech TV (Dish Network Channel 9415) and on over 100 public access stations throughout the U.S. - Satellite Downlink Coordinates and Times are attached to this release. All downlinks are free to all media outlets. - Web Streaming: The four one hour daily programs will be streamed on the Internet at http://www.deepdishtv.org and http://www.freespeech.org - DVDs of the programming will be available to journalists at the conclusion of the Istanbul World Tribunal on Iraq from Deep Dish TV. (212 473 8933) - deepdish at igc.org - 339 Lafayette St. New York NY 10012. Press briefings and Interviews In addition to offering daily program coverage, Deep Dish will arrange for individual press briefings and interviews with World Tribunal participants, including distinguished members of the Panel of Jurists, expert witnesses, eyewitness journalists and Iraqi victims who are scheduled to testify. The World Tribunal on Iraq The final session of the WTI in Istanbul is the culmination of two years of rigorous investigation documenting violations of international law and human rights by the United States and its allies leading up to and during the invasion of Iraq and in the continuing occupation. Previous sessions of the WTI have been held in Barcelona, Stockholm, Copenhagen, Rome, Genoa, Seoul, Osaka, Hiroshima, Mexico City, Mumbai and New York. They have compiled a definitive historical record of evidence on the illegality of the invasion and occupation. For a summary of the testimony and verdicts of these WTI sessions, see http://www.worldtribunal.org Hilal Kuey, the spokesperson for the upcoming WTI in Turkey stated, ⤦Since the U.S. administration does not recognize the International Criminal Court ⤆ the citizens of the world have undertaken an initiative to reclaim justice. The world is calling for Bush and Blair to be held accountable for the crimes committed in Iraq? The Istanbul session of the WTI will summarize and present further testimony on the illegality and criminal violations in the U.S. pretexts for and conduct of this war. The expert opinion, witness testimony, video and image evidence will address: - The torture of prisoners - The unlawful imprisonment of Iraqi civilians without charges or legal defense - The use and health risks of depleted uranium weapons - The effects of the war on Iraqs infrastructure, including the U.S. mandated privatization and sale of Iraqâ¤s industries - The destruction of Iraqi cultural institutions and the liability of the invaders in international law for failing to protect these treasures of humanity WTI Participants WTI witnesses and jurors will include: Booker Award-winning author and activist Arundhati Roy; professor of international law Richard Falk; former assistant UN Secretary General Denis Halliday; former UN weapons inspector Hans von Sponeck, Baskin Oran, professor and member of the Human Rights Advisory Council in Turkey, Iraqi museum founder and curator Amal Al Khedairy, and journalist Dahr Jamail. A complete listing of sessions and speakers, along with additional background information on the WTI can be found at www.deepdishtv.org. A documentary on the New York World Tribunal is also available on the web site. The WTI and Mounting Opposition to the War. The Istanbul Tribunal occurs at a time of growing crisis for the U.S. â¤" UK war. In Washington, members of Congress are demanding that the Bush administration explain the ⤦Downing Streetâ¤? memo which strongly indicates that they planned the war long before and had manipulated or manufactured ⤦intelligenceâ¤? to create a public justification. Meanwhile, polls show a drastic decline in Americans⤠support for the war. The evidence presented at the final session of the Tribunal in Istanbul will likely add to this momentum. Bush and Blair Invited to Appear in Istanbul On May 17, a formal letter was delivered to the White House and U.S. and UK embassies in capitals around the world - including Istanbul, Tokyo, Lisbon, and Brussels - on behalf of the WTI. The summons requested the attendance of President Bush and Prime Minister Blair to defend charges that they are in violation of common values of humanity, international treaties, and international law for waging war in Iraq. The summons was signed by leading international figures, including international legal scholar Richard Falk and former Assistant UN Secretary General Dennis Halliday. White House press secretary Scott McClellan denied any knowledge of the summons. President Bush is not expected to attend. Deep Dish TV is a not for profit television production company based in New York City. For over 19 years it has produced and delivered programming via satellite to hundreds of outlets around the world. http://www.deepdishtv.org World Tribunal On Iraq - Istanbul, Turkey June 24-27, 2005 Satellite Downlink Coordinates and Times for free rebroadcast June 24, 2100 - 2200 GMT / 1700 - 1800 US (ET) / 0000 - 0100 Turkish Time (6/25) June 25, 2100 - 2200 GMT / 1700 - 1800 US (ET) / 0000 - 0100 Turkish Time (6/26) June 26, 2100 - 2200 GMT / 1700 - 1800 US (ET) / 0000 - 0100 Turkish Time (6/27) June 27, 1000 - 1100 GMT / 0600 - 0700 US (ET) / 1300 - 1400 Turkish Time (6/27) Transponders: EUROPE MIDDLE EAST AND PARTS OF ASIA Satellite: Eutelsat W1 Transponder B3/Channel F - 8.555 MHz Downlink Freq. = 11088.5 H FEC = 3/4 Symbol Rate = 5.632 UNITED STATES Galaxy 10R K 09_A Downlink Freq. = 11866.5 (V) FEC = 3/4 Symbol Rate = 6.1113 For More Information Contact: Deep Dish TV 212 473 8933 email: deepdish at igc.org http://www.deepdishtv.org Deep Dish TV 339 Lafayette Street New York, NY 10012 (212) 473-8933 *** 2) 25.6.-1.7.: EKH-Programm - Keine Häuser für Nazis! Samstag 25. Juni Vortrag von Dieter Schrage zu Raul Vaneigen (SI) anschl. Konzert mit No Horse No Rider + Nitromahalia 15 Jahre EKH Haus- Hof und Strassenfest!!!! Keine Häuser für Nazis!! Alle Kommen!! Alle Bleiben!! Mittwoch: 29. Juni 19 Uhr Kunsthalle Exnergasse: Eröffnung der Ausstellung von freibesetzt ; "House Warming" Vorträge und Diskussionsrunde zur Installation über Freiräume "A Paper House" mit niederländischen Künstlern Jeanne van Heeswijk & Rolf Engelen, Kraakspreekuur Rotterdam mit VOKÜ (volksküche) van Tuewi abends im EKH: THIBC + Mindflair (schneller core) + "Gülsüm" Donnerstag: 30 Juni 11 Uhr Frühstück und Plenum 16 Uhr Rathaus Viva La EKH kein Fussbreit den Faschisten Demo!!!! EKH abends: Coverabend + italienische Schlager Freitag: 1. Juli 14 Uhr Plenum abends Kurwa Aparata, Nulla Osta, Zerstört Samstag: 2. Juli Tecccno Party + Crustenkeller Sonntag 3. Juli Weiberfrühstück im Hof, Grillerei, Filme Montag 4. Juli... das Fest geht solange bis das Weiterbestehen des Gesamtprojekts EKH geklärt ist... Ausserdem gibts Lesungen, Theaterperformances, vegane Vokü, antialk Cocktehls, Spontanaktionen, Spiel, Spass und Spannung und alles was Euch sonst noch so einfällt!!! Seid dabei und bringt euch ein. Infopoints: ILX - Portiersloge, wielandgasse 2-4, 1100 Wien Öffnungszeiten: 0-24 Uhr freibesetzt -Kunsthalle Exnergasse Währingerstra§e 59, Stiege 2, first floor 1090 Vienna Austria Opening Hours: Tuesday-Friday: 2pm-7pm Saturday: 10am-1pm FREE ENTRANCE Infos im Netz: http://ekhbleibt.info/ekh/info Medienzentrum + Aktuelle News: http://at.indymedia.org Rechtshilfenummer (EA): 0676/7746657 RH (EA)Festnetz erreichbar bei Demos und Stress: 01/5359109 Keine Häuser für Nazis! *** 3) 25.6.: Filmmuseum on location: Tanzquartier Wien - Fahrt durch Wien Fahrt durch Wien Filmmuseum on location: Tanzquartier Wien 25. Juni 2005, 12 bis 20 Uhr Die Idee eines Naheverhältnisses zwischen Kino und Stadt ist einer der Grundpfeiler der Moderne, die als Begriff und als Bündel von Praktiken im Zentrum unserer diesjährigen Vermittlungsaktivitäten steht. Stadt-im-Film ist nicht bloße Repräsentation eines gegebenen, immobilen Zustands. Die Photographie fixiert zwar ein Bild, doch bleibt dieses an seinen Rändern offen. Der Film liefert, so Siegfried Mattl, “ein sensorisches reales Bild" (als Dokument) und stellt zugleich “ein Manifest konkurrierender Vorstellungen über das Wesen der Stadt" dar. Auf Einladung des Tanzquartier Wien präsentiert das Filmmuseum im Rahmen der TQW-Veranstaltungsreihe radikal lokal drei neue künstlerische Reflexionen über das “filmische Wien". Als Ausgangspunkt fungieren Wien-Bilder aus der umfangreichen Filmsammlung des Hauses - ein Großteil davon anonyme, vermeintlich “wertlose" Artefakte aus den ersten vier Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts. Die Künstler/innen Joerg Burger (Fotograf, Dokumentarfilmmacher), Michaela Grill und Martin Siewert (Videokünstlerin und Musiker) und Anja Salomonowitz (Filmemacherin und Autorin) wurden vom Filmmuseum eingeladen, auf Basis dieser Archivmaterialien zeitgenössische Positionen zu den Topoi “Stadt" und “Kino" zu entwerfen. Die Arbeiten werden am Samstag, dem 25. Juni von 12 bis 20 Uhr im Tanzquartier Wien in Form von Installationen vorgestellt. Ergänzend dazu bieten wir im Laufe des Tages einige “Interventionen" (Live-Musik, Lectures, Diskussionen mit den Künstler/innen) sowie einen Handapparat mit Lektüren zum Thema an. http://www.filmmuseum.at/ Programm-PDF-download: http://www.filmmuseum.at/jart/projects/fm/releases/de/resources/textarchiv/TexteDownload/radikalokal_Programm.pdf *** 4) 2.6.-22.7. ig bildende kunst: born to be white “Born to be white" Rassismus und Antisemitismus in der weißen Mehrheitskultur IG Bildende Kunst, Gumpendorfer Straße 10-12, 1060 Wien www.igbildendekunst.at Dauer der Ausstellung 2. Juni bis 22. Juli 2005 Öffnungszeiten Dienstag bis Freitag: 10.00 bis 18.00 Uhr AUSSTELLUNG Fatih Aydogdu (A) - “Dirty Tones. 'You Don't Care.'" BUM - Büro für ungewöhnliche Maßnahmen (A) - “Deutsch für Inländer" Melissa Gould (USA) - “Schadenfreude" Kanak TV (D) - “Weißes Ghetto" Anna Kowalska (A) - “Weißwerden" DISKUSSIONSREIHE letzter termin: Heribert Schiedel (Wien) Siegfrieds Phobien: Der “arische" Männerbund und die Kastrationsabwehr Donnerstag, 30. Juni 2005, 19.00 Uhr BROSCHÜRE Die Broschüre beinhaltet einen einführenden theoretischen Text zum Ausstellungskonzept und Texte zu den künstlerischen Arbeiten. Im Anschluss findet sich eine ausführliche Link- und Literaturliste zu den Themen Rassismus, Antisemitismus und Whiteness. Die Broschüre dient engagierten BesucherInnen und in den Feldern Politik, Kunst und Wissenschaft als Arbeitsgrundlage. Sie kann während der Ausstellungsdauer in der IG Bildende Kunst käuflich erworben werden. *** 5) 7.-31.7 filmarchiv: praterfilmfestival Filmarchiv Austria - Presseinformation PRATER FILMFESTIVAL Open-Air-Kino auf der Kaiserwiese 7. bis 31. Juli 2005 PRATER.KINO.WELT Ausstellung im Pratermuseum 7. Juli bis 29. September 2005 Das Schausteller- und Jahrmarktsmilieu bildete den kulturellen Rahmen für die Vor- und Frühgeschichte des Kinos. Der Wiener Prater gilt dabei seit Jahrhunderten als Zentrum des institutionalisierten Vergnügens. Zum 50-jährigen Bestandsjubiläum spürt das Filmarchiv Austria einem zentralen Ursprungsmythos der österreichischen Kinogeschichte nach und widmet dem Wiener Prater “on location" eine filmische Hommage. Das erste Prater Filmfestival greift die lange Tradition der Kinematografie im Leopoldstädter Vergnügungsviertel auf. Direkt vor dem Riesenrad, auf der Kaiserwiese, dem historischen Gelände von “Venedig in Wien", zeigt das Filmarchiv Austria ein Open-Air-Festival, präsentiert Kino im Vergnügungspark - von MERRY-GO-ROUND bis LUNA PARK illustrieren Beispiele durch alle Epochen der Filmgeschichte die ewig lustvolle Beziehung zwischen Kino und Jahrmarkt. Der Prater war dabei immer wieder ein bevorzugter Schauplatz für österreichische und internationale Spielfilme. Ein Special zeigt die Praterkinowelt in der sich auch einige der denkbar schönsten Momente und Stimmungen des legendären alten Praters verewigt haben. Prater.Kino.Welt ist auch der Titel der begleitenden Ausstellung, die das Wien Museum in Kooperation mit dem Filmarchiv Austria im Pratermuseum zeigt. Die Schau präsentiert einerseits eine Archäologie des Kinos im Wiener Prater, andererseits nimmt sie Bezug auf die Geschichte der bewegten Bilder, auf die frühen Illusions- und Laufbildmaschinen, die um 1900 im Prater zu sehen waren und den Weg zum Kino markierten. Begleitend zum Praterfilmfestival und zur Ausstellung erscheint im Verlag Filmarchiv Austria der von Christian Dewald und Werner Michael Schwarz herausgegebene Katalog-Textband Prater.Kino.Welt. Außerdem veröffentlicht das Filmarchiv seine historische Praterfilmsammlung erstmals auf DVD. Auf der Kaiserwiese runden Gastronomiebetriebe dieses außergewöhnliche Kulturangebot ab. Alle Filme bei freiem Eintritt! Das Prater Filmfestival ist eine Veranstaltung des Filmarchiv Austria in Kooperation mit Wien Marketing und wird von den beiden Hauptsponsoren UPC Telekabel und Flughafen Wien unterstützt. FAA-Presse-Kontakt: Mag. Karin Moser Tel.: 216 13 00/ 203, e-mail: k.moser at filmarchiv.at Mag. Thomas Ballhausen Tel.: 216 13 00/ 253, e-mail: studienzentrum at filmarchiv.at SPIELPLAN PRATER 07.07.2005 bis 31.07.2005 jeweils 21.30 Uhr Do. 07.07 Eröffnung: Pratermizzi, Welturaufführung der restaurierten Fassung, A 1926 Stummfilm mit Live-Musikbegleitung Fr. 08.07 Prater, A 1936 Sa. 09.07 The Third Man (engl. OF) GB 1949 So. 10.07 Freaks (engl. OF) US 1932 Mo. 11.07 Liliom (frz. OF mit dt. UT) Frankreich 1934 Di. 12.07 Carnival of Souls (engl. OF) US 1962 Mi. 13.07 Letter From an Unknown Woman (engl. OF) US 1948 Do. 14.07 Victor Š Pendant qu'il est trop tard (frz. OF mit dt. UT) F 1998 Fr. 15.07 Wienerinnen - Schrei nach Liebe A 1952 Sa. 16.07 Strangers on a Train (engl. OF mit dt. UT) US 1951 So. 17.07 La ronde (frz. OF mit dt. UT) F 1950 Mo. 18.07 Flamingo Road (engl. OF) US 1949 Di. 19.07 High Sign / The Playhouse / Number Please / Sugar Daddies (engl. OF) US 1921/1921/1920/1927, Stummfilmprogramm mit Live-Musikbegleitung Mi. 20.07 Atlantic City, USA (engl. OF mit dt. UT) CDN / F 1980 Do. 21.07 Lonesome (frz. ZT) US 1928, Stummfilm mit Live-Musikbegleitung Fr. 22.07 Malambo (dt. OF mit engl. UT) Österreich1984 Sa. 23.07 Das Cabinet des Dr. Caligari D 1920, Stummfilm mit Live-Musikbegleitung So. 24.07 Jour de fete (frz. OF mit dt. UT) F 1949 Mo. 25.07 Luna Park F/RUS 1992 Di. 26.07 Nightmare Alley (engl. OF) US 1947 Mi. 27.07 The Crowd (engl. ZT) US 1928Stummfilm mit Live-Musikbegleitung Do. 28.07 El Maquinista / The Machinist (engl. OF mit dt. UT) E 2004 Fr. 29.07 Exit... nur keine Panik Österreich / D 1982 Sa. 30.07 La strada (ital. OF mit dt. UT) I1954 So. 31.07 Merry-Go-Round (ital. ZT) US 1922Stummfilm mit Live-Musikbegleitung *** 6) 21.-24.7.: at.indymedia-workshops in linz Liebe Leute! at.Indymedia veranstaltet von 21. bis 24. Juli 2005 in Linz eine Reihe von Workshops zu Indymedia, Internet, Freien Medien und Methoden, wie mensch selbst Medien machen kann. Angedacht sind zum Beispiel Workshops zu den folgenden Themen: Linux, Freie Software, Neues MEdiengesetz, Videobearbeitung, Layout unter Scribus, ein Women-Tech Workshop, verwendung von Wiki, Netzsicherheit und Anonyität... Wir möchten alle herzlich einladen, in Linz vorbeizuschauen und teilzunehmen. Bitte auch um Weiterverbreitung der Ankündigung in Euren Medien. Wir haben leider keine Kohle, weshalb wir keine bezahlten Anzeigen schalten können, hoffen aber, dass der eine oder die andere von Euch uns einen kleinen Fleck in seinem/ihren Medium spendiert. Hier der Ankündigungstext: -------------------------------------------------------------------------------- Sommerpause bei Indymedia? Keine Rede! Du würdest gerne ein eigenes Video drehen, weißt aber nicht, wie es geht? Eine eigene Zeitung machen, wäre Dein Traum? Dich interessiert das Internet, aber Du hast Angst, überwacht zu werden? Linux findest Du gut, aber kennst Dich zu wenig aus? Und überhaupt hättest Du gerne mehr Einblick darin, wie Indymedia funktioniert? Dann komm zu den Indymedia Sommerworkshops nach Linz. Von 21. bis 24. Juli 2005 finden in der Kapu mehrere Veranstaltungen statt, bei denen genau diese und noch mehr Themen im Mittelpunkt stehen. Keine langweiligen Vorträge, sondern gemeinsam und praktisch soll Know-How und Ideen ausgetauscht werden. Vorkenntnisse sind nicht notwendig. Indymedia ist ein globales unabhängiges Nachrichtennetzwerk, das jeder Person die Möglichkeit gibt, Nachrichten zu veröffentlichen. Bei Indymedia gibt es weder Redaktion noch Chefs. Das Projekt hat das Ziel, offene und transparente Strukturen zu schaffen und jeder Person die Möglichkeit zu geben, mitzumachen. Dazu gehört auch, mögliche Stolpersteine wie technische Hürden aus dem Weg zu räumen. Don't hate the media - Be the media! Indymedia Sommerworkshops 2005 21.-24. Juli 2005 Kapu, Linz (Kapuzinerstrasse 36) http://at.indymedia.org | austria at indymedia.org revolution will not be televised ************************************************* kinoki Gumpendorfer Str. 63B Buerogemeinschaft 1. Stock 1060 Wien Mobile: ++43 (0)650 5031574 Fax: ++43 (0)1 403 87 94-17 mikrokino at kinoki.at http://www.kinoki.at ================================================ 03 koop kitsch startet am 27.06. ein neues spiel von: mail at sterzinger.priv.at ================================================ http://www.koopkitsch.com > > im nahmen der sehnsucht startet koop kitsch am 27.06. ein neues spiel: > > revo - karaoke. > > im work in progreß verfahren wollen wir das gemeinsame singen > wiederbeleben. bekannte und unbekannte lieder des widerstandes, > dokumente einer verlorenen illusion, heimatlieder fuer die heimatlosen > sind das thema. > > unfaßbar schoen die melodien, unfaßbar unwirklich die texte. > > wir spielen, das publikum singt. im gegensatz zum herkoemmlichen > karaoke nicht gegeneinander, sondern gemeinschaftlich. texte und > einschulung werden geliefert. aus dem pool der koop kitsch companieros > wird sich das zentrale begleitkommitee formieren. > > fuer´s ertse sind das sterzinger (gesang, accordeon), klara > (bratsche), oettl (clarinette), wizlsperger (tuba). > ================================================ 04 Buchvorstellung: WiderstandsBewegungen - Antirassismuszwischen Alltag und Aktion von: ag3f at comlink.org ================================================ Liebe Freundinnen und Freunde Wir wollen euch hiermit endlich unser nun erschienenes Buch »WiderstandsBewegungen Antirassismus zwischen Alltag und Aktion« vorstellen und euch ganz herzlich zu der Book-Release-Party in Berlin einladen. Book-Release-Party »WiderstandsBewegungen« am Samstag den 16. Juli 2005 ab 18:00 im Café Morgenrot / Berlin Kastanienallee 85, 10435 Berlin, U-Bhf. Eberswalder Strasse. Wer aufgrund staatlicher Entrechtung kein Geld hat und dennoch gerne kommen möchte, wendet sich bitte direkt an uns, wir werden in jedem Fall versuchen, die Fahrtkosten zu kollektivieren. Ab 18:00 begehbares Buch mit Interviewmitschnitten, Filmen und Einblicke in die Produktionsbedingungen. Ab 20:00 Lesung und Diskussion mit den HerausgeberInnen und AutorInnen Danach ausgelassene Party WiderstandsBewegungen Antirassismus zwischen Alltag und Aktion HerausgeberInnen: interface isbn: 3-935936-34-6 Von der Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet wehren sich Menschen gegen rassistische Verhältnisse sie schließen sich in Heimen zusammen, protestieren gegen schlechte Versorgung, gegen Schikane auf den Ämtern, gegen Abschiebungen und Polizeigewalt. Sie bilden migrantische Netzwerke und Kooperationen mit anderen Gruppen und starten Kampagnen. Das Buch zeigt die Bandbreite aktueller antirassistischer Aktionsformen und Interventionsùmöglichkeiten auf und richtet einen schlaglichtartigen Blick auf die Geschichte antiùrassistischen Widerstands. Die AktivistInnen kommen selbst zu Wort: Sie beschreiben die gesellschaftlichen Bedingùungen, die den antirassistischen Kampf notwendig machen, und erläutern die sich daraus ergebenen politischen Handlungsräume. So wird der Raum für eine Diskussion um Perspektiven des Antirassismus eröffnet. Das Buch ist ein Bewegungsbuch im besten Sinne. Es liefert nicht nur einen Blick auf die Bewegungen, sondern kommt aus den Bewegungen. Interface sind: Titus Engelschall, Jetti Hahn, Tobias Pieper & Tim Zülch erreichbar unter widerstandsbewegungen at web.de Mit Texten von agisra köln, amplitude, Anticolonial Africa Conference, Antirassistische Initiative Berlin, Arbeitskreis Asyl Göttingen, Autonome FluchthelferInnen, Flüchtlingsinitiative Brandenburg, Grenzcampvorbereitung, Initiative gegen das Chipkartensystem, Kanak Attak, Kanak TV, Karawane für die Rechte von Flüchtlingen und MigrantInnen, kein mensch ist illegal, Naturfreundejugend Berlin, Respect, refugee emancipation project, Rheinisches JournalistInnen Büro, Romane Aglonipe, The Voice Refugee Forum, Umbruch Bildarchiv und vielen weiteren AktivistInnen. ISBN 3-935936-34-6, 408 Seiten, zahlreiche Fotos und Abbildungen und ausführlicher Linkliste antirassistische Bewegung online, 19,50 Euro, Juni 2005 Assoziation A WiderstandsBewegungen Antirassismus zwischen Alltag und Aktion a) Für Bestellungen siehe die Verlagsinfo: http://www.assoziation-a.de/vor/Widerstandsbewegungen.htm b) Spuren von Hoffnung Über migrantische Widerstandsbewegungen und das Buch »WiderstandsBewegungen«. Von der HerausgeberInnengruppe »interface«. Darstellung der HerausgeberInnen in Jungle World Nummer 25 vom 22. Juni 2005 http://jungle-world.com/seiten/2005/25/5756.php Aus dem Text: ".. Entstanden ist ein Bewegungsbuch, das aus den antirassistischen Bewegungen kommt und für sie geschrieben wurde. Dies beinhaltet auch die Hoffnung, durch das Aufzeigen und Zusammenführen aktueller Debatten in und zwischen den Widerstandsbewegungen gemeinsame Perspektiven aufzuzeigenS©¯ Daraus im Dossier der Jungle World zum Buch: c) Organisiert euch! Die Flüchtlingsinitiative Brandenburg und ihre Politik. Artikel von Christopher Ndikum Nsoh in Jungle World Nummer 25 vom 22. Juni 2005 http://jungle-world.com/seiten/2005/25/5757.php d) »Die Initiative übernehmen« Ein Interview mit Aktivistinnen von »Respect« über migrantische Hausarbeit und den Kampf um gewerkschaftliche Rechte von Tim Zülch und Titus Engelschall in Jungle World Nummer 25 vom 22. Juni 2005 http://jungle-world.com/seiten/2005/25/5758.php e) Verworfene Realitäten Migration und Mobilität im Film. Artikel von Martina Priessner in Jungle World Nummer 25 vom 22. Juni 2005 http://jungle-world.com/seiten/2005/25/5759.php und exklusiv im LabourNet Germany: VI. Diskussion > Gewerkschaften und die neuen und alten Rechten Rassismusfreie Zone? Gewerkschaften zwischen Antirassismuskampagnen und Standortsicherung Artikel von Mag Wompel (S. 64-72 des Buches)(pdf) http://www.labournet.de/diskussion/rechten/allg/wompel.pdf die direkte url des specials lautet http://www.labournet.de/diskussion/wipo/migration/interface.html ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN UND KOMMENTARE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 05 Erste Gespräche zwischen EKH und der Stadt Wien von: ekhaus at med-user.net ================================================ Wien, 25.6.2005 Am Freitag dem 24.6. fanden erste Gespräche zwischen NutzerInnen des EKHs und Vertretern der Gemeinde Wien statt. Für die Gemeinde sprachen Peter Hacker und Christian Neumayer, beide vom Fonds Soziales Wien. Die Moderation übernahm Peter Florianschütz. Nach einer genauen Darstellung der prekären juristischen und explosiven politischen Situation von Seiten der EKH-VertreterInnen begannen diese auch ihre Lösungsvorschläge zu präsentieren. Diese waren nichts anderes als der Inhalt des schon vor Monaten der Gemeinde überreichte Konzept zum Erhalt des EKHs. Den Vertretern der Stadt war dieses bis dato leider nicht bekannt. Die Forderung unserseits nach unbefristeten Hauptmietverträgen für alle Bereiche auf Betriebskostenbasis und Bezahlung einer symbolischen Miete sowie die Übergabe des Hauses an einen Trägerverein wurde akzeptiert. Peter Hacker meint, die Gemeinde versucht gemeinsam mit NutzerInnen und BewohnerInnen des EKHs eine Lösung zu finden. Der jetztige Eigentümer Christian Machowetz und seine rechte Gefolgschaft setzt anscheinend alles daran, die Situation rund um das Ernst Kirchweger Haus zuzuspitzen. Deshalb muss bis zum 30.6. eine politische Lösung gefunden werden! Die Vertreter der Stadt behaupteten, nach einer Zwischenlösung zu suchen, auf welche wir uns jedoch nicht einlassen werden! Viele Dinge blieben vage und unkonkret, deshalb wird es Anfang nächster Woche ein weiteres Treffen geben. Kontakt: Spendenkonto: ekhaus at med-user.net Dieter Schrage www.ekhbleibt.info Kontonummer: 51405153501 www.med-user.net/ekh BLZ 12000 Verwendungszweck: EKH BLEIBT! ================================================ 06 ASt - Mit der Bitte um Veröffentlichung von: ast-lfi at utanet.at ================================================ Verfahren gegen linke AktivistInnen wegen der BAHAMAS-Veranstaltung am 9. März eingestellt Ein wichtiger Erfolg gegen die antinationalen Kriegstreiber! Erklärung des ArbeiterInnenstandpunkt, 2005-06-25 (aus: Red Newsletter 165, Informationsdienst des ArbeiterInnenstandpunkt, 25. Juni 2005, www.arbeiterInnenstandpunkt.net) Wie wir soeben erfahren haben, wurde das Verfahren gegen unseren Genossen Michael Pröbsting wegen der BAHAMAS-Veranstaltung am 9. März eingestellt. Wie wir berichteten, sorgten mehrere Dutzend antiimperialistische AktivistInnen am 9. März durch ihre Anwesenheit dafür, daß die antinationalen Kriegstreiber ihre geplante Veranstaltung im KPÖ-Lokal 7*Stern absagten. Eine Folgeveranstaltung zehn Tage darauf wurde auch gleich abgesagt. Diese geplante Veranstaltung von Leuten aus dem Umfeld der Antinationalen sorgte damals für breite Empörung unter KriegsgegnerInnen. Die Antinationalen (die unter diversen Namen wie Cafe Critique, ÖKOLI, KPÖ GO-Dogma, BAGRU POWI, Context XXI, usw. agieren) bejubeln u.a. die US-Angriffe und -Besatzung gegen Afghanistan und Irak. Bei der besagten Veranstaltung wollten die antinationalen Kriegstreiber ihre Forderung an die Regierung Bush darlegen, doch auch noch den Iran anzugreifen. Zu allem Überdruß stellte die reformistische KPÖ von Walter Baier diesen Kriegshetzern ihre Räumlichkeiten zur Verfügung. Als dann über 50 AktivistInnen vor Beginn der besagten Veranstaltung im 7Stern auftauchten, sagten die "linken" Freunde von George Bush ihre Veranstaltung kurzerhand ab. Gleichzeitig versuchten sie jedoch, sich an den KriegsgegnerInnen dadurch zu rächen, indem sie die Polizei riefen und Anzeige wegen Sprengung einer Veranstaltung erstatteten. Gegen Gen. Michael Pröbsting erhob eine bekannte antinationale Aktivistin sogar den Vorwurf der Körperverletzung, eine schlichte Verleumdung, die sie Tags darauf auch noch mal in einer Sendung auf Radio Orange 94.0 wiederholte. Wie uns jetzt unsere Rechtsanwältin Dr. Anja Oberkofler mitteilte, wurden beide Verfahren gegen Michael Pröbsting eingestellt. Es ist daher davon auszugehen, daß die Anzeigen wegen Sprengung einer Veranstaltung gegen die anderen AktivistInnen ebenfalls eingestellt wurden. Das ist ein wichtiger Erfolg für den antiimperialistischen Widerstand und gegen die antinationalen Kriegstreiber. Sie versuchten mit ihrer Veranstaltung und mit Unterstützung durch die KPÖ-Führung eine Provokation zu setzen und wir konnten dies unterbinden. Jetzt gilt es die Lehren daraus zu ziehen und den antinationalen Kriegstreibern auch in Zukunft entgegenzutreten. Ob die KPÖ allerdings ihre Anbiederung mit diesen Provokateuren überdenkt, ist äußerst zweifelhaft. Sitzen doch in den Reihen ihres Bundesvorstandes Leute wie F.S., die linke Organisationen wie den ASt, die AIK oder die KI als "Faschisten" bezeichnen. Ein bekanntes Sprichwort lautet "Sag mir, wer deine Freunde sind und ich sage dir wer du bist". ================================================ 07 Waris Dirie: Gruß zur Veranstaltung 24. Juni (FGM) von: dieinitiative at gmx.at ================================================ Grußwort von Waris Dirie Am 24. Juni 2005 fand im Alten AKH in Wien ein Vortragsabend zum Thema “FGM - weibliche Genitalbeschneidung: “Sunna" oder Verbrechen aus Tradition" statt. Im Mittelpunkt der vom Forum Muslimisch Frauen Österreich, der Schuramoschee und der Initiative Muslimischer ÖsterreicherInnen organisierten und von einer breiten Plattform verschiedener Vereine unterstützten Veranstaltung stand ein ausführliches Referat des Gelehrten Scheich Adnan Ibrahim. Vor ihm führte die aus dem Kamerun stammende angehende Ärztin und Journalistin Marie Jose Simonet ins Thema ein. Der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft Anas Schakfeh sprach ein Geleitwort. Grußworte übermittelten Bundesministerin Maria Rauch-Kallat und in Vertretung der Wiener Stadträtinnen Mag.a Renate Brauner und Mag.a Sonja Wehsely Mag.a Sybille Straubinger. Die bekannte Autorin Waris Dirie, die durch ihre Veröffentlichungen und ihre Arbeit dem Thema FGM zu mehr Öffentlichkeit verhalf, konnte durch eine Auslandsreise leider nicht teilnehmen. Sie schickte aber folgende aussagekräftige Grußbotschaft: Liebe Veranstalterinnen, liebe Gäste, ich lebe gerne in Wien, und es tut mir immer wieder leid, wenn ich wegfahren muss. Heute tut es mir aber besonders leid. Denn die heutige Veranstaltung ist ein sehr wichtiger Schritt im Kampf gegen FGM, und ich wäre gerne bei Euch. Wir alle wissen, dass der Koran weibliche Genitalverstümmelung nicht einmal erwähnt. Wir wissen aber auch, dass es Millionen Menschen gibt, die fest daran glauben, dass ihre muslimische Religion es vorschreibt ihre Töchter grausam zu verstümmeln. Nach “Tradition" ist “Religion" die Begründung, die am häufigsten genannt wird. Daraus erwächst für die geistigen Führer eine große Verantwortung. Sie müssen die Menschen aufklären und ihnen bewusst machen, dass FGM nicht nur nicht empfohlen ist - nein, es st auch verboten, denn die körperliche Integrität der Frau ist durch den Koran geschützt. Auf wen hören die Menschen auf der ganzen Welt am ehesten? Auf geistige Führungspersönlichkeiten, davon bin ich überzeugt. Genitalverstümmelung wäre bald kein Problem mehr, wenn die Oberhäupter aller Religionen sagen würden: “Die Verstümmelung widerspricht den ethischen Grundsätzen unserer Glaubensgemeinschaft, Lasst davon ab." Kein Gesetz, keine Aufklärungskampagne, keine Strafe und keine politische Überzeugungsarbeit hat eine solche Macht wie die geistlichen Würdenträger. Mit nur fünf Worten - “es ist gegen unsere Religion" - können sie einen immens wichtigen Beitrag dazu leisten, dass dieser Horror beendet wird. FGM ist ein Tabuthema. Es ist nicht leicht, darüber zu sprechen und dagegen zu predigen. Aber im Sinne unserer Töchter ist es dringend notwendig. Ich freue mich deshalb außerordentlich, dass Sie sich heute dem Thema widmen werden und ich hoffe, dass diese Veranstaltung ein Signal an alle muslimischen Gemeinschaften in Europa sein wird. Sie sind dabei, den ersten Schritt in einem immens wichtigen Prozess zu setzen. Ich wünsche Ihnen dabei viel Erfolg, und ich hoffe, dass Sie die Ergebnisse in die Welt hinaustragen. Sie haben dabei meine ganze Unterstützung! Waris Dirie ***************************** ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< SOLIDARITÄT WELTWEIT ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 08 [gipfelsoli] Gleneagles -- Trauma -- Genua von: gipfelsoli-l at lists.nadir.org ================================================ Gipfelinfo - Meldungen über globalisierte Solidarität und die Proteste gegen unsolidarische Globalisierung -------------------------------------------------------------------------- - Bereitet euch darauf vor, Anti-G8 Gipfel Gefangene zu unterstützen - Activist-Trauma - Medics wish list for the G8 - Piazza Alimonda ----------------------------------------------------------------------------- Bereitet euch darauf vor, Anti-G8 Gipfel Gefangene zu unterstützen (Bitte verbreitet weit und breit!) Der G8 Gipfel findet in Schottland statt vom 6. - 8. Juli, und natürlich wird ihm Widerstand geboten, und die unterschiedlichten Menschen werden dagagen protestieren. Demonstrationen und Aktionen sind für den 2. bis zum 8.7. geplant. Dieser Widerstand wird auch vermutlich dazu führen, dass einige Leute verhaftet und gefangen genommen werden, und wir glauben dass es wichtig ist, das wir uns hierdrauf vorbereiten vor es passiert, und etwas dagegen unternehmen wenn es passiert. Deshalb rufen wir dazu auf dass sich Gruppen, Individuen, und Bewegungen auf Solidaritätsaktionen und praktische Unterstützung von Gefangenen vorbereiten. Gefangenenunterstützung erfordert Geld - vielleicht könnten Soliveranstaltungen organisiert werden? Wie wars mit Infoveranstaltungen, Gruppen zum Briefe schreiben? Soliaktionen und Demonstrationen brauchen vielleicht etwas Planung, also wie wars wenn herausgefunden werden könnte wo genau Britische Botschaften, Konsulate, Konzerne usw. sich befinden? Natürlich sind das nur ein paar Vorschläge, und es kommt auf jeden Einzelnen an, wie sie Solidarität mit Gefangenen zeigen wollen. Aber wir denken dass wenn unsere Solidarität echt, effektiv und schnell sein soll, sollten wir alle schonmal anfangen Pläne zu schmieden, und das lieber früher als später! (Für weitere Informationen, oder um Nachrichten zu G8 Gefangenen zu erhalten, und um Solidarität zu koordinieren, schreibt uns: brightonabc(at)yahoo.co.uk. Schaut euch auch die Webseite der G8 Legal Support Group an: www.g8legalsupport.info ABC Brighton, UK (www.brightonabc.org.uk email: brightonabc(at)yahoo.co.uk) Für Infos was bei dem Gipfel stattfinden wird schaut bei www.resistg8.org.uk Für weitere Infos zur Mobilisierung gegen den Gipfel schaut bei www.dissent.org.uk ----------------------------------------------------------------------------- Activist-Trauma We are a small group of volunteers offering information and support for activists. If you or your friends have experienced or witnessed police violence (or violence from anyone else), if you have been arrested, if what happens in Scotland brings up old memories, if the symptoms on the other side of the flyer are familiar or you feel wobbly after an action, you might like to talk to us. All information will be treated confidentially. We are covering the following areas: * Information about posttraumatic stress * How to help yourself / how to help your friends * Individual support and group debriefings * Contacts and information for additional support We have two bases, where you can drop in: Edinburgh (check infopoints for location) Stirling at the rural convergence space We offer: 1 > Daily workshops about post traumatic stress: What is it?, What signs and symptoms to look out for? How to deal with it? For location and time ask at the info points. 2 > A comfortable space where you can de-stress, access info and people to talk to. For location ask at the info points 3 > Facilitation of group debriefings. Phone or drop in to arrange. 4 > 24h phone helpline during the G8 and some time afterwards, For Edinburgh: 079 6240 6940 (mobile) (we can call you back) For Stirling: 079 1734 5849 (mobile) or try: 020 7871 6940 (a landline based in Scotland) 5 > Phone support and info after the G8: every Thursday from 19-21h or leave a message / email and we will get back to you: 00 44 (0) 20 7871 6940 6 > ASSIST, a charity dedicated to trauma care, offers a free professional helpline: Mon -Fri from 10-16h (www.traumatic-stress.freeserve.co.uk) ASSIST Helpline : 0044 (0) 1788 560 800 Symptoms include: * Not being able to put aside stressful images and memories, Flashbacks, Nightmares Depression, inability to take joy in life * Feeling numb * Withdrawal * Increased use of drugs or alcohol for selfmedication * Changes in eating or sleeping patterns * Fear, anxiety, hypervigilance, panic attacks and phobias * Guilt, regret, self-blame, shame * Overwhelming grief * Inability to function normally, to plan or make decisions * Stomach upset, nausea, muscle Tension * Irritability, anger, emotional outbursts * Suicidal thoughts and feelings It's important to remember that having any or all of these reactions is common. They are normal reactions to an "abnormal" situation. For around 70% of people these symptoms disappear naturally within 4 - 6 weeks. However, if the symptoms persist then it is advisable to seek support as it's unlikely to resolve by itself and may develop into a serious condition known as Post-Traumatic Stress Disorder (PTSD). PTSD can develop months or years after the event. A variety of different ways to help are available. What you can do for yourself: Remember: Your reactions are normal, and there is help available. Directly after a traumatic event: get somewhere safe and let someone to take care of you Don't isolate yourself. Reach out to your friends for support. Take the time you need to recover and be patient with yourself. Remember: What happened is not your fault, the guilt belongs to the perpetrators. Friends and family might not always know the best way to deal with your symptoms. Sometimes this makes things worse. Don't be afraid to challenge unhelpful support. Avoidance is likely to make things worse in the long run. How to support your friends: * Be proactive about your support -trauma sufferers often withdraw and don't ask for help. * Remember that people may appear fine at first with symptoms only developing later. * Be a good listener, don't pity them, avoid speaking too soon, too long, too much. We often tend to give advice rather than really listen; empathy is better than trying to fix. * Small things, like cooking, make a big difference, but avoid appearing patronising. * Irritability or ungratefulness are common reactions of sufferers, don't take it personally. * Saying " you should be over it by now, get on with life" is likely to make things worse. * Feeling unsupported can lead to what's called "secondary trauma" which can be worse that the initial experience. What to do as a group: * Set a time aside to talk about what happened. Common practice is a go-round, where everybody talks about what happened to them, what they saw, did or maybe felt. * You can approach us for a facilitated debriefing or download a guide from the webpage. * It has been shown that talking within a few days of the trauma about what happened inside the group that was involved can help to process what has happened and diminish the risk of PTSD. Don't assume that only physically injured people will be affected and remember to support the supporters. * Take care of each other. Experiencing or witnessing of violence or being arrested can result in what is known as post-traumatic stress or critical incident stress. More info: www.activist-trauma.net including PTSD-briefings to download Email: activist_trauma at riseup.net www.healingtrauma.pscap.org ----------------------------------------------------------------------------- Medics wish list for the G8 Please Forward to relevant lists This is a wish list for the medic spaces for the G8 protests. Please email me to let me know if you can provide any of the below and if you can bring it up or you need transport and also when you arriving in Scotland * exam table or improv version of same aka trolley / massage table, strong table with cussions * mattresses, or army cots, campbeds * plastic sheets to cover mattresses, including on exam table (can be clean waterproof shower curtains or similar) * cotton sheets to cover mattresses * blankets and/or sleeping bags * pillows and extra pillow cases * tarps or canvas sheets * ropes * plastic boxes, lockers, cupboards or other scheme for creating categorization and easy access of supplies * biohazard bags and sharps containers * table/desk * small table * chairs * cleaning supplies: bucket, sponge, brushes, bleach * or other relatively strong cleaning solutionâ â âmiltons and NO HIPPY SHIT. * methods for medics to clean selves in-space,â âas in pump of alcohol * hand gel,soap and water etc. * poster board or large sheets of paper for making signs * health notices and warnings * Mosie nets, Citrenalla candles mosquito/ midgie repellant [resistg82005] ----------------------------------------------------------------------------- Piazza Alimonda Das Verfahren für die Tötung von Carlo Giuliani wurde im Jahr 2003 von der Ermittlungsrichterin Elena Daloiso auf Gesuch des Staatsanwalts Franz eingestellt. Viele Punkte des Geschehens bleiben aber weiterhin ungeklärt. ...und im Prozess taucht Piazza Alimonda wieder auf... Das Verfahren für die Tötung von Carlo Giuliani wurde im Jahr 2003 von der Ermittlungsrichterin Elena Daloiso auf Gesuch des Staatsanwalts Franz eingestellt. Gemäss Staatsanwalt Franz hätte Placanica aus Notwehr geschossen, und die Kugel wurde zudem durch einen Stein abgeleitet. Viele Punkte des Geschehens bleiben aber weiterhin ungeklärt. Am 5. April 2005, an der 43. Verhandlung des Prozesses wegen Verwüstung und Plünderung während dem G8 in Genua, beantragen die Staatsanwälte Anna Canepa und Andrea Canciani, einige der damals in der Piazza Alimonda anwesenden Polizisten als Zeugen vorzuladen, um die Ereignisse, die zum Mord von Carlo Giuliani führten, "klarzustellen". Während der 45. Verhandlung des 19. April 2005 erhält die Verteidigung die Aufzeichnungen des 20. Juli 2001 der Funkmitteilungen der Einsatzzentrale der Carabinieri, die sich für die Aufklärung der Tatumstände der Piazza Alimonda als sehr nützlich erweisen könnten. Zur 46. Verhandlung (26. April) werden folgende Zeugen vorgeladen: der diensthabende Vize-Polizeichef Adriano Lauro, Filippo Cavataio (der Fahrer des Defenders, in dem sich auch Placanica befand) und Oberst Giovanni Truglio (Befehlshaber der Sondereinheit CCIR während dem G8 in Genua). Truglio und Cavataio sind entschuldigt abwesend, nur Lauro wird angehört. Adriano Lauro ist der verantwortliche Sicherheitsbeamte der 100 Carabinieri des XII Bataillons Sicilia. Diese Einheit, von Hauptmann Claudio Capello geleitet, spielte in der Piazza Alimonda eine bedeutende Rolle. Er sagt aus, er habe aus einer Entfernung von ca. 70 Metern Carlos Körper auf dem Boden gesehen. Er habe angenommen, Carlo sei tot und sei zum Schluss gekommen, Carlo sei durch den Stein, der neben ihm lag, getötet worden. Demzufolge habe er Carlos Tod den Demonstranten /innen zugeschrieben. Auch habe er "den Blutstrahl gesehen, der aus Carlo Giulianis Kopf strömte". Das Verteidigungskollegium beantragt, dem Sicherheits-beamten den Stein zeigen zu können, der neben Carlos Körper gefunden wurde (und der im fotografischen Beweismaterial zuerst erscheint, dann verschwindet, und später wieder erscheint). Lauro erscheint also am 10. Mai wieder vor Gericht. Die zahlreichen Fragen der Verteidigung - bekräftigt durch Video- und Fotobeweismaterial - bringen den brillanten Beamten in Schwierigkeiten: die Befunde der Verteidigung beweisen eindeutig, dass vor der Wiedereroberung der Piazza Alimonda von Seiten des Einsatzkommandos von Mailand und des Bataillons Sicilia, der Stein noch nicht neben Carlos Körper lag. Ausser dem Stein, erscheint, als die Sanitäter ankommen, auch eine sternförmige Wunde auf Carlo Giulianis Stirn. Lauro hatte in der vorgehenden Verhandlung von "Kristallisation" der Szene gesprochen, ein Widerspruch, der auch vom Gericht hervorgehoben wird. Er erkennt den Stein, erkennt auch, dass das Gewebe der Stirnpartie der Kopfbedeckung (die den Verteidigern von der Familie Giuliani zur Verfügung gestellt wurde) keine Schäden nachweist - was darauf hinweist, dass die Wunde an Carlos Stirne erst nach Entfernung der Kopfbedeckung zugefügt wurde. Schlussendlich wird der damalige Leiter des Eingriffs - der in der Piazza Alimonda einen Demonstranten anschuldigte, Carlo getötet zu haben: "du hast in getötet, mit deinem Stein!" und somit die Begründung der Einstellung des Verfahrens in gewisser Weise damals schon voraussagte - von der Verteidigung durch eine Videoaufnahme in die Enge getrieben. Die Videoaufnahme zeigt ganz deutlich, wie der Zeuge einen Stein vom Boden aufhebt, um ihn dann in Richtung der Demonstranten/innen zu werfen. An der 47. Verhandlung wartet man gespannt auf die Aussage von Mario Placanica, der aber aus gesundheitlichen Gründen (Treppensturz) nicht erscheint. Anwesend sind hingegen Dario Raffone, der Carabiniere der sich mit Placanica im Defender befand, und Giuseppe Zappia, Befehlshaber der ersten Abteilung des XII Bataillons Sicilia, der Raffone und Placanica zugehörten. Die Aussage von Dario Raffone ergänzt die Aussage des 10. Mai von Filippo Cavataio, dem Carabiniere des XII Bataillons Sicilia, der in der Piazza Alimonda den Defender fuhr, in dem auch Raffone und Placanica sassen. Durch die Aussagen der beiden, gekennzeichnet durch unzählige "ich erinnere mich nicht" werden aber viele ungeklärte Punkte deutlich, die, in Anbetracht der bereits während Lauros Aussage aufgetauchten Widersprüche, zur Wiederaufnahme des Verfahrens führen sollten. Was die Lage der Piazza Alimonda während und sofort nach der Tötung Carlos betrifft, widersprechen also Lauros Aussagen mit den Foto- und Videoaufnahmen der Verteidigung. Mit Raffone und Cavataio kommen dann noch weitere Widersprüche hinzu, die die Insassen und die Ereignisse, die sich vor und nach dem Mord an Carlo Giuliani im Defender abspielten, betreffen. Beide hören die Pistolenschüsse nicht, beide erinnern sich nicht an die Stunde und 20 Minuten, die der Defender brauchte, um ins Spital zu gelangen. Sie erinnern sich nicht, ob der Defender während der Fahrt zum Spital irgendwo angehalten hat, sie haben Placanica keine Fragen gestellt, sie können sich ganz einfach an nichts erinnern. Auch Giuseppe Zappia wird vom generellen Gedächtnisschwund angesteckt - er schildert in überaus präziser Weise seinen Tagesablauf bis zur Ankunft in der Piazza Alimonda - danach bricht aber sein Erinnerungsvermögen plötzlich völlig zusammen. Ungewollt gibt er aber ein paar wichtige Hinweise: Zappia sagt aus, er habe erfahren, dass der Defender auf der Fahrt zum Spital zuerst einen Halt bei der Einsatzzentrale der Carabinieri in der Festung San Giuliano gemacht habe. Ein wichtiger Hinweis, der die beschämende Aussage von Raffone, der mehrmals berichtete, der Defender hätte keinen Zwischenhalt gemacht, noch weiter diskreditiert. Zudem identifiziert er den Polizisten, der in der Piazza Alimonda neben Carlo Giulianis Körper stand: es handelt sich um Hauptmann Claudio Cappello. Auch Cavataio gibt schlussendlich während der 48. Verhandlung ein paar nützliche Hinweise. Nachdem man ihm das Funkgespräch zu hören gibt, das sich zwischen Kommandant Truglio und General Desideri (dem in der Einsatzzentrale anwesenden Befehlshaber der Carabinieri der Region Liguria) abspielte, und in dem Truglio um 18.20 Uhr ca. meldet, der Defender sei zur Fiera del Mare, dem Generalquartier der Sicherheitskräfte während dem G8, gefahren, munkelt er vorerst, er könne sich nicht mehr erinnern, ob der Defender zuerst ins Spital Galliera und dann zur Fiera fuhr, oder umgekehrt. Im zweiten Teil der Zeugenvernehmung ändert er seine Version und sagt, Raffone und Placanica und er seien alle in San Giuliano (der Einsatzzentrale der Carabinieri) ärztlich behandelt worden. Davon ist weder in einem Dienstbericht, noch in den Aussagen von Placanica und Cavataio nie die Rede. Bis zur Aussage von Placanica, der in verschiedenen Interviews versichert hat, er werde am Prozess als Zeuge auftreten um die Fragen der Anwälte zu beantworten, bleiben viele der Fragen über Piazza Alimonda vorerst ohne Antwort: 1. Wie viele Personen befanden sich im Defender? Raffone kann sich auf dem Foto des Defenders gleich nach dem Schuss nicht erkennen (auf dem Foto sieht man auf der einen Seite die Hand mit der Pistole und weiter hinten einen anderen Carabinieri, der den Kopf zwischen den Händen hält). Raffone beteuert, er hätte die Pistole nie ergriffen, ausserdem erkennt er sich nicht in der Person, die den Kopf zwischen den Händen hält, ferner gibt er an, sie seien zu dritt im Defender gesessen... 2. Wer waren die drei Personen? Warum erwähnen Raffone und Cavataio den Carabiniere Rando nie? Rando hat ausgesagt, er sei gleich nach der Tötung von Carlo mit einem Feldwebel, der sich dann ans Steuer des Defenders setzte, eingestiegen. 3. Warum braucht der Defender 1 Stunde und 20 Minuten um von der Piazza Alimonda zum Spital Galliera zu fahren? Mehr noch, falls Cavataio die Wahrheit sagt und der Defender vor seiner Ankunft im Spital Galliera irgendwo anders hinfuhr (Fiera, San Giuliano oder beide), warum hat das vorher niemand gesagt und warum steht das in keiner der Prozessakten? 4. Warum scheint die Szene in der Piazza absichtlich verstellt worden zu sein? Blutiger Stein, der erscheint und verschwindet? Eine Wunde auf Carlos Stirne, die erst erscheint, nachdem die Kopfbedeckung entfernt wurde. Kopfbedeckung die keine Schäden aufweist? [indymedia.de, von supportolegale - 20.06.2005 17:33] -------------------------------------------------------------------------- gipfelsoli infogruppe Newsletter mit Nachrichten über Mobilisierungen, Debatten und Repression im Zusammenhang mit Gipfelprotesten. Die AutorInnen der Beiträge, so sie nicht von uns verfasst sind, sind mit eckigen Klammern versehen. Wir können leider keine Verantwortung für die Richtigkeit der Beiträge übernehmen. Auch geben die Beiträge nicht zwangsläufig unsere Meinung wieder. Kontakt, Kritik, Beiträge: gipfelsoli at nadir.org ================================================ 09 [Fwd: for the safety of LGBT people in Poland] von:ilgaworldnews at ilga.org ================================================ ilgaworldnews at ilga.org wrote: Dear Friends, We are writing to share with you our growing concern for the safety of LGBT people in Poland. Last month, the Mayor of Warsaw decided to refuse to issue a permit for the city's Gay Pride parade. Less than a week after an improvised Pride march took place, the Mayor issued a permit for a so-called "normality parade." This "normality parade" was nothing other than an anti-gay demonstration whose main objective was an incitation to hate and intolerance towards LGBT people. Since that time, LGBT people all across Poland have been increasingly victims of harassment and physical abuse, including two people being shot and wounded in front of an LGBT club in Katowice. This violence is being committed in an atmosphere where public homophobia from government officials is commonplace and used to attract attention and get votes. In an open letter to Polish and European Union leaders, ILGA demands that the authorities put an end to this hostile and dangerous environment. To see our letter to Polish and EU leaders, please visit our website at the following link: http://www.ilga.org/news_results.asp?LanguageID=1&FileID=649&FileCategory=58&ZoneID=4 For more information on the situation in Poland, please see a resume from ILGA members in Poland, the Campaign Against Homophobia and Lambda Warsaw at the following link: http://www.ilga.org/news_results.asp?LanguageID=1&FileID=645&FileCategory=1&ZoneID=4 Stephen Barris Administrative and Communication Officer ILGA International Lesbian and Gay Association http://www.ilga.org ================================================ C) TERMINE ================================================ ======================== Montag http://www.mund.at/butt/Termine/Juni/2706.htm Dienstag http://www.mund.at/butt/Termine/Juni/2806.htm Mittwoch http://www.mund.at/butt/Termine/Juni/2906.htm ======================== ================================================ D) EDITORIAL ================================================ Für den Inhalt verantwortlich: Ihr. E-Mail-Adresse für Beiträge: widerstand at no-racism.net geschickt. widerst at nd MUND und alle Termine täglich aktualisiert im Web: http://www.no-racism.net/MUND Ziel von MUND (medienunabhängiger Nachrichtendienst) ist die unzensurierte und möglichst rasche Information über gesellschafts- politisch relevante Termine, Hinweise und Diskussionsbeiträge zu Widerstand und Antirassismus sowie verwandte Themen. sollen einen Titel, Namen und Emailadresse der/des AutorIn enthalten und möglichst kurz und prägnant gehalten sein, ev. mit Hinweis, wo weitere Informationen eingeholt werden können. Bitte keine Attachments! Die inhaltliche und sachliche Verantwortung liegt bei der/dem jeweiligen AutorIn bzw. jenen, die uns die Beiträge schicken. Der MUND wird von einzelnen TagesredakteurInnen zusammengestellt. Da Fehler nicht ausgeschlossen sind, bitten wir, nicht veröffentlichte Beiträge nochmals an widerstand at no-racism.net zu senden. Die Weiterleitung (auch auszugsweise) ist erwünscht. Beiträge mit rassistischen oder sexistischen Inhalten werden nicht veröffentlicht. Sehr persönliche Meldungen werden wir an den betreffenden Adressaten weiterleiten, aber nicht im MUND veröffentlichen. Die bisherigen Ausgaben sind unter http://www.no-racism.net/MUND archiviert. Terminankündigungen bitte nach folgender Vorlage: * Wann: Sonntag, 11.11.2001, 11:11 Uhr * * Was: Maskenball: Motto "Schwarzblau ist die Haselnuss" * * Wo: Villa Morgenrot, Grüner Anger 42, 2001 Wendendorf * * Kommentar: Anreise per Anhalter. Maskenzwang. Ende nie. Aber kurz und prägnant.* Die Rubrik "Redaktionelles" am Ende der Ausgabe ist u.a. eine Konsequenz aus der Notwendigkeit, sexistische, antisemitische und rassistische Beiträge nicht zu veröffentlichen, ohne jedoch stillschweigend Zensur zu üben. Hier wird - in anonymisierter Form - auf angehaltene Beiträge hingewiesen und eine kurze Begründung der Tagesredaktion für die Nichtaufnahme geliefert. (Weitere Gründe einen Beitrag nicht aufzunehmen sind z.B.: Attachments, kein erkennbarer Bezug zu den breit gestreuten Themen des MUND, Werbesendungen, sinnlose Kettenbriefe.) Die AbsenderInnen der betroffenen Beiträge werden hiervon informiert. Im Sinne einer "gläsernen Zensur" könnt ihr Euch die Beiträge gerne extra schicken lassen: Ein kurzes Mail an widerstand at no-racism.net genügt. ================================================ E) VERTEILERLISTE ================================================ Zur Eintragung in diesen Verteiler bitte direkt subskribieren unter http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/analle oder von der einzutragenden Adresse aus ein mail schicken an: admin at no-racism.net mit folgendem Text: subscribe no-racism Bitte wegen Automatisierung diesen Wortlaut verwenden! Zur Austragung aus dieser Liste bitte an aus Einsendungen an zusammengestellt. Bitte keine Attachments! (werden nicht angenommen) Redaktionsschluss für diese Ausgabe: Sonntag, 18.00 III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III ü, ö, ä, ß, Ü, Ö, Ä III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III widerst at nd-MUND is powered by http://alt.strg.at/ ================================================ From analle at no-racism.net Mon Jun 27 23:47:43 2005 From: analle at no-racism.net (=?iso-8859-1?q?MUND=3A_medienunabh=E4ngiger_Nachrichtendienst?=) Date: Mon, 27 Jun 2005 23:47:43 +0200 Subject: widerst@nd! - MUND: Dienstag, 28.6.2005 Message-ID: widerst at nd MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst www.no-racism.net/mund Dienstag, 28.06.2005 ================================================ A) INHALT ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN UND ANKÜNDIGUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 01 contextXXI-radio "Heidelinde Hammer" ================================================== 02 29.6.: Mythen der Oekonomie "BEIGEWUM" ================================================== 03 29.6.: Pressegespräch - ARBEITEN GEGEN RASSISMEN Ljubomir at Vienna.at ================================================== 04 2.7.: Wien: Fest 100 Jahre Wobblies "haenge matte" ================================================== 05 15.7.: Sommerfest von SOS-Menschenrechte im Hof des Linzer Schlosses "Presse SOS-Menschenrechte" ================================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN UND KOMMENTARE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 06 Behinderung und Grundversorgung "volxgruppenzentrum" ================================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< DISKUSSION ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 07 Die Staatsfixiertheit der Linken Café Critique ================================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< LINKS / VERWEISE / HINWEISE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 08 PUBLICUM: NEW ISSUE republicart web-journal eipcp ================================================== 09 Presseausgabe Glocalist Nr.78>> EU-Institutionen, J.C. Kapur "GLOCALIST REVIEW" ================================================== ================================================ B) TEXTE ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN UND ANKÜNDIGUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 01 contextXXI-radio "Heidelinde Hammer" ================================================== Wien - Orange 94,0 Freitag 13:00 - 14:00 Uhr Graz - Helsinki 92,6 jeden Montag 10:00 - 11:00 Uhr Klagenfurt - AGORA 105,5 / 106,8 / 100,9 jeden Donnerstag 19:00 - 20:00 Uhr Context XXI-Radio bringt den 14 und letzten Teil unserer Reihe: Subversive Theorie - "die Sache selbst und ihre Geschichte" Im Wintersemester 1989/90 hielt Johannes Agnoli seine Abschiedsvorlesung an der FU-Berlin. Beginnend mit dem Alten Griechenland und dem Spartakusaufstand über die Bauerkriege, die Renaissance und die Aufklärung hinweg, über Wilhelm Weitling, Karl Marx und Michael Bakunin bis in die Gegenwart hinein zeigt Angoli was es heißt, den Antagonismus gegen Herrschaft und Ausbeutung zu praktizieren und ihn zugleich zu denken. Teil 14, Kapitel 15: Subversion auf deutsch ================================================== 02 29.6.: Mythen der Oekonomie "BEIGEWUM" ================================================== Der Beirat fuer gesellschafts-, wirtschafts- und umweltpolitische Alternativen (BEIGEWUM) laedt ein: "Mythen der Oekonomie. Anleitung zur geistigen Selbstverteidigung in Wirtschaftsfragen" Anlaesslich der Praesentation des neu erschienenen BEIGEWUM- Buches stellen die OekonomieprofessorInnen Kurt Rothschild, Gabriele Michalitsch und Reinhard Pirker ihre "Lieblings"-Mythen vor Termin: Mittwoch, 29.Juni, 18h30 Ort: Presseclub Concordia, Bankg.8, 1010 Wien ************** NEU: "Mythen der Oekonomie. Anleitung zur geistigen Selbstverteidigung in Wirtschaftsfragen" Herausgegeben vom Beirat fuer gesellschafts-, wirtschafts- und umweltpolitische Alternativen (BEIGEWUM) VSA Verlag, 166 Seiten, 14 Euro, ISBN 3-89965-119-7 Bestellungen bei: beigewum at beigewum.at, http://www.beigewum.at In diesem Buch findet sich eine Sammlung der wichtigsten oekonomischen Mythen. Sie werden kurz vorgestellt und einer Gegenargumentation unterzogen. Die AutorInnen liefern damit ein kompaktes Nachschlagewerk und ein Argumentarium fuer oekonomiekritische Debatten. Die oeffentliche Diskussion ueber Wirtschaft und Wirtschaftspolitik ist dominiert von der Sachzwanglogik. In der Auseinandersetzung um wirtschaftliche Reformen spielen Wuensche, Interessen und Ziele breiter gesellschaftlicher Gruppen keine Rolle. Alles dreht sich um die Frage, welchem Anpassungsdruck durch neueste Entwicklungen (Ueberalterung, Globalisierung, Arbeitslosigkeit, Konjunkturflaute, ausufernde Steuerbelastung etc.) wieder Folge zu leisten ist. Der oekonomischen Expertise kommt bei der Legitimierung entsprechender Reformmassnahmen eine wichtige Rolle zu: Wirtschaftswissenschaftler, Unternehmensverbaende und Wirtschaftspolitiker haben die Aura des besseren Wissens und begruenden mit Expertenwissen zu treffende Massnahmen. Aber: »Wie in den meisten anderen sozialen Fragen kommt es auch in der Oekonomie sehr darauf an, von welchem Standpunkt aus eine Sache betrachtet wird. Oekonomische Argumente koennen zur Panikmache, Rechtfertigung von Diskriminierung und zur Verbreitung von Ohnmachtsgefuehlen eingesetzt werden, wie es heute alltaeglich geschieht. Oder dazu, die Gesellschaft besser zu verstehen, sich kritisch mit ihr auseinander zu setzen und sie zu veraendern. Wir hoffen mit unserem Buch zu jenem Ruestzeug beizutragen, das einer Demokratie angemessen ist: eine breite wirtschaftliche Bildung der Bevoelkerung und ihre Teilnahme an wirtschaftspolitischen Debatten und Entscheidungen.« (Aus dem Vorwort) ****************************** Kurswechsel. Zeitschrift fuer gesellschafts-, wirtschafts- und umweltpolitische Alternativen Jahresprogramm 2005 Heft 1: Alternative Oekonomien, alternative Gesellschaften Im Erscheinen: Heft 2: Die Welt als Feriendorf. Neue Routen der Tourismuskritik Heft 3: Risikoindividualisierung und ihre Folgen Heft 4: Produktionsbedingungen oekonomischen Wissens Infos und Bestellungen: http://www.kurswechsel.at ****************************** Beirat fuer gesellschafts-, wirtschafts- und umweltpolitische Alternativen (BEIGEWUM) http://www.beigewum.at beigewum at beigewum.at ================================================== 03 29.6.: Pressegespräch - ARBEITEN GEGEN RASSISMEN Ljubomir at Vienna.at ================================================== Einladung zum Pressegespräch: Mittwoch, 29.6.2005 um 10 Uhr Depot Café Breite Gasse 3 1070 Wien anlässlich des Beginns von ARBEITEN GEGEN RASSISMEN Ein Projekt im öffentlichen Raum, auf Plakatflächen entlang der Straßenbahnlinie D, Wien. Dauer: 1. bis 31. Juli 2005 Beim Pressegespräch sind die Projektbeteiligten anwesend. Es werden das Gesamtprojekt und die einzelnen künstlerischen Arbeiten vorgestellt. ARBEITEN GEGEN RASSISMEN ist ein von KünstlerInnen und AktivistInnen gemeinsam entwickeltes Projekt für den öffentlichen Raum. Eine Plakatserie zeigt unterschiedliche künstlerische und aktivistische Positionen, die Wirkungsweisen von Rassismen sowie Widerstandsformen dagegen thematisieren. Im Zentrum stehen Forderungen des Vereins *Schwarze Frauen Community* wie etwa: "Wir sind Schwarz. Wir sind qualifizierte ArbeitnehmerInnen und fordern Zugang zum Arbeitsmarkt!" oder "Österreich braucht ein Antidiskriminierungsgesetz!". Diese wurden in Zusammenarbeit mit dem Künstlerinnenkollektiv Klub Zwei (Simone Bader, Jo Schmeiser) visuell umgesetzt. Andere künstlerische Arbeiten führen Themen der Schwarzen Frauen Community inhaltlich fort und setzen sich mit Fragen migrantischer Selbstorganisation oder Konstruktionen von Weißsein auseinander. In einem weiteren Teil der Plakatserie werden österreichische Geschichtskonstruktionen hinterfragt. Künstlerische Arbeiten thematisieren Antisemitismus während der NS Zeit und wie dieser in die Gegenwart hineinwirkt, "Arisierung" und verzögerte bzw. letztlich nicht erfolgte Rückgabe sowie den Widerstandskampf der PartisanInnen gegen die Nazi Herrschaft. Ziel dieser Zusammenarbeit von KünstlerInnen und AktivistInnen ist es, eine Allianz gegen Rassismus und Antisemitismus zu bilden sowie Öffentlichkeiten dafür zu schaffen. ARBEITEN GEGEN RASSISMEN tritt rassistischer Normalität entgegen. Das Projekt wird im Rahmen von "Kunst im öffentlichen Raum Wien" realisiert. Projektkoordination und Konzeption: Daniela Koweindl, Martin Krenn Plakatarbeiten: Ljubomir Bratic/ Richard Ferkl, Petja Dimitrova, Anna Kowalska, Martin Krenn, Klub Zwei (Simone Bader, Jo Schmeiser), Schwarze Frauen Community Die Arbeiten sind von 1. bis 31. Juli 2005 auf insgesamt 29 Plakatflächen in Haltestellenbereichen der Straßenbahnlinie D (zwischen Südbahnhof und Althanstraße) zu sehen. Wir laden Sie herzlich zur Projektpräsentation ein! Mit freundlichen Grüßen, Daniela Koweindl, Martin Krenn mail at arbeitengegenrassismen.net Tel. 0699 11 786 710 Website zum Projekt mit weiterführenden Informationen: http://www.arbeitengegenrassismen.net (ab 29.6.2005) Kunst im öffentlichen Raum Wien: http://www.publicartvienna.at ================================================== 04 2.7.: Wien: Fest 100 Jahre Wobblies "haenge matte" ================================================== Still figthing after 100 years... FEST: 100 Jahren Industrial Workers of the World. Die Wobblies und das Syndikat Wien feiern am 2.Juli 2005 im Lolligo, 1., Fischerstiege 4-8, ab 19.30. LP´s führen durch die Geschichte einer radikalen Gewerkschaft. Kontakt: Industrial Workers of the World: www.iww.org Allgemeines Syndikat Wiens: e-mail: haengematte at linuxmail.org Post: Hängematte, Stiftgasse 8, 1070 Wien ================================================== 05 15.7.: Sommerfest von SOS-Menschenrechte im Hof des Linzer Schlosses "Presse SOS-Menschenrechte" ================================================== Der Innenhof des Linzer Schlossmuseums ist am 15. Juli zum zweiten Mal Austragungsort des Sommerfestes von SOS- Menschenrechte. Mit zahlreichen Programmpunkten für die ganze Familie und Jugendliche wird für gute Unterhaltung im wunderschönen Ambiente gesorgt. Für garantiert beste musikalische Unterhaltung sorgen die Linzer Band Hooch Gang und die Newcomer Echtsait. Die Captain Nemo Music Band, eine Musikgruppe bestehend aus minderjährigen Flüchtlingen, betreut von SOS-Menschenrechte, begeistert mit afrikanisch, brasilianischen Rhythmen. Spiel, Spaß und Spannung kommt auch für die kleinen Gäste nicht zu kurz - malen, basteln und ein Märchenerzähler. Außergewöhnliche Gaumenfreunden bietet das multikulturelle Buffet mit Spezialitäten aus der Mongolei, Tschetschenien und Afrika. Zusätzlich besteht auch die Möglichkeit, die aktuellen Ausstellungen im Schlossmuseum gratis und mit Führung zu besichtigen. Die freiwillige Spende am Eintritt kommt SOS-Menschenrechte zugute. Termin: 15. Juli 2005 ab 17:00 8 (bei Schlechtwetter 16. Juli 2005) Musik: Hooch Gang, Echtsait, Captain Nemo Music Band Eintritt: Freiwillige Spende für SOS-Menschenrechte Buffet: Spezialitäten aus der Mongolei, Tschetschenien und Afrika Führungen durch die Ausstellungen: 17:30 - 19:30 zu jeder vollen und halben Stunde Zum Staatsvertrag.1955 und wie wir wohn(t)en. Alltagskultur seit 1945 Kinderprogramm: 17:30 -19:30 Kreativworkshop für Junge und Junggebliebene 19:30 - 20:30: Märchen "Rund um die Welt" Den Flyer finden sie im Anhang. Mit besten Grüßen Karin Mach Rückfragehinweis: Mag. Karin Mach SOS-Menschenrechte Öffentlichkeitsarbeit A-4020 Linz, Tummelplatz 5 Tel.: 0732/ 777 404; 0699/1880 4041 mach at sos.at ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN UND KOMMENTARE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 06 Behinderung und Grundversorgung "volxgruppenzentrum" ================================================== 10.6.2005 Blitzlicht in Angelegenheit Grundversorgung von Asylwerbern mit Behinderung Der nach österreichischem Haftaufenthalt behinderte und besachwaltete Asylwerber T.S. Gottra wurde nach elfmonatigem Krankenhausaufenthalt Ende März 2005 unter dringender Auflage weiterführender ambulanter Rehabilitationsbehandlung aus stationärer Pflege entlassen. Diese ist bisher allerdings NICHT erfolgt!!! Seine schweren zerebralen und motorischen Behinderungen erfordern nicht nur dringende Reha-Behandlungen sondern wegen nicht barrierefreier (FSW verweigert beharrlich die Installierung der dringenden Nachrüstempfehlung des "Zentrums für Kompetenzen") Unterbringung in einem Massenquartier der Caritas allerdings eine Rund-um-die-Uhr-Assistenz für Tarlok Singh. Diese wird zur Zeit für die zwei AssistentInnen (die sich aber privat krankenversichern müssen!) mit je 50 Euro pro Monat "abgegolten", was bei Verweigerung einer Bevorschussung durch Pensionsamt und Sozialamt wie auch anderer Stellen einen neuen Maßstab im Behindertenbereich setzt: nicht den 1-Euro-Job sondern den 13einhalb-Cent-Job unversichert, versteht sich! Kosten der Selbstversicherung: 75,76 Euro. Anspruch auf allfällige Leistungen: KEINE (Sechsmonats-Frist). Dringende Rehabilitation muss in "Grundversorgung" bei Asylwerbern Pause machen. Assistenz daneben den "Sozial"-Staat füttern und als "Lohn" dafür verhungern. Nicht an der ausgestreckten Hand der "Grundversorgung", sondern an der ausgestreckten Zunge zumal sich Tarlok sein Menschenrecht auf den gesetzlichen Richter bei beharrlich verweigerter bescheidmässiger Absprache über diese "Sonderbehandlung" (über Geheiss des - sich eines besonderen "sozialen Gewissens" hohnlachend rühmenden - Bezirksvorstehers wird vom Sozialamt für den 7. Bezirk in Wien KEIN - wie auch immer gearteter - Bescheid in dieser Angelegenheit erlassen, damit der Rechtsweg vereitelt!) auch in A.... schieben kann. ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< DISKUSSION ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================== 07 Die Staatsfixiertheit der Linken Café Critique ================================================== Stephan Grigat "Danke, Gerhard!" Die Staatsfixiertheit der Linken und der Konformismus oppositioneller Bewegungen erschienen in: Bernd Hüttner/Gottfried Oy/Norbert Schepers (Hg.): Vorwärts und viel vergessen. Beiträge zur Geschichte und Geschichtsschreibung neuer sozialer Bewegungen. Neu Ulm: AG SPAK 2005, S. 135-147 Was bedeutet es, wenn sich deutsche Friedensdemonstranten bei ihrem Kanzler für die Standhaftigkeit gegenüber den USA bedanken? Um diese Frage zu beantworten, sollen im Folgenden einige Überlegungen des vor zwei Jahren verstorbenen Politikwissenschaftlers Johannes Agnoli zur Staatskritik und ihrer weit gehenden Abwesenheit in der Linken skizziert werden, um im Anschluss daran Thesen zum Konformismus der Neuen Sozialen Bewegungen (NSB) sowie der Antiglobalisierungs- und Friedensbewegung zu formulieren. I. Politik als Instrument der Herrschaft zu begreifen hat in der Linken eine lange Tradition. Die politischen Machtmittel, allen voran das Gewaltmonopol des Staates, wurden als Unterdrückungsinstrument der herrschenden Klasse interpretiert. Die Aufrechterhaltung der Macht des Bürgertums wurde zwar als Wesen der bürgerlichen Politik angesehen, aber nicht als das Wesen von Politik überhaupt. In der Regel wurde davon ausgegangen, Politik sei etwas Neutrales, erst mit Inhalten zu Füllendes, das von den Herrschenden nur für ihre Zwecke instrumentalisiert wird. Die traditionelle Linke leistete nur eine Kritik der bürgerlichen Politik. Johannes Agnoli stellte diesbezüglich eine der wenigen Ausnahmen dar. Er hat sich schon früh einer allgemeinen Kritik der Politik - eine Begrifflichkeit, die sich schon beim jungen Marx findet (Marx 1844: 379), aber im Marxismus keine große Beachtung gefunden hat - zugewendet. Den Wahlakt analysiert Agnoli in seiner 1967 erstmals erschienenen "Transformation der Demokratie" in unmittelbarer Anlehnung an die Kategorien aus der Marxschen Wertkritik. Die Wähler sehen sich selbst als bewusste Verbraucher von auf dem Markt angebotenen politischen Gütern, "die von den Konsumenten selbst als Gebrauchswerte verstanden werden, während in Wirklichkeit diese Güter durchaus reale Tauschwerte darstellen. Sie werden auf dem Machtmarkt als Tauschwerte realisiert, um die in den Wahlkampf investierte politische Machtposition profitabel zu machen." (Agnoli 1990a: 45) Die Wahl des Parlaments ist zentrales Moment der Legitimation von Herrschaft. Mit der Vollziehung des Wahlaktes akzeptieren die Wähler die Herrschaft über sich, weil sie der Illusion nachhängen, sie gegebenenfalls auf selben Wege abschaffen zu können. Soziale Bewegungen etablieren sich anfänglich zwar meistens jenseits von Wahlparteien. In der Regel entpuppen sie sich aber schnell als Vorfeldorganisationen von eben solchen. Vor allem waren und sind sie fast immer unfähig, eine grundsätzliche Kritik ihres vermeintlichen Ansprechpartners, des Staates, zu formulieren. Auch dazu findet sich Brauchbares bei Johannes Agnoli. Entsprechend seiner prinzipiellen Kritik an der Form Staat, die den "objektiven Zwangscharakter der Reproduktion" (Agnoli/Mandel 1980: 20) garantiert, wendet sich Agnoli gegen die Vorstellung der Möglichkeit einer Benutzung des Staates für sozialistische, kommunistische oder sonst wie emanzipative Inhalte. Im auch heute noch von vielen Parteimarxisten propagierten Konzept einer staatlich organisierten Übergangsgesellschaft erkennt er das Problem, "daß (...) gerade der Staat, der den Übergang besorgen soll, zugleich von Anfang an beginnt abzusterben." (ebd.: 19) Agnoli unterscheidet zwischen einer fundamentalen Opposition und einer integrierten Opposition. Die integrierte Opposition, die das bestehende System konstruktiv mitgestalten möchte, geht in fast allen Fällen aus der fundamentalen Opposition hervor. Aber nicht nur die integrierte, sondern auch die Fundamentalopposition neigt dazu, die in der Gesellschaft vorgegebenen politischen Regeln zu akzeptieren. Es wird gehofft, durch die Akzeptanz dieser Regeln die Möglichkeit zu erhalten, die eigene radikale Kritik einer größeren Öffentlichkeit bekannt und plausibel machen zu können. Dabei wird übersehen, dass die Kritik der politischen Regeln ursprünglich zum integralen Bestandteil der inhaltlichen Kritik jeder emanzipativen Fundamentalopposition gehörte. Mit der vermeintlich nur formalen Anpassung vollzieht sich demnach immer auch eine inhaltliche. (Grigat 2000: 150) Gegen diese Anpassung empfiehlt Agnoli die Subversion. Er definiert den Begriff der Subversion als Form menschlicher Emanzipation in finsteren, also in repressiven und konterrevolutionären Zeiten. Die Subversion ist nicht die Revolution selbst, sondern ihre Vorbereitung. Sie ist eine sowohl theoretische als auch praktische Tätigkeit, welche die Ordnung angreift, ohne jedoch wie die Vertreter der konformistischen Revolte, also auf ihre je eigene Art Attac, PDS und Neonazis, eine "noch ordentlichere Ordnung" (Agnoli 1996: 16) einzufordern. Gegen die Institutionalisierung der Subversion setzt Agnoli seine prinzipielle Parlamentarismuskritik. Er legt dar, dass Macht nicht dann wirksam kontrolliert und schon gar nicht sabotiert werden kann, wenn sich die Subversion auf die Institutionen der Macht einlässt, sondern nur dann, "wenn die Vernunft auf der Straße in Permanenz tagt." (ebd. 79) Als Konsequenz aus dieser Kritik der Politik geht es Agnoli auch perspektivisch gesehen nicht, wie wir es heute aus den Debatten über die Globalisierung kennen, um eine Rettung der Politik oder um eine Verteidigung der politischen Sphäre gegen die ökonomische, sondern schlicht um die Abschaffung der Politik. Gegen die Gleichsetzung von Politik und Öffentlichkeit im bürgerlichen Bewusstsein hält er an der Marxschen Kommunismusvorstellung fest: "eine Öffentlichkeit ohne politischen Charakter, das heißt eine Öffentlichkeit ohne Herrschaftsstrukturen." (ebd. 73) Gegen die Staats- und Politikfixiertheit der Linken im Allgemeinen und der sozialen Bewegungen im Besonderen, mithin gegen den Reformismus, lässt sich die Kritik der politischen Ökonomie in Anschlag bringen. Die materielle Grundlage der Politik ist der Erfolg des unter der Obhut eines Staates produzierenden Kapitals. Die ökonomische Existenzbedingung des Staates ist die Aufrechterhaltung der Mehrwertproduktion. Der Staat hat die Grundlagen zur erfolgreichen Kapitalakkumulation zu garantieren und möglichst zu verbessern. Durch die Besteuerung des produzierten Mehrwerts und der Löhne eignet sich der Staat seine materielle Grundlage an und erhält so die Möglichkeit zur Politik. Das strukturelle Problem für emanzipative Politik besteht darin, dass der Staat, sobald seine politischen Maßnahmen eine Quantität und Qualität annehmen, dass sie tatsächlich als Beitrag zu einer Emanzipation verstanden werden könnten und nicht mehr nur eine andere Verteilung des Elends bedeuten, sich tendenziell selbst seine materielle Basis entzieht. Durch emanzipative Politik werden die Möglichkeiten zur Kapitalakkumulation eingeschränkt. Die Masse des Mehrwerts sinkt und Politiker sowie Wirtschaftsführer behalten unabhängig von allem ideologischen und strategischen Brimborium recht, wenn sie meinen, wo nichts ist, kann auch nichts verteilt werden. Greift der Staat derart in die Produktion ein, dass die Mehrwertproduktion verringert wird, kratzt er bereits an seiner Fähigkeit zu weiteren Interventionen, da er beginnt, sich selbst seine Lebensgrundlage streitig zu machen. (Agnoli 1995: 43) Nun könnte eingewendet werden, dass sich diese Argumentation vorrangig auf sozialpolitische Maßnahmen des Staates bezieht. Die strukturelle Problematik der Versuche emanzipativer Politik lässt sich aber ebenso für Bereiche wie Rassismus und Sexismus aufzeigen, die seit Ende der 80 Jahre zu beliebten Betätigungsfeldern der Linken geworden sind. Wenn der durch die Wirkungen des Wertgesetzes erzwungene Status der "Minderwertigkeit", die damit verbundene Tauschunfähigkeit und die daraus resultierende Ungleichheit Hauptgründe für Rassismus und auch Sexismus sind, so ist es einerseits zwar einleuchtend, wenn rassistisch oder sexistisch Diskriminierte auf ihre Kapitalverwertbarkeit, ihre Produktivität und ihren Fleiß hinweisen und normativ die wertschaffende Potenz für real unproduktive, nicht wertschaffende Arbeit einfordern. Andererseits wird damit aber immer jene Wert- und Warenlogik reproduziert, die Menschen nach ihrer Verwertbarkeit sortiert, also in Wertvolle und Minderwertige einteilt und Gleichheit nur als Gleichheit der Warenbesitzer kennt. Derartige Überlegungen haben aber in großen Teilen der Linken einschließlich der NSB kaum Beachtung gefunden. Bei aller anfänglichen Institutionenkritik, die immer auch schon eine regressive Schlagseite hatte, die nicht die Emanzipation, sondern die Unmittelbarkeit von Herrschaft wünschte, wurde auch in den NSB bald darauf gesetzt, dass Wahlen die sinnvollste Möglichkeit sind, einen "dem kapitalistischen Interesse antagonistisch entgegenstehenden Mehrheitswillen" (Strasser 1975: 81)) zu artikulieren. (1)Dabei geriet völlig außer acht, dass eine massenhafte emanzipatorische Mobilisierung so lange kontrollierbar bleibt, wie sie sich in dem vorgegebenen Rahmen und in den angebotenen Institutionen bewegt. In solch einem Fall bleibt es bei der wieder integrierbaren Manifestation eines emanzipatorischen Interesses, das sich, wollte es tatsächlich zur Realisierung der Emanzipation schreiten, gerade außerhalb der für den entwickelten Kapitalismus adäquaten politischen Formen artikulieren müsste. Die traditionelle Linke wie auch große Teile der NSB gingen soweit, den Staat zur "institutionellen Voraussetzung des Sozialismus" (ebd.) zu erklären. Die Emanzipation von Ausbeutung und Unterdrückung soll demnach in der politischen Zwangsform Staat ihren höchsten Ausdruck finden. Den Beweis für die Möglichkeit eines friedlichen Übergangs zum Sozialismus sahen auch zahlreiche Aktivisten in den NSB in den Formulierungen des Grundgesetzes der BRD, das die Möglichkeit des Sozialismus offen lasse. (ebd.: 83) Zum einen wird damit suggeriert, dass, sollte sich tatsächlich einmal ein massenhafter Widerstand gegen Kapital und Staat artikulieren, die Emanzipation durch den Wahlakt herbeigeführt werden könnte, weil die Verfassung das schließlich erlaube. Was in solchen Fällen tatsächlich passiert, was also geschieht, wenn die herkömmlichen Integrationsleistungen der transformierten Demokratie nicht mehr greifen, nämlich der Rückgriff auf faschistische oder offen autoritäre Herrschaftstechniken hätte allerdings sowohl an europäischen als auch an Beispielen aus dem Trikont eingehend studiert werden können. Zum anderen ist die Behauptung, das Grundgesetz lasse die Möglichkeit der Revolutionierung der gesellschaftlichen Verhältnisse offen, schlichtweg falsch. Die Artikel 18 und 21 GG schreiben unmissverständlich die allgemeine Verpflichtung zur Verfassungstreue aller Bürger fest. Agnoli bemerkte dazu treffend: "So kommt es zu dem erstaunlichen Schluß, daß in der BRD der grundsätzliche Verfassungsdissens einfach unter Verbot steht." (Agnoli 1990b: 56) Politik sollte einerseits als bewusste Herrschaft und andererseits als objektiver, den Trägern von Politik unbewusster Durchsetzungsmodus der Wertverwertung begriffen werden. Die Politik der traditionellen Arbeiterbewegung und der NSB muss in solch einem Verständnis im Wesentlichen als Beitrag zur Durchsetzung der warenproduzierenden Moderne eingeschätzt werden. Alleine die Tatsache, dass alle anfänglich emanzipatorischen Bewegungen, die klassische oder auch alternative Politik betrieben haben, letztlich immer beim Staat gelandet sind und in der Regel nicht einmal dazu fähig waren (und es heute schon gar nicht mehr sind), über den Staat auch nur hinaus zu denken, rechtfertigt es, Politik, auch wenn sie sich antistaatlich gibt, als staatsfixiert zu begreifen. Eine Kritik der Politik setzt daher nicht auf die Wiederbelebung des Politischen oder auf die Rettung der Politik, sondern auf ihre Abschaffung. Das ist natürlich nicht besonders konstruktiv, zumindest nicht im gängigen Gebrauch dieses Wortes. Gegen diesen Einwand kann man nur darauf verweisen: So wie sich in der Kritik der politischen Ökonomie Sinn, Notwendigkeit und Möglichkeit der Abschaffung der Warenförmigkeit der menschlichen Arbeitsprodukte und damit auch von Geld und Kapital aus der Analyse der historischen Entstehung, der Funktion und der immanenten Widersprüche von Wert, Geld und Kapital ergeben, so resultieren auch Sinn, Notwendigkeit und Möglichkeit der Abschaffung des Staates in der Kritik der Politik aus der Analyse der Politik, des Staates und seiner gegenwärtigen demokratischen Verfasstheit und nicht aus einer bis ins letzte Detail ausformulierten Utopie von einer herrschaftsfreien Assoziation freier Individuen. (Adorno 1997; Grigat 1997) II. Die Aktualität von Agnolis Ausführungen zu den Folgen der Institutionalisierung von Protest und Widerstand, von der Verparteilichung und Parlamentarisierung von Subversion, lässt sich heute exemplarisch an der PDS demonstrieren. Ihrem Wesen nach ist sie eine ostdeutsche Protestpartei mit sozialdemokratisch-nationaler Ausrichtung. Vor ein paar Jahren konnte man noch darauf verweisen, dass sie trotz aller bereits erfolgten Anpassungsleistungen noch nicht vollständig, das heißt samt ihrer kompletten Anhänger- und Wählerschaft in das parlamentarische System integriert war. Die Politik der Parteiführung wie auch die Orientierung der überwiegenden Teile der Anhängerschaft haben inzwischen aber gezeigt, dass die PDS ein Paradebeispiel für die von Agnoli aufgezeigte Wirkungsweise der Integrationsmechanismen von demokratischen Institutionen ist. Bezüglich der sozialen Bewegungen lohnt es sich, nochmals einen Blick auf die Grünen zu werfen, die maßgeblich aus den NSB entstanden sind. Ein aufschlussreiches Buch, wenn auch nicht im positiven Sinne, ist diesbezüglich "Grün schlägt rot. Die deutsche Linke nach 1945” von den beiden amerikanischen Politikwissenschaftlern Andrei S. Markovits und Philip S. Gorski. In diesem Buch wird genau das zelebriert, was man auch bei den Grünen selbst und bei vielen Veteranen der NSB finden kann: die Selbststilisierung zur historischen Kraft der radikalen Negation, die mittlerweile aber zur Vernunft gekommen sei. Vieles von dem, was Markovits und Gorski über die Grünen schreiben, trifft eindeutig nur für die Entstehungsphase und bedingt vielleicht noch für Teile der Konsolidierungsphase der Partei zu. Dennoch formulieren die beiden fast durchgängig im Präsens und bezeichnen die Grünen beispielsweise als "Anti-Establishment- Partei" (Markovits/Gorski 1997:13). Die NSB könnte man nach den Ausführungen von Markovits und Gorski für einen ziemlich revolutionären Haufen halten. Sie hätten den Staat stets als "Hauptgegner" (ebd.:29) betrachtet. In Wirklichkeit war der Staat für die überwiegende Mehrheit der Aktivisten der NSB natürlich nicht der Gegner, sondern der Ansprechpartner, um dessen Verständnis man buhlte und auf dessen Einsicht man hoffte. Wogegen man sich wendete, war der bürokratische Überstaat, der sich von den Menschen und vom Volk entfremdende Staat. Zur Überwindung eben dieser Entfremdung wollte man einen gewissenhaften Beitrag leisten. (Nachtmann 2003:75) Gerne werden die NSB zu einer "autonomen Systemopposition" (Schultze/Gross 1997:12) verklärt. Markovits und Gorski schreiben, die NSB "agieren zwischen Establishment und Systemopposition" (Markovits/Gorski 1997:31). Sie verschweigen aber, dass sie das fast durchgängig in Hinwendung zu ersterem und in Abgrenzung zu letzterem getan haben und auch weiterhin tun. (Schandl 1996:70ff.) Sebstverständlich gab es innerhalb der NSB radikale Emanzipationsansätze. Schließlich tummelten sich auch zahlreiche Autonome oder Kader des Kommunistischen Bundes in der Antimilitarismus-, Friedens- und vor allem in der Anti-AKW- Bewegung (Steffen 2002:175ff.). Rückblickend erscheint das aber wie eine zu vernachlässigende Episode, auch wenn es das für die Zeitgenossen keineswegs war. Heute kann man nur mehr konstatieren: die NSB haben - mal intendiert, mal objektiv - ihren konstruktiven Beitrag zur Erneuerung nationaler Identität in Deutschland geleistet. Dass sie diesen Beitrag leisten konnten lag in erster Linie daran, dass jene grundlegende Gemütslage nationalstaatlicher Warenmonaden, die sich darin äussert, dass man sich permanent betrogen und übervorteilt fühlt, einen diffusen Hass gegen "die da oben" hegt und eventuell auch noch von geheimen Mächten im Hintergrund phantasiert, die am eigenen Elend Schuld sein sollen, bei den NSB, einschließlich ihres linksradikalen Flügels, nicht Gegenstand der Kritik war, sondern ganz im Gegenteil immer wieder als Beleg für die grundsätzliche Widerständigkeit der abhängigen Massen herhalten musste. Die zum Teil rassistischen, vor allem aber antisemitischen Implikationen jenes antikapitalistischen Ressentiments, das einzelne Kapitalisten und Politiker kritisiert, aber nicht das Kapital oder den Staat als solchen, bekamen die NSB nie in den Blick. Die Kritik an der begeisterten Bezugnahme auf jede auch nur irgendwie widerständige Regung der wert- und staatsfetischistischen bürgerlichen Subjekte und an der diesen Regungen im Postnazismus (Grigat 2003a: 9ff.) fast zwangsläufig innewohnenden Affirmation der Volksgemeinschaft war so auch nicht Sache der linksradikalen Steigbügelhalter der NSB, sondern lange Zeit nur jene von vereinzelten Polemikern wie Eike Geisel oder Wolfgang Pohrt (Pohrt 1987). Die Ökologie- und Anti-AKW-Bewegung hat lebensreformerisches Gedankengut ebenso salonfähig gemacht, wie sie oftmals irrationale Bedrohungsszenarien in die Welt gesetzt hat, die in englischsprachiger Literatur stets mit der "german angst" in Verbindung gebracht werden. Die deutsche Friedensbewegung hat mit ihrer Betonung des "Kriegsschauplatzes Deutschland" dem Nationalismus nicht nur Argumente geliefert, sondern ihn praktiziert; sie hat mit ihrer Rede vom "atomaren Holocaust" eine ebenso bequeme wie ekelhafte Form des Umgangs mit der NS-Vergangenheit gefunden und den deutschen Opferkult perpetuiert. Nicht zuletzt hat sie die heutige deutsche Regierungspolitik vorformuliert. III. Die Aktualität von Agnolis Kritik am Staatsfetischismus der Linken wird bei der globalisierungskritischen Bewegung, die sich schon heute nicht nur in Form von Attac als alternativer Herrschaftsberater inszeniert, überdeutlich. Sowohl in der politischen als auch in der wissenschaftlichen Diskussion über Globalisierung haben die Antiglobos zu einer Wiederbelebung des angeblich grundsätzlichen Gegensatzes von Markt und Staat beigetragen, die ganz im Sinne beamteter Staatsfetischisten sein kann. Durch die Fixierung der Kritik auf die zerstörerische Kraft des entfesselten Marktes gerät der Staat nicht nur aus der Schusslinie der Kritik, sondern er wird zum positiven Gegenüber des Marktes erhoben. Markt und Staat werden so nicht mehr als zusammengehörige Momente der kapitalistischen Produktionsweise begriffen, die sich nicht entgegenstehen, sondern notwendigerweise ergänzen. Statt dessen werden sie zu gegensätzlichen, sich nahezu ausschließenden Ordnungsprinzipien stilisiert. Der Markt ist das dem Kapitalismus eigene Modell der Zirkulation; der Staat ist das der Warenproduktion zugehörige organisierte Gewaltmonopol. Bevor der Staat über Sozialgesetzgebungen etc. eine weitgehende Integration der ihm Unterworfenen vollzieht, vollbringt er eine sehr viel ursprünglichere Integration. Er organisiert den stummen Zwang der Verhältnisse und stiftet so die Integration aller Individuen in die kapitalistische Warenproduktion. Erst durch die zwanghafte Verpflichtung aller Individuen auf Kapitalproduktivität und Staatsloyalität erhält der Souverän die Möglichkeit, jene Funktionen wahrzunehmen, die ihm dann von den Unterworfenen hoch angerechnet werden. Der nationalstaatliche Sozialstaat scheint ihnen zwar das positive Gegenprinzip zum zersetzenden Markt zu sein, in Wirklichkeit ist er aber nur dessen adäquate Organisations- und Durchsetzungsform mit historisch jeweils unterschiedlichen Ausprägungen. Wird in der Globalisierungsdebatte der Staat gegen den Markt in Anschlag gebracht, werden damit Folgen kritisiert und zugleich deren Ursache legitimiert. Es wird nicht mehr das Kapital als gesellschaftliches Verhältnis und der Staat als dessen kollektiver Organisator für die systematische Schädigung des subjektiven Interesses der abhängig Beschäftigten, also den Verdienst des Lebensunterhalts, verantwortlich gemacht. Statt dessen wird der Kapitalismus sprachlich mit immer neuen Zusätzen versehen. Kritisiert wird nicht mehr die kapitalistische Gesellschaft auf Grund ihrer ruinösen Folgen für die Mehrzahl der sie konstituierenden Subjekte, sondern nur mehr der unzivilisierte Kapitalismus, der Turbo- und Kasinokapitalismus, der ungezügelte, enthemmte und wildgewordene Kapitalismus oder der Raubtierkapitalismus. Die Häufung der kritischen Adjektive und Prädikate dient dabei ausschließlich der Verteidigung des Substantivs. Schuld am Elend der Welt ist scheinbar nicht mehr schlicht und einfach der Kapitalismus, sondern der Mafiakapitalismus. Als wäre die staatlich etwas mehr regulierte Warenproduktion und Kapitalakkumulation etwas sehr Schönes gewesen, übertreffen sich Leute wie der Sozialdemokrat Jean Ziegler heute selbst, wenn moralische Empörung gefragt ist und wettern gegen den "Börsendschungelkapitalismus" oder den "Killerkapitalismus". (Grigat 1998: 37 ff.) Dass Ziegler gleichzeitig bezüglich Israel ein klassisches "singleing out" betreibt, indem er in zahlreichen Publikationen an Israel Dinge kritisiert, die bei jedem anderen Staat dieser Welt in einer vergleichbaren Situation als normal hingenommen würden; (2) dass Ziegler also etwas macht, was in der gängigen Literatur als Indiz für Antisemitismus gesehen wird, ist alles andere als ein Zufall. Wer zur tatsächlichen Konfrontation mit der Herrschaft weder willens noch in der Lage ist, braucht einen Ersatz. Und diesen findet er im Antisemitismus. Der Antisemitismus ist - um mit der Rede von einem Ersatz nicht missverstanden zu werden - die denkbar barbarischste Reaktionsweise auf den Zwang zu Kapitalproduktivität und Staatsloyalität und zugleich die weitestgehende Einverständniserklärung mit diesem Zwang. Der Antisemitismus, insbesondere in seiner geopolitischen Reproduktion als Antizionismus, speist sich genau aus dem, was für große Teile der Antiglobalisierungsbewegung konstitutiv ist, also aus dumpfen Ressentiments gegen Zivilisation und Individualität, gegen Intellektualität, Abstraktheit und Liberalität, gegen Ausschweifung und Freizügigkeit, gegen Bürgerlichkeit im ursprünglichen Sinne und gegen Kommunismus im einzig emanzipativen Sinne, nämlich der Herstellung der Möglichkeit individuellen Glücks als absoluter Gegensatz zum völkischen Identitätswahn. Mit seinem "singleing out" repräsentiert Ziegler noch die vergleichsweise gemäßigte Form der Israelverdammung in der globalisierungskritischen Bewegung. Attac-Deutschland arbeitet beispielsweise mit den Trotzkisten von Linksruck zusammen, die ganz offen an der Seite der islamistischen Nazis von der Hamas stehen (3), und Vertreter des Österreichischen Sozialforums nehmen an Konferenzen der Hisbollah teil (Osten-Sacken 2004: 26). So ist es auch gar kein Wunder, dass bei der Attac-Friedenstour im Januar 2003 der italienische Globalisierungskritiker Alfonso De Vito die israelische Politik gegenüber den Palästinensern mit der Räumung des Warschauer Ghettos durch die Deutschen gleichsetzte. Das führte nicht dazu, daß Attac die Veranstaltung sofort abgebrochen hätte, sondern dazu, dass jene drei Personen, die sich über diese Ungeheuerlichkeit empörten, unter wüsten Beschimpfungen und körperlichen Attacken aus dem Saal geworfen wurden. (4) Bei diesen Vorfällen handelt es sich nicht um Ausrutscher, sondern in ihnen kommt das Wesen der globalisierungskritischen Bewegung zum Ausdruck. Das ist im Abschlussdokument von Porto Alegre nachzulesen, wo von der Notwendigkeit "zur Solidarität mit dem palästinensischen Volk und seinem Kampf um Selbstbestimmung", nicht aber vom Terror und vom Antisemitismus die Rede ist. Ein Redner von attac Stuttgart zog daraus vor einiger Zeit bei einer Palästina-Solidaritätsveranstaltung die deutschen Konsequenzen und erklärte die Mitglieder des Zentralrats der Juden zu einer "ungeheuerlichen Bedrohung Deutschlands" und will sie "vor ein Kriegsgericht stellen". (5) IV. Die eingangs kurz erläuterte Kritik Johannes Agnolis an der Staatsfixiertheit der Linken erscheint angesichts der Friedensbewegung vor und während des Irakkriegs fast schon anachronistisch. In dieser Bewegung wurde die Integration in den herrschaftlichen Konsens von großen Teilen der Aktivisten bereits im Vorfeld des Protestes vollzogen, eine Bewegung im Schulterschluss mit der Bundesregierung gegen einen äußeren Feind mobilisiert und sich brav beim Bundeskanzler für seine Standhaftigkeit bedankt. Man vergegenwärtige sich nur für einen Moment die Plakate, auf denen auf Demonstrationen zu lesen stand: "Danke, Gerhard!" Worum ging es dieser Friedensbewegung? Sie hat sich gegen die militärische Beseitigung der baathistische Herrschaft im Irak ausgesprochen; einer Herrschaft, die am ehesten als ein panarabischer Faschismus unter trikontinentalen, peripheren Bedingungen zu charakterisieren ist, der in seinen ideologischen Verlautbarungen wie auch in seiner Praxis offene Anleihen beim deutschen Nationalsozialismus und seinen Vorläufern genommen hat (Osten-Sacken/Uwer 2004). Die Friedensbewegung lehnte, ebenso wie die Bundesregierung, den gewaltsamen Sturz des Hussein-Regimes kategorisch ab, wollte aber vom Krieg gegen die irakische Bevölkerung, gegen die Nachbarländer und gegen Israel nichts hören. In Österreich und in Deutschland, Länder, deren Bevölkerung erst durch das Eingreifen der Roten Armee sowie der britischen und amerikanischen Bombergeschwader vom Judenmorden und vom Vernichtungskrieg gegen die halbe Welt abgehalten werden konnte, verkündeten Friedensfreunde von rechts bis links, Krieg habe noch nie ein Problem gelöst oder eine Verbesserung der Lage gebracht. Allein mit solchen Aussprüchen dokumentierten sie den Geschichtsrevisionismus in der Friedensbewegung, insbesondere in den Nachfolgestaaten des Nationalsozialismus. Sich selbst als links und antifaschistisch verstehende Gruppen haben schon bei ihren Stellungnahmen zum Afganistankrieg den Amerikanern ganz in der Manier des völkischen Boulevards das Bombardement Dresdens im 2. Weltkrieg vorgehalten - wohl im Unwissen darüber, dass es vor allem britische Bomberkommandos waren, die, nachdem es die deutsche Bevölkerung 12 Jahre lang nicht für notwendig befunden hatte ernsthaften Widerstand zu leisten, diese Festung der Volksgemeinschaft attakiert haben. In Deutschland und Österreich haben große Teile der Bevölkerung begeistert für den Krieg plädiert, als es gegen den alten Erzfeind Serbien ging. Als es aber gegen Saddam ging, der die Familien von palästinensischen Selbstmordattentätern großzügig finanziell unterstützt hat, waren sich die Deutschen und ihr ostmärkischer Anhang einig wie sonst niemand. Über zwei Drittel der Deutschen waren gegen den Krieg. Satte 95 Prozent lehnten einen Krieg der USA gegen den Irak in Österreich ab. Und es war sicher nur ein Zufall, dass die Ablehnung des Krieges bei den FPÖ-Anhängern in Österreich gleich 100 Prozent betrug und die Freiheitlichen, deren mal offizieller, mal inoffizieller Führer hervorragende Beziehungen zu den irakischen Baathisten unterhielt, sich zu einer eigenen Demonstration gegen die anglo- amerikanischen Kriegsvorbereitungen veranlasst sah. Die Linke wähnte sich dennoch als Opposition. Dabei stellt sie in Österreich und Deutschland schon nicht mal mehr die "pazifistische" Avantgarde dar, sondern trottet ihren sich als "Friedensmacht" etablierenden Regierungen nur noch hinterher und stärkt ihnen mit wenigen Ausnahmen bei der Konkurrenz mit den USA (Grigat 2003b:142ff.) den Rücken. Gerade die Friedensbewegung mit ihren mal naiven und mal bösartigen Argumenten, mit ihrem mal impliziten und mal expliziten Geschichtsrevisionismus, mit ihrem Desinteresse für die Bedrohung Israels und für die Massaker an der irakischen Bevölkerung, mit ihrem abstrakten Pazifismus, der mit revolutionärem Antimilitarismus, der sich über die Rolle der Gewalt in der Geschichte keine Illusionen macht, nichts zu tun hat, mit ihren dumpfen Ressentiments gegen Amerika, die mit einer Kritik an der Rolle der USA im globalen Prozess ökonomischer Ausbeutung und politischer Herrschaft nichts gemein haben, und mit ihren Demonstrationen, die vom Antisemiten, Antikommunisten und Massenmörder Saddam selbstverständlich und für alle wahrnehmbar als großer Sieg gefeiert wurden, gerade diese Friedensbewegung hat es verhindert, dass überhaupt vernünftige Kriterien entwickelt und auf breiterer Ebene diskutiert werden konnten, nach denen eine Intervention der USA im Irak vor dem Hintergrund des Interesses an allgemeiner Emanzipation zu beurteilen gewesen wäre. In der gemeinsamen Ablehnung der alliierten Intervention im Irak fanden Volk und Führung zueinander. Das verbindende Element war und ist der Antiamerikanismus wie auch der mal dezente, mal ganz unverblümte Antisemitismus in der Friedens- und Antiglobalisierungsbewegung (Scheit 2003:75). Die Plakate "Danke, Gerhard!" hießen nichts anderes als: Das Volk dankt dem Führer der Friedensvolksgemeinschaft. Anmerkungen: 1) Beispiele für den Staats- und Demokratieidealismus in den NSB finden sich in fast allen Aufsätzen eines Anfang der achtziger Jahre in einer Auflage von über 60.000 Stück erschienenen Sammelbandes zur Friedensbewegung (Pestalozzi 1982). 2) http://69.20.22.9/portals/benny/UN_WatchPetitionReZiegler.pdf; 3. 2. 2005 3) Die Formulierung "islamistische Nazis" führt immer wieder zu empörten Reaktionen. Wie aber nennt man Gruppierungen, die vermeintliche und tatsächliche Abweichler, Kommunisten, emanzipierte Frauen, Liberale, Homosexuelle und Juden hassen, Israel zerstören und das "jüdische Prinzip", alle Juden und ihre als "Gesinnungsjuden" identifizierten vermeintlichen oder tatsächlichen Unterstützer vernichten wollen, einem Kult des Todes huldigen, enge Kontakte und freundschaftliche Beziehungen zu Nazi-Deutschland unterhalten haben und zu den heutigen Rechtsradikalen unterhalten, "Mein Kampf" und die "Protokolle der Weisen von Zion" als Lektüre schätzen, Alfred Rosenberg und Fichte verehren und gerne auch mal mit dem Hitlergruß aufmarschieren.(Wistrich 2004: 250 ff.) Niemand leugnet die offenkundigen Unterschiede zwischen dem deutschen Nationalsozialismus an der Macht und der islamistischen sowie panarabisch-nationalistischen Mobilmachung. Ansonsten würde man ja auch einfach von Nazis, nicht von "islamistischen Nazis"sprechen. Einwände gegen diese Terminologie, die darauf hinweisen, dass doch weder die Taliban noch Hamas, Al Quaida oder Hizbollah über einen industrialisierten und hochgerüsteten Nationalstaat verfügen, sprechen das Offensichtliche aus und verkennen doch zugleich die aktuellen Gefahren im sich globalisierenden Postnazismus, der eine Verallgemeinerung des deutschen Krisenlösungsmodells und der deutschen Ideologie impliziert, und in dem sich zum schlanken Staat der Elendsverwaltung die Selbstmordrackets mit ihrem Outsourcing der Vernichtung und der Individualisierung des Faschismus gesellen. 4) http://www.adf-berlin.de/html_docs/berichte_deutschland/attac_friedenstour.html; 3. 2. 2005 5) www.attac.de/stuttgart/ dokumente/frieden/stammtisch_lgb.pdf; 3. 2. 2005 Literatur: Adorno, Theodor W. (1997): Kritik. In: Ders.: Gesammelte Schriften, Bd. 10.1, Frankfurt/M. Agnoli, Johannes (1990a): Die Transformation der Demokratie. 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The current focus examines the double meaning of "publicum" in a series of articles from the fields of political theory, art criticism and activist practice. http://republicart.net/disc/publicum/index.htm *Contents* Alex Demirovic: Hegemony and the Paradox of Public and Private Nancy Fraser: Transnationalizing the Public Sphere Maria Galindo: No matter how much you love me, I do not want to belong to you Marion Hamm: Indymedia - Concatenations of Physical and Virtual Spaces Miwon Kwon: Public Art as Publicity Oliver Marchart: Staging the Political. (Counter-)Publics and the Theatricality of Acting Stefan Nowotny: Clandestine Publics Simon Sheikh: In the Place of the Public Sphere? Or, the World in Fragments Paolo Virno: Publicness of the Intellect. Non-State Public Sphere and the Multitude Linda M. G. Zerilli: "We feel our freedom": Imagination and Judgment in the Thought of Hannah Arendt --- eipcp - european institute for progressive cultural policies a-1060 vienna, gumpendorfer strasse 63b contact at eipcp.net www.eipcp.net www.republicart.net ================================================== 09 Presseausgabe Glocalist Nr.78>> EU-Institutionen, J.C. Kapur "GLOCALIST REVIEW" ================================================== Sehr geehrte Damen und Herren, werte Redaktion, anbei der aktuelle GLOCALIST mit folgenden Themen: SCHWERPUNKT EZA-Initiative El Sol Als NGO der Woche präsentieren wir den Verein VUM, kritisches Kommentar zum TRIGOS Preis aus gewerkschaftlicher Sicht von Betriebsrat Peter Sima, ein Beitrag zum globalen Diskurs von J.C. Kapur (Indischer Industrieller und Herausgeber der World Affairs/New Dehli), DI Karl Doutlik (Leiter der Vertretung der Europ. Kommission in Österreich) und Büro des Europäischen Bürgerbeauftragten, Martin Ladstätter (BIZEPS) zum Behinderstengleichstellungsgesetz, ein Offener Brief von GLOBAL 2000 an BM Pröll, Fortsetzung der Serie CSR in Zusammenarbeit mit dem PRVA (Public Relations Verband Austria), Eröffnung der Diskussion zum Begriff Zivilgesellschaft und die gewohnten Vermischten Meldungen und Termine. Viel Freude beim Lesen wünscht Christian Neugebauer _____ Glocalist Review: Digitale Wochenzeitschrift für NGOs&NPOs Barmherzigengasse 17 - stiege 6 - top 1 A-1030 Wien f: 01/597 2001 m: 0699 11 88 16 43 e: office at glocalist-review.com w: http://www.glocalist-review.com Agentur: arbeitsraum-philosophie: agentur für analoge&digitale kommunikationswirtschaft GmbH- www.arbeitsraum.at ================================================ C) TERMINE ================================================ ======================== Dienstag http://www.mund.at/butt/Termine/Juni/2806.htm Mittwoch http://www.mund.at/butt/Termine/Juni/2906.htm Donnerstag http://mund.at/butt/Termine/Juni/3006.htm ======================== ================================================ D) EDITORIAL ================================================ Für den Inhalt verantwortlich: Ihr. 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Redaktionsschluss für diese Ausgabe: 20:00 Uhr III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III widerst at nd-MUND is powered by http://alt.strg.at/ From analle at no-racism.net Tue Jun 28 20:56:23 2005 From: analle at no-racism.net (=?iso-8859-1?q?MUND=3A_medienunabh=E4ngiger_Nachrichtendienst?=) Date: Tue, 28 Jun 2005 20:56:23 +0200 Subject: MUND: Mittwoch, 29. Juni 2005 Message-ID: <012e01c57c13$14dedd60$4e046d50@chello.at> MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst www.no-racism.net/mund Mittwoch, 29. Juni 2005 ================================================ A) INHALT ================================================ ============================================== 01 Wer hat uns verraten? From: office at asyl-in-not.org ============================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN UND ANKÜNDIGUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ============================================== 02 WTO: Konzernagentur statt Entwicklungsrunde From: presse at attac.at ============================================== 03 2. Juli: Warum Burggarten besetzen? From: infoladen-wels at liwest.at ============================================== 04 Context XXI neu From: a9104143 at unet.univie.ac.at ============================================== 05 Fuß- & Beachvolleyballtournier From: nicholas.hauser at gpa.at ============================================== 06 Volksstimme-Fest 2005 From: akin.buero at gmx.at ============================================== ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN UND KOMMENTARE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ============================================== 07 Geschichte: Offener Brief From: akin.buero at gmx.at ============================================== 08 Meine Tochter faßt niemand an! From: wadi.wien at gmx.net ============================================== 09 SexArbeit From: lefoe at aon.at ============================================== 10 Schlag gegen First Amendment From: akin.buero at gmx.at ============================================== 11 Ureinwohner blockieren Ölfördergebiet From: gfbv.austria at chello.at ============================================== 12 Wahlk(r)ampf/Glosse From: akin.buero at gmx.at ============================================== 13 EKH-Notizen From: akin.buero at gmx.at ============================================== 14 ÖBB-Lehrlingsabbau From: akin.buero at gmx.at ============================================== 15 EU-Glosse From: akin.buero at gmx.at ============================================== 16 Hochschulzugang From: kpoe_stmk at hotmail.com ============================================== ================================================ B) TEXTE ================================================ ============================================== 01 Wer hat uns verraten? From: office at asyl-in-not.org ============================================== Wer hat uns verraten... Liebe Abgeordnete der SPÖ ! Ihr kennt doch diesen alten Spruch? Und Ihr wisst auch, was sich auf "verraten" reimt? Aber auf Euch trifft das hoffentlich nicht zu. Ihr seid anders. Die meisten von Euch. Hoffe ich jedenfalls. Ihr werdet daher dem rassistischen Schandgesetz der Damen Prokop und Miklautsch Eure Zustimmung verweigern. Oder irre ich mich sehr? Einer von Euch hat zum "STANDARD" gesagt, er könne sich "nicht um persönliche Befindlichkeiten kümmern". Damit hat er Euren Menschenrechtssprecher, den Abgeordneten Posch gemeint, der gegen die Zwangsernährung hungerstreikender Flüchtlinge aufgetreten ist. "Persönliche Befindlichkeiten". Das muß man sich auf der Zunge zergehen lassen. Ein Rückfall in die alten Zynismen der Matzka-Zeit. Als man bei Euch vom "Gastarbeiter räumen" sprach. Wir NGOs werden einer Zwangsernährung von hungerstreikenden Flüchtlingen niemals zustimmen. Ich habe in den 16 Jahren, die ich meinen Beruf ausübe, zu viele Menschen betreut, die nur der Hungerstreik vor der Abschiebung in den sicheren Tod gerettet hat. Ich vergesse nicht den jungen Iraner Djavad, der nach 30 Tagen Hungerstreik mit einer schweren Magenblutung auf den Gehsteig vor dem Gefängnis am Hernalser Gürtel gesetzt worden ist. Er wäre beinahe dem Mullah-Regime ausgeliefert worden und dort in den Folterkammern zugrunde gegangen. Schließlich hat er doch Asyl erhalten in unserem gastfreundlichen Land. Ich vergesse nicht meinen Besuch bei Herrn Etienne aus dem Kongo, der auch am Hernalser Gürtel saß; er war mager geworden wie ein Bleistift; seit Wochen hatte er nicht die Wäsche wechseln können; auch er hat schließlich Asyl erhalten. Ich vergesse nicht Herrn A. und Herrn L. aus Tschetschenien, um kürzer zurückliegende Beispiele zu nennen; A. hat sich freigehungert und Asyl erhalten; L. war noch nicht mager genug, noch nicht transportunfähig, wurde in die Slowakei deportiert und war dort in Gefahr, weitergeschoben zu werden in Putins Folterlager. Aber er ist mit unserer Hilfe wieder da. Zuerst illegal, dann legal. Denn wir haben - dank einem psychiatrischen Attest über seine schwere Traumatisierung - seine Zulassung zum Asylverfahren erreicht. A propos Traumatisierung: Wir nehmen auch nicht hin, daß die Ausnahmeklausel für Traumatisierte und Folteropfer aus dem neuen Gesetz gestrichen werden soll. Wir hoffen sehr - und zwar auch für Euch und im Interesse Eurer künftigen Zusammenarbeit mit uns NGOs - daß Ihr einer solchen Ungeheuerlichkeit nicht zustimmen werdet. Es wird sonst, das wisst Ihr genau, vermehrte Illegalität geben in diesem Land. Wir NGOs werden unsere Klienten schützen. Mit den Mitteln, die uns zur Verfügung stehen. Wie gesagt, liebe Rote: ich hoffe sehr, daß die Überschrift in diesem Brief in Eurem Fall nicht stimmt. In ein paar Tagen werden wir es sehen. Beste Grüße ! Michael Genner Asyl in Not Währingerstraße 59 1090 Wien Tel.: 408 42 10-15, 0676 - 63 64 371 www.asyl-in-not.org Spendenkonto: Asyl in Not, P.S.K., Kontonummer 92.034.400 ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Die Zusendungen können Sie bei Bedarf unter http://asyl-in-not.org/abo/ abbestellen. Asyl in Not, Währingerstraße 59, A-1090 Wien Telefon +43/1/408 42 10, Fax +43/1/405 28 88 mailto:office at asyl-in-not.org http://asyl-in-not.org ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< AKTIONEN UND ANKÜNDIGUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ============================================== 02 WTO: Konzernagentur statt Entwicklungsrunde From: presse at attac.at ============================================== WTO: Konzernagenda statt Entwicklungsrunde? Utl.: WTO-ExpertInnen-Runde diskutiert Status Quo der Verhandlungen Soll die Doha-Entwicklungsrunde bis 2006 abgeschlossen sein, müssen die umstrittenen Verhandlungspunkte bis zur WTO-Ministerkonferenz in Hongkong ausgeräumt sein. Aus den Erfahrungen des Juli-Abkommens 2004 kennt man die Strategie der Verhandler und der Konzern-Lobbyisten, die wichtigsten Punkte bereits im Vorfeld der großen Gipfel, ganz abseits der Öffentlichkeit, abzuklären. Attac und andere zivilgesellschaftliche Organisationen wollen diese undemokratische Geheimdiplomatie verhindern.Die Aktivitäten des Attac-Netzwerks stehen unter dem Motto "Stoppt die Konzernagenda". Den Auftakt macht eine Diskussionsrunde zu den brisanten WTO-Verhandlungsthemen Landwirtschaft, NAMA (Industriegüter)und GATS. Attac freut sich, international bekannte WTO-Expertinnen erstmals in Wien begrüßen zu dürfen: Carla Coletti, International Metalworkers' Federation Carin Smaller, IATP, Genf Günter Stickler, Bundesministerium für auswärtige Angelegenheiten Éva Dessewffy, Arbeiterkammer, Wien Ort: Aula am Universitätscampus, Altes AKH, Hof 1, Wien Zeit: Donnerstag, 30. Juni 2005, 18:30 Uhr MedienvertreterInnen haben im Anschluss die Möglichkeit die beiden WTO-ExpertInnen Carla Coletti und Carin Smaller zu interviewen. Vorrangiges Ziel dieser WTO-Runde ist der Zollabbau im Bereich Industriegüter und Landwirtschaft. Geht es nach den NAMA-(Non-Agricultural Market Access)-Vorschlägen der EU und den U.S.A. führt dieses Abkommen zu einer regelrechten Deindustrialisierung der Länder des Südens. Der globale Standortwettbewerb würde noch stärker angeheizt und ginge auf Kosten der ArbeitnehmerInnen und der Umwelt. Für den Abbau der Exportsubventionen der US-amerikanischen und europäischen Landwirtschaft gibt es noch immer keinen konkreten Zeitplan. Dafür drängen im Gegenzug die Agrarindustrien der Schwellenländer auf den Markt und erschweren eine ressourcenschonende, auf Nahversorgung und Nahrungsmittelsicherung ausgerichtete Landwirtschaft. Und auch das GATS ist wieder brandaktuell: Eine so genannte "Core-Group" versucht geheim auszuverhandeln, dass ein Mindestlevel an Bereichen festgelegt wird, der liberalisiert werden muss. Von einer freien Entscheidung der jeweiligen Mitgliedsstaaten kann dabei keine Rede mehr sein. Rückfragen: Attac Österreich Presse Beatrix Beneder Margaretenstraße 166/3/25 A-1050 Wien Tel. +43 (0) 1 544 00 10 Mobil +43 (0) 676 537 98 95 Fax. +43 (0) 1 544 00 59 www.attac.at presse at attac.at ============================================== 03 2. Juli: Warum Burggarten besetzen? From: infoladen-wels at liwest.at ============================================== "Burggartenbesetzung" Samstag, 02. Juli 2005, ab 14 Uhr, im Welser Burggarten Live-Auftritt: Skaputnik + Auflegerei Warum Burggarten besetzen? Am 7.7.1998 beschloss der Welser Gemeinderat die sogenannte "Alkoholverordnung", die die Mitnahme und Konsumierung alkoholischer Getränke, sowie den Aufenthalt (!) alkoholisierter Personen auf Spielplätzen und in Parkanalgen unter Strafe stellt. Ebenso wurde ein "Rasensitzverbot" für den Welser Burggarten verordnet. Maßnahmen, die sich deutlich gegen jugendliche Randgruppen und Obdachlose richten, welche den Burggarten als Treffpunkt nutzen wollen. Doch schon bald begann sich Widerstand gegen diese Politik der Innenstadtvertreibung zu regen. Am 9. Juli 1999 rief der Infoladen Wels zu einer 1. symbolischen "Burggartenbesetzung" auf, welcher der Auftakt zu einer Serie von Kundgebungen werden sollte. Um die Forderung nach Rücknahme der Verordnungen zu artikulieren, werden sie seither kollektiv und kulturell mit Burggartenbesetzungen überschritten, zeitweise unter Beteiligung von über 100 Menschen. Allein 1999 fanden bis in den Dezember hinein über 20 wöchentliche Besetzungen statt, danach mindestens 1 mal pro Jahr. Anfangs durch massives Polizeiaufgebot überwacht und mitunter reichlich skurill a la "Ihr lassts den Burggarten in Ruhe und kriegts dafür den Park in der Freiung!" bis hin Drohungen, man werde die Kundgebungen verbieten. Nachdem die direkten Gespräche keine Fortschritte zeitigten, wurden über 500 Unterschriften gesammelt und im November die Bürgerfragestunde im Gemeindrat genutzt, was für erheblichen und erhofften medialen Wirbel sorgte. Politische Unterschützung kam dort allerdings nur von den Grünen und Liberalen, und das eher zauderhaft. Die Presse war den Anliegen der "BesetzerInnen" eher zugeneigt, selbst die Kronen-Zeitung äußerte Sympathie (Artikelchen "Gebt der Jugend genügend Platz!" vom 8.8.1999). Im April 2001 keimte die Hoffnung auf, das Problem auf juristische Weise zu lösen, indem ein Prozess angestrengt werden sollte: Es ist nämlich keinesfalls sicher, ob die Verordnungen überhaupt verfassungskonform sind. Um dies durchprozessieren zu können, versuchten Freiwillige, sich anzeigen zu lassen. Bis heute ohne Erfolg. Also keine Anzeige - keine Verhandlung. Die Politik der Stadt änderte sich durchaus - zwar wurden die Verbote nicht zurück genommen, aber seit 2001 hörten die Belästigungen durch Polizei und Security im Wesentlichen auf. Um den Burggarten auch weiterhin als Treffpunkt und lebendigen Ort zu sichern, werden nach wie vor Burggartenbesetzungen veranstaltet: Die nächste am SAMSTAG, 02. Juli 2005, ab 14 Uhr! Hinkommen und Freunde mitnehmen! Für widerständigen Aktionismus im öffentlichen Raum! Kultur der Lebensqualität statt Politik der Verbote! ============================================== 04 Context XXI neu From: a9104143 at unet.univie.ac.at ============================================== Context XXI 3-4/2005 erscheint demnächst, hier zwei Vorabveröffentlichungen einer 4-teiligen Serie über Chile und die Nazis: Wer hat die geladene Pistole auf dem Tisch gelassen? Der Philosoph Víctor Farías über die chilenische Linke http://www.contextxxi.at/context/content/view/262/1/ und Plädoyer für die "Vermischung der Rassen" Cesare Lombrosos Kriminalanthropologie im 19. Jahrhundert http://www.contextxxi.at/context/content/view/261/1/ ---------------------------------------------------------------------- Context XXI-Abo: http://www.contextxxi.at/context/content/view/45/57/ ---------------------------------------------------------------------------- ------------------------------ Context XXI 3-4/2005, Vorabdruck Wer hat die geladene Pistole auf dem Tisch gelassen? Der Philosoph Víctor Farías über die chilenische Linke Der Chilene Víctor Farías, Professor am Lateinamerika-Institut der FU-Berlin, sorgte in den letzten Jahrzehnten mit seinen Publikationen immer wieder für Furore, sei es durch sein Werk "Heidegger und der Nationalsozialismus", seine sechs-bändige Dokumentation über die chilenische Linke, die beiden Bände über "Die Nazis in Chile" und nicht zuletzt durch sein jüngst erschienenes und heftig diskutiertes Buch über Salvador Allende und dessen eugenische und rassistischen Ansichten. Mit ihm sprach Mary Kreutzer, am 20. Juni 2005 ------------------- Dr. Farías, könnten Sie zu Beginn kurz die Entstehungsgeschichte Ihres neuen Buches skizzieren? Wann und warum kamen Sie auf die Idee, Allendes Dissertation unter die Lupe zu nehmen? ---------------------------- Ich kam in den 60er Jahren als Philosoph nach Freiburg und studierte bei Martin Heidegger. Später realisierte ich, dass ein Verständnis Heideggers ohne Kenntnis der faschistischen Ideologie nicht möglich war. So entstand nach vielen Jahren Arbeit "Heidegger und der Nationalsozialismus", welches zunächst international eine Welle der Diskussion verursachte. Heutzutage gehören 90 Prozent meiner damaligen "Verrücktheiten" zum wissenschaftlichen Jargon, man braucht mich nicht einmal mehr zu zitieren. Als ich an diesem Werk arbeitete, merkte ich, dass ich als Philosoph nicht die wissenschaftlichen Elemente besaß, um sowohl die historischen als auch politischen Theorien und Ideologien mit dem philosophischen Diskurs zu verbinden. Ich musste einen weiteren Beruf erlernen und wurde "Halb-Historiker". Mein Sohn, er ist Professor für mittelalterliche Frühgeschichte an der Universität in Barcelona, half mir bei der Aneignung des Knowhow für die archivarischen Recherche. Ich durchkämmte etliche historische Archive, in der BRD, der DDR, und vor allem in Österreich, wo ich Unterlagen über Abraham a Sancta Clara und den Klerikalfaschismus suchte. Ständig stolperte ich am Rande über den Namen meines Landes, Chile. Ich notierte mir diese Begegnungen auf kleinen Zettelchen und legte einen eigenen Ordner an. Als mein Buch über Heidegger fertig war, systematisierte ich den besagten Ordner und mir wurde bewusst, wie eng und umfassend die Beziehungen zwischen der chilenischen Gesellschaft und dem Nazifaschismus waren. Daraus entstanden viele Jahre später die beiden Bände über "Die Nazis in Chile". Dort finden Sie auch Fakten zu einem weiteren dunklen Kapitel der chilenischen Linken. Simon Wiesenthal bat mich 1990, jene beiden Briefe zu finden, die er Allende während dessen Präsidentschaft 1970 und 1972 schrieb und in denen er den sozialistischen Staatschef ersuchte, den SS-Standartenführer und 100.000-fachen Mörder Walther Rauff, der in Chile als reicher Mann lebte (er wurde nicht enteignet), nach Israel auszuliefern. Doch Allende berief sich auf die chilenische Verfassung und die "Verjährung von Mord" und weigerte sich. Ich verschaffte mir Zugang zur gesamten linken Presse von 1963, als Wiesenthal seinen ersten Auslieferungsantrag von Rauff stellte. Rauff, die Nazi-Bestie, das Monster,...! Sofort erschießen! Hängen! Ab in die DDR oder in die Sowjetunion! schrieen die Kommunisten. Als die Linke an der Macht war - die Kommunisten etwa hielten wichtige Positionen im Justizministerium - wollte sie von all dem nichts mehr wissen. Mehr noch: in ihren Reihen fand der Verteidiger von Rauff, Enrique Schepeler, eine neue Heimat. -------------------------------------- Bevor Sie nach dem Putsch Pinochets das Land verlassen mussten, waren Sie aktives Mitglied der linksradikalen MAPU. Wie wurde innerhalb ihrer Partei mit der Tatsache umgegangen, dass ein Nazi-Verbrecher ungestört und unenteignet in Chile lebte? ----------------------------------------------- Rauff war inzwischen gemeinsam mit seinen Söhnen, die bis heute in Chile leben, Millionär geworden und pflegte beste Beziehungen mit sämtlichen Faschisten und ehemaligen SS-Angehörigen in Lateinamerika. Übrigens auch die Colonia Dignidad - diese konnte unter Allende sogar expandieren. Sie waren von einer kleinen Gruppe von verrückten Rassisten zu einer Transnationalen geworden. Heute spricht man nur noch von Pinochet und der DINA in diesem Zusammenhang, die natürlich Verbrecher sind, aber: wer hat die geladene Pistole auf dem Tisch gelassen? Damals war ich der einzige, der einen Prozess einleiten wollte, welcher mit einem Kommando enden sollte um Rauff nach Israel abzutransportieren. Wiesenthal hatte das Flugzeug bereits startbereit in Mendoza - er wusste nichts von meiner Person und ich nichts von ihm - doch der Plan scheiterte an gewissen infiltrierten Deutschen innerhalb meiner Partei. Ich bekam einen Prozess an den Hals, man warf mir "Amiguismo", also Freundwirtschaft, vor. Ich hatte auch gemeinsam mit einer Frauen- und Bauernorganisation Landbesetzungen auf Ländereien der Colonia Dignidad organisiert und kam damit gewissen Interessen in die Quere. Damals lehrte ich an der Universität, mein "Richter" wurde einer meiner Studenten und wir unterbrachen die "Verhandlungen" wenn die Vorlesung begann. Dieses Theater nahm mit dem Putsch ein jähes Ende... ------------------------------ Ihr Buch über die Dissertation Salvador Allendes sorgt in Lateinamerika und Europa für großen Wirbel und Missmut, nicht nur seitens der Allende-Stiftung, sondern auch seitens ihrer KollegInnenschaft, der Presse und der Solidaritäts-Bewegung. ------------------------------ Nein, das stimmt so nicht, ich bekam sowohl von linker als auch von rechter Seite Unterstützung. Von rechts wurde ich massiv unterstützt vom "Spiegel", ich würde diese Zeitschrift als mitte-rechts einordnen, von der FAZ, der Welt, der Berliner Tageszeitung, usw. Von links bekam ich wunderbare Aufsätze, im Konkret und auch in der Jungle World - das sind die Gegner jener Stalinisten, die meinen Kopf gefordert haben, also die Ausweisung aus der Universität. Ich habe gelernt, innerhalb der Linken sorgfältig zu differenzieren! ------------------------- Gab es außer den wütenden Abwehrreaktionen und der Denunziation von einigen linken Sekten, wie etwa rund um die nationalbolschewistische Zeitung "Junge Welt", und außer dem erwähnten Lob auch fundierte Kritik von links an Ihnen? -------------------------------- Nein, das gab es nicht. In Chile herrscht über das Buch großes Schweigen unter den Leuten von Format, unter guten Historikern wie Alfredo Jocelyn-Holt, Ruiz, oder Maturana und auch Illanes, die zur Geschichte der Medizin forschen. Sie wollen das Thema lieber totschweigen. Nur die Abgeordnete Isabel Allende reagierte empört. Sie ist die Tochter von Allende - nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Autorin dieser Romanschinken, die Tochter von Tomás Allende, Salvadors Halbbruder. Tomás war einer der ganz großen Nazis in Chile, und hatte eine führende Position im MNS (Movimiento Nacional Socialista). Er erhielt übrigens einen Posten im diplomatischen Dienst als sein Bruder Minister wurde. Auch dieses Kapitel, die Verbindungen zwischen den beiden Brüdern muss noch geschrieben werden. Aber zurück zur Abgeordneten Isabel Allende. Sie fand nur einen so genannten Historiker, der sich zum Buch äußern wollten, Gonzalo Vial. Er sagte, dass die Enthüllungen über Allende keinerlei politische Bedeutung für die Interpretation der Geschichte Chiles hätten. Denn "damals waren alle so eingestellt...". Dazu fällt mir höchsten ein spanisches Sprichwort ein: Mal de muchos, consuelos de tontos. (Das Übel von vielen ist er Trost der Dummen). Vial hatte Präsident Allende schon einmal verteidigt, in Bezug auf seine Weigerung, Rauff auszuliefern. Nach dem Putsch von 1973 erschien Vial gemeinsam mit anderen Historikern im Fernsehen und präsentierte ein Dokument, den "Plan Z". Darin enthalten war eine Liste von Offizieren und Generälen, die hingerichtet werden sollten und aus diesem Grund habe Pinochet den Putsch sogar vorverlegt. Jahre später sahen wir ihn nochmals im Fernsehen, als er zugab, dass dieses Dokument eine Fälschung war, um die Militärregierung zu legitimieren. -------------------------------------- Dann bleiben wir gleich bei den Reaktionen von rechts. Im Verlag Ediciones Altera, in dem Ihr Buch erschien, publiziert auch Pío Moa, ein von links nach rechts gewanderter Historiker, der revisionistische Thesen in Bezug auf den Spanischen Bürgerkrieg vertritt und Ihr Buch in den Himmel lobt. ------------------------------------- Ich würde Pío Moa anders beurteilen, wobei ich nur seine Dokumentensammlung zum Spanischen Bürgerkrieg kenne, die er nicht kommentiert, sondern Fakten präsentiert, die die PSOE, die spanischen Sozialisten, belasten und ihre Mitschuld an diversen Verbrechen nachweisen. Ich kenne nicht sein gesamtes Werk, jedoch das bis jetzt gelesene erscheint mir seriös recherchiert. Er fordert, so wie ich das ebenfalls im Falle von Chile tue, die linke Verantwortung ein. Die Demokraten unter den Rechten sollen Pinochet für seine Gräueltaten zur Rechenschaft ziehen, aber wir, die Linken, müssen wie Goethe es so schön sagte, vor unserer eigenen Türe kehren. Viele meiner Genossen haben im Exil Selbstmord begangen. Sie mussten aus ihrem Land fliehen, weil sie von unverantwortlichen Revolutionären, oder Halbrevolutionären, ans Messer geliefert wurden, ohne dass ihnen Waffen für ihre Verteidigung ausgeliefert wurden. Wenn Moa die Verbrechen der Linken in Spanien auflistet, etwa die Ermordung von Anarchisten durch Kommunisten, dann muss er nicht über Franco schreiben. Oder nehmen wir das Beispiel von Pablo Neruda, über den mein Assistent David Schidlovsky dissertiert. Neruda hat alle Anarchisten von dem berühmten Schiff schmeißen lassen und nur Kommunisten aufgenommen, als er ihre Flucht vor den franquistischen Truppen von Frankreich nach Chile organisierte. Es gibt ein Telegramm von ihm, in dem er schreibt: "Nur unsere Leute sind auf dem Schiff. Wir bekommen 1.500 Dollar pro Kopf." Warum soll ich über Franco, Pinochet oder den Geheimdienst DINA sprechen? Wichtig ist doch die neue Frage, wie es überhaupt dazu kommen konnte, dass solche Monster entstanden, also die Brecht'sche Fragestellung. ---------------------------------- Ihr Buch wird weiters vom Klerikalfaschisten César Vidal gelobt. Er ist ein Verschwörungstheoretiker, der vor kurzem ein Buch über die Freimaurer publizierte. Diese stünden hinter der PSOE und hätten Zapatero den Wahlsieg verschafft! Er freut sich, dass endlich gezeigt wird, was für ein Monster Allende war und fühlt sich bestätigt in seiner Auffassung, dass der Putsch Schlimmeres verhindern konnte. ----------------------------------------- Ich kenne dieses Material nicht und würde mich freuen, wenn Sie es mir zuschicken. Aber ich habe noch viel Besseres auf Lager: Le Pen hat mich auch gelobt! Wenn einer einen Kugelschreiber erfindet, dann kann Gabriela Mistral ein wunderbares Gedicht damit schreiben oder ein Wahnsinniger sticht damit in die Augen eines Kindes. Muss der Erfinder dafür Rechenschaft ablegen? Das ist absurd. Als mein Buch über Heidegger erschien, das heute als antifaschistischer Klassiker gilt, erhielt ich einen aufgeregten Anruf vom Direktor des Goethe-Instituts in Santiago. Bei einer Veranstaltung mit über 500 Zuhörern wurde über mein Buch diskutiert, als sich plötzlich Miguel Serrano erhob und zu einer Rede ansetzte: "Ruhe! Ich muss nun hier sprechen, und zwar um als Nazi und als Chilene meine Ehrfurcht und meinen Stolz auszudrücken, dass ein Chilene endlich bewiesen hat, dass der größte Denker des 20. Jahrhunderts ein Volksgenosse von uns ist!" Der Chef des Goethe-Instituts war außer sich und fragte mich, was um Gottes Willen er jetzt tun solle. Das ist eine deutsche Frage, nicht meine, ich bin Wissenschafter und sammle Dokumente, suche Fakten. Was damit gemacht wird, liegt außerhalb meiner Verantwortung. Norberto Ceresole, einer der schlimmsten Nazis in Argentinien und enger Vertrauter von Chávez, hat ein in diesem Sinne wunderbares Buch geschrieben, "Mein Freund Chávez". Darin lobt er mich, weil ich endlich den großen Denker Heidegger heim zu den Nazis gebracht habe. Andererseits erhielt ich drei Anrufe von Stalinisten, die ihre Freude darüber ausdrückten, dass "dieser Revisionist, Reformist, falscher Marxist, Leninist, dieses Schwein..." bekomme, was er verdiene. "Adelante compañero!" sagten sie zu mir, "mach weiter so!" Soll man das noch kommentieren? --------------------------------------- Trotzdem: wenn Sie diese Umgebung nicht schätzen - wieso publizieren Sie in einem Verlag, der den neurechten Alain de Benoist herausgibt, z.B. sein Buch "Comunismo y Nacismo" (Kommunismus und Nationalsozialismus)? ------------------------------------------------- Fakt ist, dass ich gar keinen Verlag gewählt habe. 14 der besten und größten spanischsprachigen Verlage ließen mich schriftlich wissen, dass das Manuskript wunderbar aber unveröffentlichbar sei. So half mir mein Freund Agapito Maestre einen kleinen Verlag in Chile zu finden, in dem das Buch zuerst gedruckt wurde. Übrigens sollte man Gabriel García Marquez fragen, wieso er mit dem Verlag von Berlusconi reich wird. Seine linken Freunde haben ihm das letzte Geld aus der Tasche gezogen um es für die Verbindungen zwischen Fidel Castro, der Guerilla und der Mafia von Pablo Escobar genutzt. Márquez hatte die Schnauze voll davon und will nun auch seine Brötchen verdienen, in der freien Marktwirtschaft. Er hat Krebs und muss seine Behandlung bezahlen können, seit damals arbeitet er mit dem Verlag Mondadori. Dieser hat übrigens ebenfalls Angst davor gehabt, mein Buch auf Spanisch in Chile zu veröffentlichen. Und so passierte mir dasselbe wie mit dem Buch über Heidegger: ich saß auf dem Manuskript, ohne Verlag, und meine Frau wettete, dass mein Buch nie veröffentlicht wird. Das Heidegger-Manuskript ging an sämtliche große Verlage in Deutschland: Rowohlt, Fischer, Suhrkamp, Beck - ich bekam die Pakete ungeöffnet zurück und sie lagen sechs Jahre lang im Keller. Meine Freunde Habermas und Tugendhaft hab ich in meinem Büro in den Telefonhörer schreiend erlebt, als sie versuchten, einen Verlag zu finden. Eine kleine Gruppe von Juden in der Nähe von Paris haben sich dann für mich eingesetzt, sie wollten unbedingt, dass das Buch veröffentlicht wird - innerhalb eines Tages war der Vertrag unter Dach und Fach. Dann kamen die Japaner und dann der Rest. Also, die Antwort auf Ihre Frage lautet: ich suche nicht, ich finde, wie Picasso sagt. Und noch was: wieso ist Herr Walser nach wie vor bei Suhrkamp? Wieso verlegt Rowohlt nach wie vor den italienischen Faschisten, den Heidegger- und Mussolini-Freund Ernesto Grassi? ----------------------------------- In der rechtsextremen "Despierta Chile" ist ein Jubelartikel und ein Interview mit Ihnen abgedruckt. Auf dieser Internet-Seite werden ebenfalls Bücher empfohlen, die Pinochet verherrlichen, Artikel, die Paul Schäfer in Schutz nehmen. Dort wird den Faschisten bzw. den "Märtyrern des Terrorismus gedacht und gemeint sind hochrangige Militärs, die von der MIR ermordet wurden. In einem "Essay" werden linke RegimegegnerInnen als "Ratten" - so heißt auch der Essay - bezeichnet und die "Entrattifizierung von 1973 erneut eingefordert! ------------------------------------------ Damit meinen sie auch mich, ich bin in deren Sinn also eine Ratte! Nein, ich gab diesen Leuten kein Interview, sie haben es von "La Segunda" aus Santiago übernommen. Dies geschah ohne meine Autorisierung und selbstverständlich hab ich dafür auch kein Geld bekommen. Jemand sagte vor kurzem zu mir: "Du hast dein T-Shirt gewechselt." Aber das habe ich nicht. Ich antwortete: "Es gibt kein Stadion mehr!" Es geht nicht mehr um dieselbe Sache wie früher. Heute ist es unsere Aufgabe intellektuell etwas zu leisten, damit aus der Geschichte gelernt werden kann. Wir müssen nicht Kulturpolitik betreiben sondern zivilisatorische Fortschritte erringen. Wir müssen die Quellen studieren, damit die Linke sieht, was falsch gelaufen ist. Und genau das wird mir verweigert. Selbst hier am Institut wurde ich torpediert, 25 Jahre lang! Ich wurde beinahe rausgeschmissen als ich eine 6000 Seiten umfassende Dokumentation über die chilenische Linke zusammenstellte, "La Izquierda Chilena". Damals hatte ich dasselbe Problem: sämtliche linke Kollegen stellten sich gegen das Projekt. Sie reisten sogar nach Spanien, um die Verlage "im Namen der Solidarität" davon abzuhalten, die Dokumentensammlung zu publizieren. Zufällig traf ich in Berlin einen chilenischen Schriftsteller namens Arturo Fontaine, der diese Vorkommnisse kaum glauben konnte und mir spontan anbot, die Sammlung im "Centro de Asuntos Públicos", einem Think Tank von Rechtsliberalen - natürlich sind das keine Faschisten - zu veröffentlichen. Meine Bedingung war, dass kein Wort und kein Beistrich verändert werden dürfe, denn die Dokumente enthalten u. a. vertrauliche Briefe unserer Genossen in Concepción, in Arica, usw., die detailreich die Ermordung von Menschen durch Pinochets Truppen beschreiben. Was die Linke unterdrücken wollte, wurde nun also von der Rechten publiziert. Und heute können die Studenten in Chile und in ganz Lateinamerika Dokumente jener Zeit lesen, zu denen sie sonst keinerlei Zugang gehabt hätten. Ein Journalist von "El Mercurio", eine nicht gerade linke Zeitung, fragte mich ob ich nun ein linker oder rechter Historiker sei und ich antwortete ebenfalls mit einer Frage: "Wenn Sie zum Zahnarzt gehen, wählen sie einen fortschrittlichen, einen konservativen, oder doch lieber einen, der Zähne ziehen kann?" Ich wähle nicht zwischen Optionen der Geschichtsbeurteilung, sondern verstehe mich als Archäologe, der Notgrabungen durchführt. Doch die Linke torpediert mich, wo sie nur kann. Ich bin unzählige Male mit dem Auto durch Spanien gefahren, jahrelang! Ich war x mal kurz davor das Buch zu publizieren und jedes Mal kam irgendeine "Delegation", meist Linke aus Deutschland, spielten sich als Papas der Chilenen auf und sagten: Nein, das wird nicht veröffentlicht - und es wurde nicht veröffentlicht! Soll ich also sogar den Linken in Chile die Auseinandersetzung mit sich selbst, die eigene Wirklichkeit, verweigern, nur weil ein Benoist im selben Verlag publiziert? Übrigens, dieser Benoist bekommt bald einiges von mir zu hören, in meinem zweiten Band über Heidegger und die Neonazis. Mal sehen ob der Verlag Altera dann nicht was unternimmt. Wir Intellektuellen sind durch diese geopolitische Katastrophe der Linken endlich ungestört, denn die brauchen uns nicht mehr, außer für Propaganda und für's Geschäftemachen wie diese beiden Katalanen der Allende-Stiftung, Garcés und Pey. ----------------------------------------- Ihre Recherchen über Heidegger, die Geschichte der Linken in Lateinamerika, deren Antisemitismus, Rassismus, gar Zusammenarbeit mit Nazis, usw. leisten einen wertvollen Beitrag in der historischen und philosophischen Aufarbeitung von Tabuthemen und ich hoffe, dass wir in den nächsten Jahren weiterhin vieles von Ihnen zu lesen bekommen, auch wenn mir der totalitarismustheoretische Ansatz im neuen Buch massiv missfällt. --------------------------------------------------- Wie meinen Sie das? ---------------------------------------- Der Applaus von weit rechts kommt nicht von ungefähr. Während Sie im Vorwort Ihres hervorragenden "Die Nazis in Chile" noch die Einzigartigkeit der Shoah betonen ("Denn hier machten Menschen zum ersten und einzigen Mal in der Geschichte die Auslöschung anderer Menschen zu ihrem Ziel, ohne darüber hinaus weitere Zwecke zu verfolgen.", S.11) schreiben Sie im Allende-Buch von "grundsätzlichen Analogien zwischen Kommunismus und Faschismus", die nicht nur in ihrem Biologismus kongruent seien, sondern auch in Bezug auf Ihre kriminellen Methoden. (S. 161) Sie gehen soweit, den Gulag mit der nationalsozialistischen Vernichtungsmaschinerie zu vergleichen (S.12) und verharmlosen damit letztere. ------------------------------------------------ Ich vergleiche nicht, ich bilde Analogien. In meiner Studentenzeit in Chile befasste ich mich mit der scholastischen Philosophie und deren Begriff von Analogie, welcher nicht mit Identität zu verwechseln ist. Analogisieren bedeutet, das ähnliche Verhalten von jemandem in verschiedenen Situation zu beobachten. Stalin war ein Verbrecher, aber er hatte ein Ziel, nämlich die Aufhebung der Klassen. Nehmen wir den Kaiser von China, Pu Yi, der sich als Maoist bezeichnete und somit seinen Lebensabend friedlich als Gärtner seines eigenen Palastes fristete. Das war unter Hitler nicht möglich, sein System war exterminatorisch. Es gab keinen Zweck hinter der Judenvernichtung. Der Zweck war die Vernichtung selbst. Hitler wurde zum Modell für alle möglichen Faschisten betreffend des Gebrauchs eines totalitären Systems in Bezug auf die Nutzung des Staates, der Medizin, der Psychiatrie, des Antisemitismus, der Rassenlehre. Analogisch betrachtet haben beide Systeme, Faschismus und Sozialismus, auf dieselbe Situation, die Krise des Kapitalismus, reagiert. Doch ich sage das genaue Gegenteil von Nolte: hier gibt es keinen Hitler weil es Stalin gab und auch keinen Stalin weil es Hitler gab, sondern beiden hatten einen eigentümlichen Bezug zur jeweiligen Ideologie. Hitler ist die beste Blume des Faschismus, Stalin ist letzte Scheiße des Sozialismus. Hitler ist die absolute Behauptung des Faschismus, Stalin ist der schlimmste Verrat am Marxismus. ------------------------------------------- Von "Verrat am Marxismus" steht nichts in Ihrem Buch. Eher gewinnt man den Eindruck, dass Sie die Begriffe Marxismus, Sozialismus und Stalinismus austauschbar verwenden. ------------------------------------------- Nochmals: Stalin hat den Marxismus wesenhaft verraten, er ist der schlechtmöglichste Marxist, wenn man ihn überhaupt als Marxist bezeichnen kann. Hitler ist jedoch definitiv der bestmögliche Nationalsozialist. Das nennt sich analogisieren, es ist Provokation. Vielleicht bin einfach zu theologisch geblieben. Aber ich werde Ihre Kritik in der deutschen Übersetzung berücksichtigen. Retractatus victoriosus! http://www.contextxxi.at/context/content/view/261/1/ Plädoyer für die "Vermischung der Rassen" Cesare Lombrosos Kriminalanthropologie im 19. Jahrhundert Dr. Mariacarla Gadebusch-Bondio ist Privatdozentin am Institut für Geschichte der Medizin an der Universität Greifswald und promovierte über Cesare Lombroso mit ihrer Publikation von 1995: "Die Rezeption der kriminalanthropolgischen Theorien von Cesare Lombroso in Deutschland von 1880 bis 1914". Das Gespräch mit ihr führte Mary Kreutzer, am 22. Juni 2005 ------------------------- Können Sie die Person Cesare Lombroso kurz skizzieren? ------------------------- Er gilt als Begründer der Kriminalanthropologie und der so genannten "Scuola positiva di diritto penale", die als Reaktion auf die klassische Schule von Cesare Beccaria entstand und dafür sorgte, dass im 19. Jahrhundert zunehmend Mediziner, aber auch Psychiater und Anthropologen sich der Thematik der Kriminalität genähert und bemächtigt haben. Sie begannen, Verbrecher anthropologisch und psychiatrisch zu untersuchen. Lombroso war jüdischer Herkunft, Sozialist, überzeugter ,Positivist', Philosemit, aber auch ,Rassist' - also nicht ohne Widersprüche und sicherlich eine Figur, die man sehr differenziert zu betrachten hat. --------------------------- In seiner Dissertation von 1933 bezieht sich Allende wiederholt und positiv auf Lombroso. In der Kontroverse über das Buch von Farías herrscht u. a. Verwirrung über einen Passus in eben dieser, nämlich über die Stelle, in der Allende unkorrekt oder zumindest mangelhaft gekennzeichnet Lombrosos rassistische Ansichten über diverse "indische Stämme", über "die Zigeuner", "die Araber" und "die Hebräer" zitiert. Hat Lombroso nun tatsächlich über letztere geschrieben, sie "charakterisieren sich durch bestimmte Straftaten, nämlich Betrug, Falschheit, Verleumdung und v. a. Wucher"? ---------------------------------------- Tatsächlich stammt dieses Zitat von Lombroso, und zwar auch der nächste Absatz, in dem Allende Lombroso - wiederum nicht gekennzeichnet - weiter zitiert: "Diese Daten legen nahe, dass die Rasse Verbrechen beeinflusst. Jedoch besitzen wir keine präzisen Daten, um diese Einfluss auf die zivilisierte Welt zu beweisen". Allende hat drei Lombroso-Werke in spanischer Übersetzung benutzt, die er in der Bibliographie anführt - leider ohne Angabe des Erscheinungsjahres. In der ersten Ausgabe von "L'uomo delinquente" ("Der geborene Verbrecher") von 1876 befinden sich die Bestandteile dieser längeren Passage - wenn auch anders organisiert und nicht in der Reihenfolge von Allende - in einem eher anekdotisch aufgebauten Abschnitt über die Verbindung zwischen Kriminalität und Rasse; in den späteren Editionen des "L'uomo delinquente" wird dem Thema ,Rasse-Verbrechen ' ein längeres Kapitel gewidmet. Hier ergänzt Lombroso die Schilderung der für die Juden angeblich typischen Formen des Verbrechens mit einer ausführlichen Begründung, wieso diese zu Tage treten: weil die Juden zu diesen Verbrechen durch die Gettoisierung, Einschränkung der beruflichen Freiheit, die erschwerten ökonomischen Bedingungen, etc., fast gezwungen werden. ----------------------------------- Das wiederum lässt Allende stillschweigend unter den Tisch fallen. ---------------------------------- Weil dieses Thema meiner Meinung nach für Allende keine große Rolle spielte. Er diskutiert die Thesen Lombrosos ja überhaupt nicht. Viel prominenter und häufiger bezieht er sich auf andere Personen, die in der ganzen Diskussion rund um das Buch von Farías überhaupt nicht erwähnt werden: vor allem Nicola Pende, der Begründer der endokrinologischen Untersuchung des Verbrechens. Lombroso schrieb diesen Satz, ohne Antisemit zu sein. Warum sollte also Allende, der diesen Satz paraphrasiert hat, ein Antisemit sein? Natürlich kann man nun verifizieren, ob die spanische Übersetzung, die Allende benutzt hat, damit übereinstimmt, aber das ist meiner Meinung nach für die Fragestellung nicht relevant. ----------------------------- Wie schätzen Sie Lombrosos "L'antisemitismo e le scienze moderne" im historischen Kontext seines Entstehens ein? ------------------------------------ Es handelt sich dabei um ein interessantes kleines Buch, in dem sich Lombroso positionieren wollte. Er tat dies, wie er im Vorwort schreibt, weil die historischen Ereignisse, die antisemitische Stimmung in Deutschland und Russland, ihm dies abzwangen. Als Vertreter der positivistischen, exakten Forschungsmethode versucht er eine rein wissenschaftliche und anthropologische Erklärung des Phänomens Antisemitismus zu geben. Dabei untersucht er Massenphänomene, Minderwertigkeitskomplexe, historische antisemitische Kontinuitäten seit der Römerzeit, usw. Am Ende kommt er zu einer überraschenden These: indem er die Argumentationen seiner Gegner ad absurdum führt, versucht er historisch und anthropologisch zu belegen, dass die Juden arische Elemente in sich tragen. Sie seien arischer als die Arier, während echte Semiten hingegen nur die Beduinen in Südarabien seien. Das Buch "L'antisemitismo" ist ein Plädoyer für die "Mischung der Rassen". Er spricht genau die größten Ängste an, die sich in der rassistischen und auch antisemitischen Wahnwelt immer wieder finden lassen: Angst vor Vermischung, Degeneration, Kontamination, etc. Er jedoch vertritt den Standpunkt, dass die genialsten Ideen und Menschen dort entstehen, wo sich die Rassen vermischen. ------------------------- Auf der anderen Seite gibt es eindeutig rassistischen Schriften von Lombroso - wie verträgt sich das? ------------------------------- In einem seiner frühesten Werke, "L'uomo bianco e l'uomo di colore" ("Der weiße und der farbige Mann") aus dem Jahre 1871, bricht der junge Lombroso eine Lanze für die Rezeption der Theorien Darwins in Italien. Wenn wir dieses Buch heute lesen, sind wir zunächst einmal irritiert. Die "weiße Rasse" sei schöner, überlegener, intelligenter, usw. und die "armen Neger befänden sich auf einer niedrigeren Entwicklungsstufe. Pateranalistisch und optimistisch beschreibt Lombroso den Weg der Entwicklung von den anthropoiden Affen zu den weißen Rassen. Die Zwischenstufen dieses von Umwelt und Klima beeinflussten Prozesses stellten die "schwarze und die gelbe Rasse" dar. In den Jahren, in denen man sich über die "Herkunft der Rassen" streitet, ist seine These monogenistisch, er sieht einen gemeinsamen Ursprung "aller Rassen" im darwinistischen Sinne. Lombroso personifiziert die für seine Zeit nicht unübliche, für uns heute äußerst beunruhigende, Harmonisierung eines wohlwollenden Rassismus der mit sozialistischen Fortschrittsgedanken kombiniert wurde. ----------------------------- Sie haben die Dissertation Allendes gelesen - wie würde Sie diese im Kontext der Zeit bewerten? ------------------------------------ Ich muss zunächst sagen, dass ich keine Allende- oder Chile-Expertin bin, auch das 20. Jahrhundert ist nicht mein Spezialgebiet, denn ich forschte über die Zeit davor und daher ist meine Antwort auch sehr vorsichtig formuliert. Für die Zeit, in der diese Promotionsarbeit geschrieben wurde, noch dazu von einem Psychiater, einem Mediziner, der die Werke von Pende genauso wie die ersten Arbeiten der entstehenden Kriminalanthropologie kennt, ist die Arbeit ziemlich besonnen. Vor allem verglichen mit den zeitgenössischen Schriften zu dem Thema, die in Deutschland verfasst wurden. Mir scheint, in aller Vorsicht formuliert, dass Allende eher in die Richtung der Pende-Schule tendiert. Zur Rezeption der Werke von Pende in Chile wären m. E. weitere Forschungen sicherlich wünschenswert. ---------------------------- Wer war Nicola Pende? ---------------------------------- Er lebte von 1880 bis 1970 und gehörte als Mitunterzeichner des 1938 verabschiedeten "Manifesto degli scienziati razzisti" zu den faschistischen Wissenschaftern Italiens. Als Begründer der Endokrinologie wollte er den Zusammenhang zwischen der Drüsenlehre und dem Verbrechen nachweisen. Er setzte somit einen Strich unter die "anthropologische Ära", also auch unter Lombroso. Sein Begriff von ,Biotypus' scheint den jungen Allende überzeugt zu haben. ----------------------- Wie wird Lombroso heute rezipiert? ---------------------------------- Niemand beruft sich heute auf seine Thesen, aber es gab immer wieder Phänomene der so genannten Lombroso-Renaissance. Ich finde es bedeutend, dass in einer Zeit, in der der Name Lombroso in Europa bereits verpönt war, man ihn z. B. in Lateinamerika noch nennen durfte ohne sich zu schämen. Das tat nicht nur Allende. Nicht nur für Historikerinnen und Historiker stellt Lombroso eine komplexe Wissenschaftler-Figur dar. Er provozierte ständig und schaffte sich mehr Feinde als Freunde. Er war ein Mensch, der durchaus seine Meinungen ändern konnte, dies tat er oft und gründlich - auch dank des Einflusses, den seine Schüler auf ihn hatten. Diese bewegten sich immer mehr weg von der Anthropologie in Richtung Soziologie und Psychologie des Verbrechens. Lombroso distanzierte sich am Ende ebenfalls von der Anthropologie und von der anthropometrischen Messung der Devianz, was enorme Schwierigkeiten in seiner Rezeption verursachte, da die meisten diese Wandlungen und seine Fähigkeit, sich selbst zu widersprechen, nicht akzeptieren oder nachvollziehen konnten. Context XXI braucht Abos! http://www.contextxxi.at/context/content/view/45/57/ ============================================== 05 Fuß- & Beachvolleyballtournier From: nicholas.hauser at gpa.at ============================================== Hallo! Danke für eure Rückmeldungen und Teilnahme an unserem internationalen Fußball- und Beach-Volleyball-Turnier. Da wir schon sehr viele Anmledungen zur Teilnahme haben, bitten wir Euch - falls ihr noch eine Mann-/Frauschaft stellen wollt - uns bis 4.07.2005 eure Teilnahme bekannt zu geben. Anbei noch ein mal die Informationen: Der Verein der ecuadorianisch-österreichischen Solidaritätsgemeinschaft und die IG work at migration, möchten Dich herzlichst zu unserem Fußball- und Beach-Volleyball-Turnier einladen. Festlicher Anlass für unser Turnier ist der ecuadorianische Nationalfeiertag, der sich 2005 zum 196. Male jährt und für ganz Südamerika einen Meilenstein darstellt. Denn 1809 forderte Quito, die Hauptstadt Ecuadors, als erste lateinamerikanische Metropole die Unabhängigkeit ein. Im Goldenen Konvent von San Agustín wurde am 10. August 1809 die Unabhängigkeitserklärung unterzeichnet. Frauen- und Männer-Mann/Frauschaften aus Ländern der ganzen Welt, die in Österreich leben, werden an unserem Turnier teilnehmen. Ziel unseres Turniers ist die Begegnung, gegenseitiges Kennenlernen und die Vernetzung aller Menschen und Initiativen, die gegen Diskriminierung in Österreich ankämpfen. Ein Fußballteam soll aus 7 Leuten (inklusive Tormann), ein Volleyball-Team aus 5 Leuten bestehen. Bei Interesse informieren wir Dich über die Vorbereitungstermine und Koordinationstreffen zum Turnier. WANN: 30. Juli 2005 ZEIT: 9.30 Uhr bis 18 Uhr WO: Sportcenter Donaucity Zwischen UNO City und Alter Donau, dem Donaupark und der Skyline der "Donau City" - 135.000m² Fläche - 1700 Bäume - Die Sportanlage gleicht einem Naturpark mitten in der City und befindet sich nur zwei Gehminuten von der U-Bahn-Station (U1) "Alte Donau" http://www.sportcenter-donaucity.at/ Was ist der Verein der ecuadorianisch-österreichischen Solidaritätsgemeinschaft? Wir sind ein Verein von Zuwanderern aus Ecuador. Wir unterstützen kleine, insbesondere Schulprojekte für arme und obdachlose Kinder und Jugendliche im Ecuador, leisten finanzielle und sonstige Hilfe für Landsleute die in Östereich in Notsituationen geraten sind, leisten einen Beitrag zur Integration von MigrantInnen aus Ecuador in Österreich und fördern den kullturellen Austausch zwischen Ecuador und Österreich. Wir setzen uns gegen Rassismus, Ausländerfeindlichkeit und jeglicher Art von Diskriminierung ein. Was ist work at migration? work at migration ist die GPA-Interessengemeinschaft für MigrantInnen. Wir sind eine basisdemokratische, gewerkschaftliche Plattform von MigrantInnen und Menschen, die sich für MigrantInnen und deren Unterstützung einsetzen. Das erste Mal in einer österreichischen Gewerkschaft haben MigrantInnen - unabhängig von Staatsbürgerschaft oder Betriebsratsfunktion - nun das Recht und die Möglichkeit direkt aus ihrer eigenen Mitte VertreterInnen zu wählen. Auch wenn Du kein Gewerkschaftsmitglied bist, kannst Du Dich kostenlos in unsere IG eintragen und auf diese Weise unser Service besser kennenlernen. http://www.interesse.at/migration Wir freuen uns auf Dein Kommen! Carlos Mendez Verein der ecuadorianisch-österreichischen Solidaritätsgemeinschaft Nicholas Hauser IG work at migration Espanol: La tierra es redonda, la pelota es redonda, el deporte no tiene fronteras Torneo de futbol y de volleyball playero Con motivo de la celebración del 10 de agosto, dia nacional del Ecuador te invitan la Comunidad Solidaria Ecuatoriana y la iniciativa sindical de inmigantes IG work at migration a participar en un torneo internacional de futbol y de volleyball playero en las categorias hombres, mujeres y niños. Participarán equipos de hombres, mujeres y niños inmigrantes de todas las nacionalidades residentes en Austria. El objetivo de este torneo es el encuentro amistoso, el intercambio cultural y establecimiento de contactos entre las diferentes asociaciones e initiativas de inmigrantes que se pronuncian en Austria contra el rasismo y todo tipo de discriminación. Fecha : 30 de julio 2005 Hora : 9 :30 a 17 :00 horas Lugar : Sportcenter Donaucity, Arbeiterstrandbadstr. 128, (U1-Alte Donau) La Comunidad Solidaria Ecuatoriana es una organización de ecuatorianos residentes en Austria que realiza actividades culturales y deportivas con el fin de recaudar fondos para apoyar proyectos en el Ecuador especialmente en el campo de la educación de niños y jovenes pobres. También brindamos apoyo a inmigrantes ecuatorianos para su integración en la sociedad y tratamos de fortalecer la unidad y el espiritu solidario de los inmigrantes. La comunidad Solidaria Ecuatoriana promueve también el intercambio cultural entre Ecuador y Austria y contribuye a la divulgación de las culturas latinoamericanas. Que es work at nigration? Es la representación de intereses de innmigrantes dentro del sindicato de empleados privados(GPA). Somos una plataforma sindicalista que representa y defiende los derechos de los inmigrantres tanto en el campo laboral como dentro de la sociedad en general. Por primera vez en la historia sindical, se logra que los inmigrantes tengan el derecho a elegir sus propios representantes en los órganos federales del sindicato sin que se tome en cuenta su nacionalidad o su función dentro del sindicato. ============================================== 06 Volksstimme-Fest 2005 From: akin.buero at gmx.at ============================================== Termin/KPOe: > VolksstimmeFest 2005 3./4. September, Prater - Jesuitenwiese Reduziert um eine grosse Buehne, aber unter Beibehaltung der verschiedenen politischen, kulturellen und kulinarischen Bereiche - so ist das Fest heuer geplant. Parallel verhandelt die KPOe mit dem Rathaus, zu welchen Konditionen das Festgelaende zur Verfuegung steht. Offensichtlich ist die Stadt Wien aber auch heuer nicht bereit, das Fest tatsaechlich zu unterstuetzen - im Gegenteil, der bislang vorgeschriebene Mietpreis und sonstige Auflagen sollen wohl eher zu seiner Verhinderung fuehren. Also sind etliche Einsparungen notwendig, um das VolksstimmeFest ueberhaupt durchfuehren zu koennen. Die politischen Gespraeche mit Bgm. Haeupl brachten zwar seine Unterstuetzungszusage; diese hat aber seine ausfuehrenden Magistratsbeamten nie erreicht. Ein Ringelspiel ueber viele Wochen, das dazu fuehrte, dass wir das VolksstimmeFest letztes Jahr aussetzen mussten. 2005 wollen wir die Jura-Soyfer-Buehne, eine grosse Buehne mit gemischtem Kulturprogramm, das Solidorf, die InitiativenStrasse, den Diskussionsbereich, ein reduziertes Sportfest, den Kinderbereich und die gewohnt vielfaeltige Gastronomie bieten. Nachdem unter den neuen Bedingungen vieles noch unklar ist - vor allem der finanzielle Rahmen und die Auflagen fuer die Wiesenbenutzung - versteht sich die Vorbereitungsarbeit als "work-in-progress". Anfragen, Anmeldungen und Wuensche fuer politische, kulturelle und anderweitige Beteiligung bitte an volksstimmefest at kpoe.at. Wir melden uns, sobald die Rahmenbedingungen geklaert sind. Alle aktuellen Informationen stehen unter www.volksstimmefest.at zur Verfuegung. *Christiane Maringer, KPOe/gek.* ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN UND KOMMENTARE ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ============================================== 07 Geschichte: Offener Brief From: akin.buero at gmx.at ============================================== > OFFENER BRIEF > an info at wienerriesenrad.com Sehr geehrte Damen und Herren, auf ihrer Info-Website http://www.riesenrad.com wird unter dem Menuepunkt "Geschichte" die NS-Zeit und die "Arisierung" des Riesenrades ausgeklammert, was folgende Fragen aufwirft: In welchem Jahr wurde das Riesenrad seinem Besitzer Eduard Steiner geraubt und wer bereicherte sich daran? Wer traegt die Verantwortung dafuer, dass die ErbInnen von Eduard Steiner 5 Jahre prozessieren mussten, um endlich wieder das Riesenrad zurueckzuerhalten? Warum waren die in Prag lebenden ErbInnen gezwungen 1964 das Riesenrad zu verkaufen? Eduard Steiner wurde 1944 in Auschwitz ermordet, planen Sie im "Gedankenjahr 2005" ein sichtbares Erinnerungszeichen beim Riesenrad anzubringen, um der Ermordung zu gedenken? Werden die von mir angefragten Informationen auf ihrer Webpage abrufbar sein? In Erwartung einer baldigen Antwort *Martin Krenn* * (Sollte es eine Antwort geben, so wird sie auf http://www.martinkrenn.net abrufbar sein) ============================================== 08 Meine Tochter faßt niemand an! From: wadi.wien at gmx.net ============================================== aus: Frauensolidarität Nr. 92, Juni 2005 "Meine Tochter fasst niemand an!" Über den Kampf gegen Weibliche Genitalverstümmelung im Nordirak von Mary Kreutzer Nach Jahren des ba´thistischen Terrors, in dem frauenverachtende Praktiken einen integralen Bestandteil des Herrschaftssystems darstellten, wird nun erstmals ein Tabu-Thema der irakischen Gesellschaft angetastet: eine jüngst veröffentlichte Studie 1) spricht von mindestens 60 % beschnittenen Frauen in der Region Germian. Die Mitarbeiterin von WADI 2) berichtet über Strategien von Fraueninitiativen gegen die schädliche traditionelle Praktik der weiblichen Genitalverstümmelung (FGM). 2004 und 2005 bereiste ich den Nordirak und nahm an etlichen Frauenversammlungen in verschiedenen Dörfern der Region teil. Wadi * (Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit in Deutschland und Österreich) unterstützt dort frauengeführte mobile Teams bestehend aus einer Ärztin und einer Krankenschwester, die Gesundheitsberatung und ambulante Untersuchungen anbieten, sowie aus einer Sozialarbeiterin bzw. Psychologin, die den Frauen in rechtlichen und psychosozialen Fragen zur Seite steht. Frauenversammlung in Hewata Es wird Information über Frauenrechte sowie materielle Unterstützung in Form von Lebensmitteln, Kleidung und Medizin geboten. Immer wieder kommt die Diskussion zum Thema Gewalt in der Familie, Zwangsverheiratung, Ehrenmord und - weibliche Genitalverstümmelung. Besonders eindrucksvoll war eine Versammlung in der Ortschaft Hewata. Nachdem die Ärztin über die physischen und psychischen Konsequenzen der Entfernung der weiblichen Genitalien gesprochen hatte, entflammte eine Diskussion unter den etwa 30 anwesenden Frauen - Pros und Contras wurden eingeworfen. Nach zwei Stunden stand eine Frau auf, umarmte ihre kleine Tochter und sagte: "Meine Tochter fasst niemand an! Ich wusste von all dem zuvor nichts, die älteren ließ ich leider noch beschneiden..." Ba´thistischer und islamistischer Terror gegen Frauen Frauen wurden unter dem Ba´th-Regime in das totalitäre System ebenso integriert wie Männer, mussten Spitzeldienste leisten und wurden auch zum Militär eingezogen. Nach der "Anfal-Kampagne" der zweiten Hälfte der 80er-Jahre, in der ca. 180.000 KurdInnen ermordet und über 50.000 Anfal-Witwen unversorgt zurückblieben, wurden die sogenannten "Ehrenmorde" vom Regime mittels des "Gesetzes über persönliche Ehre" legalisiert. 1991 lancierte das Regime eine öffentliche Kampagne gegen angebliche Prostituierte, der zwischen 1991 und 2002 rund 1.500 Frauen zum Opfer fielen. Viele dieser im Zuge der sogenannten "Treue-Kampagne" vom Staat hingerichteten Frauen wurden öffentlich enthauptet.3) In dieser Zeit, ab dem Jahr 1991, errichteten die KurdInnen im Norden des Landes ein autonomes Gebiet und entkamen den Fängen des Zentralregimes. Doch bald setzten sich in den Grenzgebieten zum Iran islamistische Gruppen fest. Ehrenmorde standen in den Gebieten unter islamistischer Kontrolle wieder an der Tagesordnung, Frauen wurden in sämtlichen Lebensbereichen terrorisiert. Die Zeit des Schweigens ist vorbei Mit dem Sturz des Ba'th-Regimes im April 2003 konnten nun auch die radikal-islamistischen Gruppen in den Bergen des Nordiraks in einer gemeinsamen Offensive von kurdischen Peshmergas und alliierten Truppen vertrieben werden. Die Frauenbewegung, die 1991 entstanden war, tritt seit damals immer stärker an die Öffentlichkeit und beendete die Zeit des Schweigens über die massiven Missstände, unter denen Frauen während der letzten Jahrzehnte zu leiden hatten. Die skizzierten politischen Faktoren, welche es Frauenorganisationen bisher verunmöglicht hatten, über frauenverachtende Traditionen wie etwa FGM oder Ehrenmorde in der Öffentlichkeit zu sprechen (geschweige denn dagegen anzukämpfen), wandelten sich seit 2003 radikal und eröffneten erstmals neue Chancen und Freiräume, die auch genutzt werden. Im Jänner 2004 scheiterte der Versuch der gemäßigten Islamisten der Übergangsregierung, das säkulare Personenstandsrecht abzuschaffen und stattdessen die Sharia einzuführen, am Widerstand von Massendemonstrationen in Bagdad. Im Nordirak formierten sich die Frauenorganisationen und protestierten gegen die zu lasche Verfolgung der nun unter Strafe gestellten "Honour Killings". Als die ersten mobilen Teams von Wadi vor zwei Jahren begannen, Frauenversammlungen in Dörfern abzuhalten, wurden sie wiederholt mit FGM und dessen Folgen konfrontiert. Die Ärztinnen entschlossen sich eine erste Befragung bei 1544 Frauen und Mädchen ab 10 Jahre in der Region Germian durchzuführen - die Resultate waren schockierend: 907 waren beschnitten, also mindestens 60 % aller Frauen. Nun soll eine umfassende Studie im gesamten Nordirak unter der Beteiligung irakischer und namhafter internationaler Universitäten folgen. Ein Aufklärungsfilm und eine Reportage, die sowohl im Irak als auch im Ausland mittels mobiler Kinovorführungen ausgestrahlt werden sollen, sind kurz vor der Fertigstellung. Im Irak wird meist die Klitoridektomie (teilweise Entfernung der Klitoris), Sunnah-Beschneidung genannt, vollzogen. Die dafür zuständigen Hebammen führen "die Operation" ohne Betäubung und oft unter prekären hygienischen Umständen durch. Infektionen, Blutungen, Deformation der Genitalien, Probleme beim Urinieren, Geschlechtsverkehr und Geburt sind nur einige der Folgen. "Als ich 7 Jahre alt war", erzählt die 47-jährige Sairan aus Suleymania, "nahm mich meine Mutter bei der Hand und schleppte mich zu einem Haus mit Holzdach, an das ich mich nur zu gut erinnern kann. Von weitem hörte ich die Schreie anderer Mädchen. Es waren sechs, die sich bereits in dem Haus befanden und die ebenfalls beschnitten wurden." Sie kann die erfahrenen Schmerzen nicht vergessen und leidet heute noch unter Angstzuständen wenn sie an jenen Tag ihrer Kindheit zurückdenkt. 4) Eine Wadi-Mitarbeiterin erzählt, wie sehr sie und ihre jüngere Schwester die Dorfhebamme fürchteten und vor ihr flohen. Im Gegensatz zu ihren älteren Schwestern wurden sie nicht beschnitten, da die beiden sich für die jüngeren Schwestern einsetzten und sie vor dem Eingriff bewahrten. Doch in der Öffentlichkeit darüber zu sprechen war für sie unter den Bedingungen der Diktatur und der ständigen Flucht vor der genozidalen Verfolgung durch die Regierungstruppen ein Ding der Unmöglichkeit. Wadi versucht auch mit muslimischen Autoritäten zusammenzuarbeiten. Liberale sunnitische Geistliche erließen 2001 in Suleymaniah eine fatwa (religiöses Gutachten) gegen FGM. Es ist als ein erster kleiner Erfolg zu betrachten, dass FGM in Stellungnahmen im Fernsehen und Radio thematisiert bzw. zum ersten Mal öffentlich angesprochen wurde. Die der Partei Talabanis, der Patriotischen Partei Kurdistans, nahestehende Frauenorganisation "Kurdistan Women's Union" organisierte eine Kampagne, in der Vorträge und Seminare angeboten und Mütter über die Auswirkungen von FGM aufgeklärt werden. Auch lokale Autoritäten beginnen langsam das Thema ernst zu nehmen und mittlerweile ist FGM nach irakischem Strafgesetzbuch strafbar. Wenn eine registrierte Hebamme bei einer Beschneidung ertappt wird, entzieht man ihr die Lizenz. Aber bei weitem nicht alle "Beschneiderinnen" sind registrierte Hebammen und traditionelle "Beschneiderinnen" führen FGM in ihren Häusern im Geheimen bei der betreffenden Familie durch, worauf das Gesetz (noch) wenig Einfluss hat. Doch die Zeiten des Schweigens sind für irakische Frauen vorüber, auch wenn diese Nachricht so manche Männer noch nicht erreicht haben mag. 5) Zur Autorin: Mary Kreutzer ist Politikwissenschafterin und Mitherausgeberin des Sammelbandes "Irak. Von der Republik der Angst zur bürgerlichen Demokratie?" (o.O. 2004). Sie bereiste den Nordirak zuletzt im Frühjahr 2005. Anmerkungen: 1) Siehe Irin News (UN Office for the Coordination of Humanitarian Affairs 2004) über die Wadi-Studie, am 6. Jänner 2005. Details zur Studie unter: www.wadinet.de/projekte/frauen/fgm/studie.htm 2) Wadi -Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit in Deutschland und Österreich; Information und Kontakt: www.wadinet.at 3) Houzan Mahmoud: " Partizipation durch Widerstand. Der Beschluss 137 und die neue Frauenbewegung für Gleichberechtigung und Säkularismus" im Sammelband von Mary Kreutzer/Thomas Schmidinger (Hg.): "Irak. Von der Republik der Angst zur bürgerlichen Demokratie?" (2004) 4) Roonak Faraj, Talar Nadir: "Female circumcision wrecking lives" (ICR No. 120, 13-Apr-05, Suleymania) 5) Siehe auch den Diskussionsbeitrag von Judith Götz (www.mund.at, Archiv Jänner 2005), in dem sie beschreibt, wie der SPÖ-Gemeinderat Omar Al-Rawi auf einer Podiumsdiskussion die Existenz von FGM im Irak als "Blödsinn" bezeichnet und dabei von Tarafa Baghajati von der Initiative Muslimischer ÖsterreicherInnen unterstützt wird, der wortwörtlich meint, dass es solche "afrikanischen Bräuche" im Irak nie gegeben habe. Was nicht ins Konzept passt, wird geleugnet, der "Brauch" kurzum nach "Afrika" verlegt. Siehe ebenfalls: http://www.wadinet.de/news/iraq/newsarticle.php?id=643 http://www.hagalil.com/archiv/2005/01/irak.htm ------------------------------------------------------------------- Die Frauensolidarität Nr. 92 hat 44 Seiten und kostet ? 4,- zuzüglich Porto. Im Abonnement ? 16,- im Inland; bzw. ?19,- im europäischen Ausland und ? 24,70 im außereuropäischen Ausland. Sie ist auch im gut sortierten Buchhandel und in vielen Weltläden zu finden. Zu beziehen bei: Frauensolidarität Berggasse 7, A-1090 Wien Tel.:+43-1/317 40 20-352 Fax: +43-1/317 40 20-355, redaktion at frauensolidaritaet.org http://www.frauensolidaritaet.org -------------------------------------------------------------------- -- WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit e-mail: wadi.wien at gmx.at Tel.: 0699-11365509 Spendenkonto in Österreich: Kontonummer 07.405.301 Evangelische Kreditgenossenschaft eG BLZ 31800 IBAN: AT10 3180 0000 0740 5301 BIC: EVKRATW1 Website mit weiteren Informationen zu Projekten von Wadi und Veranstaltungshinweisen: www.wadinet.at ============================================== 09 SexArbeit From: lefoe at aon.at ============================================== Presseinformation vom 28. Juni 2005 SexArbeit gesellschaftspolitische Bedeutung - politische Realität 10. LEFÖ-Fortbildungsseminar Am Wochenende ( 23. - 25. Juni 2005) fand in Schloss Puchberg/Wels das 10. LEFÖ-Fortbildungsseminar zum Thema SexArbeit / gesellschaftspolitische Bedeutung - politische Realität statt. Die 38 Teilnehmerinnen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz betonten, dass es für sie erstmals möglich war, Themen anzudiskutieren, die sonst meist ausgeblendet werden. Bei der Abschlussrunde wurde auch die Wichtigkeit dieses Seminars und des zur Verfügung gestellten Diskussionsraums, der für diese Themeninhalte nach wie vor der einzige kontinuierliche im deutschen Sprachraum ist, betont. Der Einladung von LEFÖ/Beratung, Bildung und Begleitung für Migrantinnen sind folgende Referentinnen gefolgt: Maria Cristina Boidi, LEFÖ-Koordinatorin, Wien Christiane Howe, Soziologin, e.V. context - Netzwerk zu Migration, Prostitution und Menschenrechte, Frankfurt/Main Stephanie Klee, Sexarbeiterin und Vorsitzende des Bundesverbandes Sexuelle Dienstleistungen, Berlin Brigitte Lehmann-Prager, Soziologin, Wien Brigitte Rath, Historikerin, Uni Wien Birgit Sauer, Professorin am Institut für Politikwissenschaften, Uni Wien Der inhaltliche Bogen spannte sich von der historischen und gesellschaftspolitischen Bedeutung bis zu den Kunden von Sexarbeiterinnen. Prostitution in historischer Perspektive Ein zeitlicher Bogen der Prostitution von der Antike bis zur Gegenwart wurde gespannt. Dabei wurden unterschiedliche Kontexte, die von der Soziographie der Frauen, ihrer Lebensverhältnisse bis zum Umgang der Gesellschaft, behandelt. Es wurde sichtbar, dass das Thema nicht von Einstellungen und Konstruktionen von "gender" und Sexualität getrennt werden kann, und das es vielfältige Anknüpfungspunkte zu gegenwärtigen Diskussionen gibt. Sexarbeit und Frauenbewegung Die Entmystifizierung der Prostitution als Dienstleistung, und damit verbundene Rechte für die Frauen, waren u.a. Ziele der Frauenbewegung und der Bewegungen von Sexarbeiterinnen Ende der 1970er und Anfang der 1980er Jahre. Der Austausch zwischen Sexarbeiterinnen und den aktiven Frauen-NGOs im Bereich Prostitution/Migration war zweifellos auch eine Unterstützung dieser Entwicklung. Anhand der Fallstudie Weinstock - ein kleines Stundenhotel im 2. Wiener Gemeindebezirk, dass Anfang der 80er Jahre von der Gemeinde Wien abgerissen wurde - diskutierten wird die ersten und einzigen Schritte einer österreichischen "Hurenbewegung". Prostitutionskunden von Migrantinnen Skizzenhafte Untersuchung zu geschlechterspezifischen Bilder- und Innenwelten bei Kunden von Prostituierten aus den Ländern des Südens und Ostens wurden beleuchtet. Obwohl auch die Prostitution dem Marktgesetz von Angebot und Nachfrage unterliegt, wird dies in fast allen Zusammenhängen ausgeblendet. Die Nachfragenden, die Kunden bleiben im Verborgenen. In diesem Beitrag wurden die Ergebnisse und der Prozess einer empirischen Forschung vorgestellt. Abschließend wurden Überlegung und Thesen dargelegt. Gesellschaftspolitische Bedeutung von Sexarbeit Die Regulierung bzw. Legalisierung von Prostitution in modernen Industriegesellschaften geht nur sehr schleppend voran. Die Gesetzgebungen sind nach wie vor widersprüchlich und ambivalent, sie schwanken zwischen Verbot und Repression und Disziplinierung, zwischen Angebotsorientierung, d.h. der Kontrolle der Frauen und die Vernachlässigung der Nachfrageseite, d.h. der Freier. In staatlichen Prostitutionsdebatten verdichten sich die Regulierung und Aufrechterhaltung männlicher Suprematie sowie die Kontrolle von "devianter" Sexualität. Festgestellt wurde auch, dass diese ambivalenten Konstruktionsweisen von Prostitution einen "rationalen" Umgang mit dem Phänomen verhindern, vor allem aber die Herstellung guter Arbeitsbedingungen für Frauen. Sexarbeit und Öffentlichkeit (-sarbeit) Die Referentin stellte folgendes Motto dem Vortrag voran: "Während die einen die anderen suchen, tun die anderen alles dafür, nicht gesehen und verstanden zu werden. Sex und Crime beflügelt alle, jedenfalls will das die Öffentlichkeit glauben und die Medien bedienen hierfür sämtliche Klischees. So weiß der "normale Bürger eigentlich nichts von der Realität in der Prostitution. Aber auch die andere Seite, die SexarbeiterInnen, benötigen diese Öffentlichkeit; dies erfordert aber oft den Verlust von Privatheit und man/frau setzt sich vielfältigen Diffamierungen aus. Doch ohne eine Öffentlichkeitsarbeit lässt sich weder ein realistisches Bild der Prostitution vermitteln, geschweige denn Sympathie aufbauen und gesellschaftliche und gesetzliche Diskriminierungen beseitigen. Ergebnisse des Seminars Mag. Bernadette Karner von LEFÖ fasst die Ergebnisse des Seminars wie folgt zusammen: "Dieses Seminar hat wieder gezeigt, wie wichtig grenzüberschreitende (gesellschafts-) politische Arbeit im Bereich SexArbeit ist. Den nur so, können wir - die Expertinnen und Akteurinnen - schrittweise eine Verbesserung der Rechte von und für Sexarbeiterinnen erreichen. Es wurde übereinstimmend festgestellt, dass ohne eine öffentliche Diskussion keine Verbesserung der Situation von Sexarbeiterinnen erreicht werden kann." Nähere Informationen über das Seminar lassen wir Ihnen gerne zukommen. Kontaktperson: Mag. Bernadette Karner, Tel: 01/58 11 881 1985 - 2005 Wir feiern 20 Jahre LEFÖ ___________________________ LEFÖ Beratung, Bildung und Begleitung für Migrantinnen Kettenbrückengasse 15/4 A-1050 Wien Tel: +43-1-5811881 Fax: +43-1-5811882 Homepage: www.lefoe.at Legal Agenda for Migrant Prostitutes and Trafficked Women: www.femmigration.net ============================================== 10 Schlag gegen First Amendment From: akin.buero at gmx.at ============================================== USA: > Schlag gegen First Amendment Bald kein Recht mehr, "stars & stripes" zu verbrennen? Eine der wichtigsten Errungenschaften der US-Verfassungsgeschichte ist das First Amendment, der erste Zusatz zur Verfassung sowie der erste Artikel der Bill of Rights (1787), der die Meinungsfreiheit gewaehrleistet. Wenn auch vieles in der dortigen Verfassung eher bedenkenswert ist, so war dieses Recht auf Freedom of Speech immer wieder ein wichtiger Rettungsanker gegen die Verbote, die einzelne Bundesstaaten ihren Buergern auferlegen wollten. Das half zwar nicht gegen die Macht von Medienkonzernen, unangenehme Ansichten zu unterdruecken. Doch auf politisch-rechtlicher Ebene war das First Amendment fast unantastbar (wenn man mal von der McCarthy-Aera absieht), da es in weiten politischen Kreisen als unpatriotisch galt, die Bill of Rights anzuzweifeln. Bis vor wenigen Jahren war es auf Bundesebene kaum vorstellbar, dass ausser ein paar rechtsradikalen Volksvertretern dieses Recht eingeschraenkt werden koennte. So ist es bislang -- im Gegensatz zu den meisten europaeischen Staaten -- in der USA defintiv erlaubt, auch die heilige Nationalflagge in den Schmutz zu ziehen, verkehrt herum aufzuhaengen oder gar zu verbrennen. Die Bedeutung dieses Rechts ist enorm. Sollte es dieses nicht mehr geben, so ist den meisten politischen Beobachtern klar, dass dies einen Bruch des Dammes gegen die Aushoehlung der Meinungsfreiheit bedeuten koennte. Nun droht der Damm zu brechen. Das Repraesentantenhaus beschloss vor einer Woche, den "Flaggenentweihungszusatz" ("Flag Desecration Amendment") gutzuheissen mit 286 zu 130 Stimmen und erfuellte damit die notwendige Zweidrittelmehrheit. Damit ist der Verfassungszusatz lange noch nicht beschlossen, denn er muss noch den Senat passieren und ebenfalls von zwei Dritteln der Bundesstaaten ratifiziert werden, um in Kraft treten zu koennen -- beide Erfordernisse sind beileibe keine Formalakte. Dennoch muss es bedenklich stimmen, ist es doch schon der zweite Beschluss des Repraesentantenhauses in diese Richtung, eine fruehere Abstimmung hatte eine noch staerkere Mehrheit, aber keine rechtlichen Folgen gehabt. Die Stimmung gegen ein zumindest formales Recht auf Meinungsfreiheit ist damit akut am Kippen. Und auch die Folgen fuer die europaeischen Kulturkolonien koennten verheerend sein. > Etappensieg gegen Patriot Act Auf einer anderen Ebene waren die Neocons nicht so erfolgreich. Kuerzlich mussten die Befuerworter der Plaene, die US-Sondergesetzgebung Patriot Act zu einem permanenten Gesetz zu machen und noch auszudehnen, eine empfindliche Niederlage einstecken. Im Repraesentantenhaus verloren sie eine wichtige Abstimmung mit 238 zu 187 Stimmen. In der republikanisch dominierten Kammer schlugen sich 40 Abgeordnete der Praesidentenpartei auf die Seite der Demokraten, um dem FBI die finanzielle Unterstuetzung zur Ueberwachung von Buchlaeden und Bibliotheken zu verweigern. Zu ueberpruefen, wer welche Buecher liest, wird damit sehr viel schwieriger. *br* Weitere Infos zu Buergerrechten in den USA gibt es bei der American Civil Liberties Union http://www.aclu.org/ ============================================== 11 Ureinwohner blockieren Ölfördergebiet From: gfbv.austria at chello.at ============================================== GESELLSCHAFT FÜR BEDROHTE VÖLKER PRESSEERKLÄRUNG Göttingen/Moskau, den 28.06.2005 Russland: Ureinwohner blockieren Zugang zu Ölfördergebieten auf Sachalin in Sibirien Seit Dienstagmorgen blockieren die Ureinwohnergemeinschaften der Niwchen, Nanai, Ewenken, Oroken und Orochen auf der Insel Sachalin im hohen Norden Russlands gemeinsam mit dem Dachverband der indigenen Völker Sibiriens RAIPON die Zugangsstraßen zu den Ölfördergebieten auf der Insel Sachalin im hohen Norden Russlands. Ein Sprecher der Ureinwohner teilte der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) in Göttingen telephonisch mit, etwa 70 Personen hätten Sperren errichtet und Transparente über die Straßen gespannt mit den beiden Hauptforderungen der Ureinwohner an die vom Ölriesen Royal Dutch kontrollierte "Sakhalin Energy Investment Company". Sie verlangen eine unabhängigen Umweltverträglichkeitsprüfung und die Einrichtung einer Stiftung für die Bewahrung der Lebensweise der Indigenen. Die 3 500 Ureinwohner von Sachalin fürchten, dass bei der Erschließung der derzeit größten bekannten Erdgas- und Erdölreserven der Welt auf ihrer Insel schwere Umweltschäden angerichtet werden. "Bisherige Pläne sehen vor, dass eine Pipeline 1103 Flüsse und Bäche durchquert. Das ist ein unkalkulierbares Risiko für die Umwelt", sagte die GfbV-Referentin für die GUS-Staaten Sarah Reinke. "Die dort lebenden Ureinwohner protestieren seit Ende 2004 dagegen, dass die Laichgründe der Lachse zerstört, die Flüsse und Bäche verschmutzt, die Wildwechsel und Weidegründe der Rentiere zerschnitten werden." Nach Protesten im Januar 2005 erklärten sich Vertreter der Fördergesellschaft zu Gesprächen bereit. Die Forderungen der Indigenen wurden dabei jedoch zurückgewiesen. Die gesamte Pipeline führt durch Erdbeben gefährdetes Gebiet. In den Küstengewässern um Sachalin leben viele vom Aussterben bedrohte Arten, so auch eine gerade noch 100 Tiere zählende Herde von Grauwalen. "Wir werden das weltweit existierende Netzwerk der Ureinwohnergemeinschaften, der Menschenrechts- und Minderheitenorganisationen in aller Welt per Internet, E-Mail, Fax und Brief alarmieren und sie bitten, gemeinsam mit uns gegen die drohende Umweltzerstörung zu protestieren", sagte Reinke. Ein Moskauer Gericht hatte Anfang Juni eine Gemeinschaftsklage von Umweltorganisationen abgewiesen, die eine Offshore-Förderung auf dem Ölfeld Sachalin-2 als umweltgefährdend verbieten lassen wollten. Gespräche zwischen Indigenen und Firmenvertretern verliefen ohne Ergebnisse für die Betroffenen. Hinweis für die Redaktionen: Wir schicken Ihnen gerne ein vierseitiges Hintergrundpapier zu. Für Nachfragen und Interviews steht Ihnen unsere Referentin für die GUS-Staaten Sarah Reinke auch unter Tel.:0174 5460 297 zur Verfügung. ====================================================== Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV) Inse Geismar, Pressereferentin Postfach 2024, D-37010 Goettingen Tel.+49/551/49906-25, Fax:++49/551/58028 E-Mail: presse at gfbv.de, Homepage:http://www.gfbv.de ====================================================== ============================================== 12 Wahlk(r)ampf/Glosse From: akin.buero at gmx.at ============================================== Wahlk(r)ampf/Glosse: > Mehr Populismus! Irgendwie finde ich es schade, nicht in der Steiermark wahlberechtigt zu sein. Denn das Wahlmanifest der steirischen KP liest sich wirklich vielversprechend. Sollte die als "Liste Kaltenegger KPOe" kandidierende Gruppierung tatsaechlich in den Landtag einziehen (was aufgrund der Popularitaet des Grazer Stadrats Ernest Kaltenegger nicht unwahrscheinlich erscheint), und auch tatsaechlich in der Landesregierung ernsthaft mitmischen koennen (was weniger wahrscheinlich ist), wuerden die Kummerln es schon billiger geben -- schliesslich hat das noch jede Regierungspartei getan. Dennoch: Vom agitatorischen Standpunkt ist das Wahlmanifest sehr erfrischend. Sicher populistisch, welche Wahlpropaganda ist das nicht, aber mit klaren Vorstellungen, wo nicht die Beruehrungsaengste vorherrschen, dass irgendwer sagen koennte, die FPOe fordere das auch. Und da kann man auch massiv Politikergehaelter beklagen und die EU prinzipiell kritisieren -- wenn man es naemlich aus einer echt antikapitalistischen Perspektive tut, die die FPOe ja nie hatte. Zitate: "Die Superreichen sind eine kleine Minderheit. Aber diese Minderheit bestimmt, was in der Steiermark geschieht. Fuer viele Menschen hat das Waehlen deshalb seinen Sinn verloren. Die Politiker machen ohnehin, was ihnen die Wirtschaft und die EU vorschreiben. Dafuer kassieren sie Spitzengehaelter und Privilegien." und "EU und Grosskonzerne haben ganz klare Ziele: Sozialstaat, geregelte Beschaeftigung und Rechte fuer die arbeitenden Menschen werden unter dem irrefuehrenden Slogan ´Sicherung des Wirtschaftsstandortes´ zurueckgedraengt, damit die Profite stimmen. Dem dient auch die neue EU-Verfassung. Die steirische KPOe tritt daher in Oesterreich fuer demokratische und soziale Alternativen zu diesem Wirtschaftsblock ein, der eine immer staerkere militaerische Rolle spielen will. Die EU kommt uns allen viel zu teuer!" Oder ueber die Verbandelung von Politikern und Konzernen: "Der Finanzvorstand der Merkur-Versicherung, Franz Voves, wird SPOe-Landeshauptmannstellvertreter. SP-Landesrat Doerflinger wird Vorstandsdirektor bei der steirischen GAS-WAeRME GMBH. SP-Landeshauptmannstellvertreter Schachner-Blazizek wird Aufsichtsrat der ESTAG und einige Monate lang sogar Vorstandsdirektor des Konzerns. Und VP-Landesrat Paierl landet bei der Magna von Frank Stronach. Auch VP-Landesrat Hirschmann wurde zuerst Vorstandsdirektor der ESTAG und dann Chef einer Lobbyistenfirma, bevor er wieder in die Politik wechselte." Und als Forderung: "Abschaffung der Politikerprivilegien / Schluss mit allen Politikerprivilegien! Koppelung der Politikerbezuege an ein noch zu schaffendes gesetzliches Mindesteinkommen; z.B. 1.100 Euro im Monat. / Der hoechste Politikerbezug (Bundespraesident, Bundeskanzler) darf das Zehnfache dieses Mindestlohnes nicht ueberschreiten! Nochmals: Alles sehr populistisch, teilweise auf Landesebene nicht verwirklichbar, aber im Kern wahr und richtig. Natuerlich von der KPOe niemals durchsetzbar. Aber als Kritik der gesellschaftlichen Zustaende und als Forderung nach anderen Zustaenden wird das in einem Wahlkampf durchaus von weiten Kreisen rezipiert. Nur: Warum hoert man derlei so selten in einem definitiv linken Kontext? *Bernhard Redl* Das Wahlmanifest ist abrufbar unter: http://www.kpoe-graz.at/Sonderprojekte/LTW05/manifestLTWJuni05.pdf ============================================== 13 EKH-Notizen From: akin.buero at gmx.at ============================================== > EKH-Notizen Die KPOe wehrt sich nun gerichtlich gegen die ueber Internet verbreitete Behauptung, sie habe das EKH bewusst und vorsaetzlich an Neonazis verkauft. Sie klagt wegen der in der Internetplattform "kominform.at" erhobene Behauptung, "Baier und Graber wussten, dass sie die ehemalige Wielandschule an rechte Recken und Spekulanten verkauft haben" strafrechtlich wegen uebler Nachrede und zivilrechtlich wegen Kreditschaedigung. Die KPOe behauptet, dass ihr beim Verkauf des Hauses in der Wielandgasse ueber die politische Gesinnung des Geschaeftsfuehrers der Wielandgasse 2-4 GesmbH, Machowetz, keine Informationen zur Verfuegung standen. Machowetz selbst bestreitet diese Anschuldigungen bislang immer noch -- immerhin konnten aber EKHler Photos von seinem letzten Auftritt in der Wielandgasse machen, auf denen in seinem Gefolge Maenner zu sehen sind, deren Aufmachung zumindest sehr stark an die von Naziskins erinnert (womit natuerlich nichts bewiesen ist). Allerdings kann die KPOe belegen, dass ihr Machowetz unverdaechtig erschien, da sie auf die Internetseite seiner Firma security-mangement.at verweisen kann, auf der diese Firma als Referenzauftraege auch einige der SPOe auflistet -- unter anderem den Sicherheitsdienst beim Gusenbauer-Wahlkampf 2002. Selbst die Gruenen sollen 1994 fuer ein Fest die Dienste der Firma in Anspruch genommen haben -- leider wird auf der Site der Event nicht naeher beschrieben, wodurch eine Ueberpruefung schwierig wird. Machowetz selbst versucht derzeit offensichtlich, seine Verbindung mit der Firma zumindest im Internet moeglichst nicht aufscheinen zu lassen. Die Internetdomain war sowieso auf eine andere Person angemeldet, doch bis Mitte Juni schien er auf der Site als Kontaktperson auf. Mittlerweile ist dieser Eintrag von der Site geloescht. Womit ab 1.Juli diese Site nicht mehr den Erfordernissen der neuen Impressumspflicht fuer Webseiten entspricht. *br* Machowetz-Fotos: http://ekhbleibt.info/ekh/info/1118775160 ============================================== 14 ÖBB-Lehrlingsabbau From: akin.buero at gmx.at ============================================== Verkehr/Betrieb/Aktion: > OeBB-Lehrlingsabbau Die OeBB bildet zurzeit rund 1.300 Lehrlinge aus. Durch die Reduktion der Lehrlingsaufnahme von jaehrlich 358 Lehrlingen auf 54 Lehrlinge werden 2008 nur noch rund 200 Lehrlinge bei der OeBB beschaeftigt sein. Das bedeutet, dass innerhalb von drei Jahren bei der OeBB ueber 1.000 Lehrplaetze abgebaut werden. Weiters wuerde das bedeuten, dass die 12 Lehrwerkstaetten, die 5 Lehrlingsheime und eine Berufsschule der OeBB zugesperrt werden muessten. Um zu verhindern, dass trotz viel zu hoher Jugendarbeitslosigkeit aus den OeBB Lehrwerkstaetten in naher Zukunft auch noch Leerwerkstaetten werden, bitten wir die Unterstuetzungserklaerung der EisenbahnerInnenjugend auf der Homepage http://www.oebb-leerwerkstaetten.at elektronisch zu unterzeichnen. Die Lehrplaetze bei den OeBB werden seit Jahrzehnten wegen ihrer hohen Qualitaet ueberaus geschaetzt: Einerseits von den Lehrlingen selbst im Wissen darum, dass man als AbsolventIn einer Ausbildung bei den OeBB auch in der Privatwirtschaft gute Chancen hat. Andererseits wissen auch die Unternehmen ueber das besondere Koennen der OeBB-Lehrlinge bestens Bescheid. Nicht umsonst wurden die OeBB in der Vergangenheit fuer ihr hoch qualitatives Ausbildungswesen mehrfach staatlich ausgezeichnet. (Aussendung GDE) Mehr dazu: http://www.eisenbahner.at und http://www.eisenbahner.at/servlet/ContentServer?pagename=GDE/Page/GDE_Index& n=GDE_1.1.a&cid=1118060811031 ============================================== 15 EU-Glosse From: akin.buero at gmx.at ============================================== EU/Glosse: > Neue Aktivitaeten der EU: Bauern in Not Die Union hat wieder praechtige Ideen. Diesmal muessen die Zuckerrueben-Bauern und die Zuckerarbeiter dran glauben. Mit dem als EU-Zuckermarktordnung betitelten Werk wird versucht, die meisten Strukturen der alten Ordnung von 1968 komplett umzuwaelzen oder gleich ganz zu beseitigen. Mit dem Grundwissen versehen, dass Bruessel alles radikal auszumerzen versucht, was nicht der freien Marktwirtschaft und den Globalisierungsnormen entspricht, sollen hier kurz die 'alten' Strukturen erwaehnt werden: Die bisherige Zuckermarktordnung war ein recht kompliziertes Gebilde. Dabei wurde versucht, Produktionsquoten, garantierte Binnenpreise, Exportsubventionen fuer Ueberschuesse und Zoelle sowie Praeferenzbedingungen fuer Einfuhren aus bestimmten Entwicklungslaendern unter einen Hut zu bringen. Das heisst, der Markt wurde bisher reguliert, wobei die Zuckermarktverordnung ohnehin die letzte Bastion der Regulierung innerhalb der EU darstellte. Agrarkommissar Fischler hatte noch in seiner Amtszeit etwas daran herumgebastelt, jetzt ist jedoch Schluss mit lustig, eine neue Verordnung muss her. Und so ein Zufall aber auch: Die alte Zuckermarktordnung laeuft 2006 aus - und die uns allen wohlbekannte Welthandelsorganisation (WTO) faellt Anfang Mai 2005 eines ihrer folgenreichen Urteile: die EU-Subventionen fuer Zucker werden fuer rechtswidrig erklaert. Brasilien, Australien und Thailand -- alle grosse Zuckerproduzenten -- hatten geklagt, die ungestuetzten Exporte aus der EU seien nur deshalb moeglich gewesen, weil die Zuckerbauern aus dem EU-Binnenmarkt so hohe Preise erwirtschaftet hatten. Es handle sich daher um illegale Quersubventionen, die laut WTO marktstoerend und daher verboten seien. Grundlage der Klagen ist der Zuckerpreisvergleich. Der Weltmarktpreis fuer Zucker liegt derzeit nur bei etwa 200 Euro pro Tonne. Der Garantiepreis innerhalb der EU betraegt fuer die Produzenten aber derzeit 639,9 E. Also am Weltmarkt erhaeltst du als Produzent um eine gewisse Zuckermenge 1 Euro, waehrend du in der EU fuer die gleiche Menge rund dreimal soviel bekommen wuerdest. Grobe Wettbewerbsverzerrung, daher klagen diese Laender auch. Die Geschichte ist allerdings noch um einiges komplizierter. Innerhalb der EU existieren fuer Zucker mehrere Zuckerpreisbegriffe: A-, B-, und C-Zucker. A-Zucker ist fuer den Binnenmarkt, bezahlt wird der volle Stuetzpreis. Der B-Zucker geht mit geringeren Garantiepreisen in den Export. Und der C-Zucker besteht aus Ueberschussmengen und aus Importen von am wenigsten entwickelten Laender. Die volle Marktliberalisierung soll ab 2009 in Kraft treten. Das wuerde das sofortige Aus fuer jeden dritten Zuckerproduzenten in Oesterreich heissen. Kleinere und Mittelbetriebe koennten nie auch nur anhaeherend mit den Weltmarktpreisen konkurrieren. Die Folgen waeren wie immer riesige Produktionsflaechen -- Monokulturen -- die sich einige wenige Konzerne durch dann staendig stattfindende Uebernahmen aneignen. Agrarkonzerne statt Landwirtschaft. Die EU wuenscht sich Gigantomien und glaubt damit, fuer alle EU-Laender Rezepte gegen die Globalisierung gefunden zu haben. Waehrenddessen haben jedoch die EU-Buerger ihrerseits das Rezept gegen diese Seuche entdeckt. Frankreich und Holland haben die Augen fast aller geoeffnet. Es gibt ein Nein gegen die EU -- es existiert ein sich langsam entwickelndes Selbstbestimmungsrecht der BuergerInnen in den einzelnen Staaten und es besteht durchaus die Moeglichkeit, diesen Moloch in Bruessel zu beseitigen. Und die WTO gleich dazu. *Fritz Pletzl* ============================================== 16 Hochschulzugang From: kpoe_stmk at hotmail.com ============================================== KPÖ Steiermark Lagergasse 98a 8020 Graz Tel. 03 16 / 71 24 36 Fax 03 16 / 71 62 91 email: kpoe_stmk at hotmail.com Dienstag, 28. Juni 2005 Presseinformation der KPÖ Steiermark "Drohender Pfusch, mit dem die Unis leben müssen" Philipp Funovits zu Konsequenzen des Urteils über freien Hochschulzugang Philipp Funovits, ÖH-Vorsitzender an der Grazer Karl Franzens Universität, sieht einen großen Teil der Verantwortung für drohende chaotische Zustände an den österreichischen Hochschulen bei der Bundesregierung. Ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes (EUGH) dürfte am 7. Juli nämlich die Unis in unserem Land für ausländische Studierende öffnen. Die Regierung will mit Zulassungsbeschränkungen für bestimmte Fächer kontern. Funovits erklärte am Dienstag gegenüber dem ORF-Steiermark, dass wer in Deutschland nicht studieren kann, dann beispielsweise an die Grazer Uni ausweichen könnte. Doch auch an der Grazer Uni gibt es in einigen Studienrichtungen zu wenig Plätze; in Folge könnte es passieren, dass steirische Studenten zugunsten eines Auslandsstudenten verzichten müssen. Er spricht von einem Versäumnis der Bundesregierung, da man eventuelle bilaterale Abkommen mit Staaten wie Deutschland oder Slowenien verabsäumt habe. Funovits: "Das Verfahren ist seit 2 Jahren gelaufen, ohne dass man etwas unternommen hätte. Jetzt wird die Zeit knapp. Am 7. Juli fällt der EUGH sein Urteil. Der Gesetzgeber hat seit Jahren versäumt, irgendwelche Anpassungen vorzunehmen und macht jetzt zwei Tage später notwendigerweise einen Pfusch. Einen Pfusch, mit dem die Unis leben müssen. Ich frage mich, wie die Unis damit umgehen werden. Die Krisensitzungen an der Uni Graz jedenfalls gibt es seit langem." Funovits - er kandidiert im Herbst auf der Liste der steirischen KPÖ für die Landtagswahl - fordert entsprechende Mittel für die steirischen Universitäten, um den freien Hochschulzugang abzusichern und tritt für intelligente Maßnahmen ein, mit denen das Urteil des Gerichtshofes unterlaufen werden könnte. Nachfragehinweis: 0316/ 0660 2194445 KPÖ-Steiermark Lagergasse 98 a 8020 Graz Tel.: 0316 71 24 36 Fax 0316 71 62 91 email: kp.stmk at kpoe-graz.at; kpoe_stmk at hotmail.com ================================================ C) TERMINE ================================================ ======================== Freitag http://www.mund.at/butt/Termine/Juni/2906.htm Samstag http://www.mund.at/butt/Termine/Juni/3006.htm Sonntag http://www.mund.at/butt/Termine/Juli/0107.htm ======================== ================================================ D) EDITORIAL ================================================ Für den Inhalt verantwortlich: Ihr. E-Mail-Adresse für Beiträge: widerstand at no-racism.net geschickt. widerst at nd MUND und alle Termine täglich aktualisiert im Web: http://www.no-racism.net/MUND Ziel von MUND (medienunabhängiger Nachrichtendienst) ist die unzensurierte und möglichst rasche Information über gesellschafts- politisch relevante Termine, Hinweise und Diskussionsbeiträge zu Widerstand und Antirassismus sowie verwandte Themen. sollen einen Titel, Namen und Emailadresse der/des AutorIn enthalten und möglichst kurz und prägnant gehalten sein, ev. mit Hinweis, wo weitere Informationen eingeholt werden können. Bitte keine Attachments! Die inhaltliche und sachliche Verantwortung liegt bei der/dem jeweiligen AutorIn bzw. jenen, die uns die Beiträge schicken. Der MUND wird von einzelnen TagesredakteurInnen zusammengestellt. Da Fehler nicht ausgeschlossen sind, bitten wir, nicht veröffentlichte Beiträge nochmals an widerstand at no-racism.net zu senden. Die Weiterleitung (auch auszugsweise) ist erwünscht. Beiträge mit rassistischen oder sexistischen Inhalten werden nicht veröffentlicht. Sehr persönliche Meldungen werden wir an den betreffenden Adressaten weiterleiten, aber nicht im MUND veröffentlichen. Die bisherigen Ausgaben sind unter http://www.no-racism.net/MUND archiviert. Terminankündigungen bitte nach folgender Vorlage: * Wann: Sonntag, 11.11.2001, 11:11 Uhr * * Was: Maskenball: Motto "Schwarzblau ist die Haselnuss" * * Wo: Villa Morgenrot, Grüner Anger 42, 2001 Wendendorf * * Kommentar: Anreise per Anhalter. Maskenzwang. Ende nie. Aber kurz und prägnant.* Die Rubrik "Redaktionelles" am Ende der Ausgabe ist u.a. eine Konsequenz aus der Notwendigkeit, sexistische, antisemitische und rassistische Beiträge nicht zu veröffentlichen, ohne jedoch stillschweigend Zensur zu üben. Hier wird - in anonymisierter Form - auf angehaltene Beiträge hingewiesen und eine kurze Begründung der Tagesredaktion für die Nichtaufnahme geliefert. (Weitere Gründe einen Beitrag nicht aufzunehmen sind z.B.: Attachments, kein erkennbarer Bezug zu den breit gestreuten Themen des MUND, Werbesendungen, sinnlose Kettenbriefe.) Die AbsenderInnen der betroffenen Beiträge werden hiervon informiert. Im Sinne einer "gläsernen Zensur" könnt ihr Euch die Beiträge gerne extra schicken lassen: Ein kurzes Mail an widerstand at no-racism.net genügt. ================================================ E) VERTEILERLISTE ================================================ Zur Eintragung in diesen Verteiler bitte direkt subskribieren unter http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/analle oder von der einzutragenden Adresse aus ein mail schicken an: admin at no-racism.net mit folgendem Text: subscribe no-racism Bitte wegen Automatisierung diesen Wortlaut verwenden! Zur Austragung aus dieser Liste bitte an zusammengestellt. Bitte keine Attachments! (werden nicht angenommen) nicht drin: paar doubletten, mehrere schlammschlachtmails, 1 zeitungsartikel, 3 nicht widerstandsrelevant Redaktionsschluss für diese Ausgabe: Di 20:00 III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III ü, ö, ä, ß, Ü, Ö, Ä III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III widerst at nd-MUND is powered by http://alt.strg.at/ ================================================ From analle at no-racism.net Thu Jun 30 01:18:50 2005 From: analle at no-racism.net (=?iso-8859-1?q?MUND=3A_medienunabh=E4ngiger_Nachrichtendienst?=) Date: Thu, 30 Jun 2005 01:18:50 +0200 Subject: widerst@nd - MUND: Donnerstag, 30.6. 2005 Message-ID: <919470679.20050630011850@nessizius.com> widerst at nd MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst Donnerstag, 30. Juni 2005 www.no-racism.net/mund ================================================ A) INHALT ================================================ ================================================ 01 EHK bleibt! / DEMO 30.6 Von: Rosa Antifa Wien ================================================ 02 Pressekonfere nz „Politische Lösung für das Ernst Kirchweger Haus - jetzt!“ Von: ekhaus at med-user.net ================================================ 03 Donnerstag 30.6./2.7.:Regenbogenparade-mit unseren Tafeln Von: August Faschang ================================================ 04 1. Juli: Das SLP-Sommerfest Von: Sozialistische LinksPartei ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN UND MEINUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 05 BM Gehrer fluechtet vor Quer/floete Von: "q/depesche" ================================================ 06 Magazin Nummer zwei erschienen Von: Antideutsche Kommunisten Berlin ================================================ 07 PA Enttäuschung über Asylgesetz Von: Presse SOS-Menschenrechte ================================================ 08 Online-Demo-Prozess goes on! - Rundbrief Nr. 5 Von: kampagne ================================================ 09 Osttimor: UN-Tribunal gefordert Von: GFBV ================================================ 10 Eurofighter/Knittelfeld/Gemeinderat/Protest Von: KPÖ Steiermark ================================================ 11 Erklärung von kominform.at zur Klage der "K"PÖ Von: Otto Bruckner ================================================ 12 die Standard-FGM-"Es ist unsere Pflicht, dies zu stoppen" Von: Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen ================================================ ================================================ B) TEXTE ================================================ ================================================ 01 EHK bleibt! / DEMO 30.6 Von: Rosa Antifa Wien ================================================ Eine Empfehlung / Erinnerung unsererseits: ################## EKH BLEIBT! Demonstration am 30.6. Treffpunkt: 16h beim Rathaus. Seid kreativ, verkleidet euch + bringt Lärminstrumente. ################## Mehr aktuelle Infos: http://ekhbleibt.info/ Rosa Antifa Wien (RAW) -- ############ RAW ############# Rosa Antifa Wien c/o Rosa Lila Tip Linke Wienzeile 102 A-1060 Wien AUSTRIA ------------------------- E-Mail: raw at raw.at Web: http://www.raw.at Board: http://www.n3tw0rk.org ------------------------- PGP-Key available here: http://www.raw.at/sub/kontakt/raw.asc ############ RAW ############# ================================================ 02 Pressekonfere nz „Politische Lösung für das Ernst Kirchweger Haus - jetzt!“ Von: ekhaus at med-user.net ================================================ Wien, 29.6.2005 Einladung zur Pressekonferenz „Politische Lösung für das Ernst Kirchweger Haus - jetzt!“ Wann: Freitag 1.07.2005 Wo: Kunsthalle Exnergasse, Währingerstrasse 59/2/1 Beginn: 10:00 Über die aktuelle Situation bedrohter Freiräume wie das akut von einer Räumung betroffene EKH berichten VertreterInnen von : EKH, ATIGIF, die Aktivistinnengruppe „Freibesetzt“, IG Kultur. u.A.w.g. Eine Woche vor dem am 30. Juni ablaufenden Räumungsvergleich haben erste Gespräche zwischen VertreterInnen des EKH und der Stadt Wien begonnen. Der Protest vieler Personen und Initiativen für eine politische Lösung um dieses in Österreich einzigartigen Projekts scheint bei den verantwortlichen Stellen endlich Gehör zu finden. In den nächsten Tagen wird sich zeigen, wie ernst die Stadt diese Verhandlung nimmt! Das Ernst Kirchweger Haus besteht nun seit 15 Jahren und definiert sich als antifaschistisches und internationalistisches Zentrum und vereint kulturelle, politische und soziale Aktivitäten. Durch den Verkauf des Hauses an eine ImobiliengsmbH stehen alle Projekte vor einem existenziellen „Aus“. Mit dem 1.07.2005 müssen zwei drittel des Hauses leer stehen, und stehen somit dem, in rechtsextremen Kreisen nicht unbekannten neuen Eigentümer C. Machowetz zur freien Verfügung. Eine fortschrittliche Stadtpolitik kann sich der Verantwortung eine Atmosphäre für die Ermöglichung autonomer Freiräume zu schaffen, nicht entziehen! Kontakt: 0676/ 94 27 520 ekhaus at med-user.net www.ekhbleibt.info ================================================ 03 Donnerstag 30.6./2.7.:Regenbogenparade-mit unseren Tafeln Von: August Faschang ================================================ Liebe Leute! +++++++DONNERSTAG 30.6.: Da am Donnerstag (30.6.) schon ab Mittag diverse Protestveranstaltungen auf den Straßen und Plätzen Wiens stattfinden, wird es an diesem Donnerstag keinen Speakerscorner geben, damit die Protestierkondition nicht zu sehr überbeansprucht wird. Sehrwohl gibt es aber von 20Uhr-20Uhr15 eine Mahnwache gegen Schwarzorange in Österreich und Orangerot in Kärnten am Ballhausplatz vor dem Bundeskanzleramt. +++++++SPEAKERSCORNERTAFELN-REGENBOGENPARADE-TREFFPUNKT: Wir werden auch heuer mit unseren bewährten Tafeln mitgehen (Text: NO--Schwarzorange: homophob, rassistisch, unsozial--nein danke) - Wer für sich einen individuellen Text möchte, kann mir bis spätestens Donnerstag 9Uhr mailen, den Wunsch am Donnerstagabend bei der Mahnwache äußern oder mich anrufen. Treffpunkt zum Zusammenstecken und Verteilen der Tafeln:14Uhr30 Ecke-Ring-Wollzeile (Nähe U3Station Stubentor, Aufgang Ring) Falls wer am Samstag die Donnerstagsleute nicht finden kann, bitte auch einfach anrufen: 0650 9451650. +++++++TERMINE mit Antischwarzorange-Bezug: ++Donnerstag 30.6., 12Uhr, Ballhausplatz: FAMILIENPICKNICK VORM BUNDESKANZLERAMT - Um ein queeres "we are family" auch dem Bundeskanzler deutlich zu machen, laden die Grünen Wien und die Grünen Andersrum zur Mittagspause vor dem Kanzleramt am Ballhausplatz und freuen sich auf eine zahlreiche Teilnahme von Menschen jeglicher sexueller Orientierung. Für Jause und Getränke ist gesorgt! Die Botschaft sollen wenige Tage vor der Regenbogenparade die Verantwortlichen der Republik deutlich zu hören bekommen. (Die schwarzblauorange Regierung verweigert seit Langem hartnäckig in ihren homphoben Vorurteilen verfangen die Einführung eingetragener PartnerInnenschaften für nicht-heterosexuelle Paare) ++Donnerstag 30.6., ab 17Uhr: WIDERSTANDSLESUNG (Ecke Ballhausplatz/Heldenplatz). ++Donnerstag 30.6., 20Uhr-20Uhr15: MAHNWACHE gegen SCHWARZORANGE in Österreich und ORANGEROT in Kärnten (Ballhausplatz, vor dem Kanzleramt) ++Samstag 2.7., REGENBOGENPARADE: Formierung des Demozugs ab 14Uhr, Start: 15Uhr:Ring auf der Höhe des Stadtparks, Schlussveranstaltung 17-ca.22Uhr am Heldenplatz - Wie so viele andere sind auch Menschen, die nicht heterosexuell sind, mit der schwarzblauen Intoleranz und Ignoranz konfrontiert - Näheres zu Ablauf und inhaltlichen Hintergründen der Regenbogenparade im Anhang! (Die von der schwarzblauorangen Regierung so lange verweigerte Rehabilitierung homosexueller Naziopfer ist mittlerweile allerdings endlich fast geklärt, ein entsprechendes Gesetz wird voraussichtlich noch im Juli beschlossen! Alle anderen Forderungen an die Regierung bleiben aufrecht, z.B. Einführung eingetragener PartnerInnenschaften für nicht-heterosexuelle Paare, bessere Umsetzung der EU-Antidiskriminierungsrichtlinie) ligrü Gustl ANHANG-REGENBOGENPARADE: Die 10.Regenbogen-Parade im Zeichen der Vielfalt Am 2. Juli 2005 wird in Wien bereits zum 10. Mal die Regenbogen-Parade stattfinden. Ab 15 Uhr wird sich der Demonstrationszug mit Fußgruppen und bunt geschmückten Fahrzeugen - von Fahrrädern und kleinen Tandems bis zu großen Discotrucks - vom Stadtpark aus gegen die Fahrtrichtung, also andersrum, über Kai und Ring bis zum Heldenplatz bewegen, wo die Schlussveranstaltung ("Celebration") stattfinden wird. "Für Vielfalt. Gegen Diskriminierung" Die diesjährige Parade, die wieder von der Homosexuellen Initiative (HOSI) Wien organisiert wird, wird unter dem Motto der EU-Antidiskriminierungs-Kampagne "Für Vielfalt. Gegen Diskriminierung" stehen. Der große gelb-blaue Stop-discrimination-Truck, der schon in ganz Europa im Dienste dieser wichtigen Botschaft unterwegs war, wird am Ende seiner Tour bei der Regenbogen-Parade in Wien Station machen. Die Regenbogen-Parade ist seit ihrem ersten Stattfinden im Jahr 1996 nicht nur zum wichtigsten Event für die österreichische Lesben-, Schwulen-, Bisexuellen- und Transgender-Bewegung geworden, sondern auch ein bedeutendes Zeichen für eine Kultur der Solidarität, Toleranz und Gleichberechtigung. Noch keine Gleichberechtigung Auch nach Abschaffung des berüchtigten Paragraphen 209 StGB bleibt noch viel zu tun. So wurde z. B. die EU-Antidiskriminierungs-Richtlinie nur halbherzig umgesetzt, und die Einführung der Eingetragenen PartnerInnenschaft für lesbische und schwule Paare lässt weiter auf sich warten. Die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus haben bis heute keinen Rechtsanspruch auf Entschädigung erhalten. Dass die Abschlusskundgebung zur Regenbogen-Parade heuer am Heldenplatz stattfinden wird, stellt daher - auch gerade im Gedenkjahr - eine wichtige symbolische Botschaft dar. Buntes Programm am Heldenplatz Die "Celebration" selbst wird jedenfalls ein abwechslungsreiches Programm bieten: Die Rounder Girls werden mit ihrer energiegeladenen Performance und ihren unvergleichlichen Stimmen dem Publikum ordentlich einheizen. Sie waren übrigens schon bei der ersten Parade dabei. Feurig bleibt es auch, wenn der Halbspanier Manuel Sanchez die Bühne betritt. Die lesbische Drag-Queen Julie Holestar, die wunderbare schwule Acapella-Formation "Chor la Lumpur" und die Kölner Chanson-Kabarettisten von "Duotica" komplettieren das umfangreiche Programm. Zwischen den Showblöcken werden die energaytics-DJs schon mal auf den Official After Pride einstimmen - auch Star-DJ Javi Cannus (space ibiza) wird am Heldenplatz auflegen. ================================================ 04 1. Juli: Das SLP-Sommerfest Von: Sozialistische LinksPartei ================================================ Sommer - Sonne - Sozialismus: Wir feiern! Freitag, 1.7. ab 15:00 - bis ? mit Diskussion & Information mit Speis & Trank mit Musik & Tanz Ort: Wien 2, Donaukanal - gegenüber Schwedenplatz bei der "Botschaft besorgter BürgerInnen" Erreichbar mit U1, U4, N, 21, 1, 2 Schwedenplatz - dann über die Brücke in den 2. Bezirk und runter auf den Donaukanal (wenn es wer gar nicht findet, einfach unter 0650-424 63 10 nachfragen) Auch heuer gibts wieder ein großes Fest der SLP am Donaukanal, diesmal ganz im Zeichen unserer Arbeit in Lateinamerika und des beginnenden Wiener Wahlkampfs. Mit Musik (von Lateinamerikanisch bis Austropop), Grillen, Getränken Neben unserem traditionellen "Büchertisch" wird es Videos zur Situation in Lateinamerika sowie Berichte und Diskusionen zur Arbeit unserer Internationale in Lateinamerika sowie zur Arbeit der SLP in Östereich geben. Die Einnahmen kommen der Arbeit unserer Internationale in Lateinamerika zu Gute! special guests: radio jardin Wir freuen uns, mit den GestalterInnen von "Radio Jardin" zusammenarbeiten zu können. Die KollegInnen von Radio Jardin verfügen über viele Imformationen aus Lateinamrika, die in den herkömmlichen Medien verschwiegen werden. Radio Jardin gestalten regelmäßig eine Sendung auf Radio Orange. Das Programm 15 Uhr Beginn ab 16 Uhr Lateinamerika Schwerpunkt mit Radio Jardin: Musik, politische Informationen und vieles mehr 19 Uhr Film über Venezuela mit anschließender Diskussion ab 21 Uhr lateinamerikanische Musik (Salsa usw.) von DJ Briks ab 23 Uhr "SLP-Clasiks" (Von Abba bis Austro-Pop) von DJ Sven ================================================ ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< MELDUNGEN UND MEINUNGEN ><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>>< ================================================ 05 BM Gehrer fluechtet vor Quer/floete Von: "q/depesche" ================================================ Subject: BM Gehrer fluechtet vor Quer/floete q/depesche 2005-06-28T21:22:18 BM Gehrer fluechtet vor Quer/floete DI, 28-06-05, 10:00 MQ Wien: Im Auftrag der Big Brother Awards kam der im MQ ansässige Verein q/uintessenz mit dem Preis für drei Mal Lifetime Achivement in Folge: Dreimal Lebenslänglich für das Schaffen von Bildungsevidenz bis Biometrie in der Schulkantine. Der hohe persönliche Einsatz von Frau K. vom MQ verhalf Frau BM doch noch zur Flucht durch den Keller. -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- DI, 28. Juni, 10:00: BM Gehrer flüchtet vor Preisverleihung im Museumsquartier; Museumsplatz 1-5; 1070 Wien Wir bitten um Berichterstattung. ******************************* Medieninformation im Auftrag der BIG BROTHER AWARDS AUSTRIA 2005 http://www.bigbrotherawards.at Wien, 28. Juni 2005 ******************************* Museumsquartier: BM Gehrer flüchtet vor Preisverleihung Übung macht die Meisterin: Angesichts der drohenden Übergabe des Big Brother Awards für ihr Lebenswerk in Sachen Überwachung und Datensammlung zog es Ministerin Elisabeth Gehrer heute vor, ungesehen im Untergrund aus dem Museumsquartier zu verschwinden. Die Veranstalter der Big Brother Awards, vertreten durch den im MQ Wien ansässigen Verein q/uintessenz, wollten die gemeinsame Pressekonferenz des Museumsquartiers und der Ministerin nutzen, um den Negativ-Preis, den BM Elisabeth Gehrer bislang drei mal gewonnen hat, persönlich zu überreichen. Die Leitung des Museumsquartiers schützte allerdings den geordneten Ablauf der Veranstaltung und das Leben der Ministerin mit höchstem persönlichem Einsatz - wenn es drauf ankommt, hat Ordnung eben immer noch Vorrang vor zeitgenössischer Kultur. Die geplante Besichtigung des Quartier 21 durch die Ministerin, für die die ansässigen Initiativen aufgefordert wurden, für Sauberkeit und Ordnung zu sorgen (und nicht für angemessene Präsentation ihrer Aktivitäten), fand dementsprechend nicht statt. Offenbar auch zu Ehren der Ministerin wurde während ihrer Anwesenheit im MQ die erste von 27 Überwachungskameras installiert. Im Anschluß finden sie den für die Überreichung vorgesehenen Pressetext: Die zentrale Bildungsevidenz verknüpft Ausbildungsdaten bis zu Betragensnoten mit der Sozialversicherungsnummer und dem beruflichem Werdegang und sieht eine 75jährige Speicherung der persönlichen Daten samt weitreichender Datenweitergabe und Vernetzung vor. Erst 60 Jahre nach der letzten Eintragung darf man mit einer Löschung eines Eintrages über mangelhaftes Betragen in der Volksschule rechnen. Berücksichtigt man die Schulpflicht von 15 Jahren, dann ergibt das eine Speicherdauer von 75 Jahren. Selbst Kriminelle haben nach einigen Jahren Anspruch auf Tilgung aus dem Strafregister. Wer in die Schule geht bekommt lebenslänglich. Für dieses Lebenswerk bekam Frau BM Elisabeth Gehrer den Big Brother Award 2004 in der Kategorie Lifetime Achivement - zum dritten mal in Folge. Und so musste diese Kategorie heuer zum zweiten mal ausgesetzt und in "Lebenslanges-Ärgernis-Elisabeth-Gehrer-Preis" umbenannt werden. 2004: Kategorie LIFETIME ACHIEVEMENT "Lebenslanges-Ärgernis-Elisabeth- Gehrer-Preis ..." Die bisherige Kategorie LIFETIME ACHIEVEMENT wird heuer in "Lebenslanges Ärgernis-Elisabeth-Gehrer-Preis für die nachhaltigste Annäherung an die Romanvorlage 1984" umbenannt. Stichwort: Betragensnote sechzig Jahre lang speichern. Wäre die Bildungsevidenz schon in Kraft gewesen als George Orwell im Jahr 1948 seine Novelle 'Neunzehnhundertvierundachtzig' schrieb, wären die Daten auch all jener Schüler die zu diesem Zeitpunkt ihre schulische Laufbahn beendeten, von Gesetz wegen noch heute erhalten. Die Verleihung dieses Awards wird heuer zum zweitenmal ausgesetzt. http://www.bigbrotherawards.at/2004/nominees/winners.php 2003: Kategorie LIFETIME ACHIEVEMENT Hier hat die Jury im fünften Jahr der Awards einen unüblichen Schritt gesetzt. Angesichts dessen dass die Datenerhebungen in den Schulen zwecks Erstellung einer so genannten "Bildungsevidenz" gerade jetzt operativ umgesetzt werden, dass mindestens eine der beiden Schulen nominiert wurde, weil sie schlicht eine Initiative aus dem Unterrichtsministerium umsetzt, dass durch die "Bildungsevidenz" Österreichs Ruf im Ausland als Republik der Untertanen weiter gefestigt wurde, dass der Staat derartige Datenspeicherungsmaßnahmen an seinen Bürgerinnen/en dann ausführt, wenn sie sich mangels Volljährigkeit noch nicht dagegen wehren können. All das hat die Jury bewogen, die Verleihung eines Lifetime Achievement für 2003 auszusetzen und auf das Lifetime-Achievement von 2002 zu verweisen - Elisabeth Gehrer. http://www.bigbrotherawards.at/2003/nominees/winners_2003.php 2002: KATEGORIE LIFETIME ACHIEVEMENT Laut Erlass 38.000/11/Z/3-2001 ist der umfassende Einsatz von Chipkarten/Biometrie in den Alltag - Bibliothek, Labor- und Sportstättennutzung an Österreichs Schulen geplant. Nicht nur bei bestehenden Schülern/Studenten wird die Sozialversicherungsnummer erhoben, sondern auch nachträglich bei Absolventen. Letzteres ist nicht einmal durch das Bildungsevidenzgesetz gedeckt. Mit dem sogenannten Bildungsdokumentationsgesetz wird neben den Stammdaten auch ein Wust von persönlichen Daten der Schüler erhoben und verarbeitet. Religionsbekenntnis, "festgestellten sonderpädagogischen Förderbedarf", "Eigenschaft als ordentlicher oder außerordentlicher Schüler", Teilnahme an Unterrichts- und Betreuungsangeboten, Schulerfolg, die Schul- bzw. Unterrichtsorganisation, Bildungsverlauf, Inanspruchnahme von Transferleistungen aus dem Familienlastenausgleich usw. All das mit unbestimmtem Löschdatum. In dieser Benimm- und Betragensdatenbank des Grauens wird auf immerdar gespeichert, was bis jetzt der Gnade des Vergessenwerdens anheim gefallen ist: von den Dummheiten der Schulzeit bis zu intimen persönlichen Daten. Verantwortlich dafür zeichnet Frau Bundesminister Elisabeth Gehrer. http://www.bigbrotherawards.at/2002/winners/2002.html BIG BROTHER AWARDS 2005 Beinahe täglich ist von Videoüberwachung, kommerzieller Verfügbarmachung persönlicher Daten zu lesen. Selten nur werden in diesen Schlagworten die Verletzungen und Kommerzialisierung der Privatsphäre gesehen, die sie schon sind oder im Handumdrehen sein können. Auch wenn z. B. die Argumente für die Videoüberwachung des öffentlichen Raumes oder den Einsatz von Chipkarten scheinbar nach erhöhter Sicherheit und minimierter Bürokratie klingen mögen: die Gefahr von Missinterpretation und Missbrauch folgt ihnen auf dem Fuß. Überwachung und Kontrolle etwa führen notgedrungen zur Normierung des Verhaltens, zur "Uniformierung" der Bürger. Wer macht sich wodurch verdächtig? Längeres Stehen am U-Bahn-Ausgang? Suspekt! Und: Sind die Daten einmal gesammelt, stellen sie ein wertvolles Gut und wecken durch ihre Kostbarkeit auch Begierden, die sich hinter den Mauern von Nützlichkeit und Sicherheit perfekt tarnen. Die Kategorien der Big Brother Awards spiegeln die traurige Bandbreite wieder: Business und Finanzen, Politik, Behörden und Verwaltung, Kommunikation, Lifetime Achievement sowie People's Choice heißen die Kategorien, aus denen es zur Normierung von Unternehmen, staatlichen Organen, Organisationen und PolitikerInnen kommt - nach sorgfältiger Recherche durch die Trägervereine. Seit Jahren beschäftigen sich die Fachleute von q/uintessenz, vibe!at und Verein zur Förderung Freier Software mit den Themen rund um die Verletzung der Privatsphäre sowohl in Österreich als auch auf internationaler Ebene. Auch heuer kommt bzw. kam es in vielen Ländern zur Verleihung der Big Brother Awards. Und jährlich werden die Themen mehr. Stichwort Zensur z. B., zu dem Sie, liebe JournalistInnen, vielleicht auch eine Stimme abgeben wollen: http://www.bigbrotherawards.at/2005/nominees/index.php Aus allen durch Fachleute und Öffentlichkeit eingebrachten Vorschlägen ermittelt eine breit gefächerte unabhängige Fachjury - ExpertInnen aus den Bereichen Medien, (Rechts)Wissenschaft und Kunst die GewinnerInnen der BIG BROTHER AWARDS 2005. Die feierliche Preisverleihung erfolgt wie immer am Vorabend des Nationalfeiertags, 25. Oktober 2005 im Wiener Rabenhof Theater - mit nahtlos anschließender berühmt-berüchtigter Big Brother Party. VERANSTALTER der BIG BROTHER AWARDS AUSTRIA: q/uintessenz: Verein zur Wiederherstellung der Bürgerrechte im Informationszeitalter: http://www.quintessenz.at vibe!at: Verein für Internet-Benutzer Österreichs: http://www.vibe.at Verein zur Förderung Freier Software: http://www.ffs.or.at - -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- relayed by Chris - -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- quintessenz is powered by http://www.onstage.at subscribe/unsubscribe/digest http://www.quintessenz.at/cgi-bin/index?funktion=subscribe comments to depesche at quintessenz.org ================================================ 06 Magazin Nummer zwei erschienen Von: Antideutsche Kommunisten Berlin ================================================ Wertes Publikum! Wir möchten darauf hinweisen, dass die zweite Ausgabe des MAGAZINS soeben erschienen ist. Sie hat in etwa folgenden Inhalt: ULRICH BASTIAN. Über Technik. ALFRED SOHN-RETHEL. Über neapolitanische Technik. MANFRED DAHLMANN. Auf die Frage: Was bin ich? (I). EMIL FUCHS und ROBERT MUSIL über Schafe. GRUPPE FdPH. Typologie des Zuschauers. The search for new ways to kill pain. Wo ist Waldo? u.a. Das MAGAZIN kostet drei Euro und kann unter magazin_redaktion at gmx.net bestellt werden. Beste Grüße aus Berlin, die Redaktion -- antideutsche Kommunisten Berlin http://www.antideutsch.tk/ ================================================ 07 PA Enttäuschung über Asylgesetz Von: Presse SOS-Menschenrechte ================================================ A-4020 Linz, Tummelplatz 5, Tel.: 0732/777404 Betreff:Inneres/ Asyl/ Menschenrechte Datum:29.Juni 2005 Enttäuschungüber Asylgetz Verschärftes Asylgesetzbeschlossen DieMenschenrechtsorganisation SOS-Menschenrechte zeigt sich enttäuscht über dieEinigung der Koalitionsparteien mit der SPÖ zum neuen Asyl- und Fremdengesetz. „Trotzder Warnungen, dass Teile des Gesetzes nicht der Genfer Flüchtlingskonventionsowie der Verfassung entsprechen, wird das Gesetz beschlossen und trifft die amhärtesten, die den Schutz Österreichs vor Verfolgung benötigen. Nämlich dietraumatisierten AsylwerberInnen, die künftig abgeschoben werden können, dieAsylwerberInnen, die vor ihrem Rechtsvertreter die Bescheide erhalten, unddamit einem erhöhten Schubhaftrisiko ausgesetzt sind, und die AsylwerberInnen,deren Schubhaft auf bis zu 10 Monate verlängert wird“, so Karin Mach,Pressesprecherin von SOS-Menschenrechte. DieMöglichkeit der Zwangsernährung bei einem Hungerstreik lehnt SOS-Menschenrechteab und sieht es als Eingriff in die Menschenwürde, und ist menschenrechtlichäußerst bedenklich. Rückfragehinweis: Mag.Karin Mach SOS-Menschenrechte Öffentlichkeitsarbeit A-4020Linz, Tummelplatz 5 Tel.:0732/ 777 404; 0699/1880 4041 mach at sos.at ================================================ ================================================ 08 Online-Demo-Prozess goes on! - Rundbrief Nr. 5 Von: kampagne ================================================ > Libertad!-Rundbrief < zum Prozess wegen Online-Demo 2001 Nr. 5 / 29. Juni 2005 http://www.libertad.de/online-demo > Online-Demo-Prozess goes on! > Freitag 1. Juli 2005. Treffpunkt: 10.30 Uhr, Prozessbeginn: 11.00 Uhr Am Freitag, dem 1. Juli wird die Verhandlung wegen der Online-Blockade gegen das Lufthansa-Abschiebegeschäft fortgesetzt. Nachdem am ersten Prozesstag zwei Zeug/innen der Anklage gehört wurden, wird dieses Mal auch ein Zeuge der Verteidigung sprechen und den rechtlichen Hintergrund von Demonstrationen im Internet thematisieren. Ebenfalls wird sich der Angeklagte wieder zu Wort melden (hurra!). Wir rechnen für den 1. Juli mit einem Urteil, das Online-Aktivismus juristisch absichern und kriminalisieren wird. So oder so: Der Prozess wird mit einer Grundsatzentscheidung enden, die Auswirkungen auf zukünftige politische Aktivitäten im Internet haben wird. Deswegen: Kommt auch diesmal zahlreich Freitag 1. Juli 2005. Treffpunkt: 10.30 Uhr, Prozessbeginn: 11.00 Uhr Amtsgericht Frankfurt, Hammelsgasse 1, Gebäude E, Saal II > Themen dieses Rundbriefes: 1. Turbulenter Prozessauftakt. Kurzbericht vom 1. Tag (14.06.05) 2. Materialien zum 1. Verhandlungstag: Protokoll, Anträge und Erklärungen 3. Presseschau 4. Stellungnahmen zum Prozess 5. Radio-Seite mit neuestem Interview u.a. zur Online-Demo 6. Kundgebung und Demo gegen Abschiebe-Airline Aeroflight in Oberursel am 13. Juni 2005 7. Nightlife: Grand Prix de la Revolution am 10. Juni 2005 > Turbulenter Prozessauftakt. Kurzbericht vom 1. Tag (14.06.05) Ab 8.30 Uhr versammelten sich Demonstrierende vor dem Eingang des Gerichtsgebäude E des Amtsgericht Frankfurt (Main) zur Kundgebung. Um 9.00 Uhr sollte der Prozess gegen einen der Initiatoren der ersten Online-Demonstration in Deutschland eröffnet werden. Es wurden Transparente aufgespannt, etwa 100 Menschen, einige bevor sie zur Arbeit gehen, sind gekommen. Kurze Reden von Libertad! und Kein Mensch ist illegal. Auch der Angeklagte spricht kurz. Lautstark wurde "Demonstrationsfreiheit im Internet" gefordert. Die Prozesseröffnung wurde, weil die Richterin im Stau steckte, um 30 Minuten verschoben. Besucher/innen wurden erst nach Leibesvisitationen in den Hochsicherheitssaal gelassen, in dem sonst u.a. Strafprozesse nach §129a stattfinden. Panzerglas trennt das Publikum von den Prozessbeteiligten. Es gibt etwa 65 Zuschauerplätze. Viele der Aktivist/innen, die den Angeklagten begleitet hatten, fanden keinen Platz mehr. Auf der Anklagebank steht eine Tüte mit dem Aufdruck "deportation.class". Davor ein Handwagen mit drei ehemals beschlagnahmten Computern. Der Angeklagte hatte sie mit zum Prozess gebracht, um sie als unbrauchbaren Schrott zurückzugeben, nachdem sie dreieinhalb Jahre einbehalten waren. Gegen 9.30 beginnt der Prozess bei schlechter Akustik. Die Richterin verkündet, dass sie Zwischenrufe nicht duldet. Nach dreimaliger Ermahnung flögen die Leute raus. Die Verteidigung fragt nach drei Männern, die hinter der Staatsanwältin sitzen. Der erste stellt sich als Herr Gries vor, die anderen beiden als "Lufthansa Konzernsicherheit". Sie müssen den Saal verlassen, weil sie keine Prozessbeteiligten sind. Nach Verlesung der Anklageschrift beantragt die Verteidigung die Einstellung des Verfahrens. Argumentiert wird mit Art. 103 GG, Abs. 2. Damit, dass keine Gesetze für die Anklage existieren. Damit, dass begriffsnotwendig kein physischer Zwang vorliegt, der eine Voraussetzung bei Nötigung ist. Mit Art. 8 GG (Versammlungsfreiheit). Mit der Entscheidung des Europarats von Mitte Mai 2005 in Warschau, wo auch Kanzler Schröder anwesend war und die auch einen Rahmen für Versammlungsfreiheit steckt. Die Bundesregierung habe damit das Recht dieses Raumes anerkannt. Die StA erwidert, dass §240 neben Gewalt auch "Drohung mit empfindlichen Übel" vorsieht. Die Richterin unterbricht die Verhandlung und verkündet nach 20 Minuten, dass sie kein Verfahrenshindernis sieht. Ein Verstoß gegen Art 103 GG bestehe nicht. Der Vorwurf erfülle den Gewaltbegriff. Ob "Nötigung" vorliegt, wird erst die Hauptverhandlung zeigen, ebenso, ob Grundrechte tangiert sind. Der Angeklagte stellte in einer ausführlichen Erklärung den Zusammenhang zwischen der Abschiebepraxis der Lufthansa und dem Anliegen der Online-Demonstration her. Für ihn war die Aktion "eine zutiefst demokratische und notwendige Angelegenheit", mit der nicht nur gegen die Abschiebeairline Lufthansa protestiert werden sollte, sonden mit der darüberhinaus für das Demonstrationsrecht im Internet "der Freiheit eine Gasse geschlagen" werden sollte. Es wurde mehrfach geklatscht. 1. Rüge und 2. Rüge folgen, dann verfügt die Richterin die Entfernung von 2 Menschen. Die Staatsanwältin zeigt denunzierend mit dem Finger in den Zuschauerraum. Das Publikum versucht die Entfernung der beiden Ausgeschlossenen zu blockieren. Sie werden mit brutalen Mitteln aus dem Saal gebracht, an die Wand gestellt, ihnen werden Handschellen angelegt und die Personalien aufgenommen. Fragen der Richterin beantwortet der Angeklagte nicht. Stattdessen stellt die Verteidigung eine Reihe von Beweisanträgen: 1. Zeugenladung von dem Präsidenten der Pilotenvereinigung Cockpit, dem Fachgruppenleiter Luftverkehr von ver.di und Nicolai von Ruckteschell (Chefjurist der LH).Zum Beweis: Die Online-Demo war notwendig. Außerdem soll der Film "deportation.class" in der Verhandlung gezeigt werden. 2. (vom Angeklagten verlesen) exemplarisch Jose Bove, Mag Wompel u.v.a. zu laden, die den Aufruf "Wir machen mit" zur Online-Demo unterschrieben hatten. Online-Demonstration war und ist notwendiges und legitimes gesellschaftliches Engagement. Außerdem Hans Branscheidt u.a. zu laden, die den Aufruf "250 werden mehr" nach der Razzia vom 17.10.01 initiierten bzw. unterstützten. 3. Vertreter des Ordnungsamts und Polizeipräsidiums Köln zu laden wegen der Anmeldung der Online-Demo am 10.05.2001 durch Jan Hofmann. 4. den Vorstandsvorsitzenden der Lufthansa AG Jürgen Weber zu laden. 5. Bundesinnnenminister Otto Schily zu laden. Zum Beweis, dass er zu Hackerangriffen auf ihm missliebige Internetseiten aufrief und das für rechtmäßig hält. 6. Vertreter von ProAsyl, (ex-) Mitglieder des Bundestages, den Chef des UN-Anti-Folter-Ausschusses u.a. Mit diesem Antrag wird die europäische Abschiebepolitik, ihre Geschichte und Auswirkungen sowie der Protest dagegen ausführlich thematisiert. Eine hervorragende Zusammenfassung. 7. RA Stefan Schrage aus Berlin zu laden. Der Anwalt hatte sich bei der Verteidigung gemeldet, dass er die Initiator/innen der Online-Demo vor der Aktion beriet und sagte: Strafbarkeit sei nicht gegeben. Die Richterin stellt die Beweisanträge zurück und geht unmittelbar in die Zeugenvernehmung. Zuerst Frau Adenauer, Konzernjustitiarin der LH. Ihr Beitrag ist äußerst unergiebig – auch für die Anklage. Anfang April 2001 wurde der Aufruf zur Blockade wahrgenommen. Zunächst wurde zu einem "Tag X" aufgerufen. Später terminiert: LH-Hauftversammlung 2001, am 20. Juni 2001. Die Rechtsabteilung prüfte einstweilige Verfügung. Diese wurde als nicht erfolgsversprechend eingestuft, weil LH die Initiatoren nicht kannte. Sie begannen auf technischem Weg Vorkehrungen zu treffen, die Zahl der Zugriffe begrenzt zu halten. Die "Konzernsicherheit" (der geheimdienstliche Werkschutz der LH), Ecommerce (heute nicht mehr existierendes Tochterunternehmen der LH) haben dabei geholfen. Wiederholt konnte sie zu Fragen keine näheren Ausführungen machen, denn: "Ich bin kein Techniker". Im Laufe der Online-Demo mussten mehrfach die Kapazitäten erhöht werden. Zwischen 10.30-10.35 wurde Kapazität um Faktor 10 erhöht ("ich lese ab, weil ich das nicht verstehe"). Gegen 12.30 wurde das System auf Normal zurückgefahren. Mehrfach war die Web-Seite 3-10 Minuten verzögert. 8 Minuten war das Portal weltweit nicht erreichbar gewesen. Ob die komplette Homepage betroffen war oder nur das Buchungssystem, kann sie nicht sagen. Nur, dass sich acht Minuten nichts bewegte. Zu den Kosten und Buchungsausfällen kommen nur unpräzise Angaben. Ja, es seien "deutlich weniger" Buchungen an diesem Tag, aber keine konkreten Zahlen. Der Anwalt fragt, wie viele Vergleichstage für den festgestellten Buchungsrückgang herangezogen wurden. Man erfährt, dass es nur einer war. Die Herkunft der in den Akten genannten Schadenssumme von über eine halbe Million Euro sei ihr nicht bekannt. Auf die Frage des Angeklagte, ob es bei LH eine Diskussion gab, ob die Schadenssumme öffentlich mitgeteilt wird, antwortet sie LH "muss sich überlegen, was sie sagt". Nach dieser Zeugin wurden drei weitere Beweisanträge von der Verteidigung gestellt: 8. Die Verantwortlichen von 17 online-Reisebüros (von wwww.travelchannel.de bis www.nix-wie-weg.de) zu laden. Zum Beweis: über ihre Internetseiten waren jederzeit LH-Flüge buchbar. 9. Die Domain-Inhaber lufthansa.de und lufthansa.com, Leiter von IT-/Servicebereich und LH-systems zu laden. Thema: Vorkehrungen am 20. 06.01, Ankauf Kapazitäten, live-Ansprache Jürgen Weber. 10. Ladung von Herrn Holzrichter (LH). Thema: Buchungsrückgänge. Anschließend die Vernehmung von KHK Günter Brandt, 48 Jahre, Leiter K41 (Staatsschutz) beim Polizeipräsidium Frankfurt. Er berichtete, dass die Strafanzeige der LH nach der Online-Demo am 25.06.01 einging. Er hatte den Domain-Inhaber von www.libertad.de festgestellt und seine Ermittlungen der StA vorgelegt mit dem Ziel eine Hausdurchsuchung vorzunehmen, die dann am 17.10.01 im Libertad!-Büro und beim Beschuldigten erfolgte. Dabei wurden zahlreiche PCs, schriftliche Unterlagen, Disketten und CDs beschlagnahmt. Die Auswertung hat durch (nicht näher ausgeführte) Umstände lange gedauert. Festgestellt wurde dabei eine Email, wo der Absender schrieb, er habe Dokumente eingestellt, habe die Software besorgt. Der Beschuldigte habe als Administrator das organisiert. Am 20.06.2001 hat er die Lufthansa-Homepage nicht verfolgt; die Seite sei wohl nicht erreichbar gewesen. LH habe den Schaden beschrieben. Offensichtlich habe LH nicht ausreichend Speicher dazugekauft. Libertad! hat nach der Online-Demo mit dem Erfolg Reklame gemacht. Es geht dann um die rechtliche Bewertung der Online-Demo durch die Initiator/innen. Die Richterin fragt den Zeugen, ob ("wie manchmal bei solchen Sachen") eine rechtliche Bewertung veröffentlicht wurde? Dem Tenor nach: es sei nicht strafbar, ihr könnt ruhig mitmachen. Brandt weiß nichts davon, aber er hätte ein Papier mit rechtlicher Wertung gefunden. Darin stände, dass "Nötigung wahrscheinlich" anwendbar sei. Zur Anmeldung der Demo in Köln geht Brandt davon aus, dass der Anmelder Jan Hofmann eine fiktive Person ist. Seit März 2001 wusste er "von der geplanten Straftat". Er hätte den Aufruf bei libertad.de gefunden und dann regelmäßig die Seite beobachtet und dokumentiert. Von sich aus hätte er dann mit LH Kontakt aufgenommen und sie gewarnt. Der StA hätte er seine Erkenntnisse nicht vorgelegt, sondern erst nach der LH-Anzeige: es gab ja keine Straftat, sondern höchstens "straflose Vorbereitung". "Gab es vor der Durchsuchung eine Entscheidung die Rechner mitzunehmen?", fragt der Angeklagte. Ja, alle Rechner. "Warum wurden die Festplatten nicht gespiegelt wie es das BKA macht?" Darauf Brandt: "Ich würde das nächste Mal auch Bildschirme, Mäuse und Tastatur mitnehmen". Insgesamt 160 GB Daten hätten sie gehabt und er war allein damit beschäftigt. "Tut mir leid, wenn es lang gedauert hat". Zum Schaden befragt, kann er sich nicht mehr erinnern, von wem der – später von LH dementierte - "Schaden i.H.v. 511.291,99 Euro" stammt. Ende der Zeugenvernehmung. Die Richterin gibt dem Beweisantrag Nr. 7 (RA Schrage aus Berlin)statt. Der RA stellt Beweisantrag 11: Ladung von Ricardo Dominquez als Zeuge zur Software und Online-Aktivismus. Die Richterin stellt alle anderen Beweisanträge zurück. Der RA beantragt seine Beiordnung als Pflichtverteidiger wegen Schwierigkeit der Rechtslage und die Richterin verpflichtet den Anwalt. Prozess wird vertagt und fortgesetzt am Freitag, 01.07.2001 um 11 Uhr. > 2. Materialien zum 1. Verhandlungstag: Protokoll, Anträge und Erklärungen Neben dem vorstehenden Kurzbericht wurde auch eine ausführlichere Version erstellt. Beide können online bezogen werden. Ebenso der Einstellungsantrag der Verteidigung und die Rede des Angeklagten : * Prozessrede von Andreas-Thomas Vogel - http://www.libertad.de/service/downloads/pdf/atv140605.pdf * Einstellungantrag der Verteidigung - http://www.libertad.de/service/downloads/pdf/einstellungsantrag.pdf * Bericht/Protokoll vom 1. Verhandlungstag - http://www.libertad.de/service/downloads/pdf/prozessbericht01.pdf * Kurzbericht vom 1. Verhandlungstag – http://www.libertad.de/service/downloads/pdf/prozessbericht01-kurz.pdf > 3. Presseschau Der erste Verhandlungstag hat verhaltenen, aber rund um guten Niederschlag sowohl in Print- wie online-Medien gefunden. Erwähnt sollen hier nur werden Mit Bits und Bytes gegen Abschiebungen, Liga 6000. Frankfurt digital 20.06.2005 Virtuelles Sit-in im Internet vor Gericht, taz 15.06.05 Online-Demo gegen Lufthansa / Prozess und Urteilsverkündung wurde auf ersten Juli vertagt. Schreibt der Fall Justizgeschichte?, News 15.06.05 Ist das Internet ein öffentlicher Raum? / Prozess gegen »Online-Demo« könnte Grundsatzfragen klären, Neues Deutschland 15.06.05 Polizei nimmt Abschiebe-Gegner im Gerichtssaal fest / Frankfurter Internet-Aktivist ist wegen Aufrufs zu Online-Demonstration gegen Lufthansa angeklagt / Tumult im Zuschauerraum, Frankfurter Rundschau 15.06.05 Prozess wegen Online-Blockade der Lufthansa wird nicht eingestellt, heise-online 14.06.05 Diese und andere Medienbericht können nachgelesen werden: in: http://www.libertad.de/inhalt/projekte/depclass/verfahren/presse2prozess.shtml > 4. Stellungnahmen zum Prozess Erklärung der Flüchtlingsräte: In einer gemeinsamen Erklärung kritisierten sieben Landes-Flüchtlingsräte den Prozess. Wenn man im Internet Verträge abschließen kann, muss man dort auch demonstrieren können, erklären die Flüchtlingsräte aus Saarland, Hessen, Hamburg, Brandenburg, Niedersachsen, Bayern und Berlin. Außerden bekennen sie, dass auch sie mitdemonstriert haben. "Da wir aber aus unserer Alltagsarbeit wissen, dass kein Mensch freiwillig flieht, ist es notwendig, gegen diese Abschiebungen zu protestieren: Selbstverständlich auch im Internet", heißt es in der Erklärung. http://www.asyl-saar.de/pressemitteilungen.html Interview mit Ricardo Dominguez: Auch der us-amerikanische Aktivist Ricardo Dominguez, den die Verteidigung als Zeugen zu laden beantragte, kritisiertedie Anklage und erklärte sich mit dem Angeklagten solidarisch. In einem Interview forderte Dominguez das Frankfurter Amtsgericht auf, die Aktion gegen die Lufthansa als einen legitimen Akt zivilen Ungehorsams anzusehen: "Solche Aktionen sind nicht kriminell". http://www.sooderso.de/zeitung/materialien/rdom120605de.shtml Interview mit Frank Hansen: Der Gründer der Stiftung "Bürgerrechte in der digitalen Gesellschaft - bridge" wies vor Prozessbeginn ausdrücklich auf die grundsätzliche Bedeutung dieses Prozesses hin. "Im Gerichtsverfahren wird es nun darum gehen, ob diese Art der Demonstration eine Form der Nötigung darstellt" und fragt: "Muss man also online sein Grundrecht auf Versammlungsfreiheit aufgeben, nur weil dies im Internet-Protokoll nicht vorgesehen ist und sich die Behörden nicht zuständig fühlen, wenn man eine Online-Demonstration anmelden möchte?" http://www.telepolis.de/r4/artikel/20/20287/1.html > 5. Radio-Seite mit neuestem Interview u.a. zur Online-Demo Nach Ende des 1. Verhandlungstages im Prozess Staat und Lufthansa gegen Libertad! wurde unser Pressesprecher Hans-Peter Kartenberg vom Radio Z aus Nürnberg interviewt. Wer hören will, was gesendet wurde: Interview mit Radio Z (Nürnberg) am 14.06.05. Das Interview als .mp3-Datei: http://www.libertad.de/service/downloads/media/20050614-radio-z.mp3 Bei der Gelegenheit wurde die Radio-Seite zur Online-Demo aktualisiert. Jetzt findet ihr dort Sendungen zum aktuellen Prozess, wie auch Sendungen, die 2001 zur Online-Demo gemacht wurden: http://www.libertad.de/inhalt/projekte/depclass/verfahren/radio.shtml > 6. Kundgebung und Demo gegen Abschiebe-Airline Aeroflight in Oberursel am 13. Juni 2005 Rund 60 Abschiebegegner/innen beteiligten sich am Vorabend des Prozesses an einer Protestkundgebung und -demonstration gegen die Fluglinie Aeroflight in Oberursel. Vor der Zentrale der Chartergesellschaft Aeroflight, die im Geschäft der Charterabschiebungen tätig ist, war ein Infostand aufgebaut, es wurden Beiträge gehalten und anschließend durch Oberursel demonstriert. Es war angesagt nach Oberursel vor Aero Flight zu gehen und dort Krach gegen das Abschiebegeschäft zu schlagen. Die Firma sollte wissen, dass sie bekannt ist und dass sie nicht in Ruhe gelassen wird. Aeroflight steht exemplarisch für das schmutzige Geschäft mit Abschiebungen. Bericht, Reden, Fotos und Links: http://www.libertad.de/inhalt/projekte/depclass/verfahren/aeroflight130605.shtml > 7. Nightlife: Grand Prix de la Revolution am 10. Juni 2005 Im Rahmen lokaler Aktivitäten zum Prozess fand im Café ExZess eine Benefiz-Party mit dem Grand Prix de la Revolution statt. Zwischen im beliebten Lufthansa-Design gehaltenen orange-blauen Wänden, mit Festplatten, Tastaturen und Mäusen dekoriert, waren zwei Großraumleinwände aufgebaut. Cocktails schlürfend lauschten die Gäste der herausragenden Moderatorin Nykra Kalaschnikowa und den begabten Musikerinnen und Musiker. Mehr in der Klatschspalte: http://www.libertad.de/inhalt/projekte/depclass/verfahren/grandprix.shtml > 8. Spenden jetzt online per Lastschriftverfahren Hinter unserer Kampagne "free online protest" und der Arbeit zum Prozess steckt viel Arbeit. Und all dies kostet viel Geld. Deswegen sind wir auf eure finanzielle Unterstützung angewiesen. Eingehende Spenden werden ausschließlich für die Kampagne verwendet. Spendenkonto: Förderverein Libertad! e.V. KNr: 80 200 69 300 - GLS Bank eG (BLZ 430 609 67) Stichwort: Online-Demo Online-Spenden: Das Spendenformular wurde überarbeitet - jetzt ausgerichtet für Spenden per Lastschriftverfahren. http://www.libertad.de/inhalt/projekte/depclass/verfahren/spenden.shtml > Kommt zum 2. Verhandlungstag: > Freitag 1. Juli 2005. > Treffpunkt: 10.30 Uhr, > Prozessbeginn: 11.00 Uhr > Amtsgericht Frankfurt, Hammelsgasse 1, Gebäude E, Saal II Solidarische Grüße Kampagne Libertad! Layout-Version: http://www.libertad.de/service/downloads/pdf/rb5-290605.pdf -- Mit solidarischen Grüssen Redaktion der So oder So mailto:redaktion at sooderso.de ================================================ 09 Osttimor: UN-Tribunal gefordert Von: GFBV ================================================ GESELLSCHAFT FÜR BEDROHTE VÖLKER PRESSEMITTEILUNG Göttingen , den 29.06.2005 Osttimor: Sechs Jahre nach Ende des Völkermords in Osttimor kritisieren UN-Rechtsexperten indonesische Justiz Nur ein UN-Tribunal wird Genozidopfern Gerechtigkeit bringen Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat am Mittwoch die Einrichtung eines UN-Tribunals zur Strafverfolgung der Verantwortlichen des Völkermordes in Osttimor gefordert. "Indonesiens Politiker und Justiz haben sechs Jahre lang systematisch jede glaubwürdige Aufarbeitung des Genozids verschleppt", kritisierte die GfbV in einem Fax-Schreiben an UN-Generalsekretär Kofi Annan, "nur ein UN-Tribunal kann den Opfern der indonesischen Gewaltherrschaft Gerechtigkeit verschaffen." Nachdrücklich appellierte die GfbV an den UN-Generalsekretär, sich für die sofortige Einrichtung eines UN- Tribunals gemäß Kapitel VII der UN-Charta einzusetzen. Eine von den Vereinten Nationen eingesetzte Untersuchungskommission von Rechtsexperten hatte sich in einem am Dienstag bekannt gewordenen Bericht sehr kritisch geäußert zur Aufarbeitung der schweren Menschenrechtsverletzungen, die von pro-indonesischen Milizen in Zusammenarbeit mit der indonesischen Armee vor, während und nach der Volksabstimmung über die Zukunft Osttimors im Sommer 1999 verübt wurden. Die Expertengruppe warf den indonesischen Strafverfolgungsbehörden mangelndes Interesse an einer glaubwürdigen juristischen Aufarbeitung vor und erklärte, alle bisher eingeleiteten Verfahren seien "absolut unangemessen". Mindestens 1.500 osttimoresische Zivilisten wurden im Sommer 1999 durch den Terror der Milizen getötet. Rund 500.000 Menschen wurden vertrieben oder flohen vor dem Terror der von Indonesien gesteuerten Milizen. Insgesamt fielen dem Völkermord Indonesiens in Osttimor zwischen 1975 und 1999 rund 200.000 Menschen zum Opfer. Alle 21 bisher Angeklagten, denen Mord, Brandschatzung oder Vertreibungsverbrechen vorgeworfen wurden, seien bis auf einen osttimoresischen Zivilisten entweder freigesprochen oder auf Bewährung aus der Haft entlassen worden. "Es ist ein Skandal und ein Armutszeugnis indonesischer Rechtsprechung, dass sechs ursprünglich Verurteilte in zweiter Instanz freigesprochen wurden", kritisierte der GfbV-Asienreferent Ulrich Delius. Nur der pro-indonesische Milizenführer Eurico Guterres werde im Gewahrsam gehalten. Doch trotz unzähliger von ihm zu verantwortender Morde und Vertreibungsverbrechen ist auch seine Haftstrafe um fünf Jahre halbiert worden. Für Nachfragen und Interviews ist Ulrich Delius erreichbar unter Tel. 0160 / 95 67 14 03. ====================================================== Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV) Inse Geismar, Pressereferentin Postfach 2024, D-37010 Goettingen Tel.+49/551/49906-25, Fax:++49/551/58028 E-Mail: presse at gfbv.de, Homepage:http://www.gfbv.de ====================================================== ================================================ 10 Eurofighter/Knittelfeld/Gemeinderat/Protest Von: KPÖ Steiermark ================================================ KPÖ Steiermark Mittwoch, 29. Juni 2005 Presseinformation der KPÖ Steiermark Knittelfeld: Mehrheit des Gemeinderat protestiert gegen Stationierung der Eurofighter in Zeltweg Mit der Mehrheit von SPÖ, KPÖ und Grünen nahm der Gemeinderat von Knittelfeld folgenden Antrag an, der von den drei KPÖ-MandatarInnen Ing. Renate Pacher, Franz Moharitsch und Elisabeth Lammer eingebracht worden war: "Der Gemeinderat von Knittelfeld möge sich gegen die Stationierung aller 18 Eurofighter in Zeltweg aussprechen und den Bürgermeister beauftragen, zusammen mit den verantwortlichen Politikern und der Bevölkerung Möglichkeiten des Widerstandes dagegen zu finden". ÖVP und BZÖ lehnten den Antrag ab. Renate Pacher: "Die Stationierung der Eurofighter in Zeltweg ist durch Lärm und Abgase eine Belastung für die Menschen und die Natur des Aichfeldes, erschwert die Ansiedelung ziviler Projekte und gefährdet die Arbeitsplätze. Deshalb müssen wir uns zur Wehr setzen: Oder soll die Zukunft unserer Region in einem NATO-Flughafen oder einem Stützpunkt der EU-Armee liegen?" Nachfragehinweis: 03512 82240 KPÖ-Steiermark Lagergasse 98 a 8020 Graz Tel.: 0316 71 24 36 Fax 0316 71 62 91 email: kp.stmk at kpoe-graz.at; kpoe_stmk at hotmail.com ================================================ 11 Erklärung von kominform.at zur Klage der "K"PÖ Von: Otto Bruckner ================================================ Liebe FreundInnen, KollegInnen, GenossInnen! Unsere täglich aktualisierte Internetplattform www.kominform.at, die seit November 2003 existiert und seither 850.000 Seitenabrufe zu verzeichnen hat, ist dem Parteiapparat der "K"PÖ seit jeher ein Dorn im Auge. Das ist durchaus verständlich, haben wir doch den Nachweis erbracht, dass es auch ohne mächtigen Parteiapparat und aufwändige Finanzmittel möglich ist, eine kommunistische Website zu machen, die nicht nur gerne gelesen, sondern auch von dutzenden Menschen durch eigene Beiträge mitgestaltet wird. Auch in der Berichterstattung über den Verkauf des EKH ("Wielandschule") haben wir uns kein Blatt vor den Mund genommen und berichten von Beginn an ausführlich und umfassend. Die - inzwischen in der ganzen Linken und darüber hinaus - allgemein bekannte Tatsache, dass dieses Haus, in dem dutzende Initiativen tätig waren und sind, von denen uns manche ferner, manche näher stehen, ohne vorige Information an die Mitglieder der „K“PÖ an einen Mann verkauft wurde, der in den 70-er Jahren zum Umfeld der inzwischen verbotenen "Aktion Neue Rechte" gehörte, der als Anwalt einen prominenten politisch rechts stehenden Mann beschäftigt und der in seiner Security-Firma bekannte Rechtsextreme rekrutiert, wurde auch des Öfteren bei uns berichtet. Das nimmt die "K"PÖ nun zum Anlass, eine Klage gegen kominform.at wegen "übler Nachrede, Kredit- und Rufschädigung" einzubringen, wie auf der Homepage www.kpoe.at berichtet wird. Der Inhalt der Klagsschrift ist uns bis dato nicht bekannt, da die Klage zwar öffentlich angekündigt, bei Gericht aber noch nicht eingebracht wurde. Wir halten das Ganze für einen politischen Akt, mit dem bezweckt wird, lästige KritikerInnen in- und außerhalb der Partei mundtot zu machen (von uns vier ist einer noch Mitglied der KPÖ, zwei wurden ausgeschlossen, einer ist ausgetreten). Natürlich zielt diese Klage einerseits gegen sämtliche Internet- und Printmedien, die über die Geschäftspraktiken der "K"PÖ, über ihre feinen Geschäftspartner und über ihre gigantische Geldvernichtung berichten, andererseits aber gegen uns im Speziellen, da der "K"PÖ-Apparat sich nicht mit der Tatsache abfinden will, dass eine eigenständige und lebendige kommunistische Politik außerhalb der "K"PÖ Strukturen im Entstehen ist, deren Ausdruck sowohl kominform.at als auch die Kommunistische Initiative (KI) sind. Sie wollen uns mit ihren noch reichlich vorhandenen Finanzmitteln im Hintergrund fertig machen, ihr Ziel ist es nicht bloß, uns politisch zu bekämpfen, sondern uns in unseren politischen wie privaten Existenzgrundlagen zu treffen, da sie natürlich wissen, dass wir keinen Apparat und keine Millionen im Hintergrund haben. Aber sie werden sich täuschen, denn wir haben etwas anderes: Wir haben Courage, Ideen, eine Überzeugung, zu der wir stehen. Und wir haben GenossInnen, KollegInnen und FreundInnen, die zu uns stehen. Sollte es zu einer Gerichtsverhandlung kommen, werden wir uns wehren. Wir werden alle aufrufen, uns zu helfen, durch Fakten, durch Solidaritätserklärungen, durch Spenden. Kurz vor den Wiener Gemeinderats- und Bezirksvertretungswahlen versucht die "K"PÖ-Wien, deren Landessekretärin die Klage schon Tage vorher angekündigt hat, sich eine lästige Konkurrenz vom Hals zu schaffen, indem sie kominform.at in einen Prozess verwickeln will. Die Kommunistische Initiative arbeitet nichts desto trotz weiter an der Vorbereitung einer klassenkämpferischen und antiimperialistischen Kandidatur in einigen Wiener Bezirken. Dabei sehen wir die "K"PÖ nicht als Konkurrenz, denn die KI wird als Alternative für all jene kandidieren, die der "K"PÖ längst egal sind, und für die sie ohnehin keine wählbare Partei ist: Für die Unterdrückten, die Armen, die Ausgebeuteten, für die Menschen des Proletariats, die - das ist unsere feste Überzeugung - ihre Sache eines Tages selbst in die Hand nehmen und das kapitalistische System stürzen werden. Sie brauchen eine neue politische Kraft und für sie wollen wir da sein. Wir haben uns von den politischen TraumtänzerInnen und ihrem "zivilgesellschaftlichen" Geplauder, von der nutzlosen moralinsauren Politik der "political correctness", wie sie die "K"PÖ in Wien repräsentiert, getrennt. Wir wollen eine nützliche politische Kraft für die arbeitenden Menschen sein, daran werden auch die Drohungen und Klagen des nur mehr sich selbst reproduzierenden "K"PÖ-Apparats nichts ändern. Wir lassen uns nicht mundtot machen! Otto Bruckner Gerhard Dusek Helmuth Fellner Lisl Rizy HerausgeberInnen und Redaktion von www.kominform.at 28. Juni 2005 ================================================ 12 die Standard-FGM-"Es ist unsere Pflicht, dies zu stoppen" Von: Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen ================================================ Die Standard 28. Juni 200511:11 "Es ist unsere Pflicht, dies zu stoppen"Breite muslimische Plattform in Österreich gegen Beschneidung und Verstümmelung von Frauen und Mädchen Von Gastautorin Astrid Zimmermann Scheich Adnan Ibrahim, der Imam der Schura-Moschee im 2. Wiener Bezirk, spricht leidenschaftlich und entschieden: "Wir haben die moralische Verantwortung, nicht nur darüber zu diskutieren sondern auch zu handeln. Es ist unsere Pflicht diese Praxis zu stoppen!" Die Rede ist von Beschneidung und Verstümmelung von Mädchen und jungen Frauen. Eine grausame Tradition, die oft mit religiösen Pflichten begründet wird. Diesem Vorurteil erteilt der Imam, Mediziner und Islamwissenschafter, eine eindeutige Absage.Mehr zum Thema . FGM – weibliche Genitalverstümmelung. ,Sunna’ oder Verbrechen aus Tradition". Das Forum muslimischer Frauen, die Schura-Moschee, die Initiative muslimischer Österreicherinnen hatten gemeinsam mit einer ganzen Reihe von Migranten-Vereinen zu einer Diskussionsveranstaltung zu diesem Thema in den Hörsaal am Campus geladen. Viele waren gefolgt, vor allem Muslime. In einer klaren wissenschaftlichen Analyse zeigte Scheich Adnan Ibrahim auf, dass weder Koran noch Sunna oder Scharia eine Aufforderung zur Beschneidung kennen – im Gegenteil, führte Adnan detailreich aus: Die Verpflichtung der Muslime, auf die sexuelle Erfüllung ihrer (Ehe)Frauen zu achten – was der Religionsgelehrte mit vielen Zitaten belegt hat – schließe jede Form der Beschneidung von Frauen nicht nur aus, sondern untersage sie geradezu. Scheich Adnan zitierte jedoch einige Gelehrte aus früheren Jahrhunderten, die zum Thema Beschneidung der Frau keine ablehnende Haltung eingenommen hätten. Führte dann jedoch den ZuhörerInnen klar vor Augen, dass diese Überlieferungen aus islamwissenschaftlicher Sicht zurückzuweisen seien, da ihr Ursprung völlig unklar sei. Zuvor hatte die aus Kamerun stammende Publizistin und Medizinerin Marie-José Simonet die gesundheitlichen und psychischen Folgen der Beschneidung weiblicher Genitale beschrieben. Und dass es sich um eine Jahrtausende alte Tradition handle, die nichts mit Religion zu tun habe. Denn bereits weiblichen Mumien aus pharaonischer Zeit weisen Genitalverstümmelung auf. Praktiziert werde es noch immer vorwiegend in afrikanischen Ländern und in Ägypten – wo es allerdings seit 1959 verboten ist – allerdings nicht in den großen islamischen Ländern wie Saudi-Arabien, Iran, Irak oder Syrien.Allerdings – darauf wiesen vor allem die österreichischen Politikerinnen hin – sei diese Praxis durch MigrantInnen nun in andere Länder gebracht worden – auch in Österreich sei man inzwischen damit konfrontiert. Die Wiener Landtagsabgeordnete Sybille Straubinger schätzt, dass inzwischen bis zu 8000 Frauen in Österreich von FGM (female genital mutilation) betroffen sind. Weltweit sind es laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) etwa 155 Millionen Frauen. Frauen- und Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat, die durch ein kurzes Statement die Bedeutung des Themas und des gemeinsamen Kampfes gegen Verstümmelung und Beschneidung der Frauen unterstreichen wollte, begrüßte die Initiative der Musliminnen, auch in ihren eigenen Reihen für Aufklärung zu sorgen. Sie wolle in der Zeit des österreichischen EU-Vorsitzes FGM auch zu einem europäischen Thema machen.Der Präsident der islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, Prof. Anas Schakfeh, resümierte nach engagierter Diskussion: "Wir werden uns weiterhin bemühen, diese Unsitte zu bekämpfen, vor allem durch Aufklärung in den Reihen der Migranten." -- Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen e-mail:dieinitiative at gmx.at für Rückfragen und Korrespondenz kontaktieren sie bitte: Omar Al Rawi +43-664-3831942 al-rawi at gmx.at Amina & Tarafa Baghajati +43-1-2595449 baghajati at aon.at Mouddar Khouja +43-1-9685096 mouddar at gmx.net Andrea Saleh +43-1-7965652 salehand at gmx.at ================================================ B) TERMINE ================================================ ======================== Donnerstag http://mund.at/butt/Termine/Juni/3006.htm Freitag http://www.mund.at/butt/Termine/Juli/0107.htm Samstag http://www.mund.at/butt/Termine/Juli/0207.htm ======================== ================================================ D) EDITORIAL ================================================ Für den Inhalt verantwortlich: Ihr. E-Mail-Adresse für Beiträge: widerstand at no-racism.net geschickt. widerst at nd MUND und alle Termine täglich aktualisiert im Web: http://www.no-racism.net/MUND Ziel von MUND (medienunabhängiger Nachrichtendienst) ist die unzensurierte und möglichst rasche Information über gesellschafts- politisch relevante Termine, Hinweise und Diskussionsbeiträge zu Widerstand und Antirassismus sowie verwandte Themen. sollen einen Titel, Namen und Emailadresse der/des AutorIn enthalten und möglichst kurz und prägnant gehalten sein, ev. mit Hinweis, wo weitere Informationen eingeholt werden können. Bitte keine Attachments! Die inhaltliche und sachliche Verantwortung liegt bei der/dem jeweiligen AutorIn bzw. jenen, die uns die Beiträge schicken. Der MUND wird von einzelnen TagesredakteurInnen zusammengestellt. Da Fehler nicht ausgeschlossen sind, bitten wir, nicht veröffentlichte Beiträge nochmals an widerstand at no-racism.net zu senden. Die Weiterleitung (auch auszugsweise) ist erwünscht. 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(werden nicht angenommen) 2 beiträge nicht genommen- unaktuell, Redaktionsschluss für diese Ausgabe: Do 1.00 Uhr III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III ü, ö, ä, ß, Ü, Ö, Ä III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III widerst at nd-MUND is powered by http://alt.strg.at/ ================================================